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Made & Printed in England

Also available Arditti Quartet

The Nash Ensemble performs Beethoven’s


Clarinet Trio in B b and Mendelssohn’s Octet Nancarrow String Quartet No. 3
‘The audience responded so Ligeti String Quartet No. 2
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enthusiastically, they had to be told to go


Dutilleux String Quartet ‘Ainsi la nuit’
home’ The Independent

Sir Thomas Allen sings works by Beethoven,


Wolf, Vaughan Williams and Butterworth
‘Allen has a most artful balance between the
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intimate and the rhetorical’ The Times

Dame Felicity Lott sings works by Haydn,


Strauss, Brahms, Wolf and others
‘Expressive singing; a chance to enjoy the still
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fresh gleam of her voice’ The Guardian

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zeitgenössischer Musik in den Jahren 1999 (Elliott Carter) und 2002 (Harrison Birtwistle).
Arditti Quartet Außerdem erhielten sie den „Ernst von Siemens” Musikpreis für ihr musikalisches Lebenswerk im
Jahr 1999.
CONLON NANCARROW Übersetzung von Uwe Friedrich
String Quartet No. 3
01 First movement 2.36
02 Second movement 5.44
03 Third movement 6.19

GYÖRGY LIGETI
String Quartet No. 2
04 Allegro nervosa 4.59
05 Sostenuto, molto calmo 4.12
06 Come un meccanismo di precisione 3.04
07 Presto furioso, brutale, tumultuoso 2.02
08 Allegro con delicatezza 5.55
„Europas führender Lieder, Konzert und
Kammermusiksaal”
The Guardian

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Die führenden Solisten & Kammermusikensembles der Welt
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Introduktion. Dieser Akkord erklingt immer wieder im ersten Nocturne und ist ebenfalls HENRI DUTILLEUX
Ausgangspunkt des Eröffnungsthemas der ersten „Litanies”. „Parenthèse 4” ist beinahe eine String Quartet ‘Ainsi la nuit’
Wiederaufnahme der Introduktion, sie bietet eine emphatische Erinnerung an das
09 Introduction 0.35
zugrundeliegende Material bevor die Folge der letzten drei Sätze ohne weitere Verbindungen
10 I Nocturne 2.56
auskommt. Das Werk endet mit „Temps suspendu”, das mit verschiedenen Referenzen an das
11 Parenthèse 1 0.24
Akkordmotiv beginnt und schließlich in den letzten Takten in dieses Motiv hineinsinkt.
12 II Miroir d’espace 1.47
© Gerald Larner, 2005
13 Parenthèse 2 0.29
14 III Litanies 2.22
ARDITTI QUARTET
15 Parenthèse 3 0.40
Irvine Arditti Violine 16 IV Litanies 2 3.03
Graeme Jennings Violine 17 Parenthèse 4 0.26
Ralf Ehlers Viola 18 V Constellations 1.55
Rohan de Saram Violoncello
19 VI Nocturne 2 0.56
Seit seiner Gründung im Jahr 1974 wurden hunderte Kammermusikwerke für das Arditti Quartett 20 VII Temps suspendu 3.18
geschrieben. Uraufführungen von Komponisten wie Birtwistle, Cage, Carter, Dillon, Ferneyhough,
Gubaidulina, Harvey, Hosokawa, Kagel, Kurtag, Lachenmann, Ligeti, Nancarrow, Reynolds, Rihm, Total Time: 53.46
Scelsi, Stockhausen und Xenakis zeigen das weitgespannte Repertoire des Ensembles. Wann
immer möglich, versucht das Ensemble, mit Komponisten zusammenzuarbeiten. Das Quartett
widmet sich ebenfalls der musikpädagogischen Arbeit und hat zahlreiche Meisterkurse und
Workshops gegeben. Vierzehn Jahre lang unterrichteten die Musiker regelmäßig bei den
Darmstädter Sommerkursen für Neue Musik.
Produced by Misha Donat
Die ausgedehnte Diskographie des Arditti Quartetts zählt weit über hundert CDs,
Recorded by Patrick Allen
darunter 42 Aufnahmen, die zu ihrer weiterhin fortgesetzten Serie beim französischen Label Naïve Recorded live at Wigmore Hall, London, 9 April 2005
Montaigne zählen. Ihre jüngste Veröffentlichung, die gesamten Streichquartette Luciano Berios, Director: John Gilhooly
Wigmore Hall Live - General Manager: Tomas King, Marketing Manager: Claire Simons
wurde in Gegenwart des Komponisten aufgenommen.
Designed by Studio B, The Creative People email: studio-b@dircon.co.uk
Das Ensemble wurden mit vielen Preisen ausgezeichnet, darunter mehrfach der Manufactured by Repeat Performance Multimedia, London
17 „Deutsche Schallplattenpreis”, sowie die „Gramophone” Awards für die beste Aufnahme Photos by Edward Webb/ArenaPAL 2

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CONLON NANCARROW (1912 – 1997) Maurice Ravel und Belá Bartók als Olivier Messiaen und Anton Webern – so zeigt er sich in seinen

String Quartet No. 3 (1987) Kompositionen doch originell und abenteuerlustig. Tatsächlich scheint er sich vor allem in Fragen
der musikalischen Struktur umso freier zu fühlen, je älter er wird.
Nancarrow’s Third String Quartet was written in 1987, after a meeting between the composer and Dutilleuxs Abneigung gegen vorbestimmte Formen wird auch in seinem Streichquartett
the Arditti Quartet in London in 1985, when the Quartet played Nancarrow’s Quartet No. 1. Both deutlich, das er 1976 für das Juilliard Quartett schrieb. Da er vorher kein Streichquartett
parties expressed a desire for something new to be written. The result was the second work in the geschrieben hatte, schickte er dem Juilliard Quartett eine Reihe von unzusammenhängenden
genre that the composer completed (the original second quartet was started many years ago, but Studien, damit die Musiker sich mit seiner Kompositionsweise vertraut machen konnten. Über
never finished). The Third Quartet has three movements, each of which is a strict canon with the einen Zeitraum von sechs Jahren ersann er Wege, diese Einzelteile in einem komplexen Netzwerk
speed relationship 3:4:5:6. In the first movement, each instrument begins in turn and ends in turn. von Variationen, Erinnerungen und Vorwegnahmen zu verbinden, um eine Struktur zu erreichen,
An unusual feature of the second movement is that, with the exception of an interruption in the die vollkommen spontan wirkt, obwohl sie
middle, the music uses only natural harmonics. In this movement, as in the first movement, each minutiös durchgeplant ist. Die vier
voice ends in turn. The third movement has the same tempo relationships as the others, and ends verbindenden Teile nannte er „Parenthèse”,
with a canonic acceleration which maintains the same tempo relationship (3:4:5:6) until the final während die sieben größeren Sätze jeweils
note, where the four parts eventually come together on the note C. The Arditti Quartet gave the einen Titel tragen, der mehr oder weniger
première of this work in Cologne in a concert for West German Radio, who commissioned the deutlich mit dem Titel des Gesamtwerk
piece, on 15 October 1988. verbunden ist. Der Komponist beschrieb
© Julian Philips, 2005 „Ainsi la nuit” als „eine Art nächtliche Vision,
eine Serie von Zuständen mit eher
GYÖRGY LIGETI (b. 1923) impressionistischem Charakter.”
String Quartet No. 2 (1968) Das Werk ist so kompliziert geschrieben,
Allegro nervosa dass nur ein außergewöhnlich musikalisches
Sostenuto, molto calmo Gehör auch nur den Proportionen der
Come un meccanismo di precisione thematischen Anspielungen und Bezüge
Presto furioso, brutale, tumultuoso folgen könnte. Eine Einzelheit prägt sich
Allegro con delicatezza jedoch sofort dem Gedächtnis ein, nämlich
der aus dem Pianissimo anschwellende und
In the first movement, the texture of the music is completely broken up: there are abrupt changes dann wieder ins Pianissimo abschwellende
3 between extremely fast and extremely slow configuration. In the second movement, the music is Achttonakkord gleich zu Beginn der kurzen 16

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Der dritte Satz ist ein Pizzicato-Stück, er ist eine Art Hommage an Bartók – das Scherzo almost static, although, the statics are
pizzicato aus Bartóks 4. Streichquartett wird aber nicht zitiert, nur angedeutet. Die Netzgebilde interrupted by sharp incursions, breaks,
der Musik, die in den beiden vorangegangenen Sätzen weich waren, erscheinen im dritten Satz sudden changes of tempo and shape: and at
wie verhärtet. Es gibt da ein maschinelles Ticken – die imaginäre Maschine geht aber kaputt, sie the same time by remains from the first
zerfällt in Einzelteile. Solche polymetrischen maschinellen Vorgänge kommen in meiner Musik movement which have been transplanted into
immer wieder vor, ich denke an das „Poème symphonique” für 100 Metronome aus dem Jahr the second. The whole of the second
1962, schon in „Aventures” gibt es „des horloges démoniaques”, und das Cembalostück movement consists of a slow variation on the
„Continuum” das ich kurz vor dem 2. Streichquartett komponiert habe, stellt als Ganzes einen first movement, there are many subliminal
Präzisionsmechanismus dar. Der vierte Satz ist extrem kondensiert, brutal, bedrohlich. Der connections, and the endings of the two
abrupte Typenwechsel des ersten Satzes kehrt wieder, zusammengedrängt auf kleinstem Raum. movements – the same subsiding of the
Der fünfte Satz ist wie eine Erinnerung, durch Nebel betrachtet. Der gesamte bisherige Verlauf des musical form – are related to each other on
Stückes wird rekapituliert, doch abgemildert – die Musik erklingt wie aus weiter Ferne. Die fünf the same way as the rhyming endings of two
Sätze enthalten dieselben musikalischen und formalen Gedanken, doch Blickwinkel und Färbung lines of a poem. The third movement is a
sind in jedem Satz anders, so dass die übergreifende musikalische Form sich erst ergibt, wenn alle pizzicato piece; it is a kind of homage to
Sätze im Zusammenhang gehört und gedacht werden. Bartók – although the Scherzo pizzicato from Bartók’s fourth string quartet is not quoted, but
© György Ligeti merely hinted at. The net formations of the music which in the two previous movements were soft
appear in the third movement as though hardened. There is a mechanical ticking – but the
HENRI DUTILLEUX (geb. 1916) imaginary machine breaks down, it falls apart into little fragments. Polymetric, mechanical
Streichquartett „Ainsi la nuit” (1973 – 6) procedures like these return time and time again in my music: I think of the Poème symphonique
Introduction – I Nocturne – for hundred metronomes, composed in 1962, and in Aventures already there were the “horloges
Parenthèse 1 – II Miroir d’espace – demoniaques”, while the harpsichord piece Continuum represents as a whole a precision
Parenthèse 2 – III Litanies – mechanism. The fourth movement is extremely condensed, brutal, menacing. The abruptly
Parenthèse 3 – IV Litanies 2 – changing types of the first movement return, compressed into the smallest possible space. The
Parenthèse 4 – V Constellations – fifth movement is like a memory seen through mist: the whole of the previous progress of the
VI Nocturne 2 – VII Temps suspendu work is recapitulated, but in a gentler form – the music sounds as if coming from afar. The five
movements contain the same musical and formal ideas, but the visual angle and colouring are
Henri Dutilleux ist neben Pierre Boulez der bedeutendste französische Komponist unserer Tage. different in each movement are conceived and heard as a unity.
15 Auch wenn er nicht den radikalen Hintergrund von Pierre Boulez hat – seine Vorgänger sind eher © György Ligeti 4

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HENRI DUTILLEUX (b. 1916) begonnen, aber nie abgeschlossen. Die drei Sätze des dritten Streichquartetts sind strenge

String Quartet ‘Ainsi la nuit’ (1973 – 6) Kanons im Tempoverhältnis 3:4:5:6. Im ersten Satz beginnen die Instrumente ihres Parts streng

Introduction – I Nocturne – der Reihe nach und enden auch jeweils der Reihe nach. Der zweite Satz besteht mit der

Parenthèse 1 – II Miroir d’espace – Ausnahme einer Unterbrechung im Mittelteil ausschließlich aus Naturharmonien. In diesem Satz

Parenthèse 2 – III Litanies – endet, wie im ersten Satz, jedes Instrument der Reihe nach. Der dritte Satz hat das gleiche

Parenthèse 3 – IV Litanies 2 – Tempoverhältnis wie die vorhergehenden und endet mit einer kanonischen Beschleunigung, die

Parenthèse 4 – V Constellations – ebenfalls das gleiche Tempoverhältnis bis zur letzten Note beibehält (3:4:5:6), wo die vier

VI Nocturne 2 – VII Temps suspendu Instrumente auf der Note C zusammentreffen. Das Werk wurde vom Westdeutschen Rundfunk in
Köln in Auftrag gegeben, dort brachte es das Arditti Quartett am 15. Oktober 1988 zur
Henri Dutilleux is, with Pierre Boulez, one of the two leading French composers of the day. If he Uraufführung.
does not have Boulez’s radical background – his antecedents are Ravel and Bartók rather than © Julian Philips, 2005
Messiaen and Webern – he is neither unoriginal nor unadventurous. Indeed, the older he gets the
more liberated he becomes, particularly in structural matters. GYÖRGY LIGETI (geb. 1923)
Dutilleux’s mature dislike of predetermined forms is clear enough in the String Quartet Streichquartett Nr. 2 (1968)
he completed for the Juilliard Quartet in 1976. Never having written a string quartet before, he Allegro nervosa
began by sending the Juilliards a series of unrelated studies so that they could get used to his Sostenuto, molto calmo
writing. Over a period of six years he devised ways of linking these pieces in a complex network of Come un meccanismo di precisione
variation, memory and anticipation to create a structure which, though minutely worked out, Presto furioso, brutale, tumultuoso
seems entirely spontaneous. The four linking sections are presented as Parenthèses while each of Allegro con delicatezza
the seven main movements bears a heading more or less vaguely in keeping with the poetic title
of the whole work. As the composer has described it, Ainsi la nuit (Thus the night) is ‘a sort of Im ersten Satz ist der Duktus der Musik völlig zerhackt, es gibt abrupte Wechsel zwischen extrem
nocturnal vision . . . a series of ‘states’ with a somewhat impressionist side to them.’ schnellen und extrem langsamen Gestalttypen. Im zweiten Satz ist das musikalische Geschehen
The work is scored in such an elusive way that only a very exceptional ear could follow fast statisch, doch wird die Statik durch jähe Einbrüche, durch Störungen, plötzliche Tempo- und
even a proportion of the thematic allusions and cross-references. But one item that does Gestaltänderungen unterbrochen: gleichsam von Resten aus dem ersten Satz, die in den zweiten
immediately impress itself on the memory is the eight-note chord, swelling up from ppp and down verpflanzt worden sind. Der gesamte zweite Satz stellt eine langsame Variante des ersten dar, es
again, which is heard at the very beginning of the short introduction. That chord echoes through gibt zahlreiche unterirdische Verbindungen, und die Endungen beider Sätze – das gleiche
the first Nocturne and is the source of the opening theme of first Litanies. Parenthèse 4, which is Zusammensacken der musikalischen form – verhalten sich wie ein Reim zwischen zwei Zeilen
5 almost a recapitulation of the introduction, offers an emphatic reminder of the basic material eines Gedichts. 14

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CONLON NANCARROW (1912 – 1997) before the last three movements succeed each other without the benefit of links – ending with

Streichquartett Nr. 3 (1987) Temps suspendu, which opens with several references to the chordal motif and conclusively
descends on it in the final bars.
Conlon Nancarrow schrieb sein drittes Streichquartett nach einem Treffen mit dem Arditti © Gerald Larner, 2005
Quartett in London, wo die Musiker sein erstes Streichquartett spielten. Damals entstand auf
beiden Seiten der Wunsch nach einem neuen Werk. Das Ergebnis war das zweite vollendete ARDITTI QUARTET
Streichquartett des Komponisten – das eigentliche zweite Quartett hatte er viele Jahre zuvor
Irvine Arditti violin
Graeme Jennings violin
Ralf Ehlers viola
Rohan de Saram cello

Since its foundation in 1974, several hundred chamber works have been written for the Arditti
Quartet. World premières of quartets by composers such as Birtwistle, Cage, Carter, Dillon,
Ferneyhough, Gubaidulina, Harvey, Hosokawa, Kagel, Kurtág, Lachenmann, Ligeti, Nancarrow,

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Reynolds, Rihm, Scelsi, Stockhausen and Xenakis show the ensemble’s wide-ranging repertoire. quarante-deux édités sous le label français Naïve Montaigne. Ces derniers font parti d’un
The quartet tries to collaborate with composers whenever possible. programme d’enregistrement en cours. Leur dernier disque est l’intégrale des quatuors de
The quartet is committed to educational work and has given many master-classes and Luciano Berio, enregistré en la présence du compositeur.
workshops; they were also resident string tutors at the Darmstadt Summer Courses for New Music Cette formation a reçu de nombreuses récompenses pour son travail, notamment
for fourteen years. plusieurs foix le prix « Deutsche Schallplattenpreis », et en 1999 et 2002 le prix « Gramophone
The Arditti Quartet’s extensive discography features well over 100 CDs, including 42 » pour le meilleur enregistrement de musique contemporaine, respectivement Elliott Carter et
discs as part of their continuing series on the French Naïve Montaigne label. Their latest release is Harrison Birtwistle. En 1999, ils ont obtenu le prix « Ernst von Siemens » pour l’ensemble de
the complete quartets of Luciano Berio recorded in the composer’s presence. leur carrière.
The ensemble has received many prizes for its work, including the Deutsche Traduction de Shelagh Hayes et Isabelle Laurent
Schallplattenpreis several times and the Gramophone award for the best recording of
contemporary music in 1999 (Elliott Carter) and 2002 (Harrison Birtwistle). They won the Ernst von
Siemens Music Prize for lifetime achievement in music in 1999.

‘Europe’s leading venue for Lieder, recitals and « Première salle de concerts en Europe consacrée
chamber music’ aux lieder, récitals et musique de chambre »
The Guardian The Guardian

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L’œuvre est composée d’une manière si subtile que seule une oreille exceptionnelle CONLON NANCARROW (1912 – 1997)
pourrait y discerner ne serait-ce qu’une partie des allusions thématiques et des references Quatuor à cordes N° 3 (1987)
croisées. Et pourtant, un élément frappe immédiatement, et cela dès le début de la courte
introduction: c’est l’accord de huit notes qui, à partir d’un triple piano, enfle puis diminue en Nancarrow a écrit son troisième quatuor à cordes en 1987 après sa rencontre avec le quatuor
vagues successives. Cet accord répond comme un echo à travers le premier Nocturne, et revient Arditti à Londres en 1985 qui interprétait alors le quatuor N° 1 du compositeur. Les deux parties
dans le theme d’ouverture des premières Litanies. Parenthèse 4, qui est presque une reprise de exprimèrent le désir de créer quelque chose
l’introduction, nous rappelle avec emphase le thème de base avant que les trois derniers de nouveau. Cela aboutit à la composition du
mouvements ne se succèdent sans rapport entre eux. Le quatuor se termine avec Temps quatuor N° 3 (plusieurs années auparavant il
suspendu, qui commence avec plusieurs allusions à l’accord de huit notes initial pour finir sur cet avait commencé à écrire un second quatuor
accord dans les dernières mesures. qu’il ne termina jamais). Ce quatuor à cordes
© Gerald Larner, 2005 N° 3 comporte trois mouvements, qui sont
chacun des canons au sens stricte du terme,
ARDITTI QUARTET et respectent le rapport des tempi 3:4:5:6.
Dans le premier mouvement, les instruments
Irvine Arditti violon
entrent les uns après les autres et s’arrêtent
Graeme Jennings violon
de la même façon chacun leur tour. Dans le
Ralf Ehlers alto
deuxième mouvement la musique ne
Rohan de Saram violoncello
comporte que des accords naturels, à
Dupuis la création du Quatuor Arditti, plusieurs centaines d’oeuvres de musique de chambre ont l’exception de la partie centrale, ce qui est un
été composées pour cette formation. Ses créations mondiales d’oeuvres de compositeurs tels élément inhabituel dans le canon. Dans ce
que Birtwistle, Cage, Carter, Dillon, Ferneyhough, Gubaidulina, Harvey, Hosokawa, Kagel, Kurtág, mouvement, comme dans le premier, les
Lachenmann, Ligeti, Nancarrow, Reynolds, Rihm, Scelsi, Stockhausen et Xenakis témoignent instruments se taisent les uns après les
d’un répertoire très vaste. Ce quatuor collabore avec des compositeurs chaque fois que cela leur autres. Le troisième mouvement respecte les
est possible. mêmes rapports de tempi, à savoir 3:4:5:6. Le rythme du canon va s’accélérant jusqu’à la note
Le quatuor se consacre à la pédagogie: il a animé de nombreux master-classes et finale, en l’occurrence do, sur laquelle les quatre instruments finissent par se rejoindre. La
ateliers; pendant quatorze ans ils ont été formateurs auprès des instrumentistes à cordes lors des première de cette œuvre a été exécutée par le Quatuor Arditti à Cologne le 15 octobre 1988 lors
stages d’été de Darmstadt consacrés à la musique contemporaine. d’un concert commandité par la radio de l’Allemagne fédérale.
11 L'énorme discographie du Quatour Arditti dépasse de loin la centaine de discs, dont © Julian Philips, 2005 8

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GYÖRGY LIGETI (1923 – ) sorte que la forme musicale, en constante évolution, ne devient perceptible que lorsque tous les

Quatuor à cordes N° 2 (1968) mouvements sont entendus et pensés comme une continuité.

Allegro nervosa © György Ligeti

Sostenuto, molto calmo


Come un meccanismo di precisione HENRI DUTILLEUX (1916 – )
Presto furioso, brutale, tumultuoso Quatuor à cordes « Ainsi la nuit » (1973 – 6)
Allegro con delicatezza Introduction – I Nocturne –
Parenthèse 1 – II Miroir d’espace –
Dans le premier mouvement, la facture de la musique est complètement hachèe et discontinue; on Parenthèse 2 – III Litanies –
y trouve des changements abrupts entre des types formels extrêmement vifs et extrêmement Parenthèse 3 – IV Litanies 2 –
lents. Dans le deuxième mouvement, l’énonciation musicale est presque statique; mais ce Parenthèse 4 – V Constellations –
statisme est interrompu par de brusques irruptions, des perturbations, ainsi que par de subites VI Nocturne 2 – VII Temps suspendu
modifications du tempo et de la forme, comme si des résidus du premier mouvement avaient été
transplantés dans le second. Considéré dans son ensemble, le deuxième mouvement représente Henri Dutilleux est, avec Pierre Boulez, l’un des deux grands compositeurs français contemporains.
une variation lente du premier: il y a entre eux de multiples relations sous-jacentes, et la fin de S’il n’a pas les antécédents radicaux de Boulez – ses références sont Ravel et Bartók plutôt que
ces deux mouvements, constituée par un même affaissement de la forme musicale, agit à la Messiaen et Webern – ses œuvres ne manquent ni d’originalité ni d’audace. En effet, plus il gagne
manière d’une rime entre deux vers d’un même poème. Le troisième mouvement est une pièce en en maturité plus il s’affranchit, notamment des problèmes de forme et de structure.
pizzicato; c’est une sorte d’hommage à Bartók: toutefois, le scherzo en pizzicato du Quatrième En vieillissant Dutilleux est de moins en moins enclin à recourir aux formes
Quatuor de Bartók n’est pas réellement cité; il y est seulement fait allusion. Les structures préfabriquées et ceci apparaît de façon évidente dans le quatuor à cordes qu’il a écrit pour le
musicales en réseaux qui, dans les deux mouvements antérieurs, étaient douces, apparaissent Quatuor Juilliard en 1976. N’ayant jamais écrit de quatuor à cordes auparavant, il commença par
dans ce troisième mouvement comme durcies. On y trouve un tic-tac mécanique; mais la machine leur envoyer une série d’études n’ayant aucun rapport entre elles, afin que les membres de la
imaginaire se brise, se décomposant en une multitude de pièces détachées . . . formation puissent s’habituer à son écriture. Pendant six années il imagina des façons de relier ces
Le quatrième mouvement est extrêmement condensé, brutal, menaçant. Le différents morceaux entre eux en les intégrant dans un tissues complexe de variations, rappels et
changement abrupt de types musicaux opposés que l’on trouvait dans le premier mouvement anticipations afin de créer une structure qui, bien que conçue avec minutie, semble complètement
réapparaît ici, comprimé au maximum. Le cinquième mouvement est comme un souvenir vu à spontanée. Les quatre parties transitoires sont présentées comme des Parenthèses, tandis que
travers la brume: le cours antérieur de l’œuvre y est intégralement récapitulé – la musique sonne chacun des sept mouvements principaux gardent un lien plus ou moins étroit de par leur nom avec
comme si elle venait de très loin. Les cinq mouvements contiennent les mêmes idées musicales et le titre poétique de l’ensemble de l’œuvre. Comme le compositeur l’a décrit, « Ainsi la nuit est une
9 formelles, mais l’angle de vue et la coloration sont différents dans chacun d’entre eux, de telle sorte de vision nocturne, une série de climats teintés d’impressionnisme ». 10

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