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MiCOM P132

Überstromzeitschutz-
Einrichtung
Version -306 -415/416/417/418/419 -612

Betriebsanleitung
Band 1 von 2

P132/DE M/Bc5
(AFSV. 12.10091 DE)
Warnung
Beim Betrieb eines elektrischen Gerätes stehen zwangsläufig bestimmte Teile dieses Gerätes unter
gefährlicher Spannung. Die Nichtbeachtung von Warnhinweisen sowie eine falsche oder nicht
bestimmungsgemäße Verwendung können zu Personen- und Sachgefährdungen führen und Personen- und
Sachschäden bewirken.

Vor Tätigkeiten im Klemmenbereich muss das Gerät spannungsfrei geschaltet werden.


Bei Verwendung von Litzendrähten müssen Adernendhülsen verwendet werden.

Zur Signalisierung des Gerätezustands können die Meldungen Blockade/Störung und Warnung der
Selbstüberwachungsfunktion auf Ausgangsrelais konfiguriert werden. AREVA T&D empfiehlt dringend die
Verdrahtung dieser Ausgangsrelais zur Schaltanlagenleittechnik.

Vor Änderung des Hilfsspannungsbereiches ist eine angeschlossene Hilfsspannung abzuschalten. Die hinter
der Frontplatte liegenden Teile führen Spannung!

Dieses Gerät darf nur in Übereinstimmung mit der Betriebsanleitung modifiziert werden. Sollten andere
Modifikationen ohne die ausdrückliche Zustimmung von AREVA ausgeführt werden, so erlischt der Garantieanspruch
und es kann zur Beeinträchtigung der Zuverlässigkeit und Sicherheit des Geräts kommen.

Der einwandfreie und sichere Betrieb dieses Gerätes setzt sachgemäßen Transport und fachgerechte
Lagerung, Aufstellung, Montage und Inbetriebsetzung sowie sorgfältige Bedienung, Wartung und
Instandhaltung voraus.

Arbeiten und Handhabungen an diesem Gerät dürfen daher nur durch qualifiziertes, mit dem „Safety Guide“
(SFTY/4LM/F11 oder neuere Version) vertrautes, Personal durchgeführt werden. Die Warnungen in den
Kapiteln 5, 9, 10 und 11 sowie der Inhalt des Kapitels 13 müssen dem Personal bekannt sein. Bei
Nichtbeachtung der Warnungen erlischt der Garantieanspruch und es kann zur Beeinträchtigung der
Zuverlässigkeit und Sicherheit des Geräts kommen.

Montage der abgesetzten Vor-Ort-Bedienung:

Ein Schutzleiter (Schutzerde) von mindestens 1.5 mm2 muss mit dem Schutzleiteranschluss des Bedienteils
verbunden sein und diesen mit dem Schutzleiteranschluss des Gerätegehäuses verbinden. Das Bedienteil
und das Gerät müssen in derselben Schaltanlage montiert sein.

Zur Vermeidung von Personenschäden darf das Kommunikationskabel zum Bedienteil keinen Kontakt mit
Teilen haben, die unter gefährlicher Spannung stehen.

Das Kommunikationskabel zum Bedienteil darf nicht neben Hochspannungskabeln oder


Hochspannungsverbindungen verlaufen. Es könnten sonst Ströme induziert werden, die zu
elektromagnetischen Störungen führen könnten.

Qualifiziertes Personal
sind Personen, die u.a.

† mit Aufstellung, Montage, Inbetriebsetzung und Betrieb des Gerätes und des Systems, in das es eingebaut wird, vertraut sind,
† Schalthandlungen gemäß den Standards der Sicherheitstechnik durchführen können und berechtigt sind, insbesondere ein- und
auszuschalten, freizuschalten, zu erden und zu kennzeichnen,

† gemäß den Standards der Sicherheitstechnik unterwiesen sind in Pflege und Gebrauch von Sicherheitsausrüstungen,
† in Soforthilfemaßnahmen (Erste Hilfe) geschult sind.

Hinweis
Die Betriebsanleitung des Gerätes gibt Hinweise für Aufstellung, Montage, Inbetriebsetzung und Betrieb des Gerätes, kann hierbei
jedoch nicht jeden denkbaren Fall berücksichtigen und nicht sämtliche Detailinformationen enthalten. Bei Unklarheiten oder
besonderen Problemen darf nicht eigenmächtig gehandelt werden. In solchen Fällen ist mit der zuständigen technischen
Vertriebsniederlassung der AREVA Kontakt aufzunehmen und die erforderliche Auskunft anzufordern.

Alle Vereinbarungen, Zusagen und Rechtsverhältnisse sowie sämtliche Verpflichtungen der AREVA auch im Hinblick auf die
Gewährleistungsregelung ergeben sich ausschließlich aus dem jeweils gültigen Kaufvertrag, der durch den Inhalt der
Betriebsanleitung nicht beeinflusst wird.

3
IEC 61850 Certificate Level A1
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No. 30710079-Consulting 07-0418

Issued to: For the product:


Areva T&D MiCOM P132
Lyoner Strasse 44-48 Feeder Management and Bay Control
D-60528 Frankfurt am Main Firmware version -611 -204
Germany

Issued by:

The product has not shown to be non-conforming to:

IEC 61850-6, 7-1, 7-2, 7-3, 7-4 and 8-1


Communication networks and systems in substations

The conformance test has been performed according to IEC 61850-10 with product’s protocol, model and technical issue
implementation conformance statements: “P132 Feeder Management and Bay Control Version -611 –204 PICS, MICS and
Address Assignment List”, “PX30 Version -6xx –2xx Technical Issues (TISSUES)” and product’s extra information for
testing: “PX3X/EN PX Version 01C Protocol Implementation Extra Information for Testing (PIXIT) of the IEC 61850
Communication Interface with Control”.

The following IEC 61850 conformance blocks have been tested with a positive result (number of relevant and executed test
cases / total number of test cases as defined in the UCA International Users Group Device Test procedures v1.1):

1 Basic Exchange (16/23) 12a Direct Control (4/11)


2 Data Sets (2/5) 12c Direct Enhanced Control (5/11)
5 Unbuffered Reporting (10/13) 12d SBO Enhanced Control (10/17)
9ab Generic Object Oriented Substation Event (16/20) 13 Time Synchronization (3/4)
14 File Transfer (3/6)

This Certificate includes a summary of the test results as carried out at in with UniCAsim 61850 version 2.15.00 with test
suite 2.15.00 and UniCA 61850 analyzer 4.15. The test is based on the UCA International Users Group Device Test
Procedures version 1.1. This document has been issued for information purposes only, and the original paper copy of the
KEMA report: No. 30710079-Consulting 07-0417 will prevail.

The test have been carried out on one single specimen of the products as referred above and submitted to KEMA by
Areva. The manufacturer’s production process has not been assessed. This Certificate does not imply that KEMA has
certified or approved any product other than the specimen tested.

Arnhem, June 5, 2007

S.J.L.M. Janssen R. Schimmel


Managing Director KEMA Consulting Certification Manager

1 Level A - Independent Test lab with certified ISO 9000 or ISO 17025 Quality System

Copyright © KEMA Nederland B.V., Arnhem, the Netherlands. All rights reserved. Please note that any electronic version of this KEMA certificate is provided to
KEMA’s customer for convenience purposes only. It is prohibited to update or change it in any manner whatsoever, including but not limited to dividing it into parts.
In case of a conflict between the electronic version and the original version, the original paper version issued by KEMA will prevail.

KEMA Nederland B.V.


Utrechtseweg 310, 6812 AR Arnhem P.O.Box 9035, 6800 ET Arnhem The Netherlands
T +31 26 356 61 42 F +31 26 351 54 56 sales@kema.com www.kema.com
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Applicable Test Procedures from the UCA International Users Group Device Test Procedures
version 1.1

Conformance Block Mandatory Conditional


1: Basic Exchange Ass1, Ass2, Ass3, SrvN1e, SrvN3
AssN2, AssN3, AssN4, AssN5
Srv1, Srv2, Srv3, Srv4, Srv5,
SrvN1abcd, SrvN4
2: Data Sets Dset1, DsetN1ae
5: Unbuffered Reporting Rp1, Rp2, Rp3, Rp4, Rp7 Rp5
RpN1, RpN2, RpN3, RpN4
9a: GOOSE publish Gop2, Gop3, Gop4, Gop7 Gop1, Gop6, GopN1
9b: GOOSE subscribe Gos1, Gos2, Gos3, GosN1, GosN2,
GosN3, GosN4, GosN5, GosN6
12a: Direct control CtlN3, CtlN8, DOns1, DOns3
12c: Direct enhanced CtlN3, CtlN8, DOes2, DOes5 Ctl7
control
12d: SBO enhanced Ctl3, CtlN1, CtlN2, CtlN3, CtlN4 Ctl7
control CtlN9, SBOes1, SBOes2, SBOes3
13: Time sync Tm1, Tm2, TmN1
14: File transfer Ft1, Ft2ab, FtN1ab
Stückprüfbescheinigung P132
Routine Test Certificate P132

AREVA Energietechnik GmbH ist ein DNV zertifiziertes Unternehmen.

Fertigung und Prüfung der Schutzeinrichtungen erfüllen die Anforderungen von EN ISO 9001.
AREVA Energietechnik GmbH has been awarded the DNV certificate by the internationally recognized, independent and impartial
association for the certification of quality assurance systems, DNV (DET NORSKE VERITAS CERTIFICATION FRANCE), thereby
certifying that AREVA has introduced and uses a state-of-the-art quality assurance system that complies with all requirements stated
in EN ISO 9001 that apply to its products and services.

Stückprüfung

Routine Test

Alle Prüfungen nach IEC 255-6 und DIN EN 60255-6.

All tests according to IEC 255-6 and EN 60255-6.

Die folgenden Überprüfungen waren Gegenstand der Stückprüfung bei Referenzbedingungen:

The following tests have been carried out as part of the routine test under reference conditions:

1 Übereinstimmung der Schutzeinrichtung mit Bestückungs- und Anschlußplan


Conformity of the protection device with components list, location diagram and terminal connection diagram

2 Isolationsprüfung
Insulation test

3 Stromversorgung im Bereich 0,8 UH,nom ≤ UH,nom ≤ 1,1 UH,nom


Power supply within the range 0.8 VA,nom ≤ VA,nom ≤ 1.1 VA,nom

4 Prüfung der Genauigkeit der Einstellwerte


Accuracy of the setting values

5 Ansprech- und Kommandozeiten für alle wesentlichen Funktionen


Operate and command times for all essential functions

6 Funktionsprüfung aller binären Signaleingänge und Kontakte


Functional testing of all binary signal inputs and contacts

7 100 % kontrollierter Wärmedauerlauf


100 % controlled thermal endurance test

6 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


Änderungen nach Drucklegung

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 7


8 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612
Inhalt

1 Anwendung und Leistungsumfang 1-1

2 Technische Daten 2-1


2.1 Konformität 2-1
2.2 Allgemeine Daten 2-1
2.3 Prüfungen 2-2
2.3.1 Typprüfung 2-2
2.3.2 Stückprüfung 2-5
2.4 Klimatische Bedingungen 2-5
2.5 Ein- und Ausgänge 2-5
2.6 Schnittstellen 2-9
2.7 Informationsausgabe 2-11
2.8 Einstellungen 2-11
2.9 Abweichungen 2-12
2.9.1 Abweichungen der Ansprechwerte 2-12
2.9.2 Abweichungen der Zeitstufen 2-13
2.9.3 Abweichungen der Messwerterfassung 2-14
2.10 Auflösung bei der Störwerterfassung 2-15
2.11 Aufzeichnungsfunktionen 2-16
2.12 Stromversorgung 2-17
2.13 Dimensionierung von Stromwandlern 2-18

3 Arbeitsweise 3-1
3.1 Bausteinstruktur 3-1
3.2 Mensch-Maschine-Kommunikation 3-3
3.3 Konfiguration der Messwerttafeln sowie (VOB)* 3-4
Auswahl der Steuerstelle
3.4 Serielle Schnittstellen 3-11
3.4.1 PC-Schnittstelle (PC) 3-11
3.4.2 „Logische“ Kommunikationsschnittstelle 1 (KOMM1) 3-13
3.4.3 „Logische“ Kommunikationsschnittstelle 2 (KOMM2) 3-22
3.4.4 „Logische“ Kommunikationsschnittstelle 3 (KOMM3) 3-25
3.4.5 Kommunikationsschnittstelle IEC 61850 (IEC, 3-30
GOOSE,
GSSE)
3.5 Zeitsynchronisation über die IRIG-B-Schnittstelle (IRIGB) 3-38
3.6 Konfigurierbare Funktionstasten (FKT_T) 3-39
3.7 Konfiguration und Betriebsart der binären (EING) 3-42
Eingänge
3.8 Messwerteingabe (MESSE) 3-44
3.8.1 Gleichstromeingang auf dem Analogbaustein 3-46
(E/A)
3.8.2 Anschluss des Widerstandsthermometers am 3-51
„Messeingang PT 100“ des Analogbausteins (E/A)
3.8.3 Anschluss der Temperaturfühler an der 3-52
Temperaturmesskarte (RTD-Baustein)
3.9 Konfiguration, Betriebsart und Blockade der (AUSG) 3-55
Ausgangsrelais
3.10 Messwertausgabe (MESSA) 3-58
3.10.1 BCD-codierte Messwertausgabe 3-61
3.10.2 Analoge Messwertausgabe 3-66
3.10.3 Ausgabe „externer“ Messwerte 3-72
3.11 Konfiguration und Betriebsart der Leuchtanzeigen (LED) 3-73

* : Funktionsgruppe(n), Kurzbezeichnung

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Inhalt
(Fortsetzung)

3.12 Grundfunktionen des P132 (GRUND) 3-76


3.12.1 Erfassung binärer Meldungen für die Steuerung 3-76
3.12.2 Auswahl des Schaltfeldtypes 3-79
3.12.3 Aufbereitung der Messgrößen 3-80
3.12.4 Betriebsmesswerterfassung 3-82
3.12.5 Konfiguration und Einschalten der 3-98
Gerätefunktionen
3.12.6 Umschaltung auf „dynamische Parameter“ 3-102
3.12.7 Rushstabilisierung 3-103
3.12.8 Funktionssperren 3-105
3.12.9 Sammelblockade 3-106
3.12.10 Blockade / Störung 3-107
3.12.11 Verknüpfung der LS-Ein-Meldung zwischen 3-108
Steuerung und Schutz
3.12.12 Ein Kommando 3-109
3.12.13 Sammelmeldungen 3-111
3.12.14 Erdschlussmeldungen 3-113
3.12.15 Anregemeldungen und Auslöselogik 3-115
3.12.16 Schalterfallmeldung 3-122
3.12.17 Freigabe der Schaltbefehle der Steuerung 3-124
3.12.18 Kommunikationsstörung 3-127
3.12.19 Zeitstempelung und Uhrzeitsynchronisation 3-128
3.12.20 Rückstellmechanismen 3-130
3.12.21 Zuordnung der „logischen“ 3-133
Kommunikationsschnittstellen zu den
physikalischen Kommunikationskanälen
3.12.22 Prüf-Modus 3-134
3.13 Parametersatzumschaltung (PSU) 3-135
3.14 Selbstüberwachung (SELBÜ) 3-137
3.15 Betriebsaufzeichnung (BT_AZ) 3-140
3.16 Überwachungsaufzeichnung (ÜW_AZ) 3-141
3.17 Überlastmesswerterfassung (ÜL_ME) 3-142
3.18 Überlastaufzeichnung (ÜL_AZ) 3-145
3.19 Erdschlussmesswerterfassung (ES_ME) 3-148
3.19.1 Erdschlussmesswerte in Betriebsart ”wattmetrisch” 3-149
der wattmetrischen Erdschlussrichtungserkennung
3.19.2 Erdschlussmesswerte in Betriebsart 3-151
”amperemetrisch” der wattmetrischen Erdschluss-
richtungserkennung
3.19.3 Erdschlussmesswerte in Betriebsart 3-153
„Admittanzbestimmung“ der wattmetrischen
Erdschlussrichtungserkennung
3.20 Erdschlussaufzeichnung (ES_AZ) 3-155
3.21 Störfallmesswerterfassung (ST_ME) 3-158
3.22 Störfallaufzeichnung (ST_AZ) 3-170
3.23 Überstromzeitschutz (UMZ) 3-176
3.24 Abhängiger Überstromzeitschutz (AMZ_1, 3-190
AMZ_2)
3.25 Kurzschlussrichtungserkennung (KURI) 3-207
3.26 Schutz bei Zuschalten auf einen Kurzschluss (ZUKS) 3-221
3.27 Signalvergleich (SV) 3-223

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Inhalt
(Fortsetzung)

3.28 Automatische Wiedereinschaltung (AWE) 3-229


3.28.1 Kurzunterbrechung (KU) 3-248
3.28.2 Zusammenwirken der AWE mit der SKA 3-250
3.28.3 Langzeitunterbrechung (LU) 3-253
3.28.4 Zähler der AWE 3-255
3.28.5 Zähler der Anzahl von Schalterbetätigungen 3-255
3.29 Synchronkontrollautomatik (SKA) 3-256
3.30 Wattmetrische Erdschlussrichtungserkennung (EWATT) 3-272
3.30.1 Wattmetrische Auswertung 3-275
3.30.2 Amperemetrische Auswertung 3-280
3.30.3 Admittanzbestimmung 3-282
3.30.4 Zählen der Erdschlüsse der wattmetrischen 3-288
Auswertung und der Admittanzbestimmung
3.31 Erdschlusswischererkennunng (EWI) 3-289
3.32 Motorschutz (MS) 3-297
3.32.1 Überlastschutz 3-300
3.32.2 Sonderfälle beimÜberlastschutz 3-308
3.32.3 Unterlastschutz 3-312
3.32.4 Schutz von explosionsgeschützten elektrischen 3-312
Maschinen
3.32.5 Betriebsstundenzähler 3-313
3.33 Thermischer Überlastschutz (THERM) 3-314
3.34 Unsymmetrieschutz (I2>) 3-324
3.35 Spannungszeitschutz (U<>) 3-326
3.36 Frequenzschutz (f<>) 3-337
3.37 Leistungsrichtungsschutz (P<>) 3-344
3.38 Leistungsschalterversagerschutz (LSV) 3-363
3.39 Leistungsschalter-Zustandsüberwachung (LSÜ) 3-372
3.39.1 Funktionsbeschreibung 3-372
3.40 Messkreisüberwachung (MKÜ) 3-382
3.41 Grenzwertüberwachung (GRENZ) 3-388
3.42 Parametrierbare Logik (LOGIK) 3-400
3.43 Schaltgerätesteuerung und Überwachung (BM01 bis 3-407
BM03)
3.43.1 Verarbeitung der Stellungsmeldungen eines 3-408
handbetätigten Schaltgerätes
3.43.2 Funktionsablauf bei steuerbaren Schaltgeräten 3-410
3.44 Verriegelungslogik (V_LOG) 3-422
3.45 Einpolige Befehle (BEF_1) 3-424
3.46 Einpolige Meldungen (MEL_1) 3-425

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Inhalt
(Fortsetzung)

4 Aufbau 4-1
4.1 Bauformen 4-1
4.2 Maßbilder 4-3
4.2.1 Aufbaugehäuse 4-3
4.2.2 Einbaugehäuse Variante 1 (ohne Montagewinkel) 4-5
4.2.3 Einbaugehäuse Variante 2 (mit Montagewinkel und 4-7
Abdeckrahmen)
4.2.4 Geräteansicht für Anschluss des abgesetzten Bedienteiles 4-9
4.3 Bausteine 4-10

5 Montage und Anschluss 5-1


5.1 Aus- und Einpacken 5-1
5.2 Kontrolle der Nenndaten und Ausführung 5-2
5.3 Forderungen an den Einbauort 5-3
5.4 Montage 5-4
5.5 Schutz- und Betriebserdung 5-11
5.6 Anschluss 5-12
5.6.1 Anschluss der Mess- und Hilfskreise 5-12
5.6.2 Anschluss der IRIG-B-Schnittstelle 5-21
5.6.3 Anschluss der seriellen Schnittstellen 5-21
5.7 Anordnungspläne 5-25
5.8 Anschlusspläne 5-26

6 Bedienung 6-1
6.1 Anzeige und Tastatur 6-2
6.2 Wechseln der Anzeigeebenen 6-10
6.3 Anzeigenbeleuchtung 6-11
6.4 Konfigurierbare Funktionstasten F1 ... Fx (allgemein) 6-11
6.5 Konfigurierbare Funktionstasten F1 ... Fx, speziell als 6-13
Steuertasten
6.6 Bedienung in der Tafelebene 6-14
6.7 Bedienung in der Menübaumebene 6-15
6.7.1 Durchlaufen des Menübaumes 6-15
6.7.2 Umschalten zwischen Adress- und Klartext-Modus 6-16
6.7.3 Änderungsfreigabe 6-17
6.7.4 Ändern von Parametern 6-20
6.7.5 Einstellen eines Listenparameters 6-21
6.7.6 Auslesen von Speichern 6-22
6.7.7 Rückstellen 6-26
6.7.8 Passwortgeschützte Bedienhandlungen 6-28
6.5.9 Ändern des Passwortes 6-30

7 Einstellungen 7-1
7.1 Parameter 7-1
7.1.1 Kennwerte 7-2
7.1.2 Konfigurationsparameter 7-6
7.1.3 Funktionsparameter 7-67
7.1.3.1 Global 7-67
7.1.3.2 Hauptfunktionen 7-75
7.1.3.3 Parametersätze 7-94
7.1.3.4 Steuern 7-121
7.2 Schutz von explosionsgeschützten Maschinen 7-126
7.2.1 Allgemein 7-126
7.2.2 Restriktiv sicherheitsgerichtete Konfiguration 7-126

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Inhalt
(Fortsetzung)

8 Informationen und Bedienfunktionen 8-1


8.1 Betrieb 8-1
8.1.1 Zyklische Werte 8-1
8.1.1.1 Betriebsmesswerte 8-1
8.1.1.2 Physikalische Zustandsmeldungen 8-9
8.1.1.3 Logische Zustandsmeldungen 8-18
8.1.2 Bedienung und Prüfung 8-48
8.1.3 Betriebsaufzeichnung 8-54
8.2 Ereignisse 8-55
8.2.1 Ereigniszähler 8-55
8.2.2 Ereignismesswerte 8-58
8.2.3 Ereignisaufzeichnung 8-63

9 Inbetriebnahme 9-1
9.1 Sicherheitshinweise 9-1
9.2 Inbetriebnahmeprüfungen 9-3

10 Fehlersuche 10-1

11 Wartung 11-1

12 Lagerung 12-1

13 Zubehör und Ersatzteile 13-1

14 Bestellangaben 14-1

Anhang AN-1
Inhalt AN-2
A Glossar A-1
B Signalliste B-1
C Liste der Schaltfeldtypen C-1
D Änderungsübersicht D-1

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14 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612
1 Anwendung und Leistungsumfang

1 Anwendung und Leistungsumfang

Die Schutzfunktionen des P132 sind bestimmt für den selektiven Kurzschluss-Schutz,
Erdschluss-Schutz und Überlastschutz in Mittel- und Hochspannungsnetzen.
Die Netze können mit starrer Sternpunkterdung, niederohmiger Sternpunkterdung, mit
Erdschlusskompensation oder mit isoliertem Sternpunkt betrieben werden. Die große
Anzahl von Schutzfunktionen erlaubt einen weiten Anwendungsbereich für den Schutz
von Kabel- und Freileitungsstrecken, Transformatoren und Motoren. Für eine
Anpassung an unterschiedliche Betriebs- oder Netzführungszustände sind die
relevanten Schutzparameter in vier unabhängigen Parametersätzen hinterlegbar.

Die optionalen Steuerfunktionen sind ausgerichtet für die Steuerung von bis zu drei
elektrisch betätigten und rückgemeldeten Schaltgeräten eines Schaltfelds in einer
einfachen Mittelspannungs- oder Hochspannungsanlage. Für die Auswahl des
Schaltfelds verfügt das P132 über mehr als 80 vordefinierte Schaltfeldtypen und
ermöglicht das Laden eines benutzerdefinierten Schaltfeldtyps.

Die Steuerungsfunktionen sind für die Gehäuse 40T und 84T verfügbar, wenn als
zusätzliche E/A-Aufrüstung der Binärbaustein für die Steuerung von Schaltgeräten
bestellt und auf folgendem Steckplatz bestückt wurde:
Beim Gehäuse 40T: auf Platz 6
Beim Gehäuse 84T auf Platz 12

Die externen Hilfseinrichtungen werden durch die Integration von hilfsspannungs-


unabhängigen binären Eingängen und Leistungsausgängen, durch die direkte
Anschlussmöglichkeit von Strom- und Spannungswandlern und durch die vollständige
Verriegelungsmöglichkeit auf ein Minimum reduziert. Daraus resultiert eine vereinfachte
Handhabung der Sekundärtechnik eines Schaltfeldes von der Planung bis zur Inbetrieb-
setzung der Anlage.

Das P132 ist mit einer großen Anzahl von Funktionen ausgestattet. Diese sind einzeln
konfigurier- bzw. dekonfigurierbar. Damit kann der jeweils benötigte Funktionsumfang
durch einfache Konfiguration auf den betrachteten Anwendungsfall angepasst werden.

Eine leistungsfähige, frei parametrierbare Logik erlaubt auch die Realisierung von
Sonderapplikationen.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 1-1


1 Anwendung und Leistungsumfang
(Fortsetzung)

Funktionen

Steuerung/ Überwachung InterMiCOM Selbst-


Kommunikation KOMM1 KOMM2 IEC IRIGB Aufzeichnung Überlastaufz.
von bis zu 3 überwachung
und Messwert-
Schaltgeräten
erfassung
Erdschlussaufz.
BM V_LOG zur Netzleitebene/ Stationsleitebene/ über Modem ...
via RS485 oder LWL-Verbindung
mit IEC 60870-5-101, -103, Modbus, DNP3, Courier
GRENZ Messwerte
bzw. 85 Störfallaufz.
via RJ45 oder LWL-Verbindung mit IEC 61850 LOGIK
SV
Vref

50/51 P,Q,N 51 P,Q,N 51 P,Q,N 67 P,N 50 49 37/48/49/50S/66 46 50BF 25 79 67W/YN


LSÜ MKÜ EWI
UMZ AMZ_1 AMZ_2 KURI ZUKS THERM MS I2> LSV SKA AWE EWATT

27/59/47 81 32
MEL_1 BEF_1 MESSE MESSA
U<> f<> P<>
immer Spg.wandler weitere
verfügbar bestückt Optionen
Überstromzeitschutz P132 1)

1) Funktionsdiagramm für P132 mit Stromwandler und P132 mit Strom- und Spannungswandler in 40TE oder 84TE Gehäuse
Funktionsumfang P132 nur mit Spannungswandler bestückt bzw. in 24TE Gehäuse siehe Tabelle „Funktionsübersicht“

Bestückungsvarianten
Das P132 kann in verschiedenen Varianten bestellt werden, die sich bezüglich
Bestückung mit Strom- und Spannungswandlern voneinander unterscheiden. Diese
Varianten unterscheiden sich daher auch in den verfügbaren Funktionsgruppen. In der
folgenden Tabelle werden die für die jeweilige Bestückung verfügbaren Funktions-
gruppen gezeigt.

Darüber hinaus sind bestimmte Funktionsgruppen (in der folgenden Tabelle mit ( )O als
Bestelloption gekennzeichnet) an spezifische Bausteintypen gekoppelt. Beispielsweise
setzt die Funktionsgruppe EWI die Bestückung mit dem Erdschlusswischerbaustein
voraus; die Verfügbarkeit der Funktionsgruppen KOMM1, KOMM2, KOMM3 und IRIGB
hängt von der Wahl des Kommunikationsbausteins ab. Als weiteres Beispiel sind die
Funktionsgruppen BM01 bis BM03 nur verfügbar, wenn der zusätzliche Binärbaustein
für die Steuerung von Schaltgeräten bestückt ist, und zwar auf Einbauplatz 6 beim
40T-Gehäuse bzw. auf Einbauplatz 12 beim 84T-Gehäuse.

1-2 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


1 Anwendung und Leistungsumfang
(Fortsetzung)

Schutzfunktionen P132 P132 P132


I- und U-
U-Wandler I-Wandler
Wandler
bestückt bestückt
bestückt
50/51 P,Q,N UMZ Unabhängiger Überstromzeitschutz, vierstufig, phasenselektiv
51 P,Q,N AMZ_1 Abhängiger Überstromzeitschutz, einstufig, phasenselektiv
51 P,Q,N AMZ_2 Abhängiger Überstromzeitschutz, einstufig, phasenselektiv
67 P,N KURI Kurzschlussrichtungserkennung
50 ZUKS Schutz bei Zuschalten auf Kurzschluss
85 SV Signalvergleich
79 AWE Automatische Wiedereinschaltung (dreipolig)
25 SKA Synchronkontrollautomatik ( )
67W/YN EWATT Erdschlussrichtungserkennung, wattmetrisch/Admittanzverfahren
1)
EWI Erdschlusswischererkennung ( )
37/48/49/
MS Motorschutz
49LR/50S/66
49 THERM Thermischer Überlastschutz
46 I2> Unsymmetrieschutz
27/59/47 U<> Spannungszeitschutz
81 f<> Frequenzschutz
32 P<> Leistungsrichtungsschutz
50BF LSV Leistungsschalterversagerschutz
LSÜ Leistungsschalter-Zustandsüberwachung
MKÜ Messkreisüberwachung
GRENZ Grenzwertüberwachung
LOGIK Parametrierbare Logik

= Standard; ( ) = Bestelloption
1)
nicht verfügbar für P132 in 24TE-Gehäuse

Steuerfunktionen
P132
1)
BMxx Steuerung und Überwachung von 3 Schaltgeräten ( )
1)
BEF_1 Einpolige Befehle ( )
1)
MEL_1 Einpolige Meldungen ( )
1)
V_LOG Verriegelungslogik ( )

( ) = Bestelloption
1)
nicht verfügbar für P132 in 24TE-Gehäuse

Kommunikationsfunktionen
P132
1)
KOMMx 2 Kommunikationsschnittstellen, IRIG-B, Wirkschnittstelle InterMiCOM ( )
IRIGB Zeitsynchronisierung IRIG-B ( )
IEC IEC-61850-Schnittstelle ( )

( ) = Bestelloption

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 1-3


1 Anwendung und Leistungsumfang
(Fortsetzung)

Messwertfunktionen P132 P132 P132


I- und U-
U-Wandler I-Wandler
Wandler
bestückt bestückt
bestückt
1) 1)
MESSE 9 Widerstandsthermometer-Eingänge ( ) ( )
MESSE 1) 1) 1)
20mA Eingang, 2×20mA Ausgänge, Widerstandsthermometer-Eingang ( ) ( ) ( )
MESSA

( ) = Bestelloption
1)
nicht verfügbar für P132 in 24TE-Gehäuse

Globale Funktionen
P132

PSU Parametersatzumschaltung
1)
FKT_T Funktionstasten 6

1)
nicht verfügbar für P132 in 24TE-Gehäuse

Weitere Funktionen siehe Anhang A1.

1-4 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


1 Anwendung und Leistungsumfang
(Fortsetzung)

Hauptfunktionen
Die Funktionen in der vorausgehenden Tabelle bilden in sich abgeschlossene
Funktionsgruppen und können (abgesehen von V_LOG) je nach Anwendungsfall einzeln
konfiguriert bzw. dekonfiguriert werden (d.h. in die Gerätekonfiguration aufgenommen
bzw. aus dieser ausgeschlossen werden).

Die Funktionsauswahl kann im Bedienprogramm per Mausklick vorgenommen werden:

Nicht benötigte, dekonfigurierte Funktionsgruppen sind für den Anwender unsichtbar (mit
Ausnahme des Konfigurationsparameters) und werden funktional nicht unterstützt.
(Eine Ausnahme ist die Grundfunktion, die immer sichtbar ist.) Auch die
Kommunikations- und Messwertfunktionen können konfiguriert bzw. dekonfiguriert
werden.

Dieses Konzept ermöglicht einerseits einen vergleichsweise großen Funktionsumfang


sowie universelle Einsatzmöglichkeiten der Schutzeinrichtungen in einer Ausführung und
andererseits eine einfache und übersichtliche Einstellung und Anpassung an die
jeweilige Schutzaufgabe (und optionalen Steuerungsaufgabe).

Die Schutz- und Steuerfunktionen (abgesehen von V_LOG) können auf diese Weise in
die Konfiguration aufgenommen oder von der Konfiguration ausgeschlossen werden und
sind im Menüzweig „Hauptfunktionen“ angeordnet.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 1-5


1 Anwendung und Leistungsumfang
(Fortsetzung)

Steuerfunktionen
Die optionalen Steuerfunktionen des P132 dienen der Steuerung von bis zu drei
elektrisch betätigten und rückgemeldeten Schaltgeräten. Die Erfassung der Schalter-
stellungen und die Steuerung erfolgen über die binären Eingänge und die
Ausgangsrelais des optionalen Binärbausteins X (6I/6O) für die Schaltgerätesteuerung.

Die Steuerung von Schaltgeräten erfolgt wahlweise über binäre Eingänge, die optionale
Kommunikationsschnittstelle oder die Funktionstasten der Vor-Ort-Bedienung.

Bis zu 12 einpolige Betriebsmeldungen können über binäre Eingänge erfasst und


entsprechend ihrer primärtechnischen Bedeutung (z.B. Leistungsschalter-Bereitschaft)
verarbeitet werden. Jedem Schaltgeräteeingang und jeder einpoligen Betriebsmeldung
kann die Entprell- und Flatterzeit einer von drei verfügbaren Gruppen zugeordnet
werden, für die jeweils eine eigene Entprell- und Flatterzeit einstellbar ist.

Schaltbefehlsausgaben führt das P132 unter Einbindung von Schaltbereitschafts- und


Zulässigkeitsprüfungen durch und überwacht anschließend die Laufzeiten der
Schaltgeräte. Wird festgestellt, dass ein Fehlverhalten eines Schaltgerätes vorliegt, wird
dies gemeldet (z.B. durch Konfiguration auf eine Leuchtanzeige).

Bevor eine Schaltbefehlsausgabe durchgeführt wird, prüft die Verriegelungslogik des


P132, ob dieser neue Schaltgerätezustand einer zulässigen Feld- bzw. Anlagen-
topologie entspricht. Die Verriegelungslogik ist in Form der Feldverriegelung mit und
ohne Anlagenverriegelung für jedes Schaltfeld in der Grundeinstellung hinterlegt. Durch
einfache Parametrierung können die Verriegelungsbedingungen an die aktuelle Feld-
und Anlagentopologie angepasst werden. Darstellung und Funktionsweise der
Verriegelung entsprechen der parametrierbaren Logik.

Bei Einbindung von P132 in eine Stationsleittechnik können die Bedingungen der Feld-
verriegelung mit Anlagenverriegelung der Verriegelungsprüfung zugrunde gelegt
werden.

Ohne Einbindung in eine Leittechnik bzw. bei einer Einbindung über IEC 61850 wird bei
der Verriegelungsprüfung die Feldverriegelung ohne Anlagenverriegelung angewendet,
wobei externe Ringleitungen bzw. über IEC 61850 erhaltene Meldungen (IEC-GOOSE)
in die Verriegelungslogik einbezogen werden können.

Bei einer zulässigen Feld- bzw. Anlagentopologie wird der Schaltbefehl ausgegeben.
Würde sich ein nicht zulässiger Zustand durch die Schalthandlung einstellen, wird die
Schaltbefehlsausgabe abgelehnt und es wird eine entsprechende Meldung ausgegeben.

Werden durch den Schaltfeldtyp nicht alle binären Ausgänge benötigt, können die nicht
belegten Ausgänge frei genutzt werden.

Neben der Schaltbefehlsausgabe ist weiterhin eine Ansteuerung von binären


Ausgängen durch Dauerbefehle möglich.

1-6 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


1 Anwendung und Leistungsumfang
(Fortsetzung)

Globale Funktionen
Global arbeitende Funktionen ermöglichen die Schnittstellenanpassung des Gerätes an
die Anlage, bieten die bei Inbetriebnahme und Prüfung erforderliche Unterstützung und
liefern aktuelle Informationen über den laufenden Betrieb sowie wertvolle Analysedaten
nach Ereignissen im Netz.

Neben den aufgelisteten Funktionen der Gerätevarianten sowie einer umfangreichen


Selbstüberwachung ist das P132 mit folgenden global arbeitenden Funktionen
ausgerüstet:

Parametersatzumschaltung
Betriebsmesswerterfassung für die Unterstützung bei Inbetriebnahme,
Prüfung und Betrieb
Betriebsaufzeichnung
(Meldungsprotokollierung mit Absolutzeitzuordnung)
Überlastmesswerterfassung
Überlastaufzeichnung
(Meldungsprotokollierung mit Absolutzeitzuordnung)
Erdschlussmesswerterfassung
Erdschlussaufzeichnung
(Meldungsprotokollierung mit Absolutzeitzuordnung)
Störfallaufzeichnung (Meldungsprotokollierung mit Absolutzeitzuordnung sowie
Störwertaufzeichnung der drei Leiterströme, des Erdstromes, der drei
Leiter-Erd-Spannungen und der Verlagerungsspannung).
Uhrzeitführung
Das MICOM P132 hat eine eingebaute Uhr, die über das Einstelltastenfeld eingestellt
werden kann. Alle aufgetretenen Ereignisse werden mit dieser Uhrzeit (Auflösung 1 ms)
je nach Bedeutung in die Aufzeichnungsspeicher eingetragen und über die
Kommunikationsschnittstelle gemeldet.

Ist eine übergeordnete Stationsleitebene vorhanden, kann die Uhrzeit über ein
Uhrzeittelegramm unter Verwendung eines der Protokolle Modbus, DNP3,
IEC 60870-3-103, IEC 60870-3-101 synchronisiert werden. Mit Kommunikation gemäß
IEC 61850 kann die interne Uhrzeit mit wählbaren SNTP-Servern synchronisiert werden.

Weiterhin steht zur Synchronisation ein IRIG-B Eingang zur Verfügung. Die interne Uhr
wird entsprechend nachgeführt und arbeitet dann bei der Synchronisierung durch ein
Protokoll mit einer Genauigkeit von ±10 ms bzw. ±1 ms bei IRIG-B.

Parametersatz-
umschaltung
Für eine Anpassung an unterschiedliche Betriebs- oder Netzführungszustände sind die
relevanten Schutzparameter in vier unabhängigen Parametersätzen hinterlegbar.
Zwischen diesen Parametersätzen kann durch Bedienung oder Binäreingabe
umgeschaltet werden.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 1-7


1 Anwendung und Leistungsumfang
(Fortsetzung)

Betriebsaufzeichnung
Für die kontinuierliche Aufzeichnung von betrieblichen Vorgängen sowie Ereignissen ist
ein ringförmig angelegter, nichtflüchtiger Betriebsspeicher für 128 Einträge eingerichtet,
in den die hierfür relevanten Meldungen jeweils mit Vollzeitstempel (Datum und Uhrzeit)
für den Zeitpunkt des Kommens bzw. Gehens in chronologischer Reihenfolge
eingetragen werden. Hierzu gehören Bedienhandlungen wie z.B. das Ein- und
Ausschalten von Funktionen sowie Bedienanstöße für Prüfung und Rückstellung. Auch
Beginn und Ende von Ereignissen im Netz, die eine Abweichung vom normalen bzw.
ungestörten Betrieb darstellen, wie z.B. Überlast, Erdschluss und Kurzschluss werden
aufgezeichnet.

Überlastmesswert-
erfassung
Überlastsituationen im Netz stellen eine Abweichung vom normalen Netzbetrieb dar und
können nur für eine begrenzte Zeitdauer zugelassen werden. Die in den Einrichtungen
aktivierten Überlastschutzfunktionen erkennen Überlastsituationen im Netz und erfassen
entsprechende Überlastmesswerte wie z.B. Höhe des Überlaststromes, relative
Erwärmung während der Überlastsituation und Dauer der Überlastsituation.

Überlastaufzeichnung
Für die Dauer einer Überlastsituation im Netz werden die hierfür relevanten Meldungen
jeweils mit Vollzeitstempel (Datum und Uhrzeit) für den Zeitpunkt des Kommens bzw.
Gehens in einen nichtflüchtigen Speicherbereich chronologisch aufgezeichnet. Auch die
Überlastmesswerte werden mit dem Vollzeitstempel des Zeitpunktes der Erfassung
eingetragen.

Insgesamt können bis zu 8 Überlastsituationen aufgezeichnet werden. Bei mehr als 8


Überlastsituationen ohne zwischenzeitliche Speicherlöschung wird die jeweils älteste
Überlastaufzeichnung überschrieben.

Erdschlussmesswert-
erfassung
Ein Erdschluss im Netz mit isoliertem Sternpunkt bzw. im Netz mit Erdschluss-
kompensation stellt einen Netzfehler dar, wobei jedoch in der Regel die zunächst
uneingeschränkte Fortführung des Netzbetriebes möglich ist. Die in den Einrichtungen
aktivierten Erdschlusserkennungsfunktionen erkennen Erdschlüsse im Netz und
erfassen entsprechende Erdschlussmesswerte wie z.B. Höhe der Verlagerungs-
spannung und Dauer des Erdschlusses.

Erdschlussaufzeichnung
Für die Dauer eines Erdschlusses im Netz werden die hierfür relevanten Meldungen
jeweils mit Vollzeitstempel (Datum und Uhrzeit) für den Zeitpunkt des Kommens bzw.
Gehens in einen nichtflüchtigen Speicherbereich chronologisch aufgezeichnet. Auch die
Erdschlussmesswerte werden mit dem Vollzeitstempel des Zeitpunktes der Erfassung
eingetragen.

Insgesamt können bis zu 8 Erdschlüsse aufgezeichnet werden. Bei mehr als


8 Erdschlüssen ohne zwischenzeitliche Speicherlöschung wird die jeweils älteste
Erdschlussaufzeichnung überschrieben.

1-8 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


1 Anwendung und Leistungsumfang
(Fortsetzung)

Störfallmesswerterfassung
Ein Kurzschluss im Netz wird als Störfall bezeichnet. Die in den Einrichtungen aktivierten
Kurzschlussschutzfunktionen erkennen Kurzschlüsse im Netz und veranlassen die
Erfassung entsprechender Störfallmesswerte wie z.B. Höhe des Kurzschlussstromes
und Dauer des Störfalles. Für den Zeitpunkt der Erfassung kann wahlweise das
Störfallende oder das Erscheinen des Auslösekommandos festgelegt werden. Eine
Triggerung über ein externes Signal ist ebenfalls möglich. Die Erfassung der Stör-
fallmesswerte erfolgt auf Basis der von der Einrichtung ausgewählten Messschleife und
liefert neben Strom-, Spannungs- und Winkelwerten auch Impedanzen und Reaktanzen.

Aus der eingemessenen Kurzschlussreaktanz wird entsprechend dem eingestellten


100%-Wert der geschützten Leitungsstrecke die Entfernung zum Fehlerort berechnet.
Die Ausgabe des Fehlerortes erfolgt wahlweise bei jeder Generalanregung oder nur bei
einer Auslösung.

Störfallaufzeichnung
Für die Dauer eines Störfalles werden die hierfür relevanten Meldungen jeweils mit
Vollzeitstempel (Datum und Uhrzeit) für den Zeitpunkt des Kommens bzw. Gehens in
einen nichtflüchtigen Speicherbereich chronologisch aufgezeichnet. Auch die Störfall-
messwerte werden mit dem Vollzeitstempel des Zeitpunktes der Erfassung eingetragen.

Weiterhin werden die Abtastwerte aller analogen Eingangsgrößen wie z.B. Leiterströme
und Leiter-Erd-Spannungen während eines Störfalles aufgezeichnet.

Insgesamt können bis zu 8 Störfälle aufgezeichnet werden. Bei mehr als 8 Störfällen
ohne zwischenzeitliche Speicherlöschung wird die jeweils älteste Störfallaufzeichnung
überschrieben.

Blockadefunktionen
Für Inbetriebnahmen oder zyklischen Prüfungen können Schutzfunktionen oder deren
Zeitstufen vorübergehend blockiert werden. Hierfür stehen sowohl Einzel- als auch
Sammelblockaden zur Verfügung.

Die Blockaden können über jede Kommunikationsschnittstelle, über die Funktionstasten


oder über die binären Signaleingänge des MiCOM P132 angestoßen werden.

Rückstellmöglichkeiten
Zähler- und Speicherinformationen, Selbsthaltungen, logische Gleichungen oder
gespeicherte Messwerte können einzeln oder mittels Sammelfunktionen zurückgestellt
werden.

Ein Rückstellen kann über jede Kommunikationsschnittstelle, über die Funktionstasten


oder die binären Signaleingänge des MiCOM P132 angestoßen werden.

Weiterhin besteht die Möglichkeit, den Funktionsumfang der Rückstelltaste an die


jeweiligen Anforderungen anzupassen.

Selbstüberwachung
Umfangreiche Überwachungsroutinen sorgen dafür, dass interne Hardware- oder
Softwarefehler erkannt werden und nicht zu Fehlfunktionen der Einrichtung führen.

Beim Einschalten der Hilfsspannung wird ein Funktionstest durchgeführt. Während des
Betriebs laufen zyklische Selbstüberwachungstests. Weichen Testergebnisse vom
vorgegebenen Wert ab, wird die entsprechende Meldung in den nichtflüchtigen
Überwachungsspeicher eingetragen. Abhängig von der Art des festgestellten Fehlers
erfolgt entweder eine Blockade der Einrichtung oder lediglich eine Warnung.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 1-9


1 Anwendung und Leistungsumfang
(Fortsetzung)

Bedienung
Über das integrierte Vor-Ort-Bedienfeld werden alle für den Betrieb der Einrichtung
erforderlichen Daten eingegeben und die für die Betriebsführung wichtigsten Daten
ausgelesen. Im Einzelnen ermöglicht das Vor-Ort-Bedienfeld folgende
Bedienhandlungen:

Auslesen und Ändern von Einstellwerten


Auslesen von zyklisch aktualisierten Betriebsmesswerten und Zustandsmeldungen
Auslesen von Betriebs- und Überwachungsprotokollen
Auslesen von Ereignisprotokollen (nach Überlastsituationen bzw. Kurzschlüssen im
Netz)
Rückstellen der Einrichtung sowie Anstoßen von weiteren Bedienfunktionen zur
Unterstützung bei Prüfung und Inbetriebnahme.
Bedienung und Anzeige
Vor-Ort-Bedienfeld (inkl. LCD-Anzeige mit 4×20 alphanumerischen Zeichen)
23 mehrfarbige Leuchtanzeigen (Gehäuse 24T: 10 einfarbige Leuchtanzeigen),
davon 18 (24T: 5) mit frei wählbarer Funktionszuordnung
PC-Schnittstelle
Kommunikationsschnittstellen (Option)
Informationsschnittstellen
Der Informationsaustausch erfolgt wahlweise über das Vor-Ort-Bedienfeld, die
PC-Schnittstelle bzw. zwei optionale Kommunikationsschnittstellen (Kanal 1, Kanal 2).

Über eine der beiden Kommunikationsschnittstellen (Protokolle nach IEC 60870-5-103,


IEC 870-5-101, DNP 3.0, Modbus und Courier) kann die digitale Schutzeinrichtung in die
Schaltanlagenleittechnik bzw. Fernwirktechnik eingebunden werden.

Die zweite Kommunikationsschnittstelle (Protokoll nach IEC 60870-5-103) ist für einen
Fernzugriff vorgesehen.

Externe Uhrzeitsynchronisierung kann mit einem der Protokolle oder über den
optionalen IRIG-B-Eingang erfolgen.

Über die optionale Wirkschnittstelle InterMiCOM (Kanal 3) kann eine direkte Verbindung
zu einem weiteren MiCOM-Schutzgerät aufgebaut werden.

Funktionstasten
Für die Gehäuse 40T und 84T stehen sechs frei konfigurierbare Funktionstasten zur
Verfügung. Hiermit wird ein einfacher Steuerungseingriff ermöglicht.

Aufbau
Das P132 ist modular aufgebaut. Die steckbaren Bausteine sind in einem robusten
Aluminiumgehäuse untergebracht und über eine Analog- und eine Digitalbusleiterplatte
elektrisch miteinander verbunden.

1-10 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


1 Anwendung und Leistungsumfang
(Fortsetzung)

Ein-/Ausgänge
Folgende Ein- und Ausgänge stehen zur Verfügung:

4 Strommesseingänge
4 oder 5 Spannungsmesseingänge
4, 10 oder 16 zusätzliche Binäreingänge (Gehäuse 24T: 4 zusätzliche
Binäreingänge) mit frei wählbarer Funktionszuordnung
8, 16 oder 24 Ausgangsrelais (Gehäuse 24T: 8 Ausgangsrelais) mit frei wählbarer
Funktionszuordnung
zusätzlich optional 6 Ausgangsrelais (davon optional 4 mit Thyristorauslösung)
oder 4 Ausgangsrelais mit Leistungskontakten, jeweils mit frei wählbarer
Funktionszuordnung
für Gehäuse 40T und 84T optional 6 oder 12 Binäreingänge (Optokoppler) und 6
oder 12 Ausgangsrelais zur Steuerung von bis zu 3 Schaltgeräten
(Für die genauen Bestell-Optionen siehe das Kapitel „Bestellangaben“.)

Die Nennströme bzw. die Nennspannungen der standardmäßigen Messeingänge sind


per Funktionsparameter einstellbar.

Der Nennspannungsbereich der Optokopplereingänge beträgt 24...250 V– ohne interne


Umschaltung. Optional sind auch Bereiche mit höheren Schaltschwellen möglich.

Auch der Hilfsspannungseingang für die Stromversorgung ist als Weitbereich realisiert.
Der Nennspannungsbereich beträgt 48...250 V– und 100...230 V~. Eine Version für den
unteren Nennspannungsbereich von 24...36 V– steht ebenfalls zur Verfügung.

Alle Ausgangsrelais sind sowohl für Melde- als auch für Kommandozwecke geeignet.

Die optionalen (bis zu 10) Widerstandsthermometer-Eingänge sind


zuleitungskompensiert und abgleichfrei.

Der optionale 0...20 mA Eingang bietet eine Überwachung auf Drahtbruch und
Überlastung, eine einstellbare Nullpunktunterdrückung sowie die Möglichkeit der
Linearisierung der Eingangsgröße über 20 einstellbare Stützstellen.

Über die beiden optionalen 0...20 mA Ausgänge können zwei frei wählbare Messgrößen
(zyklisch aktualisierte Betriebsmesswerte und gespeicherte Ereignismesswerte) in Form
eines eingeprägten Gleichstroms ausgegeben werden. Die Kennliniendefinition erfolgt
über 3 einstellbare Stützstellen und ermöglicht einen Mindestausgabestrom (z.B. 4 mA)
für eine Drahtbruchüberwachung auf der Empfängerseite, eine Knickpunktdefinition für
eine Lupenskalierung und eine Begrenzung auf kleinere Nennströme (z.B. 10 mA). Falls
genügend Ausgangsrelais verfügbar sind, kann eine frei wählbare Messgröße auch
BCD-codiert über Kontakte ausgegeben werden.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 1-11


1-12 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612
2 Technische Daten

2 Technische Daten

2.1 Konformität

Hinweise
Gültig für P132 Version -306-415/416/417/418/419-612.
Konformitätserklärung
(gemäß Artikel 10 der EG-Richtlinie 72/73/EC)
Das Erzeugnis „Überstromzeitschutz- und Steuereinrichtung P132„ ist in Überein-
stimmung mit den europäischen Normen EN 60255-6 und EN 60010-1 sowie der „EMV-
Richtlinie“ und der „Niederspannungs-Richtlinie“ des Rates der Europäischen Gemein-
schaft entwickelt und hergestellt worden.

2.2 Allgemeine Daten

Allgemeine Gerätedaten
Bauform
Aufbaugehäuse für Wandmontage oder Einbaugehäuse geeignet für Schränke im
19"-System und Schalttafeln.

Einbaulage
Senkrecht ± 30°.

Schutzart
Nach DIN VDE 0470 und EN 60529 bzw. IEC 529.
IP 52; IP 20 für rückwärtigen Anschlussraum beim Einbaugehäuse
(IP 10 für Ringkabelschuhanschluss)

Gewicht
Gehäuse 24 TE: ca. 5 kg
Gehäuse 40 TE: ca. 7 kg
Gehäuse 84 TE: ca. 11 kg

Abmessungen und Anschluss


Siehe Maßzeichnungen (Kapitel 4) und Anschlusspläne (Kapitel 5).

Anschlussklemmen

PC-Schnittstelle (X6): Stecker DIN 41652, Bauform D-Sub, 9polig

Kommunikationsschnittstellen KOMM1 bis KOMM3:


Lichtwellenleiter
(X7, X8 und X31, X32): Lichtwellenleiteranschluss F-SMA
nach IEC 60874-2 (für Kunststofffaser)
oder
®
Lichtwellenleiteranschluss BFOC-ST Stecker 2.5
nach IEC 60874-10-1 (für Glasfaser)
(ST® ist ein eingetragenes Warenzeichen der AT&T
Lightguide Cable Connectors)
oder
Drahtanschluss
(X9, X10 und X33): Schraubanschlüsse M2 für Leitungsquerschnitte
2
bis 1,5 mm
oder (nur für KOMM3
(InterMiCOM))
RS 232 (X34): Stecker DIN 41652, Bauform D-Sub, 9polig.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 2-1


2 Technische Daten
(Fortsetzung)

IRIG-B-Schnittstelle (X11): BNC-Stecker

Kommunikationsschnittstelle IEC 61850:


Lichtwellenleiter
(X7, X8): Lichtwellenleiteranschluss BFOC-ST® Stecker 2.5
nach IEC 60874-10 (für Glasfaser)
®
(ST ist ein eingetragenes Warenzeichen der AT&T
Lightguide Cable Connectors)
oder
Lichtwellenleiter
(X13): SC-Stecker nach IEC 60874-14-4 (für Glasfaser)
und
Drahtanschluss
(X12): RJ45-Stecker nach ISO/IEC 8877

Strom-Messeingänge:
Schraubanschlüsse, Stiftkabelschuhanschluss: M5,
selbstzentrierend mit Drahtschutz für Leiterquerschnitte ≤ 4 mm2.
oder:
Schraubanschlüsse, Ringkabelschuhanschluss: M4

Übrige Ein- und Ausgänge:


Schraubanschlüsse, Stiftkabelschuhanschluss: M3,
selbstzentrierend mit Drahtschutz für Leiterquerschnitte 0,2 ... 2,5 mm²
oder:
Schraubanschlüsse, Ringkabelschuhanschluss: M4

Kriech- und Luftstrecken


Nach DIN EN 61010-1 und IEC 664-1.
Verschmutzungsgrad 3, Arbeitsspannung 250 V,
Überspannungskategorie III, Prüfstoßspannung 5 kV.

2.3 Prüfungen

2.3.1 Typprüfung

Typprüfungen
Alle Prüfungen nach DIN EN 60255-6 bzw. IEC 255-6.
EMV
Störaussendung
Nach DIN EN 55022 bzw. IEC CISPR 22, Klasse A.

1-MHz-Burst
Nach DIN IEC 255 Teil 22-1 bzw. IEC 60255-22-1, Klasse III.
Gleichtakt-/Längsspannung: 2,5 kV,
Gegentakt-/Querspannung: 1,0 kV,
Prüfdauer: > 2 s,
Quellimpedanz: 200 Ω.

Störfestigkeit gegen Entladung statischer Elektrizität


Nach DIN EN 60255-22-2 bzw. IEC 60255-22-2, Schärfegrad 3.
Kontaktentladung,
Einzelentladungen: > 10,
Haltezeit: > 5 s,
Prüfspannung: 6 kV,
Prüfgenerator: 50 ... 100 MΩ, 150 pF / 330 Ω.

2-2 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


2 Technische Daten
(Fortsetzung)

Störfestigkeit gegen hochfrequente elektromagnetische Felder


Nach DIN EN 61000-4-3 und DINV ENV 50204, Schärfegrad 3.
Abstand der Antenne vom Prüfling: > 1 m allseitig,
Feldstärke im Bereich 80 ... 1000 MHz: 10 V / m,
Prüfung mit AM: 1 kHz / 80 %,
Einzelprüfung bei 900 MHz: AM 200 Hz / 100 %.

Störfestigkeit gegen schnelle transiente elektrische Störgrößen (Burst)


Nach IEC 60255-22-4, Klasse B:
Stromversorgung: Amplitude: 2 kV, Burst-Frequenz: 5 kHz
Ein-/Ausgänge: Amplitude: 2 kV, Burst-Frequenz: 5 kHz
Kommunikation: Amplitude: 1 kV, Burst-Frequenz: 5 kHz
Nach DIN EN 61000-4-4, Schärfegrad 4:
Stromversorgung:
Amplitude: 4 kV, Burst-Frequenz: 2,5 kHz und 5 kHz
Ein-/Ausgänge: Amplitude: 2 kV, Burst-Frequenz: 5 kHz
Kommunikation: Amplitude: 2 kV, Burst-Frequenz: 5 kHz
Anstiegszeit: 5 ns,
Halbwertdauer: 50 ns,
Burst-Dauer: 15 ms,
Burst-Periode: 300 ms,
Quellimpedanz: 50 Ω

Störfestigkeit gegen energietechnische Frequenz


Nach IEC 60255-22-7, Klasse A.
Leiter-Leiter:
Effektivwert 150 V,
Kopplungswiderstand 100 Ω,
Kopplungskondensator 0,1 μF, für 10 s.
Leiter-Erde:
Effektivwert 300 V,
Kopplungswiderstand 220 Ω,
Kopplungskondensator 0,47 μF, für 10 s.
Zur Einhaltung dieser Norm ist die Einstellung
E IN G: F i l te r (010 220) entsprechend der
Empfehlung (in Kapitel 7) zu wählen.

Störfestigkeit gegen Strom-/Spannungsstöße


Nach DIN EN 61000-4-5 bzw. IEC 61000-4-5, Installationsklasse 4.
Prüfung der Kreise Stromversorgung,
unsymmetrische Leitungen / symmetrische Leitungen,
Leerlaufspannung: 1,2 / 50 µs,
Kurzschluss-Strom: 8 / 20 µs,
Amplitude: 4 / 2 kV, Impulse: > 5 / min,
Quellimpedanz: 12 / 42 Ω.

Störfestigkeit gegen leitungsgeführte Störgrößen, induziert durch hochfrequente Felder


Nach DIN EN 61000-4-6 bzw. IEC 61000-4-6, Schärfegrad 3.
Prüfspannung: 10 V.

Störfestigkeit gegen Magnetfelder mit energietechnischen Frequenzen


Nach DIN EN 61000-4-8 bzw. IEC 61000-4-8, Schärfegrad 4.
Frequenz: 50 Hz,
Feldstärke: 30 A / m.

Störfestigkeit gegen Welligkeit in Gleichstromhilfsgrößen


Nach IEC 255-11, 12 %.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 2-3


2 Technische Daten
(Fortsetzung)

Isolation
Spannungsprüfung
Nach DIN EN 61010-1 bzw. IEC 255-5
2 kV~, 60 s.
Die Spannungsprüfung der Stromversorgungseingänge darf nur mit Gleichspannung
(2,8 kV–) erfolgen. Die PC-Schnittstelle darf nicht der Spannungsprüfung unterzogen
werden.

Stoßspannungsprüfung
Nach IEC 255-5.
Stirnzeit: 1,2 µs,
Rückenhalbwertzeit: 50 µs,
Spitzenwert: 5 kV,
Quellimpedanz: 500 Ω.

Mechanische Festigkeit
Schwingprüfung
Nach DIN EN 60255-21-1 bzw. IEC 255-21-1, Prüfschärfeklasse 1:
Frequenzbereich im Betrieb: 10 ... 60 Hz, 0,035 mm, 60 ... 150 Hz, 0,5 g
Frequenzbereich beim Transport:10 ... 150 Hz, 1 g

Schockprüfung
Nach DIN EN 60255-21-2 bzw. IEC 255-21-2,
Beschleunigung und Impulsdauer:
Schockprüfung auf Funktionsfähigkeit (im Betrieb), Prüfschärfeklasse 1,
5 g für 11 ms,
Schockprüfung auf Widerstandsfähigkeit (beim Transport), Prüfschärfeklasse 1,
15 g für 11 ms

Erdbebenprüfung
Nach DIN EN 60255-21-3 bzw. IEC 60255-21-3, Prüfverfahren A, Klasse 1
Frequenzbereich:
5 ... 8 Hz, 3,5 mm / 1,5 mm, 8 ... 35 Hz, 10 / 5 m/s2 , 3 × 1 Zyklus

Schwingprüfung 1)
Nach DIN EN 60255-21-1 bzw. IEC 255-21-1, Prüfschärfeklasse 2:
Frequenzbereich im Betrieb: 10 ... 60 Hz, 0,075 mm, 60 ... 150 Hz, 1,0 g
Frequenzbereich beim Transport:10 ... 150 Hz, 2 g
1)
Schockprüfung
Nach DIN EN 60255-21-2 bzw. IEC 255-21-2,
Beschleunigung und Impulsdauer:
Schockprüfung auf Funktionsfähigkeit (im Betrieb), Prüfschärfeklasse 2,
10 g für 11 ms,
Schockprüfung auf Widerstandsfähigkeit (beim Transport), Prüfschärfeklasse 1,
15 g für 11 ms
Schockprüfung auf Dauerschock (beim Transport), Prüfschärfeklasse 1,
10 g für 16 ms
1)
Erdbebenprüfung
Nach DIN EN 60255-21-3 bzw. IEC 60255-21-3, Prüfverfahren A, Klasse 2
Frequenzbereich:
5 ... 8 Hz, 7,5 mm / 3,5 mm, 8 ... 35 Hz, 20 / 10 m/s2 , 3 × 1 Zyklus

1
Erhöhte mechanische Festigkeit für folgende Gehäusevarianten:
Einbaugehäuse, Variante 2 (mit Montagewinkel und Abdeckrahmen)
Aufbaugehäuse
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2 Technische Daten
(Fortsetzung)

2.3.2 Stückprüfung

Alle Prüfungen nach DIN EN 60255-6 bzw. IEC 255-6


und DIN 57435 Teil 303

Spannungsprüfung
Nach IEC 255-5.
2,2 kV~, 1 s.
Die Spannungsprüfung der Stromversorgungseingänge darf nur mit Gleichspannung
(2,8 kV–) erfolgen.
Die PC-Schnittstelle darf nicht der Spannungsprüfung unterzogen werden.

Zusätzliche Wärmeprüfung
100 % kontrollierter Wärmedauertest, Eingänge beaufschlagt

2.4 Klimatische Bedingungen

Umgebung
Temperaturen
Empfohlener Temperaturbereich: -5°C bis +55°C.
Grenztemperaturbereich: -25°C bis +70°C.

Feuchtebeanspruchung
≤ 75% relativer Feuchte (Jahresmittel),
56 Tage mit ≤ 95% relativer Feuchte und 40°C, Betauung nicht zulässig.

Sonneneinstrahlung
Direkte Sonneneinstrahlung auf die Gerätefront ist zu vermeiden.

2.5 Ein- und Ausgänge

Messeingänge
Strom
Nennstrom Inom: 1 und 5 A~ (einstellbar)
Nennverbrauch je Leiter: < 0,1 VA bei Inom.
Belastbarkeit:
dauernd: 4 Inom,
für 10 s: 30 Inom,
für 1 s: 100 Inom,
Nennstoßstrom: 250 Inom.

Spannung
Nennspannung Unom: 50 ... 130 V~ (einstellbar).
Nennverbrauch je Leiter: < 0,3 VA bei Unom = 130 V~.
Belastbarkeit: dauernd 150 V~.

Frequenz
Nennfrequenz fnom: 50 Hz und 60 Hz (einstellbar)
Arbeitsbereich: 0,95 ... 1,05 fnom
Frequenzschutz: 40 ... 70 Hz

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 2-5


2 Technische Daten
(Fortsetzung)

Binäre Signaleingänge
Ansprech–/Abfallpunkt der Schaltschwellen je nach Bestelloption
Standardvariante 18V (UE,nom: 24 ... 250 V–):
Schaltschwelle im Bereich 14 V ... 19 V–
Sondervarianten mit Schaltschwellen von 58 ... 72 % der Nenneingangsspannung
(d.h. definitiv „low“ bei UE < 58 % der Nenneingangsspannung,
definitiv „high“ bei UE > 72 % der Nenneingangsspannung):

„Sondervariante 73 V“: Nenneingangsspannung 110 V–


„Sondervariante 90 V“: Nenneingangsspannung 127 V–
„Sondervariante 146 V“: Nenneingangsspannung 220 V–
„Sondervariante 155 V“: Nenneingangsspannung 250 V–

Leistungsaufnahme je Eingang
Standardvariante:
UE = 19 ... 110 V–: 0,5 W ± 30 %,
UE > 110 V–: UE • 5 mA ± 30 %.

Sondervarianten:
UE > Schaltschwelle: UE • 5 mA ± 30 %.

Hinweise
Die Standardvariante der binären Signaleingänge (Optokoppler) wird für die meisten
Anwendungen empfohlen, da diese Eingänge für alle Eingangsspannungen ab 19 V
ansprechen. Die Sondervarianten mit höheren Ansprech–/Abfallpunkten sind für
Anwendungen vorgesehen, bei denen eine höhere Schaltschwelle ausdrücklich
gefordert wird.

Für alle binären Signaleingänge gilt: Maximal zulässige Spannung 300 V –.

IRIG-B-Schnittstelle
Minimaler / maximaler Eingangsspannungspegel (Spitze-Spitze): 100 mVss / 20 Vss.
Eingangsimpedanz: 33 kΩ bei 1 kHz.
Galvanische Isolation: 2 kV

2-6 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


2 Technische Daten
(Fortsetzung)

Analoge Eingänge und


Ausgänge
Gleichstromeingang
Eingangsstrom: 0 ... 26 mA
bzw. 0,00 ... 1,20 Ig,nom (Ig,nom = 20 mA).
Maximal zulässiger Dauerstrom: 50 mA.
Maximal zulässige Eingangsspannung: 17 V.
Eingangswiderstand: 100 Ω.
Überwachung auf Drahtbruch: 0 ... 10 mA (einstellbar).
Überwachung auf Überlastung: > 24,8 mA.
Nullpunktunterdrückung: 0,000 ... 0,200 Ig,nom (einstellbar).

Widerstandsthermometer-Eingänge
Für Analogbaustein (E/A) nur PT 100 zulässig, Abbildungskurve nach DIN IEC 75.1
Für Temperaturmesskarte (RTD-Baustein) PT 100, Ni 100 oder Ni 120 zulässig.
Wertebereich: -40,0 ... +215,0°C.
3-Leiter-Schaltung: max. 20 Ω je Leiter.
Offener und kurzgeschlossener Eingang zulässig.
Ansprechwerte der Messkreisüberwachung: Θ > +215°C und Θ < -40°C.

Gleichstromausgang
Ausgangsstrom: 0 ... 20 mA
Maximal zulässige Bürde: 500 Ω
Maximale Ausgangsspannung: 15 V

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2 Technische Daten
(Fortsetzung)

Ausgangsrelais
Binärbaustein X (6I/6O):
für Schaltgerätesteuerung
Bemessungsspannung: 250 V–, 250 V~
Dauerstrom: 8A
Kurzzeitstrom: 30 A für 0,5 s
Einschaltvermögen: 1000 W (VA) bei L/R = 40 ms
Ausschaltvermögen: 0,2 A bei 220 V– und L/R = 40 ms,
4 A bei 230 V~ und cos ϕ = 0,4

Binärbaustein X (4H):
mit Leistungskontakten, nur für Gleichspannung/-strom verwendbar
Bemessungsspannung: 250 V–
Dauerstrom: 10 A
Kurzzeitstrom: 250 A für 30 ms,
30 A für 3 s
Einschaltvermögen: 30 A
Ausschaltvermögen: 7500 W (Ohmsche Last) bzw. 30 A bei 250 V–,
Maximalwerte: 30 A und 300 V–
2500 W induktiv (L/R 40 ms) bzw. 10 A bei 250 V–,
Maximalwerte: 10 A und 300 V–

Übrige Bausteine:
Bemessungsspannung: 250 V–, 250 V~
Dauerstrom: 5A
Kurzzeitstrom: 30 A für 0,5 s
Einschaltvermögen: 1000 W (VA) bei L/R = 40 ms
Ausschaltvermögen: 0,2 A bei 220 V– und L/R = 40 ms,
4 A bei 230 V~ und cos ϕ = 0,4

BCD-codierte
Messwertausgabe
Maximal darstellbarer Zahlenwert: 399.

2-8 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


2 Technische Daten
(Fortsetzung)

2.6 Schnittstellen

Vor-Ort-Bedienfeld
Ein-/Ausgabe:
Über 7 Tasten (Gehäuse 40T und 84T: zuzüglich 6 Funktionstasten)
und eine Flüssigkristallanzeige mit 4 x 20 Zeichen

Zustands- und Störfallmeldungen:


Gehäuse 40T und 84T: 23 Leuchtanzeigen (5 fest belegt, 18 frei belegbar)
Gehäuse 24T: 10 Leuchtanzeigen (5 fest belegt, 5 frei belegbar)

PC-Schnittstelle
Übertragungsrate: 300 ... 115 200 Baud (einstellbar)

Kommunikations-
schnittstellen KOMM1,
KOMM2, KOMM3
Die Kommunikationseinheit verfügt - je nach Ausführung - über drei Kommunikations-
kanäle. Kanal 1 und Kanal 3 können als Drahtanschluss oder Lichtwellenleiter
ausgeführt sein, Kanal 2 ist nur für Drahtanschluss vorgesehen.

Für die 1. Kommunikationsschnittstelle sind Schnittstellenprotokolle nach


IEC 60870-5-103, IEC 870-5-101, MODBUS, DNP 3.0 und Courier einstellbar,
Übertragungsrate: 300 … 64000 bit/s (einstellbar).

Die 2. Kommunikationsschnittstelle kann ausschließlich mit dem Schnittstellenprotokoll


nach IEC 60870-5-103 betrieben werden
Übertragungsrate: 300 bis 57600 bit/s (einstellbar).

Die 3. Kommunikationsschnittstelle ist zum Aufbau einer digitalen Kommunikations-


verbindung für eine echtzeitfähige Schutzsignalübertragung zwischen zwei
Schutzgeräten (Punkt-zu-Punkt-Verbindung, asynchron, vollduplex; sog. Wirkverbindung
InterMiCOM) vorgesehen
Übertragungsrate: 600 bis 19200 bit/s (einstellbar).

für Drahtanschluss
nach RS 485 bzw. RS 422, 2 kV abgeriegelt
überbrückbare Entfernung
Punkt-zu-Punkt-Verbindung: max. 1200 m
Mehrpunktverbindung: max. 100 m

für Anschluss von Kunststoffaser


optische Wellenlänge: typ. 660 nm
optische Sendeleistung: min. –7,5 dBm
optische Empfindlichkeit: min. –20 dBm
optische Empfangsleistung: max. –5 dBm
überbrückbare Entfernung: max. 45 m
(Überbrückbare Entfernung bei beidseitig gleichen Sende- und Empfangsleistungen
unter Berücksichtigung einer Systemreserve von 3 dB und typischen Faserdämpfungen)

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 2-9


2 Technische Daten
(Fortsetzung)

für Anschluss von Glasfaser G 50/125


optische Wellenlänge: typ. 820 nm
optische Sendeleistung: min. –19,8 dBm
optische Empfindlichkeit: min. –24 dBm
optische Empfangsleistung: max. –10 dBm
überbrückbare Entfernung: max. 400 m
(Überbrückbare Entfernung bei beidseitig gleichen Sende- und Empfangsleistungen
unter Berücksichtigung einer Systemreserve von 3 dB und typischen Faserdämpfungen)

für Anschluss von Glasfaser G 62,5/125


optische Wellenlänge: typ. 820 nm
optische Sendeleistung: min. –16 dBm
optische Empfindlichkeit: min. –24 dBm
optische Empfangsleistung: max. –10 dBm
überbrückbare Entfernung: max. 1400 m
(Überbrückbare Entfernung bei beidseitig gleichen Sende- und Empfangsleistungen
unter Berücksichtigung einer Systemreserve von 3 dB und typischen Faserdämpfungen)

Kommunikations-
schnittstelle IEC
für Drahtanschluss
Auf Ethernet basierende Kommunikation gemäß IEC 61850:
Übertragungsrate: 10 bzw. 100 Mbit/s
RJ45, abgeriegelt 1,5 kV
Maximale Entfernung: 100 m

für Lichtwellenleiter (100 Mbit/s)


Auf Ethernet basierende Kommunikation gemäß IEC 61850:
ST-Stecker oder SC-Stecker
optische Wellenlänge: typ. 1300 nm
Glasfaser G50/125:
optische Sendeleistung: min. –23,5 dBm
optische Empfindlichkeit: min. –31 dBm
optische Empfangsleistung: max. –14 dBm
Glasfaser G62,5/125:
optische Sendeleistung: min. –20 dBm
optische Empfindlichkeit: min. –31 dBm
optische Empfangsleistung: max. –14 dBm

IRIG-B-Schnittstelle
Format B122
Amplitudenmodeliertes Signal
Trägerfrequenz: 1 kHz
BCD-codierte Datumsinformation

2-10 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


2 Technische Daten
(Fortsetzung)

2.7 Informationsausgabe

Zähler, Messwerte und Meldungen: siehe Kapitel 8.

2.8 Einstellungen

Typische Kenndaten
Grundfunktion
Mindestausgabezeit des Aus-Kommandos: 0,1 ... 10 s (einstellbar)
Ausgabezeit des Ein-Kommandos: 0,1 ... 10 s (einstellbar)

Unabhängiger und abhängiger Überstromzeitschutz


Kürzeste Auslösezeit:
Zeitverzögerte Stufen:
ungerichteter Betrieb: ca. 0,7 Perioden
gerichteter Betrieb: ca. 1,2 Perioden
Erdstromstufe: ≤ 10 ms (bei tIE> = 0 ms)
Rückfallzeit der Anregung: ca. 1,5 Perioden
(von 2-fachem Ansprechwert auf 0)
Rückfallverhältnis für Anregung und Messung: 0,95

Kurzschlussrichtungserkennung
Nennöffnungswinkel für Vorwärtsentscheid: ± 90°
Rückfallverhältnis Vorwärts-/Rückwärtserkennung: ≤ 7°
Fußpunktfreigabe für Leiterströme: 0,1 Inom
Fußpunktfreigabe für Leiter-Leiter-Spannungen: 0,002 Unom bei Unom = 100 V
Fußpunktfreigabe für Erdstrom: 0,01 Inom
Fußpunktfreigabe für Verlagerungsspannung: 0,015 … 0,6 Unom/√3 (einstellbar)

Über- / Unterspannungszeitschutz
Ansprechzeit inklusive Ausgangsrelais (Messgröße vom Nennwert auf 1,2-fachen
Ansprechwert bzw. Messgröße vom Nennwert auf 0,8-fachen Ansprechwert):
≤ 40 ms, ca. 30 ms
Rückfallzeit (Messgröße vom 1,2-fachen Ansprechwert auf Nennwert bzw. Messgröße
vom 0,8-fachen Ansprechwert auf Nennwert): ≤ 45 ms, ca. 30 ms
Rückfallverhältnis für U<>: 1 ... 10 % (einstellbar)

Leistungsrichtungsschutz
Ansprechzeit inklusive Ausgangsrelais (Messgröße vom Nennwert auf 1,2-fachen
Ansprechwert bzw. Messgröße vom Nennwert auf 0,8-fachen Ansprechwert):
≤ 60 ms, ca. 50 ms
Rückfallzeit (Messgröße vom 1,2-fachen Ansprechwert auf Nennwert bzw. Messgröße
vom 0,8-fachen Ansprechwert auf Nennwert): ≤ 40 ms, ca. 30 ms
Rückfallverhältnis für
P>, Q>: 0,05 ... 0,95 (einstellbar)
P<, Q<: 1,05 ... 20 (einstellbar)

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 2-11


2 Technische Daten
(Fortsetzung)

2.9 Abweichungen

2.9.1 Abweichungen der Ansprechwerte

Definitionen
Referenzbedingungen
Sinusförmige Messgrößen bei Nennfrequenz fnom, Klirrfaktor ≤ 2 %,
Umgebungstemperatur 20°C und Nennhilfsspannung UH,nom.

Abweichung
Abweichung bezogen auf eingestellten Wert bei Referenzbedingungen

Messkreisüberwachung
Ansprechwerte Igegen, Ugegen
Abweichung: ± 3 %
Unabhängiger und
abhängiger
Überstromzeitschutz
Leiter- und Erdstromstufen
Abweichung: ± 5 %

Gegensystemstufen
Abweichung: ± 5 %

Kurzschlussrichtungs-
erkennung
Abweichung: ± 10°

Motorschutz und
thermischer Überlastschutz
(Reaktionszeit)
Abweichung: ± 7,5 % bei I/IB = 6
B

Unsymmetrieschutz
Abweichung: ± 5 %

Über- /
Unterspannungszeitschutz
Ansprechwerte
U<>, Umit<>: ± 1 % (im Bereich 0,6...1,4 Unom)
UNE>, Ugegen>: ± 1 % (im Bereich > 0,3 Unom)

Frequenzschutz
Ansprechwerte f<>
± 30 mHz (fnom = 50 Hz)
± 40 mHz (fnom = 60 Hz)

Ansprechwerte df/dt
± 0,1 Hz/s (fnom = 50 oder 60 Hz)

Leistungsrichtungsschutz
Ansprechwerte P<>, Q<>
Abweichung: ± 5 %

2-12 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


2 Technische Daten
(Fortsetzung)

Wattmetrische Erdschluss-
richtungserfassung
Ansprechwerte UNE>, IE , w , IE,B, IE>
Abweichung: ± 3 %

Sektorwinkel
Abweichung: 1°

Gleichstromeingang
Abweichung: ± 1 %

Widerstandsthermometer
Abweichung: ± 2° bzw. ± 1 %

Analoge Messwertausgabe
Abweichung: ± 1 %
Ausgangs-Restwelligkeit bei max. Bürde: ± 1 %

2.9.2 Abweichungen der Zeitstufen

Definitionen
Referenzbedingungen
Sinusförmigen Messgrößen bei Nennfrequenz fnom, Klirrfaktor ≤ 2 %,
Umgebungstemperatur 20°C und Nennhilfsspannung UH,nom.

Abweichung
Abweichung bezogen auf eingestellten Wert bei Referenzbedingungen

Unabhängige
Verzögerungen
Abweichung: ± 1% + 20...40 ms
Erdstromstufe: ≤ 3 ms (bei tIE> = 0 ms)

Abhängige Verzögerungen
Abweichung bei I ≥ 2 IB:
± 5 % + 10 ... 25 ms
für IEC-Kennlinie extremely inverse und für thermische Überlastkennlinie:
± 7,5 % + 10 ... 20 ms

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2 Technische Daten
(Fortsetzung)

2.9.3 Abweichungen der Messwerterfassung

Definition
Referenzbedingungen
Sinusförmige Messgrößen bei Nennfrequenz fnom, Klirrfaktor ≤ 2 %,
Umgebungstemperatur 20°C und Nennhilfsspannung UH,nom.

Abweichung
Abweichung bezogen auf den jeweiligen Nennwert bei Referenzbedingungen
Betriebsmesswert-
erfassung
Ströme der Messeingänge
Abweichung: ± 1 %

Spannungen der Messeingänge


Abweichung: ± 0,5 %

Intern gebildeter Summenstrom und Strom des Gegensystems


Abweichung: ± 2 %

Intern gebildete Verlagerungsspannung und Spannungen des Mit- und Gegensystems


Abweichung: ± 2 %

Wirk- und Blindleistung / Wirk- und Blindarbeit


Abweichung: ± 2 % bei cos ϕ = ± 0,7
Abweichung: ± 5 % bei cos ϕ = ± 0,3

Lastwinkel
Abweichung: ± 1°

Frequenz
Abweichung: ± 10 mHz

Gleichstrom der Messwerteingabe und -ausgabe


Abweichung: ± 1 %

Temperatur
Abweichung: ± 2°C

Störfallmesswerte
Kurzschluss-Strom und -Spannung
Abweichung: ± 3 %

Kurzschlussimpedanz, -reaktanz und Fehlerort


Abweichung: ± 5 %

Interne Uhr
Bei freilaufender interner Uhr
Abweichung: < 1 min/Monat

Bei externer Synchronisation (bei einem Synchronisierintervall ≤ 1 min)


Abweichung: < 10 ms

Bei Synchronisation über IRIG-B-Schnittstelle: ± 1 ms

2-14 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


2 Technische Daten
(Fortsetzung)

2.10 Auflösung bei der Störwerterfassung

Zeitauflösung
Störwertaufzeichnung
20 Abtastwerte pro Periode

Leiterströme
Dynamikbereich: 100 Inom bzw. 25 Inom
Amplitudenauflösung
bei Inom = 1 A: 6,1 mAeff bzw. 1,5 mAeff
bei Inom = 5 A: 30,5 mAeff bzw. 7,6 mAeff

Erdstrom
Dynamikbereich: 16 Inom bzw. 2 Inom
Amplitudenauflösung
bei Inom = 1 A: 0,98 mAeff bzw. 0,12 mAeff
bei Inom = 5 A: 4,9 mAeff bzw. 0,61 mAeff

Spannung
Dynamikbereich: 150 V
Amplitudenauflösung: 9,2 mVeff

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 2-15


2 Technische Daten
(Fortsetzung)

2.11 Aufzeichnungsfunktionen

Organisation der Aufzeichnungsspeicher:

Betriebsspeicher
Speicherbreite: Alle betriebsrelevanten Meldungen aus insgesamt 1024 verschiedenen
logischen Zustandsmeldungen
Speichertiefe: Speicherung der letzten 100 Meldungen

Überwachungsspeicher
Speicherbreite: Alle für die Selbstüberwachung relevanten Meldungen aus insgesamt
1024 verschiedenen logischen Zustandsmeldungen
Speichertiefe: Speicherung von bis zu 30 Meldungen

Überlastspeicher
Anzahl: Speicherung der letzten 8 Überlastfälle
Speicherbreite: Alle für einen Überlastfall relevanten Meldungen aus insgesamt 1024
verschiedenen logischen Zustandsmeldungen
Speichertiefe: 200 Einträge pro Überlastfall

Erdschluss-Speicher
Anzahl: Speicherung der letzten 8 Erdschlussfälle
Speicherbreite: Alle für einen Erdschlussfall relevanten Meldungen aus insgesamt 1024
verschiedenen logischen Zustandsmeldungen
Speichertiefe: 200 Einträge pro Erdschlussfall

Störfallspeicher
Anzahl: Speicherung der letzten 8 Störfälle

Speicherbreite: Meldungen:
Alle für einen Störfall relevanten Meldungen aus insgesamt 1024
verschiedenen logischen Zustandsmeldungen

Störwerte:
Abtastwerte aller gemessenen Ströme und Spannungen

Speichertiefe: Meldungen:
200 Einträge pro Störfall

Störwerte:
max. Anzahl der Perioden pro Störfall einstellbar; insgesamt
820 Perioden über alle Störfälle, d.h. 16,4 s (bei fnom = 50 Hz) bzw.
13,7 s (bei fnom = 60 Hz)

2-16 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


2 Technische Daten
(Fortsetzung)

2.12 Stromversorgung
Stromversorgung
Nennhilfsspannung UH,nom:
24V– oder 48 ... 250 V– und 100 ... 230 V~ (je nach Bestellung)

Arbeitsbereich für Gleichspannung:


0,8 ... 1,1 UH,nom bei einer Restwelligkeit bis 12 % von UH,nom
Arbeitsbereich für Wechselspannung: 0,9 ... 1,1 UH,nom

Nennverbrauch bei UH = 220 V– und maximaler Bestückung


(Ausgangsstellung/Wirkstellung): Gehäuse 24 TE: ca. 11 W / 20 W
(Ausgangsstellung/Wirkstellung): Gehäuse 40 TE: ca. 11 W / 25 W
(Ausgangsstellung/Wirkstellung): Gehäuse 84 TE: ca. 11 W / 44 W
Einschaltspitzenstrom: < 3 A für die Dauer von 0,25 ms
Überbrückungszeit ≥ 50 ms bei Aussetzen von UH ≥ 220 V–

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 2-17


2 Technische Daten
(Fortsetzung)

2.13 Dimensionierung von Stromwandlern

Für die Dimensionierung eines Stromwandlers auf den verlagerten maximalen


Primärstrom gilt folgender Ansatz:

U sätt = (R nom + Ri ) ⋅ n ⋅ I nom ≥ (R B + Ri ) ⋅ k ⋅ I 1' ,max

Darin bedeuten:
U Sätt : Sättigungsspannung
I1' , max : unverlagerter maximaler Primärstrom, auf die Sekundärseite umgerechnet
I nom : sekundärer Nennstrom
n: Nennüberstromfaktor
k: Überdimensionierungsfaktor
Rnom : Nennbürde
RB : tatsächlich angeschlossene Betriebsbürde
Ri : Innenbürde

Der Stromwandler kann somit nach der mindestens erforderlichen


Sättigungsspannung USätt wie folgt dimensioniert werden:

U sätt ≥ (RB + Ri ) ⋅ k ⋅ I1' , max

Alternativ kann der Stromwandler unter Vorgabe einer Nennleistung Pnom auch nach
dem mindestens erforderlichen Nennüberstromfaktor n wie folgt dimensioniert werden:

(R B + R i ) I 1' , max (PB + Pi ) I 1' ,max


n≥ ⋅k ⋅ = ⋅k ⋅
(R nom + Ri ) I nom (Pnom + Pi ) I nom

mit

2
Pnom = R nom ⋅ I nom
2
PB = R B ⋅ I nom
2
Pi = Ri ⋅ I nom

Theoretisch könnte der Stromwandler auf Sättigungsfreiheit dimensioniert werden,


indem für den erforderlichen Überdimensionierungsfaktor k dessen Maximum angesetzt
wird:

k max ≈ 1 + ωT1

Darin bedeuten:
ω: Netzkreisfrequenz
T1: Netzzeitkonstante

Dies ist jedoch nicht erforderlich. Vielmehr genügt es, den Überdimensionierungsfaktor k
so zu bemessen, dass das bestimmungsgemäße Verhalten der betrachteten
Schutzfunktion unter den gegebenen Bedingungen gewährleistet ist.

2-18 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


2 Technische Daten
(Fortsetzung)

Soll das P132 als unabhängiger Überstromzeitschutz eingesetzt werden, ist der zu
wählende Überdimensionierungsfaktor k einerseits abhängig vom Verhältnis des
maximalen Kurzschluss-Stromes zum eingestellten Ansprechwert und andererseits von
der Netzzeitkonstanten T1. Aus den empirisch ermittelten Kurven in Bild 2-1 kann der
benötigte Überdimensionierungsfaktor abgelesen werden. Bei Einsatz des abhängigen
Maximalstromzeitschutzes ist der Überdimensionierungsfaktor dem Bild 2-2 zu
entnehmen.

2-1 Erforderlicher Überdimensionierungsfaktor für den unabhängigen Überstromzeitschutz bei fnom= 50 Hz

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 2-19


2 Technische Daten
(Fortsetzung)

2-2 Erforderlicher Überdimensionierungsfaktor für den abhängigen Maximalstromzeitschutz bei fnom= 50 Hz

2-20 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise

3 Arbeitsweise

3.1 Bausteinstruktur

Das digital arbeitende Gerät P132 ist ein Gerät der Gerätefamilie MiCOM P 30. Alle
Gerätetypen dieser Familie sind aus gleichen einheitlichen Hardware-Bausteinen
aufgebaut. Bild 3-1 zeigt die Hardware-Grundstruktur des P132.

3-1 Hardware-Grundstruktur

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-1


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Über die Peripheriebausteine T, Y und X werden die externen analogen und binären
Größen – galvanisch getrennt – auf die internen Verarbeitungspegel umgesetzt. Vom
Gerät intern generierte Befehle und Meldungen werden über die Binärbausteine X in
Form potentialfreier Kontakte nach außen geführt. Die externe Hilfsspannung wird an
den Versorgungsbaustein V angelegt, der die intern benötigten Hilfsspannungen bereit-
stellt.

Grundsätzlich erfolgt der Transfer der analogen Daten vom Wandlerbaustein T über den
analogen Busbaustein zum Prozessorbaustein P. Der Prozessorbaustein enthält alle für
die Digitalisierung der Analoggrößen erforderlichen Elemente wie Multiplexer und Ana-
log/Digital-Wandler. Die analogen Daten, die der Analogbaustein Y aufbereitet, werden
über den digitalen Busbaustein dem Prozessorbaustein P zugeführt. Binäre Meldungen
werden dem Prozessorbaustein von den Binärbausteinen X über den digitalen Busbau-
stein zur Verfügung gestellt. Durch den Prozessor werden die digitalisierten
Messgrößen und die binären Meldungen verarbeitet, die Schutzauslösung und Mel-
dungen generiert und über den digitalen Busbaustein an die Binärbausteine X
weitergeleitet. Außerdem wird die gesamte Gerätekommunikation durch den Prozessor-
baustein bearbeitet. Optional kann auf den Prozessorbaustein der Kommunikations-
baustein A aufgesetzt werden, der die serielle Kommunikation mit der Schaltanlagen-
leittechnik herstellt.

Auf dem Bedienbaustein L sind die Bedien- und Anzeigeelemente der integrierten Vor-
Ort-Bedienung und die integrierte PC-Schnittstelle untergebracht.

3-2 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.2 Mensch-Maschine-Kommunikation

Für den Informationsaustausch zwischen Mensch und Gerät stehen folgende


Schnittstellen zur Verfügung:

… Integriertes Vor-Ort-Bedienfeld
… PC-Schnittstelle
… Kommunikationsschnittstelle

Alle Einstellgrößen und Meldungen sowie Messgrößen und Bedienfunktionen sind


systemeinheitlich in verschiedenen Ordnern des Menübaumes angeordnet. Folgende
Hauptordner sind vorhanden:

Ordner „Parameter“
In diesem Ordner sind alle Einstellwerte zusammengefasst. Im Einzelnen findet man
hier die Kennwerte für die Identifikation des Gerätes, die Konfigurationsparameter für die
Anpassung der Geräteschnittstellen an die Anlage sowie die Funktionsparameter für die
Anpassung der Gerätefunktionen an den Prozess. Alle Werte dieser Gruppe sind nicht-
flüchtig gespeichert, d.h. die Werte bleiben auch nach Ausfall der Stromversorgung
erhalten.

Ordner „Betrieb“
In diesem Ordner sind alle betriebsrelevanten Informationen, wie z.B. die Betriebs-
messwerte, und die Zustände von binären Signalen zu finden. Diese Informationen
werden zyklisch aktualisiert und sind daher nicht gespeichert. Weiterhin sind hier ver-
schiedene Bedienparameter zusammengefasst, die u.a. das Rückstellen von Zählern,
Speichern und Anzeigen ermöglichen.

Ordner „Ereignisse“
Der dritte Ordner ist ausschließlich für die Aufzeichnung von Ereignissen vorgesehen.
Somit sind alle Informationen dieser Gruppe gespeichert. Insbesondere die Kommt-/
Geht-Meldungen während eines Störfalles, die erfassten Störfallmesswerte sowie die
abgetasteten Störwerte werden hier abgelegt und können später ausgelesen werden.

Die Einstellungen und Meldungen werden wahlweise im Klartext oder als Adressen
codiert angezeigt. Im Anhang sind die Einstellungen und Meldungen des P132 in Form
einer Adressenliste dokumentiert. Die Adressenliste ist vollständig und enthält somit alle
beim P132 verwendeten Einstellungen, Meldungen und Messwerte.

Die Konfiguration des Vor-Ort-Bedienfeldes gestattet außerdem die Einrichtung von


Messwerttafeln an der LC-Anzeige. In Abhängigkeit vom Betriebszustand des Netzes
werden unterschiedliche Messwerttafeln aufgeschaltet. Hierbei wird nach aufsteigender
Priorität zwischen ungestörtem Betrieb, dem Betrieb unter Überlastbedingungen und
dem Betrieb nach einem Kurzschluss im Netz unterschieden. Dadurch liefert das P132
situationsgerecht die jeweils relevanten wichtigen Messwertinformationen.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-3


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.3 Konfiguration der Messwerttafeln sowie Auswahl der Steuerstelle


(Funktionsgruppe VOB)

Im P132 stehen Messwerttafeln zur Verfügung, die situationsbezogen Messwerte


anzeigen.

Im ungestörten Netzbetrieb wird die Betriebstafel angezeigt. Tritt ein Ereignis auf, wird
auf die entsprechende Ereignistafel umgeschaltet - sofern den Ereignistafeln Messwerte
zugeordnet wurden. Im Falle eines Überlast- oder Erdschlussereignisses wird bei
Ereignisende automatisch wieder auf die Betriebstafel umgeschaltet. Bei einem Störfall
bleibt die Störfalltafel aufgeschaltet bis die Leuchtanzeigen oder die Störfallspeicher
rückgestellt werden.

3-4 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Betriebstafel
Die Betriebstafel wird nach Ablauf der eingestellten Rücksprungzeit angezeigt, wenn
mindestens ein Messwert konfiguriert wurde.

Aus den Betriebsmesswerten können über einen m aus n-Parameter Messwerte aus-
gewählt werden, die auf der Betriebstafel angezeigt werden. Sind mehr Messwerte zur
Anzeige ausgewählt als auf der LC-Anzeige dargestellt werden können, wird entweder in
Zeitintervallen, die durch die Einstellung V O B : H a l t e z e i t f ü r T a f e l n bestimmt
wird, oder durch Betätigen der entsprechenden Taster der Vor-Ort-Bedienung auf die
Anzeige der nächsten Messwerte umgeschaltet.

VOB: Fkt.
Betriebstafel
[ 053 007 ]

Messwert 1 m aus n
Messwert 2
Messwert 3 VOB: Autom. VOB: Autom.
Rückspr.zeit Rückspr.zeit
[ 003 014 ]
Messwert n
VOB: Halte- VOB: Halte-
ausgew. Messwerte zeit für Tafeln zeit für Tafeln
[ 031 075 ]

ST AZ: Ereignis
läuft S1 1 C
[ 035 000 ]
R1
ÜL AZ: Ereignis
läuft
[ 035 003 ] Betriebstafel
ES AZ: Ereignis
läuft
[ 035 005 ]

GRUND: General
Rückst. BED
[ 003 002 ]
1: ausführen
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]
ST AZ: Rückst.
Aufz. BED
[ 003 006 ]
1: ausführen
ST AZ: Rückst.
Aufz. EXT
[ 005 243 ]
GRUND: Rückst.
LED
306 020

3-2 Betriebstafel

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-5


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Störfalltafel
Die Störfalltafel wird bei einem Störfall anstelle einer anderen Messwerttafel aufge-
schaltet, wenn mindestens ein Messwert konfiguriert wurde. Die Störfalltafel bleibt
aufgeschaltet bis die Leuchtanzeigen oder die Störfallspeicher rückgestellt werden.

Aus den Störfallmesswerten können über einen m aus n-Parameter Messwerte ausge-
wählt werden, die auf der Störfalltafel angezeigt werden. Sind mehr Messwerte zur
Anzeige ausgewählt als auf der LC-Anzeige dargestellt werden können, wird entweder in
Zeitintervallen, die durch die Einstellung V O B : H a l t e z e i t f ü r T a f e l n bestimmt
wird, oder durch Betätigen der entsprechenden Taster der Vor-Ort-Bedienung auf die
Anzeige der nächsten Messwerte umgeschaltet.

VOB: Fkt. Stör-


falltafel
[ 053 003 ]

Messwert 1 m aus n
Messwert 2
Messwert 3
Messwert n

ausgew. Messwerte
VOB: Halte-
zeit für Tafeln
[ 031 075 ]
R
GRUND: General
Rückst. BED
[ 003 002 ]
1: ausführen Störfalltafel
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]
ST AZ: Rückst.
Aufz. BED
[ 003 006 ]
1: ausführen
ST AZ: Rückst.
Aufz. EXT
[ 005 243 ]
GRUND: Rückst.
LED
306 020

3-3 Störfalltafel

3-6 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Erdschlusstafel
Die Erdschlusstafel wird bei einem Erdschluss anstelle einer anderen Messwerttafel
automatisch aufgeschaltet, wenn mindestens ein Messwert konfiguriert wurde. Die
Erdschlusstafel bleibt bis zum Ende des Erdschlusses aufgeschaltet, es sei denn ein
Störfall tritt auf. In diesem Fall wird auf die Störfalltafel umgeschaltet.

Über einen m aus n-Parameter können Messwerte ausgewählt werden, die auf der
Erdschlusstafel angezeigt werden. Sind mehr Messwerte zur Anzeige ausgewählt als
auf der LC-Anzeige dargestellt werden können, wird entweder in Zeitintervallen, die
durch die Einstellung V O B : H a l t e z e i t f ü r T a f e l n bestimmt wird, oder durch
Betätigen der entsprechenden Taster der Vor-Ort-Bedienung auf die Anzeige der
nächsten Messwerte umgeschaltet.

VOB: Fkt. Erd-


schlußtafel
[ 053 004 ]

Messwert 1 m aus n
Messwert 2
Messwert 3
Messwert n

ausgew. Messwerte
VOB: Halte-
zeit für Tafeln
[ 031 075 ]
R
GRUND: General
Rückst. BED
[ 003 002 ]
1: ausführen Erdschlusstafel
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]
ES AZ: Rückst.
Aufz. BED
[ 100 000 ]
1: ausführen
ES AZ: Rückst.
Aufz. EXT
[ 005 242 ]
GRUND: Rückst.
LED
306 020

3-4 Erdschlusstafel

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-7


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Überlasttafel
Die Überlasttafel wird bei einer Überlast anstelle einer anderen Messwerttafel
automatisch aufgeschaltet, wenn mindestens ein Messwert konfiguriert wurde. Die
Überlasttafel bleibt bis zum Ende der Überlast aufgeschaltet, es sei denn ein Störfall tritt
auf. In diesem Fall wird auf die Störfalltafel umgeschaltet.

Über einen m aus n-Parameter können Messwerte ausgewählt werden, die auf der
Überlasttafel angezeigt werden. Sind mehr Messwerte zur Anzeige ausgewählt als auf
der LC-Anzeige dargestellt werden können, wird entweder in Zeitintervallen, die durch
die Einstellung V O B : H a l t e z e i t f ü r T a f e l n bestimmt wird, oder durch Betätigen
der entsprechenden Taster der Vor-Ort-Bedienung auf die Anzeige der nächsten
Messwerte umgeschaltet.

VOB: Fkt. Über-


lasttafel
[ 053 005 ]

Messwert 1 m aus n
Messwert 2
Messwert 3
Messwert n

ausgew. Messwerte
VOB: Halte-
zeit für Tafeln
[ 031 075 ]
R
GRUND: General
Rückst. BED
[ 003 002 ]
1: ausführen Überlasttafel
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]
ÜL AZ: Rückst.
Aufz. BED
[ 100 003 ]
1: ausführen
ÜL AZ: Rückst.
Aufz. EXT
[ 005 241 ]
GRUND: Rückst.
LED
306 020

3-5 Überlasttafel

3-8 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Auswahl der Steuerstelle


Die Steuerung der Schaltgeräte kann von Ferne (Remote) oder Vor-Ort (Local) erfolgen.
Die Umschaltung zwischen Ort- und Fernsteuerung erfolgt über eine entsprechend
konfigurierte Funktionstaste oder einen externen Schlüsselschalter, dessen Stellung
über einen entsprechend konfigurierten binären Eingang abgefragt wird (Konfiguration
über G R U N D : E i n . z u o . L / R - S c h a l t . ) .

Zur Verwendung einer Funktionstaste als Fern-/Ort-Umschalter siehe die Abschnitte


„Konfigurierbare Funktionstasten (Funktionsgruppe FKT_T)“ im Kapitel 3) und
„Konfigurierbare Funktionstasten F1 ... Fx, speziell als Steuertasten“ im Kapitel 6.

Mit der Einstellung V O B : F k t . z u o . L / R - T a s t e r wird gewählt, ob mit dem


Schlüsselschalter zwischen Fern- / Ortsteuerung (L↔R) oder zwischen Fern- und
Ortsteuerung / Ortsteuerung (R&L↔L) umgeschaltet wird.

Ist nur die Fernsteuerung freigegeben, erfolgt eine Ortsteuersperre. Ist nur die
Ortsteuerung freigegeben, erfolgt eine Fernsteuersperre.

FKT T: Fkt.zu- VOB: Fkt.zuo.


ordnung F1 L/R-Taster
[ 080 112 ] [ 225 208 ]

1: R <-> L
Ort/Fern- 2: R & L <-> L
Taster [006 004]

1)
F1 S1 1 ≥1 1 ≥1
& &
R1 0 ≥1 2,3 VOB: Fernsteuer-
& sp. angesp
& [ 221 004 ]
&
Ort (Local) 1 VOB: Ortsteuersp.
& angespr
Fern (Remote) 2 [ 221 005 ]
& VOB: Fern-
Fern & Ort 3 & Ortsteuerung
305 560

GRUND: Ein.zuo.
L/R-Schalt.
[ 221 008 ]

Meldung 1

Meldung 2
m aus n
Meldung 3

Meldung n

ohne Funktion
ausgew. Meldung
1

1) Taster der VOB 12Z6261A_DE

3-6 Auswahl der Steuerstelle.


(Gilt entsprechend auch für die anderen Funktionstasten F2 … F6.)

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-9


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Konfigurierbare
Rückstelltaste
Das P132 verfügt über eine Rückstelltaste, auf die eine oder mehrere Rückstell-
funktionen konfiguriert werden kann, indem die gewünschten Funktionen bei
V O B : F k t . R ü c k s t . t a s t e ausgewählt werden. Näheres zu Rückstellfunktionen
findet sich im Abschnitt „Rückstellmechanismen“ (zu finden im Abschnitt „Grund-
funktionen des P132 (Funktionsgruppe GRUND)“).,

3-10 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.4 Serielle Schnittstellen

Das P132 verfügt standardmäßig über eine PC-Schnittstelle. Der Kommunikations-


baustein A mit zwei Kommunikationskanälen ist optional vorhanden. Über den
Kommunikationsbaustein A erfolgt die Kommunikation des P132 mit dem Rechner der
Leitstation. Über alle Schnittstellen ist Einstellen und Auslesen des P132 möglich.

Es sind Einstellungen für zwei „logische“ Kommunikationsschnittstellen vorhanden. Die


Einstellungen der „logischen“ Kommunikationsschnittstelle 1 (KOMM1) können den
physikalischen Kommunikationskanälen 1 oder 2 zugeordnet werden (siehe „Grund-
funktionen“). Wurden die Einstellungen von KOMM1 dem Kommunikationskanal 2 zuge-
ordnet, bedeutet dies automatisch, dass die Einstellungen der „logischen“ Kommuni-
kationsschnittstelle 2 (KOMM2) an Kommunikationskanal 1 wirksam werden. Über den
Kommunikationskanal 2 kann nur mit dem P132 kommuniziert werden, wenn die
PC-Schnittstelle inaktiv ist. Sobald Kommunikation über die PC-Schnittstelle stattfindet,
ist der Kommunikationskanal 2 „tot“.

Werden am P132 Prüfungen durchgeführt, empfiehlt es sich, den Prüf-Modus einzu-


schalten. Damit bewertet der PC bzw. die Leittechnik alle einlaufenden Meldungen ent-
sprechend (siehe „Grundfunktionen“).

3.4.1 PC Schnittstelle (Funktionsgruppe PC)

Über die PC-Schnittstelle erfolgt die Kommunikation mit einem PC. Damit der Daten-
transfer zwischen P132 und PC funktioniert, müssen einige Einstellungen am P132
durchgeführt werden.

Für die Bedienung des P132 steht ein Bedienprogramm als Zubehör zur Verfügung
(siehe Kapitel 13).

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-11


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-7 Einstellungen der PC-Schnittstelle

3-12 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.4.2 „Logische“ Kommunikationsschnittstelle 1 (Funktionsgruppe KOMM1)

Es sind mehrere Schnittstellenprotokolle an der „logischen“ Kommunikationsschnitt-


stelle 1verfügbar. Die vom P132 zur Verfügung gestellten umschaltbaren Schnitt-
stellenprotokolle sind nachfolgend aufgeführt:

… IEC 60870-5-103, "Transmission protocols - Companion standard for the informative


interface of protection equipment", First edition 1997-12 (entspricht VDEW / ZVEI-
Empfehlung "Protection Communication Companion Standard 1, Kompatibilitäts-
stand "2", Ausgabe Februar 1995") mit Erweiterung für Steuerung und Überwachung
… IEC 870-5-101, "Telecontrol equipment and systems - Part 5: Transmission
protocols - Section 101 Companion standard for basic telecontrol tasks", First edition
1995-11
… ILS-C, internes Protokoll der ALSTOM Energietechnik GmbH
… MODBUS
… DNP 3.0
… COURIER

Damit der Datentransfer funktioniert, müssen einige Einstellungen am P132 durchgeführt


werden.

Die Kommunikationsschnittstelle kann über einen binären Signaleingang gesperrt


werden. Ferner kann über einen binären Signaleingang eine Melde-/Messwertsperre
eingelegt werden.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-13


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-8 „Logische“ Kommunikationsschnittstelle 1, Auswahl des Schnittstellenprotokolls

3-14 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

KOMM1: Variante KOMM1: Auswahl


103er-Prot. Spontanmldg.
[ 003 178 ] [ 003 179 ]
KOMM1: Zeichen- KOMM1: Freigabe
Ruhelage zykl. Daten
[ 003 165 ] [ 003 074 ]

KOMM1: Baudrate KOMM1: zykl. D.


ILS Telegr.
[ 003 071 ] [ 003 175 ]
KOMM1: Paritäts- KOMM1: Delta U
bit
[ 003 171 ] [ 003 050 ]
KOMM1: Pausen- KOMM1: Delta I
überwachung
[ 003 176 ] [ 003 051 ]
KOMM1: Überw.zeit KOMM1: Delta P
Pollen
[ 003 202 ] [ 003 054 ]

KOMM1: Oktett KOMM1: Delta f


Komm. Adresse
[ 003 072 ] [ 003 052 ]
KOMM1: Test- KOMM1: Delta
monitor eingesch Meßw. ILS Tele
[ 003 166 ] [ 003 150 ]
KOMM1: Her- KOMM1: Delta t
stellerkennung
[ 003 161 ] [ 003 053 ]

KOMM1: Oktett KOMM1: Delta t


Adresse ASDU (Arbeit)
[ 003 073 ] [ 003 151 ]

KOMM1: Freigabe KOMM1: schleich.


Spontanmldg Gen.abfr.
KOMM1: ausgew. [ 003 177 ] [ 003 077 ]
Protokoll
304 415

KOMM1: IEC
870-5-103
[ 003 219 ]

KOMM1: einge-
schaltet BED
[ 003 170 ]
1: ja

KOMM1: Befehls-
sperre
[ 003 174 ]

GRUND: Prüf-Modus KOMM1: Kommu-


Komm.schnittstelle nikation gestört
[ 037 071 ] 304 422

KOMM1: Melde-/
Meßw.sp. BED
[ 003 076 ]

0
1
0: nein KOMM1: Melde-/
1: ja Meßwertsperre
[ 037 075 ]
KOMM1: Melde-/
Meßw.sp. EXT
[ 037 074 ]
GRUND: Schutz
ext. ausg.
[ 038 046 ]

12Z62FFA_DE

3-9 „Logische“ Kommunikationsschnittstelle 1, Einstellungen für das Schnittstellenprotokoll nach IEC 60870-5-103.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-15


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-10 „Logische“ Kommunikationsschnittstelle 1, Einstellungen für das Schnittstellenprotokoll nach IEC 870-5-101

3-16 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-11 „Logische“ Kommunikationsschnittstelle 1, Einstellungen für das Schnittstellenprotokoll ILS_C

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-17


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-12 „Logische“ Kommunikationsschnittstelle 1, Einstellungen für das MODBUS-Protokoll

3-18 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-13 „Logische“ Kommunikationsschnittstelle 1, Einstellungen für DNP 3.0

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-19


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-14 „Logische“ Kommunikationsschnittstelle 1, Einstellungen für das COURIER-Protokoll

3-20 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Prüfen der Spontan-


meldungen
Für die Schnittstellenprotokolle nach IEC 60870-5-103, IEC 870-5-101 oder ILS-C
besteht die Möglichkeit, zu Prüfzwecken eine Meldung auszuwählen und über
Einstellparameter die Übertragung der Meldung zur Leitstation als „kommend“ oder
„gehend“ anzustoßen.

3-15 Prüfen der Spontanmeldungen

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-21


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.4.3 „Logische“ Kommunikationsschnittstelle 2 (Funktionsgruppe KOMM2)

Die „logische“ Kommunikationsschnittstelle 2 unterstützt das Schnittstellenprotokoll nach


IEC 60870-5-103.

Damit der Datentransfer funktioniert, müssen einige Einstellungen am P132 durchgeführt


werden.

3-22 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-16 Einstellungen der „logischen“ Kommunikationsschnittstelle 2

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-23


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Prüfen der Spontan-


meldungen
Zu Prüfzwecken besteht die Möglichkeit, eine Meldung auszuwählen und über die Vor-
Ort-Bedienung die Übertragung der Meldung zur Leitstation als „kommend“ oder
„gehend“ anzustoßen.

3-17 Prüfen der Spontanmeldungen

3-24 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.4.4 „Logische“ Kommunikationsschnittstelle 3 (Funktionsgruppe KOMM3)

Anwendung
Die Kommunikationsschnittstelle 3 dient zum Aufbau einer digitalen Kommunikations-
verbindung zwischen zwei MiCOM Geräten für den Austausch von bis zu 8 binären
Schutzsignalen. Während die Kommunikationsschnittstellen 1 und 2 als Informations-
schnittstellen für die Anbindung von Datenerfassungseinrichtungen und für den
Fernzugriff vorgesehen sind, handelt es sich bei der Kommunikationsschnittstelle 3 um
eine sog. Wirkschnittstelle mit dem Anspruch einer echtzeitfähigen Signalübertragung
(sog. Wirkverbindung InterMiCOM). Hauptanwendung ist der Austausch von Signalen
des Signalvergleichs (Funktionsgruppe SV). Es können jedoch auch beliebige andere
geräteinterne sowie geräteexterne Binärsignale übertragen werden.

Übertragungsmedien
Die Kommunikationsschnittstelle 3 ist asynchron ausgelegt und im Vollduplexmodus zu
betreiben. Als Übertragungsmedium stehen die nachfolgend aufgeführten Möglichkeiten
zur Auswahl:

Direkte Verbindung ohne Zusatzgeräte:


… Glasfaser (z.B. über 2 x G62,5/125 bis max. 1,4 km)
… Symmetrisches Telefonadernpaar (RS 422 bis max. 1,2 km)

Einsatz externer Übertragungsgeräte:


… LWL-Modul (z.B. OZD 485 BFOC-1300 / Hirschmann bis max. 8/14/20 km)
… Universal-Modem (z.B. PZ 511 auf Telefonadern 2x2x0,5 mm bis max. 10 km)
… Sprachfrequenz-Modem (z.B. TD-32 DC / Westermo bis max. 20 km)

Digitales Netzwerk:
… Asynchrone Datenschnittstelle eines Multiplexers

Aktivieren und Einschalten


Die Kommunikationsschnittstelle 3 kann über den Parameter K O M M 3 : F k t . g r u p p e
K O M M 3 aktiviert werden. Dieser Parameter ist nur sichtbar und damit verfügbar, falls
im Gerät der entsprechende (optionale) Kommunikationsbaustein bestückt ist. Nach
Aktivierung der Kommunikationsschnittstelle 3 sind dann auch alle dieser
Funktionsgruppe zugeordneten Datenpunkte (Parameter, Meldungen, …) sichtbar.
Über K O M M 3 : e i n g e s c h a l t e t B E D kann die Funktionsgruppe ein- bzw.
ausgeschaltet werden.

Telegrammkonfiguration
Die Baudrate des Telegrammverkehrs auf der Wirkschnittstelle ist einstellbar
(K O M M 3 : B a u d r a t e ) und kann damit an die Anforderungen des
Übertragungsmediums angepasst werden. Quell- und Empfangsadresse können
unterschiedlich eingestellt werden (K O M M 3 : Q u e l l a d r e s s e bzw.
K O M M 3 : E m p f a n g s a d r e s s e ), um zu verhindern, dass ein Gerät mit sich selbst
kommuniziert.

Die Wirkverbindung InterMiCOM ermöglicht die Übertragung von jeweils 8


unabhängigen Binärsignalen in jede Übertragungsrichtung. Für die Funktionszuordnung
der einzelnen Sendesignale (K O M M 3 : F k t . z u o r d . S e n d e n 1 , ...) steht die
Auswahltabelle der binären Ausgänge (Ausgangsrelais) zur Verfügung. Die
Konfiguration der Empfangssignale (K O M M 3 : F k t . z u o r d . E m p f a n g 1 , …) erfolgt
auf Basis der Auswahltabelle der binären Eingänge (Optokopplereingänge).

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-25


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Für jedes der 8 Empfangssignale kann im Rahmen seiner Betriebsart


(K O M M 3 : B e t r i e b s a r t E m p f . 1 , …) einzeln festgelegt werden, welchen
Prüfumfang das empfangene Telegramm bestehen muss, damit der mit diesem
Telegramm übertragene Binärsignalwert verwendet wird. Eine speziell gewählte
Telegrammstruktur unterteilt die 8 Binärsignale außerdem in 2 Gruppen. Die
Gruppenzugehörigkeit im Zusammenhang mit der gewählten Betriebsart der
Telegrammprüfung bestimmt die Wichtung im Hinblick auf die in Zielkonflikt stehenden
Leistungskenngrößen „Schnelligkeit“, „Sicherheit“ und „Verlässlichkeit“:

… Binärsignale 1 … 4:
Betriebsart wählbar zwischen schnell oder sicher

… Binärsignale 5 … 8:
Betriebsart wählbar zwischen verläßlich oder sicher

Gemäß DIN EN 60834-1 werden Signalvergleichsverfahren nach deren spezifischen


Anforderungen in drei Gruppen eingeteilt (Bild 3-18). Durch Wahl eines Binärsignals aus
einer der beiden o.g. Gruppen im Zusammenhang mit der gewählten Betriebsart lassen
sich diese Anforderungen wie folgt erfüllen:

… Signalvergleich mit „Unmittelbarer Fernauslösung“:


Binärsignal aus der Gruppe 1 … 4 oder 5 … 8 in der Betriebsart sicher

… Signalvergleich mit „Freigabeverfahren“:


Binärsignal aus der Gruppe 5 … 8 in der Betriebsart verläßlich

… Signalvergleich mit „Sperrverfahren“:


Binärsignal aus der Gruppe 1 … 4 in der Betriebsart schnell

3-26 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Schnelligkeit

schnell

Sperrverfahren
Freigabeverfahren
Meßbereichserweiterung
Indirekte Mitnahme

hoch hoch
Direkte
Sicherheit Mitnahme Verläßlichkeit

47Z1030A_DE

3-18 Graphische Veranschaulichung der Anforderungen der Signalvergleichsverfahren an die Übertragungsstrecke

Überwachung des
Telegrammverkehrs
Die Zeitstufe K O M M 3 : Z e i t b i s Ü - S t ö r u n g dient zur Überwachung der
Übertragungsstrecke (vergangene Zeit seit dem letzten vollständig gültigen Telegramm).
Der weite Einstellbereich gestattet die Anpassung an die tatsächliche Schutzsignal-
übertragungszeit, was beim zeitkritischen Signalvergleich mit Sperrverfahren von großer
Bedeutung für ein bestimmungsgemäßes Verhalten ist. Nach Ablauf dieser Zeitstufe
wird die Meldung K O M M 3 : Ü - S t ö r u n g sowie S E L B Ü : Ü - S t ö r u n g K O M M 3
generiert und die Empfangssignale nehmen automatisch ihren jeweils eingestellten
Defaultwert (K O M M 3 : D e f a u l t w e r t E m p f . 1 , …) an. Für die Hauptanwendung
des Signalvergleichs kann die Störungsmeldung über einen separaten Parameter
( K O M M 3 : S i g n . z u o r d . Ü - S t ö r . ) in die entsprechende Eingangsmeldung der
Funktionsgruppe SV rangiert werden.

Die Zeitstufe K O M M 3 : Z e i t b i s Ü - K a u s g e f . dient zum Erkennen eines


kompletten Ausfalls des Übertragungskanals. Nach Ablauf dieser Zeitstufe werden
die Meldungen K O M M 3 : Ü - K a n a l a u s g e f a l l e n sowie
S E L B Ü : Ü - K a n a l a u s g e f . K O M M 3 generiert.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-27


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Telegramm
empfangen

Prüfung 1. Zeichen &


Quelladresse

Sperrsignale
akzeptiert

Prüfung
Telegrammsyntax

Freigabesignale
akzeptiert

CRC-Prüfung

Direkte Mitnahme
Signale akzeptiert

(Neu-)Start der
Überwachungs-
zeitstufen

KOMM3: Zeit bis


Ü-Störung
[120 033]

KOMM3: Ü-Störung
1
[120 043]

KOMM3: Zeit bis


Ü-Kan. ausg.
[120 035]

KOMM3: Ü-Kanal
1 ausgefallen
[120 044]

47Z1031B_DE

3-19 Graphische Veranschaulichung der Auswertung des Empfangssignals

3-28 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Überwachung der Qualität


der Übertragungsstrecke
InterMiCOM ermittelt mit jedem neu eintreffenden Telegramm die Anzahl der als
fehlerhaft erkannten Telegramme bezogen auf die jeweils letzten 1000 empfangenen
Telegramme. Das Ergebnis wird sowohl als aktueller Betriebsmesswert
K O M M 3 : A n z . T e l e g r . f . n o r m . als auch als Maximalwert
K O M M 3 : A n z . T . f . m a x , g e s p . bereit gestellt.
Über eine einstellbare Ansprechschwelle K O M M 3 : A n z . n . a k z . T . f e h l e r kann
eine entsprechende Meldung K O M M 3 : n . a k z . A n z . T . f e h l e r sowie
S E L B Ü : n . a k z . A n z . T . f e h l e r versorgt werden. Außerdem werden die fehlerhaft
erkannten Telegramme gezählt (K O M M 3 : A n z . T e l e g r a m m f e h l e r ). Über den
Anstoßparameter K O M M 3 : R ü c k s t . A n z . T . f . B E D (sowie das binäre Signal
K O M M 3 : R ü c k s t . A n z . T . f . E X T ) können der Maximalwert und der Ereigniszähler
gemeinsam rückgestellt werden.

Inbetriebnahmehilfen
Über physikalische Zustandsmeldungen können die jeweils aktuellen Binärsignalwerte
der einzelnen Sendesignale (K O M M 3 : Z u s t a n d S e n d e n 1 , …) und der einzelnen
Empfangssignale (K O M M 3 : Z u s t a n d E m p f a n g 1 , …) abgefragt werden.
Darüber hinaus stellt InterMiCOM für den Fall von Problemen bei der Inbetriebnahme
der Wirkverbindung zwei Testmöglichkeiten bereit.

Beim sog. Loopback Test wird der Sendeanschluss direkt mit dem Empfangsanschluss
desselben Gerätes verbunden. Nach Vorwahl der gewünschten Kombination von
Binärsignalwerten (K O M M 3 : L o o p b a c k S e n d e n ) in Dezimaldarstellung kann der
Loopback Test über K O M M 3 : L o o p b a c k T e s t angestoßen werden. Für die
eingestellte Haltezeit K O M M 3 : H a l t e z e i t T e s t wird nun das vorgewählte
Bitmuster gesendet. Als Quelladresse wird automatisch der sonst nicht benutzte Wert
‚0‘ verwendet. Über die Betriebsmesswerte K O M M 3 : L o o p b a c k E r g e b n i s und
K O M M 3 : L o o p b a c k E m p f a n g kann das Ergebnis während des Ablaufs der
Haltezeit geprüft werden. Nach Ablauf der Haltezeit wird der Loopback Modus
automatisch verlassen und es werden wieder die jeweils aktuellen Binärsignalwerte mit
der eingestellten Quelladresse übertragen.

Mit Hilfe des Loopback Tests können somit im Falle von Problemen mit der
Wirkverbindung Gerätedefekte erkannt bzw. ausgeschlossen werden. Die
Übertragungsstrecke selbst kann dagegen bis zum Ende des Signalweges durch
manuelles Setzen eines vorgewählten Binärsignals (K O M M 3 : A u s w . S e n d e s i g .
T e s t ) mit vorgewähltem Signalzustand (K O M M 3 : A u s w . l o g . Z u s t . T e s t )
getestet werden. Nach Anstoß des Tests über K O M M 3 : S e n d e s i g n a l T e s t wird
für die eingestellte Haltezeit K O M M 3 : H a l t e z e i t T e s t das vorgewählte
Binärsignal mit dem vorgewählten Signalzustand übertragen. Alle anderen 7
Binärsignale werden dagegen mit ihrem jeweils aktuellen Binärsignalwert übertragen.
Das Ergebnis kann am Gerät der Gegenseite während des Ablaufs der Haltezeit z.B.
über die physikalischen Zustandsmeldungen geprüft werden. Nach Ablauf der Haltezeit
wird der Testmodus automatisch verlassen und es werden wieder für alle Binärsignale
die jeweils aktuellen Binärsignalwerte übertragen.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-29


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.4.5 Kommunikationsschnittstelle IEC 61850


(Funktionsgruppen IEC, GOOSE und GSSE)

Mit diesen Funktionsgruppen und dem Ethernet-Baustein wird das


Kommunikationsprotokoll IEC 61850 implementiert.
Hinweis:
Die Funktionsgruppe IEC kann nur alternativ zur KOMM1 betrieben werden
(HW-Bestelloption!).
3.4.5.1 Kommunikationsschnittstelle IEC 61850 (Funktionsgruppe IEC)

Das P132 verfügt als weitere Option über ein Schnittstellenprotokoll gemäß dem
Ethernet-basierten Kommunikationsstandard IEC 61850.
IEC 61850
Mit der IEC 61850 wurde von Anwendern und Herstellern gemeinsam ein weltweiter
Standard geschaffen. Das Hauptziel der IEC 61850 ist die Interoperabilität von Geräten.
Diese beinhaltet die Fähigkeit zweier oder mehrerer intelligenter elektronischer Geräte
(IED) desselben oder verschiedener Hersteller, Informationen auszutauschen und diese
für ein bestimmungsgemäßes Zusammenwirken zu nutzen.
Die neue Kommunikationsnorm IEC 61850 schafft somit eine durchgängige, von der
Prozessleitebene bis hin zur Netzleitebene einheitliche Kommunikationsgrundlage zum
Austausch von z.B. Meldungen, Daten, Messwerten und Befehlen.
Zur standardisierten Beschreibung aller in einem Feldgerät befindlichen Informationen
und Dienste wird eine Modellierung der nach außen hin sichtbaren Funktionen
vorgenommen. Diese, für jedes Gerät speziell erstellte, Datenmodellierung dient als
Grundlage für den Datenaustausch zwischen dem Gerät und aller an diesen
Informationen interessierten, leittechnischen Einrichtungen. Zur Vereinfachung des
Engineerings auf Leittechnikebene wird mit Hilfe der Modellierung eine standardisierte
Beschreibungsdatei des Gerätes auf Basis XML erstellt. Diese Datei kann von dem
jeweiligen Konfigurationsprogramm der leittechnischen Einrichtung importiert und
weiterverarbeitet werden. Somit ist eine automatisierte Erstellung von Prozessvariablen,
Anlagenbildern und Meldebildern möglich.
Zur Beschreibung der IEC 61850 Modellierung des P132 stehen die folgenden
Dokumentationen zur Verfügung:
… ICD Datei auf Basis XML in der SCL (Substation Configuration Description
Language) mit der Beschreibung der verfügbaren Daten, Eigenschaften und Dienste
des Gerätes zum Import in den Systemkonfigurator.
… PICS_MICS_ADL Datei mit den folgenden Inhalten:
… PICS (Protocol Implementation Conformance Statement) mit der Übersicht der
verfügbaren Dienste.
… MICS (Model Implementation Conformance Statement) mit der Übersicht der
verfügbaren Objekttypen.
… ADL (Address Assignment List) mit der Übersicht der Zuordnung der
Parameteradressen (Meldungen, Messwerte, Befehle usw.) des Gerätes zur
Gerätemodellierung nach IEC 61850.

3-30 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Ethernetbaustein
Der optionale Ethernetbaustein stellt einen RJ45-Anschluss und eine optische
Schnittstelle für die Ethernet-Netzwerkanbindung bereit. Die Auswahl, welche der
beiden Schnittstellen für die Ethernet-Netzwerkanbindung verwendet wird, erfolgt über
den Parameter I E C : E t h e r n e t A n s c h l u s s . Für die optische Schnittstelle kann
zwischen den Bestellvarianten ST-Stecker und SC-Stecker mit 100 Mbit/s und 1300 nm
gewählt werden. Der RJ45-Anschluss unterstützt 10 Mbit/s und 100 Mbit/s.
Der optionale Ethernetbaustein stellt zusätzlich eine RS-485-Schnittstelle für einen
Fernzugriff mit dem Bedienprogramm S1 bereit (Funktionsgruppe KOMM2).
Hinweise: Das P132 kann mit dem optionalen Ethernetbaustein nur alternativ zu dem
herkömmlichen, optionalen Kommunikationsbaustein bestückt werden.
Folglich steht das Ethernet-basierte Kommunikationsprotokoll IEC 61850 nur
alternativ zur Funktionsgruppe KOMM1 zur Verfügung.

Aktivieren und Einschalten


Die Funktionsgruppe IEC kann über den Parameter I E C : F k t . g r u p p e I E C aktiviert
werden. Dieser Parameter ist nur sichtbar und damit verfügbar, falls im Gerät der
optionale Ethernetbaustein bestückt ist. Nach Aktivierung der IEC sind dann auch alle
dieser Funktionsgruppe zugeordneten Datenpunkte (Parameter, Meldungen, …)
sichtbar.
Über I E C : e i n g e s c h a l t e t B E D kann die Funktionsgruppe ein- bzw. ausgeschaltet
werden.

Die Einstellparameter der Funktionsgruppen IEC, GOOSE und GSSE sind im Gerät
nicht automatisch aktiv. Eine Aktivierung erfolgt entweder mit Ausführen des Befehls
I E C : K o n f i g u r . A k t i v i e r e n oder automatisch mit dem Online-Schalten des
Gerätes über G R U N D : G e r ä t o n l i n e .
Client-Anmeldung
Die Kommunikation im Ethernet erfolgt nicht wie früher bei anderen Protokollen nach
einem restriktiven Master-Slave-Verfahren. Stattdessen werden nach der Definition des
'Abstract Communication Service Interface' (ACSI, IEC 61870-7-2) den Geräten Server-
oder Client-Funktionalitäten zugewiesen. 'Server' ist immer derjenige, der Informationen
für andere zur Verfügung stellt. Ein Client kann sich an diesem Server anmelden und
von ihm Informationen, z.B. 'Reports' erhalten. Ein Server kann eine Vielzahl von Clients
im Netz mit spontanen oder zyklischen Informationen versorgen.
Das P132 kann in seiner Funktion als Server bis zu 16 Clients mit Informationen
versorgen.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-31


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Uhrzeitsynchronisierung
Die Uhrzeitsynchronisierung erfolgt bei IEC 61850 über das für Ethernet als Standard
definierte SNTP-Protokoll. Das P132 fungiert hierzu als SNTP-Client.
Für die Uhrzeitsynchronisierung kann zwischen den Betriebsarten Broadcast vom
SNTP-Server oder Request vom Server gewählt werden. Im ersten Fall erfolgt die
Synchronisierung vom SNTP-Server aus an alle im Netz befindlichen Geräte über eine
gemeinsame (Broadcast-) Message, im zweiten Fall fordert das P132 eine
gerätespezifische Uhrzeit-Message in einem einstellbaren Zyklus an.
Es können 2 SNTP-Server eingestellt werden. Dabei erfolgt bevorzugt die
Uhrzeitsynchronisierung mit dem ersten Server. Nur wenn von diesem keine Message
mehr empfangen wird, wird auf den zweiten Server zugegriffen.
Im Hinblick auf die unter der Grundfunktion einstellbaren Priorisierung der
Uhrzeitsynchronisierungsquellen ist bei Auswahl „KOMM1“ automatisch die
Synchronisierung über IEC 61850 aktiv, wenn dieses Kommunikationsprotokoll
eingesetzt wird.
Schaltgerätesteuerung
Die Steuerung der Schaltgeräte des P132 kann von allen am Gerät vorher
angemeldeten Clients erfolgen. Es wird jedoch immer nur ein Schaltbefehl ausgeführt,
d.h. während der Ausführung eines Schaltbefehles werden weitere Schaltanforderungen
von anderen Clients zurückgewiesen. Für die Steuerung der Betriebsmittel durch die
Clients sind die folgenden Betriebsarten über I E C : B M - S t e u e r u n g s m o d e l l
einstellbar:
… Control service mode
… Direct control with enhanced security
… SBO (Select before operate) with enhanced security
In der Betriebsart Select before operate erfolgt vor dem Schaltbefehl eine Selektierung
des Schaltgerätes durch den Client. Aufgrund der Selektierung ist das Schaltgerät für
diesen Client reserviert. Schaltanforderungen von anderen Clients werden abgewiesen.
Erfolgt kein Schaltbefehl des Clients nach der Selektierung, so wird die Selektierung
nach 2 Minuten durch das P132 zurückgesetzt.
Die Meldung der Schaltgerätestellungen an die Clients erfolgt über die Report Control
Blocks der Schaltgeräte.
Störfallübertragung
Die Übertragung von Störfalldateien wird per „File-Transfer“ unterstützt.

3-32 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Übertragung von „Goose-


Messages“
Eine besondere Form der Datenübertragung stellt die sogenannte „Goose-Message“
dar. Während die normalen Server-Client-Dienste über den MMS und TCP/IP-Level
übermittelt werden, geht eine Goose-Message mit einer sehr hohen Übetragungspriorität
direkt auf den Ethernet-Level. Des weiteren können diese Goose-Messages von allen
Teilnehmern im betroffenen Teilnetz unabhängig von ihrer Server- oder Clientfunktion
empfangen werden. In IEC 61850 werden die Goose-Messages zur beschleunigten
Übertragung von Informationen zwischen zwei oder mehreren Geräten eingesetzt.
Anwendungsfeld sind hier z.B. eine rückwärtige Verriegelung, eine Aus-Mitnahme oder
die dezentrale Anlagenverriegelung. Die Goose-Message ersetzt somit zukünftig eine
drahtgebundene oder serielle Wirkschnittstelle.
Es gibt nach IEC 61850 zwei Typen von Goose-Messages, die GSSE und die
IEC-GOOSE. Die GSSE dient zur Übertragung von binären Informationen durch eine
einfache Konfiguration über 'Bitpairs' und ist UCA2-kompatibel. Die IEC-GOOSE
hingegen ermöglicht die Übertragung aller in der Modellierung verfügbaren
Datenformate, wie z.B. Binärinformationen, Integer-Werte oder auch analoge
Messwerte. Das bedeutet allerdings eine aufwändigere Konfiguration mit Hilfe der
Modellierung des gegenüberliegenden Feldgerätes. Das P132 unterstützt bei der IEC-
GOOSE derzeit das Senden und Empfangen von Binärinformationen oder zweipoligen
Betriebsmittelzuständen.
Kommunikation mit dem
Bedienprogramm S1 über
die Ethernet-Schnittstelle
Ein direkter Zugriff des Bedienprogramms S1 über die Ethernet-Schnittstelle des
Gerätes kann über das „Tunneling-Prinzip“ erfolgen. Die Übertragung erfolgt mittels
eines Ethernet-Standard-Protokolls, wird aber nur von dem zugehörigen
Bedienprogramm S1 unterstützt (herstellerspezifische Lösung). Die Übertragung erfolgt
über die gleiche Netzwerk-Hardware wie die Server-Client-Kommunikation oder die
Goose-Messages.
Es stehen dabei alle gewohnten Funktionen des Bedienprogramms wie Lesen/Schreiben
von Einstellparametern oder das Auslesen von gespeicherten Daten zur Verfügung.
Die einzelnen Einstellparameter, Messwerte und Meldungen der Funktionsgruppe IEC
sind in den Kapiteln 7 und 8 beschrieben.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-33


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.4.5.2 Generic Object Oriented Substation Event (Funktionsgruppe GOOSE)

Für den schnellen Austausch von Informationen zwischen einzelnen IEDs (intelligenten
elektronische Geräten) im lokalen Netzwerk stellt das P132 im Rahmen der IEC 61850
die Funktionsgruppe GOOSE (IEC-GOOSE) zur Verfügung. Die GOOSE bietet die
Möglichkeit, Rückwärtige Verriegelung, dezentrale Anlagenverriegelung, Aus
Kommandos, Blockaden, Freigaben, Stellungsmeldungen und andere Signale schnell
und gesichert zu übertragen.
'Goose Messages' werden nur von Switches, nicht von Routern übertragen. Somit
verbleiben die 'Goose Messages' im lokalen Netzwerk, an dem das Gerät
angeschlossen ist.
Aktivieren und Einschalten
Die Funktionsgruppe GOOSE kann über den Parameter G O O S E : F k t . g r u p p e
G O O S E aktiviert werden. Dieser Parameter ist nur sichtbar und damit verfügbar, falls
im Gerät der optionale Ethernetbaustein bestückt ist. Nach Aktivierung der GOOSE sind
dann auch alle dieser Funktionsgruppe zugeordneten Datenpunkte (Parameter,
Meldungen, …) sichtbar.
Über G O O S E : e i n g e s c h a l t e t B E D kann die Funktionsgruppe ein- bzw.
ausgeschaltet werden.

Die Einstellparameter der Funktionsgruppen IEC, GOOSE und GSSE sind nicht
automatisch aktiv. Eine Aktivierung erfolgt entweder mit Ausführen des Befehls
I E C : K o n f i g u r . a k t i v i e r e n oder automatisch mit dem Onlineschalten des Gerätes
über G R U N D : G e r ä t o n l i n e . Darüber hinaus muss die Funktion IEC konfiguriert
und eingeschaltet sein.
GOOSE senden
Die GOOSE ermöglicht das Senden von bis zu 32 logischen binären
Zustandsmeldungen und bis zu 3 zweipoligen Zuständen, der maximal 3 möglichen
Betriebsmittel des P132. Die Auswahl der Zustandsmeldungen erfolgt über die
Einstellungen G O O S E : A u s g . n F k t . z u o r d . ( n = 1 b i s 3 2 ) . Die bis zu 3
zweipoligen Zustände der Betriebsmittel sind fester Bestandteil der GOOSE, für die
keine Einstellung über Parameter notwendig ist. Die Zuordnung der Datenobjekt-Indizes
für die logischen Zustandsmeldungen erfolgt im Bereich 1 bis 32 gemäß der Zuordnung
zu den GOOSE-Ausgängen. Für die zweipoligen Zustandsmeldungen der Betriebmittel
1 bis 3 erfolgt eine feste Zuordnung der Datenobjekt-Indizes in aufsteigender
Reihenfolge im Bereich 33 bis 35.
Bei jedem neuen Zustandswechsel einer konfigurierten binären Zustandsmeldung oder
eines der Betriebsmittel wird die GOOSE automatisch gesendet. Es erfolgt eine
mehrfache Wiederholung des Sendens in festen ansteigenden Zeitabständen (10ms,
20ms, 50ms, 100 ms, 500 ms, 1000 ms, 2000 ms). Ist nach 2 Sekunden kein weiterer
Zustandwechsel erfolgt, so wird die GOOSE zyklisch in 2 Sekunden Intervallen
gesendet.
Zur eindeutigen Identifizierung der gesendeten GOOSE sind die Kennungen Goose ID,
MAC Address, Application ID und VLAN Identifier über die Einstellung vorzugeben.
Weitere Kennungen sind die 'DataSet Configuration Revision' mit festem Wert „100“
sowie die 'DataSet Reference', die sich aus dem IED-Namen (Einstellung in
Funktionsgruppe IEC) und dem festen String „System/LLNO$GooseST“ zusammensetzt.

3-34 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

GOOSE-DataSet: LLN0$GooseST

Identifikation: Multicast MAC address: 01-0C-CD-01-00-00

VLAN Identifier: 0

VLAN Priority: 4

Application ID: 12288

Goose ID: "DiesesIED"

DataSet Ref. : "DiesesIEDSystem/LLNO"

DataSet Cfg. Revision: 100

Datenbereich: ServernameSYSTEM/GosGGI01/Out1/stVal GOOSE: Ausg. 1 Fkt.zuord.

ServernameSYSTEM/GosGGI01/Out2/stVal GOOSE: Ausg. 2 Fkt.zuord.


… …

ServernameSYSTEM/GosGGI01/Out32/stVal GOOSE: Ausg. 32 Fkt.zuord.

ServernameCONTROL/CSWI1/Pos/stVal BM01: Schaltzustand

ServernameCONTROL/CSWI2/Pos/stVal BM02: Schaltzustand

ServernameCONTROL/CSWI10/Pos/stVal BM03: Schaltzustand

12Z6001A _DE

3-20 Prinzipieller Aufbau der gesendeten GOOSE

GOOSE empfangen
Die GOOSE ermöglicht den Empfang von bis zu 16 logischen binären
Zustandmeldungen und der zweipoligen Stellungsmeldungen von bis zu 16 externen
Betriebsmitteln. Die Konfiguration der empfangenen logischen Zustandmeldungen
(G O O SE: Ei n g . n F k t.z u o r d . (n = 1 bis 16)) erfolgt auf Basis der Auswahltabelle der
binären Eingänge (Optokopplereingänge). Die empfangenen Stellungsmeldungen von
externen Betriebsmitteln stehen in der Auswahltabelle der Verriegelungsgleichungen der
Funktionsgruppe V_LOG für den Aufbau einer dezentralen Anlagenverriegelung zur
Verfügung.
Für jede zu empfangende Zustandsmeldung oder Stellungsmeldung eines externen
Betriebsmittels ist durch Einstellung der Goose ID, Application ID und 'DataSet
Reference' die Goose Message auszuwählen, welche die gewünschte Information
enthält. Durch weitere Vorgabe des Datenobjekt–Index und des Datenattribut-Index
über Einstellparameter erfolgt die Selektierung der gewünschten Information aus der
ausgewählten GOOSE. Die in einer empfangenen GOOSE ebenfalls enthaltenen

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-35


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Identifikationsmerkmale VLAN Identifier und 'DataSet Configuration Revision' werden


von dem Gerät nicht ausgewertet.
Jede GOOSE ist mit einer Zeitinformation über die Dauer der Gültigkeit ihrer
Informationen versehen. Diese entspricht jeweils dem doppelten Zeitabstand zur
nächsten GOOSE Wiederholung. Läuft die Gültigkeit ab, ohne dass diese GOOSE
wieder empfangen wurde (z.B. aufgrund einer Kommunikationsstörung), nehmen die
Empfangssignale automatisch ihren jeweils eingestellten Vorgabewert
G O O S E : E i n g . n D e f a u l t bzw. G O O S E : E x t . B M n D e f a u l t (n = 1 bis 16) an.
Die einzelnen Einstellparameter, Messwerte und Meldungen der Funktionsgruppe
GOOSE sind in den Kapiteln 7 und 8 beschrieben.

3-36 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.4.5.3 Generic Substation State Event (Funktionsgruppe GSSE)

Als weitere Funktionalität für den schnellen Austausch von Informationen zwischen ein-
zelnen IEDs im lokalen Netzwerk stellt das P132 im Rahmen der IEC 61850 die Funk-
tionsgruppe GSSE (UCA2.0-GOOSE) zur Verfügung. Die GSSE bietet die Möglichkeit,
logische binäre Zustandsmeldungen wie Rückwärtige Verriegelung, Aus Kommandos,
Blockaden, Freigaben und andere Signale schnell und gesichert zu übertragen.
Aktivieren und Einschalten
Die Funktionsgruppe GSSE kann über den Parameter G S S E : F k t . g r u p p e G S S E
aktiviert werden. Dieser Parameter ist nur sichtbar und damit verfügbar, falls im Gerät
der optionale Ethernetbaustein bestückt ist. Nach Aktivierung der GSSE sind dann auch
alle dieser Funktionsgruppe zugeordneten Datenpunkte (Parameter, Meldungen, …)
sichtbar. Über G S S E : e i n g e s c h a l t e t B E D kann die Funktionsgruppe ein- bzw.
ausgeschaltet werden.

Die Einstellparameter der Funktionsgruppen IEC, GOOSE und GSSE sind nicht
automatisch aktiv. Eine Aktivierung erfolgt entweder mit Ausführen des Befehls
I E C : K o n f i g u r . a k t i v i e r e n oder automatisch mit dem Online-Schalten des
Gerätes über G R U N D : G e r ä t o n l i n e . Darüber hinaus muss die Funktionsgruppe
IEC konfiguriert und eingeschaltet sein.
GSSE senden
Die GSSE ermöglicht das Senden von bis zu 32 logischen binären Zustandsmeldungen.
Die Auswahl der Zustandsmeldungen erfolgt über die Einstellungen
G S S E : A u s g . n F k t . z u o r d . ( n = 1 b i s 3 2 ) . Jeder ausgewählten
Zustandmeldung ist einem Bitpaar der GSSE zuzuordnen (G S S E : A u s g . n B i t P a a r
( n = 1 b i s 3 2 ) ) , mit dem die Übertragung der Zustandmeldung erfolgt.
Bei einem Zustandswechsel einer ausgewählten Zustandsmeldung wird die GSSE
automatisch gesendet. Es erfolgt eine mehrfache Wiederholung des Sendens in kurzen
ansteigenden Zeitabständen. Die erste Wiederholung erfolgt gemäß der über den
Parameter G S S E : M i n . Z y k l u s vorgegebenen Zykluszeit. Die Zyklen der folgenden
Wiederholungen ergeben sich gemäß einer Bestimmungsgleichung, deren Inkrement
über den Parameter G S S E : I n k r e m e n t vorgegebenen ist. Erfolgt bis zum Erreichen
einer maximalen Zykluszeit (G S S E : M a x . Z y k l u s ) kein weiterer Zustandswechsel, so
wird die GSSE zyklisch in Intervallen gemäß der maximalen Zykluszeit gesendet.
Zur eindeutigen Identifizierung der gesendeten GSSE dient der IED-Name, dessen
Einstellung in der Funktionsgruppe IEC erfolgt.
GSSE empfangen
Die GSSE ermöglicht den Empfang von bis zu 32 logischen binären Zustandmeldungen.
Die Konfiguration der empfangenen logischen binären Zustandmeldungen
(G S S E : E i n g . n F k t . z u o r d . (n = 1 bis 32)) erfolgt auf Basis der Auswahltabelle der
binären Eingänge (Optokopplereingänge).
Für jede zu empfangende Zustandsmeldung ist durch Einstellung des IED-Namens
(G S S E : I E D - N a m e ) die GSSE-Message auszuwählen, welche die gewünschte
Information enthält. Durch Vorgabe des Bit-Paars (G S S E : B i t P a a r ) erfolgt die
Selektierung der gewünschten Information aus der ausgewählten GSSE.
Jede GSSE ist mit einer Zeitinformation über die Dauer der Gültigkeit ihrer Informationen
versehen. Diese entspricht jeweils dem doppelten Zeitabstand zur nächsten GSSE
Wiederholung. Läuft die Gültigkeit ab, ohne dass diese GSSE wieder empfangen wurde
(z.B. aufgrund einer Kommunikationsstörung) nehmen die Empfangssignale automatisch
ihren jeweils eingestellten Vorgabewert (G S S E : E i n g . n D e f a u l t (n = 1 bis 32)) an.
Die einzelnen Einstellparameter, Messwerte und Meldungen der Funktionsgruppe GSSE
sind in den Kapiteln 7 und 8 beschrieben.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-37


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.5 Zeitsynchronisation über die IRIG-B-Schnittstelle (Funktionsgruppe IRIGB)

Steht z.B. ein GPS-Empfänger mit IRIG-B Anschluss zur Verfügung, kann über die
optional vorhandene IRIG-B-Schnittstelle die interne Uhr des P132 auf die GPS-Zeit
synchronisiert werden. Dabei ist zu beachten, dass das IRIG-B-Signal nur eine
Tagesinformation enthält (Tag seit Jahresbeginn). Auf Basis dieser Tagesinformation
errechnet das P132 mit Hilfe des am P132 eingestellten Jahres das aktuelle Datum
(TT.MM.JJ).

Aus-/Einschalten der
IRIG-B-Schnittstelle
Die IRIG-B-Schnittstelle kann über Einstellparameter aus-/eingeschaltet werden.

Synchronisationsbereit-
schaft
Ist die IRIG-B-Schnittstelle eingeschaltet und empfängt ein Signal, überprüft das P132
das Empfangssignal auf Plausibilität. Nichtplausible Signale werden vom P132
verworfen. Wird vom P132 auf Dauer kein korrektes Signal empfangen, ist die
Synchronisation nicht mehr bereit.

3-21 IRIG-B-Schnittstelle

3-38 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.6 Konfigurierbare Funktionstasten (Funktionsgruppe FKT_T)

Das P132 verfügt über sechs frei konfigurierbare Funktionstasten. Die Funktionstasten
F1 ... Fx werden erst nach Eingabe des F K T _ T P a s s w o r t F k t . t a s t e x frei-
gegeben.

Bild 3-22 zeigt die Arbeitsweise am Beispiel der Funktionstaste F1. Nach Eingabe des
Passwortes bleibt die Funktionstaste für die eingestellte Zeit
F K T _ T : R ü c k s p r . z . F k t . t a s t e n wirksam. Danach wird sie bis zur nächsten
Passworteingabe gesperrt. Entsprechendes gilt für die Funktionstasten F2 bis F6.
Ausnahme: Ist eine Funktionstaste als Steuertaste konfiguriert, erfolgt eine Passwortab-
frage nur, falls die Funktionstaste mit dem Befehl „Fern/Ort-Umschaltung“ belegt ist.

Konfiguration der
Funktionstasten mit einer
Einzelfunktion
Auf jede Funktionstaste kann eine Einzelfunktion konfiguriert werden, indem bei
F K T _ T : F k t. z u o r d n . F x (Fx: F1 ... F6) eine logische Zustandsmeldung (außer
V O B : A n s t . M e n ü s p r . x E X T ) ausgewählt wird. Diese Funktion im P132 wird dann
bei Betätigung der betreffenden Funktionstaste angestoßen.

Konfiguration der
Funktionstasten mit
Menüsprunglisten
Jeder Funktionstaste kann statt einer Einzelfunktion eine der beiden Menüsprunglisten
zugeordnet werden, indem bei F K T _ T : F k t. z u o r d n . F x (Fx: F1 ... F6) der
Listeneintrag V OB : A n s t. M e n ü s p r . x E X T (x: 1 oder 2) ausgewählt wird. Durch
wiederholtes Betätigen der zugeordneten Funktionstaste werden die Funktionen der
ausgewählten Menüsprungliste nacheinander angesprochen.

Die beiden Menüsprunglisten werden bei V OB : F k t. M e n ü s p r . l i s t e x (x=1 oder 2)


zusammengestellt. Bis zu 16 Funktionen wie z.B. Einstellparameter, Ereigniszähler
und/oder Ereignisprotokolle können ausgewählt werden.

Hinweis: Die Leuchtanzeigen (LEDs), auch die sechs unmittelbar neben den Funktions-
tasten angeordneten, werden unabhängig konfiguriert, es besteht also auch kein Zusam-
menhang mit der jeweiligen Funktionstastenbelegung.

Konfiguration der
Protokolltaste
Wie bei V O B : A n s t . M e n ü s p r . x E X T können aus derselben Liste auch bei
V OB : F k t. P r otok ol l tas te bis zu 16 Funktionen ausgewählt werden. Diese werden
durch wiederholtes Betätigen der Protokolltaste nacheinander angesprochen.

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-39


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Konfiguration der
Funktionstasten als
Steuertasten
Jede Funktionstaste kann auch als Steuertaste konfiguriert werden, indem bei
F K T _ T : F k t . z u o r d n u n g F x (Fx: F1 … F6) einer der folgenden Listeneinträge
ausgewählt wird:

• GRUND: Ort/Fern-Taster

• GRUND: BM Anwahl-Taster

• GRUND: BM AUS-Taster

• GRUND: BM EIN-Taster

Diese Steuerfunktionen können nur dann sinnvoll genutzt werden, wenn diese vier
Befehle allesamt konfiguriert sind, sodass vier der insgesamt sechs Funktionstasten
belegt sind.

Betriebsart der
Funktionstasten
Für jede Funktionstaste kann über F K T _ T : B e tr i e b s a r t F x ( F x : F 1 … F 6 ) deren
Betriebsart festgelegt werden. Hierbei kann gewählt werden, ob die Funktionstaste als
Taster oder Schalter betrieben wird. In der Betriebsart „Taster“ ist die ausgewählte
Funktion während der Betätigung der Funktionstaste aktiv. In der Betriebsart „Schalter“
wird bei jedem Betätigen der Funktionstaste die ausgewählte Funktion ein- bzw.
ausgeschaltet. Der Zustand der Funktionstasten kann angezeigt werden.

Ausnahme: Für Funktionstasten, die als Steuertasten konfiguriert sind, ist die Betriebsart
irrelevant und wird daher ignoriert.

Handhabung der Tasten


Ist die Hintergrundbeleuchtung des LC-Displays ausgeschaltet, wird bei Betätigung einer
Funktionstaste oder der Protokolltaste zuerst die Hintergrundbeleuchtung eingeschaltet.
Erst mit dem zweiten Betätigen der Taste erfolgt der Anstoß der konfigurierten Funktion.
Dies entspricht dem Verhalten der übrigen Tasten.

3-40 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-22 Konfiguration und Betriebsart der Funktionstasten. Die zugeordnete Funktion kann eine Einzelfunktion oder eine Menüsprungliste sein.

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-41


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.7 Konfiguration und Betriebsart der binären Eingänge (Funktionsgruppe EING)

Das P132 verfügt über Optokopplereingänge zur Verarbeitung binärer Signale aus der
Anlage. Welche Funktionen im P132 bei Ansteuerung dieser binären Signaleingänge
angestoßen werden, wird durch Konfiguration der binären Signaleingänge festgelegt. Im
Normalbetrieb muss das Ansteuersignal mindestens 20 ms anstehen, damit es vom
P132 sicher erkannt wird. Mit Kommen der Generalanregung kann sich diese Zeit
ungünstigstenfalls auf 40 ms verlängern.

Konfiguration der binären


Eingänge
Auf jeden binären Signaleingang kann eine Funktion konfiguriert werden. Diesselbe
Funktion kann auf mehrere Signaleingänge konfiguriert werden. Damit kann eine
Funktion von mehreren Schaltstellen mit unterschiedlichen Signalspannungen aktiviert
werden.

Es ist zu beachten, dass zeitkritische Anwendungen wie z.B. ein Zeitsynchronisierbefehl


nicht auf die Binäreingänge des Analogbausteines rangiert werden, da diese eine
erhöhte Reaktionszeit aufgrund der internen Abarbeitung aufweisen.
In dieser Betriebsanleitung wird davon ausgegangen, dass die erforderlichen, mit „EXT“
gekennzeichneten Funktionen auf binäre Signaleingänge konfiguriert wurden.

Betriebsart der binären


Eingänge
Für jeden binären Signaleingang kann dessen Betriebsart festgelegt werden. Hierbei
kann gewählt werden, ob das Vorhandensein einer Spannung (Betriebsart „aktiv ‚High‘“)
oder das Fehlen einer Spannung (Betriebsart „aktiv ‚Low‘“) als logisches „1“-Signal
bewertet wird. Die Anzeige des Zustandes eines binären Signaleinganges – „Low“ oder
„High“ - erfolgt unabhängig von der Einstellung der Betriebsart des Signaleinganges.

Filterfunktion
Zur Unterdrückung kurzzeitiger Störspitzen an den Signaleingängen kann eine
zusätzliche Filterfunktion aktiviert werden (Betriebsarten „aktiv ‚High‘, gefilt.“ bzw. „aktiv
‚Low‘, gefilt.“). Mit dieser Funktion wird ein Zustandswechsel des Eingangssignals erst
dann signalisiert, wenn das Eingangssignal für die eingestellte Anzahl Abtastschritte
einen konstanten Pegel aufweist (Abtastschrittweite = Periodendauer / 20). Die
Einstellung der Anzahl Abtastschritte erfolgt über den Parameter E I N G : F i l t e r .

3-42 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

EING: Fkt.zuord-
nung Uxx
[ XXX XXX ]

Funktion 1 EXT

Funktion 2 EXT
Funktion 3 EXT
Funktion n EXT

ausgew. Funktion & Fkt. aktivieren

EING: Betriebs-
art U xxx
[ YYY XXX ]

1
2
3
0: aktiv "Low"
1: aktiv "High"
2: aktiv "Low", gefilt.
3: aktiv "High",gefilt.
-Uxxx

&
Eingangssignal
&

EING: Filter &


[ 010 220 ]
&

EING: Zustand
& U xxx
[ ZZZ ZZZ ]

&

12Z6213A_DE

3-23 Konfiguration und Betriebsart der binären Signaleingänge

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-43


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.8 Messwerteingabe (Funktionsgruppe MESSE)

Für das P132 ist ein zweiter optionaler Analogbaustein verfügbar. Zusätzlich zum
Analogbaustein (E/A) mit Ein- und Ausgängen ist als neuer Analogbaustein (RTD) die
Temperaturmesskarte (auch als RTD-Baustein bezeichnet) hinzugekommen.

Der Analogbaustein (E/A) des P132 verfügt über eine Messwerteingabe mit zwei
Eingängen. Der 20 mA-Eingang (Eingangskanal 1) ist für die Zuführung eines
Gleichstroms ausgelegt. Der andere Eingang ist für den Anschluss des Widerstands-
thermometers „PT100“ vorgesehen.

Die Temperaturmesskarte (der RTD-Baustein) des P132 hat 9 Eingänge zum Anschluss
der Temperaturfühler T1 ... T9. Diese Eingänge sind für den Anschluss von PT 100,
Ni 100 oder Ni 120 ausgelegt.

Der Eingangsstrom Ig des Analogbausteins (E/A) wird als Betriebsmesswert angezeigt.


Der für die Überwachung aufbereitete Strom Ig,lin wird ebenfalls als Betriebsmesswert
angezeigt. Ferner wird er durch die Grenzwertüberwachung auf Über- bzw.
Unterschreiten einstellbarer Schwellen überwacht (siehe „Grenzwertüberwachung“).

Die Temperaturmessgrößen werden ebenso als Betriebsmesswerte angezeigt und


durch die Grenzwertüberwachung auf Über- bzw. Unterschreiten einstellbarer Schwellen
überwacht (siehe „Grenzwertüberwachung“).

Alle oben genannten Messgrößen werden auch an den thermischen Überlastschutz


weitergereicht. Dort kann eingestellt werden, ob der „PT 100“-Eingang, der
20 mA-Eingang oder – falls konfiguriert – einer der Temperaturfühler T1 ... T9 für das
thermische Abbild genutzt werden soll (siehe „Thermischer Überlastschutz“).

3-44 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Aus-/Einschalten der
Messwerteingabe
Die Messwerteingabe kann über Einstellparameter aus-/eingeschaltet werden.

3-24 Aus-/Einschalten der Messwerteingabe

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-45


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.8.1 Gleichstromeingang auf dem Analogbaustein (E/A)

Externe Messgrößenumformer liefern in der Regel einen Ausgangsstrom von


0 ... 20 mA, der direkt proportional zur gemessenen physikalischen Größe – z.B.
Temperatur – ist.
Ist der Ausgangsstrom des Messgrößenumformers nur in bestimmten Bereichen direkt
proportional zur gemessenen Größe, kann eine Linearisierung – bei entsprechender
Einstellung der Messwerteingabe – stattfinden. Darüber hinaus kann es für bestimmte
Anwendungen notwendig sein, den zu überwachenden Bereich zu begrenzen oder
bestimmte Bereiche mit höherer bzw. niedrigerer Empfindlichkeit zu überwachen.
Durch Einstellung der Wertepaare M E S S E : I g x - M E S S E : I g , l i n x wird
bestimmt, welcher Eingangsstrom Ig dem durch die Grenzwertüberwachung über-
wachten Strom Ig,lin entspricht. Die so bestimmten Punkte, die sogenannten „Stütz-
stellen“, werden in einem Ig-Ig,lin-Diagramm durch Geraden verbunden. Zur Realisierung
einer einfachen Kennlinie ist die Angabe von zwei Stützstellen, die auch als Begren-
zungswerte dienen (siehe Bild 3-25), ausreichend. Für die Realisierung einer
komplexen Kennlinie stehen bis zu 20 Stützstellen zur Verfügung.

Bei Einstellung der Kennlinie ist zu berücksichtigen, dass nur eine monoton steigende
Kennlinie zulässig ist. Bei einer abweichenden Einstellung wird die Meldung
S E L B Ü : U n z u l . K e n n l . I g generiert.

Ig,lin / Ig,nom
1.2

1.1

1
Ig,lin 20
0.9

0.8

0.7

0.6

0.5

0.4

0.3

0.2

0.1
Ig,lin 1 0
0 0.1 0.2 0.25 0.3 0.35 0.4 0.45 0.5 0.6 Ig / Ig,nom
Ig 1 Ig 20
D5Z52KDA
19Z5266A_DE

3-25 Beispiel für die Umwandlung eines Eingangsstromes 4 ... 10 mA in einen zu überwachenden Strom Ig,lin von 0 ... 20 mA

3-46 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Ig,lin / Ig,nom
0,8
Stützstellen

Ig,lin20 0,7

0,6

Ig,lin4 0,5

0,4

Ig,lin3 0,3

Ig,lin2 0,2

Ig,lin1 0,1

0
0 0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8 0,9 1 1,1 1,2

Ig1 Ig2 Ig3 Ig4 Ig20 Ig / Ig,nom


Freigabe Ig norm
D5Z52KEB_DE

3-26 Beispiel für eine Kennlinie mit fünf Stützstellen (Kennlinie bei Einstellung einer Nullpunktunterdrückung von 0,1 Ig,nom ist gestrichelt
dargestellt.)

Nullpunktunterdrückung
Durch Einstellung von M E S S E : F r e i g a b e I g n o r m wird die Nullpunktunter-
drückung definiert. Sofern der Gleichstrom die eingestellte Schwelle nicht überschreitet,
werden der normierte Eingangsstrom Ig,norm. und der Strom Ig,lin mit Wert „0“ angezeigt.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-47


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Drahtbruch- und
Überlastüberwachung
Es ist eine Drahtbruchüberwachung realisiert. Unterschreitet der Strom Ig die
eingestellte Schwelle M E S S E : I g < D r a h t b r u c h , so erfolgt die Meldung
MESSE: Drahtbruch 20mA Eing.

Zum Schutz des 20 mA-Eingangs vor Überlastung wird der Eingangsstrom überwacht.
Überschreitet er die fest eingestellte Schwelle von 24,8 mA, erfolgt die Meldung
MESSE: Überlast 20mA Eing.

Reservefühler
Die Drahtbruchmeldung der Funktionsgruppe MESSE vom 20 mA-Eingang wird an den
thermischen Überlastschutz weitergereicht. Dort kann eingestellt werden, ob
ersatzweise auf den „PT 100“-Eingang oder – falls konfiguriert – auf einen der
Temperaturfühler T1 ... T9 zurückgegriffen werden soll (siehe „Thermischer
Überlastschutz“).

3-48 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-27 Analoger Gleichstromeingang

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-49


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Über die zuvor beschriebene Linearisierung hinaus besteht die Möglichkeit, die
linearisierten Werte zu skalieren, so dass z.B. auch negative Werte angezeigt werden
können und für die weitere Verarbeitung durch Schutzfunktionen zur Verfügung stehen.

3-28 Skalierung des linearisierten Messwertes

3-50 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.8.2 Anschluss des Widerstandsthermometers am „Messeingang PT 100“


des Analogbausteins (E/A)

Dieser Eingang auf dem Analogbaustein (E/A) ist für den Anschluss eines PT 100
ausgelegt. Die Abbildungskurve R = f(T) von PT 100-Widerstandsthermometern ist in
DIN IEC 751 definiert. Erfolgt der Anschluss des PT 100 nach der 3-Leiter-Methode, ist
kein weiterer Abgleich erforderlich.

Das Ergebnis der Temperaturmessung kann als direkter Messwert (Temperatur T),
normierter Wert (Temperatur norm. T) und als höchster Wert seit der letzten
Rückstellung (Temperatur Tmax) ausgelesen werden.

Drahtbruchüberwachung
Bei Unterbrechung des Messkreises infolge eines Drahtbruches wird die Meldung
M E S S E : D r a h t b r u c h P T 1 0 0 generiert.

19Z5262A_DE

3-29 Temperaturmessung mit dem Widerstandsthermometer „PT100“ über den Analogbaustein (E/A)

Reservefühler
Die Drahtbruchmeldung der Funktionsgruppe MESSE vom PT 100-Eingang wird an den
thermischen Überlastschutz und die Grenzwertüberwachung weitergereicht.
Beim thermischen Überlastschutz kann eingestellt werden, ob ersatzweise auf den
20 mA Eingang oder - falls konfiguriert - auf einen der Temperaturfühler T1 ... T9
zurückgegriffen werden soll (siehe „Thermischer Überlastschutz“).
Bei der Grenzwertüberwachung werden die dem defekten PT 100 zugeordneten
Grenzwertmeldungen blockiert.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-51


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.8.3 Anschluss der Temperaturfühler an der Temperaturmesskarte


(RTD-Baustein)

Die Temperaturmesskarte (der RTD-Baustein) hat 9 Eingänge zum Anschluss der


Temperaturfühler T1 bis T9. Diese Eingänge sind für den Anschluss von PT 100, Ni 100
oder Ni 120 ausgelegt.

Erfolgt der Anschluss der Temperaturfühler nach der 3-Leiter-Methode, ist kein weiterer
Abgleich erforderlich.

Für alle 9 Temperaturfühler T1 bis T9 muss derselbe Typ verwendet und bei
M E S S E : A r t d e r T e m p . f ü h l e r eingestellt werden.

Das Ergebnis der Temperaturmessung kann als direkter Messwert (Temperatur Tx),
normierter Wert (Temperatur norm. Tx), und als höchster Wert seit der letzten
Rückstellung (Temperatur Tx max) ausgelesen werden.

Drahtbruchüberwachung
Bei Unterbrechung eines der Messkreise infolge eines Drahtbruches wird die Meldung
MESSE: Drahtbruch PT100 Tx (x = 1 ... 9) generiert.

19Z5263A_DE

3-30 Temperaturmessung mit dem Temperaturfühler T1 über die Temperaturmesskarte. Entsprechendes gilt für die Temperaturfühler T2 ... T9.

3-52 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Reservefühler
Die Drahtbruchmeldungen der Funktionsgruppe MESSE für die Temperaturfühler
werden an den thermischen Überlastschutz weitergereicht. Dort kann eingestellt
werden, ob bei Ausfall des ebenfalls dort eingestellten Hauptfühlers ersatzweise auf den
20 mA Eingang, den „PT 100“ Eingang oder auf einen der Temperaturfühler T1 ... T9 als
Reservefühler zurückgegriffen werden soll (siehe „Thermischer Überlastschutz“).

Auch an die Grenzwertüberwachung werden die Drahtbruchmeldungen der


Funktionsgruppe MESSE für die Temperaturfühler weitergereicht. Die Auswahl der
Reservefühler für die Grenzwertüberwachung wird in der Funktionsgruppe MESSE
getroffen.

Dazu sind die Temperaturfühler in drei Gruppen eingeteilt:

Gruppe 1: T1, T2, T3


Gruppe 2: T4, T5, T6
Gruppe 3: T7, T8, T9

Lautet die Einstellung bei M E S S E : B a c k u p T e m p F ü h l e r P S x auf ohne, so arbeitet


die Grenzwertüberwachung ohne Reservefühler.

Lautet die Einstellung bei M E S S E : B a c k u p T e m p F ü h l e r P S x auf Gruppe 1 -2, so


wird ein ausgefallener Temperaturfühler der Gruppe 1 durch den zugeordneten
Temperaturfühler der Gruppe 2 ersetzt.

Fällt auch der Reservefühler aus der Gruppe 2 aus, so wird er durch den zugeordneten
Temperaturfühler der Gruppe 3 ersetzt, vorausgesetzt dass bei
M E S S E : B a c k u p T e m p F ü h l e r P S x die Einstellung Gruppe 1 -2/3 gewählt wurde.

Die Zuordnung der Reservefühler ist wie folgt:

Hauptfühler Reservefühler aus der Gruppe 2 Reservefühler aus der Gruppe 3


Bei Einstellung: Bei Einstellung:
Gruppe 1 -2 Gruppe 1 -2/3
oder
Gruppe 1 -2/3
T1 T4 T7
T2 T5 T8
T3 T6 T9

Fällt also bei Einstellung Gruppe 1 -2/3 der Fühler T1 aus, so wird er durch T4 ersetzt.
Fällt auch T4 aus, so greift die Grenzwertüberwachung auf T7 zurück.

Weitere Einzelheiten sind der Funktionsbeschreibung „Grenzwertüberwachung“ zu


entnehmen.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-53


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Anwendungsbeispiel
Das folgende Bild zeigt eine Motorschutz-Anwendung für den Einsatz der
Temperaturfühler T1 bis T9 auf der Temperaturmesskarte (dem RTD-Baustein)
zusammen mit dem „PT 100“ Eingang auf dem Analogbaustein (E/A).

RTD RTD Phase RTD


Haupttemperaturfühler L1 L2 L3 Umgebungstemperatur /
RTD Kühlmitteltemperatur
Reservetemperaturfühler

RTD
RTD
RTD
RTD
RTD
RTD
RTD
RTD
Stator
RTD

RTD
Rotor
Lager Lager

3-31 Temperaturerfassung eines Motors für die Grenzwertüberwachung (GRENZ) und den thermischen Überlastschutz (THERM)

3-54 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.9 Konfiguration, Betriebsart und Blockade der Ausgangsrelais


(Funktionsgruppe AUSG)

Das P132 verfügt über Ausgangsrelais zur Ausgabe binärer Signale. Welche binären
Meldungen ausgegeben werden, wird durch Konfiguration festgelegt.

Konfiguration der
Ausgangsrelais
Jedem Ausgangsrelais kann eine binäre Meldung zugeordnet werden. Dieselbe binäre
Meldung kann auf mehrere Ausgangsrelais konfiguriert werden.

Betriebsart der
Ausgangsrelais
Für jedes Ausgangsrelais kann eine Betriebsart eingestellt werden, durch die festgelegt
wird, ob das Ausgangsrelais in Arbeits- (AS) oder Ruhestrombetrieb (RS) betrieben wird
und ob es in Selbsthaltung geht. Die Selbsthaltung wird – abhängig von der gewählten
Betriebsart – manuell über einen Einstellparameter oder einen entsprechend konfigu-
rierten binären Signaleingang, zu Beginn eines neuen Störfalles oder einer neuen
Netzstörung aufgehoben.

Blockade der
Ausgangsrelais
Das P132 bietet die Möglichkeit, alle Ausgangsrelais über Einstellparameter oder einen
entsprechend konfigurierten binären Signaleingang zu blockieren. Die Ausgangsrelais
werden ebenfalls blockiert, wenn das Gerät über entsprechend konfigurierte binäre
Eingänge ausgeschaltet ist oder die Selbstüberwachung einen Hardwarefehler erkennt.
Ein auf G R U N D : B l o c k a d e / S t ö r u n g konfiguriertes Ausgangsrelais wird nicht in
die Blockade einbezogen.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-55


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

AUSG: Block.
Ausg.r. BED
[ 021 014 ]

0
AUSG: Ausg.r.
1 ≥1 blockiert
[ 021 015 ]
0: nein
AUSG: Block. 1: ja
Ausg.r. EXT
[ 040 014 ] ≥1
GRUND: Schutz
ext. ausg.
[ 038 046 ]
SELBÜ: Hardware-
fehler
304 950

AUSG: Betriebs-
art K xxx
[ xxx xxx ]

1 ≥1
2
3
4 -K xxx
≥1
5
6
1: AS nicht ≥1
speichernd
2: AS man. ≥1
Rückstellung
3: AS Rückst.
b. Störf.
4: AS Rückst. AUSG: Zustand
b. Netzst & ≥1 K xxx
5: RS nicht [ zzz zzz ]
speichernd &
6: RS man. &
Rückstellung & ≥1

AUSG: Fkt.zuord- & S1 1


nung K xxx
[ yyy xxx ]
R1

Meldung 1
Meldung 2
Meldung 3 m aus n
Meldung n

≥1 & ≥1
ausgew. Meldungen

&
ST AZ: Ereignis
läuft AUSG: S.h.
[ 035 000 ] 1 rückgestellt
& [ 040 088 ]
ST_AZ: Netzstö-
rung läuft
[ 035 004 ]
GRUND: General
Rückst. BED
[ 003 002 ]
1: ausführen
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]

AUSG: Rückst.
S.h. BED
[ 021 009 ]

0
1 1
100 ms
0: nicht
ausführen
1: ausführen
AUSG: Rückst.
S.h. EXT
[ 040 015 ]
50Z0141A_DE

3-32 Konfiguration, Einstellung der Betriebsart und Blockade der Ausgangsrelais

3-56 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Test der Ausgangsrelais


Zu Prüfzwecken besteht die Möglichkeit, ein Ausgangsrelais auszuwählen und über
Einstellparameter anzusteuern. Hierbei muss allerdings das Gerät offline geschaltet
sein. Die Ansteuerung bleibt für die eingestellte Haltezeit wirksam.

3-33 Test der Ausgangsrelais

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-57


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.10 Messwertausgabe (Funktionsgruppe MESSA)

Es können Messwerte, die das P132 zur Verfügung stellt, ausgewählt werden, die
BCD-codiert über Ausgangsrelais oder als analoger Gleichstrom ausgegeben werden.
Die Ausgabe als Gleichstrom erfolgt nur, wenn der Analogbaustein Y bestückt ist. Die
BCD-codierte Ausgabe kann jedoch unabhängig von der Bestückung mit dem Analog-
baustein Y erfolgen.

Aus-/Einschalten der
Messwertausgabe
Die Messwertausgabe kann über Einstellparameter aus-/eingeschaltet werden.

3-34 Aus-/Einschalten der Messwertausgabe

3-58 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Freigabe der
Messwertausgabe
Über einen binären Signaleingang kann die Messwertausgabe freigegeben werden,
sofern die Funktion M E S S A : F r e i g . A u s g a b e E X T konfiguriert wurde. Wurde die
Funktion M E S S A : F r e i g . A u s g a b e E X T auf keinen binären Signaleingang konfi-
guriert, ist die Messwertausgabe immer freigegeben.

3-35 Freigabe der Messwertausgabe

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-59


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Rückstellen der
Messwertausgabe
Die BCD-codierte oder analoge Ausgabe von Messwerten wird während des Ablaufes
der Haltezeit abgebrochen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:

… Über Einstellparameter oder einen entsprechend konfigurierten binären


Signaleingang wird die Messwertausgabe rückgestellt.
… Bei General Rückstellung.
… Bei Rückstellung der Leuchtanzeigen.

3-36 Rückstellen der Messwertausgabe

Skalierung
Die Skalierung dient der Abbildung des physikalischen Messbereichs auf den
geräteinternen Einstellbereich.

Die Skalierbarkeit der Ausgabe ist auch für die vorzeichenbehaftete Ausgabe einiger
Störfallmesswerte, insbesondere der prozentualen Fehlerortangabe, geeignet.

3-60 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.10.1 BCD-codierte Messwertausgabe

Es kann ein Messwert ausgewählt werden, der BCD-codiert über Ausgangsrelais


ausgegeben wird.

Der ausgewählte Messwert wird für die Dauer der einstellbaren Haltezeit M E S S A :
H a l t e z e i t A u s g . B C D BCD-codiert ausgegeben. Konnte der ausgewählte
Messwert nicht eingemessen werden, wird kein Messwert ausgegeben.

Ausgabe von Ereignis-


messwerten
Wird während des Ablaufes der Haltezeit der Ereignismesswert aktualisiert, wird der
Speicher der Messwertausgabe gelöscht und die Haltezeit erneut gestartet. Das heißt,
der aktualisierte Wert wird sofort ausgegeben.

Ausgabe von Betriebs-


messwerten
Der Betriebsmesswert wird für die Dauer der Haltezeit ausgegeben. Nach Ablauf der
Haltezeit wird der aktuelle Wert übernommen und die Haltezeit erneut gestartet. Wurde
die Haltezeit auf blockiert eingestellt, bleibt der ausgegebene Betriebsmesswert solange
gespeichert, bis die Messwertausgabe rückgestellt wird.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-61


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Skalierung der
BCD-Ausgabe
Zur Definition der Auflösung bei der Messwertausgabe werden der auszugebende
Messwertebereich (Mx,min ... Mx,max) in skalierter Form (als Mx,skal,min ...
Mx,skal,max) sowie der zugehörige BCD-Anzeigebereich (BCD,min ... BCD,max)
eingestellt:

… MESSA: skal. min. Wert BCD


… MESSA: skal. max. Wert BCD
… MESSA: min. Anzeigewert BCD
… MESSA: max. Anzeigewert BCD

Der BCD-Anzeigebereich ist so zu wählen, dass der Wert 399 nicht überschritten wird.
Geschieht dies doch, oder liegt der Messwert außerhalb des zulässigen Messbereiches,
wird der Wert für „Überlauf“ (alle Relais angesteuert) übertragen.

Messwerte Bereich
Messwerte der Variablen Mx Mx,BE1 ... Mx,BE2
Zugehörige skalierte 0 ... 1
Messwerte

Skaliert wird mit Bezug auf den Gesamtwertebereich des ausgewählten Messwertes
(Variable Mx). Der Gesamtwertebereich wird durch seine Endwerte Mx,BE1 und Mx,BE2
definiert. (Mx,BE1 und Mx,BE2 sind im Bedienprogramm S&R-103 (MiCOM S1)
unter „Minimum“ bzw. „Maximum“ aufgeführt.)

Auszugebende Messwerte Bereich


Auszugebende Messwerte Mx,min ... Mx,max
Auszugebende skalierte Mx,skal,min ... Mx,skal,max
Messwerte
wobei:
Mx,skal,min = (Mx,min - Mx,BE1) / (Mx,BE2 - Mx,BE1)
Mx,skal,max = (Mx,max - Mx,BE1) / (Mx,BE2 - Mx,BE1)

Bezeichnung dieser „skal. min. Wert BCD“ ... „skal. max. Wert BCD“
Einstellwerte im
Datenmodell

Messwerte BCD-codierte Anzeigewerte


Messwerte im Bereich „min. Anzeigewert BCD“ ... „max. Anzeigewert BCD“
"auszugebende Messwerte": (Wert BCD gültig)
Messwerte Mx: „min. Anzeigewert BCD“ (Wert BCD nicht gültig)
Mx,BE1 ≤ Mx ≤ Mx,min
Messwerte Mx: „max. Anzeigewert BCD“ (Wert BCD nicht gültig)
Mx,max ≤ Mx ≤ Mx,BE2
Messwerte Mx: „max. Anzeigewert BCD“ (Überlauf)
Mx < Mx,BE1
oder
Mx > Mx,BE2

3-62 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Beispiel zur Skalierung der


BCD-Ausgabe
Der Wertebereich des Störfallmesswerts sei -320,00% ... +320,00%.
Der normierte Fehlerort sei im Bereich von 0% bis 200% auszugeben.

Messwerte Bereich
Störfallmesswert -320,00% ... +320,00%
ST_ME: Fehlerort norm.
Zugehörige skalierte 0 ... 1
Messwerte

Auszugebende Messwerte Bereich


Auszugebende Messwerte 0% ... 200%
Auszugebende skalierte 0,5 ... 0,813
Messwerte wobei:
0,500 = 320/640
0,813 = 520/640

Messwerte BCD-codierte Anzeigewerte


Messwerte im Bereich 0 ... 200
„auszugebende Messwerte“:

Hierfür ist folgende Geräteeinstellung zu wählen:

/Parameter/Konfig.parameter/
Adresse Bezeichnung Aktueller Wert
056 020 MESSA: Fkt.gruppe MESSA mit
031 074 MESSA: eingeschaltet BED ja
053 002 MESSA: Fkt.zuordnung BCD ST_ME: Fehlerort norm.
010 010 MESSA: Haltezeit Ausg. BCD 1.00 s
037 140 MESSA: skal. min. Wert BCD 0.500
037 141 MESSA: skal. max. Wert BCD 0.813
037 142 MESSA: m i n . A n z e i g e we r t B C D 0
037 143 MESSA: m a x . A n z e i g e we r t B C D 200

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-63


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Das folgende Bild zeigt die ausgegebenen Werte als Funktion des Fehlerortes. Nur im
Bereich 0 ... 200% wird mit dem BCD-kodierten Wert auch die Meldung
M E S S A : W e r t B C D g ü l t i g = ja ausgegeben.

ST_ME: MESSA: ST_ME:


BCD- Fehlerort norm. Wert BCD Fehlerort norm.
= Überlauf gültig = ja = Überlauf
Wert [004 027] [037 050] [004 027]
200

0
ST_ME:
-320% 0% 200% 320% Fehlerort norm.
[004 027]

47Z1040A_DE

3-37 BCD-kodierte Ausgabe des Fehlerortes

3-64 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

++

++ Skalierung der BCD-Ausgabe


MESSA: skal. min. Wert BCD 037 140
MESSA: skal. max. Wert BCD 037 141
MESSA: min. Anzeigewert BCD 037 142
MESSA: max. Anzeigewert BCD 037 143

19Z5264A_DE

3-38 BCD-codierte Messwertausgabe. Das Verhalten bei Überlauf ist im BCD-Beispiel (vorausgehendes Bild) ersichtlich.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-65


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.10.2 Analoge Messwertausgabe

Die analoge Messwertausgabe ist zweikanalig.

Aus den im P132 zur Verfügung stehenden Messwerten können zwei Messwerte aus-
gewählt und als eingeprägter Gleichstrom ausgegeben werden. Für spezifische Anpas-
sungen - z.B. Anpassung an die Skalierung eines Messgerätes - können drei
Stützstellen je Kanal definiert werden. Der ausgegebene Gleichstrom wird als
Betriebsmesswert angezeigt.

Der ausgewählte Messwert wird für die Dauer der einstellbaren Haltezeit M E S S A :
H a l t e z e i t A u s g a b e A x als Gleichstrom ausgegeben. Konnte der ausgewählte
Messwert nicht eingemessen werden, wird kein Messwert ausgegeben.

Ausgabe von Ereignis-


messwerten
Wird während des Ablaufes der Haltezeit der Ereignismesswert aktualisiert, wird der
Speicher der Messwertausgabe gelöscht und die Haltezeit erneut gestartet. Das heißt,
der aktualisierte Wert wird sofort ausgegeben.

Ausgabe von Betriebs-


messwerten
Der Betriebsmesswert wird für die Dauer der Haltezeit ausgegeben. Nach Ablauf der
Haltezeit wird der aktuelle Wert übernommen und die Haltezeit erneut gestartet. Wurde
die Haltezeit auf blockiert eingestellt, bleibt der ausgegebene Betriebsmesswert solange
gespeichert bis die Messwertausgabe rückgestellt wird.

Konfiguration der den


Ausgangskanälen zuge-
ordneten Ausgangsrelais
Es ist zu beachten, dass die Gleichstromausgabe nur erfolgt, wenn die den Ausgangs-
kanälen zugeordneten Ausgangsrelais auf M E S S A : W e r t A x a u s g e b e n konfi-
guriert sind, da andernfalls die Ausgangskanäle kurzgeschlossen bleiben (siehe
Anschlusspläne).

3-66 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Skalierung der
Analoganzeige
Zur Definition der Auflösung bei der Messwertausgabe werden der auszugebende
Messwertebereich in skalierter Form sowie der zugehörige Anzeigebereich eingestellt.
Zusätzlich wird ein Knickpunkt definiert. So kann eine Kennlinie der analogen Ausgabe
wie in Bild 3-39 dargestellt realisiert werden.

Auszugebender
Messwertebereich
Der auszugebende Messwertebereich sei (Mx,min ... Mx,Knp ... Mx,max),
wobei
Mx,min: kleinster auszugebender Wert
Mx,Knp: Knickpunktwert des auszugebende Messwertebereichs
Mx,max: größter auszugebender Wert

Dieser auszugebende Messwertebereich wird mit Hilfe der folgenden Einstellparameter


definiert:

… MESSA: skal. min. Wert Ax


… MESSA: skal. Knickpunkt Ax
… MESSA: skal. max. Wert Ax
Skaliert wird mit Bezug auf den Gesamtwertebereich des ausgewählten Messwertes
(Variable Mx). Der Gesamtwertebereich wird durch seine Endwerte Mx,BE1 und Mx,BE2
definiert. (Mx,BE1 und Mx,BE2 sind im Bedienprogramm S&R-103 (MiCOM S1)
unter „Minimum“ bzw. „Maximum“ aufgeführt.)

Messwerte Bereich
Messwerte der Variablen Mx Mx,BE1 ... Mx,BE2
Zugehörige skalierte 0 ... 1
Messwerte

Auszugebende Messwerte Bereich


Auszugebende Messwerte Mx,min ... Mx,Knp ... Mx,max
mit Knickpunktwert
Auszugebende skalierte Mx,skal,min ... Mx,skal,Knp ... Mx,skal,max
Messwerte mit skaliertem
Knickpunktwert wobei:
Mx,skal,min = (Mx,min - Mx,BE1) / (Mx,BE2 - Mx,BE1)
Mx,skal,Knp = (Mx,Knp - Mx,BE1) / (Mx,BE2 - Mx,BE1)
Mx,skal,max = (Mx,max - Mx,BE1) / (Mx,BE2 - Mx,BE1)

Bezeichnung dieser „skal. min. Wert Ax“ ... „skal. Knickpunkt Ax“
Einstellwerte im ... „skal. max. Wert Ax“
Datenmodell

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-67


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Zugehöriger
Anzeigebereich
Der zugehörige Anzeigebereich wird mit Hilfe der folgenden Einstellparameter
zugeordnet:

… MESSA: min. Anzeigewert Ax


… MESSA: Knickpunkt Anz. Ax
… MESSA: max. Anzeigewert Ax

Messwerte Analoge Anzeigewerte


Messwerte im Bereich „min. Anzeigewert Ax“ ... „Knickpunkt Anz. Ax“ ...
„auszugebende Messwerte“ ... „max. Anzeigewert Ax“
(Wert Ax gültig)
Messwerte Mx: „min. Anzeigewert Ax“ (Wert Ax nicht gültig)
Mx,BE1 ≤ Mx ≤ Mx,min
Messwerte Mx: „max. Anzeigewert Ax“ (Wert Ax nicht gültig)
Mx,max ≤ Mx ≤ Mx,BE2
Messwerte Mx: „max. Anzeigewert Ax“ (Überlauf)
Mx < Mx,BE1
oder
Mx > Mx,BE2

3-68 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Beispiel: Skalierung für die


Analoganzeige
Als zu übertragender Messwert in Kanal A1 sei die Spannung U12 ausgewählt.
Der Messbereich betrage 0 ... 1,5 Unom wobei Unom = 100 V.
Der zu übertragende Bereich sei 0,02 ... 1 Unom
mit zugehöriger Anzeige 4 mA ... 18 mA.
Der Knickpunkt der Kennlinie sei 0,1 Unom mit zugehöriger Anzeige 16 mA.

Messwerte Bereich
Messwerte der Variablen Mx 0 V ... 150 V
Zugehörige skalierte 0 ... 1
Messwerte

Auszugebende Messwerte Bereich


Auszugebende Messwerte 2 V ...10 V... 100 V
mit Knickpunktwert
Zugehörige skalierte 0,013 ... 0,067 ... 0,67
Messwerte
wobei:
Mx,skal,min = (2 V - 0 V ) / (150 V - 0 V ) = 0,013
Mx,skal,Knp = (10 V - 0 V ) / (150 V - 0 V ) = 0,067
Mx,skal,max = (100 V- 0 V ) / (150 V - 0 V ) = 0,67

Messwerte Analoge Anzeigewerte


Messwerte im Bereich 4 mA ... 16 mA ... 18 mA
„auszugebende Messwerte“
0,02 ... 0,1 Unom ... 1 Unom

Hierfür ist folgende Geräteeinstellung zu wählen:

/Parameter/Konfig.parameter/
Adresse Bezeichnung Aktueller Wert
056 020 MESSA: Fkt.gruppe MESSA mit
031 074 MESSA: eingeschaltet BED ja
053 000 MESSA: Fkt.zuordnung A1 GRUND:
Spannung U12 norm.
010 114 MESSA: Haltezeit Ausg. A1 1.00 s
037 104 MESSA: skal. min. Wert A1 0.013 ( entspr. 0.02 Unom)
037 105 MESSA: skal. Knickpunkt A1 0.067 ( entspr. 0.10 Unom)
037 106 MESSA: skal. max. Wert A1 0.667 ( entspr. 1.00 Unom)
037 107 MESSA: m i n . A n z e i g e we r t A 1 4 mA
037 108 MESSA: Knickpunkt Anz. A1 16 mA
037 109 MESSA: m a x . A n z e i g e we r t A 1 18 mA

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-69


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Durch Einstellung von M E S S A : m i n . A n z e i g e w e r t A x wird der Ausgangsstrom


bestimmt, der bei Werten kleiner/gleich dem eingestellten minimal zu übertragenden
Messwert ausgegeben wird. Die Einstellung M E S S A : m a x . A n z e i g e w e r t A x
bestimmt den Ausgangsstrom, der beim maximal zu übertagenden Messwert ausge-
geben wird. Durch Definition des Knickpunktes sind zwei Kennlinienabschnitte mit
unterschiedlicher Steigung realisierbar. Bei der Einstellung ist zu berücksichtigen, dass
nur eine monoton steigende oder eine monoton fallende Kennlinie zulässig ist. Bei einer
abweichenden Einstellung wird die Meldung S E L B Ü : U n z u l . K e n n l . A x generiert.

Hinweis:

Die Prüfung der eingestellten Kennlinie sowie die Annahme der Kennlinie durch das
Gerät bei zulässiger Einstellung finden erst dann statt, wenn das Gerät bei
G R U N D : G e r ä t o n l i n e wieder on-line geschaltet wird.

Ia / mA
20
Max.
Anzeigewert 18
Knickpunkt
16
Anzeigewert
14

12

10

6
Min.
Anzeigewert 4
2

0
0 0.02 0.1 1 1.2 1.3 1.4 1.5 Unom
0,013 0,067 0,667 1,0 Mx,skal

19Z5265A_DE
D5Z52KFA

3-39 Beispiel für eine Kennlinie der analogen Messwertausgabe. In diesem Beispiel ist der Bereichs-Anfangswert gleich 0, es ist aber auch
eine vorzeichenbehaftete Ausgabe möglich (entsprechend dem Beispiel im Abschnitt BCD-codierte Messwertausgabe).

3-70 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-40 Analoge Messwertausgabe

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-71


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.10.3 Ausgabe „externer“ Messwerte

Über die Kommunikationsschnittstelle können Messwerte externer Einrichtungen, die auf


0 ... 100 % skaliert sein müssen, auf die folgenden Parameter des P132 geschrieben
werden:

… MESSA: Ausgabe Wert 1


… MESSA: Ausgabe Wert 2
… MESSA: Ausgabe Wert 3

Bei entsprechender Konfiguration der BCD-codierten Messwertausgabe oder der Kanäle


der analogen Messwertausgabe werden diese „externen“ Messwerte BCD-codiert bzw.
als eingeprägter Gleichstrom vom P132 ausgegeben.

3-72 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.11 Konfiguration und Betriebsart der Leuchtanzeigen (Funktionsgruppe LED)

Das P132 verfügt über 23 Leuchtanzeigen zur Signalisierung binärer Signale. Vier der
Leuchtanzeigen sind fest mit Funktionen belegt. Die übrigen Leuchtanzeigen sind frei
konfigurierbar. Diese frei konfigurierbaren LEDs können rot oder grün oder gelb
leuchten (wobei gelb nicht unabhängig konfiguriert werden kann, sondern sich als
Mischfarbe aus rot und grün ergibt).

Konfiguration der
Leuchtanzeigen
Jeder der zwei Farben rot und grün der frei konfigurierbaren Leuchtanzeigen kann
jeweils eine binäre Meldung zugeordnet werden. Dieselbe binäre Meldung kann auf
mehrere Leuchtanzeigen (bzw. Farben) konfiguriert werden.

Leucht- Beschriftung Konfiguration


anzeige

H 1 (grün) „Betrieb“ Nicht konfigurierbar. H 1 signalisiert die Funktionsbereitschaft des


Geräts (Versorgungsspannung vorhanden).
H 17(rot) „Änderungsmod.“ Nicht konfigurierbar. H 17 signalisiert den Eingabemodus. Nur in
diesem Modus können Einstellungen durch Betätigen der „Auf“-/ „Ab“-
Taster geändert werden. (Siehe den Abschnitt ‘Anzeige und Tastatur’
im Kapitel 6.)

H 2 (gelb) „Block./Störung“ Fest belegt mit der Funktion G R U N D : B l o c k i e r t / S t ö r u n g .


H 3 (gelb) „Warnung“ Fest belegt mit der Funktion SEL BÜ : W a r n u n g ( L E D ) .

H 4 (rot) „Aus Kommando“ Beim P132 standardmäßig belegt mit der Funktion
G R U N D : G e n . A u s M e l d u n g – K onfiguration aber änderbar. Die
Lieferkonfiguration ist den Anschlussplänen am Ende von Kapitel 5 oder
den Lieferunterlagen zu entnehmen.
H 4 (grün) ---- Die grüne Farbe dieser Leuchtanzeige ist frei konfigurierbar.

H 5 bis H 16 ---- Beide Farbanteile (rot/grün) dieser Leuchtanzeigen sind unabhängig


H 18 bis H 23 voneinander frei konfigurierbar.
(Anmerkung: H 10 – H 16, H 18 – H 23 fehlen beim Gehäuse 24T.)

Das folgende Bild illustriert die Anordnung der Leuchtanzeigen auf der Vor-Ort-
Bedienung für die Gehäuse 40T/84T (links) und 24T (rechts).

H4
H3
Aus Kommando
Warnung
F1 H18

H2 Block. / Störung
H1
H17
Betrieb
Änderungsmod.
F2 H19

H5
H6
F3 H20
H7
H8 C
G
H9
H10
G F4 H21
H11
H12
G G F5
G

H13 H22
H14
H15
H16
G F6 H23

12Z6100B_DE

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-73


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Betriebsart der
Leuchtanzeigen
Für jede der frei konfigurierbaren Leuchtanzeigen kann eine Betriebsart eingestellt
werden, durch die festgelegt wird, ob die Leuchtanzeige in Arbeits- (AS) oder Ruhe-
strombetrieb (RS) betrieben wird, ob sie blinkt und ob sie in Selbsthaltung geht. Die
Selbsthaltung wird – abhängig von der gewählten Betriebsart – manuell über Einstell-
parameter oder einen entsprechend konfigurierten binären Signaleingang (siehe
„Grundfunktionen des P132“), zu Beginn eines neuen Störfalles oder einer neuen
Netzstörung aufgehoben.

Insgesamt ergeben sich hieraus als Betriebsarten alle 23=8 möglichen Kombinationen
aus den Komponenten

• blinkend / nicht blinkend,


• Arbeitsstrom / Ruhestrom,
• nicht speichernd / speichernd mit manueller Rückstellung,

zuzüglich den 4 Betriebsarten

• Arbeitsstrom mit Rückstellung bei neuem Störfall (blinkend / nicht blinkend) und
• Arbeitsstrom mit Rückstellung bei neuer Netzstörung (blinkend / nicht blinkend),

also insgesamt 12 mögliche Betriebsarten.

3-74 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

LED: Betriebs-
art H xx
[ xxx xxx ]

1
2
3
4
5
6

7
8
9
10
11
-Hxx
12 (rot)
1: AS nicht speichernd ! G !
2: AS man. Rückstellung
3: AS Rückst. b. Störf.
≥1
4: AS Rückst. b. Netzst
5: RS nicht speichernd
6: RS man. Rückstellung
7: AS nicht speich. bl
8: AS man.Rück. bl
9: AS Rst. b. Störf. bl LED: Zustand H xx
10: AS Rst. b. Netzst bl & rot
[ zzz zzz ]
11: RS nicht speich. bl &
12: RS man. Rückst. bl &

& S1 1
R1
LED: Fkt.zuord.
Hxx rot
[ yyy yyy ]

Meldung 1
Meldung 2
Meldung 3 m aus n LED: Zustand H xx
Meldung n & grün
[ zzz zzz ]
&
&
ausgew. Meldungen
& S1 1
R1
LED: Fkt.zuord.
Hxx grün
[ yyy yyy ]

Meldung 1
Meldung 2 -Hxx
Meldung 3 m aus n (grün)
Meldung n

ausgew. Meldungen &

&
ST AZ: Ereignis
läuft
[ 035 000 ] &
ST_AZ: Netzstö-
rung läuft
[ 035 004 ]
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]
GRUND: General
Rückst. BED
[ 003 002 ]
1: ausführen
GRUND: Rückst.
LED
306 020
12Z6200A_DE

3-41 Konfiguration und Betriebsart der Leuchtanzeigen

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-75


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.12 Grundfunktionen des P132 (Funktionsgruppe GRUND)

3.12.1 Erfassung binärer Meldungen für die Steuerung

Standardfunktionen der Meldungserfassung für Meldungen, die Steuerungsaufgaben


dienen, sind Echtzeiterfassung (Zeitstempelung), Entprellung und Flatterunterdrückung.
Jede dieser Meldungen kann einer von drei Gruppen zugeordnet werden, für die jeweils
Entprellzeit und Flatterunterdrückung eingestellt werden können. Die Abstimmung der
beiden Parameter gestattet die Unterdrückung von Meldungsflanken, wie sie z.B. ein
prellender Kontakt hervorruft, sowie von Meldungen, die von Gebern im Bereich des
Kipp-Punktes verursacht werden.

12Z5167A_DE

3-42 Gruppenzuordnung und Einstellung von Entprellung und Flatterunterdrückung am Beispiel der Gruppe 1

3-76 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Entprellung
Mit der ersten Flanke einer Meldung wird eine Zeitstufe gestartet, die für die Dauer der
eingestellten Entprellzeit läuft. Bei jeder Flanke innerhalb des Ablaufes der Entprellzeit
wird die Zeitstufe retriggert.

Ist das Signal bis zum Ablauf der eingestellten Entprellzeit stabil, wird ein Telegramm
generiert, das den Zeitstempel der ersten Flanke erhält. Mit Hilfe des Wertes „Nach der
Entprellung“ des Einstellparameters G R U N D : Z e i t s t e m p e l kann der Zeitstempel
stattdessen auch nach der Entprellung gesetzt werden.

Hat das Signal nach Ablauf der Entprellzeit den gleichen Zustand wie vor Auftreten der
ersten Flanke, wird kein Telegramm generiert.

Da auch die Zeitstempel-Einträge des Zeitpunktes der ersten Flanke immer erst nach
Ablauf der Entprellzeit generiert werden, werden diese bei unverzögerter Ablage
(Einstellung GR U N D : Z e i t s t e m p e l auf den Wert 1.Fl.,BS evtl.unsort) eventuell nicht
in chronologischer Reihenfolge im Betriebsspeicher abgelegt. Bei Einstellung auf
1.Fl.,BS immer sort. dagegen werden die Einträge immer in chronologischer Reihenfolge
im Betriebsspeicher abgelegt.

3-43 Signalverlauf bei Entprellung beim Setzen des Zeitstempels mit der 1. Flanke
(d.h. bei Einstellung von G R U N D : Z e i t s t e m p e l ( 221 098) a u f den Wert „1.Fl.,BS evtl.unsort“ oder „1.Fl.,BS immer sort.“)
Beispiel: eingestellte Entprellzeit: 50 ms
K: kommend
G: gehend

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-77


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Flatterunterdrückung
Mit dem Senden des ersten Telegrammes wird eine Zeitstufe gestartet, die für die Dauer
der eingestellten Überwachungszeit läuft. Während des Ablaufes der Zeitstufe werden
für die zulässigen Signalwechsel Telegramme generiert. Die Anzahl der zulässigen
Signalwechsel ist einstellbar. Bei Auftreten des ersten „unzulässigen“ Signalwechsels,
wird kein Telegramm mehr generiert und die Zeitstufe retriggert. Bei jedem neuen
Signalwechsel während des Ablaufes der Zeitstufe wird sie erneut retriggert. Nach
Ablauf der Zeitstufe werden bei Signalwechsel erneut Telegramme generiert.

3-44 Signalverlauf bei Entprellung und Flatterunterdrückung


Beispiel: eingestellte Entprellzeit: 20 ms
eingestellte Laufzeit Flatterüberwachung: 200 ms
Anzahl der zulässigen Signalwechsel: 4
K: kommend
G: gehend

3-78 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.12.2 Auswahl des Schaltfeldtypes

Das P132 ist konzipiert für die Steuerung von maximal drei Schaltgeräten. Die
Topologie eines Schaltfeldes mit seinen Schaltgeräten wird durch den Schaltfeldtyp
definiert.

Das P132 verfügt über eine Reihe von vordefinierten Schaltfeldtypen. Sollte der
benötigte Schaltfeldtyp nicht in der Standard-Auswahl enthalten sein, ist es möglich, vom
Hersteller des P132 einen anwenderspezifischen Schaltfeldtyp definieren zu lassen, der
in das P132 nachgeladen werden kann. Der Anwender kann einen neuen Schaltfeldtyp
auch selbst im Schaltfeldeditor (MiCOM S1) definieren. Die Nummer des
nachgeladenen Schaltfeldes wird unter G R U N D : a n w . s p e z . S c h a l t f . t y p
angezeigt.

Mit Auswahl des Schaltfeldtypes ist es möglich, dass vom P132 automatisch eine
Konfiguration der binären Ein- und Ausgänge mit Funktionen, die für die Steuerung der
Schaltgeräte erforderlich sind, durchgeführt wird. Welche Ein- und Ausgänge bei einer
automatischen Konfiguration belegt werden, ist der Liste der Schaltfeldtypen im Anhang
zu entnehmen.

12Z51AQA_DE

3-45 Auswahl des Schaltfeldtypes

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-79


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.12.3 Aufbereitung der Messgrößen

Dem P132 werden die sekundären Leiterströme der Anlagenwandler zugeführt.


Desweiteren ist optional der Anschluss an bis zu fünf Spannungswandler möglich. Die
Messgrößen werden – galvanisch getrennt – auf normierte Elektronikpegel umgesetzt.
Im Leiterstrompfad sind zur Unterdrückung von aperiodischen Signalanteilen Luftspalt-
wandler eingesetzt. Die analogen Größen werden digitalisiert und stehen so für die
weitere Verarbeitung zur Verfügung.

Einstellungen, die nicht auf Nenngrößen bezogen vorgenommen werden, werden vom
P132 auf Nenngrößen umgerechnet. Hierfür sind die sekundären Nennströme und
Nennspannungen der Anlagenwandler einzustellen.

Am P132 ist der Anschluss-Sinn der Messkreise einzustellen. Bild 3-46 zeigt den
standardmäßigen Anschluss. Die Phase der digitalisierten Ströme wird durch diese
Einstellung um 180° gedreht.

Soll das P132 mit wattmetrischer Erdschlussrichtungserkennung arbeiten, muss der


Stromwandler T4 an einen Stromwandler in Holmgreenschaltung – wie im Bild 3-46
gestrichelt dargestellt – oder an einen Kabelumbauwandler angeschlossen werden.

Bei Bestückung des P132 mit der Temperaturmesskarte (RTD-Baustein für PT 100, Ni
100 oder Ni 120, Anschlussplan im Anhang D) können zusätzlich zu einem PT100-
Widerstandsthermometer am Analogbaustein (E/A) weitere Temperaturfühler an der
Temperaturmesskarte angeschlossen werden wie im Abschnitt „Messwerteingabe,
Anschluss der Temperaturfühler an der Temperaturmesskarte (RTD-Baustein)“ in Kapitel
3 beschrieben.

3-80 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

L1
L2
L3

GRUND: Uref,nom
Wandl. sek.
[ 031 052 ]
1U
2U Uref

GRUND: Anschl. GRUND: Inom


Meßkreise IL Gerät
[ 010 004 ] [ 010 003 ]
I1
T1 IL1
X X . Y
I2
IL2
T2 X X . Y
I3 IL3
X X . Y
T3 1: standardmäßig
IE (Y = 1)
2: umgekehrt
T4 (Y = -1)

GRUND: Anschl. GRUND: IE,nom


Meßkreise IE Gerät
[ 010 019 ] [ 010 026 ]

IE
X X . Y
1: standardmäßig
(Y = 1)
2: umgekehrt
(Y = -1)

GRUND: UNE,nom
Wandler sek.
[ 010 028 ]
n e
n UN-E

GRUND: Unom
Wandler sek.
U [ 010 009 ]

e V UL1-E
UL2-E
W
UL3-E
N

12Z6202A_DE

3-46 Anschluss der Messkreise des P132. (Bei Bestückung des P132 mit der Temperaturmesskarte (RTD-Baustein):
siehe auch die Verweise im vorausgehenden Text.)

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-81


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.12.4 Betriebsmesswerterfassung

Das P132 verfügt über eine Betriebsmesswerterfassung, die die vom P132 gemessenen
Ströme und Spannungen und daraus abgeleitete Größen anzeigt. Es müssen ein-
stellbare Mindestschwellen überschritten werden, damit Messwerte angezeigt werden.
Falls die Mindestschwellen nicht überschritten werden, wird der Wert „nicht
eingemessen“ angezeigt. Folgende Messgrößen werden angezeigt:

… Leiterstöme aller drei Leiter


… Maximaler Leiterstrom
… Minimaler Leiterstrom
… Verzögerter und gespeicherter maximaler Leiterstrom
… Erdstrom, den das P132 am Wandler T 4 misst
… Leiter-Erd-Spannungen
… Summe der drei Leiter-Erd-Spannungen
… Leiter-Leiter-Spannungen
… Maximale Leiter-Leiter-Spannung
… Minimale Leiter-Leiter-Spannung
… Mit- und Gegensystemspannung, jeweils bezogen auf Unom
… Mit- und Gegensystemstrom und -spannung unter Berücksichtigung der eingestellten
Phasenfolge (alternative Terminologie: Drehfeld)
… Verlagerungsspannung, die das P132 am Wandler T 90 misst
… Referenzspannung, die das P132 am Wandler T 15 misst
… Wirk-, Blind- und Scheinleistung
… Wirkleistungsfaktor
… Lastwinkel ϕ in allen drei Leitern (sowohl nicht normiert als auch normiert auf 100°)
… Winkel zwischen gemessenem Erdstrom und gemessener Verlagerungsspannung
(sowohl nicht normiert als auch normiert auf 100°)
… Phasenlage zwischen errechnetem und gemessenem Erdstrom (sowohl nicht
normiert als auch normiert auf 100°)
… Frequenz
… Positive und negative Wirk- und Blindarbeit

Die Messwerte werden in Abständen von ca. 1 s aktualisiert. Die Aktualisierung wird ab-
gebrochen, wenn eine Generalanregung vorliegt oder die Selbstüberwachung einen
Fehler der Hardware feststellt.

3-82 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Strommesswerte
Die Strommesswerte werden sowohl bezogen auf die Nenngrößen des P132 als auch in
Primärgrößen angezeigt. Damit eine Anzeige in Primärwerten erfolgen kann, ist der
primäre Nennstrom des Anlagenstromwandlers am P132 einzustellen.

Phasenfolge L1-L2-L3 Phasenfolge L1-L3-L2


(bzw. Drehfeld rechtsdrehend): (bzw. Drehfeld linksdrehend):

Igegen =
1
(
⋅ I + a 2 ⋅ IL2 + a ⋅ IL3
3 L1
) I gegen =
1
3
(
⋅ I L1 + a ⋅ I L 2 + a 2 ⋅ I L 3 )
Imit =
1
(
⋅ I + a ⋅ IL 2 + a 2 ⋅ IL 3
3 L1
) Imit =
1
(
⋅ I + a 2 ⋅ IL 2 + a ⋅ IL 3
3 L1
)
a = e j120°
a 2 = e j240°

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-83


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

GRUND: Freigabe
Meßwerte IL
GRUND: General- [ 011 030 ]
Anregung int.
306 539

GRUND: Hardware- c
fehler
306 540

IL1 c1
IL2 c2
IL3 c3
c4
c5
c6

1 GRUND: Strom I1
norm.
[ 005 041 ]

2 GRUND: Strom I2
norm.
[ 006 041 ]

3 GRUND: Strom I3
norm.
[ 007 041 ]
+
+ 4 GRUND: Strom
+ (IL) norm.
[ 005 011 ]

5 GRUND: Strom
COMP IL,max norm.
[ 005 051 ]

6 GRUND: Strom
IL,min norm.
[ 005 056 ]

Imax GRUND: IL,max,


verz. norm.
Imin [ 005 037 ]

GRUND: IL,max,
gesp. norm.
[ 005 035 ]

GRUND: Inom
Wandler prim.
[ 010 001 ]

GRUND: Strom I1
prim.
[ 005 040 ]

GRUND: Strom I2
prim.
[ 006 040 ]

GRUND: Strom I3
prim.
[ 007 040 ]
GRUND: Einst.z. GRUND: Strom
IL,max,verz (IL) prim.
GRUND: Rückst. [ 010 113 ] [ 005 010 ]
IL,max,g.BED
[ 003 033 ] GRUND: Strom
IL,max prim.
[ 005 050 ]
0
GRUND: Strom
1 IL,min prim.
[ 005 055 ]
GRUND: General 0: nicht ausführen
Rückst. BED 1: ausführen
[ 003 002 ] GRUND: IL,max,
1: ausführen verz. prim.
[ 005 036 ]
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ] GRUND: IL,max,
gesp. prim.
GRUND: Rückst. [ 005 034 ]
IL,max,g.EXT R
[ 005 211 ]

12Z6163B_DE

3-47 Betriebsmesswerte Leiterstrom

3-84 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-48 Betriebsmesswert Erdstrom

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-85


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Verzögerte
Maximalstromanzeige
Das P132 bietet die Möglichkeit, den Maximalwert der drei Leiterströme verzögert
anzuzeigen. Die verzögerte Maximalstromanzeige folgt dem Wert des Maximalstromes
Imax nach einer e-Funktion (siehe oberen Kurvenverlauf in Bild 3-49). Über G R U N D :
E i n s t . z . I L , m a x , v e r z wird die Zeit eingestellt, nach der die verzögerte Maximal-
stromanzeige 95 % vom Maximalstrom Imax erreicht hat.

Gespeicherte Maximal-
stromanzeige
Der gespeicherte Maximalstrom folgt dem verzögerten Maximalstrom. Ist der Wert des
verzögerten Maximalstromes rückläufig, bleibt der höchste Wert des verzögerten Maxi-
malstromes gespeichert. Die Anzeige bleibt solange konstant, bis der aktuelle, ver-
zögerte Maximalstrom den Wert des gespeicherten Maximalstromes überschreitet (siehe
mittleren Kurvenverlauf in Bild 3-49). Über G R U N D : R ü c k s t . I L , m a x , g e s p . wird
der gespeicherte Maximalstrom auf den aktuellen Wert des verzögerten Maximalstromes
gestellt (siehe unteren Kurvenverlauf in Bild 3-49).

3-86 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

GRUND: Strom
IL,max norm.
[ 005 051 ]

GRUND: IL,max,
verz. norm.
[ 005 037 ]

GRUND: Einst.z. GRUND: Einst.z.


IL,max,verz IL,max,verz
[ 010 113 ] [ 010 113 ]

GRUND: Strom
IL,max norm.
[ 005 051 ]

GRUND: IL,max,
gesp. norm.
[ 005 035 ]

GRUND: Einst.z. GRUND: Einst.z.


IL,max,verz IL,max,verz
[ 010 113 ] [ 010 113 ]

GRUND: Strom
IL,max norm.
[ 005 051 ]

GRUND: IL,max,
gesp. norm.
[ 005 035 ]

GRUND: Einst.z. GRUND: Einst.z.


IL,max,verz IL,max,verz
[ 010 113 ] [ 010 113 ]

GRUND: Rückst.
IL,max,g.BED
[ 003 033 ]

GRUND: Rückst.
IL,max,g.EXT
[ 005 211 ] 50Z0115A_DE

3-49 Funktionsweise der verzögerten und der gespeicherten Maximalstromanzeige

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-87


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Spannungsmesswerte
Die Spannungsmesswerte werden sowohl bezogen auf die Nenngrößen des P132 als
auch in Primärgrößen angezeigt. Damit eine Anzeige in Primärwerten erfolgen kann, ist
die primäre Nennspannung des Anlagenwandlers am P132 einzustellen.

3-50 Ermittlung der minimalen und maximalen Leiter-Erd- und Leiter-Leiter-Spannungen.

3-88 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-51 Betriebsmesswerte Leiter-Erd- und Leiter-Leiter-Spannungen

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-89


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-52 Betriebsmesswert Verlagerungsspannung

3-53 Betriebsmesswert Referenzspannung

3-90 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Messwerte Leistung,
Wirkleistungsfaktor und
Winkel
Die Lastwinkel und der Winkel zwischen gemessenem Erdstrom und gemessener
Verlagerungsspannung werden nur ermittelt, wenn der zugehörige Strom und die
zugehörige Spannung oberhalb von bestimmten Mindestschwellen liegen.

Der Parameter G R U N D : B e t r . M e ß r i c h t u n g P , Q kann von standardmäßig auf


umgekehrt gesetzt werden, falls gewünscht wird, dass die folgenden Betriebsmesswerte
mit umgekehrtem Vorzeichen angezeigt werden (siehe Bild 3-54):

… GRUND: Wirkleistung P norm.


… GRUND: Blindleistung Q norm
… GRUND: Wirkleistung P prim.
… GRUND: Blindleistung Q prim
Alle anderen Betriebsmesswerte bleiben unbeeinflusst von der Einstellung dieses
Parameters. Zu beachten ist ferner, dass die Invertierung des Vorzeichen nur die
Anzeige der Betriebsmesswerte betrifft, sämtliche Schutzfunktionen verwenden intern
die nicht-invertierten Messwerte.

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-91


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

GRUND: Inom
Wandler prim.
[ 010 001 ]
GRUND: Unom
Wandler prim.
[ 010 002 ] GRUND: Schein-
leist. S norm.
[ 005 026 ]

GRUND: Wirk-
leistungsfaktor
[ 004 054 ]
GRUND: Schein-
leist. S prim.
[ 005 025 ]
IL1 > 0,025 Inom GRUND: Betr.Meß-
richtung P,Q
[ 006 096 ]
IL2 GRUND: Wirk-
> 0,025 Inom leistung P norm.
X X . Y [ 004 051 ]
GRUND: Blind-
IL3 X X . Y leistung Q norm
> 0,025 Inom [ 004 053 ]
X X . Y GRUND: Wirk-
leistung P prim.
X X . Y [ 004 050 ]
UL1-E > 1,5 V GRUND: Blind-
1: standardmäßig leistung Q prim
(Y = 1) [ 004 052 ]
2: umgekehrt
(Y = -1)
UL2-E > 1,5 V

UL3-E > 1,5 V

IE > 0,02 IEnom


GRUND: Lastwinkel
C phi1 norm
UN-E [ 005 073 ]
> 1,5 V

GRUND: Lastwinkel
phi1
[ 004 055 ]

GRUND: Lastwinkel
C phi2 norm
[ 005 074 ]

GRUND: Lastwinkel
phi2
[ 004 056 ]

C GRUND: Lastwinkel
phi3 norm
[ 005 075 ]

GRUND: Lastwinkel
phi3
[ 004 057 ]

C GRUND: Winkel
phiE norm
[ 005 076 ]

GRUND: Winkel
phiE
[ 004 072 ]

GRUND: Winkel
C ULE/IE norm
[ 005 072 ]

GRUND: Winkel
ULE zu IE
[ 005 009 ]

GRUND: General-
anregung int.
306 539

GRUND: Hardware-
fehler
306 018

3-54 Betriebsmesswerte Leistung, Wirkleistungsfaktor und Winkel

3-92 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Phasenlage IE
Das P132 prüft, ob die Phasenlagen von errechnetem Erdstrom und gemessenem
Erdstrom übereinstimmen. Ist die Phasenverschiebung zwischen den beiden Strömen
≤ 45°, wird „gleichphasig“ angezeigt.

3-55 Phasenlage zwischen errechnetem und gemessenem Erdstrom

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-93


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Frequenz
Das P132 ermittelt die Frequenz aus der Spannung UL1-L2. Die Spannung muss eine
Mindestschwelle von 0,65 Unom überschreiten, damit die Frequenz ermittelt wird.

3-56 Frequenzmessung

3-94 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Positive und negative


Wirk- und Blindarbeit
Aus den vorzeichenbehafteten primären Wirk- bzw. Blindleistungen ermittelt das P132
die positive und negative Wirk- und Blindarbeit.

Zur Ermittlung der Wirk- und Blindarbeit sind zwei unterschiedliche Verfahren wählbar.
Bei Auswahl von Verfahren 1 werden Wirk- und Blindarbeit in Abständen von ca. 2 s
ermittelt. Ist das Verfahren 2 ausgewählt, erfolgt die Berechnung der Wirk- und
Blindarbeit in Abständen von ca. 100 ms. Damit wird eine höhere Genauigkeit erreicht.
Bei Überschreiten des maximalen Messbereiches von 655,35 MWh bzw. 655,35 Mvarh,
wird ein Zähler inkrementiert, und die Ermittlung der Arbeit beginnt erneut. Dabei erfolgt
ein Übertrag des Wertes, der außerhalb der Messbereichsgrenzen lag, auf die neue
Messung.

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-95


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Die Gesamtarbeit errechnet sich wie folgt:

Gesamtarbeit = Anzahl Überläufe ∗ 655,35 + aktueller Zählerstand

3-57 Ermittlung der positiven und negativen Wirk- und Blindarbeit

3-96 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Einsatz der Verfahren zur


Arbeitsmessung

Verfahren Eigenschaften Einsatz bei

1 … Berechnung der Wirk-/Blindarbeit mit einer … Bei konstanter Last und bei Änderung von
Zykluszeit von ca. 2 s. Lastschwankungen nicht kleiner 1 Sekunde.
… Dieses Verfahren bewirkt eine geringe … Phasenwinkel kleiner 70° (cosϕ > 0,3 ).
Systembelastung.

2 … Berechnung der Wirk-/Blindarbeit mit einer … Bei schnell veränderlicher Last.


Zykluszeit von ca. 100 ms.
… Phasenwinkel kleiner 70° (cosϕ > 0,3).
… Höhere Systembelastung als Verfahren 1.

Der maximale Winkelfehler des P132 von 1° führt bei großen Phasenwinkeln zu einem
ansteigenden Messfehler, der (für den Bereich 0° ≤ ϕ < 90°) im folgenden Diagramm
dargestellt ist.
Fehler

5%

2%

45° 70° Phasenwinkel ϕ


S8Z0401B

3-58 Messfehler der Arbeitsmessung durch den Winkelfehler des P132

Der Messfehler beträgt: ca. ± 2 % vom Messwert für |cosϕ| ≥ 0,7


ca. ± 5 % vom Messwert für |cosϕ| ≥ 0,3
wobei der gesamte Messbereich -180° ≤ ϕ ≤ 180° ist.

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-97


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Bei Phasenwinkeln ϕ mit |cosϕ| < 0,3, oder wenn die aus der maximalen
Winkelgenauigkeit resultierende Ungenauigkeit der Arbeitsmesswerte nicht toleriert
werden kann, müssen externe Zähler für die Erfassung der Arbeit eingesetzt werden

3.12.5 Konfiguration und Einschalten der Gerätefunktionen

Der Funktionsumfang des Gerätes kann durch Konfiguration an die Erfordernisse der
Hochspannungsanlage angepasst werden. Durch Einschluss der gewünschten Geräte-
funktionen in die Konfiguration und Dekonfiguration der anderen Gerätefunktionen
schafft sich der Anwender ein individuell konfiguriertes Gerät. Parameter, Meldungen
und Messwerte von Gerätefunktionen, die dekonfiguriert sind, werden an der Vor-Ort-
Bedienung nicht angezeigt. Allgemeine Funktionen, wie z.B. Betriebsaufzeichnung
(BT_AZ) oder Grundfunktionen (GRUND) können nicht dekonfiguriert werden.

Dekonfigurieren einer
Gerätefunktion
Um eine Gerätefunktion zu dekonfigurieren, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt
sein:

… Die Gerätefunktion muss ausgeschaltet sein.


… Keinem binären Eingang darf eine Funktion der zu dekonfigurierenden Gerätefunktion
zugeordnet sein.
… Es darf keine Meldung der Gerätefunktion auf einen binären Ausgang oder eine
Leuchtanzeige konfiguriert sein.

… Keine Funktion der zu dekonfigurierenden Gerätefunktion darf in einem


Listenparameter ausgewählt sein.

Im Ordner „Konfigurationsparameter“ des Menübaumes finden sich die Einstellparameter


zur Dekonfiguration von Gerätefunktionen. Beispielsweise kann die Funktionsgruppe
„GRENZ“ mit dem Einstellparameter G R E N Z : F k t . g r u p p e G R E N Z dekonfiguriert
werden, indem man den Wert auf „ohne“ setzt. Mit dem gleichen Einstellparameter kann
die Funktion GRENZ durch Einstellen von „mit“ wieder in die Konfiguration einge-
schlossen werden.

Zu welcher Gerätefunktion ein Parameter, eine Meldung oder ein Messwert gehört, ist
durch den Funktionsgruppenbezeichner, z.B. „GRENZ:“, definiert. In der folgenden
Beschreibung der Gerätefunktionen wird davon ausgegangen, dass die jeweilige
Gerätefunktion konfiguriert ist.

3-98 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Aus-/Einschalten der
Gerätefunktion
Über die Dekonfiguration von Gerätefunktionen hinaus besteht die Möglichkeit, das
Gerät über einen Funktionsparameter oder binäre Signaleingänge auszuschalten. Über
binäre Signaleingänge kann der Schutz nur dann aus-/eingeschaltet werden, wenn so-
wohl die Funktion G R U N D : S c h u t z a u s s c h . E X T als auch G R U N D : S c h u t z
e i n s c h . E X T konfiguriert ist. Ist nur eine oder keine der beiden Funktionen konfigu-
riert, wird dies wie „Schutz extern eingeschaltet“ bewertet. Sind die Ansteuersignale der
binären Signaleingänge unplausibel, z.B. beide logisch „1“, bleibt der letzte plausible
Zustand gespeichert.

Hinweis! Wird der Schutz über den auf G R U N D : S c h u t z a u s s c h . E X T


konfigurierten binären Signaleingang ausgeschaltet, erfolgt keine Meldung
GRUND: Blockade/Störung.

3-59 Aus-/Einschalten der Gerätefunktionen

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-99


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Aus-/Einschalten der
Erdstrommess-Systeme
des
UMZ-/AMZ-Schutzes
Das Aus-/Einschalten kann über Einstellparameter oder binäre Signaleingänge erfolgen.

Über G R U N D : S c h u t z E e i n g . B E D wird das Einschalten freigegeben. Ist diese


Freigabe gesetzt, können die Erdstrommess-Systeme des UMZ-/AMZ-Schutzes über
Einstellparameter oder entsprechend konfigurierte binäre Signaleingänge aus-/ein-
geschaltet werden. Dabei sind Einstellparameter und binäre Signaleingänge gleich-
berechtigt. Ist nur die Funktion G R U N D : S c h u t z E e i n s c h . E X T einem binären
Signaleingang zugeordnet, werden die Erdstrommess-Systeme des UMZ-/AMZ-
Schutzes mit einer positiven Flanke des Eingangssignals eingeschaltet, mit einer
negativen ausgeschaltet. Im Falle, dass nur die Funktion G R U N D : S c h u t z E
a u s s c h . E X T einem binären Signaleingang zugeordnet wurde, bewirkt ein Signal an
diesem Eingang nichts.

3-100 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-60 Aus-/Einschalten der Erdstrommess-Systeme des UMZ-/AMZ-Schutzes

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-101


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.12.6 Umschaltung auf „dynamische Parameter“

Über einen entsprechend konfigurierten binären Signaleingang besteht für einige


Schutzfunktionen die Möglichkeit, für die Dauer der eingestellten Haltezeit auf andere
Einstellungen – die „dynamischen Parameter“ – umzuschalten. Ist die Haltezeit auf 0 s
eingestellt, erfolgt die Umschaltung solange der binäre Signaleingang angesteuert ist.

GRUND: Haltez.
dyn.Para. PSx
[ * ]

GRUND: Umsch. GRUND: dyn.


dyn.Param.EXT 1 Param. aktiv
[ 036 033 ] [ 040 090 ]

t1 = 0 s &

Parameter- GRUND: Haltez.


dyn.Para. PSx
satz 1 018 009
satz 2 001 211
satz 3 001 212
satz 4 001 213
12Z6205A_DE

3-61 Umschaltung auf „dynamische Parameter“

3-102 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.12.7 Rushstabilisierung

Die Rushstabilisierung erkennt Stromspitzen, die beim Einschalten von Transformatoren


oder Maschinen auftreten, und blockiert in diesen Fällen folgende Funktionen:

… die Leiterstromanregung und die Gegensystemstromanregung des


Überstromzeitschutzes (UMZ)
… die Leiterstromanregung und die Gegensystemstromanregung des abhängigen
Überstromzeitschutzes (AMZ).

Zur Erkennung eines Rush wertet die Rushstabilisierung das Verhältnis der Ströme der
zweiten Harmonischen zur Grundwelle aus. Überschreitet dieses Verhältnis die einge-
stellte Schwelle, spricht die Rushstabilisierung an. Ein weiterer einstellbarer
Stromtrigger blockiert die Rushstabilisierung, wenn der Strom die eingestellte Schwelle
überschreitet. Durch Einstellung der Betriebsart wird bestimmt, ob die
Rushstabilisierung leiterselektiv oder leiterübergreifend arbeitet.

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-103


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

GRUND: Betr.art
Rushst. PSx
[ * ]

0
1
2
0: ohne
1: leiter- &
übergreifend
2: leiterselektiv

GRUND: Rushst.
angesprochen
306 014

GRUND: I> Rushst.


& C aufh. PSx
GRUND: Schutz [ * ]
ein GRUND: Rushst. L1
306 001 angespr.
[ 041 027 ]
&
IL1
GRUND: Rushst. L2
angespr.
[ 041 028 ]
&
IL2
GRUND: Rushst. L3
angespr.
[ 041 029 ]
&
IL3

0,1 Inom

GRUND: Rush
I(2fn)/I(fn)PSx
[ * ]

fnom
I(2*fn)/I(fn)
2*fnom

fnom

2*fnom I(2*fn)/I(fn)

fnom

2*fnom I(2*fn)/I(fn)

Parameter GRUND: Betr.art GRUND: I> Rushst. GRUND: Rush


Rushst. PSx aufh. PSx I(2fn)/I(fn)PSx
satz 1 017 097 017 095 017 098
satz 2 001 088 001 085 001 091
satz 3 001 089 001 086 001 092
satz 4 001 090 001 087 001 093

12Z6206A_DE

3-62 Rushstabilisierung

3-104 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.12.8 Funktionssperren

Durch Einbeziehung der Funktionssperren in die Feldverriegelung können Schalthand-


lungen unabhängig vom aktuellen Schaltzustand verhindert werden, z.B. durch ein
externes Signal „LS Antrieb nicht bereit“ oder das Schutz Aus einer externen Schutz-
einrichtung.

Den Funktionssperren 1 und 2 können über einen 1-aus-n-Parameter die entprellten und
durch die Flatterunterdrückung bereinigten Signale eines binären Einganges oder die
Ausgänge der parametrierbaren Logik zugeordnet werden. Durch das Eingangssignal
der Funktionssperren wird eine Zeitstufe gestartet, nach deren Ablauf die Meldung
G R U N D : F k t . s p e r r e x a n g e s p r erfolgt.

3-63 Funktionssperren

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-105


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.12.9 Sammelblockade

Es können zwei Sammelblockaden über m aus n-Parameter definiert werden. Die


mögliche Auswahl ist der Adressenliste zu entnehmen. Auf diese Weise können über
einen entsprechend konfigurierten binären Signaleingang die durch die Auswahl
definierten Funktionen blockiert werden.

3-64 Sammelblockade

3-106 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.12.10 Blockade / Störung

Falls die Schutzfunktionen blockiert sind, erfolgt Signalisierung per Dauerlicht durch die
gelbe Leuchtanzeige H 2 am Vor-Ort-Bedienfeld sowie Meldung über das auf G R U N D :
B l o c k a d e / S t ö r u n g konfigurierte Ausgangsrelais. Darüberhinaus sind durch
Einstellung eines m-aus-n-Parameters Funktionen auswählbar, die zu der Meldung
G R U N D : B l o c k a d e / S t ö r u n g führen sollen.

3-65 Meldung „Blockade/Störung“

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-107


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.12.11 Verknüpfung der LS-Ein-Meldung zwischen Steuerung und Schutz

Mit Auswahl des Schaltfeldtypes wird festgelegt, bei welchem Betriebsmittel (BM01,
BM02 usw.) es sich um den Leistungsschalter handelt. Durch Einstellung G R U N D :
S i g n . z u o . L S E i n wird die Verknüpfung der Stellungsmeldung „Ein“ zwischen
Steuerung und Schutz hergestellt. Das heißt, ist die Verknüpfung hergestellt, muss nur
ein binärer Eingang mit der Rückmeldung des Leistungsschalters belegt werden.

GRUND: Sign.zuo.
LS Ein
[ 021 020 ]
BM01: Ein Mel-
dung EXT
[ 210 031 ]

BM02: Ein Mel-


dung EXT
[ 210 081 ]
BM03: Ein Mel-
dung EXT
[ 210 131 ]

GRUND: LS-Ein-
Ausgewählte Meldung Mldg. EXT
[ 036 051 ]
GRUND: LS-Ein-
Mldg. EXT
[ 036 051 ]

3-66 Verknüpfung der LS-Ein-Meldung zwischen Steuerung und Schutz

3-108 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.12.12 Ein Kommando

Der Leistungsschalter kann entweder durch die im P132 integrierte automatische


Wiedereinschaltung (AWE), die Synchronkontrollautomatik (SKA), über Einstell-
parameter oder einen entsprechend konfigurierten binären Signaleingang eingeschaltet
werden. Das Ein Kommando über Einstellparameter oder binären Signaleingang wird
nur ausgeführt, wenn kein Aus Kommando oder das Aus einer parallel arbeitenden
Schutzeinrichtung ansteht. Außerdem wird das Ein Kommando nicht ausgeführt, wenn
Leistungsschalter „Ein“-Stellung gemeldet wird. Die Dauer des Ein Kommandos ist
einstellbar.

Durch eine Ein Anforderung der AWE erfolgt bei eingeschalteter SKA das Ein
Kommando erst nach der Ein Freigabe der SKA.

Zähler der Ein Kommandos


Die Ein Kommandos werden gezählt. Der Zähler kann einzeln oder gemeinsam mit
weiteren Zählern rückgestellt werden (siehe Abschnitt „Rückstellmechanismen“). Bei
einer Ein Anforderung der AWE erfolgt bei eingeschalteter SKA das Ein Kommando erst
nach der Ein Freigabe der SKA.

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-109


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-67 Ein Kommando

3-110 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.12.13 Sammelmeldungen

Die Sammelmeldungen 1 und 2 werden durch OR-Verknüpfungen in der parametrier-


baren Logik gebildet. Welcher Ausgang der parametrierbaren Logik als Sammelmel-
dung interpretiert wird, wird durch Konfiguration der Eingangszuordnung der jeweiligen
Sammelmeldung festgelegt. Es wird sowohl eine aktualisierende als auch eine
gespeicherte Meldung generiert. Die Rückstellung der gespeicherten Meldung erfolgt
über folgende Mechanismen:

… Bei Generalrückstellung.
… Bei Rückstellung der Selbsthaltung.
… Bei Rückstellung der Leuchtanzeigen.
… Durch einen Befehl über die Kommunikationsschnittstelle.

Steht zum Zeitpunkt der Rückstellung die Sammelmeldung noch an, folgt die
gespeicherte Meldung der aktualisierenden Meldung.

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-111


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-68 Sammelmeldungen

3-112 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.12.14 Erdschlussmeldungen

Wird durch die wattmetrische Erdschlussrichtungserkennung oder die Erdschluss-


wischererkennung ein Erdschluss festgestellt, analysiert das P132 die Leiter-Erd-
Spannungen und schließt daraus auf den Leiter, in dem ein Erdschluss vorliegt.

Während eines Erdschlusses ermittelt das P132 die kleinste Leiter-Erd-Spannung und
prüft, ob die beiden übrigen Leiter-Erd-Spannungen die Schwelle von 0,2 Unom
überschreiten. Desweiteren müssen die beiden größeren Leiter-Erd-Spannungen um
Faktor 1,5 größer als die kleinste Leiter-Erd-Spannung sein. Sind diese Bedingungen
erfüllt, erfolgt eine Erdschlussmeldung für den Leiter mit der kleinsten Leiter-Erd-
Spannung.

3-69 Leiterselektive Erdschlussmeldungen

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-113


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Die durch die wattmetrische Erdschlussrichtungserkennung oder die Erdschlusswischer-


erkennung generierten Erdschlussmeldungen werden zu Sammelmeldungen
zusammengefasst.

3-70 Erdschluss-Sammelmeldungen

3-114 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.12.15 Anregemeldungen und Auslöselogik

Leiterselektive
Anregemeldungen
Aus den leiterselektiven Anregesignalen des unabhängigen Überstromzeitschutzes und
des abhängigen Überstromzeitschutzes werden gemeinsame leiterselektive Anrege-
meldungen gebildet.

Durch die leiterselektiven Anregesignale sowie die Signale der Erd- und Gegensystem-
anregung, wird eine einstellbare Zeitstufe gestartet. Während des Ablaufes der Zeitstufe
werden die Anregemeldungen gesperrt. Durch den Motorschutz werden die Anrege-
meldungen unmittelbar gesperrt, wenn der Anlauf eines Motors erkannt wurde. Die
Sperre wird unwirksam, sofern eine Aus Meldung vorliegt.

Die Ansprechverzögerungen der Erd- und Gegensystemstufen von UMZ- und AMZ-
Schutz können – je nach Einstellung – bei einpoliger bzw. mehrpoliger Anregung
blockiert werden.

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-115


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-71 Leiterselektive Anregemeldungen. (AMZ steht für AMZ_1 und AMZ_2; die Adressen gelten für AMZ_1.)

3-116 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Generalanregung
Aus den Anregesignalen des UMZ-Schutzes und des AMZ-Schutzes wird die General-
anregung gebildet. Hierbei wird durch Einstellung entschieden, ob die Erdstromstufen
sowie die Gegensystemstromstufe an der Bildung der Generalanregung beteiligt werden.
Falls das Ansprechen einer der Erdstromstufen und der Gegensystemstromstufe einstel-
lungsgemäß nicht zur Generalanregung führt, werden die zugehörigen Ansprech-
verzögerungen blockiert. Damit ist dann auch kein Aus Kommando durch Erdstrom- und
Gegensystemstufen möglich.

GRUND: Betr.art
Gen.Anr.PSx
[ * ]

GRUND: Betr.art
0 Gen.Anr.PSx
[ * ]
1 1: mit Anreg.
IE,Igegen
0: o. Anreg. IE,
Igegen
1: mit Anreg.
GRUND: General IE,Igegen
Rückst. BED GRUND: Anreg.
[ 003 002 ] I>,kIB,L>
1: ausführen 306 521

GRUND: General GRUND: Anzahl


Rückst. EXT + Generalanr.
[ 005 255 ] [ 004 000 ]
R
UMZ: Anregung I>
[ 040 036 ]
AMZ: Anregung GRUND: General-
IB,L> & anregung
[ 040 080 ] [ 040 000 ]
UMZ: Anregung I>>
[ 040 029 ] GRUND: General-
anregung int.
306 539
UMZ: Anregung
I>>>
[ 039 075 ]

AMZ: Anregung &


IB,E>
[ 040 081 ]
UMZ: Anregung IE> &
[ 040 077 ]
UMZ: Anregung
IE>> GRUND: tGA
[ 040 041 ] PSx
UMZ: Anregung [ * ]
IE>>>
[ 039 078 ]
UMZ: Anregung
IE>>>>
[ 035 031 ] GRUND: tGA abge-
laufen
[ 040 009 ]
AMZ: Anregung
IB,gegen>
[ 040 107 ]
UMZ: Anregung
Igegen>
[ 036 145 ]
UMZ: Anregung
Igegen>>
[ 036 146 ]
UMZ: Anregung
Igegen>>>
[ 036 147 ]

GRUND: Sperren
Anr. Mld. Parameter GRUND: Betr.art GRUND: tGA
306 512 * Gen.Anr.PSx PSx
satz 1 017 027 017 005
satz 2 001 219 001 225
satz 3 001 220 001 226
satz 4 001 221 001 227
12Z6201A_DE

3-72 Generalanregung. (AMZ steht für AMZ_1 und AMZ_2; die Adressen gelten für AMZ_1.)

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-117


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Zähler der
Generalanregung
Die Anzahl der Generalanregungen wird gezählt.

Sammelmeldungen des
UMZ- und AMZ- Schutzes
Die durch den UMZ- bzw. AMZ- Schutz generierten Meldungen und Aus Meldungen sind
zu Sammelmeldungen zusammengefasst.

12Z5122A_DE

3-73 Sammelmeldungen von UMZ- und AMZ-Schutz. (AMZ steht für AMZ_1 und AMZ_2; die Adressen gelten für AMZ_1.)

3-118 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Aus Kommando
Das P132 verfügt über zwei Aus Kommandos. Die Funktionen, die eine Auslösung
bewirken sollen, können durch Einstellung von m-aus-n-Parametern für jedes der beiden
Aus Kommandos unabhängig voneinander ausgewählt werden. Die Mindestzeit der Aus
Kommandos ist einstellbar. Die Aus Meldungen stehen nur solange an, wie die
Bedingungen für die Meldung erfüllt sind.

Selbsthaltung der Aus


Kommandos
Durch entsprechende Einstellung kann für jedes der beiden Aus Kommandos bestimmt
werden, ob es in Selbsthaltung gehen soll. Ist Selbsthaltung gewählt, steht das Aus
Kommando bis zur Rückstellung über Einstellparameter bzw. bis zur Rückstellung über
einen entsprechend konfigurierten binären Signaleingang an. Die Selbsthaltung wird
nicht wirksam, wenn ein Aus Kommando von der AWE erteilt wurde.

Blockade der Aus


Kommandos
Die Aus Kommandos können über Einstellparameter oder einen entsprechend
konfigurierten binären Signaleingang blockiert werden. Die Blockade ist für beide Aus
Kommandos gemeinsam wirksam. Die Auslösemeldungen bleiben von der Blockade
unbeeinflusst. Falls die Aus Kommandos blockiert sind, wird dies per Dauerlicht durch
die gelbe Leuchtanzeige H 2 am Vor-Ort-Bedienfeld sowie ein auf „Blockade/Störung“
konfiguriertes Ausgangsrelais gemeldet.

Zählen der Aus


Kommandos
Die Aus Kommandos werden gezählt. Die Zähler können einzeln oder gemeinsam
rückgestellt werden.

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-119


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-74 Bildung der Aus Kommandos

3-120 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Manuelles Aus Kommando


Über einen Einstellparameter oder einen entsprechend konfigurierten binären Signal-
eingang kann ein manuelles Aus Kommando erteilt werden, das jedoch nur dann aus-
geführt wird, wenn das manuelle Aus in der Auswahl der möglichen Funktionen
enthalten ist, die eine Auslösung bewirken.

3-75 Manuelles Aus Kommando

Zähler der Aus


Kommandos
Die Aus Kommandos werden gezählt. Die Zähler können einzeln oder gemeinsam
rückgestellt werden.

3-76 Zähler der Aus Kommandos

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-121


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.12.16 Schalterfallmeldung

Die Meldung G R U N D : S c h a l t e r f a l l i n t e r n wird gesetzt, wenn folgende


Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind:

… Der Eingang, der als „Schutz Aus“ konfiguriert ist, ist logisch „1“ gesetzt, oder das
ausgewählte Aus Kommando des P132 steht an.
… An dem auf „Leistungsschalter Aus“ konfigurierten Eingang steht eine logische „1“ an.

Die Schalterfallmeldung einer externen Einrichtung kann ebenfalls gemeldet werden.


Dazu ist ein Eingang als „Freigabe Schalterfall extern“ und ein weiterer Eingang als
„Schalterfall extern“ zu konfigurieren.

3-122 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

GRUND: Ein.zuo.
Schutz Aus
[ 221 010 ]

Meldung 1

Meldung 2
Meldung 3

Meldung n

Ausgewählte Meldung

GRUND: Ausw.
GRUND: Gen. Aus Schutz Aus f.SF
Kommando 1 [ 221 012 ]
[ 036 071 ]
0

1
GRUND: Gen. Aus
Kommando 2 2
[ 036 022 ]
3

0 3
0: ohne Funktion
1: Gen. Aus
Kommando 1
2: Gen. Aus
Kommando 2
3: Gen. Aus
Kommando 1/2

GRUND: Ein.zuo.
LS Aus
[ 221 013 ]
BM01: Schaltgerät
Aus
[ 210 036 ]
BM02: Schaltgerät
Aus
[ 210 086 ]
BM03: Schaltgerät
Aus GRUND: Schalter-
[ 210 136 ] fall intern
Ausgewählte Meldung [ 221 006 ]

GRUND: Ein.zuo.
Freig.SF ext
[ 221 050 ]

GRUND: Schalter-
fall
Ausgewählte Meldung [ 221 016 ]

GRUND: Ein.zuo.
SF extern
[ 021 024 ]

Ausgewählte Meldung
AWE: Unterbr.
Sch.f.mldg.
[ 036 040 ]

12Z6269A_DE

3-77 Schalterfallmeldung

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-123


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.12.17 Freigabe der Schaltbefehle der Steuerung

Soll ein Schaltgerät des Schaltfeldes über die Steuerungsfunktionen des P132 aus- oder
eingeschaltet werden, prüft das P132, ob der Schaltbefehl ausgeführt werden darf. Ein
Schaltbefehl wird ausgeführt, wenn die optional mögliche generelle Steuerungsfreigabe
erteilt ist und die Verriegelungsbedingungen erfüllt sind. Die Verriegelungsbedingungen
werden in der Verriegelungslogik für jedes steuerbare Schaltgerät des Schaltfeldes und
jede Steuerrichtung festgelegt. Dabei wird zwischen Feldverriegelungsbedingungen bei
Betrieb mit und ohne Anlagenverriegelung unterschieden. Die Überprüfung der Feld-
und/oder Anlagenverriegelungsbedingungen kann für alle steuerbaren Schaltgeräte
eines Schaltfeldes abgeschaltet werden. Ist die Anlagenverriegelung eingeschaltet,
kann sie jedoch selektiv für jedes Schaltgerät und jede Steuerrichtung abgeschaltet
werden (siehe „Schaltgerätesteuerung und -überwachung“).

Ist als Steuerstelle „Ort“ ausgewählt, können durch Ansteuerung eines entsprechend
konfigurierten binären Einganges Feld- und Anlagenverriegelung abgeschaltet werden.

3-124 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-78 Generelle Freigabe der Schaltbefehle der Steuerung sowie Aus-/Einschalten der Verriegelung

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-125


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-79 Zurückweisung der Schaltbefehle

3-126 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.12.18 Kommunikationsstörung

Kommt keine Verbindung mit der Leitstation zustande oder die Verbindung wird
unterbrochen, wird „Kommunikationsstörung“ gemeldet. Die Meldung wird ebenfalls
generiert, wenn der Kommunikationsbaustein A nicht bestückt ist.

3-80 Kommunikationsstörung

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-127


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.12.19 Zeitstempelung und Uhrzeitsynchronisation

Die in Betriebsspeicher, Überwachungsspeicher und Ereignisspeichern abgelegten


Informationen werden mit Datum und Uhrzeit gespeichert. Damit diese Zeitstempelung
richtig erfolgt, sind Datum und Uhrzeit am P132 einzustellen.

Durch einen entsprechend konfigurierten binären Signaleingang kann durch einen


Impuls die Uhrzeit von verschiedenen Geräten synchronisiert werden. Das P132 wertet
die kommende Flanke aus. Damit wird die Uhr auf die nächste volle Minute gesetzt.
Es wird entweder ab- oder aufgerundet. Bei mehrfachem Kommen/Gehen (Prellen
eines Relaiskontaktes) wird die letzte Flanke ausgewertet.

3-81 Zeiteinstellung und Uhrzeitsynchronisation durch Minutenimpuls über Binäreingang

3-128 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Synchronisierungsquelle
Das P132 besitzt eine Fülle von Optionen für die Synchronisation der internen Uhr:
o Uhrzeit-Telegramm über die Kommunikationsschnittstelle KOMM1/IEC (Vollzeit)
o Uhrzeit-Telegramm über die Kommunikationsschnittstelle KOMM2/PC (Vollzeit)
o IRIG-B Signal (IRIGB; nur Uhrzeit))
o Minutenimpuls über Binäreingang (GRUND), siehe Bild 3-81 und vorangehender
Absatz

Bei älteren Geräteversionen wurden diese Schnittstellen gleichrangig behandelt, d.h. die
Synchronisierung erfolgte unabhängig davon, von welcher Teilfunktion der Anstoß kam.
Sofern die Synchronisier-Quellen (Kommunikations-Master, IRIG-B- und Minutenimpuls-
Signalquellen) die gleiche Zeit haben, ist mit keinerlei Komplikationen zu rechnen. Bei
Zeitdifferenzen der Synchronisierquellen kann es hingegen zu unerwünschten Sprüngen
in der Uhrzeitführung kommen. Andererseits ist häufig eine redundante Uhrzeit-
synchronisation vorgesehen, um z.B. über IRIG-B die Synchronisation aufrecht-
zuerhalten, auch wenn die Kommunikation zur Leittechnik gestört ist.

Für solche Anwendungsfälle ist bei aktuellen Geräteversionen eine primäre und eine
Reserve-Quelle für die Uhrzeitsynchronisation einstellbar, wobei jeweils die 4 oben
aufgelisteten Optionen zur Verfügung stehen.
GRUND: Prim.Quelle Zeitsync
GRUND: ReserveQuelleZeitsyn
Die Synchronisation erfolgt damit solange ausschließlich über die primäre Quelle, wie
innerhalb des einstellbaren Timeouts (G R U N D : Z e i t s y n c h r . T i m e o u t ) erneute
Synchronisiertelegramme (bzw. Minutenimpulse) empfangen werden. Die
Reservequelle kommt zum Tragen, wenn nach Ablauf der eingestellten Timeout-Zeit
keine Synchronisierung durch die Primärquelle erfolgt ist.
Bei Auswahl des Uhrzeit-Telegramms über IEC als primäre Quelle wird bei Ausfall der
Uhrzeit von Server SNTP1 zunächst die Uhrzeit von Server SNTP2 abgefragt, bevor auf
die Reservequelle zurückgegriffen wird.

Bei blockiertem Timeout erfolgt die Zeitsynchronisation ausschließlich über die


Primärquelle.

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-129


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.12.20 Rückstellmechanismen

Gespeicherte Informationen, wie z.B. Ereignisprotokolle, Störfallmesswerte usw., können


auf unterschiedliche Weise gelöscht werden. Folgende Mechanismen sind vorhanden:

… Automatische Rückstellung der Ereignismeldungen, die über Leuchtanzeigen signa-


lisiert werden – sofern die Betriebsart der Leuchtanzeige entsprechend eingestellt
ist –, und der Anzeige der Ereignismesswerte an der Vor-Ort-Bedienung bei Eintritt
eines neuen Ereignisses. Hier werden nur die Anzeigen am Vor-Ort-Bedienfeld, nicht
jedoch die internen Speicher, wie z.B. der Störfallspeicher, gelöscht.
… Rückstellung der Leuchtanzeigen und Ereignismesswerte an der Vor-Ort-Bedienung
durch Betätigen des Rückstelltasters C der Vor-Ort-Bedienung. Es können weitere
Speicher zugeordnet werden, die dann dann ebenfalls bei Betätigen des Rückstell-
tasters gelöscht werden, indem die gewünschten Funktionen bei
V O B : F k t . R ü c k s t . t a s t e ausgewählt werden.
… Bereichsweise Rückstellung, z.B. nur der Störfallspeicher, über Einstellparameter.
(Das heißt für dieses Beispiel: zum Menü-Eintrag S T _ A Z : R ü c k s t . A u f z . B E D
navigieren und auf ausführen setzen, siehe auch die genaue Schritt-für-Schritt-
Beschreibung im Abschnitt „Rückstellen“ im Kapitel 6 „Bedienung“.)
… Bereichsweise Rückstellung, z.B. nur der Störfallspeicher, über entsprechend konfi-
gurierte binäre Signaleingänge. (Das heißt für dieses Beispiel: den Parameter
S T _ A Z : R ü c k s t . A u f z . E X T dem gewünschten binären Eingang, z.B.
EING: Fkt.zuordnung U 301 zuordnen.)
… Sammelrückstellung über Einstellparameter, indem zum Menü-Eintrag
G R U N D : S a m m e l r ü c k s t . x B E D navigiert und dieser auf ausführen gesetzt
wird. Hierfür müssen die gewünschten (d.h. rückzusetzenden) Speicher dem
Parameter G R U N D : F k t . z u o r d n . R ü c k s t x zugeordnet werden.
… Sammelrückstellung über entsprechend konfigurierte binäre Signaleingänge. (Das
heißt, nachdem die rückzusetzenden Speicher dem Parameter
G R U N D : F k t . z u o r d n . R ü c k s t x zugeordnet sind, den Parameter
G R U N D : S a m m e l r ü c k s t . x E X T dem gewünschten binären Eingang, z.B.
EING: Fkt.zuordnung U 301 zuordnen.)
… General-Rückstellung über Einstellparameter (Menü-Eintrag
G R U N D : G e n e r a l R ü c k s t . B E D ). Es werden alle Speicher, Zähler,
Ereignisse etc. rückgesetzt, ohne spezielle Konfigurationsmöglichkeiten.

… General-Rückstellung über entsprechend konfigurierte binäre Signaleingänge.


(G R U N D : G e n e r a l R ü c k s t . E X T wird dem gewünschten binären Eingang zu-
geordnet.) Es werden alle Speicher, Zähler, Ereignisse etc. rückgesetzt, ohne
spezielle Konfigurationsmöglichkeiten.

Sofern für einen bestimmten Speicher mehrere Rücksetzmechanismen konfiguriert wur-


den, sind alle gleichberechtigt.

Bei einem Kaltstart, das heißt bei gleichzeitigem Ausfall von interner Batterie und
Stromversorgung, sind alle gespeicherten Meldungen und Werte verloren.

3-130 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Weitere Rückstell-Möglichkeiten sind im Grunde keine eigenständigen Rückstellmecha-


nismen, sondern machen lediglich einen der oben beschriebenen Mechanismen beson-
ders einfach erreichbar, nämlich durch Konfiguration auf eine Taste:

… Die Funktionstasten können so konfiguriert werden, dass die Rückstellung eines


bestimmten Speichers zugeordnet wird. Technisch ist dies analog zur Rückstellung
über einen binären Signaleingang. Bei Betätigen der Funktionstaste simuliert diese
ein Signal an diesem binären Eingang. (Siehe Abschnitt „Konfigurierbare
Funktionstasten“.)
… Ähnlich, aber eine Stufe indirekter ist die Möglichkeit, einer Funktionstaste eine der
beiden Menüsprunglisten (V O B : A n s t . M e n ü s p r . x E X T ) zuzuordnen und in
der Definition (V O B : F k t . M e n ü s p r . l i s t e x ) der ausgewählten Menüsprungliste
den gewünschten Menü-Eintrag zum Rücksetzen (z.B.
A U S G : R ü c k s t . S . h . B E D ) einzuschließen.
… Das gleiche lässt sich auch mit der Protokolltaste erreichen, wenn man dieser über
V O B : Z u o r d . P r o t o k o l l t a s t e einen Menüeintrag zum Rücksetzen zuordnet.

GRUND: General
Rückst. BED
[ 003 002 ]

0
1 1: ausführen
0: nicht ausführen
1: ausführen

GRUND: Rückst.
Anz. BED
[ 021 010 ]

0
1
0: nicht ausführen
1: ausführen
GRUND: Rückst.
LED
306 020
GRUND: Rückst.
Anz. EXT
[ 065 001 ]

3-82 Generalrückstellung, Rückstellung der Leuchtanzeigen und Ereignismesswerte an der Vor-Ort-Bedienung

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-131


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

VOB: Rückstell- BT AZ: Rückst.


taste aktiv Aufz. EXT
310 024 [ 005 213 ]

VOB: Fkt.
Rückst.taste
[ 005 251 ]

m aus n

BT AZ: Rückst.
Aufz. EXT [005 213]

GRUND: Sammel-
rückst. x BED
[ * ]

1
0: nicht ausführen
1: ausführen
GRUND: Sammel-
Rückst. x EXT
[ * ]

GRUND: Fkt.-
zuordn. Rückst x
[ * ]

m aus n

x GRUND: Sammel- GRUND: Sammel- GRUND: Fkt.-


rückst. x BED Rückst. x EXT zuordn. Rückst x
BT AZ: Rückst. 1 005 253 005 209 005 248
Aufz. EXT [005 213] 2 005 254 005 252 005 249

3-83 Rückstelltaste an der Vor-Ort-Bedienung und Sammel-Rückstellfunktion am Beispiel des Betriebsprotokolls (d.h. am Beispiel des
Rückstellsignals [005 213] BT_AZ: Rückst. Aufz. EXT); weitere Beispiele für auf diese Weise generierbare Rückstellsignale sind:
▪ [004 140] EWI: Rückst. Meldung EXT
▪ [005 210] GRUND: Rückst. Z.E/A K EXT
▪ [005 211] GRUND: Rückst. IL,max,g.EXT
▪ [005 212] GRUND: Rückst. Messw.Arb.EXT
▪ [005 240] ÜW_AZ: Rückst. Aufz. EXT
▪ [005 241] ÜL_AZ: Rückst. Aufz. EXT
▪ [005 242] ES_AZ: Rückst. Aufz. EXT
▪ [005 243] ST_AZ: Rückst. Aufz. EXT
▪ [005 244] AWE: Rückst. Zähler EXT
▪ [005 245] EWATT: Rückst. Zähler EXT
▪ [005 246] EWI: Rückst. Zähler EXT
▪ [005 247] LSÜ: Rückst. Messw. EXT
▪ [005 255] GRUND: General Rückst. EXT
▪ [006 054] KOMM3: Rückst. Anz.T.f. EXT
▪ [006 074] SKA: Rückst. Zähler EXT
▪ [006 075] f<>: Rückst. Messw. EXT
▪ [006 076] MESSE: Rückst. Tmax EXT
▪ [036 087] MESSA: Rückst. Ausg. EXT
▪ [038 061] THERM: Rückst. Abbild EXT
▪ [040 015] AUSG: Rückst. S.h. EXT
▪ [040 138] GRUND: Rückst. S.h.Aus K.EXT
▪ [041 082] MS: Rückst. Abbild EXT

3-132 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.12.21 Zuordnung der „logischen“ Kommunikationsschnittstellen zu den


physikalischen Kommunikationskanälen

Je nach Ausführung des Kommunikationsbausteines A stehen bis zu zwei Kommunika-


tionskanäle zur Verfügung (siehe „Technische Daten“). Diesen physikalischen Kommu-
nikationskanälen können die „logischen“ Kommunikationsschnittstellen KOMM1 und
KOMM2 zugeordnet werden.

Wird der „logischen“ Kommunikationsschnittstelle KOMM1 der Kommunikationskanal 2


zugeordnet, bedeutet dies automatisch, dass die Einstellungen der „logischen“
Kommunikationsschnittstelle KOMM2 an Kommunikationskanal 1 wirksam werden. Über
den Kommunikationskanal 2 kann nur mit dem P132 kommuniziert werden, wenn die
PC-Schnittstelle inaktiv ist. Sobald Kommunikation über die PC-Schnittstelle stattfindet,
ist der Kommunikationskanal 2 „tot“.

3-84 Zuordnung der „logischen“ Kommunikationsschnittstellen zu den physikalischen Kommunikationskanälen

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-133


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.12.22 Prüf-Modus

Werden am P132 Prüfungen durchgeführt, empfiehlt es sich, den Prüf-Modus einzu-


schalten, damit alle Meldungen über die seriellen Schnittstellen entsprechend
gekennzeichnet werden.

3-85 Prüf-Modus setzen

3-134 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.13 Parametersatzumschaltung (Funktionsgruppe PSU)

Das P132 bietet die Möglichkeit, vier voneinander unabhängige Parametersätze (PS)
voreinzustellen. Das Umschalten auf einen anderen Parametersatz kann ohne Unter-
brechung der Schutzfunktion während des Betriebes erfolgen.

Auswahl des Parameter-


satzes
Über den Funktionsparameter P S U : S t e u e r u n g ü . B e d B E D bzw. über das
externe Signal P S U : S t e u e r u n g ü . B e d E X T kann gewählt werden, welche
Steuerstelle - Funktionsparameter oder binärer Signaleingang - den aktiven Parameter-
satz bestimmt. Entsprechend der getroffenen Wahl wird der Parametersatz entweder
nach Maßgabe des voreingestellten Funktionsparameters P S U : A u s w a h l P S B E D
oder in Abhängigkeit von externen Signalen ausgewählt. Durch Abfrage der logischen
Zustandsmeldungen P S U : e i n g e s c h a l t e t e r P S bzw. P S U : P S x e i n g e -
s c h a l t e t kann der aktuell gültige Parametersatz festgestellt werden.

Auswahl des Parameter-


satzes über binäre
Eingänge
Sollen die binären Signaleingänge zur Parametersatzumschaltung benutzt werden, prüft
das P132 zunächst, ob mindestens zwei binäre Eingänge für die Parametersatzum-
schaltung konfiguriert sind. Ist dies nicht der Fall, wird der Parametersatz wirksam, der
über den Funktionsparameter ausgewählt ist. Das P132 prüft ferner, ob die an den
binären Signaleingängen anstehenden Signale eine eindeutige Parametersatzauswahl
gestatten. Dies ist nur dann der Fall, wenn nur ein binärer Signaleingang logisch „1“
gesetzt ist. Steht an mehreren binären Signaleingängen gleichzeitig ein „1“-Signal an,
bleibt der Parametersatz wirksam, der zuvor ausgewählt war. Entsteht beim Umschalten
von einem Parametersatz auf einen anderen eine spannungslose Pause, das heißt, alle
binären Signaleingänge sind logisch „0“, wird die Überbrückungszeit gestartet. Während
des Ablaufes der Zeitstufe bleibt der zuvor ausgewählte Parametersatz wirksam. Sobald
ein Signaleingang logisch „1“ wird, wird der zugehörige Parametersatz wirksam. Ist nach
Ablauf der Überbrückungszeit weiterhin kein Signaleingang logisch „1“, wird auf den über
den Funktionsparameter ausgewählten Parametersatz umgeschaltet.

Steht nach Einschalten der Versorgungsspannung an keinem der für die Parameter-
satzumschaltung ausgewählten binären Signaleingänge eine logische „1“ an, wird nach
Ablauf der Überbrückungszeit der über den Funktionsparameter ausgewählte Para-
metersatz wirksam. Während des Ablaufes der Überbrückungszeit ist der zuletzt gültige
Parametersatz wirksam.

Die Parametersatzumschaltung kann auch während einer Anregung erfolgen. Bei


Umschaltung über binäre Signaleingänge ist mit einer maximalen Eigenzeit der Signal-
eingänge von ca. 100 ms zu rechnen.

Einstellungen, für die im folgenden nur eine Adresse angegeben ist, sind in allen vier
Parametersätzen gleichermaßen wirksam.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-135


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-86 Aktivierung der Parametersätze

3-136 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.14 Selbstüberwachung (Funktionsgruppe SELBÜ)

Umfangreiche Überwachungsroutinen im P132 sorgen dafür, dass interne Fehler erkannt


werden und nicht zu Fehlfunktionen führen. Die Auswahl der Funktionszuordnung der
Warnmeldung enthält u.a. Selbstüberwachungsmeldungen aus der
Kommunikationsüberwachung, der Messkreisüberwachung (U, Uref, I), der
Drahtbruchüberwachung (20 mA Eingang, Temperaturfühler) sowie die Logikausgänge
30 bis 32 und 30(t) bis 32(t).

Test während eines


Hochlaufs
Nach Einschalten der Versorgungsspannung werden verschiedene Tests durchgeführt,
die das P132 auf Funktionsfähigkeit überprüfen. Stellt das P132 bei einem der Tests
einen Fehler fest, so wird der Hochlauf abgebrochen. Dabei kann der Anzeige ent-
nommen werden, bei welchem Test der Abbruch erfolgte. Es lassen sich keine Bedien-
handlungen durchführen. Ein erneuter Hochlaufversuch des P132 kann nur durch Aus-
und Wiedereinschalten der Versorgungsspannung veranlasst werden.

Zyklische Tests
Nach erfolgreichem Hochlauf werden während des Betriebes zyklische Selbstüber-
wachungstests durchgeführt. Im Falle eines positiven Testergebnisses erfolgt eine
spezifizierte Warnung, die in einem nichtflüchtigen Speicher – dem Überwachungs-
speicher – mit zugeordnetem Datum und zugeordneter Uhrzeit hinterlegt wird (siehe
auch „Überwachungsaufzeichnung“).

Die Selbstüberwachung überwacht die eingebaute Batterie auf Unterschreiten des zu-
lässigen Spannungspegels. Bei einer entsprechenden Überwachungsmeldung sollte die
Batterie innerhalb eines Monats ausgetauscht werden, da andernfalls bei Ausfall der
Versorgungsspannung die Gefahr von Datenverlusten besteht. Weitere Hinweise zum
Austausch der Batterie enthält Kapitel 11.

Meldung
Die Überwachungsmeldungen werden auch über das Ausgangsrelais, das auf S E L B Ü :
W a r n u n g konfiguriert ist, gemeldet. Das Ausgangsrelais spricht solange an, wie ein
interner Fehler erkannt wird.

3-87 Überwachungsmeldungen

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-137


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Reaktionen
Die Reaktion des P132 hängt von der Art der Überwachungsmeldung ab. Folgendes
Verhalten ist möglich:

… Exklusives Melden
Falls mit der Überwachungsmeldung keine Funktionsstörung verbunden ist, erfolgt
lediglich eine Meldung ohne weitere Konsequenzen. Diese Situation ist z.B. dann
gegeben, wenn interne Datenerfassungsspeicher überlaufen.
… Selektive Blockade
Sollte allein in einem Bereich, der die Schutzfunktionen nicht beeinflusst, ein Fehler
diagnostiziert werden, wird ausschließlich der betroffene Bereich blockiert. Dieser
Fall tritt z.B. dann ein, wenn ein Fehler auf dem Kommunikationsbaustein oder im
Bereich der PC-Schnittstelle festgestellt wird.
… Warmstart
Stellt die Selbstüberwachung z.B. einen Fehler in der Hardware fest, der durch einen
Neustart des Systems eventuell behoben werden könnte, erfolgt automatisch ein
sogenannter Warmstart. Dabei wird – wie bei jedem Hochlauf – das Rechnersystem
neu in einen definierten Zustand gesetzt. Kennzeichen eines Warmstartes ist, dass
alle gespeicherten Daten und somit insbesondere alle Einstellparameter von diesem
Vorgang nicht beeinflusst werden. Ein Warmstart kann auch manuell durch eine
Bedienhandlung veranlasst werden. Während des Ablaufes eines Warmstartes sind
die Schutzfunktionen sowie die Kommunikation über die seriellen Schnittstellen
blockiert. Wird nach einem durch die Selbstüberwachung ausgelösten Warmstart der
gleiche Fehler festgestellt, bleiben die Schutzfunktionen blockiert, jedoch ist
Kommunikation über die seriellen Schnittstellen in der Regel wieder möglich.
… Kaltstart
Wird im Rahmen der Selbstüberwachung beim Checksummentest ein verfälschter
Parametersatz diagnostiziert, wird ein Kaltstart durchgeführt. Dies ist erforderlich, da
das Gerät nicht erkennen kann, welcher Parameter verfälscht ist. Ein Kaltstart
bewirkt, dass alle internen Speicher in einen definierten Zustand gebracht werden.
Das bedeutet, dass nach einem Kaltstart auch alle Einstellungen des Gerätes
verworfen sind. Die Werte der Grundeinstellung sind im Hinblick auf einen sicheren
Ausgangszustand so gewählt, dass die Schutzfunktionen hierbei blockiert sind. Die
den Kaltstart auslösende Überwachungsmeldung sowie der Hinweis auf den
Parameterverlust sind im Überwachungsspeicher eingetragen.

3-138 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Warnspeichergedächtnis
Je nach Art der erkannten internen Störung versucht das Gerät, das Problem durch
einen Warmstart zu beheben (siehe oben; siehe auch die Beschreibung des Geräte-
verhaltens bei Fehlern in Kapitel 10 „Fehlersuche“). Ob diese Maßnahme ausreichend
war, wird daran gemessen, ob die erkannte Überwachungsmeldung nicht bereits in
Folge einer früheren Störung im Warnspeicher eingetragen ist. Ist sie bereits
eingetragen, so geht das Gerät – je nach erkannter Störung – nach dem 2. Warmstart in
Blockade.

Der besseren Kontrolle dieses Verhaltens dient der Funktionsparameter


S E L B Ü : W a r n s p . - G e d ä c h t n i s . Dieser Parameter kann entweder auf blockiert oder
auf eine Zeitdauer (in Stunden) gesetzt werden.

In der Grundeinstellung ist diese Zeitstufe blockiert, d.h. die Blockade des Gerätes bei
der zweiten gleichartigen Störung geschieht unabhängig davon, wie lange das erste
Auftreten der Überwachungsmeldung zurückliegt.

Bei sehr sporadisch auftretenden Störungen kann dieses Verhalten zu unerwünschten


Geräteblockaden führen, wenn der Warnspeicher nicht zwischenzeitlich zurückgesetzt
wird, beispielsweise weil die Station im Winter schwer zugänglich ist und das Auslesen
und Rücksetzen des Warnspeichers über die Kommunikationsschnittstellen nicht
realisiert ist. Um dieses Problem zu entschärfen, empfiehlt sich das Setzen des
Funktionsparameters auf eine bestimmte Zeitdauer, sodass die Blockade nur dann
erfolgt, wenn die gleiche Gerätestörung innerhalb dieser Zeitspanne erneut auftritt.
Anderenfalls wird nach Warmstart normal weitergearbeitet.

Warnspeicher-Zeitstempel
Der Zeitpunkt des letzten Auftretens der Gerätestörung wird gespeichert.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-139


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.15 Betriebsaufzeichnung (Funktionsgruppe BT_AZ)

Für die kontinuierliche Aufzeichnung von betrieblichen Vorgängen sowie Ereignissen ist
ein ringförmig angelegter, nichtflüchtiger Betriebsspeicher vorhanden, in den die betrieb-
lich relevanten Meldungen jeweils mit Vollzeitstempel (Datum und Uhrzeit) für den Zeit-
punkt des Kommens bzw. Gehens in chronologischer Reihenfolge eingetragen werden.
Zu den betrieblich relevanten Meldungen gehören Bedienhandlungen wie z.B. das Aus-
und Einschalten von Funktionen sowie Bedienanstöße für Prüfung und Rückstellung.
Auch Beginn und Ende von Ereignissen im Netz, die eine Abweichung vom normalen
bzw. ungestörten Betrieb darstellen, wie z.B. Überlast, Erdschluss und Kurzschluss
werden aufgezeichnet. Der Inhalt des Betriebsspeichers kann gelöscht werden.

Zähler der betrieblich


relevanten Meldungen
Die Anzahl der im Betriebsspeicher gespeicherten Meldungen wird gezählt.

BT_AZ: Betriebs-
protokoll
[ 003 024 ]

Betriebsspeicher
GRUND: betrieb.
relv. Mldg.
306 024

GRUND: General
Rückst. BED + BT_AZ: Anz.
[ 003 002 ] Betriebsmldg.
1: ausführen [ 100 002 ]
R
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]
BT_AZ: Rückst.
Aufz. EXT
[ 005 213 ]
BT_AZ: Rückst.
Aufz .BED
[ 100 001 ]

1
0: nicht
ausführen
1: ausführen
12Z61CMA_DE

3-88 Betriebsaufzeichnung und Zähler der betrieblich relevanten Meldungen

3-140 P132/DE M/A22 // AFSV.12.09550 DE /// P132-301-401/402/403-601 // P132-302-404/405/406-602


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.16 Überwachungsaufzeichnung (Funktionsgruppe ÜW_AZ)

Die durch die Selbstüberwachung generierten Überwachungsmeldungen werden im


Überwachungsspeicher aufgezeichnet. Eine Aufstellung aller möglichen Einträge in
diesen Überwachungsspeicher ist der Adressenliste im Anhang zu entnehmen. Die
Speichertiefe erlaubt maximal 30 Einträge. Falls mehr als 29 Überwachungsmeldungen
ohne zwischenzeitliche Speicherlöschung auftreten, wird als letzte Meldung
S E L B Ü : Ü b e r l a u f Ü W _ A Z eingetragen. Überwachungsmeldungen, die auf einen
Fehler der Hardware des Gerätes zurückzuführen sind, werden immer in den
Überwachungsspeicher eingetragen. Überwachungsmeldungen, die aufgrund einer
Peripheriestörung auftreten, werden wahlweise in den Überwachungsspeicher
eingetragen. Die Auswahl erfolgt über Einstellung eines m aus n-Parameters (siehe
„Selbstüberwachung“).

Falls im Überwachungsspeicher mindestens ein Eintrag gespeichert ist, erfolgt Signa-


lisierung durch die rote Leuchtanzeige H 3 am Vor-Ort-Bedienfeld. Dabei wird jeder
neue Eintrag mit Blinklicht gekennzeichnet.

Der Überwachungsspeicher kann nur manuell durch eine Bedienhandlung gelöscht


werden. Einträge in den Überwachungsspeicher werden auch dann nicht automatisch
gelöscht, wenn der entsprechende Test bei einem erneuten Prüfzyklus negativ verläuft.
Der Inhalt des Überwachungsspeichers kann am Vor-Ort-Bedienfeld oder über die PC-
bzw. Kommunikationsschnittstelle gelesen werden. Die den einzelnen Einträgen
zugeordneten Zeitinformationen sind sowohl über die PC- oder Kommunikations-
schnittstelle als auch die Vor-Ort-Bedienung abrufbar.

Zähler der Überwachungs-


meldungen
Die Anzahl der im Überwachungsspeicher abgelegten Einträge wird am Zähler
Ü W _ A Z : A n z a h l Ü b e r w . m l d g . angezeigt.

ÜW_AZ: Über-
wach.protokoll
[ 003 001 ]

GRUND: Zeitmarke
306 021

SELBÜ: Hardware-
fehler
304 950
Ausgew.
Überw.mldg.

ÜW_AZ: Rückst.
Aufz. BED
[ 003 008 ]
CT30 SELBÜ: Überlauf
ÜW_AZ
[ 090 012 ]
0
ÜW_AZ: Anzahl
1 Überw.mldg.
[ 004 019 ]
0: nicht
ausführen
1: ausführen
ÜW_AZ: Rückst.
Aufz. EXT
[ 005 240 ]
12Z6155A_DE

3-89 Überwachungsaufzeichnung und Zähler der Überwachungsmeldungen

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-141


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.17 Überlastmesswerterfassung (Funktionsgruppe ÜL_ME)

Überlastdauer
Das P132 ermittelt bei einer Überlast die Überlastdauer. Die Überlastdauer ist definiert
als Zeit zwischen Kommen und Gehen der Meldung Ü L _ A Z : E r e i g n i s l ä u f t .

ÜL_AZ: Ereignis ÜL_ME: Überlast-


läuft + dauer
[ 035 003 ] [ 004 102 ]
R

GRUND: General
Rückst. BED
[ 003 002 ]
1: ausführen
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]
ÜL_AZ: Rückst.
Aufz. EXT
[ 005 241 ]
ÜL_AZ: Rückst.
Aufz. BED
[ 100 003 ]
1: ausführen
50Z0137A_DE

3-90 Überlastdauer

3-142 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Erfassung der
Überlastmesswerte des
Motorschutzes
Während eines Motorhochlaufes werden die Messwerte für die Anlaufzeit, den
maximalen Anlaufstrom und die Anlauferwärmung ermittelt und am Ende des Anlaufes
gespeichert.

19Z5280A_DE

3-91 Überlastmesswerte des Motorschutzes

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-143


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Erfassung der Überlast-


messwerte des
Thermischen Überlast-
schutzes
Die Überlastmesswerte werden aus den Betriebsmesswerten des Thermischen
Überlastschutzes abgeleitet. Sie werden am Ende des Überlastereignisses gespeichert.

ÜL AZ: Ereignis
läuft C
[ 035 003 ]

THERM: Stand ÜL ME: Stand


Abbild THERM Abbild, THERM
[ 004 016 ] [ 004 147 ]
R

THERM: I ÜL ME: Laststrom,


305 202
THERM
[ 004 058 ]
R

THERM: Objekt- ÜL ME: Objekt-


temperatur temp., THERM
[ 004 137 ] [ 004 035 ]
R

THERM: Kühl- ÜL ME: Kühl-


mitteltemperatur mitteltemp.THERM
[ 004 149 ] [ 004 036 ]
R

THERM: Restzeit ÜL ME: Restzeit


bis Aus b.Aus,THERM
[ 004 139 ] [ 004 148 ]
R

THERM: Temp.- ÜL ME: Offset


Offset Abbild Abbild, THERM
[ 004 109 ] [ 004 154 ]
R

GRUND: General
Rückst. BED
[ 003 002 ]
1: ausführen ≥1
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]
ÜL_AZ: Rückst.
Aufz. EXT
[ 005 241 ]
ÜL AZ: Rückst.
Aufz. BED
[ 100 003 ]
1: ausführen
12Z6238A_DE

3-92 Überlastmesswerte des Thermischen Überlastschutzes

3-144 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.18 Überlastaufzeichnung (Funktionsgruppe ÜL_AZ)

Start Überlastaufzeichnung
Eine Überlast, und damit der Start einer Überlastaufzeichnung, ist dann gegeben, wenn
eine Anregung durch den Motorschutz M S : A n r e g u n g k * I B > oder die Meldung
T H E R M : A n r e g u n g k * I B > auftritt.

Zählen der Überlast-


ereignisse
Die Überlastereignisse werden gezählt und mit dieser laufenden Nummer gekenn-
zeichnet.

ÜL_AZ: Ereignis
läuft
[ 035 003 ]
THERM: Anre- ÜL_AZ: Anzahl
gung k*IB> + Überlast
[ 041 108 ] [ 004 101 ]
MS: Anregung R
k*IB>
[ 041 057 ]
GRUND: General
Rückst. BED
[ 003 002 ]
1: ausführen
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]
ÜL_AZ: Rückst.
Aufz. EXT
[ 005 241 ]
ÜL_AZ: Rückst.
Aufz. BED
[ 100 003 ]
1: ausführen
12Z62C3A_DE

3-93 Zählen der Überlastereignisse

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-145


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Zeitstempelung
Zu jedem Überlastereignis wird von der internen Uhr das Datum abgespeichert.
Gleichfalls von der internen Uhr erhalten die einzelnen Kommt-/Geht-Meldungen einer
Überlast die jeweilige Absolutzeit zugeordnet. Das den Überlastereignissen zu-
geordnete Datum und die Uhrzeit bei Eintritt des Ereignisses können am Vor-Ort-
Bedienfeld im Überlastspeicher sowie über PC- und Kommunikationsschnittstelle
ausgelesen werden. Die den Meldungen zugeordneten Zeitinformationen - relativ zum
Überlastbeginn - sind im Überlastspeicher sowie über die PC- oder eine der
Kommunikationsschnittstellen abrufbar.

Überlastprotokollierung
Meldungen während eines Überlastereignisses werden ereignisbezogen in chrono-
logischer Reihenfolge erfasst. Insgesamt können acht Überlastereignisse mit jeweils
maximal 200 Kommt-/Geht-Meldungen in den Überlastspeichern nichtflüchtig gespei-
chert werden. Bei mehr als acht Überlastereignissen ohne zwischenzeitliche Speicher-
löschung wird jeweils das älteste Überlastprotokoll überschrieben. Falls während des
Ablaufes eines Überlastereignisses mehr als 199 Kommt-/Geht-Meldungen auftreten,
wird als letzte Meldung Ü L _ A Z : Ü b e r l a u f Ü b e r l a s t s p . eingetragen.

Zusätzlich zu den Meldungen werden die ermittelten Überlastmesswerte in den Überlast-


speicher eingetragen.

Die Überlastprotokolle können am Vor-Ort-Bedienfeld oder über die PC- bzw.


Kommunikationsschnittstelle gelesen werden.

3-146 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

ÜL AZ: Ereignis C
läuft
[ 035 003 ]

Meldung 1 1 ≥1 + CT200 ÜL AZ: Überlauf


Überlastsp.
Meldung 2 R [ 035 007 ]
1
Meldung 3 1
Meldung n 1 ÜL AZ: Überlast-
protokoll n
[ * ]

ÜL_AZ: Überlast-
n
Messwert 1 protokoll n
1 033 020
Messwert 2
2 033 021
Messwert 3
Messwert n 3 033 022

GRUND: Zeitmarke 4 033 023


306 021
5 033 024
& 6 033 025
ST AZ: Ereignis
läuft
[ 035 000 ] 7 033 026
R 8 033 027
ÜL_AZ: Rückst.
Aufz. BED
[ 100 003 ]

0
1 1
GRUND: General
Rückst. BED 0: nicht ausführen
[ 003 002 ] 1: ausführen
1: ausführen
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]
ÜL_AZ: Rückst.
Aufz. EXT
[ 005 241 ]

12Z6117A_DE

3-94 Überlastspeicher

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-147


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.19 Erdschlussmesswerterfassung (Funktionsgruppe ES_ME)

Das P132 ermittelt bei einem Erdschluss die folgenden Erdschlussmesswerte:

… Dauer der Erdschlussaufzeichnung


… Bei eingeschalteter wattmetrischer Erdschlussrichtungserkennung (EWATT)
„ Erdschlussdauer bei wattmetrischer, amperemetrischer Auswertung oder
Admittanzbestimmung
„ Verlagerungsspannung UNE bei wattmetrischer Auswertung oder
Admittanzbestimmung
„ Erdstrom IE
„ Wirkanteil des Erdstromes bei wattmetrischer Auswertung
„ Blindanteil des Erdstromes bei wattmetrischer Auswertung
„ gefilterten Erdstrom bei amperemetrischer Auswertung
„ Admittanz, Konduktanz und Suszeptanz bei Admittanzbestimmung.

Rückstellen der
Erdschlussmesswerte
Nach Betätigen des Rückstelltasters C am Vor-Ort-Bedienfeld wird als Wert der
Erdschlussmesswerte „nicht eingemessen“ angezeigt. Die Werte sind damit nicht
gelöscht, sondern können über PC- und Kommunikationsschnittstelle weiterhin
ausgelesen werden.

Dauer der Erdschlussauf-


zeichnung
Die Dauer der Erdschlussaufzeichnung ist definiert als Zeit zwischen Kommen und
Gehen der Meldung E S _ A Z : E r e i g n i s l ä u f t .

ES_AZ: Ereignis ES_ME: Erd-


läuft + schlußdauer
[ 035 005 ] [ 009 100 ]
R

GRUND: General
Rückst. BED
[ 003 002 ]
1: ausführen
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]
ES_AZ: Rückst.
Aufz. EXT
[ 005 242 ]
ES_AZ: Rückst.
Aufz. BED
[ 100 000 ]
1: ausführen
50Z01DWA_DE

3-95 Dauer der Erdschlussaufzeichnung

3-148 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.19.1 Erdschlussmesswerte in Betriebsart „wattmetrisch“ der wattmetrischen


Erdschlussrichtungserkennung

Erdschlussdauer
Die Erdschlussdauer ist definiert als die Zeit zwischen Ansprechen und Rückfall des
Triggers E W A T T : U N E > . Eine Zeit wird nach Ende des Erdschlusses jedoch nur
dann ausgegeben, wenn der Trigger E W A T T : U N E > mindestens für die eingestellte
Zeitstufe E W A T T : t U N E > angesprochen hatte. Nach Ablauf von E W A T T : t U N E >
wird die Anzeige der Erdschlussdauer des letzten Erdschlusses automatisch gelöscht.

S1 1 & C
R1

EWATT: UNE> ES_ME: Erd-


angesprochen & + schlußdauer watt.
304 151 [ 009 024 ]
EWATT: watt. R
bereit
[ 038 026 ] R

EWATT: Erdschluß
watt./Adm.
[ 009 037 ]
GRUND: General
Rückst. BED
[ 003 002 ]
1: ausführen
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]
GRUND: Rückst.
LED
306 020

50Z0144A_DE

3-96 Messung und Speicherung der Erdschlussdauer bei wattmetrischer Auswertung

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-149


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Erdstrom
Es wird der Erdstrom gespeichert, der zum Zeitpunkt des Ablaufes der Zeitstufe
E W A T T : t U N E > fließt. Zusätzlich wird der Wirk- bzw. Blindanteil des Erdstromes
zum Zeitpunkt der Ausgabe des Richtungsentscheides gespeichert. Alle Messwerte
werden als normierte Größen bezogen auf den Nennstrom Inom des Gerätes
ausgegeben.

Verlagerungsspannung
Es wird die Verlagerungsspannung gespeichert, die zum Zeitpunkt des Ablaufes der
Zeitstufe E W A T T : t U N E > ansteht.

EWATT: Erdschluß C
watt./Adm.
[ 009 037 ]

ES_ME: Strom
IE IE norm.
[ 009 021 ]
R

EWATT: vorwärts /
LS C
[ 009 035 ]
EWATT: rück-
wärts / SS
[ 009 036 ]
EWATT: Strom IE,w ES_ME: Strom
norm. IE,w norm.
[ 004 045 ] [ 009 022 ]
& R

EWATT: Strom IE,b ES_ME: Strom


norm. IE,b norm.
[ 004 046 ] [ 009 023 ]
R

ES_ME: Spannung
EWATT: UNE UNE norm.
[ 009 020 ]
304 150
R

GRUND: General
Rückst. BED
[ 003 002 ]
1: ausführen
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]
GRUND: Rückst.
LED
306 020

50Z0145A_DE

3-97 Erdstrom und Verlagerungsspannung bei wattmetrischer Auswertung

3-150 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.19.2 Erdschlussmesswerte in Betriebsart „amperemetrisch“ der wattmetrischen


Erdschlussrichtungserkennung

Erdschlussdauer
Die Erdschlussdauer ist definiert als die Zeit zwischen Ansprechen und Rückfall des
Triggers E W A T T : I E > . Eine Zeit wird nach Ende des Erdschlusses jedoch nur dann
ausgegeben, wenn der Trigger E W A T T : I E > mindestens für die Dauer der
eingestellten Ansprechverzögerung E W A T T : A n s p r e c h v e r z . IE angesprochen
hatte. Nach Ablauf der Ansprechverzögerung wird die Anzeige der Erdschlussdauer des
letzten Erdschlusses automatisch gelöscht.

S1 1 & C
R1

EWATT: IE> ES_ME: Erd-


angesprochen + schlußdauer amp.
304 158 [ 009 026 ]
R
R

EWATT: Anspr.-
verz. IE abgel
304 157
GRUND: General
Rückst. BED
[ 003 002 ]
1: ausführen
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]
GRUND: Rückst.
LED
306 020

50Z0148A_DE

3-98 Messung und Speicherung der Erdschlussdauer bei amperemetrischer Auswertung

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-151


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Erdstrom
Es wird der ungefilterte und der gefilterte Erdstrom zum Zeitpunkt des Ablaufes der
Ansprechverzögerung E W A T T : A n s p r e c h v e r z . IE gespeichert.

EWATT: Anspr.-
verz. IE abgel C
304 157

ES_ME: Strom
IE IE norm.
[ 009 021 ]
R

ES_ME: Strom IE
EWATT: IE gef. norm.
gefiltert [ 009 025 ]
304 159
R

GRUND: General
Rückst. BED
[ 003 002 ]
1: ausführen
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]
GRUND: Rückst.
LED
306 020

50Z0151A_DE

3-99 Erdstrom bei amperemetrischer Auswertung

3-152 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.19.3 Erdschlussmesswerte in Betriebsart „Admittanzbestimmung“ der


wattmetrischen Erdschlussrichtungserkennung

Erdschlussdauer
Die Erdschlussdauer ist definiert als die Zeit zwischen Ansprechen und Rückfall des
Triggers E W A T T : U N E > . Eine Zeit wird nach Ende des Erdschlusses jedoch nur
dann ausgegeben, wenn der Trigger E W A T T : U N E > mindestens für die
eingestellte Zeitstufe E W A T T : t U N E > angesprochen hatte. Nach Ablauf von
E W A T T : t U N E > wird die Anzeige der Erdschlussdauer des letzten Erdschlusses
automatisch gelöscht.

S1 1 & C
R1

EWATT: UNE> ES_ME: Erdschl.-


angesprochen & + dauer Admitt
304 151 [ 009 068 ]
EWATT: Admittanz R
bereit
[ 038 167 ] R

EWATT: Erdschluß
watt./Adm.
[ 009 037 ]
GRUND: General
Rückst. BED
[ 003 002 ]
1: ausführen
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]
GRUND: Rückst.
LED
306 020

50Z0152A_DE

3-100 Messung und Speicherung der Erdschlussdauer bei Admittanzbestimmung

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-153


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Erfassung der Admittanz,


Konduktanz und
Suszeptanz
Konduktanz und Suszeptanz werden zum Zeitpunkt der Ausgabe des Richtungs-
entscheides gespeichert. Der Wert der Admittanz wird zum Zeitpunkt des Ablaufes der
Zeitstufe E W A T T : A n s p r e c h v e r z . Y(E)> erfasst.

Erdstrom
Es wird der Erdstrom gespeichert, der zum Zeitpunkt des Ablaufes der Zeitstufe
E W A T T : t U N E > fließt. Der Messwert wird als normierte Größe bezogen auf den
Nennstrom Inom des Gerätes ausgegeben.

Verlagerungsspannung
Es wird die Verlagerungsspannung gespeichert, die zum Zeitpunkt des Ablaufes der
Zeitstufe E W A T T : t U N E > ansteht.

EWATT: Erdschluß C
watt./Adm.
[ 009 037 ]

IE ES_ME: Strom
IE norm.
[ 009 021 ]
R

EWATT: Anspr.- C
verz.Y(E) abg.
304 175

EWATT: Admitt. ES_ME: Admittanz


Y(E) norm. Y(E) norm.
[ 004 191 ] [ 009 065 ]
R

EWATT: vorwärts /
LS C
[ 009 035 ]
EWATT: rück-
wärts / SS
[ 009 036 ]
EWATT: Kondukt. ES_ME: Kondukt.
G(E) norm. G(E) norm.
[ 004 192 ] [ 009 066 ]
& R

EWATT: Suszept. ES_ME: Suszept.


B(E) norm. B(E) norm.
[ 004 193 ] [ 009 067 ]
R

ES_ME: Spannung
EWATT: UNE UNE norm.
[ 009 020 ]
304 150
R

GRUND: General
Rückst. BED
[ 003 002 ]
1: ausführen
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]
GRUND: Rückst.
LED
306 020

50Z0153B_DE

3-101 Erdschlusswesswerte bei Admittanzbestimmung

3-154 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.20 Erdschlussaufzeichnung (Funktionsgruppe ES_AZ)

Start Erdschluss-
aufzeichnung
Ein Erdschluss, und damit der Start einer Erdschlussaufzeichnung, ist dann gegeben,
wenn mindestens eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:

… Es wurde ein Erdschluss durch die wattmetrische Erdschlussrichtungserkennung


festgestellt.
… Es wurde ein Erdschluss durch die Erdschlusswischererkennung festgestellt.
Zählen von Erdschlüssen
Die Erdschlüsse werden gezählt und mit dieser laufenden Nummer gekennzeichnet.

GRUND: Erdschluß ES_AZ: Ereignis


[ 041 087 ] läuft
[ 035 005 ]
GRUND: Erdschluß
vorw./LS
[ 041 088 ]
GRUND: Erdschluß
rückw./SS
[ 041 089 ]

GRUND: General
Rückst. BED + ES_AZ: Anzahl
[ 003 002 ] Erdschlüsse
1: ausführen [ 004 100 ]
R
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]
ES_AZ: Rückst.
Aufz. BED
[ 100 000 ]
1: ausführen
ES_AZ: Rückst.
Aufz. EXT
[ 005 242 ]
50Z01B8A_DE

3-102 Erdschlusszählung

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-155


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Zeitstempelung
Zu jedem Erdschluss wird von der internen Uhr das Datum abgespeichert. Gleichfalls
von der internen Uhr erhalten die einzelnen Kommt-/Geht-Meldungen eines Erd-
schlusses die jeweilige Absolutzeit zugeordnet. Das dem Erdschluss zugeordnete
Datum und die Uhrzeit bei Eintritt des Ereignisses können am Vor-Ort-Bedienfeld im
Erdschluss speicher, sowie über PC- und Kommunikationsschnittstelle ausgelesen
werden. Die den Meldungen zugeordneten Zeitinformationen - relativ zum Erdschluss -
beginn - sind im Erdschluss-Speicher sowie über die PC- oder Kommunikations-
schnittstelle abrufbar.

Erdschlussprotokollierung
Meldungen während eines Erdschlusses werden erdschlussbezogen in chronologischer
Reihenfolge erfasst. Insgesamt können acht Erdschlussprotokolle mit jeweils maximal
200 Kommt-/Geht-Meldungen in den Erdschluss-Speichern nichtflüchtig gespeichert
werden. Bei mehr als acht Erdschlüssen ohne zwischenzeitliche Speicherlöschung wird
jeweils das älteste Erdschlussprotokoll überschrieben. Falls während des Ablaufes
eines Erdschlusses mehr als 199 Kommt-/Geht-Meldungen auftreten, wird als letzte
Meldung E S _ A Z : Ü b e r l a u f E r d s c h l u ß s p eingetragen.

Zusätzlich zu den Meldungen werden die ermittelten Erdschlussmesswerte in den


Erdschluss-Speicher eingetragen.

Die Erdschlussprotokolle können am Vor-Ort-Bedienfeld oder über die PC- bzw.


Kommunikationsschnittstelle gelesen werden.

3-156 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

ES_AZ: Ereignis C
läuft
[ 035 005 ]

Meldung 1 1 + CT200 ES_AZ: Überlauf


Erdschlußsp
Meldung 2 R [ 035 006 ]
1
Meldung 3 1
Meldung n 1 ES_AZ: Erd-
schlußprotokoll n
[ * ]

n ES_AZ: Erd-
schlußprotokoll n
Messwert 1
1 033 010
Messwert 2
2 033 011
Messwert 3
3 033 012
Messwert n
GRUND: Zeitmarke 4 033 013
306 021
5 033 014
& 6 033 015
ST_AZ: Ereignis
läuft
[ 035 000 ] 7 033 016
R 8 033 017
ES_AZ: Rückst.
Aufz. BED
[ 100 000 ]

0
1
0: nicht ausführen
GRUND: General 1: ausführen
Rückst. BED
[ 003 002 ]
1: ausführen
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]
ES_AZ: Rückst.
Aufz. EXT
[ 005 242 ]

12Z6141A_DE

3-103 Erdschlussspeicher

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-157


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.21 Störfallmesswerterfassung (Funktionsgruppe ST_ME)

Das P132 ermittelt bei einer Störung im Netz die folgenden Störfallmesswerte:
… Laufzeit
… Störfalldauer
… Kurzschluss-Strom
… Kurzschluss-Spannung
… Kurzschlussimpedanz
… Kurzschlussreaktanz in Prozent der Leitungsreaktanz und in Ω
… Kurzschlusswinkel
… Kurzschlussentfernung
… Erdkurzschluss-Strom
… Erdkurzschlusswinkel
… Fehlerort relativ
… Fehlerort in km

3-158 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Laufzeit und Störfalldauer


Die Laufzeit ist definiert als die Zeit zwischen Kommen und Gehen der im P132
generierten Generalanregung, die Störfalldauer als Zeit zwischen Kommen und Gehen
der Meldung S T _ A Z : E r e i g n i s l ä u f t .

GRUND: General- ST ME: Laufzeit


anregung int. + [ 004 021 ]
306 539
R

≥1

ST AZ: Ereignis ST ME: Störfall-


läuft + dauer
[ 035 000 ] [ 008 010 ]
R

GRUND: General ≥1
Rückst. BED
[ 003 002 ]
1: ausführen ≥1
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]
GRUND: Rück-
stellen LED
306 020

50Z01A9A_DE

3-104 Laufzeit und Störfalldauer

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-159


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Erfassungszeitpunkt der
Störfallmesswerte
Zu welchem Zeitpunkt im Verlauf eines Störfalles die Störfallmesswerte erfasst werden,
wird durch die Einstellung S T _ M E : E r f a s s u n g s z e i t p . bestimmt. Folgende
Einstellungen sind möglich:

… „Störfall-Ende“
Erfassung am Störfall-Ende.
… „Trigg./Aus/GA-Ende“
Erfassung zum Zeitpunkt
„ der Ansteuerung eines entsprechend konfigurierten binären Signaleinganges
während einer Generalanregung,
„ des Auftretens einer General Aus Meldung,
„ des Endes einer Generalanregung.

Eine Fehlerortausgabe erfolgt – je nach Einstellung – bei einer Generalanregung oder


bei einer Generalanregung und gleichzeitiger General Aus Meldung.

3-105 Freigabe der Störfallmesswerte und des Fehlerortes

3-160 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Erfassung der
Störfallmesswerte
Das P132 wählt abhängig vom leiterselektiven Anregeentscheid eine Mess-Schleife aus.
Aus Spannung und Strom dieser Mess-Schleife wird die Kurzschlussimpedanz und die
Richtung des Fehlers ermittelt. Bei einpoligen Anregungen mit Erde werden für die
ausgewählten Messgrößen die um den Erdfaktor korrigierten Ströme verwendet. Bei
dreipoligen Anregungen mit oder ohne Erde werden aus den verketteten Spannungen
die kleinste Spannung und der zugehörige verkettete Strom als Messgrößen
ausgewählt.

Anregung ausgewählte Messgrößen


L1 IL1-kE / UL1-E
L2 IL2-kE / UL2-E
L3 IL3-kE / UL3-E
L1-E IL1-kE / UL1-E
L2-E IL2-kE / UL2-E
L3-E IL3-kE / UL3-E
L1-L2 IL1-L2 / UL1-L2
L2-L3 IL2-L3 / UL2-L3
L3-L1 IL3-L1 / UL3-L1
L1-L2-E IL1-L2 / UL1-L2
L2-L3-E IL2-L3 / UL2-L3
L3-L1-E IL3-L1 / UL3-L1
L1-L2-L3 IL-L(min) / UL-L(min)
L1-L2-L3-E IL-L(min) / UL-L(min)

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-161


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-106 Bildung der um den Erdfaktor korrigierten Ströme

3-162 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-107 Messgrößenauswahl für die Erfassung der Kurzschlussdaten

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-163


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Der Fehler muss mindestens 60 ms anstehen, damit die Störfallmesswerte ermittelt


werden können.

Zur Ermittlung der Kurzschlussdaten werden die durch die Messgrößenauswahl


ausgewählten Messgrößen IMess und UMess herangezogen, wenn der Fehler durch die
Störfallmesswerterfassung erkannt wird. Als Kurzschluss-Strom wird entsprechend der
ausgewählten Mess-Schleife ein Leiterstrom ausgewählt. Bei mehrpoligen Anregungen
ist dies der Strom des zyklisch voreilenden Leiters. Die primäre Kurzschlussreaktanz
wird aus der normierten Kurzschlussreaktanz mit Hilfe der eingestellten primären Strom-
und Spannungswandler-Nenndaten errechnet.

Die Erdkurzschlussdaten werden nur ermittelt, wenn durch die Störfallmesswert-


erfassung eine Leiter-Erd-Schleife für die Messung ausgewählt wurde. Die
geometrische Summe der drei Leiterströme wird als Erdkurzschluss-Strom angezeigt.
Der Erdkurzschlusswinkel ist die Phasenverschiebung zwischen Erdkurzschluss-Strom
und ausgewählter Mess-Spannung.

Liegt eine Automatenfallmeldung vor oder hat der Wandlerbaustein keine Spannungs-
wandlerbestückung, wird nur der Kurzschluss-Strom ermittelt und es wird der maximale
Leiterstrom angezeigt.

Kurzschluss-Strom und -spannung werden als normierte Größen bezogen auf Inom und
Unom angezeigt. Liegen die gemessenen bzw. errechneten Werte ausserhalb des zu-
lässigen Messbereiches, erfolgt die Anzeige „Überlauf“.

3-164 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

ST ME: Ausgabe C 1,2


Meßwerte
305 075

GRUND: Inom
Wandler prim.
[ 010 001 ]

GRUND: Unom
Wandler prim.
[ 010 002 ]

GRUND: ausgew. C 2
Meßschl. LE
306 552

60 ms 0
GRUND: General- C 1
anregung int. ≥1
306 539

GRUND: Autom.fall
U EXT ≥1
[ 004 061 ] ST ME: KS-Strom
C 1,3,4 1 L norm.
GRUND: U-Wandler [ 004 025 ]
n.bestückt C 2
306 554 R

GRUND: Imeß ST ME: KS-Spg.


1 1 LE/LL norm.
306 545
[ 004 026 ]
COMP R
2
ST ME: KS-
Imax 1 Winkel L
[ 004 024 ]
3 R

ST ME: KS-Impe-
4 1 danz sek.
[ 004 023 ]
R
GRUND: ausgew. 2 ... 3
Meßschl. L1-E C 1
306 546 1
1 ST ME: KS-Reak-
tanz sek.
GRUND: ausgew. 4 [ 004 028 ]
Meßschl. L2-E C 2 R
306 547

GRUND: ausgew. ST ME: KS-Reak-


Meßschl. L3-E C 3 1 tanz prim.
306 548 [ 004 029 ]
R
GRUND: ausgew.
Meßschl. L1-L2 C 1
306 549
ST ME: KS-Winkel
2 E
GRUND: ausgew. [ 004 048 ]
Meßschl. L2-L3 C 2 R
306 550

GRUND: ausgew. ST ME: KS-Strom E


Meßschl. L3-L1 C 3 2 norm.
306 551
[ 004 049 ]
R
IL1 1
IL2 2
IL3 3
ST ME: ausgew.
1 ... 3 Meßschleife
[ 004 079 ]

U<2V

GRUND: Umeß C
306 544

GRUND: General
Rückst. BED
[ 003 002 ]
1: ausführen ≥1
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]
GRUND: Rück-
stellen LED
306 020

50Z0155B_DE

3-108 Erfassung der Kurzschlussdaten

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-165


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Erfassung des Fehlerortes


Damit der Fehlerort in Prozent der Leitungslänge und in km ermittelt werden kann, muss
der Wert der Leitungsreaktanz, der 100% der zu überwachenden Leitungsstrecke
entspricht, sowie die entsprechende Leitungslänge in km am P132 eingestellt werden.

ST_ME: Leitungs-
länge
[ 010 005 ]
ST_ME: Leitungs-
reaktanz
[ 010 012 ]

ST_ME: Ausgabe C
Fehlerort
305 076

ST_ME: KS-Reak- ST_ME: Fehlerort


tanz sek. [ 004 022 ]
[ 004 028 ] R

GRUND: General ST_ME: Fehlerort


Rückst. BED norm.
[ 003 002 ] [ 004 027 ]
1: ausführen R
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]
GRUND: Rück-
stellen LED
306 020

50Z01B4A_DE

3-109 Erfassung des Fehlerortes

3-166 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Erfassung der Lastdaten


Zusätzlich zu Kurzschlussdaten und Fehlerort werden bei Wegfall der Generalanregung
die folgenden Lastdaten ermittelt.

… Lastimpedanz
… Lastwinkel
… Erdstrom

Zur Ermittlung von Lastimpedanz und Lastwinkel wird die gleiche Mess-Schleife wie zur
Ermittlung der Fehlerimpedanz herangezogen. Der Laststrom muss die Schwelle
0,1 Inom und die Spannung den Wert 0,1 Unom überschreiten, damit die Lastdaten ermittelt
werden. Werden die Schwellen nicht erreicht oder war die Generalanregung kürzer als
60 ms, wird „nicht eingemessen“ angezeigt.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-167


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

GRUND: General- 1
anregung int.
306 539

60 ms 0

S1 1
R1

& S C 1
GRUND: ausgew.
Meßschl. L1-E
306 546 R

GRUND: ausgew. & S C 2


Meßschl. L2-E R
306 547

& S C 3
GRUND: ausgew.
Meßschl. L3-E
306 548 R

GRUND: Umeß & S C 4


306 544 R

GRUND: ausgew. & S C 5


Meßschl. L2-L3 R
306 550

& S C 6
GRUND: ausgew.
Meßschl. L3-L1 ≥ 0,1 Inom
306 551 R

ST ME: IL1-kE
307 126 &
1

ST ME: IL2-kE
307 127 2

ST ME: IL3-kE ≥ 0,1 Unom


307 128 3

4
UL1-E C

UL2-E
5
ST ME: Last-
UL3-E imp. nach KS
6 [ 004 037 ]
R

1 ... 6 ST ME: Lastwinkel


IL1 nach KS
[ 004 038 ]
IL2 R

ST ME: Erdstrom
IL3 nach KS
[ 004 039 ]
R

IE

GRUND: General
Rückst. BED
[ 003 002 ]
1: ausführen ≥1
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]

GRUND: Rück-
stellen LED
306 020

50Z0156B_DE

3-110 Erfassung der Lastdaten

3-168 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Rückstellen der Störfall-


messwerte
Nach Betätigen des Rückstelltasters C am Vor-Ort-Bedienfeld wird als Wert der
Störfallmesswerte „nicht eingemessen“ angezeigt. Die Werte sind damit nicht gelöscht,
sondern können über PC- und Kommunikations-Schnittstelle weiterhin ausgelesen
werden.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-169


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.22 Störfallaufzeichnung (Funktionsgruppe ST_AZ)

Start Störfallaufzeichnung
Ein Störfall, und damit der Start einer Störfallaufzeichnung, ist dann gegeben, wenn
mindestens eines der folgenden Signale ansteht:

… GRUND: Generalanregung
… GRUND: Gen. Aus Meldung 1
… GRUND: Gen. Aus Meldung 2
… ST_AZ: Triggern
… ST_AZ: I>

Darüberhinaus können über einen m-aus-n-Parameter Meldungen konfiguriert werden,


bei deren Auftreten eine Störfallaufzeichnung erfolgen soll.

Zählen von Störfällen


Die Störfälle werden gezählt und mit dieser laufenden Nummer gekennzeichnet.

3-170 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

ST AZ: I>
[ 017 065 ]

ST AZ: I> ange-


IL1 sprochen
[ 040 063 ]
IL2
IL3

ST AZ: Fkt.-
zuordn. Trigger
[ 003 085 ]

Meldung 1
Meldung 2
m aus n
Meldung 3
Meldung n

Ausgew. Meldungen

ST AZ: Triggern ST AZ: Triggern


EXT ≥1
[ 036 089 ] [ 037 076 ]

ST AZ: Ereign.
ST AZ: Triggern trig. angespr
BED [ 002 002 ]
[ 003 041 ]

0 0 1 min ST AZ: Ereignis


≥1 läuft
1 [ 035 000 ]
0: nicht ausführen
1: ausführen
GRUND: General-
anregung int.
306 539

GRUND: Gen. Aus


Meldung 1
[ 036 005 ]
GRUND: Gen. Aus
Meldung 2
[ 036 023 ]

GRUND: General ST AZ: Anzahl


+ Störfälle
Rückst. BED
[ 003 002 ] [ 004 020 ]
1: ausführen ≥1 R
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ] ST AZ: Anz.
+ Netzstörungen
ST AZ: Rückst. [ 004 010 ]
Aufz. BED R
[ 003 006 ]
1: ausführen
ST AZ: Rückst.
Aufz. EXT
[ 005 243 ]
ST AZ: Netzstö-
& ≥1 rung läuft
AWE: Zyklus läuft [ 035 004 ]
[ 037 000 ] & S1 1
R1

12Z6221A_DE

3-111 Start der Störfallaufzeichnung und Störfallzähler

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-171


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Zeitstempelung
Zu jedem Störfall wird von der internen Uhr das Datum abgespeichert. Gleichfalls von
der internen Uhr erhalten die einzelnen Kommt-/Geht-Meldungen eines Störfalles die
jeweilige Absolutzeit zugeordnet. Das den Störfällen zugeordnete Datum und die
Uhrzeit bei Eintritt des Störfalles können am Vor-Ort-Bedienfeld im Störfallspeicher
sowie über PC- und Kommunikationsschnittstelle ausgelesen werden. Die den
Meldungen zugeordneten Zeitinformationen - relativ zum Störfallbeginn - sind im
Störfallspeicher sowie über die PC- oder Kommunikationsschnittstelle abrufbar.

Störfallprotokollierung
Meldungen während eines Störfalles einschließlich der Meldungen während der ein-
stellbaren Vor- und Nachlaufzeit werden störfallbezogen in chronologischer Reihenfolge
erfasst. Insgesamt können acht Störfälle mit jeweils maximal 200 Kommt-/Geht-Mel-
dungen in den Störfallspeichern nichtflüchtig gespeichert werden. Bei mehr als acht
Störfällen ohne zwischenzeitliche Speicherlöschung wird jeweils das älteste Störfall-
protokoll überschrieben. Falls während des Ablaufes eines Störfalles mehr als 199
Kommt-/Geht-Meldungen auftreten, wird als letzte Meldung S T _ A Z : Ü b e r l a u f
S t ö r f a l l s p . eingetragen. Werden Uhrzeit und Datum innerhalb der Vorlaufzeit umge-
stellt, wird die Meldung S T _ A Z : Z e i t m a r k e f a l s c h generiert.

Zusätzlich zu den Störfallmeldungen werden die ermittelten Störfallmesswerte in den


Störfallspeicher eingetragen.

Die Störfallprotokolle können am Vor-Ort-Bedienfeld oder über die PC- bzw. Kommuni-
kationsschnittstelle gelesen werden.

3-172 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

ST_AZ: Ereignis C
läuft
[ 035 000 ]
ST_AZ: Überlauf
Meldung 1 + CT200 Störfallsp.
1 [ 035 001 ]
Meldung 2 1 R
Meldung 3 1
Meldung n 1
ST_AZ: Störfall-
protokoll n
1 [ * ]
ST_AZ: Vorlauf-
zeit
[ 003 078 ]
ST_AZ: Nachlauf-
zeit
[ 003 079 ]

ST_AZ: Störfall-
n protokoll n
Störfallspeicher n
1 003 000
2 033 001
3 033 002

Messwert 1 4 033 003

Messwert 2 5 033 004

Messwert 3 6 033 005

Messwert n 7 033 006


GRUND: Zeitmarke 8 033 007
306 021

GRUND: General &


Rückst. BED
[ 003 002 ]
1: ausführen R
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]
ST_AZ: Rückst.
Aufz. EXT
[ 005 243 ]

ST_AZ: Rückst.
Aufz. BED
[ 003 006 ]

0
1 1: ausführen
0: nicht ausführen
1: ausführen
12Z6161B_DE

3-112 Störfallspeicher

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-173


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Störwerterfassung
Die folgenden analogen Signale werden aufgezeichnet:

… Die Leiterströme.
… Die Leiter-Erd-Spannungen.
… Den Erdstrom, den das P132 am Wandler T 4 misst.
… Die Verlagerungsspannung, die das P132 am Wandler T 90 misst.
… Die bei der Wandlerbestückung 4I/5U gemessene Referenzspannung Uref.

Die Signale werden vor, während und nach einem Störfall aufgezeichnet. Die Zeiten für
die Aufzeichnung vor und nach dem Störfall können eingestellt werden. Es stehen
maximal 16,4 s für die Aufzeichnung zur Verfügung. Diese Zeit kann auf maximal acht
Störfälle aufgeteilt werden. Die maximale Aufzeichnungszeit je Störfall ist einstellbar.
Dauert ein Störfall einschließlich der eingestellten Vor- und Nachlaufzeiten länger als die
eingestellte maximale Aufzeichnungszeit, wird die Aufzeichnung bei Erreichen der
eingestellten maximalen Aufzeichnungszeit beendet.

Die Vorlaufzeit wird korrekt eingehalten, wenn sie kleiner als die eingestellt maximale
Aufzeichnungszeit eingestellt ist. Andernfalls wird die Vorlaufzeit auf die maximale
Aufzeichnungszeit minus ein Abtastschritt begrenzt und die Nachlaufzeit auf Null
gesetzt.

Wird die maximale Aufzeichnungszeit von 16,4 s überschritten, werden die analogen -
nicht jedoch die binären - Werte des ältesten Störfalles überschrieben. Sind mehr als
acht Störfälle seit der letzten Rückstellung aufgetreten, werden alle Daten des ältesten
Störfalles überschrieben.

Die analogen Daten der Störfallaufzeichnung können nur über die PC- oder Kommuni-
kationsschnittstelle ausgelesen werden.

Bei Abschalten der Versorgungsspannung oder nach einem Warmstart bleiben die
Werte aller Störfalle gespeichert.

3-174 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

ST AZ: Ereignis
läuft C
[ 035 000 ]

ST AZ: Max.
Aufzeichn.zeit
[ 003 075 ]

ST AZ: Vorlauf-
zeit
[ 003 078 ]

ST AZ: Nachlauf-
zeit
[ 003 079 ]

IL1 Analogkanal 1
R

IL2 Analogkanal 2
R

IL3 Analogkanal 3
R

UL1-E Analogkanal 4
R

UL2-E Analogkanal 5
R

UL3-E
Analogkanal 6
R

IE Analogkanal 7
R

UN-E
Analogkanal 8
R

Uref Analogkanal 9
R

ST AZ: Rückst.
Aufz. BED
[ 003 006 ]
1: ausführen 1
GRUND: General
Rückst. BED
[ 003 002 ]
1: ausführen
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]
ST AZ: Rückst.
Aufz. EXT
[ 005 243 ]

12Z6220A_DE

3-113 Störwerterfassung

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-175


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.23 Unabhängiger Überstromzeitschutz (Funktionsgruppe UMZ)

Im P132 ist ein dreistufiger unabhängiger Überstromzeitschutz (UMZ-Schutz) realisiert.


Zur Verfügung stehen drei getrennte Systeme für:

… Leiterströme
… Gegensystemströme
… Erdströme

Durch die Kurzschlussrichtungserkennung oder die automatische Wiedereinschaltung


kann in den Funktionsablauf des UMZ-Schutzes eingegriffen werden.

Aus-/Einschalten des UMZ-


Schutzes
Der UMZ-Schutz kann über Einstellparameter aus-/eingeschaltet werden. Darüber-
hinaus kann für jeden Parametersatz separat eine Freigabe erfolgen.

3-114 Aus-/Einschalten des UMZ-Schutzes

3-176 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Leiterstromstufen
Die drei Leiterstöme werden vom P132 dreistufig auf Überschreiten einstellbarer
Schwellen überwacht. Alternativ können je Stufe zwei unterschiedliche Schwellen
wirksam sein. Die „dynamischen“ Schwellen sind für die eingestellte Haltezeit wirksam
(siehe „Umschaltung auf ‚dynamische Parameter‘“), die „normalen“ Schwellen, wenn
keine Haltezeit läuft. Überschreitet der Strom in einem Leiter die eingestellten
Schwellen, werden Zeitstufen gestartet, nach deren Ablauf eine Meldung erfolgt. Die
Zeitstufen können über entsprechend konfigurierte binäre Signaleingänge blockiert
werden.

Die erste Stufe des UMZ-Schutzes wird beim Ansprechen der Rushstabilisierung (siehe
Grundfunktionen) blockiert.

Die Aus Meldungen aller Leiterstromstufen werden durch die automatische Wieder-
einschaltung (AWE) blockiert, wenn die AWE in der Lage ist ein Aus Kommando zu
generieren.

Die Aus Meldungen des UMZ-Schutzes können durch die Kurzschlussrichtungs-


erkennung (nur die Stufen I> und I>>) blockiert werden. Je nach Einstellung der
Kurzschlussrichtungserkennung erfolgt eine Freigabe der Aus Meldung der Stufen I>
bzw. I>>.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-177


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-115 Leiterstromstufen

3-178 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-116 Aus Meldungen der Leiterstromstufen des Überstromzeitschutzes

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-179


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Gegensystemstromstufen
Das P132 ermittelt den Gegensystemstrom nach folgenden Formeln aus den drei
Leiterströmen. Dabei wird die eingestellte Phasenfolge (alternative Terminologie:
Drehfeld) berücksichtigt.

Phasenfolge L1-L2-L3 Phasenfolge L1-L3-L2


(bzw. Drehfeld rechtsdrehend): (bzw. Drehfeld linksdrehend):

I gegen =
1
3
(
⋅ I L1 + a 2 ⋅ I L 2 + a ⋅ I L3 ) I gegen =
1
(
⋅ I + a ⋅ I L 2 + a 2 ⋅ I L3
3 L1
)
a = e j120°
a 2 = e j 240°

Der Gegensystemstrom wird vom P132 dreistufig auf Überschreiten einstellbarer


Schwellen überwacht. Alternativ können je Stufe zwei unterschiedliche Schwellen
wirksam sein. Die „dynamischen“ Schwellen sind für die eingestellte Haltezeit der
„dynamischen Parameter“ wirksam (siehe „Umschaltung auf ‚dynamische Parameter‘“),
die „normalen“ Schwellen, wenn keine Haltezeit läuft. Überschreitet der Strom die
eingestellten Schwellen, werden Zeitstufen gestartet, nach deren Ablauf eine Aus
Meldung erfolgt.

Die Zeitstufen können über entsprechend konfigurierte binäre Signaleingänge blockiert


werden. Ferner können die Zeitstufen - je nach Einstellung - automatisch bei ein- oder
mehrpoligen Anregungen blockiert werden.

Die Aus Meldungen der Gegensystemstufen werden nur freigegeben, wenn die
Betriebsart der Generalanregung auf „mit Anregung IE, Igegen“ eingestellt ist.

Bei Ansprechen der Rushstabilisierung (siehe Grundfunktionen) wird die erste


Gegensystemstromstufe blockiert.

Bei eingeschalteter Kurzschlussrichtungserkennung wirken die Aus-Meldungen der


UMZ-Gegensystemstromstufen stets richtungsunabhängig.

Die Aus Meldungen der Gegensystemstromstufen werden durch die automatische


Wiedereinschaltung (AWE) blockiert, wenn die AWE in der Lage ist ein Aus Kommando
zu generieren.

3-180 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

GRUND: Rushst.
angesprochen &
306 014
GRUND: Rushst.
Ausgw. Fkt
306 401

UMZ: einge-
schaltet
[ 040 120 ] &
GRUND: Schutz
ein
306 001

GRUND: dyn.
Param. aktiv
[ 040 090 ]

UMZ: Block.
tIgegen> EXT UMZ: tIgegen>
[ 036 141 ] C PSx
[ * ]
GRUND: Bl. Zeit-
st. E, gegen
306 400 UMZ: Igegen>
& c PSx
[ * ] t 0
UMZ: tIgegen>
GRUND: Phasen- UMZ: Igegen> abgelauf.
folge & c dynam. PSx [ 036 148 ]
[ 010 049 ] [ * ]

UMZ: Anregung
IL1 Igegen>
IL2 & [ 036 145 ]
Igegen
IL3
& UMZ: Aus Mldg.
tIgegen>
AWE: Aus [ 036 151 ]
blockiert
[ 042 000 ]

UMZ: Block. UMZ: tIgegen>>


tIgegen>> EXT C PSx
[ 036 142 ] [ * ]

UMZ: Igegen>>
& c PSx
[ * ] t 0 UMZ: tIgegen>>
abgelaufen
UMZ: Igegen>> [ 036 149 ]
& c dynam. PSx
[ * ]

UMZ: Anregung
Igegen>>
[ 036 146 ]

UMZ: Aus Mldg.


& tIgegen>>
[ 036 152 ]

UMZ: Block. UMZ: tIgegen>>>


tIgegen>>> EXT C PSx
[ 036 143 ] [ * ]
UMZ: Igegen>>>
& c PSx
[ * ] t 0 UMZ: tIgegen>>>
abgelauf.
UMZ: Igegen>>> [ 036 150 ]
& c dynam. PSx
[ * ]

UMZ: Anregung
Igegen>>>
[ 036 147 ]
UMZ: Aus Mldg.
GRUND: Betr.art & tIgegen>>>
Gen.Anr.PSx [ 036 153 ]
[ * ]
1: mit Anreg.
IE,Igegen

* Parameter UMZ: Igegen>


PSx
UMZ: Igegen>
dynam. PSx
UMZ: tIgegen>
PSx
UMZ: Igegen>>
PSx
UMZ: Igegen>>
dynam. PSx
UMZ: tIgegen>>
PSx
satz 1 072 011 076 200 072 023 072 012 076 201 072 024
satz 2 073 011 077 200 073 023 073 012 077 201 073 024
satz 3 074 011 078 200 074 023 074 012 078 201 074 024
satz 4 075 011 079 200 075 023 075 012 079 201 075 024

* Parameter UMZ: Igegen>>>


PSx
UMZ: Igegen>>>
dynam. PSx
UMZ: tIgegen>>>
PSx
GRUND: Betr.art
Gen.Anr.PSx
satz 1 072 013 076 202 072 025 017 027
satz 2 073 013 077 202 073 025 001 219
satz 3 074 013 078 202 074 025 001 220
satz 4 075 013 079 202 075 025 001 221
12Z6281A_DE

3-117 Gegensystemstromstufen

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-181


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

UMZ: tIgegen> UMZ: Aus Meldung


abgelaufen & tIgegen>
[ 036 148 ] [ 036 151 ]

UMZ: tIgegen>> UMZ: Aus Mldg.


tIgegen>>
abgelaufen & [ 036 152 ]
[ 036 149 ]

UMZ: tIgegn>>> UMZ: Aus Mldg.


abgelaufen & tIgegen>>>
[ 036 150 ] [ 036 153 ]
AWE: Aus
blockiert
[ 042 000 ]

GRUND: Betr.art
Gen.Anr.PSx
[ * ] * Parameter GRUND: Betr.art
1: mit Anreg. Gen.Anr.PSx
IE,Igegen satz 1 017 027
satz 2 001 219
satz 3 001 220
satz 4 001 221
19Z5282B_DE

3-118 Aus Meldungen der Gegensystemstromstufen des Überstromzeitschutzes

Aus-/Einschalten der
UMZ-Erdstromstufen
Die Erdstromstufen des UMZ-Schutzes können über Einstellparameter oder binäre
Signaleingänge aus-/eingeschaltet werden.

Erdstromstufen
Der Erdstrom wird vierstufig auf Überschreiten einstellbarer Schwellen überwacht.
Alternativ können je Stufe zwei unterschiedliche Schwellen wirksam sein. Die
„dynamischen“ Schwellen sind für die eingestellte Haltezeit wirksam (siehe
„Umschaltung auf ‚dynamische Parameter‘“), die „normalen“ Schwellen, wenn keine
Haltezeit läuft. Überschreitet der Erdstrom die eingestellten Schwellen, werden
Zeitstufen angestoßen, nach deren Ablauf eine Meldung erfolgt.

Die Zeitstufen können über entsprechend konfigurierte binäre Signaleingänge blockiert


werden. Ferner können die Zeitstufen - je nach Einstellung - automatisch bei ein- oder
mehrpoligen Anregungen blockiert werden.

Die Aus Meldungen der Erdstromstufen werden nur freigegeben, wenn die Betriebsart
der Generalanregung auf „mit Anregung IE, Igegen“ eingestellt ist.

Die Aus Meldungen der Erdstromstufen werden durch die automatische Wieder-
einschaltung (AWE) blockiert, wenn die AWE in der Lage ist ein Aus Kommando zu
generieren.

Die Aus Meldungen des UMZ-Schutzes können durch die Kurzschlussrichtungs-


erkennung (nur die Stufen IE> und IE>>) blockiert werden. Je nach Einstellung der
Kurzschlussrichtungserkennung erfolgt eine Freigabe der Aus Meldung der Stufen IE>
bzw. IE>>.

Auswahl der Messgröße


Als Erdstrom der Stufen IE>, IE>> und IE>>> wird - je nach Einstellung - entweder der
vom P132 aus den drei Leiterströmen berechnete Erdstrom oder der über den vierten
Stromwandler gemessene Erdstrom herangezogen. Bei der Stufe IE>>>> (verfügbar ab
Version -602) wird immer der berechnete Erdstrom herangezogen.

3-182 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

, ,

, ,

12Z5104_DE

3-119 Auswahl der Messgröße

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-183


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

UMZ: einge- UMZ: Anregung N


schaltet 305 461
[ 040 120 ] &
UMZ: Schutz E
eingesch.
[ 040 133 ]
UMZ: Blockieren UMZ: tIE>
tIE> EXT C PSx
[ 041 063 ] [ * ]
UMZ: IE>
& c PSx
GRUND: Bl. Zeit- [ * ] t
st. E, gegen 0
306 400 UMZ: tIE> abge-
UMZ: IE> dyna- laufen
& c misch PSx [ 040 013 ]
[ * ]

UMZ: IE UMZ: Anregung IE>


307 150 [ 040 077 ]

UMZ: Blockieren UMZ: tIE>>


tIE>> EXT C PSx
[ 041 064 ] [ * ]

UMZ: IE>>
& c PSx
[ * ] t 0 UMZ: tIE>> abge
laufen
UMZ: IE>> dyna- [ 040 121 ]
& c misch PSx
[ * ]

UMZ: Anregung
IE>>
GRUND: dyn. [ 040 041 ]
Param. aktiv
[ 040 090 ]
UMZ: Block. UMZ: tIE>>>
tIE>>> EXT C PSx
[ 041 065 ] [ * ]
UMZ: IE>>>
& c PSx
[ * ] t 0 UMZ: tIE>>> ab-
UMZ: IE>>> gelaufen
c dynamisch PSx [ 039 079 ]
&
[ * ]

UMZ: Anregung
IE>>>
[ 039 078 ]

UMZ: Block. UMZ: tIE>>>>


tIE>>>> EXT C PSx
[ 041 101 ] [ * ]
UMZ: IE>>>>
& c PSx
[ * ] t 0 UMZ: tIE>>>> ab-
gelaufen
UMZ: IE>>>> [ 035 040 ]
& c dyn. PSx
[ * ]

UMZ: Anregung
IE>>>>
[ 035 031 ]

* Parameter- UMZ: IE>


PSx
UMZ: IE> dyna-
misch PSx
UMZ: tIE>
PSx
UMZ: IE>>
PSx
UMZ: IE>> dyna-
misch PSx
UMZ: tIE>>
PSx
satz 1 017 003 017 081 017 008 017 009 017 086 017 010
satz 2 073 015 073 035 073 027 073 016 073 036 073 028
satz 3 074 015 074 035 074 027 074 016 074 036 074 028
satz 4 075 015 075 035 075 027 075 016 075 036 075 028

* Parameter- UMZ: IE>>>


PSx
UMZ: IE>>>
dynamisch PSx
UMZ: tIE>>>
PSx
UMZ: IE>>>>
PSx
UMZ: IE>>>>
dyn. PSx
UMZ: tIE>>>>
PSx
satz 1 017 018 017 087 017 019 072 018 072 036 072 030
satz 2 073 017 073 037 073 029 073 018 072 105 073 030
satz 3 074 017 074 037 074 029 074 018 072 202 074 030
satz 4 075 017 075 037 075 029 075 018 072 219 075 030
12Z6280A_DE

3-120 Erdstromstufen

3-184 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

UMZ: tIE> abge- UMZ: Aus Meldung


laufen & tIE>
[ 040 013 ] [ 041 021 ]
KURI: Sperr.
Richt.tIE>
304 463

UMZ: tIE>> abge- UMZ: Aus Meldung


tIE>>
laufen & [ 040 028 ]
[ 040 121 ]
KURI: Sperr.
Richt.tIE>>
304 464

UMZ: tIE>>> ab- UMZ: Aus Meldung


gelauf. tIE>>>
[ 039 079 ] & [ 040 079 ]

UMZ: tIE>>>> ab- UMZ: Aus Meldung


gelauf.
[ 035 040 ] & tIE>>>>
[ 035 046 ]
AWE: Aus
blockiert
[ 042 000 ]
GRUND: Betr.art
Gen.Anr.PSx
[ * ] * Parameter- GRUND: Betr.art
Gen.Anr.PSx
1: mit Anreg.
IE,Igegen satz 1 017 027
satz 2 001 219
satz 3 001 220
satz 4 001 221
12Z5103B_DE

3-121 Aus Meldungen der Erdstromstufen des Überstromzeitschutzes

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-185


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Haltezeitlogik für
intermitierende
Erdkurzschlüsse
Im P132 ist für die Behandlung intermittierender Erdkurzschlüsse eine Haltezeitlogik
realisiert.

… Mit Kommen einer Anregung IE> in der Erdstromstufe wird die Haltezeit
zurückgesetzt. Gleichzeitig wird mit Kommen der Anregung IE> die Anregezeit
kumuliert.
… Mit Gehen der Anregung IE> wird die Zeitstufe U M Z : I m p . v e r l . I E > , i n t e r m .
P S x gestartet und somit die Aufladung des Kumulationsspeichers um den
eingestellten Wert der Zeitstufe verlängert.
… Das Ergebnis der Kumulation wird mit dem einstellbaren Grenzwert U M Z : t I E > ,
i n t e r m . P S x verglichen.
… Bei Erreichen des Grenzwertes und anstehender Generalanregung erfolgt eine
Auslösung, sofern die entsprechenden globalen Einstellungen dies zulassen:
„ GRUND: Bl. Zeitst. E, gegen
(Adresse 017 015)
„ GRUND: Betr.art Gen.Anreg.
(Adresse 017 027)
„ GRUND: Fkt.zuordn. Aus K. 1
(Adresse 021 001)
„ GRUND: Fkt.zuordn. Aus K. 2
(Adresse 021 002)
… Wird der Grenzwert während die Zeitstufe U M Z : I m p . v e r l . I E > , i n t e r m . P S x
läuft erreicht, dann erfolgt eine Auslösung mit dem Kommen der nächsten
Generalanregung.
… Jedes Rückfallen der Ansprechstufe IE> startet die einstellbare Haltezeit
U M Z : H a l t e z . f . t I E > , i . P S x neu. Bei Ablauf der Haltezeit bzw. nach einer
Auslösung durch die Haltezeitlogik (U M Z : A u s M e l d u n g t I E > , i .) wird die
Kumulation abgebrochen und der Kumulationsspeicher gelöscht.

3-186 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-122 Haltezeitlogik für unabhängige Kennlinien

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-187


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-123 Signalverlauf bei Nichterreichen des Kumulationsgrenzwertes

3-188 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

19Z5243A_DE

3-124 Signalverlauf bei Erreichen des Kumulationsgrenzwertes

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-189


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.24 Abhängiger Überstromzeitschutz (Funktionsgruppen AMZ_1 und AMZ_2)

Hinweis

) In diesem Abschnitt steht AMZ für AMZ_1.

Die Beschreibung gilt jeweils auch für AMZ_2 (falls nicht anders angegeben).

Die angegebenen Adressen gelten für AMZ_1. Die Adressen der Funktionsgruppe
AMZ_2 können den Kapiteln 7 und 8 entnommen werden.
Zum Beispiel hat A M Z _ 1 : e i n g e s c h a l te t B E D die Adresse 017 096
(wie im folgenden Bild angegeben), dagegen hat A M Z _ 2 : e i n g e s c h a l t e t B E D
die Adresse 017 052.

3-190 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Der abhängige Überstromzeitschutz (AMZ) arbeitet mit drei getrennten Systemen für

… Leiterströme
… Gegensystemstrom
… Erdstrom.

Durch die Kurzschlussrichtungserkennung oder die automatische Wiedereinschaltung


kann in den Funktionsablauf des AMZ-Schutzes eingegriffen werden.

Aus-/Einschalten des AMZ-


Schutzes
Der AMZ-Schutz kann über Einstellparameter aus-/eingeschaltet werden. Darüber-
hinaus kann für jeden Parametersatz separat eine Freigabe erfolgen.

3-125 Aus-/Einschalten des AMZ-Schutzes. (AMZ steht für AMZ_1 und AMZ_2; die Adressen gelten für AMZ_1.)

Abhängige Kennlinien
Die Mess-Systeme der Leiterströme, des Erdstromes und des Gegensystemstromes
arbeiten unabhängig voneinander und sind unabhängig voneinander einstellbar. Es
kann aus einer Vielzahl von Kennlinien ausgewählt werden (siehe nachstehende
Tabelle). Als Messgrößen werden – abhängig vom Mess-System – der maximale
Leiterstrom, der Gegensystemstrom oder der Erdstrom herangezogen. In den
Bildern 3-126 bis 3-129 sind die möglichen Auslösekennlinien dargestellt.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-191


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Nr. Auslösekennlinie Formeln für Konstanten Formeln für


Auslösekennlinien Rückfallkennlinien
Einstellbarer A B C R
Kennlinienfaktor:
k = 0,05...10,00

0 Definite Time t=k


nach IEC 255-3 A
t =k⋅ B
⎛ I ⎞
⎜⎜ ⎟⎟ − 1
⎝ IB ⎠
1 Standard Inverse 0,14 0,02
2 Very Inverse 13,50 1,00
3 Extremely Inverse 80,00 2,00
4 Long Time Inverse 120,00 1,00
nach IEEE C37.112 ⎛ ⎞ k⋅R
⎜ ⎟ tr = 2
⎜ A ⎟ ⎛ I ⎞
t = k ⋅⎜ +C⎟ ⎜⎜ ⎟⎟ − 1
⎜⎛ I ⎞ B
⎟ ⎝ IB ⎠
⎜⎜ ⎜⎜ ⎟⎟ − 1 ⎟⎟
⎝ ⎝ IB ⎠ ⎠
5 Moderately Inverse 0,0515 0,0200 0,1140 4,85
6 Very Inverse 19,6100 2,0000 0,4910 21,60
7 Extremely Inverse 28,2000 2,0000 0,1217 29,10
nach ANSI ⎛ ⎞ k⋅R
⎜ ⎟ tr = 2
⎜ A ⎟ ⎛ I ⎞
t = k ⋅⎜ + C ⎟ ⎜⎜ ⎟⎟ − 1
⎜ ⎛ I ⎞B ⎟ ⎝ IB ⎠
⎜⎜ ⎜⎜ ⎟⎟ − 1 ⎟⎟
⎝ ⎝ IB ⎠ ⎠
8 Normally Inverse 8,9341 2,0938 0,17966 9,00
9 Short Time Inverse 0,2663 1,2969 0,03393 0,50
10 Long Time Inverse 5,6143 1,0000 2,18592 15,75
11 RI-Type Inverse 1
t =k⋅
0,236
0,339 −
⎛ I ⎞
⎜⎜ ⎟⎟
⎝ IB ⎠
12 RXIDG-Type Inverse ⎛ I ⎞
t = k ⋅ ⎜⎜ 5,8 − 1,35 ⋅ ln ⎟⎟
⎝ I B ⎠

3-192 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

IEC 255-3, Standard Inverse IEC 255-3, Very Inverse

1000 1000

100 100

k=10
10 10
k=10
t/s k=1
t/s
1 1
k=1

k=0,1
0,1 k=0,05 0,1
k=0,1
k=0,05
0,01 0,01
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20

I/IB I/IB
S8Z50K1B S8Z50K2B

Kennlinie Nr. 1 Kennlinie Nr. 2

IEC 255-3, Extremely Inverse IEC 255-3, Long Time Inverse

1000 1000

100 100
k=10

10 10
k=1
t/s k=10
t/s
1 1
k=0,1
k=0,05
k=1
0,1 0,1

k=0,1
0,01 k=0,05 0,01
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20

I/IB I/IB
S8Z50K3B S8Z50K4B

Kennlinie Nr. 3 Kennlinie Nr. 4

3-126 Auslösekennlinien nach IEC 255-3

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-193


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

IEEE C37.112, Moderately Inverse IEEE C37.112, Very Inverse

1000 1000

100 100

10 k=10 10
k=10
t/s t/s
1 k=1 1
k=1

0,1 k=0,1 0,1


k=0,05 k=0,1
k=0,05
0,01 0,01
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20

I/IB I/IB
S8Z50K5C S8Z50K6C

Kennlinie Nr. 5 Kennlinie Nr. 6

IEEE C37.112, Extremely Inverse

1000

100

10

t/s
k=10
1

k=1
0,1

k=0,1
0,01 k=0,05
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20

I/IB
S8Z50K7C

Kennlinie Nr. 7

3-127 Auslösekennlinien nach IEEE C37.112

3-194 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

ANSI, Normally Inverse ANSI, Short Time Inverse

1000 1000

100 100

10 10

t/s k=10
t/s
1 1
k=10
k=1
0,1 0,1
k=1
k=0,1 k=0,1
0,01 k=0,05 0,01
k=0,05
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20

I/IB I/IB
S8Z50K8C S8Z50K9C

Kennlinie Nr. 8 Kennlinie Nr. 9

ANSI, Long Time Inverse

1000

100

k=10
10

t/s k=0,1
1

k=1
0,1 k=0,05

0,01
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20

I/IB
S8Z50KAC

Kennlinie Nr. 10

3-128 Auslösekennlinien nach ANSI

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-195


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

RI-Type Inverse RXIDG-Type Inverse

1000 1000

100 100

k=10
k=10
10 10

t/s k=1 t/s


k=1
1 1

k=0,1
k=0,1
0,1 k=0,05 0,1
k=0,05

0,01 0,01
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20

I/IB I/IB
S8Z50KBB S8Z50KCB

Kennlinie Nr. 11 Kennlinie Nr. 12

3-129 Auslösekennlinien RI-Type Inverse und RXIDG-Type Inverse

3-196 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Leiterstromstufe
Die drei Leiterstöme werden vom P132 auf Überschreiten einstellbarer Schwellen
überwacht. Alternativ können zwei unterschiedliche Schwellen wirksam sein. Die
„dynamische“ Schwelle ist für die eingestellte Haltezeit der „dynamischen Parameter“
wirksam (siehe „Umschaltung auf ‚dynamische Parameter‘“), die „normale“ Schwelle,
wenn keine Haltezeit läuft. Der AMZ-Schutz spricht an, wenn das 1,05-fache des
eingestellten Basisstromes in einem Leiter überschritten wird. Das P132 ermittelt dann
aus den drei Leiterströmen den maximalen Strom, der für die weitere Verarbeitung
herangezogen wird. In Abhängigkeit von der eingestellten Kennlinie und der Höhe des
Stromes ermittelt das P132 die Auslösezeit. Darüberhinaus ist eine minimale
Auslösezeit einstellbar, die – unabhängig von der Höhe des Stromes – auf keinen Fall
unterschritten wird.

Bei Ansprechen der Rushstabilisierung (siehe Grundfunktionen) wird die


Leiterstromstufe blockiert .

Die abhängige Zeitstufe kann über einen entsprechend konfigurierten binären Signal-
eingang blockiert werden.

Die Aus Meldung des AMZ_1-Schutzes kann durch die Kurzschlussrichtungserkennung


oder die automatische Wiedereinschaltung blockiert werden. Je nach Einstellung der
Kurzschlussrichtungserkennung erfolgt eine Freigabe der Aus Meldung. Die Aus
Meldungen der Leiterstromstufen AMZ_1 und AMZ_2 werden durch die automatische
Wiedereinschaltung (AWE) blockiert, wenn die AWE in der Lage ist ein Aus Kommando
zu generieren.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-197


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

GRUND: Rushst. L1
angespr.
[ 041 027 ]
GRUND: Rushst. L2
angespr.
[ 041 028 ]
GRUND: Rushst. L3
angespr.
[ 041 029 ]
AMZ: einge-
schaltet &
[ 040 100 ]
GRUND: Schutz
ein
306 001 AMZ: IB,L
C PSx
& [ * ]
AMZ: Anregung L1
AMZ: IB,L 304 359

GRUND: dyn. & C dynamisch


[ * ]
PSx
Param. aktiv AMZ: Anregung L2
[ 040 090 ] 304 360

C
AMZ: Anregung L3
304 361
1,05 * IB
AMZ: Anregung
& IB,L>
IL1 [ 040 080 ]
IL2 &

IL3 &

AMZ: Kennlinien- Einstellung


typ L PSx AMZ: Kennlinien-
[ * ] typ L PSx
0: Definite Time
AMZ: min. Aus- 1: IEC Standard Inverse
lösez. L PSx
[ * ] 2: IEC Very Inverse
AMZ: Kennl.fakt. 3: IEC Extr. Inverse
kt,L PSx 4: IEC Long Time Inv.
Einstellung [ * ]
5: IEEE Moderately Inv.
AMZ: Rückfallen L
PSx AMZ: Halte- 6: IEEE Very Inverse
zeit L PSx
1: unverzögert [ * ] 7: IEEE Extremely Inv.
2: verzögert gem. 8: ANSI Normally Inv.
Kennl AMZ: Rückfallen L 9: ANSI Short Time Inv.
PSx
[ * ] 10: ANSI Long Time Inv.
11: RI-Type Inverse
AMZ: Block.
tIB,L> EXT C 12: RXIDG-Type Inverse
[ 040 101 ]
C

AMZ: Speicher
L leer
[ 040 110 ]

AMZ: Haltezeit L
IL,max/IB,L läuft
[ 040 053 ]

AMZ: tIB,L> ab-


gelaufen
[ 040 082 ]

Parameter- AMZ: IB,L AMZ: IB,L AMZ: Kennlinien-


PSx dynamisch PSx typ L PSx
satz 1 072 050 072 003 072 056
satz 2 073 050 073 003 073 056
satz 3 074 050 074 003 074 056
satz 4 075 050 075 003 075 056

Parameter- AMZ: Kennl.fakt. AMZ: min. Aus- AMZ: Halte- AMZ: Rückfallen L
kt,L PSx lösez. L PSx zeit L PSx PSx
satz 1 072 053 072 077 072 071 072 059
satz 2 073 053 073 077 073 071 073 059
satz 3 074 053 074 077 074 071 074 059
satz 4 075 053 075 077 075 071 075 059
10Z5008B_DE

3-130 Leiterstromstufe. (AMZ steht für AMZ_1 und AMZ_2; die Adressen gelten für AMZ_1.) (Aus Meldung: siehe das folgende Bild)

3-198 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

AMZ_1: tIB,L>
abgelaufen AMZ_1: Aus Meldung
[ 040 082 ] tIB,L>
AWE: Aus [ 040 084 ]
blockiert
[ 042 000 ]
KURI: Sperr.
Richtg. tIB,L>
304 465

AMZ_1: AWE
Anregung IB,L>
304 367
AMZ_1: Anregung
IB,L>
[ 040 080 ]

12Z5111B_DE

3-131a Aus Meldung der Leiterstromstufe AMZ_1

AMZ_2: tIB,L>
abgelaufen
040 021 AMZ_2: Aus Meldung
AWE: Aus tIB,L>
blockiert 040 023
042 000

12Z5112A_DE

3-131b Aus Meldung der Leiterstromstufe AMZ_2

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-199


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Gegensystemstromstufe
Aus den drei Leiterströmen ermittelt das P132 den Gegensystemstrom – unter
Berücksichtigung der eingestellten Phasenfolge (alternative Terminologie: Drehfeld) –
nach folgenden Formeln:

Phasenfolge L1-L2-L3 Phasenfolge L1-L3-L2


(bzw. Drehfeld rechtsdrehend): (bzw. Drehfeld linksdrehend):

I gegen =
1
3
(
⋅ I L1 + a 2 ⋅ I L 2 + a ⋅ I L3 ) I gegen =
1
(
⋅ I + a ⋅ I L 2 + a 2 ⋅ I L3
3 L1
)
a = e j120°
a 2 = e j 240°

Der Gegensystemstrom wird vom P132 auf Überschreiten einstellbarer Schwellen


überwacht. Alternativ können zwei unterschiedliche Schwellen wirksam sein. Die
„dynamische“ Schwelle ist für die eingestellte Haltezeit der „dynamischen Parameter“
wirksam (siehe „Umschaltung auf ‚dynamische Parameter‘“), die „normale“ Schwelle,
wenn keine Haltezeit läuft. Der AMZ-Schutz spricht an, wenn der Gegensystemstrom
das 1,05-fache des eingestellten Basisstromes überschreitet. In Abhängigkeit von der
eingestellten Kennlinie und der Höhe des Erdstromes ermittelt das P132 die Auslösezeit.
Darüberhinaus ist eine minimale Auslösezeit einstellbar, die – unabhängig von der Höhe
des Gegensystemstromes – auf keinen Fall unterschritten wird.

Bei Ansprechen der Rushstabilisierung (siehe Grundfunktionen) wird die Gegensystem-


stromstufe blockiert.

Die abhängige Zeitstufe kann über einen entsprechend konfigurierten binären


Signaleingang blockiert werden. Ferner kann die abhängige Zeitstufe – je nach
Einstellung – automatisch bei ein- oder mehrpoligen Anregungen blockiert werden.

Bei eingeschalteter Kurzschlussrichtungserkennung ist die Aus-Meldung der AMZ-


Gegensystemstromstufe stets richtungsunabhängig.

Die Aus Meldung der Gegensystemstromstufe wird durch die automatische Wieder-
einschaltung (AWE) blockiert, wenn die AWE in der Lage ist ein Aus Kommando zu
generieren.

3-200 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

GRUND: Rushst. L1
angespr.
[ 041 027 ]
GRUND: Rushst. L2
angespr.
[ 041 028 ]
GRUND: Rushst. L3
angespr.
[ 041 029 ]
AMZ: einge-
schaltet &
[ 040 100 ]
GRUND: Schutz
ein
306 001 AMZ: IB,gegen
C PSx
& [ * ]

AMZ: IB,gegen
& C dynam.
[ *
PSx
]
GRUND: dyn.
Param. aktiv
[ 040 090 ]

1,05 * IB

Igegen/IB,gegen

GRUND: Phasen- C
folge
[ 010 049 ]

AMZ: Anregung
IL1 & IB,gegen>
[ 040 107 ]
IL2 Igegen
IL3

AMZ: Kennl.typ Einstellung


gegen PSx AMZ: Kennl.typ
[ * ] gegen PSx
0: Definite Time
AMZ: Kennl.f.
kt,gegn PSx 1: IEC Standard Inverse
[ * ]
2: IEC Very Inverse
AMZ: min.Aus- 3: IEC Extr. Inverse
lösez.gegnPSx 4: IEC Long Time Inv.
[ * ]
5: IEEE Moderately Inv.
AMZ: Haltezeit 6: IEEE Very Inverse
gegen PSx
Einstellung [ * ] 7: IEEE Extremely Inv.
AMZ: Rückfallen 8: ANSI Normally Inv.
gegen PSx AMZ: Rückfallen
gegen PSx 9: ANSI Short Time Inv.
1: unverzögert [ * ]
10: ANSI Long Time Inv.
2: verzögert gem.
Kennl 11: RI-Type Inverse
GRUND: Betr.art C 12: RXIDG-Type Inverse
Gen.Anr.PSx &
[ * ]
1: mit Anreg.
IE,Igegen
AMZ: Block. AMZ: Speicher
tIB,gegen>EXT gegen leer
[ 040 102 ] [ 040 111 ]
GRUND: BL. Zeit-
st. E, gegen AMZ: Haltez.
306 400 gegen läuft
[ 040 113 ]
AMZ: tIB,gegen>
abgel.
[ 040 109 ]
AMZ: Aus Mldg.
AWE: Aus & tIB,gegen>
blockiert [ 040 108 ]
[ 042 000 ]

Parameter AMZ: IB,gegen AMZ: IB,gegen AMZ: Kennl.typ AMZ: Kennl.f.


PSx dynam. PSx gegen PSx kt,gegn PSx
satz 1 072 051 072 004 072 057 072 054
satz 2 073 051 073 004 073 057 073 054
satz 3 074 051 074 004 074 057 074 054
satz 4 075 051 075 004 075 057 075 054

Parameter AMZ: min.Aus- AMZ: Haltezeit AMZ: Rückfallen GRUND: Betr.art


lösez.gegnPSx gegen PSx gegen PSx Gen.Anr.PSx
satz 1 072 078 072 072 072 060 017 027
satz 2 073 078 073 072 073 060 001 219
satz 3 074 078 074 072 074 060 001 220
satz 4 075 078 075 072 075 060 001 221 12Z6211A_DE

3-132 Gegensystemstromstufe. (AMZ steht für AMZ_1 und AMZ_2; die Adressen gelten für AMZ_1.)
(Hinweis: Frühere Terminologie von G R U N D : P h a s e n f o l g e war G R U N D : D r e h f e l d )

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-201


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Auswahl der Messgröße


für die Erdstromstufe
Als Erdstrom wird – je nach Einstellung – entweder der vom P132 aus den drei Leiter-
strömen berechnete Erdstrom oder der über den vierten Stromwandler gemessene
Erdstrom herangezogen.

3-133 Auswahl der Messgröße. (AMZ steht für AMZ_1 und AMZ_2; die Adressen gelten für AMZ_1.)

3-202 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Erdstromstufe
Der Erdstrom wird vom P132 auf Überschreiten einstellbarer Schwellen überwacht.
Alternativ können zwei unterschiedliche Schwellen wirksam sein. Die „dynamische“
Schwelle ist für die eingestellte Haltezeit der „dynamischen Parameter“ wirksam (siehe
„Umschaltung auf ‚dynamische Parameter‘“), die „normale“ Schwelle, wenn keine Halte-
zeit läuft. Der AMZ-Schutz spricht an, wenn der Erdstrom das 1,05-fache des einge-
stellten Basisstromes überschreitet. In Abhängigkeit von der eingestellten Kennlinie und
der Höhe des Erdstromes ermittelt das P132 die Auslösezeit. Darüberhinaus ist eine
minimale Auslösezeit einstellbar, die – unabhängig von der Höhe des Erdstromes – auf
keinen Fall unterschritten wird.

Die abhängige Zeitstufe kann über einen entsprechend konfigurierten binären


Signaleingang blockiert werden. Ferner kann die abhängige Zeitstufe – je nach
Einstellung – automatisch bei ein- oder mehrpoligen Anregungen blockiert werden.

Die Aus Meldung des AMZ_1-Schutzes kann durch die Kurzschlussrichtungserkennung


oder die automatische Wiedereinschaltung blockiert werden. Je nach Einstellung der
Kurzschlussrichtungserkennung erfolgt eine Freigabe der Aus Meldung. Die Aus
Meldungen der Erdstromstufen AMZ_1 und AMZ_2 werden durch die automatische
Wiedereinschaltung (AWE) blockiert, wenn die AWE in der Lage ist ein Aus Kommando
zu generieren.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-203


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

AMZ: einge-
schaltet
[ 040 100 ] &
GRUND: Schutz E
eingesch.
[ 040 133 ]
AMZ: IB,E
C PSx
GRUND: dyn.
Param. aktiv & [ * ]
[ 040 090 ]
AMZ: IB,E dyna-
& C misch
[ *
PSx
]

C
1,05 * IB

AMZ: IE IE/IB,E AMZ: Anregung


307 100 IB,E>
[ 040 081 ]

AMZ: Kennlinien- Einstellung


typ E PSx AMZ: Kennlinien-
[ * ] typ E PSx
0: Definite Time
AMZ: Kennl.f. 1: IEC Standard Inverse
kt,E PSx
[ * ] 2: IEC Very Inverse
AMZ: min. Aus- 3: IEC Extr. Inverse
lösez.E PSx 4: IEC Long Time Inv.
[ * ]
5: IEEE Moderately Inv.
Einstellung AMZ: Halte- 6: IEEE Very Inverse
AMZ: Rückfallen E zeit E PSx
PSx [ * ] 7: IEEE Extremely Inv.
1: unverzögert 8: ANSI Normally Inv.
AMZ: Rückfallen E 9: ANSI Short Time Inv.
2: verzögert gem. PSx
Kennl [ * ] 10: ANSI Long Time Inv.
11: RI-Type Inverse
GRUND: Betr.art C
Gen.Anr.PSx & 12: RXIDG-Type Inverse
[ * ]
1: mit Anreg.
IE,Igegen
AMZ: Block. AMZ: Speicher
tIB,E> EXT E leer
[ 040 103 ] [ 040 112 ]
GRUND: BL. Zeit-
st. E, gegen AMZ: Haltezeit E
306 400
läuft
[ 040 054 ]

AMZ: tIB,E> ab-


gelaufen
[ 040 083 ]

Parameter GRUND: Betr.art AMZ: IB,E AMZ: IB,E dyna- AMZ: Kennlinien-
Gen.Anr.PSx PSx misch PSx typ E PSx
satz 1 017 027 072 052 072 005 072 058
satz 2 001 219 073 052 073 005 073 058
satz 3 001 220 074 052 074 005 074 058
satz 4 001 221 075 052 075 005 075 058

Parameter AMZ: Kennl.f. AMZ: min. Aus- AMZ: Halte- AMZ: Rückfallen E
kt,E PSx lösez.E PSx zeit E PSx PSx
satz 1 072 055 072 079 072 073 072 061
satz 2 073 055 073 079 073 073 073 061
satz 3 074 055 074 079 074 073 074 061
satz 4 075 055 075 079 075 073 075 061
12Z6210A_DE

3-134 Erdstromstufe. (AMZ steht für AMZ_1 und AMZ_2; die Adressen gelten für AMZ_1.) (Aus Meldung: siehe das folgende Bild)

3-204 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

AMZ_1: tIB,E> AMZ_1: Aus Meldung


abgelaufen tIB,E>
[ 040 083 ] [ 040 085 ]
AWE: Aus
blockiert
[ 042 000 ]
KURI: Sperr.
Richtg. tIB,E>
304 466

AMZ_1: AWE
Anregung IB,E>
AMZ_1: Anregung 304 368
IB,E>
[ 040 081 ]

12Z5113B_DE

3-135a Aus Meldung der Erdstromstufe

AMZ_2: tIB,E>
abgelaufen
040 022 AMZ_2: Aus Meldung
AWE: Aus tIB,E>
blockiert 040 024
042 000

12Z5114A_DE

3-135b Aus Meldung der Erdstromstufe

Haltezeit
In Abhängigkeit vom fließenden Strom wird vom P132 die Auslösezeit ermittelt und eine
Zeitstufe gestartet. Die Einstellung der Haltezeit definiert die Zeit, für die die
abgelaufene Anregezeit des AMZ-Schutzes nach Wegfall der Anregung gespeichert
wird. Kehrt die Anregung während des Ablaufes der Haltezeit wieder, wird die Zeit der
erneuten Anregung zur gespeicherten Zeit addiert. Erreicht die Summe der
Anregezeiten die vom P132 ermittelte Auslösezeit, erfolgt die entsprechende Meldung.
Kehrt die Anregung bis zum Ablauf der Haltezeit nicht wieder, wird der Speicher, der die
Summe der Anregezeiten speichert, – je nach Einstellung – entweder unverzögert oder
entsprechend der eingestellten Kennlinie geleert. Bild 3-136 zeigt am Beispiel der
Leiterstromstufe die Wirkung der Haltezeit.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-205


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-136 Wirkung der Haltezeit am Beispiel der Leiterstromstufe


Fall A: Die ermittelte Auslösezeit wird nicht erreicht.
Fall B: Die ermittelte Auslösezeit wird erreicht.

(AMZ steht für AMZ_1 und AMZ_2; die Adressen gelten für AMZ_1.)

3-206 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.25 Kurzschlussrichtungserkennung (Funktionsgruppe KURI)

Im P132 ist eine Kurzschlussrichtungserkennung (KURI) realisiert. Somit ist es möglich


das P132 als gerichteten unabhängigen Überstromzeitschutz und als gerichteten
abhängigen Überstromzeitschutz einzusetzen. Zur Verfügung stehen zwei getrennte
Systeme für:

… Leiterströme
… Erdströme
Aus-/Einschalten der
Kurzschlussrichtungs-
erkennung
Die Kurzschlussrichtungserkennung kann über Einstellparameter aus-/eingeschaltet
werden. Darüberhinaus kann für jeden Parametersatz separat eine Freigabe erfolgen.

3-137 Aus-/Einschalten der Kurzschlussrichtungserkennung

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-207


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Leiterstromstufen
Für die Richtungsbestimmung der Leiterstromstufen wird in Abhängigkeit von der
Fehlerart ein Leiterstrom und die zu diesem Leiterstrom gegenüberliegende Leiter-Leiter-
Spannung herangezogen und ein jeweils optimaler charakteristischer Winkel verwendet.

Zum Beispiel werden bei einem einpoligen Fehler in L1-E als Messgrößen der Strom IL1
und die Spannung UL2-L3 und der charakteristische Winkel αL von +45° ausgewählt (siehe
Bild 3-138).

Bezugsgröße ist der Vektor der ausgewählten Leiter-Leiter-Spannung. Ausgehend von


der Bezugsgröße legt der charakteristische Winkel αL die Messlage fest. Je nach
Fehlerart werden unterschiedliche charakteristische Winkel durch das P132 vorgegeben.
Die Messlage ist definiert als die Winkelhalbierende der Richtungszone „Vorwärts“.
Vorwärtsrichtung liegt vor, wenn der Vektor des ausgewählten Leiterstromes im Bereich
≤ ± 90° der Messlage liegt.

Rückwärtsrichtung liegt vor, wenn der Vektor des ausgewählten Leiterstromes im


Bereich > ± 90° der Messlage liegt.

3-138 Beispiel zur Bildung des Richtungsentscheides Leiterstromstufe bei einem einpoligen Fehler in L1-E und bei einem induktivem Netz und
Phasenfolge L1-L2-L3 (bzw. rechtsdrehendem Drehfeld)

3-208 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Freigaben für die


Leiterstromstufen (ohne
Spannungsspeicher)
Die Richtungsermittlung für die Leiterstromstufen wird freigegeben, wenn folgende
Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind:

† Die Kurzschlussrichtungserkennung ist eingeschaltet.


† Die Messkreisüberwachung hat keinen Fehler im Spannungsmesskreis erkannt
(siehe „Messkreisüberwachung“).
† Es steht eine Leiteranregung an.
† Mindestens zwei verkettete Spannungen sind größer 200 mV.
… Alle drei Leiterströme sind größer 0,1 Inom.
† Es steht kein externes Signal G R U N D : A u t o m . f a l l U E X T an.
Bei fehlender Freigabe für die Richtungsermittlung wird die interne Meldung ”KURI:
Leiterstufe block.” generiert.

Bei dreipoligen Fehlern kann ab Version -602 der Spannungsspeicher zum Tragen
kommen. (Siehe die Beschreibung am Ende dieses Abschnitts.)

3-139 Freigaben für die Richtungsermittlung der Leiterstromstufen

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-209


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Nach Freigabe der Richtungsermittlung wird je nach Messentscheid eine der beiden
folgenden Meldungen generiert:

† Bei einem Fehler in Vorwärtsrichtung,


KURI: Fehler L vorwärts
† Bei einem Fehler in Rückwärtsrichtung,
KURI: Fehler L rückwärts
Zur Beherrschung von transienten Wettlaufproblemen wird das Ansprechen und
Rückfallen eines Richtungsentscheides um 30 ms verzögert.

GRUND: Phasen-
folge
[ 010 049 ]
1: L1 - L2 - L3

2: L1 – L3 – L2

KURI: Freig.
Ermittlung L
304 456

GRUND: Anregung
L1 int.
306 513

GRUND: Anregung
L2 int. Anregung Ausgew. Messgrößen Charakteristischer
306 514

GRUND: Anregung Imeß Umeß Winkel L


L3 int.
306 515
bei bei
IL1
Einstellung Einstellung
IL2 Phasenfolge Phasenfolge
L1 – L2 – L3 L1 – L3 – L2
IL3
L1 IL1 UL2-L3 +45° +135°
UL1-E + L2 IL2 UL3-L1 +45° +135°
UL2-E - L3 IL3 UL1-L2 +45° +135°
UL3-E + L1-L2 IL1 UL2-L3 +60° +150°

- L2-L3 IL3 UL1-L2 +30° +120°

- L3-L1 IL3 UL1-L2 +60° +150°

+ L1-L2-L3 IL3 UL1-L2 +45° +135°

KURI: Fehler L
vorwärts
[ 036 018 ]
Richtungsermittlung
KURI: Fehler L
rückwärts
[ 036 019 ]

3-140 Richtungsermittlung der Leiterstromstufen


(Hinweis: Frühere Terminologie von G R U N D : P h a s e n f o l g e war G R U N D : D r e h f e l d )

3-210 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Bildung des Sperrsignals


für die Leiterstromstufen
Für die Bildung des Sperrsignals für die zwei Leiterstromstufen des unabhängigen
Überstromzeitschutzes und für die eine Leiterstromstufe des abhängigen
Überstromzeitschutzes ist die Fehlerrichtung zur Auswertung des Messentscheids nach
der Auswahl vorwärts-, rückwärts-, oder ungerichtet separat einstellbar.

Ein Sperrsignal für die erste Leiterstromstufe des unabhängigen Überstromzeitschutzes


wird gebildet, wenn eine der nachfolgenden Bedingungen erfüllt ist:

† Die Richtung für tI> ist auf vorwärts eingestellt und die
Kurzschlussrichtungserkennung ermittelt einen Fehler in Rückwärtsrichtung.
† Die Richtung für tI> ist auf rückwärts eingestellt und die Kurzschlussrichtungserken-
nung ermittelt einen Fehler in Vorwärtsrichtung.
Ein Sperrsignal für die zweite Leiterstromstufe des unabhängigen Überstromzeitschutzes
wird gebildet, wenn eine der nachfolgenden Bedingungen erfüllt ist:

† Die Richtung für tI>> ist auf vorwärts eingestellt und die
Kurzschlussrichtungserkennung ermittelt einen Fehler in Rückwärtsrichtung.
† Die Richtung für tI>> ist auf rückwärts eingestellt und die
Kurzschlussrichtungserkennung ermittelt einen Fehler in Vorwärtsrichtung.
Ein Sperrsignal für die Leiterstromstufe des abhängigen Überstromzeitschutzes wird
gebildet, wenn eine der nachfolgenden Bedingungen erfüllt ist:

† Die Richtung für tIB,L> ist auf vorwärts eingestellt und die
Kurzschlussrichtungserkennung ermittelt einen Fehler in Rückwärtsrichtung.
† Die Richtung für tIB,L> ist auf rückwärts eingestellt und die
Kurzschlussrichtungserkennung ermittelt einen Fehler in Vorwärtsrichtung.
Für den Fall fehlender Freigabe für die Richtungsermittlung (z.B. bei Automatenfall) kann
über K U R I : A u s l ö s e v o r o r i e n t P S x gewählt werden, ob auf vorwärts eingestellte
Stufen mit Auslösevororientierung betrieben werden sollen.

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-211


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

KURI: Sperr.
Richtg. tIB,L>
304 465

3-141 Bildung der Sperrsignale Leiterstromstufe

3-212 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Erdstromstufen
Für die Richtungsbestimmung der Erdstromstufen wird der gemessene Erdstrom I E und
die Verlagerungsspannung U E-N = -U N-E herangezogen. Entsprechend der Sternpunkt-
behandlung des Netzes erfolgt die Festlegung eines günstigen charakteristischen
Winkels durch den Anwender. Der charakteristische Winkel αE ist von
- 90° ... + 90° einstellbar.

Bezugsgröße ist der Vektor der Verlagerungsspannung. Ausgehend von der


Bezugsgröße legt der charakteristische Winkel die Messlage fest. Die Messlage ist
definiert als die Winkelhalbierende der Richtungszone „Vorwärts“. Vorwärtsrichtung liegt
vor, wenn der Vektor des Erdstromes im Bereich ≤ ± 90° der Messlage liegt.

Rückwärtsrichtung liegt vor, wenn der Vektor des Erdstromes im Bereich > ± 90° der
Messlage liegt.

Im nachfolgenden Beispiel ist der Netzsternpunkt mit einer relativ kleinen Resistanz
geerdet. Dann nimmt der Erdstrom bei einem einpoligen Fehler in L1-E und bei einem
Fehler in Vorwärtsrichtung in etwa die in Bild 3-142 dargestellte Lage ein. Bei einem
eingestellten charakteristischen Winkel von αE = - 45° wird ein Richtungsentscheid in
Vorwärtsrichtung ausgegeben.

3-142 Beispiel zur Bildung des Richtungsentscheides Erdstufe

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-213


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Aufbereitung und Auswahl


der Messgrößen
Es besteht die Möglichkeit, entweder die vom P132 aus den drei Leiter-Erd-Spannungen
errechnete Verlagerungsspannung oder die am Wandler T 90 gemessene Spannung für
die Kurzschlussrichtungserkennung heranzuziehen.

KURI: Auswer-
tung UNE PSx
[ * ]

UN-E 2
1
UL1-E
UL2-E 1 ... 2 KURI: UNE
310 026
UL3-E
1: gerechnet
2: gemessen

Parameter KURI: Auswer-


tung UNE PSx
satz 1 071 056
satz 2 071 057
satz 3 071 058
satz 4 071 059
19Z6450A_DE

3-143b Auswahl der Mess-Spannung

3-214 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Freigaben für die


Erdstromstufen
Die Freigabe für die Richtungsermittlung der Erdstromstufen wird ausgegeben, wenn
gleichzeitig folgende Bedingungen erfüllt sind:

† Die Kurzschlussrichtungserkennung ist eingeschaltet


† Die Kurzschlussrichtungserkennung ist nicht durch die Messkreisüberwachung
blockiert (siehe Messkreisüberwachung)
† Es steht eine Erdanregung an
† Der Erdstrom ist größer 0,01xInom
† Es steht kein externes Signal G R U N D : A u t o m . f a l l U E X T an.
† Die Verlagerungsspannung ist größer als der eingestellte Triggerwert der Funktion
KURI: UNE> PSx.

KURI: einge-
schaltet
[ 040 098 ]
MKÜ: Meß-
kreise U gestört
[ 038 023 ]
GRUND: Anregung
N int.
306 516
UMZ: Anregung
IE>>
[ 040 041 ]
KURI: UNE>
UMZ: Anregung PSx
IE>>> [ * ]
[ 039 078 ]

KURI: UNE
310 026

> 0,01 Inom

KURI: Freig.
Ermittlung E
304 455

IE KURI: Erdstufe
block.
304 454

Parameter KURI: UNE>


PSx
satz 1 017 077
satz 2 077 244
satz 3 078 244
satz 4 079 244

19Z6451A_DE

3-143a Freigaben für die Richtungsermittlung der Erdstromstufen

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-215


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Nach Freigabe der Richtungsermittlung wird je nach Messentscheid eine der beiden
folgenden Meldungen generiert:

† Bei einem Fehler in Vorwärtsrichtung,


KURI: Fehler E vorwärts
† Bei einem Fehler in Rückwärtsrichtung,
KURI: Fehler E rückwärts
Zur Beherrschung von transienten Wettlaufproblemen wird das Ansprechen und
Rückfallen eines Richtungsentscheides um 30 ms verzögert.

KURI: Freig. KURI: charakt.


Ermittlung E Winkel E PSx
304 455 [ * ]

IE

Richtungsermittlung
KURI: UNE
310 026

KURI: Fehler E
vorwärts
[ 040 037 ]
KURI: Fehler E
rückwärts
[ 040 038 ]

Parameter KURI: charakt.


Winkel E PSx
satz 1 017 076
satz 2 077 243
satz 3 078 243
satz 4 079 243

3-144 Richtungsermittlung der Erdstromstufen

3-216 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Bildung des Sperrsignals


für die Erdstromstufen
Für die Bildung des Sperrsignals für die zwei Erdstromstufen des unabhängigen
Überstromzeitschutzes und für die Erdstromstufe des abhängigen
Überstromzeitschutzes ist die Fehlerrichtung zur Auswertung des Messentscheids nach
der Auswahl vorwärts-, rückwärts-, oder ungerichtet separat einstellbar.

Ein Sperrsignal für die erste Erdstromstufe des unabhängigen Überstromzeitschutzes


wird gebildet, wenn eine der nachfolgenden Bedingungen erfüllt ist:

† Die Richtung für tIE> ist auf vorwärts eingestellt und die
Kurzschlussrichtungserkennung ermittelt einen Fehler in Rückwärtsrichtung.
† Die Richtung für tIE> ist auf rückwärts eingestellt und die Kurzschlussrichtungserken-
nung ermittelt einen Fehler in Vorwärtsrichtung.
Ein Sperrsignal für die zweite Erdstromstufe des unabhängigen Überstromzeitschutzes
wird gebildet, wenn eine der nachfolgenden Bedingungen erfüllt ist:

† Die Richtung für tIE>> ist auf vorwärts eingestellt und die
Kurzschlussrichtungserkennung ermittelt einen Fehler in Rückwärtsrichtung.
† Die Richtung für tIE>> ist auf rückwärts eingestellt und die
Kurzschlussrichtungserkennung ermittelt einen Fehler in Vorwärtsrichtung.
Ein Sperrsignal für die Erdstromstufe des abhängigen Überstromzeitschutzes wird
gebildet, wenn eine der nachfolgenden Bedingungen erfüllt ist:

† Die Richtung für tIB,E> ist auf vorwärts eingestellt und die
Kurzschlussrichtungserkennung ermittelt einen Fehler in Rückwärtsrichtung.
† Die Richtung für tIB,E> ist auf rückwärts eingestellt und die
Kurzschlussrichtungserkennung ermittelt einen Fehler in Vorwärtsrichtung.
Für den Fall fehlender Freigabe für die Richtungsermittlung (z.B. bei Automatenfall) kann
über K U R I : A u s l ö s e v o r o r i e n t . P s x gewählt werden, ob auf vorwärts eingestellte
Stufen mit Auslösevororientierung betrieben werden sollen. Die Auslösevororientierung
kann im Falle einer Leiterstromanregung durch entsprechende Einstellung über K U R I :
B l o c k . V o r o r i e n t . E P S x in der Erdstromstufe unterdrückt werden.

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-217


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

KURI: Sperr.
Richtg. tIB,E>
304 466

3-145 Bildung der Sperrsignale Erdstromstufe

3-218 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Meldelogik
Die durch die Richtungsermittlung der Leiterstromstufen und der Erdstromstufen
generierten Signale der Fehlerrichtung werden zu einer gemeinsamen Funktion
zusammengefasst.

3-146 Meldungen Fehler Leiterstromstufe oder Erdstromstufen vorwärts/rückwärts

Kurzschlussrichtungs-
erkennung mit dem
Spannungsspeicher
Die Funktionsgruppe Kurzschlussrichtungserkennung (KURI) ist in zwei Untergruppen
aufgeteilt.

Richtungsermittlung im Erdsystem

Für die Richtungsermittlung im Erdsystem wird auf den gemessenen Erdstrom IE und
die geometrische Addition der Leiter-Erdspannungen zugegriffen.
Der Spannungsspeicher kommt hier nicht zum Einsatz.

Richtungsermittlung im Leitersystem

Im Leitersystem benutzt die KURI-Funktion zur Richtungsbestimmung den


fehlerabhängigen Kurzschluss-Strom sowie - im Regelfall - die der Fehlerart
zugeordneten verketteten, fehlerfremden (nicht am Kurzschluss beteiligten)
Spannungen. Damit ist sichergestellt, dass bei einpoligen und zweipoligen Fehlern für
die Richtungsbestimmung immer eine ausreichende Spannung zur Verfügung steht.
Auch bei dreipoligen Fehlern mit einer verketteten Spannung > 200 mV lässt sich dieses
Verfahren anwenden.

Bei dreipoligen Fehlern nahe am Messort kann es aber zu einem so starken


dreiphasigen Spannungseinbruch kommen, dass eine Richtungsermittlung auf dieser
Basis nicht mehr möglich ist. Für diesen Fehlerfall steht ein Spannungsspeicher zur
Verfügung, aus dem KURI dann die zur Richtungsbestimmung notwendigen
Spannungsinformationen bezieht.

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-219


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Bei einem dreipoligen Fehler in der Leiterstromstufe wird die Mess-Spannung U12mess
mit dem vom Anwender bei
KURI: Anspr.wert USpei.PSx.
gewählten Ansprechwert UAnSp des Spannungsspeichers verglichen. Ist
U12mess < UAnSp, so wird nicht auf U12mess sondern auf den Spannungsspeicher
zugegriffen, falls dieser freigeschaltet ist. Es erfolgt die Meldung:

KURI: Leit.Richt. mit USPS.

Ist der Spannungsspeicher nicht freigeschaltet (weil z.B. │Delta f│ > 2.5 Hz), so wird
geprüft, ob U12mess zur Richtungsbestimmung ausreicht.
Ist U12mess > 200 mV, so wird die Richtung bei nicht freigeschaltetem
Spannungsspeicher auf Basis von U12mess bestimmt. Es erfolgt die Meldung:

KURI: Leit.Richt. mit UMeß.

Ist U12mess < 200 mV, so wird bei nicht freigeschaltetem Spannungsspeicher und
wirksamer Vororientierung (eingestellt bei K U R I: A us l ös ev or or i enti er u n g ) ein
Fehler in Vorwärtsrichtung angenommen, andernfalls wird der Richtungsentscheid
blockiert. Es erfolgt die Meldung:

KURI: Leit.vorw. ohne Mess.

Diese Meldungen werden zusätzlich zu den folgenden Meldungen ausgegeben:

KURI: Fehler L vorwärts


KURI: Fehler L rückwärts
KURI: Fehler L V E vorw.
KURI: Fehler L V E rückw.

3-220 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.26 Schutz bei Zuschalten auf einen Kurzschluss (Funktionsgruppe ZUKS)

Bei Einschalten eines Leistungsschalters von Hand ist es möglich, dass auf einen
bestehenden Kurzschluss geschaltet wird. Dies ist besonders kritisch, da der
Überstromzeitschutz den Fehler erst nach Ablauf der eingestellten
Ansprechverzögerung abschalten würde. In diesem Fall ist jedoch ein möglichst
schnelles Abschalten erwünscht.

Um ein schnelles Abschalten bei Hand-Ein zu gewährleisten, muss das Hand-Ein-Signal


an den Leistungsschalter auch gleichzeitig an das P132 gegeben werden. Sofern keine
Ein-Anforderung durch die AWE vorliegt und kein KU-Zyklus einer externen
Wiedereinschaltautomatik läuft, wird mit dem Hand-Ein-Befehl eine einstellbare Zeitstufe
gestartet. Über einen Parameter kann gewählt werden, welche der -Anregeentscheide
des Überstromzeitschutzes während des Ablaufes der Zeitstufe eine Aus Meldung
generieren:

Mit dem Startsignal für die Zeitstufe wird ein internes Blockadesignal generiert. Dieses
Signal verhindert, dass bei Zuschalten über Hand-Ein auf einen Kurzschluss die AWE
aktiviert wird.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-221


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-147 Schutz bei Zuschalten auf einen Kurzschluss. (AMZ steht für AMZ_1 und AMZ_2; die Adresse gilt für AMZ_1.)

3-222 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.27 Signalvergleich (Funktionsgruppe SV)

Signalvergleich
Der Signalvergleich wird zusammen mit der Kurzschlussrichtungserkennung in Netzen
mit einseitiger Einspeisung und danach folgender paralleler Leitungsführung eingesetzt.
Hierbei wird unter Umgehung der Auslösezeitanhebung des UMZ-Schutzes bzw. AMZ-
Schutzes eine selektive Schnellzeitabschaltung des vom Fehler betroffenen Leitungs-
abschnittes eingeleitet.

Aus-/Einschalten des SV
Das Aus-/Einschalten kann über Einstellparameter oder binäre Signaleingänge erfolgen.

Über S V : e i n g e s c h a l t e t B E D wird das Einschalten parametersatzunabhängig


freigegeben. Eine parametersatzabhängige Freigabe erfolgt über S V : F r e i g a b e
P S x . Sind diese Freigaben gesetzt, kann der Signalvergleich über Einstellparameter
oder entsprechend konfigurierte binäre Signaleingänge aus-/eingeschaltet werden.
Dabei sind Einstellparameter und binäre Signaleingänge gleichberechtigt. Ist nur die
Funktion S V : E i n s c h a l t e n E X T einem binären Signaleingang zugeordnet, wird der
Signalvergleich mit einer positiven Flanke des Eingangssignals eingeschaltet, mit einer
negativen ausgeschaltet. Im Falle, dass nur die Funktion S V : A u s s c h a l t e n E X T
einem binären Signaleingang zugeordnet wurde, bewirkt ein Signal an diesem Eingang
nichts.

Bereitschaft des
Signalvergleiches
Voraussetzung, damit der Signalvergleich (SV) arbeiten kann, ist, dass

… er eingeschaltet ist
… keine externe Blockade ansteht
… keine Übertragungsstörung vorliegt.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-223


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-148 Funktionsbereitschaft des Signalvergleichs

3-224 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Aufbau der
Übertragungsstrecke
Zum Aufbau der Übertragungsstrecke ist, je nach gewählter Arbeitsweise des
Senderelais - „Senderelais mit Schließer“ oder „Senderelais mit Öffner“ - der Schließer
oder Öffner des Senderelais mit dem Eingang „ S V : E m p f a n g E X T „ der
Gegenstation über Hilfsadern (siehe „Montage und Anschluss“ und Bild 3-149) zu
verbinden. Bei beiden Arbeitsweisen ist im Ruhezustand an beiden Schutzeinrichtungen
ein Empfangssignal (GS-Schleife geschlossen) vorhanden.

3-149 Signalvergleich über Hilfsadern, gewählte Arbeitsweise „Senderelais mit Öffner“

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-225


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Funktionsweise des
Signalvergleichs
Kommt eine Generalanregung, wird die Schleife unverzögert geöffnet (Senden). Das
Wiederschließen der Schleife bei anstehender Generalanregung nach Ablauf der
eingestellten Startzeit erfolgt entsprechend der gewählten Betriebsart S V :
R i c h t u n g s a b h ä n g i g k . P S x in Abhängigkeit von den Richtungsentscheiden wie
folgt:

† Unabhängig von einem Richtungsentscheid


† Abhängig von der Bedingung, dass kein Richtungsentscheid in Rückwärtsrichtung
der Leiterstromstufe vorliegt
† Abhängig von der Bedingung, dass kein Richtungsentscheid in Rückwärtsrichtung
der Erdstromstufe vorliegt
† Abhängig davon, ob eine der folgenden Bedingungen in der Tabelle erfüllt ist:

Fehler Fehler Fehler Fehler


Erdstufe Erdstufe Leiterstufe Leiterstufe
rückwärts vorwärts rückwärts vorwärts

nein nein nein nein

nein nein nein ja

nein ja nein nein

nein ja nein ja

ja nein nein ja

Nach dem Wiederschließen der Schleife bei anstehender Generalanregung und Rück-
meldung über den Eingang S V : E m p f a n g E X T einer geschlossenen Schleife wird
unverzögert die Meldung S V : A u s M e l d u n g generiert. Ein Wiederschließen der
Schleife nach Rückfall der Generalanregung erfolgt um die einstellbare Rückfallzeit S V :
R ü c k f a l l z e i t S e n d e n P S x , verzögert.

Bei nicht bereiten Signalvergleich ist die GS-Schleife bei gewählter Arbeitsweise des
Senderelais „ Senderelais mit Schließer“ geöffnet und bei gewählter Arbeitsweise des
Senderelais „ Senderelais mit Öffner“ geschlossen.

3-226 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-150 Signalvergleichslogik

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-227


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Überwachung und
Schleifenprüfung des
Signalvergleichs
Die Hilfsadern werden auf Unterbrechung überwacht. Wird im fehlerfreien Betrieb, d.h.
keine Generalanregung, für länger als die eingestellte Rückfallzeit des Senderelais
+ 600 ms kein Signal aus der Schleife empfangen, erfolgt eine Meldung S V : Ü . -
k a n a l g e s t ö r t (siehe Bild 3-151). Die Übertragungsstörung führt zu einer Blockade
des Signalvergleichs.

Zum Zwecke der Schleifenprüfung kann die Übertragungsstrecke über den


Einstellparameter S V : T e s t Ü . - k a n a l B E D geöffnet werden.

3-151 Signalvergleich Übertragungskanal gestört

3-228 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.28 Automatische Wiedereinschaltung (Funktionsgruppe AWE)

Durch die automatische Wiedereinschalteinrichtung (AWE) erfolgt unter bestimmten


Kriterien ein Abschalten eines Leitungsabschnittes und nach Ablauf einer gewählten
Pausenzeit ein automatisches Wiedereinschalten des Leitungsabschnittes.

Ein Beispiel für den normalen zeitlichen Ablauf einer erfolglosen Kurzzeitunterbrechung
mit einer nachfolgenden erfolgreichen Langzeitunterbrechung zeigt Bild 3-152.

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-229


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-152 Beispiel für einen Ablauf der AWE

3-230 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Betriebsarten der AWE


Die im P132 integrierte AWE bietet die Möglichkeit über verschiedene Anregesignale
Startzeiten anzustoßen. Nach Ablauf der Startzeiten wird eine Aus-Meldung generiert.
Mit der im P132 realisierten AWE sind Mehrfach-Wiedereinschaltungen möglich. Bei
Mehrfach-Wiedereinschaltungen wird - bei entsprechender Einstellung der Betriebsart
der AWE - zunächst mit einer Kurzunterbrechung (KU) begonnen. Ist der Fehler nach
Wiedereinschalten durch die KU nicht beseitigt, kann durch eine Langzeitunterbrechung
(LU) erneut versucht werden, den Fehler zu bereinigen. Bei entsprechender Einstellung
der Betriebsart der AWE sind Mehrfach-Wiedereinschaltungen auch ausschließlich mit
LU möglich.

3-153 Einstellung der Betriebsart der AWE

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-231


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Aus-/Einschalten der AWE


Das Aus-/Einschalten kann über Einstellparameter oder binäre Signaleingänge erfolgen.

Über A W E : e i n g e s c h a l t e t B E D wird das Einschalten parametersatzunabhängig


freigegeben. Eine parametersatzabhängige Freigabe erfolgt über A W E : F r e i g a b e
P S x . Sind diese Freigaben gesetzt, kann die AWE über Einstellparameter oder
entsprechend konfigurierte binäre Signaleingänge aus-/eingeschaltet werden. Dabei
sind Einstellparameter und binäre Signaleingänge gleichberechtigt. Ist nur die Funktion
A W E : E i n s c h a l t e n E X T einem binären Signaleingang zugeordnet, wird die AWE
mit einer positiven Flanke des Eingangssignals eingeschaltet, mit einer negativen
ausgeschaltet. Im Falle, dass nur die Funktion A W E : A u s s c h a l t e n E X T einem
binären Signaleingang zugeordnet wurde, bewirkt ein Signal an diesem Eingang nichts.

3-232 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-154 Ein- und Ausschalten der automatischen Wiedereinschaltung

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-233


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

AWE-Blockade
Die AWE wird bei bestimmten Kriterien blockiert und das Signal A W E : b l o c k i e r t wird
generiert, wenn eine der nachfolgenden Bedingungen erfüllt ist:

… Es steht ein Blockadesignal durch Hand-Ein an.


… Es steht ein externes Signal A W E : B l o c k i e r e n E X T an.
… Die AWE ist ausgeschaltet.
… Der Schutz ist ausgeschaltet.
… Über Einstellparameter wird ein manuelles Auskommando erteilt.

Nach Wegfall der Blockadebedingungen wird die Blockierzeit gestartet. Nach Ablauf der
Blockierzeit wird die Blockade der AWE zurückgenommen.

3-155 AWE-Blockade

3-234 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

AWE-Funktionsbereitschaft
Voraussetzung für den Start eines AWE-Zyklus ist, dass die AWE bereit ist. Hierzu
müssen folgende Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein:

… Der Schutz ist eingeschaltet (on)


… Die AWE ist nicht blockiert
… Der Leistungsschalter muss in der Lage sein aus- und wieder einzuschalten
(LS-Antrieb bereit).
… Der Leistungsschalter muss sich in „Ein“-Stellung befinden (Die „Ein“-Abfrage ist
optional).
… Es läuft kein AWE-Zyklus.

3-156 AWE-Funktionsbereitschaft

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-235


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Startzeiten
Bei Anregungen der Schutzfunktionen, die mit automatischer Wiedereinschaltung
arbeiten, werden die Startzeiten (KU bzw. LU) zusammen mit der Wirkzeit gestartet.
Wenn während eines laufenden AWE-Zyklus die zugehörige Startzeit innerhalb der
Wirkzeit abläuft, wird eine Aus Meldung ausgegeben. Die Startzeit KU oder LU, die die
Aus Meldung bewirkt hat, entscheidet welche Pausenzeit (KU bzw. LU) gestartet wird.
Mit dem Start der Pausenzeit werden alle angestoßenen Startzeiten und die Wirkzeit
abgebrochen.
Für Startzeiten, die nicht auf ”blockiert” eingestellt sind führen folgende Anregungen bzw.
Eingangssignale zum Start der Startzeiten, wenn die Startbedingungen erfüllt sind. Bei
eingeschalteter Kurzschlussrichtungserkennung sind einige Anregungen richtungs-
selektiv:

… Generalanregung
… UMZ Anregung I> (richtungsselektiv)
… UMZ Anregung I>> (richtungsselektiv)
… UMZ Anregung I>>>
… UMZ Anregung IE> (richtungsselektiv)
… UMZ Anregung IE>> (richtungsselektiv)
… UMZ Anregung IE>>>
… AMZ_1 Anregung IB,L> (richtungsselektiv)
… AMZ_1 Anregung IB,E> (richtungsselektiv)
… AMZ_1 Anregung IB,geg>
… Start über parametrierbare Logik
… Wattmetrische Erdschlussrichtungserfassung hat angesprochen und einen der
folgenden Fehler festgestellt.
„ EWATT Anregung vorwärts/LS
„ EWATT Anregung Y(E)>
„ EWATT Anregung vorwärts/LS oder EWATT Anregung Y(E)>
Erfolgt in der Betriebsart „KU/LU zugelassen“ nur eine der oben genannten Anregungen,
so wird unabhängig von der Dauer der Startzeiteinstellung KU/LU die erste Aus Meldung
durch die Startzeitstufe KU generiert. Es gilt KU vor LU. Bei mehr als einer Anregung
erfolgt die Aus Meldung nach der zuerst abgelaufenen Startzeit KU. Nur wenn eine
Startzeit LU, deren zugehörige Startzeit KU auf „blockiert“ eingestellt ist, zuerst abläuft
wird zuerst eine LU eingeleitet.

Wurde die Aus-Meldung durch eine Startzeitstufe LU generiert, wird im gleichen AWE-
Zyklus keine KU eingeleitet.

Die Aus-Meldung der AWE muss in die m aus n Auswahl der Auslösekommandos
aufgenommen werden.

3-236 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-157 Startzeit Teil 1

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-237


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-158 Startzeit Teil 2

3-238 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

AWE: Startz.
IB,L KU PSx
[ * ]

AMZ: AWE Anregung AWE: Startzeit


IB,L> KU abgel.
304 367 303 152

AWE: Startz.
IB,E KU PSx
[ * ]

AMZ: AWE Anregung


IB,E>
304 368

AWE: Startz.
IB,geg KUPSx
[ * ]

AMZ: Anregung
IB,gegen>
[ 040 107 ]
AWE: Sperren/
Reset KU
303 104

AWE: Startz.
IB,L LU PSx
[ * ]

AWE: Startzeit
LU abgel.
303 153

AWE: Startz.
IB,E LU PSx
[ * ]

AWE: Startz.
IB,geg LUPSx
[ * ]

AWE: Sperren/
Reset LU
303 105

Parameter AWE: Startz. AWE: Startz. AWE: Startz. AWE: Startz. AWE: Startz. AWE: Startz.
IB,L KU PSx IB,E KU PSx IB,geg KUPSx IB,L LU PSx IB,E LU PSx IB,geg LUPSx
satz 1 015 094 015 096 015 034 015 095 015 097 015 035
satz 2 024 106 024 107 024 108 024 118 024 119 024 120
satz 3 024 156 024 157 024 158 024 168 024 169 024 170
satz 4 025 106 025 107 025 108 025 118 025 119 025 120

3-159 Startzeit Teil 3. (In diesem Bild steht AMZ für AMZ_1.)

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-239


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-160 Startzeit Teil 4

3-240 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-161 Startzeit Teil 5

3-162 Startzeit Teil 6

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-241


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Blockade und Rückstellung


der Startzeiten
Die Startzeitstufen KU werden – außer durch den Einstellwert „blockiert“ – durch eine
der folgenden Bedingungen blockiert/zurückgesetzt:

… Bei Einstellung der A W E : B e t r i e b s a r t P S x auf „nur Probe KU zugelassen“


… Bei einer Anregung I>>> und einer gewählten A W E : S p e r r e K U b e i I > > >
PSx
… Bei Einstellung der A W E : B e t r i e b s a r t P S x auf „nur LU zugelassen“
… Es ist keine KU zugelassen, weil im laufenden AWE-Zyklus bereits eine KU oder LU
abgelaufen ist.
… Durch eine Blockade der AWE.

Die Startzeitstufen LU werden – außer durch den Einstellwert „blockiert“ – durch eine der
folgenden Bedingungen blockiert/zurückgesetzt:

… Bei Einstellung der A W E : B e t r i e b s a r t P S x auf „nur Probe KU zugelassen“


… Bei einer Anregung I>>> und einer gewählten A W E : S p e r r e L U b e i I > > > P S x
… Durch eine Blockade der AWE
… Die Anzahl der erlaubten LU ist erreicht und somit ist keine weitere LU zugelassen.

3-242 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-163 Blockade und Rückstellung der Startzeitstufen

AWE-Zyklus
Ein AWE-Zyklus beginnt, wenn die Startbedingung erfüllt ist, mit dem Vorliegen einer
relevanten Anregung (UMZ/AMZ-Anregung, Start über parametrierbare Logik, EWATT
oder durch Start einer Probe-KU), falls zu diesem Zeitpunkt das Signal A W E : b e r e i t
vorliegt. Im weiteren Verlauf eines AWE-Zyklus wird das Signal A W E : b e r e i t nicht
mehr berücksichtigt.

Ein AWE-Zyklus läuft wenn die AWE nicht blockiert ist und einer der folgenden
Bedingungen erfüllt ist:

… Die Wirkzeit läuft


… Eine Pausenzeit läuft
… Die Sperrzeit läuft.

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-243


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Blockade des UMZ-bzw.


AMZ-Schutzes sowie
wattmetrischer Erdschluss-
richtungserkennung und
parametrierbarer Logik
Wenn die AWE bereit ist, blockiert sie die Aus Meldungen von UMZ-, AMZ_1- und
AMZ_2-Schutz sowie wattmetrischer Erdschlussrichtungserkennung und
parametrierbarer Logik über das Signal A W E : A u s b l o c k i e r t . Die AWE lässt die
Generierung eines Aus Kommandos durch die anderen Schutzfunktionen zu, wenn eine
der nachfolgenden Bedingungen erfüllt ist:

… Ein „AWE: Zyklus läuft“ nicht und die AWE ist nicht bereit
… Die letzte Sperrzeit läuft
… Wenn nur eine Probe-KU zugelassen ist
… Die AWE ist blockiert
… Während des Ablaufs einer Startzeit läuft die Wirkzeit ab
… Während des Ablaufs einer Pausenzeit kommt eine relevante Anregung
… Durch eine oder mehrere Anregungen erfolgt kein Ablauf einer Startzeitstufe, weil die
entsprechenden Startzeitstufen ausgeschaltet sind (Einstellung t auf blockiert). Wird
in diesem Zustand durch eine zusätzliche Anregung eine Startzeitstufe gestartet
erfolgt die Generierung eines Auslösekommandos wieder durch die AWE, sofern
noch kein definitives Aus Kommando erteilt wurde.

3-244 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Beispiel parametrierbare
Logik in der AWE
In dem Beispiel (siehe Bild 3-164) ist die mögliche Verschaltung und der binäre
Signalausgang zum Starten der Startzeitstufe über einen Logikeingang dargestellt.

Mit Hilfe der parametrierbaren Logik ist ein Eingang mit nachfolgender Ansprech-
verzögerung und einem UND-Glied realisiert worden. An dem zweiten Eingang des
UND-Gliedes wurde die Funktion „ A W E : A u s b l o c k i e r t “ negiert verschaltet. Der
Ausgang des UND-Gliedes muss in die m aus n Auswahl des Gen. Aus-Kommandos
konfiguriert werden. Mit dem Ausgangssignal A W E : S t a r t ü b e r L o g i k kann die
Startzeit gestartet werden.

Nachfolgende Listenparameter sind für das Beispiel einzustellen (siehe Kapitel


„Bedienung“, „Einstellen eines Listenparameters“):

Listenparameter
LOGIK: Fkt.zuordnung OR z. B. LOGIK: Eingang 4
Ausg. 1 EXT
(Adresse 030 000) (Adresse 034 003)
LOGIK: Fkt.zuordnung OR LOGIK: Ausgang 1 (t)
Ausg. 2 (Adresse 042 033)
AND NOT AWE: Aus blockiert
(Adresse 042 000)

Prinzipiell kann jede Gleichung der parametrierbaren Logik für einen AWE-Start benutzt
werden.

Die parametrierbare Logik kann auch dazu benutzt werden, die AWE durch ein externes
Schutzgerät anzustoßen.

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-245


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-164 Beispiel parametrierbare Logik in der AWE

Allgemeine
Steuerfunktionen
Der gesamte Ablauf der AWE wird von einer Ablaufsteuerung überwacht und gesteuert.

Bei aktiver SKA erfolgt das Wiedereinschalten erst nach dem Überprüfen der
Synchronitätsbedingungen und der Ein Freigabe durch die SKA.

3-246 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-165 Ablaufsteuerung der AWE. (In diesem Bild steht AMZ für AMZ_1.)

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-247


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.28.1 Kurzunterbrechung (KU)

Sind die Startbedingungen erfüllt, führen für die AWE relevante Anregungen des
Schutzes zum Beginn eines AWE Zyklus. Mit den Anregungen werden die zugehörigen
Startzeiten und die Wirkzeit gestartet. Läuft eine Startzeit KU innerhalb der Wirkzeit ab,
wird mit dem Signal A W E : A u s M e l d u n g ein Aus Kommando eingeleitet, falls es
entsprechend konfiguriert ist. Mit dem Rückfallen der Anregung wird die Wirkzeit
abgebrochen und die Pausenzeit KU gestartet. Tritt während der Pausenzeit keine
Anregung auf, wird nach Ablauf der Pausenzeit ein Wiedereinschalt Kommando erteilt.
Gleichzeitig wird die Sperrzeit gestartet. Erfolgt während der Sperrzeit keine Anregung
mit Aus Kommando, wird nach Ablauf der Sperrzeit die Meldung A W E : W E
e r f o l g r e i c h ausgegeben und der AWE Zyklus beendet.

Ist die KU erfolglos wird nach einer erneuten Anregung eine LU gestartet, falls min-
destens eine LU zugelassen ist. Ist nach der KU keine LU zugelassen, dann ist die
laufende Sperrzeit die letzte Sperrzeit im AWE Zyklus. Beim Ablauf der letzten Sperrzeit
werden die Startzeiten bei einer erneuten Anregung nicht mehr gestartet, außerdem wird
das Signal A W E : A u s b l o c k i e r t auf logisch „0“ gesetzt und ein Aus über andere
Schutzfunktionen freigegeben. Tritt während der letzten Sperrzeit eine Aus Meldung auf,
so wird sie als definitives Aus angesehen. Mit dem Ablauf der letzten Sperrzeit wird ein
AWE Zyklus beendet.

Mit dem Erscheinen des Signals A W E : Z y k l u s l ä u f t wird das Signal A W E :


U n t e r b r . S c h . f . m l d g . (Unterbrechung Schalterfallmeldung) gesetzt und nach der
letzten KU/LU des laufenden AWE-Zyklus mit dem Ende des Ein Kommandos zurückge-
setzt. Beim Erscheinen des Signals „A W E : b l o c k i e r t “ während des Ablaufs eines
AWE-Zyklus wird das Signal ebenfalls sofort zurückgesetzt.

Läuft die Wirkzeit ab bevor die Anregung zurückfällt wird direkt die letzte Sperrzeit
gestartet und die Blockade der Aus Meldungen des Schutzes aufgehoben.

Während der Pausenzeit wird geprüft, ob für die AWE relevante Anregungen auftreten.
Ist dies der Fall, wird die letzte Sperrzeit gestartet und die Blockade der Aus Meldungen
des Schutzes aufgehoben.

Ist die SKA eingeschaltet, so gilt zusätzlich die Beschreibung „Das Zusammenwirken der
AWE mit der SKA“ im nächsten Abschnitt.

3-248 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-166 Signalverlauf der KU (Beispiel ohne aktive SKA – siehe auch „Zusammenwirken der AWE mit der SKA“ im nächsten Abschnitt)

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-249


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.28.2 Zusammenwirken der AWE mit der SKA

Bild 3-167 zeigt das Zusammenwirken der AWE mit der SKA am Beispiel einer
Kurzunterbrechung (KU).

Sind die Startbedingungen erfüllt, führen für die AWE relevante Anregungen des
Schutzes zum Beginn eines AWE-Zyklus. Mit den Anregungen werden die zugehörigen
Startzeiten und die Wirkzeit gestartet. Läuft eine Startzeit KU innerhalb der Wirkzeit ab,
wird mit dem Signal A W E : A u s M e l d u n g ein Aus Kommando eingeleitet. Mit dem
Rückfallen der Anregung wird die Wirkzeit abgebrochen und die Pausenzeit KU gestar-
tet. Nach Ablauf der Pausenzeit wird eine Ein-Anforderung an die Synchron-
kontrollautomatik gesandt. Die SKA prüft, ob eine Wiedereinschaltung möglich ist. Wird
dies innerhalb der Wirkzeit der SKA positiv entschieden, erfolgt eine Ein-Freigabe und
das Ein Kommando wird erteilt.

Ist die SKA ausgeschaltet, oder sollen deren Entscheide ignoriert werden, wird sofort ein
Ein Kommando abgesetzt.

Mit dem Ein Kommando wird die Sperrzeit gestartet. Erfolgt während der Sperrzeit keine
Anregung mit Aus Kommando, wird nach Ablauf der Sperrzeit die Meldung A W E : W E
e r f o l g r e i c h ausgegeben und der AWE-Zyklus beendet.

Entscheidet die SKA, dass nicht wiedereingeschaltet werden darf, wird die Sperrzeit
gestartet und nach deren Ablauf der AWE-Zyklus beendet.

3-250 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-167 Signalverlauf einer KU bei aktiver SKA

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-251


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Probe-KU
Ein Anstoß einer Probe-KU ist nur möglich, wenn die AWE bereit ist und die Einstellung
der Betriebsart „nur Probe-KU zugelassen“ gewählt wurde. In dieser Betriebsart wird die
Blockade der Aus-Meldungen des UMZ-, AMZ-Schutzes usw. aufgehoben, damit im
Störungsfall ein Netzfehler definiert abgeschaltet werden kann.
Nach Anstoß einer Probe-KU wird eine Aus Meldung definierter Länge abgesetzt. Der
weitere Ablauf entspricht dem einer erfolgreichen KU (Aus- und Wiedereinschalt-
kommando nach Ablauf der KU-Pausenzeit). Nach Ablauf der Ein Kommandozeit führt
während des Ablaufs der Sperrzeit ein erneuter Anstoß zu keiner weiteren KU.

Eine Probe-KU kann sowohl über Einstellparameter als auch über einen binären
Eingang angestoßen werden und inkrementiert den Zähler A W E : A n z a h l K U .

Jede Anforderung Probe-KU die nicht zu einer Probe-KU führt, wird als Meldung
A W E : Z u r ü c k w . P r o b e - K U generiert.

3-168 Probe-KU

3-252 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.28.3 Langzeitunterbrechung (LU)

Mit der LU sind bei entsprechender Einstellung mehrfache Wiedereinschaltungen


möglich. Eine LU kann nach einer KU erfolgen, wenn durch die KU wieder eingeschaltet
wurde oder sofort - sofern bei Einstellung der Betriebsart der AWE nur LU zugelassen
wurden. Voraussetzung ist jedoch, dass die Einstellung A W E : A n z . L U e r l a u b t
P S x ungleich Null ist.

Sind die Startbedingungen erfüllt, führen für die AWE relevante Anregungen des
Schutzes zum Start der zugehörigen Startzeiten. Gleichzeitig wird die Wirkzeit gestartet.
Läuft eine Startzeit LU innerhalb der Wirkzeit ab, wird mit dem Signal A W E : A u s
M e l d u n g ein Aus Kommando eingeleitet. Mit dem Rückfallen der Anregung wird die
Wirkzeit abgebrochen und die Pausenzeit LU gestartet. Tritt während der Pausenzeit
keine Anregung auf, wird nach Ablauf der Pausenzeit ein Wiedereinschalt Kommando
erteilt. Gleichzeitig wird die Sperrzeit gestartet. Ist im laufenden AWE Zyklus keine
weitere LU zugelassen, dann ist dies die letzte Sperrzeit. Beim Ablauf der letzten
Sperrzeit werden die Startzeiten bei einer erneuten Anregung nicht mehr gestartet,
außerdem wird das Signal A W E : A u s b l o c k i e r t auf logisch „0“ gesetzt und ein
definitives Aus über andere Schutzfunktionen freigegeben. Tritt während der letzten
Sperrzeit eine Aus Meldung auf, so wird sie als definitives Aus angesehen. Mit dem
Ablauf der letzten Sperrzeit wird ein AWE Zyklus beendet. Erfolgt während der letzten
Sperrzeit keine Anregung mit Aus Kommando, wird die Meldung A W E : W E
e r f o l g r e i c h ausgegeben.

Tritt während der Sperrzeit eine erneute Anregung auf und es ist noch mindestens eine
LU zugelassen, wird die Sperrzeit abgebrochen und nach Ablauf der Startzeit ein
erneutes Aus erteilt. Nach Ablauf der Pausenzeit folgt ein erneutes Wiedereinschalt
Kommando.

Mit dem Erscheinen des Signals A W E : Z y k l u s l ä u f t wird automatisch das Signal


A W E : U n t e r b r . S c h . f . m l d g . (Unterbrechung Schalterfallmeldung) gesetzt und
nach der letzten KU/LU des laufenden AWE-Zyklus mit dem Ende des Ein Kommandos
zurückgesetzt. Beim Erscheinen des Signals „A W E : b l o c k i e r t “ während des Ablaufs
eines AWE-Zyklus wird das Signal ebenfalls sofort zurückgesetzt.

Läuft die Wirkzeit ab bevor die Anregung zurückfällt wird direkt die letzte Sperrzeit
gestartet und die Blockade der Aus Meldungen des Schutzes aufgehoben.

Während der Pausenzeit wird geprüft, ob für die AWE relevante Anregungen auftreten.
Ist dies der Fall, wird die letzte Sperrzeit gestartet und die Blockade der Aus Meldungen
des Schutzes aufgehoben.

Ist die SKA eingeschaltet, so gilt zusätzlich die Beschreibung „Das Zusammenwirken der
AWE mit der SKA“ im vorigen Abschnitt.

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-253


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-169 Signalverlauf einer erfolglosen KU, anschließender erfolglosen LU und abschließenden erfolgreichen LU (Beispiel ohne aktive SKA)

3-254 P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.28.4 Zähler der AWE

Folgende Ereignisse werden gezählt:

… Anzahl der durchgeführten Kurzzeitunterbrechungen


… Anzahl der durchgeführten Langzeitunterbrechungen.
Die entsprechenden Zähler können einzeln oder gruppenweise zurückgestellt werden.

AWE: Ein-(WE)- AWE: Anzahl


+ KU L1-2-3
Meldung KU [ 004 007 ]
[ 037 007 ] R
AWE: Ein-(WE)- + AWE: Anzahl LU
Meldung LU [ 004 008 ]
[ 037 006 ]
R
AWE: Rückst.
Zähler BED
[ 003 005 ]

0
1
GRUND: General 0: nicht ausführen
Rückst. BED
[ 003 002 ] 1: ausführen
1: ausführen
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]
AWE: Rückst.
Zähler EXT
[ 005 244 ]
12Z6147A_DE

3-170 Zähler der AWE

3.28.5 Zähler der Anzahl von Schalterbetätigungen

Die maximale Anzahl von Schalterbetätigungen innerhalb eines AWE-Zyklus (bzw.


innerhalb einer begrenzten Zeit) kann über den Einstellparameter
G R U N D : L S 1 m a x . S c h a l t k a p . eingestellt werden. Zu diesem Einstellparameter
gehört der Zähler G R U N D : L S 1 a k t . S c h a l t k a p . , dem der Wert der maximalen
Anzahl zugewiesen wird, sobald die positive Flanke desjenigen Ereignisses vorliegt,
welches über den 1-aus-n-Parameter G R U N D : L S 1 b e r e i t F k t . z u o r d ausgewählt
wurde.

Im Betrieb wird dann die Schaltkapazität, d.h. der Zähler


G R U N D : L S 1 a k t . S c h a l t k a p . , mit jedem Schalten um 1 vermindert. Die
Schalterbetätigung wird dabei anhand der Zustandmeldungen
B M x x : S c h a l t g e r ä t A u s und B M x x : S c h a l t g e r ä t E i n erkannt.

Der Zähler G R U N D : L S 1 a k t . S c h a l t k a p . kann nur bis zum Wert 1 dekrementiert


werden. Das Erreichen des Werts 1 hat keinerlei Auswirkungen auf die Schutz- oder
Steuerfunktionalität, insbesondere erfolgt keine Sperre der Schalterbetätigung! Bei
Leistungsschalter-Störung (d.h. falls G R U N D : L S 1 g e s t ö r t E X T auf ja gesetzt ist)
wird der Zähler G R U N D : L S 1 a k t . S c h a l t k a p . sofort auf 1 gesetzt.

P132/DE M/Bc5 // AFSV.12.10091 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-255


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.29 Synchronkontrollautomatik (Funktionsgruppe SKA)

Die Synchronkontrollautomatik (SKA) ermöglicht, vor einem Ein- bzw. Wiedereinschalt-


Kommando zu prüfen, ob Synchronität zwischen den parallel zu schaltenden Netz-
bereichen besteht, oder ein Netzbereich spannungslos ist. Zur Überprüfung auf
Synchronität werden zwei Spannungen - in der Regel die Spannungen auf Leitungs- und
Sammelschienenseite - herangezogen und deren Frequenz-, Winkel- und Spannungs-
differenz überprüft. Durch Anschluss des Referenzspannungswandlers wird festgelegt,
welche Spannung die Referenzspannung ist (Leitungs- oder Sammelschienen-
spannung). Am P132 muss die Mess-Schleife entsprechend dem Anschluss der
Referenzspannung (Einstellung S K A : M e ß s c h l e i f e P S x ) eingestellt werden, damit
für den Vergleich die richtige Mess-Spannung ausgewählt wird. Im Anschlussbeispiel
des Abschnitts „Aufbereitung der Messgrössen“ (Kapitel 3 / GRUND) ist die
Sammelschienenspannung UL1-L2 die Referenzspannung.

3-171 Auswahl der Mess-Schleife

3-256 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Aus-/Einschalten der SKA


Das Aus-/Einschalten kann über Einstellparameter oder binäre Signaleingänge erfolgen.

Über S K A : e i n g e s c h a l t e t B E D wird das Einschalten parametersatzunabhängig


freigegeben. Eine parametersatzabhängige Freigabe erfolgt über S K A : F r e i g a b e
P S x . Sind diese Freigaben gesetzt, kann die S K A über Einstellparameter oder
entsprechend konfigurierte binäre Signaleingänge aus-/eingeschaltet werden. Dabei
sind Einstellparameter und binäre Signaleingänge gleichberechtigt. Ist nur die Funktion
S K A : E i n s c h a l t e n E X T einem binären Signaleingang zugeordnet, wird die S K A
mit einer positiven Flanke des Eingangssignals eingeschaltet, mit einer negativen
ausgeschaltet. Im Falle, dass nur die Funktion S K A : A u s s c h a l t e n E X T einem
binären Signaleingang zugeordnet wurde, bewirkt ein Signal an diesem Eingang nichts.

Ist die SKA ausgeschaltet, erfolgt in jedem Fall eine Einschaltfreigabe.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-257


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

19Z5232A_DE

3-172 Aus-/Einschalten der Synchronkontrollautomatik

3-258 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

SKA Bereitschaft und


Blockade
Die SKA ist bereit, wenn sie eingeschaltet und freigegeben ist und keine Blockade
ansteht. Eine Blockade kann durch Fall eines Spannungswandlerautomaten oder über
einen entsprechend konfigurierten binären Signaleingang bewirkt werden. Es kann
gewählt werden, ob bei Blockade der SKA die Ein- bzw. Wiedereinschaltung immer
freigegeben wird oder nicht (kontrollierte oder unkontrollierte Wiedereinschaltung).

Für Kurzunterbrechungen (KU) und Langzeitunterbrechungen (LU) kann separat


gewählt werden, ob die Wiedereinschaltung kontrolliert oder unkontrolliert durchgeführt
wird.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-259


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-173 SKA-Bereitschaft und Blockade

3-260 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Ein-Anforderung
Der Anstoß der SKA kann durch die AWE, über Einstellparameter, einen entsprechend
konfigurierten binären Signaleingang (S K A : E i n - A n f o r d e r u n g E X T ) oder über
eine Ein-Anforderung aus der Steuerung erfolgen . Ein-Anforderungen über einen
Einstellparameter, einen binären Signaleingang oder die Steuerung werden nur
akzeptiert, wenn kein AWE-Zyklus läuft.

3-174 Ein-Anforderung

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-261


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Mit der Ein-Anforderung wird die Wirkzeit der SKA gestartet. Wird innerhalb des
Ablaufes der Wirkzeit der SKA die Ein-Freigabe erteilt, wird das Ein-Kommando
freigegeben. Andernfalls wird für 100 ms ein Signal S K A : E i n - V e r w e i g e r u n g
generiert.

3-175 Signalverlauf bei Ein-Freigabe und Ein-Verweigerung

3-262 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Betriebsarten der SKA


Die Kriterien für eine Ein-Freigabe werden durch Einstellung der Betriebsart der SKA
bestimmt (siehe Bild 3-177). Folgende Betriebsarten sind einstellbar:

… spannungskontrolliert
… synchronkontrolliert
… spannungs-/synchronkontrolliert

Spannungskontrolliert
Mit der spannungskontrollierten Ein-Freigabe kann die synchronkontrollierte Ein-Frei-
gabe umgangen werden, ohne diese zu beeinflussen. Hierzu werden die drei Leiter-Erd-
Spannungen und die Referenzspannung Uref auf Über- (S K A : U > s p g s . k o n t r . )
bzw. Unterschreiten (S K A : U < s p g s . k o n t r . ) einstellbarer Schwellwerte überwacht.
Je nach gewählter Betriebsart der Spannungskontrolle müssen alle drei Leiter-Erd-
Spannungen den Einstellwert über- bzw. unterschreiten, damit die Bedingung für eine
spannungskontrollierte Einschaltung erfüllt ist. Sind die Bedingungen entsprechend der
eingestellten Betriebsart der spannungskontrollierten Synchronkontrolle erfüllt, wird nach
Ablauf der eingestellten Mindestzeit S K A : t min s p g s . k o n t r . die Ein-Freigabe erteilt.
Es können folgende Betriebsarten – separat für jeden Parametersatz – der Spannungs-
kontrolle gewählt werden:

… U nicht & Uref


… U & Uref nicht
… U nicht & Uref nicht
… U nicht V Uref nicht

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-263


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

19Z5233A_DE

3-176 Spannungskontrollierte Ein-Freigabe

3-264 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Synchronkontrolliert
Bevor eine Ein-Freigabe erteilt wird, prüft die SKA die Spannungen auf Synchronität.
Auf Synchronität wird erkannt, wenn folgende Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind:

… Die dreiphasige Spannung und die Referenzspannung müssen den eingestellten


Schwellwert S K A : U > s y n . k o n t r . überschreiten. Bei Einstellung
G R U N D : S t e r n p u n k t b e h . „niederohmig“ werden bei der dreiphasigen
Spannung sowohl die Leiter-Erd- als auch die Leiter-Leiter-Spannungen überprüft.
Wurde „isoliert/ kompensiert“ eingestellt, werden nur die Leiter-Leiter-Spannungen
überprüft.
… Die Betragsdifferenz zwischen Mess-Spannung und Referenzspannung darf den
eingestellten Schwellwert S K A : d e l t a U m a x nicht überschreiten.
… Die Frequenzdifferenz zwischen Mess-Spannung und Referenzspannung darf den
eingestellten Wert S K A : d e l t a f m a x nicht überschreiten.
… Die Winkeldifferenz zwischen Mess-Spannung und Referenzspannung darf den
eingestellten Schwellwert S K A : d e l t a p h i m a x nicht überschreiten. Dabei wird der
eingestellte Korrekturwinkel (S K A : K o r r e k t u r w i n k e l ) berücksichtigt.

Sind diese Bedingungen mindestens für die eingestellte Zeit S K A : t m i n s y n c h r o n


erfüllt, wird eine Ein-Freigabe erteilt. Die Eigenzeit der SKA für die Ermittlung von
Spannungs-, Winkel- und Frequenzdifferenz beträgt ca. 100 ms.

Die Betragsdifferenz der Spannungen, die Winkeldifferenz und die Frequenzdifferenz


werden zum Zeitpunkt des Auftretens der Ein-Anforderung als Synchronmesswerte
gespeichert. Bei einer erneuten Ein-Anforderung werden sie automatisch durch die
neuen Werte überschrieben.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-265


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-177 Synchronkontrollierte Ein-Freigabe

3-266 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Spannungs-/
synchronkontrolliert
Wurde diese Einstellung gewählt, erfolgt die Ein-Freigabe, wenn die Bedingungen für
eine spannungs- oder synchronkontrollierte Einschaltung erfüllt sind.

3-178 Ablaufsteuerung der SKA

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-267


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Prüfen der SKA


Zu Prüfzwecken kann eine Test-Ein-Anforderung über einen Einstellparameter oder
einen entsprechend konfigurierten binären Signaleingang gesetzt werden (siehe Bild 3-
179). Es wird jedoch kein Einschalt-Kommando erteilt und nicht gezählt.

Mit der Test-Ein-Anforderung werden der SKA-Zyklus und die Wirkzeit gestartet.
Während der gesamten Wirkzeit wird die Netzsynchronität geprüft und entsprechend die
S K A : E i n - F r e i g a b e gesetzt. Ist am Ende der Wirkzeit keine Netzsynchronität
gegeben, wird ein 100ms-Signal S K A - E i n - V e r w e i g e r u n g generiert.

2 2 2

>

19Z5230A_DE

3-179 Signalverlauf beim Prüfen

3-268 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Einbindung der SKA in die


Schaltgerätesteuerung und
-überwachung
Die SKA kann auch durch eine Ein-Anforderung der Steuerung angestossen werden.
Dazu muss der Leistungsschalter einem Betriebsmittel zugeordnet und die System-
einbindung der SKA auf „Parallelschaltautomatik“ eingestellt sein. Bei einer
Ein-Anforderung der Steuerung erfolgt dann der Ein-Befehl für den Leistungsschalter
erst mit der „Ein Freigabe“ der SKA (siehe Ausgabe der Schaltbefehle im Kapitel
Schaltgerätesteuerung und -überwachung).

Ist S K A : S y s t e m e i n b i n d u n g P S x dagegen auf „Synchronkontrolle“ eingestellt,


so greift die SKA nicht in die Schaltbefehle ein. Die von der SKA generierten und
ständig aktualisierten Daten werden bei entsprechender Konfigurierung an die
Leittechnik gemeldet, wo dann die Schaltentscheidungen getroffen werden können.

3-180 Einbindung der SKA in die Schaltgerätesteuerung und -überwachung

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-269


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Messwerte der
Synchronkontrollautomatik
Folgende Messwerte werden während eines SKA-Zyklus kontinuierlich berechnet und im
Rahmen einer einstellbaren Zykluszeit übertragen:

… Spannung des Referenzkanals


… Spannung der augewählten Mess-Schleife
… Betragsdifferenz der Spannungen
… Phasenwinkeldifferenz
… Frequenzdifferenz

Außerhalb des SKA-Zyklus haben die Messwerte den Zustand „nicht eingemessen“.

SKA: Zyklus
Übertr. Meßw.
101 212
SKA: Zyklus
läuft
038 019

SKA: Spannung
Uref
004 087

SKA: Spg. ausgew.


Meßschl.
004 088

SKA: Betrags-
differenz
004 091

SKA: Winkel-
differenz
004 089

SKA: Frequenz-
differenz
004 090

19Z5231A_DE

3-181 Messwerte der SKA

3-270 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Zähler der SKA


Die folgenden Meldungen der SKA werden gezählt:

… Anzahl der Wiedereinschaltungen nach einer Ein-Anforderung über Einstellparameter


oder einen binären Signaleingang.
… Anzahl der Ein-Anforderungen
… Anzahl der Ein-Verweigerungen

Die Zähler können außer auf der Adresse, auf der sie angezeigt werden, auch
gruppenweise rückgestellt werden.

SKA: man.Ein- SKA: Anzahl WE n.


Anforderung >S 1 1 & + man.Ein
305 000 [ 004 009 ]
>R 1 R
GRUND: Ein
Kommando
[ 037 009 ]
SKA: Gen.Ein- SKA: Anzahl Ein-
Anforderung + Anford.
306 012 [ 009 033 ]
R
SKA: Ein-Ver- SKA: Anzahl Ein-
weigerung + Verweig.
[ 037 086 ] [ 009 034 ]
R
GRUND: General
Rückst. BED
[ 003 002 ]
1: ausführen
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]
SKA: Rückst.
Zähler EXT
[ 006 074 ]

SKA: Rückst.
Zähler BED
[ 003 089 ]

1
0: nicht
ausführen
1: ausführen
47Z1377A_DE

3-182 Zähler der SKA

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-271


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.30 Wattmetrische Erdschlussrichtungserkennung (Funktionsgruppe EWATT)

Durch Auswertung der Verlagerungsspannung und des Erdstromes nach dem watt-
metrischen Verfahren oder alternativ durch die Admittanzbestimmung wird die
Erdschlussrichtung ermittelt. Außerdem ist auch eine rein amperemetrische Erdschluss-
erfassung möglich. Hierbei wird lediglich der gefilterte Erdstrom als Kriterium für den
Erdschluss herangezogen. Eine Richtungsbestimmung ist dann nicht möglich.

Durch die automatische Wiedereinschaltung kann in den Funktionsablauf der


wattmetrischen Erdschlussrichtungserkennung eingegriffen werden.

Aus-/Einschalten der watt-


metrischen Erdschluss-
richtungserkennung
Die wattmetrische Erdschlussrichtungserkennung kann über Einstellparameter
aus-/eingeschaltet werden. Über Einstellparameter oder einen entsprechend
konfigurierten binären Signaleingang kann auf die amperemetrische Auswertung
umgeschaltet werden. Darüber hinaus kann für jeden Parametersatz separat eine
Freigabe erfolgen.

Bereitschaft der watt-


metrischen Erdschluss-
richtungserkennung
Eine Bereitschaftsmeldung erfolgt für die ausgewählte Auswertung, wenn der Schutz
und die wattmetrischer Erdschlussrichtungserkennung eingeschaltet sind.

3-272 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

EWATT: Freigabe
PSx
[ * ]

0
1

0: nein
1: ja

EWATT: einge-
schaltet BED
[ 016 060 ] EWATT: einge-
& schaltet
[ 042 096 ]
0
1

0: nein
1: ja
&

GRUND: Schutz
ein
306 001

EWATT: Betriebs-
art
[ 016 090 ]

1
2
3

1: wattmetrisch
2: amperemetrisch
3: Admittanz-
bestimmung
EWATT: watt.
& bereit
[ 038 026 ]
EWATT: amp. Aus- EWATT: watt.
wert. EXT nicht bereit
[ 038 020 ] [ 038 027 ]

EWATT: amp.
& bereit
[ 038 028 ]

EWATT: amp. nicht


bereit
[ 038 029 ]

EWATT: amp. Aus-


wertung
[ 039 071 ]

EWATT: Admittanz
& bereit
[ 038 167 ]

Parameter EWATT: Freigabe EWATT: Admitt.


PSx nicht bereit
[ 038 168 ]
satz 1 001 050
satz 2 001 051
satz 3 001 052
satz 4 001 053
12Z6243A_DE

3-183 Aus-/Einschalten und Bereitschaft der wattmetrischen Erdschlussrichtungserkennung

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-273


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Aufbereitung und Auswahl


der Messgrößen
Zur Aufbereitung der Messgrößen sind eigene Wandler im P132 vorgesehen. Alternativ
besteht die Möglichkeit, die vom P132 aus den drei Leiter-Erd-Spannungen errechnete
Verlagerungsspannung oder die am Wandler T 90 gemessene Spannung für die
wattmetrische Auswertung heranzuziehen. Der Stromwandler ist speziell für diese
Anwendung so ausgelegt, dass er einen geringen Winkelfehler aufweist.

EWATT: Auswer-
tung UNE PSx
[ * ]

UN-E 2
1
UL1-E
UL2-E 1 ... 2 EWATT: UNE
UL3-E 304 150
1: gerechnet
2: gemessen

Parameter EWATT: Auswer-


tung UNE PSx
satz 1 016 083
satz 2 001 011
satz 3 001 012
satz 4 001 013
12Z6241A_DE

3-184 Auswahl der Mess-Spannung

3-274 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.30.1 Wattmetrische Auswertung

Zur Erkennung der Erdschlussrichtung benötigt die wattmetrische Erdschlussrichtungs-


erkennung die Verlagerungsspannung und den Erdstrom. Aus diesen Größen wird mit
Hilfe der Fourieranalyse die Frequenz herausgefiltert, die sich aus der Einstellung f/fnom
ergibt. Zur Auswertung werden drei Perioden herangezogen, wenn die Einstellung der
Zeitstufe E W A T T : t U N E > größer/gleich 60 ms gewählt wurde. Damit wird erreicht,
dass zusätzlich zu allen ganzzahligen Oberschwingungen typische Rundsteuerfre-
quenzen unterdrückt werden. Wurde die Zeitstufe auf Werte kleiner als 60 ms
eingestellt, wird nur eine Periode zur Filterung herangezogen.

Die Messung wird nach Ablauf der Zeitstufe tUNE>, die durch den Trigger UNE> ange-
stoßen wird, freigegeben. Je nach gewählter Betriebsart – „cos ϕ-Schaltung“ oder „sin ϕ
-Schaltung“ - wird zur Richtungsbestimmung das Vorzeichen der Wirk- (E W A T T : B e -
t r i e b s a r t w a t t . „cos ϕ-Schaltung“) oder Blindleistung (E W A T T : B e t r i e b s a r t
w a t t . „sin ϕ-Schaltung“) herangezogen. Der Anschluss der Messkreise wird durch die
Einstellung E W A T T : M e ß r i c h t u n g berücksichtigt. Bei standardmäßigem
Anschluss wird bei leitungsseitigem Erdschluss auf „LS“ und bei sammelschienen-
seitigem Erdschluss auf „SS“ entschieden.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-275


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

EWATT: watt. EWATT: UNE> EWATT: tUNE>


bereit C PSx PSx
[ 038 026 ] [ * ] [ * ]

GRUND: General-
anregung int.
306 539 t 0
EWATT: Erdschluß
watt./Adm.
[ 009 037 ]

EWATT: UNE>
angesprochen
304 151

EWATT: f/fnom
C (watt) PSx
[ * ]

EWATT: UNE EWATT: UNE


304 150 gefiltert
304 152

EWATT: Betr. EWATT: Meß-


watt./Adm. PSx richtung PSx
[ * ] [ * ]
IE
1 1

2 2
1: cos phi- 1: standardmäßig
Schaltung
2: sin phi- 2: umgekehrt
Schaltung

1: cos phi-
Schaltung

2: sin phi-
Schaltung

C C

EWATT: Richtung
LS
Q 304 153

EWATT: Richtung
SS
304 154

EWATT: P
304 155

EWATT: Q
304 156

Parameter- EWATT: UNE> EWATT: f/fnom EWATT: tUNE> EWATT: Betr. EWATT: Meß-
PSx (watt) PSx PSx watt./Adm. PSx richtung PSx
satz 1 016 062 016 091 016 061 016 063 016 070
satz 2 000 233 001 044 000 230 000 236 001 002
satz 3 000 234 001 045 000 231 000 237 001 003
satz 4 000 235 001 046 000 232 000 238 001 004
12Z6240A_DE

3-185 Richtungsbestimmung in der Betriebsart „wattmetrisch“

3-276 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

cos ϕ-Schaltung

Der Richtungsentscheid wird erst freigegeben, wenn der Wirkanteil des Erdstromes den
eingestellten Wert überschreitet und die Phasenverschiebung zwischen Erdstrom und
Verlagerungsspannung kleiner als der eingestellte Sektorwinkel ist. Der Sektorwinkel
ermöglicht ein Vergrößern der „toten Zone“ mit Rücksicht auf die zu erwartenden Winkel-
fehler der Messgrößen. Mit diesen Einstellungen läßt sich die in Bild 3-186 dargestellte
Kennlinie realisieren.

Die Ausgabe der Richtungsentscheide ist ansprech- und rückfallverzögert.

Die Aus Meldung in Vorwärtsrichtung der Wattmetrischen


Erdschlussrichtungserkennung wird durch die automatische Wiedereinschaltung (AWE)
blockiert, wenn die AWE in der Lage ist ein Aus Kommando zu generieren.

3-186 Kennlinie der wattmetrischen Erdschlussrichtungserkennung, Betriebsart „cos ϕ“

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-277


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

sin ϕ-Schaltung
Der Richtungsentscheid wird freigegeben, wenn der Blindanteil des Erdstromes den ein-
gestellten Ansprechwert überschritten hat. Mit diesen Einstellungen ist die in Bild 3-187
dargestellte Kennlinie realisierbar.

Die Ausgabe der Richtungsentscheide ist ansprech- und rückfallverzögert.

Die Aus Meldung in Vorwärtsrichtung der Wattmetrischen


Erdschlussrichtungserkennung wird durch die automatische Wiedereinschaltung (AWE)
blockiert, wenn die AWE in der Lage ist ein Aus Kommando zu generieren.

3-187 Kennlinie der wattmetrischen Erdschlussrichtungserkennung, Betriebsart „sin ϕ“

3-278 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

EWATT: watt.
bereit
[ 038 026 ]

EWATT: Betr.
watt./Adm. PSx EWATT: IE,w> /
[ * ] C IE,b> LS PSx
1, 3, 4 [ * ]
1: cos phi-
Schaltung

2: sin phi- 2, 3, 4
Schaltung

EWATT: P
304 155

IE,w 1, 3
EWATT: UNE EWATT: IE,w> /
C IE,b> SS PSx
gefiltert [ * ]
304 152
EWATT: Q
304 156
IE,b 2, 4

EWATT: Strom IE,b


4 norm.
[ 004 046 ]
3
EWATT: Strom IE,w
1 ... 2 norm.
[ 004 045 ]

EWATT: Richtung
LS
304 153

EWATT: Richtung
SS
304 154

AWE: Aus
blockiert
[ 042 000 ]
EWATT: Anregung
vorwärts/LS
[ 009 040 ]

EWATT: Aus
Meldung vorw./LS
[ 009 031 ]

EWATT: Ansprech- EWATT: Rückfall-


verz. LS PSx verz. LS PSx
[ * ] [ * ]

EWATT: Sektor-
C winkel LS PSx EWATT: vorwärts /
[ * ] LS
[ 009 035 ]

< Sektorwinkel LS

EWATT: Ansprech- EWATT: Rückfall-


verz. SS PSx verz. SS PSx EWATT: Rückfall-
[ * ] [ * ] verz. SS PSx
EWATT: Sektor-
C winkel SS PSx
[ * ] EWATT: rück-
wärts / SS
[ 009 036 ]
< Sektorwinkel SS

EWATT: amp. nicht


bereit
[ 038 029 ]

EWATT: Anregung
rückw. /SS
[ 009 041 ]

Parameter- EWATT: Betr. EWATT: Sektor- EWATT: Sektor- EWATT: IE,w> / EWATT: IE,w> /
watt./Adm. PSx winkel LS PSx winkel SS PSx IE,b> LS PSx IE,b> SS PSx
satz 1 016 063 016 065 016 068 016 064 016 067
satz 2 000 236 000 242 000 248 000 239 000 251
satz 3 000 237 000 243 000 249 000 240 000 252
satz 4 000 238 000 244 000 250 000 241 000 253

Parameter- EWATT: Ansprech- EWATT: Ansprech- EWATT: Rückfall- EWATT: Rückfall-


verz. LS PSx verz. SS PSx verz. LS PSx verz. SS PSx
satz 1 016 066 016 069 016 072 016 073
satz 2 000 245 001 044 001 005 001 008
satz 3 000 246 001 045 001 006 001 009
satz 4 000 247 001 046 001 007 001 010
12Z6242A_DE

3-188 Ausgabe der Richtungsentscheide in der Betriebsart „wattmetrisch“

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-279


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.30.2 Amperemetrische Auswertung

Aus dem Erdstrom wird mit Hilfe der Fourieranalyse die Frequenz, die sich aus der
Einstellung f/fnom ergibt, herausgefiltert. Zur Auswertung werden drei Perioden
herangezogen. Überschreitet der Strom den eingestellten Schwellwert, erfolgt nach
Ablauf der einstellbaren Ansprechverzögerung eine Erdschlussmeldung.

EWATT: Admittanz
bereit
[ 038 167 ]
EWATT: watt.
bereit
[ 038 026 ]

EWATT: amp. EWATT: f/fnom EWATT: IE> EWATT: Ansprech- EWATT: Rückfall-
bereit C (amp) PSx PSx verz. IE PSx verz. IE PSx
[ 038 028 ] [ * ] [ * ] [ * ] [ * ]
EWATT: Erdschluß
GRUND: General- amp.
anregung int. [ 009 038 ]
306 539

t 0 0 t
IE

EWATT: Anspr.-
verz. IE abgel
304 157

EWATT: IE>
angesprochen
304 158

EWATT: IE
gefiltert
304 159

EWATT: Strom IE
gef. norm.
[ 004 047 ]

Parameter- EWATT: f/fnom EWATT: IE> EWATT: Ansprech- EWATT: Rückfall-


(amp) PSx PSx verz. IE PSx verz. IE PSx
satz 1 016 092 016 093 016 094 016 095
satz 2 001 047 001 017 001 020 001 023
satz 3 001 048 001 018 001 021 001 024
satz 4 001 049 001 019 001 022 001 025
12Z6244A_DE

3-189 Auswertung des Erdstromes

3-280 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Zählen der Erdschlüsse


Die Anzahl der Erdschlüsse wird gezählt. Der Zähler kann alleine oder gemeinsam mit
anderen Zählern rückgestellt werden.

EWATT: Anspr.- +
verz. IE abgel EWATT: Anz.
304 154 Erdschl. Amp.
R [ 009 003 ]
EWATT: Rück-
st. Zähler BED
[ 003 004 ]

0
1
0: nicht ausführen
GRUND: General 1: ausführen
Rückst. BED
[ 003 002 ]
1: ausführen
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]
EWATT: Rückst.
Zähler EXT
[ 005 245 ]
12Z61BRA_DE

3-190 Zählen der Erdschlüsse

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-281


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.30.3 Admittanzbestimmung

Zur Erkennung der Erdschlussrichtung benötigt die Admittanzbestimmung die


Verlagerungsspannung und den Erdstrom. Aus diesen Größen wird mit Hilfe der
Fourieranalyse die Frequenz herausgefiltert, die sich aus der Einstellung f/fnom ergibt.

Die Messung wird nach Ablauf der Zeitstufe tUNE>, die durch den Trigger UNE> ange-
stoßen wird, freigegeben. Je nach gewählter Betriebsart – „cos ϕ-Schaltung“ oder „sin ϕ
-Schaltung“ – wird zur Richtungsbestimmung das Vorzeichen der Wirk- (E W A T T : B e -
t r i e b s a r t w a t t . „cos ϕ-Schaltung“) oder Blindleistung (E W A T T : B e t r i e b s a r t
w a t t . „sin ϕ-Schaltung“) herangezogen. Der Anschluss der Messkreise wird durch die
Einstellung E W A T T : M e ß r i c h t u n g berücksichtigt. Bei standardmäßigem
Anschluss wird bei leitungsseitigem Erdschluss auf „LS“ und bei sammelschienen-
seitigem Erdschluss auf „SS“ entschieden. Mit der Einstellung E W A T T : K o r r e k t u r -
w i n k e l können Winkelfehler der Anlagenwandler kompensiert werden.

3-282 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

GRUND: General- EWATT: UNE> EWATT: tUNE>


anregung int. C PSx PSx
306 539
[ * ] [ * ]

EWATT: Admittanz
bereit
[ 038 167 ] t 80 ms
EWATT: Erdschluß
watt./Adm.
[ 009 037 ]

EWATT: UNE>
angesprochen
304 151

EWATT: f/fnom
C (watt) PSx
[ * ]

EWATT: UNE EWATT: UNE


304 150 gefiltert
304 152

EWATT: Betr. EWATT: Meß-


watt./Adm. PSx richtung PSx
[ * ] [ * ]
IE
1 1

2 2
1: cos phi- 1: standardmäßig
Schaltung
2: sin phi- 2: umgekehrt
Schaltung

EWATT: Korrektur-
C winkel PSx
[ * ]

C C

EWATT: Richtung
LS
Q 304 153

EWATT: Richtung
SS
304 154

EWATT: P
304 155
EWATT: Q
304 156

Parameter- EWATT: UNE> EWATT: f/fnom EWATT: tUNE> EWATT: Betr. EWATT: Korrektur- EWATT: Meß-
PSx (watt) PSx PSx watt./Adm. PSx winkel PSx richtung PSx
satz 1 016 062 016 091 016 061 016 063 016 110 016 070
satz 2 000 233 001 044 000 230 000 236 001 026 001 002
satz 3 000 234 001 045 000 231 000 237 001 027 001 003
satz 4 000 235 001 046 000 232 000 238 001 028 001 004
12Z6245B_DE

3-191 Richtungsbestimmung in der Betriebsart „Admittanzbestimmung“

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-283


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

cos ϕ-Schaltung
Der Richtungsentscheid wird freigegeben, wenn der Wirkleitwert (Konduktanz G(E)) der
Erdschleife den eingestellten Wert überschreitet. Mit dieser Einstellung läßt sich die in
Bild 3-192 dargestellte Kennlinie realisieren.

Die Ausgabe der Richtungsentscheide ist ansprech- und rückfallverzögert.

Die Aus Meldung in Vorwärtsrichtung der wattmetrischen Erdschlussrichtungserkennung


wird durch die automatische Wiedereinschaltung (AWE) blockiert, wenn die AWE in der
Lage ist, ein Aus Kommando zu generieren.

3-192 Kennlinie der Erdschlussrichtungserkennung bei Admittanzbestimmung, Betriebsart „cos ϕ“

3-284 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

sin ϕ-Schaltung
Der Richtungsentscheid wird freigegeben, wenn der Blindleitwert (Suszeptanz B(E)) der
Erdschleife den eingestellten Ansprechwert überschritten hat. Mit dieser Einstellung ist
die in Bild 3-193 dargestellte Kennlinie realisierbar.

Die Ausgabe der Richtungsentscheide ist ansprech- und rückfallverzögert.

Die Aus Meldung in Vorwärtsrichtung der wattmetrischen Erdschlussrichtungserkennung


wird durch die automatische Wiedereinschaltung (AWE) blockiert, wenn die AWE in der
Lage ist, ein Aus Kommando zu generieren.

3-193 Kennlinie der Erdschlussrichtungserkennung bei Admittanzbestimmung, Betriebsart „sin ϕ“

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-285


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

EWATT: Admittanz
bereit
[ 038 167 ]

EWATT: G(E)> /
C B(E)> LS PSx
EWATT: Richtung [ * ]
LS
304 153

EWATT: Richtung EWATT: Anregung


SS vorwärts/LS
304 154 [ 009 040 ]
EWATT: Betr.
watt./Adm. PSx
[ * ]
1, 3, 4, 5 EWATT: G(E)> /
1: cos phi- C
Schaltung B(E)> SS PSx
[ * ]
2: sin phi- 2, 3, 4, 5
Schaltung
EWATT: Anregung
EWATT: P rückw. /SS
304 155 [ 009 041 ]
G(E) 1, 3
EWATT: UNE
gefiltert
304 152
EWATT: Q
304 156

B(E) 2, 4

Y(E) 5

EWATT: Admitt.
Y(E) norm.
[ 004 191 ]
5 EWATT: Kondukt.
G(E) norm.
4 [ 004 192 ]
EWATT: Suszept.
3 B(E) norm.
[ 004 193 ]
1 ... 2
AWE: Aus EWATT: Aus
blockiert Meldung vorw./LS
[ 042 000 ] [ 009 031 ]

EWATT: Ansprech- EWATT: Rückfall-


verz. LS PSx verz. LS PSx
[ * ] [ * ]

EWATT: vorwärts /
LS
[ 009 035 ]

EWATT: Ansprech- EWATT: Rückfall-


verz. SS PSx verz. SS PSx
[ * ] [ * ]

EWATT: rück-
wärts / SS
[ 009 036 ]

EWATT: amp. nicht


bereit
[ 038 029 ]

Parameter- EWATT: Betr. EWATT: G(E)> / EWATT: G(E)> /


watt./Adm. PSx B(E)> LS PSx B(E)> SS PSx
satz 1 016 063 016 111 016 112
satz 2 000 236 001 029 001 032
satz 3 000 237 001 030 001 033
satz 4 000 238 001 031 001 034

Parameter- EWATT: Ansprech- EWATT: Ansprech- EWATT: Rückfall- EWATT: Rückfall-


verz. LS PSx verz. SS PSx verz. LS PSx verz. SS PSx
satz 1 016 066 016 069 016 072 016 073
satz 2 000 245 001 044 001 005 001 008
satz 3 000 246 001 045 001 006 001 009
satz 4 000 247 001 046 001 007 001 010
12Z6246A_DE

3-194 Ausgabe der Richtungsentscheide in der Betriebsart „Admittanzbestimmung“

3-286 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Ungerichtete
Erdschlusserkennung
Zur Auswertung wird die Admittanz der Erdschleife herangezogen. Überschreitet die
Admittanz den eingestellten Schwellwert, erfolgt nach Ablauf der einstellbaren Ansprech-
verzögerung eine Erdschlussmeldung.

Die Aus Meldung der ungerichteten Erdschlusserkennung wird durch die automatische
Wiedereinschaltung (AWE) blockiert, wenn die AWE in der Lage ist, ein Aus Kommando
zu generieren.

EWATT: Anspr.-
verz.Y(E) abgel
304 175

EWATT: Admittanz EWATT: Y(E)> EWATT: Anspr.- EWATT: Rückf.-


bereit C PSx verz. Y(E)>PSx verz Y(E)> PSx
[ 038 167 ] [ * ] [ * ] [ * ]
GRUND: General-
anregung int.
306 539

t 0 0 t EWATT: Aus Y(E)>


IE
[ 009 075 ]

EWATT: amp.
bereit
[ 038 028 ]
EWATT: watt.
bereit
[ 038 026 ] EWATT: Aus
Meldung Y(E)>
[ 009 072 ]
AWE: Aus
blockiert
[ 042 000 ] EWATT: Anregung
Y(E)>
[ 009 074 ]

Parameter- EWATT: Y(E)> EWATT: Anspr.- EWATT: Rückf.-


PSx verz. Y(E)>PSx verz Y(E)> PSx
satz 1 016 113 016 114 016 115
satz 2 001 035 001 038 001 041
satz 3 001 036 001 039 001 042
satz 4 001 037 001 040 001 043
12Z6247A_DE

3-195 Auswertung der Admittanz

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-287


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.30.4 Zählen der Erdschlüsse der wattmetrischen Auswertung und der


Admittanzbestimmung

Die Anzahl der Erdschlüsse und Richtungsentscheide wird gezählt. Die Zähler können
einzeln oder gemeinsam mit anderen Zählern rückgestellt werden. (Siehe auch den
Abschnitt „Rückstellmechanismen“.)

EWATT: Anz.
EWATT: Anspr.- + Erdschl. Y(E)
Verz.Y(E) abgel [ 009 060 ]
304 175
R
EWATT: Erdschluß EWATT: Anz.
watt./Adm. + Erdschl.watt/Adm
[ 009 037 ] [ 009 002 ]
R
EWATT: vorwärts / EWATT: Anzahl
LS + vorwärts/LS
[ 009 035 ] [ 009 000 ]
R
EWATT: rück- EWATT: Anzahl
wärts / SS + rückwärts/SS
[ 009 036 ] [ 009 001 ]
R

EWATT: Rück-
st. Zähler BED
[ 003 004 ]

0
1 ≥1
GRUND: General 0: nicht ausführen
Rückst. BED 1: ausführen
[ 003 002 ]
1: ausführen
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]
EWATT: Rückst.
Zähler EXT
[ 005 245 ]
12Z6191B_DE

3-196 Zählen der Erdschlüsse

3-288 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.31 Erdschlusswischererkennung (Funktionsgruppe EWI)

Durch Auswertung der Verlagerungsspannung und des Erdstromes nach dem


Erdschlusswischermessverfahren wird die Erdschlussrichtung ermittelt.

Aus-/Einschalten der
Erdschlusswischer-
erkennung
Die Erdschlusswischererkennung kann über Einstellparameter aus-/eingeschaltet
werden. Darüber hinaus kann für jeden Parametersatz separat eine Freigabe erfolgen.

Bereitschaft der
Erdschlusswischer-
erkennung
Eine Bereitschaftsmeldung erfolgt, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

… Der Schutz ist eingeschaltet.


… Die Erdschlusswischererkennung ist eingeschaltet.
… Die Nennfrequenz ist auf 50 Hz eingestellt.
… Es steht keine externe Blockade an.
… Es steht kein Richtungsentscheid der Erdschlusswischererkennung an.
… Die Selbstüberwachung stellt keinen Fehler im Bereich der Erdschlusswischer-
erkennung fest.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-289


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

GRUND: Schutz
ein
306 001

EWI: Freigabe
PSx
[ * ]

0
1
0: nein
1: ja

EWI: Einge-
schaltet BED
[ 016 040 ]

0 EWI: einge-
schaltet
1 [ 037 100 ]
0: nein
1: ja
GRUND: Nenn-
frequenz fnom
[ 010 030 ]
50: 50 Hz SELBÜ: Fkten f.
60Hz unzul.
60: 60 Hz [ 093 098 ]

EWI: bereit
[ 037 080 ]

EWI: Blockieren
EXT
[ 004 034 ]
EWI: Richtungs-
entscheid
[ 004 030 ]
SELBÜ: Überw.
EWI angespr.
[ 093 094 ]
EWI: nicht bereit
[ 037 081 ]

SELBÜ: Baust. N EWI: Hardware


DPR defekt gestört
[ 093 090 ] 304 207
SELBÜ: Baust. N
RAM defekt
[ 093 091 ]
SELBÜ: Timeout
Baust. N
[ 093 092 ]
SELBÜ: Unzul.
SW-Vers. N
[ 093 093 ]
SELBÜ: DAC
Baust. N gestört Parameter- EWI: Freigabe
[ 093 095 ] PSx
SELBÜ: +15V satz 1 001 054
Baust. N gest.
[ 093 096 ] satz 2 001 055
SELBÜ: -15V satz 3 001 056
Baust. N gest. satz 4 001 057
[ 093 097 ]

12Z6282A_DE

3-197 Aus-/Einschalten und Bereitschaft der Erdschlusswischererkennung

3-290 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Aufbereitung und Auswahl


der Messgrößen
Zur Aufbereitung der Messgrößen UNE und IE sind eigene Wandler im P132 vorgesehen.
Alternativ besteht die Möglichkeit, die aus den drei Leiter-Erd-Spannungen im P132
gebildete Verlagerungsspannung zur Auswertung heranzuziehen.
Der Anschluss der Messkreise wird durch die Einstellung E W I : M e ß r i c h t u n g
berücksichtigt. Eine Umpolung des Erdstrommesskreises über die globale Einstellung
G R U N D : A n s c h l u ß M e ß k r e i s e I E hat keinen Einfluss auf die
Richtungserfassung der Erdschlusswischererkennung.

EWI: Auswertung
UNE PSx
[ * ]

UN-E 2

1
UL1-E
UL2-E 1 ... 2 EWI: UNE
UL3-E 1: Summe 304 200
(UL1-L2-L3-E)
2: gemessen

Parameter- EWI: Auswertung


UNE PSx
satz 1 016 048
satz 2 001 058
satz 3 001 059
satz 4 001 060
12Z6283A_DE

3-198 Auswahl der Verlagerungsspannung

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-291


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Bestimmen der
Erdschlussrichtung
Die Erdschlussrichtung wird nur bestimmt, wenn die EWI bereit ist.

Aus den beiden Messgrößen – Erdstrom und Verlagerungsspannung – werden die


höherfrequenten Anteile herausgefiltert. Die Amplituden der Oberschwingungen von
Erdstrom und Verlagerungsspannung und die Grundschwingung der Verlagerungs-
spannung werden durch einstellbare Trigger überwacht. Zur Erdschlussrichtungs-
bestimmung wertet das P132 die Triggerentscheide der Oberschwingungsüberwachung
getrennt für die positive und die negative Halbwelle aus.

Unmittelbar nachdem die Oberschwingung des Stromes den positiven bzw. negativen
Ansprechwert überschreitet, wird das Vorzeichen der Oberschwingung der
Verlagerungsspannung bestimmt. Für den Richtungsentscheid werden die
Triggerentscheide von Strom und Spannung verglichen, wobei der Anschluss der
Messkreise für die Auswertung maßgeblich ist. Der Anschluss der Messkreise wird
durch die Einstellung E W I : M e ß r i c h t u n g berücksichtigt. Bei standardmäßigem
Anschluss wird bei leitungsseitigem Erdschluss auf „LS“ und bei
sammelschienenseitigem Erdschluss auf „SS“ entschieden. Der Richtungsentscheid
wird nach Ablauf der eingestellten Ansprechverzögerung, die der Überwachung der
Grundschwingung der Verlagerungsspannung nachgeschaltet ist, freigegeben.

Desweiteren wird mit dem Ansprechen eines Stromtriggers eine Zeitstufe gestartet, nach
deren Ablauf die Erdschlusswischererkennung einen erneuten Erdschlusswischer
erfassen kann. Die Zeit, nach der ein erneuter Erdschluss erfasst werden kann, wird
durch die Einstellung der Ansprechverzögerung +40 ms bestimmt.

3-292 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

EWI: Hardware
gestört
304 207

EWI: IE,S>
EWI: bereit C PSx
[ 037 080 ] [ * ]

IE EWI: IE,s>
angesprochen
304 201

pos. Spitzenwert
neg. Spitzenwert

EWI: UNE>
PSx EWI: Ansprech-
[ * ] verzög. PSx
[ * ]

EWI: Erdschluß
EWI: UNE [ 004 033 ]
304 200

C EWI: UNE>(f0)
angespr.
304 202

EWI: UNE>
angesprochen
304 203

pos. Spitzenwert
neg. Spitzenwert S1 1
R1

S1 1
R1

S1 1
R1

S1 1
R1

EWI: Meßrichtung
PSx
[ * ]

EWI: Richtung
1 LS
304 204
1 EWI: Richtung
2 SS
304 205

2
1: standardmäßig
2: umgekehrt

Parameter- EWI: IE,S> EWI: UNE> EWI: Ansprech- EWI: Meßrichtung


PSx PSx verzög. PSx PSx
satz 1 016 042 016 041 016 044 016 045
satz 2 001 064 001 061 001 067 001 073
satz 3 001 065 001 062 001 068 001 074
satz 4 001 066 001 063 001 069 001 075
12Z62EUA_DE

3-199 Richtungsbestimmung

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-293


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Die Richtungsentscheide werden für die Dauer der eingestellten Speicherzeit ausge-
geben. Ist die Speicherzeit auf 0 s eingestellt, werden die Richtungsentscheide solange
ausgegeben wie die Grundwelle der Verlagerungsspannung die eingestellte Schwelle
E W I : U N E > überschreitet.

EWI: Hardware
gestört
304 207

EWI: Speicherzeit
PSx
[ * ]

EWI: vorwärts /
EWI: Richtung 1 LS
[ 004 031 ]
LS R
304 204

EWI: rückwärts /
EWI: Richtung 1 SS
SS [ 004 032 ]
304 205 R

EWI: Meldung t = 0 s EWI: Richtungs-


rückstellen 100ms 0 entscheid
304 206 [ 004 030 ]

EWI: UNE>(f0)
angespr.
304 202

S1 1
R1 Parameter- EWI: Speicherzeit
PSx
S1 1 satz 1 016 043
satz 2 001 070
R1 satz 3 001 071
satz 4 001 072
12Z62EVA_DE

3-200 Ausgabe der Richtungsentscheide

3-294 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Rückstellen des
Richtungsentscheides
Während des Ablaufes der Speicherzeit können die Richtungsentscheide über die
integrierte Vor-Ort-Bedienung bzw. einen Einstellparameter oder einen entsprechend
konfigurierten binären Signaleingang rückgestellt werden. Ist die Speicherzeit auf ∞
eingestellt, muss der Richtungsentscheid rückgestellt werden, damit erneut ein
Erdschluss erkannt werden kann.

EWI: Rückst.
Meldung BED
[ 003 009 ]

0
1 100 ms EWI: Meldung
rückgestellt
0: nicht ausführen [ 004 141 ]
1: ausführen
EWI: Rückst.
Meldung EXT
[ 004 140 ]

GRUND: General EWI: Meldung


Rückst. BED rückstellen
[ 003 002 ] 304 206
1: ausführen
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]
12Z61EWA_DE

3-201 Rückstellen der Richtungsentscheide

Überwachung der
Messgrößen
Überschreitet der Strom oder der höherfrequente Anteil der Verlagerungsspannung im
erdschlussfreien Betrieb – d.h. die Grundwelle der Verlagerungsspannung überschreitet
die eingestellte Triggerschwelle nicht – den eingestellten Ansprechwert, wird die EWI
nach Ablauf von 5 s blockiert.

5 s 0 SELBÜ: Überw.
EWI: IE,s> 30 ms EWI angespr.
angesprochen &
304 201 [ 093 094 ]
EWI: UNE>
angesprochen
304 203

EWI: UNE> (f0)


angespr. &
304 202
EWI: bereit
[ 037 080 ]

ÜW AZ: Rückst.
Aufz. BED
[ 003 008 ]
1: ausführen
ÜW AZ: Rückst.
Aufz. EXT
[ 005 240 ]

12Z61EXB_DE

3-202 Überwachung der Messgrößen

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-295


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Zählen der
Erdschlusswischer
Die Anzahl der Erdschlusswischer und der Richtungsentscheide wird gezählt. Die
Zähler können einzeln oder gruppenweise rückgestellt werden.

EWI: Erdschluß + EWI: Anzahl


[ 004 033 ] Erdschluß
[ 004 015 ]
R

EWI: vorwärts / + EWI: Anzahl


LS vorwärts / LS
[ 004 031 ] [ 004 013 ]
R

EWATT: rückwärts / + EWI: Anzahl


SS rückwärts/ SS
[ 004 032 ] [ 004 014 ]
R
EWI: Rückst.
Zähler BED
[ 003 022 ]

0
1
GRUND: General 0: nicht ausführen
Rückst. BED 1: ausführen
[ 003 002 ]
1: ausführen
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]
EWI: Rückst.
Zähler EXT
[ 005 246 ]
12Z61EYA_DE

3-203 Zählen der Erdschlusswischer

3-296 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.32 Motorschutz (Funktiongruppe MS)

Im P132 ist ein Motorschutz (MS-Schutz) realisiert. Der Motorschutz ist insbesondere
für den Schutz von direkt geschalteten, läuferkritischen Hochspannungsasynchron-
motoren geeignet. Es stehen speziell abgestimmte Schutzfunktionen zur Verfügung:

… Überlastschutz mit thermischem Abbild des Motors (Vollständiges Gedächtnis)


… Berücksichtigung der Umerwärmungsvorgänge im Rotor nach erfolgten Anläufen
… separate Abkühlzeitkonstanten für rotierende und stehende Maschine
… Anlaufhäufigkeitsüberwachung mit Wiedereinschaltblockade
… Logik für Schweranlauf
… Schutz bei blockiertem Rotor
… Logik für die Betriebsart mit Thermischen Überlastschutz (THERM)
… Spezielle Anlaufmesswerte für die Inbetriebnahme
… Betriebsstundenzähler

Die für den Betrieb als umfassenden Motorschutz notwendigen unabhängigen


Überstromzeitschutzstufen sowie der notwendige Unsymmetrieschutz sind in dem
Abschnitt UMZ-Schutz bzw. Unsymmetrieschutz (I2>)dargestellt.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-297


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Aus-/Einschalten des
Motorschutzes
Der Motorschutz kann über einen Einstellparameter aus-/eingeschaltet werden.
Darüberhinaus kann für jeden Parametersatz separat eine Freigabe erfolgen.

3-204 Aus-/Einschalten des Motorschutzes

3-298 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Anregebedingungen
Die Überstromstufe IB,L> dient als Anregestufe für den Überlastschutz. Ausgewertet
wird der Maximalwert der drei Leiterströme. Die Bezugsgröße für Ansprechwert und
Auslösezeit bildet der einstellbare Basisstrom IB. Das Ansprechen der Stromstufe
erfolgt bei Überschreiten von kL·IB.

Das Ausgangssignal der Überstromstufe IB,L> stellt das Anregesignal dar.

3-205 Anregebedingungen

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-299


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.32.1 Überlastschutz

Betriebszustands-
erkennung
Für die Steuerung der Überlastschutzfunktion, d.h. zur möglichst getreuen Nachführung
des thermischen Abbilds, ist das P132 mit einer Betriebszustandserkennung
ausgerüstet. Die einzelnen möglichen Betriebszustände eines direkt geschalteten
Asynchronmotors werden über verschiedene Triggerstufen wie folgt detektiert:

† Stehende Maschine:
Ist der maximale effektive Leiterstrom unter der Stromschwelle von 0,1⋅IB
eingemessen worden, wird auf stehende Maschine erkannt (und über
M S : M a s c h i n e s t e h t gemeldet). Leerlaufströme von Asynchronmotoren liegen
deutlich über der Stromschwelle von 0,1⋅IB.

† Laufende Maschine:
Ist der maximale effektive Leiterstrom über der Stromschwelle von 0,1⋅IB , wird auf
eine laufende Maschine erkannt (und über M S : M a s c h i n e l ä u f t gemeldet).
† Überlastbereich:
Der Überlastbereich einer Maschine beginnt bei Strömen, die über dem maximal
zulässigen thermischen Dauerstrom der Maschine liegen. Falls der maximale
effektive Leiterstrom über der Stromschwelle von IB,L> eingemessen wird,
inkrementiert der Überlastspeicher.
† Hochlaufende Maschine:
Der Beginn des Hochlaufs eines direkt geschalteten Asynchronmotors wird erkannt,
wenn der maximale effektive Leiterstrom die einstellbare Stromschwelle
M S : I H M > P S x für eine einstellbare Mindestzeitdauer von tIHM> überschreitet. Das
Ende eines Hochlaufs wird erkannt, wenn nach einem erkannten Hochlaufbeginn der
maximale effektive Leiterstrom unter den Schwellwert von 0,6 IHM> eingemessen
wird.
Überlastspeicher
Der im P132 realisierte thermische Überlastschutz ist besonders geeignet für den Schutz
weitverbreiteter rotorkritischer Asynchronmotoren. Hierfür ist ein spezieller Überlast-
speicher eingebracht, der die relative Übertemperatur des Schutzobjekts bezogen auf
die Temperatur des Kühlmediums über einen Wertebereich von 0 ... 100% abbildet.
Folgende Werte einer Speicheraufladung haben im Rahmen dieses Modells eine
besondere Bedeutung:

† 0%:
Der Wert 0% repräsentiert den Zustand des kalten Schutzobjekts, d.h. das
Schutzobjekt ist auf Umgebungstemperatur abgekühlt.
† 20%:
Der Wert 20% bildet die Mindestaufladung des Überlastspeichers bei
betriebswarmem Schutzobjekt bzw. nach erstmaligem Hochlauf. Eine laufende
Maschine gilt grundsätzlich als betriebswarm.
† 40%:
Der Wert 40% bildet vorübergehend die Mindestaufladung des Überlastspeichers
nach zwei aufeinanderfolgenden Hochläufen.
† 60%:
Der Wert 60% bildet vorübergehend die Mindestaufladung des Überlastspeichers
nach drei aufeinanderfolgenden Hochläufen.

3-300 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

† 100%:
In dem Moment, in dem die Aufladung des Überlastspeicher den Wert 100%
(Auslösegrenzwert) erreicht, erfolgt eine Schutzauslösung im Sinne des Überlast-
schutzes. Die Hysterese für ein definiertes Rückfallen des Auslösesignals beträgt
1%.
Die Nachführung des Überlastspeichers in Abbildung der tatsächlichen thermischen
Verhältnisse im Schutzobjekt wird wie folgt vorgenommen:

† Nachbildung Erwärmung:
Grundsätzlich inkrementiert der Überlastspeicher kontinuierlich, falls der maximale
effektive Leiterstrom über der Stromschwelle von kL⋅IB eingemessen wird
(Überlastbereich). Der Gradient dieser Aufladung ist abhängig von der Höhe des
maximalen effektiven Leiterstroms sowie in gewissem Maße von der gewählten
Auslösezeitcharakteristik (M S : K e n n l i n i e n t y p L P S x ).
† Nachbildung Umerwärmung:
Nach Erkennen eines Hochlaufes und Unterschreiten der Stromschwelle von
0,6⋅IHM> (Lastbereich) des maximalen effektiven Leiterstroms wird zunächst auto-
matisch eine kontinuierliche Vorentladung im Rahmen der einstellbaren
Umerwärmungszeitkonstante M S : T a u n a c h A n l a u f PSx des Überlastspeichers
vorgenommen, wodurch die Umerwärmung vom Läuferkupfer in das Läufereisen des
Asynchronmotors nachgebildet wird. Diese kontinuierliche Vorentladung erfolgt
linear bis zur o.g. Mindestaufladung nach Hochlauf, die vom Zählerstand der Anlauf-
häufigkeitsüberwachung abhängt. Der Gradient dieser Vorentladung ist konstant und
beträgt z. B. 40% Entladehub (τ nach Anlauf = 20) innerhalb einer Zeitspanne von 60 s.
† Nachbildung Abkühlung:
Falls der maximale effektive Leiterstrom unter der Stromschwelle von kL⋅IB
eingemessen wird und gegebenenfalls die Nachbildung einer Umerwärmung
abgeschlossen ist, wird durch kontinuierliche Entladung des Überlastspeichers die
Abkühlung des Schutzobjekts simuliert. Bei laufender Maschine wird die Entladung
im Rahmen der einstellbaren Abkühlzeitkonstante M S : T a u r o t . M a s c h i n e
P S x bis zum Mindestladezustand von 20% und bei stehender Maschine im Rahmen
der einstellbaren Abkühlzeitkonstante M S : T a u s t e h . M a s c h i n e P S x bis zur
völligen Speicherentleerung auf 0% durchgeführt. Die Entladung erfolgt exponentiell
über die Zeit. Die Zeitdauer für die Abkühlung von einem Anfangswert m0 auf einen
gegebenen Zwischenwert m(t) kann wie folgt ermittelt werden:
m0 − 0,2
„ laufende Maschine: t = τ rotierende Maschine ⋅ ln
m(t ) − 0,2

m0
„ stehende Maschine: t = τ stehende Maschine ⋅ ln
m(t )

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-301


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Anlaufhäufigkeitsüber-
wachung
Für die Anlaufhäufigkeitsüberwachung ist ein Anlaufzähler in „count-down“-Schaltung in
das P132 eingebracht. Je nach Einstellung von M S : m a x . z u l . A n z . A n l . P S x
beträgt die zulässige Anzahl aufeinanderfolgender Anläufe entweder drei aus kaltem
bzw. zwei aus warmem Zustand oder zwei aus kaltem bzw. einer aus warmem Zustand.
Der aktuelle Zählerstand gibt jeweils die noch zulässige Anzahl aufeinanderfolgender
Anläufe an. Der Anlaufzähler wird dabei wie folgt gesteuert (siehe Bild 3-206):

† Dekrementieren des Anlaufzählers (noch zulässige Anzahl Anläufe):


Nach Erkennen eines Hochlaufens wird der Anlaufzähler jeweils um den Wert 1
dekrementiert. Falls der Zählerstand seinen kleinsten Wert 0 erreicht, wird das
Signal M S : W E b l o c k i e r t gebildet, das durch Konfiguration auf ein
Ausgangsrelais zu einer Leistungsschaltereinschaltsperre herangezogen werden
kann bzw. sollte.
† Inkrementieren des Anlaufzählers (noch zulässige Anzahl Anläufe) :
Bei Einstellung der maximal zulässigen Anzahl Anläufe drei aus kaltem bzw. zwei aus
warmem Zustand inkrementiert der Anlaufzähler jeweils um den Wert 1, wenn bei
laufender Maschine im Rahmen der Nachbildung der Abkühlung des Schutzobjekts
der Ladezustand des Überlastspeichers unter den Schwellwert 40% bzw. 22%
absinkt. Bei stehender Maschine wird jeweils um den Wert 1 inkrementiert, wenn im
Rahmen der Nachbildung der Abkühlung des Schutzobjekts der Ladezustand des
Überlastspeichers unter den Schwellwert 40%, 20% bzw. 2% absinkt.
Bei Einstellung der maximal zulässigen Anzahl Anläufe zwei aus kaltem bzw. einer
aus warmem Zustand inkrementiert der Anlaufzähler jeweils um den Wert 1, wenn
bei laufender Maschine im Rahmen der Nachbildung der Abkühlung des
Schutzobjekts der Ladezustand des Überlastspeichers unter den Schwellwert 22%
absinkt. Bei stehender Maschine wird jeweils um den Wert 1 inkrementiert, wenn im
Rahmen der Nachbildung der Abkühlung des Schutzobjekts der Ladezustand des
Überlastspeichers unter den Schwellwert 20% bzw. 2% absinkt.
Das Signal M S : W E b l o c k i e r t wird zurückgenommen, wenn der Ladezustand des
Überlastspeichers unter dem Schwellwert von 40% (bei drei Anläufen aus kaltem /
zwei aus warmem Zustand) bzw. 22% (bei zwei Anläufen aus kaltem / einer aus
warmem Zustand) sinkt.

3-302 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-206 Überlastspeicher und Anlaufzähler

Logik für Schweranlauf


Der Anwendungsfall des Schweranlaufs ist dann gegeben, wenn die Hochlaufzeit tH
einer Maschine größer ist als deren maximal zulässige Blockierzeit tE aus
betriebswarmem Zustand. Hierfür ist das P132 mit einer besonderen Logik ausgerüstet,
die durch die beiden folgenden Einstellmaßnahmen aktiviert werden kann:

† Die zulässige Anzahl aufeinanderfolgender Anläufe wird auf zwei aus kaltem bzw.
einen aus warmem Zustand begrenzt (M S : m a x . z u l . A n z . A n l ä u f e ) .
† Für die zulässige Hochlaufzeit tH (M S : H o c h l a u f z e i t t H P S x ) wird ein größerer
Wert eingestellt als für die maximal zulässige Blockierzeit tE aus betriebswarmem
Zustand (M S : B l o c k i e r z e i t t E P S x ). Diese beiden Einstellwerte sind auch nur
für diesen Anwendungsfall relevant; bei gleichem Einstellwert haben diese keinen
Einfluß auf die Schutzfunktion und die Logik für Schweranlauf ist nicht aktiv.
Im Falle einer aktivierten Logik werden die beiden Zeitstufen tE und tH zum Zeitpunkt des
Erkennens eines Hochlaufbeginns – korrigiert um die Diskriminationszeit tHM> –
gestartet. Nach Ablauf der eingestellten tE-Zeit wird von der Logik geprüft, ob die
Maschine auch tatsächlich läuft. Als Kriterium für eine laufende Maschine wird das
Vorhandensein eines externen Signals z.B. von einem Drehzahlwächter verwendet.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-303


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Falls nach Ablauf der eingestellten tE-Zeit auf laufende Maschine erkannt wird, wird
automatisch der Ladezustand des Überlastspeichers „eingefroren“ und erst nach Ablauf
der eingestellten Hochlaufzeit tH wieder nachgeführt. Falls nach Ablauf der eingestellten
tE-Zeit auf blockierten Rotor erkannt wird, wird der Überlastspeicher „hart“ auf den Wert
„100%“ gesetzt, was zum sofortigen Auslöseentscheid führt.

Auslösezeitcharakteristiken
Beim P132 kann zwischen den beiden folgenden Auslösezeitcharakteristiken gewählt
werden:

36
† reziprok quadratisch: t = (1 − m0 ) ⋅ t 6IB ⋅
(I I B )2

† logarithmisch: t = (1 − m0 ) ⋅ t 6IB ⋅ 36 ⋅ ln
(I I B )2
(I I B )2 − 1
Hierbei bedeutet m0 jeweils die Voraufladung des Überlastspeichers zum Zeitpunkt t = 0.
Bezogen auf das zugrundeliegende physikalische Modell (Zweikörpermodell)
berücksichtigt die logarithmische Charakteristik im Überlastbereich auch eine
Wärmeabgabe an das Kühlmedium, die jedoch mit zunehmendem Überstrom eine um
so geringere Rolle spielt. Bei I = 6⋅IB z.B. beträgt die Auslösezeiterhöhung nur noch ca.
1,4 % und liegt somit unter der Klassengenauigkeit der Schutzeinrichtung. Im Bereich
kleinerer Überströme erreicht man durch Wahl der logarithmischen Kennlinie jedoch
deutlich höhere Auslösezeiten im Vergleich zur reziprok quadratischen Charakteristik
(siehe Bild 3-207), da die reziprok quadratische Charakteristik im Überlastbereich eine
Wärmeabgabe an das Kühlmedium grundsätzlich vernachlässigt. Die Wahlmöglichkeit
zwischen zwei verschiedenen Auslösezeitcharakteristiken trägt der Tatsache Rechnung,
dass je nach Anwender bzw. Anwendungsfall ein mehr oder weniger restriktives
Verhalten des Schutzes gefordert wird. Ab einem Stromniveau größer 10 IB sind die
Auslösezeiten zu kleineren Werten hin begrenzt.

Aus den o.a. Gleichungen für die Auslösezeit t kann durch Auflösen nach t6IB jeweils die
Bestimmungsgleichung für den Einstellwert abgeleitet werden. Hierfür müssen der
Anlaufstrom IAnlauf und die maximal zulässige Blockierzeit aus dem kalten Zustand
tBlock,kalt des Asynchronmotors bekannt sein. Die Einstellung des Überlastschutzes
nach der „kalten“ Auslösezeit mit m0 = 0% („cold curve“) ist zulässig, da die Verhältnisse
bei betriebswarmer Maschine automatisch richtig berücksichtigt werden. Die
Bestimmungsgleichungen für den Einstellwert t6IB lauten daher:

† reziprok quadratisch: t 6IB = t Block ,kalt ⋅


(I Anlauf I B )2
36
1
† logarithmisch: t 6IB = t Block ,kalt ⋅
36 ⋅ ln
(I Anlauf I B )2
(I Anlauf I B )2 − 1

3-304 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3-207 Auslösezeitcharakteristiken

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-305


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

10000

1000
B

100
D
t in s
E

10
F

0,1
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

I / IB
A = logarithmische Kennlinie D = reziprok quadratische Kennlinie
(bei t6IB=100s) (bei t6IB=10s)

B = reziprok quadratische Kennlinie E = logarithmische Kennlinie


(bei t6IB=100s) (bei t6IB=1s)

C = logarithmische Kennlinie F = reziprok quadratische Kennlinie


(bei t6IB=10s) (bei t6IB=1s)

S8Z50D6A

3-208 Auslösekennlinie des Motorschutzes (bei I/IB ≤ 2,5 ist m=0,2, bei I/IB > 2,5 ist m=0)

3-306 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Plausibilitätsbedingungen
Damit zum einen das Schutzobjekt optimal geschützt ist und zum anderen keine
ungewollten Auslösungen möglich sind, müssen einige Plausibilitätsbedingungen
beachtet werden:

† Falls die zulässige Anzahl aufeinanderfolgender Anläufe auf die Sequenz drei aus
kaltem bzw. zwei aus warmem Zustand eingestellt ist und diese eingestellte
zulässige Anzahl aufeinanderfolgender Anläufe betrieblich auch ausgeschöpft
werden soll, darf die Anlauferwärmung (Ü L _ M E : A n l a u f e r w ä r m u n g ) des
Überlastspeichers pro Anlauf den Wert von 60 % nicht überschreiten. Unter der
rechnerischen Vorgabe eines konstanten Anlaufstroms (Ü L _ M E : A n l a u f s t r o m )
über die gesamte Hochlaufzeit führt dies zur Plausibilitätsbedingung tHochlauf ≤ 0,6⋅
tBlock,kalt. Da sich jedoch der Anlaufstrom über die Hochlaufzeit (Ü L _ M E :
A n l a u f z e i t ) zunehmend abschwächt und dadurch der Gradient der
Speicheraufladung zunehmend kleiner wird, kann praktisch von einer entsprechend
zusätzlichen Marge ausgegangen werden.
† Da einerseits der Einstellwert für den Überlastschutz auf Basis der Angabe der
maximal zulässigen Blockierzeit aus dem kalten Zustand tBlock,kalt ermittelt wird,
andererseits aber eine Schutzauslösung bei Zuschalten einer betriebswarmen
Maschine im Rahmen der tE-Zeit gewährleistet sein muss, muss die
Plausibilitätsbedingung tBlock,kalt ≤ 1,25⋅tE unbedingt kontrolliert bzw. eingehalten
werden.

Initialisierung bzw.
Plausibilisierung des
thermischen Abbilds
Das P132 kann das thermische Abbild des Schutzobjektes nicht nachführen und es wird
ein Rücksetzen des thermischen Abbilds unter den folgenden Vorraussetzungen
veranlaßt:

† Unterbrechung der Stromversorgung


† Der Schutz wurde ausgeschaltet
† Der MS-Schutz wurde ausgeschaltet.
Bei Wegfall der oben genannten Bedingungen wird vor Beginn der zyklischen
Bearbeitung automatisch eine Plausibilisierung des thermischen Abbilds vorgenommen:

† Betriebszustand „laufende“ jedoch nicht „hochlaufende Maschine“:


Es wird eine zyklische Plausibilisierung des thermischen Abbilds derart
vorgenommen, dass der Überlastspeicher für den Fall, dass sich dessen Aufladung
unter 20% bewegt, auf den Mindestwert von 20% (≡ betriebswarme Maschine)
angehoben wird.
† Betriebszustand „hochlaufende Maschine“:
Nach Erkennen eines Hochlaufendes wird im Rahmen der damit verbundenen
Dekrementierung des Anlaufzählers gegebenenfalls der Ladezustand des
Überlastspeichers auf den zugehörigen Mindestwert angehoben.
Bei jeder der o.a. Initialisierungen bzw. Plausibilisierungen des thermischen Abbilds ist
der Ladezustand des Überlastspeichers grundsätzlich gekoppelt mit dem Zählerstand
des Zählers M S : n o c h z u l . A n z a h l A n l . P S x , d.h. bei einem automatischen
Setzen des Überlastspeichers wird der Zählerstand des Zählers in Abhängigkeit von der
Schutzeinstellung plausibel mitgeändert.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-307


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.32.2 Sonderfälle beim Überlastschutz

Logik für die Betriebsart mit


Thermischen
Überlastschutz
Bei bestimmten Anwendungsfällen darf die Maschine zulässigerweise länger im
Überlastbereich betrieben werden. Der MS-Schutz ist hierfür zu restriktiv. Für diese
Fälle werden der MS-Schutz und der THERM-Schutz kombiniert. Der MS-Schutz dient
hierbei als Läuferschutz und der THERM-Schutz als Ständerschutz.

Bei Einstellung M S : B e t r i e b s a r t P S x mit THERM erfolgt ein Inkrementieren des


MS-Überlastspeichers wenn der maximale effektive Leiterstrom über der einstellbaren
Stromschwelle M S : I H M > P S x liegt. Sofern dieser Schwellwert nicht überschritten
wird, erfolgt nach einem Anlauf zunächst ein Dekrementieren des Speicherinhaltes - bis
die Umerwärmung vom Läuferkupfer in das Läufereisen nachgebildet ist -danach wird
der MS-Überlastspeicher nicht inkrementiert und es ist das Thermische Modell des
Thermischen Überlastschutzes wirksam. Mit Beginn eines weiteren (nicht des ersten)
Anlaufes des Asynchronmotors wird das Thermische Modell des THERM-Schutzes
während der Anlaufzeit vorübergehend gesperrt.

1000

100

t in s 10

0,1
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
I / IB
MS-Schutz: eingestellt reziprok quadratische Kennlinie, t6IB = 1 s

THERM-Schutz: eingestellt Zeitkonstante 1 = 300 s, Auslösegrenzwert = 100 %


S8Z50F3A

3-209 Auslösekennlinie des Motorschutzes bei Betriebsart mit THERM-Schutz (kalte Kennlinie)

3-308 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Verändern der Schwelle


Wiedereinschaltung erlaubt
In Abhängigkeit von dem Anwendungsfall kann der für den Regelfall angenommene
Schwellwert des Überlastspeichers, bei Nachbildung der Abkühlung des Schutzobjektes,
40% (bei drei Anläufen aus kaltem / zwei aus warmem Zustand) bzw. 22% (bei zwei
Anläufen aus kaltem / einer aus warmem Zustand) betragen. Dieser einstellbare
Schwellwert M S : W E e r l a u b t n a c h Θ < P S x kann abweichend von diesen
Mittelwerten mehr oder weniger restriktiv verändert werden.

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-309


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

MS: Block.
Abbild EXT
[ 040 044 ]

MS: Anreg.
kL*IB>/IHM>
304 703

MS: IL,max eff/IB


304 740

GRUND: Schutz
ein
306 001

MS: Stand Abbild


MS
[ 004 018 ]
MS: Stand
Abbild MS norm
[ 005 071 ]
MS: Aus Meldung
[ 040 046 ]
MS: noch zul.
Anzahl Anl.
[ 004 012 ]
MS: noch zul.
Anl. norm.
[ 005 086 ]
MS: WE blockiert
[ 040 049 ]
MS: Aus wg.
erfolgl.Hochl
[ 041 081 ]

MS: Drehz.wächter
n> EXT
[ 040 045 ]
MS: Rückstellen
Abbild
[ 041 083 ]
MS: Hochlauf
[ 040 119 ]

MS: Sperre
Abbild THERM
304 700

MS: stehende
Maschine
304 701
MS: IHM>
304 702

12Z6232A_DE

3-210 Überlastschutz beim Motorschutz

3-310 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Zählen der Anläufe


Die Motoranläufe werden gezählt. Der Zähler kann einzeln oder gemeinsam rückgestellt
werden.

MS: Hochlauf MS: Anzahl


[ 040 119 ] + Anläufe
[ 004 011 ]
R
GRUND: General
Rückst. BED
[ 003 002 ]
1: ausführen
GRUND: General
Rückst. EXT
[ 005 255 ]
12Z6231A_DE

3-211 Zähler der Anläufe

Rückstellen des
thermischen Abbildes
Das thermische Abbild der Motorerwärmung kann am Vor-Ort-Bedienfeld oder einen
entsprechend konfigurierten binären Signaleingang rückgestellt werden.

3-212 Rückstellen des thermischen Abbildes

P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612 3-311


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.32.3 Unterlastschutz

Die Funktion des Unterlastschutzes ermöglicht die Überwachung des Lastmoments


eines Motorantriebs auf eine Mindesthöhe. Falls die Betriebszustandserkennung eine
laufende Maschine detektiert und der maximale effektive Leiterstrom für eine einstellbare
Zeit den eingestellten Ansprechwert unterschreitet, wird ein entsprechendes Signal
generiert. Das Signal ist auf ein separates Ausgangsrelais zu konfigurieren; es kann
weder direkt mit der Generalanregemeldung noch direkt mit dem Auslösekommando
verknüpft werden.

3-213 Unterlastschutz beim Motorschutz

3.32.4 Schutz von explosionsgeschützten elektrischen Maschinen

Motoren, die im explosionsgefährdeten Bereich betrieben werden, dürfen im Überlast-


und insbesondere Blockierfall keine für das vorhandene Luft-Gas-Gemisch kritische
Temperatur annehmen.

Das P132 ist für diesen Anwendungsfall der Zündschutzart „e“ (erhöhte Sicherheit)
geeignet, muss jedoch außerhalb des explosionsgefährdeten Bereiches installiert
werden.

Bitte Einstellhinweise im Kapitel „Einstellungen“ („Schutz von explosionsgeschützten


elektrischen Maschinen“) beachten!

3-312 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.32.5 Betriebsstundenzähler

Für die Überwachung der Betriebsstunden der zu überwachenden Maschine ist ein
Betriebsstundenzähler M S : A n z . B e t r i e b s s t u n d e n in das P132 eingebracht. Die
Zeit (in Stunden), während der auf „laufende Maschine“ erkannt wird (vergl. Meldung
M S : M a s c h i n e s t e h t ), wird gemessen und mit der maximalen Anzahl verglichen,
die über M S : B e t r . s t d > zu setzen ist. Bei Überschreiten wird der Wert von
M S : M l d g . B e t r . s t d > auf ja gesetzt.

Zusätzlich kann die Anzahl der Betriebsstunden mit einem beliebigen Vorgabewert (von
0 bis 65000 Stunden) initialisiert werden. Dieser Wert kann über
M S : V o r g a b e B e t r . s t d definiert werden. Setzt man
M S : S e t z e n V o r g . B e t r . s t d auf ausführen, wird der Vorgabewert gesetzt.

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3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

3.33 Thermischer Überlastschutz (Funktionsgruppe THERM)

Mit Hilfe dieser Funktion kann ein thermischer Überlastschutz aufgebaut werden. Der
thermische Überlastschutz kann auch in Verbindung mit dem Motorschutz betrieben
werden.

Aus-/Einschalten des
thermischen Überlast-
schutzes
Der thermische Überlastschutz kann über Einstellparameter aus-/eingeschaltet werden.
Darüberhinaus kann für jeden Parametersatz separat eine Freigabe erfolgen.

3-214 Aus-/Einschalten des thermischen Überlastschutzes

3-314 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Auslösekennlinien
Auf Basis des maximalen effektiven Leiterstromes wird ein thermisches Abbild erster
Ordnung entsprechend IEC 255-8 nachgeführt. Die Auslösezeit wird durch folgende
Parameter bestimmt:

… Die eingestellte Wärmezeitkonstante T H E R M : Z e i t k o n s t . 1 ( > I F ) P S x des


Schutzobjektes (τ).
… Den eingestellten Auslösegrenzwert T H E R M : r e l . Ü T A u s P S x
… Die jeweils aktuelle Vorlast Θ P.
… Die aktuell gemessene Kühlmitteltemperatur des Schutzobjektes Θa.
… Die eingestellte maximal zulässige Kühlmitteltemperatur Θa,max.
… Die eingestellte maximal zulässige Objekttemperatur Θmax.

2
⎛ I ⎞
⎜ ⎟ − ΘP
⎝ IB ⎠
t = τ ⋅ ln 2
⎛ I ⎞ ⎛ Θa − Θa,max ⎞
⎜ ⎟ − Θ Aus ⋅ ⎜⎜ 1 − ⎟
⎝ IB ⎠ ⎝ Θmax − Θa,max ⎟⎠

Bild 3-215 zeigt die Auslösekennlinie, wenn Θ P = 0% und die gemessene Kühlmittel-
temperatur gleich der eingestellten maximal zulässigen Kühlmitteltemperatur ist.

Durch Einstellung der Betriebsart wird ein „absolutes“ bzw. „relatives“ Abbild gewählt. Ist
„absolutes Abbild“ eingestellt, arbeitet das P132 mit einem festen Auslösegrenzwert ΘAus
von 100%.

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3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

θ/%
10000

200

1000 110

τ/min
50

100
200

110

10 1000
50

t/min 200

1
110

50 30

0,1

0,01

0,001
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

I/IB

D5Z50BEA

3-215 Auslösekennlinie des thermischen Überlastschutzes (Kennlinien gelten für den Fall, dass Θ P = 0% und die gemessene Kühlmittel-
temperatur gleich der eingestellten maximal zulässigen Kühlmitteltemperatur ist)

3-316 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Zur Erfassung der Kühlmitteltemperatur muss einer der Analogbausteine Y bestückt sein
- entweder der Analogbaustein (E/A) mit dem 20 mA Eingang und dem „PT100“ Eingang
oder die Temperaturmesskarte (RTD-Baustein) mit den Temperaturfühler-Eingängen T1
bis T9. Steht keiner dieser Bausteine im P132 zur Verfügung, wird die Einstellung
T H E R M : K ü h l m i t t e l t e m p . P S x in die Berechnung der Auslösezeit einbezogen.

Bei T H E R M : A u s w a h l M e ß e i n g . P S x kann gewählt werden, welcher dieser


11 Eingänge (Ohne, „PT100“, 20 mA, T1 ... T9) das thermische Abbild beeinflussen soll.

Bei Unterbrechung eines dieser Messkreise infolge eines Drahtbruches wird


entsprechend eine der folgenden Meldungen generiert (siehe auch die
Funktionsbeschreibung für die Messwerteingabe):

MESSE: Drahtbruch 20 mA Eing


MESSE: Drahtbruch PT100
MESSE: Drahtbruch T1
bis
MESSE: Drahtbruch T9

Diese Drahtbruchmeldung der Funktionsgruppe MESSE wird an den thermischen


Überlastschutz weitergereicht.

Bei T H E R M : A u s w . B a c k u p T h . P S x kann eingestellt werden, ob dann


ersatzweise auf einen Reservefühler-Eingang zurückgegriffen werden soll und wenn ja,
auf welchen der Eingänge (Ohne, „PT100“, 20 mA, T1 ... T9).

Durch die Einstellung T H E R M : B l . b . S t ö r g . K T E P S x wird festgelegt, ob der


thermische Überlastschutz bei einer Störung der Kühlmitteltemperaturerfassung blockiert
wird.

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3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Beispiel für eine Einstellung ohne Reservefühler und eine Konfiguration ohne Temperaturmesskarte

++

++ Bei Bestückung der


Temp.messkarte auch
3: T1
bis
11: T9

19Z5220A_DE

3-216 Überwachung der Kühlmitteltemperaturerfassung mit dem Analogbaustein (E/A) bei


Einstellung T H E R M : A u s w . B a c k u p T h . P S x mit Option „Ohne“

3-318 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Ist zusätzlich zum Analogbaustein (E/A) auch die Temperaturmesskarte bestückt, so


kann bei T H ER M : Au s w a h l M e ß e i n g . PSx auch einer der
Temperaturfühler T1 ... T9 ausgewählt werden. Je nach Auswahl wird dann eine der
folgenden Drahtbruchmeldungen ausgewertet:

MESSE: Drahtbruch PT100


MESSE: Drahtbruch 20 mA Eingang
MESSE: Drahtbruch T 1
bis
MESSE: Drahtbruch T9

Ist bei T H ER M : Au s w . Ba c k u p T h . PSx einer der Messeingänge


(PT100, 20mA, T1 ... T9) als Reserve ausgewählt, so greift die
Kühlmitteltemperaturerfassung bei Drahtbruch des Hauptfühlers auf den Reservefühler
zurück. Erst wenn auch der Reservefühler ausgefallen ist, kann die
Kühlmitteltemperatur nicht mehr erfasst werden und die Meldung T H ER M : KT E
g e s tö r t wird ausgegeben.

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3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Beispiel für eine Einstellung mit T2 als Hauptfühler und T8 als Reservefühler

THERM: Auswahl
Meßeing. PSx
*
4: T2
MESSE:Drahtbruch
T2
040 194

THERM: Ausw.
Backup Th. PSx
*
10: T8
MESSE:Drahtbruch
T8
040 252

THERM:KTE
gestört EXT
038 062

* Parameter- THERM: Auswahl


Meßeing. PSx
THERM: Ausw.
Backup Th. PSx
THERM: Bl. b.
Störg. KTE PSx
satz 1 072 177 072 080 072 178
satz 2 073 177 073 080 073 178
satz 3 074 177 074 080 074 178
satz 4 075 177 075 080 075 178

19Z5221A_DE

3-217 Überwachung der Kühlmitteltemperaturerfassung mit Haupt- und Reservefühler

3-320 P132/DE M/Ac5 // AFSV.12.10090 DE /// P132-306-415/416/417/418/419-612


3 Arbeitsweise
(Fortsetzung)

Vorwarnung
Eine Vorwarnung kann entsprechend dem eingestellten Ansprechwert T H E R M : r e l .
Ü T W a r n u n g P S x eingestellt werden. Darüberhinaus ist eine Restzeit bis zur
Auslösung einstellbar, bei deren Unterschreiten eine Warnung erfolgt.

Unterschreitet der Strom eine fest vorgegebene Schwelle von 0,1 IB, wird der Speicher
mit der eingestellten Zeitkonstante T H E R M : Z e i t k o n s t . 2 ( < I F ) P S x entladen.
Über Einstellparameter oder einen entsprechend konfigurierten binären Signaleingang
kann das thermische Abbild rückgestellt werden. Eine Rückstellung erfolgt auch, wenn
der thermische Überlastschutz ausgeschaltet wird. Über einen entsprechend
konfigurierten binären Eingang kann der thermische Überlastschutz blockiert werden.

Betrieb in Verbindung mit


dem Motorschutz
Wird der thermische Überlastschutz in Verbindung mit dem MS-Schutz betrieben und es
erfolgt ein weiterer (nicht der erste) Anlauf eines Asynchronmotors wird der thermische
Überlastschutz für Dauer der Anlaufzeit vorübergehend blockiert.
Bei gemeinsamer Anwendung des MS-Schutzes und des THERM-Schutzes wirkt der