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Begriffskatalog Grundbegriffen zur Demographie

Demographie: [griech. Volksbeschreibung] Wissenschaft von der Bevölkerung. Sie


beschreibt den gegenwärtigen Zustand der Bevölkerung (Größe, Altersaufbau,
Geburtenhäufigkeit, Zuwanderung usw.) und leitet daraus Schlüsse für die Zukunft ab
(Bevölkerungszunahme oder -abnahme, künftiger Altersaufbau usw.). Diese Daten
sind für Politik und Wirtschaft unentbehrlich. Schul- und Wohnungsbaupolitik, die
Arbeitsmarkt- und Rentenpolitik z.B. müssen sich rechtzeitig auf künftige
demografische Entwicklungen einstellen, ebenso Wirtschaftsunternehmen bei ihren
Zukunftsplanungen.

Demographischer Wandel:

Bezeichnung für die Bevölkerungsentwicklung und ihre Veränderungen insbesondere


im Hinblick auf die Altersstruktur, die Entwicklung der Geburtenzahl und der
Sterbefälle, die Anteile von Inländern, Ausländern und Eingebürgerten sowie die
Zuzüge und Fortzüge.

Geburtenrate: vgl. LB S. 172

Fruchtbarkeits-(Fertilitäts-)rate: vgl. LB S. 172

Sterberate: auch Mortalität genannt, gibt die Anzahl der Todesfälle in einem
bestimmten Gebiet und für einen bestimmten Zeitraum an.

Zu meist die Anzahl der Verstorbenen in einem Kalenderjahr auf 1000 Personen der
mittleren Bevölkerung in einem bestimmten Gebiet (z.B. Staat, Region, Stadt). Die
Angaben erfolgen in Prozent oder in Promille.

Wanderungssalto: Veränderung der Bevölkerungszahl in einem Jahr in Prozent der


Bevölkerungszahl am Anfang des Jahres.

Zuwachsrate: das übliche Maß des Bevölkerungswachstums in einem Jahr.

Sie ergibt sich aus dem prozentualen Zuwachs (oder der Abnahme) der
Bevölkerungsmenge eines Bezugsgebietes innerhalb eines bestimmten Zeit-
Raums (z.B. ein Jahr).
2. Demographischer Wandel in Deutschland
In Dtl. hatten die geburten- und Sterberaten um 1815 ein hohes Niveau. Die Geburtenrate
betrug etwa 4,4% und die Sterberate 3,0%. Die Geburtenrate schwankte bis etwa 1900 um
etwa 4%, blieb aber auf diesem hohen Niveau. Die Sterberate unterlag ebenfalls großen
Schwankungen um etwa 3%, begann aber nach 1870 allmählich zu sinken und erreichte um
1900 ein Niveau von 1,5%. Die Geburtenrate begann erst um 1900 zu sinken und erreichte
um 1915 einen wert unter 3%. Im Zeitraum zwischen 1915 und 1920 fiel die Geburtenrate
stark ab (auf etwa 1,5%) während die Sterberate wieder anstieg. Nach 1920 setzte sich der
Rückgang der Geburten- und Sterberaten fort, wobei die Sterberate bis heute etwa bei 1,1%
beträgt.
Die Geburtenratenahm nicht so kontinuierlich ab wie die Sterberate. In den Zeiträumen 1935
bis 1940 und 1950 bis 1965 stieg diese nochmals leicht an. Zwischen 1940 – 1945 ging die
Geburtenrate zurück und die Sterberate stieg an. Ein deutlicher Rückgang der Geburtenrate
begann nach 1965. Und seit 1972 erreicht die Geburtenrate mit ca. 1% einen Wert, der unter
der Sterberate liegt