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Lexikalische

Semantik
• Das semiotische Dreieck
• Intensionen, Extensionen und Referenzen
• Denotation und Konnotation
• Paradigmatik und Syntagmatik
• Semantische Relationen

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Das semiotische
Dreieck

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‘Haustier, bei der Jagd helfen,
das Haus bewachen, bellen’

Intension / Bedeutung

Extension
/ Referent
Zeichenkörper/ Bezeichnung
/hʊnt/ Hund
Intension & Extension

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Zum Begriff
INTENSION EXTENSION
(Meibauer et al. 2007: 178)  die Menge der Dinge, auf die
man mit einem sprachlichen
 der begriffliche Inhalt; Ausdruck Bezug nehmen
 die deskriptive Bedeutung, kann;
die nicht direkt an die Dinge  umfasst im weitesten Sinn
in der Welt gebunden sind; alle außersprachlichen Dinge
in der Welt, die mit einem
 charaktisiert die Dinge, die zu Ausdruck bezeichnet werden
der Extension des Ausdrucks können: Dinge, die es in
gehören unserer (und anderen
möglichen) Welten gab, gibt
(Busch/Stenschke 2008:190) und geben wird;
 die Inhaltsseite sprachlicher  Individuen und Objekte
Zeichen
(Meibauer et al. 2007: 178)
 Begriffsinhalt
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Intension - Extension

(Busse 2009: 38)

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Intension - Extension
Intension von Hund Extension von Hund
Merkmale:
- Haustier sein
- bei der Jagd helfen
- vier Beine haben
- das Haus
bewachen
- bellen
(1) Die Bundeskanzlerin ist die Parteivorsitzende der
CDU.
(2) Ein Mann sieht ein Einhorn in seinem Vorgarten.
(Thurber, J.: Das Einhorn im Garten)

- Was bedeuten die unterstrichenen Wörter?


- Auf wen/ Worauf beziehen sich diese Wörter?
Beziehung zwischen
Intension und Extension
(3) Der Morgenstern ist der Abendstern.

 Was bedeuten die Ausdrücke?


 Worauf beziehen sie sich?
 Zwei sprachliche Ausdrücke mit gleicher Extension?
 Worin bestehen die unterschiedlichen Intensionen?
 Sind die Ausdrücke bedeutungsidentisch?
 Können Sie in jedem Kontext für einander
ersetzt werden?
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Beziehung zwischen Intension & Extension

(3) Der Morgenstern ist der Abendstern.


„Morgenstern“: die Venus am Morgenhimmel
„Abendstern“: die Venus am Abendhimmel
„Abendstern“ = Intension 1
Extension: Planet „Venus“
„Morgenstern“ = Intension 2
 Zwei sprachliche Ausdrücke mit gleicher Extension, aber mit
verschiedener Intension
→ Extensionsgleichheit bei Intensionsverschiedenheit
 Sie sind nicht bedeutungsidentisch. → Sie können nicht in jedem
Kontext für einander ersetzt werden.
Beziehung zwischen
Intension und Extension
(4) Bulle und Polizist

 Auf wen beziehen sich die zwei Ausdrücke?


 Worin bestehen die unterschiedlichen Intensionen?
 Sind die Ausdrücke bedeutungsidentisch?
 Können Sie in jedem Kontext für einander ersetzt
werden?

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Beziehung zwischen
Intension und Extension
(4) Bulle und Polizist
Bulle = Polizist (pejorative, emotionale Merkmale)

„Polizist“ = Intension 1
Extension: Polizist
„Bulle“ = Intension 2
 Zwei sprachliche Ausdrücke mit gleicher Extension,
aber mit verschiedener Intension
→ Extensionsgleichheit bei Intensionsverschiedenheit
 Sie sind nicht bedeutungsidentisch. → Sie können nicht
in jedem Kontext für einander ausgetauscht werden.
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Referenz - Referent

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Definition
Referenz: Die Relation zwischen einem
Ausdruck und Individuen oder Objekten, die
eine Sprecherin in einer bestimmten
Situation etabliert.

Referenten: Die Individuen oder Objekte,


die wir mit einem referierenden Ausdruck in
einer bestimmten Situation bezeichnen.

(Meibauer 2007: 180)


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(5) Der Hund (mit der schwarzen Schnauze) bellt.
(6) Gestern stand ein Hund vor unserem Haus. Keiner
weiß, woher der Hund kommt.

Worauf referieren “der Hund”, “der Hund mit der


schwarzen Schnauze” (Satz 5a,b) und “ein Hund”,
“der Hund” (Satz 6)?

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Referenzen
(7) Der Hund hat vier Beine und bellt.
→ Generelle Referenz
(8) Der Hund rennt um die Ecke.
→ Objektreferenz

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Denotation -
Konnotation

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Grund- & Nebenbedeutung
DENOTATION KONNOTATION

Die kontext- und • Wertende, oft


situationsunabhängige emotionale Elemente,
begriffliche Grundbedeutung die der Grundbedeutung
eines Wortes oder hinzugefügt werden
sprachlichen Ausdrucks • Soziale, regionale und
kulturelle Aspekte der
Wortbedeutung

(Busch/Stenschke 2012: 188)


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Grund- & Nebenbedeutung
DENOTATION KONNOTATION
• Führer • Führer
• Liebe • Liebe

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Paradigmatik &
Syntagmatik

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Syntagmatische Beziehung (Busse 2009: 102)

Er kommt heute.
morgen.
übermorgen.
Paradigmatische Beziehung
Paradigmatische Bedeutungsrelationen

(Busch/Stenschke 2012: 189) 23


Übereinstimmung von Bedeutungen
• Wörter mit gleicher / ähnlicher
Bedeutung
Synonymie
• Arten: Strikte Synonymie & Partielle
Synonymie

• Wörter mit Bezug auf denselben


Referenzidentität Gegenstand
• Mehrere Intensionen zu einer Extension

• Wörter, die einen Sachbereich


kennzeichnen
Bedeutungsähnlichkeit • Alle Wörter bilden ein Wortfeld.
• z. B. Augenblick, Moment, Zeitpunkt,
Zeitraum, Abschnitt, Frist, Phase, Weile

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Synonymie
Inhalt

Wortform Wortform Wortform


1 2 3

Erdäpfel Kartoffel 25
Referenzidentität

(Busch/Stenschke 2008: 190)


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Synonymie
Handelt es sich um strikte oder partielle Synonymie?
Wodurch unterscheiden sich die Wörter?

• Apfelsine – Orange, Vetter – Cousin


• Beginn – Anfang
• Gesicht, Visage, Fresse, Antlitz
• Brötchen, Semmel, Schrippe
• Fahrstuhl / Aufzug – Lift
• Semantik - Bedeutung

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Synonymie
cho – tặng – biếu
cho: từ trung tâm
tặng: (= cho + thái độ trân trọng, thân tình đối
với người nhận)
biếu: (= cho + thái độ trân trọng, tôn kính đối
với người nhận)

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Unterordnung - Überordnung
Hyperonymie & • Relation zwischen einem Oberbegriff und
einem Unterbegriff
Hyponymie • z. B.: Blume (Hyperonym) – Rose (Hyponym)

• Relation zwischen den Hyponymen


Kohyponymie • z. B.: Blume
• Orchidee – Rose – Tulpe ← Kohyponyme

Teil-von- • Beziehung zw. einem Ganzes & seinen


Teilen
Beziehung
• z. B.: Gesicht (Stirn – Nase – Augen –
/ Meronymie Wange – Mund – Kinn)

(Busch/Stenschke 2008: 190) 29


Welche semantische Relation liegt vor?

• Tier, Wasserbüffel, Kuh, Ziege, Hirsch, Elefant


• Blume, Rose, Nelke, Tulpe
• Hund, Katze
• Kopf, Nase, Mund, Ohr

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Gegensatz
• Gegensatz mit Zwischenstufen A B
Antonymie
• z. B.: warm – lauwarm – kühl – kalt

Kontradiktion / • Ausschließbarkeit
Komplementarität
• Entweder-Oder-Beziehung
• z. B.: offen – geschlossen

• Gegensatz aus verschiedenen Perspektiven


Konversivität • z. B. kaufen - verkaufen; empfangen -
versenden

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Welche semantische Relation liegt vor?

• tot – lebendig, Mann – Frau


• kaufen – verkaufen, Arzt – Patient
• krank - gesund

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Reihung: Heteronymie
Heteronymie: Wortreihen, die einen
Bedeutungsbereich im Idealfall vollständig abdecken

Beispiel 1:
Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag,
Sonnabend, Sonntag

Beispiel 2:
sehr gut, gut, befriedigend, ausreichend, mangelhaft,
ungenügend

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Ambiguität / Mehrdeutigkeit

Ambiguität

Homonymie Polysemie
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Homonymie - Polysemie

(Löbner 2015: 55)


Homonymie: Relation
zwischen sprachlichen
Ausdrücken mit der
gleichen Grundform

Homographie
z. B.: die Bank, die Bänke die Bank, -en
Bank1 und Bank2 die Sitzgelegenheit das Geldinstitut

Homophonie
z. B.:
morgen - Morgen

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Welche Relation liegt vor?
Band1 und Band2 und Band3

das Band – die Bänder: ein dünner, schmaler Streifen


aus Stoff, Seide, Leder o.Ä., mit dem etwas verbunden,
verstärkt oder geschmückt wird z. B.: Gummiband;
Armband, Haarband, Halsband

der Band – die Bände: eines von mehreren Büchern, die


zusammen ein Werk oder eine Reihe bilden

die Band – die Bands: eine Gruppe von Musikern, die


besonders moderne Musik wie Rock, Jazz usw spielt
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Mann
Mann1: eine erwachsene männliche Person
Mann2: Ehemann z. B.: Mein Mann ist leider
nicht zu Hause.
Mann3: die (männlichen) Personen einer Gruppe
oder auf einem Schiff z. B.: Alle / Hundert Mann
waren an Bord versammelt.
Mann4: (gespr.) alle Personen zusammen z. B.:
Alle Mann

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Frau
Frau1: eine erwachsene weibliche Person
Frau2: Ehefrau
Frau3: Anrede z. B.: Frau Müller
Mann4: (gespr.) alle Personen zusammen

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Literatur
Busch, A./Stenschke, O. (2008): Germanistische
Linguistik. Tübingen: Gunter Narr.

Busse (2009): Semantik. Paderborn: W. Fink.

Löbner (2003): Semantik. Eine Einführung. Berlin/New


York: de Gruyter.

Meibauer, J./Demske, U./Geilfuß-Wolfgang, J. u.a.


(2007): Einführung in die germanistische Linguistik. 2.
Auflage. Stuttgart: J.B.Metzler.
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