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Wie ein Lebenslauf aussehen muss - 12-App.

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In Dropbox gespeichert • 26.08.2020, 08:20

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des Tages.

Wie ein Lebenslauf


aussehen muss
Ein nicht linearer Lebenslauf mit einzelnen Lücken ist heute
ganz normal. Was bei Bewerbungen stattdessen beachtet
werden sollte.

Salomé Egloff

Das Herzstück jeder Bewerbung: Ein guter Lebenslauf gibt schnell einen Überblick
über Ihre wichtigsten Stationen. Foto: Getty Images

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as Herzstück jeder Bewerbung ist der Lebenslauf. Oft fehlt in den
D Personalabteilungen nämlich die Zeit, um bei jeder Bewerbung
sämtliche mitgelieferten Dokumente zu prüfen, auch wenn das die
Bewerber vielleicht verdient hätten. Ausserdem kommt immer öfter eine
Rekrutierungssoftware zum Einsatz, die direkt eine Vorselektion aufgrund
der Lebensläufe trifft. Umso wichtiger ist es, dass der eigene Lebenslauf
bestimmte Kriterien erfüllt, um nicht schon bei der Erstauswahl
rausgefiltert zu werden.

***

Aktuelles zuerst

Je nach Anforderungen oder Berufsbild unterscheiden sich Lebensläufe in


der Struktur. Immer ist es aber relevant, was Sie aktuell tun. Ein
Lebenslauf soll in antichronologischer Abfolge erstellt werden: Neustes
zuerst, Früheres weiter unten.

Weniger eindeutig ist die Frage, ob zuerst die Berufserfahrung oder die
Aus- und Weiterbildungen aufgeführt werden sollen. Bei vielen Stellen ist
jedoch die Berufserfahrung relevanter als der Berufsabschluss oder eine
Weiterbildung, die Sie einmal gemacht haben. In so einem Fall empfehle
ich deshalb, mit der Berufserfahrung zu beginnen und die Aus- und
Weiterbildungen weiter unten zu erwähnen.

***

Relevantes hervorheben

Der eigene Lebenslauf ist zwar inhaltlich immer derselbe, dennoch kann
er je nach angestrebter Stelle sehr unterschiedlich aussehen. Heben Sie
also die Dinge hervor, die für die konkrete Stelle relevant sind. Vermutlich
machen Sie bei einer Bewerbung für eine Position im Controlling mehr
Eindruck mit einer 3-jährigen berufsbegleitenden Weiterbildung in
diesem Themenfeld als mit Ihrem 5-jährigen Biologiestudium, welches Sie
vor 20 Jahren abgeschlossen haben.
Bleiben Sie authentisch: Passen Sie Ihren Lebenslauf nur soweit der Firma
an, wie es zu Ihnen passt. Foto: Getty Images

Überlegen Sie sich, womit Sie bei exakt dieser Stelle überzeugen können
und heben Sie diese Aspekte hervor. Das gilt umso mehr, wenn Sie bereits
und über eine reiche Berufserfahrung verfügen.

***

Kommt es auf die Länge an?

Ja, tut es! Ausführlich – wo nötig – und umfassend ist im Fall von
Lebensläufen definitiv gut. Halten Sie sich aber trotzdem kurz und
prägnant, und beschränken Sie sich auf maximal zwei bis drei Seiten. Wie
erwähnt haben Personalabteilungen oft wenig Zeit, um Lebensläufe
genauer zu studieren. Es ist daher umso wichtiger, dass man sich schnell
einen Überblick über Ihre wichtigsten Stationen verschaffen kann.

Zentral ist zudem, dass Sie spezifische Kenntnisse erwähnen, die im


Inserat gefordert werden. Auf solche Schlagworte sind viele
Rekrutierungssysteme programmiert. Sind diese Wörter in Ihrem
Lebenslauf nicht enthalten, wird die Bewerbung automatisch als
ungenügend eingestuft.

***

Match mit der Firma

Gestalten Sie Ihren Lebenslauf so, dass er Ihnen gefällt, und passen Sie ihn
der Wunschfirma entsprechend etwas an. Ein nüchterner tabellarischer
Lebenslauf mag für eine Stelle in der Buchhaltung perfekt passen,
wohingegen bei einer Bewerbung als «Innovation Manager» durchaus
kreativere Formen möglich sind. Heute ist es so, dass nicht mehr von allen
Firmen Lebensläufe in geschriebener Form gewünscht werden, sondern
durchaus auch Videoformate oder Ähnliches.

Passen Sie Ihren Lebenslauf aber nur soweit der Firma an, wie es zu
Ihnen passt. ist für den Match mit der Firma mit das Wichtigste und
kommt spätestens bei einem persönlichen Gespräch (hoffentlich) zum
Vorschein!

***

Hobbys zurückhalten

Ob Hobbys im Lebenslauf erwähnt werden sollen oder nicht, darüber


scheiden sich die Geister. Wenn Sie Hobbys haben und diese erwähnen
möchten, tun Sie dies kurz und knapp. Erwähnen Sie nicht alle
fünfundzwanzig und verlieren Sie sich nicht in den Teigrezepten fürs
Brotbacken oder der Choreografie für den Salsatanz.
Und wichtiger: Sind Sie hobbylos, erwähnen Sie besser keine Fake-
Hobbys! Wenn Sie beispielsweise Lesen als Hobby angeben und sich nur
noch an «Wir Kinder vom Bahnhof Zoo» aus Schulzeit erinnern, macht
das keinen guten Eindruck.

***

Mut zur Lücke

Erwähnen Sie ihre beruflichen Lücken und überlegen Sie sich, was Sie
während dieser Zeit getan und gelernt haben. Zeiten ohne feste
Anstellung können sehr viel lehrreicher und somit spannender sein als
ein jahrelanges Verweilen bei einer monotonen Arbeit, die einen nicht
interessiert.

In der Schweiz ist ein Foto noch


immer die Norm.
Aus Erfahrung kann ich sagen, dass es heute absolut der Normalfall ist,
dass man nicht einen ganz linearen Lebenslauf hat, wie das vielleicht
noch vor 50 Jahren der Fall war. Gehen Sie also offen damit um.
Spätestens an einem Gespräch würden Sie so oder so danach gefragt, und
dann haben Sie sich bereits auf eine hoffentlich gute Antwort vorbereitet.

***

Und zum Schluss noch zu den Ferienbildern

Es wird in jedem Ratgeber erwähnt und scheint dennoch ein Hindernis zu


sein: Wenn Sie Ihren Lebenslauf mit einem Bild schmücken, dann wählen
Sie bitte ein professionelles Foto. Oder zumindest ein Foto in
angemessener Kleidung mit neutralem Hintergrund. Wenn man mit
einem Palmenstrand im Rücken auf dem Foto im Lebenslauf sein neustes
Tattoo präsentiert, ist dies für die meisten Stellen nicht angemessen.

Sollen Sie überhaupt ein Foto einfügen? In vielen Ländern werden heute
keine Fotos mehr verlangt, damit die an der Auswahl beteiligten Personen
sich nicht vom Äusseren der Kandidaten blenden lassen. In der Schweiz
ist ein Foto jedoch noch immer die Norm. Wenn Sie das Foto weglassen, so
riskieren Sie, damit eine möglicherweise unerwünschte Werthaltung zu
signalisieren. Sollten Sie deswegen nicht zum Gespräch eingeladen
werden, wäre das aber nicht schlimm, da diese Firma dann sowieso nicht
zu Ihnen passen würde.

***

Seien Sie stolz auf das, was Sie erlebt und gelernt
haben
Und, eigentlich selbstverständlich: Der Text muss fehlerfrei und
grammatikalisch korrekt sein. Lassen Sie den Lebenslauf also von
jemandem prüfen, der grammatikalisch versiert ist –
Rechtschreibprogramme sind noch lange nicht perfekt, und sie verstehen
den Inhalt nicht. Und bitte:

Ein guter Lebenslauf macht Arbeit, durchaus im doppelten Sinne. Aber


bedenken Sie: Den perfekten Lebenslauf gibt es nicht! Jeder Lebenslauf
beschreibt den Verlauf eines Lebens und ist somit einzigartig. Seien Sie
also stolz auf das, was Sie erlebt und gelernt haben, und präsentieren Sie
das Ihrer Wunschfirma übersichtlich und fehlerfrei – damit steigern Sie
Ihre Chancen, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.

Die Autorin
Salomé Egloff hat einen MAS in Human Resource Management und leitet die
Personalabteilung der Kalaidos Fachhochschule. Als Jobcoach berichtet sie in
unregelmässigen Abständen von ihren Erfahrungen aus der Praxis.

(«Jobcoach»)

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