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ICS 17.160, 91.010.01, 91.080.

01 VDI-RICHTLINIEN November 2010

VEREIN Gebrauchstauglichkeit von Bauwerken bei VDI 2038


DEUTSCHER dynamischen Einwirkungen
Blatt 1
INGENIEURE Untersuchungsmethoden und
Beurteilungsverfahren der Baudynamik
Grundlagen – Methoden, Vorgehensweisen
und Einwirkungen Entwurf

Serviceability of structures under dynamic loads; Einsprüche bis 2011-04-30


Methods of analysis and evaluation in structural vorzugsweise in Tabellenform als Datei per E-Mail an
dynamics; Basics – methods, procedures and gpp@vdi.de
loads Die Vorlage dieser Tabelle kann abgerufen werden unter
http://www.vdi-richtlinien.de/einsprueche
in Papierform an
VDI-Gesellschaft Produkt- und Prozessgestaltung
Fachbereich Schwingungstechnik
Postfach 10 11 39
40002 Düsseldorf

Inhalt Seite
Vorbemerkung .................................................................................................2
Einleitung .........................................................................................................2
1 Anwendungsbereich ................................................................................3
2 Normative Verweise ..................................................................................4
3 Begriffe ......................................................................................................6
4 Formelzeichen ...........................................................................................7
5 Methoden und Vorgehensweisen in der Baudynamik
hinsichtlich der Gebrauchstauglichkeit ..................................................9
5.1 Übersicht ............................................................................................9
5.2 Erfordernis einer baudynamischen Beratung und Planung ................9
5.3 Einbindung der Baudynamik in Planung und Auslegung ................10
5.4 Vorgehensweisen bei der baudynamischen Planung und
Auslegung ........................................................................................11
5.5 Anmerkungen zum Sicherheitskonzept zur
Gebrauchstauglichkeit .....................................................................12
6 Dynamische Einwirkungen, Übersicht ..................................................13
7 Relevante dynamische Einwirkungen hinsichtlich der
Gebrauchstauglichkeit ...........................................................................15
7.1 Anregungsarten und ihre mathematischen Darstellungen ................15
7.2 Maschinen ........................................................................................18
7.3 Verkehr ............................................................................................21
7.4 Schiffsverkehr, Luftverkehr, tieffrequenter Luftschall
aus Verkehr ......................................................................................25
7.5 Personen ...........................................................................................26
7.6 Baumaßnahmen ...............................................................................28
7.7 Wind ..............................................................................................31
7.8 Ermittlung von dynamischen Einwirkungen bei
unbekannten Kräften ........................................................................36
Anhang ..........................................................................................................39
Schrifttum ......................................................................................................41
Index ..............................................................................................................45

VDI-Gesellschaft Produkt- und Prozessgestaltung (GPP)


Fachbereich Schwingungstechnik

VDI-Handbuch Schwingungstechnik
VDI-Handbuch Bautechnik – Gebäuderelevante Systeme
–2– VDI 2038 Blatt 1 Entwurf

Vorbemerkung Leistungsfähigere Maschinen und Geräte haben


Der Inhalt dieser Richtlinie ist entstanden unter zumeist auch ein höheres Erschütterungspoten-
Beachtung der Vorgaben und Empfehlungen der zial. Das Gleiche gilt für schneller werdenden
Richtlinie VDI 1000. Verkehr sowie entsprechende Prozesse in Anla-
Alle Rechte, insbesondere die des Nachdrucks, der gen (vgl. VDI 3842).
Fotokopie, der elektronischen Verwendung und der Empfindliche Geräte und Einrichtungen sowie
Übersetzung, jeweils auszugsweise oder vollstän- Forschungs- und Produktionsstätten besitzen
dig, sind vorbehalten. eine immer geringere Erschütterungsverträg-
Die Nutzung dieser VDI-Richtlinie ist unter Wah- lichkeit und stellen daher laufend höhere
rung des Urheberrechts und unter Beachtung der schwingungstechnische Anforderungen an den
Lizenzbedingungen (www.vdi-richtlinien.de), die Aufstellort, teilweise bereits bis in den Nano-
in den VDI-Merkblättern geregelt sind, möglich. Bereich.
An der Erarbeitung dieser VDI-Richtlinie waren Die Tendenz zu Material sparenden Bauweisen
beteiligt: mit höherer Ausnutzung der Werkstoffe und
Dr.-Ing. F. Henkel, WBI, Höchberg damit zum Leichtbau macht Strukturen zuneh-
mend empfänglicher für Schwingungsanregun-
Dr.-Ing. D. Heiland, Ingenieurbüro Dr. Heiland,
gen aufgrund geringerer Massen, Steifigkeiten
Bochum
und Dämpfungen.
Prof. Dr.-Ing. A. Lenzen, HTWK, Leipzig
Erschütterungsrelevante Baumaßnahmen finden
Prof. Dr.-Ing. M. Link, Universität, Kassel
zunehmend im Bestand statt, im Wohnumfeld,
Prof. Dr.-Ing. G. Müller, TUM, München in der Nähe von Labors und vielfach in unmit-
Prof. Dr.-Ing. W. Rücker, BAM, Berlin telbarer Nachbarschaft zu historischer Bausub-
Dr.-Ing. M. Schalk, WBI, Höchberg stanz (Denkmalschutz).
Dipl.-Ing. G. Hilpert, VDI Düsseldorf Die Betroffenen – sei es als Personen selbst, sei
Allen, die ehrenamtlich an der Erarbeitung dieser es als Betreiber oder Nutzer empfindlicher Ge-
VDI-Richtlinie mitgewirkt haben, sei gedankt. räte und Anlagen – reagieren zunehmend sen-
sibler und rechtsbewusster auf Beeinträchtigun-
Einleitung gen. Die Verursacher von Störungen, aber auch
Bei dynamischen Einwirkungen auf Bauwerke die Ingenieure, deren Planungen die Störungen
können zur Bewertung der Auswirkungen grund- verhindern sollen, sehen sich häufiger rechtli-
sätzlich unterschiedliche Grenzzustände herange- chen Schritten gegenüber.
zogen werden. Von den drei Möglichkeiten – Trag- Die Methoden, Schwingungen oder Luftschall zu
fähigkeit, Dauerhaftigkeit und Gebrauchstauglich- messen und zu analysieren, sind grundsätzlich
keit – wird in der Richtlinienreihe VDI 2038 aus- vorhanden und in Normen und Richtlinien be-
schließlich die Gebrauchstauglichkeit behandelt. schrieben. Die zu erwartenden Schwingungen und
Gebrauchstauglichkeit in diesem Zusammenhang Schallpegel mit verschiedenen Genauigkeitsan-
kann bedeuten: sprüchen rechnerisch zu prognostizieren ist eben-
falls grundsätzlich möglich, jedoch gibt es hier
Begrenzung der Schwingungsbeanspruchungen weniger Erfahrungen und normative Hinweise.
von Bauwerken zur Vermeidung von die Nut-
Bezüglich der Bewertung ist das Bild uneinheit-
zung beeinträchtigenden (Schönheits-)Schäden
lich. Während für Erschütterungseinwirkungen auf
Begrenzung der Belästigung von Menschen – Menschen in Wohnungen ein erprobtes Regelwerk
sei es durch die Erschütterungen direkt oder vorliegt, gibt es entsprechende Werte für andere
durch den dabei abgestrahlten sekundären Luft- Aufenthaltsorte überwiegend nur als Vorschläge in
schall – im Wohnumfeld, unterwegs oder am der Literatur. Dies gilt in gleicher Weise für die
Arbeitsplatz zur Sicherstellung des Wohlbefin- Beurteilungskriterien von empfindlichen Geräten
dens und der Leistungsfähigkeit und Einrichtungen. Auch für die Bewertung des
Begrenzung der Schwingungseinwirkungen auf sekundären Luftschalls fehlen weitgehend noch
empfindliche Geräte und Einrichtungen zur Si- verbindliche Kriterien.
cherstellung von deren Funktionstüchtigkeit Es ist daher das Ziel der Richtlinienreihe
Die heute zunehmende Bedeutung des Themas VDI 2038, die verstreuten Erkenntnisse zum The-
resultiert vor allem aus folgenden Punkten: ma „Gebrauchstauglichkeit von Bauwerken bei
dynamischen Einwirkungen“ zusammen zu tragen,
zu ordnen und darzustellen. Dabei wird versucht,
Entwurf VDI 2038 Blatt 1 –3–

Vorgehenswege bei der Beurteilung der Für Teilaspekte, für die (noch) keine ingenieurmä-
Gebrauchstauglichkeit systematisch zu beschrei- ßig aufbereiteten Angaben existieren, ist in den
ben, Lücken zu schließen und soweit wie möglich drei Blättern jeweils ausgewähltes Schrifttum an-
konkrete Formeln und Zahlen zu nennen. gegeben.
Schließlich zeigt die Erfahrung, dass bei den am Die normativen Verweise sowie die Formelzeichen
Bau Beteiligten – Bauherr/Nutzer, Genehmigungs- sind – einhüllend über Blatt 1 und Blatt 2 – in
behörde, Entwurfsverfasser, Fachplaner – große Blatt 1 angegeben.
Unsicherheit besteht, ob bei einem Bauvorhaben Zur besseren Übersicht ist die Gliederung aller drei
überhaupt und wenn ja, in welcher Planungsphase Blätter in Bild 1 nochmals dargestellt.
ein Fachingenieur für Baudynamik (Fachingenieur
für Schwingungsfragen im Bauingenieurwesen) 1 Anwendungsbereich
hinzugezogen werden muss und wer dafür die Ver-
Die Richtlinienreihe VDI 2038 behandelt Einwir-
antwortung trägt. Auch hier versucht die Richt-
kungen, die aufgrund ihrer zeitlichen Änderung zu
linienreihe VDI 2038 Hilfestellung zu geben und
Schwingungen von Strukturen führen und dadurch
Kriterien zu benennen.
Störungen an Bauwerken, Bauteilen, Maschinen
Die Richtlinienreihe VDI 2038 besteht aus: und Geräten oder Belästigungen von Menschen –
Blatt 1 Grundlagen – Methoden, Vorgehensweisen direkt oder indirekt über den dabei abgestrahlten
und Einwirkungen sekundären Luftschall – hervorrufen können. Es
Blatt 2 Schwingungen und Erschütterungen – werden explizit jedoch nur solche Einwirkungen
Prognose, Messung, Beurteilung und Min- behandelt, die für das Thema Gebrauchstauglich-
derung keit relevant sind.
Blatt 3 Sekundärer Luftschall – Grundlagen, Prog- Das vorliegende Blatt 1 enthält in Abschnitt 5 zu-
nose, Messung, Beurteilung und Minde- nächst eine systematische Erläuterung der Metho-
rung. den und Vorgehensweisen der Baudynamik. Dabei
Eine Liste der aktuell verfügbaren Blätter dieser wird auch ausführlich auf die Frage eingegangen,
Richtlinienreihe ist im Internet abrufbar unter ob bei einem Bauvorhaben ein Fachingenieur für
www.vdi.de/2038. Baudynamik eingeschaltet werden sollte, in wel-
Das vorliegende Blatt 1 enthält, wie oben erläutert, cher Bauphase das geschehen sollte und wer von
neben den Grundlagen im engeren Sinn die Hin- den am Bau Beteiligten dafür die Verantwortung
weise zur Einbindung des Fachingenieurs für Bau- trägt (Abschnitt 5.1 bis Abschnitt 5.3). Dieser As-
dynamik in den Planungs- und Auslegungsprozess pekt ist für Architekten, Projektsteuerer und Gene-
sowie alle Aspekte der Einwirkungen. Im Anhang ralunternehmer sowie gegebenenfalls andere, die
finden sich Angaben zur Prognosesicherheit. am Bau Verantwortung tragen, von Bedeutung.
Blatt 2 enthält die Verfahren zur rechnerischen Denn im Gegensatz zu anderen Fachingenieuren,
Prognose sowie zur messtechnischen Ermittlung wie für Tragwerksplanung, Baugrund, Bauakustik,
von Schwingungen und Erschütterungen, und vor Thermische Bauphysik, ist der Baudynamiker viel-
allem die Methoden, Kriterien und Anhaltswerte fach noch nicht im Bewusstsein der Beteiligten als
zur Beurteilung von Erschütterungseinwirkungen Mitwirkender in der Planung verankert. An ihn
auf Bauwerke, Menschen und empfindliche Gerä- wird sich häufig erst erinnert, wenn es zu spät ist
te. Ferner werden die verschiedenen Möglichkeiten und mehr oder weniger starke Beeinträchtigungen
zur Erschütterungsminderung an der Quelle, auf der Gebrauchstauglichkeit durch Schwingungs-
dem Übertragungsweg und am Empfänger behan- probleme oder abgestrahlten sekundären Luftschall
delt. Die theoretischen Grundlagen sind in An- sich herausgestellt haben, die teilweise nicht mehr
hang A bis Anhang C zusammengestellt. oder nur noch mit erheblichem Aufwand korrigiert
werden können. Die rechtzeitige Einschaltung des
Blatt 3 erläutert die Phänomenologie des sekundär
Baudynamikers hilft hier, technische Probleme zu
abgestrahlten Luftschalls, stellt Methoden zu des-
mindern oder zu vermeiden. Zugleich schafft die
sen Prognose dar – vor allem die statistische Ener-
Berücksichtigung baudynamischer Kriterien be-
gieanalyse (SEA) – und nennt Kriterien zur Beur-
reits bei der Vertragsgestaltung erhöhte Rechtssi-
teilung von sekundärem Luftschall. Ferner werden
cherheit.
einige Hinweise zur Messung des sekundären Luft-
schalls gegeben und Minderungsmöglichkeiten
angesprochen.
–4– VDI 2038 Blatt 1 Entwurf

Bild 1. Übersicht über die Richtlinienreihe VDI 2038 Blatt 1 bis Blatt 3
Es folgt in Abschnitt 6 die Ansprache aller wesent- von Erschütterungen auf Menschen in Wohnungen
lichen dynamischen Einwirkungen in einer Über- an Hand bewerteter Schwinggeschwindigkeiten,
sicht und die Herausarbeitung der im Weiteren den KB-Werten, zu beurteilen ermöglicht. Da der-
konkret behandelten. Diese werden in Abschnitt 7 zeit eine endgültige Entscheidung zwischen Ge-
im Einzelnen beschrieben und soweit wie möglich schwindigkeiten oder Beschleunigungen als Beur-
zahlen- und formelmäßig dargestellt. teilungsmaßstab nicht zu erwarten ist, werden in
Nicht behandelt werden Fragen des primären Luft- der Richtlinienreihe VDI 2038 soweit sinnvoll
schalls und des Trittschallschutzes, also der Bau- beide Möglichkeiten verwendet. Der Vorteil der
akustik, sowie Fragen des Arbeitsschutzes bei der Verwendung der Schwinggeschwindigkeit liegt
Bedienung von oder der Arbeit in der Nähe von darin, dass sowohl die menschliche Wahrnehmung
erschütterungsintensiven Maschinen. Hierzu wird als auch die Beanspruchung von Strukturen primär
auf die Richtlinien VDI 2057 bzw. ISO 2631 ver- der Schwinggeschwindigkeit proportional ist.
wiesen.
Der in dieser Richtlinie zu betrachtende Frequenz- 2 Normative Verweise
bereich beschränkt sich bei mechanischen Schwin- Die folgenden zitierten Dokumente sind für die
gungen zumeist auf den Bereich bis 315 Hz. In der Anwendung dieser Richtlinie erforderlich:
Regel liegt die Obergrenze deutlich niedriger. BS 6472-1 Guide to evaluation of human exposure
Die bezüglich Erschütterungen grundsätzlich glei- to vibration in buildings
che Thematik enthält ISO 10137. Dort wird die BS 7385 Evaluation and measurement for vibration
Bewertung der Erschütterungen ausschließlich auf in buildings
der Basis von Beschleunigungen durchgeführt, im EN 1995 Eurocode 5; Bemessung und Konstrukti-
Gegensatz zu der in Mitteleuropa üblichen Bewer- on von Holzbauwerken
tung anhand von bewerteten Schwinggeschwindig-
keiten. Eine Überschneidung besteht auch mit EN 1998 Eurocode 8; Auslegung von Bauwerken
DIN 4150-2, die sehr detailliert die Auswirkung gegen Erdbeben
Entwurf VDI 2038 Blatt 1 –5–

DIN 1055-4:2005-03 Einwirkungen auf Tragwer- tung der Einwirkung von Ganzkörper-
ke; Teil 4: Windlasten Schwingungen auf den Menschen)
DIN 1055-100:2001-03 Einwirkungen auf Trag- ISO 4354:2009-06 Wind actions on structures
werke; Teil 100: Grundlagen der Tragwerkspla- ISO/DIS 4354:2007-05 Wind actions on structures
nung; Sicherheitskonzept und Bemessungsregeln
ISO 4866:1990-08 Mechanical vibration and
DIN 1074:2006-09 Holzbrücken shock; vibration of buildings; guidelines for the
DIN 4024-1:1988-04 Maschinenfundamente; Elas- measurement of vibrations and evaluation of
tische Stützkonstruktionen für Maschinen mit ro- their effects on buildings
tierenden Massen ISO 6897:1984-08 Guidelines for the evaluation of
DIN 4024-2:1991-04 Maschinenfundamente; Stei- the response of occupants of fixed structures, es-
fe (starre) Stützkonstruktionen für Maschinen pecially buildings and off-shore structures, to
mit periodischer Erregung low-frequency horizontal motion (0,063 to 1 Hz)
DIN 4149:2005-04 Bauten in deutschen Erdbeben- ISO 8569:1996-07 Mechanical vibration and
gebieten; Lastannahmen, Bemessung und Aus- shock; Measurement and evaluation of shock and
führung üblicher Hochbauten vibration effects on sensitive equipment in build-
DIN 4150-1:2001-06 Erschütterungen im Bauwe- ings
sen; Teil 1: Vorermittlung von Schwingungsgrö- ISO 10137:2007-11 Bases for design of structures;
ßen Serviceability of buildings and walkways against
DIN 4150-2:1999-06 Erschütterungen im Bauwe- vibrations
sen; Teil 2: Einwirkungen auf Menschen in Ge- ISO 14837-1:2005-07 Mechanical vibration;
bäuden Ground-borne noise and vibration arising from
DIN 4150-3:1999-02 Erschütterungen im Bauwe- rail systems; Part 1: General guidance
sen; Teil 3: Einwirkungen auf bauliche Anlage VDI 2057 Blatt 1:2002-09 Einwirkung mechani-
DIN 4178:2005-04 Glockentürme scher Schwingungen auf den Menschen; Ganz-
körper-Schwingungen
DIN 45669 Messung von Schwingungsimmissio-
nen VDI 2057 Blatt 2:2002-09 Einwirkung mechani-
sche Schwingungen auf den Menschen; Hand-
DIN 45672 Schwingungsmessungen in der Umge-
Arm-Schwingungen.
bung von Schienenverkehrswegen
VDI 2057 Blatt 3:2006-06 Einwirkung mechani-
DIN 45673 Mechanische Schwingungen; Elasti-
scher Schwingungen auf den Menschen; Ganz-
sche Elemente des Oberbaus von Schienenfahr-
körperschwingungen an Arbeitsplätzen in Ge-
wegen
bäuden
DIN EN 61260:2003-03 Elektroakustik; Bandfilter
VDI 3830 Blatt 1:2004-08 Werkstoff- und Bauteil-
für Oktaven und Bruchteile von Oktaven
dämpfung; Einteilung und Übersicht
(IEC 61260:1995 + A1:2001); Deutsche Fassung
EN 61260:1995 + A1:2001. Berlin: Beuth Verlag VDI 3830 Blatt 2:2004-10 Werkstoff- und Bauteil-
dämpfung; Dämpfung in festen Werkstoffen
DIN ISO 1940 Mechanische Schwingungen; An-
forderungen an die Auswuchtgüte von Rotoren in VDI 3830 Blatt 3:2004-07 Werkstoff- und Bauteil-
konstantem (starrem) Zustand dämpfung; Dämpfung von Baugruppen
DIN ISO 7919 Mechanische Schwingungen von VDI 3830 Blatt 4:2005-05 Werkstoff- und Bauteil-
Maschinen mit Ausnahme von Kolbenmaschi- dämpfung; Modelle für gedämpfte
nen; Messung und Bewertung von Wellen- VDI 3830 Blatt 5:2005-11 Werkstoff- und Bauteil-
schwingungen dämpfung; Versuchstechniken zur Ermittlung
DIN ISO 10816 Mechanische Schwingungen; Be- von Dämpfungskenngrößen
wertung der Schwingungen von Maschinen VDI 3833 Blatt 1:2003-12 Schwingungsdämpfer
durch Messungen an nicht rotierenden Teilen und Schwingungstilger; Schwingungsdämpfer;
DIN V 18032-2:2001-04 Sporthallen; Hallen für Begriffe, Kenngrößen, Realisierung, Anwendung
Turnen, Spiele und Mehrzwecknutzung; Teil 2: VDI 3833 Blatt 2:2006-12 Schwingungsdämpfer
Sportböden; Anforderungen, Prüfungen. und Schwingungstilger; Schwingungstilger und
ISO 2631 Mechanical vibration and shock; Evalua- Schwingungstilgung
tion of human exposure to whole-body vibration VDI 3838:2004-05 Messung und Beurteilung me-
(Mechanische Schwingungen und Stöße; Bewer- chanischer Schwingungen von Hubkolbenmoto-
–6– VDI 2038 Blatt 1 Entwurf

ren und -kompressoren mit Leistungen über 100 SS 460 486:1992 Vibration and shock - Measure-
kW; Ergänzung von DIN ISO 10816-6 ment und guidelines for the evaluation of com-
VDI 3839 Blatt 1:2001-03 Hinweise zur Messung fort in buildings, SIS Swedish Standards Institute
und Interpretation der Schwingungen von Ma-
schinen; Allgemeine Grundlagen 3 Begriffe
VDI 3842:2004-06 Schwingungen in Rohrlei- Die in dieser Richtlinie verwendeten Begriffe sind
tungssystemen fast ausschließlich Grundbegriffe der Mathematik,
KTA 2201.1:1990-06 Auslegung von Kernkraft- der Schwingungstechnik (Strukturdynamik, An-
werken gegen seismische Einwirkungen; Teil 1: hang B), der Signalanalyse (Anhänge C, D), der
Grundsätze Einwirkungen (DIN 1055-100) sowie der allge-
meinen Bautechnik. Daher werden hier keine Beg-
OENORM ISO 2631-1:2007-07-01 Mechanische
riffe neu definiert, sondern es wird auf die ein-
Schwingungen und Stöße; Bewertung der Aus-
schlägigen Fachnormen verwiesen. Außerdem sind
wirkung von Ganzkörperschwingungen auf den
die wichtigen Begriffe innerhalb des Richtlinien-
Menschen; Teil 1: Allgemeine Anforderungen
textes selbst erläutert.
(ISO 2631-1:1997)
Einige der Begriffe und Formelzeichen weichen
OENORM ISO 2631-2:2007-07-01 Mechanische
von den Vorgaben der Norm DIN 1311ab. Dies ist
Schwingungen und Stöße; Bewertung der Aus-
unvermeidlich, da DIN 1311 – wie dort auch ex-
wirkung von Ganzkörperschwingungen auf den
plizit angesprochen – das Fachgebiet der Baudy-
Menschen; Teil 2: Schwingungen in Gebäuden
namik nicht ausreichend abbildet. Es wurde jedoch
(1 Hz bis 80 Hz) (ISO 2631-2:2003)
versucht, diese Abweichungen so gering wie mög-
OENORM S 9012:1996-08-01 Beurteilung der lich zu halten.
Einwirkung von Schienenverkehrsimmissionen
auf Menschen in Gebäuden; Schwingungen und
sekundärer Luftschall
OENORM S 9020:1986-08-01 Bauwerkserschütte-
rungen; Sprengerschütterungen und vergleichba-
re impulsförmige Immissionen
SN 640312a:1992-04 Erschütterungen; Erschütte-
rungseinwirkungen auf Bauwerke
Entwurf VDI 2038 Blatt 1 –7–

4 Formelzeichen
In dieser Richtlinie werden die nachfolgenden auf
geführten Formelzeichen verwendet:
Formel– Einheit Benennung Formel– Einheit Benennung
zeichen zeichen
a m/s2 Beschleunigung mS kg Masse Schotter und Schwel-
~
a m/s 2
Effektivwert der Beschleu- len
nigung n – Anzahl allgemein oder
a0 m/s 2
Referenzwert der Beschleu- Anzahl von Personen
nigung p Pa Schalldruck
2
a m/s energieäquivalenter Mittel- q Pa Staudruck
wert der Beschleunigung r m Abstand zur Erschütte-
â m/s2 Beschleunigungsamplitude rungsquelle
b m halbe Länge einer Maschi- r0 m Bezugsentfernung, Refe-
nengründung renzabstand
c Ns/m Dämpfungskoeffizient für t s Zeit allgemein
viskose Dämpfer ts s Stoßdauer
clat – Quertriebsbeiwert u m Verschiebung als Schwin-
cf – Windkraft-Beiwert gungsantwort
d m Zylinder-Durchmesser, u0 m Amplitude der Fußpunkter-
Decken-Dicke regung
em m Massenexzentrizität drehen- v m/s Schwinggeschwindigkeit,
der Teile Schwingschnelle allgemein
f Hz Frequenz v0 m/s Bezugs-Schwinggeschwin-
f0 Hz Eigenfrequenz des unge- digkeit in der Entfernung r0
dämpften Einmassen- vp m/s Longitudinal-Wellenge-
schwingers schwindigkeit im Baugrund
fa Hz Anregungsfrequenz, auch (P-Welle)
Drehfrequenz vs m/s Scherwellengeschwindigkeit
fpv Hz Grundfrequenz der vertika- im Baugrund
len Personen-Aktivität v m/s Fahrgeschwindigkeit eines
fph Hz Grundfrequenz der horizon- Fahrzeugs, Windgeschwin-
talen Personen-Aktivität digkeit
fu Hz Radsatz-Untergrund- w m/s Durchsenkung, Durchbie-
Eigenfrequenz gung
g m/s2 Erdbeschleunigung z m Höhenkoordinate
2
h M Fallhöhe A m Querschnittsfläche
k N/m Federsteifigkeit C Ns/m viskose Dämpfungsmatrix
k0 N/m Realteil der komplexen C(n) – Koordinationsfaktor
Federsteifigkeit D – Dämpfungsgrad
kF N/m Fahrbahnsteifigkeit DLF – dynamischer Lastfaktor,
l m Spannweite dynamischer Vergröße-
rungsfaktor
m kg Masse, Masse drehender
Teile E N/m2 Elastizitätsmodul
m0 kg Referenzwert der Masse EE Nm eingetragene Energie bei
Bauverfahren
mR kg Radsatz-Masse
–8– VDI 2038 Blatt 1 Entwurf

Formel– Einheit Benennung Formel– Einheit Benennung


zeichen zeichen
E0 Nm Energie-Bezugsgröße (i. A. SFF(f) N2/Hz Matrix der Leistungsdichten
1 kNm) der Kräfte
F N einwirkende Kraft allge- SFu(f) Nm/Hz Matrix der Kreuzleistungs-
mein, Achslast dichten aus Kräften und
F N Effektivwert der eingeleite- Verschiebungen
ten Kraft je Terz S (f ) dim2/hz Leistungsdichtespektrum
F(t) N Erregerkraftvektor im Zeit- einer Größe mit der Dimen-
bereich sion dim
SQQ(f) (N/m2)2/Hz Leistungsdichtespektrum
F̂ i" ! N komplexe Amplitude des
Erregerkraftvektors der Windlast
Fq N Quertriebskraft Svv(f) (m/s)2/Hz Leistungsdichtespektrum
der Geschwindigkeit
FA N Lagerkraft einer Decke
Sr – Strouhalzahl
Fd N dynamische Kraft
T s Mittelungsintervall
FG N Gewicht, Gewichtskraft
u m, rad Verschiebungsvektor
Fpv N vertikale Personen-
Anregekräfte û m, rad komplexe Amplitude des
Verschiebungsvektors
Fph N horizontale Personen-
Anregekräfte U – Übertragungsfunktion
G N/m2 Schubmodul, Gleitmodul V – Vergrößerungsfunktion
H m/N Frequenzgangmatrix der Z Ns/m Impedanz
Verschiebungen – Abnahme-Exponent
H m Bauwerkshöhe  – i-ter Fourier-Koeffizient
i
4 
I m Flächenträgheitsmoment – Energieexponent
I2
– Turbulenzintensität  – Kohärenzfunktion

IF – Indikatorfunktion m statische Durchsenkung in
K N/m Steifigkeitsmatrix Gleichung (2)

KB m/s frequenzbewertetes Erschüt- 1/s Abklingkoeffizient

terungssignal – Frequenzbeiwert
L m charakteristische Störwel-  mm/s empirischer Beiwert zur
lenlänge Kalibrierung
dB Pegel der energetisch gemit-  rad Phasenwinkel
La
telten Beschleunigungen
m Wellenlänge einer Schwin-
La dB Terzpegel der Beschleuni- gung
gung = 20 log(a/a0)
i rad/s komplexer Eigenwert zum
LF dB Terzpegel der Kraft j-ten Eigenvektor
M kg Massenmatrix
– Massenverhältnis
Q m/s Wuchtgüte – Querkontraktionszahl
R Jahr Wiederkehrperiode – Verlustfaktor
Re – Reynoldszahl 2
m /s kinematische Zähigkeit der
L

Sa m/s 2
Antwortspektrum der Be- Luft
schleunigung kg/m3 Dichte allgemein
Suu(f) 2
m /Hz Matrix der Leistungsdichten kg/m 3
Dichte des Bodens
B
der Verschiebung  N/m 2
Spannung
Entwurf VDI 2038 Blatt 1 –9–

Formel– Einheit Benennung tem sekundärem Luftschall (Abschnitt 5.2.3)


zeichen und/oder
0 rad/s Eigenkreisfrequenz des schwingungsanfälligen Konstruktionen
ungedämpften Systems (Abschnitt 5.2.4).
 – logarithmisches Dekrement 5.2.1 Besondere dynamische Fremd-
 – Gewichtsfaktor der modalen einwirkungen am Standort
Analyse Eine baudynamische Untersuchung kann – auch
bei nicht schwingungsanfälligen Konstruktionen
m, rad Matrix der Eigenschwin-
und ohne besondere Anforderungen – erforderlich
gungsformen des
werden, wenn am Standort des Bauvorhabens be-
ungedämpften Systems
sondere dynamische Einwirkungen vorliegen, ins-
m, rad Matrix der komplexen besondere:
Eigenschwingungsformen
schienengebundene Verkehrswege im Abstand
des gedämpften Systems
< 100 m
, rad/s Erreger-Kreisfrequenz
Gewerbe mit erschütterungsintensiven Geräten
(z. B. Sägegatter, Pressen, Papierfabriken,
5 Methoden und Vorgehensweisen in Schiffswerften) im Abstand < 500 m
der Baudynamik hinsichtlich der
Gebrauchstauglichkeit Steinbrüche mit Gewinnungssprengungen,
Bergbau im Abstand < 2000 m
5.1 Übersicht
Sprengungen bei Baumaßnahmen im Abstand
Bei konventioneller Bauweise mit Standardnut- < 500 m über einen für die Gebrauchstauglich-
zungen im Hochbau (Wohnnutzung/Büronutzung keit relevanten Zeitraum
mit normalen Anforderungen) ist die Gebrauchs-
sonstige Bautätigkeit mit Erschütterungseinwir-
tauglichkeit hinsichtlich dynamischer Einwirkun-
kungen sowie Abbrucharbeiten in der Nachbar-
gen meist – auf der sicheren Seite liegend – über
schaft im Abstand < 100 m mit für die
die Nachweise der Tragfähigkeit und die bauakus-
Gebrauchstauglichkeit relevanter Dauer
tische Planung gewährleistet. Das heißt, die
Gebrauchstauglichkeit stellt oft kein bemessungs- Die angegebenen Abstände sind ungefähre Größen,
relevantes Kriterium dar und wird damit häufig bei denen in der Regel bei konventioneller Bau-
nicht explizit betrachtet. In einigen Fällen kann sie weise mit Standardnutzungen im Hochbau von
jedoch hinsichtlich der Schwingungen von Bau- keiner Beeinträchtigung ausgegangen werden
werken bemessungsrelevant werden. muss. Bei ungünstigen Randbedingungen, insbe-
sondere ungünstigem Baugrund, können auch
Zur Einschätzung, inwieweit baudynamische Zu-
Quellen in größeren Entfernungen relevant werden.
satzbetrachtungen erforderlich sind, müssen ver-
schiedene Gesichtspunkte herangezogen werden. 5.2.2 Besondere dynamische Einwirkungen
In diesem Abschnitt wird abgegrenzt, unter wel- aus der Nutzung
chen Voraussetzungen und zu welchem Zeitpunkt Eine baudynamische Zusatzbetrachtung kann –
die baudynamische Beratung und Planung zur Ge- auch bei nicht schwingungsanfälligen Konstruktio-
währleistung einer ausreichenden Gebrauchstaug- nen und ohne besondere Anforderungen – erforder-
lichkeit in den Planungsprozess integriert werden lich werden, wenn innerhalb des Bauwerks beson-
muss und wer dafür verantwortlich ist. dere dynamische Einwirkungen vorliegen, insbe-
5.2 Erfordernis einer baudynamischen sondere:
Beratung und Planung Erschütterungen durch emittierende Labor- oder
Eine baudynamische Untersuchung zur Gewähr- Werkstatteinrichtungen (z. B. Hämmer, Pres-
leistung der Gebrauchstauglichkeit wird erforder- sen, Schlagscheren, Fallwerke)
lich bei Erschütterungen durch emittierende Einrichtun-
besonderen dynamischen Fremdeinwirkungen gen für Transport und Produktion (z. B. Pa-
(Abschnitt 5.2.1) und/oder piermaschinen, Schwingförderer, Flurförderer,
Pressen, Kräne)
besonderen dynamischen Einwirkungen aus der
Nutzung (Abschnitt 5.2.2) und/oder Bei von Menschen durch Sportaktivitäten induzier-
ten Schwingungen (z. B. Tanz-, Ballettschule, Fit-
nutzungsbedingten erhöhten Anforderungen an
nessstudio, Turnhalle) wird eine Abstimmung
den Schutz vor Schwingungen und abgestrahl-
– 10 – VDI 2038 Blatt 1 Entwurf

empfohlen. Sofern keine schwingungsanfälligen


Konstruktionen und keine besonderen Anforderun-
gen vorliegen, ist hier meist keine Zusatzbetrach-
tung erforderlich.
Eine baudynamische Zusatzbetrachtung ist auch
für typische haustechnische Anlagen von Wohn-
und Bürogebäuden in der Regel nicht erforderlich,
da hier normalerweise die Anforderungen an den
Körperschall zu bauakustischen Vorgaben und
angepassten Lösungen führen, die auch den Anfor-
derungen an den Erschütterungsschutz genügen.
5.2.3 Nutzungsbedingte erhöhte Anforderun-
gen an die Gebrauchstauglichkeit
Eine baudynamische Zusatzbetrachtung kann – Bild 2. Erforderliche statische Ersatzsteifigkeit in
auch bei nicht schwingungsanfälligen Konstruktio- Abhängigkeit von der Eigenfrequenz f0 der Struktur
nen und ohne besondere dynamische Einwirkun-
gen – erforderlich werden, wenn im Bauvorhaben Dabei kann die Eigenfrequenz f0 für einfeldrige
besondere Nutzungen mit erhöhten Anforderungen Systeme näherungsweise über die Durchsenkung
an die Gebrauchstauglichkeit vorliegen, insbeson- unter Eigengewicht ermittelt werden nach der
dere: Gleichung

erhöhte Anforderungen an die Erschütterungs- 1 g!
f0 "   (1)
armut am Aufstellort hochsensibler Geräte in 2
Laboren, in medizinischen Behandlungsräu-
Darin ist # der Gewichtsfaktor der modalen Analy-
men, Fertigungsstätten miniaturisierter Kompo-
se bei Normierung auf die Größtverschiebung. Für
nenten, Versuchseinrichtungen
Abschätzungen genügt in der Regel # = 1,3; für
erhöhte Anforderungen an den Grundgeräusch- Ein-Massen-Schwinger ist # = 1.
pegel (z. B. Aufnahmestudios, höchstwertige
Für mehrfeldrige Systeme mit Durchlaufwirkung
Aufenthaltsräume)
sind genauere Betrachtungen erforderlich.
5.2.4 Schwingungsanfälligkeit des Gebäudes Eine für die Gebrauchstauglichkeit relevante
Eine baudynamische Zusatzbetrachtung kann – Schwingungsanfälligkeit hinsichtlich winderregter
auch ohne besondere Anforderungen und ohne Schwingungen liegt vor (vgl. Abschnitt 7.7) für:
besondere dynamische Einwirkungen – erforder- böenerregte Schwingungen gemäß DIN 1055-4
lich werden, wenn das Bauwerk eine erhöhte für Bauwerke, die als Kragträger wirken, „wenn
Schwingungsanfälligkeit aufweist. die Verformungen unter Windeinwirkungen
Eine Schwingungsanfälligkeit hinsichtlich perso- durch Böenresonanz um mehr als 10 % vergrö-
neninduzierter Schwingungen (vgl. Abschnitt 7.5) ßert werden“, und bei Gebäuden mit mehr als
liegt vor, wenn 25 m Höhe oder ersten Eigenfrequenzen
das Bauwerk als Ganzes oder Teile davon (Ge- < 1 Hz;
schossdecken, Treppenläufe oder sonstige von wirbelinduzierte Schwingungen gemäß
Personen begangene Bauteile) Eigenfrequenzen DIN 1055-4, sofern die kritische Windge-
unterhalb von 9 Hz aufweisen und/oder schwindigkeit vkrit kleiner als die 1,25-fache
das Flächengewicht von Geschossdecken, Bemessungswindgeschwindigkeit vm ist
Treppenläufen oder sonstigen von Personen be- 5.3 Einbindung der Baudynamik in Planung
gangenen Bauteilen weniger als 200 kg/m2 be- und Auslegung
trägt und die statische Ersatzsteifigkeit des Sys- Nachdem häufig eine explizite baudynamische
tems unter einer Last in Feldmitte unterhalb des Planung und Auslegung nicht erforderlich ist, liegt
in Bild 2 dargestellten Grenzwerts liegt. die Verantwortung für die zeitgerechte Einbindung
bei den anderen an der Planung beteiligten Gewer-
ken.
Entwurf VDI 2038 Blatt 1 – 11 –

Hinweise zur Erfordernis einer baudynamischen bei nutzungsbedingten erhöhten Anforderungen


Untersuchung sollten erfolgen bei (Abschnitt 5.2.3) durch Grenzwerte bzw. Erfah-
besonderen dynamischen Fremdbelastungen am rungswerte von Nutzern bzw. Geräteherstellern.
Standort (Abschnitt 5.2.1) durch den Entwurfs- Gegebenenfalls werden Messungen an ver-
verfasser und/oder die genehmigende Behörde gleichbaren Geräten durchgeführt.
(nicht in jedem Fall). Spätester Zeitpunkt der bei Schwingungsanfälligkeit des Gebäudes
Einbindung: Grundlagenermittlung, (Abschnitt 5.2.4) durch baudynamische Be-
besonderen dynamischen Belastungen aus der rechnungen oder Abschätzungen auf der siche-
Nutzung (Abschnitt 5.2.2) durch den Entwurfs- ren Seite; bei Umbauten oder Umnutzung des
verfasser oder den Planer der die Erschütterun- Gebäudes durch konservative Abschätzungen
gen auslösenden Einrichtungen (Haustechnik- oder Messungen
planer, Planer der Laboreinrichtungen). Im Rahmen der Planungs- und Ausführungsphase
Spätester Zeitpunkt der Einbindung: im Regel- ist zu berücksichtigen, dass baudynamische Unter-
fall Entwurfsplanung, bei erschütterungsinten- suchungen mit unterschiedlichen Prognoseun-
siven Einrichtungen mit gegebenenfalls konzep- sicherheiten behaftet sind.
tionellen Konsequenzen bereits Grundlagener- Zur Eingrenzung der Sicherheit theoretischer
mittlung Prognosen spielen in der Baudynamik flankierende
nutzungsbedingten erhöhten Anforderungen messtechnische Untersuchungen eine große Rolle,
(Abschnitt 5.2.3) durch den Nutzer und/oder z. B.
den Entwurfsverfasser. Spätester Zeitpunkt der Messungen der realistischen dynamischen Ein-
Einbindung: Grundlagenermittlung wirkungen
Schwingungsanfälligkeit des Gebäudes (Ab- Festlegung der realistischen Anforderungen
schnitt 5.2.4) durch den Tragwerksplaner. Spä- über baudynamische Messungen
tester Zeitpunkt der Einbindung: Vorplanung.
Zuschärfung der Prognosegenauigkeit durch
5.4 Vorgehensweisen bei der baudynami- ergänzende baudynamische Messungen wäh-
schen Planung und Auslegung rend der Bauzeit als Grundlage zur Festlegung
Die Einbindung in die baudynamische Planung und von Maßnahmen
Auslegung erfolgt sowohl während der Grundla- ergänzende Messungen zu relevanten Kennda-
genermittlung als auch in der Planungs- und Aus- ten (dynamische Steifigkeiten, Materialien,
führungsphase. Im Rahmen der Grundlagenermitt- Dämpfungseigenschaften, Einfügungsdämmun-
lung und der Entwurfsplanung wird die grundsätz- gen)
liche Machbarkeit der Einhaltung der Anforderun-
Einige baudynamische Maßnahmen bedürfen in
gen an die Gebrauchstauglichkeit geprüft. Dabei
jedem Fall einer messtechnischen Eingrenzung der
können bei besonderen dynamischen Belastungen
Gegebenheiten nach Fertigstellung (z. B. müssen
am Standort (Abschnitt 5.2.1) Abstimmungspro-
Schwingungstilger genau auf die tatsächlichen
zesse hinsichtlich der Machbarkeit von Maßnah-
Verhältnisse ausgelegt werden). Sie können daher
men an der Quelle erforderlich werden.
erst zum Abschluss der Ausführungsphase detail-
Die Grundlagen für die baudynamischen Untersu- liert werden.
chungen werden in der Regel folgendermaßen
Baudynamische Messungen (siehe Blatt 2, Ab-
ermittelt bzw. bereitgestellt:
schnitt 3) beinhalten die Messwerterfassung, die
bei besonderen dynamischen Fremdbelastungen Analyse und die Parameteridentifikation für nume-
am Standort (Abschnitt 5.2.1) durch Abschät- rische Modelle.
zungen auf der sicheren Seite oder Messungen Der Ablauf der baudynamischen Planung ist in
bei besonderen dynamischen Belastungen aus Bild 3 dargestellt.
der Nutzung (Abschnitt 5.2.2) durch theoreti- Die zugehörigen Elemente – Festlegung der An-
sche Betrachtungen und Erfahrungswerte im forderungen, Prognose, Messung und Definition
Rahmen von Abschätzungen auf der sicheren geeigneter Maßnahmen – werden in Blatt 2 dieser
Seite. Gegebenenfalls werden Messungen an Richtlinienreihe behandelt.
vergleichbaren Quellen durchgeführt.
– 12 – VDI 2038 Blatt 1 Entwurf

Bild 3. Ablauf einer baudynamischen Planung


5.5 Anmerkungen zum Sicherheitskonzept den Grundlagen zur Gebrauchstauglichkeit steht in
zur Gebrauchstauglichkeit DIN 1055-100: „Sofern nicht anders festgelegt,
In DIN 1055-100 1 ) finden sich Hinweise zu anzu- sollten die Anforderungen an die Gebrauchstaug-
setzenden Bemessungssituationen für den Nach- lichkeit in Bauverträgen oder in den Entwurfsun-
weis der Gebrauchstauglichkeit. Dieser bezieht terlagen geregelt werden“.
sich, bei nicht bleibenden Auswirkungen auf das Baudynamische Berechnungen sind – wie Berech-
Bauwerk, auf die in der Norm definierten „häufi- nungen zur statischen Auslegung von Gebäude-
gen“ und „quasi-ständigen“ Einwirkungen. Der strukturen – mit Unsicherheiten behaftetet. Bei
anzustrebende Zielwert des Zuverlässigkeitsindex vielen Fragestellungen zur Dynamik gibt es jedoch
liegt dabei erheblich unterhalb des Zielwerts für keine eindeutige „sichere“ Seite. So können z. B.
die Tragfähigkeit. Während der Nutzung des Bau- Überdimensionierungen, die im Sinn einer konser-
werks wird in den einschlägigen Bemessungsnor- vativen statischen Auslegung unproblematisch und
men eine mögliche Verletzung der Kriterien für die sicher sind, in der Dynamik zu einer Verschiebung
Gebrauchstauglichkeit bei nicht bleibenden Aus- der Eigenfrequenzen in den kritischen Frequenzbe-
wirkungen auf das Bauwerk in Kauf genommen. reich der Anregung und damit zu Resonanzüber-
Inwieweit dies auch für dynamische Einwirkungen höhungen führen. Es sollte daher vor baudynami-
akzeptiert werden kann, muss einvernehmlich mit schen Berechnungen eine qualitative Einschätzung
dem Bauherrn geklärt werden. Zu den anzusetzen- der mit der Berechnung und Auslegung verbunde-
————— nen Prognoseunsicherheit erfolgen. Dies ist auch
1)
DIN 1055-100 bezieht sich zwar hinsichtlich der Bemes- zur Bewertung der – im Gegensatz zur statischen
sungsregeln auf die Grenzzustände von Tragwerken unter Auslegung in der Dynamik einfachen – messtech-
statischen Lasten. Es werden dort jedoch bemessungsrelevante nischen Überprüfung des Ergebnisses sinnvoll.
Unterschiede zwischen Tragsicherheit und Gebrauchstaug-
Hinweise hierzu sind im Anhang gegeben.
lichkeit erläutert.
Entwurf VDI 2038 Blatt 1 – 13 –

6 Dynamische Einwirkungen, Übersicht der Praxis Bedeutung haben, ergänzt um Anmer-


In Tabelle 1 sind die wichtigsten dynamischen kungen zur Erreger-Funktion und um Hinweise auf
Einwirkungen auf Bauwerke, Bauteile und andere einschlägige Normen und Richtlinien.
relevante Anlagenteile zusammengestellt, die in
Tabelle 1. Dynamische Einwirkungen

Zeile Einwirkung Anmerkung Hinweis

1 Betriebliche Einwirkungen
Maschinen mit rotierenden Massen periodisch DIN 4024
Maschinen mit oszillierenden Massen periodisch VDI 3838
Fluid-Anregungen in Komponenten periodisch – z. B. Druckpulsationen VDI 3842
transient – z. B. Druckstöße
Transporte in Gebäuden, Flurförderer transient
Glockenläuten periodisch DIN 4178
2 Verkehrs-Einwirkungen
Schienenverkehr transient DIN 4150-2
Straßenverkehr transient DIN 4150-2
Schiffsverkehr periodisch – Unterwasserschall
Luftverkehr periodisch – tieffrequenter Schall
3 Einwirkungen aus Personenverkehr ISO 10137
Gehen, Laufen periodisch – z. B. Fußgängerbrücken
Springen, Hüpfen, Tanzen periodisch – z. B. Decken, Flure
Wippen periodisch – z. B. Tribünen
4 Einwirkungen aus Baumaßnahmen DIN 4150
Rütteln, Verdichten periodisch/stoßartig
Vibrationsrammen periodisch
Schlagrammen stoßartig/periodisch
Meißelarbeiten stoßartig/periodisch
Sprengungen stoßartig

Abbruch, Lastabsturz stoßartig

Baustellenverkehr transient/stoßartig

5 Windeinwirkungen DIN 1055-4


Böigkeit stochastisch ISO 4354
Wirbel-Ablösung (selbsterr. Schw.) periodisch, angefachte Schwingung
Galloping (selbsterr. Schw.) angefachte Schwingung
Flattern, Interferenz (selbsterr. Schw.) angefachte Schwingung
6 Störfälle, Sonderlasten transient
Erdbeben DIN 4149
Explosionsdruckwellen
Aufprall von Flugzeugen/Flugkörpern
Anprall von Schiffen/Fahrzeugen
Berstvorgänge bei hochenergetischen Behäl-
tern
Maschinenhavarien
– 14 – VDI 2038 Blatt 1 Entwurf

Von den in Tabelle 1 angesprochenen dynami- Dies gilt in gleicher Weise bei dynamischen Ein-
schen Einwirkungen werden im Folgenden nur wirkungen aus Wind auf Türme, Maste und
diejenigen explizit behandelt, die planmäßig im Schornsteine ohne Publikumsverkehr sowie bei
Hinblick auf die Gebrauchstauglichkeit Bedeutung allen aeroelastischen Phänomenen, die im Hinblick
haben. So werden als Erstes Einwirkungen, bei auf die Tragfähigkeit vermieden werden müssen,
denen es ausschließlich um die Einhaltung von und für die dann normalerweise kein Nachweis der
Grenzzuständen der Tragfähigkeit geht, ausge- Gebrauchstauglichkeit erforderlich ist. Ferner ent-
klammert. Dies gilt vor allem für den Lastfall Erd- fallen in der Regel dynamische Belastungen von
beben, für den mit DIN 4149 und EC8 aktuelle Maschinenfundamenten, Maschinengerüsten und
Normenwerke vorliegen und bei dem in der Regel Betriebsgebäuden erschütterungsintensiver Ma-
nur die Tragfähigkeit von Bauwerken und gegebe- schinen. Hier definiert sich die „Gebrauchstaug-
nenfalls einige risikorelevante Komponenten nach- lichkeit“ neben der Tragfähigkeit der Konstruktion
gewiesen werden. Es sei aber darauf hingewiesen, zumeist durch eine Begrenzung der Lagerbock-
dass im Rahmen schutzziel orientierter Auslegung schwingungen der Maschinen selbst. Entsprechen-
(performance based design) als Grenzfall höchster de Untersuchungen können natürlich mit den hier
Ansprüche auch Gebrauchstauglichkeits-Anfor- angegebenen Methoden unter Berücksichtigung
derungen denkbar sind. von DIN 4024 durchgeführt werden. Die Ergebnis-
Dies gilt sinngemäß auch für andere Störfälle oder se sind dann jedoch mit den maschinenspezifischen
Sonderlasten wie externe Explosionsdruckwellen, Grenzwerten (z. B. ISO 10816) zu vergleichen.
Aufprall von Flugzeugen und anderen Flugkör- Auch hierauf wird in der Richtlinienreihe
pern, Anprall von Schiffen oder Fahrzeugen, Ab- VDI 2038 nicht explizit eingegangen. Derartige
sturz und Aufprall von schweren Lasten, anlagen- Maschinen erlangen im Rahmen der VDI 2038 erst
interne Explosionen und Druckwellen aus Bersten dann Bedeutung, wenn sie als Fremdstörungen auf
hochenergetischer Behälter oder für Maschinenha- sensible Bereiche einwirken.
varien. In all diesen Fällen geht es primär um Per- Schließlich werden die dynamischen Einwirkungen
sonenschutz durch Gewährleistung der Tragfähig- auf „Fliegende Bauten“ und insbesondere
keit der Hauptanlagenteile und in der Regel nicht Gebrauchstauglichkeitsfragen bei Fahrgeschäften
um Gebrauchstauglichkeit. Sollte diese im Einzel- ausgeklammert, da dies ein eigenes Spezialgebiet
fall doch zum Tragen kommen, können die Unter- ist.
suchungsmethoden entsprechend VDI 2038 Blatt 2 Alle in Tabelle 1 genannten Einwirkungen erzeu-
und Blatt 3 eingesetzt werden. Im Gegensatz zum gen Schwingungen (Erschütterungen), die oberhalb
Lastfall Erdbeben fehlen hier aber weitgehend einer bestimmten Schwelle, der Fühlbarkeits-
normative Angaben zur quantitativen Beschrei- schwelle, mehr oder minder deutlich spürbar sind.
bung der Einwirkungen. Diese müssen dann erst Besonders die Zeilen 1, 2 und 4 in den genannten
problembezogen abgeleitet und definiert werden. Einwirkungen führen darüber hinaus zu von Anla-
Des Weiteren werden solche Einwirkungen nicht genteilen abgestrahltem sekundärem Luftschall,
weiter behandelt, die an Orten auftreten, an denen der sich zusätzlich als hörbare, überwiegend
normalerweise keine Gebrauchstauglichkeits- tieffrequente Störung bemerkbar machen kann und
Anforderungen bestehen. Beispielhaft zu nennen daher in VDI 2038 Blatt 3 ergänzend betrachtet
sind hier Glockentürme, die durch die Pendelkräfte wird.
der Glocken angeregt werden, in denen aber in Die von den dynamischen Einwirkungen erzeugten
aller Regel kein ständiger Aufenthalt von Men- (primären) Schwingungen können ferner von se-
schen vorgesehen ist, der entsprechende Begren- kundären Schwingungserscheinungen begleitet
zungen erfordert. Natürlich aber sind auch hier sein – z. B. Klirren von Gläsern, Klappern von
Ausnahmesituationen denkbar, z. B. Anordnung Gegenständen, Vibrieren von Bildschirmen. Diese
von Gemeindebüros im Glockenturm oder Auf- Sekundäreffekte können den Grad der subjektiven
hängung der Glocken in der Gebäudekonstruktion Belästigung durch solche Erschütterungen deutlich
selbst, sodass doch Fragen der Gebrauchstauglich- erhöhen, sind aber normalerweise nicht Gegens-
keit auftreten. In solch einem Fall können die Ein- tand einer normativen Beurteilung; sie werden
wirkungen und die Strukturantworten auf Basis der daher auch nicht in dieser Richtlinie behandelt.
DIN 4178 ermittelt und den in VDI 2038 Blatt 2
und Blatt 3 angegebenen Anhaltswerten der
Gebrauchstauglichkeit problembezogen gegenüber
gestellt werden.
Entwurf VDI 2038 Blatt 1 – 15 –

7 Relevante dynamische Einwirkungen Im Rahmen der Baudynamik relevant sind hier


hinsichtlich der Gebrauchstauglichkeit nur Einwirkungen aus
7.1 Anregungsarten und ihre mathemati- ! Wechselwirkungen zwischen Bauwerks- und
schen Darstellungen Fahrzeugschwingungen (Brückenbauwerke
Dynamische Einwirkungen sind im Prinzip immer mit bewegten Lasten)
mit im oder am System angreifenden zeitveränder- ! veränderlichen Steifigkeiten von Fahrwegen
lichen Kräften verbunden. Zur mathematischen (z. B. Schienenstützpunkt/Schwellenfach).
Beschreibung ist es jedoch vorteilhaft, die Einwir- Zur Beschreibung der Einwirkungen werden unter-
kungen wie folgt zu unterscheiden: schieden:
Krafterregung: hinsichtlich ihres Zeitverlaufs:
Einwirkungen, die vorteilhaft über innere oder deterministisch (harmonisch, periodisch, tran-
äußere am System angreifende Kräfte beschrie- sient) oder stochastisch
ben werden. Diese können mechanisch über den
hinsichtlich ihrer Ortsverteilung:
Kontakt mit Bauelementen oder auch über die
angrenzende Luft oder angrenzende flüssige Punktquelle, Linienquelle, Flächenquelle, sto-
Medien eingeleitet werden. Hierzu zählen Ein- chastisch verteilte Quellen
wirkungen aus Durch die dynamischen Eigenschaften der Struktu-
! ortsfestem Betrieb von Maschinen in Ge- ren auf den Übertragungswegen ergeben sich Fre-
bäuden (Motoren, Pressen, Verdichter, quenzbereiche mit besonders guter Anregbarkeit
Schwingförderer etc.), (nahe relevanter Eigenfrequenzen) und geringer
Anregbarkeit (abseits relevanter Eigenfrequenzen).
! Betrieb bewegter Maschinen in Gebäuden Dieses Verhalten kann mittels Übertragungsfunkti-
(Krane, Flurförderer etc.), onen beschrieben werden, die sich aus dem Ver-
! Personen (Gehen, Laufen, Hüpfen, Tanzen hältnis von Antwort am Empfänger und anregender
etc.), Kraft bzw. Fußpunktbewegung ergeben. Das so
! Bau- und Abbrucharbeiten in Gebäuden, modifizierte Signal am Empfänger ist dann ent-
sprechend VDI 2038 Blatt 2 und Blatt 3 hinsicht-
! Wind, Druckwellen und tieffrequentem
lich Gebrauchstauglichkeit zu bewerten und bei zu
Lärm.
großen Werten durch geeignete Maßnahmen zu
Fußpunkterregung: reduzieren.
Einwirkungen, die vorteilhaft über am Lager- Die Erregung kann – abhängig von der Art der
punkt des zu betrachtenden Systems (z. B. am verfügbaren Daten – auf verschiedene Weise ma-
Fundament, am Auflager, im Baugrund) angrei- thematisch dargestellt werden.
fende Beschleunigungen beschrieben werden.
Anmerkung: B i l d 4 a zeigt den Zeitverlauf einer Kraft F(t)
Hierzu zählen Einwirkungen aus oder einer Fußpunktbeschleunigung a(t), B i l d 4 b bis
! Verkehr in der Nachbarschaft (Straße, B i l d 4 f die zugehörigen spektralen Darstellungen, jeweils in
Schiene, Wasserweg), linearer und logarithmischer Darstellung auf der Frequenzach-
se.
! Maschinenbetrieb in der Nachbarschaft,
Würde das Zeitsignal über einen unendlich langen
! Baumaßnahmen in der Nachbarschaft Zeitraum periodisch wiederholt, so führte der Ü-
(Rammen, Verdichten, Abbruch etc.), bergang in den Frequenzbereich zur Fourierreihe
! fallenden Massen (Fallwerke, Lastabsturz, mit einem diskreten Linienspektrum (Bild 4b).
Abbruchsprengungen etc.) in der Nachbar- Tritt das Zeitsignal (Bild 4a) nur einmal auf (tran-
schaft, sient), so führt die Transformation in den Fre-
! Gewinnungssprengungen in der Nachbar- quenzbereich zum kontinuierlichen Fourier-
schaft, spektrum (Bild 4c) mit „unendlich dicht“ liegenden
spektralen Anteilen. Für die Aufbereitung über
! Schiffsbetrieb auf benachbartem Gewässer.
Terz- oder Oktavspektren wird das Zeitsignal über
Parametererregung: ein elektrisches Netzwerk gefiltert (Bandpass), das
Dynamische Einwirkungen, die durch zeit- nur Signalanteile innerhalb eines bestimmten Fre-
bzw. bei bewegten Lasten ortsveränderliche Pa- quenzbandes durchlässt (DIN EN 61260). Nähe-
rameter hervorgerufen werden und vorteilhaft rungsweise werden Terz- bzw. Oktavspektren auch
über diese Mechanismen beschrieben werden. durch energetische Zusammenfassung der spektra-
len Anteile einer Fourierreihe innerhalb jeweils
– 16 – VDI 2038 Blatt 1 Entwurf

einer Terz bzw. Oktave gebildet. Ein Terzspektrum ein allgemein gültiges Ergebnis ein ganzes Kollek-
(Bild 4d) kann als Balkendiagramm dargestellt tiv von Belastungsfunktionen betrachtet werden
werden. Neben Terz- und Oktavspektren werden muss. Die Darstellungen in Bild 4d bis Bild 4f
auch 1/12 Oktavspektren verwendet. führen wegen des Phasenverlusts definitionsgemäß
Von Fourierreihe und Fourierspektrum ist hier zu einer Näherung, haben aber den Vorteil, dass
jeweils nur das Amplitudenspektrum dargestellt, es durch Bildung eines einhüllenden, geglätteten
existiert jedoch zusätzlich jeweils ein Phasenspekt- (Bemessungs-)Spektrums eine für eine ganze Klas-
rum, sodass die vollständige Zeitinformation erhal- se von Ereignissen abdeckende Auslegung möglich
ten bleibt und die Transformation umkehrbar ist. ist.
Dies gilt für Terzspektrum (Oktavspektrum) und Diese Erläuterungen zu den Anregungsarten und
die weiteren spektralen Darstellungen (Bild 4e) ihrer mathematischen Darstellung dienen hier nur
und (Bild 4f) nicht mehr. Hier existiert nur noch zur Veranschaulichung. Daher wird auf die mit der
die Amplitudeninformation, die Phaseninformation Digitalisierung zusammenhängenden Probleme
ist verloren. Diese Darstellungen führen daher nicht näher eingegangen; hierzu wird auf
planmäßig zu Näherungsverfahren hinsichtlich der DIN 45672 und VDI 3839 Blatt 1 sowie z. B. auf
Überlagerung einzelner modaler Anteile. [1; 2; 3] verwiesen. Die mathematischen Definitio-
Darstellung (Bild 4e) zeigt zu dem Zeitverlauf nen der oben genannten Spektraldarstellungen aus
(Bild 4a) das einseitige Leistungsdichtespektrum, der Signalanalyse finden sich in VDI 2038 Blatt 2,
als Eingangsgröße für stochastische Rechenverfah- Anhang B und Anhang C.
ren.
Bild 4a bis Bild 4e sind direkte Darstellungen des
Signals, die Unterschiede resultieren aus rein ma-
thematischen Umformungen, mit oder ohne Infor-
mationsverlust (Phaseninformation). Demgegen-
über werden die Darstellung von Antwortspektrum
bzw. Dynamischem Lastfaktor (DLF) über ein
mechanisches Hilfssystem, den Schwinger mit
einem Freiheitsgrad, gewonnen (Bild 4f). Antwort-
spektrum bzw. Dynamischer Lastfaktor stellen den
Betragsmaximalwert (beim DLF in der Regel auf 1
normiert) der Antwort dieses Schwingers dar, als
Funktion von dessen Eigenfrequenz f0 und den
Dämpfungsgrad D.
Die Darstellungen in Bild 4a bis Bild 4c ermögli- Bild 4a. Exemplarischer Zeitverlauf F(t) bzw. a(t)
chen für das Einzelereignis eine exakte Berech-
nung. Bei sich nicht identisch wiederholenden
Vorgängen ergibt sich aber der Nachteil, dass für

Bild 4b. Linienspektrum der Fourierreihe, hier nur Amplitudenspektrum F(f) bzw. a(f)
Entwurf VDI 2038 Blatt 1 – 17 –

Bild 4c. Fourierspektrum, hier nur Amplitudenspektrum F(f) bzw. a(f)

Bild 4d. Terzspektrum F(fTj) bzw. a(tTj) zu Bild 4c

Bild 4e. Spektrale Leistungsdichte SFF(f) bzw. Saa(f)


– 18 – VDI 2038 Blatt 1 Entwurf

Bild 4f. Antwortspektrum Sa(f0,D) bzw. gewichteter Dynamischer Lastfaktor F0 DLF (f0,D)
Anmerkung: Bei Bild 4b und Bild 4c ist die rechte Darstel- des Aufstellortes erzeugt, erzeugen die dynami-
lung, bei Bild 4d die linke Darstellung weniger gebräuchlich. schen Kräfte zeitabhängige Verformungen wd, also
Aus didaktischen Gründen schien jedoch eine vollständige Schwingungen (Bild 5). Die Schwingungen sind
Darstellung sinnvoll.
nicht nur von den dynamischen Kräften abhängig,
Die gleichen Darstellungsmöglichkeiten gelten sondern auch von den dynamischen Eigenschaften
natürlich auch für Antwortsignale und ermöglichen des Aufstellortes. Ein auf Fels gegründetes Fun-
dort die entsprechenden Bewertungen und Weiter- dament unter einer Maschine verhält sich signifi-
verarbeitungen. kant anders als eine Decke in einem Gebäude. Ein
starr gegründetes Fundament verhält sich anders
7.2 Maschinen
als ein elastisch gelagertes (schwingungsisoliertes)
7.2.1 Übersicht Fundament. Die maßgebenden Parameter sind die
Maschinen erzeugen statische Kräfte (Fs) und dy- dynamische Steifigkeit und die Dämpfung sowie
namische Kräfte (Fd), die auf ihren Aufstellort Eigenfrequenzen und Eigenschwingungsformen
einwirken. Die statischen Kräfte entsprechen dem des Fundaments.
Eigengewicht der Maschine, die dynamischen Die Frage, ob die von der Maschine erzeugten
Kräfte werden durch die beschleunigten Massen Schwingungen die planmäßige Nutzung des Bau-
der Maschinen sowie gegebenenfalls prozessbe- werks ermöglichen, ob also das Bauwerk für diese
dingt am Werkstück erzeugt. Meistens sind die Nutzung gebrauchstauglich ist, kann bei installier-
dynamischen Kräfte sehr viel kleiner als die Ge- ten Maschinen in der Regel anhand von Messun-
wichtskraft. Es gibt jedoch auch Maschinentypen gen beantwortet werden. Um die Frage der
(z. B. Schmiedehämmer) mit sehr großen dynami- Gebrauchstauglichkeit jedoch im Vorhinein plane-
schen Kräften. risch zu berücksichtigen, muss eine Prognosebe-
Während das Eigenwicht über die Zeit gleich blei- rechnung durchgeführt werden, die sich auf eine
bende Verformungen ws (statische Verformungen) geeignete Beschreibung der Einwirkungen stützt.

Bild 5. Prinzipskizze einer Maschine auf einer Decke


Entwurf VDI 2038 Blatt 1 – 19 –

Für Maschinen mit bekannten mechanischen Ab- Dabei ist


läufen können die dynamischen Kräfte rechnerisch Fd dynamische Kraft der Maschine (Massen-
ermittelt und meist formelmäßig angegeben wer- kraft)
den. Hierfür können weitestgehend einschlägige
m rotierende Masse
Normen herangezogen werden. Für Maschinen mit
nicht bekannten inneren Abläufen können diese Q Wuchtgüte nach DIN ISO1940 = 2 ·fa·e
Kräfte experimentell ermittelt werden. Die Be- em Massenexzentrizität der rotierenden Teile
schreibung geeigneter Ersatzverfahren enthält Ab- fa Erregerfrequenz, hier Drehfrequenz der
schnitt 7.8. Maschine
Sinnvollerweise werden die Maschinen entspre- Bild 6a zeigt als direkte Darstellung die nach
chend der Charakteristik der dynamischen Kräfte Gleichung (2) quadratisch mit der Frequenz anstei-
in Gruppen unterteilt (Tabelle 2). Zur weiteren gende Kraft. Bild 6b zeigt dazu als indirekte Dar-
Vertiefung siehe auch [4; 5; 6]. stellung den zugehörigen Dynamischer Lastfaktor
7.2.2 Maschinen mit rotierenden Massen (DLF), hier auch Vergrößerungsfunktion V ge-
nannt, eines Schwingers mit einem Freiheitsgrad
Bei Maschinen mit rotierenden Massen treten im-
für verschiedene Dämpfungsgrade. Die Kurven
mer Exzentrizitäten auf, die zu dynamischen Kräf-
gelten für quasi-stationäre Erregung und sind auf-
ten führen. Die dabei entstehende Kraftamplitude
getragen über dem Verhältnis von Erregerfrequenz
kann gemäß Gleichung (2) berechnet werden:
fa zu Eigenfrequenz f0 des ungedämpften Schwin-
Fd ! m Q 2 f a (2) gers.

Tabelle 2. Klassifizierung von Maschinentypen


Abschnitt Maschinentyp Last-Charakteristik Normen Beispiele
7.2.2 Maschinen mit rotie- periodisch DIN ISO 1940 Motoren
renden Massen DIN ISO 7919 Ventilatoren
DIN EN 60034 Turbinen
DIN 4024-1 u. -2 Rüttelgeräte
DIN ISO 10816 Zentrifugen
Generatoren
Rotationspumpen
7.2.3 Maschinen mit oszillie- periodisch VDI 3838 Kolbenmotoren
renden Massen DIN ISO 10816 Kolbenpumpen
Sägen
7.2.4 Maschinen mit Stoß- impulsartig DIN 4025 Schmiedehammer
lasten (zurückgezogen) Pressen
Fallanlagen
Hubanlagen
7.2.5 Maschinen mit unre- transient Packmaschinen
gelmäßigen Lasten Bestückungsautomaten
Schleifmaschinen
Fräsen

a) Lastfunktion b) Vergrößerungsfunktion (DLF)

Bild 6. Unwuchtbelastung eines Schwingers mit einem Freiheitsgrad


– 20 – VDI 2038 Blatt 1 Entwurf

7.2.3 Maschinen mit oszillierenden Massen die zu einer Reduktion der äußeren dynamischen
Kolbenmaschinen erzeugen durch die oszillieren- Kräfte führen. In der Regel werden die dynami-
den Massen planmäßige dynamische Kräfte. Die schen Kräfte vom Hersteller angegeben. Die dy-
Berechnung ist relativ komplex und kann nicht mit namischen Lasten können im Einzelfall sehr groß
Hilfe einer einfachen Formel durchgeführt werden. im Vergleich zu den statischen Lasten sein.
Meistens werden die dynamischen Kräfte vom Bild 8 zeigt als Beispiel eine symmetrische, drei-
Hersteller angegeben, wobei hier speziell die zu- ecksförmige Belastungsfunktion mit beliebiger
sätzlich zur Nenndrehzahl höheren und niedrigeren Stoßdauer ts und den zugehörigen Dynamischen
Ordnungen zu berücksichtigen sind. Lastfaktor DLF eines Schwingers mit einem Frei-
Bild 7 zeigt als Beispiel eine Last-Zeit-Funktion heitsgrad für verschiedene Dämpfungsgrade, auf-
sowie das Amplitudenspektrum der Fourier-Reihe getragen über dem Produkt Eigenfrequenz f0 mal
der Erregung eines unsymmetrischen Verdichters Stoßdauer ts.
in 2-Zylinder-Boxer-Bauweise mit horizontaler 7.2.5 Maschinen mit unregelmäßigen Lasten
Kurbelwelle und einer Betriebsdrehzahl von
Dieser Maschinentyp, der eine Vielzahl mechani-
496/min = 8,27 Hz. Angegeben ist hier die für die
scher Vorgänge vereinen kann, kommt sehr häufig
Fundamentauslegung maßgebende Kraft horizontal
vor. Da die Bewegungsabläufe oft noch produkt-
quer zur Kurbelwelle. Außer dem zeitabhängigen
und zeitabhängig variieren, können die dynami-
Antriebsmoment treten hier noch ein Moment um
schen Kräfte nur sehr schwer ermittelt werden. In
die Hochachse sowie eine Vertikalkraft auf.
diesem Fall können dann die Verfahren entspre-
7.2.4 Maschinen mit Stoßlasten chend Abschnitt 7.8 zur Anwendung kommen.
Maschinen, in denen Stoßvorgänge ausgelöst wer- Bild 9 zeigt als Beispiel einen an einer Schneid-
den, erzeugen fast immer relevante dynamische anlage gemessenen, in einem bestimmten Betriebs-
Kräfte. Zur Berechnung der Stoßkräfte müssen die zustand quasi-stationären Zeitverlauf der Schwing-
mechanischen Vorgänge bekannt sein. Einige Ma- geschwindigkeit und das zugehörige Fourier-
schinen sind mit Ausgleichsmassen ausgerüstet, Amplitudenspektrum.

a) Last-Zeit-Funktion b) Amplitudenspektrum der Fourier-Reihe

Bild 7. Beispiel einer horizontalen Erregerkraft eines unsymmetrischen Verdichters in 2-Zylinder-Boxer-


Bauweise

a) Last-Zeit-Funktion b) Dynamischer Lastfaktor (DLF)

Bild 8. Dreiecksförmige (stoßartige) Belastung der Dauer ts


Entwurf VDI 2038 Blatt 1 – 21 –

a) gemessener Zeitverlauf b) Fourier-Amplitudenspektrum

Bild 9. Beispielhafte Schwingungen an einer Schneidanlage

7.3 Verkehr stellt, und es werden Erläuterungen hinsichtlich


des Einflusses und des Zusammenwirkens der ein-
7.3.1 Schienenverkehr zelnen Parameter gegeben.
Die von einem Rad-Schiene-System ausgehenden
7.3.1.1 Fahrzeugeigenschaften
Erschütterungen werden in Wechselwirkung mit
Fahrbahn und Untergrund durch die Räder und Bei den Fahrzeugeigenschaften sind neben den
Achsen des Zuges erzeugt, wobei folgende Ursa- Fahrgeschwindigkeiten die ungefederten Radsatz-
chen wirksam werden: massen, die dynamischen Achslasten sowie die
Fahrzeuggeometrien (Achsabstände im Drehge-
periodische Schwankung der Fahrwegsteifigkeit
stell, Drehgestellabstände) für die Art und Größe
infolge diskreter Stützung der Schienen durch
der Erschütterungsentstehung von ausschlagge-
die Schwellen oder durch elastische Schienen-
bender Bedeutung. Da oftmals eine starke Variati-
lager (Stützungsabstand)
on hinsichtlich der genannten Parameter bei Fahr-
Unebenheiten der Schienenlauffläche und der zeugen des Stadt-, Nah- und Fernverkehrs auftritt,
Gleislage ist die Einteilung der Erschütterungsemissionen
Unrundheiten der Räder und Flachstellen auf nach Fahrzeugen des
den Radlaufflächen Stadtverkehrs mit Straßenbahnen,
Eigenschwingungen von Fahrzeugteilen, be- Nahverkehrs,
sonders der Drehgestelle und Biegeschwingun-
Fernverkehrs,
gen der Radsätze
Hochgeschwindigkeitsverkehrs sowie
Die dadurch erzeugten Schwankungen der Radauf-
standskräfte stellen für den Zug eine stationäre Güterverkehrs
Anregung dar, für das Gleis selbst sind sie eine erforderlich. Die Größe der auf den Oberbau wir-
punktförmige, stoßartige Belastung und für die kenden dynamischen Kraft F wird durch die unab-
Umgebung sind sie in unmittelbarer Gleisnähe gefederten Massen m des jeweiligen Zugtyps sowie
zunächst eine ausgedehnte Quelle, mit zunehmen- durch die unten genannten dynamischen Fahrbahn-
der Entfernung zum Gleis wiederum eine punkt- eigenschaften und Anregungsmechanismen be-
förmige Quelle. Zusätzlich werden an Störstellen stimmt. Die spektrale Verteilung der dynamischen
wie Kraft wird hauptsächlich durch die Fahrgeschwin-
Lücken, insbesondere an Weichen, digkeit sowie durch Fahrweggeometrien (Schwel-
lenabstand) und Fahrzeuggeometrien (Achsabstand
unebenen Schweißstellen und andere punktför-
im Drehgestell, Drehgestellabstand) festgelegt. Die
migen Schienenunebenheiten,
relevanten Anregungsfrequenzen bestimmen sich
hohl liegenden Schwellen und Fahrbahnüber- dann zu
gänge sowie
v
Widerlagern und Stützen von Brücken fa ! (3)
L
stoßartige Erschütterungen erzeugt, die sich für die wobei v die Fahrgeschwindigkeit und L eine cha-
Umgebung wie ortsfeste Punktquellen darstellen. rakteristische Störwellenlänge ist.
Im Folgenden sind die relevanten Einflussgrößen,
Fahrzeugeigenschaften, Anregungsmechanismen
sowie statisch/dynamische Eigenschaften von
Fahrweg und Untergrund zusammenfassend darge-
– 22 – VDI 2038 Blatt 1 Entwurf

7.3.1.2 Anregungsmechanismen Dabei ist


Hinsichtlich der Anregungsmechanismen ist nach mR Masse Radsatz
Kraftanregung (Unwuchten), mS anteilige Masse Schotter und Schwellen
Fußpunkterregung (Gleislagefehler, Unrund- (siehe auch DIN 45673-6)
heiten, Flachstellen) und kF Fahrbahnsteifigkeit
Parametererregung (veränderliche Fahrwegstei- fa Erregerfrequenz
figkeit) fu Radsatz-Untergrund-Eigenfrequenz
zu unterscheiden. Bei der Fahrt des Zuges über das u0 Amplitude der Fußpunkterregung
Gleis findet das Rad infolge der diskreten Auflage-
rung der Schienen auf den Schwellen eine verän- 7.3.1.3 Fahrweg und Untergrund
derliche Steifigkeit vor, was eine Parametererre- Die wesentlichen Einflussgrößen sind hier:
gung darstellt. Im normalen Schottergleis ist diese Oberbauart
Anregung auch bei idealem Gleis stets vorhanden. Streckenführung (Gerade, Kurve, Weiche)
Sie ist insbesondere bei Fahrzeugen im Stadt- und
Nahverkehr (niedrige Geschwindigkeiten) von Untergrundsteifigkeit
großer Bedeutung, da die erzeugten Frequenzen Untergrunddämpfung
dann im Bereich von Deckeneigenfrequenzen be- Neben den oben genannten Einflüssen des Zugtyps
nachbarter Gebäude liegen können. Gleislagefehler und den zugehörigen Anregungsmechanismen
sind eine Fußpunktanregung und Unwuchten eine werden die auf den Untergrund wirkenden dynami-
Kraftanregung. Die dadurch erzeugten Kräfte schen Kräfte in entscheidender Weise von der Stei-
nehmen mit der Fahrgeschwindigkeit quadratisch figkeit kF des Fahrweges einschließlich der Unter-
bis zu einer Grenzfrequenz (Radsatz-Untergrund- grundsteifigkeit und der Dämpfung bestimmt. Die
eigenfrequenz) zu, danach bleiben die Kräfte in dynamischen Kräfte werden größer bei größerer
etwa konstant (Bild 10). Fahrweg- und/oder Untergrundsteifigkeit. Hierbei
Die aus Gleisunebenheiten auf den Untergrund ist die Untergrundsteifigkeit beim Schottergleis im
wirkenden dynamischen Kräfte F̂u lassen sich bei Allgemeinen von großer Bedeutung, während sie
Kenntnis der anregenden harmonischen Schwin- bei der festen Fahrbahn eher vernachlässigbar ist.
gung u0 folgendermaßen abschätzen: Neben der Kraftgröße wird durch die kombinierte
Fahrweg-/Untergrundsteifigkeit die oben genannte
Für Grenzfrequenz festgelegt, ab der eine weitere
2
0 < fa < fu ist Fˆ u # ! mR $ mS " % u0 % ! 2 % f a " quadratische Zunahme der Kraft nicht mehr ein-
tritt.
fa > fu ist F̂u # k F % u0 (4)
1 kF
mit fu # 
2 mR

Bild 10. Typische Fahrzeug-Fahrweg-Übertragungsfunktionen eines Schottergleises, Einfluss der Boden-


steifigkeit (links) und der ungefederten Radsatzmasse (rechts)
Entwurf VDI 2038 Blatt 1 – 23 –

7.3.2 Straßenverkehr Der Verlauf der dynamischen Kräfte ist meist nicht
Im Straßenverkehr sind im Prinzip die gleichen bekannt und wird auch selten zum Zweck des Er-
Mechanismen wie beim Schienenverkehr wirksam. schütterungsschutzes berechnet. Die Lasten wirken
Die dynamischen Lasten entstehen hier durch Un- entweder direkt auf Bauwerke ein (z. B. Brücken)
ebenheiten der Fahrbahn und durch Unwuchten oder führen zu Schwingungen in angrenzenden
und Massenkräfte am schwingungsfähigen System Gebäuden. Beschädigungen, z. B. Risse in tragen-
„Fahrzeug auf elastischer Fahrbahn“. Stärke und den oder nicht tragenden Bauteilen, sind jedoch
Frequenz der Schwingungsanregung sind abhängig relativ selten. Es überwiegt die fühl- bzw. hörbare
von Beeinträchtigung der Benutzer von Gebäuden im
Nahbereich des Verkehrsweges bzw. die Beein-
Fahrzeugmasse,
trächtigung sensibler Geräte und Einrichtungen.
Fahrzeugkonstruktion, Schwingungen infolge des Straßenverkehrs werden
Fahrgeschwindigkeit und in der Literatur relativ selten behandelt.
Oberflächenbeschaffenheit der Fahrbahn (Rau- Eine gute Zusammenfassung der erschütterungsre-
igkeit, Schlaglöcher, Kanaldeckel etc.). levanten Effekte des Straßenverkehrs ist z. B. in
Die bei Straßenverkehr entstehenden dynamischen [8] zu finden. Bild 11 zeigt ein charakteristisches
Kräfte sind jedoch im Allgemeinen nur bei schwe- Lastbild für eine Anregung aus Straßenverkehr.
ren Fahrzeugen wie Lastkraftwagen und Omnibus- Weitere Angaben zu Straßenverkehrserschütterun-
sen von Bedeutung und auch dann zumeist nur bei gen enthält z. B. [9].
schlechtem Fahrbahnzustand (Schlaglöcher, Ka- 7.3.3 Magnetbahn
naldeckel). Durch konstruktive Gegebenheiten des Untersuchungen zum dynamischen Verhalten von
Fahrzeugaufbaus ist ein leeres Fahrzeug erschütte- Magnetbahnen wurden im Rahmen des Rad-
rungstechnisch häufig von größerer Bedeutung als Schiene-Forschungsprogramms und in jüngerer
ein beladenes Fahrzeug. Gelegentlich können auch Vergangenheit im Rahmen der Entwicklung neuer
Motorschwingungen, z. B. niederfrequenter Die- Fahrwegträger durchgeführt. Folgende Anre-
selbetrieb bei Bussen, zu merkbaren und unzuläs- gungsmechanismen erweisen sich aus Berechnun-
sig großen Erschütterungen führen. gen und Messungen an Versuchsträgern als be-
Der angeregte Frequenzbereich liegt üblicherweise deutsam:
im Bereich der Aufbaufrequenzen der Fahrzeuge a) Das mit der Geschwindigkeit v bewegte stati-
(etwa 1 Hz bis 3 Hz) sowie im Bereich der Fahrge- sche Lastbild der Fahrzeugmagnetkräfte be-
stelleigenfrequenzen (etwa 7 Hz bis 15 Hz). Bei wirkt eine periodische Anregung des Fahrwegs,
sehr weichem Boden kann es unter Umständen im deren Grundfrequenz von der Fahrgeschwin-
Bereich der Aufbaueigenfrequenzen zu größeren digkeit abhängt. Dies betrifft sowohl die verti-
Schwingungen kommen. Weiterhin können, wie kalen Kräfte aus dem Eigengewicht als auch die
beim Schienenverkehr, Anfahr- und Bremsvorgän- Horizontalkräfte aus Querbeschleunigungen in
ge von Einfluss sein. Kurven.

Bild 11. Typischer Zeitverlauf und zugehöriges Fourierspektrum einer Lkw-Vorbeifahrt


– 24 – VDI 2038 Blatt 1 Entwurf

b) Periodische Schwankungen in den übertragenen berücksichtigen. Die charakteristischen Geomet-


vertikalen Magnetkräften durch die Nut- Zahn- riedaten sind in Bild 12 zu sehen.
ausbildung des Langstators bewirken eine peri- Durch das bewegte Fahrzeug werden maßgeblich
odische Anregung des Fahrwegs, deren Grund- die dominierenden Frequenzen aus dem bewegten
frequenz von der Fahrgeschwindigkeit v ab- Fahrzeuglastbild in die Trägerlager übertragen.
hängt. Zusätzlich werden infolge der Fahrzeugüberfahrt
c) Parametererregte Fahrzeugschwingungen auf- insbesondere die niedrigsten Biege- und Torsions-
grund von Schwankungen der Fahrwegelastizi- eigenschwingungsformen der Fahrwegträger ange-
tät entlang des Fahrwegs bewirken dynamische regt. Diese liegen in der Regel oberhalb von etwa
Wechselkräfte. 6 Hz und sind vom statischen System, von der
d) Fahrzeugschwingungen, die aufgrund von An- Spannweite der Träger und der Bauart (Beton,
regungen aus der „Fahrbahnrauigkeit“ hervor- Stahl, Hybrid) abhängig. Bei ungünstigen Fahrge-
gerufen werden, bewirken dynamische Wech- schwindigkeiten werden diese bei der Überfahrt
selkräfte. resonanzartig angeregt.
e) Stoßartige Belastungen der Träger durch die Im Zuge der laufenden Entwicklungen hat sich
Überfahrt des Fahrzeugs führen geschwindig- folgende Vorgehensweise zur Erfassung der auf
keitsabhängig zu Überhöhungen in der Ant- die Fahrbahn und die Umgebung einwirkenden
wort. dynamischen Belastungen als zweckmäßig heraus-
gestellt:
f) Dynamische Effekte aus der Fahrzeugregelung
und damit der Anbindung des Fahrzeugs an den Abbildung des Fahrzeugs als MKS-System und
Fahrweg führen insbesondere bei Langsam- Ankopplung an den Fahrweg (z. B. als FEM-
fahrten und Standschweben zu Schwingungsan- System, [15])
regungen. Betrachtung einer sich mit der Geschwindigkeit
g) Dynamische Effekte aus nicht häufigen oder v gleichförmig bewegenden Streckenlast zur
außergewöhnlichen Situationen (Absetzen des Abbildung der Anregungsmechanismen a), b)
Fahrzeugs, Zwangsbremsen) sind als nicht re- und e), vor allem, wenn die Auswirkung der
gelmäßig auftretende Effekte für Betrachtungen dynamischen Lasten ins weitere Umfeld zu be-
zur Gebrauchstauglichkeit nicht relevant. trachten ist ([15]). Die Fliehkraft ergibt sich di-
Die relevanten Anregungsfrequenzen folgen für rekt aus den Trassierungselementen und der
die Anregungsmechanismen a) bis d) unmittelbar Fahrgeschwindigkeit. Die Lastbilder sind in
aus der Fahrgeschwindigkeit. Für die Betrachtung [16] angegeben.
der Gebrauchstauglichkeit sind dabei die für die
Trasse vorgesehenen Geschwindigkeitsprofile zu

Bild 12. Geometriedaten und Lastbild einer Magnetbahn, Geschwindigkeit v, Sektionslänge LMS, Länge der
Tragmagnete LTM, Nut-Zahn-Abstand LNZ
Entwurf VDI 2038 Blatt 1 – 25 –

7.4 Schiffsverkehr, Luftverkehr, tieffrequen- r Entfernung von der Emissionsstelle


ter Luftschall aus Verkehr r0 Bezugsabstand
7.4.1 Schiffsverkehr & Abnahmeexponent (von der Schichtung
Schiffspropeller erzeugen im Wasser Wechseldrü- abhängig) 0,5 / & / 1
cke, welche zu einer Schwingungsanregung des an ' Wellenlänge der Longitudinalwelle
der Wasserstraße angrenzenden Baugrundes füh- D Dämpfungsgrad
ren. Zur orientierenden Abschätzung dieser Anre-
gung kann für den Wasserschall im tieffrequenten 7.4.2 Luftverkehr
Bereich bis ca. 100 Hz bei Schifffahrtsstraßen als Bei der Behandlung der tieffrequenten dynami-
Größenordnung ein Pegel von 120 dB bis 160 dB, schen Anteile aus dem Luftverkehr sind im We-
bezogen auf 1 Pa, angesetzt werden. Diesem Pe- sentlichen zwei Effekte zu berücksichtigen:
gel entspricht ein Effektivwert der Wechseldrücke Zum einen verursachen die Tragflächen von Flug-
von ca. 1 N/m2 bis 100 N/m2. Der Einfluss von zeugen Wirbelschleppen, die Druckschwankungen
Kavitäten an einem Propeller kann im erschütte- hervorrufen. Diese sind unter folgenden Voraus-
rungsrelevanten Bereich vernachlässigt werden setzungen in der Bemessung der Dacheindeckung
[21; 22]. durch Verankerungen zu berücksichtigen [23]:
Die Größenordnung der hieraus zu erwartenden 0 Abstand zur Start-/Landebahn < ca. 2 km
Anregung des Baugrunds kann über folgendes
Ingenieurmodell abgeschätzt werden: 0 Einzelelemente der Dacheindeckung mit einer
Fläche < ca. 0,25 m2 und einem Gewicht
Sofern die Schallgeschwindigkeit im Wasser (ca. < 100 kg/m2
1480 m/s) oberhalb oder im Bereich der Wellen-
ausbreitungsgeschwindigkeit der Longitudinalwel- Als obere Grenze für die Lasteinwirkung kann eine
le im angrenzenden Erdreich liegt (dies ist bei Bö- auf eine Kreisfläche mit dem Radius 2 m über die
den in der Regel der Fall), ergibt sich die Anre- Zeitdauer von 0,5 s bis 1 s einwirkende Flächenlast
gung des Bodens unter der Annahme einer groß- von ca. 500 Pa angesetzt werden, die jedoch nur
flächigen Anregung von Longitudinalwellen. Die bei einem sehr kleinen Anteil der Überflüge ausge-
Schwingschnelle der senkrecht zur Anregung ab- löst wird [23].
strahlenden Longitudinalwelle kann über die Ein- Tieffrequenter Luftschall wird zum anderen auch
gangsimpedanz Z und den Schalldruck p ermittelt durch Propellergeräusche hervorgerufen. Hier ist
werden: der auftretende Schalldruck über eine, auf die an-
grenzenden Strukturen einwirkende Flächenlast
p p
v" " (5) anzusetzen. Da hierzu in der Regel keine allgemein
Z # B ! vp gültigen Angaben vorliegen, müssen die Einwir-
Dabei ist kungen im konkreten Fall meist gemessen werden.
B Dichte des Baugrunds 7.4.3 Tieffrequenter Luftschall aus Straßen-
vp Longitudinalwellengeschwindigkeit verkehr
(P-Welle) im Baugrund Bei empfindlichen Geräten können auch durch
p Schalldruck im Wasser Bauwerksschwingungen infolge tieffrequenten
Luftschalls aus dem Straßenverkehr Störungen
v Schwingschnelle des Baugrunds hervorgerufen werden. Zur Eingrenzung dieser
Die geometrische Dämpfung im Übertragungsweg Schwingungen ist gegebenenfalls der zu erwarten-
des Baugrunds kann näherungsweise über die Ab- de Immissionspegel durch Messungen nachzuwei-
strahlung von Raumwellen unter Ansatz einer sen.
Punktquelle in Kanalmitte abgeschätzt werden: Als obere Eingrenzung der auftretenden Schalldrü-
(&
) r * (2  ! D$ r ( r0 % / '
cke bei normalem Straßenverkehr und in der Nähe
vmax " v0 + , !e (6) der Fassade befindlichen Lkw kann im Frequenz-
-r0 . bereich von 31,5 Hz bis 80 Hz ein Terzspektrum
Dabei ist des unbewerteten Schalldruckpegels von konstant
vmax gesuchter Maximalwert der Schwingge- ca. LLFmax = 90 dB Re 20 Pa, das entspricht einem
schwindigkeit im Freifeld Druck von 0,63 Pa, angesetzt werden.
v0 eine von der Quelle abhängige Bezugs-
Schwinggeschwindigkeit in der Entfernung
r0
– 26 – VDI 2038 Blatt 1 Entwurf

7.5 Personen Bild 13 und Bild 14 zeigen typische Verläufe


7.5.1 Lasten der Kraft beim Gehen und Laufen [25]. In
Bild 15 aus [25] sind exemplarisch die Wertebe-
Gehen, Tanzen, Springen, Laufen und Aktivitäten
reiche der einzelnen Fourierkoeffizienten iv und
in Sportstätten und Fitnesszentren erzeugen perio-
dische Belastungen, die – im Fall schwingungsan- die zugehörigen Frequenzgrenzen dargestellt. Ta-
fälliger Gebäude bzw. Gebäudeteile (vgl. Ab- belle 3 enthält die empfohlenen Wertebereiche
schnitt 5.2.3), insbesondere bei Resonanz mit Bau- der einzelnen Parameter.
teileigenfrequenzen – zu erheblichen Schwingun-
gen führen können. Die Schrittfrequenz f liegt
beim Gehen mit 95%iger Wahrscheinlichkeit im
Bereich 1,6 Hz bis 2,4 Hz, der Mittelwert liegt bei
ca. 2 Hz. Bei schnellem Laufen können die Schritt-
frequenzen 3,5 Hz bis 4 Hz, bei schnellen Bewe-
gungen auf Treppen 4,5 Hz erreichen. Die Grund-
frequenz fpv der vertikalen Belastung beim Gehen
oder Laufen entspricht der Schrittfrequenz, die der
horizontalen Belastung fph der 0,5-fachen Schritt-
frequenz. Auch rhythmisches Klatschen und Fuß-
getrampel im Sitzen können bei Anregung in Re-
sonanz erhebliche Schwingungsamplituden hervor-
rufen.
Die Kräfte können durch eine Fourier-Reihe be-
schrieben werden, deren Frequenzen ganzzahlige
Vielfache der Grundfrequenz sind. Oberhalb der
vierfachen Grundfrequenz der Anregung (ab 8 Hz Bild 13. Exemplarischer Lastverlauf beim Gehen
bis 16 Hz) sind die Anteile in der Regel so gering,
dass – hinsichtlich spürbarer Erschütterungen –
eine maßgebende Anregung nur bei besonders
leichten Konstruktionen zu erwarten ist. Bei be-
sonders leicht anregbaren Strukturen sind – vor
allem im Zusammenhang mit empfindlichen Gerä-
ten – auch höherfrequente Anregungen, wie sie
z. B. bei Stoßanregungen auftreten, zu berücksich-
tigen.
Die dynamischen Kräfte können wie folgt abge-
schätzt werden:
vertikal:
Fpv ! t " $ FG % ( FG &
i
iv ! "
& sin 2 & i & f pv & t ' #iv (7)

horizontal:
Fph ! t " $ ( F G &
i
iv !
& sin 2 & i & f ph & t ' #iv " (8) Bild 14. Exemplarischer Lastverlauf beim Laufen

Dabei ist
FG Gewichtskraft der Person
i Fourier-Koeffizient in der i-fachen Grund-
frequenz
fp Grundfrequenz der Personen-Aktivität
)i Phasenwinkel
( )v vertikal
( )h quer zur Bewegungsrichtung horizontal

Bild 15. Spektrale Anteile der Anregung


Entwurf VDI 2038 Blatt 1 – 27 –

Tabelle 3. Empfohlene Bereiche für Frequenzen, Personendichte und Fourier-Koeffizienten der Anregung
für verschiedene Bewegungsarten
Bewegungsart Frequenz 1v 2v 3v 1h 2h Personen-
fpv dichte
2
in Hz in Pers./m
Gehen 1,5...2,4 0,4...0,5 0,1a)…0,2 0,06a)…0,1 0,1 *) 0,5…1,5
Laufen 2,0...3,5 bis 1,6 bis 0,7b) bis 0,2b) 0,2 *) 0,5…1,5
) )
Springen (Fitness) 1,8...3,4 1,7...1,9 1,1…1,6 0,5…1,1 * * 0,25…0,5
) ) )
Treppensteigen 1,2...4,5 bis 1,1 bis 0,2 * * * *)
) )
Tanzen 1,5...3,0 bis 0,5 bis 0,15 bis 0,1 * * 4(…6)
Springen, Wippen 1,5...3,0 (2,1…0,15) (1,9…0,35) (1,25…0,33) *) *) 4(…6) bzw.
(Veranstaltungen) fpv fpv fpv 1 Pers./Sitz
Applaudieren 1,5...3,0 0,17...0,38 0,01…0,05 0,02…0,04 *) *) 4(…6)
(ohne Bestuhlung)
Applaudieren 1,6...2,4 0,02...0,17 0,01…0,05 0,01…0,04 *) *) 2…3
(mit Bestuhlung)
Horizontales 0,4…1,5 0,25…0,5 bis 0,05 4(… 6) bzw.
Schwingen 1 Pers./Sitz

a)
!i
b)
"i "i  # (1 $ f # t !1 0
pv Bodenkonta kt )
2
*) Belastbare Werte liegen nicht vor.
7.5.2 Überlagerung des Einflusses mehrerer laterale Schwingungen wurden Synchronisationen
Personen beobachtet. Es liegen hierfür noch keine Grenz-
Die durch Gruppen von Personen ausgelösten dy- werte vor.
namischen Kräfte hängen sowohl von der Anzahl Durch Taktvorgabe (z. B. Musik) können die Akti-
der Personen je Flächeneinheit als auch von der vitäten einer größeren Anzahl von Personen syn-
Koordination innerhalb der Gruppe ab. Zur Be- chronisiert werden. Mit zunehmender Dichte
rücksichtigung der nicht phasengleichen Überlage- (>2 Pers./m2) kommt es jedoch zu einer Einschrän-
rung kann die durch eine einzelne Person ausgelös- kung der Bewegungsfreiheit.
te Kraft mit einem Koordinationsfaktor C(n) ab- Bis zu einer Gruppengröße von fünf Personen ist
gemindert werden (Gleichung (9), Gleichung (10)). C(n) = 1 anzusetzen. Auch für einfach zu synchro-
F %t &n F %t & # C %n & # n (9) nisierende Vorgänge mit gemeinsamem Rhythmus,
Dabei ist z. B. Klatschen, ist C(n) = 1 anzusetzen. Je kom-
plizierter der Vorgang, umso geringer wird die
n Anzahl der sich gemeinsam bewegenden
Koordination. Sie nimmt auch mit zunehmender
Personen
Personenzahl ab.
F(t ) durch eine Einzelperson eingeleitete Kraft
Bei gut durchtrainierten Personen ist bei rhythmi-
F(t)n anzusetzende Kraft schen Bewegungen (Gymnastik) die höchste Ko-
Bei unkoordiniert sich bewegenden Personen be- ordination anzusetzen. Bei rhythmischen Bewe-
trägt der Koordinationsfaktor gungen von Zuschauern bei Sportereignissen liegt
eine geringere Koordination vor. Bei Popkonzerten
n
C %n & (10) ist die Koordination nochmals etwas geringer.
n
Für die höheren Harmonischen nimmt der Koordi-
Ohne ein den Takt gebendes Signal findet ab einer nationsfaktor kleinere Werte an.
Schwingungsamplitude von ca. 10 mm eine Rück-
Tabelle 4 gibt einen Anhalt für den Koordinati-
kopplung aus vertikalen Bauteilschwingungen auf
onsfaktor für koordiniertes Springen. Für andere
die Schrittfrequenz statt. In diesem Fall ist der
Belastungsfälle stehen keine entsprechenden An-
Koordinationsfaktor C(n) = 1 anzusetzen. Die
gaben zur Verfügung.
Bewegung mehrerer Fußgänger wird dann durch
die Bauteilschwingung synchronisiert. Auch für
– 28 – VDI 2038 Blatt 1 Entwurf

Tabelle 4. Empfohlener Koordinationsfaktor C(n) für durch Taktvorgabe koordiniertes Springen für eine
Gruppengröße n = 50

Grundfrequenz 2. Harmonische 3. Harmonische

Gymnastik 0,80 0,70 0,50

Sportereignis 0,70 0,50 0,40

Popkonzert 0,50 0,40 0,30

7.6 Baumaßnahmen R Entfernung von der Quelle


7.6.1 Übersicht
(Emissionsstelle)
Die im Bauwesen üblichen Maschinen und Ma- r01 Bezugsabstand
schinengruppen unterscheiden sich wesentlich r02 Referenzabstand, außerhalb des Nahfelds
durch ihren Anregungsmechanismus und lassen # Wellenlänge, mittlere bzw. des jeweiligen
sich anhand ihres Zeitverhaltens charakterisieren. Frequenzanteils
Unterschieden werden Geräte, deren dynamischer D Dämpfungsgrad des Baugrunds in Prozent
Last-Zeitverlauf harmonisch oder stoßartig ist. Als der kritischen Dämpfung
Quellen, deren Emission aus überwiegend harmo- 
nischen Schwingungen besteht, gelten: empirischer Beiwert, abhängig von Bau-
grundeigenschaften, Lastankopplung, Ka-
Vibrationsrammen librierung
Verdichtungsgeräte wie Vibrationswalzen, 
Energieexponent, abhängig vom Einwir-
-platten kungstyp
Tiefenrüttler und sonstige mit Unwuchten  Abnahmeexponent, abhängig vom Erre-
arbeitende Maschinen gungstyp zeitlich (harmonisch, stoßartig),
Quellen mit stoßartiger Emissionscharakteristik und örtlich (Punktquelle, Linienquelle)
sind: sowie vom Wellentyp (Raumwelle, Ober-
Schlagrammen flächenwelle)
Fallmeißel Ist im Abstand r02 von der Quelle, außerhalb des
Nahfelds, ein Bezugs-Messwert v0 der Schwingge-
Sprengungen schwindigkeit bzw. des jeweiligen Frequenzanteils
fallende Massen vorhanden, so kann an die Stelle des Energie-
Stehen keine Messwerte am Standort und auch Terms in der Prognosegleichung (11) dieser Be-
keine auf den Standort (unter Berücksichtigung der zugswert treten und es entsteht das physikalische
Baugrundsteifigkeit) umrechenbare Referenzwerte Ausbreitungsgesetz des Fernfelds:
zur Verfügung, kann eine Erschütterungsprognose '$
. r + 
anhand des allgemeinen Ansatzes (Gleichung (11)) vmax / v0 ( ,, )) ( e ' 2 ( D (!r ' r02 " / # (12)
erfolgen, dessen Eingangsgröße die durch das Ge- - r02 *
rät (den Vorgang) eingetragene Energie ist. Die für Es bleiben die beiden Anteile aus geometrischer
 Auswertung erforderlichen Koeffizienten und
die Abnahme und hysteretischer Dämpfung. Letzterer
müssen aus Regressionsanalysen von Messer- kann in der Prognosegleichung (11) natürlich nur
gebnissen bekannt sein: genutzt werden, wenn das Frequenzspektrum des
% '$ Signals bekannt ist. Viel praktische Erfahrung
.E + . r + 
vmax / & ( ,, E )) ( ,, )) ( e ' 2 ( D (!r ' r0 " / # (11) findet sich in [34].
- E0 * - r01 *
7.6.2 Harmonisch emittierende Quellen
In dieser dimensionsbehafteten Beziehung sind
Bei harmonisch emittierenden Erschütterungsquel-
vmax gesuchter Maximalwert der Schwingge- len liegen die Parameter der Prognoseglei-
schwindigkeit bzw. des jeweiligen Fre- chung (11) in folgenden Bereichen:
quenzanteils im Freifeld  0 bei Oberflächenwellen und Linienquellen
EE eingetragene Energie (Energieeintrag des
0,5 bei Oberflächenwellen und Punktquel
Rüttlers, Fallenergie E = G·h, Lademenge
len
Sprengstoff etc.)
1,0 bei Raumwellen und Punktquellen
E0 Energiebezugsgröße
Entwurf VDI 2038 Blatt 1 – 29 –

meistens im Bereich 15 mm/s bis 50 mm/s, ckelten, die ihre Unwuchtkräfte erst bei der Be-
in seltenen Fällen auch deutlich höher triebsfrequenz von ca. 30 Hz und darüber wirksam
 werden lassen. Der oben beschriebene Effekt wird
meistens 0,5, manchmal bis zu 0,8
dadurch weitgehend vermieden.
Der Abnahmeexponent  gilt auch für das Ausbrei-
tungsgesetz (Gleichung (12)). Bei harmonisch Anmerkung: Neben der direkten Erschütterungseinwirkung
emittierenden Quellen hat der hysteretische Anteil ist bei diesem Rammtyp zu beachten, dass es in der näheren
Umgebung des Rammortes (im Bereich von etwa 5 m bis 8 m
einen wesentlichen Einfluss, insbesondere bei hö- Durchmesser), insbesondere im Fall von Sanden mit gleich-
heren Frequenzen, die mit der Entfernung stark förmiger Körnungslinie, zu Auflockerungen im Boden und
gedämpft werden. damit zu verstärkten Setzungen (erschütterungsbedingte Sa-
ckungen) kommen kann. Obgleich die direkten Erschütterun-
7.6.2.1 Vibrationsrammen gen bei Schlagrammen im Allgemeinen größer sind als bei
Entscheidend für die Größe der von Vibrations- Vibrationsrammen, ist bei derartigen Böden und Rammungen
in der Nähe von Gebäuden bzw. Gebäudefundamenten einer
rammen erzeugten Erschütterungen ist, in welchem Schlagramme der Vorzug vor einer Vibrationsramme zu ge-
Maß die dynamische Energie des Rüttlers sich in ben. VDI 2038 Blatt 2, Abschnitt 4.1.2 von enthält Angaben
Form von Formänderungsarbeit des Bodens beim zur Bewertung des Stellenwerts dieses Effekts.
Einbringen des Rammguts und in elastische Ener-
gie, die maßgebend ist für die Erschütterungsaus- 7.6.2.2 Verdichtungsgeräte (Vibrationswal-
zen, Tiefenrüttler etc.)
breitung, aufteilt. Dieses Verhältnis hängt von den
Eigenschaften des Erregers, von seiner Betriebs- Bei Verdichtungsgeräten, wie Vibrationswalzen
frequenz sowie von den Eigenschaften des Ramm- und Tiefenrüttlern, entstehen die dynamischen
guts im Boden ab. Von besonderer Bedeutung für Kräfte wie bei den Vibrationswalzen durch sich
die Erschütterungsentstehung ist, dass bei allen mit der Frequenz fa drehende Unwuchtmassen,
Vibrationsrammen im unteren Frequenzbereich bis deren Massenschwerpunkt sich im Abstand e vom
etwa 20 Hz sowohl beim Anfahren wie auch beim Drehpunkt befindet (Bild 16). Zur Erzielung ei-
Abfahren eine Erreger-Rammgut-Bodeneigenfre- nes optimalen Verdichtungserfolges werden derar-
quenz (Erregermasse auf elastischer Feder, darge- tige Geräte oftmals mit relativ großen Unwucht-
stellt durch Rammgut und Boden) zu durchfahren massen und relativ niedrigen Frequenzen im Be-
ist, in der die in den Untergrund eingeleiteten Er- reich um etwa 15 Hz bis 25 Hz betrieben.
schütterungen besonders groß werden, (Faktor 2 Im Nahbereich von Gebäuden und bei Überein-
bis Faktor 3 im Vergleich zum Betriebszustand). stimmung von Erregerfrequenzen mit Eigenfre-
Als besonders ungünstig kann es sich erweisen, quenzen von Stockwerksdecken sind deshalb sehr
dass in diesem Resonanzbereich häufig auch Ei- häufig große Erschütterungen in Gebäuden zu beo-
genfrequenzen von Stockwerksdecken anzutreffen bachten, deren Größe erheblich über den für Men-
sind. Dadurch kann es dort zu großen Erschütte- schen in Gebäuden zulässigen Werten liegen kann.
rungen kommen, wobei die Einwirkung auch noch Auch die bei Vibrationsrammen zu beobachtenden
in größeren Entfernungen relevant sein kann. Dies Setzungen können beim Betrieb derartiger Geräte
führte dazu, dass insbesondere in der letzten Deka- auftreten.
de die Maschinenhersteller Vibrationsbären entwi-

Bild 16. Typischer Zeitverlauf und Fourierspektrum (mit Harmonischen) einer Vibrationswalze
– 30 – VDI 2038 Blatt 1 Entwurf

7.6.3 Stoßartig emittierende Quellen natürlichen Boden stets vorhandene Dispersion


werden in weiterer Entfernung von der Quelle
Bei stoßartig emittierenden, punktförmigen Er-
schnellere (und höherfrequente) Raumwellen von
schütterungsquellen können folgende Kennwerte in
den langsameren Oberflächenwellen getrennt. In
die Prognosegleichung (11) bzw. die Ausbrei-
Bild 17 ist beispielhaft die Zeit- und Frequenzcha-
tungsgleichung (12) eingesetzt werden:
rakteristik im Nahbereich einer Dieselschlagramme
1,0 bei Oberflächenwellen dargestellt.
1,5 bei Raumwellen
7.6.3.2 Sprengungen
1,0 bis 1,5 als Mittelwert
 Sprengungen sind stoßartig emittierende Quellen,
100 mm/s bis 3000 mm/s deren Abstrahlverhalten punktförmig oder linien-

0,5 bis 0,67 (0,8). förmig sein kann. Emissionsstärke und Einwir-
Die empirischen Werte schwanken teilweise erheb- kungsbereich werden vor allem durch die Größe
lich. Soweit Rechnen in Grenzen nicht ausreicht, der Lademenge und die Art der Sprengung (z. B.
sind die Zahlenwerte durch entsprechende Kalib- Zündfolge) beeinflusst. Die Art der Ausbreitung,
rierungsmessungen zuzuschärfen. die Größe der Erschütterungsabnahme sowie der
Bei stoßartig emittierenden Quellen ist der Dämp- Frequenzinhalt werden stark durch die örtlichen
fungsterm von untergeordneter Bedeutung; er wird geologischen Verhältnisse bestimmt. Wie bei allen
daher vielfach vernachlässigt. stoßartig emittierenden Quellen werden durch die
im natürlichen Boden stets vorhandene Dispersion
7.6.3.1 Schlagrammen und Fallmeißel in weiterer Entfernung von der Quelle schnellere
Schlagrammen und Fallmeißel sind mit stoßartiger Raumwellen von den langsameren Oberflächen-
Zeitcharakteristik emittierende punktförmige Er- wellen getrennt. Bei Gewinnungssprengungen
schütterungsquellen. Emissionsstärke und Einwir- ergeben sich relevante Einwirkungsbereiche bis zu
kungsbereich werden vor allem durch die Größe 1500 m und teilweise sogar darüber hinaus. Spren-
der Fallmasse (der Fallenergie), durch das Futter- gungen bei Baumaßnahmen sind meist bis zu einer
material zwischen Ramme und Rammgut sowie Entfernung von etwa 500 m relevant. Bild 18
durch den Pfahl in Wechselwirkung mit dem um- enthält beispielhaft Angaben zur Zeit- und Fre-
gebenden Untergrund bestimmt. Durch die im quenzcharakteristik von Sprengerschütterungen.

Bild 17. Charakteristisches Zeit- und Frequenzverhalten von Schlagrammen

Bild 18. Typischer Zeitverlauf und Fourierspektrum im Nahbereich einer Sprengung


Entwurf VDI 2038 Blatt 1 – 31 –

7.6.3.3 Fallende Massen Aeroelastische Kräfte werden typischerweise auf


Bei der Verbesserung von anstehendem Baugrund den Staudruck q bezogen:
bis in größere Tiefen wird oftmals die sogenannte !
dynamische Intensivverdichtung angewendet. q" v2 (13)
2
Hierbei werden große Massen (mehrere Tonnen)
aus größeren Höhen (einige Meter bis zu ca. 20 m) mit der Luftdichte ! = 1,25 kg/m3 und der Windge-
abgeworfen (Bild 19). Ein weiteres Beispiel für schwindigkeit v.
fallende Massen stellen planmäßige Fallversuche 7.7.2 Böenerregte Schwingungen
zur Prüfung von z. B. Transportbehältern dar.
Schließlich sind hier auch Sprengungen von Ge- 7.7.2.1 Grundlagen
bäuden und Türmen mit nachfolgendem teilweisen Aufgrund von Turbulenzen sind innerhalb der
oder kompletten Fall zu nennen. Strömung örtlich unregelmäßig verteilte Ge-
schwindigkeiten vorhanden (Böen). Zur Beschrei-
7.7 Wind bung der Wirkung von Böen wird die Windge-
7.7.1 Übersicht schwindigkeit in einen zeitlich konstanten von der
Natürlicher Wind kann über verschiedene Erre- Höhe z abhängigen Anteil vm(z) und einen überla-
germechanismen zu dynamischen Einwirkungen gerten zeitveränderlichen Anteil v(z,t) aufgeteilt.
auf Bauwerke führen, die für die Gebrauchstaug- Daraus ergibt sich der Staudruck wie folgt:
lichkeit relevant werden. ! 2
q # z,t $ " c f v # z,t $
Es wird zwischen den folgenden Arten winderreg- 2
ter Schwingungen unterschieden: !
" cf #v m # z $2 % 2vm # z $ & v # z,t $ % v # z,t $2 $
böenerregte Schwingungen 2
(14)
Schwingungen infolge von Wirbelablösungen ! 2 !
" cf vm # z $ % c f 2vm # z $ & v # z ,t $
selbsterregte Schwingungen (Galopping, Flat- 2 2
tern) ! 2
% cf v # z ,t $
Interferenzeffekte 2
statische aerodynamische Instabilität (Diver- mit
genz) ! 2
cf vm # z $ statischer Anteil
Während es sich bei den böenerregten Schwingun- 2
gen um Schwingungen des Gebäudes in Windrich- !
tung handelt, treten Schwingungen infolge von cf 2 & vm # z $ & v # z , t $ linearer dynamischer An-
Wirbelablösungen quer zur Windrichtung auf. Bei 2
den selbsterregten Schwingungen und der Diver- teil
genz handelt es sich um Stabilitätsprobleme, die in ! 2
cf v#z , t $ nichtlinearer dynamischer Anteil
bestimmten Konstellationen auftreten können. 2
Interferenzeffekte können bei aeroelastischer (wird meist vernachlässigt).
Wechselwirkung zwischen verschiedenen Bauwer-
ken entstehen.

Bild 19. Charakteristisches Verhalten von auf den Untergrund fallenden Massen
– 32 – VDI 2038 Blatt 1 Entwurf

7.7.2.2 Vorgehen bei nicht schwingungsanfäl- 7.7.2.3 Spektralverfahren


ligen Bauwerken Zur genaueren baudynamischen Berechnung von
Bei nicht schwingungsanfälligen Bauwerken wird böenerregten Schwingungen, die insbesondere bei
die (turbulente) Windeinwirkung als quasi-statisch schlanken hohen Bauwerken oder einzelnen Bau-
wirkend betrachtet. Sofern keine besonderen An- werksteilen mit tiefen Eigenfrequenzen die
forderungen an geringe Schwingungen vorliegen, Gebrauchstauglichkeit beeinträchtigen können,
ist in der Regel die Gebrauchstauglichkeit eines werden Spektralverfahren verwendet. Der dynami-
nicht schwingungsanfälligen Bauwerks gegeben. sche Anteil der Geschwindigkeit des natürlichen
Eventuell auftretende Windgeräusche, die die turbulenten Windes lässt sich im Frequenzbereich
Gebrauchstauglichkeit beeinträchtigen können, über das Leistungsdichtespektrum Svv(f) beschrei-
sind gesondert zu betrachten. Hinweise zur ben (Bild 21). Das Maximum des Leistungsdich-
Schwingungsanfälligkeit bei böenerregten tespektrums des natürlichen Windes liegt etwa
Schwingungen sind in Abschnitt 5.2.3 gegeben. zwischen 0,01 Hz und 0,03 Hz und nimmt mit
Bei Bauwerken mit besonderen Anforderungen an zunehmender Frequenz ab. Um eine signifikante
geringe Schwingungen kann es allerdings auch bei dynamische Überhöhung infolge Böenerregung zu
nicht schwingungsanfälligen Bauwerken nötig vermeiden, sollte die Grundeigenfrequenz des
werden, die Windeinwirkungen genauer zu be- Bauwerks möglichst oberhalb etwa 1,0 Hz liegen.
trachten (vgl. Abschnitt 5.2.2). Aufgrund des Frequenzgehalts der Windanregung
Die durch Windlasten hervorgerufenen Auslen- sind somit primär die tiefsten Eigenfrequenzen der
kungen können bei nicht schwingungsanfälligen Gebäudestruktur relevant. Bild 20 zeigt typische
Bauwerken näherungsweise über quasi-statische Bereiche für tiefste Eigenfrequenzen in Abhängig-
Lasten abgeschätzt werden. keit der Gebäudehöhe.

Bild 20. Größenordnung der tiefsten Eigenfrequenz in Abhängigkeit von der Gebäudehöhe
Entwurf VDI 2038 Blatt 1 – 33 –

S antwort f ! % Û f ! $ S QQ f !
Nach Davenport (siehe auch Bild 21) kann die 2
(18)
spektrale Leistungsdichte im Bereich der Böen
nach folgender Gleichung angesetzt werden: Für linienförmige oder großflächige Baukörper ist
" 2 dabei abmindernd zu berücksichtigen, dass die
2 2
S vv f ! % I z ! $ v z ! $ $
2
(15)
!
4/3 Drücke über die Längs- und Querausdehnung des
3 1# " 2
Bauwerks aufgrund der örtlichen Begrenzung und
mit dem dimensionslosen Frequenzbeiwert statistischen Verteilung der Böen nicht über das
gesamte Bauwerk gleich auftreten und sich zufällig
1200 m
"% $f (16) verteilte Druck- und Sogeffekte gegenseitig kom-
v 10 ! pensieren. Hinweise hierzu und zu geometrischen
mit f in Hz, v 10! in m/s und der dimensionslosen Abmessungen der Böen finden sich in DIN 1055-4,
Turbulenzintensität ISO 4354 sowie in [39].
'2& 7.7.3 Wirbelresonanzschwingungen
- z *
I z! % 6 $ k + (
2
Das regelmäßige, alternierende Ablösen von Wir-
, 10 )
beln an einem Körper kann Bauwerksschwingun-
sowie der Höhe z in m und einem Rauigkeits- gen quer zur Anströmungsrichtung auslösen, vgl.
koeffizienten von Bild 22. Die rhythmische Wirbelablösung auf
k = 0,05 für eine Stadt, bis zu gegenüberliegenden Seiten eines Querschnitts be-
k = 0,005 für offenes Gelände. wirkt unterschiedliche Druckverhältnisse auf den
Das Leistungsdichtespektrum der dynamischen Seiten, wodurch der Querschnitt alternierend von
Last unter Vernachlässigung des nichtlinearen der einen Seite „gesogen“ und von der anderen
Terms ist gegeben durch Seite „gedrückt“ wird. Im Takt der Wirbelablösung
entstehen so Quertriebskräfte, die ein Bauwerk zu
!
S QQ f ! % c f $ . $ vm,z $ S vv f !
2
(17) Schwingungen anregen können.
Für kleine Bauteile oder Gebäude, die von Böen Hinter dem Querschnitt bildet sich stromabwärts
vollständig erfasst werden, lässt sich hieraus unter eine Karman’sche Wirbelstraße. Schlanke Kon-
Kenntnis der Übertragungsfunktion Û f ! aus Ge- struktionen, z. B. Türme, Kamine, Seile, Stützen,
werden in der Bautechnik häufig als Kreisquer-
bäude und Lastverteilung die Schwingungsantwort
schnitt ausgeführt. Aber auch an kantigen Profilen
ermitteln:
können Wirbelablösungen entstehen.

Bild 21. Normierte Leistungsdichtespektren der Windgeschwindigkeit nach Davenport und Harris, mit der
Frequenz f, der Varianz / 2z 2 der Windgeschwindigkeit in der Höhe z und dem 10-Minuten-Mittelwert der
Windgeschwindigkeit v 10! in 10 m Höhe
– 34 – VDI 2038 Blatt 1 Entwurf

Bild 22. Wirbelablösung


Zwischen der Wirbelablösefrequenz f, der Anströ- die sich wie folgt stichwortartig charakterisieren
mungsgeschwindigkeit v und der Abmessung des lassen:
Querschnitts besteht folgende Beziehung unterkritisch: 40 < Re < 3,5 · 105
v laminare Strömung in der Grenzschicht, Wirbelab-
f ! Sr (19)
b lösung vor dem Querschnittsmaximum (das heißt
wobei b der Zylinderdurchmesser und Sr die di- breitestmöglicher Schnitt durch den Querschnitt
mensionslose Strouhalzahl sind. Die Strouhal- orthogonal zur Strömungsrichtung), stabile Wir-
zahlen sind im Wesentlichen abhängig vom Quer- belstraße # große Quertriebskräfte
schnitt; sie können Tabellenwerken entnommen überkritisch: 3,5 105 < Re < 7 · 106
werden. turbulente Strömung in der Grenzschicht, Wirbel-
Resonanz bzw. Resonanzüberhöhung tritt auf, ablösung infolge Ablösen und Wiederanlegen an
wenn die Bauwerkseigenfrequenz und die Wirbel- den Querschnitt weit nach dem Querschnitts-
ablösefrequenz f übereinstimmen. Die resultieren- maximum; ungeordnete Nachlaufströmung mit
de Quertriebslast ist vom Strömungszustand im unregelmäßigen Wirbeln und geringe Korrelation
oberflächennahen Bereich abhängig, die durch die der lateralen Drücke # kleine Quertriebskräfte
dimensionslose Reynoldszahl charakterisiert wird: transkritisch: 7 · 106 < Re
v b Wirbelablösung erneut in der Nähe des Quer-
Re ! (20) schnittsmaximums – jedoch im Nachlaufbereich,
"L
erneut periodischeWirbel # wieder Anwachsen
Hierin ist b der Zylinderdurchmesser, v die An- der Quertriebskräfte
strömungsgeschwindigkeit und "L = 15 · 10–6 m2/s Unterhalb einer Reynoldszahl von 40 tritt keine
die kinematische Zähigkeit der Luft. signifikante Wirbelablösung auf. Bild 23 zeigt
In Abhängigkeit von der Reynoldszahl werden die Stadien der Wirbelablösung, von der laminaren
verschiedene Strömungszustände unterschieden, bis zur transkritischen Strömung.

Bild 23. Wirbelablösung in Abhängigkeit von der Reynoldszahl


Entwurf VDI 2038 Blatt 1 – 35 –

Bei kleiner Strukturdämpfung können selbst kleine kann sich die volle Wirbelresonanz aufgrund der
Quertriebskräfte Wirbelresonanz erzeugen. Bei natürlichen Geschwindigkeitsschwankungen des
rein statischer Betrachtung wird die Quertriebs- böigen Winds nur schwerlich einstellen. Viel ge-
kraft ermittelt aus fährdeter hinsichtlich Wirbelerregung sind natür-
F ! q d clat (21) lich jene Strukturen, für welche die kritische
Windgeschwindigkeit vkrit deutlich unterhalb der
wobei q der Staudruck, d der Zylinderdurchmesser Bemessungswindgeschwindigkeit vm liegt.
und clat ein dimensionsloser Quertriebsbeiwert
Wird der umströmte Körper nicht in Ruhe gehal-
(aerodynamischer Erregerkraftbeiwert) sind. Zur
ten, treten also Schwingungen des Köpers auf, so
Ermittlung der dynamischen Kraft wird auf
ist ein sogenannter Lock-in-Effekt zusätzlich von
DIN 1055-4, Anhang D, Beziehung D.3, verwie-
Bedeutung. Hier ist eine Steuerung der Ablösefre-
sen. Aerodynamische Erregerkraftbeiwerte können
quenz durch die periodische Bewegung des um-
für scharfkantige Profile Tabellen entnommen
strömten Körpers festzustellen. Hinweise hierzu
werden. Für Kreiszylinder ist clat stark von der
finden sich z. B. in [39].
Reynoldszahl abhängig.
Hinweise zum Nachweis der Tragfähigkeit bei
Über Messungen ist der Zusammenhang zwischen
wirbelerregten Schwingungen enthält DIN 1055-4.
Strouhalzahl und Reynoldszahl für unterschiedli-
Diese können, wie die Angaben in ISO 4354, sinn-
che umströmte Querschnitte bekannt. Bei zylindri-
gemäß auch auf Nachweise der Gebrauchstaug-
schen Strukturen nimmt die Strouhalzahl Werte
lichkeit übertragen werden.
von ca. 0,2 an und ist weitgehend unabhängig von
der Reynoldszahl. 7.7.4 Aeroelastische Phänomene
Typischerweise werden Strouhalzahl und Quer- Durch die Bewegungen und Verformungen eines
triebsbeiwert clat in vereinfachten Diagrammen, Bauwerks oder eines Bauteils in der Strömung
wie in Bild 24 für ein zylindrisches Profil, darge- können die Strömungsverhältnisse im Bezug auf
stellt. das Bauwerk (Bauteil) beeinflusst und gesteuert
Die kritische Windgeschwindigkeit vkrit ergibt sich, werden. In diesem Fall müssen die Aerodynamik
wenn die Wirbelablösefrequenz f durch die Struk- und die Elastizitätslehre gekoppelt betrachtet wer-
tureigenfrequenz f0 ersetzt wird den. Diese gekoppelten Effekte werden der Aeroe-
lastik zugeordnet.
f b
vkrit ! 0 (22) Selbsterregte Schwingungen wie Galopping (For-
Sr manregung), Regen-Wind-induzierte Schwingun-
Fällt die kritische Windgeschwindigkeit vkrit deut- gen, Flattern, statisch aerodynamische Instabilitä-
lich größer aus als die am Aufstellort des Bau- ten (Divergenz) sowie auch Interferenzeffekte bei
werks tatsächlich zu erwartende Bemessungswind- Gruppenanordnung sind in ausreichender Weise in
geschwindigkeit vm, kann eine Wirbelerregung DIN 1055-4 beschrieben. Sie müssen hinsichtlich
weitgehend ausgeschlossen werden. DIN 1055-4 der Tragfähigkeit vermieden werden. Insofern ist
schlägt hier einen Sicherheitsabstand von 1,25 vor. hierfür in der Regel kein gesonderter Nachweis der
Selbst bei gleicher Größenordnung von vkrit und vm Gebrauchstauglichkeit erforderlich.

Bild 24. Strouhalzahl Sr und Quertriebsbeiwert clat in Abhängigkeit der Reynoldszahl Re für einen umström-
ten Kreisquerschnitt
– 36 – VDI 2038 Blatt 1 Entwurf

7.8 Ermittlung von dynamischen Einwirkun- vernachlässigt werden können. Dabei wird die
gen bei unbekannten Kräften Modellvorstellung eines in sich starren Aggregats
7.8.1 Übersicht angesetzt, womit diese Näherungsverfahren bei
höheren Frequenzen im Bereich der Eigenfrequen-
Wenn die Erregerkräfte nicht bekannt sind und
zen der elastischen Eigenschwingungen der Ag-
auch aus den mechanischen Vorgängen in der Ma-
gregate nicht mehr gelten. Unter Abschnitt 7.8.2.8
schine nicht berechnet werden können, bieten sich
wird beschrieben, wie zusätzlich zu Kontrollzwe-
messtechnische Verfahren zu ihrer (indirekten)
cken die Federkräfte aus der Verschiebung der
Ermittlung an.
Masse näherungsweise bestimmt werden können.
Die von einem Aggregat verursachten Schwingun- Dabei wird davon ausgegangen, dass die Bewe-
gen am Aufstellort hängen wesentlich von der Art gungen unterhalb der elastischen Lagerung ver-
der Aggregat-Aufstellung ab. Während im Grenz- nachlässigbar gegenüber den Bewegungen ober-
fall der starren Aufstellung die verursachenden halb der Lagerung sind.
Kräfte (z. B. Unwuchten) weitgehend ungemindert
Im Verfahren in Abschnitt 7.8.3 werden zusätzli-
über die Aggregat-Lagerung in die angrenzende
che Hinweise zur Bestimmung der Kräfte am Auf-
Struktur übertragen werden, stehen sie im Grenz-
stellort, unter Kenntnis der Impedanzen, gegeben.
fall einer unendlich weichen Lagerung mit den
Massenträgheitskräften des Aggregats im Gleich- Unter Abschnitt 7.8.4 wird ein Messverfahren be-
gewicht. schrieben, das bei bekannten Impedanzen und Be-
schleunigungen am Aufstellort auch bei nicht elas-
Aus diesem Grund wird im Folgenden zwischen
tisch gelagerten Aggregaten angewendet werden
verursachenden Kräften, das heißt innerhalb des kann. Zur Berücksichtigung der Wechselwirkung
Aggregats auftretenden Kräften (z. B. aus Un- zwischen den Auflagern wird ein vereinfachtes
wucht rotierender Massen) und Rechenmodell angegeben.
im Einbauzustand auftretenden Lagerkräften, Die zugrunde liegenden Formeln werden jeweils in
das heißt den Kräften, die zwischen Aggregat logarithmischer (dB-)Darstellung und in ihrer
und Struktur übertragen werden, Grundform angegeben.
unterschieden.
6.8.2 Auf starrer Unterlage aufgestelltes, e-
Zur Berechnung der Lagerkräfte ist die Kenntnis lastisch gelagertes Gerät
über die
a) Massen und Massenträgheitsmomente der Ag- Die überschlägige Ermittlung der Erregerkräfte
gregate, kann folgendermaßen durchgeführt werden:
b) dynamischen Eigenschaften der Lagerelemente, a) Aufstellung des Geräts über einer elastischen
Lagerebene, die sich auf einer möglichst steifen
c) Geometrie der Auflagerung,
Unterlage befindet (möglichst auf dem Erdreich
d) Anschlussimpedanz der Auflagerung und gege- aufliegende Bodenplatte oder Fundament). Die
benenfalls Zusatzmassen sowie Abstimmfrequenz der elastischen Lagerung
e) verursachenden Kräfte und die Lagen der sollte weniger als 7 Hz betragen und unterhalb
Kraftangriffspunkte innerhalb des Aggregats von 30 % der Grundfrequenz der Anregung lie-
erforderlich. Da die unter b), c) und d) beschriebe- gen. Hierzu werden unterhalb der Auflager-
nen Größen von den Randbedingungen abhängen, punkte des Geräts geeignete elastische Materia-
können zur Ermittlung der innerhalb des Aggregats lien eingebaut. Aus der Abstimmfrequenz von
wirkenden Kräfte e) nur Hinweise gegeben wer- 7 Hz ergibt sich eine statische Einfederung von
den. Für die näherungsweise Ermittlung werden im ! (5…10) mm unter dem Eigengewicht.
Folgenden drei Vorgehensweisen erläutert. b) Betrieb des Aggregats unter den relevanten
Bei den Verfahren in Abschnitt 7.8.2 und Ab- typischen Betriebszuständen und geeigneter
schnitt 7.8.3 wird näherungsweise aus der Schwin- Simulation der Aggregatbelastung
gung des oberhalb einer elastischen Lagerung an- c) Messung der Beschleunigung an den Auflager-
geordneten Aggregats über das dynamische punkten (oberhalb der Lagerelemente) und un-
Gleichgewicht von Massenträgheit und anregenden terhalb der elastischen Lagerebene am Funda-
Kräften auf die verursachenden Kräfte geschlos- ment; zeitgleiche Aufzeichnung der Signale;
sen. Die Anwendung dieser Messverfahren ist auf Darstellung als Pegel in Terzbandbreite
den Frequenzbereich beschränkt, bei dem die ver-
d) Kontrolle, ob die Beschleunigung unterhalb der
ursachenden Kräfte im Gleichgewicht mit den
Lagerpunkte deutlich unterhalb der Beschleuni-
Massenträgheitskräften stehen und die elastischen
gung oberhalb der Lagerpunkte liegt. Im
Rückstellkräfte aus der Lagerung demgegenüber
Entwurf VDI 2038 Blatt 1 – 37 –

Frequenzbereich oberhalb von 63 Hz sollten die ,m) ,m / a )


Pegel in Terzbandbreite am Fundament um LF - La 0 20 log * ' 0 20 log * 0 0 ' (25)
mehr als 20 dB unterhalb der Pegel an den Auf- + m0 ( + F0 (
lagerpunkten liegen. Im Frequenzbereich zwi- Dabei ist
schen 31 Hz und 63 Hz sollte die Pegeldifferenz ,F )
mindestens 10 dB betragen LF Kraftpegel in L F -20 log * '
e) Ermittlung des energieäquivalenten Mittelwerts +F0 (
der Beschleunigung für die n Auflagerpunkte F Effektivwert der eingeleiteten Kraft
gemäß Gleichung (23) bzw. Gleichung (24) in der Terz
1) In Terzbandbreite aus dem gemessenen Be- F0 Referenzwert der Kraft, F0 = 1 N
schleunigungspegel: m Gesamtmasse oberhalb der elasti-
& n , Lai ) # schen Lagerung
La - 10 log$ *10 10 ' ! 10 log n
. (23) m0 Referenzwert der Masse, frei wähl-
$ i -1 * '( !"
% + bar
Dabei ist a0 Referenzwert der Beschleunigung,
La frei wählbar in Übereinstimmung
Pegel der energetisch gemittelten
mit dem in Gleichung (11) gewähl-
Beschleunigungen
ten Referenzwert a0
Lai Terzpegel der Beschleunigung am
i-ten Auflagerpunkt 2) Bei Anregungen mit dominierenden Einzel-
frequenzen aus dem über die Messwerte an
n Anzahl der Auflagerpunkte
den Auflagerpunkten gebildeten energeti-
La Terzpegel der Beschleunigung schen Mittelwert der Beschleunigungen für
, a~ ) eine einzelne Anregungsfrequenz:
La - 20log * '
+ a0 ( F - m/a (26)
a~ Effektivwert der Beschleunigung Der sich aus Gleichung (25) bzw. Glei-
in der Terz chung (26) ergebende Wert ist eine obere
a0 Referenzwert der Beschleunigung Schranke für die Kraft.
2) Bei Anregungen mit dominierenden Erreger- h) Ermittlung des Pegels der über die Federn ein-
frequenzen für jede einzelne Anregefre- geleiteten Kraft gemäß Gleichung (27) bzw.
quenz aus dem Mittelwert der Effektivwerte Gleichung (28) aus der Federsteife.
der gemessenen Beschleunigungen an den 1) In Terzbandbreite aus den gemessenen Be-
Auflagerpunkten: schleunigungen, dargestellt als Pegel in
n Terzbandbreite:
1
a-
n
. a~ i
2
(24) , k )
i -1 LF - L a 020 log * '
+* 12 / f 2 / m0 '(
2
Dabei ist (27)
a über die Messwerte an den Aufla- ,m /a )
0 20 log * 0 0 '
gerpunkten gebildeter energieäqui- + F0 (
valenter Mittelwert der Beschleuni-
gungen für eine einzelne Anrege- 2) Bei Anregungen mit dominierenden Einzel-
frequenz frequenzen aus den gemessenen Beschleuni-
~ gungen an den maßgebenden Anregungsfre-
ai Effektivwert der Beschleunigung am quenzen:
i-ten Auflagerpunkt für eine einzel-
a
ne Anregefrequenz F -k/  (28)
n Anzahl der Auflagerpunkte 12 / f 22
f) Bestimmung des Gewichts des zu untersuchen- Dabei ist
den Aggregats f Anregungsfrequenz
g) Ermittlung des Pegels der eingeleiteten Kraft k gesamte Federsteifigkeit der elasti-
bzw. der Kraft aus der Trägheitskraft gemäß schen Lagerung. Diese kann nähe-
Gleichung (25) bzw. Gleichung (26) rungsweise aus der statischen Ein-
1) In Terzbandbreite aus dem gemessenen Be- federung gemäß Gleichung (29) ab-
schleunigungspegel: geleitet werden. Die dynamische
– 38 – VDI 2038 Blatt 1 Entwurf

Steifigkeit liegt in der Regel deutlich 6.8.4 Auf steifer Tragkonstruktion aufgestell-
oberhalb der statischen Steifigkeit. tes Gerät mit Impedanzmessung
m g Sofern das Aggregat auf einer steifen Struktur
kstat ! (29) aufgestellt wird, kann aus der Eingangsimpedanz
wstat
und der unterhalb der Lagerebene gemessenen
Dabei ist Schwingschnelle auf die Kraft geschlossen werden.
kstat statischen Steifigkeit Diese Vorgehensweise ist auch dann empfehlens-
g Erdbeschleunigung wert, wenn das Gerät elastisch aufgestellt wird und
wstat statische Federdurchsenkung lediglich die eingeleiteten Kräfte von Interesse
sind:
Der nach Gleichung (27) bzw. Gleichung (28)
bestimmte Wert dient Kontrollzwecken. Im Regel- a) Erstellung einer Struktur, die soweit wie mög-
fall einer für die Messung gewählten tief abge- lich die Anschlusssteifigkeit der Baukonstrukti-
stimmten Lagerung liegt er unterhalb des nach on abbildet
Gleichung (25) bzw. Gleichung (26) bestimmten b) Aufstellung des Geräts auf der Struktur. Es
Werts. kommen zwischen Struktur und Gerät auch die
Insbesondere bei höheren Frequenzen kann der vorgesehenen elastischen Lager zur Verwen-
nach Gleichung (25) bzw. Gleichung (26) ermit- dung.
telte Wert deutlich oberhalb der tatsächlich zu er- c) Betrieb des Aggregats unter den relevanten
wartenden Kräfte liegen, da nicht die gesamte Ge- typischen Betriebszuständen und geeigneter
rätemasse dynamisch wirksam ist. Simulation der Aggregatsbelastung
6.8.3 Frei aufgehängtes Gerät mit Impedanz- d) Messung der Schwingschnelle an den Aufla-
messung gerpunkten an der Struktur, bei elastischen La-
gern oberhalb und unterhalb der elastischen La-
Sofern die Möglichkeit besteht Impedanzen zu gerebene; zeitgleiche Aufzeichnung der Pegel
erfassen, kann durch die folgende Vorgehensweise in Terzbandbreite mit geeigneter Mittelung
Aufschluss über die Kräfte erhalten werden: (Maximalwerte mit Peak-Hold-Mittelung und
a) Aufstellung des Geräts wie unter Ab- Effektivwerte mit energetischer Mittelung)
schnitt 7.8.2 e) Messung der Impedanz an den Auflagerpunkten
b) Betrieb des Aggregats unter den relevanten f) Ermittlung der insgesamt in die Struktur einge-
typischen Betriebszuständen und geeigneter leiteten Kräfte
Simulation der Aggregatbelastung " sofern die Abmessung der Struktur im Be-
c) Messung der Beschleunigung an den Auflager- reich der halben Biegewellenlänge ist (das
punkten oberhalb der Lagerelemente. Zeitglei- heißt die Phasenlage der an den verschiede-
che Aufzeichnung der Pegel in Terzen nen Punkten der Struktur gemessenen Ant-
d) Messung der Eingangsimpedanz am entkoppel- wort in etwa übereinstimmt):
ten Gerät und am Aufstellort ohne Gerät F # Z Strukturi vStrukturi (31)
e) Abschätzung der in die Struktur eingeleiteten
Kräfte über das Impedanzverhältnis und der im " sofern die Abmessung der Struktur größer
Versuch an den Auflagern gemessenen Schnel- als die halbe Biegewellenlänge ist (das heißt,
len nach: die Phasenlage der an den verschiedenen
Punkten der Struktur gemessenen Antwort
2
n * Z Aufstellort Z Aggregat i ' voneinander abweicht):
F# $ ( vAggregat i % (30)
( %
i !1 ) Z Aufstellort + Z Aggregat i
n 2
&
Dabei ist
F# $ ,Z
i !1
Strukturi vStrukturi - (312)

ZAufstellort Impedanz am Aufstellort Dabei ist


ZAggregat i gemessene Impedanz auf Auflager- ZStruktur i gemessene Eingangsimpedanz der
punkt i des Aggregats Struktur am Aufstellort i
vAggregat i gemessene Schwinggeschwindigkeit vStruktur i gemessene Schwingschnelle an der
am Auflagerpunkt i des Aggregats Struktur an der Stelle i
n Anzahl der Auflagerpunkte n Anzahl der Lager
Entwurf VDI 2038 Blatt 1 – 39 –

Anhang einzelnen Aspekten der Anregung des Systems und


Prognoseunschärfe bei der baudynamischen der Antwort werden Einschätzungen und Maß-
Planung und Auslegung nahmen zur Erhöhung der Prognosesicherheit ge-
Baudynamische Prognosen sind stets mit Unsi- nannt.
cherheiten behaftet. Diese resultieren aus den Un- Häufig reicht, trotz großer Prognoseunschärfe, eine
wägbarkeiten in den Anregungen (Tabelle A1), in Abschätzung auf der sicheren Seite aus, um die
der Systembeschreibung (Tabelle A2) und in den Gewährleistung der Gebrauchstauglichkeit nach-
Anforderungen (Tabelle A3) hinsichtlich der zuweisen. Die in der Prognose erhaltenen Rechen-
Gebrauchstauglichkeit. ergebnisse stellen dann Schranken dar, die in aus-
Eine Eingrenzung der Unsicherheiten ist durchzu- geführten Bauwerken zum Teil um Größenordnun-
führen. Diese erfolgt über Parametervariationen gen unterschritten werden können.
und Sensitivitätsbetrachtungen. Qualitative Bewertung der Unsicherheiten der
In den folgenden Tabellen sind Prognoseunge- Eingangs-, System- und Antwortgrößen hin-
nauigkeiten qualitativ zusammen gestellt. Zu den sichtlich Gebrauchstauglichkeit

Tabelle A1. Anregung


Einflussnehmende Größe Unsicherheit aus Bewertung der Prognose- Eingrenzung möglich
unsicherheit (ohne Messung) durch
Schienenverkehr Fahrzeuge, Oberbau sehr hoch bis hoch, je nach Fahr- Erschütterungsmessung
und Übertragung zeugzusammensetzung am Immissionsort
Straßenverkehr Fahrzeuge, Oberflä- in der Regel konservative Eingren- Erschütterungsmessung
chenbeschaffenheit, zung möglich, bei höchsten Anfor- am Immissionsort
Übertragung derungen sehr hoch
Quellpegel rotierender Geräte, Übertra- hoch bis sehr hoch Messung
elektrischer Maschinen gung, Lagerung bei entsprechenden Aufstellbedin- ausreichende Anschluss-
und Stromerzeugungsag- gungen Eingrenzung möglich impedanz und elastische
gregate mit Hubkolben- Lagerung am Aufstellort
verbrennungsmotoren
Quellpegel Großmaschi- Geräte, Übertragung sehr hoch Erschütterungsmessung
nen mit Impulsanregung bei entsprechenden Aufstellbedin- am Immissionsort
(Schmiedehämmer, Fall- gungen Eingrenzung möglich Erschütterungsmessung
werke, Pressen, Schlag- am Emissionsort
scheren)
Großmaschinen mit sto- Geräte, Übertragung hoch Erschütterungsmessung
chastischer Anregung am Immissionsort
(Mühlen, Brecher, Kran- Ausreichende Anschluss-
bahnen) impedanz und elastische
Lagerung am Aufstellort
Erschütterungsmessung
am Emissionsort
Haustechnische Anlagen Geräte, Übertragung je nach Anforderung sehr gering ausreichende Anschluss-
bis hoch impedanz und elastische
Lagerung am Aufstellort
Erschütterungsmessung
am Emissionsort
Menscheninduzierte dy- gering unter Berücksichtigung des
namische Kräfte Streubands der Anregung
hoch bei Synchronisation
Bauarbeiten Gerät, Übertragung hoch Regelung (Unwucht,
Rüttelfrequenz)
Schwingungsüberwa-
chung mit Alarm an den
Geräteführer
Wahl alternativer Verfah-
ren
Sprengungen Lademenge, Über- hoch Erschütterungsmessung
tragung am Immissionsort
– 40 – VDI 2038 Blatt 1 Entwurf

Tabelle A2. Systembeschreibung


Einflussnehmende Größe Unsicherheit aus Bewertung der Prognoseunsi- Eingrenzung möglich
cherheit (ohne Messung) durch
Ankopplung Gebäudefun- Boden in Abhängigkeit von Frequenz und Bodengutachten mit
damente Gebäudeanschlussimpedanz sehr dynamischen Kennwer-
hoch bis gering ten
Schwingungsübertragung Modellierungs- bei schmalbandiger Anregung Modellverfeinerung
innerhalb der Gebäude- Unwägbarkeiten und sehr hoch
struktur- Grobmodell unsichere System- bei breitbandiger Anregung und
kenngrößen integrierender Zielgröße (z. B.
Summenpegel) mittel
Schwingungsübertragung Modellierungs- bei schmalbandiger Anregung Parameterstudien
innerhalb der Gebäude- Unwägbarkeiten und sehr hoch Messungen an der
struktur – unsichere System- bei breitbandiger Anregung und Gebäudestruktur
FE-Modell/SEA-Modell kenngrößen integrierender Zielgröße (z. B. Updating
Summenpegel) mittel bis gering
Anregbarkeit von Gebäu- Modellierungs- bei schmalbandiger resonanzna- Parameterstudien
destrukturen Unwägbarkeiten und her Anregung sehr hoch Messungen an der
unsichere System- bei quasistatischer bzw. breitban- Gebäudestruktur
kenngrößen diger Anregung und integrieren-
den Zielgrößen (z. B. Summenpe-
gel) mittel

Tabelle A3. Anforderung


Einflussnehmende Unsicherheit aus Bewertung der Prognose- Eingrenzung möglich
Größe unsicherheit (ohne Messung) durch
Geräteempfindlichkeit Belastbarkeit der bei schmalbandiger Anregung Messung an vergleichba-
stationär laufender Geräte Herstellerangaben sehr hoch ren Anlagen
(z. B. Rechenanlagen, bzw. Erfahrungswerte sonst mittel
Chipherstellung)
Geräteempfindlichkeit Belastbarkeit der bei schmalbandiger Anregung Messung an vergleichba-
zeitweise benutzter Ver- Herstellerangaben sehr hoch ren Anlagen
suchseinrichtungen bzw. Erfahrungswerte bei betrieblichen Eingrenzungen
mittel bis gering

sehr hoch > 10 dB (> Faktor 3)


hoch (5…10) dB (Faktor 2–3)
mittel (3…5) dB (Faktor 1,5–2)
gering < 3 dB (< Faktor 1,5)
Entwurf VDI 2038 Blatt 1 – 41 –

Schrifttum DIN 4024-1:1988-04 Maschinenfundamente; Elastische


Stützkonstruktionen für Maschinen mit rotierenden Massen.
Berlin: Beuth Verlag
Technische Regeln
DIN 4024-2:1991-04 Maschinenfundamente; Steife (starre)
BS 6472-1:2008-06-30 Guide to evaluation of human expo- Stützkonstruktionen für Maschinen mit periodischer Erregung.
sure to vibration in buildings. Vibration sources other than Berlin: Beuth Verlag
blasting. London: British Standards Institution
DIN 4149:2005-04 Bauten in deutschen Erdbebengebieten;
BS 6472-2:2008-06-30 Guide to evaluation of human expo- Lastannahmen, Bemessung und Ausführung üblicher Hoch-
sure to vibration in buildings. Blast-induced vibration. Lon- bauten. Berlin: Beuth Verlag
don: British Standards Institution
DIN 4150-1:2001-06 Erschütterungen im Bauwesen; Teil 1:
BS 7385-1*ISO 4866:1990-11-30 Evaluation and measure- Vorermittlung von Schwingungsgrößen. Berlin: Beuth Verlag
ment for vibration in buildings. Guide for measurement of
vibrations and evaluation of their effects on buildings (Mes- DIN 4150-2:1999-06 Erschütterungen im Bauwesen; Teil 2:
sung und Bewertung von Schwingungen in Gebäuden. Leitfa- Einwirkungen auf Menschen in Gebäuden. Berlin: Beuth
den zur Messung und Bewertung der Einwirkung von Verlag
Schwingungen auf Gebäude). Zurückgezogen 2010-04-30. DIN 4150-3:1999-02 Erschütterungen im Bauwesen; Teil 3:
Nachfolgedokument BS ISO 4866:2010 Einwirkungen auf bauliche Anlage. Berlin: Beuth Verlag
BS 7385-2:1993-11-15 Evaluation and measurement for vibra- DIN 4178:2005-04 Glockentürme. Berlin: Beuth Verlag
tion in buildings. Guide to damage levels from groundborne DIN 45651:1964-01 Oktavfilter für elektroakustische Mes-
vibration (Messung und Bewertung von Schwingungen in sungen. Zurückgezogen 1996-02. Nachfolgedokument DIN
Gebäuden. Durch den Baugrund übertragene Schwingungen. EN 61260
Grenzschwingungen). London: British Standards Institution
DIN 45652:1964-01 Terzfilter für elektroakustische Messun-
BS ISO 4866:2010-04-30 Mechanical vibration and shock. gen. Zurückgezogen 1996-02. Nachfolgedokument DIN
Vibration of fixed structures. Guidelines for the measurement EN 61260
of vibrations and evaluation of their effects on structures
DIN 45669-1:2010-09 Messung von Schwingungsimmissio-
(Mechanische Schwingungen und Stöße. Schwingungen von
nen; Teil 1: Schwingungsmesser; Anforderungen und Prüfun-
Bauwerken. Leitfaden für die Messung von Schwingungen
gen. Berlin: Beuth Verlag
und die Bewertung ihrer Auswirkungen auf Bauwerke). Lon-
don: British Standards Institution DIN 45669-2:2005-06 Messung von Schwingungsimmissio-
nen; Teil 2: Messverfahren. Berlin: Beuth Verlag
DIN EN 1995-1-1:2008-09 Eurocode 5: Bemessung und
Konstruktion von Holzbauten; Teil 1-1: Allgemeines; Allge- DIN 45669-3:2006-06 Messung von Schwingungsimmissionen;
meine Regeln und Regeln für den Hochbau; Deutsche Fassung Teil 3: Prüfung (Kalibrierung und Beurteilung) der Schwin-
EN 1995-1-1:2004+A1:2008. Berlin: Beuth Verlag gungsmesseinrichtung; Erstprüfung, Nachprüfung, Zwischen-
prüfung, Prüfung für den Messeinsatz. Zurückgezogen 2010-09.
DIN EN 1995-1-2:2006-10 Eurocode 5: Bemessung und
Nachfolgedokument DIN 45669-1. Berlin: Beuth Verlag
Konstruktion von Holzbauten; Teil 1-2: Allgemeine Regeln;
Tragwerksbemessung für den Brandfall; Deutsche Fassung DIN EN 600-1:1992-04 Kondome aus Naturkautschuklatex;
EN 1995-1-2:2004 + AC:2006. Berlin: Beuth Verlag Teil 1: Anforderungen an Kondome für den Verbraucher; Deut-
sche Fassung prEN 600-1:1991. Zurückgezogen 1996-04. Nach-
DIN EN 1998-1:2006-04 Eurocode 8: Auslegung von Bau-
folgedokument DIN EN ISO 4074 (2002-07)
werken gegen Erdbeben; Teil 1: Grundlagen, Erdbebeneinwir-
kungen und Regeln für Hochbauten; Deutsche Fassung DIN EN 600-2:1992-04 Kondome aus Naturkautschuklatex;
EN 1998-1:2004. Berlin: Beuth Verlag Teil 2: Bestimmung der Länge; Deutsche Fassung prEN 600-2:
1991. Zurückgezogen 1996-04. Nachfolgedokument DIN EN
DIN EN 1998-2:2006-06 Eurocode 8: Auslegung von Bau-
ISO 4074 (2002-07)
werken gegen Erdbeben; Teil 2: Brücken; Deutsche Fassung
EN 1998-2:2005. Berlin: Beuth Verlag DIN EN ISO 4074:2002-07 Kondome aus Naturkautschukla-
tex; Anforderungen und Prüfverfahren (ISO 4074:2002);
DIN EN 1998-3:2006-04 Eurocode 8: Auslegung von Bau-
Deutsche Fassung EN ISO 4074:2002. Berlin: Beuth Verlag
werken gegen Erdbeben; Teil 3: Beurteilung und Ertüchtigung
von Gebäuden; Deutsche Fassung EN 1998-3:2005. Berlin: DIN EN 1998-4:2007-01 Eurocode 8: Auslegung von Bau-
Beuth Verlag werken gegen Erdbeben; Teil 4: Silos, Tankbauwerke und
Rohrleitungen; Deutsche Fassung EN 1998-4:2006. Berlin:
DIN EN 1998-5:2006-03 Eurocode 8: Auslegung von Bau-
Beuth Verlag
werken gegen Erdbeben; Teil 5: Gründungen, Stützbauwerke
und geotechnische Aspekte; Deutsche Fassung EN 1998-5: DIN ISO 1940-1:2004-04 Mechanische Schwingungen; An-
2004. Berlin: Beuth Verlag forderungen an die Auswuchtgüte von Rotoren in konstantem
(starrem) Zustand; Teil 1: Festlegung und Nachprüfung der
DIN EN 1998-6:2006-03 Eurocode 8: Auslegung von Bau-
Unwuchttoleranz (ISO 1940-1:2003). Berlin: Beuth Verlag
werken gegen Erdbeben; Teil 6: Türme, Maste und Schorn-
steine; Deutsche Fassung EN 1998-6:2005. Berlin: Beuth DIN ISO 1940-2:1998-02 Mechanische Schwingungen; Anfor-
Verlag derungen an die Auswuchtgüte starrer Rotoren; Teil 2: Abwei-
chungen beim Auswuchten (ISO 1940-2:1997). Berlin: Beuth
DIN 1055-4:2005-03 Einwirkungen auf Tragwerke; Teil 4:
Verlag
Windlasten. Berlin: Beuth Verlag
DIN ISO 7919-1:1997-08 Mechanische Schwingungen von
DIN 1055-100:2001-03 Einwirkungen auf Tragwerke;
Maschinen mit Ausnahme von Kolbenmaschinen; Messung
Teil 100: Grundlagen der Tragwerksplanung; Sicherheitskon-
und Bewertung von Wellenschwingungen; Teil 1: Allgemeine
zept und Bemessungsregeln. Berlin: Beuth Verlag
Anleitungen (ISO 7919-1:1996). Berlin: Beuth Verlag
DIN 1074:2006-09 Holzbrücken. Berlin: Beuth Verlag
DIN ISO 7919-2:2010-06 Mechanische Schwingungen; Be-
wertung der Schwingungen von Maschinen durch Messungen
an rotierenden Wellen; Teil 2: Stationäre Dampfturbinen und
– 42 – VDI 2038 Blatt 1 Entwurf

Generatoren über 50 MW mit Nenn-Betriebsdrehzahlen von neral requirements (Mechanische Schwingungen und Stöße;
1500 min-1, 1800 min-1, 3000 min-1 und 3600 min-1 (I- Bewertung der Einwirkung von Ganzkörper-Schwingungen
SO 7919-2:2009). Berlin: Beuth Verlag auf den Menschen; Teil 1: Allgemeine Anforderungen). Genf:
DIN ISO 7919-3:2009-08 Mechanische Schwingungen; Be- ISO
wertung der Schwingungen von Maschinen durch Messungen ISO 2631-2:2003-04 Mechanical vibration and shock; Evalua-
an rotierenden Wellen; Teil 3: Gekuppelte industrielle Ma- tion of human exposure to whole-body vibration; Part 2: Vib-
schinen (ISO 7919-3:2009). Berlin: Beuth Verlag ration in buildings (1 Hz to 80 Hz) (Mechanische Schwingun-
DIN ISO 7919-4:2010-06 Mechanische Schwingungen; Be- gen und Stöße; Bewertung der Einwirkung von Ganzkörper-
wertung der Schwingungen von Maschinen durch Messungen Schwingungen auf den Menschen; Teil 2: Schwingungen in
an rotierenden Wellen; Teil 4: Gasturbinensätze mit Gleitla- Gebäuden (1 Hz; 80 Hz)). Genf: ISO
gern (ISO 7919-4:2009). Berlin: Beuth Verlag ISO 2631-4:2001-02 Mechanical vibration and shock; Evalua-
DIN ISO 7919-5:2005-10 Mechanische Schwingungen; Be- tion of human exposure to whole-body vibration; Part 4: Gui-
wertung der Schwingungen von Maschinen durch Messungen delines for the evaluation of the effects of vibration and rotati-
an rotierenden Wellen; Teil 5: Maschinensätze in Wasserkraft- onal motion on passenger and crew comfort in fixed-guideway
und Pumpenanlagen (ISO 7919-5:2005). Berlin: Beuth Verlag transport systems (Mechanische Schwingungen und Stöße;
Bewertung der Einwirkung von Ganzkörper-Schwingungen
DIN ISO 10816-1:1997-08 Mechanische Schwingungen; auf den Menschen; Teil 4: Leitfaden zur Bewertung der Aus-
Bewertung der Schwingungen von Maschinen durch Messun- wirkungen translatorischer und rotatorischer Schwingungen
gen an nicht rotierenden Teilen; Teil 1: Allgemeine Anleitun- auf den Komfort der Passagiere und des Personals in spurge-
gen (ISO 10816-1:1995). Berlin: Beuth Verlag führten Verkehrssystemen). Genf: ISO
DIN ISO 10816-2:2010-09 Mechanische Schwingungen; Be- ISO 2631-5 2004-02 Mechanical vibration and shock; Evalua-
wertung der Schwingungen von Maschinen durch Messungen tion of human exposure to whole-body vibration; Part 5: Me-
an nicht-rotierenden Teilen; Teil 2: Stationäre Dampfturbinen thod for evaluation of vibration containing multiple shocks
und Generatoren über 50 MW mit Nenn-Betriebsdrehzahlen (Mechanische Schwingungen und Stöße; Bewertung der Ein-
von 1500 min-1, 1800 min-1, 3000 min-1 und 3600 min-1 (I- wirkung von Ganzkörper-Schwingungen auf den Menschen;
SO 10816-2:2009). Berlin: Beuth Verlag Teil 5: Verfahren zur Bewertung von stoßhaltigen Schwin-
DIN ISO 10816-3:2009-08 Mechanische Schwingungen; Be- gungen) Genf: ISO
wertung der Schwingungen von Maschinen durch Messungen ISO 4354:2009-06 Wind actions on structures. Genf: ISO
an nicht-rotierenden Teilen; Teil 3: Industrielle Maschinen mit
einer Nennleistung über 15 kW und Nenndrehzahlen zwischen ISO 4866:2010-03 Mechanical vibration and shock; Vibration
120 min-1 und 15000 min-1 bei Messungen am Aufstellungsort of fixed structures; Guidelines for the measurement of vibrati-
(ISO 10816-3:2009). Berlin: Beuth Verlag ons and evaluation of their effects on structures (Mechanische
Schwingungen und Stöße; Schwingungen von Bauwerken;
DIN ISO 10816-4:2010-06 Mechanische Schwingungen; Leitfaden für die Messung von Schwingungen und die Bewer-
Bewertung der Schwingungen von Maschinen durch Messun- tung ihrer Auswirkungen auf Bauwerke). Genf: ISO
gen an nicht-rotierenden Teilen; Teil 4: Gasturbinensätze mit
Gleitlagern (ISO 10816-4:2009). Berlin: Beuth Verlag ISO 6897:1984-08 Guidelines for the evaluation of the res-
ponse of occupants of fixed structures, especially buildings
DIN ISO 10816-6:1997-08 Mechanische Schwingungen; and off-shore structures, to low-frequency horizontal motion
Bewertung der Schwingungen von Maschinen durch Messun- (0,063 to 1 Hz) (Richtlinie für die Bewertung der Reaktion
gen an nicht-rotierenden Teilen; Teil 6: Hubkolbenmaschinen von Bewohnern fester Konstruktionen, besonders Gebäuden
mit Leistungen über 100 kW (ISO 10816-6:1995). Berlin: und im Meer befindlichen Konstruktionen auf horizontale
Beuth Verlag Niederfrequenz-Bewegung (0,063 Hz bis 1 Hz)). Genf: ISO
DIN ISO 10816-7:2009-08 Mechanische Schwingungen; ISO 8569:1996-07 Mechanical vibration and shock; Measu-
Bewertung der Schwingungen von Maschinen durch Messun- rement and evaluation of shock and vibration effects on sensi-
gen an nicht-rotierenden Teilen; Teil 7: Kreiselpumpen für tive equipment in buildings Richtlinie für die Bewertung der
den industriellen Einsatz (einschließlich Messung der Wellen- Reaktion von Bewohnern fester Konstruktionen, besonders
schwingungen) (ISO 10816-7:2009). Berlin: Beuth Verlag Gebäuden und im Meer befindlichen Konstruktionen auf
DIN EN 61260:2003-03 Elektroakustik; Bandfilter für Okta- horizontale Niederfrequenz-Bewegung (Mechanische Schwin-
ven und Bruchteile von Oktaven (IEC 61260:1995 + A1: gungen und Stöße; Messung und Bewertung von Schwingun-
2001); Deutsche Fassung EN 61260:1995 + A1:2001. Berlin: gen und Stößen auf empfindliche Geräte in Gebäuden). Genf:
Beuth Verlag ISO
DIN 45672-1:2009-12 Schwingungsmessung in der Umge- ISO 10137:2007-11 Bases for design of structures; Servicea-
bung von Schienenverkehrswegen; Teil 1: Messverfahren. bility of buildings and walkways against vibrations. Genf: ISO
Berlin: Beuth Verlag ISO 14837-1:2005-07 Mechanical vibration; Ground-borne
DIN 45672-2:1995-07 Schwingungsmessungen in der Umge- noise and vibration arising from rail systems; Part 1: General
bung von Schienenverkehrswegen; Teil 2: Auswerteverfahren. guidance (Mechanische Schwingungen; Erschütterungen und
Berlin: Beuth Verlag sekundärer Luftschall aus dem Schienenverkehr; Teil 1: All-
DIN 45673-6 2010-08 Mechanische Schwingungen; Elasti- gemeine Anleitungen). Genf: ISO
sche Elemente des Oberbaus von Schienenfahrwegen; Teil 6: KTA 2201.1:1990-06 Auslegung von Kernkraftwerken gegen
Labor-Prüfverfahren für Besohlungen von Betonschwellen. seismische Einwirkungen; Teil 1: Grundsätze. Berlin: Beuth
Berlin: Beuth Verlag Verlag
DIN V 18032-2:2001-04 Sporthallen; Hallen für Turnen, OENORM S 9010:1982-03-01 Bewertung der Einwirkung
Spiele und Mehrzwecknutzung; Teil 2: Sportböden; Anforde- mechanischer Schwingungen und Erschütterungen auf den
rungen, Prüfungen. Berlin: Beuth Verlag Menschen; ganzer Körper. Zurückgezogen2005-11-01. Nach-
ISO 2631-1:1997-05 Mechanical vibration and shock; Evalua- folgedokumente OENORM ISO 2631-1 (2005-11-01), OE-
tion of human exposure to whole-body vibration; Part 1: Ge- NORM ISO 2631-2 (2005-11-01)
Entwurf VDI 2038 Blatt 1 – 43 –

OENORM ISO 2631-1:2007-07-01 Mechanische Schwingun- VDI 2059 Blatt 5:1982-10 Wellenschwingungen von Wasser-
gen und Stöße; Bewertung der Auswirkung von Ganzkörper- kraftmaschinensätzen; Messung und Beurteilung. Berlin:
schwingungen auf den Menschen; Teil 1: Allgemeine Anfor- Beuth Verlag
derungen (ISO 2631-1:1997). Wien: Österreichisches Nor- VDI 2063:1985-09 Messung und Beurteilung mechanischer
mungsinstitut Schwingungen von Hubkolbenmotoren und -kompressoren.
OENORM ISO 2631-2:2007-07-01 Mechanische Schwingun- Zurückgezogen1998-01. Nachfolgedokument VDI 3838
gen und Stöße; Bewertung der Auswirkung von Ganzkörper- (2004-05)
schwingungen auf den Menschen; Teil 2: Schwingungen in VDI 2064:2010-11 Aktive Schwingungsisolierung. Berlin:
Gebäuden (1 Hz bis 80 Hz) (ISO 2631-2:2003). Wien: Öster- Beuth Verlag
reichisches Normungsinstitut
VDI 3830 Blatt 1:2004-08 Werkstoff- und Bauteildämpfung;
OENORM S 9012:2010-02 Beurteilung der Einwirkung von Einteilung und Übersicht. Berlin: Beuth Verlag
Schwingungsimmissionen des landgebundenen Verkehrs auf
den Menschen in Gebäuden; Schwingungen und sekundärer VDI 3830 Blatt 2:2004-10 Werkstoff- und Bauteildämpfung;
Luftschall. Wien: Österreichisches Normungsinstitut Dämpfung in festen Werkstoffen. Berlin: Beuth Verlag
OENORM S 9020:1986-08-01 Bauwerkserschütterungen; VDI 3830 Blatt 3:2004-07 Werkstoff- und Bauteildämpfung;
Sprengerschütterungen und vergleichbare impulsförmige Dämpfung von Baugruppen. Berlin: Beuth Verlag
Immissionen. Wien: Österreichisches Normungsinstitut VDI 3830 Blatt 4:2005-05 Werkstoff- und Bauteildämpfung;
SIA 160*SN 505160:1989-00 Einwirkungen auf Tragwerke. Modelle für gedämpfte Strukturen. Berlin: Beuth Verlag
Zurückgezogen 2003-01. Nachfolgedokumente SIA 260, SIA VDI 3830 Blatt 5:2005-11 Werkstoff- und Bauteildämpfung;
261 und SIA 261/1 Versuchstechniken zur Ermittlung von Dämpfungskenngrö-
SIA 260*SN 505260:2003-01 Grundlagen der Projektierung ßen. Berlin: Beuth Verlag
von Tragwerken. Zürich: SIA VDI 3833 Blatt 1:2009-05 Schwingungsdämpfer und Schwin-
SIA 261*SN 505261:2003-01 Einwirkungen auf Tragwerke. gungstilger; Schwingungsdämpfer; Begriffe, Kenngrößen,
Zürich: SIA Realisierung, Anwendung. Berlin: Beuth Verlag
SIA 261/1*SN 505261/1:2003-01 Einwirkungen auf Tragwer- VDI 3833 Blatt 2:2006-12 Schwingungsdämpfer und Schwin-
ke; Ergänzende Festlegungen. Zürich: SIA gungstilger; Schwingungstilger und Schwingungstilgung.
Berlin: Beuth Verlag
SN 640312a:1992-04 Erschütterungen; Erschütterungseinwir-
kungen auf Bauwerke. Zürich: Schweizerischer Verband der VDI 3838:2004-05 Messung und Beurteilung mechanischer
Strassen- und Verkehrsfachleute (VSS) Schwingungen von Hubkolbenmotoren und -kompressoren mit
Leistungen über 100 kW; Ergänzung von DIN ISO 10816-6.
SS 4604861:1992 Vibration and shock; Measurement und Berlin: Beuth Verlag
guidelines for the evaluation of comfort in buildings. Stock-
holm: SIS Swedish Standards Institute VDI 3839 Blatt 1:2001-03 Hinweise zur Messung und Inter-
pretation der Schwingungen von Maschinen; Allgemeine
SS 4604866:1991 Vibration and shock; Guidance levels for Grundlagen. Berlin: Beuth Verlag
blasting induced vibration in buildings. Stockholm: SIS Swe-
dish Standards Institute VDI 3842:2004-06 Schwingungen in Rohrleitungssystemen.
Berlin: Beuth Verlag
VDI 1000:2010-06 VDI-Richtlinienarbeit; Grundsätze und
Anleitungen. Berlin: Beuth Verlag
VDI 2038 Blatt 1 (Entwurf) Gebrauchstauglichkeit von Bau-
Literatur
werken bei dynamischen Einwirkungen; Untersuchungsme- [1] Oppenheim, A., Schaffer, R.: Discrete-Time Signal
thoden und Beurteilungsverfahren der Baudynamik; Grundla- Processing; Prentice Hall Int., London
gen - Methoden, Vorgehensweisen und Einwirkungen. Berlin: [2] Waller, H., Schmidt, R.: Schwingungslehre für Ingenieu-
Beuth Verlag re; BI Wissenschaftsverlag, Mannheim,1989
VDI 2038 Blatt 3 Gebrauchstauglichkeit von Bauwerken bei [3] Stearns, S., D.; Hush, D., R.: Digitale Verarbeitung
dynamischer Einwirkung; Sekundär-Luftschall (in Vorberei- analoger Signale – Digital Signal Analysis, 7. Auflage,
tung) Verlag R. Oldenbourg, München, 1999
VDI 2057 Blatt 1:2002-09 Einwirkung mechanischer Schwin- [4] Petersen, C.: Dynamik der Baukonstruktionen, Verlag
gungen auf den Menschen; Ganzkörper-Schwingungen. Ber- Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig/Wiesbaden, 1996
lin: Beuth Verlag [5] Eibl, J.; Häußler-Combe, U.: Baudynamik. In:
VDI 2057 Blatt 2:2002-09 Einwirkung mechanische Schwin- Betonkalender Teil II, Verlag Ernst & Sohn, Berlin,
gungen auf den Menschen; Hand-Arm-Schwingungen. Berlin: 1997
Beuth Verlag [6] Harris, C., M.; Crede, C., E.: Shock and Vibration
VDI 2057 Blatt 3:2006-06 Einwirkung mechanischer Schwin- Handbook, MacGraw Hill, New York, 1976
gungen auf den Menschen; Ganzkörperschwingungen an [7] H. Kramer: Angewandte Baudynamik. Ernst & Sohn,
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Entwurf VDI 2038 Blatt 1 – 45 –

Index Referenzabstand 28
Aeroelastische Phänomene 35 Reynoldszahl 34, 35
Baudynamik, Vorgehensweise 9 Sackung, erschütterungsbedingt 29
Baudynamiker, Einbindung 3 Schienenverkehr 13, 21, 39
Baumaßnahmen 9, 13, 28 Schiffsverkehr 13, 25
Bemessungssituation 12 Schlagrammen 13, 28, 30
Beratung, baudynamische 9 Schwingungsanfälligkeit 10, 32
Böenerregte Schwingungen 10, 31 Schwingungstilger 11
Brücke 21, 23 Sekundäreffekt 14
Dynamischer Lastfaktor (DLF) 7, 16, 18 Sicherheitskonzept 12
Effektivwert 25, 37, 38 Spektralverfahren 32
Einwirkungen, dynamische 9, 15 Sprengung 9, 13, 15, 28, 30
Emission 21, 28 Staudruck 31, 35
Energieanalyse, statistische (SEA) 3 Stoßdauer 20
Erschütterungsausbreitung 29 Straßenverkehr 13, 23, 27, 39
Erschütterungsprognose 28 Strouhalzahl 34, 35
Erschütterungsquelle 28, 30 Synchronisation 27, 39
Experimentelle Modalanalyse (EMA) 14, 57 Terzspektrum 15, 16, 35
Fahrbahnsteifigkeit 7, 22 Tiefenrüttler 28, 29
Fallende Massen 28, 31 Treppe 10, 26
Fallmeißel 28, 30 Tribüne, feste und temporäre 13
Flattern 13, 31, 35 Übertragungsfunktion des Bodens 15, 22, 23
Fourierspektrum 15, 16, 29, 30 Unwucht 22, 23, 28, 36, 39
Fußpunkterregung 15, 22 Verdichtungsgerät 28, 29
Galopping 31, 35 Vibrationsramme 13, 28, 29
Impedanzmessung 38 Vibrationswalze 28, 29
Interferenz 13 Wellengeschwindigkeit im Baugrund 25
Koordinationsfaktor 27, 28 Wind 14, 15, 31
Krafterregung 15 Windgeschwindigkeit 10, 31, 33, 35
Leistungsdichtespektrum 16, 32, 33 Wirbelresonanzschwingung 33
Luftschall, tieffrequenter 25
Luftverkehr 13, 25
Magnetbahn 23
Nahfeld 28
Oberflächenwelle 28, 30
Parametererregung 15, 22
Planung, baudynamische 10, 11
Prognoseberechnung 18
Prognosegenauigkeit 11, 39
Prognoseunschärfe 39
Prognoseunsicherheit 11, 12, 30
Quellen, harmonisch emittierend 28
Quellen, stoßartig emittierend 30
Radsatz-Untergrund-Eigenfrequenz 22
Raumwellen 25, 28, 30