Sie sind auf Seite 1von 10

A

Der K
A
D

Ernährungsmediziner E
M
I
Unabhängiger Informationsdienst V E R L A G
Organ des Bundesverbandes Deutscher Ernährungsmediziner (BDEM) e.V.
Jahrgang 13, Nr. 1 März 2011

Liebe Leserin, lieber Leser,

heute erhalten Sie zum ersten Mal die elektronische Ausgabe des unabhängigen Informationsdienstes der Deutschen Akade-
mie für Ernährungsmedizin (DAEM) e.V. „Der Ernährungsmediziner“, einem Organ des Bundesverbandes Deutscher Ernäh-
rungsmediziner (BDEM) e.V..
Wir wollen damit einen aktiven Beitrag zur Schonung unserer Umwelt leisten und Sie noch aktueller und schneller über die neu-
esten wissenschaftlichen Entwicklungen auf dem weiten Gebiet der Ernährungsmedizin informieren. Wenn Sie uns noch nicht
Ihre aktuelle Email-Adresse gesendet haben, so bitten wir dies baldmöglichst an die Adresse info@daem.de nachzuholen.
Die heutige Ausgabe des „Ernährungsmediziners“ spricht einige wichtige neue Erkenntnisse an. Offenbar sind die für den Ge-
sunden gedachten Empfehlungen der DGE bezüglich des Bedarfs an Vitamin D zu überdenken, wenn es um die ausreichende
Versorgung von Senioren geht. Mehrere Studien, von denen eine hier beschrieben wird, konnten eine Verbesserung der Mus-
kelfunktion und eine Verminderung des Sturzrisikos durch eine Anhebung des Plasmaspiegels dieses Vitamins auf über 20
ng/ml nachweisen. Fast wöchentlich kommt eine weitere, bisher unbekannte, Wirkung des Vitamin D an die Öffentlichkeit. Hier
berichten wir über die Assoziation des Vitamin D Rezeptor-Genpolymorphismus mit den Phänotypen der Adipositas. Immer
deutlicher wird aber auch, dass Supplemente keinesfalls eine vollwertige Ernährung ersetzen können. Für Fischölfettsäuren
stand es immer wieder zur Diskussion, ob Belastungen mit Schwermetallen die positiven gesundheitlichen Wirkungen des
Fischverzehrs konterkarieren. Die Studie von Djoussé hat dies nun ausgeschlossen. Die Überlegenheit natürlicher Lebensmittel
im Vergleich zu den Supplementen zeigt sich auch in den beiden weiteren Berichten über die Prävention mit Antioxidantien. Ab-
schließend finden Sie einige kuriose Studien aus den USA, bei denen mittels Antioxidantien versucht wurde, die negativen Fol-
gen einer ungesunden Ernährung auszugleichen.
Sie werden in dieser Ausgabe vieles finden, das Ihnen wertvolle Informationen für Ihre tägliche Praxis liefert. Dazu wünsche ich
Ihnen viel Spaß beim Lesen und verbleibe mit freundlichen Grüßen
Ihr Professor Olaf Adam

In dieser Ausgabe: Diskussionen um eine optimale Deckung des Vi-


• Diskussionen um eine optimale Deckung des Vi- tamin D-Bedarfes - Risiken hoher und niedriger
tamin D-Bedarfes - Risiken hoher und niedriger Vi- Vitamin D-Konzentrationen im Plasma
tamin D-Konzentrationen im Plasma
Michaelsson K et al. (1); Kasper H (2), Bischoff-Ferrari H et
• Assoziation des Vitamin D Rezeptor-Genpoly- al. (3), Garland CF et al. (4)
morphismus mit den Phänotypien der Adipositas
• Fischverzehr und Myokardinfarkt: Eine zweite pro- Vitamin D2 wird aus dem in pflanzlicher Nahrung enthalte-
spektive Biomarkerstudie aus Nordschweden nen Ergosterin unter Einfluss von UV-Licht in der Haut ge-
• Omega-3-Fettsäuren, Fischverzehr und Risiko für bildet, während Vitamin D3 mit tierischen Lebensmitteln
Diabetes mellitus Typ 2 aufgenommen wird. Nach der Resorption des mit der Nah-
rung aufgenommenen sowie in der Haut gebildeten Vita-
• Abwechslung im Obst und Gemüseverzehr führt mins erfolgt in der Leber eine Umwandlung in 25-Hydroxy-
bei erwachsenen Puertoricanern zu niedrigeren Vitamin D3 (25(OH)D). Die Konzentration von 25(OH)D
Entzündungswerten (25(OH)D2+25(OH)D3) im Plasma ist ein Indikator für die
• Größere Portionen steigern den Konsum – auch Versorgung des Organismus mit Vitamin D. Der Bedarf an
bei Gemüse Vitamin D ist, wenn keine Supplementierung erfolgt, bei ei-
• Veränderungen kardiovaskulärer Risikofaktoren nem hohen Anteil der Bevölkerung unzureichend bzw.
unter drei aktuell diskutierten Ernährungsstrate- suboptimal gedeckt. Dies gilt insbesondere für SeniorIn-
gien zur Gewichtsreduktion nen. Neben einer im Alter vergleichsweise geringen Zufuhr
mit der Nahrung, ist die unzureichende Versorgung auch
• Hesperidin bedingt den vaskulären Schutzeffekt Folge der mit steigendem Lebensalter abnehmenden Ei-
des Orangensaftes: Randomisierte Crossover Stu- gensynthese in der Haut. Es gibt Hinweise darauf, dass im
die an gesunden Freiwilligen höheren Lebensalter wesentlich höhere Vitamin D-Dosen
• Orangensaft gegen die Folgen der Überernährung? (bis zu 100 µg/Tag) als üblicherweise empfohlen (10
• Ausschreibung des Adipositas-Forschungsprei- µg/Tag) aufgenommen werden müssen, um optimale Kon-
ses 2011 der Deutschen Adipositas-Gesellschaft zentrationen an 25(OH)D im Plasma zu erreichen. Plasma-
konzentrationen unter 75-80 nmol/l sprechen für eine sub-
• Ausschreibung: Danone Innovationswettbewerb optimale Bedarfsdeckung und Werte unter 25 nmol/l für ei-
2011 - Forschungsförderung für innovative Ernäh- nen Vitamin D-Mangel. Die Osteoporoseleitlinien (2009)
rungsstrategien und neuartige Lebensmittel empfehlen eine Serumkonzentration über 50 nmol/l (20
ng/ml).

Ein Informationsdienst für Ärzte und andere Ernährungsinteressierte


Der Ernährungsmediziner
März 2011

Im Laufe der letzten Jahre konnte gezeigt werden, dass Vi- Unter einer Vitamin D - Supplementation zeigte sich erst ab
tamin D neben dem lange bekannten Effekt auf den Kalzi- einer 25(OH)D-Konzentration im Plasma von 60 nmol/l eine
um- und Knochenstoffwechsel weitere Funktionen hat, und Verringerung des Sturzrisikos. Unter einer oralen Vitamin
eine unzureichende Bedarfsdeckung folglich die Entste- D-Supplementation mit 700 bis 1000 I.E./Tag lag die Re-
hung einer Reihe von Erkrankungen begünstigt. Dies sind duktion des Sturzrisikos 12 bis 36 Monate nach Therapie-
die koronare Herzerkrankung, die Apoplexie, der Diabetes beginn bei 17% (Literatur bei 3).
mellitus Typ 1 und 2 sowie verschiedene Organtumoren.
Weiterhin ist die Gesamtmortalitätsrate bei suboptimaler Während negative Folgen niedriger 25(OH)D-Konzentra-
Bedarfdeckung erhöht (Literatur bei 1). Hinweise gibt es tionen ausreichend belegt sind, und hieraus resultierend
weiterhin darauf, dass eine suboptimale Versorgung mit Vi- eine Vitamin D-Supplementation insbesondere im höheren
tamin D das Risiko, an Multipler Sklerose zu erkranken, er- Lebensalter zunehmend empfohlen wird, gibt es seit eini-
höht. Hierfür spricht z.B. die Tatsache, dass die Erkran- gen Jahren auch Hinweise auf negative Folgen relativ ho-
kungshäufigkeit mit zunehmender Entfernung vom Äquator, her 25(OH)D-Konzentrationen im Plasma (Literatur bei 1).
sowohl in nördlicher als auch südlicher Richtung und damit Bestätigt wurden die Risiken sowohl hoher (>37 ng/ml resp.
der Sonnenexposition, zunimmt (Literatur bei 2). 92,5 nmol/l) als auch niedriger Vitamin D-Konzentrationen
(<18 ng/ml resp. 45 nmol/l) durch eine prospektive Kohort-
Von besonderem praktisch klinischen Interesse sind neue- enstudie (The Uppsala Longitudinal Study of Adult Men,
re Erkenntnisse über die Bedeutung von Vitamin D für die n=1.194, mean age at baseline 71 years) (1). Von den
Muskelfunktion. In mehreren doppelt-blind kontrollierten 1.194 Männern nahmen nur 40 ein Vitamin D-Supplement.
Studien konnte gezeigt werden, dass es im höheren Le- Während des Beobachtungszeitraumes starben 584 Per-
bensalter unter einer Vitamin D-Supplementation zu einer sonen (= 49%). Es fand sich eine u-fömige Assoziation
Verbesserung der Muskelfunktion und folglich einer Reduk- zwischen der Höhe der 25(OH)D-Plasmakonzentration zur
tion des Sturzrisikos kommt. Gesamt- als auch zur Karzinomsterblichkeit. Das heißt,
Männer sowohl mit niedriger als auch hoher 25(OH)D-
Konzentration hatten eine erhöhte Sterberate im Vergleich
Impressum zu denen mit einer mittleren Vitamin D-Konzentration. Bei
Schriftleitung den 10% der Männer mit der niedrigsten (<46 nmol/l) und
Udo Rabast, Hattingen den 5% mit der höchsten (>98 nmol/l) 25(OH)D-
Olaf Adam, München Konzentration fand sich eine etwa um 50% höhere Ge-
Heinrich Kasper, Würzburg samtmortalität. Die kardiovaskuläre Mortalität war lediglich
Bertil Kluthe, Freudenstadt bei niedriger 25(OH)D-Konzentration, nicht bei hoher Kon-
zentration erhöht.
Redaktion
Albrecht Gebhardt, Freiburg Abschließend weisen die Autoren darauf hin, dass es be-
Andrea Drewski, Freiburg reits früher Hinweise auf eine höhere Gesamtmortalität bei
Verlag 25(OH)D-Konzentrationen über 100 nmol/l gab. Kritisch
Akademie - Verlag überprüft werden müssen Empfehlungen, die zur Karzi-
Reichsgrafenstr. 11, 79102 Freiburg nomprophylaxe Serumkonzentrationen von 100 bis 150
Tel.: 0761/ 7 89 80 nmol/l 25(OH)D vorschlagen (4).
Fax.: 0761/ 7 20 24 (HK)
Literatur:
Email: info@daem.de
Internet: www.daem.de 1. Michaelsson K et al.: Plasma vitamin D and mortality in
older men: a community-based prospective cohort
Copyright study. Am J Clin Nutr 92(2010)841-848
Zeitschrift, Beiträge und Abbildungen sind für die Dauer
des Urheberrechts geschützt. Eine Verwertung außer- 2. Kasper H: Ernährungsmedizin und Diätetik. 11. Aufl.
halb des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Ver- 2009, Verlag Elsevier, Urban u. Fischer, München
lags strafbar. Das gilt insbesondere auch für Vervielfäl- 3. Bischoff-Ferrari H, HB Staehelin: Vitamin D: Update
tigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen sowie Bone and Muscel Effects. Aktuel Ernährungsmed
Einspeicherungen und Verarbeitung in elektronischen 35(2010) S. 18-22
Systemen. 4. Garland CF et al.: Vitamin D for cancer prevention: glo-
Erscheinungsweise bal perspective. Ann Epidemiol 19(2009) S.468-483
Die Zeitschrift erscheint viermal jährlich.
Bezugspreis Assoziation des Vitamin D Rezeptor-Genpoly-
Bezug als Email-Newsletter kostenlos. morphismus mit den Phänotypien der Adipositas
Ausdruck des Newsletters Jahresbezugspreis 38,-- € +
Versandkosten 5,80 € = 43,80 € Ochs-Balcom HM et al.
Ausdruck des Newsletters Einzelheftpreis 10,-- € +
Versandkosten 1,45 € = 11,45 € Daten zufolge soll eine Assoziation zwischen dem Vitamin
D Rezeptor, der Lipogenese und der Ausdifferenzierung
ISSN Nummer von Adipozyten bestehen. In der vorliegenden Arbeit wurde
ISSN 1439-3921 über Ergebnisse aus einer epidemiologischen Studie be-
richtet. Bei 1773 gesunden Frauen aus New York wurde

Ein Informationsdienst für Ärzte und andere Ernährungsinteressierte


2
Der Ernährungsmediziner
März 2011

die Assoziation von 14 Single Nucleotid Polymorphismen gleichbare Personen dienten als Kontrollpersonen (mat-
(SNPs) des Vitamin D Rezeptors mit den folgenden drei ched controls). Des Weiteren waren 69 Frauen aus einem
phänotypisch bei Adipösen zu findenden Merkmalen unter- Brustkrebs-Screening-Programm als geschlechtsspezifi-
sucht: BMI (kg/m²), Bauchumfang (cm) und Bauchhöhe sche Kontrollpersonen eingeschlossen. Die geschlechts-
(abdominal height (cm)). Ferner wurden Alter, Bildungs- spezifische Analyse ergab keine Unterschiede in der Risi-
stand, Gesamtenergiezufuhr, Raucher oder Nichtraucher, koassoziation. Hohe Selenkonzentrationen in den Erythro-
Alkoholzufuhr und der Status der Menopause abgefragt. zyten waren mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten
plötzlicher Herztodesfälle verbunden. Dagegen fanden sich
Der Begriff Bauchhöhe beschreibt dabei eine Messung in für die Methylquecksilber-Konzentrationen in den Erythro-
Rückenlage. Es ist ein Maß für die „Höhe“ in cm, die sich zyten keine nachteiligen Effekte. Allerdings war die Queck-
auf der Hälfte zwischen der Oberseite des Beckens und silberexposition in dieser Gruppe nur gering.
der unteren Rippenpartie messen lässt. Die Messung ist
leicht durchzuführen und kann von einer medizinischen Letztlich zeigte die Untersuchung der Biomarker, dass für
Fachkraft mit Hilfe eines caliperähnlichen Gerätes vorge- Fischkonsum ein protektiver Effekt besteht. Negative durch
nommen werden. Letztendlich ist die Definition ähnlich dem Quecksilber bedingte Effekte bestanden nicht.
sagittalen abdominalen Durchmesser. Im Vergleich zu an- (UR)
deren anthropometrischen Daten gilt sie als besserer Vor- Quelle:
hersagewert für das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen. Wennberg M, IA Bergdahl, G Hallmans et al.: Fish con-
Sie gilt als aussagekräftiger als der Taillenumfang, der sumption and myocardial infarction: a second prospective
BMI, die waist-hip-ratio oder die Hautfaltendickenmessung. biomarker study from northern Sweden. Am J Clin Nutr
Die Bauchhöhe korreliert auch besser mit einem niedrigen 2011 93: 1 27-36; doi:10.3945/ajcn.2010.29408
HDL und erhöhten Triglyceridkonzentrationen, dem Blut-
druck, inflammatorischen Cytokinen, der Blutglukose, der
Insulinresistenz und der renalen Natriumabsorption. Ferner Omega-3-Fettsäuren, Fischverzehr und Risiko für
besteht eine Assoziation zur Leber- und Lungenfunktion. Diabetes mellitus Typ 2
Ein bestimmter, seltener SNP war mit allen drei Adiposi- Djoussé L et al.
tasphänotypien assoziiert (p>0,004). Der mittlere Bauch-
umfang war bei Frauen mit diesem seltenen homozygoten Obwohl unter Zufuhr von omega-3-Fettsäuren einige posi-
Genotyp um 4,4 cm größer. Auch zwei andere SNPs wa- tive Einflüsse auf das kardiovaskuläre System bekannt
ren, allerdings nicht signifikant, mit dem Bauchumfang und sind, ist unklar, ob diese Fettsäuren eventuell einen Ein-
der Bauchhöhe assoziiert. fluss auf die Entstehung des Diabetes mellitus Typ 2 ha-
ben. Untersucht wurde, ob eine erhöhte omega-3-
Die Studie belegt, dass es einen Zusammenhang zwischen Fettsäurezufuhr und der Fischverzehr mit einem erhöhten
genetischen Veränderungen am Vitamin D-Rezeptor und Diabetesrisiko assoziiert sind. Zwischen 1992 und 2008
der Phänotypie der Adipositas gibt. wurde eine prospektive Studie an 36.328 durchschnittlich
(UR) 54,6 Jahre alten Frauen durchgeführt. Die Frauen nahmen
Quelle: an der Women Health Studie teil.
Ochs-Balcom HM, R Chennamaneni, AE Millen, et al.:
Vitamin D receptor gene polymorphisms are associated Das Auftreten eines Diabetes mellitus Typ 2 wurde von den
with adiposity phenotypes. Am J Clin Nutr 2011 93: 1 5-10; Frauen selbst mitgeteilt und durch Sammlung zusätzlicher
doi:10.3945/ajcn.2010.29986 Informationen validiert. Informationen bezüglich der ome-
ga-3-Fettsäure und Fischaufnahme wurden anhand vali-
dierter Fragebogen ermittelt. Während der 12,4-jährigen
Fischverzehr und Myokardinfarkt: Eine zweite Beobachtungsphase entwickelten 2.379 Frauen einen Dia-
prospektive Biomarkerstudie aus Nordschweden betes mellitus Typ 2. Interessanterweise war die vermehrte
Aufnahme mariner, nicht aber die Aufnahme pflanzlicher
Wennberg M et al. omega-3-Fettsäuren mit dem Beginn eines Diabetes melli-
tus Typ 2 assoziiert. Dabei nahm die Anzahl von Diabetes-
Der positive Effekt des vermehrten Verzehrs von Fisch und fällen von der niedrigsten zur höchsten Quintile des Ver-
der Absenkung des Myokardinfarktrisikos ist bekannt. Zu- zehrs mariner omega-3-Fettsäuren signifikant zu
geschrieben wird dies vor allem den im Fisch enthaltenen (p<0,0001). Eine ähnliche Assoziation fand sich für den
omega-3-Fettsäuren. Aber Fisch enthält auch Methyl- Fischverzehr. Wurde aber die Docosahexaensäure von der
Quecksilber und dieses wiederum könnte das Risiko für Auswertung ausgenommen, so war diese Assoziation nicht
den Myokardinfarkt erhöhen. In der vorliegenden prospek- mehr gegeben.
tiven Fallkontrollstudie wurden deshalb die in Erythrozyten
enthaltenen Quecksilber- und Selenmengen gemessen und Die Assoziation zwischen marinen omega-3-Fettsäuren
der Frage nachgegangen, ob diese mit dem Myokardin- und dem Diabetes mellitus Typ 2 wurde sowohl bei Hyper-
farktrisiko assoziiert sind. Ferner wurde untersucht, ob tonikern und Normotonikern gleichermaßen beobachtet.
omega-3-Fettsäuren (Eicosapentaen- und Docosahexaen- Frauen, die über einen geringen Fischverzehr berichteten,
säuren) in den Plasmaphospholipiden (P-EPA plus DHA) hatten niedrigere Raten an Diabetes mellitus und bestätig-
eine Schutzwirkung haben. Während der Datensammlung ten letztendlich die Ergebnisse.
erlitten 431 Probanden einen Myokardinfarkt und 81 einen
plötzlichen Herztod während der Studie. 499 mit ihnen ver- Die Daten weisen auf einen Zusammenhang in der Zufuhr

Ein Informationsdienst für Ärzte und andere Ernährungsinteressierte


3
Der Ernährungsmediziner
März 2011

langkettiger omega-3-Fettsäuren mit der Entstehung eines Kinder in einer Ganztagsbetreuung während vier Wochen
Diabetes mellitus Typ 2 hin. Das Risiko besteht vor allem, wöchentlich eine Testmahlzeit. Bei drei Mahlzeiten wurde
wenn reichlich Fisch verzehrt wurde (≥ 0,20 g omega-3- eine Vorspeise mit rohen Karotten in Portionen von 30, 60
Fettsäuren/d oder ≥ 2 Portionen Fisch/d). oder 90 Gramm angeboten, eine Mahlzeit ohne Vorspeise
(UR) diente als Kontrolle. Die Kinder konnten von der Vorspeise
Quelle: 10 Minuten lang essen soviel sie wollten, und dann wurde
Djoussé L, JM Gaziano, JE Buring, and I-Min Lee: Dietary der Hauptgang, bestehend aus Nudeln, Broccoli, Apfelmus
omega-3 fatty acids and fish consumption and risk of type 2 und Milch serviert, von dem sie ebenfalls ad libitum essen
diabetes. Am J Clin Nutr 2011 93: 1 143-150; doi:10.3945/ konnten. Die Verdoppelung der Karottenportion ließ den
ajcn.110.005603 Gemüseverzehr um 47% oder 12 ± 2 g ansteigen (p
<0.0001), während die dreifache Menge keinen weiteren
Anstieg des Verzehrs brachte. Erstaunlich war, dass der
Abwechslung im Obst und Gemüseverzehr führt Verzehr von Broccoli bei allen vier Mahlzeiten etwa gleich
bei erwachsenen Puertoricanern zu niedrigeren war, sodass der Karottenkonsum zu einer größeren ver-
Entzündungswerten zehrten Gemüsemenge führte (p <0.001). Die gesamte E-
nergiemenge war bei allen vier Gerichten bei den Kindern
Bhupathiraju SN et al. in etwa gleich, durch den Verzehr der Karotten kam es zu
keiner Änderung. Der Effekt der Portionsgröße ließ sich
Erwachsene Puertoricaner haben vorbestehende metaboli- unabhängig vom Alter und Körpergewicht der Kinder
sche Veränderungen. Es gibt aber nur wenige Studien, in nachweisen. Erwähnenswert ist, dass 24% der Kinder ü-
denen der Zusammenhang zwischen dem Obst- und Ge- bergewichtig waren. Die Autoren schließen daraus, dass
müseverzehr und dem Risiko für das Auftreten der korona- Gemüse als Vorspeise bei Kindern den Verzehr an Gemü-
ren Herzerkrankung untersucht wurde. se steigern kann.

Es wurde angenommen, dass ein hoher Verzehr von Obst Kommentar: Kinder essen weitaus weniger Gemüse als
und Gemüse mit einem reduzierten KHK-Risiko und niedri- die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernäh-
geren CRP-Werten einhergeht. Etwa 1200 Puertoricaner rung e.V. vorgeben. In Anlehnung an die Erfahrungen mit
im Alter von 45 – 75 Jahren wurden mittels eines Fragebo- energiedichten Lebensmitteln, wie sie in Fast Food Ketten
gens nach ihren Verzehrgewohnheiten befragt. Bei Patien- angeboten werden, konnten die Autoren den Effekt der
ten ohne KHK wurde das 10-Jahres Risiko mit dem Fra- Portionsgröße auch für Gemüse zeigen. Dies ist also sicher
mingham Risikoscore bestimmt. CRP wurde im Nüchtern- eine wirksame Strategie, um Vorschulkinder zu einem grö-
serum bestimmt. ßeren Gemüseverzehr zu bringen. Allerdings spielt die Vor-
liebe oder Abneigung gegen Karotten eine große Rolle.
Wurden bei der Auswertung der Daten Anpassungen be- Etwa 60% oder 31 der 51 Kinder verzehrten mehr als 95%
züglich Geschlecht, Bauchumfang, Stress, Alkoholkonsum, der mit der kleinsten Portion angebotenen Karotten und
Energiezufuhr, Transfettsäuremenge, gesättigter Fette, etwa 20% oder 11 Kinder verzehrten mehr als 95% der 60-
Supplemente, kardialer Medikamente und Medikamente für Gramm-Portion. Nur ein Kind konsumierte mehr als 95%
Diabetes mellitus vorgenommen, so erwies sich die Vielfalt der größten Karottenportion. Wurden die 31 Kinder, die
des zugeführten Obstes und Gemüses für eine Risikore- mehr als 95% der kleinsten Karottenportion verzehrt hat-
duktion als entscheidend. Die Menge dagegen war nicht ten, von der Analyse ausgeschlossen, so ergab sich kein
entscheidend. Ähnliches fand sich für die Höhe des CRP- signifikanter Effekt der Portionsgröße mehr. Bei der 30-
Wertes. Die Autoren betonen allerdings, dass zur definiti- Gramm-Portion wurden 5.3 ± 1.1 g Karotten nicht geges-
ven Klärung dieser Fragestellungen Untersuchungen an sen, von der 60-Gramm-Portion blieben 23.8 ± 2.6 g und
größeren Fallzahlen erforderlich sind. von der 90-Gramm-Portion blieben 51.9 ± 3.2 g übrig. Er-
(UR) staunlich war, dass sich keine Verminderung der verzehr-
Quelle: ten Energiemenge durch den größeren Karottenkonsum
SN Bhupathiraju and KL Tucker: Greater variety in fruit and ergab. Bei Erwachsenen lässt sich durch eine Salatvor-
vegetable intake is associated with lower inflammation in speise oder größere Gemüseportionen eine Abnahme der
Puerto Rican adults. Am J Clin Nutr 2011 93: 1 37-46; Energiedichte der Mahlzeit und eine geringere Kalorienauf-
doi:10.3945/ajcn.2010.29913 nahme erzielen. Frühere Untersuchungen haben aber e-
benfalls ergeben, dass sich Kinder weniger durch die E-
nergiedichte der Nahrung in ihrem Verzehrsverhalten be-
Größere Portionen steigern den Konsum – auch einflussen lassen. In Anbetracht der großen unverzehrten
bei Gemüse Karottenmengen und im Hinblick auf die 31 Kinder mit ver-
nünftigem Karottenverzehr in der kleinen Portion sollte die-
Spill Maureen K et al. se Maßnahme zur Steigerung des Gemüseverzehrs noch-
mal überdacht werden. Wahrscheinlich ist eine kinder-
Adipositas und Übergewicht nehmen bei Kindern in den In- freundliche und ansprechende Gemüsezubereitung und ein
dustriestaaten ständig zu. Dies wird zum Teil durch das vernünftiges vorgelebtes Verzehrsverhalten mindestens
Angebot von XXL-Portionen in den Fast Food Läden er- genauso wirksam wie eine XXL-Portion Gemüse. Studien
klärt. Diese Studie untersucht an 51 Kindern im Alter von 3 zu dieser Fragestellung sind allerdings nicht vorhanden.
bis 5 Jahren, wie sich eine Vorspeise aus Karotten mit Dipp (OA)
auf den gesamten Gemüseverzehr mit der Mahlzeit aus- Quelle:
wirkt. In einem Cross over design erhielten 3- bis 5-jährige Maureen K Spill, Leann L Birch, Liane S Roe, and Barbara

Ein Informationsdienst für Ärzte und andere Ernährungsinteressierte


4
Der Ernährungsmediziner
März 2011

J Rolls: Eating vegetables first: the use of portion size to beim systolischen Blutdruck nachgewiesen werden, wobei
increase vegetable intake in preschool children. Am J Clin in der Tendenz in der LC-Gruppe mit durchschnittlich 10
Nutr 2010;91:1237–43 mmHg der stärkste Abfall festzustellen war. Auch der dias-
tolische Blutdruck sank in der LC-Gruppe mit 7 mmHg am
stärksten, wobei in der LFRGL-Gruppe diese Veränderung
Veränderungen kardiovaskulärer Risikofaktoren ausblieb (signifikanter Gruppenunterschied). In der LC-
unter drei aktuell diskutierten Ernährungsstrate- Gruppe konnte auch die höchste Triglyzeridsenkung nach-
gien zur Gewichtsreduktion gewiesen werden, die sich hochsignifikant von den ande-
ren beiden Gruppen unterscheidet (p <0,0001). Während
Hönemann I et al. das HDL in der LC-Gruppe im Mittel um 3,7 mg/dl anstieg,
blieb es in den anderen beiden Gruppen nahezu unverän-
Zur Beurteilung des Erfolgs von Gewichtsreduktionsmaß- dert (p <0,0001).
nahmen in der primären Prävention wird in erster Linie die Dagegen stiegen bereits zum Zeitpunkt T1 die Homo-
erzielte Gewichtsabnahme herangezogen. Dabei werden in zysteinwerte in der LC-Gruppe signifikant um 3,6 µmol/l an
der Langzeitstabilisierung 5% bis idealer Weise 10%, ge- (p = 0,0144), während sie in den sich fettarm ernährenden
messen vom Ausgangsgewicht, als Erfolg angesehen. Um Gruppen nahezu unverändert blieben. Zudem fand sich in
dieses Ziel zu erreichen, gibt es zwischenzeitlich eine Viel- der LC-Gruppe zum Ende der Studie (T2) keine signifikante
zahl unterschiedlicher Ernährungsstrategien, i.d.R. kombi- Verbesserung der Werte des hsCRP, die sich in den ande-
niert mit einer Steigerung der körperlichen Aktivität und ggf. ren beiden Gruppen darstellt (LF: p = 0,0027; LFRGL: p =
verhaltenstherapeutischen Maßnahmen. 0,0292).

In der jüngst von Hönemann et al. in der Aktuellen Ernäh- Die Autoren schließen aus ihren Befunden, dass alle drei
rungsmedizin publizierten Arbeit werden drei verschiedene Diätstrategien nicht nur das Gewicht senken, sondern auch
gegenwärtig diskutierte Ernährungsstrategien zur Ge- das Gesamt- und LDL-Cholesterin sowie den systolischen
wichtsreduktion hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf ver- Blutdruck positiv beeinflussen. Eine strenge Low-Carb-
schiedene kardiovaskuläre Risikofaktoren verglichen. Auf- Ernährung hat zwar zusätzlich günstige Effekte auf den
genommen in die Studie wurden 160 Frauen mit einem Fettstoffwechsel durch einen Abfall der Triglyzeride und ei-
2
mittleren BMI von 30,6 kg/m (range 25 – 35). Die durch- nen Anstieg des HDL-Cholesterins, was aber durch einen
schnittlich 51-jährigen Probandinnen wurden in dieser ran- ungünstigen Anstieg des Homozysteins sowie die fehlende
domisierten und kontrollierten Vergleichsstudie unter fol- Verbesserung der hsCRP-Werte relativiert wird. Homo-
genden Diätregimen über sechs Monate beobachtet: zystein und hsCRP gelten als Marker zur Beurteilung des
Risikos für Herz-Kreislauf-Eerkrankungen.
1. Low-Carb-Gruppe (LC), mit der Vorgabe maximal 30 g
Kohlenhydrate/Tag im ersten Monat und 60 g in der
Der Homozysteinanstieg ist durch eine drastisch verringer-
restlichen Beobachtungszeit,
te Folsäureaufnahme begründet, da eine ausreichende
2. Low-Fat-Gruppe (LF), mit der Vorgabe 30 – maximal 45 Versorgung mit (Vollkorn-) Getreideprodukten, Obst und
g Fett/Tag und Gemüse in einer LC-Diät keinen Platz findet.
3. Low-Fat-Gruppe mit gleichzeitiger Begrenzung der Auf-
nahme schnell resorbierbarer Kohlenhydrate mit einem Kommentar: Auch wenn die vorliegende Studie mit einer
hohen glykämischen Index auf maximal 50 g/Tag insgesamt sehr kleinen Probandinnenzahl durchgeführt
(LFRGL). wurde, lässt sich doch eindeutig der Schluss daraus zie-
hen, dass extreme Ernährungsformen mit einem höheren
Die begleitenden therapeutischen Maßnahmen (Bewe- Risiko verbunden sind, Mangelernährung mit entsprechend
gungsprogramm, Verhaltensmodifikation, Untersuchungen nachteiligen Auswirkungen zu erzeugen. Es stellt sich die
etc.) waren in allen Gruppen gleich. Die Probandinnen Frage, ob die bei strenger LC-Diät empfohlene Supplemen-
mussten ihre Kost selbst zusammenstellen und bekamen tierung wasserlöslicher Vitamine die nachteiligen Effekte
als Hilfestellung Lebensmitteltabellen mit Angaben zu ca. hätte ausgleichen können. Berücksichtigt man jedoch die
700 gängigen Lebensmitteln mit entsprechender Fettpunk- sich rasant mehrenden Erkenntnisse, dass die Supplemen-
te- bzw. Kohlenhydratpunkte-Kennzeichnung (jeweils 1 g = tation von Mikronährstoffen – einzeln oder als Kombinati-
1 Punkt). Mit Ausnahme der gruppenspezifischen Richtli- onspräparate – häufig eher schadet als nützt, so muss man
nien wurden keine weiteren Vorgaben zur Nährstoffversor- von diesem Versuch abraten. Noch immer ist viel zu wenig
gung gemacht. bekannt über die pharmakologischen Wirkungen dieser
Folgende kardiovaskuläre Risikofaktoren wurden zu Beginn bioaktiven Substanzen in der isolierten hochkonzentrierten
der Studie (T0), nach 1 Monat (T1) und nach 6 Monaten Form, also ohne ihre im natürlichen Verbund vorkommen-
(T2) gemessen: Blutdruck, Glucose, Triglyzeride, Gesamt-, den Begleitstoffe.
LDL- und HDL-Cholesterin, Homozystein und das hoch
sensitive C-reaktive Protein (hsCRP). Durchschnittlich 63% In der Konsequenz bedeutet dies für die Praxis, dass die
der Probandinnen konnte bis zum Zeitpunkt T2 untersucht LC-Diät - auch wegen der hohen Abbrecherquote - für eine
werden, wobei in der LC-Gruppe die Abbrecherquote mit gesunde Gewichtsabnahme weniger geeignet ist als die
45% am höchsten war, gegenüber 30% in der LFRGL- beiden anderen Reduktionskostformen.
Gruppe. Bei vergleichbarer Gewichtsabnahme von 6-8 kg (AG)
(Ausgangsgewicht 82,8 kg) konnten keine signifikanten Quelle:
Gruppenunterschiede hinsichtlich Veränderungen bei der Hönemann I, C Ranke, A Austel et al.: Aktuel Ernährungs-
Blutglucose, beim Gesamt- oder LDL-Cholesterin bzw. med 2010; 35:227-235

Ein Informationsdienst für Ärzte und andere Ernährungsinteressierte


5
Der Ernährungsmediziner
März 2011

Hesperidin bedingt den vaskulären Schutzeffekt heute, dass die Arteriosklerose mit einer vermehrten Bil-
des Orangensaftes: Randomisierte Crossover dung von Sauerstoffradikalen und einer Entzündung der
Studie an gesunden Freiwilligen Gefäßwand einhergeht. Dies könnte durch die verstärkte
postprandiale Bildung von Sauerstoffradikalen bei langfris-
Morand C et al. tiger überkalorischer Ernährung bedingt sein. In ihrer Stu-
die untersuchten Ghanim et al. die Wirkung von Orangen-
Obwohl es eine Fülle von Studien gibt, die einen positiven saft auf den postprandialen Anstieg von Glukose, Insulin,
Effekt einiger polyphenolreicher Nahrungsmittel auf Marker Entzündungsparametern, Endotoxin und Toll-like-Rezep-
kardiovaskulärer Erkrankungen belegen, ist bislang weit- toren, also Parametern der Apoptose.
gehend unbekannt, ob diese Effekte spezifisch den Po-
lyphenolen zuzuordnen sind. Drei Gruppen zu je 10 normalgewichtigen und gesunden
Personen erhielten entweder 300 kcal Glukose oder 300
Untersucht wurde der Effekt von Orangensaft und seinem kcal Orangensaft oder Wasser, zusammen mit einem 900
Hauptflavonoid Hesperidin auf die mikrovaskuläre Reaktivi- kcal Frühstück. Das Frühstück bestand aus Milchbrötchen
tät des Endothels, Blutdruck und kardiovaskuläre Risiko- belegt mit Ei und Wurst und zwei Röstkartoffeln. Das
biomarker. Es wurde eine postprandiale und eine chroni- Frühstück lieferte 81 Gramm Kohlenhydrate, 51 Gramm
sche Interventionsstudie durchgeführt. In die randomisierte, Fett und 32 Gramm Eiweiß und sollte binnen 10 bis 15 Mi-
kontrollierte Crossover Studie wurden 24 gesunde überge- nuten einschließlich der Getränke konsumiert werden. Die
wichtige Männer (50-65 Jahre) eingeschlossen. Die Studie Blutentnahmen erfolgten vorher sowie in stündlichen Ab-
beinhaltete drei Perioden, die jeweils 4 Wochen dauerten. ständen bis fünf Stunden nach der Mahlzeit. Messparame-
Die Freiwilligen erhielten 500 ml Orangensaft pro Tag, 500 ter waren die Bildung von Sauerstoffradikalen (ROS, Reac-
ml eines Kontrolldrinks mit Hesperidin oder 500 ml eines tive Oxygen Species), sowie Parameter der Entzündungs-
phox
Kontrolldrinks als Placebo. Alle Untersuchungen und Blut- reaktion und der Apoptose (P47 Protein, P38 Protein,
entnahmen wurden früh morgens, nüchtern vor und nach das Verhältnis von phosphorylierten P38 Protein zu P38
der 4-wöchigen Beobachtungszeit durchgeführt. Die Protein, TLR2 Protein, TLR4 Protein, SOCS-3 Protein,
postprandialen Untersuchungen wurden zu Beginn jeder TLR2mRNA Protein, TLR4mRNA, SOCS-3 mRNA, MMP-9
experimentellen Untersuchungsperiode durchgeführt. Vier mRNA, Plasma MMP-9 und Plasmaendotoxin).
Wochen nach Beginn der Studie war der diastolische Blut-
druck in der Orangensaft- und Hesperidingruppe signifi- Die Autoren fanden einen Anstieg der ROS in allen Grup-
kant niedriger (p=0,02) als in der Placebogruppe. Mikro- pen, der jedoch in der Gruppe mit Orangensaft signifikant
vaskuläre, das Gefäßendothel betreffende Veränderungen niedriger ausfiel. Mehrere andere Entzündungsmarker wa-
waren, wenn sie nach nächtlichem Fasten untersucht wur- ren ebenfalls in dieser Gruppe signifikant niedriger als in
den, in den drei Gruppen nicht signifikant unterschiedlich. den anderen beiden Versuchsgruppen. Zu erwähnen ist
Wurden die postprandialen Untersuchungen zum Zeit- der Anstieg des MMP9 (Matrix Metalloproteinase 9, ein En-
punkt der maximalen Hesperidinkonzentration im Plasma zym das extrazelluläre Matrix abbaut) in der Wasser- und
durchgeführt, fand sich sowohl für Orangensaft als auch für Glukose-Gruppe, während dies in der Orangensaftgruppe
Hesperidin eine im Vergleich zum Placebo verbesserte en- nicht beobachtet wurde. Die Hochregulierung dieser Enzy-
dotheliale Gefäßreaktivität (p <0,05). me erfolgte auf transkriptioneller Ebene, wie aus dem An-
stieg der relevanten Proteine ersichtlich ist. Zusammen mit
Bei gesunden mittelalten, gering übergewichtigen Männern der durch Orangensaft aufgehobenen Wirkung auf Endoto-
senkt Orangensaft den diastolischen Blutdruck, wenn er xin, konnten somit zahlreiche Faktoren, die mit dem Auftre-
regelmäßig getrunken wird und erhöht die postprandiale ten einer Arteriosklerose verbunden sind, günstig beein-
mikrovaskuläre endothelabhängige Reaktivität. Die Studie flusst werden. Nicht dazu passend ist ein Anstieg des
lässt vermuten, dass der Effekt vorzugsweise dem im O- Plasmainsulins, der allerdings in der Orangensaft-Gruppe
rangensaft enthaltenen Hesperidin zuzuschreiben ist. deutlich geringer war, jedoch von keinem Anstieg der Glu-
(UR) kose begleitet war. Die Ursache für diese Diskrepanz zwi-
Quelle: schen Insulinanstieg und fehlender Reaktion der Glukose
Morand C, C Dubray, D Milenkovic et al.: Hesperidin in der Orangensaftgruppe, können die Autoren nicht erklä-
contributes to the vascular protective effects of orange ren.
juice: a randomized crossover study in healthy volunteers.
Am J Clin Nutr 2011 93: 1 73-80; doi:10.3945/ajcn.110. In einem Vorversuch hatte die Forschergruppe ähnliche
004945 Untersuchungen mit einem Orangensaft aus dem Super-
markt unternommen und keine vergleichbaren Wirkungen
erzielt, wie sie bei dem jetzigen Versuch mit frisch gepress-
Orangensaft gegen die Folgen der Überernäh- tem Orangensaft gesehen wurden. Insofern spekuliert die
rung? Gruppe, dass die Wirkung möglicherweise auf sauerstoff-
labile oder hitzelabile Komponenten des Orangensaftes zu-
Ghanim H et al. rückgeführt werden kann. Dies könnten Vitamine oder se-
kundäre Pflanzenstoffe sein. Im Orangensaft befinden sich
Es ist bekannt, dass der Verdauungsprozess nach einer potente Antioxidantien, wie Flavonoide, Naringenin und
Mahlzeit zur vermehrten Bildung von Sauerstoffradikalen Hesperidin, deren Wirkung auf die Bildung von Sauerstoff-
und Entzündungsmediatoren führt. Die Folgen einer lang- radikalen in mehreren Versuchen gezeigt worden ist. Die
fristigen Überernährung sind die Adipositas-assoziierten Autoren folgern deshalb, dass Orangensaft die Belastung
Erkrankungen, besonders die Arteriosklerose. Man weiß mit Sauerstoffradikalen und Entzündungsparametern, ein-

Ein Informationsdienst für Ärzte und andere Ernährungsinteressierte


6
Der Ernährungsmediziner
März 2011

schließlich des Anstiegs von Markern der Apoptose (Endo- • Sonderdrucke der 3 wichtigsten Publikationen
toxin und TLR-Expression) nach einer hochkalorischen 2. Die Bewerbungen sollten in 10-facher Ausfertigung an
Fett-Kohlenhydrat-Mahlzeit vermindern kann. Sie bemer- den Präsidenten der Deutschen Adipositas-Gesellschaft
ken, dass ihre Ergebnisse Mechanismen aufdecken, die Prof. Dr. med. Hans Hauner, Else Kröner-Fresenius-
dem postprandialen oxidativen Stress und der Entzün- Zentrum für Ernährungsmedizin der TU München, Gre-
dungsreaktion, der Pathogenese der Insulinresistenz und gor-Mendel-Str. 2, 85350 Freising-Weihenstephan) ge-
der Arteriosklerose, zugrunde liegen. sandt werden.
3. Alter des Bewerbers/ der Bewerberin: unter 40 Jahre
Anmerkungen 4. Bewerbungsfrist (Eingang): 15. Juli 2011
Das in der Versuchsanordnung festgelegte Frühstück mit
mehr als 1200 kcal (Brötchen, Kartoffeln und Getränk) www.adipositas-gesellschaft.de
kann nicht als gesundheitsfördernd angesehen werden.
Auch ist die Menge von mehr als 700 ml Orangensaft nicht
gesundheitsfördernd. Das darin enthaltene Naringenin ist Ausschreibung: Danone Innovationswettbewerb
ein bekannter Hemmstoff des Cytochrom P450, über das 2011 - Forschungsförderung für innovative Er-
mehr als 70 % aller Arzneimittel ausgeschieden werden. nährungsstrategien und neuartige Lebensmittel
Da übergewichtige Personen häufig Lipidsenker einneh-
men, kann es zu einer gefährlichen Kumulation dieser und Mitteilung:
anderer Arzneimittel kommen. Der Danone Innovationspreis ist mit bis zu 80.000 Euro
dotiert und wird 2011 erstmals vergeben. Er unterstützt
Der Zusammenhang zwischen gesteigerter Bildung von Forschungsprojekte, die sich mit innovativen Ernährungs-
ROS, Entzündung und Arteriosklerose ist sowohl für die strategien sowie neuartigen Lebensmitteln beschäftigen
rheumatoide Arthritis, wie auch für die Arteriosklerose ein- und dabei die Gesundheit und Gesunderhaltung des Men-
deutig belegt. Eine dauernd erhöhte Nahrungszufuhr, wie schen im Fokus haben. In Abhängigkeit von den einge-
sie bei Adipösen gegeben ist, bewirkt einen dauernd ge- reichten Vorschlägen besteht die Möglichkeit, dass mehre-
steigerten Anfall von ROS, dem die (wahrscheinlich nur re Forschungsvorhaben ausgezeichnet werden. Bewerben
kurzfristige) Wirkung des Orangensafts nicht dauerhaft be- können sich Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen
gegnen kann. Dies wurde auch an der fehlenden Wirkung aus Forschungsinstituten, Universitäten oder innovativen
von Megadosen der Antioxidantien mit Supplementen sehr Unternehmen.
deutlich. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit
kann die schädigende Wirkung der Hyperalimentation, z.B. Zu den folgenden Forschungsfeldern ist eine Bewerbung
auf die Gefäße, mit Orangensaft nicht aufgehalten werden. möglich:
Wesentlich sinnvoller wäre eine vernünftige Ernährung, die
nicht 57% der Nahrungsenergie als Fett enthält, wie es in
• Probiotika 1: Strategien zur Haltbarmachung eines
diesem Versuch der Fall gewesen ist.
probiotischen Milchprodukts ohne Ultrahocherhit-
(OA)
zung
Quelle:
• Probiotika 2: Interaktion von Probiotika mit Milch-
Ghanim H, Sia CL, Upadhyay M, Korzeniewski K, Viswa-
säurebakterien und Metaboliten aus Fermentations-
nathan P, Abuaysheh S, Mohanty, P, Dandona P.: Orange
prozessen in verschiedenen Milchproduktmatrizes
juice neutralizes the proinflammatory effect of a high-fat,
(z. B. Joghurt, Buttermilch, Kefir, Milchprodukte mit
high-carbohydrate meal and prevents endotoxin increase
Fruchtsaftanteil)
and Toll-like receptor expression. Am J Clin Nutr. 2010
• Public Health: Konzepte auf Basis natürlicher Le-
Apr;91(4):940-9
bensmittel (Produkte, Zutaten, technologische Pro-
zesse), die sich mit der Lösung ernährungsbezoge-
ner Gesundheitsfragen und -probleme beschäftigen
Ausschreibung des Adipositas-Forschungsprei-
(z.B. gesundes Altern, Übergewicht, Prävention
ses 2011 der Deutschen Adipositas-Gesellschaft kardiovaskulärer Erkrankungen)
• Forschungsprojekte zu innovativen Ernährungsstra-
Mitteilung: tegien oder –lösungen, die über die vor-
Ausgezeichnet werden herausragende, publizierte For- hergehenden Rubriken hinausgehen
schungsarbeiten und zur Publikation eingereichte Arbeiten
zu allen Aspekten der Adipositas. Der Preis wird anlässlich Die Bewerbungen können bis zum 30. April 2011 einge-
der 27. Jahrestagung der DAG in Bochum vom 06.-08. Ok- reicht werden. Die Gewinner werden innerhalb von drei
tober 2011 verliehen. Monaten nach Ablauf der Einreichfrist, spätestens am 31.
Juli 2011, benachrichtigt. Nach dem Erhalt der Finanzmittel
An die Bewerbung sind folgende Bedingungen geknüpft: sollte das Forschungsprojekt innerhalb von 18 Monaten re-
alisiert werden.
1. Die Bewerbungen sollten enthalten:
• wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Adi- Alle Informationen zu Bewerbungsablauf, Richtlinien zur
positas Teilnahme und Anmeldeformular finden Sie unter:
• kurze Darstellung (= max. 1 Seite) der besonderen www.inno-prize.com.
Bedeutung der Beiträge für die Adipositasforschung
• Lebenslauf
• Publikationsliste

Ein Informationsdienst für Ärzte und andere Ernährungsinteressierte


7
Der Ernährungsmediziner
März 2011

Veranstaltungen 2011 der Deutschen Akademie


Veranstaltungsort Räumlichkeiten des Park-Klinikums,
für Ernährungsmedizin e.V. (DAEM), des Bun- Schwarzwaldklinik Neurologie und
desverbandes Deutscher Ernährungsmediziner Klinik Lazariterhof in Bad Krozingen
e.V. (BDEM) und anderer Institutionen (bei Freiburg)

Curriculare Fortbildung in Ernährungsmedizin Herbert-Hellmann-Allee 38


79189 Bad Krozingen
für ÄrztInnen – Kompaktkurse Ernährungsmedi-
zin der DAEM nach dem 100-stündigen Curricu-
lum „Ernährungsmedizin“ der BÄK DAEM Spezialseminare zu speziellen Schwer-
punktthemen der Ernährungsmedizin und Ernäh-
Ein Kompaktkurs gliedert sich in 5 Seminarblöcke mit je-
weils 20 Unterrichtseinheiten.
rungstherapie

24. - 25. Juni 2011, München


Programmübersicht:
• Seminarblock 1: Ernährungslehre und ernährungs- DAEM-Spezialseminar „Ernährungstherapie rheumati-
medizinische Grundlagen scher Erkrankungen“, veranstaltet in Zusammenarbeit mit
• Seminarblock 2: Metabolisches Syndrom und Prä- dem Arbeitskreis Ernährungsmedizin in der Deutschen Ge-
vention sellschaft für Rheumatologie (DGRh) e.V.
• Seminarblock 3: Therapie ernährungsabhängiger Er-
krankungen
• Seminarblock 4: Gastroenterologie und künstliche Veranstaltungsort: Krankenhaus Barmherzige Brüder,
Ernährung München, Konferenzspange, Lehrkli-
• Seminarblock 5: Ausgewählte Kapitel, Fallbespre- nik für Ernährungsmedizin der DAEM
chungen und Falldokumentation Leitung: Prof. Dr. med. Olaf Adam, München,
Dr. med. Thomas Karger, Köln
Im Rahmen eines Kompaktkurses findet am Ende des
Seminarblocks 4 eine schriftliche Prüfung (multiple choi-
ce) und während des Seminarblocks 5 eine Fallprüfung Themenübersicht Vorträge:
statt. Pathogenese rheumatischer Erkran-
kungen und medikamentöse Basis-
therapie; Ernährungstherapie bei
Die bestandene multiple choice-Prüfung führt zur Quali-
rheumatischen Erkrankungen im in-
fikation "Ernährungsbeauftragte/r Arzt/Ärztin". Diese und
terdisziplinären Ansatz; Entzündungs-
eine zusätzlich erfolgreiche Fallprüfung sowie die Vorla-
hemmende Kost; Nahrungsmittelun-
ge von 10 Falldokumentationen sind Voraussetzung für
verträglichkeiten und –intoleranzen,
die Vergabe der Qualifikation "ErnährungsmedizinerIn
® Osteoporose; Bewegungstherapie;
DAEM/DGEM “.
Psychische Alterationen u.a.

Programmgestaltung und wissenschaftliche Leitung der Praxisseminare:


Kompaktkurse: O. Adam, München; U. Rabast, Hattin- Ernährungstherapie gleich Teamwork;
gen; Gudrun Zürcher, Freiburg Praktische Umsetzung der Nährstoff-
empfehlungen; Fallvorstellungen an-
hand von Ernährungs- und Be-
18. – 28. August 2011, München
schwerdeprotokollen u.a.
DAEM-Kompaktkurs, in Zusammenarbeit mit der Bayeri- 08. - 09. Juli 2011, Bad Windsheim
schen Landesärztekammer und der Universität München
Veranstaltungsort Räumlichkeiten des Physiologikums DAEM-Spezialseminar „Ernährungstherapie des Metabo-
und des Walther-Straub-Instituts der lisches Syndroms – Update 2011“, veranstaltet in Zu-
Universität München, Klinikum In- sammenarbeit mit der Frankenland-Klinik Bad Windsheim,
nenstadt Lehrklinik für Ernährungsmedizin der DAEM
Pettenkofer Straße und Schillerstra-
ße, 80336 München Veranstaltungsort: Räumlichkeiten der Frankenland-
Klinik Bad Windsheim
13. – 23. Oktober 2011, Bad Krozingen Leitung: Dr. med. Gudrun Zürcher, Freiburg
Dr. med. F. Dieterle, Bad Windsheim
DAEM-Kompaktkurs, in Kooperation mit dem Park-
Klinikum Bad Krozingen, Lehrklinik für Ernährungsmedizin
der DAEM

Ein Informationsdienst für Ärzte und andere Ernährungsinteressierte


8
Der Ernährungsmediziner
März 2011

Veranstaltungen sonstiger Anbieter


Themenübersicht Vorträge:
Pathogenese des Metabolischen
Syndroms - update 2011; Auswir- 30. März 2011, Veitshöchheim / Würzburg
kungen des Metabolischen Syn-
droms auf Herz und Gefäße; Ernäh- 34. Würzburger Fortbildungsveranstaltung über Ernäh-
rungstherapie des Metabolischen rungsmedizin und Diätetik
Syndroms auf der Grundlage der ak- Staatliche Berufsfachschule für Diätassistenten an der
tuellen Leitlinien; Bedeutung der Fet- Universität Würzburg in Zusammenarbeit mit der Deut-
te in der Ernährung - update 2011; schen Akademie für Ernährungsmedizin e.V.
FAT – das Fränkische Adipositas-
Therapieprogramm, ein langjährig er- Veranstaltungsort: Mainfrankensäle Veitshöchheim /
probtes Etappenheilverfahren; Reha- Würzburg
bilitationsverfahren – was dann? Adi-
positastherapie in der niedergelas- Leitung: Prof. Dr. med. H. Kasper, Würzburg
senen Praxis; Motivationsförderung Dr. med. W. Burghardt, Würzburg
in der Ernährungsberatung; Aufbau Monika Wild, EMB, Würzburg
eines interdisziplinären modularen Auskunft: Monika Wild, Staatliche Berufsfach-
Schulungskonzeptes am Beispiel des schule für Diätassistenten
Diabetes; Möglichkeiten und Gren- Reisgrubengasse 10
zen der bariatrischen Chirurgie; Post- 97070 Würzburg
operative ernährungstherapeutische Tel. 0931 / 35293-10
Betreuung; Neufassung der Diätver- Fax 0931 / 35293-33
ordnung – Konsequenzen für die Er- Email: diaetschule-wuerzburg@t-
nährungstherapie bei Diabetes melli- online.de
tus.
Praxisseminare:
Möglichkeiten und Grenzen der Er- 29. – 30. April 2011, Freudenstadt
nährungstherapie in der niedergelas-
senen Praxis im interdisziplinären Hohenfreudenstädter Seminare Ernährung und Gesund-
Team – Vorstellung und Bespre- heit zum Thema „Ernährung und Psyche“
chung von Fallbeispielen; Konzepti-
on und Durchführung einer Lehrkü- Veranstaltungsort: Gesundheitspark Hohenfreudenstadt,
chenveranstaltung; verhaltensthera- Freudenstadt
peutische Aspekte zur Umsetzung
der Ernährungsempfehlungen bei Leitung: Dr. med. B. Kluthe, Freudenstadt
Metabolischem Syndrom; Aufbau Prof. Dr. med. H. Schneider, Freu-
und Durchführung von Sportangebo- denstadt
ten für Patienten mit Metabolischem
Syndrom mit praktischen Unterwei- Themenübersicht Vorträge:
sungen. Das Spektrum der Essstörungen beim
Erwachsenen. Die larvierte Depressi-
Weitere Auskünfte und Anmeldung zu allen DAEM- on beim Metabolischen Syndrom. Af-
fektive Störungen und Essverhalten.
Kompaktkursen und Spezialseminaren:
Ernährungsbezogene somatoforme
Geschäftsstelle der DAEM
Störungen. Essen als Sucht, Entwick-
Reichsgrafenstr. 11, 79102 Freiburg
lungsstörungen des Essverhaltens –
Tel.: 0761/ 7 89 80; Fax: 0761/ 7 20 24
der Weg zur Essstörung. Vom richti-
Email: info@daem.de
gen und falschen Essen. Zöliakie und
Internet: http://www.daem.de
Lactoseintoleranz.
Praxisseminare:
Veranstaltungen des BDEM Nordic Walking – theoretische Grund-
lagen und praktische Umsetzung. Ge-
Vorankündigung: sprächstechniken in der Ernährungs-
therapie. Auswirkungen von Sport auf
11. – 12. November 2011, München die Psyche. Ernährungsumstellung
und Lebensqualität. Kurzpsychothe-
Jahrestagung des Bundesverbandes Deutscher Ernäh- rapie bei essgestörten Kindern mittels
rungsmediziner (BDEM) e.V. gestufter Aktivhypnose. Vom richtigen
und falschen Essen. Essstörungen
Weitere Informationen unter www.bdem.de. und Körperwahrnehmung. Adipositas
und Essverhalten.

Ein Informationsdienst für Ärzte und andere Ernährungsinteressierte


9
Der Ernährungsmediziner
März 2011

Vorankündigung:
Anmeldung Tagungssekretariat:
Claudia Rupp 07. – 08. Oktober 2011, Bochum
Tel 07441/534 705
Fax 07441/534 707 Adipositas in der ersten Lebenshälfte
rupp@klinik-hohenfreudenstadt.de Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft
(DAG) e.V.
26. – 28. Mai 2011, Graz, Österreich
Themenübersicht: Adipositas im Kindes- und Jugendal-
ter, Gen- und Umweltinteraktion, Psy-
Alt – Jung – Dick – Dünn: Ernährung 2011 chische Komorbidität und psychoso-
10. Dreiländertagung der Deutschen Gesellschaft für Er- ziale Folgen, Essstörungen, Präventi-
nährungsmedizin (DGEM) e.V., der Österreichischen Ar- on, Therapie, Transfer adipöser Ju-
beitsgemeinschaft klinische Ernährung und der Gesell-
gendlicher in die medizinische Ver-
schaft für klinische Ernährung der Schweiz sorgung
Themenübersicht: Das dicke Kind; Der alte Mensch; Wer Weitere Informationen unter www.adipositas2011.de
braucht schon Fettgewebe?; Zum
Hungern geboren?; Aus dick mach
dünn; Das Blutzuckerdesaster; Das 28. – 29. Oktober 2011, München
Hirn als metabolisches Organ; Psy-
che, Stress und Essverhalten; Bari- Update Ernährungsmedizin 2011
atrische Chirurgie: die ultimative Lö- Fortbildungsveranstaltung der ZIEL-TUM-Akademie
sung?; Lebensmittel vs. Nahrungser-
gänzungsmittel Themenübersicht: Neue DGE Leitlinie – Kohlenhydrate
Weitere Informationen unter www.ake-nutrition.at oder in der Primärprävention; Mangeler-
www.dgem.de nährung im Alter und Ernährungsthe-
rapie, Neues zum Thema Prä-/Probio-
tika und Allergien; Lebensstil und
Krebserkrankungen; Omega-3-Fett-
säuren; Ernährung und Psyche

Weitere Informationen unter www.akademie.ziel.tum.de

Ein Informationsdienst für Ärzte und andere Ernährungsinteressierte


10