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08 Emp Wiss Arb

- Donders Subtraktionsmethode:
- man möchte etwas über den Zeitbedarf eines psychischen Prozessen heraus nden: z.B. wie
lange dauert der Prozess „7+1“ zu rechnen?

- Prozess kann man nicht direkt beobachten, aber zumindest Zeitbedarf erschließen

- Idee: 2 verschiedene Aufgaben, die sich in dem psychischen Prozess unterscheiden, für den
man sich interessiert

- Zeitdi erenz zwischen den Aufgaben schätzt den Zeitbedarf des psychischen Prozesses

- z.B. Triathlon: wir kennen nur die Zeit vom Start bis Zeit bis zum endgültigen Ziel

Quatrolon: auch hier kennen wir nur die Zeit vom Start bis zum endgültigen Ziel

Zeitdi erenz Quatrolon - Triathlon = Zeitbedarf für die vierte Disziplin

- Bsp.: Einfach-Reaktion (simple reaction): helles oder dunkles Licht -> sobald ein Reiz erscheint,
soll man möglichst schnell auf die Taste drücken -> wir messen die Reaktionszeit

- Wahl-Reaktion (choice reaction): bei hellem Licht Taste A drücken, bei dunklem Licht Taste B
drücken

- Psychische Prozesse bei simple reaction: Reizenkodierung, Antwortabgabe

- Psychische Prozesse bei choice reaction: Reizenkodierung, Reiz-Unterscheidung,


Antwortauswahl, Antwortabgabe

- Annahmen/Voraussetzungen: 

1. serielle Organisation (einzelne Verarbeitungsstufen werden sequentiell, also nacheinander
verarbeitet, nicht parallel/gleichzeitig) 

2. reine Einfügung (die Phasen lassen sich klar abgrenzen, überlappen sich nicht teilweise im
Übergang)

- Problem: diese beiden Annahmen lassen sich in der Psychologie nicht überprüfen, man kann
sie nur mutmaßen

- das mit Psychopy erstellen:

- Simple reaction: 

csv-Datei mit Excel erstellen, Reizbedingungen einfügen (Helligkeit: DarkGrey und White)

Tastenreaktion einfügen

- Choice reaction: das gleiche wie bei simple reaction, aber Unterschied in der Exceltabelle und
in Tastenreaktion

Excel Tabelle: Helligkeit (DarkGrey und White) und in der Spalte daneben SollTaste (left und
right) jeweils neben die entsprechende Reizbedingung schreiben

Tastenreaktion -> Data -> Häkchen bei Store correct -> correct answer -> $SollTaste -> alle
Häkchen darunter auch setzen

- Daten in R anschauen:

- Befehle stehen in den Foliensätzen drin

- Interessant: Spalte „trials.thisN“

- Zeichenkettenvariable erstellen: es gibt eine bestimmte Anzahl von Faktorstufen


(nominalskaliert White und DarkGrey), es gibt den Namen (oder die Nummer) der Person als
abhängige Variable, das muss unter Umständen zusamengeführt werden

- Manchmal müssen die Daten von verschiedenen Personen zusammengeführt werden

- Neuen Data-Frame erstellen: simple reaction trimmed means data fram (siehe VL) -> dieser
Data frame ist erst mal leer, wird im Anschluss dann gefüllt

- Spalte Taste.corr zeigt an, ob Reaktion richtig (1) oder falsch (0) war

- Daten reduzieren auf nur richtige Antworten (Daten choice Subset Taste.corr ==1, siehe VL)

- Befehl bind = klebt Werte zusammen 



rbind meint: row-bind -> Zeilen werden untereinander geklebt (bei cbind werden collumns, also
Spalten zusammengeklebt)

- Es zeigt sich: simple reaction dauert mit Schnitt kürzer als choice reaction

- Additive Faktoren-Logik (Sternberg)


- Wir haben wieder mehrere psychische (Teil-)Prozesse wie bei Donders

- Wir haben aber verschiedene Ein ussgrößen auf diese unterschiedlichen Prozesse: wir wollen
wissen, welche Ein ussgröße auf welchen Prozess wirkt

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- z.B. Kopfrechnen: man erhält die Aufgabe „3+4“ und man soll eine Antwort geben -> Zeit
zwischen Präsentation der Aufgabe und Beginn der Antwort wird gemessen

dann bekommt man eine andere Aufgabe z.B. „3x4“ -> hat eine andere Zeit als „3+4“

- Verschiedene Prozesse: Enkodieren -> Faktenabruf -> Antwortabgabe

- Faktenabruf meint: dass man nicht wie ein Kleinkind mit den Fingern oder im Kopf „rechnet“,
sondern dass wir die Antwort aus unserem Langzeitgedächtnis suchen und abrufen

- Annahme: die unterschiedliche Operation (Addition oder Multiplikation) wirkt sich nur auf den
Prozess des Faktenabrufs aus, nicht jedoch auf das Enkodieren oder die Antwortabgabe

- Weiteres Beispiel: Art der Zahldarstellung ändert sich: nicht 3+4, sondern drei + vier

- Annahme 2: die Art der Darstellung wirkt sich nur auf das Enkodieren, nicht aber auf die
anderen Prozesse aus

- Jetzt haben wir 2 Ein ussfaktoren: 



1. Operation (Addition, Multiplikation) 

2. Darstellungsart (Zi ern, Wörter)

- Hypothese: diese beiden Ein ussfaktoren wirken auf unterschiedliche Prozesse

- Das bedeutet, die Wirkung der Ein ussfaktoren dürfen sich nicht gegenseitig beein ussen,
müssen also additiv sein

- Anderes Bsp.: Triathlon: Wassertemperatur wirkt sich nur auf Teilprozess Schwimmen aus,
Reifendruck wirkt sich nur auf Radfahren aus

- T = E + F + A -> Gesamtzeit soll sich zusammensetzen aus Zeit für Zeit für Enkodieren + Zeit
für Faktenabruf + Zeit für Antwort

- T(l,r,z,o) meint: Zeit ist abhängig von der linken Zahl l, von der rechten Zahl r, von der
Darstellung z und von der Operation o

- T(l,r,z,o) = E(l,r,z) + F(l,r,o) + A(o(l,r))

- Das gleiche gilt im Kern für die jeweiligen Erwartungswerte

- Formalisierung des Modells siehe VL

- Lässt sich übersichtlich graphisch darstellen: RT in y-Achse, Addition vs. Multiplikation in x-


Achse, Zi ern vs. Zahlwörter bekommen je eine Linie

- Nach dem Modell müssten die Linien parallel zueinander verlaufen

- In der Empirie zeigt sich jedoch, dass die Linien nicht parallel zueinander verlaufen
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