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An ihren Lügen sollt ihr sie erkennen

Wie wir in der Ausländerfrage belogen und betrogen wurden


von Thomas Brehl
Nein, es gibt kein Propagandaministerium mehr und auch
keinen Dr. Goebbels, der heute als „Meister der Lüge“
geschmäht wird und von dem man behauptet es sei sein
Hauptanliegen gewesen, dass Deutsche Volk über die wahren
Absichten der NS-Regierung zu täuschen.
Heute leben wir in einem freien, demokratischen Staatswesen
und können uns auf die Worte unserer Politiker über deren
Absichten verlassen. Oder etwa nicht? Kann es möglich sein,
dass man dem Volk über Jahrzehnte zum Teil das Gegenteil
von dem weisgemacht hat, was man tatsächlich wollte und
dann auch umsetzte? Kann es wirklich sein, dass in der
vielleicht entscheidenden Lebens- und Überlebensfrage des
Deutschen Volkes, nämlich der der ungebremsten Zuwande-
rung von Millionen von Menschen fremder Rasse, Religion und
Kultur so dreist gelogen wurde, dass man es in der Rückschau
kaum glauben mag?
Beginnen wir mit einer kleinen Quizfrage, die wir nicht nur uns
selber, sondern möglichst auch vielen Menschen unserer
Umgebung stellen sollten. Sie lautet: Von wem stammt der
folgende Satz:
„Deutschland war nie ein Einwanderungsland und kann
auch keines werden. Die berechtigten Sorgen derjenigen
deutschen Mitbürger sind ernst zu nehmen, die in dieser
Situation befürchten, im eigenen Lebensbereich zur
Minderheit zu werden und die sich als Opfer einer bisher
wenig durchdachten und unberechenbaren Ausländerpoli-
tik ansehen.“
Um es gleich voraus zuschicken, es war nicht der NPD-Vorsit-
zende Udo Voigt im letzten Wahlkampf, es war auch kein
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Franz Schönhuber, kein Dr. Gerhard Frey oder vielleicht Herr
Schlierer von den REPs. Es war der damalige
Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann laut BMI-
Mitteilungen vom 28.01.1983. Naja, der war doch bei der CSU,
wird mancher vielleicht denken, die haben ja gerne am rechten
Rand gefischt. Gut, zitieren wir noch einige Herren, die für
rechte Töne so gar nicht bekannt sind und beginnen wir mit
dem damaligen Bundeskanzler Willy Brandt:
„Es ist aber notwendig geworden, dass wir sehr sorgsam
überlegen, wo die Aufnahmefähigkeit unserer Gesell-
schaft erschöpft ist und wo soziale Vernunft und Verant-
wortung Halt gebieten.“
Dieser Satz ist Bestandteil seiner Regierungserklärung vom
Januar 1973. Es geht aber noch deutlicher. So lassen uns die
Ruhr-Nachrichten vom 13.02.1975 wissen:
„Schmidt (Helmut, damals Bundeskanzler, der Verf.)
warnte vor einem Nationalitätenproblem in der Bundesre-
publik. Vor dem Kabinett vertrat er die Ansicht, dass beim
Zuzug von Gastarbeiterangehörigen die zulässige Grenze
inzwischen erreicht und in manchen Fällen schon über-
schritten sei.“
Hatte Bundeskanzler Ludwig Erhard rund zehn Jahre zuvor
noch ökonomisch argumentiert,
„Die Heranziehung von noch mehr ausländischen
Arbeitskräften stößt an Grenzen. Nicht zuletzt führt sie zu
weiteren Kostensteigerungen und zusätzlicher Belastung
unserer Zahlungsbilanz.“
Bundeskanzler Ludwig Erhard in seiner Regierungserklärung
vom 10.11.1965
so führte man später ungerührt völkische Argumente ins Feld.
Es war Heinz Kühn, der Ausländerbeauftragte der SPD, der
laut Neue Osnabrücker Zeitung vom 13.09.1980 sagte:

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„Wenn die Zahl der Ausländer, die als Minderheit in einer
Nation leben, eine bestimmte Grenze überschreitet, gibt
es überall in der Welt Strömungen des Fremdheitsgefühls
und der Ablehnung, die sich dann bis zur Feindseligkeit
steigern.“
Da wundert es nicht, wenn die BRD-Länderfürsten zu dieser
Zeit in dieselbe Kerbe hauen. In einer DPA-Meldung vom
05.03.1982 erfährt das Deutsche Volk:
„Die Ministerpräsidenten der 11 Bundesländer halten es
aus Sorge über eine wachsende Ausländerfeindlichkeit in
der Bundesrepublik für erforderlich, den Zustrom von
Gastarbeitern und Asylanten weitgehend zu stoppen.“
Und auch einer der Landesinnenminister, nämlich Ekkehard
Gries (FDP) aus dem besonders gebeutelten Hessen, spricht
bereits 1982 deutliche Worte:
„Ich bin der Meinung, dass die Aufnahmefähigkeit der
Bundesrepublik erreicht oder überschritten ist. Das gilt
besonders auch für die Ballungsgebiete in Hessen, Frank-
furt oder Offenbach. Das heißt, dass weiterer Zuzug unter-
bunden werden muss, auch der legale oder illegale Zuzug
von Familienangehörigen muss beschränkt oder
unterbunden werden.“
Zu etwa der gleichen Zeit nimmt auch das deutsche Staats-
oberhaupt Stellung zur Ausländerfrage. DIE WELT vom
29.08.1982 berichtet:
„Bundespräsident Karl Carstens hat das schweizerische
System der befristeten Aufenthaltsbewilligungen für
Ausländer zur Bewältigung des Ausländerproblems als
>erwähnenswert<, wenn nicht >nachahmenswert<
bezeichnet.“
Angesichts dieser Verlautbarungen verwundert es auch
rückblickend nicht, dass sich die Mehrheit der Deutschen im
Vertrauen auf eine Kehrtwende in der Ausländerpolitik nicht
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nach einer wirklichen und in Sachen Ausländer auch glaub-
würdigen politischen Alternative umsah.
Es würde schon alles gut werden, Sätze wie dieser bestärkten
den einfachen Mann in dieser leider reichlich naiven Überzeu-
gung:
„Ich möchte, dass auch in Zukunft Ausländer nach
Deutschland kommen können. Das setzt aber voraus,
dass die Rückkehr der Ausländer in ihre Heimat nicht die
Ausnahme, sondern die Regel ist…Selbst für die
Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft bedeu-
tet Freizügigkeit nicht die Einräumung eines Dauerwohn-
rechts für jeden…es ist nicht unmoralisch zu fordern,
dass der uns verbliebene Rest Deutschlands in erster
Linie den Deutschen vorbehalten bleibt.“
So jedenfalls Dr. Alfred Dregger, CDU-Fraktionsvorsitzender
auf einer Tagung der CDU in Bonn am 21.10.1982. Aber auch
SPD-Politiker weckten völlig falsche Hoffnungen auf eine
Änderung der zunehmend unangenehmer werdenden Situation
gerade in den Ballungsgebieten und Großstädten unseres
Landes. So sagte Herbert Bath SPD-Mitglied und Landes-
schulrat von Berlin laut Berliner Morgenpost vom 28.11.1982:
„Wir müssen dafür Sorge tragen, dass unsere Kinder und
Kindeskinder als Deutsche in ihrem Vaterland friedlich
und unangefochten leben können und wir dürfen ihnen
nicht ein Land mit unlösbaren Problemen hinterlassen. Es
hat nichts mit einer Diskriminierung von Ausländern zu
tun, wenn die Abneigung der Bevölkerung gegen eine
Ausländerpolitik wächst, die sich durch Tatenlosigkeit
gegenüber unhaltbaren Zuständen auszeichnet.“
Das erweckte den Eindruck, als könne man bedenkenlos eine
der damals noch so genannten „großen Volksparteien“ wählen.
Die hatten das Problem also erkannt und würden es schon
richten. Absichtserklärungen gab es in Hülle und Fülle. So

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auch in einem CDU-Flugblatt zur hessischen Landtagswahl
1982:
„Mit 4,7 Millionen im Bundesgebiet und über 500.000 in
Hessen ist die Ausländerzahl in diesem Land zu hoch…
Die CDU will erreichen, dass in ca. 5 Jahren die Zahl der
Ausländer in Deutschland um etwa 1 Million abnimmt.
Andernfalls entstehen Probleme, mit denen die nächste
Generation kaum noch fertig werden kann.“
Also, nicht nur Zuzugstopp, nein Verringerung der Ausländer-
zahlen war das Ziel. Warum sollte man dann rechts wählen?
Ändern kann es ja nur die Regierung, also musste man die
Etablierten stärken. Außerdem hörten sich wohlfeile Worte wie
die von Dr. Pirkl, dem bayerischen Staatsminister sehr viel
staatstragender an, als die „Ausländer raus!“-Parolen einer
rechten Minderheit. Laut Plenarprotokoll Nr. 09/85 vom
25.03.1981 führte Dr. Pirkl aus:
„Die mit der Ausländerproblematik verbundenen humani-
tären, infrastrukturellen, sozialen, gesellschaftlichen und
politischen Belastungen sind inzwischen so schwerwie-
gend, dass niemand mehr leichtfertig einer weiteren
Zunahme der Ausländerzahlen das Wort reden darf,
niemand mehr die weitere Umgehung von Anwerbestopps
durch eine ungeahnte Flut von zum Teil sehr problemati-
schen Scheinasylanten dulden kann.“
„Lieb Vaterland magst ruhig sein…“ werden sich die meisten
Zuhörer im Bayerischen Landtag gedacht haben, hatte doch
bereits im Vorjahr der Sozialdemokrat Horst Ehmke einschnei-
dende Schritte angekündigt. Die Westdeutsche Allgemeine
Zeitung zitiert ihn am 19.09.1980 wie folgt:
„Es ist schwer für uns, die illegale Zuwanderung zu stop-
pen. Wir werden relativ drastische Maßnahmen treffen
müssen.“

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Alles schien in Butter. Aber all diesen Verlautbarungen zum
Trotz lief eine Politik weiter, deren Folgen wir nun mehr und
mehr zu tragen haben. Und auch die von Helmut Kohl groß-
spurig angekündigte geistig-moralische Wende hielt nicht in
Ansätzen, was der neue Bundeskanzler versprach. Die AP-
Meldung vom 26.01.1983 setzte nur die jahrelange Desinfor-
mationskampagne fort:
„Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) hat darauf hingewie-
sen, dass der Zuzugstopp für ausländische Arbeitnehmer
nicht genüge. Darüber hinaus muss nach den Worten des
Kanzlers ein erheblicher Teil der rund 2 Millionen in der
Bundesrepublik lebenden Türken in ihre Heimat
zurückkehren.“
Und auch Bundesaußenminister Hans Dietrich Genscher
beteiligte sich nach Kräften an der allgemeinen Augenwische-
rei, in dem er in einer Bundestagsrede (Quelle: „Das
Parlament“ vom 27.10.1984) verkündete:
„Wir sind kein Einwanderungsland. Wir können es nach
unserer Größe und wir können es wegen unserer dichten
Besiedelung nicht sein. Deshalb geht es darum, ohne
Eingriffe in die Rechte des einzelnen und der Familie,
ohne Verletzung der Grundsätze der Toleranz zu einer
Verminderung der Ausländerzahlen zu kommen.“
Angesichts dieser Dauerberieselung von Analysen, Bekun-
dungen und Absichtserklärungen, die dem einfachen Bundes-
bürger durchaus aus der Seele sprachen, hielt unser Volk still
und wurde am Ende von einer Entwicklung überrollt, die noch
lange nicht an ihrem Ende ist und gestoppt werden muss,
wenn Deutschland und unser Deutsches Volk überleben
wollen.
Bereits im Jahre 1968 hatte der spanische Philosoph Salvador
de Madariaga in der Neuen Zürcher Zeitung (Ausgabe vom
03.05.1968) bekundet:

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„Kenia, Tansania oder Mali haben ebenso das Recht
darauf zu achten, dass sie nicht durch eine Invasion von
Europäern mulattisch oder weiß werden, als Großbritan-
nien, Deutschland oder Polen dafür sorgen dürfen, nicht
durch eine Invasion von Afrikanern schwarz zu werden.“
Und auch für „bibeltreue Christen“ sei ein Zitat angefügt:
Vorsicht gegenüber Fremden
„Nimm nicht jeden bei dir auf; denn die Welt ist voller List
und Verleumdung … Nimmst du einen Fremden bei dir
auf, so wird er dir Unruhe bringen und dich in deinem
eignen Haus zum Fremden machen.“
Jesus Sirach, Kap.11, 30. 35

Vielleicht gibt es einen Unterschied zwischen den angeblichen


Lügen des Dr. Goebbels und denen unserer Volksvertreter.
Vielleicht gibt es böse Lügen und gute und notfalls bringen uns
heute Staatsanwalt und Richter bei, dass „Nazi-Lügen“ grund-
sätzlich böse waren und sind. Aber eines werden sie uns jetzt
nicht mehr weismachen können, nämlich dass die herrschende
Klasse der BRD das deutsche Volk belogen hat, um „…seinen
Nutzen zu mehren und Schaden von ihm abzuwenden…“

Langen, den 9. November 2009

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