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Die Langerhans-Inseln (Langerhanssche Inseln oder Langerhans Zellen) sind Gewebeinseln in der

Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Sie produzieren und sezernieren als endokriner Anteil der Pankreas
verschiedene Hormone, in erster Linie Glukagon und Insulin, die den Blutzuckerspiegel regulieren

Die Langerhans-Inseln produzieren Hormone. Je nachdem, um welches Hormon es sich handelt,


unterscheidet man vier verschiedene Typen von Inselzellen:

-Die A-Zellen setzen das Hormon Glukagon frei, wenn die Blutzuckerkonzentration sinkt (Hypoglykämie)

-Die B-Zellen (Betazellen) bilden Insulin, mit dessen Hilfe die Glukoseaufnahme in die Zellen gesteigert
und damit der Blutzuckerspiegel gesenkt wird

-Die D-Zellen bilden das Hormon Somatostatin, das während der Verdauung ausgeschüttet wird und die
Sekretion von Glukagon aus den A-Zellen und Insulin aus den B-Zellen hemmt

-Die PP-Zellen produzieren das pankreatische Polypeptid. Es hemmt die Ausschüttung von
Verdauungssekret aus der Pankreas und vermittelt ein Sättigungsgefühl

Wenn die B-Zellen, die das Insulin produzieren, unzureichend arbeiten oder gar durch das Immunsystem
zerstört wurden, resultiert ein Typ-1-Diabetes (insulinabhängiger Diabetes). Er tritt vor allem bei Kindern
und Jugendlichen auf.

Beim Typ-2-Diabetes reagieren die Körperzellen unzureichend oder gar nicht mehr auf das freigesetzte
Insulin.

DIABETES MELLITUS

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ist eine krankhafte Störung des Zuckerstoffwechsels. Der
Blutzuckerspiegel der Betroffenen ist dauerhaft erhöht. Das schädigt mit der Zeit die Gefäße und
verschiedenste Organe. Deshalb sollte Diabetes frühzeitig erkannt und behandelt werden.Die krankhaft
erhöhten Blutzuckerwerte lösen bei Diabetes mellitus die verschiedensten Symptome aus. Das gilt
sowohl für die beiden Hauptformen der Zuckerkrankheit (Typ 1 und Typ 2 Diabetes) als auch für die
selteneren Formen.

Bei dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerten wird mit dem Urin vermehrt Zucker (Glukose) über die Niere
ausgeschieden (Glukosurie). Da Zucker physikalisch Wasser bindet, scheiden Betroffene zugleich große
Harnmengen aus (Polyurie) - sie müssen sehr oft zur Toilette. Besonders nachts plagt viele Diabetiker
lästiger Harndrang. Der abgegebene Urin ist meist klar und nur wenig gelb gefärbt.

Eine Polyurie ist ein typisches Anzeichen für Diabetes mellitus, kann aber auch andere Ursachen haben.
So tritt vermehrter Harndrang auch bei verschiedenen Nierenerkrankungen und während der
Schwangerschaft auf.
Der starke Harndrang löst bei Diabetes-Patienten ein quälendes Durstgefühl aus: Der Körper will über
vermehrtes Trinken den Flüssigkeitsverlust ausgleichen. Das gelingt aber oft nicht ausreichend. Auch
wenn die Betroffenen viel trinken, lässt sich der Durst nicht wirklich stillen.

Viele haben auch Probleme mit Schwäche,Müdigkeit,Konzentration,Sehstorungen,trockene Haut usw.

Diabetes: Ursachen und Risikofaktoren

Allen Formen von Diabetes mellitus liegt eine gestörte Blutzuckerregulation zugrunde. Genaueres lässt
sich nur verstehen, wenn man die Grundlagen der Blutzuckerregulation kennt:

Nach einer Mahlzeit werden die Nahrungsbestandteile wie Zucker (Glukose) über den Dünndarm in das
Blut aufgenommen, was den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Das regt bestimmte Zellen der
Bauchspeicheldrüse (Pankreas) - die sogenannten „Langerhansschen Beta-Inselzellen“(kurz: Betazellen) -
zur Ausschüttung von Insulin an. Dieses Hormon sorgt dafür, dass die Glukose aus dem Blut in die
Körperzellen gelangt, wo sie als Energielieferant für den Stoffwechsel dient. Insulin senkt also den
Zuckerspiegel im Blut

Diabetes mellitus Typ 1

Der Ort der gestörten Blutzuckerregulation ist bei Diabetes mellitus Typ 1 die Bauchspeicheldrüse: Bei
den Patienten werden die Insulin-produzierenden Betazellen durch körpereigene Antikörper zerstört.
Diese Autoantikörper halten die Betazellen fälschlicherweise für gefährlich oder fremd und attackieren
sie.

Diabetes Typ 1 ist also eine Autoimmunerkrankung. Warum sie auftritt, ist noch nicht genau bekannt.
Experten gehen von einer genetischen Veranlagung und verschiedenen Risikofaktoren (wie Infektionen)
aus, welche die Entstehung dieser Zuckerkrankheit begünstigen.

Durch die Zerstörung der Betazellen entsteht ein absoluter Insulinmangel. Menschen mit Typ-1-Diabetes
müssen sich zum Ausgleich zeitlebens Insulin spritzen.

Diabetes mellitus Typ 2

Beim Typ-2-Diabetes liegt der Ausgangspunkt der gestörten Blutzuckerregulation in den Körperzellen:
Die Bauchspeicheldrüse produziert anfangs meist noch genug Insulin. Allerdings werden die Körperzellen
zunehmend unempfindlich dagegen. Diese Insulinresistenz löst einen relativen Insulinmangel aus:
Eigentlich wäre genug Insulin vorhanden, aber es kann seine Wirkung nur unzureichend entfalten. Als
Reaktion darauf veranlasst der Körper die Betazellen, immer mehr Insulin herzustellen. Diese
Überproduktion hält die Bauchspeicheldrüse nicht ewig durch: Mit der Zeit erschöpfen die Betazellen,
sodass die Insulinproduktion zurückgeht. Dann stellt sich ein absoluter Insulinmangel ein.Die meisten
Typ-2-Diabetiker haben Übergewicht oder sogar Adipositas (Fettsucht). Vor allem die Fettzellen im
Bauchbereich bilden Entzündungsstoffe, die eine Insulinresistenz verursachen können. Ein erhöhter
Bauchumfang erhöht deshalb das Risiko für einen Diabetes mellitus Typ 2. Das Gleiche gilt für andere
Faktoren wie Rauchen und Bewegungsmangel. Außerdem wird dem Diabetes mellitus Typ 2 auch eine
genetische Komponente zugeschrieben.

Diabetes mellitus Typ 3

Es gibt einige seltene Formen von Zuckerkrankheit, die manchmal unter dem Begriff Diabetes Typ 3
zusammengefasst werden. Sie haben andere Ursachen als Diabetes Typ 1 und Typ 2 und als
Schwangerschaftsdiabetes.

Ein Beispiel ist MODY (maturity onset diabetes of the young), auch Diabetes Typ 3a genannt. Er umfasst
verschiedene Formen von Erwachsenendiabetes, die schon bei Kindern und Jugendlichen auftreten. Sie
werden durch bestimmte Gendefekte in den Betazellen der Bauchspeicheldrüse verursacht.

Dagegen beruht der Diabetes Typ 3b auf genetischen Defekten, welche die Insulinwirkung
beeinträchtigen. Sind gewisse Chemikalien oder Medikamente die Ursache einer Zuckerkrankheit,
sprechen Mediziner vom Typ 3e.

Diabetes bei Kindern

Die meisten zuckerkranken Kinder leiden an Typ-1-Diabetes. Mittlerweile erkranken aber auch immer
mehr Sprösslinge an Typ-2-Diabetes:

Früher war dieser hauptsächlich ein Problem älterer Menschen - daher die frühere Bezeichnung
"Altersdiabetes" für den Typ 2. Die moderne, westliche Lebensweise hat aber dazu geführt, dass immer
mehr Kinder und Jugendliche die Hauptrisikofaktoren der Erkrankung aufweisen. Das sind Übergewicht,
Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung. Deshalb tritt der Typ-2-Diabetes inzwischen auch häufiger
bei jungen Menschen auf.

Diagnose: Diabetes erkennen

Um möglichst frühzeitig einen Diabetes Typ 2 zu erkennen, ist es wichtig, regelmäßig an den
Vorsorgeuntersuchungen teilzunehmen und den Blutzucker zu überprüfen. Dies gilt insbesondere dann,
wenn Sie ein erhöhtes Diabetes-Risiko haben. Dabei untersucht der Arzt das Blut, misst den Blutdruck
und prüft Größe und Körpergewicht. Bleibt Diabetes über Jahre unbemerkt, können sich Herz-Kreislauf-
Erkrankungen, Schäden an Nieren und Augen und gefährliche Durchblutungsstörungen an Füßen und
Beinen entwickeln. Wenn Diabetes oder seine Vorstadien jedoch rechtzeitig erkannt und entsprechend
behandelt werden, lassen sich die Erkrankung und ihre Folgeerkrankungen vermeiden.
Für die Diagnose Diabetes misst der Arzt folgende Werte:

Nüchternblutzucker

Gelegenheitsblutzucker (zu einem beliebigen Zeitpunkt gemessener Blutzucker)

oraler Glukosetoleranztest

Langzeitblutzucker (HbA1c-Wert)

Nüchternblutzucker

Der Wert wird morgens vor dem Frühstück, also nüchtern, bestimmt. Sie sollten mindestens vier
Stunden vor der Blutentnahme nichts essen und auch kalorienhaltige Getränke, Kaffee, schwarzen Tee
und Rauchen meiden. Der Nüchternblutzucker oder die Nüchternglukose beweist das Vorliegen eines
Diabetes, wenn der Wert mindestens 126 mg/dl bzw. 7,0 mmol/l im Blutplasma beträgt. Werte zwischen
110 und 125 mg/dl gelten als grenzwertig. Möglicherweise liegt dann ein Diabetes-Vorstadium vor
(gestörte Glukosetoleranz). Zur weiteren Prüfung wird häufig ein oraler Glukosetoleranztest
(Zuckerbelastungstest) durchgeführt.

Oraler Glukosetoleranztest

Diese Untersuchung dient zur Erkennung von Diabetes-Vorstadien, bei denen der Blutzucker nur
zeitweise - vor allem nach dem Essen - erhöht ist. Drei Tagen vor der Untersuchung sollten Sie sich
normal und mit ausreichend Kohlenhydraten ernähren sowie auf das Rauchen verzichten. Der Test wird
morgens im nüchternen Zustand durchgeführt, das heißt, Sie sollten 10 Stunden vorher nichts essen. Für
den Test trinken Sie eine Flüssigkeit mit 75 g Zucker. Vor und zwei Stunden nach dem Trinken wird der
Blutzucker gemessen. Beträgt er nach zwei Stunden mindestens 200 mg/dl bzw. 11,1 mmol/l, liegt ein
Diabetes vor

Gelegenheitsblutzucker

Bei Vorliegen eines Diabetes beträgt der Gelegenheitsblutzucker mindestens 200 mg/dl bzw. 11,1
mmol/l.

Langzeitblutzucker (HbA1c-Wert)

Das HbA1c (Glykohämoglobin) ist der Farbstoff der roten Blutkörperchen (Hämoglobin), der mit
Zuckerresten verknüpft ist. Dieser Wert zeigt an, wie hoch die Konzentration des Blutzuckers in den
letzten sechs bis acht Wochen war, und wird deshalb auch als Langzeitblutzucker oder
Blutzuckergedächtnis bezeichnet. Ein Diabetes besteht, wenn der HbA1c- Wert mindestens 6,5 % bzw. 48
mmol/mol beträgt-
Diabetes: Behandlung

Die Therapie des Diabetes mellitus zielt darauf ab, den erhöhten Blutzuckerspiegel zu senken und
schädliche Diabetes-Folgen an Blutgefäßen, Nerven und Organen zu verhindern. Das soll zum einen
durch nicht-medikamentöse Maßnahmen erreicht werden: Vor allem die richtige Ernährung und
ausreichend Bewegung können die Blutzuckerwerte verbessern. Regelmäßige Messen des
Blutzuckerspiegels hilft, den Verlauf der Erkrankung im Blick zu behalten (eventuell mithilfe eines
Diabetes-Tagebuchs).

Zum anderen erfordert die Diabetes-Behandlung oft zusätzlich Diabetes-Medikamente (Antidiabetika).


Zur Verfügung stehen orale Präparate (blutzuckersenkende Tabletten) sowie Insulin, das gespritzt werden
muss. Welche Antidiabetika im Einzelfall zur Anwendung kommen, hängt vom Diabetes-Typ und dem
Schweregrad der Erkrankung ab.