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DER ARTIKEL

Der Gebrauch des Artikels


Der bestimmte Artikel wird verwendet
bei einigen Ländernamen die Schweiz, die Bretagne, die Normandie, die
Türkei, die Lombardei, die Wallonie, der Iran, der
Libanon, der Sudan,
die Niederlande, das Elsass
manchmal bei Namen Hast du den Peter heute schon gesehen?
Die Müllers, Müllers oder die Familie Müller
bei bekannten Schauspielrollen Wer spielt den Hamlet?
zur Verdeutlichung des Genitivs Ich ziehe Kaffee dem Tee vor. Tränen der Reue/der
oder Dativs Freude.
Sie ist ein Muster des Fleißes. Ein Beweis des
Vertrauens.
Ein Wort des Dankes. Worte des Trostes.
statt des Possessivpronomens
Ich wasche mir die Hände. Sie putzt sich die Zähne
vor Monaten und Tagen Der Januar war kalt. Der 11. Mai. Vom 14. Juni bis
heute.
Am Donnerstag. Im April
aber: Anfang/Mitte/Ende Mai, bis Dezember,
seit Februar, von Juni bis November
bei einigen festen Redewendungen am Leben bleiben(sein) /ans Meer fahren
auf der Suche sein /auf die Suche gehen
den Kontakt verlieren / zu der Meinung sein
es ist zum Lachen(Weinen)/ im Anschluss an + Akk.
im Auftrag von / im Durchschnitt / im Einverständnis
mit / im Ernst
im Gegensatz zu / im Gegenteil / im Gespräch sein
im Namen + Gen. / im Notfall / im Preis steigen
im Prinzip / im Vergleich zu / ins Gespräch
kommen / in der Schule
in die Schule gehen / vom Hörensagen / von der
Schule fliegen
wie die Heringe in der Tonne / wie die Irren /
wie die Sardinen in der Dose / zum Ausdruck
bringen(kommen)
zum Beispiel / zum Schweigen(Stehen) bringen /
zum Teil
Der bestimmte Artikel wird NICHT verwendet
bei Himmelsrichtungen nach Norden fahren => Richtung: der Wind weht aus
Westen
aber: der Süden Europas => Gebiet: in den Süden
fahren
in einigen festen Redewendungen an erster Stelle / auf Deutsch / auf offener Straße
und Ausdrücken bei(vor) Ausbruch des Krieges / bei Beginn / gegen
Abend
in Asche legen / in größter Eile / in Kauf nehmen
in kürzester Zeit / in letzter Zeit / in Weiß gekleidet
in Zukunft / in Zusammenhang bringen / in(im)
Zusammenhang mit
unter sechs Jahre / über achtzehn Jahre / von Anfang
an
KASUS
1. Beispiel - Mit bestimmtem Artikel
Singular
Kasus Maskulinum Femininum Neutrum
Nominativ (1. Fall) der Mann die Frau das Kind
Genitiv (2.Fall) des Mannes der Frau des Kindes
Dativ (3. Fall) dem Mann(e) der Frau dem Kind(e)
Akkusativ (4. Fall) den Mann die Frau das Kind

Plural
Kasus Maskulinum Femininum Neutrum
Nominativ (1. Fall) die Männer die Frauen die Kinder
Genitiv (2.Fall) der Männer der Frauen der Kinder
Dativ (3. Fall) den Männern den Frauen den Kindern
Akkusativ (4. Fall) die Männer die Frauen die Kinder
Beachte: Die Pluralformen der Artikel sind bei allen drei Geschlechtern
gleich.

2. Beispiel - Alle mit Umlaut : Baum - Bäume / Kuh - Kühe / Buch - Bücher
Singular
Kasus Maskulinum Femininum Neutrum
Nominativ (1. Fall) der Baum die Kuh das Buch
Genitiv (2.Fall) des Baumes der Kuh des Buches
Dativ (3. Fall) dem Baum(e) der Kuh dem Buch(e)
Akkusativ (4. Fall) den Baum die Kuh das Buch
Plural
Kasus Maskulinum Femininum Neutrum
Nominativ (1. Fall) die Bäume die Kühe die Bücher
Genitiv (2.Fall) der Bäume der Kühe der Bücher
Dativ (3. Fall) den Bäumen den Kühen den Büchern
Akkusativ (4. Fall) die Bäume die Kühe die Bücher

3. Beispiel - mit unbestimmtem Artikeln


Singular
Kasus Maskulinum Femininum Neutrum
Nominativ (1. Fall) ein Mann eine Frau ein Kind
Genitiv (2.Fall) eines Mannes einer Frau eines Kindes
Dativ (3. Fall) einem Mann(e) einer Frau einem Kind(e)
Akkusativ (4. Fall) einen Mann eine Frau ein Kind
Bei Unbestimmten Artikeln entfällt das Plural. Die Nomen stehen dann bei unbestimmter
Menge oder Anzahl ohne Artikel. Beispiel:
Singular Plural
Ich esse einen Apfel. Ich esse Äpfel.
Er schreibt einen Brief. Er schreibt Briefe.

Wie findet man nun heraus, welcher Kasus jeweils benutzt werden muss?

Der Nominativ wird immer angewendet, wenn man fragen kann "Wer oder was...".
Beispiel: Der Baum wird heute gefällt.
Frage: Wer oder was wird heute gefällt?
Der Genitiv wird angewendet, wenn man ein Besitzverhältnis zum Ausdruck bringen will und
wenn man fragen kann "Wessen..." .
Beispiel: Die Äste des Baumes werden heute geschnitten.
Frage: Wessen Äste werden heute geschnitten?
Der Dativ wird angewendet, wenn man fragen kann "Wem..." oder "Woher..." bzw. "Wo...".
Beispiel: Ich schenke dem Vater ein Buch.
Frage: Wem schenke ich ein Buch?
Beispiel: Ich komme aus dem Garten (...dem Wald, ... der Schule, ... dem Haus)
Frage: Woher kommst du?
Der Akkusativ wird angewendet, wenn man fragen kann "Wen oder was..." . oder "Wohin..." .
Beispiel: Frage: Wen oder was hast du heute in der Stadt getroffen?
Antwort: Du hast heute den Bundeskanzler in der Stadt getroffen.
Frage: Wohin gehst du?
Antwort: Du gehst in den Garten (...den Wald, ...die Schule, ...das Haus)

Andere Beispiele:
Nominativ Wer oder was...?
Der Schüler ist im Unterricht eingeschlafen.
Die Sonne strahlt vom wolkenlosen Himmel.
Das Auto muss in die Werkstatt.
Genitiv Wessen...?
Er schneidet die Äste des Baumes.
Sie hörte die Stimme der Operndiva.
Ich öffne die Tür des Autos.
Dativ Wem...?
Ich vertraue dem Freund.
Das Buch gehört der Schule.
Sie liest dem Kind ein Märchen vor.
Akkusativ Wen oder was...?
Wir treffen heute den Finanzminister.
Viele Schüler verfluchen die Hausaufgabe.

GENUS
Zusammenstellung einiger Endungen, an denen man das Geschlecht (Genus) des Substantivs
erkennen kann

MASKULINA
Endung Beispiele
-ich Teppich, Bottich, Kranich, Rettich, Lattich, Fittich, Estrich
-ig König, Käfig, Honig, Pfennig, Essig (aber: das Reisig)
Däumling, Fäustling, Bückling, Schmetterling, Fremdling, Zwilling,
-ling
Prüfling, (aber: die Reling)
-s Schnaps, Klaps, Knicks, Schwips
-and (latein.) Konfirmand, Doktorand, Informand, Proband, Habilitand
-ant (lat. roman.) Aspirant, Brillant, Adjutant, Informant, Musikant, Konsonant, Foliant
Aktionär, Kommissionär, Parlamentär, Parlamentär, Militär
-är (frz.)
(=Soldat/Offizier), Legionär, (aber: das Militär, das Salär)
-ast (griech., lat.) Dynast, Phantast, Gymnasiast
-eur/-ör (frz.) Amateur, Ingenieur, Friseur, Likör
-(i)ent (lat.,roman.)
= schwache Skribent, Interessent, Inspizient, Student, Konsument, Referent
Maskulina
-ier [...i:er] (frz.ital.) Offizier, Grenadier, Kavalier (aber: das Spalier, die Manier)
Bankier, Routinier, Dossier (auch und schweizer. nur das D.),
-ier [...je:] (frz.)
Conferencier, (aber: das (Brillanten)Kollier)
Fanatiker, Grafiker, Mechaniker, Phlegmatiker, Philharmoniker,
-iker (griech., lat.)
Mathematiker, Physiker usw.
-ikus (griech., lat.) Musikus, Kanonikus
Idealismus, Realismus, Kapitalismus, Fanatismus, Organismus,
-ismus (griech., lat.)
Optimismus, Egoismus
Anarchist, Antagonist, Artist, Jurist, Pietist, Optimist, Pianist, Hornist,
-ist (griech., lat.)
Klarinettist usw.
-or (lat.) Motor, Regulator, Totalisator, Katalysator, Rektor
NEUTRA
Endung Beispiele
Mädchen, Wäldchen, Frauchen, Wägelchen, Fräulein, Ringlein, Wässerlein,
-chen, -lein, -le
Mariele
-icht Dickicht, Röhricht, Tannicht, Spülicht, Kehricht (auch der)
-tel Drittel, Viertel
Eigentum, Christentum Heldentum, Volkstum (aber: der Irrtum, der
-tum
Reichtum)
-eau [...o:] (frz.)/ -o Bandeau, Niveau, Büro, Plateau,
Amulett, Tablett, Ballett, Bankett, Büffet, Etikett, Quartett, Parkett (aber:
-ett (frz., ital.)
der Kadett)
-in (griech., lat.) Benzin, Insulin, Chinin, Pepsin, Terpentin, Nikotin
Clearing, Doping, Dressing, Dribbling, Hearing, Jogging, Meeting, Petting,
-ing (engl.) Shaping, Shopping, Training, (aber: der/das Loop, der Pudding, der
Browning)
Album, Datum, Faktotum, Faktum, Fluidum, Plenum, Aquarium,
-(i)um
Gremium, Stadium
-ma (griech.) Asthma, Dogma, Paradigma, Phlegma, Plasma, Klima, Komma, Thema,
Syntagma
-ment (lat. Argument, Dokument, Pigment, Segment, Instrument, Experiment,
[roman.]) Fundament (aber: der Zement)
-ment (frz. [...mã) Appartement, Engagement, Arrangement, Bombardement, Abonnement
FEMININA
Endungen Beispiele
-ei Bücherei, Fleischerei, Bäckerei, Jägerei, Reiberei, Plauderei, Singerei
-in Löwin, Freundin, Studentin, Lehrerin
Gottheit, Blindheit, Faulheit, Entschlossenheit, Einheit, Kindheit,
-heit
Krankheit
Fruchtbarkeit, Eitelkeit, Bitterkeit, Höflichkeit, Feuchtigkeit, Kleinigkeit,
-keit
Flüssigkeit
-schaft Freundschaft, Eigenschaft, Verwandtschaft, Herrschaft, Kundschaft
Schöpfung, Achtung, Nahrung, Bildung, Kündigung, Vertretung, Werbung
-ung
(aber: der Hornung =österr. Februar)
-a (griech., lat.,
Kamera, Aula, Prokura, Lira, Ballerina, Signora, Señora, Hazienda
ital., span.)
-ade (roman., frz.) Ballade, Fassade, Maskerade, Marmelade, Kanonade, Olympiade
-age (frz.) Garage, Courage, Bagage, Etage, Menage, Kartonage
-aille (frz.) Kanaille, Journaille, Bataille, Medaille, Emaille
-aise(/äse) (frz.) Française, Marseillaise, Mayonnaise, Polonaise
-ance Renaissance, Balance, Mesalliance, Usance
-äne (frz.) Fontäne, Moräne, Quarantäne
-anz (frz.) Arroganz, Bilanz, Brisanz, Distanz, Eleganz, Prägnanz
-elle Bagatelle, Frikadelle, Zitadelle, Morelle
Bankette, Etikette, Dublette, Facette, Pinzette, Rosette, Toilette, Tablette,
-ette
Zigarette
-euse Friseuse, Masseuse, Balletteuse, Pleueruse, Mitrailleuse
-ie ([...ie] lat.) Materie, Folie, Historie, Glorie, Kastanie, Pinie, Fuchsie
-ie ([...i:] griech., Kolonie, Geographie, Lotterie, Kalorie, Akademie, Phantasie (aber: das
lat., roman.) Genie)
Audienz, Exzellenz, Existenz, Intelligenz, Frequenz, Konsequenz,
-(i)enz (lat.)
Prominenz, Tendenz
Misere, Garderobiere, Voliere, Portiere, Bonbonniere (aber: der
-(i)ere (frz., ital.)
Gondoliere, Karabiniere )
-ik (griech., lat., Musik, Politik, Lyrik, Ethik, Mathematik, Mechanik, Dialektik, Statistik,
roman.) Botanik)
-ille (lat., ital., frz.) Bastille, Quadrille, Pupille, Kamille
-ine (griech., lat.,
Margarine, Latrine, Blondine, Maschine, Vitrine, Kabine, Mandarine
roman.)
-ion/-ation (lat., Reduktion, Dispension, Oxydation, Explosion, Dimension, Kalkulation,
frz., engl.) Station, Qualifikation, Reformation, Eskalation (aber: das Stadion)
-isse (griech., lat.,
Kulisse, Prämisse, Narzisse, Kanonisse, Diakonisse, Abszisse, Mantisse
roman.)
Banalität, Fakultät, Qualität, Kapazität, Rarität, Realität, Universität,
-(i)tät (lat., frz.)
Vitalität
-itis (griech.) Bronchitis, Rachitis, Neuritis, Nephritis, Arthritis
-ive (lat., frz.) Defensive, Offensive, Alternative, Direktive, Kursive
-ose (griech.) Sklerose, Neurose, Furunkulose, Tuberkulose, Dextrose, Osmose
-sis/-se (griech.) Basis, Dosis, Genesis, Analysis, Base, Genese, Analyse, Katechese
Natur, Kultur, Temperatur, Karikatur, Registratur, Statur, Rasur, Mixtur,
-ur (lat.)
Tortur, Ligatur, Fraktur, Zensur, Inventur
-üre (frz.) Allüre, Broschüre, Gravüre, Bordüre
Andere Regeln
Maskulina
1. Natürliches Geschlecht (Mann, Junge, Onkel, Chef, Hahn)
2. Tageszeiten, Wochentage, Monate, Jahreszeiten, Himmelsrichtungen, Niederschläge
(Morgen, Montag, Januar, Frühling, Norden, Regen) aber: die Nacht, die Woche, das Jahr
3. Erde, Gesteinsarten (Stein, Sand, Granit, Marmor) aber: die Kreide
4. Endung -er bei Akteuren, Personen, Geräten, Nationalitäten (Planer, Arbeiter, Techniker,
Empfänger, Computer, Berliner, Japaner, Amerikaner)
5. Endung -e bei lebenden Wesen (Junge, Löwe, Kollege, Experte, Finne) aber: die Katze
6. Substantive, die aus dem Verbstamm gebildet werden (Plan, Lauf, Flug, Wunsch, Anfang,
Besuch, Gewinn, Verbrauch, Durchschnitt, Betrieb, Eingang) aber: die Arbeit, das Spiel
7. Geld (Dollar, Franc, Franken, Rubel, Yen, Pfennig) aber: die Mark, das Pfund, Geld mit
Endung -e oder -a, z.B. die Krone, die Peseta, die Lira
8. Autos (Audi, Fiat, Mercedes, Saab, VW, BMW)
9. Alkoholische Getränke (Kognak, Likör, Sherry, Wodka, Schnaps, Wein, Sekt) aber: das
Bier
Neutrum
1. Metalle und Stoffe (Metall, Eisen, Gold, Salz, Gas, Kupfer, Uran) aber: der Stahl, der
Schwefel, die Bronze, die Kohle
2. Substantive, die aus Infinitiven gebildet werden (Essen Leben, Rechnen, Zeichnen)
3. Diminutive, -chen, -lein, -le, -el (Mädchen, Fräulein, Städtchen, Mädel, Schätzle)
4. Vorsilbe ge-, meist Kollektivwörter (Gebirge, Gemälde, Gewässer, Gewitter, Gewicht,
Gelände)
5. Bruchteile (Achtel, Viertel usw.)

PLURALBILDUNG

Allgemeine Regeln:
Im wesentlichen wird die Pluralbildung in Gruppen eingeteilt, um eine Art Übersichtlichkeit
zu erreichen. Das ist jedoch, wie auch bei den Artikeln, nicht immer einfach.

Gruppe 1: Plural auf -e (mit oder ohne Umlaut)


Dies gilt für:
einsilbige Maskulina
mit Umlaut: Arzt, Ast, Fall, Gast, Saal, Schlag, Block, Hof, Korb, Lohn Stuhl, Zaun usw.
ohne Umlaut: Aal, Grad, Halm, Hund, Tag, Punkt, Ruf, Schuh usw.
mehrsilbige Maskulina
mit Umlaut: Anfang, Ertrag, Vorwand, Ausdruck, Genuss usw.
ohne Umlaut: Monat, Erfolg, Besuch, Käfig, Kürbis, Vergleich usw.
einsilbige Neutra/Neutra mit untrennbarem Präfix (ohne Umlaut)
Bein, Boot, Fest, Gift, Gesetz, Verbot, Besteck usw. - Achtung: das Floß - die Flöße
einsilbige Feminina (+Umlaut)
Axt, Hand, Macht, Nacht, Paar, Maus usw.
Maskulina auf -ling und -nis (s-Verdopplung)
Lehrling, Engerling, Zwilling usw.
Verhältnis, Ereignis, Bedürfnis usw.

Gruppe 2: Plural auf -en/-n


Dies gilt für:
die meisten Feminina (außer die in Gruppe 1 erwähnten einsilbigen Feminina)
Lampe, Karte, Meldung, Schwierigkeit, Dummheit, Information usw.
"schwache" Maskulina
Bote, Löwe, Erbe, Kollege, Däne, Finne, Urologe, Biologe, Held, Fürst, Bär, Assistent,
Elefant, Kommunist usw.
ferner auch: Dorn, Fleck, Muskel, Schmerz, See usw.

Gruppe 3: Plural ohne Endung


Dies gilt für:
die meisten Maskulina auf -er, -el, -en (mit oder ohne Umlaut)
Tadel, Tunnel, Wagen, Kuchen, Anker usw.
Apfel, Mantel, Vogel, Garten, Ofen, Vater usw.
Ärmel, Bügel, Esel, Keller, Finger, Norweger, Engländer, Berliner, Techniker usw.
Neutra auf -el, -en, -er, -chen, -lein, -sel (ohne Umlaut)
Kabel, Schnitzel, Eisen, Kissen, Fenster, Messer, Lager, Mädchen, Büchlein, Streusel usw.

Gruppe 4: Plural auf -er (mit Umlaut, wenn möglich)


Dies gilt für:
einsilbige Neutra
Amt, Bad, Haus, Huhn, Rad, Lied, Kind usw.
einige Maskulina
Geist, Leib, Mann, Wald, Wurm usw.

Gruppe 5: Plural auf -s


Dies gilt für:
viele Fremdwörter (engl., frz.)
Substantive, die auf Vokale enden (außer -e)
Echo, Mofa, Kohlrabi, Marabu usw.
Kurzwörter
LKW, UFO, Lok, Trafo, Akku usw.
einige andere Wörter (Seemanns- oder Meteorologen-Sprache)
Deck, Wrack, Hoch, Tief

Weitere Regeln
a.) Homonyme
mit verschiedenen Pluralen
die Bank - die Bänke (Sitzmöbel)/die Banken (Geldinstitut)
die Mutter - die Mütter (Elternteil)/die Muttern (Schraubenteil) usw.
mit verschiedenem Genus
das Band - die Bänder (Stoffstreifen zum Binden) --- der Band - die Bände (Buch)
der Flur - die Flure (Korridor) --- die Flur - die Fluren (Feld) usw.
b.) Substantive, die mit -mann zusammengesetzt sind
Einzelperson - Plural = -männer
Staatsmann - Staatsmänner; Ehemann - Ehemänner
Gattungsbezeichnung - Plural = -leute
Seemann - Seeleute, Bergmann - Bergleute
In manchen Fällen sind beide Pluralformen (also Bezeichnungen von
Einzelpersonen/Gattungen) möglich.

PERSONALPRONOMEN
Die Personalpronomen
Wenn in einem Gespräch oder in einer Erzählung schon bekannt ist, wer gemeint ist, dann
kann für das Nomen ein Personalpronomen stehen.
Beim Gesellschaftsspiel darf Peter anfangen, weil er in der Runde zuvor gewonnen hat.
Das Personalpronomen im Singular:
Kasus 1. Person 2. Person 3. Person
Nominativ ich du er sie es
Genitiv meiner deiner seiner ihrer seiner
Dativ mir dir ihm ihr ihm
Akkusativ mich dich ihn sie er
Das Personalpronomen im Plural:
Kasus 1. Person 2. Person 3. Person
Nominativ wir ihr sie
Genitiv unser euer ihrer
Dativ uns euch ihnen
Akkusativ uns euch sie
Man kann die Personalpronomen auch als "Rollenwörter" bezeichnen, da sie die
Beziehung der "Personen" zueinander ausdrücken.

Singular Plural "Rolle" Funktion


ich wir Sprecher Man spricht von sich
du ihr Angesprochener Man spricht zu den anderen
er, sie, es sie worüber gesprochen wird Man spricht über andere

POSSESSIVARTIKEL

Maskulinum Neutrum Femininum Plural


Nominativ mein Tisch mein Bild meine Uhr meine Bilder
Akkusativ meinen Tisch mein Bild meine Uhr meine Bilder
Dativ meinem Tisch meinem Bild meiner Uhr meine Bilder
Genitiv meines Tisch meines Bild meiner Uhr meine Bilder

Nach den Possessivartikeln mein, dein, sein, ihr etc. werden die Adjektive genauso dekliniert
wie nach dem Artikelwort kein.
Mein kleiner Bruder arbeitet bei Siemens.
Unser Sohn hat gestern mit seinem neuen Weihnachtsspielzeug gespielt.
Adjektivendungen nach dem Possessivartikel

Nominativ Akkusativ Dativ Genitiv

mein meinen meinem meines


Maskulin
netter Mann netten Mann netten Mann netten Mannes

mein mein meinem meines


Neutrum
nettes Kind nettes Kind netten Kind netten Kindes

meine meine meiner meiner


Feminin
nette Frau nette Frau netten Frau netten Frau

meine meine meinen meiner


netten Männer netten Männer netten Männern netten Männer
meine meine meinen meiner
Plural
netten Kinder netten Kinder netten Kindern netten Kinder
meine meine meinen meiner
netten Frauen netten Frauen netten Frauen netten Frauen

Syntax - Die Satzstellung des Deutschen


Mit Syntax bezeichnet man die Regeln zur Satzstellung bzw. die Beziehung der einzelnen
Satzglieder zueinander - also was in einem Satz wo steht.

Regeln zur Satzstellung im Hauptsatz.


Im Hauptsatz gibt es eigentlich nur drei wichtige Regeln:
Das flektierte Verb steht immer an zweiter Position.
Ich gebe der Frau die Blumen.
Der Frau gebe ich die Blumen.

Das Subjekt steht an erster oder dritter Stelle, also in der Nähe des Verbs. Es ist also in
der deutschen Sprache möglich, dass das Subjekt erst nach dem Verb folgt, das nennt man
Inversion.
Ich gebe der Frau die Blumen.
Der Frau gebe ich die Blumen. (Inversion)

Wenn die Objekte direkt aufeinander folgen, steht immer Dativ vor Akkusativ. Einzige
Ausnahme ist das Personalpronomen im Akkusativ, es steht immer vor einem Dativ.
Ich gebe der Frau die Blumen.
Ich gebe sie der Frau.

Wie beim Hauptsatz gibt es auch für die Nebensätze nicht viele Regeln zur Syntax. Ein
Nebensatz ist ein Satz, der von einem Hauptsatz abhängig ist, also nicht alleine stehen
kann.
Regeln für die Satzstellung im Nebensatz
Das flektierte Verb steht im Nebensatz an letzter Stelle.
Außerdem steht das Subjekt im Nebensatz an erster Stelle, direkt nach einem möglichen
Junktor (= Bindewort - z.B. dass, weil, obwohl). Inversion gibt es also nur im Hauptsatz.
Ich weiß, dass du gestern keine Zeit hattest.

Ein Junktor drückt immer eine Beziehung zwischen den Sätzen, die er verbindet, aus. Es
gibt Junktoren, die Hauptsätze einleiten, und solche, die Nebensätze einleiten. Je nachdem
verändert sich natürlich auch die Satzstellung. Für manche Beziehungen gibt es zwei
Junktoren: einen, der einen Nebensatz einleitet, und einen, der einen Hauptsatz einleitet,
z.B.:
Beziehung Junktor (Nebensatz) Junktor (Hauptsatz)
Gegensatz weil denn
Begründung obwohl trotzdem

Ich komme nicht, weil ich keine Zeit habe.


Ich komme nicht, denn ich habe keine Zeit.
Wie wir bereits gesehen haben, steht im Hauptsatz das Verb immer an zweiter Stelle. Steht
nun ein Nebensatz vor dem Hauptsatz, so wird der komplette Nebensatz als erstes Satzglied
gesehen und das Verb im Hauptsatz steht direkt nach dem Nebensatz.
Weil ich keine Zeit habe, komme ich nicht.

DIE NEBENSÄTZE
In diesem Abschnitt unserer Grammatik lernt ihr, welche Nebensätze es im Deutschen
gibt und welche Besonderheiten der Syntax (Die Lehre vom Satzbau) der Deutschen
Sprache besitzt.

Nebensätze des Deutschen


Der Nebensatz (erkennbar an dem typischen Einleitungswort) kann
a) am Anfang oder
b) am Ende des Satzgefüges stehen. Er kann aber auch
c) in den Hauptsatz eingeschoben sein (siehe "Relativsätze"!).

Stets wird der Nebensatz durch ein Komma vom Hauptsatz getrennt.

Folgende Typen der Nebensätze unterscheidet man im Deutschen:

1. Konjunktionalsätze - Satztyp zumeist eingeleitet durch folgende Konjunktionen


1.1 Temporalsatz (Zeitsatz)
Konjunktionen: als, während, seit, seitdem, solange, sobald
Als ich noch zur Schule ging, hatte ich viel mehr Freizeit.
Während wir einkaufen waren, wurde bei uns eingebrochen.
Seitdem er verheiratet ist, kommt Theo nicht mehr zum Skatabend.
Solange man im Glashaus sitzt, soll man nicht mit Steinen werfen.

1.2 Konditionalsatz (Bedingungssatz)


Konjunktionen: wenn, falls
Falls sie bis zum Ende des Monats nicht ihre Rechnung bezahlen, lasse ich die Ware
wieder abholen.
Wenn ich mal gross bin, werde ich Rennfahrer.

1.3 Kausalsatz (Begründungssatz)


Konjunktionen: weil, da
Weil sie den Zug versäumt hat, kommt sie erst heute Abend an.
Ich habe die Prüfung bestanden, da ich gut vorbereitet war.
1.4 Konzessivsatz (Einräumungssatz)
Konjunktionen: obgleich, obschon, wennschon, auch wenn

Ich glaube dir nicht, auch wenn du es noch so beteuerst.


Obgleich du so reich bist, glücklich bist du nicht.

1.5 Konsekutivsatz (Folgesatz)


Konjunktionen: dass, so dass, ohne dass
Es ist so kalt, dass die Fenster zufrieren.
Der Jäger schoss auf das Reh, ohne dass er es traf.

1.6 Finalsatz (Absichtssatz)


Konjunktionen: damit, dass, auf dass
Ich lerne die Vokabeln, damit ich den morgigen Test bestehe.
Wir müssen Vorsorge treffen, dass der Staat keine Schulden macht.

1.7 Modalsatz (Art- und Weisesatz)


Konjunktionen: indem, dadurch dass, ohne dass
Der Tiger fängt seine Beute, indem er sich vorsichtig anschleicht.
Ohne dass es das Opfer merkt, nähert sich die tödliche Gefahr.
Dadurch dass du vor einer Gefahr die Augen verschliesst, wehrst du sie nicht ab.

Der Vergleichssatz ist ein Sonderfall des Modalsatzes. Konjunktionen: als ob, wie
wenn, je ... desto

Je mehr du nachdenkst, desto klarer erkennst du dein Unrecht.


Ihr besucht mich, als ob ihr euch verabredet hättet.

2. Relativsätze
eingeleitet durch Relativpronomen: der, die, das; welcher, welche, welches

Das alte Haus, das neulich ausgebrannt ist, wird abgerissen .


Das alte Haus, welches neulich ausgebrannt ist, wird abgerissen .

3. Indirekte Fragesätze
eingeleitet durch Interrogativpronomen: wer, was; welcher, welche, welches wann; wo;
ob; warum
Der Lehrer kann beim besten Willen nicht entscheiden, wer von wem abgeschrieben hat.
Meine Frau fragt mich ständig, welches Kleid sie anziehen soll.
Er fragte mich, wann wir uns treffen.
Sie fragte mich, wo ...
Ich fragte ihn, warum ...

Syntax (Die Lehre vom Satzbau)


Der Satz ist die kleinste zusammengehörende Redeeinheit. Er besteht in der Regel aus
mehreren Satzbausteinen. Diese Satzbausteine müssen sprachlich und logisch
aufeinander bezogen sein,
so dass sich eine sinnvolle Aussage ergibt.

Ein vollständiger Satz besteht mindestens aus zwei Satzbausteinen:

SUBJEKT PRÄDIKAT
Zum Beispiel ein einfacher Aussagesatz:
SASCHA SCHLÄFT.

In diesem Satz ist SASCHA das Subjekt und SCHLÄFT das Prädikat. Stellt man das
Prädikat an den Satzanfang, ergibt sich ein einfacher Fragesatz:

SCHLÄFT SASCHA ?
Benutzt man das Verb des Prädikats in seiner Befehlsform (=Imperativ), ergibt sich ein
Aufforderungs- oder Befehlssatz:
SCHLAF, SASCHA !
Merke: Man unterscheidet also drei Arten von Sätzen:
- Aussagesätze
- Fragesätze
- Befehlssätze .
Hinzu kommt noch als Sonderfall der Ausrufsatz, zum Beispiel:
Wenn doch schon Sonntag wäre! Käme doch endlich Hilfe! Hätte ich doch im Lotto
gewonnen!

-------------------------------------------------------------------------
Oft reichen SUBJEKT und PRÄDIKAT allein noch nicht, um einen sinnvollen Satz zu
bilden - der Satz bleibt dann unvollständig:
SILKE HÖRTE
Hier bleibt die Frage offen, wen oder was Silke denn hörte! Hörte sie Radio? Oder ihre
neueste CD?
Vielleicht die Stimme eines Rocksängers? So ist diese Aussage jedenfalls völlig
unbefriedigend - es fehlt noch eine wesentliche Information. Diese Information liefert
das OBJEKT .
SILKE HÖRTE EINEN HILFERUF.
Merke: Es gibt Verben, die als Prädikat im Satz unbedingt noch eine Ergänzung
benötigen, um eine sinnvolle Aussage zu bilden. Diejenigen Verben, die eine Ergänzung,
ein Objekt, im Akkusativ (4. Fall) benötigen, nennt man transitive Verben.
Intransitive Verben sind alle anderen Verben, die kein Objekt im Akkusativ brauchen,
zum Beispiel: bellen, schlafen, laufen, blühen, leuchten, brennen, telefonieren
-------------------------------------------------------------------------
Diese Aussage "Silke hörte einen Hilferuf" kann man nun noch durch weitere
Informationen vervollständigen:
SILKE HÖRTE AM SEEUFER EINEN HILFERUF.
Hier erfährst du zusätzlich, wo Silke diesen Hilferuf hörte. Es handelt sich also um eine
Umstandsbestimmung des Ortes.
SILKE HÖRTE HEUTE MORGEN AM SEEUFER EINEN HILFERUF.
Dieser Satz enthält auch noch die Information, wann sich das Ereignis
abgespielt hat. Es ist eine Umstandsbestimmung der Zeit.
-------------------------------------------------------------------------
Will man einen Sachverhalt besonders hervorheben, so stellt man den entsprechenden
Satzbaustein an den Satzanfang:
Heute Morgen hörte Silke am Seeufer einen Hilferuf.
Am Seeufer hörte Silke heute Morgen einen Hilferuf.
Einen Hilferuf hörte Silke heute Morgen am Seeufer.
Durch solche Umstellproben findet man auch noch heraus, welche Worte zusammen
einen Satzbaustein bilden - sie lassen sich bei der Umstellprobe nicht sinnvoll
voneinander trennen. In diesem Beispiel bleiben immer zusammen "heute Morgen", "am
Seeufer", und "einen Hilferuf".

Komposita - zusammengesetzte Wör ter


Komposition
Die Komposition oder Wortzusammensetzung bedeutet, dass selbständige Wörter
miteinander zu einem neuen Wort verbunden werden. Beispiele:
Marmor + Tisch = Marmortisch
alt + modisch = altmodisch
Staub + saugen = staubsaugen
treffen + sicher = treffsicher
Wortklasse, Flexionsklasse und bei Nomen das Geschlecht werden vom letzten (rechts
stehenden) Basiswort auf das zusammengesetzte Wort übertragen.
Nomenkomposita
Die Nomenkomposita werden nach der Wortklasse der beteiligten Wörter eingeteilt:
beteiligte Wortklassen Beispiel
Nomen + Nomen Tischdecke
Adjektiv + Nomen Grünspecht
Verb + Nomen Überholspur
Adverb + Nomen Aufwärstrend
Pronomen + Nomen Selbstbetrug
Scheinwort+ Nomen Brombeere
Artikel und Flexionsklasse
Für alle Nomenkomposita gilt, dass das zweite Element ein Nomen ist. Das
zusammengesetzte Wort hat den gleichen Artikel und die gleiche Flexionsklasse wie
dieses Nomen. Zum Beispiel:
Nomen + Nomen der Flexionsklasse -/en = Nomen der Flexionsklasse -/en
der Tisch + die Decke = die Tischdecke

Adjektiv + Nomen der Flexionsklasse es/e = Nomen der Flexionsklasse es/e


grün + der Specht = der Grünspecht

Adverb + Nomen der Flexionsklasse es/er = Nomen der Flexionsklasse es/er


sofort + das Bild = das Sofortbild

Nomen + Nomen
Nomen werden direkt oder mit einem Fugenelement mit einem anderen Nomen
verbunden.
Ohne Fugenelement
Nomen können direkt, d.h. ohne Fugenelement miteinander verbunden werden:
Beispiele: Computerspiel, Tischbein, Zimmerpflanze, Angsthase

Besonderheiten dabei:
1. Umlaut: Der umlautbare Vokal des Stammes des ersten Nomens kann umgelautet
werden:
Bruder + Paar = Brüderpaar
2. e-Tilgung: Bei Nomen, die auf unbetontes e enden, kann das e des Stammes getilgt
werden:
Erdbeere + Eis = Erdbeereis
Mit Fugenelement
Wenn ein Nomen mit einem Nomen kombiniert wird, kann ein sogenanntes
Fugenelement zwischen die beiden Nomen eingefügt werden. Die folgenden
Fugenelemente kommen bei der Nomen-Nomen-Komposition vor:
Fugen-
Beispiele Regel
element
e steht nur nach Nomen, die den Plural mit e bilden.
e Tagebuch (Tagebuch) Bei Nomen mit Pluralformen mit Umlaut, wird
auch vor dem Fugenelement e umgelautet: (Städtebau)
en steht regelmäßig: nach Nomen, die den Genitiv mit en
bilden (Menschenmenge) ; nach substantivierten Adjektiven
(Krankenhaus); nach weiblichen Nomen mit dem Suffix in
(Studentinnentreffen);
en Strahlenbündel
en steht häufig: nach weiblichen Nomen auf e
(Familienangehörige)
en steht nie: nach Nomen, die den Plural mit er, s oder ohne
Pluralsuffix (-) bilden
ens kann stehen nach den Nomen Herz und Schmerz und steht
ens Schmerzensschreiweiter in den Zusammensetzungen wie Frauensperson und in
der Interjektion Menschenskind(er)
er steht nur nach Nomen, die den Plural mit er bilden
er Kindergarten (Bilderbuch); Bei Nomen mit Pluralformen mit Umlaut, wird
auch vor er umgelautet (Hühnerbrühe)
es kann stehen: nach männlichen und sächlichen Nomen, die
eine Genitivform mit es haben (Bundespräsident)
es Jahresbericht
es steht in der Regel nicht: nach Ableitungen mit Suffix oder
nach Komposita.
s Einheitspreis s steht regelmäßig
nach folgenden Suffixen: heit, keit; ling; sal; schaft; tum;
ung; ion; ität. Bsp.: Lieblingsfarbe, Regierungskriese

s steht ebenfalls regelmäßig:


nach substantivierten Infinitiven Essenszeit
nach weiblichen Nomen auf at und ut: Bsp.:
Heiratsschwindler
nach weiblichen zusammengesetzen Nomen mit den
Basiswörtern –fahrt, –flucht, –furcht, –macht, –sicht, –
sucht, –nacht, –zucht. Bsp.: Ansichtskarte

s kann stehen:
nach anderen männlichen und sächlichen Nomen, die eine
Genitivform mit s haben Adelstitel
nach einigen anderen weiblichen Nomen wie Geduld,
Bibilothek, Sorgfalt, Unschuld, Geschichte, Hilfe :
Geduldsprobe

DEKLINATION DER ADJEKTIVE


1. Beispiel - Vor dem Adjektiv steht der bestimmtem Artikel
Singular
Kasus Maskulinum Femininum Neutrum
Nominativ (1. Fall) der alte Mann die junge Frau das kleine Kind
Genitiv (2.Fall) des alten Mannes der jungen Frau des kleinen Kindes
Dativ (3. Fall) dem alten Mann(e) der jungen Frau dem kleinen Kind(e)
Akkusativ (4. Fall) den alten Mann die junge Frau das kleine Kind
Plural
Kasus Maskulinum Femininum Neutrum
Nominativ (1. Fall) die alten Männer die jungen Frauen die kleinen Kinder
Genitiv (2.Fall) der alten Männer der jungen Frauen der kleinen Kinder
Dativ (3. Fall) den alten Männern den jungen Frauen den kleinen Kindern
Akkusativ (4. Fall) die alten Männer die jungen Frauen die kleinen Kinder
Beachte: Die Pluralformen der Adjektive sind bei allen drei Geschlechtern gleich .
2. Beispiel - vor dem Adjektiv steht der unbestimmtem Artikel
Singular
Kasus Maskulinum Femininum Neutrum
Nominativ (1. Fall) ein alter Mann eine junge Frau ein kleines Kind
Genitiv (2.Fall) eines alten Mannes einer jungen Frau eines kleinen Kindes
einem alten
Dativ (3. Fall) einer jungen Frau einem kleinen Kind(e)
Mann(e)
Akkusativ (4. Fall) einen alten Mann eine junge Frau ein kleines Kind
Beachte: Bei Unbestimmten Artikeln entfällt das Plural. Die Nomen stehen dann bei
unbestimmter Menge oder Anzahl ohne Artikel.
3. Beispiel - kein Artikel vor dem Adjektiv
Singular
Kasus Maskulinum Femininum Neutrum
Nominativ (1. Fall) alter Mann junge Frau kleines Kind
Genitiv (2.Fall) altes Mannes junger Frau kleines Kindes
Dativ (3. Fall) altem Mann(e) junger Frau kleinem Kind(e)
Akkusativ (4. Fall) alten Mann junge Frau kleines Kind
Plural
Kasus Maskulinum Femininum Neutrum
Nominativ (1. Fall) alte Männer junge Frauen kleine Kinder
Genitiv (2.Fall) alter Männer junger Frauen kleiner Kinder
Dativ (3. Fall) alten Männern jungen Frauen kleinen Kindern
Akkusativ (4. Fall) alte Männer junge Frauen kleine Kinder
Beachte: Die Pluralformen der Adjektive sind bei allen drei Geschlechtern gleich .
Beachte: Zwei oder mehrere Adjektive vor einem Nomen werden parallel, d.h. auf die
gleiche Weise, dekliniert. Bei bestimmten oder unbestimmten Aktikeln gilt das ebenso.
Beispiel: Der gute alte Mann; junger hübscher Frau; eines spielenden kleinen Kindes;
gute alte Männer.

STEIGERUNG DER ADJEKTIVE

Das Adjektiv und die Steigerungsstufen


Das Adjektiv drückt aus, wie etwas ist. Es gibt die Eigenschaften von Lebewesen, von
Dingen oder Vorgängen an. Wenn die Hervorhebung einer Eigenschaft durch ein
normales Adjektiv noch nicht ausreicht, lassen sich die meisten Adjektive noch steigern:
die schöne Katze - die schönere Katze - die schönste Katze
Das Deutsche unterscheidet drei Steigerungsstufen:

Positiv Grundstufe Das Kind schreit laut.


Komparativ Vergleichsstufe Das Kind schreit lauter als die Mutter.
Superlativ Höchststufe Das Kind schreit sehr laut. Das Kind
schreit am lautesten.

Somit ist die Bildung der Steigerungsstufen wie folgt:


Positiv Grundstufe laut
Komparativ Vergleichsstufe lauter
Superlativ Höchststufe am lautesten oder der lauteste
Umlaut bei Steigerung
Bei einigen einsilbigen Adjektiven wird der Stammvokal im Komparativ und Superlativ
umgelautet.
Positiv Komparativ Superlativ
alt älter älteste
grob gröber gröbste
jung jünger jüngste
Einige einsilbige Adjektive (sowie gesund) können die Steigerungsformen mit und ohne
Umlaut bilden
Positiv Komparativ Superlativ
gesunder gesundeste
gesund
gesünder gesündeste

Unregelmäßige Komparation:
Die folgenden Adjektive bilden die Steigerungsformen unregelmäßig:
Positiv Komparativ Superlativ
gut besser am besten
hoch höher am höchsten
nahe näher am nächsten
viel mehr am meisten
Von diesen Adjektiven abgeleitete Adjektive können meist nicht gesteigert werden.
Wenn sie Steigerungsformen haben, schwanken diese oft zwischen regelmäßigen und
unregelmäßigen Formen.
Bsp: naturnaher Mensch (Keine Steigerungsformen möglich)
als oder wie?
Ein Problem der deutschen Sprache ist die Verwendung von "als" oder "wie" in der
Komparation. Nach dem Komparativ steht zumeist der Vergleichspartikel "als". Nach
"so", "ebenso" und "genauso" steht "wie".

"Wie" drückt die Komparation auf gleicher Stufe aus. :


Klaus ist so alt wie Hugo.

"Als" drückt die Komparation auf unterschiedlichen Stufen aus:

Klaus ist älter als Hugo.


Adjektive ohne Steigerungsstufe:
Nicht alle Adjektive können Steigerungsstufen bilden, da der Inhalt eindeutig festgelegt
ist und keine Abstufungen erlaubt; Sie drücken bereits die höchste Steigerung aus.

Beispielsweise: wörtlich, schriftlich, rund, eckig, lebendig, tot, englisch, eisern, hölzern,
maximal, einzig, absolut, total...

Einige Adjektive zeigen bereits in ihrer Nachsilbe (Suffix) die Steigerung an.
Beispielsweise: königlich: etwas oder jemand ist gleich/ von der gleichen Art wie ein
König; oder holzig: etwas enthält/ besteht aus Holz.

DIE PRÄPOSITIONEN
reine Kasus:
Präpositionen mit Akkusativ: bis, durch, für, ohne, um, gegen, wider ... (Auswahl)
Präpositionen mit Dativ: mit, nach, nächst, nebst, bei, samt, von, zu, zuwider, aus,
gegenüber, gemäß, ... (Auswahl)
Präpositionen mit Genitiv: außerhalb, diesseits, kraft, infolge, unterhalb, oberhalb ...
(Auswahl)

schwankende Kasus: Genitiv und auch Dativ: (an)statt, innerhalb, längs, laut, mittels, trotz,
während, wegen, zugunsten
Dativ und auch Genitiv: binnen, dank, zufolge
Dativ und auch Akkusativ: ab, außer
Akkusativ und auch Dativ (manchmal sogar Genitiv): entlang

Wechselpräpositionen:
an, auf, hinter, neben, in, über, unter, vor, zwischen
Diese stehen mit Akkusativ oder Dativ.
Akkusativ: mit Frage WOHIN? d.h. richtungsbetont z.B. Er hat die Schuhe unter das Bett
gestellt.
Dativ: mit Frage WO? d.h. zielgerichtet (ortgerichtet) z.B. Die Schuhe stehen jetzt unter dem
Bett.
Die Verben sollte man sich gleich mit den dazugehörigen Präpositionen merken. Es gibt
keine Regel dafür, welches Verb mit welcher Präposition gebraucht wird..
an + Akkusativ
denken an - Ich denke oft an meinen Vater.
glauben an - Er glaubt an keinen Gott.
schreiben an - Sie schreibt an ihren Bruder.
sich anpassen an - Er hat sich an sein trauriges Leben angepasst.
über + Akkusativ
schreiben über - Er schreibt über seine Reise.
reden über - Er redet oft über nichts.
sprechen über - Heute sprechen wir über das Leben in China.
lesen über - Morgen lesen wir ein Buch über Japan.
herschen über - Der russische Zar herrschte über das Land.
auf + Akkusativ
warten auf - Wir warten auf den Bus.
sich freuen auf - Er freut sich auf die Reise.
für + Akkusativ
bekant sein für - Er ist für seine guten Noten bekannt.
sich interessieren für - Sie interessiert sich für die deutsche Sprache.
mit+ Dativ
anfangen mit - Ich fange gleich mit meinen Hausaufgaben an.
aufhören mit - Er kann nicht mir seinem Gespräch aufhören.
von + Dativ
halten von - Was halten Sie von dieser Universität?
erzählen von - Sie erzählt von ihrer Reise.
reden von - Er redet viel von Politik.
zu + Dativ
werden zu - Er ist zum besten Schüler des Jahres geworden.
machen zu - Ausdauer und Fleiß haben ihn zum Meister in Schwimmen gemacht.
zählen zu - Sie zählen zu unseren Stammkunden.
bei + Dativ
arbeiten bei - Er arbeitet bei der Firma.
helfen bei - Kannst du mir bei der Arbeit helfen?
in + Dativ
blättern in - Ich blättere gerne in diesem Buch.
entstehen in - Dieses Lied entstand in unserem Freundeskreis.
vor + Dativ
Angst vor (etw/jdm) haben - Ich habe Angst vor ihm.
sich verstecken vor - Der Hase hat sich vor dem Fuchs hinter dem Gebüsch versteckt.
Idiomatische Ausdrücke (keine Verb-Präpositionskombinationen)
Sie studiert an der Universität.
Sie geht auf die Uni.
Sie wohnen auf dem Land.
Sie fahren auf das Land.
MODALVERBEN
I. Konjugation der Modalverben

1. Präsens
Im Präsens bilden alle Modalverben (außer sollen) im Singular besondere Formen.
Achten Sie auf den Wechsel des Vokals in der Stammsilbe und die fehlenden Endungen
in der 1. und 3. Person Singular (- e und - t):
können müssen wollen
ich kann ich muss ich will
Sie können Sie müssen Sie wollen
du kannst du musst du willst
er/sie/es kann er/sie/es muss er/sie/es will
wir können wir müssen wir wollen
Sie können Sie müssen Sie wollen
ihr könnt ihr müsst ihr wollt
sie können sie müssen sie wollen

dürfen sollen
ich darf ich soll
Sie dürfen Sie sollen
du darfst du sollst
er/sie/es darf er/sie/es soll
wir dürfen wir sollen
Sie dürfen Sie sollen
ihr dürft ihr sollt
sie dürfen sie sollen

2. Präteritum
Die Präteritumformen werden regelmäßig gebildet:
ich durfte, Sie durften, du durftest, er/sie/es durfte, wir durften ...
ich konnte, Sie konnten, du konntest ...
ich musste, Sie mussten, du musstest ...
ich sollte, Sie sollten, du solltest ...
ich wollte, Sie wollten, du wolltest ...*

3. Perfekt und Plusquamperfekt


Perfekt und Plusquamperfekt werden mit haben bzw. sein + Inifinitiv (Vollverb) +
Infinitiv (Modalverb) gebildet:
Herr Schubert hat ein neues Auto kaufen müssen.
Wird ein Modalverb als Vollverb (also ohne weiteres Vollverb) gebraucht, erfolgt die
Bildung von Perfekt und Plusquamperfekt auch wie beim Vollverb:
Ich habe lieber Kaffee als Tee gewollt.
II. Bedeutung der Modalverben
Modalverben fügen dem Verb eine zusätzliche Information hinzu, nämlich dass die
Möglichkeit/Erlaubnis, die Notwendigkeit oder der Wunsch zu einer Handlung besteht:
Ich kann mit ein neues Auto kaufen.
Möglichkeit/Erlaubnis
(d. h.: Es ist möglich, dass ich ein neues Auto kaufe.)
Trenn- und Untrennbare Präfixe
Im Deutschen unterscheidet man folgende Präfixtypen:
untrennbare Präfixe
trennbare Präfixe
trennbare und untrennbare Präfixe
Fremde Präfixe
Untrennbare Präfixe (heimisch)
Diese Klasse umfasst die heimischen Präfixe, die ausschließlich untrennbare Verben
bilden. Untrennbare Präfixe sind unbetont.
be, ent, er, ge, hinter, miss, ver, zer

Trennbare Präfixe
Die Präfixe dieser Klasse bilden ausschließlich trennbare Verben. Sie sind alle heimisch.
Trennbare Präfixe sind betont.
ab, an, auf, aus, bei, dar, ein, fehl, für, inne, los, nach, rück, vor,
wieder, zu, zurecht, zwischen

Trennbare und untrennbare Präfixe


Die Präfixe dieser Klassen bilden sowohl trennbare als auch untrennbare Verben. Sie
sind alle heimisch.

durch, über, um, unter, wider


Die Präfixe können vom gleichen Basisverb sowohl ein trennbares als auch ein
untrennbares Verb ableiten. Man erkennt die untrennbaren Verben daran, dass sie
stammbetont sind:
untrennbar: jmd. etw. unterstéllen ich unterstelle ihm ein Verbrechen
trennbar: sich únterstellen ich stelle mich hier unter, weil es regnet

Fremde Präfixe
Fremdsuffixe bilden nur untrennbare Verben. Sie verbinden sich nur mit fremden Verben
auf ieren.
ab, ad, ante, co, de/des, dis, en, ex, in, inter, intro, kon, konter, kontra, per, post, prä, pro,
re, retro, sub, trans, zirkum

DAS PERFEKT
1. Bildung
Das Perfekt bildet man mit den Hilfsverben haben und sein und dem Partizip 2. Das
Partizip 2 der Verben wird auf unterschiedliche Art gebildet:
1.1 Regelmäßige, schwache Verben
Bei diesen Verben wird vor den Infinitivstamm "-ge-" und dahinter ein "-t" gehängt:
ge + Infinitivstamm + t
Ein Beispiel: machen - gemacht
Wenn der Stamm der Verben auf -t oder -d oder -n endet, wird am Ende noch ein "-e-"
gebraucht: ge + Infinitivstamm +e + t
Ein Beispiel: arbeiten -gearbeitet
1.2 Unregelmäßige, schwache Verben
Hier hat der Infinitivstamm eine Vokalveränderung: ge + Infinitivstamm mit
Veränderung + t
Ein Beispiel: denken - gedacht
1.3 Starke Verben
Bei den starken Verben wird an den Infininitivstamm (mit oder ohne
Vokalveränderung) statt dem "-t" ein "-en" angehängt. Das "ge-" bleibt gleich.
Ein Beispiel: kommen - gekommen
1.4 Verben mit untrennbarer Vorsilbe
Hier gibt es zwei Möglichkeiten:
a) Vorsilbe + Infinitivstamm + t Ein Beispiel: erklären - erklärt
b) Vorsilbe + Infinitivstamm + en Ein Beispiel: vergessen - vergessen
1.5 Verben mit trennbarer Vorsilbe
Auch hier gibt es zwei Möglichkeiten:
a) Vorsilbe + ge + Infinitivstamm + t
z. Bsp: einkaufen - eingekauft
b) Vorsilbe + ge + Infinitivstamm + en [+/- Vokaländerung]
z.Bsp: einladen - eingeladen
1.6 Verben, die auf -ieren enden
Bei diesen Verben wird an den Infinitivstamm ein "-t" angehängt: Infinitivstamm + t
Ein Beispiel: studieren - studiert

2. Unterscheidung von sein und haben


2.1 sein + Partizip 2
Folgende Verben brauchen sein als Hilfeverb:
Verben der Bewegung (fahren, kommen, laufen)
Verben der Zustandsveränderung (wachsen, werden, aufwachsen)
bleiben, sein
2.2 haben + Partizip 2
Alle anderen Verben Bilden das Perfekt mit haben. Folgende Gruppe sollte man sich
merken:
reflexiven Verben (sich waschen, sich entscheiden).

DAS PRÄTERITUM

1. Bildung

1.1 Schwache Verben


Das Präteritum der schwachen Verben wird gebildet, indem man an den Infinitivstamm
"-te-" und die Endung anhängt: Infinitivstamm + te + Endung.

Endet der Infinitivstamm auf -d oder -t, dann wird zwischen den Stamm und das "-te-"
noch ein "-e-" gesetzt: Infinitivstamm + e + te + Endung
Die Endungen sind: Ein Beispiel: machen Ein Beispiel: reden
Plural Singular Plural Singular Plural
Singular
1.Pers. n 1.Pers.machte machten 1.Pers.redete redeten
2.Pers. t 2.Pers.machtest machtet 2.Pers.redetest redetetet
-st
3.Pers. n 3.Pers.machte machten 3.Pers.redete redeteten
1.2 Unregelmäßige, schwache Verben
Hier macht der Infinitivstamm eine Vokalveränderung, dann wird wie bei den Beispielen
oben ein "-te-" und die Endung angehängt: Vokalveränderung + te + Endung.

1.3 Starke Verben


Bei den starken Verben wird an den Infinitivstamm mit Vokalveränderung nur die
Endung angehängt: Infinitivstamm + Endung.
Ein Beispiel: bringen Ein Beispiel: gehen
(unregelmässiges schwaches Verb) (ein starkes Verb)
Singular Plural Singular Plural
1.Pers. brachte brachten 1.Pers.ging gingen
2.Pers. brachtest brachtet 2.Pers.gingst gingt
3.Pers. brachte brachten 3.Pers.ging gingten

2. Gebrauch
Das Präteritum wird in allen seinen Formen nur in Norddeutschland gesprochen.
Ansonsten wird es mehr in der geschriebenen Sprache benutzt, zum Beispiel in
Erzählungen und Berichten.
Die Formen der Hilfs- (haben, sein) und Modalverben (sollen, wollen, mögen, müssen,
dürfen) werden jedoch in ganz Deutschland in der gesprochenen Sprache benutzt.

KONJUKTIV
In diesem Teil der Grammatik erfahrt ihr, wo der Unterschied zwischen Indikativ und
Konjunktiv liegt, wann Konjunktiv I und wann Konjunktiv II verwendet wird, welche
Typen des Konjunktivs (je nach Gebrauch)es gibt .

Indikativ vs. Konjunktiv


Was fällt an diesen Beispielen auf?
Peter hat gestern Abend 20 neue Vokabeln gelernt.
Susanne behauptet, sie habe gestern Abend 30 neue Vokabeln gelernt.

Peter hat wirklich 20 neue Vokabeln gelernt; diese Tatsache wird deshalb sprachlich
durch die "Wirklichkeitsform", den Indikativ, zum Ausdruck gebracht.

Ob Susanne wirklich 30 neue Vokabeln gelernt hat, weiß ich nicht so genau; es ist aber
immerhin möglich. Um diese Ungewissheit, das heißt die immerhin bestehende
Möglichkeit, sprachlich zum Ausdruck zu bringen, benutzt man die "Möglichkeitsform",
den Konjunktiv.

Konjunktiv I vs. Konjunktiv II


Beim Konjunktiv unterscheidet man zwei Formen: Konjunktiv I und Konjunktiv II.

Susanne behauptet, sie habe gestern Abend 30 neue Vokabeln gelernt.


Susanne behauptet, sie hätte gestern Abend 30 neue Vokabeln gelernt.
Im ersten Fall wird die Aussage ganz neutral weitergegeben; der Sachverhalt kann
stimmen oder auch nicht. Sprachlich wird diese neutrale Haltung durch den Konjunktiv
I zum Ausdruck gebracht.

Im zweiten Fall hat der Sprecher erhebliche Zweifel am Wahrheitsgehalt seiner


Aussage; deshalb benutzt er den Konjunktiv II, um diese Ungewissheit sprachlich zu
verdeutlichen.

Verwendung des Konjunktivs

Konjunktiv I:
Indirekte Rede (neutral) Martina hat mir erzählt, sie sei schrecklich in dich verliebt.
Indirekte Überlegung Sascha dachte pausenlos darüber nach, wie er sie ansprechen
könne.
Indirekte Frage Er fragte sie endlich, ob sie mit ihm ins Kino gehe.
Vermutung Er glaubte, sie habe schon einen festen Freund.
Forderung Sie forderte von ihm, dass er ihr ewig treu sei.
Wunsch Möge diese Liebe ewig währen!
Anweisung Man beachte die versteckte Ironie!
Redewendungen Seien Sie doch bitte so nett ...
Seien wir doch mal vernünftig!
Herr, dein Wille geschehe!
Konjunktiv II:
Indirekte Rede Dieser alte Schwindler sagt, er hätte eine große Erbschaft
(starke Zweifel) gemacht.
Indirekte Rede Ich schrieb dir, ich käme um zehn Uhr am Schwerter
(Ersatzform für Konjunktiv I) Bahnhof an.
Unerfüllbarer Wunsch Wenn sie doch nur bald wieder gesund würde!
Unwirkliche Aussage Ohne deine Hilfe wäre ich nie rechtzeitig fertig
geworden.
Unwirklicher Vergleich Ich hatte das Gefühl, als würde das Experiment jeden
Moment explodieren.
Unwirkliche Bedingung Wenn ich das vorher gewusst hätte, dann hätte ich anders
gehandelt.
Höfliche Aussage In diesem Fall hätte ich mich anders verhalten.
Herr Professor, ich möchte sie etwas fragen.
Höfliche Frage Würdest du nicht auch so handeln?
Könnten Sie mir erklären, wie ich zum Bahnhof komme?
Höfliche Aufforderung Würden Sie bitte das Rauchen einstellen!
Zweifel Das hättest du wirklich getan?
Potentialis So etwas hätte ihm niemand zugetraut.
Für diese Aufgabe wäre ich wie geschaffen.
Das könntest du doch auch!
Einschränkende Aufforderung Sie müssten mal dringend ein paar Wochen Urlaub
machen.
Er müsste so schnell wie möglich ins Krankenhaus.
Bildung des Konjunktivs im Vergleich zum Indikativ
Präsens
Indikativ Konjunktiv I Konjunktiv II
ich komme komme käme
du kommst kommest kämest
er/sie/es kommt komme käme
wir kommen kommen kämen
ihr kommt kommet kämet
sie kommen kommen kämen

Perfekt
Indikativ Konjunktiv I Konjunktiv II
ich bin gekommen sei gekommen wäre gekommen
du bist gekommen seiest gekommen wärest gekommen
er/sie/es ist gekommen sei gekommen wäre gekommen
wir sind gekommen seien gekommen wären gekommen
ihr seid gekommen seiet gekommen wäret
sie sind gekommen seien gekommen wären gekommen

Futur
Indikativ Konjunktiv I Konjunktiv II
ich werde kommen werde kommen würde kommen
du wirst kommen werdest kommen würdest kommen
er/sie/es wird kommen werde kommen würde kommen
wir werden kommen werden kommen würden kommen
ihr werdet kommen werdet kommen würdet kommen
sie werden kommen werden kommen würden kommen
Beachte: In bestimmten Fällen stimmen die Formen des Indikativs und des Konjunktivs
I überein.
(Z.B. 1. Person Singular, Präsens und Futur oder 1. Person Plural, Präsens und Futur)
Um dennoch die Möglichkeitsform unmissverständlich zum Ausdruck zu bringen, weicht
man dann auf die entsprechende Form des Konjunktivs II aus (Ersatzform).

PASSIV
Der Unterschied zwischen Aktiv und Passiv
Aktiv Herbert wäscht seinen armen Hund.
Passiv Der arme Hund wird von Herbert gewaschen.
Das Subjekt im ersten Satz ist "Herbert". Herbert ist selbst aktiv, das heißt er übt eine
Tätigkeit aus; deshalb wird die Aktivität auch sprachlich durch die "Tätigkeitsform", das
Aktiv, zum Ausdruck gebracht.

Im zweiten Satz ist "der arme Hund" das Subjekt. Allerdings ist er nicht selbst aktiv,
sondern es wird etwas mit ihm gemacht; das heißt, er "erleidet" etwas; deshalb wird
dieser Sachverhalt sprachlich durch das Passiv zum Ausdruck gebracht.
Merke: Nicht alle Verben können ein Passiv bilden. Ein persönliches Passiv können nur
transitive Verben bilden. Das Akkusativobjekt (aus dem Aktiv-Satz) wird dabei zum
Subjekt (im Passiv-Satz).
Bildung des Passivs
1. Beispiel: lieben - liebte - geliebt (schwaches Verb)
Präsens
AKTIV PASSIV
ich liebe ich werde geliebt
du liebst du wirst geliebt
er/sie/es liebt er/sie/es wird geliebt
wir lieben wir werden geliebt
ihr liebt ihr werdet geliebt
sie lieben sie werden geliebt
Präteritum
AKTIV PASSIV
ich liebte ich wurde geliebt
du liebtest du wurdest geliebt
er/sie/es liebte er/sie/es wurde geliebt
wir liebten wir wurden geliebt
ihr liebtet ihr wurdet geliebt
sie liebten sie wurden geliebt
Perfekt
AKTIV PASSIV
ich habe geliebt ich bin geliebt worden
du hast geliebt du bist geliebt worden
er/sie/es hat geliebt er/sie/es ist geliebt worden
wir haben geliebt wir sind geliebt worden
ihr habt geliebt ihr seid geliebt worden
sie haben geliebt sie sind geliebt worden

Plusquamperfekt
AKTIV PASSIV
ich hatte geliebt ich war geliebt worden
du hattest geliebt du warst geliebt worden
er/sie/es hatte geliebt er/sie/es war geliebt worden
wir hatten geliebt wir waren geliebt worden
ihr hattet geliebt ihr wart geliebt worden
sie hatten geliebt sie waren geliebt worden
Futur I
AKTIV PASSIV
ich werde lieben ich werde geliebt werden
du wirst lieben du wirst geliebt werden
er/sie/es wird lieben er/sie/es wird geliebt werden
wir werden lieben wir werden geliebt werden
ihr werdet lieben ihr werdet geliebt werden
sie werden lieben sie werden geliebt werden

2. Beispiel: waschen - wusch - gewaschen (starkes Verb)


Präsens
AKTIV PASSIV
ich wasche ich werde gewaschen
du wäschst du wirst gewaschen
er/sie/es wäscht er/sie/es wird gewaschen
wir waschen wir werden gewaschen
ihr wascht ihr werdet gewaschen
sie waschen sie werden gewaschen
Präteritum
AKTIV PASSIV
ich wusch ich wurde gewaschen
du wuschest du wurdest gewaschen
er/sie/es wusch er/sie/es wurde gewaschen
wir wuschen wir wurden gewaschen
ihr wuschet ihr wurdet gewaschen
sie wuschen sie wurden gewaschen
Perfekt
AKTIV PASSIV
ich habe gewaschen ich bin gewaschen worden
du hast gewaschen du bist gewaschen worden
er/sie/es ist gewaschen
er/sie/es hat gewaschen
worden
wir haben gewaschen wir sind gewaschen worden
ihr habt gewaschen ihr seid gewaschen worden
sie haben gewaschen sie sind gewaschen worden
Plusquamperfekt
AKTIV PASSIV
ich hatte gewaschen ich war gewaschen worden
du hattest gewaschen du warst gewaschen worden
er/sie/es hatte gewaschen er/sie/es war gewaschen worden
wir hatten gewaschen wir waren gewaschen worden
ihr hattet gewaschen ihr wart gewaschen worden
sie hatten gewaschen sie waren gewaschen worden
Futur I
AKTIV PASSIV
ich werde waschen ich werde gewaschen werden
du wirst waschen du wirst gewaschen werden
er/sie/es wird gewaschen
er/sie/es wird waschen
werden
wir werden gewaschen
wir werden waschen
werden
ihr werdet waschen ihr werdet gewaschen werden
sie werden waschen sie werden gewaschen werden
Passiv - Formen
Am Wahltag sagte der Kanzlerkandidat voller Überzeugung: "Heute werde ich gewählt!"
Nach der Wahl verkündete er zufrieden: "Ich bin gewählt!"
In beiden Fällen handelt es sich um Passiv-Formen. Im ersten Fall wird zum Ausdruck
gebracht, dass ein Ereignis im Gange ist, in dessen Verlauf etwas mit dem Kanzler in spe
geschieht. Man spricht hier vom Vorgangspassiv.
Im zweiten Fall wird kein Vorgang, sondern ein Zustand dargestellt. Man spricht dann
vom Zustandspassiv.
Merke: Das Vorgangspassiv wird mit dem Hilfsverb "werden" gebildet.

Beispiel: gewaschen werden; gewählt werden; verschlossen werden; gelobt werden;


bestraft werden
Merke: Das Zustandspassiv wird mit dem Hilfsverb "sein" gebildet.

Beispiel: gewaschen sein; gewählt sein; verschlossen sein; verbündet sein; betrunken sein