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DIN EN 930:2010-07

Beginn der Gültigkeit


Diese Norm gilt ab 2010-07-01.

Nationales Vorwort
Diese Norm enthält sicherheitstechnische Festlegungen.

Sie beinhaltet die Deutsche Fassung der vom Technischen Komitee CEN/TC 201 „Maschinen zur Herstellung
von Leder- und Kunstlederwaren und Schuhwerk — Sicherheit“ des Europäischen Komitees für Normung
(CEN) ausgearbeitete EN 930:1997+A2:2009.

Die nationalen Interessen bei der Erarbeitung wurden vom Fachbereich Schuh- und Ledermaschinen des
Normenausschusses Maschinenbau (NAM) im DIN wahrgenommen.

Durch die Novellierung der EG-Maschinenrichtlinie wurde eine Überprüfung der bisher gültigen Norm
EN 930:1997 im Hinblick auf die grundlegenden Anforderungen der neuen EG-Maschinenricht-
linie 2006/42/EG erforderlich.

Diese Europäische Norm konkretisiert einschlägige Anforderungen von Anhang I der EG-Maschinenricht-
linie 98/37/EG (gültig bis 28. Dezember 2009) sowie mit Wirkung vom 29. Dezember 2009 der neuen EG-
Maschinenrichtlinie 2006/42/EG an erstmals im EWR in Verkehr gebrachte Aufrau-, Ausglas-, Polier- und
Kantenbearbeitungsmaschinen, um den Nachweis der Übereinstimmung mit diesen Anforderungen zu
erleichtern.

Ab dem Zeitpunkt ihrer Bezeichnung als Harmonisierte Norm im Amtsblatt der Europäischen Union kann der
Hersteller bei ihrer Anwendung davon ausgehen, dass er die behandelten Anforderungen der
Maschinenrichtlinie eingehalten hat (so genannte Vermutungswirkung).

Die im Abschnitt 2 und den Literaturhinweisen zitierten Europäischen Normen sind als DIN-EN-, DIN-EN-ISO-
bzw. DIN-CLC/TS-Normen mit gleicher Zählnummer veröffentlicht.

Änderungen

Gegenüber DIN EN 930:1998-04 und DIN EN 930/A1:2005-09 wurden folgende Änderungen vorgenommen:

a) Konsolidierung der Änderung A1:2004;


b) Aktualisierung der normativen Verweisungen unter Abschnitt 2 und im gesamten Dokument;
c) Aufnahme eines Anhang C „Geräuschmessnorm für Aufrau- und Ausglasmaschinen“;
d) Anpassung der Benutzerinformationen unter Abschnitt 7;
e) Aktualisierung der Tabelle 2 „Nachweisverfahren“;
f) Änderung bzw. Aktualisierung des informativen Anhangs ZA über den Zusammenhang dieser
Europäischen Norm und den grundlegenden Anforderungen der Maschinenrichtlinie 98/37/EG, geändert
durch 98/79/EG
g) Aufnahme des informativen Anhangs ZB über den Zusammenhang dieser Europäischen Norm und den
grundlegenden Anforderungen der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG.

Frühere Ausgaben

DIN EN 930: 1998-04


DIN EN 930/A1: 2005-09

2
EUROPÄISCHE NORM EN 930:1997+A2
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROPÉENNE August 2009

ICS 59.140.40; 61.060 Ersatz für EN 930:1997

Deutsche Fassung

Maschinen zur Herstellung von Schuhen, Leder- und


Kunstlederwaren —
Aufrauh-, Ausglas-, Polier- und Kantenbearbeitungsmaschinen

Sicherheitsanforderungen

Footwear, leather and imitation leather goods Machines pour la fabrication de chaussures et d’articles en
manufacturing machines — cuir et matériaux similaires —
Roughing, scouring, polishing and trimming machines — Machines à carder, à verrer, à polir et à fraiser —
Safety requirements Prescriptions de sécurité

Diese Europäische Norm wurde vom CEN am 16. Juli 1997 angenommen und schließt Änderung 1 ein, die am 16. August 2004 vom CEN
angenommen wurde, sowie Änderung 2, die am 16. Juli 2009 vom CEN angenommen wurde.

Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen
dieser Europäischen Norm ohne jede Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist. Auf dem letzten Stand befindliche Listen
dieser nationalen Normen mit ihren bibliographischen Angaben sind beim Management-Zentrum des CEN oder bei jedem CEN-Mitglied auf
Anfrage erhältlich.

Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Französisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache,
die von einem CEN-Mitglied in eigener Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem Management-
Zentrum mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.

CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich,
Griechenland, Irland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal,
Rumänien, Schweden, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien, Spanien, der Tschechischen Republik, Ungarn, dem Vereinigten Königreich
und Zypern.

EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG


EUROPEAN COMMITTEE FOR STANDARDIZATION
COMITÉ EUROPÉEN DE NORMALISATION

Management-Zentrum: Avenue Marnix 17, B-1000 Brüssel

© 2009 CEN Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem Ref. Nr. EN 930:1997+A2:2009 D
Verfahren, sind weltweit den nationalen Mitgliedern von CEN vorbehalten.
DIN EN 930:2010-07
EN 930:1997+A2:2009 (D)

Inhalt
Seite

Vorwort ................................................................................................................................................................3
Einleitung.............................................................................................................................................................4
1 Anwendungsbereich .............................................................................................................................5
2 Normative Verweisungen ......................................................................................................................5
3 #Begriffe$.........................................................................................................................................7
4 #Liste der signifikanten Gefährdungen$ ....................................................................................11
5 Sicherheitsanforderungen und/oder -maßnahmen ..........................................................................19
6 Nachweis der Sicherheitsanforderungen und/oder -maßnahmen..................................................23
7 Benutzerinformationen .......................................................................................................................27
Anhang A (normativ) Verriegelte trennende Schutzeinrichtungen..............................................................29
Anhang B (normativ) Schutzeinrichtung mit Annäherungsreaktion, ..........................................................31
Anhang C (normativ) Rückstelleinrichtung ....................................................................................................32
Anhang D (normativ) Bewährte Bauteile und Prinzipien ..............................................................................33
Anhang E (normativ) !Geräuschmessnorm für Aufrau- und Ausglasmaschinen ..................................34
Anhang F (normativ) !Geräuschmessnorm für Kantenbearbeitungsmaschinen ...................................38
Anhang ZA (informativ) !Zusammenhang zwischen dieser Europäischen Norm und den
grundlegenden Anforderungen der EG-Richtlinie 98/37/EG ...........................................................42
Anhang ZB (informativ) !Zusammenhang zwischen dieser Europäischen Norm und den
grundlegenden Anforderungen der EG-Richtlinie 2006/42/EG .......................................................43
Anhang G (informativ) Literaturhinweise........................................................................................................44

2
DIN EN 930:2010-07
EN 930:1997+A2:2009 (D)

Vorwort
Dieses Dokument (EN 930:1997+A2:2009) wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 201 „Maschinen zur
Herstellung von Leder- und Kunstlederwaren und Schuhwerk — Sicherheit“ erarbeitet, dessen Sekretariat
vom UNI gehalten wird.

Diese Europäische Norm muss den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffentlichung
eines identischen Textes oder durch Anerkennung bis Februar 2010, und etwaige entgegenstehende
nationale Normen müssen bis Februar 2010 zurückgezogen werden.

Dieses Dokument ersetzt EN 930:1997.

Dieses Dokument enthält Änderung 1, welche von CEN am 2004-08-16 angenommen wurde und Änderung 2,
welche von CEN am 2009-07-16 angenommen wurde

Beginn und Ende des eingefügten oder geänderten Textes der Änderung ist durch die Textmarkierungen
! " und # $ gekennzeichnet.

Dieses Dokument wurde unter einem Mandat erarbeitet, das die Europäische Kommission und die
Europäische Freihandelszone dem CEN erteilt haben, und unterstützt grundlegende Anforderungen der EG-
Richtlinien.

#Zum Zusammenhang mit EG-Richtlinien siehe informative Anhänge ZA und ZB, die Bestandteil dieses
Dokuments sind.$

Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden


Länder gehalten, diese Europäische Norm zu übernehmen: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland,
Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta,
Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien,
Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Vereinigtes Königreich und Zypern.

3
DIN EN 930:2010-07
EN 930:1997+A2:2009 (D)

Einleitung
#Dieses Dokument ist eine Typ-C-Norm nach der Definition in EN ISO 12100.

Auf die betreffenden Maschinen und den Umfang, in dem die Gefährdungen, Gefährdungssituationen und
Gefährdungsereignisse behandelt sind, wird im Anwendungsbereich dieses Dokumentes hingewiesen.

Für Maschinen, die nach den Festlegungen dieser Typ-C-Norm konzipiert und gebaut worden sind, gilt: Wenn
die Festlegungen dieser Typ-C-Norm von den Festlegungen in Typ-A- oder -B-Normen abweichen, haben die
Festlegungen dieser Typ-C-Norm Vorrang gegenüber den Festlegungen der anderen Normen.$

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DIN EN 930:2010-07
EN 930:1997+A2:2009 (D)

1 Anwendungsbereich
1.1 Diese Norm gilt für folgende Maschinen, die zur Verarbeitung von Materialien für die Herstellung von
Schuhwerk eingesetzt werden:

automatische und manuell bediente Aufrau-, Ausglas- und Poliermaschinen

automatische und manuell bediente Kantenbearbeitungsmaschinen

1.2 Diese Norm gilt nicht für modular aufgebaute Schuhreparaturmaschinen.

1.3 Diese Norm spezifiziert Sicherheitsanforderungen über Konstruktion, Aufbau und Betrieb.

Sie berücksichtigt bestimmungsgemäße Verwendung, vorhersehbaren Missbrauch und das Bauteil- und
Systemversagen.

1.4 Diese Norm berücksichtigt alle für die Schuh-, Leder- und Kunstlederwarenindustrien wichtigen
Gefährdungen.

Der Einsatz von Maschinen in anderen als im Anwendungsbereich dieser Norm vorgesehenen Industrien
kann zu Gefährdungen führen, die bei ihrer Erstellung nicht berücksichtigt wurden.

1.5 #Diese Norm gilt nicht für Aufrau-, Ausglas- und Polier- und Kantenbearbeitungsmaschinen, die vor
ihrem Veröffentlichungsdatum als EN hergestellt worden sind.$

2 Normative Verweisungen
#Die folgenden zitierten Dokumente sind für die Anwendung dieses Dokuments erforderlich. Bei datierten
Verweisungen gilt nur die in Bezug genommene Ausgabe. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte
Ausgabe des in Bezug genommenen Dokuments (einschließlich aller Änderungen).$

#gestrichener Text$

EN 294:1992, Sicherheit von Maschinen — Sicherheitsabstände gegen das Erreichen von Gefahrbereichen
mit den oberen Gliedmaßen

#gestrichener Text$

#EN 547-2, Sicherheit von Maschinen — Körpermaße des Menschen — Teil 2: Grundlagen für die
Bemessung von Zugangsöffnungen$

#EN 574, Sicherheit von Maschinen — Zweihandschaltungen — Funktionelle Aspekte —


Gestaltungsleitsätze$

EN 626-1:1994, Sicherheit von Maschinen — Reduzierung des Gesundheitsrisikos durch Gefahrstoffe, die
von Maschinen ausgehen — Teil 1: Grundsätze und Festlegungen für Maschinenhersteller

#EN 894-1, Sicherheit von Maschinen — Ergonomische Anforderungen an die Gestaltung von Anzeigen
und Stellteilen — Teil 1: Allgemeine Leitsätze für Benutzer-Interaktion mit Anzeigen und Stellteilen$

#EN 953:1997, Sicherheit von Maschinen — Trennende Schutzeinrichtungen — Allgemeine Anforderungen


an Gestaltung und Bau von feststehenden und beweglichen trennenden Schutzeinrichtungen$

#gestrichener Text$

EN 982:1996, Sicherheit von Maschinen — Sicherheitsanforderungen an fluidtechnische Systeme und


Komponenten — Hydraulik

5
DIN EN 930:2010-07
EN 930:1997+A2:2009 (D)

EN 983:1996, Sicherheit von Maschinen — Sicherheitsanforderungen an fluidtechnische Systeme und


Komponenten — Pneumatik

#EN 999, Sicherheit von Maschinen — Anordnung von Schutzeinrichtungen im Hinblick auf
Annäherungsgeschwindigkeiten von Körperteilen$

#gestrichener Text$

#EN 1005-2, Sicherheit von Maschinen — Menschliche körperliche Leistung — Teil 2: Manuelle
Handhabung von Gegenständen in Verbindung mit Maschinen und Maschinenteilen$

#EN 1005-3, Sicherheit von Maschinen — Menschliche körperliche Leistung — Teil 3: Empfohlene
Kraftgrenzen bei Maschinenbetätigung$

#EN 1037, Sicherheit von Maschinen — Trennung von der Energiezufuhr und Energieabbau — Vermeidung
von unerwartetem Anlauf$

#gestrichener Text$

EN 1088:1995, Sicherheit von Maschinen — Verriegelungseinrichtungen mit oder ohne Zuhaltung — Allge-
meine Leitsätze und Vorschriften für die Gestaltung

#EN 1093-1, Sicherheit von Maschinen — Bewertung der Emission von luftgetragenen Gefahrstoffen —
Teil 1: Auswahl der Prüfverfahren$

#EN 1127-1:2007, Explosionsfähige Atmosphären — Explosionsschutz — Teil 1: Grundlagen und


Methodik$

!EN 12545:2000, Maschinen zur Herstellung von Leder- und Kunstlederwaren und Schuhen — Geräusch-
messung — Allgemeine Anforderungen"

!gestrichener Text"

!EN ISO 11688-1, Akustik — Richtlinien für die Konstruktion lärmarmer Maschinen und Geräte — Teil 1:
Planung (ISO/TR 11688-1:1995)"

#gestrichener Text$

#EN ISO 12100-1:2003, Sicherheit von Maschinen — Grundbegriffe, allgemeine Gestaltungsleitsätze —


Teil 1: Grundsätzliche Terminologie, Methodologie (ISO 12100-1:2003)$

#EN ISO 12100-2:2003, Sicherheit von Maschinen — Grundbegriffe, allgemeine Gestaltungsleitsätze —


Teil 2: Technische Leitsätze (ISO 12100-2:2003)$

#EN ISO 13849-1, Sicherheit von Maschinen — Sicherheitsbezogene Teile von Steuerungen — Teil 1:
Allgemeine Gestaltungsleitsätze (ISO 13849-1:2006)$

#EN ISO 13850, Sicherheit von Maschinen — NOT-HALT — Gestaltungsleitsätze (ISO 13850:2006)$

#gestrichener Text$

#EN 60204-1:2006, Sicherheit von Maschinen — Elektrische Ausrüstung von Maschinen — Teil 1:
Allgemeine Anforderungen (IEC 60204-1:2005, modifiziert)$

#EN 60947-4-1, Niederspannungsschaltgeräte — Teil 4-1: Schütze und Motorstarter — Elektro-


mechanische Schütze und Motorstarter (IEC 60947-4-1:2000)$

6
DIN EN 930:2010-07
EN 930:1997+A2:2009 (D)

#EN 60947-5-1, Schaltkreiseinrichtungen und Schaltelemente — Elektromechanische Schaltkreis-


einrichtungen (IEC 60947-5-1:2003)$

#EN 61310-1, Sicherheit von Maschinen — Anzeigen, Kennzeichen und Bedienen — Teil 1: Anforderungen
an sichtbare, hörbare und tastbare Signale (IEC 61310-1:2007)$

#EN 61496-1, Sicherheit von Maschinen — Berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen — Teil 1:


Allgemeine Anforderungen und Prüfungen (IEC 61496-1:2004, modifiziert)$

#CLC/TS 61496-2, Sicherheit von Maschinen — Berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen — Teil 2:


Besondere Anforderungen an Einrichtungen, welche nach dem aktiven opto-elektronischen Prinzip arbeiten
(IEC 61496-2:2006)$

3 #Begriffe$
#Für die Anwendung dieses Dokuments gelten die Begriffe nach EN ISO 12100-1:2003 und die folgenden
Begriffe.$

3.1
Aufraumaschine
Maschine, die Energie von einem Antriebsmotor auf ein Werkzeug überträgt, das die Oberflächen von
Materialien aufraut, die bei der Herstellung von Schuhen, Leder- und Kunstlederwaren oder damit in Ver-
bindung stehenden Halbfabrikaten verwendet werden und auf die anschließend Klebstoff aufgetragen wird

Legende
1 Schleifband
2 Bandtransport

Bild 1 — Aufraumaschine

7
DIN EN 930:2010-07
EN 930:1997+A2:2009 (D)

3.2
Ausglasmaschine
Maschine, die Energie von einem Antriebsmotor auf ein Werkzeug überträgt, das Schichten von Materialien
entfernt, die bei der Herstellung von Schuhen, Leder- und Kunstlederwaren oder damit in Verbindung
stehenden Halbfabrikaten verwendet werden, um eine halbfertige Oberfläche zu erhalten

Legende
1 Schleifband
2 Walzentransport

Bild 2 — Ausglasmaschine

3.3
Polier- bzw. Bimsmaschine
Maschine, die Energie von einem Antriebsmotor auf ein Werkzeug überträgt, das Schichten auf Materialien
aufträgt oder von Materialien entfernt, die bei der Herstellung von Schuhen, Leder- und Kunstlederwaren oder
damit in Verbindung stehenden Halbfabrikaten verwendet werden, um eine fertige Oberfläche zu erhalten

Legende
1 Schleifband
2 Antriebswelle

Bild 3 — Polier- bzw. Bimsmaschine

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EN 930:1997+A2:2009 (D)

3.4
Kantenbearbeitungsmaschine
Maschine, die Energie von einem Antriebsmotor auf ein rotierendes Fräswerkzeug überträgt, das die Schnitt-
kanten von Materialien bearbeitet, die bei der Herstellung von Schuhen, Leder- und Kunstlederwaren oder
damit in Verbindung stehenden Halbfabrikaten verwendet werden

Legende
1 Klemmplatte
2 Fräswerkzeug
3 beweglicher Arm

Bild 4 — Kantenbearbeitungsmaschine

3.5
Werkzeug
Teil der Maschine, der direkt auf das zu bearbeitende Material einwirkt und der aufraut, ausglast, die Kanten
bearbeiten und poliert. Dazu zählen die in 3.5.1 bis 3.5.7 definierten Werkzeuge

3.5.1
Schleifscheibe
ein Ring, ein Zylinder, eine Scheibe oder ein Konus, die aus Schleifkörnern bestehen, die von mineralischen,
metallischen oder organischen Bindemitteln natürlichen oder synthetischen Ursprungs zusammengehalten
werden

3.5.2
Ausglasscheibe
Scheibe aus Metall, Holz, Stoff, Filz, Gummi oder Papier mit einer Oberfläche, die ganz oder teilweise aus
Schleifmaterial besteht

3.5.3
Schleifband
Band aus Stoff, Filz, Gummi, Papier oder ähnlichem Material, dessen äußere Oberfläche ganz oder teilweise
aus Schleifmaterial besteht

3.5.4
Hartmetall-Rauwerkzeug
Werkzeug, dessen rotierende Oberfläche mit Hartmetallsplittern bestückt ist, die den Schleifvorgang
ausführen

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EN 930:1997+A2:2009 (D)

3.5.5
Fräswerkzeug
Werkzeug mit einer rotierenden Oberfläche und mehreren Schneiden

3.5.6
rotierende Bürste
Werkzeug, das aus einer rotierenden Welle besteht, auf der Bürsten- oder Stoffscheiben angebracht sind und
das zum Entfernen von Staub, zum Polieren und Glanzpolieren dient

3.5.7
rotierende Stahlbürste
Werkzeug, das aus einer rotierenden Welle besteht, auf der radial Metalldrähte zum Aufrauen der Oberfläche
des zu bearbeitenden Materials angebracht sind

3.6
Materialzuführungs- und –Handhabungseinrichtungen

3.6.1
Walzentransport
Einrichtung mit Walzen für die Zuführung des zu bearbeitenden Materials

3.6.2
Bandtransport
Einrichtung mit beweglichem Band, die das zu verarbeitende Material dem Wirkbereich zuführt und es von
dort entfernt

3.6.3
Schlitten
mechanische Zuführungseinrichtung mit oder ohne Spanneinrichtung, die auf Führungen in einer
Gleitbewegung vor- und zurückläuft

3.6.4
beweglicher Arm
Handhabungseinrichtung, die im Arbeitsbereich verschiedene Positionen einnehmen kann

3.7
Spannelement, Klemmplatte
Einrichtungen zum Halten des aufgeleisteten Schuhs und/oder der Halbfabrikate

3.8
Arbeitsbereich
Bereich der Maschine, der umfasst:

a) das Werkzeug, mit dem aufgeraut, ausgeglast und poliert wird und die Kanten bearbeitet werden;

b) den Zuführbereich für die Beschickung;

c) den Standbereich der Bedienungsperson.

3.9
Rückstelleinrichtung
Einrichtung, die den Maschinenzyklus an jeder beliebigen Stelle unterbricht und die Maschine in ihre Aus-
gangsposition bringt

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4 #Liste der signifikanten Gefährdungen$


4.1 #Dieser Abschnitt enthält alle signifikanten Gefährdungen, Gefährdungssituationen und Gefährdungs-
ereignisse, soweit sie in dieser Norm behandelt werden, die nach dem Verfahren der Risikobeurteilung als
signifikant für diese Art von Maschinen festgestellt wurden und für die Maßnahmen zur Beseitigung oder
Reduzierung des Risikos erforderlich sind.$

4.2 #Die wesentlichen Gefährdungen an Aufrau-, Ausglas-, Kantenbearbeitungs- und Poliermaschinen


sind in 4.3 bis 4.9 aufgelistet.$

Die Gefahrbereiche mit mechanischen Gefährdungen sind in den Bildern 5 bis 10 dargestellt. Die Bilder
dienen nur der Information.

Tabelle 1 — #Liste der signifikanten Gefährdungen$

Gefahrbereich oder Gefahrquelle Gefährdungsart Bereich Bild


4.3 Mechanische Gefährdungen
4.3.1 Bereich zwischen Spannele- Quetschen und Scheren
menten, Zangen und feststehenden A 5
Maschinenteilen
4.3.2 Rotierende Fräswerkzeuge oder Schneiden Trennen, Einziehen und
B 6
sich bewegende Werkzeuge und Führungen Fangen, Erfassen oder Aufwickeln
4.3.3 Materialhandhabungs- und Zuführ- Einziehen, Fangen, Quetschen,
C 7
einrichtungen, Bestücken und Spannen Stoßen, Erfassen oder Aufwickeln
4.3.4 Alle rotierenden Schleifwerkzeuge: Herausschleudern von Werkzeug-
D 8
Schleifscheibe, Ausglasscheibe, Band usw. teilen, Reibung und Abrieb
4.3.5 Werkzeugbereich Herausschleudern von bearbeiteten
Materialien und/oder Maschinenteilen, E 9
Stoßen
4.3.6 Antriebs- und Übertragungs- Erfassen oder Aufwickeln, Einziehen
F 10
elemente und Fangen, Reibung, Stoßen

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Gefahrbereich A

Legende
1 Schleifband 5 Fräswerkzeug
2 Klemmplatte 6 Spannelemente
3 beweglicher Kopf 7 Stahlbürste
4 beweglicher Arm 8 selbstzentrierende Spannelemente

Bild 5 — Gefährdung des Quetschens und Scherens

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Gefahrbereich B

Legende
5 Fräswerkzeug

Bild 6 — Schneiden, Trennen, Einziehen und Fangen, Wickeln — Gefährdungen

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Gefahrbereich C

Legende
1 Schleifband 11 Schlitten 15 beweglicher Schlitten
9 Bandtransport 12 Walzentransport 16 Schleifwerkzeug
10 Schwenkarm 13 Band- und Walzentransport 17 rotierbarer Tisch

Bild 7 — Gefährdung durch Einziehen, Fangen, Quetschen, Stoßen, Wickeln

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Gefahrbereich D

Legende
16 Schleifwerkzeug

Bild 8 — Gefährdung durch Werkzeugteil-Herausschleudern, Zerbersten und Abschürfung

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Gefahrbereich E

Legende
1 Schleifband
5 Fräswerkzeug

Bild 9 — Gefährdung durch Herausschleudern fertiger Materialien, Stoßen

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EN 930:1997+A2:2009 (D)

Gefahrbereich F

Legende
18 Antriebswelle

Bild 10 — Gefährdung durch Wickeln, Einziehen, Fangen, Zerbersten, Stoßen

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EN 930:1997+A2:2009 (D)

Tabelle 1 (fortgesetzt)

Gefahrbereich oder Gefahrquelle Gefährdungsart


4.4 Elektrische Gefährdung
Elektrischer Kontakt, direkt oder indirekt verursacht Stromschlag, Verbrennungen
durch:
Versagen von Bauteilen,
Fehler in der Isolation,
fehlerhafte Konstruktion, Installation oder
Bauteilspezifizierung der elektrischen Ausrüstung.
4.5 Lärm
Lärm, verursacht durch: Gehörschädigung oder Beeinträchtigung der
Sprachkommunikation und Wahrnehmung
die Einwirkung des Werkzeugs auf das zu akustischer Signale
bearbeitende Material oder Halbfabrikate,
!Tinnitus, Müdigkeit und Stress"
die hydraulische Anlage,
die pneumatische Ausrüstung.
4.6 Emission von Stäuben und Dämpfen
Die Einwirkung des Werkzeugs auf die zu Risiko einer Berufskrankheit
bearbeitenden Materialien kann Leder-, Plastik- oder
Gummistäube oder eine hohe Emission auslösen, die
gesundheitsschädigend sein können.
4.7 Brand
Entzündung von Staub, der bei der Einwirkung des Erstickung, Verbrennungen
Werkzeugs auf das zu bearbeitende Material (z. B.
Lederstaub) entsteht. Brände entstehen gewöhnlich im
Absaugsystem der Maschine, insbesondere im
Sammelbehälter.
4.8 Fehlfunktion
Austreten von Flüssigkeit unter hohem Druck oder Verbrennungen und Verletzungen durch heißes
Herausschleudern eines Teils eines geborstenen Öl oder Leitungen
Hydraulikelementes,
Fehler in der Energieversorgung, Gefährdungen durch unerwartete Bewegungen
und unerwarteten Anlauf
Versagen der Steuerung, Unerwartete gefährliche Bewegungen
Montagefehler. Unerwartete gefährliche Bewegungen
4.9 Vernachlässigung ergonomischer Prinzipien
übermäßige Anstrengungen (zu schnelle oder zu Stress
langsame Produktionsgeschwindigkeiten an
automatischen Maschinen),
schlechte Arbeitshaltung, Ermüdung
Unvereinbarkeit der Maschinengestaltung mit der Ermüdung
menschlichen Anatomie (z. B. Höhe und Größe des
Arbeitsbereichs),
schlechte Bedienbarkeit, Übersichtlichkeit und Ermüdung
graphische Gestaltung.

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EN 930:1997+A2:2009 (D)

5 Sicherheitsanforderungen und/oder -maßnahmen

5.1 Allgemeines
#Maschinen müssen den Sicherheitsanforderungen und/oder Schutzmaßnahmen dieses Abschnittes
entsprechen.

Außerdem müssen die Maschinen im Hinblick auf relevante, aber nicht signifikante Gefährdungen, die nicht in
dieser Norm behandelt werden, nach den Leitsätzen der EN ISO 12100 konstruiert sein.

Bei Gefährdungen, die durch die Anwendung einer Typ-B-Norm, wie EN 294, EN ISO 13850, EN 547,
EN 60204-1 usw., verringert werden müssen, muss der Hersteller zur Ermittlung der anzuwendenden
Anforderungen der Typ-B-Norm eine Risikobeurteilung durchführen.$

5.2 Gemeinsame Anforderungen für alle Aufrau-, Ausglas-, Polier- und


Kantenbearbeitungsmaschinen

5.2.1 Mechanische Ausrüstung

5.2.1.1 Übertragungselemente, die Gefahren verursachen, müssen durch fest angebrachte Verkleidun-
gen oder Umzäunungen nach #EN 953$ gesichert sein. Bei Umzäunungen müssen die Abstände gemäß
EN 294:1992 eingehalten sein.

5.2.1.2 Gefahrbringende Bewegungen von Maschinenteilen, Werkzeugen und Werkstücken müssen


durch fest angebrachte Verkleidungen, Verdeckungen, Umzäunungen oder Schutzeinrichtungen mit Annähe-
rungsreaktion gesichert sein. Dies gilt nicht, wenn diese Norm ausdrücklich andere Schutzeinrichtungen
fordert.

Wo diese Schutzmaßnahmen nicht angewandt werden können, müssen Einrichtungen vorgesehen sein, die
ein Stillsetzen der gefahrbringenden Bewegung vor Erreichen des Gefahrbereichs bewirken. Zu solchen
Einrichtungen gehören Schutzeinrichtungen mit Annäherungsreaktion, Schaltstangen, berührungslos
wirkende Schutzeinrichtung (#siehe u. a. EN 61496-1 und CLC/TS 61496-2$).

5.2.1.3 Festangebrachte Verkleidungen, Verdeckungen und Umzäunungen müssen so konstruiert sein,


dass sie sich nur mit Werkzeug öffnen oder entfernen lassen, #nach EN 953:1997, 3.2, 3.9 und 3.10.$

#gestrichener Text$

#Die Befestigungssysteme dieser trennenden Schutzeinrichtungen müssen an ihnen oder, wenn Teile
entfernt werden, an der Maschine unverlierbar angebracht sein.$

5.2.2 Elektrische Ausrüstung

5.2.2.1 Die elektrische Ausrüstung muss #EN 60204-1$ und #EN 60947-5-1$ entsprechen.

5.2.2.2 An elektrischen Betriebsmitteln müssen die Stellteile, an denen zur Änderung des Arbeits-
vorganges Einstellungen vorgenommen werden, außerhalb des Schaltschrankes angeordnet sein.

5.2.3 Lärm

!Die Methodologie für die Konstruktion lärmarmer Maschinen und Geräte nach EN ISO 11688-1 ist zu
befolgen. Mögliche Lärmminderungsmaßnahmen in der Konstruktionsphase sind: "

a) Reduzierung der Vibration durch statisches und dynamisches Auswuchten der rotierenden Teile;
b) Schwingungsdämpfung innerhalb der Maschine durch Reduzieren sowohl der Masse der beweglichen
Teile als auch deren Beschleunigung;
c) richtige Wahl und Konstruktion der Übertragungselemente (Zahnräder, Riemenscheiben, Riemen, Lager);

19
DIN EN 930:2010-07
EN 930:1997+A2:2009 (D)

d) Maschinenkonstruktion, so dass Schwingung und Dämpfung berücksichtigt sind und Resonanzen


vermieden werden;
e) Verwendung pneumatischer Schalldämpfer, Dämpfung der Hydraulikkreise;
f) Verminderung der Schlaggeräusche, die z. B. durch Kupplungen, Schneiden, rotierenden Werkzeugen
erzeugt werden.
Diese Liste von technischen Maßnahmen zur Lärmminderung ist nur informativ und erhebt keinen Anspruch
auf Vollständigkeit. Diese Maßnahmen werden empfohlen, sind aber nicht verbindlich. Alternative
Maßnahmen mit gleicher oder höherer Wirksamkeit können getroffen werden.

!ANMERKUNG EN ISO 11688-2 gibt nützliche Informationen zum Lärmerzeugungsmechanismus in Maschinen.

Maßstab für die Einschätzung der Wirksamkeit dieser Maßnahmen sind die aktuellen Geräusch-
emissionswerte der Maschinen derselben Kategorie und nicht die Art der Reduktionsmaßnahmen selbst."

5.2.4 Emission von Stäuben und anderen Materialsubstanzen

Bei Aufrau-, Ausglas-, Kantenbearbeitungs- und Poliervorgängen können gesundheitsschädigende Dämpfe,


Stäube oder Gase entstehen. Maschinen müssen mit einer Absaugeinrichtung oder mit einer Anschluss-
einrichtung für ein externes Absaugsystem ausgerüstet sein. #Es müssen Informationen nach
EN 626-1:1994, 7.1 und 7.2, gegeben werden (siehe auch Abschnitt 7). Anleitung zur Auswahl der
Testmethoden können in EN 1093-1 gefunden werden.$

5.2.5 Brand

5.2.5.1 Maschinen müssen nach #EN 1127-1:2007, 6.4$ so gestaltet und konstruiert sein, dass zur
Vermeidung der Brandgefahr Staubansammlungen vor Überhitzung und Funken geschützt sind.

5.2.5.2 Maschinenbereiche, wo Staubansammlung einen Brand verursachen könnte, müssen von der
Bedienungsperson ohne Hilfsmittel leicht erreicht werden können. Diese Bereiche dürfen keine Gefahrstellen
enthalten.

5.2.6 Funktionsstörungen

5.2.6.1 Um das Herausspritzen von Flüssigkeit unter hohem Druck oder das Herausschleudern eines
Teils eines geborstenen Hydraulik- und Pneumatik-Elements zu verhindern, muss das Hydraulik- und
Pneumatik-System #EN ISO 12100-2:2003, 4.10, EN 982 und EN 983$ entsprechen.

5.2.6.2 Es müssen nach #EN 1037$ Einrichtungen vorhanden sein, die ungesteuerte gefahr-
bringende Bewegungen bei Unregelmäßigkeiten, Ausfall oder unerwarteter Rückkehr der Energiezufuhr oder
beim Abschalten der Steuerung verhindern.

5.2.6.3 Sofern in 5.3 nicht ausdrücklich und anders lautend gefordert, müssen sicherheitsbezogene Teile
der Maschinensteuerungen:

mindestens dem Sicherheitsniveau der verwendeten Schutzeinrichtungen,

und

#muss mindestens dem Performance Level „c“ nach EN ISO 13849-1 entsprechen.$

Der Einsatz speicherprogrammierbarer Elektroniksysteme (SPS) darf das in dieser Norm festgelegte
Sicherheitsniveau nicht reduzieren. Ist eine Maschine mit einer SPS ausgerüstet, dürfen sicherheitsbezogene
Funktionen nicht alleine davon abhängig sein. Diese Anforderung ist erfüllt, wenn:

zusätzlich ein kontaktbehaftetes Steuersystem verwendet wird,

oder

andere redundante Maßnahmen getroffen werden.

20
DIN EN 930:2010-07
EN 930:1997+A2:2009 (D)

5.2.7 Ergonomie

#Die Konstruktion muss die Anforderungen nach EN 547-2, EN 894-1, EN 1005-2 und EN 1005-3
erfüllen.$

5.3 Anforderungen für bestimmte Maschinen

5.3.1 Manuell bediente Aufrau-, Ausglas- und Poliermaschinen

5.3.1.1 Die allgemeine Gestaltung von Schutzeinrichtungen muss so sein, dass das Werkzeug so weit
wie möglich verkleidet ist, wobei die Art des Werkzeugs und der Arbeitsvorgang berücksichtigt werden
müssen. Im Einzelnen gilt Folgendes:

5.3.1.2 #Das Werkzeug muss, mit Ausnahme des für den Arbeitsgang benötigten freibleibenden Teils,
mit einer feststehenden trennenden Schutzeinrichtung nach EN 953 und EN 294:1992, Tabellen 1, 3 oder 4,
wie zutreffend, verkleidet sein.$ Der ungeschützte Bereich darf das Bogenmaß von 180º nicht
überschreiten und an den sich bildenden Einlaufstellen zwischen dem Werkzeug (z. B. Schleifband) und ihren
Antriebsrollen darf kein Zugriff möglich sein (siehe 4.3 und Bereich Zone D von Bild 8).

5.3.1.3 #Wenn bewegliche trennende Schutzeinrichtungen nach EN 953:1997, 3.3, zum Werkzeug-
wechsel geöffnet werden müssen, dürfen solche Öffnungen keinen Zugriff zu gefahrbringenden Bewegungen
zulassen. Dies muss entweder durch Übereinstimmung mit EN 294:1992, Tabellen 1, 3 oder 4, oder durch
Verriegelung nach EN 1088 erreicht werden.$

5.3.1.4 Rotierende Wellen und Spindeln müssen z. B. durch feststehende trennende Schutzein-
richtungen oder lose mit laufenden Rollen gesichert sein, um ein Aufwickeln zu verhindern. Wenn die Länge
des freien, rotierenden Endes einer glatten Welle 1/4 des Wellendurchmessers nicht überschreitet, muss das
freiliegende Ende nicht gesichert sein. Siehe Bereich F von Bild 10.

5.3.1.5 Besteht das Werkzeug aus einer Schleifscheibe, muss die trennende Schutzeinrichtung so
beschaffen sein, dass sie im Falle des Berstens der Schleifscheibe die Bruchstücke auffängt. Die
Verdeckungen über den Schleifscheiben müssen mit einem Abstand von 3 mm bis 5 mm angebracht sein.
#Schlagbiegefestigkeit muss EN 953:1997, 5.5.2 und 5.5.3, entsprechen.$

5.3.1.6 Sind Werkstückauflagen vorgesehen, müssen sie einstellbar sein, um sicherzustellen, dass der
Abstand zwischen der Auflage und der Werkzeugoberfläche so klein wie möglich gehalten werden kann und
3 mm nicht überschreitet.

5.3.2 Automatische Aufrau-, Ausglas-, Polier- und Kantenbearbeitungsmaschinen

5.3.2.1 Der Zugriff zur Gefahrstelle, die durch bewegliche Teile der Zuführ- und Spanneinrichtung entsteht
(siehe 4.1 und Bereich C von Bild 7), muss wie folgt verhindert werden:

a) der Öffnungsspalt darf 8 mm nicht übersteigen,

oder

b) falls dies nicht möglich ist, müssen Spanneinrichtungen angebracht werden, deren Schließkraft bei einem
Öffnungsspalt größer als 8 mm 50 N nicht überschreitet oder deren Spanndruck nicht größer als 200 kPa
ist

und

muss eine Rückstelleinrichtung (siehe 3.9) am Bedienungsplatz angebracht werden #, die


EN ISO 13850 und Anhang C entspricht$,

oder

c) falls beides nicht möglich ist, muss eine Zweihandschaltung #, die Typ II von EN 574 und Anhang D
entspricht,$ angebracht sein.

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DIN EN 930:2010-07
EN 930:1997+A2:2009 (D)

5.3.2.2 Der Zugriff zum Werkzeugbereich muss wie folgt verhindert werden:

a) #feststehende trennende Schutzeinrichtungen nach EN 953, die den Abständen nach EN 294,
Tabellen 1, 2, 3 und 4, wenn relevant, genügen, und$

b) #bewegliche trennende Schutzeinrichtung mit Verriegelung nach A.1 und EN 1088, dessen sicherheits-
bezogenen Teile mindestens dem Performance Level „c“ nach EN ISO 13849-1 entsprechen
müssen.$.

#Zufuhröffnungen in feststehenden oder verriegelten trennenden Schutzeinrichtungen, die die Sicherheits-


abstände von EN 294 nicht einhalten, müssen ausgestattet sein mit:$

#einer Schutzeinrichtung mit Annäherungsreaktion nach Anhang B, mit Bauteilen nach Anhang D und
mit sicherheitsbezogenen Teilen der Steuerung, die wenigstens dem Performance Level „c“ nach
EN ISO 13849-1 entsprechen,$

oder

#einer berührungslos wirkenden Schutzeinrichtung des Typs 2 nach EN 61496-1, mit sicherheits-
bezogenen Teilen der Steuerung, die wenigstens dem Performance Level „d“ nach EN ISO 13849-1
entsprechen und die nach EN 999 angeordnet ist.$

5.3.2.3 #An Nutenfräsmaschinen muss der Zugriff zum Fräswerkzeug durch eine verriegelte trennende
Schutzeinrichtung mit Zuhaltung nach A.3 und EN 1088 verhindert sein, mit Bauteilen nach Anhang D und mit
sicherheitsbezogenen Teilen der Steuerung, die wenigstens dem Performance Level „d“ nach
EN ISO 13849-1 entsprechen.$

5.3.2.4 #An Kantenbearbeitungsmaschinen (z. B. Kopierfräsmaschinen und Absatzaushöhlmaschinen) mit


Spanneinrichtung und manueller Beschickung und Entnahme des Werkstückes müssen die Fräswerkzeuge
mit selbsttätig wirkenden trennenden Schutzeinrichtungen den Kontakt mit Fräswerkzeug während der
Beschickung und Entnahme verhindern.

Die trennende Schutzeinrichtung muss mit dem Betrieb des Fräswerkzeugs in folgender Weise verriegelt sein:

a) der Fräsbetrieb mit zurückgezogener trennender Schutzeinrichtung erst dann möglich ist, nachdem der
Spannvorgang abgeschlossen ist,

b) und die Spannkraft so lange aufrechterhalten wird, bis sich die trennende Schutzeinrichtung in
Schutzstellung befindet.

Die sicherheitsbezogenen Teile der Steuerung müssen wenigstens dem Performance Level „d“ nach
EN ISO 13849-1 entsprechen.$

5.3.2.5 An Kantenbearbeitungsmaschinen bei denen die Sohle automatisch am Fräswerkzeug


vorbeigeführt wird, muss der Bereich des Fräswerkzeugs und der Führungsrolle durch eine fest angebrachte
Abdeckung gesichert sein. Die Anordnung der Abdeckung und die Öffnungen zum Verstellen der Führung
müssen so gestaltet sein, dass der Zugriff zu Gefahrstellen #nach EN 953 und EN 294 verhindert ist$.

5.3.3 Kantenbearbeitungsmaschinen mit manueller Materialführung

5.3.3.1 Schutzeinrichtungen müssen so gestaltet sein, dass das Werkzeug soweit wie möglich gesichert
ist, wobei die Art des Werkzeugs und der Arbeitsgang berücksichtigt werden müssen. Im Einzelnen muss
Folgendes angewendet werden:

5.3.3.2 An Maschinen, bei denen der Schuh während der Bearbeitung von Hand gehalten wird, müssen
mit Führungseinrichtungen, wie z. B. rotierenden Kantenführungsscheiben, Kantenführungen, Begrenzungs-
anschläge, ausgerüstet sein.

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DIN EN 930:2010-07
EN 930:1997+A2:2009 (D)

5.3.3.3 Wenn eine angetriebene, rotierende Kantenführung vorhanden ist, muss sie, mit Ausnahme des
Teils, das zur Durchführung des Arbeitsvorgangs freiliegen muss, durch eine fest angebrachte trennende
Schutzeinrichtung, die #EN 953$ entspricht, gesichert sein.

5.3.3.4 Mehrspindlige Kantenbearbeitungsmaschinen müssen mit einstellbaren Verdeckungen für jedes


Fräswerkzeug ausgerüstet sein.

6 Nachweis der Sicherheitsanforderungen und/oder -maßnahmen


Für Merkmale der Konstruktion und des Aufbaues der Maschine kann der Nachweis durch Inspektion,
Berechnung und Test erfolgen. Der abschließende Nachweis muss im betriebsbereiten Zustand durch
folgende Überprüfungen erbracht werden:

alle in Abschnitt 5 aufgeführten „A“- und „B“-Normen müssen richtig ausgelegt sein (#insbesondere
EN ISO 12100- 1, EN ISO 12100-2, EN 294, EN ISO 13849-1 und EN 60204-1$);

die Kategorien aller sicherheitsbezogenen Steuersysteme müssen korrekt sein;

#der Performance Level von allen sicherheitsbezogenen Teilen der Steuerung ist korrekt;$;

alle spezifizierten trennenden Schutzeinrichtungen und Sicherheitseinrichtungen müssen angebracht,


wirksam und ausreichend dimensioniert sein;

in der Betriebsanleitung muss eine ausreichende Information enthalten sein.

#Der Nachweis der Übereinstimmung mit den Anforderungen in Abschnitt 5 muss nach den in Tabelle 2
beschriebenen Methoden vollzogen werden. Die Annahmekriterien können im Abschnitt 5 und/oder in der
Tabelle gefunden werden.$

#gestrichener Text$

#Tabelle 2 — Nachweisverfahren

Nachweisverfahren/Abschnitt der
Abschnitt Gegenstand Zutreffende Norm
zutreffenden Norm
5.2 Allgemeine Anforderungen für alle Aufrau-, Ausglas-, Polier- und
Kantenbearbeitungsmaschinen
5.2.1.1 Antrieb Messung der Abstände,
Sichtprüfung der Befestigungsart
nach
feststehende Verkleidungen EN ISO 12100-2 5.1 und Anhang A von diesem
Dokument
EN 294:1992 Tabellen 1, 3 und 4
EN 953:1997 Abschnitt 8 — die trennenden
Schutzeinrichtungen müssen in
ihrer Mitte einer Kraft von 800 N in
einem Bereich von 0,01 m2
standhalten

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DIN EN 930:2010-07
EN 930:1997+A2:2009 (D)

Tabelle 2 (fortgesetzt)

Nachweisverfahren/Abschnitt der
Abschnitt Gegenstand Zutreffende Norm
zutreffenden Norm
5.2.1.2 und Bewegliche Maschinenteile, Messung der Abstände, Sicht-
5.2.1.3 Werkzeuge und Werkstücke prüfung der Befestigungsart nach
trennende EN ISO 12100-2 5.1 und Anhang A dieser Norm
Schutzeinrichtungen EN 294:1992 Tabellen 1, 3 und 4
EN 953:1997 Abschnitt 8
Schutzeinrichtung mit Anhang B
Annäherungsreaktion
berührungslos wirkende EN 61496-1 Prüfung der Konstruktion
Schutzeinrichtungen
CLC/TS 61496-2
EN 999 Anordnung der Einrichtung
5.2.2 Elektrische Ausrüstung Sichtprüfung
EN 60204-1:2006 Nachweis nach Abschnitt 18
5.2.3 Lärmminderungsmaßnahmen EN ISO 12100-2
7.2 Angabe der Lärmemissionswerte dieses Dokument Lärmangaben nach Anhängen E
EN 12545 und F von diesem Dokument und
EN 12545, die in der technischen
Dokumentation und in der
Betriebsanleitung zu finden sind

5.2.4 Emission von Stäuben EN 626-1 Messung


und anderen Materialsubstanzen EN 1093-1
5.2.5 Brandschutz EN 1127-1 Prüfung
5.2.6 Funktionsstörungen
5.2.6.1 EN ISO 12100-2:2003 4.10
Hydraulik EN 982:1996 Abschnitt 6
Pneumatik EN 983:1996 Abschnitt 6
5.2.6.2 Ausfall der EN 1037 Konstruktionsnachweis, Funktions-
Energieversorgung prüfung
5.2.6.3 sicherheitsbezogene Teile EN ISO 13849-1 Konstruktionsnachweis, Funktions-
der Steuerung prüfung
5.2.7 Ergonomie EN 547-1 Messung
EN 894-1
EN 1005-2
EN 1005-3

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DIN EN 930:2010-07
EN 930:1997+A2:2009 (D)

Tabelle 2 (fortgesetzt)

Nachweisverfahren/Abschnitt der
Abschnitt Gegenstand Zutreffende Norm
zutreffenden Norm
5.3 Zusätzliche Anforderungen für spezielle Maschinen
5.3.1 Handgeführte Aufrau-, Ausglas- und Poliermaschinen
5.3.1.1 Verkleidung von Werkzeug,
Allgemeines

5.3.1.2 Werkzeugbereich Messung der Abstände,


Sichtprüfung der Befestigungsart
nach
EN ISO 12100-2 5.1 und Anhang A dieser Norm
EN 294:1992 Tabellen 1, 3 und 4
EN 953:1997 Abschnitt 8
5.3.1.3 Werkzeugwechselbereich Messung der Abstände,
(bewegliche trennende Sichtprüfung der Befestigungsart
Schutzeinrichtung) nach
EN ISO 12100-2 5.1 und Anhang A dieser Norm
EN 294:1992 Tabellen 1, 3 und 4
EN 953:1997 Abschnitt 8
5.3.1.4 Rotierende Wellen und Achsen Sichtprüfung, Messung
5.3.1.5 Schleifscheibe Messung der Abstände, Sicht-
prüfung der Befestigungsart nach
Konstruktion der EN ISO 12100-2 5.1 und Anhang A dieses
Schutzeinrichtung Dokumentes
EN 294:1992 Tabellen 1, 3 und 4
EN 953:1997 Abschnitt 8
Spaltbegrenzung Sichtprüfung, Messung
Schlagwiderstand EN 953:1997 5.5.2, 5.5.3
5.3.1.6 Werkstückauflagen, Sichtprüfung, Messung
Spaltbegrenzung
5.3.2 Automatische Aufrau-, Ausglas-, Polier- und Kantenbearbeitungsmaschinen
5.3.2.1 Bewegte Teile Zuführ- und
Spanneinrichtung
a) Spaltbegrenzung Messung
b) Kraftbegrenzung mit Messung
Rückstelleinrichtung
EN ISO 13850 Prüfung der Konstruktion und
Anhang C Funktionsprüfung
c) Zweihandschaltung EN 574
EN ISO 13849-1 Prüfung der Konstruktion und
Anhang D Funktionsprüfung

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DIN EN 930:2010-07
EN 930:1997+A2:2009 (D)

Tabelle 2 (fortgesetzt)

Nachweisverfahren/Abschnitt der
Abschnitt Gegenstand Zutreffende Norm
zutreffenden Norm
5.3.2.2 Zugriff zum Werkzeugbereich
Schutzeinrichtungen Messung, Prüfung
a) feststehende trennende EN 953:1997 Abschnitt 8
Schutzeinrichtungen EN 294:1992 Tabellen 2, 3, 4
b) verriegelte trennende EN 953:1997 Abschnitt 8
Schutzeinrichtungen EN 294:1992 Tabellen 2, 3, 4
EN ISO 13849-1 Prüfung der Konstruktion und
Funktionsprüfung
A.1 Prüfung
Zuführöffnungen 5.3.1.6 dieses Dokumentes
a) Schutzeinrichtung mit Anhänge B und D Prüfung
Annäherungsreaktion EN ISO 13849-1 Prüfung der Konstruktion und
Funktionsprüfung
b) berührungslos wirkende EN 61496-1 Prüfung der Konstruktion
Schutzeinrichtung CLC/TS 61496-2
EN 999 Anordnung der Einrichtung
5.3.2.3 Nutenfräsmaschinen: Prüfung der Konstruktion und
Zugriff in die Fräseinheit Funktionsprüfung
— verriegelte trennende EN 1088
Schutzeinrichtung A.3
Anhang D
EN ISO 13849-1
5.3.2.4 Manuell beschickte Prüfung der Konstruktion und
Kantenbearbeitungsmaschine Funktionsprüfung
mit Spanneinrichtung
— verriegelte trennende EN 1088
Schutzeinrichtung Anhang D
Steuerungen EN ISO 13849-1
5.3.2.5 Bereiche des Fräswerkzeugs und Messung, Prüfung
der Führungs-Rolle
feststehende Verdeckung EN 953:1997 Abschnitt 8
EN 294:1992 Tabellen 2, 3, 4
5.3.3 Handgeführte Kantenbearbeitungsmaschinen
5.3.3.1 Trennende Schutzeinrichtung für Prüfung
das Werkzeug
5.3.3.2 Führungseinrichtung Prüfung
5.3.3.3 Angetriebene rotierende Messung, Prüfung
Kantenführung
— feststehende trennende EN 953:1997 Abschnitt 8
Schutzeinrichtung EN 294:1992 Tabellen 2, 3, 4
5.3.3.4 Mehrspindlige Kantenbear-
beitungsmaschinen
einstellbare Verdeckungen Sichtprüfung

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DIN EN 930:2010-07
EN 930:1997+A2:2009 (D)

7 Benutzerinformationen

7.1 #Allgemeines

Die Informationen für den Benutzer müssen EN ISO 12100-2:2003, Abschnitt 6, entsprechen und zusätzlich
die in diesem Abschnitt festgelegten Anforderungen erfüllen.

7.2 Signale und Warnschilder

In Bezug auf Restrisiken an der Maschine sind vom Hersteller Signale und/oder Warnschilder anzubringen.
Spezielle Anforderungen für Sicherheitssignale sind in Abschnitt 5 beschrieben.

Warnschilder müssen EN 61310-1 entsprechen.$

7.3 Betriebsanleitung

Grundlegende Informationen müssen in Übereinstimmung mit #EN ISO 12100-2:2003, 6.5,$ vorhanden
sein.

Die Betriebsanleitung der Maschine muss erforderlichenfalls wenigstens die folgenden Informationen
beinhalten:

Auf den Gebrauch der Maschine bezogene Informationen:

Beschreibung der Steuerungen;


Möglichkeiten und Einrichtungen zum Stillsetzen;
Anleitungen zum Einrichten und Einstellen;
Informationen über Restrisiken und unzulässigen Einsatz;
Informationen über besondere Risiken, die beim Halten des Arbeitsstückes von Hand oder bei der
Benutzung von Schleifscheiben auftreten können, und über spezielle Schutzeinrichtungen, die dafür zu
verwenden sind bzw. über Führungseinrichtungen und deren richtige Einstellung;
die persönliche Schutzausrüstung, erforderlich für den Augen- und Ohrenschutz;
Informationen über die sichere Montage rotierender Werkzeuge;
Information über den richtigen Gebrauch von Absaugeinrichtungen;
Brandschutzinformationen, die auf die Gefahr hinweisen, dass heiße oder glühende Teile in die
Absaugeinrichtung gelangen können sowie Beschreibungen zur Beherrschung dieses Risikos;
#Die Spezifikationen der verwendeten Ersatzteile, wenn diese die Gesundheit und Sicherheit der
Bedienungsperson beeinflussen.$

7.4 Informationen über Lärmemissionen

#Die Betriebsanleitung (und alle Verkaufsunterlagen, die die Maschine beschreiben) muss die folgenden
Informationen über Luftschallemissionen, festgelegt nach EN 12545 und den Anhängen E und F dieser Norm,
enthalten:

den A-bewerteten Emissionsschalldruckpegel an Arbeitsplätzen, sofern dieser mehr als 70 dB(A) beträgt;
wo dieser unter 70 dB(A) liegt, ist dies anzugeben,
den C-bewerteten Emissions-Spitzenschalldruckpegel an Arbeitsplätzen, sofern dieser 63 Pa (130 dB,
bezogen auf 20 Pa) übersteigt,
den von der Maschine erzeugten A-bewerteten Schallleistungspegel, sofern der A-bewertete
Emissionsschalldruckpegel an den Arbeitsplätzen 80 dB(A) übersteigt.

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DIN EN 930:2010-07
EN 930:1997+A2:2009 (D)

Wenn Schallemissionswerte angegeben sind, muss die Unsicherheit-„K“-Umgebung dieser Werte spezifiziert
sein. Die Betriebsbedingungen während der Messung und die angewendeten Messmethoden müssen
beschrieben sein.

Gegebenenfalls muss der Hersteller dem Anwender Maßnahmen zur weiteren Senkung der Lärmemission
sowie zum Gebrauch von persönlichem Gehörschutz während des Schleifens empfehlen.$

7.5 #Kennzeichnung$

#Die Maschine muss nach EN 12100-2:2003, 6.4, dauerhaft und leserlich mit wenigstens Folgendem
gekennzeichnet sein:

Firmenname und komplette Anschrift des Herstellers und ggf. der vertretungsberechtigten Person;

Bezeichnung der Maschine;

vorgeschriebene Kennzeichnung 1);

Bezeichnung der Serie oder des Typs;

Seriennummer, falls vorhanden;

Baujahr, d. h. das Jahr, in dem der Herstellungsprozess abgeschlossen wurde;

Maßinformation ( inkl. Nettomasse ...).

Die elektrische Ausrüstung muss nach EN 60204-1:2006, Abschnitt 16, beschriftet sein.

Daten für den Druckbereich von hydraulischen oder pneumatischen Systemen müssen nach EN 982 und
EN 983 gekennzeichnet sein.

Schläuche, die unter Druck stehende hydraulische Systeme oder Medien enthalten, müssen mit dem
höchstzulässigen Betriebsdruck in kPa gekennzeichnet sein. Die Kennzeichnung von Hydraulikflüssigkeit
enthaltenen Schläuchen muss EN 982 entsprechen.

Der Hersteller muss ein geeignetes Maschinenteil mit einem Schild versehen, aus dem die notwendigen
Spezifikationen über Schmiermittel und Hydraulikflüssigkeiten hervorgehen.

Die Geschwindigkeit der Spindel(n) in min–1, der zugehörige Schleifscheibendurchmesser und die
Drehrichtung müssen gekennzeichnet sein.$

1) Für Maschinen und dazugehörige Produkte, die im EWR auf den Markt gebracht werden sollen, CE-Kennzeichnung
nach den Vorgaben der EG-Richtlinie(n), z. B. der Maschinenrichtlinie.

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DIN EN 930:2010-07
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Anhang A
(normativ)

Verriegelte trennende Schutzeinrichtungen

A.1 Verriegelte trennende Schutzeinrichtungen mit einem Verriegelungssystem und


einem Positionsschalter
Wenn die Stellung der trennende Schutzeinrichtung so angeordnet ist, dass der Zugriff zum Gefahrbereich
verhindert ist, muss der Schalter

unbetätigt sein;

ein positives Ausgangssignal für die Steuerung erzeugen, das die gefahrbringende Bewegung ermöglicht.

Wenn die Stellung der trennenden Schutzeinrichtung so ist, dass ein Zugriff zum Gefahrbereich möglich ist,
muss der Schalter

von der trennenden Schutzeinrichtung direkt und zwangsläufig betätigt sein und das Ausgangssignal für
die gefahrbringende Bewegung zwangsgeführt unterbrechen.

Das Schließen der trennenden Schutzeinrichtung zur Verhinderung des Zugriffs zum Gefahrbereich darf für
sich allein nicht die Einleitung der gefahrbringenden Bewegung bewirken. #Die Positionsschalter müssen
EN 60204-1:2006, 10.1.4, und EN 60947-5-1 erfüllen.$.

A.2 Verriegelte trennende Schutzeinrichtungen mit einem Verriegelungssystem und


zwei Positionsschalter
Der erste Positionsschalter muss den Anforderungen von A.1 entsprechen.

Wenn die Stellung der trennenden Schutzeinrichtung so ist, dass der Zugriff zum Gefahrbereich verhindert ist,
muss der zweite Schalter

zwangsläufig von der trennenden Schutzeinrichtung betätigt werden,

ein zwangsgeführtes Ausgangssignal für die Steuerung erzeugen, das die gefahrbringende Bewegung
ermöglicht.

Wenn die Stellung der trennenden Schutzeinrichtung so ist, dass ein Zugriff zum Gefahrbereich möglich ist,
darf der Schalter

nicht länger betätigt sein und muss das Ausgangssignal für die gefahrbringende Bewegung unterbrechen.

Das Schließen der trennenden Schutzeinrichtung zur Verhinderung des Zugangs zum Gefahrbereich darf für
sich allein nicht die Einleitung der gefahrbringenden Bewegung bewirken. #Die Positionsschalter müssen
EN 60204-1:2006, 10.1.4, und EN 60947-5-1 erfüllen.$.

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DIN EN 930:2010-07
EN 930:1997+A2:2009 (D)

A.3 Verriegelte trennende Schutzeinrichtungen mit einem Verriegelungssystem und


einem Positionsschalter mit Zuhaltung
Verriegelte trennende Schutzeinrichtungen müssen folgenden Anforderungen entsprechen:

das Öffnen der Schutzverkleidungen darf nur möglich sein, wenn die gefahrbringende Bewegung zum
Stillstand gekommen ist;

#die Zuhaltezeit muss mindestens so lange wie die Stillstandszeit sein. Sie kann mit einem Zeitrelais
gesteuert sein, dessen sicherheitsbezogenen Teile der Steuerung wenigstens dem Performance
Level „b“ nach EN ISO 13849-1 entsprechen muss;$

bei Unterbrechung der Energiezufuhr soll sich die Zuhaltung im geschlossenen Zustand nicht mehr
bewegen lassen;

die Zuhaltung muss stellungsüberwacht ausgeführt sein.

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DIN EN 930:2010-07
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Anhang B
(normativ)

Schutzeinrichtung mit Annäherungsreaktion,

B.1 Schutzeinrichtung mit Annäherungsreaktion, mit einem Positionsschalter


B.1.1 Wenn die Schutzeinrichtung mit Annäherungsreaktion nicht in Betrieb ist, muss der Schalter

unbetätigt sein;

ein positives Ausgangssignal für die Steuerung erzeugen, das die gefahrbringende Bewegung ermöglicht.

B.1.2 Wenn die Schutzeinrichtung mit Annäherungsreaktion betätigt ist, muss der Schalter

direkt und zwangsläufig betätigt sein und das Ausgangssignal für die gefahrbringende Bewegung
zwangsgeführt unterbrechen.

B.1.3 #Die Positionsschalter müssen EN 60204-1:2006, 10.1.4, und EN 60947-5-1 erfüllen.$.

B.1.4 Rückkehr der Schutzeinrichtung mit Annäherungsreaktion in ihre Ausgangsstellung darf für sich allein
nicht die Einleitung der gefahrbringenden Bewegung bewirken.

B.1.5 Die Betätigung mechanischer Schutzeinrichtungen mit Annäherungsreaktion muss die Unterbrechung
der gefahrbringenden Bewegung vor Erreichen des Gefahrbereichs bewirken.

B.2 Nachweis für mechanische Schutzeinrichtungen mit Annäherungsreaktion


B.2.1 Entsprechend der Ausführung in B.1.1 Und B.1.2, Funktions- und Schaltplanprüfung.

B.2.2 #Prüfung nach EN 60204-1:2006, 10.1.4, und EN 60947-5-1.$

B.2.3 Praktische Prüfung der Funktion.

B.2.4 #Nachweis der Sicherheitsabstände nach EN 999, unter Berücksichtigung folgender


Berechnung:$

S ! K"T

S ! Sicherheitsabstand

K ! Zugriffsgeschwindigkeit

T ! gesamte Ansprechzeit

31
DIN EN 930:2010-07
EN 930:1997+A2:2009 (D)

Anhang C
(normativ)

Rückstelleinrichtung

Die Rückstelleinrichtung (siehe 3.9) muss die folgenden Anforderungen erfüllen:

a) Die Rückstelleinrichtung muss unabhängig von der Betriebsart immer verfügbar und wirksam sein.

ANMERKUNG Kann die Rückstelleinrichtung von der Maschine getrennt oder die Maschine teilweise
abgeschaltet werden, sollte sichergestellt werden, dass keine Verwechslungen zwischen aktiven und inaktiven
Steuereinrichtungen möglich sind.

b) #Das Stellteil und sein Positionsschalter müssen das Prinzip der zwangsläufigen mechanischen
Betätigung anwenden, wie in EN ISO 12100-2:2003, 4.5, beschrieben ist. Elektrische Positionsschalter
müssen EN 60204-1:2006, 10.1.4, und EN 60947-5-1 genügen.$.

32
DIN EN 930:2010-07
EN 930:1997+A2:2009 (D)

Anhang D
(normativ)

Bewährte Bauteile und Prinzipien

In dieser Norm versteht man unter „Bewährte Bauteile und Prinzipien“ Folgendes:

D.1 Elektrische Bauteile, wenn sie folgenden Normen entsprechen:

#EN 60947-5-1$ für Steuerschalter mit Zwangsöffnung (Teil 3) zur Verwendung als Stellungsüber-
wachung an verriegelten trennenden Schutzeinrichtungen und für Relais in Steuerkreisen;

#EN 60947-4-1$ für elektromechanische Schütze und Motorschalter in Hauptstromkreisen.

#gestrichener Text$

D.2 Elektrotechnische Grundregeln, wenn sie den aufgelisteten Maßnahmen 1 bis 4 von
#EN 60204-1:2006$, 9.4.2.1, entsprechen. Die Stromkreise müssen fest verdrahtet sein. Mit
elektronischen Bauteilen alleine wird Kategorie 1 nicht erreicht.

D.3 Mechanische Bauteile, wenn sie #EN ISO 12100-2:2003, 4.5,$ entsprechen.

D.4 Mechanische Positionsschalter für trennende Schutzeinrichtungen, wenn sie als Öffner wirken und ihre
Anordnung/Befestigung sowie Konstruktion und Aufbau des Schaltnockens entsprechend EN 1088:1995, 5.2
und 5.3, ausgeführt sind.

D.5 Pneumatische und hydraulische Bauteile und Einheiten müssen #EN 982$ bzw. #EN 983$
entsprechen.

Nachweis

Nachweis ist zu führen:

durch Überprüfung der Zeichnungen und/oder Schaltpläne und Untersuchung der Maschine;

Bei elektrischen Bauteilen:

durch Anforderung einer Bestätigung beim Hersteller des Bauteils, welche die Übereinstimmung mit den
zutreffenden Normen erklärt.

33
DIN EN 930:2010-07
EN 930:1997+A2:2009 (D)

Anhang E
(normativ)

!Geräuschmessnorm für Aufrau- und Ausglasmaschinen

E.1 Anwendungsbereich
Diese Geräuschmessnorm ergänzt EN 12545 für die Bestimmung und Angabe der Geräuschemission von
Aufrau- und Ausglasmaschinen. EN 12545 und dieser Anhang sind immer zusammen anzuwenden.

E.2 Normative Verweisungen


Siehe EN 12545:2000, Abschnitt 2.

E.3 Begriffe
E.3.1
Prüfwerkzeug
ein auf einer Scheibe oder einem Riemen befestigtes Schleifband oder Schleifpad aus vorgeschriebenem
Material, vorgeschriebener Größe und vorgeschriebener Form zum Aufrauen und Ausglasen von
Schuhhalbfabrikaten

E.3.2
Prüfwerkstück
bei Aufrau- und Ausglasmaschinen für Schuhschäfte, einen Schuhschaft zusammen mit einer Brandsohle mit
Harzoberfläche, Rindsoberleder mit einer Dicke von 1,5 mm 0,2 mm und einem Umfang von
630 mm 10 mm

Bei Komponenten-Aufrau- und -Ausglasmaschinen, eine Komponente aus Kunstleder mit einer Dicke von
4 mm 0,2 mm und einer Shore-Härte von 80 (A). Die Abmessungen müssen 280 mm ! 280 mm betragen.
Die vier Ecken mit einer Seitenlänge von 30 mm müssen einen Winkel von 45° aufweisen.

E.3.3
Prüfzyklus
beim Aufrauen oder Ausglasen: eine vorgeschriebene Anzahl an Aufrau- oder Ausglasvorgängen und eine
vorgeschriebene Zeitdauer

E.4 Beschreibung der Maschinengruppe


Wie in 3.1 und 3.2 definiert.

E.5 Bestimmung des „A“-bewerteten Schallleistungspegels

E.5.1 Allgemeines

Siehe EN 12545:2000, Abschnitt 5.

34
DIN EN 930:2010-07
EN 930:1997+A2:2009 (D)

E.5.2 Messverfahren

Die Maschine hat dreimal ihren Prüfzyklus zu durchlaufen. Das arithmetische Mittel der drei Werte des
A-bewerteten Schallleistungspegels in dB ist zu berechnen, aufzuzeichnen und anzugeben.

Wird die Position eines Mikrofons durch die stehende Bedienungsperson beeinträchtigt, ist diese Position von
der Prüfung auszuschließen.

E.6 Bestimmung des A-bewerteten Emissions-Schalldruckpegels am Arbeitsplatz

E.6.1 Allgemeines

Siehe EN 12545:2000, Abschnitt 6 ff.

E.6.2 Position des Mikrofons

Das Mikrofon ist neben der Bedienungsperson in der unten definierten Position anzubringen, wobei die
Bedienungsperson an dem Arbeitsplatz auf der Mittellinie der Maschine steht. Die Position des Mikrofons ist
wie nachfolgend beschrieben, ausgehend von einem Referenzpunkt auf der Ebene, auf der die
Bedienungsperson steht, festzulegen.

Der Referenzpunkt befindet sich 0,4 m 0,05 m in horizontaler Entfernung vor dem Aufrau- bzw.
Ausglasband, gemessen in einer parallel zur Mittellinie der Maschine verlaufenden Richtung, und um
0,20 m 0,02 m von der Mittellinie nach rechts versetzt.

Das Mikrofon ist unmittelbar über diesem Referenzpunkt in einer Höhe von 1,60 m 0,05 m anzubringen.

E.6.3 Messverfahren

Die Maschine hat dreimal ihren Prüfzyklus zu durchlaufen. Das arithmetische Mittel der drei Werte des
A-bewerteten zeitlich gemittelten Schalldruckpegels in dB ist zu berechnen, aufzuzeichnen und anzugeben.

E.7 Befestigungsbedingungen
Siehe EN 12545:2000, Abschnitt 7.

E.8 Betriebsbedingungen
E.8.1 Automatische Komponentenaufraumaschinen sind auf eine Geschwindigkeit von 13 m/s oder
4 000 min–1 einzustellen, und mit 36er Schmirgelpapier mit einer Größe von 1 300 mm ! 150 mm
auszustatten.

E.8.2 Beim automatischen Komponentenaufrauen beträgt die Geschwindigkeit der Werkstückzuführung


10 m/min 1 %. Der Band/Pad-Druck ist nach der Empfehlung des Herstellers einzustellen. Die Zuführung
jeweils einer Komponente erfolgt linear, wobei im Laufe eines Prüfzyklusses mindestens 30 Werkstücke
aufzurauen/auszuglasen sind. Ein Prüfzyklus erstreckt sich über eine Minute oder 20 Komponenten, je
nachdem, was länger dauert.

E.8.3 Bei automatischen Schuhausglasmaschinen beträgt die Geschwindigkeit der auszuglasenden


Werkstücke 15 s/Werkstück. Die Zuführung jeweils einer Komponente erfolgt linear, wobei im Laufe eines
Prüfzyklusses mindestens 20 Werkstücke auszuglasen sind. Ein Prüfzyklus erstreckt sich über fünf Minuten
oder 20 Werkstücke, je nachdem, was länger dauert.

35
DIN EN 930:2010-07
EN 930:1997+A2:2009 (D)

E.8.4 Manuelle Aufrau- und Ausglasmaschinen sind auf eine Geschwindigkeit von 4 000 min–1 einzustellen.
Als Schleifmittel ist Schmirgelpapier mit einer Größe von 2 000 mm 300 mm und 36er Körnung zu
verwenden.

E.8.5 Beim manuellen Aufrauen (siehe Bild 3 dieser Norm) umfasst der Prüfzyklus 30 Spitzenaufrau-
Vorgänge innerhalb eines Geräuschmessungszeitraumes von drei Minuten. Jeder Spitzenaufrau-Vorgang
muss mindestens zwei Sekunden dauern. Während des Prüfzyklusses sind Prüfwerkstücke aus derselben
Charge zu verwenden. Einzelheiten des Aufbaus des Schuhschafts sind aufzuzeichnen und anzugeben.

E.8.6 Bei manuellen Ausglasmaschinen umfasst der Prüfzyklus 15 Ausglas-Vorgänge innerhalb eines
Geräuschmessungszeitraumes von drei Minuten. Jeder Ausglas-Vorgang muss mindestens sechs Sekunden
dauern. Während des Prüfzyklusses sind Prüfwerkstücke aus derselben Charge zu verwenden. Einzelheiten
des Aufbaus des Schuhschafts sind aufzuzeichnen und anzugeben.

E.8.7 Sind Federelemente vorhanden, ist dieser Sachverhalt aufzuzeichnen und anzugeben. Alle
Messungen sind bei ausgeschalteter Absaugeinrichtung durchzuführen und anzugeben.

E.8.8 Die jeweils zu prüfende Maschine ist anzuschalten und für einen Zeitraum von mindestens 30 min vor
Beginn der Prüfung im Leerlauf zu belassen.

E.8.9 Werden die in dieser Geräuschmessnorm festgelegten Werte nicht erfüllt, sind diese Abweichungen
aufzuzeichnen und anzugeben. Gibt es Parameter, die nicht in dieser Geräuschmessnorm festgelegt sind,
sind diese aufzuzeichnen und anzugeben.

E.9 Messunsicherheit
Siehe EN 12545:2000, Abschnitt 9.

E.10 Angaben im Messbericht


Siehe EN 12545:2000, Abschnitt 10.

E.11 Angaben im Ergebnisbericht


Siehe EN 12545:2000, Abschnitt 11. Es wird empfohlen, Befestigungsarten, Prüfbedingungen, aufgerautes
und ausgeglastes Material und ermittelte Geräuschdaten in ein Datenblatt einzutragen. Ein entsprechendes
Muster ist in Bild E.1 enthalten.

E.12 Angabe und Nachprüfung von Geräuschemissionswerten


Siehe EN 12545:2000, Abschnitt 12.

36
DIN EN 930:2010-07
EN 930:1997+A2:2009 (D)

Name und Anschrift des Herstellers/Lieferers: ............................................

Maschinen-Modell

Seriennummer
............................................
Maschinentyp
............................................
Werkstück (Beschreibung)
............................................
Prüfzyklus (Zeit, Zuführungsbedingungen (beim Aufrauen bzw.
Ausglasen))
............................................
Geschwindigkeit (U/min) (Band oder Messer)
............................................
Schleifmittel
............................................

Federelemente vorhanden Ja Nein

Absaugeinrichtung ausgeschaltet Ja Nein

A-bewerteter Emissions-Schalldruckpegel am Arbeitsplatz

Angewandte Grundnorm: ............................................

LpA, in dB 1 2 3 arithmetisches Mittel

#Unsicherheit K$

A-bewerteter Schallleistungspegel

Angewandte Grundnorm: ............................................

LWA, in dB 1 2 3 arithmetisches Mittel

#Unsicherheit K$

Gibt es Abweichungen von der #EN 12545$ und/oder von den angewandten Grundnorm(en)?

Nein Ja

Wenn ja, welche .........................

Bild E.1 — Beispiel eines Datenblatts für Aufrau- und Ausglasmaschinen"

37
DIN EN 930:2010-07
EN 930:1997+A2:2009 (D)

Anhang F
(normativ)

!Geräuschmessnorm für Kantenbearbeitungsmaschinen

F.1 Anwendungsbereich
Diese Geräuschmessnorm ergänzt EN 12545 für die Bestimmung und Angabe der Geräuschemission von
Kantenbearbeitungsmaschinen. EN 12545 und dieser Anhang sind immer zusammen anzuwenden.

F.2 Normative Verweisungen


Siehe EN 12545:2000, Abschnitt 2.

F.3 Begriffe
F.3.1
Prüfstanzwerkzeug
aus vorgeschriebenem Material, Abmessungen und Form bestehendes Werkzeug für das Trimmen der
Schnittkanten des Schuhhalbfabrikats auf einer Kantenbearbeitungsmaschine, für die diese Geräuschmess-
norm erstellt wurde

F.3.2
Prüfwerkstück
Sohle: Eine Kunstledersohle; das Sohlenpaar mit einer Gesamtdicke von 6 mm 0,2 mm

Absatz: Ein auf Zellulose aufgebauter Absatz; das Absatzpaar mit einer Gesamtdicke von 30 mm 1 mm

Sohle mit Absatz: Eine Kunstledersohle, wobei das Sohlenpaar eine Gesamtdicke von 5 mm 0,2 mm
aufweist; zusammen mit einem auf Zellulose aufgebautem Absatz eine Dicke von 20 mm 1 mm

F.3.3
Prüfzyklus
vorgeschriebene Anzahl an Kantenbearbeitungsvorgängen

F.4 Beschreibung der Maschinengruppe


Wie in 3.4 festgelegt.

F.5 Bestimmung des A-bewerteten Schallleistungspegels

F.5.1 Allgemeines

Siehe EN 12545:2000, Abschnitt 5.

38
DIN EN 930:2010-07
EN 930:1997+A2:2009 (D)

F.5.2 Messverfahren

Die Maschine hat dreimal ihren Prüfzyklus zu durchlaufen. Das arithmetische Mittel der drei Werte des
A-bewerteten zeitlich gemittelten Schalldruckpegels in dB ist zu berechnen, aufzuzeichnen und anzugeben.

Wird die Position eines Mikrofons durch die stehende Bedienungsperson beeinträchtigt, ist diese Position von
der Prüfung auszuschließen.

F.6 Bestimmung des Emissions-Schalldruckpegels am Arbeitsplatz

F.6.1 Allgemeines

Siehe EN 12545:2000, Abschnitt 6 ff.

F.6.2 Position des Mikrofons

Das Mikrofon ist neben der Bedienungsperson in der unten definierten Position anzubringen, wobei die
Bedienungsperson an dem Arbeitsplatz auf der Mittellinie der Maschine steht.

Die Position des Mikrofons ist ausgehend von einem Referenzpunkt auf der Ebene, auf der die Bedienungs-
person steht, festzulegen.

Der Referenzpunkt befindet sich 0,4 m 0,05 m in horizontaler Entfernung vor den Maschinen, gemessen in
einer parallel zur Mittellinie der Maschine verlaufenden Richtung, und um 0,20 m 0,02 m von der Mittellinie
nach rechts versetzt.

Das Mikrofon ist unmittelbar über diesem Referenzpunkt in einer Höhe von 1,60 m 0,05 m anzubringen.

F.6.3 Messverfahren

Die Maschine hat dreimal ihren Prüfzyklus zu durchlaufen. Das arithmetische Mittel der drei Werte des
A-bewerteten zeitlich gemittelten Schalldruckpegels in dB ist zu berechnen, aufzuzeichnen und anzugeben.

F.7 Befestigungsbedingungen
Siehe EN 12545:2000, Abschnitt 7.

F.8 Betriebsbedingungen
F.8.1 Eine Kantenbearbeitungsmaschine ist wie folgt einzustellen:

Das Testmesser aus Stahl muss einen Durchmesser von 62 mm und eine Bohrung von 19 mm Durchmesser
für die Spindelbefestigung aufweisen sowie über 9 Wolframcarbid-Profilzähne verfügen.

Die Höheneinstellung muss der Einstellung bei einer Kantenbearbeitung eines Sohlenpaares von 6 mm
Gesamtdicke entsprechen. Die Tiefe des entfernten Materials muss 1,5 mm betragen.

Die Spindelrotationsgeschwindigkeit ist auf 13 000 min–1 einzustellen.

Die Zuführgeschwindigkeit ist auf 7 m/min bis 8 m/min einzustellen.

Der Prüfzyklus beinhaltet die Zuführung von 20 Prüfwerkstücken mit einem Umfang von 700 mm 10 mm
innerhalb eines Geräuschmessungszeitraumes von drei Minuten. Während des Prüfzyklusses sind durchweg
Prüfwerkstücke aus derselben Charge zu verwenden.

39
DIN EN 930:2010-07
EN 930:1997+A2:2009 (D)

F.8.2 Eine Absatzkantenbearbeitungsmaschine ist wie folgt einzustellen:

Das Testmesser aus Stahl muss einen Durchmesser von 80 mm und eine Bohrung von 25 mm Durchmesser
für die Spindelbefestigung aufweisen sowie über 12 Wolframcarbid-Profilzähne mit Lippe verfügen.

Die Höheneinstellung muss der Einstellung bei einer Kantenbearbeitung eines Absatzpaares von 30 mm
Gesamtdicke entsprechen. Die Tiefe des entfernten Materials muss 2 mm betragen.

Die Spindelrotationsgeschwindigkeit ist auf 9 000 min–1 einzustellen.

Die Zuführgeschwindigkeit ist auf 7 m/min bis 8 m/min einzustellen.

Der Prüfzyklus beinhaltet die Zuführung von 20 Prüfwerkstücken mit einem Umfang von 230 mm 5 mm
innerhalb eines Geräuschmessungszeitraumes von drei Minuten. Während des Prüfzyklusses sind nur
Prüfwerkstücke aus derselben Charge zu verwenden.

F.8.3 Eine Kantenbearbeitungsmaschine für Sohlen- und Absatzbearbeitung ist wie folgt einzustellen:

Das Testmesser aus Stahl muss einen Durchmesser von 52 mm und eine Bohrung von 19 mm Durchmesser
für die Spindelbefestigung aufweisen sowie über 9 Wolframcarbid-Zähne mit Lippe verfügen.

Die Höhe ist auf 40 mm einzustellen. Die Tiefe des entfernten Materials muss 1,5 mm betragen.

Die Spindelrotationsgeschwindigkeit ist auf 15 000 min–1 einzustellen.

Der Prüfzyklus beinhaltet die Zuführung von 10 Prüfwerkstücken mit einem Umfang von 740 mm ! 10 mm,
innerhalb eines Geräuschmessungszeitraumes von 18 min. Während des Prüfzyklusses sind nur Prüfwerk-
stücke aus derselben Charge zu verwenden.

F.8.4 Alle Messungen sind bei ausgeschalteter Absaugung durchzuführen. Diese Anforderung und die
Eigenschaften des Prüfwerkzeuges und des Werkstückes sind aufzuzeichnen und anzugeben. Sind
Federelemente vorhanden, ist dieser Sachverhalt aufzuzeichnen und anzugeben.

F.8.5 Die jeweils zu prüfende Maschine ist anzuschalten und für einen Zeitraum von mindestens 30 min vor
Beginn der Prüfung im Leerlauf zu belassen.

F.8.6 Werden die in dieser Geräuschmessnorm festgelegten Werte nicht erfüllt, sind diese Abweichungen
aufzuzeichnen und anzugeben. Gibt es Parameter, die nicht in dieser Geräuschmessnorm festgelegt sind,
sind aufzuzeichnen und anzugeben.

F.9 Messunsicherheit
Siehe EN 12545:2000, Abschnitt 9.

F.10 Angaben im Messbericht


Siehe EN 12545:2000, Abschnitt 10.

F.11 Angaben im Ergebnisbericht


Siehe EN 12545:2000, Abschnitt 11. Es wird empfohlen, Prüfbedingungen, bearbeitetes Material,
Prüfwerkzeug und Werkstückparameter sowie ermittelte Geräuschdaten in ein Datenblatt einzutragen. Ein
entsprechendes Muster ist beigefügt.

40
DIN EN 930:2010-07
EN 930:1997+A2:2009 (D)

Name und Anschrift des Herstellers/Lieferers: ............................................

Maschinen-Modell

Seriennummer
............................................
Maschinentyp
............................................
Werkstück (Beschreibung)
............................................
Prüfzyklus (Zeit, Zuführungsbedingungen (beim Kantenbearbeiten))
............................................
Werkzeug (Beschreibung)
............................................

Federelemente vorhanden Ja Nein

Absaugeinrichtung ausgeschaltet Ja Nein

A-bewerteter Emissions-Schalldruckpegel am Arbeitsplatz

Angewandte Grundnorm: ............................................

LpA-Werte in dB 1 2 3 arithmetisches Mittel

#Unsicherheit K$

A-bewerteter Schallleistungspegel

Angewandte Grundnorm: ............................................

LWA-Werte in dB 1 2 3 arithmetisches Mittel

#Unsicherheit K$

Gibt es Abweichungen von der EN 12545:2000 und/oder von den angewandten Grundnorm(en)?

Nein Ja

Wenn ja, welche .........................

Bild F.1 — Beispiel eines Datenblatts für Kantenbearbeitungsmaschinen"

41
DIN EN 930:2010-07
EN 930:1997+A2:2009 (D)

Anhang ZA
(informativ)

!Zusammenhang zwischen dieser Europäischen Norm und den


grundlegenden Anforderungen der EG-Richtlinie 98/37/EG

Diese Europäische Norm wurde im Rahmen eines Mandates, das dem CEN von der Europäischen Kom-
mission und der Europäischen Freihandelszone erteilt wurde, erarbeitet, um ein Mittel zur Erfüllung der
grundlegenden Anforderungen der Richtlinie nach der neuen Konzeption Maschinen 98/37/EG, geändert
durch Richtlinie nach der neuen Konzeption 98/79/EG, bereitzustellen.

Sobald diese Norm im Amtsblatt der Europäischen Union im Rahmen der betreffenden Richtlinie in Bezug
genommen und in mindestens einem der Mitgliedstaaten als nationale Norm umgesetzt worden ist, berechtigt
die Übereinstimmung mit den normativen Abschnitten dieser Norm innerhalb der Grenzen des
Anwendungsbereichs dieser Norm zu der Annahme, dass eine Übereinstimmung mit den entsprechenden
grundlegenden Anforderungen der Richtlinie und der zugehörigen EFTA-Vorschriften gegeben ist.

WARNHINWEIS — Für Produkte, die in den Anwendungsbereich dieser Norm fallen, können weitere
Anforderungen und weitere EG-Richtlinien anwendbar sein."

42
DIN EN 930:2010-07
EN 930:1997+A2:2009 (D)

Anhang ZB
(informativ)

!Zusammenhang zwischen dieser Europäischen Norm und den


grundlegenden Anforderungen der EG-Richtlinie 2006/42/EG

Diese Europäische Norm wurde im Rahmen eines Mandates, das dem CEN von der Europäischen Kom-
mission und der Europäischen Freihandelszone erteilt wurde, erarbeitet, um ein Mittel zur Erfüllung der
grundlegenden Anforderungen der Richtlinie nach der neuen Konzeption Maschinen 2006/42/EG, bereit-
zustellen.

Sobald diese Norm im Amtsblatt der Europäischen Union im Rahmen der betreffenden Richtlinie in Bezug
genommen und in mindestens einem der Mitgliedstaaten als nationale Norm umgesetzt worden ist, berechtigt
die Übereinstimmung mit den Abschnitten dieser Norm innerhalb der Grenzen des Anwendungsbereichs
dieser Norm zu der Annahme, dass eine Übereinstimmung mit den entsprechenden grundlegenden
Anforderungen der Richtlinie und der zugehörigen EFTA-Vorschriften gegeben ist.

WARNHINWEIS — Für Produkte, die in den Anwendungsbereich dieser Norm fallen, können weitere
Anforderungen und weitere EG-Richtlinien anwendbar sein."

43
DIN EN 930:2010-07
EN 930:1997+A2:2009 (D)

Anhang G
(informativ)

Literaturhinweise

Die folgenden Dokumente sind zur Vorbereitung dieser Norm verwendet worden:

!gestrichener Text"

[1] EN 1050:1996, Sicherheit von Maschinen — Leitsätze zur Risikobeurteilung

[2] !EN ISO 11688-2, Akustik — Richtlinien für die Gestaltung lärmarmer Maschinen und Geräte —
Teil 2: Einführung in die Physik der Lärmminderung durch konstruktive Maßnahmen
(ISO/TR 11688-2:1998)"

44