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Universal Mobile Telecommunications System

Das Universal Mobile Telecommunications System


(UMTS) ist ein Mobilfunkstandard der dritten
Generation (3G), mit dem deutlich höhere
Datenübertragungsraten (bis zu 42 Mbit/s mit HSPA+,
sonst max. 384 kbit/s) als mit dem Mobilfunkstandard der
zweiten Generation (2G), dem GSM-Standard (bis zu
220 kbit/s bei EDGE, sonst max. 55 kbit/s bei GPRS),
möglich sind.
Vergleich der maximal erreichbaren Bitraten bei
verschiedenen Mobilfunkstandards.
(logarithmische Darstellung)
Inhaltsverzeichnis
Standardisierung
Dienste
Verbreitung
Sicherheit
Geschichte
Deutschland
Schweiz
Andere Länder
Datenübertragungsverfahren
Protokollschichten (Strata)
Duplex-Verfahren
FDD-Modus
Nutzfrequenzen
Situation in Deutschland
Situation in Österreich
Situation in der Schweiz
TDD-Modus
Situation in Deutschland
Situation in Österreich
Situation in der Schweiz
Erweiterungen
Siehe auch
Literatur
Einzelnachweise
Weblinks
Standardisierung
Die ITU hatte UMTS für IMT-2000 ausgewählt; es ist somit einer der Standards der dritten Generation für
Mobilfunk. Ursprünglich hatte das ETSI (Europäisches Institut für Telekommunikationsnormen) UMTS
standardisiert; heute pflegt das 3rd Generation Partnership Project (3GPP) es weiter. Der Standard wird ständig
erweitert, beispielsweise erhöhte HSDPA die maximal mögliche Empfangs-Datenrate (Downlink). Für die
Sende-Datenrate ist mit HSUPA eine vergleichbare Technik verfügbar.

Dienste
UMTS umfasst erweiterte multimediale Dienste sowie satelliten- und
erdgestützte Sendeanlagen. Folgende Dienste können über UMTS angeboten
werden:

Zwischenmenschliche Kommunikation (Audio- und


Videotelefonie)
Nachrichtendienste (Unified Messaging, Video-Sprach-Mail,
Chat)
Informationsverteilung (Internetzugang → z. B. World-Wide-Web-
Browsen, Informationsdienste, öffentliche Dienste)
Standortbezogene Dienste (persönliche Navigation,
Fahrerunterstützung)
Geschäftsdienste (Prozessmanagement, Mobilität in
geschlossenen Räumen) UMTS-Mobiltelefon
Massendienste (Bankdienste, E-Commerce, Überwachung,
Beratungsdienste)
Rückkanal für mobiles interaktives Fernsehen, IP-Datacast, DVB-H

Verbreitung
Im Oktober 2008 gab es 230 3G-Netze in 100 Ländern mit über 400 Millionen Teilnehmern, 300 Millionen
nutzen UMTS, und von diesen verwenden 60 Millionen HSPA (High Speed Packet Access).[1]

Teilnehmerstärkstes Land in Europa ist Italien: Allein H3G, Vodafone Italia und Telecom Italia hatten
zusammen fast 20 Millionen 3G-Teilnehmer.[2] Für Deutschland meldete der Branchenverband BITKOM
Ende 2008 15,9 Millionen UMTS-Kunden[3] und Ende 2011 fast 29 Millionen (35 % mehr als im Vorjahr).[4]
Deutschlandweit waren Mitte 2010 netzbetreiberübergreifend gut 70 % der Standorte, an denen ein
Mobilfunknetz verfügbar ist, mit 3G (UMTS oder HSDPA) versorgt.[5] In Österreich gab es Ende 2008
3.344.000 genutzte 3G-SIM-Karten, davon 812.700 Verträge für breitbandiges mobiles Internet per UMTS.[6]

Sicherheit
Nach übereinstimmenden Medienberichten[7] hat der Hacker Tobias Engel im Dezember 2014 gezeigt, dass
die Kommunikation über den als sicher geltenden Mobilfunkstandard UMTS ohne großen technischen
Aufwand abgehört, mitgelesen und manipuliert werden kann. Die deutschen Mobilfunknetzbetreiber arbeiten
nach eigenen Angaben an Möglichkeiten, die genutzten Lücken zu schließen.

Geschichte
Deutschland

Durch die Versteigerung der UMTS-


Lizenzen im Juli/August 2000 nahm die
Bundesrepublik Deutschland 98,8
Milliarden DM (entspricht etwa 50
Milliarden Euro) ein. Das veranlasste
den damaligen Bundesfinanzminister
Hans Eichel zu dem Ausspruch, UMTS
stehe für „Unerwartete Mehreinnahmen
zur Tilgung von Staatsschulden“.[8][9]
Die Ausgaben der Unternehmen für die
ersteigerten Lizenzen waren in
Deutschland absolut betrachtet (nicht pro Einwohner) international am höchsten.

Es wurden sechs Lizenzen zu je etwa 16 Milliarden DM an die folgenden Mobilfunkanbieter vergeben: T-


Mobile Deutschland GmbH, Vodafone D2 GmbH, MobilCom Multimedia GmbH, Auditorium Investments
Germany S.à.r.l. (ursprünglich ein Konsortium aus E-Plus und Hutchison, später umfirmiert in E-plus 3G
Luxemburg S.à.r.l.), O2 und Group 3G (ein Konsortium aus der spanischen Telefónica und der finnischen
Sonera).

Die Lizenzen wurden am 6. Oktober 2000 erteilt. Zwei Lizenzen wurden später aufgegeben: Ende 2003 gab
die MobilCom Multimedia GmbH ihre Lizenz aus freien Stücken zurück an die RegTP und verzichtete damit
auf die Ausübung der Lizenz- und Frequenznutzungsrechte; im Oktober 2002 verlor Group 3G mit dem
Ausstieg aus dem deutschen Markt ihre Lizenz, da diese nicht an Dritte weiterverkauft werden durfte.

Die hohen Kosten und das geringe Angebot nutzbarer Datendienste waren einer der Hauptgründe für den
schleppenden Durchbruch von UMTS im Massenmarkt: Die Unternehmen begründeten ihre unattraktiv hohen
Gebühren mit den immensen Lizenzkosten, die Kunden nahmen die Angebote nur sehr zögerlich an und die
Aktionäre beklagten fallende Unternehmenswerte. Im Rückblick hat das hohe Versteigerungsergebnis dem
Mobilfunkmarkt geschadet. Ein an sich gewollter Wettbewerb kam durch die Auktion effektiv nicht zustande,
da kleinere Mobilfunkunternehmen durch die hohen Einstiegspreise am Markteintritt gehindert wurden; große
Unternehmen verloren durch die sofort fällige Lizenzgebühr die notwendige Liquidität für einen zügigen
Netzausbau und Firmenwerte gingen durch die Unveräußerbarkeit einer nicht mehr benötigten UMTS-Lizenz
verloren.[10][11] Zudem sprach sich schnell im Markt herum, dass ein guter UMTS-Empfang nur in wenigen
Ballungsräumen gesichert war, aber abseits davon in ländlichen Gegenden bedingt durch die geringen
Reichweiten der hochfrequenten Dienste die Datendienste nicht oder nur schleppend nutzbar waren. In
Deutschland gab es 2003 erste Probeläufe für einige wenige Firmenkunden, die zudem auch nur Datenkarten
nutzen konnten. Seit 2004 ist UMTS in Deutschland kommerziell verfügbar und im Laufe der Folgejahre gab
es auch entsprechende Mobiltelefone in ausreichender Stückzahl.

Anfang Februar 2007 kündigte die Bundesnetzagentur an, die zurückgegebenen sowie weitere UMTS-
Frequenzblöcke (erneut) zu versteigern; ursprünglich für 2008 geplant,[12] wurde die Auktion im Mai 2010
durchgeführt.[13]

Ende Mai 2010 wurden im Rahmen des 3rd Generation Partnership Project (3GPP) Lizenzen für den Betrieb
des UMTS-Nachfolgestandards Long Term Evolution (LTE) in Deutschland versteigert. Telekom
Deutschland, Vodafone und Telefónica Germany investierten zusammen rund 4,4 Milliarden Euro in den
UMTS-Nachfolger. Dieser soll langfristig auch die UMTS-Frequenzen nutzen und damit dieses komplett
ersetzen.[14]
Anfang Juli 2019 kündigten Telekom, Vodafone und O2 an,[15] dass UMTS abgeschaltet wird, damit
Frequenzen für LTE und 5G frei werden. Vodafone will 3G zwischen dem 1. und 7. Juli 2021
abschalten[16].Die Telekom reduziert seit 2020 die 3G-Kapazitäten[17] und will 3G am 1. Juli 2021
abschalten.[18] Auch O2 beginnt mit der Abschaltung ab dem 1. Juni 2021 und will dies bis Ende 2021
abschließen.[19]

Schweiz

Nach Durchführung eines Auktionsverfahrens Ende 2000 hat die Eidgenössische


Kommunikationskommission (ComCom) vier UMTS-Konzessionen vergeben. Konzession Nummer 1 ging
an Swisscom AG für die Summe von 50 Mio. Franken, Konzession Nummer 2 ging an Sunrise für die
Summe von 50 Mio. Franken, Konzession Nummer 3 ging an Orange Communications SA (heute Salt) für
die Summe von 55 Mio. Franken und die Konzession Nummer 4 hat die 3G Mobile AG für die Summe von
50 Mio. Franken ersteigert.

Jeder Betreiber erhielt im 2,1-GHz-Band (UMTS-Kernband) 2x15 MHz FDD-Frequenzen und 5 MHz TDD-
Frequenzen; insgesamt wurden also jedem Betreiber 35 MHz aus dem 2,1-GHz-Band zugeteilt. Die Betreiber
hatten in ihrer Konzessionsverfügung die Auflage, bis spätestens Ende 2004 50 % der Schweizer Bevölkerung
mit UMTS-Diensten zu versorgen. Betreiber von UMTS-Netzen, die bereits ein GSM-Netz besitzen, haben
im Weiteren die Verpflichtung, dem neuen UMTS-Betreiber ohne GSM-Netz Nationales Roaming anzubieten.
Somit hat ein neuer Betreiber die Möglichkeit mittels eines Roaming-Vertrages mit einem etablierten GSM-
Netzbetreiber von Anfang an eine gute Flächendeckung zu erreichen.

Die Konzessionen wurden für die Dauer von 15 Jahren erteilt. Von Seiten Orange, Sunrise und Swisscom
wurden die Versorgungsauflagen hinsichtlich einer Bevölkerungsabdeckung von 50 % zum 31. Dezember
2004 erfüllt. Lediglich 3GMobile als vierte UMTS Konzessionärin hatte bis zum Stichtag keine entsprechende
Infrastruktur aufgebaut. In der Folge entzog die ComCom mit ihrem Entscheid vom 12. April 2006 3G Mobile
die Konzession. Mit dem Entscheid des Bundesgerichts vom 26. Oktober 2006 wurde der Konzessionsentzug
bestätigt.

Die Eidgenössische Kommunikationskommission (Comcom) hat im Jahr 2007 entschieden, GSM-


Mobilfunkkonzessionen von Salt (Orange), Sunrise und Swisscom Mobile zu erneuern. Die alten
Konzessionen laufen Ende Mai 2008 ab und werden für fünf Jahre erneuert. Die Neuerung beinhaltete vor
allem, dass die GSM-Mobilfunkkonzessionen in eine technologieneutrale Mobilfunkkonzession umgewandelt
wurde. Somit wurden sämtliche Frequenzen im 900MHz Bereich auch für UMTS-Dienste freigegeben. Alle
späteren Frequenzvergaben wurden auch technologieneutral vergeben und somit haben die Mobilfunkanbieter
freie Wahl, welche Dienste sie über welche Frequenzen abwickeln. Diese Entscheidung der Eidgenössischen
Kommunikationskommission (Comcom) führte mit der Zeit zu einem regelrechten Sprung in der Netzqualität.

Die Netzbetreiber Swisscom, Salt und Sunrise fingen an, konsequent ihre UMTS Netze auf dem 900MHz
Band auszubauen. Mittlerweile sind bei Salt alle GSM900 Sendeanlagen auf UMTS900 Sendeanlagen
umgerüstet worden. Swisscom und Sunrise senden bei einigen Sendestationen noch GSM900 Signale aus (Bei
Swisscom bis Ende 2020 und Sunrise bis Ende 2022).

Seit dieser Zeit wird empfohlen, für die Nutzung eines Mobiltelefons in der Schweiz ein UMTS fähiges
Endgerät zu nutzen um die Erreichbarkeit zu gewährleisten.

Andere Länder

Das weltweit erste UMTS-Netz wurde 2001 durch die Manx Telecom auf der Isle of Man in Betrieb
genommen.
Die österreichische Mobilkom Austria startete am 25. September 2002 das erste nationale UMTS-Netz
Europas, jedoch noch ohne entsprechende UMTS-Mobiltelefone in größerer Stückzahl für Endkunden
anbieten zu können. Der erste Anbieter mobiler Videotelefonie über ein UMTS-Netz im deutschsprachigen
Raum, der auch über entsprechende Stückzahlen von geeigneten Mobiltelefonen verfügte, war der
österreichische Anbieter Hutchison Drei Austria im Mai 2003.

Die meisten Versteigerungen der UMTS-Lizenzen in Europa wurden im Jahr 2000 durchgeführt, angeführt
von Großbritannien im Frühjahr 2000. Dabei wurde ein Erlös von 22,477 Milliarden Pfund, etwa 38
Milliarden Euro, erzielt. Relativ pro erreichbarem Einwohner gesehen, liegt dieser Betrag über dem Ergebnis
der deutschen Versteigerung. In Frankreich wurden die Lizenzen Ende 2000 unter Berücksichtigung der von
den Anbietern zugesagten Qualitätsmerkmale (Netzabdeckung, Geschwindigkeit des Ausbaus) vergeben.
Deutlich niedriger als in anderen Ländern wurden die Lizenzen an die Unternehmen in Spanien mit 13 Euro
pro Einwohner und in der Schweiz mit rund 7 Franken (knapp 5 Euro) pro Einwohner verkauft.[20]

Datenübertragungsverfahren
Es gibt mehrere Phasen von UMTS. Die erste Phase (Release 1999, kurz R99) unterscheidet sich vom
Vorgängersystem GSM vor allem durch eine neue Funkzugriffstechnik Wideband CDMA, die auf CDMA
basiert. Durch diese werden höhere Übertragungsraten möglich. Außerdem kann eine Mobilstation, also das
UMTS-fähige Endgerät, mehrere Datenströme gleichzeitig senden, beziehungsweise empfangen. Damit
können Benutzer beispielsweise gleichzeitig telefonieren und E-Mails empfangen.

Protokollschichten (Strata)
Man unterscheidet Access-Stratum und non-Access-Stratum, also eine Zusammenfassung der
Protokollschichten, die den Funkzugang betreffen, beziehungsweise derjenigen, die nicht den Funkzugang
(sondern die Dienste und die Teilnehmerverwaltung im Kernnetz) betreffen.

Duplex-Verfahren

FDD-Modus

Im FDD-Modus (Frequency Division Duplex) senden Mobil- und Basisstation in zwei verschiedenen
Frequenzbereichen: Im Uplink-Kanal sendet das Mobilgerät, im Downlink-Kanal die Basisstation. Die beiden
Frequenzbereiche haben je eine Breite von 5 MHz. Die einzelnen Übertragungskanäle sind durch reines
CDMA realisiert. Derzeit bauen die deutschen UMTS-Netzbetreiber ihre Netze im FDD-Modus auf, die damit
erzielbare Datentransferrate liegt bei 384 kbit/s für den Downlink in R99. Das Verfahren ist für die
großflächige Funknetzabdeckung gedacht.

Grundlegende Funktechnik: Wideband CDMA (WCDMA)


Nutzertrennung: Code (CDMA)
Duplex: FDD
Anbietertrennung: Frequenz (FDMA)
Kanalabstand: 5 MHz
Chip-Rate bei FDD: 3,84 Mcps
Maximale Sendeleistung der Mobilstation: 0,125–0,25 Watt (GSM zum Vergleich: 1–2 Watt)

Nutzfrequenzen
Die folgenden Frequenzbänder können vom Mobilfunkanbieter im FDD-Modus verwendet werden:[21]

Kommerzielle Nutzung in
Bandbezeichnung Frequenzband Uplink Downlink Duplexabstand
Region
Afrika, Amerika, Asien,
1920 – 2110 –
I 2100 190 MHz Japan, Australien,
1980 MHz 2170 MHz
Ozeanien, Europa
1850 – 1930 –
II 1900 80 MHz Amerika
1910 MHz 1990 MHz
1710 – 1805 –
III 1800 95 MHz
1785 MHz 1880 MHz
1710 – 2110 –
IV 1700 400 MHz Amerika
1755 MHz 2155 MHz
824 – 869 – Amerika, Asien, Australien,
V 850 45 MHz
849 MHz 894 MHz Ozeanien
830 – 875 –
VI 800 45 MHz
840 MHz 885 MHz
2500 – 2620 –
VII 2600 120 MHz
2570 MHz 2690 MHz
Afrika, Amerika, Asien,
880 – 925 –
VIII 900 45 MHz Japan, Australien,
915 MHz 960 MHz
Ozeanien, Europa
1749,9 – 1844,9 –
IX 1700 95 MHz Japan
1784,9 MHz 1879,9 MHz
1710 – 2110 –
X 1700 400 MHz
1770 MHz 2170 MHz
1427,9 – 1475,9 –
XI 1500 48 MHz Japan
1452,9 MHz 1500,9 MHz
698 – 728 –
XII 700 30 MHz
716 MHz 746 MHz
777 – 746 –
XIII 700 31 MHz
787 MHz 756 MHz
788 – 758 –
XIV 700 30 MHz
798 MHz 768 MHz
XV reserviert reserviert
XVI reserviert reserviert
XVII reserviert reserviert
XVIII reserviert reserviert
830 – 875 –
XIX 45 MHz Japan
845 MHz 890 MHz

Mit den 4 Hauptfrequenzbändern (gelber Hintergrund) ist weltweites Roaming möglich.


Aus Kostengründen erfolgte der Bau von neuen Mobilfunknetzen in ländlichen Regionen ohne
bestehende GSM-Mobilfunkversorgung (z. B. Australien/Telstra) mit der Mobilfunktechnologie
UMTS im Frequenzband 5 (850 MHz).
In Gebieten mit bestehender GSM-Mobilfunkversorgung auf dem Frequenzband 5 (850 MHz)
oder 8 (900 MHz) wird UMTS oft neben GSM im gleichen Frequenzband betrieben.
Situation in Deutschland

Das in Deutschland verwendete 2100 MHz Frequenzband (E-UTRA Band 1) mit 60 MHz wurde in sechs
Bänder à 10 MHz aufgeteilt und wie folgt vergeben:[22]

Preis
Betreiber Uplink Downlink Preis 2000
2010[23]
1920,3 – 2110,3 –
Vodafone 16,47 Mrd. DM (8,42 Mrd. €) –
1930,2 MHz 2120,2 MHz
1930,2 – 2120,2 – 93,757
Vodafone 16,45 Mrd. DM (8,41 Mrd. €), an Group 3G/Quam; später
1935,15 MHz 2125,15 MHz Mio. €
zurückgegeben, wurde 2010 in zwei Blöcke aufgeteilt und
1935,15 – 2125,15 – neu versteigert. 103,323
E-Plus
1940,1 MHz 2130,1 MHz Mio. €
1940,1 – 2130,1 –
E-Plus 16,42 Mrd. DM (8,39 Mrd. €) –
1950,0 MHz 2140,0 MHz
1950,0 – 2140,0 – 84,064
E-Plus 16,37 Mrd. DM (8,37 Mrd. €), an Mobilcom; später
1954,95 MHz 2144,95 MHz Mio. €
zurückgegeben, wurde 2010 in zwei Blöcke aufgeteilt und
O2 1954,95 – 2144,95 – neu versteigert. 66,931
1959,9 MHz 2149,9 MHz Mio. €

O2 1959,9 – 2149,9 –
16,52 Mrd. DM (8,45 Mrd. €) –
1969,8 MHz 2159,8 MHz
Telekom
1969,8 – 2159,8 –
Deutschland 16,58 Mrd. DM (8,48 Mrd. €) –
1979,7 MHz 2169,7 MHz
GmbH

In jedem Band lassen sich bis zu zwei Kanäle unterbringen. Die genaue Mittenfrequenz ist vom
Mobilfunkbetreiber frei wählbar, sollte jedoch ein Vielfaches von 200 kHz (in Ausnahmefällen auch 100 kHz)
betragen. Außerdem dürfen benachbarte Kanäle nicht gestört werden.

Situation in Österreich

In Österreich sind die FDD-Bänder (E-UTRA Band 1) an fünf Betreiber vergeben worden:[24]

Betreiber Uplink Downlink Preis


1920,3 – 2110,3 –
Mobilkom Austria (A1) 2,36 Mrd. ATS (171 Mio. €)
1930,1 MHz 2120,1 MHz
1930,1 – 2120,1 –
Hutchison Drei Austria („3“) 1,91 Mrd. ATS (139 Mio. €)
1944,9 MHz 2134,9 MHz
1944,9 – 2134,9 –
Orange Austria (ehemals ONE) 1,65 Mrd. ATS (120 Mio. €)
1959,7 MHz 2149,7 MHz
3G Mobile (100-%-Tochter der 1959,7 – 2149,7 –
2,36 Mrd. ATS (171 Mio. €)
Mobilkom Austria) 1964,7 MHz 2154,7 MHz
1964,7 – 2154,7 – 2,35 Mrd. + 1,56 Mrd. ATS (171 Mio. +
Magenta Telekom
1979,7 MHz 2169,7 MHz 113 Mio.€)
Ursprünglich wurden sechs und nicht nur fünf Frequenzbänder vergeben. Tele.ring bekam den Zuschlag für
das Frequenzband von 1939,9 bis 1949,7 MHz im Uplink und 2129,9 – 2139,7 MHz im Downlink für 1,56
Mrd. ATS (113 Mio. €), welches bis zur Abschaltung des Tele.ring-UMTS-Netzes auch in Verwendung war.
Eine Auflage für den Kauf von Tele.ring durch T-Mobile Austria war der Verkauf dieser Frequenzen an die
Konkurrenten one und Hutchison Drei Austria.

Situation in der Schweiz

Anfang Oktober 2019 refarmte Swisscom seinen UMTS-Betrieb von der Frequenz 2100 MHz auf das 900
MHz Frequenzband. (ältere Geräte in der Regel vor dem Jahr 2009 erschienen nutzen ausschließlich diesen
Frequenzbereich und können mit Swisscom somit nur noch im GSM/GPRS/EDGE-Modus genutzt werden;
Sunrise und Salt nutzen diesen Frequenzbereich noch vereinzelt für UMTS). Auch Sunrise und Salt haben
zum grossen Teil UMTS auf dem 2100MHz Band eingestellt und senden zu Gunsten der besseren Verbreitung
von niedrigeren Frequenzen weitgehend im 900MHz Band. Weiteres siehe Mobilfunkfrequenzen in der
Schweiz.

TDD-Modus

Im TDD-Modus (Time Division Duplex) senden Mobil- und Basisstation im selben Frequenzband, jedoch zu
unterschiedlichen Zeiten. Ein Frequenzträger wird dazu in 15 Timeslots unterteilt, deren
Gesamtübertragungsdauer 10 ms beträgt. Jeder Timeslot ist mittels CDMA wiederum in mehrere Funkkanäle
unterteilt. Das Verfahren ist technisch aufwendiger, da Timing-Probleme auftreten können, wenn sich der
Sender bewegt oder weit von der Basisstation entfernt ist. Mit W-CDMA im TDD-Modus soll eine
Datentransferrate von bis zu 2 Mbit/s (genauer 1920 kbit/s) für den Downlink erreicht werden können. Diese
Technik ist in Deutschland bisher kommerziell nicht verfügbar. In Tschechien hat T-Mobile CZ seit 2005 ein
Netz mit UMTS-TDD-Technik in Betrieb, welches sich derzeit nur auf Prag beschränkt und später auch in
anderen größeren Städten angeboten werden soll.

Nutzfrequenzen:

1. 2010 MHz – 2025 MHz (E-UTRA Band 34)


2. 1900 MHz – 1920 MHz (E-UTRA Band 33)

Da diese Frequenzbereiche in den meisten EU-Mitgliedstaaten ungenutzt geblieben sind, wurde das Band 34
stattdessen an Video-PMSE, und Teile des Bands 33 an den Zugfunk abgetreten.[25][26]

Situation in Deutschland

Obwohl in Deutschland kein TDD-Netz in Betrieb ist, sind die Frequenzen wie folgt vergeben worden:[22]
Die von O2 belegten Blöcke wurden bei der Frequenzauktion 2010 durch die Bundesnetzagentur für jeweils
5,7 Mio. € versteigert.[23]

Situation in Österreich

Die TDD-Frequenzen sind in Österreich wie folgt vergeben:[22]

Situation in der Schweiz

Die TDD-Mobilfunkfrequenzen werden in der Schweiz nicht genutzt. Einzig Swisscom hat eine Konzession
für die Nutzung eines 45 MHz breiten Frequenzbandes für den TDD-Mobilfunk. Swisscom nutzt dieses
Frequenzband nicht.

Erweiterungen
Die Weiterentwicklung High Speed Downlink Packet Access (HSDPA) ermöglicht deutlich höhere
Empfangs-Datenraten (sog. „Downlink“). Es wurden verschiedene Geräte-Kategorien definiert, die sich in
den unterstützten Modulationsarten (QPSK oder 16QAM), der Anzahl der gleichzeitig empfangbaren Kanäle
und dem zeitlichen Mindestabstand von HSDPA-Blöcken unterscheiden. Die praktisch erreichbare und
nutzbare Empfangs-Datenrate ist jedoch auf Grund von Interferenz in der Regel niedriger. Zudem hängt die
erzielbare Datenrate auch noch von der Fähigkeit des Endgerätes ab. Gängige Geräte unterstützen die
HSDPA-Kategorie 8, mit welcher bis zu 7,2 Mbit/s im Download erreicht werden, während Neuere hingegen
bereits HSDPA-Kategorien 14 und 24 (bis zu 21,1 Mbit/s bzw. 42,2 Mbit/s) unterstützen.

Diese Geschwindigkeiten sind bislang in Deutschland in den UMTS-Netzen von T-Mobile, Vodafone und O2
verfügbar. In Deutschland führten Mitte 2007 die ersten Provider die HSDPA-Kategorie 8 mit maximal 7,2
Mbit/s ein. Mittlerweile bieten T-Mobile sowie Vodafone HSDPA-Geschwindigkeiten von 42,2 Mbit/s an. O2
hingegen stellt maximal Geschwindigkeiten von 21,1 Mbit/s bereit.

Im Zuge des Ausbaus von HSDPA kann mittels High Speed Uplink Packet Access (HSUPA) auch die
maximal mögliche Sende-Datenrate (sog. „Uplink“) auf 5,8 Mbit/s gesteigert werden. Um diese deutlich
höhere Geschwindigkeit zu nutzen, benötigt man ein Endgerät, welches HSUPA unterstützt. Alle deutschen
Netzbetreiber bieten HSUPA in ihren UMTS-Netzen an.

Siehe auch
Mobilfunk
Mobiles Internet
UTRA Absolute Radio Frequency Channel Number (UARFCN)
Dienstgüteklassen von UMTS
Femtozelle
UMTS-Datenkarte
Long Term Evolution (LTE)

Literatur
Thorsten Benkner, Christoph Stepping: UMTS. J. Schlembach Fachverlag, Weil der Stadt
2002, ISBN 3-935340-07-9.
Thorsten Benkner: Grundlagen des Mobilfunks, J. Schlembach Fachverlag, Wilburgstetten
2007, ISBN 978-3-935340-44-1.
Martin Sauter: Grundkurs Mobile Kommunikationssysteme. Vieweg, 2011, ISBN 978-3-8348-
1407-4.
Robert Brunner (Hrsg.): Mehr Spaß und Infos mit UMTS. Industrial-Media-Verlag, Augsburg
2006. ISBN 3-00-017877-5.
Bernhard Walke: Mobilfunknetze und ihre Protokolle. Bd. 1. Stuttgart 2001. ISBN 3-519-26430-
7.
Bernhard Walke, Marc P. Althoff, Peter Seidenberg: UMTS – ein Kurs. Schlembach-
Fachverlag, Weil der Stadt 2002. ISBN 3-935340-22-2.
Christian Lüders: Mobilfunksysteme. Grundlagen, Funktionsweise, Planungsaspekte. Vogel,
Würzburg 2001. ISBN 3-8023-1847-1.
Martin Wuschke: UMTS: Paketvermittlung im Transportnetz, Protokollaspekte,
Systemüberblick. Teubner-Verlag, Wiesbaden 2003. ISBN 3-519-00465-8.

Einzelnachweise
1. 300 million UMTS subscribers: mobile broadband goes global. (http://www.umts-forum.org/cont
ent/view/2522/183/) 6. Oktober 2008, abgerufen am 19. Februar 2015 (englisch).
2. UMTS-Forum: Top Ten Operators Ranked by WCDMA Connections (http://www.umts-forum.or
g/content/view/2001/98/)
3. 16 Millionen UMTS-Anschlüsse in Deutschland (https://web.archive.org/web/2009021917015
8/http://www.bitkom.org/de/presse/8477_57785.aspx) (Memento des Originals (https://giftbot.to
olforge.org/deref.fcgi?url=http%3A%2F%2Fwww.bitkom.org%2Fde%2Fpresse%2F8477_5778
5.aspx) vom 19. Februar 2009 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt
und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.,
Bitkom, 15. Februar 2009
4. UMTS-Boom setzt sich fort (https://web.archive.org/web/20121104073726/http://www.bitkom.or
g/de/presse/30739_73079.aspx) (Memento des Originals (https://giftbot.toolforge.org/deref.fcgi?
url=http%3A%2F%2Fwww.bitkom.org%2Fde%2Fpresse%2F30739_73079.aspx) vom 4.
November 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht
geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Bitkom, 7.
August 2012
5. UMTS-Verfügbarkeit: 70 % Netzabdeckung erreicht (http://www.hsdpa-umts-verfuegbarkeit.de/
blog/2010/07/07/halbjahresbericht-2010-zur-umts-verfuegbarkeit-70-netzabdeckung-erreicht/),
7. Juli 2010
6. RTR Telekom Monitor, RTR, 15. Mai 2009
7. Ultimativer Abhöralbtraum (http://www.sueddeutsche.de/digital/mobilfunkstandard-umts-ultimati
ver-abhoeralbtraum-1.2281898), Sueddeutsche.de, 26. Dezember 2014
8. Streit über UMTS-Vergabepraxis (http://www.teltarif.de/arch/2000/kw18/s2059.html), teltarif.de
9. UMTS-Auktion beendet (http://www.teltarif.de/arch/2000/kw33/s2829.html), teltarif.de
10. ARD-Börse: 10 Jahre UMTS – kein Grund zum Feiern?
11. „Drei, zwei, eins – Mainz“ (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-69744026.html), Der Spiegel
(Heft 13/2010)
12. Meldung auf tagesschau.de vom 6. Februar 2007 (https://web.archive.org/web/2009030119134
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13. Bundesnetzagentur: Pressemitteilung (http://www.bundesnetzagentur.de/cln_1912/SharedDoc
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14. Markus Weidner: Telekom plant 4G auf UMTS-Frequenz: "GSM wird UMTS überleben". (http
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15. Dominik Hayon: Abschaltung betrifft Millionen Kunden: Telekom, Vodafone & O2 bereiten
Ende von UMTS vor. (https://www.chip.de/news/Telekom-Vodafone-O2-bereiten-Ende-von-UM
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16. Markus Weidner: Vodafone: UMTS-Abschaltung in mehreren Wellen. (https://www.teltarif.de/vo
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17. 4G/5G: Telekom schaltet die Hälfte der 3G-Kapazität ab - Golem.de. (https://www.golem.de/ne
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18. Henning Gajek: Telekom: UMTS verschwindet auf einen Schlag. (https://www.teltarif.de/teleko
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19. https://www.teltarif.de/telefonica-o2-umts-abschaltung/news/84716.html
20. Bundesamt für Kommunikation: Medieninformation (https://www.admin.ch/gov/de/start/dokume
ntation/medienmitteilungen.msg-id-2245.html) vom 6. Dezember 2000. Lizenzpreise: ab 50
Mio. CHF, Bevölkerungsstand Ende 2000: 7,2 Mio.
21. 3GPP TS 25.104: Base Station (BS) radio transmission and reception (FDD); Kap. 5:
Frequency bands and channel arrangement (http://www.3gpp.org/ftp/Specs/archive/25_series/
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22. Eco information document on the use of mobile bands in CEPT (https://web.archive.org/web/20
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23. Letztes Rundenergebnis der Frequenzauktion (https://web.archive.org/web/20150209134805/h
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2Fwww.bundesnetzagentur.de%2Fcln_1911%2FDE%2FSachgebiete%2FTelekommunikatio
n%2FUnternehmen_Institutionen%2FFrequenzen%2FOeffentlicheNetze%2FMobilfunknetze%
2FZ_VergabeverfDrahtloserNetzzugang2010.html) vom 9. Februar 2015 im Internet Archive)
Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink
gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
24. Frequenzbelegung in Österreich (https://web.archive.org/web/20120201052021/http://www.umt
slink.at/index.php?pageid=f-bandbelegung) (Memento des Originals (https://giftbot.toolforge.or
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ng) vom 1. Februar 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und
noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
25. Durchführungsbeschluss (EU) 2016/339 der Kommission vom 8. März 2016 zur
Harmonisierung des Frequenzbands 2010-2025 MHz
26. ECC Decision (20)02 - ECC Decision (20)02.pdf (https://docdb.cept.org/download/74859191-c
c44/ECC%20Decision%20(20)02.pdf)

Weblinks
Commons: Universal Mobile Telecommunications System (https://commons.wikimedia.org/wiki/Cat
egory:Universal_Mobile_Telecommunications_System?uselang=de) – Sammlung von Bildern, Videos und
Audiodateien
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?
title=Universal_Mobile_Telecommunications_System&oldid=213473205“

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