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Die Zeit der europäischen Aufklärung

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der Beginn von Freiheit und
Gleichheit?
Um diese Leitfrage beantworten zu können, muss man die Ideen der Aufklärung
erläutern und die Amerikanische Revolution, Thomas Jeffersons Sichtweisen und wie
diese in der Unabhängigkeitserklärung zum Vorschein kommen analysieren.
Abgesehen davon gilt es herauszufinden, wie diese Epoche sich auf die Gegenwart
auswirkt. Kants berühmte Devise, dass die Aufklärung der Ausgang des Menschen aus
seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit ist, hat die Bestrebungen der Denker und
Revolutionäre ab 1700 gut auf den Punkt gebracht. Die Menschen dieser Zeit sind zur
Erkenntnis gekommen, dass die Monarchie, die Bibel und die Religion nicht die Antwort
für alle Problemen sein kann und dass der Mensch mit seinem eigenen Verstand nach
neuen Ideen, Lösungen und Konzepten suchen sollte. Die wichtigsten Vertreter sowie
Theorien der Aufklärung sollen im Folgenden zunächst vorgestellt werden, bevor man
sich der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung und ihrer Analyse widmet:
Einer der bekanntesten Vertreter dieser “erleuchtenden” Zeit war der Philosoph Jean-
Jacques Rousseau. Wie seine berühmte Idee vom „freien Wilden“, also dass der
Mensch im Naturzustand frei ist, andeutet, ist Freiheit das Grundprinzip der Menschheit.
Trotzdem unterscheidet dieser Denker zwischen verschiedenen Freiheitsprinzipien. Auf
das bürgerliche Leben bedeutet Freiheit selbst entscheiden zu können, welche Gesetze
man befolgen soll. Abgesehen davon hatte er auch ein Konzept für das politische Leben
der Bürger. Freiheit ist erst dann gegeben, wenn jeder dasselbe Recht auf politische
Teilnahme hat.
Ohne dieses Grundprinzip könne ein Staat nicht funktionieren, so Rousseau. Diese
Ideen haben auch die Französische Revolution stark beeinflusst bzw. angetrieben.
Diese Revolution war eine Aufruhr, bei welcher man um bürgerliche Freiheitsrechte
kämpfte, versuchte die Monarchie abzuschaffen und vor allem soziale Gleichheit
forderte.
Ein weiterer Befürworter von Freiheit war Montesquieu. Er erklärt nämlich, wie man
einen korrupten Staat verhindern kann, indem man eine Gewaltenteilung vollzieht.
Unterteilen soll man die Gewalten in die Judikative, Legislative und Exekutive. Die
Glorreiche Revolution in England verkörperte dabei diese Theorie und bildete den
Anfang für die Epoche der Aufklärung. Man begann ebenfalls, die Kirche vom Staat zu
trennen, Gottesgnadentum zu hinterfragen und den eigenen Willen zu betonen. Das
führte auch dazu, dass Volkssouveränität immer geläufiger wurde und sich Ansätze von
Demokratie bildeten. Somit musste auch die Kirche immer mehr das tolerieren, was
früher verboten oder nicht geläufig war. Bemerkbar machte sich das dadurch, dass die
Wissenschaft und das soziale Leben immer mehr Fortschritte machten. Dieser
Gedanke der Toleranz wurde auch noch von Voltaire fortgeführt, der fest davon
überzeugt war Glaubensfreiheit einzuführen.
In der Zeit des franz. Absolutismus wurden alle Hugenotten sowie Protestanten
vertrieben, da nur eine Glaubensrichtung erlaubt war. Das wollte Voltaire verhindern.
Darüber hinaus solle der Staat endlich die Sicherheit jedes Einzelnen gewähren.
Sicherheit sollte für alle möglichen Rechte des Bürgers gegeben sein, egal ob es auf
Eigentum, Freiheit oder das Leben selber bezogen ist. Dieses Konzept führte John
Locke ein und hatte damit einen großen Einfluss auf die Unabhängigkeitserklärung in
Amerika, auf welche ich später eingehen werde.
Das alles konnte aber nicht richtig funktionieren, wenn es der Wirtschaft im jeweiligen
Staat/ Land an Ausführungskraft fehlt. Damit so etwas nicht passiert, entwickelte Adam
Smith das Modell der modernen Marktwirtschaft. Er erklärt nämlich, wie der Staat nur
geringfügig in den Wirtschaftsmarkt eingreifen soll, sodass eine freie Konkurrenz
entsteht. Durch die „unangerührte“ Kontrolle des Marktes, reguliert er sich selber, was
Smith auch als unsichtbare Hand bezeichnet.
Alle diese Denker haben großer Veränderungen in Europa ausgelöst, wie etwa die
Französische Revolution 1791 und schließlich die völlige Beseitigung aller
europäischen Monarchien im Laufe des 20. Jahrhunderts. Doch die Ideen der
Aufklärung haben sich als erstes in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung
wirklich manifestiert, welche im nächsten Abschnitt genauer analysiert werden soll.
Zur Unabhängigkeitserklärung von 13 nordamerikanischen Kolonien kam es, als durch
Konflikte über Steuerbegleichung Großbritannien sich weigerte, den amerikanischen
Bewohnern Partizipationsmöglichkeiten an der Politik zu erteilen, weswegen es zum
Krieg kam, welchen die Amerikaner schließlich gewannen. Ereignisse wie diese, die
schließlich zu dieser Erklärung geführt haben, werden als Amerikanische Revolution
gesehen.

Die Unabhängigkeitserklärung kann man als eine Art Mix oder Kompilation aller guten
Ideen der Aufklärung bezeichnen, die ein Staat befolgen sollte. Bereits die
Formulierung, “dass alle Menschen gleich geschaffen sind” verweist auf die Gedanken
von Rousseau. Nach ihm sind alle Menschen als edle Wilde geboren und sind
unabhängig von ihrem Ursprung gleichgestellt. Wenn der Mensch anfängt, in der
Gesellschaft zu leben, fängt er an, sich mit anderen zu vergleichen und es entstehen
Gefühle wie zum Beispiel Neid, was dazu führt, dass Menschen sich nicht als
Gleichgesinnte sehen.
Die in der Unabhängigkeitserklärung geforderten Rechte auf Leben, Freiheit und
Streben nach Glück verweisen auf die Theorien von John Locke und Adam Smith. John
Locke war der festen Überzeugung, dass alle Menschen gottgegebene Rechte haben
und die Regierung „ihre gerechte Gewalt von der Einwilligung der Regierten herleiten“.
Zur Politik gibt es noch die Aussage: „Regierungsform diesen Endzwecken verderblich
wird, es das Recht des Volks ist sie zu verändern oder abzuschaffen“, was Rousseaus
Glaubensansätze von einer nicht korrupten sowie autoritären Regierung widerspiegelt.
Nach Adam Smith muss das Eigentum aller gesichert sein. Mit Eigentum ist nicht nur
Hab und Gut gemeint, sondern auch „Sicherheit und Glückseligkeit“. Jeder versucht
sein Glück auf dem Markt zu finden und handelt nach seinem Vorteil, wobei der Vorteil
für die eigene Person, vorteilhaft für andere ist.
“Dass zur Sicherung dieser Rechte Regierungen unter den Menschen eingerichtet
werden” verweist auf Montesquieus Ansatz der Gewaltenteilung. Die Macht ist nicht
mehr beim König, sondern bei den Bürgern. Die Souveränität liegt beim Volk. Die
einzige Aufgabe der Regierung ist das Schützen der Bürger, nicht das wirkliche
Ausüben der Macht. Auch Rousseaus Idee vom Gesamtwillen und Eigenwillen bilden
die Regierung. Legislative, Exekutive und Judikative sind jetzt getrennt und so
aufgeteilt, dass Machtmissbrauch nicht mehr möglich ist.
Voltaires Konzept von der Säkularisierung ist damit indirekt inbegriffen. Man meint
damit nicht, dass das Interesse an Religion komplett verschwunden ist, sondern
Schätzung der Freiheit jedes einzelnen gegeben ist und man keinen zwingt einem
bestimmten Glauben anzugehören.
Am Ende der Unabhängigkeitserklärung werden weitere politische Gründe erwähnt,
wieso Amerika sich von Großbritannien loslösen soll.

Trotz dieser Deklaration scheint es so gewesen zu sein, dass diese vielen Ideen bzw.
Regelungen in Amerika nicht wirklich befolgt wurden. Als Beispiel könnte man Thomas
Jefferson selbst nehmen, den dritten Präsidenten von Amerika und zentralen Autor der
Erklärung. Das Kontroverse an ihm ist – er befürwortete Sklaverei, gleichzeitig lehnte er
sich dagegen auf.
So besaß der Präsident eine große Summe an Sklaven im Laufe seines ganzen
Lebens. Das hat er schließlich zum Zweck genutzt, Geld zu verdienen. Vergleichen
könnte man es mit dem Sonnenkönig, der auf Kosten anderer, Geld nur für seine
Zwecke verdiente. Das Schlimme ist aber, dass all diese Sklaven nicht “glücklich und
frei” lebten wie es in der Unabhängigkeitserklärung für alle Menschen gefordert wurde.
Abgesehen davon hat er selbst eine Geliebte gehabt, eine Sklavin namens Sally
Hemings. Obwohl sie dunkelhäutig war, sah Jefferson sie als weiße an, um
höchstwahrscheinlich Furore zu verhindern. Dazu hatte er auch Kinder von ihr. Dieser
Fakt wurde von Jeffersons Familienmitgliedern abgelehnt, was eigentlich
selbstverständlich war. Trotzdem konnte nachgewiesen werden, dass er mindestens 6
Kinder von ihr hatte. Interkulturelle Ehe und somit sexuelle Beziehung zwischen
Menschen verschiedener Hautfarbe war damals strengstens untersagt und wurde
bestraft, obwohl das wieder gegen die Gleichstellung von Menschen verstößt.
Dadurch merkt man allmählich, dass die „neuen“ Gesetze und die
Unabhängigkeitserklärung sich nicht auf die dunkelhäutige Bevölkerung übertragen
haben.
Endgültig kann man sagen, dass die Aufklärung eine kontroverse Zeit gewesen ist.
Einflussreiche Personen wie John Locke oder Kant haben die Zeit geprägt und mit
neuen Ideen von Freiheit, Gleichheit, Wissenschaft umgewälzt. Die Kirche hat
angefangen ihre alten Verhaltensweisen zu ändern, Dinge zu akzeptieren, die so früher
nicht erlaubt wären. Personen haben sich gegen den Staat gelehnt, um Freiheit zu
fordern – ein besseres Leben zu bekommen. Die Idee der Gewaltenteilung wurde ins
Leben gerufen. Menschen wurde das erste Mal wirklich bewusst, wie schrecklich es
ihnen geht, konkreter den Bauern und Normalbürgern. Das „alte Leben“ war geprägt
von vollkommener Unterwerfung, von einer strengen Kirche, Aberglaube und auch einer
zurückgebliebenen Wirtschaftsstruktur. Das wollte man nun verhindern.
Doch auf der anderen Seite merkt man, dass die Leute von den „alten“ Bräuchen
trotzdem zu stark beeinflusst waren und die Gewohnheiten zum Beispiel von
Rassentrennung zu sehr verinnerlicht hatten, sodass eine plötzliche Umwälzung der
Gesellschaft nicht möglich war. Vor allem konnte man es bei den 13
nordamerikanischen Kolonien erkennen. Obwohl in der Unabhängigkeitserklärung
aufgelistet wurde, welche schrecklichen Taten Großbritannien begangen hat, haben die
Kolonien das „Gesetz“ von Gleichheit und Freiheit missbraucht. Zum Beispiel war es die
Sklavenhaltung, die noch lange anhielt. In Europa haben zum Beispiel die
Revolutionskriege viele Menschenleben gekostet. All das sind Sachen, welche
eigentlich verhindert werden konnten.
Man erhoffte sich ja, dass Menschen mit ihrem Verstand arbeiten. Also das Gute
erkennen, Wahrheiten entdecken und so weiter. Doch der Wunsch an den Glauben
vom Guten ist sehr idealistisch und unrealistisch.
Indirekt wollte man auch Rassismus abschaffen, doch vergeblich. Sogar bis heute ist
Rassismus ausgeprägt. Vor allem in Vereinigten Staaten hört man Vorfälle, wo
Schwarze von weißen Polizisten erschossen werden, ohne jeglichen Grund. Manche
Gesetze sind auch zum Beispiel veraltet, werden aber trotzdem angewendet, was dazu
führt, dass Probleme entstehen. Als Beispiel könnte man auch das immer noch
bestehende Waffengesetz anbringen. Früher hat man beschlossen, dass Waffen
getragen werden können, weil die als Sicherheit gegen den Staat dienen. Falls der
Staat aus irgendeinem Grund beschließt sich gegen die Bevölkerung zu aufzustellen,
hätten die Bürger so die Möglichkeit, sich zu verteidigen. Sinnvoll war es vielleicht
damals, doch heute sieht es anders aus. Würden diese Waffengesetze alle möglichen
Verbrecher vertreiben bzw. unterdrücken und die Welt sicherer machen, hätte man
keine Probleme mit dem Gesetz. Es ist aber nicht so. Erstens, dieses Gesetz kann
leicht ausgenutzt werden, zweitens, man erlebt Vorfälle, bei denen Menschen mit
psychischen Problemen an Waffen gelangen, drittens, das Argument bezüglich dem
Schutz gegenüber dem Staat ist heute sinnlos, da das jeweilige Land mehr Militärmacht
hat, als alle seine Bürger insgesamt. Jährlich erlebt man Vorfälle, wo unschuldige
Personen erschossen werden, da man Macht über einen spüren möchte oder einfach
aus Angst oder Rache agiert. Das widerspricht auch dem, dass die Regierung den
Bürgern Sicherheit gewährt. Durch die Erlaubnis wird der Staat zum Mittäter. Der
einzige Grund, weshalb so etwas erlaubt ist – ist die „Freiheit“. Natürlich gibt es
Regulationen, die einen daran hindern sollen, Waffen zu missbrauchen. Das Vermerken
des Waffenbesitzers in der Datenbank der Regierung wird ihn nicht davon abhalten
Verbrechen zu begehen. Das Gesetz vollkommen zu verbieten, wäre eine
Einschränkung der Freiheit. Man erkennt aber, dass andere Länder mit einem Verbot
vollkommen klarkommen...
Endgültig kann man sagen, dass die Aufklärung ein wichtiger Schritt Richtung
Gleichheit und Freiheit gewesen ist. Obwohl es eine sehr kontroverse Zeit war, ist sie
der Grundbaustein für das Leben von heute. Personen damals haben alles Mögliche
getan, damit das Leben freier und besser wird. Doch leider fehlte es an
Ausführungskraft, um etwas plötzlich zu bewirken. Aber heutzutage würde es daran
auch fehlen, denn man merkt immer noch, wie Probleme von damals auch heute noch
nicht vollständig gelöst sind.

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