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Die Wiener Moderne

1890 - 1910

1) Wien – die Bühne des Geschehens

Alte Ansichten von Wien


http://home.tele2.at/altwien/altwien.htm

Mode und Moral in Wien um 1900


http://www.museumonline.at/1996/schulen/bregenz/modmoral.htm

Residenzstadt Wien – kleinstädtische Metropole

Wien um die Jahrhundertwende


In der österreichisch-ungarischen Monarchie lebten viele verschiedene Völker zusammen. Es
bildeten sich dadurch sehr viele nationale, wirtschaftliche, und auch gesellschaftliche
Spannungen (auch durch die industrielle Revolution), die im Laufe der Zeit zu Krisen führten.
Dadurch wurde auch der Zusammenhalt der Monarchie erheblich geschwächt. Nur noch die
Symbolfigur Kaiser Franz Josef I. und der traditionelle Verwaltungsapparat konnte das Reich
zusammenhalten. Am Ende des 19. Jahrhunderts vollzog sich ein entscheidender Wandel in der
Gesellschaft. Die Frauen begannen ihre Rechte einzumahnen, Industrie und Verkehr entwickelten
sich stürmisch, es wurden Parteien und Interessenvereinigungen (Gewerkschaft) gegründet
Wien war um 1900 das kulturelle Zentrum der österreichisch-ungarischen Monarchie. Hier
herrschte ein reiches geistiges und literarisches Leben. In Architektur, Malerei, Musik und
Literatur um die Jahrhundertwende fand ein Generationswechsel statt; das neue stilistische
Spektrum reichte von - teilweise nostalgischer - Auflösung ins Ornament bis zur klaren
Umsetzung von Funktion in Form. Für die gehobene Gesellschaft in Wien war der extravagante
Lebensstil ein absolutes „Muss“.
Gerade diese gehobene Schicht wurde in der Kunst der Wiener Moderne dargestellt. Träger der
Kultur waren das Großbürgertum und die Intellektuellen.
Die Endphase der Monarchie, in der Erneuerungen unmöglich schienen, beeinflusste die Künstler
sehr. Grundlegende Motive der Dichtung damals waren das komplizierte Innenleben, der Zerfall
und das Sterben. Viele Dichter sowie Intellektuelle sind durch die Umstände der Zeit sehr von
den Lehren der Philosophen Sören Kierkegaard und Friedrich Nietzsche beeinflusst worden, da
diese die Gefährdung der Zeit erkannten und mit ihren Werken einen Ausweg finden wollten.
Auch Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse, hatte großen Einfluss auf die Künstler.
Er behandelte viele seiner Patienten und Patientinnen, die oft aus der gehobenen Schicht kamen,
mit Hilfe der Erforschung des Unterbewusstseins. Durch diese Erforschung glaubten viele, die
Probleme der damaligen Zeit erklären zu können und sie lösen zu können.
Sigmund Freud verkehrte wie fast alle Künstler und Wissenschaftler in den Wiener Kaffees. Dort
schloss man sich nicht, wie es in Deutschland üblich war, zu Zirkeln oder Vereinen zusammen,
sondern man diskutierte wissenschaftliche, philosophische, literarische und historische Fragen.
Die kulturwissenschaftlichen Bezeichnungen für diese Epoche pendeln prompt zwischen
innovatorisch getönten Kennzeichnungen und Endzeitetiketten: also Moderne, Jung-Wien oder
Jugendstil versus Dekadenz oder Fin de Siècle.
Welche Wörter fehlen? Ergänzen Sie die Leerstellen mit Hilfe des Lesetextes!

In der österreichisch-ungarischen Monarchie lebten _______ ________ ________.


Darum gab es viele ____________, _____________ und _______________ Konflikte.
Am Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten sich ______________ und ______________,
Frauen kämpften für ______________, es wurden _____________ und __________
gegründet.
Wien war in dieser Zeit ____ ______________ _________. Es war die Blütezeit der
___________, __________, ___________ und ___________.
Träger der Kultur waren ____ ____________ und ____ ____________. Die wichtigsten
Motive in der Dichtung waren ____ ___________ ______________ , ____ ____________ und
____ ___________.
Die Philosophen ________ _________ und ________ ________ und auch der Begründer
der _____________ Siegmund Freud hatten einen großen Einfluss auf die Künstler.
Fast alle Künstler in Wien besuchten _________________. Hier diskutierte man _________,
___________, ____________ und ____________ Fragen.
Für Kulturströmungen dieser Epoche gibt es viele Namen: ________________, ___________,
__________________ und ________________.

Bedeutung der Juden in Wien und beginnender Antisemitismus

Wien und die Wiener Kultur - Wissenschaft, Kunst, Musik und Literatur - um 1900 sind ohne
die Juden nicht denkbar, deren Bevölkerungsanteil durch die Zuwanderung zwischen 1848 und
1910 von ein paar Tausend auf 175 000 anstieg. Der Großteil der intellektuellen und
kulturellen Elite Wiens um 1900 war jüdischer Herkunft. Die von Außenseitern
entwickelte Energie, durch intellektuelle und künstlerische Leistungen in die Gesellschaft
integriert zu werden, förderte die kulturelle Blüte der Stadt in solchem Maße, dass zugespitzt
formuliert werden konnte, dass das Wiener Judentum die Wiener Moderne erfand. Von
einem einheitlichen Judentum zu sprechen, ist dabei nicht möglich, denn die Wiener Juden
waren wirtschaftlich, sozial, politisch und kulturell heterogen.
Wer das Ziel des wirtschaftlich - sozialen Aufstiegs erreicht hatte, um dessentwillen die
Zuwanderung nach Wien erfolgt war, integrierte sich meist mit deutsch - liberaler Gesinnung in
das Wiener Bildungsbürgertum. Aus diesen assimilierten jüdischen Bürgerkreisen
stammen u. a. Arthur Schnitzler und Sigmund Freud sowie führende Köpfe der damals
berühmten Wiener medizinischen Schule und auch der österreichischen Sozialdemokratie.

Gegen die jüdische Bevölkerung Wiens und Österreichs richtete sich ein wachsender
populärer Antisemitismus, der sich aus verschiedenen antiliberalen politischen Richtungen -
dem katholisch - konservativen wie dem deutschnationalen Lager - speiste. Der
Antisemitismus, der alle Bereiche des Alltagslebens, von der Schule, der Universität und dem
Arbeitsplatz bis zu den Erholungsorten durchdrang, erzielte mit der Wahl des christlichsozialen
antisemitischen Karl Lueger zum Bürgermeister von Wien 1895 einen spektakulären Erfolg.
Bald nach 1900 empfing ein junger Mann aus Oberösterreich in dieser antisemitischen Wiener
Atmosphäre entscheidende und verhängnisvolle Eindrücke: Adolf Hitler.
2) Ideen und Befindlichkeiten

Bücher schaffen neue Denkwelten


• Sigmund Freuds Werk „Die Traumdeutung“
• Der Fall Otto Weininger
• Theodor Herzls Vision vom jüdischen Staat

Otto Weininger (1880 – 1903)

war ein österreichischer jüdischer Philosoph. Er wurde durch sein Werk „Geschlecht und
Charakter“ berühmt sowie durch seinen Selbstmord, den der Dreiundzwanzigjährige in
Beethovens Sterbehaus in Wien verübte.
http://www.k-faktor.com/schreker/weininger.htm

3) Institutionen

Goldenes Zeitalter der Secession


Gründung der „Wiener Werkstätte“
Das Wiener Kaffeehaus und der Wiener Salon

4) Die Bildenden Künste – Schönheit im Untergang

Gustav Klimt und sein Thema: Die Frauen


Egon Schiele und Oskar Kokoschka, die Verstörer
Arnold Schönberg, der malende Komponist

5) Die Welt der Dichter


Arthur Schnitzler und Hugo von Hofmannsthal, die Chronisten einer untergehenden Gesellschaft
Karl Kraus, der radikale Pessimist
Peter Altenberg, der Kaffeehausliterat schlechthin

6) Architektur der Moderne


Otto Wagner, der Wegbereiter einer neuen Architekturgesinnung
Adolf Loos und sein „Scheusal von einem Haus“
Der Gesamtkünstler Josef Hoffmann

7) Wien – Welthauptstadt der Musik


Gustav Mahler und Alfred Roller
Arnold Schönberg und sein Kreis