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Schon des Öfteren hat sich Dogecoin-Miterfinder Jackson Palmer kritisch über den

von ihm geschaffenen Coin geäußert – und nun hat er in dieser Woche via Twitter zur
Generalabrechnung mit der aktuellen Kryptowelt ausgeholt. Nach Jahren der
Beobachtung komme er zum Schluss, dass Kryptogeld eine rechtsgerichtete,
hyperkapitalistische Technologie sei, die Steuervermeidung, geringe
Behördenaufsicht und künstliche Knappheit kombiniere, um ihre Vertreter zu
bereichern. Eine Rückkehr in die Branche komme für ihn nicht ihn Frage.

Trotz der Behauptung, man schaffe Dezentralität, habe die Kryptogeld-Industrie, die
von einem "mächtigen Kartell" reicher Personen kontrolliert werde, im Laufe der
Zeit nur die bereits bestehende Finanzwelt nachgebaut. Zugleich profitiere sie auch
von einem Netzwerk käuflicher Influencer und Medien, die sektenartig Möglichkeiten
schnellen Reichtums propagierten und so Verzweifelten und Naiven das Geld aus der
Tasche zögen, geißelte Palmer in seinen Tweets. Kryptogeld nehme die schlimmsten
Elemente des derzeit existierenden Kapitalismus wie Korruption, Betrug und
Ungleichheit und sorge gleichzeitig mit Software dafür, dass die staatlichen
Maßnahmen dagegen, die Normalbürger Schutz böten, erheblich eingeschränkt seien.

Schon moderate Kritik am Kryptogeld sorge heutzutage für Schmähungen seitens ihrer
Vertreter. Eine normale Debatte sei so nicht mehr möglich. An öffentlichen
Diskussionen über Kryptogeld nehme Palmer deshalb auch nicht mehr Teil. Allen, die
die Kryptowelt mit der Skepsis betrachteten, die man bei jeder Technologie walten
lassen sollte, applaudiere er aber. Sein Dogecoin-Kompagnon Billy Markus, der
anders als Palmer noch in der Kryptowelt aktiv ist, erklärte, dass Palmers Kritik
valide Punkte habe. Er denke nicht so, verstehe aber seine Perspektive.

Gegenrede kam unter anderem vom Coinbase-Chef Brian Armstrong. Er führte via
Twitter aus, dass es vor allem um eine Alternative für Menschen gehe, die nach mehr
Freiheit suchten und nicht im Staat die Lösung für alles sähen. Die Kombination aus
freiem Markt und persönlicher Verantwortung könne angesichts staatlicher
Ineffizienz bessere Ergebnisse für alle zeitigen. Kryptogeld werde nicht die
Reichtumsungleichheit lösen, aber es habe vielen Menschen die Möglichkeit gegeben
reich zu werden, die das in der normalen, regulierten Finanzwelt niemals hätten
erreichen können. Diese mache nur die reicher, die sowieso schon reich seien. Wer
mehr Kontrolle in seinem Finanzleben wünsche, werde in der Welt des "Fiat-Geldes"
bedient.
Vom Witz zum Hypecoin

Der Dogecoin war ursprünglich ein Scherz zwischen den beiden Programmierern Billy
Markus und Jackson Palmer und kam 2013 im Zuge eines früheren Kryptogeldbooms auf
den Markt. Technisch orientiert er sich am Litecoin. Seine Beliebtheit liegt wohl
vor allem in der Wahl eines niedlichen Hundememes als Logo, mit Bildern der
japanischen Hunderasse Shiba Inu. Sowohl Palmer als auch Markus sind schon seit
Jahren nicht mehr beim Dogecoin involviert.

Im Zuge des jüngsten, inzwischen abgeflachten Kryptobooms erklomm der Coin


teilweise Kurse von über 50 US-Cents. Insbesondere Tesla-Chef Elon Musk feuerte mit
Tweets den Hype an. Aktuell notiert der Dogecoin bei rund 18 US-Cents und liegt
nach Marktkapitalisierung auf Platz 8 der größten Kryptowährungen.