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RAPPORT DU SICHERHEITSDIENST SUR LA NUIT DE CRISTAL

In : BOBERACH H., Meldungen aus dem Reich, die geheime Lageberichte des Sicherheitsdienstes
der SS, 1938-1945, Pawlak Verlag Herrsching, 1984, Band II, pp. 25-26.

Die Aktion gegen die Juden am 9./10.11.1938

Die Grundlagen des jüdischen Lebens und seiner Organisation wurden durch das im Anschluss
an die Ermordung des Legationsrates vom Rath in Paris durch den Juden polnischer
Staatsangehörigkeit, Feibel Grynszpan, im gesamten Reichsgebiet erfolgte Vorgehen gegen die
Judenschaft völlig geändert. Die Aktion äußerte sich im allgemeinen in der Zerstörung oder
Niederbrennung der Synagogen und in der Demolierung fast aller jüdischen Geschäfte, die hierdurch
gezwungen wurden, den Verkauf einzustellen. Zum Teil wurden auch die Wohnungen von Juden
durch die Aktionen betroffen. Wertvolle Archivstücke und Kunstschätze wurden infolge
Unbedachtsamkeit oder Unwissenheit der Beteiligten vernichtet. Bei der Gegenwehr wurde eine
Anzahl von Juden getötet oder verletzt.

Um den Zwang zur Auswanderung zu verstärken, wurden gleichzeitig etwa 25.000 männliche
Juden, z. T. vorübergehend, in die Konzentrationslager überführt.

Nach Abschluss der Aktion erfolgte eine Regelung gegen die Judenschaft auf dem Gesetzes- und
Verordnungswege. Dabei wurde insbesondere der Grundsatz herausgestellt, dass der Jude in keinem
Falle mehr leitend, sondern nur noch als Untergebener tätig sein und dass er am Gemeinschaftsleben
des Volkes nicht mehr teilhaben dürfe. Diesem Zweck diente insbesondere die Verordnung des
Beauftragten für den Vierjahresplan, Generalfeldmarschall Göring, vom 12.11.1938, durch die den
Juden mit Wirkung vom 1.1.1938 der Betrieb von Einzelverkaufstellen, Versandgeschäften oder
Bestellkontoren, sowie der selbstständige Betrieb eines Handwerks untersagt wurde. Ein Jude darf
weiterhin nicht als Betriebsführer oder leitender Angestellter tätig werden.

Die Verordnung über den Einsatz des jüdischen Vermögens vom 3.12.1938 bestimmte darüber
hinaus, dass dem Inhaber eines jüdischen Gewerbe- oder land- oder forstwirtschaftlichen Betriebes
aufgeben werden kann, den Betrieb binnen einer bestimmten Frist zu veräußern oder abzuwickeln.
Juden dürfen Grundstücke oder Rechte an diesen nicht erwerben. Binnen einer Woche nach
Inkrafttreten dieser Verordnung hatten die Juden ihre gesamten Aktien, Kuxe, festverzinslichen
Werte und ähnlich Wertpapiere in ein Depot bei einer Devisenbank einzulegen. Verfügungen über
eingelegte Wertpapiere sowie Auslieferungen von Wertpapieren aus solchen Depots bedürfen der
Genehmigung des Reichswirtschaftsministers. Den Juden ist weiterhin verboten, Gegenstände aus
Gold, Silber oder Platin, sowie Edelsteine zu erwerben oder freihändig zu veräußern.

Durch sonstige Bestimmungen erfolgte das Verbot des Waffenbesitzes für Juden, der endgültige
Ausschluss von der Teilnahme am deutschen Kulturleben und an der Erziehung. Darüber hinaus
wurde die Judenschaft zur Wiedergutmachung der bei Aktion entstandenen Schäden zur Zahlung
einer Kontribution von 1 Milliarde Reichsmark veranlagt, die in einer 20% Abgabe von Juden mit
einem Vermögen über 5.000 RM erhoben wird.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass Judenschaft – soweit es sich um deutsche


Staatsangehörige und Staatenlose handelt – damit endgültig aus allen Teilen des deutschen
Gemeinschaftslebens ausgeschlossen ist, so dass den Juden zur Sicherung der Existenz nur die
Auswanderung bleibt.

Traduction

Les fondements de la vie juive et de son organisation ont été profondément bouleversés par les
actions engagées contre la communauté juive dans l‘ensemble des régions du Reich, à la suite de
l’assassinat du conseiller de délégation vom Rath à Paris, par le Juif de nationalité polonaise, Feibel
Grynszpan.

L’Aktion s’est manifestée en général par la destruction ou l’incendie de synagogues et par la


démolition de presque toutes les boutiques juives, qui ont été obligées d’interrompre la vente à
cause de cela. Les appartements des Juifs ont été aussi concernés en partie par les Aktion. Des pièces
d’archives et des œuvres d’art précieuses ont été détruites en raison de l’imprudence ou de
l’ignorance des participants. Lors de la résistance, un certain nombre de Juifs a été tué ou blessé.

Afin de renforcer l’obligation d’émigrer, dans le même temps environ 25.000 hommes juifs ont
été transférés provisoirement en camp de concentration.

(…)

Par une autre disposition, ont eu lieu l’interdiction pour les Juifs de posséder une arme, ainsi
que l’exclusion définitive de leur participation à la vie culturelle et à l’éducation allemandes. Au-delà
de cela, on a imposé à la communauté juive, en guise de réparations des dommages causés lors de
l’Aktion, le versement d’une contribution d’un milliard de Reichsmarks, qui sera levée par un impôt
de 20% pour les Juifs disposant d’une fortune supérieure à 5.000 DM.

En résumé, on peut constater que la communauté juive – d’autant qu’il s’agit de


Staatsangehörige *citoyens de l’Etat+ et de Staatenlose [apatrides] – est de ce fait rendue inapte à
tous les aspects de la vie de la communauté allemande, si bien que l’émigration reste, pour les Juifs,
leur seule sécurité d’existence.