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IuK-Technologien (SCM1, SS 21) 2.

1 Nummern-Systeme 1 von 45

Identnummern
 auch: Identifizierungs-Nummern, Identifikations-Nummern
 kurz: ID(s)

 sie dienen dazu, Objekte eindeutig zu identifizieren


 in einer Datenbank können sie damit als Primär-Schlüssel verwendet werden

zu identifizierende Objekte
 Personen  Personennummer z.B. Matrikel-Nr., Kunden-Nr.
 Sachen  Sachnummer
o materielle Sachen z.B. ISBN, Kfz-Kennzeichen
o immaterielle Sachen z.B. Flug-Nr., Auftrags-Nr.

Normung der Begriffe nach DIN 6763 (Nummerung – Grundbegriffe)


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Art der Identifikation


 individuelles Objekt
o jedes Objekt hat eine eigene, individuelle ID (evtl. auch mehrere)
o Beispiele:
 Student:
 Matr.-Nr.
 Steuer-Identifikationsnummer
 Sozialversicherungs-Nr.
 Kfz:
 Kfz-Kennzeichen
 Fahrzeug-Identifizierungsnummer (früher: Fahrgestell-Nr.)

 bestimmte Gruppe (Klasse)


o eine Gruppe von Objekten hat die gleiche ID
o Beispiele:
 ISBN: alle Exemplare eines Buchtitels (einer Auflage)
 EAN/GTIN: alle Waren eines bestimmten Markenartikels
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Aufbau von Identnummern


Ebene der Zeichen
eine Nummer kann sich aus folgenden Zeichen zusammensetzen:
 Ziffern
 Buchstaben
o Groß/Kleinschreibung besser nicht unterscheiden
o Umlaute möglichst weglassen (Probleme im Ausland)
 Sonderzeichen (z.B. „-“, „/“, „.“; häufig als Gliederungszeichen verwendet)

 Nummern mit Buchstaben sind i.d.R. besser zu merken


 Nummern nur aus Ziffern sind einfacher zu verarbeiten (z.B. Prüfziffer)

Unterscheidung:
 feste Anzahl von Zeichen
 variable Anzahl von Zeichen (evtl. durch Abkürzen, z.B. ohne führende Nullen)
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Aufbau von Identnummern


Ebene der Nummernteile
inhaltlich lassen sich folgende Arten von Nummernteilen unterscheiden:
 laufende Nummern
o i.d.R. Zahlen, die fortlaufend von einem Startwert aus vergeben werden
o neue Objekte erhalten i.d.R. die nächste freie Zahl
o Lücken, die durch Löschen von Objekten entstanden sind, können unter
bestimmten Umständen wieder neu vergeben werden

 klassifizierende („sprechende“) Nummern


o sie leiten sich aus bestimmten Eigenschaften der betreffenden Objekte ab
o die Eigenschaft kann direkt (meist abgekürzt) oder in kodierter Form
verwendet werden (z.B. für Geschlecht „w“ oder „m“ bzw. 1 oder 2)

 Prüfzeichen
o berechnen sich aus den übrigen Nummernteilen (i.d.R. allen)
o dienen der Absicherung gegenüber Fehlern
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Aufbau von Identnummern


Ebene der gesamten ID
 eine ID kann aus einem oder mehreren Nummernteilen bestehen
 die einzelnen Nummernteile können optional mit Hilfe von Gliederungszeichen
voneinander getrennt werden
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Arten von Identnummern im Überblick


betrachtet man die gesamte ID inkl. aller Nummernteile,
so lassen sich folgende Arten unterscheiden:
 (reine) Zählnummer
 (reine) Klassifikationsnummer
 Verbundnummer
 Parallelnummer

dabei können optional


– neben den nachfolgend jeweils explizit aufgeführten Teilen –
zusätzlich noch Prüfzeichen vorhanden sein
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(Reine) Zählnummer
 die ID besteht nur aus einer einzigen, i.d.R. fortlaufend geführten Zahl
 diese lässt keine Rückschlüsse auf das Objekt selbst zu
(außer meist auf die Reihenfolge der Zuordnung)
 der Startwert für die Zahlen wird häufig so gewählt, dass eine immer gleiche
Stellenzahl (ohne führende Nullen) garantiert ist (z.B. 100000 bei Matrikel-Nrn.)
 Vorteile:
o sehr kurz
o kann einfach automatisch vergeben werden
 Nachteil:
o für den Menschen ohne Aussagekraft

Beispiele:
 Matrikel-Nrn.
 Haus-Nrn.
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(Reine) Klassifikationsnummer
 die ID ist ausschließlich aus (mehreren) klassifizierende Nummernteilen
zusammengesetzt
 es muss sichergestellt werden, dass die verwendete Anzahl von
Nummernteilen (entsprechend Objekt-Merkmalen) in jedem Fall ausreicht,
um immer genau ein Objekt zu identifizieren
 dies ist meist nur in einem sehr eingeschränkten Kontext möglich
 Vorteil:
o sprechend (damit für kundigen Menschen sofort aussagekräftig)
 Nachteile:
o meist recht lang
o i.d.R. Vergabe durch Menschen notwendig
o meist nur in einem sehr eingeschränkten Kontext verwendbar
o Zahl der Elemente muss oft variabel sein

Beispiel:
 Schraube-metrisch-Senkkopf-Torx-M4-15mm-Eisen
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Verbundnummer
 die ID ist zusammengesetzt aus
o mindestens einem klassifizierenden Nummernteil und
o einer laufenden Nummer (selten auch mehreren)
 nur alle Teile zusammen machen die ID eindeutig
 Vorteile:
o „teil-sprechend“
o meist ausreichend kurz
o meist guter Kompromiss aus Zähl- und Klassifikationsnummer
 Nachteil:
o i.d.R. Vergabe des klassifizierenden Teils durch Menschen notwendig

Beispiele:
 ISBN
 Kfz-Kennzeichen
Hinweis: Nach DIN 6763 muss eine Verbundnr. keinen klassifizierenden Teil enthalten; dies entspricht aber dem allgemeinen Verständnis
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Parallelnummer
 die ID ist zusammengesetzt aus
o einem identifizierenden Nummernteil (i.d.R. reine Zählnummer) und
o mindestens einem klassifizierenden Nummernteil
 der identifizierende Nummernteil ist bereits allein eindeutig
 Vorteile:
o „teil-sprechend“
o meist ausreichend kurz
 Nachteile:
o i.d.R. Vergabe des klassifizierenden Teils durch Menschen notwendig
o Zusatz-Aufwand

Beispiel:
 eindeutigeAuftragsNr–BearbeiterKürzel

Hinweis: In DIN 6763 ist der Begriff der „Parallelnummer“ deutlich allgemeiner gefasst als in der Praxis üblich
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Beispiel Matrikelnummer
Aktueller Aufbau an der THM
 Zählnummer:
o 5-6 Stellen: laufende Nummer
o 1 Stelle: Prüfziffer
 damit 6- bzw. 7-stellige Zahl
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Beispiel Matrikelnummer
Möglicher Aufbau (fiktiv!)
 Verbundnummer:
o 3 Stellen: Studiengang (100 ... 999)
o 3 Stellen: Semester der Immatrikulation (z.B. 082 = WS 08/09)
o 3 Stellen: laufende Nummer
o 1 Stelle: Prüfziffer
 damit 10-stellige Zahl

Bei Personennummern sind immer Fragen des Datenschutzes zu beachten!


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Gliederungszeichen innerhalb von Identnummern


 innerhalb von IDs werden z.T. Gliederungszeichen verwendet
 dabei handelt es sich i.d.R. um Sonderzeichen (z.B. Punkt, Bindestrich o.ä.)
oder Leerzeichen
 bei Verbundnummern trennen sie deren Bestandteile
 Gliederungszeichen verbessern für den Menschen die Lesbarkeit und die
Möglichkeit, sich die ID zu merken (z.B. „12 34 56“ statt „123456“)

 bei Gliederungszeichen ist zu unterscheiden:


o signifikante Gliederungszeichen dürfen nicht weggelassen werden,
weil sonst die eindeutige Identifikation nicht mehr möglich ist
o nicht-signifikante Gliederungszeichen sind optional,
können also weggelassen werden, ohne dass die ID verfälscht wird
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Prüfzeichen (Prüfzahl, Prüfziffer)


 Innerhalb von IDs können Prüfzeichen vorhanden sein,
um Fehler bei Eingabe oder Übertragung zu erkennen

Folgendes ist üblich, aber nicht zwingend:


 in den meisten Fällen handelt es sich um ein einziges Zeichen
 meistens wird eine Ziffer als Prüfzeichen verwendet
 meistens steht das Prüfzeichen am Ende der ID
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Beispiele für den Umfang von Prüfzeichen


1 Bit: Paritäts-Bit (z.B. bei Datenübertragung)
1 Ziffer: ISBN, EAN/GTIN
2 Ziffern: IBAN
4 Byte: CRC-Teil bei Ethernet-Paket
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Beispiele für Prüfzeichen in der Logistik


Prüfziffern sind u.a. in folgenden Nummern enthalten:
 EAN / GTIN
 ISBN
 PZN
 DHL: Identcode
 UPS: Tracking Number
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Anforderungen an Prüfzeichen
Folgende Fehler müssen mindestens erkannt werden:
 Fehler in einer einzelnen Ziffer
o Tippfehler
o sprachlicher Übermittlungs-Fehler (z.B. „Zwei“ statt „Drei“)
o jeder Fehler dieses Typs muss sicher erkannt werden

Folgende Fehler sollten weitgehend erkannt werden:


 Vertauschen zweier benachbarter Ziffern
o Tippfehler (z.B. durch schnelles Tippen mit zwei Fingern)
o typischer Fehler im Deutschen („Dreiundzwanzig“  32)
o im Idealfall wird jede mögliche Vertauschung erkannt
o bei vielen Systemen werden jedoch nur die meisten Vertauschungen
erkannt
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Anforderungen an Prüfzeichen
Z.T. werden auch folgende Fehler erkannt:
 Vertauschen zweier nicht benachbarter Ziffern
 Vertauschen von Zweiergruppen (z.B. „10 30 20“  „10 20 30“)
 Hinzufügen von Ziffern (oft auch über die Länge der ID feststellbar)
 Weglassen von Ziffern (oft auch über die Länge der ID feststellbar)
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Beispiel: Prüfzeichen bei ISBN13


Formel zum Berechnen des Prüfzeichens (identisch mit EAN):
(10 - ((z1 + z3 + z5 + z7 + z9 + z11 + 3·(z2 + z4 + z6 + z8 + z10 + z12)) mod 10)) mod 10

ISBN: 978-3-446-41789-2 (Sauerbier/Voß: Kleine Formelsammlung Statistik, 4. Aufl.)

9· 1 = 9 138 mod 10 = 8
7· 3 = 21 10 - 8 = 2
8· 1 = 8
3· 3 = 9 2 mod 10 = 2
4· 1 = 4
4· 3 = 12 Ergebnis = Differenz der Quersumme zu nächsten vollen 10
6· 1 = 6
4· 3 = 12
1· 1 = 1 erkannt werden:
7· 3 = 21  alle Fehler in einzelner Ziffer
8· 1 = 8  Vertauschen benachbarter Ziffern in den meisten Fällen
9· 3 = 27 (10 Fälle nicht erkannt: Ziffern unterscheiden sich um 5)
138
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Beispiel: Prüfzeichen bei ISBN10


Formel zum Berechnen des Prüfzeichens:
(1·z1 + 2·z2 + 3·z3 + 4·z4 + 5·z5 + 6·z6 + 7·z7 + 8·z8 + 9·z9) mod 11

ISBN: 3-446-41789-3 (Sauerbier/Voß: Kleine Formelsammlung Statistik, 4. Aufl.)

3· 1 = 3 267 mod 11 = 3 (bei 10 lautet das Prüfzeichen „X“)


4· 2 = 8
4· 3 = 12
6· 4 = 24
4· 5 = 20
1· 6 = 6 erkannt werden:
7· 7 = 49  alle Fehler in einzelner Ziffer
8· 8 = 64  jedes Vertauschen beliebiger einzelner Ziffern
9· 9 = 81  Vertauschen von Zweiergruppen
267
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Prüfziffer am Beispiel von Betriebsnummern (DB)


Bestandteile der 7-stell. Betriebsnummer: 1. Teil: Art und Baureihe 3 Ziffern
2. Teil: Ordnungsnr. 3 Ziffern
3. Teil: Prüfziffer 1 Ziffer

Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:TEE_Rheingold_in_%C3%96hringen_02.JPG
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Berechnung der Prüfziffer bei Betriebsnummern

6-stellige Baureihennummer: 1 0 3 2 2 2
(immer gleiche) Gewichte: 1 2 1 2 1 2
Multiplizieren und Quersumme bilden: 1 + 0 + 3 + 4 + 2 + 4 = 14

(10 - (Quersumme mod 10)) mod 10: (10 - (14 mod 10)) mod 10 = 6
 Differenz der Q. zu nächsten vollen 10
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Zusammenführen von Nummern-Beständen


Situation
 mehrere, bisher unabhängige Datenbestände mit jeweils eigenen IDs
sollen zusammengeführt werden
 es ist davon auszugehen, dass gleiche IDs in mehreren Datenbeständen
vorkommen können
 damit ergäben sich beim Beibehalten der bisherigen IDs Doppel-Belegungen
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Zusammenführen von Nummern-Beständen


alternative Lösungen:
 es werden völlig neue IDs vergeben
o Vorteile:
 keine Altlasten
 kurze IDs
o Nachteile:
 kein allgemeines automatisches „Matching“ möglich
 von Menschen gemerkte IDs sind verloren

 die bisherigen IDs werden in einen größeren Rahmen eingebettet


o Vorteile:
 allgemeines automatisches „Matching“ möglich
 neue IDs auch vom Menschen leicht aus bisherigen erschließbar
o Nachteile:
 IDs werden länger
 Festlegung eines größten gemeinsamen Nenners
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Zusammenführen von Nummern-Beständen


Variante: bisherige IDs in größeren Rahmen einbetten
 die bisherigen IDs werden grundsätzlich übernommen
 unter Umständen könnten dabei Teile entfallen
o bestehende Prüfzeichen (sollten i.d.R. nur entfallen, wenn bei allen
bisherigen Nummernbeständen einheitlich vorhanden)
o bestehende klassifizierende Teile (sofern im neuen Rahmen enthalten)
o Nachteil: kein simples Ablesen der früheren ID mehr möglich

 die neuen IDs bestehen dann aus


o klassifizierenden Teilen
 mindestens Unterscheidung des Ursprungs-Datenbestandes
 ggf. weitere Teile
o der bisherigen (Kern-)ID
o ggf. neu berechneten Prüfzeichen
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Zusammenführen von Nummern-Beständen


Einfaches Beispiel
 bisher:
o einfache Zähl-Nrn. ohne Prüfzeichen

 neu:
o Präfix für den bisherigen Datenbestand
 wird damit zu einem klassifizierenden Teil (z.B. Nr. der Filiale)
 Stellenzahl sollte auch für künftige Übernahmen ausreichen
o bisherige ID
 die Stellenzahl muss für alle Ursprungs-IDs gleich sein
 dazu ist ggf. mit Nullen o.ä. aufzufüllen
o optional: zusätzliche Prüfziffer
(dann aber keine unmittelbare Umsetzung für den Menschen möglich)
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Beispiel: „Lok-Nrn.“ der Deutschen Bahn


Baureihen-Schema der Deutschen Bundesbahn / Deutschen Bahn AG

Entwicklung:
bis 1968: Baureihen-Schema weitgehend von DRG übernommen
ab 1968: computer-lesbare Nummern
ab 2007: Einbettung in UIC-Baureihen-Schema
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Baureihen-Schema bis 1968 (vereinfacht)


Traktionsarten:
 Dampf: kein Kennbuchstabe
 Elektro: Kennbuchstabe „E“
 Diesel: Kennbuchstabe „V“ (Verbrennungsmotor)

Zusätze:
 Triebfahrzeug: Kennbuchstabe „T“
 Akku (nur Elektro): Kennbuchstabe „A“

Spezialfall:
 Kleinlok: Kennbuchstabe „K“

dahinter i.d.R. jeweils 2 - 4 Stellen für die Baureihe (dort Fein-Schema)


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Baureihen-Schema bis 1968 (vereinfacht)


01 - 19: Schlepptender-Lok, Schnellzüge
20 - 39: Schlepptender-Lok, Personenzüge
40 - 59: Schlepptender-Lok, Güterzüge
60 - 79: Tender-Lok, Personenzüge
80 - 96: Tender-Lok, Güterzüge
97: Lok, Zahnradbahn
98: Lok, Lokalbahn
99: Lok, Schmalspur

Exx: Elektro-Lok
ETxx: Elektro-Triebwagen
ETAxxx: Akku-Triebwagen
Vxxx: Diesel-Lok
VTxxx: Diesel-Triebwagen
Kxxx: Kleinlok
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Baureihen-Schema ab 1968 (vereinfacht)


Allgemeines Schema für Betriebsnummer: BBB OOO-P
 BBB: Baureihe
 OOO: lfd. Ordnungs-Nr. (bei über 1.000 i.d.R. Übergang zu BBB+1)
 P: Prüfziffer

1. Ziffer alt Bedeutung


0 Dampf-Lok
1 E Elektro-Lok
2 V Diesel-Lok
3 K Klein-Lok
4 ET elektrischer Triebwagen
5 ETA Akku-Triebwagen
6 VT Diesel-Triebwagen
7 Schienenbusse und Bahndienstfahrzeuge
8 ES, ESA, EB Steuer- und Bei- und Mittelwagen (zu 4)
9 VS, VB, VM Steuer- und Bei- und Mittelwagen (zu 6 und 7)
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UIC-Baureihen-Schema
UIC-Baureihen-Schema für Triebfahrzeuge in Deutschland
insgesamt 12 Ziffern:

internationaler Teil nationaler Teil Prüfziffer


Bauart-Code Länder-Code Baureihen-Nr. Ordnungs-Nr.
XX XX XXXX XXX X
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UIC-Baureihen-Schema
internationaler Teil nationaler Teil Prüfziffer
Bauart-Code Länder-Code Baureihen-Nr. Ordnungs-Nr.
XX XX XXXX XXX X

Beispiele Bauart-Code:
90: Dampf-Lok und andere nicht gesondert erfasste Triebfahrzeuge
91: Elektro-Lok (≥ 100 km/h)
92: Diesel-Lok (≥ 100 km/h)
93: Elektro-Triebwagen (≥ 190 km/h)
94: Elektro-Triebwagen (< 190 km/h)
95: Diesel-Triebwagen
96: besondere Beiwagen
97: Elektro-Lok (< 100 km/h, Rangier-Lok)
98: Diesel-Lok (< 100 km/h, Rangier-Lok)
99: Bahndienst-Fahrzeuge
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UIC-Baureihen-Schema
internationaler Teil nationaler Teil Prüfziffer
Bauart-Code Länder-Code Baureihen-Nr. Ordnungs-Nr.
XX XX XXXX XXX X

Herkunftsland des Fahrzeugs

Beispiele Länder-Code:
80: Deutschland
81: Österreich
82: Luxemburg
84: Niederlande
85: Schweiz
87: Frankreich
88: Belgien
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UIC-Baureihen-Schema
internationaler Teil nationaler Teil Prüfziffer
Bauart-Code Länder-Code Baureihen-Nr. Ordnungs-Nr.
XX XX XXXX XXX X

die letzten drei Stellen entsprechen bei Bestands-Fahrzeugen


i.d.R. der bisherigen Baureihen-Nr. (bei neuen z.T. nicht mehr)

die erste Stelle wurde neu festgelegt


(außer bei Diesel-Triebwagen so,
dass die neue Prüfziffer der bisherigen entspricht)
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UIC-Baureihen-Schema
internationaler Teil nationaler Teil Prüfziffer
Bauart-Code Länder-Code Baureihen-Nr. Ordnungs-Nr.
XX XX XXXX XXX X

die bisherige Ordnung-Nr. wurde direkt übernommen


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UIC-Baureihen-Schema
internationaler Teil nationaler Teil Prüfziffer
Bauart-Code Länder-Code Baureihen-Nr. Ordnungs-Nr.
XX XX XXXX XXX X

entspricht dem Berechnungs-Schema der DB


die Gewichte beginnen jedoch von links mit 2 (2 - 1 - 2 - 1 - ... - 2)
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UIC-Nummer am Triebfahrzeug

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:UicNumberBR218_P1250031.jpg Quelle: Wikipedia, Stichwort „DB-Baureihe 218“

UIC-Schema:
92 Diesel-Lok (≥ 100 km/h)
80 Herkunftsland: Deutschland
1 218 Baureihe 218
455 lfd. Nr. 455
4 Prüfziffer
Angabe des (aktuellen) Halters:
D Deutschland
DB Deutsche Bahn AG
die bisherige Betriebs-Nr. (218 455-4) ist weiter an der Stirnseite zu sehen
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Beispiel: EAN / GTIN


früher (bis 2009): EAN (European Article Number)
heute: GTIN (Global Trade Item Number)

 weltweit eindeutige Identnummer für Handels-Artikel


 Vergabe durch GS1 bzw. eine lokale Unter-Organisation (z.B. GS1 Germany)
 i.d.R. als Barcode auf den Waren angebracht
 heute unverzichtbarer Bestandteil der Logistik im Handel
 Vorteile der Verwendung:
o keine Preis-Auszeichnung mehr an der Ware notwendig
o schnelles Verbuchen an Scanner-Kassen
o damit automatisches Erfassen von Bestands-Änderungen im Laden
o deutlich weniger Fehler (z.B. durch manueller Eingabe des Preises)
o weltweite Standardisierung (aktuell ca. 90 % aller Waren)
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Globale Artikel-Identnummer (GTIN, EAN-13)


 Verbundnummer mit 13 Stellen
 besteht aus:
o Basis-Nummer
 Länder-Präfix 3 Stellen
 Unternehmens-Nummer 4 - 6 Stellen
o Artikel-Nr. innerhalb des Unternehmens 3 - 5 Stellen
o Prüfzeichen (Ziffer) 1 Stelle

 die Basis-Nummer wird durch GS1 (gegen Entgelt) vergeben,


die Artikel-Nr. vergibt das so lizensierte Unternehmen (i.d.R. der Hersteller)
 für Deutschland ist der Nummernblock 400 - 440 für den Präfix festgelegt
 der Nummernblock 200 - 299 für den Präfix kann lizenzfrei
für interne Nummerierung in Unternehmen verwendet werden
(ist damit aber nicht mehr weltweit eindeutig)
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GTIN-Kurznummer (EAN-8)
 Verbundnummer mit 8 Stellen
 besteht aus:
o Länder-Präfix 2 - 3 Stellen
o Artikel-Nr. 4 - 5 Stellen
o Prüfzeichen (Ziffer) 1 Stelle

 speziell für kleine Artikel gedacht, für die der normale Barcode zu groß wäre
 jeder Artikel muss bei der lokalen GS1-Stelle einzeln (kostenpflichtig)
lizensiert werden
 Nummern, die mit 2 beginnen, dürfen lizenzfrei unternehmens-intern
verwendet werden (sie sind damit aber nicht mehr weltweit eindeutig)
o Beispiele: Aldi Nord (290...) und Aldi Süd (221...) für eigene Produkte
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Beispiel: ISBN
 International Standard Book Number
 weltweit eindeutige Kennzeichnung eines bestimmten Titels
 die ISBN ändert sich i.d.R. mit jeder Auflage

früher (bis 2007): ISBN-10 (10-stellig)


heute: ISBN-13 (13-stellig)
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ISBN-10
 Verbundnummer mit 10 Stellen
 besteht aus 4 Teilen:
o Gruppen-Nr. (Land oder Sprachraum) 1 - 5 Stellen
o Verlags-Nr. 2 - 7 Stellen
o Titel-Nr. innerhalb des Verlages (lfd. Nr.) 1 - 6 Stellen
o Prüfzeichen (Ziffer oder „X“) 1 Stelle
 zwischen den Nummernteilen können optional Bindestriche
als (nicht-signifikante) Gliederungszeichen verwendet werden
 eine einmal vergebene ISBN darf nicht erneut vergeben werden

Beispiele für Gruppen-Nr.:


 0 und 1 englisch-sprachiger Raum
 2 französisch-sprachiger Raum
 3 deutsch-sprachiger Raum
 5 Russland und einige Länder der ehemaligen Sowjetunion
 84 Spanien
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ISBN-13
 Verbundnummer mit 13 Stellen
 besteht aus 5 Teilen:
o Präfix („978“ oder „979“) 3 Stellen
o Gruppen-Nr. 1 - 5 Stellen
o Verlags-Nr. 2 - 7 Stellen
o Titel-Nr. innerhalb des Verlages 1 - 6 Stellen
o Prüfzeichen (Ziffer) 1 Stelle
 optionale Gliederung durch Bindestriche

 mit dem Präfix entspricht die ISBN formal dem Schema der EAN
(der Präfix entspricht dort einem virtuellen „Buchland“)
 zugleich wurde die Anzahl möglicher Bücher (fast) verdoppelt
 Gruppen-Nr., Verlags-Nr. und Titel-Nr. entsprechen exakt denen der ISBN-10
 das Prüfzeichen wird nach einem anderen Verfahren berechnet

 aus der ISBN-10 kann automatisch die ISBN-13 bestimmt werden


(Präfix „978“ voranstellen und Prüfzeichen durch neues ersetzen)
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Beispiel: IBAN
 International Bank Account Number
 international verwendete Identnummer, mit der ein bestimmtes Konto einer
bestimmten Bank bezeichnet wird
 eingeführt in über 50 Staaten (inkl. der gesamten EU)
 seit 2014 Pflicht für grenzüberschreitende Überweisungen in der EU,
seit 2016 auch innerhalb Deutschlands
 ersetzt die in Deutschland bislang übliche Kombination aus
Bankleitzahl (BLZ) und Konto-Nr.
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Aufbau der IBAN


 Verbundnummer
 allgemeiner Aufbau (bis zu 34 Stellen):
o Länder-Code 2 Stellen
o Prüfsumme (Ziffern) 2 Stellen
o Kontoidentifikation (Buchstaben und/oder Ziffern) bis zu 30 Stellen
 Aufbau für deutsche Konten (genau 22 Stellen):
o „DE“ 2 Stellen
o Prüfsumme (Ziffern) 2 Stellen
o deutsche Bankleitzahl 8 Stellen
o bisherige Konto-Nr. (evtl. mit Nullen aufgefüllt) 10 Stellen
 zur besseren Lesbarkeit kann die IBAN in Vierer-Blöcken geschrieben werden
(Leerzeichen als nicht-signifikantes Gliederungszeichen):
DEpp bbbb bbbb kkkk kkkk kk