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Am 28.

September 1969 ist Bundestagswahl: Schon im Vorfeld wird die Große Koalition aus
CDU/CSU und Sozialdemokratischer Partei Deutschlands (SPD) brüchig. In den Umfragen
liegen beide Parteien gleichauf. Am 21. Oktober 1969 wählt der Deutsche Bundestag Willy
Brandt mit 251 gegen 235 Stimmen zum neuen Bundeskanzler.
Ost politik :. Unter Bundeskanzler Willy Brandt konnten die Spannungen des Ost/West-
Konflikts zwischen der BRD und DDR entschärft werden. Die Neue Ostpolitik leitete eine
Entspannungsphase ein und wurde grundlegend für die deutsche Wiedervereinigung 1990. Also
Nach den Bundestagswahlen 1969 kam die sozialliberale Koalition in die Bundesregierung.
Willy Brandt und Walter Scheel leiteten einen außenpolitischen Kurswechsel ein und bemühten
sich darum, die Beziehungen zur DDR wieder zu verbessern. Zum Schlagwort wurde die
Phrase “Wandel durch Annäherung '.. Im Kern hat Brandts Ostpolitik dabei einen durch und
durch nationalen Ansatz: Er will tun, was möglich ist, um die Einheit der Nation zu wahren . die
Ostverträge ermöglichet die Annäherung mit der DDR wie Moskau, Warschau und Ost-Berlin.
Gelingt es Brandt, mit Moskau und Warschau Verträge abzuschließen, wird sich Ost-Berlin um
den Preis der Isolierung im eigenen Lager kaum mehr verweigern können.
Am 12. August 1970 wird der Moskauer Vertrag unterschrieben, mit dem Westdeutschland die
Nachkriegsgrenzen und damit den Verlust der alten deutschen Ostprovinzen . Parallel zu den
Gesprächen mit Moskau nimmt Brandt auch den Kontakt zu Warschau auf . 1971 wird mit der
DDR das Transitabkommen abgeschlossen, das erstmals seit 1945 den ungehinderten Verkehr
von bundesdeutschen Bürgern nach West-Berlin ermöglicht. Ende 1972 folgt schließlich der
Grundlagenvertrag, in dem das Verhältnis zwischen der Bundesrepublik und der DDR neu
festgelegt wird. Es ist der erste Schritt einer Annäherung beider deutscher Staaten.
Die Ratifizierung des Moskauer Vertrags knüpft die Regierung Brandt/Scheel an den Abschluss
eines Abkommens der vier Siegermächte über Berlin, das insbesondere den freien Zugang von
der Bundesrepublik nach West-Berlin garantieren. Im September 1971 unterzeichnen die USA,
die Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich das Vier-Mächte-Abkommen über Berlin. Ein
weiterer Schritt ist geschafft. Das Verhältnis von Ost und West und die Situation der Menschen
verbesserten sich durch die neue Ostpolitik. Brandts Ostpolitik wird auch im Ausland gefeiert. .
1971 erhält er sogar den Friedensnobelpreis. Bundeskanzler Brandt tritt am 6. Mai 1974 zurück.
Er stürzt über die sogenannte Guillaume-Affäre. Kanzlerberater Günter Guillaume fliegt als
DDR-Agent auf. Brandts Rücktritt kommt für viele überraschend.
Die Hintergründe des Rücktritts sind vielschichtiger. Es hat zunehmend wirtschaftliche
Probleme gegeben: die Ölkrise mit ihren autofreien Sonntagen, Streiks in zahlreichen
Branchen, steigende Arbeitslosigkeit. Seit 1971 mehrten sich die Zeichen einer Wirtschaftskrise
oder zumindest einer "Stagnation", d. h. dass die Wirtschaft nicht mehr wuchs. Messbar ist das
an verschiedenen Zeichen wie der Arbeitslosenquote, dem Wachstum des Bruttosozialprodukts
und der Inflation. Zwischen 1970 und 1975 stieg die Arbeitslosigkeit von 0,7 Prozent auf 4,6
Prozent an, danach sank sie bis 1980 wieder. Viele Firmen gingen pleite, andere führten
Kurzarbeit ein. Leere auf den Autobahnen: Die Ölkrise 1973 zwingt die Bundesrepublik zur
Ausrufung eines Fahrverbots - ein Gefühl von Freiheit auf den Straßen - wenn auch ein banges.
Erstmals in der Geschichte des Landes galt ein bundesweites Fahrverbot.
Ausnahmegenehmigungen erhielten fast nur Polizisten und Ärzte - die meisten der rund 13
Millionen Autobesitzer mussten ihre Wagen stehen lassen.Die Auswirkungen der Ölkrise auf die
Wirtschaft in Westeuropa waren verheerend. Die Konjunktur stürzte ab. Die Bundesrepublik
musste 1974 für Erdölimporte knapp 23 Milliarden Mark (rund 12 Milliarden Euro) ausgeben -
fast 153 Prozent mehr als 1973. Die Arbeitslosigkeit stieg von 273.000 im Jahr 1973 auf mehr
als eine Million zwei Jahre später. In der Autoindustrie sank die Produktion um 18 Prozent.
Innenpl . In seiner Regierungserklärung vom 28. Oktober 1969 kündigt Bundeskanzler Brandt
zahlreiche innere Reformen an, die unter dem Leitmotiv "Mehr Demokratie wagen" stehen.. Das
innenpolitische Reformprogramm, das die Koalition von SPD und FDP allein bis 1972 umsetzt,
umfasst u. a.: Mehr demokratische Mitwirkung / Erhöhung und Ausweitung von Sozialleistungen
/ Maßnahmen zum Schutz der Umwelt. Das konkrete Reformprogramm reicht von der
Liberalisierung und Modernisierung des Rechtssystems über den Ausbau des
Sozialversicherungsnetzes bis hin zur Stärkung der Rechte und Möglichkeiten der
Arbeitnehmer, sich am Unternehmen zu beteiligen.
Fall der mauer Bis zum Jahr 1990 war Deutschland in zwei Länder geteilt: die Bundesrepublik
Deutschland (BRD) im Westen und die Deutsche Demokratische Republik (DDR) im Osten. Die
Mauer hatte 28 Jahre lang die politische Spaltung Deutschlands und Europas zementiert. Sie
war weltweit das Symbol für den Kalten Krieg, der die Welt politisch in eine östliche und eine
westliche Hemisphäre spaltete.
Mehrere Faktoren und Entwicklungen machten letztlich 1989 den Fall der Mauer und damit die
Vereinigung Deutschlands möglich. So erzwangen die Reformen des sowjetischen
Staatspräsidenten Michail Gorbatschow, die Wirtschaftskrise, die Massenflucht der Menschen
in den Westen und die friedlichen Demonstrationen der DDR-Bürgerinnen und -Bürger das
Ende der DDR-Diktatur. Die Menschen in der DDR gingen auf die Straße und protestierten
gegen die DDR. Sie wollten Meinungsfreiheit und freie Wahlen. Und sie wollten wieder in den
Westen reisen können. Ende Oktober 1989 hatten sich durch die Reformpolitik des
sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow nicht nur die herrschenden politischen
Standpunkte der Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED), sondern auch die der
Medien in der DDR bereits grundlegend verändert. Die Reformen in der Sowjetunion hatten
auch große Auswirkungen auf die anderen sozialistischen Länder. Die friedliche Revolution von
1989 fegte das Regime hinweg und erzwang den Fall der Mauer. Ein Jahr später war
Deutschland, 41 Jahre nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen
Demokratischen Republik, wieder vereinigt.
Unterschide
Brandt handelte nach der Devise "Wandel durch Annäherung". Er hat im Grunde die Politik
eingeleitet, die später zur Wiedervereinigung Deutschlands führte, seinerzeit am meisten
bekämpft vom CDU-Vorsitzenden Kohl. Es ist geradezu ein Treppenwitz, dass dieser dann
ausgerechnet die Früchte aus Brandts Bemühungen erntete und als Wiedervereinigungskanzler
in die Geschichte einging. Außerdem war Brandt der einzige Kanzler bisher, der ohne eigene
Schuld eine Verantwortung für Fehler seiner Umgebung (Spionageaffäre Guillaume)
übernommen hat und zurückgetreten ist brandt war da anderes.
Im allgemein Brandt: Neue Ostpolitik, mehr Verhandlungen mit dem Osten Adenauer:
Integration mit dem Westen: Verhandlungen mit dem Westen. Adenauer strebte im
Wesentlichen drei deutschlandpolitische Ziele an: Freiheit, Frieden . Die Wiedererlangung der
politischen Handlungsfreiheit der Bundesrepublik war ein erklärtes Ziel der Regierung
Adenauers.
Für Adenauer bedeutete sie nicht allein militärische Aufrüstung, sondern manifestierte sich
zuallererst „in der Einigkeit des Westens" und folglich in der Ausschaltung der Möglichkeit der
Sowjetunion, sich einen Staat nach dem anderen einzuverleiben. .. . Beide mussten sich
anderen zeitgenössischen Fragen und Entscheidungen stellen. In dieser Hinsicht sind sie
natürlich sehr unterschiedlich. Adenauer hatte den Wiederaufbau nach dem Krieg zu
bewältigen und bewirkte eine gezielte Integration mit dem Westen. Für sie verzichtete er auf
eine frühzeitige Möglichkeit der Wiedervereinigung nach österreichischem Vorbild, indem er die
sogenannte Stalin-Note ablehnte. Brandt wiederum war damit beschäftigt, den Kalten Krieg
durch eine Politik der Entspannung zu ersetzen und den Reformstau intern aufzulösen.