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Hörskript

Kindergarten ist bis 16:30 Uhr geöffnet. Das ist dann


1 Lebenswege die späteste Abholzeit.

Dialog 3
A 2a Elena:  Entschuldigen Sie, ist der Crosstrainer frei?
Franziska:  Einen kurzen Moment noch. Ich packe schnell
Dialog 1
meine Sachen zusammen.
Fábio Lima:  Guten Tag! Ich bin Fábio Lima. Meine Familie
Elena:  Vielen Dank. Ich habe Zeit.
und ich sind heute eingezogen.
Franziska:  Kommen Sie aus Spanien?
Günther Schmidt:  Oh, herzlich willkommen und Grüß Gott!
Elena:  Oh, hört man das?
Sie sind also der neue Nachbar! Ich bin Günther
Franziska:  Ja, aber nur ein bisschen. Mein Mann ist Spanier,
Schmidt. So ein Umzug ist viel Arbeit, was?
da habe ich den Akzent irgendwie liebgewonnen. Ich
F.L.: Ja, das ist richtig. Wir mussten erst einmal prüfen,
heiße übrigens Franziska.
ob auch alles in Ordnung ist. Die Sachen waren mit
Elena:  Sehr erfreut, Elena Sanchéz.
dem Schiff und dann mit der Spedition unterwegs.
Franziska:  Kann es sein, dass ich Sie schon einmal in dem
G.S.: Woher kommen Sie denn?
spanischen Restaurant da drüben gesehen habe?
F.L.: Wir sind aus São Paulo in Brasilien. Ich bin Entwick­
Elena:  Ja. Ich lebe zwar erst seit Kurzem hier in Neustadt,
lungsingenieur für die Breuer Werkzeugmaschinen
aber ich war schon ein paarmal dort. Es ist echt ge­
GmbH und arbeite jetzt hier in Neustadt in der
mütlich!
Zentrale.
Franziska:  Gehen Sie heute noch hin? Ich treffe mich dann
G.S.: Mein Schwager arbeitet auch für Breuer. Das ist ja ein
dort mit meinem Mann. Wenn Sie Zeit und Lust haben,
internationales Unternehmen, da ist viel los. Bleiben
kommen Sie doch vorbei, dann können wir zusammen
Sie jetzt für immer hier?
noch was trinken …
F.L.: Nein, ich bin im Rahmen eines Programms für Füh­
Elena:  Vielen Dank! Ich komme gern.
rungskräfte nach Österreich gekommen. Das ist auf
Franziska:  Dann bis später! Ich freu’ mich.
zwei Jahre befristet.
G.S.: Na, dann wünsche ich Ihnen viel Erfolg. Und leben
Sie sich gut ein!
C 2b
Personalchef:  Ja, Frau Bertani, dann erzählen Sie doch ein­
Dialog 2
mal ein bisschen von sich. Was haben Sie bisher ge­
Marion Selig:  Guten Morgen, Marion Selig. Sie sind sicher
macht?
Frau Srubarová, und das ist dann Aneta? Herzlich will­
Rosanna Bertani:  Meine Familie kommt aus Bari in Italien.
kommen!
Und bevor ich in die Volksschule gekommen bin, sind
Vera Srubarová:  Ja, ich bin Vera Srubarová. Grüß Gott, Frau
meine Eltern nach Österreich gezogen. Meine Mutter
Selig! Meine Tochter Aneta ist ja heute das erste Mal
ist Informatikerin, mein Vater ist Mechatroniker. Tech­
bei Ihnen.
nik war bei uns zu Hause also immer ein Thema.
M.S.: Ja, wir haben Sie schon erwartet. Schau einmal, Aneta,
P.: Mhm, ich verstehe.
hier an der Garderobe ist der Platz, wo du deine Sachen
R.B.: Schon im Gymnasium waren Mathematik und Physik
aufhängen kannst. Darunter ist ein Fach für deine
meine Lieblingsfächer. Sobald ich die Matura hatte,
Schuhe. Da steht dein Name, Aneta, und dein Zeichen
habe ich mit dem Bachelor-Studium an der Johannes
ist ein gelber Schmetterling. Gefällt er dir?
Kepler Universität in Linz angefangen. Ich wollte
Aneta:  Oh ja … Danke schön. Ich mag Schmetterlinge.
Softwareentwicklerin werden. Und solange ich noch
M.S.: Du sprichst aber gut Deutsch! Wo hast du denn das
auf der Uni war, habe ich zwischendurch ein paarmal
gelernt?
als Programmierassistentin bei der Enzo PC-Solution
Aneta:  Vom Pauli und vom Michi!
GmbH gejobbt.
V.S.: Sie spielt jeden Tag mit Paul und Michael, das sind die
P.: Mhm, interessant!
Buben vom Nachbarn. Die sprechen nur Deutsch mit
R.B.: Ja, das war eine gute praktische Erfahrung, bei der ich
ihr. Zu Hause sprechen wir Tschechisch.
viel gelernt habe. In den Semesterferien habe ich fall­
M.S.: Ja, Kinder lernen echt schnell eine neue Sprache. – Ach
weise in einem Ferienhort als Kinderbetreuerin gear­
so, was ich Ihnen noch sagen wollte, Frau Srubarová,
beitet, um etwas dazuzuverdienen. Die Arbeit mit Kin­
hier ist eine Box, wo Sie Anetas Bastelarbeiten, Einla­
dern hat mir auch Spaß gemacht! Ich habe ja selbst eine
dungskarten, Infos und so weiter finden. Bitte schauen
Tochter und deshalb auch zwei Semester ausgesetzt.
Sie da regelmäßig hinein.
Nachdem ich dann das Studium erfolgreich abgeschlos­
V.S.: Danke! Dann habe ich noch eine Frage: Bis wann sollen
sen hatte, habe ich dann ein Praktikum in Vollzeit bei
wir denn Aneta bringen beziehungsweise abholen?
der Kiesel-Vision hier in Neustadt begonnen.
M.S.: Um 9:00 Uhr ist die Sesselrunde. Bis dahin sollten die
P.: Ah ja, schön! Die kenne ich gut!
Kinder da sein. Um 12 Uhr gibt’s das Mittagessen, und
R.B.: Vor drei Monaten habe ich Herrn Abteilungsleiter
ab 13 Uhr können die Kinder abgeholt werden. Der
Bartels telefonisch kontaktiert und ihn wegen der

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Übungen 1

Stelle einer Projektleitung in Ihrem Unternehmen Mutter 2:  Äh ja … Und Sie sind …?
gefragt. Es geht dabei um Projektstrategien und die Mutter 1:  Heidi, die Mutter vom Jonas. Mein Sohn ist ganz
technische Umsetzung in seiner Abteilung. Dafür begeistert von deiner Tochter. Entschuldigung, ich habe
hätte ich viele Ideen und … deinen Namen nicht verstanden.
Mutter 2:  Winter, Anna Winter. Freut mich.
D 2a Mutter 1:  Es macht dir doch nichts aus, dass ich Du sage?
Wir duzen uns hier eigentlich alle.
Dialog 1 Mutter 2:  Ach so? Nun, wenn das so ist … Hallo, Heidi.
11 Grüß dich, Irene, hallo Martina! Schön, dass ihr kommen
konntet. D 2b
uu Dankeschön für die Einladung! Hier ein paar Blumen für s. D 2a (Ausschnitt)
dich.
11 Oh, ein herzliches Dankeschön, das ist doch nicht nötig!
Kommt rein! Wollt ihr auch erst einmal einen Kaffee?
1 Übungen
uu Ja, den brauche ich jetzt. Du schaust ja gut aus. War dein
Urlaub schön?
A 2a
11 Der Wahnsinn! Wir sind ja das erste Mal in der Karibik
gewesen, und ich sage euch, es war super! s. Kursbuch, A 2a, Dialog 2
Dialog 2
Johannes Brendinger:  Herr Galanis, herzlich willkommen!
A 2b
Schön, dass Sie gekommen sind. Und das ist Ihre Frau, s. Kursbuch, A 2a, Dialog 3
nehme ich an …?
Nikos Galanis:  Guten Abend, Herr Brendinger. Vielen Dank A 3b
für die Einladung. Ja, das ist meine Frau.
1
Ekaterini Galani:  Guten Abend!
11 Das ist Aneta. Heute ist ihr erster Tag hier.
J.B.: Sehr erfreut, Frau Galani! Johannes Brendinger. Es ist
schön, Sie nun auch einmal persönlich kennenzulernen.
uu Wir haben Sie schon erwartet. Herzlich willkommen!
E.G.: Ganz meinerseits, Herr Brendinger. 2
J.B.: Und weil wir hier ja heute unter uns sind, liebe Frau 11 Einen kurzen Moment noch.
Galani, lieber Herr Kollege … schlage ich vor, dass wir uu Vielen Dank. Ich habe Zeit.
uns duzen. Also, ich bin der Johannes.
3
N.G.: Sehr gern! Ich heiße Níkos. Und das ist meine Ekaterini.
11 Ich habe erst einmal einen Vertrag für zwei Jahre.
Bei uns in Griechenland duzen wir uns sowieso fast im­
mer. Aber von meinen Kollegen weiß ich schon, dass
uu Dann wünsche ich Ihnen viel Erfolg. Und leben Sie sich
gut ein!
man hier oft etwas formeller ist.
J.B.: Ach, das kommt darauf an … Ah, da ist ja auch meine 4
Frau! Susanne, das ist mein neuer Kollege aus Grie­ 11 Wenn Sie wollen, kommen Sie doch vorbei.
chenland. Darf ich vorstellen – Níkos und seine Frau uu Vielen Dank! Ich komme gern.
Ekaterini. Meine Frau Susanne.
S.B.: Herzlich willkommen, schön, dass ihr gekommen seid! C 5b
E.G.: Das ist übrigens ein kleines Geschenk für Sie … Ent­
Personalchefin:  Ja, schön, Herr Krüger. Dann erzählen Sie
schuldigung, für euch.
doch erst einmal etwas über sich.
S.B.: Na, das wäre aber nicht nötig gewesen. Vielen Dank!
Bewerber:  Äh, was? Ach so, ja … eigentlich komme ich ja
Dialog 3 aus einer ganz anderen Branche. Ich war lange in einer
11 Guten Tag, sind Sie Dr. Albrecht von der Firma Berger & Kfz-Werkstatt. Autos reparieren ist eher meins. Aber mit
Co.? Mein Name ist Frank Munk, wir haben ja schon Computern kenne ich mich auch gut aus.
miteinander telefoniert. P.: So? Tja, was machen Sie denn privat?
uu Genau, der bin ich! Sehr angenehm. Freut mich, Sie jetzt B.: Sie meinen Hobbys und so? Also, … früher habe ich
persönlich kennenzulernen, Herr Munk. Fußball gespielt. Nicht in einem Verein, einfach nur so
11 Ganz meinerseits. am Wochenende mit ein paar Burschen auf der Wiese.
uu Wie gefällt Ihnen denn der Kongress? Waren Sie auch Aber heute spiele ich lieber am Computer. Kennen Sie
bei … „Loom“? Da könnte ich stundenlang … also da gibt’s ja
den Dings, wie heißt er noch …
Dialog 4
P.: Okay, Sie sitzen also lieber allein am PC? Haben Sie auch
Lehrerin:  Also, wie Sie ja wissen, geht die Schullandwoche
Erfahrung mit Teamarbeit?
dieses Jahr ins Salzkammergut. Deshalb brauchen alle
B.: Klar, Teamplaying ist ja wichtig. Obwohl … man verliert
Kinder feste Schuhe …
mit diesen ewigen Diskussionen auch viel Zeit. Ich
Mutter 1:  Du bist doch die Mutter von der Julia, oder?

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Einheit 2

denke, manchmal ist es besser, auf den Tisch zu hauen auf dem Markt einkaufen. Also mein Lieblingsmarkt ist
und zu sagen: So wird’s gemacht und gut. Verstehen Sie? natürlich der Naschmarkt. Hier gibt’s den besten Fisch,
P.: Sicher. Dann werfen wir doch einmal einen Blick in Ihren viele Spezialitäten aus der ganzen Welt, Obst, Gemüse
Lebenslauf. Sie haben die Schule mit einem … und, und, und … Es ist auch toll, wie hier in Wien die
Mülltrennung funktioniert. Es gibt Tonnen für Rest­
D2 müll – also den normalen Müll –, Tonnen für Papier, für
Plastikflaschen, Kompost und dann noch Stellen, wo
11 Guten Tag, Winterfeld, Klaus Winterfeld.
man Sondermüll hinbringen kann. Und die Leute ma­
uu Darf ich Ihnen das „Du“ anbieten? chen da auch mit, also das ist schon sensationell, das
11 Waren wir nicht schon beim „Du“?
kann ich mir bei uns noch nicht so recht vorstellen. Mir
uu Wir duzen uns hier eigentlich alle; ich bin Eva, und du? gefällt auch, dass man hier so viel unternehmen kann,
es gibt viele Veranstaltungen: z.B. den Vienna City-
Marathon, die „Lange Nacht der Museen“, die „Wiener
2 Lebensräume – Arbeitswelten
Wiesn“ im Prater – das ist wie das Oktoberfest in Mün­
chen, nur kleiner. Und am Abend gehen meine Freun­
A 2a din und ich – meine Freundin ist übrigens Wienerin –
Moderatorin:  Hallo und herzlich willkommen bei Radio gerne aus: in ein Restaurant, in ein Konzert oder in die
2000! In unserer Reihe „Neu in Wien“ haben wir heute Oper. Wien ist ja die Stadt der Musik.
einen Gast aus der Slowakei im Studio. Ich begrüße Jan M.: Und was vermissen Sie?
Urban. J.U.: Was ich vermisse? Meine Eltern und meine Geschwis­
Jan Urban:  Hallo! Es freut mich, hier zu sein! ter natürlich – und dann das Essen. Die österreichische
M.: Jan, erzählen Sie einmal: Warum sind Sie nach Wien Küche ist ja der slowakischen sehr ähnlich, aber ein
gekommen? paar typische Speisen, wie sie meine Mutter kocht,
J.U.: Also, ich wollte im Spitalsmanagement Karriere ma­ gibt’s hier nicht. Na ja, alle paar Wochen fahr ich so­
chen. Bei uns in der Slowakei ist der Sektor noch im wieso nach Hause ins „Hotel Mama“ … Was ich auch
Aufbau. Deshalb war es für mich schwierig, eine Stelle vermisse, ist, am Sonntag einkaufen zu gehen. Da sind
zu bekommen. Ich habe zuerst eine Ausbildung als hier ja alle Geschäfte zu! Und unter der Woche habe ich
Krankenpfleger gemacht und danach Betriebswirtschaft halt kaum Zeit zum Einkaufen. Ja, und ich suche einen
studiert. Nach dem Studium bin ich dann nach Öster­ Handballverein, bei dem ich mitspielen kann. Handball
reich übersiedelt. Jetzt wohne ich in Wien – hier ist ist in meiner Heimat viel populärer als in Österreich.
das AKH, das „Allgemeine Krankenhaus“, eine der
modernsten Universitätskliniken in Europa. Darüber C4
hinaus gibt es viele andere Krankenhäuser, dadurch ist
In meiner Familie sind fast alle Musiker. Und so war es relativ
auch das Jobangebot größer.
klar, dass ich auch Musiker werde. Ich habe als Geiger auch
M.: Wie war denn so Ihr erster Eindruck von Wien?
bald eine Stelle im Orchester eines großen Opernhauses ge­
J.U.: Ich habe immer gedacht, in Wien gibt es nur den Ste­
funden. Aber mit der Zeit bin ich fast verrückt geworden:
phansdom und Barockbauten. Ich war dann ganz über­
immer im Halbdunkeln, auf engstem Raum mit den Kollegen,
rascht, als ich das erste Mal die Skyline mit der UNO-
man kann sich kaum bewegen. Am Vormittag Proben, am
City an der Donau gesehen habe. Da bin ich mir wie in
Abend Vorstellung, da hast du kaum noch ein Privatleben.
den USA vorgekommen. Ich würde aber am liebsten im
Ich liebe Musik, aber gerade deshalb war es vielleicht auch
Zentrum wohnen. So eine Dachterrassenwohnung in
keine gute Idee, sie zum Beruf zu machen. Na ja, und dann
der Innenstadt, mit Blick über die Dächer von Wien, ja,
hat mir ein Bekannter erzählt, dass er die Aufnahmeprüfung
das wäre schon was …
bei einer Fluggesellschaft gemacht hat. Das war für mich die
M.: Und wie kommen Sie mit den Österreichern zurecht?
Idee! Mein alter Traum vom Fliegen! Gerade zu dem Zeitpunkt
J.U.: Ach, die Österreicher sind von der Mentalität her den
hatte ich von einer Tante Geld geerbt, sodass ich mir die Pilo­
Slowaken ähnlich, da gibt’s keine großen Unterschiede.
tenausbildung finanzieren konnte. Inzwischen fliege ich seit
Aber am Anfang hatte ich recht wenig Kontakte. Den
drei Jahren. Es ist immer noch herrlich: Man fühlt sich frei
Wienern sagt man ja nach, dass sie oft grantig sind und
wie ein Vogel. Besonders wenn man über die Alpen oder
über alles schimpfen. Aber wenn man die Leute näher
über das Meer gleitet. Am liebsten fliege ich in einen Sonnen­
kennenlernt, dann werden sie gesprächig und sind sehr
aufgang hinein, das ist immer wieder großartig.
hilfsbereit und nett. Ich habe hier inzwischen gute
Freunde gefunden, mit denen ich mich regelmäßig
treffe. Wir gehen dann gerne zum Heurigen, also in
so ein typisches Weinlokal.
M.: Was gefällt Ihnen an Ihrem Alltag in Wien?
J.U.: Eine Besonderheit an Wien sind ja die vielen Märkte.
Natürlich kann ich hier auch alles im Supermarkt kau­
fen, aber wenn es meine Zeit erlaubt, dann gehe ich

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Übungen 2  |  Einheit 3

die alte, und ich sehe auch, dass man jetzt viel leichter
2 Übungen mit Kollegen ins Gespräch kommt. Aber ehrlich gesagt
hält mich das oft auch von der Arbeit ab. Ich habe es
D 2a gern, die Sachen zu trennen: meine Arbeit am Schreib­
tisch und den Austausch mit Kollegen in einer Bespre­
Kollege:  Hallo Sandra. Wie du weißt, bin ich im Betriebsrat,
chung oder nach Arbeitsschluss bei einem Getränk. Das
und wir führen gerade Interviews durch, um zu erfahren,
ist jetzt alles nicht mehr so richtig getrennt, ich finde das
wie die Mitarbeiter die neue Bürolandschaft finden. Wir
ziemlich chaotisch.
alle arbeiten jetzt seit drei Monaten in den neuen Räu­
K.: Dann brauche ich wohl nicht mehr zu fragen, ob du dein
men. Wie geht es dir damit?
Einzelbüro gern zurück hättest?
Sandra:  Also, das war schon eine ganz schöne Umstellung.
M.: Nein, eigentlich nicht. Die Antwort ist ja wohl klar.
Ich habe mein Büro ja echt geliebt. Dort hatte ich Fotos
Aber vielleicht bin ich nur zu altmodisch, und irgend­
von meiner Familie und konnte meine Zettel aufhängen.
wann macht’s auch bei mir „klick“, wer weiß …?
Wenn es einmal spät wurde, habe ich meine ganzen Un­
terlagen halt einfach unsortiert liegen lassen. Am nächs­
ten Morgen habe ich dann da weitergemacht, wo ich 3 Lebenszeit
aufgehört hatte. Das war ziemlich praktisch. Jetzt muss
man immer gleich alles aufräumen. Aber ich habe mich
daran gewöhnt und ziemlich schnell gemerkt, dass es
A 2b
auch viele Vorteile gibt. Moderatorin:  Guten Abend, liebe Hörerinnen und Hörer!
K: Welche Vorteile sind das? Schön, dass ich Sie heute wieder zu unserem interak­
S.: Ich kann entscheiden, ob ich mit meinem Laptop kon­ tiven Wochenend-Magazin „Carpe diem“ begrüßen
zentriert in einer der „Zellen“ arbeiten will, oder ob ich darf. Das Thema ist „Freie Zeit – aktive Zeit“. Falls Sie
gleich einen Tisch mit den Kollegen teile, mit denen ich manchmal nicht wissen, was Sie in Ihrer freien Zeit
an dem Tag sowieso viel zusammenarbeiten muss. Das unternehmen können – bei uns bekommen Sie heute
spart Zeit, weil man nicht für alles und jedes ein Extra- von unseren Anrufern vielleicht neue Ideen. Also,
Meeting organisieren muss. Tja, und die neue „Chill-out- wenn jemand ein interessantes Hobby hat, dann bitte
Zone“ ist super. Nicht nur wegen der neuen Espresso­ jetzt gleich zum Hörer greifen. Im Anschluss gibt’s wie
maschine. Nein, es ist tatsächlich so, dass man dort mit immer die beliebte Diskussion im Hörerforum. Und
Kollegen ins Gespräch kommt, die man vorher kaum hallo, da haben wir schon die erste Anruferin, Frau
gesehen hat. Ich kenne die Leute jetzt besser und weiß, Stark …
wen ich fragen kann, wenn ich mit irgendetwas nicht Maria Stark:  Ja, hallo, ich heiße Maria Stark und ich kom­
weiterkomme. me aus Leoben. Also, mein Hobby ist Fußballspielen.
K.: Wenn du die Wahl hättest: Würdest du gerne wieder in Seit vier Jahren trainiere ich zweimal in der Woche in
dein Einzelbüro zurück? der Frauenmannschaft von meinem Verein, und am
S.: Wenn ich die freie Wahl hätte? Hm, gar nicht so einfach. Wochenende fahre ich dann manchmal auch zu Turnie­
Nein, ich glaube nicht. Ich fühle mich jetzt doch sehr ren. Es ist für mich ein super Ausgleich zum Büro, wo
wohl in der Bürolandschaft. Aber frag mich doch in ei­ ich ja die ganze Zeit am Computer sitze. Auf dem Fuß­
nem Jahr noch einmal … ballplatz kann ich mich dann so richtig austoben. Und
K.: Mache ich. Danke, Sandra. So, dann frage ich einmal den außerdem zeigen wir’s den Männern so richtig. Auch
nächsten Kollegen. Hallo Michael. Wie du weißt, bin ich Frauen können nämlich gut Fußball spielen – und wir
im Betriebsrat, und wir führen gerade Interviews durch, halten fest zusammen!
um zu erfahren, wie die Mitarbeiter die neue Büroland­ M.: Danke, Maria. Und viel Glück bei den Turnieren! So, da
schaft finden. Wir arbeiten jetzt seit drei Monaten in ist schon der nächste Anrufer. Wen hab‘ ich denn da in
den neuen Räumen. Wie geht es dir damit? der Leitung?
Michael:  Eine Umfrage vom Betriebsrat? Das finde ich gut. Manfred Koller:  Grüß Gott, mein Name ist Manfred Koller,
Ja, ich muss leider sagen, dass ich mich noch immer nicht und ich arbeite am Flughafen Linz Hörsching. Schon als
an die neue Situation gewöhnt habe. Bub wollte ich fliegen können, das war mein großer
K.: Was heißt das? Traum. Aber Pilot konnte ich leider nicht werden. Na
M.: Ich arbeite an Projekten, für die ich meine volle Konzen­ ja, und da war Wingsuit-Springen dann die perfekte …
tration brauche, und das oft über Wochen. Und ich kann M.: Manfred, darf ich Sie da jetzt einmal kurz unterbre­
und will nicht jeden Morgen meinen Arbeitsplatz neu chen? Wie war das? Wingsuit-Springen? Das müssen
einrichten. Ich habe die Situation zurzeit so gelöst, dass Sie jetzt bitte für unsere Zuhörer genauer erklären –
ich eine „Zelle“ quasi dauerhaft für mich nutze. Aber da für mich übrigens auch.
war das eigene Büro natürlich schöner. Jetzt kriege ich M.K.: Gerne. Also „Wing“, Flügel und „Suit“, Anzug, das ist
alles von den anderen mit – und du weißt ja, wie laut so eine Art Anzug mit Stoff zwischen den Armen und
manche Kollegen telefonieren. Beinen. Damit springt man dann aus einem Hubschrau­
K.: Siehst du denn gar keine Vorteile? ber, also einem Helikopter. Zuerst geht es mit einer
M.: Na ja, die neue Pausenzone ist natürlich viel schöner als enormen Geschwindigkeit hinunter, aber dann – dann

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Einheit 3

breitet man die Flügel aus und fliegt wie ein Vogel … versteckt oder in einem See versenkt oder … Es geht
Es ist sensationell! natürlich auch in einer Großstadt.
M.: Und wie landet man? M.: Danke, Thomas! Das hört sich lustig an. Soooo, dann
M.K.: Na, zum Landen hat man dann schon einen Fallschirm. haben wir hier noch Frau Kramer …
M.: Oha … Na ja … Ich stell’s mir schon ein bissl gefährlich Leni Kramer:  Ja, hallo, mein Name ist Leni Kramer. Ich bin
vor! Physiotherapeutin und arbeite in einer Praxis in
M.K.: Ach was! Das ganze Leben ist gefährlich! Man kann Perchtoldsdorf. Ich koche sehr gerne. Und mich inter­
auch im Büro einen Herzinfarkt bekommen. essiert auch immer, woher die Lebensmittel kommen.
M.: Danke für Ihren spannenden Beitrag, Manfred! So, Und so hat das alles also angefangen mit einem Kurs
und schon ist da der nächste Anrufer, nein, eine für Käsemachen in Vorarlberg. Das war eine sehr inter­
Anruferin … Ich begrüße Sie, Frau Gold. essante Erfahrung.
Jenny Gold:  Ja, guten Abend. Also mein Hobby hat etwas M.: Und Käsemachen ist jetzt Ihr Hobby?
mit Japan zu tun. Es gibt ja viele Leute, die sich für die L.K.: Nicht nur, aber auch. Mittlerweile habe ich noch mehr
japanische Kultur interessieren. Die einen gehen gern Kurse gemacht. Ich kann sie jetzt gar nicht alle aufzäh­
Sushi und Sashimi essen, aber ich bin ganz begeistert len. Sehr interessant war unter anderem ein Kräuter­
von meinen Kois. kurs im Salzkammergut. Es gibt viele solcher Kurse:
M.: Ich glaube, Sie müssen unseren Hörern erst kurz erzäh­ Brot backen, Schnaps brennen und, und, und …
len, was Kois eigentlich sind. Das werden einige nicht M.: Kurse für Schnapsbrennen auch? Das ist ja hochinter­
wissen … essant! Was es nicht alles gibt! Vielen Dank, Frau
J.G.: Oh natürlich, Entschuldigung. Also Kois sind Fische Kramer. Ich muss Sie jetzt leider unterbrechen, denn
aus Japan, Karpfen genauer gesagt. Die können bis zu die Zeit läuft! Also, liebe Hörerinnen und Hörer, gleich
60 Jahre alt werden – und ziemlich groß, so fast einen sind Sie dran, und es geht ab ins Forum! Wir sind
Meter lang! Sie lassen sich auch streicheln und fressen schon gespannt auf Ihre Kommentare. Und jetzt noch
einem aus der Hand. Ich werde oft gefragt, wie ich auf ein bisschen Musik.
diese Fische gekommen bin. Na ja, ich bin beruflich oft
in Japan. Dort haben mir Geschäftsfreunde vor ein paar C3
Jahren in einer wunderschönen Parkanlage die Kois
11 Hier ist die Mobilbox von Rita Berger, bitte hinterlassen
gezeigt. Ich habe mich sofort verliebt. In die Fische,
Sie mir eine Nachricht nach dem Signalton, danke.
meine ich.
M.: Hm … das ist sicherlich kein ganz billiges Hobby,
uu Ja, hallo, Frau Berger. Gaby Hanselmann hier. Vielen
Dank noch einmal, dass Sie meine Urlaubsvertretung
oder?
übernehmen! Am Freitag war es leider so hektisch, dass
J.G.: Nein, aber die Kois sind es schon wert …
ich keine Zeit hatte, Ihnen eine Liste zu schreiben. Ich bin
M.: Ich glaub’, da gibt’s vom Publikum dann später viele
jetzt am Flughafen, daher die wichtigsten Infos telefo­
Fragen, aber da hab ich schon wieder jemanden in der
nisch. Also, am Montag müssten Sie bitte unbedingt das
Leitung.
Angebot für die Apotheke Maxmann wegschicken. Es
Thomas Polt:  Ja, hallo. Ich bin der Thomas aus Oberöster­
geht um Vitafit, unsere Vitamintabletten. Die Firma woll­
reich, genauer gesagt aus Gmunden. Also, um gleich
te wissen, ob es bei der Bestellung von 300 Schachteln
zur Sache zur kommen, mein Hobby ist „Geocaching“.
einen Rabatt gibt. Ja, den gibt es. Achtung: Das macht
Das ist so ähnlich wie eine Schatzsuche. „Cache“ heißt
dann nur 19,90 Euro pro Schachtel! Und – ganz wichtig –
ja auf Deutsch „Versteck“, also so etwas wie ein ge­
bis Mittwoch müssen die Zollpapiere für die Lieferung in
heimes Lager. Ich habe schon als Kind davon geträumt,
die USA fertig sein, Sie wissen eh, die Magnesiumtablet­
einmal einen Schatz zu finden … Und vor ungefähr
ten für die Firma Natural Life. Das waren, glaube ich, 200
einem Jahr habe ich dann „Geocaching“ für mich
Kilo – aber schauen Sie am besten bitte noch einmal
entdeckt. Das geht so: Jemand versteckt irgendwo
nach. Und bevor ich es vergesse: die Drogeriekette Maier!
eine Kiste mit einem Notizbuch oder einem Zettel
Ähm, ja und die Rechnung an Maier in Höhe von ähm,
und vielleicht auch irgendwelchen Gegenständen.
1.300,- Euro ist noch nicht verschickt worden. Da ist es
Den Ort, an dem man die Kiste versteckt hat, gibt
um unser Produkt Multikomplex gegangen, ähm … Sie
man dann im Internet an. Ein anderer sucht die Kiste,
finden die Bestellung, äh, im Jänner-Ordner. Es wäre gut,
und wenn er sie findet, trägt er sich in das Buch ein
wenn die Rechnung spätestens am Donnerstag hinausge­
und kann sich auch einen Gegenstand herausnehmen
hen könnte. Oh, jetzt muss ich aber los, mein Flug wird
und einen anderen hineintun. Beim Suchen und Fin­
gerade aufgerufen … Also, vielen Dank einstweilen, auf
den kommt man ziemlich viel herum!
Wiedersehen und alles Gute!
M.: Okay, aber wie geht das, also wie findet man so ein
Versteck?
T.P.: Mit einem GPS-Gerät. Man kann sich, wenn man selber
keines hat, so ein Gerät auch ausborgen. Geocoaching
ist wirklich ein spannendes und eigentlich fast kosten­
loses Hobby. Die Kiste kann überall sein: in einer Höhle

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Übungen 3  |  Einheit 4

um unser Bestell- und Liefersystem zu optimieren. Und


3 Übungen da gibt’s ab und zu noch Probleme, und dann ist es bes­
ser, wenn man weiß, wen man um Hilfe bitten kann.
C 2a R.: Ja, ja. Mit den Computerleuten sollte man sich gut ver­
stehen. Das spart Zeit, wenn die Technik einmal nicht
Frau Markovich:  Frau Ratana, schön, dass Sie da sind.
mitspielt. Das kommt ja immer wieder vor! Leider.
Herzlich willkommen bei der ZollerVit!
M.: Genau, das sehe ich auch so. So, was noch? Genau:
Frau Ratana:  Guten Tag, Frau Markovich. Entschuldigen Sie
Schließlich müssten wir unbedingt bei der Personalab­
bitte die Verspätung, die Maschine ist nicht pünktlich in
teilung vorbeischauen, damit Sie einen Dienstausweis
Amsterdam gestartet.
bekommen.
M.: Kein Problem, so etwas kann schon passieren. Ich habe
R.: Einen Dienstausweis?
jetzt einfach unser Programm geändert. Wir wollten ja
M.: Ja, den brauchen Sie, um die einzelnen Gebäude im
mit einer Werksbesichtigung beginnen. Aber jetzt erklä­
Werk betreten zu können. Die Türen öffnen sich nur mit
re ich Ihnen zuerst einmal den Betrieb ein bisschen an­
dem Ausweis.
hand des Organigramms hier an der Wand. Und nachher
R.: Ah, verstehe. Das waren jetzt ganz schön viele Namen,
stelle ich Sie nur Ihren direkten Ansprechpartnern vor.
ich hoffe, ich kann mir alle merken …
In 20 Minuten kommt nämlich schon Herr Dr. Dorn, der
M.: Ja, am Anfang ist das alles ein bisschen viel. Aber bis
Leiter des kaufmännischen Bereichs, und möchte Sie
zum Ende des Monats haben Sie sich sicher schon gut
kurz begrüßen.
eingelebt. So, und jetzt kommt gleich Herr Dr. Dorn. Er
R.: Schön, dass Sie so flexibel sind. Danke.
ist manchmal ziemlich direkt und sehr kritisch, aber an­
M.: Nichts zu danken! Also, wir sind hier im Verkauf. Sie
sonsten ist er ein ganz feiner Mensch. Und ein guter
werden eng mit Herrn Königstein zusammenarbeiten, er
Chef!
ist zuständig für Osteuropa und Asien und wird Ihnen
R.: Hm … Wie verhalte ich mich da am besten?
am Anfang beim Einarbeiten behilflich sein.
M.: Sie finden sicher einen Weg, gut miteinander auszukom­
R.: Kennt er sich schon mit den Zollbestimmungen für
men. Sie sind ja jetzt unsere Expertin für Ostasien, Frau
Thailand aus?
Ratana, da müssen Sie sich nicht kleinmachen.
M.: Nein, kaum. Wir wollen ja den thailändischen Markt erst
mit Ihrer Hilfe erschließen, Frau Ratana, und es wird
dann eine Ihrer ersten Aufgaben sein, die Zollbestim­ 4 Nah und fern
mungen zu recherchieren.
R.: Mhm. Gut. Das wird nicht so schwierig für mich sein. Ich
habe früher auch schon in diesem Bereich gearbeitet.
B 1b
M.: Wunderbar! Dann haben wir hier die Marketingabteilung Katharina Fechter:  Hallo, Martin. Alles in Ordnung?
mit Herrn Dr. Weinrich. Sie werden gemeinsam mit ihm Martin Fechter:  Katharina, ich stecke im Stau und komme
Marktanalysen erstellen und Strategien entwickeln, um wahrscheinlich erst später. Denkst du bitte an den
unsere Produkte auf dem thailändischen Markt einzu­ grauen Anzug? Der ist noch in der Putzerei. Könntest
führen. Zuerst wollen wir unser Nahrungsergänzungs­ du ihn heute noch holen?
mittel Tumolvertreiben. Das Produkt kennen Sie ja? K.F.: Aber du hast doch gesagt, dass du heute Nachmittag
R.: Ja, natürlich. Ihre Assistentin hat mir ja schon eine Stu­ wieder da bist.
die geschickt. Wirklich interessant! In Thailand werden M.F.: Mir ist etwas dazwischengekommen, es tut mir leid! Ich
bis jetzt nur Nahrungsergänzungsmittel aus Australien weiß, du kümmerst dich um den ganzen Haushalt und
und einigen arabischen Staaten importiert. Also ich sehe um Benjamin. Aber vielleicht schaffst du es ja am
da wirklich große Chancen. Nachmittag?
M.: Das klingt doch gut! Tja, und dann sollten Sie natürlich K.F.: Du bist gut! Um 14 Uhr hat sich der Installateur ange­
die Kollegen vom Lager kennenlernen. Sie werden später sagt, die Heizung muss doch repariert werden. Dann
eng mit ihnen zusammenarbeiten. Wenn Sie eine Bestel­ treffe ich mich mit den Leuten vom Elternverein, wir
lung erhalten haben, müssen Sie die Produkte im Lager wollen das Schulfest planen.
zusammenstellen lassen. Sobald das erledigt ist, müssen M.F.: Davon hast du mir aber gar nichts erzählt.
Sie die Packliste, die Rechnung und den Transportauftrag K.F.: Ach, Martin, worüber reden wir denn die ganze Zeit?
erstellen. Ich habe manchmal das Gefühl, dass es dir egal ist, ob
R.: Und wie wird die Ware versendet? die Heizung funktioniert oder nicht, weil du sowieso
M.: Das kommt darauf an, wo sie hingehen soll. Also, in fast nie da bist. Für mich ist es nicht lustig, dass der
Europa versenden wir die Ware meistens auf dem Land­ Benni und ich immer allein sind und auf den Papa war­
weg und sonst auf dem Luft- oder Seeweg. ten müssen. Ich möchte mich einfach auf dich verlassen
R.: Mhm, okay. können. Immer gibt es einen Grund dafür, dass du
M.: So, zurück zu unserem Organigramm. Wer fehlt uns nicht pünktlich nach Hause kommen kannst. Heute ist
noch? Ah ja! Wichtig für Sie ist noch Oliver Göbel, unser es ein Stau, dann ist es wieder ein Termin …
IT-Experte, den sollten – müssen – Sie sehr bald kennen­ M.F.: Katharina, du weißt doch, dass ich den Chef schon
lernen. Wir haben gerade eine neue Software gekauft, mehrfach auf das Problem hingewiesen habe. Ich

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Einheit 4 | Übungen 4

bemühe mich wirklich um die Versetzung in den Innen­


dienst in unsere Filiale in Hallein. Aber so schnell geht 4 Übungen
das eben nicht.
K.F.: Und da glaubst du wirklich an eine Änderung? B 1a
M.F.: Ja, ich bin mir sicher, dass dann alles viel einfacher
Elli: Hallo Mara, was für eine Überraschung!
wird und ich mehr Zeit für euch habe. Du weißt doch,
Mara: Hallo, Elli! Du, ich habe schlechte Nachrichten:
dass ich mit unserer jetzigen Situation auch nicht
Mein Besuch bei dir in Wien … Daraus wird leider
glücklich bin.
nichts.
K.F.: Ich weiß, aber ich kann mich einfach nicht daran
Elli: Oh nein! Warum denn? Ich habe mich so darauf
gewöhnen. Aber dann hoffen wir auf bessere Zeiten!
gefreut!
Also, eine gute Heimfahrt und pass auf dich auf!
Mara: Ich mich auch. Es ist wirklich schade. Aber ich muss
M.F.: In Ordnung. Ich freue mich auf euch!
in Köln bleiben, Klara hat sich beim Hockeyspielen
ein Bein gebrochen, und Franz musste spontan auf
C 2a eine Dienstreise nach Frankreich.
Dr. Regner:  Architekturbüro Steidl, Regner am Apparat. Elli: Ach je, das tut mir leid! Deine Tochter lässt echt
Martin Fechter:  Guten Morgen, Herr Dr. Regner, hier ist nichts aus. Hatte sie nicht erst letztes Jahr einen
Martin Fechter von der Firma „Fenestra“. Skiunfall?
Dr.R.: Ach, Herr Fechter, guten Morgen. Schön, dass Sie Mara: Erinner mich bloß nicht daran. Das war vielleicht eine
zurückrufen. Ich habe vorhin wegen der Fenster an­ Geschichte! Sie muss echt besser aufpassen. Aber
gerufen. Wir haben ja übermorgen einen Termin zur davon will sie natürlich nichts hören.
Vertragsunterzeichnung für den neuen Auftrag. Nun Elli: Das passt ja bestens zusammen – der Mann außer
gab es aber letzte Woche diese Panne, da hatten Sie Haus und die Tochter krank. Sag: Kommt ihr denn
uns falsche Fenster geliefert. Verstehen Sie mich bitte alleine klar, ihr beiden?
richtig: Einerseits schätze ich Ihren Service sehr, ande­ Mara: Ja, das geht schon. Klara braucht erst einmal
rerseits darf so etwas wirklich nicht passieren, das gibt Krücken, darum werde ich mich morgen kümmern.
enorme Probleme. Daher meine Frage: Ist die Sache in­ Elli: Hm … Du, ich hätte da eine Idee … Ich hatte ja mit
zwischen geklärt? Wie ist der Stand der Dinge? Anton darüber gesprochen, dass ich wenig Zeit haben
M.F.: Herr Dr. Regner, ich verstehe zwar Ihre Bedenken, aber werde, wenn du zu Besuch kommst. Ich denke, er und
ich kann Sie beruhigen. Herr Bärtel, Ihr Bauleiter, hat die beiden Buben können auch einmal ein Wochen­
die Fehllieferung reklamiert, und wir haben dann ende darauf verzichten, von mir umsorgt zu werden,
sofort reagiert. Die richtigen Fenster wurden gleich oder?
auf die Baustelle geliefert. Unsere Firma arbeitet in Mara: Worauf willst du hinaus?
der Regel nicht nur pünktlich, sondern auch absolut Elli: Wir können die Reise einfach umdrehen, und ich
zuverlässig. Das kommt so sicher nicht mehr vor. komme zu dir nach Köln.
Dr.R.: Dann kann ich mich also auf Sie verlassen? Mara: Das würdest du machen?? Aber das wäre total lang­
M.F.: Ja, natürlich. Sie können sich voll und ganz auf uns weilig für dich, ich kann ja kaum etwas mit dir unter­
verlassen. Bitte entschuldigen Sie die Ihnen entstande­ nehmen.
nen Unannehmlichkeiten. Sie müssen weder finanzielle Elli: Das ist doch egal. Hauptsache, wir sehen uns und
noch terminliche Probleme befürchten. können ausführlich quatschen. Außerdem komme ich
Dr.R.: Ich freue mich, dass das Problem gelöst ist. Vielleicht so wieder einmal nach Köln. Darauf freue ich mich
können wir in Zukunft mehr Fragen immer gleich di­ auch.
rekt miteinander klären. Das geht ja sowohl per Mail Mara: Du bist ein Engel! Egal, was passiert, ich kann mich
als auch telefonisch. Je mehr wir miteinander kom­ immer darauf verlassen, dass du für mich da bist.
munizieren, desto weniger Missverständnisse können Dafür bin ich dir so dankbar.
entstehen. Elli: Das ist doch selbstverständlich.
M.F.: Kein Problem, Herr Dr. Regner, das können wir gern Mara: Dann bis nächste Woche bei uns in Köln! Ich freue
so machen. mich!
Dr.R.: Dann sehen wir uns also übermorgen hier bei uns zur Elli: Ich mich auch. Und gute Besserung für Klara!
Besprechung des neuen Auftrags und zur Vertrags­
unterzeichnung. C 2b
M.F.: Ja, ich bringe die nötigen Unterlagen mit.
Ramira Demel:  Fenestra GmbH, Ramira Demel. Guten Tag,
Dr.R.: Also, bis übermorgen, Herr Fechter. Auf Wiederhören.
was kann ich für Sie tun?
M.F.: Vielen Dank für das Gespräch und auf Wiederhören,
Ali Arslan:  Arslan hier, von der Firma Bartsch. Hören Sie,
Herr Dr. Regner.
können Sie mich mit Herrn Fechter verbinden? Ich er­
reiche ihn nicht.
R.D.: Ja, das tut mir leid. Er hat einen Termin. Kann ich ihm
etwas ausrichten?

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Übungen 4 | Einheit 5

A.A.: Oh ja, das können Sie. Wir warten jetzt schon seit drei Home Office. In vielen Firmen könnten die Mitarbeiter
Tagen auf die bestellten Schließstücke für die Sicher­ mit Hilfe von Notebooks überall gleich produktiv arbei­
heitsschlösser. Herr Fechter hatte uns eine Lieferung ten: zu Hause, auf einer Geschäftsreise oder beim Kun­
bis zum 16. August zugesagt. Wir brauchen sie drin­ den. Die Mitarbeiter könnten dadurch Berufliches und
gend, sonst können die Fenster nicht montiert werden. Privates besser vereinbaren, betonten Manager großer
R.D.: Hm, Moment, Herr Arslan, ich schaue einmal nach den Unternehmen. Sie seien produktiver und zufriedener.
Aufträgen. Ja, hier, Sie haben am 11. August acht Und davon profitiere auch das Unternehmen.
Schließstücke bestellt, richtig? Neuer Aktionsplan vorgelegt.  Angesichts steigender
A.A.: Genau … und heute ist schon der 19. Zahlen von Asylsuchenden in Österreich wird das Thema
R.D.: Ja, oh ich sehe gerade, es waren nur noch sechs Stück „Integration“ immer wichtiger. Deshalb haben Bund,
im Lager. Deshalb ist die ganze Lieferung nicht rausge­ Länder und Gemeinden einen „Nationalen Aktionsplan
gangen. Oh je, das tut mir leid. Morgen wird unser La­ für Integration“ entwickelt. Die Entwickler des Plans ge­
ger aufgefüllt, dann können wir alle acht liefern. Oder hen davon aus, dass erfolgreiche Integration dann ge­
soll ich veranlassen, dass die sechs Schließstücke noch währleistet ist, wenn die Zuwanderer über ausreichende
heute rausgehen? Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen, um im
A.A.: Nein, das nützt mir nichts. Ich wäre Ihnen aber sehr Arbeitsleben, in Aus- und Weiterbildung sowie beim
dankbar, wenn die Lieferung morgen per Eilsendung an Kontakt mit öffentlichen Einrichtungen zurechtzukom­
uns ginge. Wegen der Kosten möchte ich auf jeden Fall men. Außerdem wird erwartet, dass die Zuwanderer die
noch einmal mit Herrn Fechter reden. Das ist alles sehr österreichische und europäische Rechts- und Werteord­
ärgerlich. nung anerkennen und einhalten. Fest steht: Auch in
R.D.: Natürlich. Wir bedauern die Verzögerung sehr. Herr Zukunft wird die Zuwanderung den Prognosen zufolge
Fechter wird Sie so schnell wie möglich zurückrufen. die Bevölkerungsentwicklung Österreichs bestimmen.
Auf Wiederhören, Herr Arslan. Zum Sport.  Der Streit um die Fußball-WM in Katar
2022 geht weiter. Der Fußball-Weltverband Fifa hat ent­
Prüfungstraining:  Hörverstehen, Teil 1 schieden, dass die Weltmeisterschaft nicht wie üblich in
den Sommermonaten stattfinden kann, weil es wegen
Ansage:  Es ist 19.30 Uhr. Die Nachrichten.
der hohen Temperaturen von bis zu 50 Grad dann zu
Nachrichtensprecher:  Guten Abend, meine Damen und
heiß ist. Deshalb wurde die WM jetzt auf November und
Herren. Wiens Bürgermeister gab heute in einer Presse­
Dezember 2022 verlegt. Diese Entscheidung gefällt aller­
konferenz bekannt, dass Wien zum sechsten Mal in Fol­
dings den europäischen Fußball-Ligen nicht. Denn in
ge zur Stadt mit der weltweit höchsten Lebensqualität
den Wintermonaten finden die Clubwettbewerbe statt.
gewählt wurde. Er freue sich darüber, dass die hohen so­
Die Clubs erwarten deshalb von der Fifa, dass sie für den
zialen Standards, die gute Infrastruktur und die kulturel­
wirtschaftlichen Schaden, der durch die Unterbrechung
len Angebote, die Wien bietet, international anerkannt
der Ligaspiele entsteht, eine Kompensation erhalten.
werden. Die Studie von Mercer vergleicht jedes Jahr 230
Und nun zum Wetter.  Heute ist es in ganz Österreich
Großstädte. Untersucht werden dabei 39 Kriterien, die
kühl und unbeständig. Wolken wechseln mit Sonne, und
entscheidend sind für eine gute Lebensqualität. Dazu ge­
es gibt stellenweise Regen- oder Graupelschauer – vor
hören unter anderem politische, soziale, wirtschaftliche,
allem im Bergland, wo es oberhalb von 900 m bis 1.200 m
aber auch Umweltfaktoren. Zürich kam auf Rang 2,
bereits schneit. Morgen, Sonntag, bleibt es kühl. Dafür
Auckland auf Rang 3, gefolgt von München.
scheint oft die Sonne. Der Nebel, den es anfangs an Flüs­
Zur Wirtschaft.  In Salzburg treffen sich an diesem Wo­
sen und Seen gibt, löst sich rasch auf. Nach einem zum
chenende Spitzenmanager aus ganz Österreich und dis­
Teil frostigen Start erreichen die Temperaturen meist 8
kutieren darüber, wie sich österreichische Unternehmen
bis 15 Grad. Die weiteren Aussichten: Am Montag recht
für die globalen Herausforderungen des 21. Jahrhun­
sonnig und wärmer mit Höchstwerten zwischen 12 und
derts fit machen können. Die österreichische Wirtschaft
21 Grad. Im Donauraum kräftiger Nordwestwind. Und
hat sich zwar in den letzten Jahren trotz Finanzkrise gut
am Dienstag oft sonnig bei 13 bis 22 Grad. Der Wind
entwickelt, muss aber weiterhin wettbewerbsfähig blei­
lässt nach und dreht allmählich auf Nordost bis Südost.
ben. In einer Reihe von Präsentationen wurden Faktoren
diskutiert, die für den Erfolg oder Misserfolg entschei­
dend sind. Zu den Erfolgsfaktoren zählen natürlich auch
5 Warenwelt
Themen, wie man die Firmenorganisation auf den inter­
nationalen Wettbewerb ausrichten kann, um schneller
und flexibler reagieren zu können.
A 3a
Neue Arbeitsformen.  Mobiles Arbeiten hat inzwischen Durchsage:  „Bitte zurücktreten. Abfahrt!“
auch in Österreich viele Unterstützer. Der Finanzminister Hanni: Da sind heute aber ziemlich viele Leute unterwegs.
sagte anlässlich des Home-Office-Tags heute, orts- und Claudia: Ja, es gibt halt immer mehr Bahnfahrer, Hanni!
zeitunabhängiges Arbeiten trage zum Wachstum der Emma: Ah, hier sind unsere Plätze.
Wirtschaft bei und schaffe neue Arbeitsplätze. Viele Sabine: Emma! Echt schlau, dass du reserviert hast!
Unternehmen setzten schon sehr lange auf das Konzept Reporter:  Hallo liebe Hörerinnen und Hörer! Am Vormittag

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Einheit 5

um 10 in der Bahn. Ich steige in einen Regionalzug mit­ Hanni:  Nein, aber du weißt ja, wie es ist: Die sind halt gera­
ten in Österreich und schau’ und hör’ mich ein bisschen de „in“.
um. Schon auf den ersten Blick sieht man, dass ganz un­ Sabine:  Schauen Sie, Shoppen ist durchaus ein Thema. Aber
terschiedliche Menschen unterwegs sind: Ja, und da ist uns geht es vor allem darum, einen schönen Tag mitein­
gleich diese Gruppe von vier Damen … die fällt sofort ander zu verbringen. Wir kennen uns schon sehr lange,
ins Auge, oder besser gesagt ins Ohr … wohnen aber mittlerweile relativ weit auseinander, und
Sabine:  Willst du beim Fenster sitzen? da ist ein gemeinsamer Ausflug genau das Richtige.
Hanni:  Ist mir egal. Claudia:  Und wir gehen ja nicht nur einkaufen. Wir haben
Claudia:  Ich sitz nicht gern gegen die Fahrtrichtung. auch ein Kulturprogramm! Entschuldigung, Sabine, hat
Emma:  Wart, ich häng noch meine Jacke auf … Puh, seit wir das geklappt mit dem Musical?
am Land wohnen, bin ich ja von den Freuden der Groß­ Sabine:  Ja, ich habe vier Karten für „Mary Poppins“.
stadt ziemlich weit weg. Auslagen schauen, shoppen … Emma:  Oh, das ist echt super!
Hanni:  Na, das können wir ja heute ausgiebig machen. alle:  Ein Hoch auf die Organisatorin! Toll! Ich freu mich
Reporter:  Das Ziel der Reise scheint ein gemeinsamer Ein­ schon …
kaufsbummel zu sein. Reporter:  Dann viel Vergnügen, meine Damen! Ich schau
Emma:  Jetzt kaufe ich fast nur noch im Internet. Okay, das jetzt ein bisserl weiter, wen ich da im nächsten Wagen
geht auch. Aber so vor Ort, also im Geschäft, ist es schon treffe …
etwas anderes! Im Kaufhaus haben sie einen immer rich­
tig professionell beraten. A4
Sabine:  Online-Shopping mache ich auch. Das ist sehr be­
1 Echt schlau, dass du reserviert hast!
quem! Klar, da ist mir auch schon einmal etwas völlig da­
2 Schon auf den ersten Blick sieht man, dass ganz unter­
nebengegangen, so ohne Beratung. Aber man kann ja al­
schiedliche Menschen unterwegs sind.
les wieder zurückschicken, wenn’s nicht passt.
3 Seit wir am Land wohnen, bin ich ja von den Freuden
der Großstadt ziemlich weit weg.
A 3b 4 Im Kaufhaus haben sie einen immer richtig professionell
Reporter:  Aha! Es geht also gar nicht um eine Shopping­ beraten.
tour? Die Damen kaufen eh lieber im Internet? 5 Das ist sehr bequem!
Emma:  Mein Mann schimpft immer: „Das Online-Bestellen 6 Klar, da ist mir auch schon einmal etwas völlig daneben­
ist total unökologisch! Denk an die Tausende Lkw-Kilo­ gegangen.
meter – und am Ende werden die Sachen doch wieder 7 Das Online-Bestellen ist total unökologisch!
zurückgeschickt …“ 8 Bei meinen Arbeitszeiten kann ich unter der Woche
Sabine:  Ja, schon, aber was soll ich machen? Bei meinen kaum in Ruhe einkaufen.
Arbeitszeiten kann ich unter der Woche kaum in Ruhe 9 Ich geh immer auf den Markt. Da ist alles absolut frisch.
einkaufen, die Geschäfte schließen ja schon so früh … 10 Wir kennen uns schon sehr lange, wohnen aber mittler­
Claudia:  Umso schöner, dass wir heute miteinander loszie­ weile relativ weit auseinander.
hen. Sagt einmal, kauft ihr auch Lebensmittel im Inter­
net? Das mach ich nie! Ich gehe immer in den Bioladen. B 1b
Sabine:  Ach Gott bio! Glaubst du wirklich, dass da immer
Mutter:  Ah, Tobias, du bist also fleißig? Schreibst du an
bio drin ist, wenn bio draufsteht?
deinem Referat? Hier, ich habe dir deine Lieblings­
Hanni:  Also, bei uns in der Nähe gibt’s gar keinen Bioladen.
schokolade mitgebracht.
Ich geh immer auf den Markt. Da ist alles absolut frisch.
Tobias:  Oh ja, danke. Aber … Mama … das ist … Also, das
Emma:  Aber nur, wenn du auf einem echten Bauernmarkt
ist die falsche.
bist, Hanni. Sonst kommt das Obst und Gemüse doch
M.: Aber wieso? Vollmilch-Nuss, die hast du doch immer
auch nur aus der Großmarkthalle.
gern gegessen!
Reporter:  So, so … Ich würde nun wirklich gerne wissen,
T.: Ja, schon. Aber es geht um die Marke. Diese wird nicht
was genau Ziel und Zweck dieses gemeinsamen Kurztrips
fair gehandelt.
sind … Entschuldigung, wenn ich Sie störe, meine Damen.
M.: Fair gehandelt? Ist das so etwas wie bio?
Mein Name ist Andi Proll, und ich komme von Radio
T.: Na ja, also es geht um Produkte, die das Fairtrade-Siegel
200. Wir machen eine Sendung zum Thema „Menschen
tragen, das ist so ein grün-blaues Symbol mit einer Figur
unterwegs“. Darf ich Sie fragen, wohin Ihre Reise Sie
in der Mitte. Wenn dieses Siegel drauf ist, weiß man,
führt? Machen Sie vielleicht eine Shoppingtour?
dass man für ein Produkt einen fairen Preis bezahlt, also
Sabine:  Ja sicher, shoppen und auch sonst …
zum Beispiel für Kakao. Das gibt es inzwischen bei vie­
Hanni:  Genau. Mein Sohn braucht Turnschuhe. Und es muss
len Sachen: Schmuck, Textilien, Spielzeug oder Gewand,
natürlich eine ganz bestimmte Marke sein! Jedenfalls
aber eben auch bei importierten Lebensmitteln wie Kaf­
sind die in der Stadt oft viel günstiger.
fee, Tee, Schokolade, Wein …
Sabine:  Wieso braucht denn ein fünfzehnjähriger Bub Mar­
M.: Aha, fairer Preis, das heißt, die Sachen mit dem Siegel
kenschuhe? Und glaubst du wirklich, Markenturnschuhe
sind teurer?
sind besser?

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Einheit 5

T.: Ein bisschen, aber damit erreicht man auch etwas. Das C3
Gute an Fairtrade ist: Die Produzenten bekommen einen
A.: Herr Freise, kann ich Sie kurz stören?
Mindestpreis für ihre Waren, auch dann, wenn der Preis
C.: Aber immer …
auf dem Weltmarkt niedrig ist. Also was weiß ich – zum
A.: Ja, also, ich wollte kurz auf die USB-Sticks für die Messe
Beispiel immer 3,50 € für ein Kilo Kaffeebohnen oder so.
zurückkommen. Ich habe die Angebote schon vorsor­
M.: Aha.
tiert, zwei würden in die engere Wahl kommen.
T.: Außerdem werden langfristige Verträge mit ihnen ab­
C.: Haben Sie ausgerechnet, welches günstiger ist? Wir
geschlossen, sie können sich also darauf verlassen,
haben das Budget für die Messe bereits überzogen.
regelmäßig etwas zu verkaufen. Und wenn es nötig ist,
A.: Also, die Firma Finke Werbegeschenke. Die wollen
bekommen sie sogar einen Vorschuss.
4,45 EUR und geben zwei Prozent Skonto bei einer
M.: Das hört sich gut an.
Zahlung innerhalb von 21 Tagen.
T.: Für die Einhaltung von bestimmten Richtlinien, z.B. dem
C.: Und das andere Angebot?
Verbot von Kinderarbeit, gibt es häufig zusätzlich zum
A.: Firma Hacherl – der Skonto ist der gleiche, und da gibt
bezahlten Preis auch noch eine Prämie. Und mit dieser
es ab 200 Stück einen Mengenrabatt von 3 %, aber …
Prämie können die Leute dann Straßen oder Brunnen
C.: Mengenrabatt? Das ist gut, rechnen wir doch einmal:
bauen. Oder sie wird für medizinische Versorgung oder
Also … Stückpreis 4,95 EUR, minus 3 % Rabatt, da
für Fortbildungen verwendet.
kommen wir dann auf 2.400,75 EUR. Mhhm, da ist das
M.: Was du alles weißt!
Angebot von Finke doch das günstigere. Dann nehmen
T.: Ja! Besonders Frauen und Mädchen sollen davon profi­
wir das.
tieren. Menschen sollen mit ihrer Arbeit so viel verdie­
A.: Ja, aber die Lieferfrist … Das wollt ich Ihnen ja eh schon
nen, dass sie davon leben können.
sagen …
M.: Toll, Tobias! Ich finde es schön, dass du dich mit solchen
C.: Wie? Die Lieferfrist?
Themen beschäftigst!
A.: Erst habe ich auch gedacht, wir nehmen das Angebot der
T.: Na, das ist das Thema von meinem Referat.
Firma Finke, weil das günstiger ist. Da ist aber die Liefer­
M.: Ach so. Ich verstehe … Aber was machen wir jetzt mit
frist zu lang. Die könnten erst zwei Tage vor dem Messe­
der Schokolade?
termin liefern.
T.: Na essen! Aber dazu trinken wir einen fair gehandelten
C.: Na, da brauchen wir ja gar nicht länger reden und rech­
Tee …
nen, dann kommt sowieso nur diese … äh … diese Firma
Hacherl infrage, wenn nur die zeitgerecht liefern kann.
C 1b Und so viel günstiger ist das andere Angebot ja auch
Chef:  Frau Kant, Haben Sie einen Moment Zeit? Ich wollte nicht …
noch einmal mit Ihnen über den Messetermin sprechen. A.: Da haben Sie recht. Dann werde ich einmal schnell die
Angestellte:  Natürlich, kommen Sie nur herein. Ja, die Mes­ Bestellung fertig machen.
se. Ich hab’ schon alles organisiert: Hotels gebucht, den
Messestand reserviert … Dieses Jahr haben wir auch C 5a
groß unser blaues Logo drauf – „Wieser KG, wir garan­
A.: Herr Freise, die USB-Sticks sind da, – allerdings …
tieren für Sicherheit“!
C.: Oh, das ist ja großartig! Geben Sie mir doch bitte gleich
C.: Das ist ja großartig! … Aber mir ist grad eingefallen, dass
die Rechnung. Wir überweisen sofort, dann bekommen
wir ja auch noch Werbegeschenke brauchen.
wir den Skonto. Also, ja, 2.400,75 Euro + 20 % Mehr­
A.: Wir haben noch ein paar Kulis vom letzten Jahr.
wertsteuer, also 2.880,90, und dann ziehen Sie noch den
C.: Die werden aber nicht reichen … Und ich habe mir über­
Skonto ab, das wären dann 2.823,28 Euro, okay.
legt, wir machen einmal etwas Neues.
A.: Herr Freise, einen Moment bitte! Es ist etwas ganz Dum­
A.: Flaschenöffner vielleicht? Neulich wollten wir bei einem
mes passiert … Schauen Sie einmal, die Farbe …
Picknick …
C.: Das darf doch nicht wahr sein! Das ist doch nicht das
C.: Wieso jetzt Flaschenöffner? Wir arbeiten im Bereich
Blau von unserem Logo! Unser schönes Wieser-Blau!
Computersicherheit, da sollte es etwas sein, das zu uns
Violette Sticks! Das hat gerade noch gefehlt! Dann
passt.
schreiben Sie aber bitte ganz schnell eine Reklamation.
A.: Wie wäre es mit USB-Sticks? So etwas braucht man doch
Für eine neue Lieferung reicht ja die Zeit nicht mehr, es
immer!
ist ein Drama! Also jetzt wollen wir zumindest einen
C.: USB-Sticks, ja, das ist eine gute Idee! Mit unserem Logo
kräftigen Preisnachlass!
drauf. Ah ja, wir brauchen 500 Stück! Recherchieren Sie
A.: Ja, natürlich, Herr Freise! Wird sofort gemacht! Ich setze
doch bitte einmal im Internet, wer das am günstigsten
jetzt gleich das Schreiben auf …
anbietet.
A.: Ja, das mache ich.
C.: Und denken Sie aber bitte auch an den Liefertermin,
damit wir die Sticks spätestens drei Tage vor der Messe
am 15. Mai haben!

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Übungen 5 | Einheit 6

H.: Moment, lassen Sie mich kurz nachschauen. Ja, am spä­


5 Übungen ten Nachmittag passt es. Kann ich sonst noch etwas für
Sie tun?
A 2a M.: Nein, nein. Sie haben mir sehr geholfen. Vielen Dank!
Auf Wiederhören.
Max:  Ich heiße Max, und Einkaufen macht mir einfach Spaß.
H.: Gern geschehen. Auf Wiederhören.
Wenn ich mal richtig schlecht drauf bin, gehe ich shop­
pen. Ich bin dann total spontan und kaufe, was mir ge­
fällt. Okay, manchmal auch Sachen, die ich echt nicht
D2
brauche. Der Preis ist mir dann auch ziemlich egal. Es 11 Warum ich Couchsurfing mache? Na, das ist doch klar!
kann passieren, dass ich auf meinem Konto ins Minus Ich kann so die ganze Welt sehen und dabei interessante
rutsche, aber dafür bin ich immer super schick angezo­ Leute kennenlernen. Luxushotels bedeuten mir nichts –
gen … lieber schlafe ich auf einem alten Sofa. Als Couchsurfer
Mascha:  Hallo, ich bin Masha. Wie ich einkaufe? Nun ja, ist man ja auch automatisch Gastgeber und hört oft tolle
also Qualität ist mir absolut wichtig. Egal, ob bei Beklei­ Reiseerzählungen von seinen Gästen. Einmal hat mir eine
dung oder Lebensmitteln. Es stimmt auch nicht, dass die Couchsurferin erzählt, dass ihr bei einer Wüstentour
dann immer teurer sein müssen. Die meisten Supermärk­ Schlangen das Nachtmahl weggefressen haben. Ist das
te haben heute zum Beispiel Bio-Produkte, die kaum nicht eine verrückte Geschichte? Besonders Spaß macht
mehr kosten als normale Lebensmittel. Außerdem schaue das Couchsurfing natürlich, wenn man die gleichen Hob­
ich mir vor dem Einkauf immer die Prospekte an und bys hat. Dann können Gast und Gastgeber auch fallweise
achte auf die aktuellen Sonderangebote. Da bekommt ausgiebige Lokalrunden drehen, Karaoke singen … Oder
man auch Markenprodukte zum Schnäppchenpreis. man geht in den Bergen zusammen klettern. Ich hab’
Eugen:  Hi, ich bin Eugen. Also Einkaufen finde ich ziemlich auch schon Square Dance gemacht – zur Belustigung aller
nervig. Aber ich habe einen gewissen Ehrgeiz entwickelt, Beteiligten. Wichtig ist natürlich, in der fremden Woh­
der das Ganze dann wieder spannend macht. Wenn ich nung sauber und ordentlich zu sein. Das gehört sich ein­
irgendwas Größeres brauche, z.B. einen neuen Computer fach so. Und außerdem: Man sieht sich immer zweimal im
oder einen Staubsauger oder so, dann suche ich manch­ Leben!
mal stundenlang im Internet, um garantiert den nie­ uu Früher bin ich nur über Mitfahrportale gereist. Das war
drigsten Preis für das Produkt zu zahlen. Das ist wie ein kostengünstig und meistens auch echt praktisch. Aber im
Sport. Ja, und meine Lebensmittel, die kaufe ich im Laufe der Zeit ist mir diese Art des Verreisens doch zu an­
Diskonter, da finde ich alles, was ich brauche. Ja, alles strengend geworden. Mittlerweile fahre ich lieber allein
dort ist relativ günstig und es geht schnell. oder mit der Bahn. Beim Mitfahren muss man sich ja höf­
lichkeitshalber unterhalten, und manchmal will ich eben
C 3b einfach nur meine Ruhe haben. Sicher, wenn man ge­
meinsame Interessen hat, hat man schon bald ein Thema
Frau Huss:  Technikmarkt Selbert. Guten Tag, Sie sprechen
für eine Plauderei, aber das reicht auch nicht immer für
mit Frau Huss. Wie kann ich Ihnen helfen?
eine Fahrt von vielen Stunden. Außerdem muss man das
Herr Meiser:  Guten Tag, hier spricht Andreas Meiser vom
Auto vorher aufräumen, wenn jemand mitfährt. Und
Sportstudio „Fühl dich fit“. Wir haben letzte Woche ja
nicht zuletzt weiß man ja nie, welche Typen da mitfahren
zehn Fernseher für die Eröffnung unserer Filiale in der

Wilhelmstraße bei Ihnen gekauft. Sport auf dem Lauf­
band und dabei fernsehen wird immer beliebter. Aber
leider scheinen zwei Geräte kaputt zu sein.
6 Fremd und vertraut
H.: Ah, ich verstehe. Können Sie mir das Problem näher
beschreiben?
M.: Ja, also, wenn ich sie einschalte, kommt zwar ein Bild,
A 3b
aber nach ein paar Minuten ist der Bildschirm schwarz. Moderator:  In unserer heutigen Folge von „Fünf nach vier“
H.: Können Sie mir bitte das Modell nennen? geht es um das Thema „Neu in Österreich“, und im Stu­
M.: Ja, klar. Die sind alle vom gleichen Modell: Merkur TS 205. dio sind zwei Gäste bei mir, die uns Eindrücke aus ihrer
H.: Aha. Haben Sie kontrolliert, ob das Kabel auch richtig neuen Heimat Österreich schildern. Herzlich willkom­
in der Antennenbuchse, also dem Anschluss für das men, Isabella und Shuo!
Antennenkabel, steckt? Isabella:  Hallo, Karl!
M.: Sicher. Das ist alles in Ordnung. Shuo:  Servus! Danke für die Einladung!
H.: Gut, wir schicken den Reparaturservice vorbei. Bitte M.: Also, ihr seid beide vor nicht allzu langer Zeit nach
legen Sie die Garantieunterlagen bereit. Wann würde es Österreich gekommen. Heute arbeitet und lebt ihr hier.
Ihnen denn passen? Woher und wann seid ihr gekommen?
M.: Könnte jemand gegen 17:00 Uhr vorbeikommen? Wissen I.: Ich bin vor knapp zwei Jahren aus Málaga, aus Spanien,
Sie, wir eröffnen in zwei Tagen. Deshalb ist es wichtig, nach Klagenfurt gekommen.
dass wir das Problem bis dahin lösen. S.: Ich komme aus Nanjing in China und wohne seit einem

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Einheit 6

Jahr in Wien. ben, ist für mich als Chinese schwer zu begreifen – und
M.: Also ganz spontan: Was war für euch besonders, was hat ich kann mir vorstellen, dass es dir ähnlich geht, Isabella,
euch beeindruckt? oder?
I.: Für mich ist das Besondere, dass ich ziemlich viel gelernt I.: Oh ja!
habe. Sicher, die Leute hier sind anders, gehen anders
miteinander um als bei uns in Málaga, und sie essen zu A 4a
komischen Zeiten.
1 Zu Hause war ich immer mit meiner Familie und meinen
M.: Entschuldigung, wenn ich dich jetzt unterbreche,
Freunden zusammen. – Zu Hause war ich ja immer mit
Isabella. Aber was meinst du mit „komische Zeiten“?
meiner Familie und meinen Freunden zusammen.
I.: Also, viel früher als in meiner Heimat. Das Mittagessen
2 Ich liebe es, mit der Straßenbahn zu fahren. – Ich liebe es
um zwölf und das Abendessen manchmal schon um
einfach, mit der Straßenbahn zu fahren.
18 Uhr! Das war für mich schon sehr ungewöhnlich!
3 Den Österreichern ist der Sonntag wichtiger als uns. –
M.: Aha!
Den Österreichern ist der Sonntag wohl wichtiger als uns.
I.: Na und zu Hause war ich ja immer mit meiner Familie
4 Die meisten Österreicher mögen das auch gern, nur nicht
und mit Freunden zusammen. Hier war ich am Anfang
zum Frühstück. – Die meisten Österreicher mögen das
viel allein, und das war schwer. Aber ich habe mich in
auch gern, nur halt nicht zum Frühstück.
dieser Zeit auch selbst besser kennengelernt, und das
5 Das Kulturangebot ist hier in Klagenfurt sehr gut. – Das
war und ist eine interessante Erfahrung.
Kulturangebot ist hier in Klagenfurt schon sehr gut.
M.: Und du, Shuo? Wie ist es dir ergangen?
S.: In Wien gibt es ja unheimlich viele Bäume, das fand ich
sofort toll. Ich liebe es einfach, mit der Straßenbahn zu
B 3b
fahren und dabei in aller Ruhe aus dem Fenster zu Interviewerin:  Herr Dr. Nazari, was ist Willkommenskultur?
schauen. Aber der Umgang mit den Menschen hier, die Dr. Nazari:  Also ganz kurz: Es geht dabei darum, dass Vor­
Sprache – das war in den ersten Monaten schon schwie­ aussetzungen geschaffen werden, damit sich Zuwanderer
rig für mich. Und dann musste ich mich daran gewöhnen, im Zuwanderungsland wohlfühlen. Es ist so, dass sich
dass die Geschäfte am Sonntag geschlossen sind. In die Strukturen der Bevölkerung ständig verändern.
China kann man immer einkaufen. Den Österreichern Man spricht dann von einem demografischen Wandel.
ist der Sonntag wohl wichtiger als uns. Die Menschen werden älter als früher und, ich spreche
M.: Was gefällt Euch heute an eurem Leben in Österreich? jetzt konkret von Österreich, es werden immer weniger
S.: Ich arbeite in einem Restaurant. Ich habe nette Kollegen, Kinder geboren. Das heißt, dass Zuwanderung er­
die sich teilweise sehr für China interessieren; ich erzähle wünscht ist, weil es auch einen immer größeren Mangel
ihnen viel, und wir haben auch zusammen das Chinesi­ an Fachkräften gibt. Daher hängt die wirtschaftliche
sche Frühlingsfest gefeiert. Mit einer österreichischen Entwicklung immer stärker von beruflich qualifizierten
Freundin besuche ich manchmal deren Eltern. Ich finde Einwanderern ab. Um noch einmal auf Ihre Frage zu­
es einfach toll, wenn ich so viel vom österreichischen rückzukommen: Bei dem Begriff „Willkommenskultur“
Familienleben mitbekomme. Ich mag auch das Essen geht es um eine generelle Offenheit für Menschen aus
gern, aber nicht alles. Ich esse zum Beispiel kaum Brot. anderen Kulturkreisen und um deren Gleichberechtigung
In China essen wir lieber etwas Warmes. Beim Frühstück in diesem Land. Aber, das möchte ich auch noch anmer­
bleibe ich deshalb chinesisch, bei mir gibt’s Suppe und ken, die „Willkommenskultur“ soll nicht nur auf die An­
Jiaozi, das sind Teigtaschen mit Fleisch und Kohl. Die fangszeit der Einwanderung beschränkt sein.
meisten Österreicher mögen das auch gern, nur halt nicht I.: Herr Dr. Nazari, warum sollen Migranten gerade nach
zum Frühstück. Oh ja, und die Torten und Mehlspeisen Österreich kommen? Was könnte sie hierherlocken?
sind einfach super hier! N.: Na ja, sicherlich sind gute Berufs- und Gehaltsaussichten
I.: Und das Kulturangebot ist hier in Klagenfurt schon oft ein Anlass für die Zuwanderung. Aber es geht nicht
sehr gut. Ich gehe gern ins Theater oder ins Kino, und nur ums gute Verdienen, Geld ist nicht alles! Wichtig sind
ich habe relativ schnell Freunde gefunden, die auch gern noch viele andere Faktoren wie Kultur, Lebensart, die
mitkommen. Freunde sind das Allerwichtigste für mich, Mentalität der Menschen … Damit jemand hier bleiben
sonst könnte ich nicht im Ausland leben. Wir gehen auch und arbeiten will, ist die Zufriedenheit mit den Lebens­
gern zusammen etwas essen oder trinken – nur an das bedingungen sehr wichtig. Dabei geht es natürlich auch
getrennt Bezahlen, also dass jeder seine eigene Rech­ darum, dass man sich wohlfühlt, respektiert und freund­
nung hat, daran musste ich mich erst gewöhnen. Tja, und lich behandelt wird.
dann die vielen Amtswege, die Bürokratie … puh! Aber I.: Was hat sich denn in den letzten Jahren bezüglich Zu­
bei uns ist das ja nicht anders. wanderung getan?
S.: Ja, die österreichischen Vorschriften … Oh, je! Aber N.: Ich kann Ihnen jetzt nur einige Beispiele nennen: So hat
prinzipiell bin ich mit meinem Leben hier sehr zufrieden, es, z.B. auf politischer Seite, im Zuwanderungsgesetz
und ich verstehe allmählich die Sprache. Nur vermisse wichtige Änderungen und Erleichterungen bei der Aner­
ich meine Familie. Dass so viele Leute hier allein oder kennung von ausländischen Abschlüssen und Qualifika­
gerade mal zu zweit, aber meistens ohne ihre Familie le­ tionen gegeben. Auch vonseiten der Wirtschaft wurden

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Einheit 6 | Übungen 6 | Einheit7

Programme entwickelt, die ausländische Arbeitskräfte Wien ziehen soll …


fördern. Ich denke da an berufliche Fach- oder Sprach­
kurse, um nur ein Beispiel zu nennen. Diese Maßnahmen
scheinen aber leider für viele Inländer eine, man könnte 7 Konflikte und Lösungen
sagen, Konzentration auf wirtschaftliche Vorteile nur für
ausländische Mitarbeiter zu sein. Dadurch werden oft die A 1b
Zweifel am generellen Nutzen von Zuwanderung ver­
stärkt. Da heißt es dann: Warum gibt es das nur für die Dialog 1
Ausländer und nicht für uns? 11 Rechts? Das ist doch ein Blödsinn. Schau doch auf den Plan!
I.: Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung ein? uu Du kennst dich doch aus, behauptest du immer. Also
N.: Schauen Sie, ich bin Iraner. Ich lebe schon lange in wirst du auch wissen, wo es hier weitergeht! Hättest du
Österreich und fühle mich hier sehr wohl. Für mich ist nicht das Navi vergessen, müsste ich nicht auf dem blö­
„Willkommenskultur“ vergleichbar mit einer Art des den Plan herumsuchen!
Einander-Begrüßens, also des positiven „Aufeinander- 11 Jetzt reicht’s mir aber! Besuchen wir deine Freunde oder
Zugehens“, das gilt für Inländer, aber auch für Auslän­ meine?
der. Und es braucht alles seine Zeit im Leben. Wir sind uu Was hat das damit zu tun? Es ist jedes Mal das Gleiche,
noch weit entfernt von einer totalen Akzeptanz von aber jedes Mal!
Zuwanderern. Studien zeigen aber, dass die 14- bis 11 Ach ja? Was ist denn das Gleiche?
29-Jährigen beim Thema Integration schon wesentlich uu Du machst was falsch und gibst mir die Schuld dafür. Das
offener sind als die früheren Generationen. Das heißt, geht mir echt auf die Nerven!
wir sind auf dem richtigen Weg. 11 Also wenn das so ist, drehen wir eben um. Fahren wir
wieder nach Hause, bitte sehr …

Dialog 2
6 Übungen
11 Ob das andere Eltern erlauben, interessiert mich nicht!
Emma geht nicht bis 22 Uhr auf die Party!
D1
uu Aber wenn sie es doch möchte. Kannst du nicht ein Mal
Herr Hosch:  Guten Morgen, Frau Mock, guten Morgen, Herr ein bisschen lockerer sein?
Dill. Entschuldigung, dass ich mich verspätet habe, aber 11 Sie ist erst 13!! Um 20 Uhr ist sie zu Hause!
es hat schon wieder einmal ein Problem mit der Bahn ge­ uu Großer Gott, du bist schon wie deine Mutter! Die Zeiten
geben. haben sich geändert!
Frau Mock:  Hallo, Herr Hosch. Was war denn heute in der 11 Oh nein, nicht schon wieder! Nur weil dir kein besseres
Früh los? Argument einfällt, bin ich wie meine Mutter. Sie ist noch
H.: Ach, der Zug, der um 6:52 Uhr fahren sollte, ist ausgefallen. ein Kind, und ein Kind hat in der Nacht auf der Straße
Herr Dill:  Oh je, die fast tägliche Störung! Was ist es denn nichts verloren!
dieses Mal gewesen? uu Na geh, was soll denn hier schon passieren? Außerdem
H.: Ich weiß es nicht, Herr Dill. Es hat ja keine Durchsagen geht sie doch sicherlich mit der Anna zusammen nach
am Bahnhof gegeben. Der nächste Zug um 7:12 Uhr war Hause …
dann brechend voll, in den konnte man gar nicht mehr 11 Aber du weißt schon, dass es ein Jugendschutzgesetz
einsteigen. Ich musste deshalb den Zug um 7:32 Uhr gibt? Die beiden dürfen maximal bis 22 Uhr am Abend
nehmen. unterwegs sein.
D.: Ich bin ja früher auch diese Strecke gefahren. Schreck­ uu Ja, ja du hast schon recht … Okay, ich mach’ dir einen
lich! Sitzplätze gibt’s in solchen Fällen keine mehr. Und Vorschlag: Wir zwei gehen ins Kino und holen danach die
Zeitunglesen geht auch nicht. beiden Mädels von der Party ab. Was hältst du davon?
H.: Der Waggon war so voll, dass ich nicht einmal meine 11 Na, das ist doch eine schöne Idee!
Mails auf dem Smartphone checken konnte.
Dialog 3
M.: Das kenne ich. Ich komme ja immer mit der U-Bahn. Das
11 Franz … wollten wir heute Abend nicht ins Kino gehen?
ist in der Früh echt nicht lustig. In den U-Bahnstationen
gibt es ja meistens schon ein großes Gedränge.
uu Mhm, ja, kann sein …
11 Sag einmal, hörst du mir überhaupt zu? Du immer mit
D.: Und es stinkt!
deiner blöden Champions League! Weißt du, wie mir das
M.: Genau. Da haben Sie recht, Herr Dill. Und beim Einstei­
auf die Nerven geht?
gen schlägt einem heiße, stickige Luft entgegen. Der
Waggon ist so voll, dass man gegen die anderen Fahrgäs­
uu Geh doch ein bisserl auf die Seite … Ah, ja, Wahnsinn!
Geniale Flanke!
te gedrückt wird.
11 Das kann ja echt nicht wahr sein! Du hörst mir nicht
D.: Und ja, wenn die Züge so voll sind, kann man fast Angst
einmal zu. Mir reicht’s! Ich geh’ jetzt allein ins Kino.
bekommen.
M.: Da ist man schon fix und fertig, bevor man mit der Ar­
uu Mhm, ja Schatzl, bis später!
beit begonnen hat. Dialog 4
H.: Ich überlege jetzt, ob ich nicht von Guntramsdorf nach 11 Tut mir leid, das fällt nicht in meine Zuständigkeit.

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Einheit 7

uu Aber Herr Krüger hat gesagt, ich solle mich an Sie dienen Sie sich.
wenden. So, nun, wir sitzen hier zusammen, weil Sie, Frau Binder,
11 Herr Krüger ist auf Urlaub, und mit mir hat er nicht uns ein E-Mail geschrieben und Sie, Herr Kowalek, mich
gesprochen. Es tut mir leid, Frau Brahms, aber da kann dann um dieses Gespräch gebeten haben. Es wäre mir
ich Ihnen nicht helfen. wichtig, dass wir die Probleme jetzt bereden und aus der
uu Sie selbst haben vorgeschlagen, dass wir diese Tabellen Welt schaffen können.
benutzen sollen. Jetzt tun Sie so, als ob Sie das alles K.: Ja, also ich muss sagen, dieses Mail hat mich sehr geär­
nichts angeht. gert. Ich meine, also … Ich, an Stelle der Kollegin, hätte
11 Es geht mich auch nichts an. Ich bin am Projekt nicht di­ niemals so ein E-Mail geschrieben. Man könnte meinen,
rekt beteiligt. ich hätte das Projekt boykottiert! Das stimmt so nicht
uu Warum hat Herr Krüger mir dann Sie als Ansprechpartner und ist echt unfair …
genannt? B.: Entschuldigung, Herr Kowalek, wenn ich Sie da jetzt un­
11 Was weiß ich? Da müssen Sie ihn schon selbst fragen. terbreche, aber das muss ich jetzt einmal ganz klar und
uu Das ist doch jetzt nicht Ihr Ernst! So ein unkooperatives in Gegenwart von unserem Herrn Abteilungsleiter, Herrn
Verhalten ist mir in der ganzen Zeit, die ich im Unter­ Dr. Amberger, sagen: Wenn Sie, Herr Kollege, mir nicht
nehmen arbeite, noch nicht untergekommen! dauernd gesagt hätten, dass Sie keine Zeit haben, wäre
das auch nicht passiert. Ich habe ja fast keine Ergebnisse
B 3c von Ihnen bekommen! Ist so etwas für Sie Kooperation?
K.: Na, das stimmt jetzt aber nicht ganz so, Frau Binder!
11 … Sag einmal, Andrea, du hattest doch vor dem Urlaub
A.: Langsam, bitte! Herr Kowalek, Sie wissen, dass Frau
den Ärger mit dem Restaurant im Erdgeschoss. Was ist
Binder offiziell die Leiterin des Projekts ist.
daraus geworden?
K.: Ja, sicher. Aber wir haben uns zweimal pro Woche
uu Du wirst es nicht glauben, aber die Hausverwaltung hat getroffen. Jedes Mal war Frau Binder verärgert, weil –
mir tatsächlich geholfen, ich …
nach ihrer Meinung – zu wenig Ergebnisse vorgelegen
11 Echt? Das ist ja super!
sind. Aber ich betreue ja auch noch andere IT-Projekte
uu Also, ich habe erst einmal angerufen und mit der Sach­ und habe weiß Gott genug Probleme mit dem Installieren
bearbeiterin gesprochen. Beim Telefonieren habe ich sehr
der Logistik-Software! Frau Kollegin Binder hätte auf
darauf geachtet, trotz meines Ärgers höflich zu bleiben.
meine anderen Aufgaben mehr Rücksicht nehmen
Die Hausverwaltung hatte ja keine Schuld an der Sache,
müssen.
zumindest nicht direkt. Sie hat ja eine Entlüftung einbau­
A.: Das hätten Sie beide aber schon früher mit mir bespre­
en lassen. Die war aber zu schwach berechnet. Also habe
chen sollen. Wenn ich das früher gewusst hätte, wäre
ich alles sachlich erklärt …
das alles nicht passiert. Ich bin als Leiter dieser Abtei­
11 Aber hast du ihnen keinen Brief geschrieben? Bei mir
lung dafür zuständig, solche Probleme zu lösen, bevor
wollen die immer irgendetwas Schriftliches.
sie eskalieren. Also, ganz ruhig und sachlich. Sie, Herr
uu Doch, klar. Aber das war danach. Kowalek, hatten doch von Anfang an zugestimmt, dass
11 Und was hast du genau geschrieben?
Frau Binder das Projekt leitet?
uu Na, ja, ich habe in meinem Schreiben kurz und präzise K.: Ja, schon … Aber nur, weil ich geglaubt habe, dass ich
klargemacht, dass die eingebaute Lüftungsanlage nicht
eh keine Chance auf die Projektleitung habe. Vier Jahre
ausreicht und dass ich erwarte, dass rasch etwas passiert.
bin ich jetzt hier, und Frau Binder ist erst nach mir ins
Dann habe ich den Brief direkt an die Sachbearbeiterin
Team gekommen …
geschickt, mit der ich auch am Telefon gesprochen hatte.
A.: Das ist richtig. Aber Frau Kollegin Binder hatte schon
Tja, und eine Woche später sind dann wirklich die Hand­
Erfahrung bei einem ähnlichen Projekt gesammelt …
werker gekommen und haben eine neue und viel stärkere
B.: Entschuldigung, die Herren! Wenn Sie einverstanden
Entlüftung eingebaut.
sind, würde ich dazu jetzt auch gerne etwas sagen …
11 Was? Einfach so? Tolle Hausverwaltung!
uu Na ja, der Ton macht die Musik. Wir haben halt vernünf­ C 3b
tig miteinander geredet. Du, ich glaube, die erleben oft
ganz andere Mieter. A.: So! Vorwürfe haben wir jetzt genug gehört. Haben Sie
Ideen für eine konstruktive Lösung des Problems?
C 2a K.: Na ja … Das Einfachste wäre, ich würde aus dem Projekt
aussteigen. Dann müsste Frau Kollegin Binder die Pro­
Herr Amberger:  Guten Tag, Frau Binder, Herr Kowalek.
jektleitung ja auch nicht abgeben.
Kommen Sie doch bitte weiter. Schön, dass wir uns
A.: Nein, Herr Kowalek. So machen wir das sicher nicht! Sie
einmal zusammensetzen können, um Ihre Probleme zu
haben alle Kompetenzen, um im Team einen guten Bei­
klären.
trag zu leisten. Sie können dabei Erfahrungen sammeln,
Frau Binder:  Grüß Gott, Herr Dr. Amberger! Guten Tag,
und wenn Sie sich in diesem Projekt bewähren, können
Herr Kollege.
wir bei einem nächsten Mitarbeitergespräch auch über
Herr Kowalek:  Guten Tag, danke für die Einladung!
neue Perspektiven für Sie reden.
A.: Nehmen Sie doch bitte Platz. Kaffee, Wasser? Bitte be­

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Einheit 7 | Übungen 7

B.: Dann wäre es mir aber auch wirklich lieb, wenn jemand Urlaub buche, und die Leistung entspricht nicht dem
anderer das Projekt leiten könnte. Das habe ich Ihnen ja Angebot, habe ich natürlich das Recht, mich zu be­
vorgeschlagen … Darum habe ich ja das E-Mail geschrie­ schweren. Das ist im Tourismus wie in jeder anderen
ben … Branche.
A.: Ja, aber so einfach geht das auch wieder nicht, Frau M.: „Die Leistung entspricht nicht dem Angebot“ – was
Binder. Sie haben die Projektleitung aus guten Gründen heißt das genau?
übernommen. Aktuell gibt es einen Konflikt. Aber da­ R.K.: Nun, wenn mir zum Beispiel ein Zimmer mit Klimaanla­
rüber kann man sprechen und gemeinsam eine Lösung ge oder ein herrlicher Sandstrand versprochen wurde,
finden. Oder wie sehen Sie das? und dann fehlt die Klimaanlage oder funktioniert nicht.
B.: Na ja, also …, ich hätte sicher früher merken müssen, Oder der Sandstrand ist in Wirklichkeit ein Steinstrand.
dass es ein Kapazitätsproblem gibt, also die Zeit und Dann kann ich diese Mängel melden und den Reise­
so…, und ich hätte es gleich offen ansprechen müssen. preis mindern. Am besten macht man das gleich vor
Wenn ich etwas überreagiert haben sollte, tut mir das Ort. Dafür gibt es feste Regeln, und wir nehmen solche
leid. Ich wollte mit meinem E-Mail niemanden beschul­ Klagen sehr ernst. Wie jedes Unternehmen leben wir
digen. von der Zufriedenheit unserer Kunden. Stimmt die
K.: Ja, okay. Das ist schon in Ordnung … Wenn wir die Pla­ Qualität unserer Leistungen nicht, wird bald kein
nung in Zukunft klarer mit meinen anderen Aufgaben Mensch mehr seinen Urlaub bei uns buchen. Und das
abstimmen, kann ich viel intensiver für Ihr Projekt ar­ könnte ich in so einem Fall gut verstehen.
beiten. Es hat ja wirklich aus Ihrer Sicht, Frau Binder, M.: Das heißt, eine Schadenersatzklage kann lukrativ sein?
so ausgeschaut, als wäre ich nicht kooperativ, aber… R.K.: Nur wenn die Klage berechtigt ist und der Reiseveran­
A.: Na sehen Sie. Wir müssen aufeinander zugehen, sonst stalter nicht nachweisen kann, dass er an der Situation
klappt es nicht. Um außerdem etwas Zeitdruck rauszu­ keine Schuld trägt. Aber es gibt auch immer wieder ab­
nehmen, verschiebe ich das Projektende um zwei Mona­ surde Klagen, bei denen es nur darum geht, Geld zu
te. Ach so, und Frau Binder, bitte informieren Sie auch machen.
Herrn Gruber und die anderen Kollegen aus dem Team M.: Dann hat Ihre Rechtsabteilung bestimmt viel zu tun bei
über unsere Besprechung! der Menge an Beschwerden?
B.: Sicher, Herr Dr. Amberger, das mache ich. Und vielen R.K.: Wenn Sie die Anzahl der Klagen mit der Gesamtzahl
Dank für die Klärung der Lage. Ich glaube, jetzt geht es der Touristen vergleichen, sind es nur wenige. Sonst
uns allen besser. würde ich auch bestimmt nicht mehr in der Branche
K.: Ja, das war sehr hilfreich. Vielen Dank! arbeiten …
A.: Na ja, durchs Reden kommen d’Leut z’samm. Wir sehen M.: Wie gehen Sie mit den verrückten Beschwerden um?
uns dann am Freitag. Können Sie darüber lachen?
R.K.: Ich glaube, in unserer Branche darf man sich – wie in
D2 jeder anderen – nicht den Sinn für Humor nehmen las­
sen. Wenn es mir gelingt, mich nicht aufzuregen, kann
Moderatorin:  Sommerzeit – Ferienzeit: Das ist heute unser
ich manchmal auch lachen, ja sicher!
Thema in der Sendung „Guter Rat“. Zu Gast haben wir
Roland Karner, er ist Manager in einem großen Reise­
unternehmen und wird Ihnen erklären, wann Sie sich
7 Übungen
über Ihren Urlaub zu Recht beschweren können.
Grüß Gott und herzlich willkommen!
Roland Karner:  Guten Tag!
A 1a
M.: Herr Karner, viele Menschen beklagen sich über die Interviewer:  Herzlich Willkommen bei unserer heutigen
Qualität ihres Urlaubs. Zu Recht? Sendung „Nur nicht gleich in die Luft gehen“. Kennen
R.K.: Nun, es gibt immer wieder Beschwerden. Bei manchen Sie das? Jemand macht Sie so wütend, dass Sie in Streit­
aber weiß man nicht, ob sie überhaupt ernst gemeint situationen zwar explodieren könnten wie ein Ballon,
sind. Wenn sich zum Beispiel eine Winterurlauberin aber dann Ihre Meinung doch für sich behalten? Oder
über zu viel Schnee im Skigebiet beklagt oder ein Ba­ sind Sie vielleicht eher der Typ, der sofort in die Offensi­
deurlauber über echte Fische im Meer … ve geht und sich nichts gefallen lässt – unter dem Motto:
M.: So etwas gibt es tatsächlich? Angriff ist die beste Verteidigung? Egal, welcher Streit­
R.K.: Aber sicher! Am schlimmsten sind die Kunden, die typ Sie sind. Es gibt sie, die sogenannte Streitkultur!
generell gerne meckern, die haben das quasi zu ihrem Richtiges Streiten ist tatsächlich erlernbar. Heute begrü­
zweiten Beruf gemacht. Sie suchen regelrecht nach et­ ße ich als Gast bei uns Frau Mende. Sie leitet Streitsemi­
was Schlechtem und bringen jedes Service-Personal zur nare. Herzlich willkommen, Frau Mende.
Verzweiflung. Warum sie das tun, ist mir ein Rätsel. Frau Mende:  Schönen guten Tag. Und danke für die Einla­
M.: Aber es gibt doch bestimmt auch berechtigte Klagen? dung!
R.K.: Ja, natürlich! Man darf schließlich nicht vergessen, I.: Liebe Frau Mende, Streitseminare – da frage ich einmal
dass die Menschen sich in ihrem Urlaub wohlfühlen ganz provokant: Muss man wirklich ein Seminar besu­
wollen. Deshalb kommen sie ja zu uns! Wenn ich einen chen, um richtig streiten zu lernen?

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Übungen7 | Einheit 8

M.: Gleich eine provokante Antwort zurück: Aber sicher! Ja, erwartet sich, dass der andere auf ihn zukommt und um
die Kunst, richtig streiten zu lernen, ist tatsächlich ex­ Vergebung bittet. Mit ihm zu leben ist ein bisschen wie
trem wichtig. Wer niemals eine konstruktive Streitkultur das Laufen auf rohen Eiern.
erlernt hat, wird wahrscheinlich häufig Schwierigkeiten I.: Wenn ich Sie richtig verstehe, gibt es also keinen …
im Leben haben. Einerseits beruflich, aber immer wieder sagen wir einmal so: „optimalen Streittyp“.
auch in der Familie, mit Freunden oder Nachbarn. M.: Korrekt! Die Mischung macht’s. Man sollte ja keinen Typ
Schließlich kann man sich Problemen nicht auf Dauer isoliert betrachten, sondern muss sehen, welche Verhal­
entziehen. Sie müssen zuerst geklärt und in weiterer tensmerkmale besonders stark in einem selbst vertreten
Folge gelöst werden. Also man muss lernen, mit Kon­ sind. Dabei helfen wir in den Seminaren und schauen
flikten richtig umzugehen. Dafür bieten wir unsere darauf, wie wir eine gute Mitte finden können. Dann
Streitseminare an. haben wir den ersten Schritt gemacht und sind dabei,
I.: Ah, und wie kann ich herausfinden, wie ich richtig strei­ den richtigen Weg für die Lösung von Konflikten ein­
te? zuschlagen.
M.: Also, da machen wir zuerst eine Analyse des Streittyps. I.: Das klingt ja sehr spannend! Dann bleibt mir nur, mich
I.: Des Streittyps? herzlich für das aufschlussreiche Gespräch zu bedanken.
M.: Ja, jeder Mensch streitet anders, und jedem sind andere Ähm, und wo kann ich mich bei Ihnen anmelden?
Dinge wichtig. Ganz kurz vorweg: Es gibt, so sagt man, M.: Ich gebe Ihnen gleich meine Nummer.
vier Gruppen von Streittypen. In einem ersten Schritt I.: Vielen Dank auch Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer,
finden wir also heraus, zu welchem Streittyp ein Klient und bis zum nächsten Mal.
gehört.
I.: Darf ich Sie bitten, Frau Mende, das ein bisschen genau­
er zu erklären? 8 Lebenslanges Lernen
M.: Gerne! Die vier Typen wären: Der Kämpfer, der Harmo­
niesüchtige, der Diskutierer und der Eingeschnappte. B 4a
I.: Oh je, ich glaube, ich weiß schon, welcher Typ ich bin …
Martin Kolb:  Guten Tag, meine Damen und Herren, und
M.: Wir können das nach der Sendung gerne herausfinden,
herzlich willkommen zu unserem „Tag des lebenslangen
wenn Sie wollen! Aber die meisten Menschen sind
Lernens“ an der Volkshochschule Neustadt! Schön, dass
Mischtypen.
Sie so zahlreich gekommen sind. Mein Name ist Martin
I.: Könnten Sie uns dazu vielleicht ein paar Beispiele nen­
Kolb, und ich leite hier die Erwachsenenbildung.
nen?
Ja – Lernen bis ins hohe Alter, das ist genau unser
M.: Aber natürlich! Also: Der Harmoniesüchtige findet Streit
Thema an der Volkhochschule. In unseren zahlreichen
furchtbar, er hat Angst, beim Streiten alles falsch zu ma­
Kursen zu den verschiedensten Themen haben wir Teil­
chen, und tut enorm viel, um Streit zu vermeiden. Er
nehmer von 9 bis 99 Jahren. Drei von ihnen habe ich
möchte Konflikten aus dem Weg gehen, eine gute Atmo­
heute mitgebracht – drei Personen, die sich gesagt
sphäre ist für ihn das Wichtigste.
haben: „Fürs Lernen ist es nie zu spät!“ Und jetzt
I.: Und was passiert, wenn ein Harmoniesüchtiger auf einen
übergebe ich das Mikrophon an Frau Sommer.
Kämpfer trifft?
Martha Sommer:  Ja, guten Tag! Ich bin Martha Sommer,
M.: Oh, nichts Gutes! Zumindest nicht für den Harmonie­
76 Jahre alt und Pensionistin. Ich war Köchin von Beruf,
süchtigen. Einem Kämpfertyp ist es sehr wichtig, sich
und mit Computern hab‘ ich nie irgendetwas zu tun ge­
durchzusetzen. Er will auf jeden Fall, immer und überall,
habt. Jetzt denken Sie vielleicht, warum tut sich die alte
als Sieger aus einem Streit hervorgehen. Noch dazu hat
Frau das an: In dem Alter noch einmal etwas völlig Neu­
er auch noch Spaß am Streiten. Manche Kämpfertypen
es lernen und dann auch noch etwas so Technisches?
entwickeln dann fast schon so etwas wie sportlichen
Es war so: Wenn meine Enkelkinder bei mir auf Besuch
Ehrgeiz.
waren, konnte ich wenig mitreden, habe immer nur
I.: Aha. Dann ist der Diskutierer der angenehmere Typ?
„Bahnhof“ verstanden, also gar nichts. Da hat sich ja fast
M.: Na ja, das kann man so nicht sagen. Der Diskutierer
alles ums Internet gedreht und was man damit alles ma­
möchte den Dingen vollständig auf den Grund gehen,
chen kann. Also habe ich mir gesagt: „Wenn die Kleinen
möchte sich und sein Gegenüber komplett verstehen und
das hinkriegen, wirst du das ja auch lernen können!“
selber verstanden werden. Das kann in der Praxis dann
Darum habe ich den Kurs „Internet für Junggebliebene“
oft ziemlich anstrengend werden und einem auf die
besucht. Das war lustig … Ich wusste nämlich durch die
Nerven gehen Es ist nicht jedermanns Sache, endlose
Gespräche mit meinen Enkeln zumindest theoretisch
Diskussionen zu führen.
schon ein bisschen mehr als die anderen Kurskolleginnen
I.: So, dann bleibt ja nur noch der Eingeschnappte, der si­
und -kollegen! Das war natürlich ein gutes Gefühl. Ich
cher sehr schnell beleidigt und gekränkt ist und sich wie
bin schon ein bisserl stolz, dass ich den Kurs gemacht
in ein Schneckenhaus zurückzieht.
habe. Jetzt zeige ich meinen Enkeln, was ich Interessan­
M.: Richtig, der Eingeschnappte ist besonders schnell belei­
tes im Internet gefunden habe, und oft lachen wir zu­
digt und redet auch nicht darüber, warum er das ist. Er
sammen über besonders kuriose Fundstücke. Aber das
setzt voraus, dass der andere das wissen muss, und er
Tollste ist: Ich habe meine Lieblingsforen, in denen ich

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Einheit 8

mich regelmäßig mit anderen Menschen austausche – da K.: Ja, ich möchte gern die Fortbildung zum Fachkranken­
ist es dann ganz egal, wie alt man ist. Ich sag’s noch ein­ pfleger für Intensivpflege und Anästhesie machen.
mal: Ich bin froh, dass ich mich getraut habe, den Kurs Ä.: Sie wissen, dass das eine wirklich anspruchsvolle Ausbil­
zu machen. Für mich ist das Internet ein neues Fenster dung ist? Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich weiß
zur Welt. Ihre Arbeit sehr zu schätzen. Ihr Ruf auf der Station ist
Petra Mayring:  Ich heiße Petra Mayring und bin seit einiger unter uns Ärzten bestens, und die Oberschwester ist mit
Zeit Koordinatorin für den Kindersport in unserem Turn­ Ihrer Arbeit ebenfalls sehr zufrieden. Natürlich möchte
verein. Eine Freundin hatte mich überredet, das Amt zu ich Sie gern in Ihrem Vorhaben unterstützen, Herr Tahiri!
übernehmen, weil ich Sport studiert habe. Ich habe Aber es gibt da Bestimmungen …
spontan zugesagt und gar nicht daran gedacht, dass ich K.: Also, ich habe gehört, dass sechs Monate praktische
als Koordinatorin natürlich auch vor Publikum auftreten Arbeit auf der Intensivstation eine Voraussetzung sind,
muss, zum Beispiel bei Sportfesten oder Wettkämpfen. um den Antrag für die Fortbildung zu stellen. Und diese
Puh, das war ein Schreck! Ich hatte immer schon furcht­ Voraussetzung erfülle ich. Außerdem macht mir die
bares Lampenfieber und auch Prüfungsangst. Es hat Arbeit dort wirklich Freude, und ich würde gern mehr
mich lange Zeit sehr frustriert, dass ich so schüchtern Verantwortung übernehmen!
war. In meiner Not habe ich also ein Seminar der Volks­ Ä.: Ich finde es toll, wenn jemand so motiviert ist wie Sie,
hochschule besucht, um endlich sicherer und selbstbe­ und ich möchte Sie natürlich gern fördern und unterstüt­
wusster zu werden. Und ja, das hat mir echt geholfen! Es ze Ihre Pläne! Aber zuerst muss ich Ihnen noch erklären,
war sehr hilfreich, durch praktische Übungen die Stimme wie das in unserem Krankenhaus abläuft: Hier zählen
und die Körpersprache zu trainieren. Heute spreche ich nicht nur die gesetzlichen Bestimmungen. Es gibt näm­
vor Publikum viel, viel freier als früher und bin dabei lich die Regelung – und das ist Ihnen vielleicht noch
auch entspannter und lockerer. Heute frage ich mich nicht bekannt –, dass man zwei Jahre Berufserfahrung
aber auch, warum ich mich so lange unnötig geängstigt vorweisen muss, bevor man einen Antrag für eine Fort­
habe. bildung stellen kann. So sind unsere Richtlinien, und an
Heinz Wagner:  Mein Name ist Heinz Wagner. Nachdem ich die muss ich mich halten.
zwei Jahre lang meinen Freunden immer wieder von der K.: Oh … Das hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt.
Idee einer eigenen Webseite erzählt habe, hat mich eines Ä.: Bitte lassen Sie sich davon nicht frustrieren. Ich bin
Tages einer gefragt: „Sag einmal, warum redest du immer sicher, dass wir eine Lösung finden werden. Also, ich
nur davon? Wann passiert endlich was?“ Ich habe wirk­ mache Ihnen einen Vorschlag: …
lich null Ahnung von Webseiten gehabt. Ich wusste
weder, wie man so eine Seite aufbaut, noch wie man sie C 2a
aktualisiert. Vor meinen Freunden war mir das aber
Ä.: Also, mein Vorschlag wäre folgender: Ich verspreche Ih­
peinlich, und einen Kurs wollte ich zuerst auch nicht ma­
nen, dass ich Ihre Anmeldung zur Fortbildung so recht­
chen. Aber vor einem Jahr habe ich dann doch an einem
zeitig durchführe, dass Sie zum allerfrühesten Zeitpunkt
VHS-Kurs teilgenommen, und es war gar nicht so
damit anfangen können – wie es unsere Hausregeln eben
schwer, wie ich gedacht hatte. Die anderen Teilnehmer
zulassen. In Ordnung?
waren auch nicht so Super-Computer-Spezialisten, son­
K.: Oh ja, schon. Danke. Aber es sind ja dann immer noch
dern Laien, so wie ich. Schritt für Schritt haben wir ge­
neun Monate bis zum Beginn der Fortbildung!
lernt, mit dem Programm umzugehen … Ja, und wenn
Ä.: Neun Monate sind ja nicht die Ewigkeit, Herr Tahiri!
man einmal mit einem Thema vertraut ist, lernt man
Glauben Sie mir, die Prüfung für Intensivpflege und
auch allein automatisch immer weiter. Meine Webseite
Anästhesie ist ziemlich schwierig. Ich will Ihnen da jetzt
ist inzwischen seit einem halben Jahr online. Heute den­
keine Angst machen. Aber je mehr Erfahrung Sie mit­
ke ich, dass ich einfach zu faul war!
bringen, umso besser ist es für Sie. Sie können von
dieser Wartezeit nur profitieren!
C 1b K.: Na ja, da haben Sie wahrscheinlich recht! Ich werde mich
Ärztin:  So, Herr Tahiri, kommen Sie mit in mein Büro. Es halt echt bemühen, in dieser Zeit noch recht viel dazuzu­
freut mich, dass wir die Zeit finden, uns einmal über Ihre lernen, und das Beste daraus machen.
Zukunftspläne zu unterhalten. Ä.: Das freut mich. Also, wir verbleiben erst einmal so. Gut?
Krankenpfleger:  Danke, dass Sie sich für mich Zeit genom­ Aber wenn Sie noch irgendwelche Fragen haben, melden
men haben, Frau Dr. Akay. Sie sich wieder bei mir!
Ä.: Seit wann sind Sie denn schon Diplomkrankenpfleger? K.: Gerne und vielen Dank, Frau Doktor!
Seit mindestens einem Jahr, oder? Ä.: Na, dann bis zum nächsten Mal, Herr Tahiri, und einen
K.: 15 Monate! Und seit sieben Monaten arbeite ich auf schönen Tag noch!
der Intensivstation. K.: Danke, Ihnen auch! Und auf Wiedersehen.
Ä.: Ich glaube, ich weiß schon, worauf Sie hinauswollen …
Es geht um Ihre Weiterbildung?

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Übungen 8 | Einheit 9

bekommen wir am Wochenende wärmere Temperaturen von


8 Übungen bis zu 12 Grad, und sogar die Sonne zeigt sich am Samstag in
den späten Nachmittagsstunden in weiten Teilen des Landes.
B1 Am Abend sollten Sie am Sonntag jedoch nicht ohne Schirm
aus dem Haus gehen, da vor allem im Süden und Osten starke
Etwas Neues lernen? Tja, da hatte ich nun die Qual der Wahl.
Regenfälle erwartet werden.
Neben der Kindererziehung habe ich mich früher zwar auch
noch ehrenamtlich in unserem Seniorenzentrum engagiert 4
und den Bewohnern vorgelesen. Und ich bin auch regelmäßig Einen kulturellen Leckerbissen der besonderen Art verspricht
schwimmen gegangen. Aber nachdem die Kinder aus dem das Stadttheater am kommenden Samstag. Dürrenmatts Tra­
Haus waren, habe ich etwas anderes gebraucht. Nur, was soll­ gödie „Der Besuch der alten Dame“ wird um 19:30 Uhr mit
te ich neu anfangen? Klavier spielen lernen? Oder Tennis? einer Starbesetzung Premiere feiern, wobei die männliche
Irgendwie hat das alles nicht so recht gepasst. Aber dann ist Hauptrolle von dem aus Film und Fernsehen bekannten Al­
mir wieder eingefallen, wie gern ich früher in Italien Urlaub fons Wiesner gespielt wird. Die „alte Dame“ verkörpert die
gemacht habe. Da wusste ich, dass ein Italienischkurs ge­ langjährige Burg-Schauspielerin Johanna Westfal. Das letzte
nau das Richtige für mich ist! Ich habe es damals immer Mal wurde das Stück in diesem Theater im Jahr 1992 gezeigt.
sehr schade gefunden, dass ich die Sprache nicht sprechen
5
konnte – na ja, nur ein paar Wörter und nicht einmal die
Am letzten Wochenende im Monat begrüßen wir unsere Be­
wirklich gut! Einmal wollte ich in Florenz für meinen Mann
sucher zum langen Samstag mit einem Bühnenprogramm für
im Lokal ein kaltes Bier bestellen. Ganz stolz habe ich „caldo“
unsere kleinen und großen Besucher. Clowns und Akrobaten
gesagt. Der Kellner hat mich ganz komisch angeschaut, aber
unterhalten Ihren Nachwuchs unter der Aufsicht eines erfah­
ich habe dann extra noch wiederholt: „Si, si: caldo“. Erst als
renen Betreuungsteams. Genießen Sie ganz entspannt einen
er uns dann ein sehr warmes Bier gebracht hat, habe ich mich
gemütlichen Bummel durch unsere Bekleidungs- und Buch­
daran erinnert, dass „caldo“ auf Deutsch „warm“ bedeutet!
geschäfte. Für das leibliche Wohl sorgt unsere beliebte Pizze­
Darüber lachen mein Mann und ich heute noch.
ria im Erdgeschoss. Seien Sie dabei!
Also rückblickend finde ich es super, mich dazu entschlossen
zu haben, einen Volkshochschulkurs für Italienisch zu besu­
chen. Jetzt bin ich zwei Jahre dabei und spreche schon ganz
9 Rechte und Pflichten
gut. Letztes Jahr waren wir in der Toskana, und ich konnte
fast alles auf Italienisch organisieren. Das war wirklich ein
tolles Erfolgserlebnis, und ich bin dankbar, einen so guten
A 2b
Unterricht gehabt zu haben. 11 … so, und nun übergebe ich das Wort wie angekündigt
an Frau Sanders …
Prüfungstraining: Hören, Teil 3 uu Ja, hallo, und ein herzliches Willkommen bei unserer lan­
deskundlichen Infoveranstaltung zum Thema „Rechte und
1
Pflichten in Österreich“! Damit Ihnen bei diesem Thema
Ein Wochenende mit Festivalcharakter erwartet Literaturinte­
nicht fad wird, haben wir für Sie ja ein paar Quizfragen
ressierte am 11. und 12. November bei der Literaturmesse
vorbereitet … Sie haben sich das alles genau angeschaut,
auf dem Kulturgut Sontling. Zum ersten Mal nach der Reno­
dann steht der Auflösung nichts mehr im Weg. Und schon
vierung öffnet hier die Buchmesse für Kleinverlage wieder
geht’s los! Punkt 1: Alle Personen – also nicht nur Aus­
ihre Pforten. Organisiert wird das Projekt unter anderem von
länder – sind per Gesetz verpflichtet, sich bei einer Erst­
der Literaturkommission des Landschaftsverbandes. Rund 20
anmeldung schon innerhalb von drei Tagen bei der zu­
Verlage geben von 11 bis 18 Uhr Einblicke in ihre Arbeit und
ständigen Meldebehörde registrieren zu lassen, und nach
ihr Verlagsprogramm – begleitet von Lesungen, Autorenge­
einem Umzug innerhalb eines Monats. Na, ich denke, Sie
sprächen und Podiumsdiskussionen.
alle haben das längst getan! Okay. Ja, und in Österreich
2 gibt es, im Gegensatz zu Deutschland, keine gesetzliche
Biathletin Saskia Winzer hat den schwierigen Wetterbedin­ Ausweispflicht. Das heißt, solange Sie Österreich nicht
gungen standgehalten und ist trotz Erkältung als Erste aus verlassen, brauchen Sie keinen Pass oder Personalausweis
dem Wettkampf hervorgegangen. Die 22-Jährige aus Inns­ und können sich zur Not auch durch einen Zeugen Ihre
bruck leistete sich im Rennen über 9 km einen kleineren Identität bestätigen lassen. Ich empfehle Ihnen aber, immer
Schießfehler, aber erlief sich dank einer starken Leistung ein amtliches Dokument, also zum Beispiel einen Pass
auf der gesamten Strecke den ersten Platz. Mit diesem Erfolg oder Personalausweis, mit sich zu führen. Ja und die
wächst zu Recht ihre Hoffnung, zum Kreis der potenziellen Nummer zwei, da geht es um die Steuern. In Österreich
Teilnehmer bei den nächsten Olympischen Spielen zu besteht zurzeit Steuerpflicht ab einem Jahreseinkommen
gehören. von 11.000,- EUR. Das gilt sowohl für Angestellte als
auch für Selbstständige oder Freiberufler. Bei Angestell­
3
ten wird die Lohnsteuer direkt vom Gehalt abgezogen und
Am Freitag ist im ganzen Land vereinzelt mit Schauern zu
an das Finanzamt abgeführt. Selbstständige müssen am
rechnen, wobei es teilweise zu Stürmen kommen kann. Dafür
Jahresende eine Steuererklärung machen. Drittens: Für

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Einheit 9

alle voll Erwerbstätigen besteht die Pflichtversicherung M.: Ja, Gott sei Dank, vor einer Woche. So ein Umzug ist schon
zur Unfall-, Kranken- und Pensionsversicherung. Haben ziemlich anstrengend. Aber jetzt wohn’ ich ja viel schöner.
Sie das Richtige angekreuzt? Die Krankenversicherung C.: Fein! Wo wohnst du denn jetzt?
war anzukreuzen! Punkt vier, da kommen wir zum Thema M.: In Seebach, total im Grünen. Sehr ruhig, mitten in der
„Kinder“. In Österreich gibt es eine Schulpflicht. Das Natur, weit weg von der Stadt. Aber …
heißt, ab dem 6. Lebensjahr müssen Kinder eine Schule C.: Doch nicht alles so gut?
besuchen. Die Schulpflicht dauert neun Jahre. Und wie M.: Na ja, ich brauche jetzt ein Auto, denn von Seebach
ist es mit den Kindergartenkindern? Da wären wir bei gibt’s keine Busverbindungen, wie du weißt.
Punkt 5. Seit 2009 ist auch ein Jahr Kindergarten für C.: Welchen Wagen willst du dir denn kaufen?
fünf- bis sechsjährige Kinder verpflichtend. Das heißt, M.: Ich hab schon einen! Einen VW-Golf, das war ein Vor­
dass diese an mindestens vier Tagen in der Woche, insge­ führwagen vom Autohaus „Kirschner“, er hat nur 5.000
samt 16 bis 20 Stunden, in den Kindergarten gehen müs­ Kilometer drauf.
sen. Dazu haben die Kinder dieser Altersgruppe einen C.: Das klingt gut! Welche Farbe?
Rechtsanspruch auf einen Platz. Diese Betreuungszeit ist M.: Rot. Und er hat einen Dieselmotor und einen ganz
gratis, die Kosten werden von den Bundesländen über­ niedrigen Verbrauch … Ich muss ihn nur noch anmelden.
nommen. Bei der Frage sechs, wer hier arbeiten darf, Super, dass ich da die Expertin für Landeskunde treffe.
muss man zwischen Bürgern aus dem Europäischen Wirt­ Du kannst mir ja sicher sagen, was ich da in Österreich
schaftsraum, dem EWR, und Nicht-EWR-Bürgern unter­ machen muss …
scheiden, also Personen aus sogenannten „Drittstaaten“. C.: Da musst du zu einer Zulassungsstelle gehen. Du
EWR-Bürger brauchen eine „Anmeldebescheinigung“, brauchst auf alle Fälle deinen Meldezettel, von deiner
wenn sie länger als drei Monate in Österreich bleiben neuen Adresse …
wollen. Seit 2011 gibt es für hochqualifizierte Fachkräfte M.: Ach ja, gut, dass du mich erinnerst, ich hab mich ja noch
aus Drittstatten die „Rot-Weiß-Rot-Karte“. Diese Karte nicht umgemeldet!
wird für zwölf Monate ausgestellt und berechtigt zur be­ C.: Na, dann gib Gas und geh gleich noch heute aufs Melde­
fristeten Niederlassung und zur Beschäftigung bei einem amt! Ja, und eine Autoversicherung brauchst du auch!
bestimmten Arbeitgeber. Zum siebten Punkt: In Öster­ M.: Claudia, wenn ich dich nicht hätte …
reich gibt es, im Gegensatz zu Deutschland, kein gesetzli­
ches Streikrecht. Arbeitskampfmaßnahmen werden in B 3a
Österreich nur geduldet. Ja, und dann kommen wir noch
11 Grüß Gott, mein Name ist Medri. Ich möchte bitte mein
zum Thema Fahrerlaubnis. Wir sind schon bei der Num­
Auto anmelden, bin ich da bei Ihnen richtig?
mer acht! EU- bzw. EWR-Führerscheine werden in Öster­
reich anerkannt, d.h. sie können auf freiwilliger Basis
uu Ja, ja, da sind Sie bei mir goldrichtig, bitte nehmen Sie
Platz.
umgeschrieben werden. Das ist allerdings kein „Muss“!
11 Danke.
Dafür ist keine praktische Fahrprüfung notwendig. Bei
der Umschreibung von Nicht-EU- bzw. Nicht-EWR-Füh­
uu Also, zuerst würde ich einmal einen Lichtbildausweis von
Ihnen brauchen.
rerscheinen hingegen muss eine praktische Fahrprüfung
11 Bitte, mein Reisepass, oder wollen Sie lieber meinen
abgelegt werden. Auch bei der Nummer neun bleiben
Führerschein?
wir beim Thema Autofahren: In Österreich beträgt die
zugelassene Höchstgeschwindigkeit auf Freilandstraßen
uu Nein, danke, der Reisepass genügt … So, Herr Medri.
Jetzt möchte ich Sie um Ihren Meldezettel bitten.
100 km/h, auf Autobahnen 130 km/h. Also immer aufs
11 Moment … Entschuldigung … Oh je! Das ist jetzt aber
Tempo achten! Zum Schluss gibt es mit der Nummer zehn
ärgerlich, den hab’ ich leider zu Hause vergessen! Könnte
noch eine Information für alle unter Ihnen, die lieber Zug
ich ihn morgen nachbringen?
als Auto fahren: Grundsätzlich haben Sie bei Verspätun­
gen ab 60 Minuten Anrecht auf eine Entschädigung von
uu Das ist nicht nötig. Wo sind Sie denn gemeldet und seit
wann? Ich mache eine Abfrage im zentralen
25 %, ab 120 Minuten von 50 % des einfachen Fahrprei­
Melderegister.
ses Ihres ÖBB-Tickets. Der Entschädigungsbetrag steigt
11 So unbürokratisch geht das hier? Das finde ich toll!
mit der Dauer der Verspätung. Bei Zugausfall wird der
Dankeschön.
volle Fahrpreis zurückerstattet. So, ich hoffe, ich habe
nichts vergessen, falls Sie aber noch Fragen haben,
uu Ja, im elektronischen Zeitalter … Für die Anfrage muss
ich Ihnen aber einen Euro verrechnen.
können Sie sich jederzeit an mich wenden …
11 Danke! Das dürfte kein Problem sein. Wenn ich nicht
wiederkommen muss.
B1
uu Also, bitte den Wohnort, die Straße … Gut, Herr Medri,
Massimo:  Hallo, Claudia! Dein Landeskunde-Quiz war super. jetzt haben wir alles beisammen: den Kaufvertrag, ja, das
Da konnte ich auch noch etwas lernen. Gratulation! passt! Die Versicherung, ja, Typenschein, Zulassungs­
Claudia:  Danke, Massimo, das freut mich! Freut mich auch, schein. Okay. Das Auto ist ja noch nicht drei Jahre alt,
dass ich dich wieder einmal sehen. Wie geht’s dir denn da brauchen wir noch kein Überprüfungsgutachten.
so? Bis du schon umgezogen? Passt alles! Die Nummerntaferln dürfen Sie dann auch
gleich mitnehmen.

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Einheit 9 | Übungen 9

11 Wie bitte, das habe ich jetzt nicht verstanden. …taferl?? am Arbeitsplatz. Ist es ein Vergehen, wenn ich z.B.
Könnten Sie das bitte wiederholen? private E-Mails lese?
uu Die Kennzeichentafeln. Die bekommen Sie dann gleich R.A.: Nun, zahlreiche Arbeitsaufgaben laufen über Compu­
mit. ter. Und die werden in den meisten Fällen vom Betrieb
11 Ach so. Wirklich, so schnell geht das? zur Verfügung gestellt, sind also Eigentum des Arbeit­
uu Ja, gleich sind wir fertig. gebers. Eine private Nutzung kann dem Dienstnehmer
Hier, bitte, Ihre Autovignette mit Ihrer Kennzeichennum­ erlaubt werden. Dafür gibt es keine rechtliche Regelung.
mer, die müssen Sie an der Windschutzscheibe rechts S.K.: Das heißt, in einer Firma müssen sich Arbeitgeber und
oben aufkleben. Arbeitnehmer das ausmachen, wie oft ein Computer
11 Okay, danke. oder auch das Firmentelefon für private Zwecke be­
uu So, und da haben wir den neuen Typenschein, also das nutzt werden dürfen?
Datenblatt, auf Ihren Namen, und einen Zulassungs­ R.A.: So ist es. Das heißt aber nicht, dass man in der Arbeits­
schein. Bitte bewahren Sie diese Dokumente nicht im zeit z.B. privat längere Zeit surfen oder Filme und
Auto auf! Ja, und dann ist da ein zweiter Zulassungs­ Spiele herunterladen darf. Man muss sich da schon
schein, der gehört zu Ihren Wagenpapieren. Das macht auch an bestimmte Regeln halten.
dann zusammen 185,25 €. S.K.: Können Sie unseren Hörern ein Beispiel für eine frist­
lose Entlassung für ein tatsächliches Bagatellvergehen
D2 geben? Das sprichwörtliche „mit Kanonen auf Spatzen
schießen“?
Sabrina Kehl:  Unser Thema heute: „Und weg ist der Job!
R.A.: Natürlich, da gibt es zum Beispiel eine Geschichte, die
Bagatelldelikt oder großer Fehler – ein heikles Thema.“
durch die Medien ging. Ein Kellner in einem Restaurant
Bleiben Sie dran! Heute zu Gast bei Sabrina Kehl: Ma­
hat sich in seiner Arbeitspause seine selbst mitgebrach­
gister Rudolf Angerer. Fein, dass Sie zu uns gekommen
ten Erdbeeren mit Staubzucker, den er sich aus der
sind, Herr Angerer.
Küche des Restaurants geholt hat, versüßt. Daraufhin
Mag. Rudolf Angerer:  Ich danke Ihnen für die Einladung!
hat ihn sein Chef fristlos entlassen. Der Mitarbeiter hat
S.K.: Herr Mag. Angerer ist Jurist und Arbeitsrechtsexperte
sich an das Arbeitsgericht gewendet. Das Gericht hat
in einer großen Rechtsanwaltskanzlei. Heute geht es
entschieden, dass in diesem Fall kein Grund für eine
bei uns wieder um ein heikles Thema: Entlassungen
Entlassung vorgelegen ist. Es ging um 50 Gramm
wegen kleiner Fehler am Arbeitsplatz – man spricht
Staubzucker im Wert von nicht einmal 10 Cent!
dann oft auch von Bagatelldelikten – sorgen immer
wieder für Schlagzeilen. Bevor wir auf spezielle Fälle
eingehen, wollen wir einmal wissen, wann man von 9 Übungen
einer Entlassung bzw. von einer Kündigung spricht.
R.A.: Ja, ganz kurz und ohne Anspruch auf eine vollständige
Erklärung: Mit einer Arbeitgeberkündigung löst der
B 1a
Arbeitgeber ein unbefristetes Arbeitsverhältnis auf, mit Rudi: Also Gratulation, Jane. Die Wohnung ist echt schön.
der Arbeitnehmerkündigung der Arbeitnehmer. Wirklich gemütlich.
S.K.: Und wie muss die Kündigung erfolgen? Jane: Ja, ich fühle mich auch sehr wohl. Meine erste eigene
R.A.: Eine Kündigung kann schriftlich oder mündlich erfol­ Wohnung! Jetzt hab ich alles, was ich brauche. Komm
gen. Dazu gibt es keine festen Regeln, und außerdem doch in die Küche – das ist mein Lieblingsraum. Magst
müssen, je nach Arbeitsvertrag, immer bestimmte du einen Kaffee?
Fristen eingehalten werden. Rudi: Ja gern, danke!
S.K.: Bei unserem heutigen Thema geht es aber nicht um die Jane: Komm nur weiter und nimm bitte Platz. Da setz dich
Kündigung, sondern um die Entlassung. Was ist der gleich an den Esstisch!
Unterschied? Rudi: Super, eine Wohnküche. Ich liebe Wohnküchen.
R.A.: Eine Entlassung ist die fristlose Beendigung eines Ar­ Jane: Ich auch. Kochen, essen und fernsehen. Da schau ein­
beitsverhältnisses durch den Arbeitgeber, das heißt mit mal – ein ganz neuer Apparat. Wenn ich koche, schaue
anderen Worten: Man ist seinen Job sofort los. Die ich nebenbei immer Kochsendungen an. Ganz wie zu
Entlassung kann wie die Kündigung mündlich oder Hause in Amerika! Da krieg ich super Rezepte und die
schriftlich erfolgen. besten Ideen.
S.K.: Welche Gründe gibt es für eine Entlassung? Rudi: Ich koch ja nicht so gern, dafür ess‘ ich umso lieber!
R.A.: Ach, es gibt zahlreiche Gründe, unter anderem: Un­ Das sieht man dann auch – leider! … Sag einmal Jane,
treue, Diebstahl, Alkohol am Arbeitsplatz, Nichter­ hast du den Fernseher eigentlich schon angemeldet?
scheinen bei der Arbeit, häufiges Zuspätkommen, Jane: Wie bitte, den Fernseher anmelden? Nein! Muss man
Beleidigung des Chefs oder der Kollegen … denn das?
S.K.: Ja, das sind wirklich schwerwiegende Gründe. Aber Rudi: Ja sicher, hast du das nicht gewusst? In Österreich
immer wieder hört man auch von „kleinen Vergehen muss man Radio und Fernseher anmelden.
am Arbeitsplatz“, also sogenannten Bagatellvergehen. Jane: Das ist mir absolut neu. Ein Radio hab ich eh nicht.
Nehmen wir als Beispiel die private Internetnutzung Den Fernseher muss ich wirklich anmelden?

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Übungen 9  | Einheit 10

Rudi: Ja, denn wenn du das nicht tust, kann es ziemlich teu­ Hier: Zulassungsstelle. Was ist das?
er werden. Schau, ich erklär dir das. Da gibt es den „Orf“, R.: Das war, um unser Auto anzumelden. Das hat 185,25
also den O R F, das ist der öffentlich-rechtliche Rund­ Euro gekostet.
funk, sozusagen das Gegenteil von Privatfernsehen. Und A.: Puh, das ist viel Geld für ein Auto!
wenn du einen Fernseher oder einen Radioapparat hast, R.: Und wir haben immer wieder ziemlich hohe Geldbeträge
musst du dafür GIS-Gebühren zahlen. Es ist ganz egal, abgehoben.
wie oft du die Geräte eingeschaltet hast, und auf wel­ A.: Oh ja! Du hast recht! Wir mussten halt oft essen gehen,
chen Sendern du dir etwas anschaust. Das ist halt so. bis der Herd geliefert wurde. Das hat mir durchaus
Das wird auch kontrolliert. gefallen, aber es geht natürlich ins Geld.
Jane: Wie bitte? Wie kann man das denn kontrollieren? R.: Okay, das waren dann aber einmalige Ausgaben, ab
Rudi: Na ja, es gibt GIS-Außendienstmitarbeiter, die schauen nächstem Monat wird das weniger. Ich freu’ mich schon
bei den Adressen vorbei, wo es keine Radio- oder Fern­ aufs Kochen in unserer neuen Küche!
sehanmeldung gibt. Die sind auf der Suche nach A.: Du darfst gern täglich kochen! Aber Robert, eine Frage
Schwarzsehern oder Schwarzhörern. noch: Ich habe gedacht, du verdienst ungefähr 3.800,–
Jane: Oh je, dann bin ich ja eine Schwarzseherin … Und was Euro und jetzt sind es hier nur 2.289,00 Euro.
heißt GIS? R.: Ja, genau gesagt verdiene ich 3.825,– Euro. Aber das ist
Rudi: Gebühren-Info-Service. Manche Spaßvögel sagen doch mein Bruttogehalt, und das Bruttogehalt ist nicht
auch, das heißt Gebühren-Inkasso-Service. gleich Nettogehalt.
Jane: Na wenn das so ist, dann muss ich den Fernseher aber A.: Ja, das ist mir schon klar, aber habt ihr so hohe Steuer­
ganz schnell anmelden. Wie geht das denn? abzüge in Österreich??
Rudi: Also, ganz einfach online … R.: Ja, leider! Warte, ich hole mal meine Gehaltsabrechnung
Jane: Hm, ich mach’ nicht so gerne Online-Anmeldungen. Da und zeige es dir, das kommt ja auf dich dann auch bald
kenn ich mich zu wenig aus. Geht’s auch anders? zu. Also, hier: die Einkommensteuer und die Sozialversi­
Rudi: Ja sicher, das geht auch. Du kannst dir ein Formular cherung.
ausdrucken oder du besorgst dir eins beim Gemeindeamt A.: Sozialversicherung?
und schickst es dann per Post … Schau dir das im Inter­ R.: Ja, die setzt sich aus Krankenversicherung, Pensions­
net an. Das kannst du ja – oder? versicherung und Arbeitslosenversicherung zusammen.
Jane: Na sicher, das kann ich! A.: Ach so, okay. Na, das sind aber ziemlich hohe Abzüge.
Rudi: Unter gis.at bekommst du alle Infos. Versicherungen finde ich ja noch sinnvoll. Aber so viel
Jane: Okay! Das mach ich. Und du bekommst jetzt einen Einkommensteuer!
Kaffee! Vorsicht, heiß … und einen frischen Apfelstrudel R.: Das hat auch mit der Höhe des Einkommens zu tun. Also
… absolut gebührenfrei! in Österreich gibt’s verschiedene Steuertarifstufen. Wenn
man weniger als 11.000,– Euro im Jahr verdient, zahlt
man gar keine Steuer. Wenn man aber viel verdient, so
10 Das liebe Geld … wie ich, zahlt man halt mehr Steuer, ist ja klar. Wenn wir
heiraten würden und Kinder hätten, dann würde ich we­
A 3b niger Steuer zahlen müssen …

Adela:  Robert, hast du einen Moment Zeit? Ich habe vorhin


den Kontoauszug von der Bank geholt. Also, das macht
C 3b
mich jetzt doch ein bisschen nervös. Bankberater:  Grüß Gott, Herr Brasnic. Wieder gesund und
Robert:  Na, zeig einmal her. Die Wohnblock GmbH will munter?
2.224 Euro. Anton Brasnic:  Na ja, noch nicht ganz, aber es wird.
A.: Ich dachte, wir zahlen 556 Euro Miete! BB: Was ist denn genau passiert bei dem Unfall?
R.: Richtig, aber da sind jetzt drei Monatsnettomieten Kau­ A.B.: Die Straße war glatt, das ging dann ganz schnell. Als
tion mit dabei, das ist also in Ordnung. Du warst doch ich wieder aufgewacht bin, war ich im Krankenhaus.
bei der Vertragsunterzeichnung dabei. Dort musste ich dann zwei Wochen bleiben – ich hatte
A.: Ja, schon … Aber da: GIS, was ist denn das? eine schwere Gehirnerschütterung.
R.: Gebühren Info Service. Das ist eine Gebühr für Radio Ja, und der Lieferwagen war auch stark beschädigt.
und Fernsehen. Aha, schau an, die Stadtwerke:137 Euro Das Geschäft habe ich dann zwischenzeitlich für drei
für den Strom. Die werden auch nicht gerade billiger. Wochen zusperren müssen. Meine Frau hätte es alleine
Und dann haben wir jede Menge Kartenzahlungen … nicht geschafft. Ja, und darum bin ich auch jetzt bei
A.: Ja, wir haben halt ein paar Anschaffungen für die Woh­ Ihnen, es ist die Sache mit dem Kredit.
nung gebraucht. Der Flachbildfernseher zum Beispiel, BB: Schauen wir uns das erst einmal an. Da haben wir Ihr
der hat ja besonders groß sein müssen. Privatkonto mit einem Einkaufsrahmen von 12.000
R.: Okay, ich geb’s zu, ein kleinerer hätte es vielleicht auch Euro. Und dann haben Sie für die Geschäftseröffnung
getan. Aber eine Couch brauchen wir sowieso, und diese auch noch das Geschäftskonto mit einem Kreditrahmen
war so schön … von 20.000 Euro gebraucht. Was stellen Sie sich denn
A.: Ja, da hast du recht. Aber komm, schauen wir weiter: so vor?

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Einheit 10 | Übungen 10 | Einheit 11

A.B.: Ich müsste für die nächste Zeit flüssiger sein. Ich habe J.: Wie – Lisa und du, ihr seid schon zusammengezogen??
da an eine Kreditaufstockung von 15.000 Euro ge­ Ooooh, das klingt aber ernst!
dacht. Denn wie Sie sehen, bin ich jetzt schon auf bei­ U.: Ja, klar ist es etwas Ernstes. Sonst hätte ich ja nicht
den Konten fast im Minus. Es gab und gibt laufende meine Heimat verlassen.
Kosten – und halt drei Wochen lang keine Einnahmen. J.: Aha, die Familienplanung ist also schon gemacht?
Und dann kommt auch noch die Reparatur vom Liefer­ U.: Ach was, so weit sind wir noch nicht. Aber Lisas Eltern
wagen dazu. sind da natürlich sehr interessiert.
BB: Also immer mit der Ruhe, Herr Brasnic. Die Geschäfte M.: Ja, ja, das kenn ich von meinen Schwiegereltern!
gehen ja mittlerweile wieder gut! Und wie Sie mir ein­ Möglichst schnell Oma werden …
mal erzählt haben, würde Ihre Tante, die eine gute U.: Oh, aber es kommt noch besser …
Kundin unserer Bank ist, für Sie bürgen. Und Ihnen M.: Was denn?
geht es ja gesundheitlich wieder viel besser, wie ich U.: Na ja, Lisas Vater wollte gleich wissen, in welcher Positi­
sehe. on ich in fünf Jahren im Unternehmen stehen möchte.
A.B.: Ja, das stimmt. Es ist dann gleich alles super gelaufen Das war ja noch okay. Die Oma hat dann aber nach den
nach der Wiedereröffnung. Es gibt auch schon einige Abschlussnoten in meinem Ausbildungszeugnis gefragt.
Vereine, die ich an Vereinsabenden beliefere, etliche Das fand ich schon sehr seltsam. Und Lisas Mutter hat
Firmen nehmen unser Catering-Service in Anspruch, dann wissen wollen, wie viel ich jetzt verdiene! Ähm …
wir machen ja schon wieder Gewinn … Ich möchte ich komme ja nicht von da … ist das denn hier normal?
mir jetzt einen zweiten Lieferwagen anschaffen, damit Bei uns in der Schweiz spricht man eigentlich nicht so
ich nicht noch einmal in so eine unangenehme Lage offen über Geld. Schon gar nicht über das Einkommen.
komme. Was würden Sie denn vorschlagen? M.: Na ja … das ist, glaube ich, individuell sehr unterschied­
BB: Also, Herr Brasnic, machen wir das so: Wir erhöhen lich. Also, ich komme ja aus der Gegend, aber ich weiß
auf Ihrem Privatkonto den Einkaufsrahmen auf 15.000 bis heute nicht, was mein eigener Vater verdient. Bei
Euro und den Betriebsmittelkredit auf 25.000 Euro. uns in der Familie spricht man auch nicht über Geld.
Dann haben Sie fürs Erste ein bisserl Luft. Das alles J.: Bei uns auch nicht. Was hast du denn der Mutter geant­
muss ich natürlich mit der Bankdirektion noch wortet?
absprechen, von der brauche ich noch das Okay. Aber U.: Na ja, ich wollte einen guten Eindruck machen und habe
ich bin sicher, das geht in Ordnung! einmal 500 Euro brutto auf mein Gehalt draufgelegt.
A.B.: Danke! Das würde mir jetzt schon einmal sehr weiter­ J.: Da bist du ja immer noch nicht gerade superreich.
helfen. U.: Wenn die wüssten, welche Kredite ich noch zurück­
BB: Ja, und für die Neuanschaffung des Autos könnte ich zahlen muss!
Ihnen dann noch extra einen Ratenkredit anbieten. M.: Na, dann hast du jetzt ja die Möglichkeit, die erste
Über Laufzeit, Zinsen und die Höhe der Monatsrate Anzahlung zu verdienen. Los, wir spielen weiter. Du
müssten wir uns dann noch genau unterhalten. Was hast ja noch einiges zu tun heute.
wird denn der neue Lieferwagen kosten? …

11 Lebens- und Arbeitsformen


10 Übungen
A 1b
D1
11 Ich begrüße euch alle bei unserem jährlichen Hoffest!
Urs:  So, das war mein Stich! Und besonders natürlich unsere neuen Nachbarn Leni
Maria:  Super, heute geht das mit dem Kartenspielen ja und Hans. Schön, dass ihr bei unserem Fest schon gleich
schon viel besser als letzte Woche, Urs. Du lernst echt dabei sein könnt! Dann stellen wir uns euch einmal der
schnell. Reihe nach vor.
U.: Danke, Maria. Schön, dass ihr mich da zu eurer Karten­ uu Hi! Wir sind Martin und Nika aus dem 2. Stock. Wir ha­
runde im Kollegenkreis mitnehmt, obwohl wir uns doch ben keine Kinder, leben aber schon eine halbe Ewigkeit
erst seit Kurzem kennen! zusammen und genießen unsere Freiheit. Am Wochen­
Johannes:  Bei so einem netten neuen Kollegen – keine ende gehen wir gern raus in die Natur, z.B. zum Radeln –
Frage. So, jetzt brauchen wir aber wirklich eine Pause. ja, und mit unserem Bello, das ist unser Hund, sind wir
M.: Hast du dich denn schon eingelebt? Das ist sicherlich natürlich auch täglich im Grünen unterwegs. Und … weil
nicht so einfach – von Zürich in ein kleines österreichi­ wir gern verreisen, suchen wir oft einen Blumensitter,
sches Dorf … also jemanden, der unsere Grünpflanzen gießt! Wir haben
U.: Nein, das war überhaupt kein Problem. Meine Freundin viele!
ist ja von hier, und ich habe sie oft besucht, deshalb pp Jetzt darf ich weitermachen. Also, ich bin die Franzi und
kenne ich die Gegend schon ziemlich gut. Außerdem lebe schon lange hier – und sehr gern! Für meinen Oskar
komme ich selbst vom Land. Und ländliche Gegenden in ist es ideal. Sein Kindergarten ist gleich um die Ecke, und
der Schweiz – also dagegen ist das hier eine Großstadt. er hat auch Freunde im Haus. Alle Nachbarn sind hilfsbe­
Wir haben jetzt übrigens eine Wohnung gefunden! reit, es findet sich immer ein Babysitter. Wir sind eine

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Einheit 11

große Gemeinschaft. Jeder hilft jedem! Für eine alleiner­ M.: Wie genau meinst du das?
ziehende Mutter wie mich ist das ein Glücksfall. Ja, dann J.: Na ja, ich bin eben nicht nur Mutter, sondern nun auch
übergeb’ ich jetzt an den Johnny. noch – jetzt nehme ich das „böse“ alte Wort – Stiefmut­
ss Servus in die Runde! Wir sind die WG aus dem Erdge­ ter. Und die Kinder sind natürlich auch nicht von heute
schoss. Ich selbst komme aus Bludenz, bin aber zum auf morgen die Super-Geschwister. Da spielt sicherlich
Studium nach Wien gezogen. In meiner WG unternehmen auch die Angst mit, dass man sich jetzt plötzlich die
wir viel miteinander und verstehen uns super. Was ich Mutter – oder den Vater – teilen muss. Vorher hatte man
interessant finde: Manches erinnert mich ans Familienle­ die ja für sich allein. Da gibt es so ein bisschen Eifer­
ben, zum Beispiel, wenn wir am Abend gemeinsam essen süchteleien unter den Kindern.
oder wie wir uns um den Haushalt kümmern. Und von R.: Ja, sicher gibt’s Reibereien, das stimmt. Aber auch „rich­
Zeit zu Zeit gibt’s natürlich auch was zu feiern: nach einer tige“ Geschwister streiten ja miteinander. Das gehört
bestandenen Prüfung und so. Dann laden wir auch die eben dazu. Insgesamt denke ich aber, dass es so viel
Nachbarn ein. Es kann ja auch manchmal ein bisserl laut besser für die Kinder ist: Wenn sich die Eltern, also jetzt
werden … die leiblichen Eltern, pausenlos streiten und nur noch
wegen ihrer Kinder zusammenbleiben, ist das für die
B 3a Kinder doch auch furchtbar. Da sollte man lieber einen
klaren Schnitt machen.
Moderator:  Wir sind heute zu Gast bei Jasmin und Robert
Außerdem werden die Kinder viel selbstständiger und
mit ihren Kindern Franziska und Anton. Sie erzählen
selbstbewusster als in einer normalen Vater-Mutter-
uns, was das Besondere an ihrer Familie ist, denn unser
Kind-Familie.
Thema heute ist: „Zu Hause bei einer Patchworkfamilie“.
M.: Warum?
Jasmin und Robert, wie kann man sich das vorstellen –
J.: Na ja, die Kinder müssen sich gleich mit mehreren
eine Patchworkfamilie?
Erwachsenen auseinandersetzen, das schult.
Jasmin:  Na ja, es ist ein bisschen so, als würdest du die
M.: Na, wenn das so ist – darf ich dann jetzt auch
Hälfte deiner eigenen Familie plötzlich gegen eine andere
die Meinung eurer Kinder hören?
eintauschen. Nach der Trennung von Franziskas Vater
R.: Aber natürlich! Die haben sicher ihre eigene Sicht der
waren meine Tochter und ich erst einmal zwei Jahre al­
Dinge …
lein. Und dann habe ich Robert kennengelernt. Er war
damals auch schon länger geschieden und hat mit seinem
Sohn Anton gelebt. Ja, und vor einem Jahr sind Franzis­
B 3c
ka und ich dann mit Robert und Anton zusammengezo­ M.: Hallo Franziska, hallo Anton. Erzählt doch einmal,
gen. Franziska ist jedes Wochenende bei ihrem leiblichen wie findet ihr denn eure neue Familie so?
Vater, und unter der Woche lebt sie eben nicht nur mit A.: Ach, das passt schon. Meine Mutter und mein Vater
mir, sondern auch mit Robert und Anton zusammen. haben sich ja überhaupt nicht mehr verstanden, da ist
Robert:  Wir sind sicher kein Einzelfall! Früher hat man es tausendmal besser so. Nicht mehr dieser endlose
Stieffamilie dazu gesagt, aber Patchworkfamilie klingt ja Streit.
irgendwie netter. Obwohl es bei uns natürlich auch nicht F.: Ich sehe meinen Vater immer am Wochenende, also ab
immer nur nett und problemfrei zugeht. Freitag nach der Schule bis Sonntagabend. Inzwischen
Moderator:  Liebe Hörerinnen und Hörer, bleiben Sie dran, ist das okay für mich. Er hat eine neue Freundin, Teresa,
nach dem nächsten Lied geht’s weiter. die mag ich auch. Aber am Anfang war das schon ko­
misch. Ich meine, wenn er sie geküsst hat und so …
B 3b Meine Mama hier mit Robert und Papa mit der Teresa –
da habe ich mich dann oft gefragt: Zu wem gehöre ich?
R.: Früher hat man Stieffamilie dazu gesagt, aber Patchwork­­
M.: Und wie geht es euch jetzt mit dieser Situation?
familie klingt ja irgendwie netter. Obwohl es bei uns na­
F.: Ja, wenn ich mir das so überlege … eigentlich gut! Ich
türlich auch nicht immer nur nett und problemfrei zugeht.
find den Robert ja auch voll nett. Und mein „echter“
M.: Was genau ist nicht nett und problemfrei?
Vater, der ist jetzt viel entspannter als früher. Nicht
R.: Hm, ich will da jetzt nichts größer machen, als es ist. Uns
mehr ständig dieser Streit, wir haben jetzt viel mehr
geht es gut. Also mir geht es viel besser als vorher. Aber
Spaß zusammen. Eigentlich sehen wir uns seltener als
natürlich ist die Situation am Anfang neu und unge­
früher, aber ich hab’ oft das Gefühl, als ob er mehr
wohnt, vor allem für die Kinder. Manchmal erklärt mir
Zeit für mich hätte.
Franziska, also Jasmins Tochter, zum Beispiel: „Von dir
M.: Und wie ist es bei dir, Anton?
lass ich mir gar nichts sagen!“ oder „Du bist gar nicht
A.: Ich bin immer eine Woche bei meiner Mama und eine
mein Vater, lass mich in Ruhe.“ Tja, was dann?
Woche hier. Das find ich manchmal ganz schön anstren­
J.: Ja, genau. Wenn ich sehe, wie schwierig die Situation für
gend. Immer hin und her. Manchmal vermisse ich meine
die Kinder ist, komme ich mir egoistisch vor, als ob ich
Mutter schon sehr …
eine schlechte Mutter wäre. Natürlich weiß ich, dass das
M.: Und wie findet ihr das, dass ihr jetzt noch eine Schwes­
Unsinn ist, aber trotzdem … Man muss sich Mühe ge­
ter bzw. einen Bruder habt, also sozusagen Geschwister
ben, seine Rolle in der neuen Familie zu finden.
geworden seid?

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Einheit 11 | Übungen 11

F.: Na ja, Anton nervt halt total! Er tut immer so, als ober er
taub wäre, wenn er helfen soll. 11 Übungen
A.: Und Franziska redet so, als ob sie meine Erzieherin wäre!
F.: Na im Ernst: Ich find’s gut, jetzt einen Bruder zu haben. C 2a
Ich hab das eigentlich immer blöd gefunden, dass ich ein
Moderator:  Meine Damen und Herren, in unserem Abend­
Einzelkind war.
journal „Arbeiten im 21. Jahrhundert“ geht es heute um
A.: Ich auch. In meiner Klasse leben viele nur mit ihrer
das Thema Selbstständigkeit. Politiker fordern schon seit
Mutter oder ihrem Vater. Das ist doch voll fad.
Jahren eine sogenannte Kultur der Selbstständigkeit. Und
laut einer statistischen Untersuchung im letzten Jahr
B 4c gibt es bereits mehr als 475.000 selbstständige Erwerbs­
1 tätige in Österreich. Die Zahl der Selbständigen ist in den
Er tut immer so, als ob er taub wäre, wenn er helfen soll. letzten zehn Jahren ständig gestiegen – von 2003 bis
Er tut immer so, als wäre er taub, wenn er helfen soll. 2013 um rund 16 Prozent. Damit beträgt die Selbststän­
digenquote in diesem Jahr etwa 11,3 Prozent.
2
In vielen anderen europäischen Ländern gibt es jedoch
Franziska redet so, als ob sie meine Erzieherin wäre!
mehr Selbstständige als bei uns. In Italien, Rumänien
Franziska redet so, als wäre sie meine Erzieherin!
und Polen zum Beispiel leiten wesentlich mehr Men­
schen eine kleine oder größere Firma. Dort liegt die
D3 Selbstständigenquote zwischen 17 und 23 Prozent.
Tobias:  Hallo Friedrich. Kommst du mit unseren Kunden Dabei stellt sich die Frage, in welchen Branchen beson­
zum Mittagessen? ders viele Selbstständige arbeiten. Wir sprechen heute
Friedrich:  Hi Tobias! Nein, ihr müsst euer Business Lunch mit dem Arbeitsmarktexperten Herrn Prof. Dr. Rudolf
leider ohne mich veranstalten. Ich habe um 13:00 Uhr Krassnitzer. Grüß Gott, Herr Prof. Krassnitzer! Können
noch einen Conference Call. Sie uns sagen, wie sich die Selbstständigen auf die ver­
T.: Wie bitte … was hast du? schiedenen Wirtschaftsbereiche verteilen?
F.: Eine TELEFONKONFERENZ! Prof. Krassnitzer:  Grüß Gott. Also, wenn man sich die
T.: Ach so! Selbstständigen in Österreich anschaut, fällt auf, dass ein
F.: Na ja, wir brauchen für unser Portfolio noch eine line- hoher Anteil der Selbstständigen, nämlich knapp 24 Pro­
extension. Das hat die Analyse beim Benchmark vom zent, im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe tätig
Wiedmeier klar gezeigt. Der ist eh ziemlich performance sind. Aber gut, der Tourismus ist für unser Land ja sehr
driven und will aus der Sache halt richtig share raus­ wichtig, also ist das auch nicht so überraschend. Der
holen. zweithöchste Anteil findet sich dann bei Unternehmens­
T.: Hä? dienstleistern mit rund 20 Prozent.
F.: Also, wir brauchen für unser Firmenkonzept noch so M.: Könnten Sie uns bitte genauer erklären, um welche
einen Plan, wie wir irgendwie und irgendwo etwas ver­ Dienstleistungen es hier geht?
kaufen können. Wir müssen da noch vergleichen oder K.: Das sind Menschen, die beispielsweise im Bereich IT,
so, das meint auch der Kollege Wiedmeier. Der ist immer Steuerberatung oder Management-Beratung tätig sind.
ganz schnell und für die volle Leistung. Der möchte also M.: Ah ja. Verstehe.
möglichst viel herausholen. Also eine hohe Quote. K.: Darüber hinaus gibt es auch überdurchschnittlich viele
T.: Aha … Warum sagst du das nicht gleich? Selbstständige im Baugewerbe.
F.: Das hat mir der Wiedmeier schon beim Get together
letzten Freitag gesagt, direkt nach seiner Keynote. Also C 2b
ich übersetze es dir gleich, bevor du wieder blöd fragst:
M.: Wir haben auch mit einigen Existenzgründern gespro­
Nach seinem Vortrag sind wir noch zusammen gesessen
chen, um zu erfahren, wie sie die Vor- und Nachteile

der Selbstständigkeit erleben. Mein erster Gesprächs­
T.: By the way Freitag: Morgen ist die Work-Life-Balance
partner ist Jakob Platter aus Landeck.
dran. Das ist für mich eh ein Must Have, deshalb nehme
Herr Platter, Sie sind Programmierer und entwickeln in
ich einen day off. Also good bye!
einer eigenen Firma Apps. Wie ist es dazu gekommen?
F.: Hä?
Jakob Platter:  Ich habe mich schon als Bub für Computer
und Computerspiele interessiert. Und im Gymnasium
war dann für mich klar, dass ich Informatik studieren
würde. Ich habe nach der Matura an der Fachhoch­
schule Kufstein in Tirol studiert und schon während
des Studiums angefangen, mich mit Apps zu beschäfti­
gen.
M.: Und wann haben Sie beschlossen, sich selbstständig zu
machen?

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Übungen 11 | Einheit 12

J.P.: Eigentlich schon während meines Studiums. Da habe dauernd mit seinem Smartphone beschäftigt ist? Tja,
ich eine Spiele-App entwickelt, die gleich ziemlich er­ es mag überraschen, aber c) ist tatsächlich die richtige
folgreich war. Antwort! Aber warum bewegen wir alle – nicht nur
M.: Und wie sind die Verdienstmöglichkeiten als App-Ent­ die Männer – uns immer mehr in der digitalen Welt?
wickler? Können wir auf digitale Angebote überhaupt noch ver­
J.P.: Also die meisten werden nicht reich. Und ich weiß von zichten? Um diese Frage zu klären, haben wir heute
meinen Freunden, dass nur sehr wenige davon leben den Medienpädagogen Peter Wallmannsberger zu Gast.
können. Aber ich persönlich hatte Glück. Inzwischen Herzlich willkommen, Herr Wallmannsberger.
habe ich mehr als 30 Apps entwickelt, und einige da­ Peter Wallmannsberger:  Guten Tag und danke für die Ein­
von verkaufen sich ziemlich gut. ladung!
Natürlich habe ich auch manchmal Existenzängste und M.: Herr Wallmannsberger, können wir uns ein Leben ohne
mache mir Sorgen um die Finanzierung meiner Firma; Facebook, WhatsApp und Co. überhaupt noch vorstel­
aber ich kann mir echt nicht mehr vorstellen, einen len?
Chef zu haben. P.W.: Für die meisten Menschen kann ich diese Frage mit Ja
M.: Danke für das Gespräch, Herr Platter! Mein nächster beantworten.
Gast ist Frau Erika Eisl. Sie ist Steuerberaterin mit einer M.: Für die meisten? Das erstaunt mich. Gilt das denn für
eigenen Steuerkanzlei in Klagenfurt. Frau Eisl, erzählen jede Altersgruppe?
Sie doch bitte unseren Zuhörern, wie es dazu gekom­ P.W.: Nein; tatsächlich muss man hier Unterschiede machen,
men ist. das ist völlig richtig. Wir haben in einer Studie drei
Erika Eisl:  Ja, danke für die Einladung! Also das war so: verschiedene Gruppen von jungen Menschen befragt,
Nach der Matura wusste ich nicht, was ich studieren die zwischen neun und 24 Jahren alt waren. Im Folgen­
sollte. Ich habe mich dann für ein Betriebswirtschafts­ den beziehe ich mich vor allem auf die Ältesten, also
studium an der Uni Klagenfurt entschieden. Mein Ziel die Gruppe der 18- bis 24-Jährigen. Diese nutzen be­
war es eigentlich, Bankerin zu werden. Aber nach dem sonders häufig Social-Media-Angebote, z.B. Facebook
Studium habe ich eine Stelle in einer ziemlich großen oder Google+, aber auch Online-Verkaufsportale wie
Steuerberatungsgesellschaft als Sachbearbeiterin Amazon etc. Sie sind die Gruppe, die am wenigsten
bekommen. Nach einigen Jahren hatte ich dann das auf diese Angebote verzichten könnte.
Gefühl, ich komme da nicht mehr weiter. Da habe ich M.: Haben Sie da konkrete Zahlen für unsere Hörerinnen
beschlossen, die Fachprüfung zum Steuerberater zu und Hörer?
machen. P.W.: Ja, natürlich. Also, wir haben die 18- bis 24-Jährigen
M.: Das ist eine extrem schwierige Prüfung, sagt man? gefragt, auf welche Angebote sie am wenigsten ver­
E.E.: Oh ja! Sehr. Ich habe mich monatelang darauf vorberei­ zichten könnten, welche ihnen am wichtigsten sind. Bei
tet und an jedem Wochenende gelernt. Aber der Auf­ den Kommunikationsportalen war das Ergebnis, dass
wand hat sich gelohnt. sich 53 % der Befragten nicht vorstellen könnten, ohne
M.: Und nach der Prüfung haben Sie sich selbstständig Facebook zu leben. Facebook liegt damit als wichtigstes
gemacht. Kommunikationsmedium ganz vorn. Auf WhatsApp
E.E.: Ja, genau. Ich habe eine kleine Kanzlei in Klagenfurt könnten 37 % und auf Skype 7 % dieser Altersgruppe
übernommen. Am Anfang war es nicht so einfach. Ei­ nicht verzichten.
nerseits musste ich die alten Klienten überzeugen, dass M.: Da merke ich, dass ich schon ein bisschen älter bin …
ich zuverlässig arbeite, und andererseits ist es ja auch Und wie sieht es bei den Wissensportalen aus – werden
darum gegangen, neue Kunden zu gewinnen. die denn weniger genutzt?
M.: Aber Sie haben es geschafft! P.W.: Das kann man allgemein so nicht sagen. Immerhin ga­
E.E.: Ja, zum Glück. Für einen Selbstständigen gibt es zwar ben 14 % der Befragten an, dass sie Schwierigkeiten
kaum ein freies Wochenende und oft Arbeit bis spät hätten, wenn sie ohne Wikipedia auskommen müssten.
in die Nacht, aber man ist sein eigener Chef oder in Jedoch liegt die Suchmaschine Google mit 46 % deut­
meinem Fall seine eigene Chefin … und das macht lich darüber. Und natürlich – auch wenn das jetzt nicht
vieles wett. direkt ein Wissensportal ist – ist auch YouTube vielen
M.: Frau Eisl, ich danke auch Ihnen herzlich für das Ge­ wichtig: 24 % der 18-24-Jährigen können sich nicht
spräch! vorstellen, darauf zu verzichten.
M.: Wir haben jetzt von jungen Erwachsenen gesprochen.
Ist denn die Tendenz bei Jugendlichen ähnlich?
12 Medienwelten P.W.: Hier war es interessant zu sehen, dass sich besonders
die 14-Jährigen ein Leben ohne Internet überhaupt
A 2c nicht mehr vorstellen können. Und zwar egal, ob es da
um Kommunikation geht, um Shoppen oder um allge­
Moderatorin:  Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer. Eine Rätsel­
meine Informationen.
frage gleich zu Beginn: 38 % der Frauen fühlen sich
M.: Mhm, und woher kommt das?
von ihrem Partner vernachlässigt, weil er sich a) zu oft
P.W.: Nun, diese Gruppe ist ja mit modernen Medien auf­
mit Freunden trifft, b) zu viel Fußball schaut oder c)

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Einheit 12

gewachsen und hatte den ersten Kontakt mit internet­ K.: Keine Sorge, wir gehen das gemeinsam durch. Also:
fähigen Mobiltelefonen, also Smartphones, schon mit Drücken Sie bitte einmal die Taste mit dem Disketten-
elf Jahren. Das ist so der Durchschnitt. Für sie ist es Symbol und geben Sie dann Ihren PIN-Code ein, das ist
völlig normal, im Laufe eines Tages immer wieder eine vierstellige Nummer. Haben Sie Ihre PIN bei der
online zu sein, das gehört einfach dazu. Für einige Hand, Frau Li?
kann es daher schon schwierig werden, sich mit einem Frau Li, sind Sie noch dran?
klassischen Stadtplan zu orientieren oder mit einem L.: Ja, ich bin noch dran. Jetzt habe ich den PIN-Code
gedruckten Wörterbuch umzugehen. Die analoge Welt eingegeben.
ist eben nicht so schnell verfügbar und erfordert völlig K.: Super, dann drücken Sie bitte die Rautetaste und folgen
andere Kenntnisse. Die günstigen Tarife, die es inzwi­ den Anweisungen, die Sie auf dem Band hören. Zuerst
schen gibt, und die vielen kostenlosen Angebote wie kommen einige Auswahlmenüs …
YouTube oder Facebook begünstigen das natürlich. L.: Entschuldigen Sie, wenn ich Sie unterbreche, aber ich
M.: Und gibt es auch Ergebnisse zu kommerziellen Home­ habe das alles schon versucht, es funktioniert nicht.
pages wie eBay? K.: Hm, dann prüfen Sie doch bitte einmal, ob Sie noch
P.W.: Oh ja! Auch hier haben wir erforscht, inwiefern die gespeicherte Nachrichten auf der Sprachbox haben.
Befragten auf solche Angebote verzichten könnten. L.: Ja, da sind so einige gespeicherte Nachrichten.
Allerdings sind die Ergebnisse hier eher im unteren K.: Ah, gut, dann haben wir das Problem gefunden! Man
Drittel gelegen. Das heißt, bei unserer ältesten Gruppe, kann einen Ansagetext nur dann aufsprechen, wenn
den 18- bis 24-Jährigen, konnten sich 10 % nicht man keine gespeicherten Nachrichten hat. Sie müssten
vorstellen, auf Amazon zu verzichten, und 13 % möch­ also die Anrufe abhören und die Nachrichten löschen.
ten eBay nicht missen. Das sind also keine überragend Danach können Sie die Sprachbox besprechen.
hohen Zahlen. L.: Okay, darauf wäre ich nicht gekommen. Dann weiß ich
M.: Noch etwas anderes: Welche Tipps geben Sie als Medi­ jetzt Bescheid. Vielen Dank! Auf Wiederhören.
enpädagoge den Eltern in Bezug auf das Online-Verhal­ K.: Ja, gerne. Auf Wiederhören.
ten ihrer Kinder?
P.W.: Wir empfehlen Eltern auf jeden Fall, mit ihren Kindern C 2b
über ihr Online-Verhalten zu sprechen und sie über die
Frau Sternberg:  Die IT-Hotline, mein Name ist Petra Stern­
Risiken zu informieren. Da geht es nicht nur um unseri­
berg, wie kann ich Ihnen helfen?
öse Angebote, die auch oft verdeckte Kosten haben,
Herr Betanco:  Ja, hallo, Mario Betanco hier. Ich habe ein
sondern es ist auch einfach so: Immer erreichbar zu
Problem: Ich kann mich nicht mehr auf meinem PC an­
sein, ist auf Dauer Stress! – nicht zuletzt die ständige
melden.
Erreichbarkeit durch die Eltern … Oft werden andere
S.: Was für eine Meldung wird Ihnen denn angezeigt, Herr
Aktivitäten wie gemeinsames Essen, Hobbys wie Sport,
Betanco?
Musik oder Lesen durch ständig eingehende Nachrich­
B.: Na ja, ich habe mein Passwort vergessen. Ich habe es
ten unterbrochen. Und das kann dauerhaft Stress aus­
dreimal hintereinander falsch eingegeben, und dann
lösen und die Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen.
wurde ich gesperrt. Ich ärgere mich über mich selbst.
Wir empfehlen dann, mit den Kindern handyfreie
S.: Na, das kann passieren. Wir bekommen ständig Anrufe
Zeiten zu vereinbaren, in denen sie sich komplett der
wegen vergessener Passwörter.
Familie, Hobbys oder ihren Freunden widmen können
B.: Ja, aber mir passiert das dauernd. Immer wenn ich aus
– also dem wirklichen Leben!
dem Urlaub komme, habe ich es vergessen!
M.: Das ist doch ein lehrreiches Schlusswort. Herr Wall­
S.: Na, dann haben Sie sich also gut erholt. So, ich habe Ihr
mannsberger, vielen Dank für die interessanten Infos!
Passwort zurückgesetzt. Sie können sich jetzt mit dem
P.W.: Sehr gerne.
Passwort „Erdbeere“ anmelden. Bitte geben Sie dann
gleich ein neues Passwort ein.
C 2a B.: Okay, das mache ich. Kann ich danach ganz normal
Herr Kowalski:  Internet-Hotline, mein Name ist Fabian weiterarbeiten, oder muss ich noch eine Weile warten?
Kowalski, was kann ich für Sie tun? S.: Nein, Sie können sich bei allen Programmen sofort ganz
Frau Li:  Hier Li, guten Tag. In unserer Abteilung wurde normal anmelden.
gestern die neue Telefonanlage installiert. Ich versuche B.: Ich muss also den PC nicht herunterfahren oder einen
schon seit einer halben Stunde, einen Ansagetext auf Neustart machen?
meinen Anrufbeantworter zu sprechen. Ich weiß einfach S.: Nein, das ist nicht nötig.
nicht, was ich tun soll. Könnten Sie mir freundlicher­ B.: In Ordnung, ich danke Ihnen.
weise helfen?
K.: Ja, natürlich, Frau Li. Im Intranet gibt es eine Kurzanlei­
tung, haben Sie die schon heruntergeladen?
L.: Ja, ich habe sie auch ausgedruckt, aber ich komme
einfach nicht weiter. Bei den anderen Kollegen soll die
Installation ganz unkompliziert gewesen sein.

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Einheit 12

C 2c N.: In Ordnung. Vielen Dank für Ihre Geduld.


M.: Gern geschehen! Auf Wiederhören.
Frau Morgenstern:  Die Internet-Hotline, Alina Morgen­
stern, ich grüße Sie …
Victor Nagy:  Ja, hallo, hier spricht Victor Nagy. Ich habe
D 2a
eine Frage: Es soll doch jetzt ein neues Betriebssystem Interviewerin:  Die neuen Medien bieten Raum für die
eingeführt werden – „Fenster 17“, glaube ich. Wir haben Entwicklung neuer Geschäftsideen mit innovativen
von unserem Chef eine Information bekommen, dass Konzepten. Ein Beispiel dafür ist „Delinski“, die Rest­
deshalb die alten Ordner vom Laufwerk entfernt werden. platzbörse für Reservierungen in guten Restaurants.
Also, um das noch einmal richtig zu verstehen: Die Ord­ Wir sprechen heute mit Moritz Fiebinger, einem der
ner mit den Dateien, also unsere Projekte der vergange­ Gründer von „Delinski“.
nen Jahre, die werden entfernt? Herr Fiebinger, „Delinski“ klingt nach Delikatessen,
M.: Ja, aber es werden nicht alle automatisch gelöscht! nach gutem Essen. Wie kommt man auf die Idee, eine
Genau deshalb sollen Sie ja alle Ordner, die Sie behalten Restplatzbörse für Restaurantplätze zu gründen?
möchten, auf Ihrem persönlichen Laufwerk abspeichern. Moritz Fiebinger:  Das kommt eigentlich in erster Linie
Sonst werden sie gelöscht. daher, dass es bereits in dieser Branche andere, ver­
N.: Ach so. Da muss ich jetzt alle Dateien einzeln abspei­ gleichbare Produkte gab, die aber aus unserer Sicht
chern? nicht wirklich nachhaltig funktioniert haben. Wir
M.: Nein, das ist nicht notwendig. Sie können den komplet­ kennen diese Art und Weise, sozusagen mit saisonalen
ten Ordner auf Ihrem persönlichen Laufwerk abspei­ oder temporären Leerständen umzugehen, aus der
chern. Reisebranche, aus gewissen anderen Branchen, und wir
N.: Oh je. Wie mache ich das? haben uns gedacht, es wäre doch eigentlich sinnvoll,
M.: Ganz einfach. Sie müssen den Ordner mit der rechten dieses Konzept auch anzuwenden auf die Restaurant-
Maustaste anklicken. Dann erscheint ein Dialogfenster. Industrie.
Dort klicken Sie mit der rechten Maustaste auf „Kopie­ I.: Gibt es in anderen Ländern ähnliche Konzepte?
ren“. Dann wählen Sie auf Laufwerk p: Ihren persönli­ M.F.: Wir waren eigentlich inspiriert in erster Linie von
chen Ordner – einem amerikanischen Modell. Dort gibt es das bereits
N.: Entschuldigung, ich kann Ihnen nicht folgen, das war zu seit, ich glaube, mittlerweile drei Jahren. Und wir
schnell. Darf ich Ihnen sagen, was ich jetzt mache? haben gesehen, dass es dort gut funktioniert hat, und
M.: Ja, bitte. haben es dann für den österreichischen Markt ange­
N.: Also, ich habe den Ordner angeklickt … passt und haben es hier selber umgesetzt, eine ähnliche
M.: Gut! Lösung.
N.: Ich nehme jetzt den Ordner vom letzten Projekt … Okay, I.: Was brauche ich, um mit Ihnen in Kontakt zu treten?
da kommt zwar ein Dialogfenster, aber ich sehe nicht den M.F.: Um mit uns in Kontakt zu kommen, brauchen Sie ei­
Befehl „Kopieren“. Sie müssen entschuldigen, ich bin gentlich nur einen Computer oder ein handelsübliches
neu hier. Smartphone oder ein Tablet, mit dem Sie ins Internet
M.: Ist ja kein Problem, lassen Sie sich Zeit. So, dann gehen können, mehr ist nicht notwendig.
Sie bitte in den Abteilungsordner – also wo alle Ordner I.: Haben Sie eine App?
drin sind – und klicken Ihren Ordner an. Okay … Da M.F.: Lustig, dass Sie das fragen, weil – die ist im Moment
öffnet sich ein Fenster, richtig? gerade in Entwicklung, ich habe heute gerade erst eine
N.: Mhhh! erste Testversion einer App für Android ausprobiert.
M.: So, und jetzt sehen Sie „Kopieren“. Wir sind wahrscheinlich in zwei Monaten soweit, dass
N.: Mhhh! wir mit Android- und iOS-Apps auf den Markt gehen,
M.: Da klicken Sie jetzt mit der rechten Maustaste drauf … aber im Moment gibt es nur eine Mobilversion unserer
und dann hier auf das Laufwerk p: Website, die aber im Endeffekt so aussieht und auch
N.: Okay. funktioniert wie eine App.
M.: Jetzt wählen Sie Ihren Ordner aus, klicken dann mit der I.: Welche Vorteile habe ich als Gast, wenn ich über
rechten Maustaste auf den Ordner und gehen auf „Ein­ Delinski buche?
fügen“. M.F.: Also der Hauptvorteil ist, dass man als Delinski-Gast
N.: Aha, jetzt habe ich verstanden. Noch eine Frage: Es soll 30 % auf die gesamte Rechnung spart. Man zahlt eine
ja noch ein IT-Mitarbeiter zu uns ins Büro und an unsere Reservierungsgebühr von 5 Euro und erhält dafür
Arbeitsplätze kommen. Ist das richtig? einen Nachlass von 30 % auf die gesamte Rechnung.
M.: Ja, genau. Ein Kollege wird vorbeikommen und Ihnen bei Und ein weiterer Vorteil ist, dass man in Echtzeit
Fragen zum neuen System helfen. buchen kann, also das heißt, man sieht sofort, ist ein
N.: Dann bin ich ja beruhigt. Ist der Termin schon bekannt? Tisch verfügbar für die Personenzahl, mit der ich essen
M.: Soviel ich weiß, soll der Kollege am Mittwoch in Ihre gehen möchte an dem gewünschten Tag zur gewünschten
Abteilung kommen. Aber Sie erhalten vorher noch ein Uhrzeit, und muss nicht mehr nachfragen.
Mail mit dem Termin. I.: Für wie viele Personen kann ich maximal buchen?

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Einheit 12 | Übungen 12

M.F.: Man kann bei uns im Normalfall für maximal acht kommuniziert haben und uns das Restaurant rückbe­
Personen reservieren, und das hat auch einen Grund, stätigt hat, dass sie die Reservierung – also Ihre Reser­
nämlich dass bei den meisten Restaurants die Küche vierung – als Delinski-Reservierung eingetragen haben.
überfordert ist, wenn es mehr als acht gleichzeitige I.: Kann man eine Buchung stornieren?
À-la-carte-Bestellungen gibt und man für größere M.F.: Man kann Reservierungen, die über Delinski gemacht
Gruppen ein Menü vereinbaren muss. Daher beschrän­ wurden, auch wieder stornieren, allerdings nur bis zu
ken wir unsere Personenzahl auf acht Personen. einer Stunde vor dem reservierten Zeitpunkt, weil an­
I.: Kann ich auch telefonisch reservieren? sonsten das Restaurant unmöglich diesen Tisch noch
M.F.: Nein. an jemand anderen vergeben könnte.
I.: In welchen Städten kann man zurzeit über „Delinski“ I.: Was passiert mit den fünf Euro, die ich bereits an
reservieren? Delinski gezahlt habe?
Also in Österreich in Wien, wir haben in Wien gestar­ M.F.: Wenn Sie stornieren, dann werden diese fünf Euro
tet, und in Graz. Und wir arbeiten aber jetzt gerade an gutgeschrieben und sind als Guthaben auf Ihrem
der Expansion nach Deutschland. Die erste Stadt dort Account und können für die nächste Reservierung
wird München sein, die ist gerade im Aufbau. Und einfach verwendet werden.
parallel wollen wir das Ganze als Franchise-Modell I.: Wie erfolgt die Zahlung?
auch innerhalb von Europa ausweiten, und da wird M.F.: Die Zahlung erfolgt mittels Kreditkarte, PayPal oder
voraussichtlich die erste Stadt, die noch dieses Jahr Sofortüberweisung, und für manche Firmenkunden
gelauncht wird, Athen sein. bieten wir auch die Möglichkeit, im Vorfeld einen
I.: Welche Schwierigkeiten gab es am Anfang? größeren Betrag zu überweisen, den sie als Guthaben
M.F.: Also Anfangsschwierigkeiten gab’s viele, weil unser dann aufladen können.
gesamtes Team bis auf unseren Entwickler sich in kom­ I.: Wer sind Ihre Kunden?
plettes Neuland begeben hat. Für uns waren das alles M.F.: Unsere Kunden sind eigentlich alle Menschen zwischen
komplett neue Dinge, wir mussten … wir kamen alle ich sag mal 18 und 60, die fähig sind, das Internet zu
aus verschiedenen Branchen, aus ganz anderen Berei­ verwenden, gerne essen gehen und gerne auch mal was
chen und mussten uns halt in das Thema e-Commerce Neues ausprobieren und sich dabei 30 % sparen.
und Online-Business, Betrieb einer Website zuerst
einarbeiten und viele Dinge von Grund auf lernen. Also
da kann ich, glaube ich, eine Stunde weitererzählen. 12 Übungen
I.: Wie groß ist Ihr Team zurzeit?
M.F.: Wir sind vier Gründungsmitglieder und zurzeit auch B 4b
noch bei vier Personen, wobei wir vor Kurzem einen
Moderator:  Benutzen wir diese Emoticons eigentlich alle
Investor aufgenommen haben aus Deutschland, die uns
gleich? Wie sieht es mit der Benutzergruppe der Emoti­
teilweise in Deutschland jetzt beim Aufbau auch mit
cons aus?
Personal unterstützen. Aber das Kernteam sind vier
Anna Vollmer:  Na ja, man weiß, dass es da größere Unter­
Personen.
schiede gibt.
I.: Wie kommt man als Gastronom zu Delinski?
M.: Das ist ja interessant!
M.F.: Über verschiedenste Art und Weise. Also wir haben
A.V.: Mhm, bei jungen Leuten sind die Smileys sehr beliebt,
sowohl Gastronomen, die mit uns in Kontakt treten,
und Frauen verwenden sie häufiger als Männer.
weil sie von uns erfahren, weil sie sagen, sie finden,
Ohne viel schreiben zu müssen, können mit einem
das ist eine coole Idee, und treten mit uns in Kontakt,
Klick Gefühle, positive und negative, vermittelt
schreiben uns per E-Mail an, rufen uns an – und auf
werden.
der anderen Seite versuchen wir natürlich auch, uns
M.: Also, Emoticons sparen Schreibarbeit. Könnte es denn
gegenüber Gastronomen zu vermarkten, teilweise
sein, dass sie einmal in der Zukunft unser ganzes
durch Aussendungen, Briefaussendungen, die wir ma­
Schriftsystem ersetzen?
chen, wo wir uns selber empfehlen in Kooperation mit
A.V.: Nein, davon ist wirklich nicht auszugehen, weil man
anderen Empfehlungsplattformen. Oder einfach, indem
mit Emoticons viel weniger ausdrücken kann als mit
wir Gastronomen bitten, das auch weiterzuerzählen
Buchstaben. Wobei … Einen Versuch in diese Richtung
an ihre Kollegen, sodass ein Gastronom auch mal einen
gibt es ja schon.
anderen Gatronomen wirbt.
M.: Wie bitte?
I.: Wie werde ich im Restaurant als Delinski-Kunde er­
A.V.: Ja, wirklich! Der berühmte Roman „Moby Dick“ von
kannt?
Herman Melville wurde komplett in Emoticons über­
M.F.: Das ist einer der entscheidenden Vorteile unserer Lö­
setzt. Sie können das Buch kaufen!
sung gegenüber anderen – Sie müssen eigentlich nichts
M.: Tatsächlich? Wer ist denn auf die Idee gekommen?
anderes tun, als wenn Sie das normal reserviert hätten.
A.V.: Ein Amerikaner. Er heißt Fred Beneson. Zusammen mit
Sie gehen ins Restaurant hinein, nennen Ihren Nach­
einem Team hat er die verschiedensten Symbole für
namen und werden automatisch als Gast über Delinski
Wörter gesammelt. Ja und dann, wie ich schon sagte,
erkannt, weil wir bereits im Vorfeld mit dem Restaurant
wurde der Roman in die Emoticons übersetzt. Das

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Übungen 12  |  Einheit 13

Ganze war übrigens ein Crowdfunding-Projekt, das sich K.: Oh, wie peinlich. Ich ärgere mich über mich selbst.
tatsächlich auch verkaufen ließ! Einen Moment … Ja, jetzt klappt es.
M.: Auf Ideen kommen die Leute! H.: Keine Sorge, das kann passieren. Ich freue mich, dass
A.V.: Ja, aber dieses Projekt, das eigentlich aus Spaß ge­ ich Ihnen helfen konnte!
macht wurde, wird sicherlich unsere Sprache und K.: Ja, das konnten Sie wirklich. Vielen Dank noch einmal
Schrift nicht wirklich beeinflussen. und auf Wiederhören.
M.: Also könnte man sagen, Smileys sind okay, aber sonst
bleiben wir schon beim traditionellen Schreiben.
A.V.: Genau so ist es! Emoticons eignen sich sehr gut, um 13 Immer unterwegs
eine persönliche Aussage, sehr oft auch ein Gefühl,
stärker hervorzuheben, sie sind, wie der Name schon A 3a
sagt, emotional. Also mein Ratschlag dazu: Verwenden
11 Also, mein lieber Roland, wenn ich dich so anschau’ …
Sie Emoticons aber trotzdem nicht ständig in Ihrer
braun bist du im Orient-Express ja nicht geworden.
privaten Kommunikation. Die Smileys können das
geschriebene Wort nicht ersetzen! Ja, und in der
uu Ein blasser Teint ist vornehm, weißt du das nicht? An
Bord eines Zuges, der von London über Wien nach
Geschäftskorrespondenz sollten sie überhaupt nicht
Venedig fährt, wird man natürlich nicht von der Sonne
zum Einsatz kommen. Da haben sie nichts verloren.
geröstet. Das wollte ich ja auch nicht … Der ist übrigens
M.: Jetzt hätte ich zum Abschluss noch eine ganz persönliche
exzellent, dein Rotwein, Melanie. Ein Prost an die Runde!
Frage an Sie, Frau Vollmers: Verwenden Sie persönlich
pp Danke! Könntest du mir bitte den Erdäpfelsalat
Emoticons? Bei WhatsApp-Nachrichten zum Beispiel?
herübergeben?
A.V.: Ja natürlich, aber eben mit Maß und Ziel!
11 Sag einmal, Martin, bist du heute doch mit dem Fahrrad
M.: Dann danke ich Ihnen jetzt für das Interview. Es hat
hier? Ich hätte ja gewettet, du kannst es nach dem Urlaub
mir wirklich Spaß gemacht!
auf dem Drahtesel nicht mehr sehen.
A.V.: Mir auch! Und herzlichen Dank für die Einladung!
ss Wieso denn? Eine Fahrradreise macht man doch, weil
man halt gern Rad fährt. Und wirklich schwierig ist der
C2 Donauradweg von Passau bis Wien sowieso nicht, eher
Hotline:  Servicehotline Megaphone, Marina Seifert am gemütlich. Aber du und Melanie, ihr seht total erholt aus.
Apparat. Was kann ich für Sie tun? 11 Wir haben uns ja auch echt gut erholt bei unserer Berg­
Kunde:  Grüß Gott. Ich habe gestern das Internet-Paket Ihrer tour! So eine Wanderung von Hütte zu Hütte durchs son­
Firma gekauft und wollte es jetzt anschließen. Aber nige Allgäu … Und das Wetter hat perfekt gepasst! Wirk­
irgendwie funktioniert es nicht. Könnten Sie mir freund­ lich erholsam und stressfrei.
licherweise helfen? pp Entschuldigt, wenn ich euch kurz unterbrechen muss,
H.: Natürlich, sehr gerne. Was ist denn genau das Problem? aber … hier ist dein Bier, Martin, schön kalt. Aufmachen
K.: Tja, ich habe alles angeschlossen, aber ich komme nicht musst du es dir selber.
ins Internet. Ich habe schon einiges versucht, aber ich ss Dankeschön! Brrr, da frieren einem ja die Finger ab! Wer
komme nicht weiter. hat denn den Flaschenöffner? … Ah, danke. Übrigens,
H.: Keine Sorge, wir gehen das Schritt für Schritt gemeinsam Rebecca, das wollte ich dich eh noch fragen: Wie war
durch. Ich vermute, Sie haben alle Programme auf Ihrem es überhaupt auf dem Kreuzfahrtschiff? Seid ihr froh,
Rechner installiert? wieder festen Boden unter den Füßen zu haben?
K.: Ja, mein Sohn hat mir dabei geholfen. Er hat gesagt, dass
jetzt alles funktionieren müsste. A 3b
H.: Dann schauen Sie doch bitte einmal auf Ihren Router
11 Also, mein lieber Roland, wenn ich dich so anschau’ …
und prüfen, ob ein Ethernet-Kabel …
braun bist du im Orient-Express ja nicht geworden.
K.: Oh je. Entschuldigen Sie, wenn ich Sie unterbreche. Ich
fürchte, ich kann Ihnen nicht folgen.
uu Ein blasser Teint ist vornehm, weißt du das nicht? An
Bord eines Zuges, der von London über Wien nach
H.: Das ist gar kein Problem. An Ihrer Telefonbuchse hat Ihr
Venedig fährt, wird man natürlich nicht von der Sonne
Sohn sicher einen kleinen weißen Kasten angeschlossen
geröstet. Das wollte ich ja auch nicht … Der ist übrigens
und die Verbindung zu Ihrem PC hergestellt, und zwar
exzellent, dein Rotwein, Melanie. Ein Prost an die Runde!
entweder mit einem Kabel oder drahtlos, also über
pp Danke! Könntest du mir bitte den Erdäpfelsalat
WLAN.
herübergeben?
K.: Ah ja, ich wollte gern die Drahtlosverbindung, also
11 Sag einmal Martin, bist du heute doch mit dem Fahrrad
WLAN.
hier? Ich hätte ja gewettet, du kannst es nach dem Urlaub
H.: Okay. Können Sie mir sagen, wie viele Lämpchen an
auf dem Drahtesel nicht mehr sehen.
diesem weißen Kasten, also dem Router, leuchten?
ss Wieso denn? Eine Fahrradreise macht man doch, weil
K.: Da leuchten drei.
man halt gern Rad fährt. Und wirklich schwierig ist der
H.: Da haben wir das Problem. Bitte drücken Sie den Knopf
Donauradweg von Passau bis Wien sowieso nicht, eher
an der linken Seite des Routers. Dadurch aktivieren Sie
gemütlich. Aber du und Melanie, ihr seht total erholt aus.
das WLAN.

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Einheit 13

11 Wir haben uns ja auch echt gut erholt bei unserer C 3a


Bergtour! So eine Wanderung von Hütte zu Hütte durchs
Interviewerin:  Herr Perovic, wir sind jetzt hier an Ihrem
sonnige Allgäu … Und das Wetter hat perfekt gepasst!
Arbeitsplatz im Restaurant „Zum goldenen Spatzen“ in
Wirklich erholsam und stressfrei.
Wien. Nächsten Monat geht es für Sie in die Schweizer
pp Entschuldigt, wenn ich euch kurz unterbrechen muss,
Alpen. Sie sind gebürtiger Kroate. Wie kommt man zu
aber … hier ist dein Bier, Martin, schön kalt. Aufmachen
einem Job so weit weg von der Heimat?
musst du es dir selber.
Josip Perovic:  Na ja, in Wien arbeite ich ja nur einen klei­
ss Dankeschön! Brrr, da frieren einem ja die Finger ab! Wer
nen Teil des Jahres, nämlich immer im Herbst zwischen
hat denn den Flaschenöffner? … Ah, danke. Übrigens,
der Sommer-Saison in Kroatien und der Schi-Saison in
Rebecca, das wollte ich dich eh noch fragen: Wie war
der Schweiz. In meiner Heimat arbeite ich immerhin
es überhaupt auf dem Kreuzfahrtschiff? Seid ihr froh,
noch fünf Monate im Sommer. Da freue ich mich dann
wieder festen Boden unter den Füßen zu haben?
immer, meine Familie – Eltern, Großeltern und Tanten –
hh Du, wir hatten immer festen Boden unter den Füßen.
wiederzusehen.
Wir sind ja Landratten! So ein Kreuzfahrtschiff wackelt
I.: Sie arbeiten an drei verschiedenen Orten, das muss
nicht, und bei einer Flusskreuzfahrt auf dem Rhein schon
doch manchmal auch schwierig sein.
gar nicht. Und ein Service war das, du glaubst es nicht!
J.P.: Das stimmt, es ist nicht immer ganz einfach, aber dafür
Wir wurden echt fürstlich verwöhnt, von früh bis spät!
ziemlich abwechslungsreich. Wer die Branche nicht
Wir haben keinen Finger rühren müssen …
kennt, für den könnte das natürlich ungewöhnlich
11 Na bitte, das klingt doch anders als bei euch, Tamara. Der
klingen. Aber für viele aus der Tourismusbranche ist
Paul und du, ihr habt ja den ganzen Tag paddeln müssen.
das eben die Realität. Am Anfang habe ich gar nicht
Paddel rein ins Wasser, Paddel raus aus dem Wasser. Das
vor­gehabt, aus Kroatien wegzugehen. Ich habe in
ist doch Knochenarbeit im Urlaub! Wart ihr nachher denn
Zagreb die Hotelfachschule besucht und bin dann zum
nicht fix und fertig?
Arbeiten in die Touristengebiete an der Mittelmeer­
gg Warum denn? Das fragst gerade du! Ihr seid doch auch
küste gekommen. Ich liebe das Meer und die Hitze
nicht auf der faulen Haut gelegen in den Bergen. Im
im Sommer. Allerdings gibt es eben nach Ende der
Urlaub nur herumsitzen und sich bedienen lassen, das
Saison nicht genügend Arbeit. Viele meiner Kollegen
ist nichts für mich.
sind auch Saisonniers und gehen nach dem Sommer
pp Und das Kanufahren? Hast du das wirklich gerne ge­
anderswo hin.
macht, jeden Tag so über Flüsse und Seen paddeln?
I.: Wenn Sie Hitze und Meer lieben, wie sind Sie denn
gg Na aber sicher! Du, das war ziemlich anstrengend, das
dann auf die Schweizer Alpen gekommen? Das Wetter
muss ich zugeben. Aber wir hatten viel Spaß. Ich zeig
müsste zumindest am Anfang doch etwas gewöhnungs­
euch meine Oberarme – super konditioniert wie bei …
bedürftig gewesen sein, oder?
uu Einen Moment bitte, gibt es hier irgendwo ein Mineral­ J.P.: Ja, das war eher Zufall. Ein Kollege hatte mir den Tipp
wasser? Könntest du mir bitte die Flasche da rübergeben?
gegeben, dass sie dort in der Wintersaison Personal
Danke! Sagt einmal, wo sind denn eigentlich eure Kinder?
suchen und man sehr gut bezahlt wird. Inzwischen
Schlafen die schon? Es ist heute so ungewohnt ruhig hier!
habe ich mich daran gewöhnt und freue mich direkt
xx Die Kinder sind bei meiner Mutter. Sie waren todmüde.
schon auf die Temperaturunterschiede: Im Sommer
Wir sind ja erst gestern in der Nacht zurückgekommen.
schön heiß am Meer, im Winter kalt und in den Bergen
uu Und? Sind sie jetzt froh, wieder in einem richtigen Bett mit viel Schnee.
zu schlafen? Haben sie vom Zelten jetzt genug?
I.: Wie lässt sich Ihre Arbeit mit Familie vereinbaren?
xx Also bitte! Was heißt hier Zelten?! Wir waren drei Wo­
J.P.: Hmm … Natürlich sind die Bedingungen nicht ideal.
chen mit dem Wohnmobil unterwegs. Das war sehr be­
Meine Frau kommt ja aus Wien und lebt auch die meis­
quem! Fast so luxuriös wie mit dem Orient-Express, mein
te Zeit hier. Deshalb genieße ich die Monate, die ich bei
Lieber!
ihr bin, wenn ich im „Goldenen Spatzen“ arbeite. Und
11 Augenblick, ich müsste hier kurz durch … Ja, danke, so
im Frühling mache ich auch manchmal ein paar Tage in
geht es.
Wien Urlaub, bevor es wieder nach Kroatien geht.
uu Ihr wart im Süden irgendwo, richtig? Glücklicherweise ist meine Frau als freiberufliche Grafi­
xx Ja, in Italien. Und es war superschön. Du brauchst halt ei­
kerin in ihrem Beruf ziemlich ortsunabhängig. Manch­
nen guten Reiseführer und solltest nicht auf Autobahnen
mal lebt sie dann für ein paar Wochen mit mir in Kroa­
fahren, das wird ruckzuck teuer. Aber die Campingplätze
tien. Also ich denke, eine Partnerschaft ist gut möglich,
sind wirklich …
wenn man flexibel ist, so wie wir beide. Mit Kindern
pp Alle mal herhören… Schhhht! … Ruhe bitte! Wer jetzt
wäre es natürlich keine akzeptable Situation.
einen Espresso haben will, soll bitte die Hand heben …
I.: Und zum Schluss: Haben Sie einen guten Rat für
andere Menschen, die beruflich viel unterwegs sind?
J.P.: Nein, ehrlich gesagt nicht. Aber ich denke, jeder weiß
selbst am besten, was gut für ihn ist. So ein Nomaden-
Dasein dürfte wahrscheinlich nicht jedermanns Sache
sein.

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Einheit 13  |  Übungen 13

Es kann sein, dass sie im „Goldenen Spatzen“ nächstes Prof. M.:  Definitiv. Wir brauchen heute viel weniger Arbei­
Jahr einen neuen Geschäftsführer suchen. Da würde ter als noch vor … sagen wir einmal 20 Jahren, um das
ich mich dann bewerben, dann hätte das ewige Hin und gleiche Produkt herzustellen. Das gilt zum Beispiel für
Her auch für mich ein Ende. die Metallindustrie. Gleichzeitig brauchen wir aber
I.: Herr Perovic, vielen Dank für das Gespräch! immer mehr Spezialisten, die sich mit diesen Maschinen
auskennen und die sie entwickeln – also Ingenieure,
Informatiker, Physiker … Das ist eine Verschiebung auf
13 Übungen dem Arbeitsmarkt; zurzeit haben wir in vielen Ländern
der Welt einen großen Mangel an Fachkräften aus diesen
B 2a Bereichen.
M.: Ein Problem, das ja auch die Politik beschäftigt … Aber
11 Ich bin richtig ausgepowert und urlaubsreif. Der Stress
es gibt auch in ganz anderen Bereichen große Verände­
in der Arbeit hört einfach nicht auf!
rungen: Was können Sie uns zu dem Thema „Arbeiten
uu Und ich erst. Manchmal denke ich, ich bin nah dran an ohne Trennung von Wohnung und Familie“ – also zum
einem Burnout.
Thema Telearbeit oder Heimarbeit – sagen?
pp Aber geh, Maria, übertreib bitte nicht! Dir macht die
Prof. M.:  Heimarbeit ist vor allem im Bereich von
Arbeit doch Spaß, oder?
Dienst­leistungen weit verbreitet. Dank der modernen
uu Ja, schon. Aber ich freue mich trotzdem schon total auf Infor­­ma­tions- und Kommunikationstechnologien wie
unseren Sommerurlaub. Zwei Wochen abschalten, nicht
E-Mail, Internet, Fax usw. haben wir die Möglichkeit,
an die Arbeit denken, einfach nur ausruhen.
ortsunabhängig zu arbeiten. Vielen Menschen kommt
ss Wo wollen wir denn überhaupt hinfahren? Wir müssen
das Arbeiten in den eigenen vier Wänden sehr entge­
bald etwas buchen, sonst wird es zu spät.
gen – auch der Wegfall langer Fahrtzeiten. Deshalb
uu Du hast recht, Robert. Spanien letztes Jahr war toll. nutzen viele solche Möglichkeiten. So ist es natürlich
Meiner Meinung nach sollten wir dieses Jahr aber keinen
auch einfacher, Arbeit und Familie unter einen Hut
Badeurlaub planen. Ich bin für einen Aktivurlaub. Kolle­
zu bringen.
gen von mir haben letztes Jahr einen Trekkingurlaub in
M.: Weiß man eigentlich, wie viele Menschen in Österreich
Bolivien gemacht. Das war fantastisch, haben sie erzählt.
heute Telearbeit verrichten?
Was haltet ihr davon?
Prof. M.:  Es gibt keine gesicherten Zahlen. Sehr viele sind
11 Ich weiß nicht. Ich habe keine Lust auf einen langen Flug.
es noch nicht, man kann aber davon ausgehen, dass sich
Wie wäre es, wenn wir eine Kanutour in Südfrankreich
in den nächsten Jahren der Trend zur Heimarbeit und
machen würden? Tagsüber Sport, am Abend gut essen.
zur hauptberuflichen Telearbeit verstärken wird. Immer
pp Das wäre für mich okay. Was meint ihr?
mehr Unternehmen räumen ihren Spezialisten schon
ss Ja, warum nicht. Dann können wir auch mit dem Auto
heute die Möglichkeit ein, an dem Ort zu leben, wo sie
in den Urlaub fahren! Da sind wir unabhängiger.
es möchten. Wer also für ein Unternehmen in Wien
uu Einverstanden. Wir fahren nach Südfrankreich. Wer arbeitet, muss nicht unbedingt auch dort wohnen.
kümmert sich um …
M.: Wird aber nicht von vielen Berufstätigen eher eine hohe
berufliche Mobilität verlangt, also die Bereitschaft um­
C3 zuziehen?
Moderatorin:  Guten Tag und herzlich willkommen zu unse­ Prof. M.:  Grundsätzlich werden Mobilität und Flexibilität
rer Sendung „Fünf nach acht“. Heute beschäftigen wir zunehmend wichtig, vor allem für Berufseinsteiger, um
uns mit dem Thema „veränderte Arbeitswelt“. auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Der überwiegende
Aufgrund des Einsatzes neuer Technologien und der Teil unserer Hochschulabsolventen stellt diese von der
Globalisierung wird es neue Arbeitsformen geben. Ar­ Wirtschaft geforderte Mobilität auch immer häufiger
beitsmarktforscher haben hier einige Trends ausgemacht. unter Beweis, wie Zahlen bestätigen.
Darüber wollen wir jetzt mit unserem Gast im Studio, M.: Ein anderes Thema: In vielen Firmen besteht angeblich
Herrn Prof. Mandl vom Institut für Arbeitsmarktfor­ die Tendenz, Praktikumsstellen und befristete Tätigkei­
schung, sprechen. Herr Prof. Mandl, welche Trends ten anzubieten, die für Unternehmen kostengünstiger
werden uns in den nächsten Jahren beschäftigen? sind als Fixanstellungen. Ist das richtig?
Prof. Mandl:  Ja, ähem, zunächst einmal dankeschön für die Prof. M.:  Das stimmt schon. Immer mehr neue Arbeits­
Einladung. Zu Ihrer Frage: Nun, da ist einmal das Stich­ verträge sind befristet. Aber auch die Zahl der Selbst­
wort „Globalisierung“. Die Welt ist klein geworden – wir ständigen hat sich in den letzten Jahrzehnten mehr als
können Kleidung in Indien nähen und Handys in China verdoppelt. Für viele moderne Projektarbeiter, z.B. im
fertigen lassen. Dadurch fallen hier bei uns natürlich Ar­ Bereich IT oder in kreativen Berufen, ist eine selbst­
beitsplätze weg. Gleichzeitig werden die Waren dadurch gewählte freiberufliche Tätigkeit attraktiv.
aber billiger. Es ist eine zweischneidige Sache. M.: Heißt das aber nicht auch, dass die Beschäftigten sich
M.: Und wie sieht es mit der Automatisierung aus? Erledigen ständig weiterbilden müssen?
heutzutage nicht häufig Maschinen die Arbeit von Prof. M.:  Absolut. Schauen Sie, ein Kind, das heute mit der
Menschen? Schule beginnt, wird Mitte der 2020er-Jahre die Pflicht­

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Übungen 13  |  Einheit 14

schule abgeschlossen haben und bis in die 2060er- oder Aber das war irgendwie keine richtige Entspannung.
2070er-Jahre im Arbeitsleben stehen. Es wird sich Als ich dann gesehen habe, wie wunderbar faul die
sicher­lich im Lauf der Jahre einige Male fortgebildet Katze sein konnte – ganz ohne schlechtes Gewissen –,
haben. Denn die Arbeitswelt wird sich in den nächsten da hat sie mich sozusagen angesteckt. Faulenzen, das
50 Jahren weiterhin drastisch verändern. Lebenslanges musste ich selbst erst wieder lernen …
Lernen ist schon heute ein Muss und wird in den kom­
Interview 3
menden Jahren noch wichtiger werden. Das ist sicher.
M.: Frau Doktor Meyerling, Sie haben ja eine Arztpraxis,
M.: Unsere Zeit ist leider um. Vielen Dank, Herr Prof. Mandl.
und neben Ihren Patienten widmen Sie Ihre Zeit dem
Garten, haben Sie erzählt. Wie sind Sie denn darauf
gekommen?
14 Das tue ich für mich
Frau Meyerling:  Na ja, ich bin am Land aufgewachsen, und
wir haben einen großen Garten gehabt. Dort hatte ich
A 2a immer mein eigenes Beet mit Sonnenblumen – ich
erinnere mich noch genau. Wunderschön waren die!
Interview 1
M.: Dann sind Sie Ihrer Leidenschaft also immer treu
Moderator:  Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer!
geblieben?
Willkommen zu unserer Sendung „Tipps von Hörern für
Me.: Nein, gar nicht. Ich bin damals zum Medizinstudium
Hörer“. Wir sprechen heute über das Thema „Was tut mir
nach Wien gegangen und hatte in der Stadt ein ganz
wirklich gut?“, und unser erster Anrufer ist Herr Rossi.
anderes Leben. Erst seitdem ich wieder am Land woh­
Herr Rossi, haben Sie für unsere Hörer eine Antwort auf
ne, habe ich die Gartenarbeit neu für mich entdeckt.
die heutige Themenfrage?
M.: Und was gefällt Ihnen daran besonders?
Herr Rossi:  Also das muss, glaube ich, jeder für sich selbst
Me.: Ach, alles – die Farben, die Düfte, die Bienen und Kä­
entscheiden. Erst einmal ist es ja wichtig, festzustellen,
fer … Das Gefühl, wenn man reife Tomaten erntet, die
was man überhaupt braucht. So habe ich es gemacht.
von der Sonne ganz warm sind. Entschuldigen Sie, jetzt
Ich habe mir selbst diese Frage gestellt, weil ich gemerkt
komme ich ins Schwärmen. Außerdem ist es toll, das
habe, dass ich etwas ändern muss.
ganze Jahr über für längere Zeit draußen zu sein. Da
M.: Und was haben Sie geändert?
bekomme ich den Kopf frei und kann mich auch mental
R.: Ich bin unter die Schlafenden gegangen. Ich gehe be­
wunderbar erholen.
wusst und regelmäßig zwei Stunden vor Mitternacht ins
Bett. Und am Wochenende mache ich anderthalb Stun­ Interview 4
den Mittagsschlaf, um Kraft zu tanken. Früher bin ich M.: Herr Franke, Ihr Weg zum Joggen führte über Umwege.
ja oft bis nach Mitternacht am Schreibtisch gesessen und Kann man das so sagen?
überhaupt nicht mehr zur Ruhe gekommen. Herr Franke:  Ja, schon! Ich hatte nach der Matura nur noch
M.: Und das ist alles? Nur schlafen? meine Karriere im Kopf. Mit 42 Jahren hab’ ich 98 Kilo
R.: Glauben Sie nicht, dass das so leicht ist. Ich musste mei­ gewogen, hatte eine 7-Tage-Woche und habe maximal
ne Schlafgewohnheiten ändern und mich disziplinieren. fünf Stunden pro Nacht geschlafen. Ich bin eigentlich
Es kommt darauf an, dass man beim Schlafen auf Regel­ nur mit dem Auto gefahren und nie zu Fuß gegangen –
mäßigkeit achtet. Der Erholungswert stellt sich nicht so­ nicht einmal die Stiege hinauf, da hab ich dann immer
fort ein. Ich bin ja am Anfang oft lange wach gelegen … den Lift genommen. Dann habe ich einen Herzinfarkt
gehabt und nur knapp überlebt.
Interview 2
M.: Wann war das, wenn ich fragen darf?
M.: Frau Morris, schön, dass Sie uns anrufen. Was tut
F.: Vor sieben Jahren. Seitdem laufe ich. Um genauer zu
Ihnen denn wirklich gut?
sein: Jeden zweiten Tag laufe ich zehn Kilometer durch
Frau Morris:  Die Seeeeeele baumeln lassen!
den Wald. Ich will keinen Wettkampf gewinnen und trai­
M.: Klingt schön! Und wie machen Sie das?
niere nicht für einen Marathon. Der Weg ist das Ziel,
Mo.: Dabei helfen mir meine zwei Katzen. Der Mensch ist
und dafür ist Laufen die schönste Sache der Welt.
ein soziales Wesen. Wir wollen nicht allein sein. Nach
M.: Aber das ist doch sehr anstrengend, oder? Sie schwitzen,
dem Tod meines Mannes habe ich mich sehr einsam ge­
Sie kommen außer Atem, sind am Ende völlig kaputt …
fühlt. Dann hat mich eine Freundin gefragt, ob ich ihre
F.: Na ja, so habe ich das früher auch gesehen. So ein Leben
Katze über die Ferien füttern könnte, und das war so
ohne Sport war für mich selbstverständlich. Aber jetzt
schön, dass ich inzwischen selbst zwei Katzen habe. Es
weiß ich: Man kann auch die Anstrengung genießen –
tut mir unglaublich gut, wenn ich mich um meine Tiere
und das tolle Gefühl hinterher, dass man den inneren
kümmern kann.
Schweinehund überwunden hat. Ich habe ja, wie gesagt,
M.: Und dann lassen Sie zu dritt Ihre Seelen baumeln?
erst nach dem Infarkt mit dem Sport angefangen. Schritt
Mo.: Na, aber sicher! Wir kuscheln oder spielen dann ein­
für Schritt. Ich musste ja etwas tun. Seither habe ich
fach auf dem Teppich herum und machen sonst gar
über 20 Kilo verloren und fühle mich heute wie ein neu­
nichts! Wissen Sie, ich war früher oft gestresst, sehr
er Mensch.
sogar. Zur Entspannung war ich damals auch bergwan­
dern, dann habe ich an Sportkursen teilgenommen …

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Einheit 14  |  Übungen 14

C 3a
14 Übungen
11 Sehr geehrte Damen und Herren! Bevor wir unseren Kon­
gress zum Thema „Fit am Arbeitsplatz“ mit dem Vortrag
von Prof. Lechner offiziell eröffnen, spiele ich nun sechs
C 3b
kurze Statements ein, die wir vorab aufgezeichnet haben. Frau Leitner:  Grüß Gott, Herr Kurz, kommen Sie herein. Sie
uu Bei unseren Mitarbeitern muss die Leistung stimmen, so­ sind ja jetzt seit einem Monat als Sicherheitsbeauftragter
dass das Unternehmen davon profitiert. Nur Mitarbeiter, bei uns. Ich hoffe, Sie fühlen sich wohl in der Firma?
die sich körperlich wohlfühlen, sind so fit, dass sie ihre Herr Kurz:  Oh ja, sehr!
Zielvereinbarung auch erfüllen können. Für mich als Füh­ L.: Das freut mich. Und haben Sie sich schon einen ersten
rungskraft ist das die Grundlage für ein betriebliches Überblick verschaffen können?
Gesundheitsmanagement. K.: Ja, also ich habe die Produktionshalle für die Fertigteil­
pp Wer sich täglich gar nicht oder nur wenig bewegt, dem häuser angeschaut und mit einigen Kollegen gesprochen.
geht es nicht nur körperlich schlecht. Bewegung ist auch Außerdem hatten Sie mir ja die Unterlagen …
für das psychische Wohlbefinden sehr wichtig. Viele L.: Diese Abteilung ist unser Sorgenkind. Wie schaut’s denn
Menschen – auch Führungskräfte großer Unternehmen, da aus Ihrer Sicht mit den Arbeitsbedingungen aus?
die Manager halt – vergessen das oder wissen es nicht K.: Na ja. Also mein erster Eindruck ist recht positiv. Was
einmal. ich bis jetzt gesehen habe, halten sich Ihre Mitarbeiter
ss Gesundheitsmanagement sollte man nicht als eine Auf­ im Großen und Ganzen an die geltenden Sicherheitsvor­
klärungskampagne missverstehen. So nach dem Motto: schriften.
Pass auf deine Gesundheit auf und erhol dich am Wo­ L.: Das beruhigt mich aber.
chenende so gut, dass du nächste Woche wieder die volle K.: Man kann trotzdem nie genug aufpassen. Meine Aufga­
Leistung bringst. Das ist unseriös und hat keinen positi­ be ist es ja, alle möglichen Gefahrenquellen zu erkennen.
ven Effekt. Ich habe mir Ihre Unterlagen zu den krankheitsbedingten
hh Natürlich hat der Betrieb auch eine Mitverantwortung für Fehlzeiten angeschaut, und da hat es im letzten Jahr doch
das ganze Team, und betriebliche Sportangebote sollen einige kleinere Arbeitsunfälle gegeben – und in der Folge
zeigen, dass er diese Verantwortung auch ernst nimmt. natürlich mehr Krankenstände unter den Mitarbeitern.
Schön und gut. Aber in unserer Firma übertreiben sie es L.: Richtig, das ist leider so. Deshalb haben wir Sie ja auch
mit der Gesundheitsförderung! Wer körperlich nicht so bei uns, Herr Kurz.
auf der Höhe ist, dass er zum Beispiel beim Firmenlauf K.: Also um es erst einmal zusammenzufassen: Mit den Ma­
aktiv dabei ist, oder wen es halt einfach nicht freut, der schinen hat es überhaupt keine Probleme gegeben, das
wird von den Kollegen und der Chefin dann komisch ist schon einmal sehr beruhigend. Und fast alle Ihrer
angeschaut. Mitarbeiter tragen Schutzausrüstungen, also Helme und
pp Ein Unternehmen, das die Bedürfnisse der Mitarbeiter Arbeitshandschuhe. Das ist auch sehr gut. Die kleineren
nach physischer Fitness berücksichtigt, schafft über kurz Unfälle gehen darauf zurück, dass hier Sicherheitsvor­
oder lang auch eine Corporate Identity, also eine engere schriften nicht eingehalten wurden. Aber ich habe be­
emotionale Bindung an die Firma. Ein betriebliches Ge­ merkt, dass nicht alle einen Gehörschutz verwenden, wo
sundheitsmanagement ist damit nicht nur gut für meine sie es sollten. Das ist ein echtes Problem. Sie wissen ja,
Mitarbeiter, sondern auch fürs ganze Unternehmen. Als dass die Lärmbelastung in den Werkshallen recht hoch
Chefin habe ich ja auch eine Fürsorgepflicht, das heißt, ist. Und als Folge kann im schlimmsten Fall Schwerhörig­
ich muss schauen, dass es meinem Team seelisch und kör­ keit entstehen. Aber auch sonst gibt es durch großen
perlich gut geht. Lärm Probleme, z.B. einen erhöhten Blutdruck und
gg Bei meinem letzten Arbeitgeber war das mit der Gesund­ Schlaf­störungen – die Geräusche verfolgen einen sozusa­
heitsförderung am Arbeitsplatz eher ein Blabla. Da hat gen im Schlaf. Auf Dauer macht das viele Mitarbeiter
es einmal im Jahr eine Grippeschutzimpfung gegeben und krank.
dann halt noch einen Infoabend zum Angebot der Be­ L.: Oh je, das wusste ich nicht! Es ist so, dass unsere Leute
triebssportgruppe. Das war’s dann auch schon. Jetzt, bei den Gehörschutz oft als unangenehm empfinden und ihn
der neuen Firma, ist das anders: Es gibt hier viele Ange­ deshalb nicht verwenden. Hätten Sie da eine Lösung?
bote, sodass sich jeder Mitarbeiter aussuchen kann, was K.: Also, ich würde Ihnen dringend raten, dass Sie in einem
ihm Spaß macht. Finde ich toll! Manche machen Yoga ersten Schritt alle Ihre Mitarbeiter richtig schulen und sie
oder Rückengymnastik, ich selbst spiele in unserem auf diese Gefahren aufmerksam machen.
Fußballteam. L.: Ja, das ist sicherlich ganz wichtig.
K.: Und dann sollten Lärmmessungen in den verschiedenen
Bereichen der Produktionshalle durchgeführt werden.
Eine Option könnte dann sein, neue Maschinen anzu­
schaffen, die viel leiser arbeiten. Die Technik ist da schon
sehr weit. Aber so eine Anschaffung ist natürlich mit
Kosten verbunden …
L.: Gut, das muss natürlich mit der Firmenleitung bespro­

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Übungen 14

chen werden. Bis wann können wir denn mit Ihrem spricht man in einem solchen Fall von einem Boreout –
Bericht rechnen? ein Gegenbegriff zu dem Burnout, einem inzwischen ja
K.: So etwa in ein bis zwei Wochen. Da finden Sie dann sehr bekannten Phänomen.
meine Vorschläge und auch einen Entwurf für die M.: Wie entsteht Unterforderung?
Mit­arbeiterschulung. W.H.: Unterforderung kann zum Beispiel entstehen, wenn ein
L.: Das hört sich gut an. Herr Kurz, ich danke Ihnen. Mitarbeiter zu wenig zu tun hat oder für seine Aufga­
ben überqualifiziert ist. Um beschäftigt zu wirken, tun
Prüfungstraining: Hörverstehen, Teil 2 Boreout-Betroffene oft so, als würden sie arbeiten. Sie
schreiben private Mails am Arbeitsplatz, starren auf
Moderatorin:  Liebe Hörerinnen und Hörer, es freut mich,
den Bildschirm und geben sogar vor, Arbeit mit nach
Sie wieder bei unserem Gesundheitsmagazin begrüßen
Hause zu nehmen, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt.
zu dürfen. Unser Thema heute ist: „Macht Arbeit krank?“
Die Betroffenen sind mit ihrer Situation meist sehr un­
In den letzten Jahren hat die Zahl der Fehltage aufgrund
zufrieden. Ihnen fehlt die Anerkennung, das Gefühl,
von psychischen Erkrankungen enorm zugenommen,
etwas Sinnvolles zu tun. Das kann auf Dauer krank
nämlich um etwa 80 Prozent. Das heißt, dass zehn bis
machen.
elf Prozent aller Krankmeldungen auf eine psychische
M.: Sehen Sie einen Zusammenhang zwischen der höheren
Erkrankung zurückgehen. Tatsächlich dürften es aber
Krankheitsrate und den neuen Kommunikationsmedien,
noch mehr sein, denn für viele Arbeitnehmer sind psy­
also Internet, Smartphone usw.?
chische Probleme noch immer ein Tabuthema. Darüber
W.H.: Na ja, sagen wir so: Die digitalen Medien tragen in
möchten wir mit unserem heutigen Gast sprechen, dem
einigen Berufen sicher dazu bei, dass es keine klare
Arbeitspsychologen Magister Walter Haslinger. Guten
Trennung mehr zwischen Arbeits- und Privatleben gibt.
Abend, Herr Magister Haslinger!
Wir sind immer und überall erreichbar … Das führt
Mag. Walter Haslinger:  Danke für die Einladung und eben­
dazu, dass viele Menschen sich auch in der Freizeit mit
falls einen schönen guten Abend! Bevor wir uns mit der
ihrer Arbeit beschäftigen.
Frage beschäftigen, ob Arbeit krank macht, möchte ich
M.: Würden Sie also sagen, dass zu viel Arbeit krank
betonen, dass Arbeit eine sehr wichtige Funktion für
machen kann?
uns alle hat – also jenseits des Geldverdienens. Bei der
W.H.: Nein, das nicht unbedingt und nicht in allen Fällen.
Arbeit stehen wir in Kontakt zu anderen Menschen,
Entscheidender als die Menge der Arbeit ist deren
haben einen festen Tagesablauf, und es ist prinzipiell
Qualität. Wenn ich meine Arbeit gern mache, bin ich
positiv, Aufgaben zu erfüllen. Also insofern ist Arbeit
grundsätzlich sehr belastbar. Problematisch kann es
wesentlich für unser Wohlbefinden.
werden, wenn mehrere negative Faktoren zusammen­
M.: Das kann man nachvollziehen, ja.
kommen, zum Beispiel Unzufriedenheit, das Gefühl,
W.H.: Wenn man nun den Satz „Arbeit macht krank!“ in den
dass man eine sinnlose Arbeit macht, oder auch
Raum stellt, müsste es ja umkehrt heißen, dass die
schlechte Bezahlung. Kommen dann noch private
Arbeitslosigkeit, also keine Arbeit, gesund macht.
Probleme dazu, wird das eine gefährliche Mischung!
Das ist aber nicht der Fall. Im Gegenteil ist es so, dass
M.: Herr Mag. Haslinger, können Sie unseren Hörern eine
Arbeitslosigkeit massiv das Risiko erhöht, eine De­
Zusammenfassung geben?
pression zu bekommen. Das Gefühl, nicht gebraucht
W.H.: Ich will es gerne versuchen. Also: Psychische Erkran­
zu werden, ist nicht zu unterschätzen. Arbeit zu haben
kungen sind, wie ich ja schon gesagt habe, aktuell
bedeutet – also abgesehen von der finanziellen Not­
der Grund für etwa zehn bis elf Prozent aller Krank­
wendigkeit – auch, einen Platz in der Gesellschaft zu
meldungen. Außerdem sind sie eine häufige Ursache
haben. Das ist die positive Seite. Trotzdem, und jetzt
für Frühpensionen. Dabei sind die Zahlen von Branche
komme ich zur Frage dieser Sendung, kann es auch am
zu Branche natürlich sehr verschieden. Interessant ist
Arbeitsplatz negative Faktoren geben, die dazu beitra­
in diesem Zusammenhang, dass die Krankmeldungen
gen, dass Menschen psychisch erkranken.
wegen psychischer Probleme nicht, wie oft vermutet,
M.: Welche Faktoren sind das zum Beispiel?
unter Managern am höchsten sind, sondern im Gesund­
W.H.: Na ja, da gibt es ganz verschiedene. Persönliche Kon­
heits- und Sozialwesen. Allerdings ist die Einnahme
flikte mit Kolleginnen oder Kollegen stehen an erster
von Psychopharmaka – also Medikamenten gegen
Stelle, dann auch Schichtarbeit, Nachtarbeit oder Über­
psychische Erkrankungen – nicht etwa unter der ar­
forderung durch ständigen Zeitdruck … Ja, und in
beitenden Bevölkerung am höchsten, sondern unter
vielen Fällen werden zum Beispiel ständige strenge
arbeitslosen Männern und Frauen. Also, um es kurz
Kontrollen zu einer großen Belastung. Aber genauso
zu sagen: Ja, Arbeit kann psychisch krank machen.
können auch Unterforderung und Langeweile zum
Keine Arbeit zu haben, führt aber mit einer noch
Problem werden.
größeren Wahrscheinlichkeit zu psychischen Erkran­
M.: Habe ich Sie richtig verstanden? Langeweile am
kungen. Auch ein mittelmäßiger Job ist meist besser
Arbeitsplatz macht krank??
für die Gesundheit als gar keiner.
W.H.: Ja, tatsächlich kann Unterforderung am Arbeitsplatz
M.: Herr Mag. Haslinger, ich danke Ihnen für das Gespräch!
krank machen … und wie Überlastung und Überfor­
W.H.: Sehr gern!
derung zu Depressionen führen. Seit einigen Jahren

Fokus Deutsch B2 - Erfolreich in Altag und Beruf  |  Österreich  |  © Cornelsen Schulverlage GmbH  |  ISBN 9783060209958 34