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Friedrich-Schiller-Universität Jena

Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften

Institut für Sportwissenschaft

Lehrstuhl für Sportökonomie und Gesundheitsökonomie

Seminar: Grundlagen des Sportmanagements

Dozent: Dr. Lev Esipovich

Besonderheiten des eingetragenen Vereins


von

Kihyun Kim
Hiermit versichere ich, dass ich die Hausarbeit selbstständig verfasst und keine anderen als die
angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt habe, alle Ausführungen, die anderen Schriften
wörtlich oder sinngemäß entnommen wurden, kenntlich gemacht sind und die Arbeit in gleicher oder
ähnlicher Fassung noch nicht Bestandteil einer Studien- oder Prüfungsleistung war.

Kihyun Kim 24.07.2019

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1. Einleitung

Menschliches Leben besteht aus verschiedenen Teilen. Menschen verbringen ihre Zeit mit Arbeit
und Ausbildung, d.h zu wirtschaftlichen oder zukunfsorientierten Zwecken. Danach haben sie die
restliche Zeit, in der sie ihren Hobbys und anderen Frezeitaktivitäten zuwenden. In der restlichen
Zeit bzw Freizeit stehen dem deutschen Bürger verschiedene Tätigkeiten zur Verfügung, von denen
Vereinstätigkeit als ein Teil betrachtet werden kann. 27.4 Millionen Menschen sind in einem Verein
tätig und Vereinsanzahl liegt über 90.000 (DOSB, 2019). Sportvereine in Deutschland zielten Anfang
des 19. Jahrhunderts unter Friedrich Ludwig Jahn auf die vormilitärische Ausbildung ab. Nach der
Wiederbelebung des olympischen Spiele entwickelte sich Sport durch staatliche und
wissenschaftliche Förderung. Im Laufe der Zeit wurden viele Sportvereine wegen des zunehmenden
Interesses für verschiedene Sportarten gegründet, die sowohl Breitensport als auch Leistungssport
fördern. Daher kann zurzeit eine individuell passender Verein je nach Wunsch und Bedarf gesucht
werden, in der sich die geistige und körperliche Entwicklung durch die sozialle Interaktion im Verein
fördern lässt. Sportvereine leisten einen grundlegenden Beitrag zur Lebensqulität der Deutschen.
Fast alle sind als eingetragene Verein organisiert. Das heißt, dass sie auf gemeinnützigen Zweck
ausgerichtet und ihr Beschlussfassung demokratisch strukturiert sind. Wird eingetragene Verein und
im Weiteren werden eingetragene Vereine definiert, sowie einige Besonderheiten behandelt. Im
Letzten Teil wird konstitutive Merkmale dargestellt.

2. Definition des Vereins

Vereine lassen sich durch vielfätige Tätigkeiten gliedern wie Sportveren, Kulturverein und
Literaturverein usw. Aufgrund der vielfältigen Tätigkeiten der Vereine besteht es keine allgemein
anerkannte wesensmäßige Definition der Vereine (Benz , Lütz & Simonis, 2006, S.17; zitiert nach
Betzelt, 2001:295, Agricola 1997:23). Laut Gesetz zur Regelung des öffentlichen Vereinsrecht wird
der Verein als eine “Vereinigung, zu der sich eine Mehrheit natürlicher oder jurisitischer Personen
für längere Zeit zu einem freiwilligen Zweck freiwillig zusammengeschlossen und einer organisierten
Willensbildung unterworfen hat (§2 Abs. 1 VereinsG)” definiert.

3. Besonderheiten eingetragener Verein

3.1. Vereinszweck

Das bürgerliche Gesetzbuch unterscheidet nach dem Vereinszweck zwischen Vereine ohne
wirtschaftlichen Zweck (§21) und Vereinen mit wirtschaftlichen Zweck (§22). Zu beachten ist, dass
nicht wirtschaftliche Vereine nicht vom Markt ausgeschlossen sind. Nicht wirtschaftliche Vereine
unternehmen zwar wirtschaftliche Aktivitäten, aber sie dienen dazu, den ideellen Vereinszweck zu
unterstützen. Erzielte Gewinn muss in die Einrichtung wieder investiert oder anderen
gemeinnützigen Zweck zugeführt werden. Erzielte Überschüssen an ihre Mitglieder weiterzugeben

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ist verboten (Benz et al, 2006). Dagegen haben wirtschaftliche Vereine das Ziel am Markt, für den
Verein oder für seine Mitglieder vermögensrelevante Vorteile zu erwirtschaften. Diese Vereinsform
ist tatsächlich in der Praxis selten, da andere spezielle Vereinigungsformen für den wirtschaftlichen
Zweck wie z.B eine GmbH verfügbar sind.

3.2. Juristische Person

Nicht wirtschaftliche Vereine können durch Eintrag ins Vereinsregister Rechtsfähigkeit erwerben.
Diese Form wird als eingetragener Verein bezeichnet, um nicht rechtsfähige Vereine vom juristischer
Personen zu unterscheiden. Juristische Personen haben das Recht, mit dem Vereinsnamen einen
Vertrag abzuschlißen und eigene Konten zu eröffnen. Sie sind als Rechtssubjekt selbst Träger von
Rechten und Pflichten, deswegen können sie vor Gericht klagen und verklagt werden.

3.3. Vereinsgründung

Zur Grüdnung eines eingetragenes Vereins müssen einige Gesetz beachtet werden. Für die
Gründung eines Vereins werden mindestens 2 Mitglieder benötigt. Strebt dieser Rechtsfähigkeit an,
ist dies unentbehrlich. Außerdem sind 7 Mitglieder zu versammeln, da die Satzung von mindestens
7 Mitgliedern unterzeichnet sein soll (§59). Sinkt die Mitgliederanzahl unter drei, kann die
Rechtsfähigkeit entzogen werden (§73). Sinkt sie unter 2, dann wird der Verein aufgelöst. Um
Rechtsfähigkeit zu erlangen, muss der ideelle Verein allerdings zunächst gegründet und dann ins
Vereinsregister eingetragen werden. Der Verein muss einen Vorstand haben. Besteht der Vorstand
aus mehreren Personen, so wird der Verein durch die Mehrheit der Vorstandsmitglieder vertreten
(§26). Der Vorstand ist durch Beschlüsse der Mitgliderversammlung mit dem geltenden Vorschriften
zu wählen (§28). Des Weiteren ist notwendig, dass die Regeln des Vereins in seiner Satzung
festgehalten werden. Name, Sitz und Zweck sind Mindesterfordernisse an die Vereinssatzung (§57).
Was bei der Satzungsgebung zu beachten ist, dass der gewählte Vereinsname sich von den Namen
der am selben Ort bereits vorhandenen Vereine deutlich unterscheidet (Hartmut Gabler et.al, 1996,
S.351). Der Sitz einer Person bestimmt auch den Gerichtsstand, den Ort, an dem der Verein klagen
oder verklagt werden kann. Zusätzlich sollte die satzungfolgende Bestimmungen enthalten, Über
den Eintritt und Austritt der Mitglieder, darüber ob und welche Beiträge von den Mitgliedern zu leisten
sind, über die Bildung des Vorstands und über die Voraussetzungen, unter denen die
Mitgliederversammlung einzuberufen ist, über die Form der Berufung und über die Beurkundung der
Beschlüsse (§58).

3.4. Eintragung ins Vereinsregister

Der Vorstand hat den Verein zur Eintragung anzumelden (§59). Die Eintragung muss in das
Vereinsregister bei dem jeweiligen Amtsgericht erfolgen, in dessen Bezirk der Verein nach der
Satzung seinen Sitz hat (Harmut Gabler et.al 1996). Beim Eintragen ist das am häufigsten

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auftretende Problem, den Vereinszweck zu beschreiben. In den Satzungszwecken dürfen
wirtschaftliche Betätigungen nicht genannt werden. Das Registergericht wird dann die Eintragung
ablehnen. Nach dem Eintraung ins Vereinsregister muss der Vorstand dem Amtsgericht auf dessen
Verlangen jederzeit eine schriftliche Bescheinigung über die Zahl der Vereinsmitglieder einreichen
(§72).

3.5 Entscheidungsstruktur

Die Entscheidungsstruktur des eingetragenen Vereins basiert auf dem Prinzip der Demokratie. Bei
Satzungsänderungen wird Zustimmungen der Mehrheit von drei Vierteln der Mitglieder benötigt. Bei
der Zweckänderung eines Vereins ist die Zustimmung aller Mitglieder erforderlich (§ 33). Wird der
Entscheidungsvorgang bzw die Beschlussfassung nur über die Mehrheit der Mitglieder fortgesetzt,
kann die Meinung der Minderheit beschädigt oder ignoriert werden. Zum Schutz der Minderheit
besteht noch eine Satzung. 10% der Vereinsmitglieder sind berechtig, Eine Mitgliderversammlung
einzuberufen (§37). Daraus kann man erkennen, dass jede Stimme im Verein berechtig ist, seine
eigenen Meinung zu äußern.

3.6. Vereinshaftung

Der eingetragene Verein ist eine juristsiche Person. Das heißt, dass der Verein rechtlich
selbstständig und eigenverantwortlich ist. Zwei Mitglieder des Vereines hatten es übernommen, eine
Regenrinne am Vereinsheim zu installieren. Bei den Schweißarbeiten kam es zu einem Brand, der
das Vereinsheim beschädigte (der Fall des OLG Schleswig-holstein v. 24.9.2009 (Az.: 11 U 156/08).
Der Schaden wurde von der Versicherung des Vereines beglichen. Das Versicherungsunternehmen
wollte den Schadensbetrag bei den beiden Tätern zurückholen. Der Verein hat jedoch die
persönliche Haftung der beiden Mitglieder abgelehnt. Wie das oben genannt Beispiel erkennen lässt,
werden in vielen Fällen weder die Mitglider noch der Vorstand mit ihrem Privatvermögen bestraft.
Allerdings gibt es einen Sonderfall, Durchgriffshaftung. Z.b wenn schuldhaftes Handeln der
Mitglieder vorliegt, so dass einen dirtte Person verletzt wird, ist es eindeutig strafbar. Im Gegensatz
zum eingetragenen Verein können Mitglieder eines nicht rechtsfähigen Vereines für ihre persönliche
Schuld bzw unerlaubte Handlungen bestraft werden.

3.7. Mitgliedschaft

Mitgliedschaften in Vereinen sind grundsätzlich nicht übertragbar und nicht vererblich. Zudem sind
Mitgliedschaftrecht auch nicht überlassbar (§38). Die Mitgliedschaft besteht aus Vorstand und
Mitgliedversammlung. Die Bestellung des Vorstands erfolgt durch Beschluss der
Mitgliederversammlung. Da der Vorstand für die Geschäftsführung verantwortlich ist, sollte er
angemessene Eignung, Alter und Erfahrung besitzen. Sie bildet die innere Geschäftsführung sowie
die Vertretung des Vereins nach außen. Die Mitgliederversammlung wird als oberstes Organ eines

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Vereins bezeichnet. Sie ist in den durch die Satzung bestimmten Fällen zu berufen, wenn das
Interesse des Vereins es erfordert (§ 36). Zudem muss sie sich von der zufälligen Versammlung
deutlich unterschieden. Die Mitgliederversammlung beschäftigt sich mit der Bestellung des
Vorstandes, Satzungsänderungen, Zweckänderungen.

3.8. Vereinsführung

Abb.1 Resourcenbasis von Sportverein (Wadsack & Wach, 2010)

Bei der Vereinsführung sind dargestellte Resourcen sind benötigt. Die Mitglieder sind eindeutig die
Basis von der Vereinsführung. Im Mittelpunkt stehen Mitarbeiter, die Mitglieder mit anderen Fakotren
verknüpfen. Durch Beiträge der Mitglieder kann der Verein finanziell gefördert werden, damit kann
entweder Veranstaltung erneut stattfinden oder der erwirtschafte Überschuss in die eigene
Einrichtung wieder investiert oder anderen gemeinnützigen Zweck zugeführt werden. Dadurch
verfügt der Verein über mehr Möglichkeiten und kann diesen den jetztigen oder potentiellen
Mitgliedern anbieten.

4. Vor – und Nachteile des eingetragenen Vereins

Einen eintscheidenden Vorteil bietet der eingetragene Verein in Bezug auf die Haftung. Wie vielfach
erwähnt, haben Juristische Personen Klagerecht und Vereinsvermögen. Privatpersonen sind kaum
haftbar. Die Beschlussfassungen sind unter Berücksichtigung der sowohl Mehrheit als auch der
Minderheit durchzuführen. Erwirtschafte Gewinne den Mitgliedern nicht weiterzugeben ist ein
Nachteil. Des Weiteren sind bei Eintragung ins Vereinsregister 7 Mitligeder zu versammeln bzw in
das von 7 Mitgliedern unterzeichnete Protokoll einzutragen.

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5. Konstitutive Merkmale eingetragener Vereine

Eingetragener Verein abgekürzt e.V ist vor allem an der Interesse der Mitglieder und an der
Erreichung ideeller Ziele orientiert. Folgende weitere Merkmale sind genannt (Wadsack, 2008, S.396
zitiert nach Heinemann, 2004: 82ff.)

I. Freiwillige Mitgliedschaft

II. Unabhängigkeit von Dritten

III. Freiwilligenarbeit

IV. Demokratische Entscheidungsstruktur

6. Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass sich eingetragene Vereine mit der Rechtsfähigkeit an
ideellen- und gemeinnützigen Zwecken orientieren. Es ist erforderlich, mithilfe der Mitglider den
Zwecken zu erreichen.

Literaturverzeichnis

1. Hartmut Gabler et. al (1996) Handbuch der Vereinsführung, Schmidt & Dreisilker. (Kapitel :
Vereinsrecht)
2. Arthur Benz & Susanne Lütz & Georg Simonis (2006) Vereine - zivilgesellschaftkonkret (S. 17-40) (2.
Aufl.), Wiesbaden : Verlag für Sozialwissenschaften.
3. Wadsack, R. (2008). Sportverein. In T. Bezold, L. Thieme, G. Trosien & R, Wadsack (Hrsg.)
Handwörterbuch des Sportmanagements (S. 396- 400 (2. Aufl.). Frankfurt/Main et al.: Peter Lang.

Quelle

Deutsche Olympische Sportbund [DOSB] (2019). Zugriff am 11.06.2019. Verfügbar unter

https://cdn.dosb.de/user_upload/www.dosb.de/uber_uns/Bestandserhebung/BE-Heft_2018.pdf
Abbildung 1. Wadsack, R. (2008). Sportverein. In T. Bezold, L. Thieme, G. Trosien & R, Wadsack (Hrsg.),

Handwörterbuch des Sportmanagements (S. 397) (2. Aufl.). Frankfurt/Main et al.: Peter Lang.