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DIN EN ISO 21078-1:2008-04

Nationales Vorwort
Dieses Dokument (EN ISO 21078-1:2008) wurde vom Technischen Komitee ISO/TC 33 „Refractories“
erarbeitet und vom CEN/TC 187 „Feuerfeste Erzeugnisse und Werkstoffe“, dessen Sekretariat vom
BSI (Vereinigtes Königreich) gehalten wird, übernommen.

Das zuständige deutsche Gremium ist der Arbeitsausschuss NA 062-02-61 AA „Chemische Analyse von
oxidischen Roh- und Werkstoffen“ im Normenausschuss Materialprüfung (NMP).

Für die in diesem Dokument zitierten Internationalen Normen wird im Folgenden auf die entsprechenden
Deutschen Normen hingewiesen:
ISO 31-0 siehe DIN 1313 und DIN 1338
ISO 3310-1 siehe DIN ISO 3310-1
ISO 3696 siehe DIN ISO 3696

Änderungen
Gegenüber DIN 51086-1:1998-04 wurden folgende Änderungen vorgenommen:
a) Titel geändert;
b) Verfahren mit ICP OES gestrichen, Verfahren nach ICP-AES und Absorptionsspektrometrie mit Curcumin
(Rothocyanin-Verfahren) aufgenommen;
c) Abschnitt über Präzision der Verfahren gestrichen;
d) informativen Anhang mit Angabe neuer Ringversuchsergebnisse aufgenommen;
e) Inhalt redaktionell überarbeitet.

Frühere Ausgaben
DIN 51086-1: 1998-04

Nationaler Anhang NA
(informativ)

Literaturhinweise

DIN 1313, Größen

DIN 1338, Formelschreibweise und Formelsatz

DIN ISO 3310-1, Analysensiebe — Technische Anforderungen und Prüfung — Teil 1: Analysensiebe mit
Metalldrahtgewebe

DIN ISO 3696, Wasser für analytische Zwecke — Anforderungen und Prüfungen

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EUROPÄISCHE NORM EN ISO 21078-1
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROPÉENNE Januar 2008

ICS 81.040.01; 81.060.01

Deutsche Fassung

Bestimmung des Gehaltes an Bor(III)-oxid in feuerfesten


Erzeugnissen —
Teil 1: Bestimmung des Gesamtgehaltes an Bor(III)-oxid in
oxidischen Werkstoffen für Keramik, Glas und Glasuren
(ISO 21078-1:2008)

Determination of boron (III) oxide in refractory products — Dosage de l'oxyde de bore (III) dans les produits
Part 1: Determination of total boron (III) oxide in oxidic réfractaires —
materials for ceramics, glass and glazes Partie 1: Détermination de l'oxyde de bore (III) total dans les
(ISO 21078-1:2008) matériaux oxydants pour les céramiques, les verres et les
émaux
(ISO 21078-1:2008)

Diese Europäische Norm wurde vom CEN am 28. Dezember 2007 angenommen.

Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen
dieser Europäischen Norm ohne jede Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist. Auf dem letzten Stand befindliche Listen
dieser nationalen Normen mit ihren bibliographischen Angaben sind beim Management-Zentrum des CEN oder bei jedem CEN-Mitglied auf
Anfrage erhältlich.

Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Französisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache,
die von einem CEN-Mitglied in eigener Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem Management-Zentrum
mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.

CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich,
Griechenland, Irland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal,
Rumänien, Schweden, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien, Spanien, der Tschechischen Republik, Ungarn, dem Vereinigten Königreich
und Zypern.

EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG


EUROPEAN COMMITTEE FOR STANDARDIZATION
COMITÉ EUROPÉEN DE NORMALISATION

Management-Zentrum: rue de Stassart, 36 B-1050 Brüssel

© 2008 CEN Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem Ref. Nr. EN ISO 21078-1:2008 D
Verfahren, sind weltweit den nationalen Mitgliedern von CEN vorbehalten.
DIN EN ISO 21078-1:2008-04
EN ISO 21078-1:2008 (D)

Inhalt

Seite

Vorwort ................................................................................................................................................................3
1 Anwendungsbereich .............................................................................................................................4
2 Normative Verweisungen......................................................................................................................4
3 Begriffe ...................................................................................................................................................4
4 Probenvorbereitung...............................................................................................................................5
5 Anzahl der Bestimmungen ...................................................................................................................5
6 Bestimmung von Bor(III)-oxid durch alkalische Titrimetrie ..............................................................6
7 Bestimmung von Bor(III)-oxid durch Absorptionsspektrometrie mit Azomethin H .......................8
8 Bestimmung von Bor(III)-oxid durch Absorptionsspektrometrie mit Curcumin.......................... 12
9 Bestimmung von Bor(III)-oxid mittels Atomemissionsspektrometrie mit induktiv
gekoppeltem Plasma (ICP-AES) ........................................................................................................ 16
10 Angabe der Prüfergebnisse............................................................................................................... 19
11 Prüfbericht........................................................................................................................................... 20
Anhang A (informativ) Ergebnisse der Ringversuche.................................................................................. 21

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DIN EN ISO 21078-1:2008-04
EN ISO 21078-1:2008 (D)

Vorwort
Dieses Dokument (EN ISO 21078-1:2008) wurde vom Technischen Komitee ISO/TC 33 „Refractories“ in
Zusammenarbeit mit dem Technischen Komitee CEN/TC 187 „Feuerfeste Erzeugnisse und Werk-
stoffe“ erarbeitet, dessen Sekretariat vom BSI gehalten wird.

EN ISO 21078 Bestimmung des Gehaltes an Bor(III)-oxid in feuerfesten Erzeugnissen besteht aus zwei
Teilen:

 Teil 1: Bestimmung des Gesamtgehaltes an Bor(III)-oxid in oxidischen Werkstoffen für Keramik, Glas und
Glasuren

 Teil 2: Säureextraktionsverfahren zur Bestimmung des Bor(III)-oxid-Gehaltes in Binderkomponenten

Diese Europäische Norm muss den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffentlichung
eines identischen Textes oder durch Anerkennung bis Juli 2008, und etwaige entgegenstehende nationale
Normen müssen bis Juli 2008 zurückgezogen werden.

Es wird auf die Möglichkeit hingewiesen, dass einige Texte dieses Dokuments Patentrechte berühren können.
CEN [und/oder CENELEC] ist nicht dafür verantwortlich, einige oder alle diesbezüglichen Patentrechte zu
identifizieren.

Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden


Länder gehalten, diese Europäische Norm zu übernehmen: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland,
Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta,
Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien,
Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Vereinigtes Königreich und Zypern.

Anerkennungsnotiz

Der Text von ISO 21078-1:2008 wurde vom CEN als EN ISO 21078-1:2008 ohne irgendeine Abänderung
genehmigt.

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DIN EN ISO 21078-1:2008-04
EN ISO 21078-1:2008 (D)

1 Anwendungsbereich
Dieser Teil von ISO 21078 legt Verfahren zur Bestimmung von Bor(III)-oxid ab einem Massenanteil von
0,01 % in feuerfesten Erzeugnissen und Rohstoffen fest. Er gilt für die Bestimmung des Gesamtgehaltes an
Bor(III)-oxid in oxidischen Werkstoffen für Keramik, Glas und Glasuren.

Die Bestimmung von Bor(III)-oxid erfolgt nach einem der folgenden vier Verfahren:

a) alkalische Titrimetrie, die bei Proben angewendet wird, deren Massenanteil an Bor(III)-oxid größer 0,5 %
ist;

b) Absorptionsspektrometrie mit Azomethin H, die bei Proben angewendet wird, deren Massenanteil an
Bor(III)-oxid im Bereich von 0,01 % bis 2,5 % liegt;

c) Absorptionsspektrometrie mit Curcumin (Rothocyanin-Verfahren), die bei Proben angewendet wird, deren
Massenanteil an Bor(III)-oxid im Bereich von 0,01 % bis 1,0 % liegt;

d) Atomemissionsspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma (ICP-AES), die bei Proben angewendet
wird, deren Massenanteil an Bor(III)-oxid im Bereich von 0,01 % bis 15 % liegt.

ANMERKUNG 1 Dieses Verfahren kann durch Verwendung von modifizierten oxidischen Flussmitteln bis auf 30 %
Massenanteil Bor(III)-oxid erweitert werden.

ANMERKUNG 2 Im Anhang A sind für diesen Teil von ISO 21078 Ringversuchsergebnisse aufgeführt.

2 Normative Verweisungen
Die folgenden zitierten Dokumente sind für die Anwendung dieses Dokuments erforderlich. Bei datierten
Verweisungen gilt nur die in Bezug genommene Ausgabe. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte
Ausgabe des in Bezug genommenen Dokuments (einschließlich aller Änderungen).

ISO 31-0, Quantities and units — Part 0: General principles

ISO 836, Refractories — Vocabulary

ISO 3310-1, Test sieves — Technical requirements and testing — Part 1: Test sieves of metal wire cloth

ISO 3696, Water for analytical laboratory use — Specification and test methods

ISO 6353-2, Reagents for chemical analysis — Part 2: Specifications -— First series

ISO 6353-3, Reagents for chemical analysis — Part 3: Specifications -— Second series

3 Begriffe
Für die Anwendung dieses Dokuments gelten die Begriffe nach ISO 836 und die folgenden Begriffe.

3.1
trockene ungeformte feuerfeste Erzeugnisse
trockene Mischungen von ungeformten feuerfesten Erzeugnissen

3.2
feuchte ungeformte feuerfeste Erzeugnisse
feuchte Mischungen von ungeformten feuerfesten Erzeugnissen mit Anmachflüssigkeit, wie z. B. Mörtel, ein
Gemisch aus feuerfesten Zuschlagstoffen und Pech oder Harz

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DIN EN ISO 21078-1:2008-04
EN ISO 21078-1:2008 (D)

4 Probenvorbereitung

4.1 Feuerfester Stein oder dessen Rohstoff

Die Probenahme ist nach dem Vertrag zwischen dem Anwender und dem Hersteller durchzuführen. Eine
festgelegte, aus einem Los der Probe entnommene Menge ist so zu zerkleinern, dass sie durch ein 6,7-mm-
Sieb (siehe ISO 3310-1) hindurchgeht, und mit einem Riffelteiler oder durch Kumpeln und Vierteln auf etwa
100 g zu reduzieren; anschließend ist die gesamte geteilte Probe zu mahlen, damit sie ein
300-µm-Sieb (siehe ISO 3310-1) passieren kann.

4.2 Ungeformte feuerfeste Erzeugnisse

Zwei Anteile der zu analysierenden Probe von etwa 100 g (sowohl trocken als auch feucht), die so zerkleinert
wurden, dass sie durch ein 300-Pm-Sieb (siehe ISO 3310-1) hindurchgehen, sind nach dem folgenden
Verfahren vorzubereiten.

4.3 Trockene ungeformte feuerfeste Erzeugnisse

Der Inhalt eines Sackes oder 5 kg der Probe sind aus einem Los zu entnehmen und, wie in 4.1 beschrieben,
auf etwa 100 g zu reduzieren und so zu zerkleinern, dass der Anteil durch ein 300-Pm-Sieb hindurchgeht.

4.4 Feuchte ungeformte feuerfeste Erzeugnisse

Der Probe ist eine festgelegte Menge zu entnehmen und so auf einer wärmebeständigen Platte, die nicht mit
der Probe reagiert (zum Beispiel eine Platte aus Polyethylentetrafluorid), zu verteilen, dass eine Schicht von
10 mm Dicke entsteht. Die Probe ist mindestens 10 h in einem Luftbad oder Wärmeschrank bei (110 r 5) °C
zu trocknen. Dann ist sie zu zerkleinern, so dass sie durch ein 6,7-mm-Sieb hindurchgeht, mit einem
Riffelteiler oder durch Kumpeln und Vierteln auf etwa 100 g zu reduzieren und zu mahlen, damit sie durch ein
300-µm-Sieb (siehe ISO 3310-1) hindurchgeht.

4.5 Laboratoriumsprobe

Die Laboratoriumsprobe von 4.1 oder 4.2 ist durch Kumpeln und Vierteln auf etwa 25 g zu reduzieren und zu
mahlen, damit sie durch ein 106-Pm-Sieb hindurchgeht. Die so entstehende Probe ist die Analysenprobe. Sie
ist in ein Behältnis zu überführen (z. B. ein flaches Wägeglas (50 mm u 30 mm) oder ein Probenröhrchen
(50 mm u 25 mm)), mindestens 2 h in einem Wärmeschrank bei (110 r 5) °C zu trocknen, abzukühlen und in
einem Exsikkator aufzubewahren.

4.6 Einwägen der Probenmenge

Die für das konkrete Verfahren festgelegte Probenmenge für die chemische Analyse ist mit einer Analysen-
waage auf 0,1 mg einzuwägen und die tatsächliche Masse aufzuzeichnen.

5 Anzahl der Bestimmungen


Es sind parallele Doppelbestimmungen durchzuführen. Mit den Reagenzien ist ein Blindwertversuch durchzu-
führen, und aus den Ergebnissen sind entsprechende Schlussfolgerungen zu ziehen.

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DIN EN ISO 21078-1:2008-04
EN ISO 21078-1:2008 (D)

6 Bestimmung von Bor(III)-oxid durch alkalische Titrimetrie

6.1 Kurzbeschreibung
Die Probe wird in einer Schale im Ofen bei etwa 600 °C mit Natriumhydroxid geschmolzen. Die erkaltete
Schmelze wird in Wasser gelöst und die Probenlösung mit Wasser auf 100 ml aufgefüllt. Die in der Proben-
lösung verbliebenen störenden Ionen werden durch Zugabe von Calciumcarbonat ausgefällt. Nach einer
ersten Einstellung des pH-Wertes mit Natriumhydroxid-Lösung auf 6,5 wird Mannitol zugegeben, und die
dadurch freigesetzten H+-Ionen werden mit Natriumhydroxid bis zu einem pH-Wert von 6,8 titriert.

6.2 Reagenzien
Es sind ausschließlich Reagenzien von bekannter analytischer Reinheit und Wasser nach ISO 3696, Quali-
tät 2, (z. B. doppelt destilliertes Wasser) zu verwenden.

Der Gehalt des Wassers und der Reagenzien an Bor- und Borat-Ionen muss im Vergleich zur geringsten zu
bestimmenden Konzentration vernachlässigbar klein sein. Sämtliche Lösungen sind wässrige Lösungen,
sofern nicht anders festgelegt.

6.2.1 Natriumhydroxid, (ISO 6353-2, R 34), mindestens 98 % Massenanteil.

6.2.2 Salzsäure (konzentriert), (ISO 6353-2, R 13), 35 % Massenanteil.

6.2.3 Salzsäure (1  1): 1 Volumenteil Salzsäure (konzentriert) ist zu 1 Volumenteil Wasser zu geben.

6.2.4 Calciumcarbonat, (ISO 6353-3, R 53), mindestens 99,5 % Massenanteil.

6.2.5 Bromkresolpurpur-Lösung, (C21H16Br2O5S), 1 g/l.

0,1 g Bromkresolpurpur ist in Wasser zu lösen und auf etwa 100 ml zu verdünnen. Diese Lösung ist bei
niedrigen Temperaturen im Dunkeln aufzubewahren.

6.2.6 Bor(III)-oxid-Standardlösung, Br2O3, 0,1 mg/ml.

Etwa 0,5 g Borsäure sind in einen 100-ml-Becher zu überführen, als dünne Schicht zu verteilen und 24 h in
einem Exsikkator zu trocknen. 0,177 6 g dieser trockenen Borsäure sind einzuwägen und in einen
200-ml-Kunststoff-Becher zu überführen. Die Säure ist in etwa 100 ml Wasser zu lösen und in einem
Messkolben auf exakt 1 000 ml zu verdünnen.

6.2.7 D()-Mannitol, C6H14O6.

6.2.8 Natriumhydroxid-Maßlösung.

50 g Natriumhydroxid sind in eine Polyethylenflasche zu überführen, 50 ml Wasser sind hinzuzufügen und


Natriumhydroxid ist unter Kühlen zu lösen. Die Lösung ist mehrere Tage abgedeckt stehen zu lassen, 4,0 ml
der überstehenden Flüssigkeit sind mit einer Pipette zu entnehmen und in einem Messkolben auf 2 000 ml zu
verdünnen. Diese Lösung ist mit einer automatischen 25-ml-Bürette mit Natronkalkrohren zur Absorption des
Kohlenstoffdioxids aus der Luft in eine Polyethylenflasche zu überführen.

Exakt 100 ml Bor(III)-oxid-Standardlösung (0,1 mg/ml) sind in einen 200-ml-Becher zu pipettieren, und die
Lösung ist mit einem Magnetrührer zu rühren, eine pH-Elektrode ist in die Lösung einzubringen und die
Natriumhydroxid-Maßlösung tropfenweise bis zu einem pH-Wert von 6,5 hinzuzufügen. Die Elektrode ist zu
entnehmen, 10 g D()-Mannitol sind hinzuzufügen, die Elektrode ist wieder einzusetzen und die Lösung mit
der Natriumhydroxid-Maßlösung bis zu einem pH-Wert von 6,8 zu titrieren.

Der Äquivalenzfaktor F, als Masse an Bor(III)-oxid in Gramm, die 1 ml Natriumhydroxid-Maßlösung entspricht,


ist nach Gleichung (1) zu berechnen:

0,01
F (1)
V

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DIN EN ISO 21078-1:2008-04
EN ISO 21078-1:2008 (D)

Dabei ist

V das bei der Titration nach der Zugabe von D()-Mannitol verbrauchte Volumen an Natriumhydroxid-
Maßlösung, in Milliliter.

6.3 Geräte

Übliche Laborgeräte und die Folgenden.

6.3.1 Schalen aus Glaskohlenstoff mit geeignetem Nennvolumen.

6.3.2 Deckel aus Glaskohlenstoff, passend zu 6.3.1.

6.3.3 Muffelofen, regelbar bis mindestens 700 °C.

6.3.4 pH-Messgerät mit Glaselektrode.

ANMERKUNG Zur Erleichterung der Analyse darf eine automatische Titriereinrichtung mit Kolbenhubbürette und
Magnetrührer eingesetzt werden.

6.4 Masse der Probenmenge

1,00 g der Probe sind einzuwägen.

ANMERKUNG Die Masse der Probenmenge hängt vom Massenanteil an Bor ab. Sie beträgt in der Regel 1,0 g.

6.5 Durchführung

In eine Schale sind 1 g bis 2 g Natriumhydroxid einzuwägen, die Schale ist abzudecken und der Inhalt ist im
Ofen bei etwa 600 °C etwa 10 min zu schmelzen. Nach dem Abkühlen im Exsikkator ist die eingewogene
Probe hinzuzufügen, mit 1 g bis 2 g Natriumhydroxid zu überschichten, die Schale ist abzudecken und der
Inhalt ist bei etwa 600 °C etwa 30 min unter mehrmaligem Umschwenken aufzuschließen, bis eine klare
Schmelze entstanden ist. Nach dem Abkühlen ist der Schmelzkuchen in einen 250-ml-Becher zu überführen,
wobei die Rückstände im Tiegel mit Wasser zu lösen und in den Becher zu überführen sind; falls notwendig,
ist diese Verfahrensweise mehrmals zu wiederholen. Die Lösung ist mit Wasser auf etwa 100 ml aufzufüllen
und zu erhitzen, bis der Schmelzkuchen zerfallen ist.

Die Probenlösung ist zur Fällung störender Ionen durch Titration gegen Salzsäure (1  1) unter Verwendung
von Bromkresolpurpur als Indikator einzustellen, wobei sicherzustellen ist, dass der Indikator von violett nach
gelb umschlägt. Dann ist ein Überschuss von weiteren 2 ml Salzsäure (1  1) hinzuzufügen, die Lösung bis
zum Sieden zu erhitzen und 1 min bis 2 min sieden zu lassen. Der Becher ist von der Heizplatte zu nehmen,
und nach etwa 2 min sind portionsweise insgesamt 1,5 g Calciumcarbonat hinzuzufügen; anschließend ist die
Lösung erneut kurze Zeit sieden zu lassen. Der Niederschlag ist über ein Weißbandfilter abzufiltrieren und
dieses achtmal mit heißem Wasser zu waschen. Der Rückstand ist in einen 250-ml-Becher zu überführen, mit
Salzsäure (1  1) anzusäuern und die CaCO3-Fällung, wie vorstehend beschrieben, zu wiederholen.

Das Gesamtfiltrat ist mit Wasser auf etwa 250 ml aufzufüllen und kurze Zeit sieden zu lassen. Nach dem
Abkühlen ist der pH-Wert der Messlösung mit Natriumhydroxid-Maßlösung und unter Einsatz der
Glaselektrode des pH-Messgerätes auf 6,5 einzustellen. Dann sind 20 g D()-Mannitol zu der Lösung zu
geben und unter Rühren zu lösen. Anschließend ist die Lösung mit Natriumhydroxid-Maßlösung auf einen
pH-Wert von 6,8 zu titrieren und das Volumen der Lösung, die für die Titration von einem pH-Wert von 6,5 auf
einen pH-Wert von 6,8 verbraucht wurde, abzulesen.

6.6 Blindwertversuch

Die in 6.5 angeführten Verfahrensschritte sind ohne die Probe durchzuführen.

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DIN EN ISO 21078-1:2008-04
EN ISO 21078-1:2008 (D)

6.7 Berechnung
Der Massenanteil an Bor(III)-oxid wB1 in der Probe, angegeben in Prozent, ist nach Gleichung (2) zu berech-
nen:

wB1
V1  V2 u F u 100 (2)
m

Dabei ist

V1 das bei der Titration der Messlösung nach der Zugabe von D()-Mannitol verbrauchte Volumen an
Natriumhydroxid-Maßlösung, in Milliliter;

V2 das bei der Titration der Blindwertlösung nach der Zugabe von D()-Mannitol verbrauchte Volumen
an Natriumhydroxid-Maßlösung, in Milliliter;

F der Äquivalenzfaktor als Masse an Bor(III)-oxid, die 1 ml Natriumhydroxid-Maßlösung entspricht, in


Gramm;

m die Masse der Probenmenge in 6.4, in Gramm.

6.8 Störungen

Wenn das für die Bestimmung verwendete D()-Mannitol sauer reagiert, ist das äquivalente Volumen an
Natriumhydroxid-Lösung von dem bei der Titration verbrauchten Volumen abzuziehen.

Germaniumoxid wird sich störend auf dieses alkalische Titrationsverfahren auswirken. Germaniumoxid ist
höchstwahrscheinlich nicht in den Werkstoffen des Anwendungsbereiches dieses Teiles von ISO 21078
enthalten. Wenn jedoch dieser Teil von ISO 21078 auf Glasproben angewendet und die Gegenwart von
Germaniumoxid vermutet wird, muss eines der anderen drei möglichen Verfahren zur Anwendung kommen.

7 Bestimmung von Bor(III)-oxid durch Absorptionsspektrometrie mit Azomethin H

7.1 Kurzbeschreibung
Die Probe wird in einer Schale im Ofen bei etwa 600 °C mit Natriumhydroxid geschmolzen. Die erkaltete
Schmelze wird in Wasser gelöst und die Probenlösung wird mit Wasser auf 100 ml aufgefüllt. Der pH-Wert der
Probenlösung wird auf 5,2 eingestellt, Azomethin H wird zugesetzt und der gelbgefärbte Komplex wird bei
einer Wellenlänge von 415 nm photometrisch gegen Bezugslösungen bestimmt.

7.2 Reagenzien
Es sind ausschließlich Reagenzien von bekannter analytischer Reinheit und Wasser nach ISO 3696,
Qualität 2, (z. B. doppelt destilliertes Wasser) zu verwenden.

Der Gehalt des Wassers und der Reagenzien an Bor- und Borat-Ionen muss im Vergleich zur geringsten zu
bestimmenden Konzentration vernachlässigbar klein sein. Sämtliche Lösungen sind wässrige Lösungen,
sofern nicht anders festgelegt.

7.2.1 Natriumhydroxid, (ISO 6353-2, R 34), mindestens 98 % Massenanteil.

7.2.2 Salzsäure (konzentriert), (ISO 6353-2, R 13), 35 % Massenanteil.

7.2.3 Salzsäure (1  1).

1 Volumenteil Salzsäure (konzentriert) ist zu 1 Volumenteil Wasser zu geben.

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DIN EN ISO 21078-1:2008-04
EN ISO 21078-1:2008 (D)

7.2.4 Borsäure, H3BO3.

7.2.5 Bor(III)-oxid-Stammlösung, B2O3, 1 mg/ml.

Etwa 2 g Borsäure sind in einen 100-ml-Becher zu überführen, als dünne Schicht zu verteilen und 24 h in
einem Exsikkator zu trocknen. 1,776 g dieser trockenen Borsäure sind einzuwägen und in einen 200-ml-
Kunststoff-Becher zu überführen. Die Säure ist in etwa 100 ml Wasser zu lösen und in einem Messkolben auf
exakt 1 000 ml zu verdünnen.

7.2.6 Bor(III)-oxid-Standardlösung Nr. 1, B2O3, 0,1 mg/ml.

10 ml der Bor(III)-oxid-Stammlösung sind in einen 100-ml-Messkolben zu pipettieren und bis zur Marke mit
Wasser aufzufüllen. Die Lösung, die nur etwa 9 h haltbar ist, ist in einer Kunststoffflasche aufzubewahren.

7.2.7 Bor(III)-oxid-Standardlösung Nr. 2, B2O3, 0,01 mg/ml.

10 ml der Bor(III)-oxid-Standardlösung Nr. 1 sind in einen 100-ml-Messkolben aus Kunststoff zu pipettieren


und bis zur Marke mit Wasser aufzufüllen. Die Lösung ist vor jeder Bestimmung frisch anzusetzen.

7.2.8 Natriumsalz von Azomethin H, C7H12NNaO8S2.

7.2.9 L(+)-Ascorbinsäure, C6H7O6.

7.2.10 Azomethin-H-Lösung.

1 g Azomethin H und 3 g Ascorbinsäure sind in einem 100-ml-Becher mit etwa 60 ml Wasser zu mischen, die
Mischung ist in einen 100-ml-Messkolben zu überführen und bis zur Marke mit Wasser aufzufüllen. Die
Lösung wird beim Mischen klar. Die Lösung ist in eine Kunststoffflasche zu überführen und im Kühlschrank
aufzubewahren; sie ist eine Woche haltbar.

7.2.11 Ammoniumacetat, CH3COONH4.

7.2.12 Essigsäure, (ISO 6353-2, R 1), mindestens 99,7 % Massenanteil CH3COOH.

7.2.13 Pufferlösung.

200 g Ammoniumacetat sind in einem Becher mit etwa 200 ml Wasser zu lösen und dann sind 50 ml
Essigsäure hinzuzufügen; die Lösung ist mit Wasser in einen 500-ml-Meskolben zu spülen und bis zur Marke
mit Wasser aufzufüllen. Die Lösung ist in einer Kunststoffflasche aufzubewahren.

7.2.14 Ammoniumhydroxid-Lösung (konzentriert), (ISO 6353-2, R 3), mindestens 25 % Massenanteil


NH3.

7.2.15 Ammoniumhydroxid-Lösung (1  6), NH4OH.

7.2.16 Dinatriumethylendiamintetraacetat (EDTA-Na2), C10H14N2Na2O8 ˜ 2H2O.

7.2.17 Citronensäure-Monohydrat, C6H8O7 ˜ H2O.

7.2.18 Komplexierungslösung.

37,2 g Dinatriumethylendiamintetraacetat und 5 g Citronensäure-Monohydrat sind in einem Becher mit etwa


300 ml Wasser zu mischen; dann ist Ammoniumhydroxid-Lösung mit einer Konzentration von 2 mol/l
hinzuzufügen, bis sich die Reagenzien gelöst haben und die Lösung klar ist. Der pH-Wert ist unter Einsatz der
Glaselektrode des pH-Messgerätes auf 5 einzustellen, indem weiter Ammoniumhydroxid-Lösung mit einer
Konzentration von 2 mol/l hinzugefügt wird. Das Volumen ist mit Wasser auf 500 ml aufzufüllen.

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DIN EN ISO 21078-1:2008-04
EN ISO 21078-1:2008 (D)

7.2.19 2,2',2'',4,4'-Pentamethoxytriphenylcarbinol, C24H26O6.

7.2.20 Ethanol, (ISO 6353-2, R 11), mindestens 99,8 % Massenanteil C2H5OH.

7.2.21 Indikator-Lösung, hergestellt durch Lösen von 50 mg 2,2',2'',4,4'-Pentamethoxytriphenylcarbinol in


50 ml Ethanol unter vorsichtigem Erwärmen. Der Indikator schlägt bei einem pH-Wert von 2 bis 3 von violett
nach farblos um.

7.2.22 Natriumchlorid-Lösung, 241,7 g/l.

7.3 Geräte

Übliche Laborgeräte und die Folgenden.

7.3.1 Schalen aus Glaskohlenstoff mit geeignetem Nennvolumen.

7.3.2 Deckel aus Glaskohlenstoff, passend zu 7.3.1.

7.3.3 Muffelofen, regelbar bis mindestens 700 °C.

7.3.4 Photometer mit 1-cm-Küvetten.

7.4 Masse der Probenmenge

0,50 g der Probe sind einzuwägen.

ANMERKUNG Die Masse der Probenmenge hängt vom Massenanteil an Bor ab. Sie beträgt in der Regel 0,5 g.

7.5 Durchführung

In eine Schale sind 1 g bis 2 g Natriumhydroxid einzuwägen, die Schale ist abzudecken und der Inhalt im
Ofen bei etwa 600 °C etwa 10 min zu schmelzen. Nach dem Abkühlen im Exsikkator ist die eingewogene
Probe hinzuzufügen, mit 1 g bis 2 g Natriumhydroxid zu überschichten, die Schale abzudecken und der Inhalt
bei etwa 600 °C etwa 30 min unter mehrmaligem Umschwenken aufzuschließen, bis eine klare Schmelze
entstanden ist. 25 ml Salzsäure (1  1) sind in einen 100-ml-Messkolben aus Kunststoff zu geben. Nach dem
Abkühlen der Schmelze ist der Schmelzkuchen in etwas heißem Wasser zu lösen und in den Messkolben zu
überführen, falls notwendig ist dieser Prozess mehrmals zu wiederholen. Nach dem Abkühlen ist die Lösung
mit Wasser bis zur Marke aufzufüllen.

Diese Lösung wird als Stammlösung S1 bezeichnet.

In den Probenlösungen vorliegender Niederschlag von Silicium(IV)-oxid ist vor der Analyse durch Zentri-
fugieren, Filtieren oder Absitzenlassen abzutrennen.

Ein aliquoter Anteil der Stammlösung S1 ist in einen 50-ml-Messkolben aus Kunststoff zu pipettieren. Das
Volumen des zu entnehmenden aliquoten Anteils hängt von dem zu erwartenden Massenanteil an
Bor(III)-oxid ab und ist aus Tabelle 1 ersichtlich.

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Tabelle 1 — Herstellung der Messlösung

Massenanteil an B2O3 Aliquoter Anteil der Volumen an Natriumchlorid-Lösung


Stammlösung S1 (7.2.22)
% ml ml

2,5 bis 0,5 2 5,5


0,6 bis 0,11 5 4,8
0,12 bis 0,01 25 0

Es darf auch ein aliquoter Anteil der Stammlösung S1 von weniger als 25 ml gewählt werden. In diesem Fall
ist das hinzuzufügende Volumen Vs an Natriumchlorid-Lösung, angegeben in Milliliter, nach Gleichung (3) zu
berechnen:

1 000
Vs (1,45  0,058 u VA) u (3)
241,7

Dabei ist

VA das Volumen des aliquoten Anteils, in Milliliter.

Das in Tabelle 1 festgelegte Volumen an Natriumchlorid-Lösung, zwei Tropfen Indikator-Lösung und 5 ml der
Komplexierungslösung sind hinzuzufügen. Die Lösung ist mit Ammoniumhydroxid-Lösung (1 + 6) so lange zu
neutralisieren, bis die Indikatorfarbe gerade nicht mehr sichtbar ist. Dann sind 5 ml Pufferlösung und 5 ml
Azomethin-H-Lösung hinzuzufügen, die Lösung ist bis zur Marke mit Wasser aufzufüllen und 4 h im Dunkeln
stehen zu lassen. Die Bor-Konzentration in der Probenlösung beträgt dann etwa 0,2 mg/l bis 1 mg/l. Die Bor-
Konzentration ist photometrisch mit einer 1-cm-Küvette bei einer Wellenlänge von 415 nm gegen die Kali-
brierlösung zu messen, wobei in der Vergleichsküvette Wasser enthalten ist.

7.6 Blindwertversuch

Die in 7.5 beschriebenen Verfahrensschritte sind ohne Probe und unter Auslassen des Schmelzprozesses
durchzuführen.

Die erhaltene Lösung entspricht der Stammlösung S1 und wird als Blindwertlösung B1 bezeichnet. Das Volu-
men der Blindwertlösung B1 ist gleich dem der Stammlösung S1.

7.7 Erstellen der Kalibrierkurve

Aliquote Anteile der Bor(III)-oxid-Standardlösung Nr. 2 von 0 ml (als Vergleich), 5 ml, 10 ml, 15 ml und 20 ml
(0 mg bis 20 mg Bor(III)-oxid) sind in eine Reihe von 50-ml-Messkolben aus Kunststoff zu überführen, wobei
ein Messkolben für die Blindwertlösung leer bleibt. 6 ml Natriumchlorid-Lösung, 5 ml Komplexierungslösung,
5 ml Pufferlösung und 5 ml Azomethin-H-Lösung sind hinzuzufügen; dann ist bis zur Marke mit Wasser
aufzufüllen und die Lösung 4 h im Dunkeln stehen zu lassen.

Die entsprechenden Extinktionen sind photometrisch unter Verwendung von 1-cm-Küvetten bei einer Wellen-
länge von 415 nm und mit Wasser in der Vergleichsküvette zu messen. Anschließend ist die Kalibrierkurve zu
erstellen.

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7.8 Berechnung

Der Massenanteil an Bor(III)-oxid wB2 in der Probe, angegeben in Prozent, ist nach Gleichung (4) zu
berechnen:

m1  m2 100
wB2 u u 10 (4)
m VA

Dabei ist

m1 die Masse an Bor(III)-oxid im aliquoten Anteil der Stammlösung S1, in Milligramm;

m2 die Masse an Bor(III)-oxid im aliquoten Anteil der Blindwertlösung B1, in Milligramm;

VA der aliquote Anteil der Stammlösung S1;

m die Masse der Probenmenge in 7.4, in Milligramm.

7.9 Störungen

Die in Tabelle 1 aufgezeigten prozentualen Massenanteile an Oxiden in Abhängigkeit vom Massenanteil an


Bor(III)-oxid der Probe und der Auswahl des Umfangs des aliquoten Anteils dürfen nicht überschritten werden.

8 Bestimmung von Bor(III)-oxid durch Absorptionsspektrometrie mit Curcumin

8.1 Kurzbeschreibung

Die Probe wird mit Natriumcarbonat geschmolzen und in Salzsäure gelöst. Nach der Dehydratisierung durch
Zugabe von Schwefelsäure und Erhitzen wird Curcumin zu der Lösung gegeben, was zur Bildung von
Rothocyanin führt. Der Rückstand wird in Wasser-Ethanol gelöst, und die Extinktion wird gemessen.

8.2 Reagenzien

Es sind ausschließlich Reagenzien von bekannter analytischer Reinheit und Wasser nach ISO 3696, Quali-
tät 2, (z. B. doppelt destilliertes Wasser) zu verwenden.

Der Gehalt des Wassers und der Reagenzien an Bor- und Borat-Ionen muss im Vergleich zur geringsten zu
bestimmenden Konzentration vernachlässigbar klein sein. Sämtliche Lösungen sind wässrige Lösungen,
sofern nicht anders festgelegt.

8.2.1 Natriumhydroxid, (ISO 6353-2, R 34), mindestens 98 % Massenanteil.

8.2.2 Salzsäure (konzentriert), (ISO 6353-2, R 13), mindestens 35 % Massenanteil.

8.2.3 Salzsäure (1  1).

1 Volumenteil Salzsäure (konzentriert) ist zu 1 Volumenteil Wasser zu geben.

8.2.4 Schwefelsäure (konzentriert), (ISO 6353-2, R 37), mindestens 95 % Massenanteil.

8.2.5 Schwefelsäure (1  1).

Vorsichtig ist unter Rühren und Kühlen (z. B. indem der Becher in fließendes Wasser gestellt wird)
1 Volumenteil Schwefelsäure (konzentriert) zu 1 Volumenteil Wasser zu geben.

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8.2.6 Schwefelsäure (1  5).

Vorsichtig ist unter Rühren und Kühlen (z. B. indem der Becher in fließendes Wasser gestellt wird)
1 Volumenteil Schwefelsäure (konzentriert) zu 5 Volumenteilen Wasser zu geben.

8.2.7 Bor(III)-oxid-Stammlösung, B2O3, 1 mg/ml.

Etwa 2 g Borsäure sind in einen 100-ml-Becher zu überführen, als dünne Schicht zu verteilen und 24 h in
einem Exsikkator zu trocknen. 1,776 g dieser trockenen Borsäure sind einzuwägen und in einen 200-ml-
Kunststoff-Becher zu überführen. Die Säure ist in etwa 100 ml Wasser zu lösen und in einem Messkolben auf
exakt 1 000 ml zu verdünnen.

8.2.8 Bor(III)-oxid-Standardlösung, B2O3, 0,01 mg/ml,

10 ml der Bor(III)-oxid-Stammlösung (8.2.7) sind in einen 1 000-ml-Messkolben zu pipettieren und bis zur
Marke mit Wasser aufzufüllen. Die Lösung ist vor jeder Bestimmung frisch anzusetzen.

8.2.9 Verdünnte Bor(III)-oxid-Standardlösung, B2O3, 0,5 µg/ml.

5 ml der Bor(III)-oxid-Stammlösung (8.2.8) sind in einen 100-ml-Messkolben zu pipettieren und bis zur Marke
mit Wasser aufzufüllen. Die Lösung ist vor jeder Bestimmung frisch anzusetzen.

8.2.10 Ethanol (konzentriert), (ISO 6353-2, R 11), mindestens 99,8 % Massenanteil C2H5OH.

8.2.11 Wasser-Ethanol-Lösemittel.

Wasser und Ethanol sind in einem Volumenverhältnis von 1 : 3 zu mischen.

8.2.12 Curcumin, essigsaure Lösung.

0,15 g Curcumin sind einzuwägen und in einen 200-ml-Becher aus Quarz zu geben. 100 ml Essigsäure sind
hinzuzufügen, und die Substanz ist unter Erwärmen zu lösen. Eine Woche nach der Herstellung ist die
Lösung zu verwerfen.

8.3 Geräte

Übliche Laborgeräte und die Folgenden.

8.3.1 Tiegel aus Platinlegierung, mit geeignetem Nennvolumen.

8.3.2 Platinschale mit geeignetem Nennvolumen, gründlich gewaschen, damit keine Borrückstände ver-
bleiben.

ANMERKUNG Das kann zum Beispiel durch die Zugabe von Fluorwasserstoffsäure und kleinen Mengen an Schwefel-
säure, das Erwärmen des Tiegels auf einer Heizplatte zum Verdampfen von Borspezies und anschließendes gründliches
Waschen mit Wasser und Trocknen erfolgen.

8.3.3 Elektrischer Muffelofen, regelbar bis mindestens 1 050 °C.

8.3.4 Bunsenbrenner

8.3.5 Messkolben aus Kunststoff mit einem Nennvolumen von 500 ml, kalibriert wie folgt. Entweder ist

a) ein Kunststoffkolben gründlich zu waschen, umzudrehen und so auf natürliche Weise trocknen zu lassen;

oder

b) ein Kunststoffkolben mit Wasser, Ethanol und Diethylether zu waschen und zu trocknen, indem Luft
hineingeblasen wird.

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Die 20 Gradeinteilungen von einem Blatt Millimeterpapier (1-mm-Quadrate) sind in einen Streifen zu schnei-
den, und dieser ist so auf der markierten Linie des Kunststoffkolbens anzubringen, dass die Linie mit der
Mittellinie des Papiers übereinstimmt. Der Kolben ist auf 1 mg zu wägen.

Wasser, das etwa Raumtemperatur aufweist, ist bis zum unteren Ende (B) des Streifens hinzuzufügen, und
der Kolben ist zu wägen. Anschließend ist weiter Wasser bis zum oberen Ende (A) des Streifens hinzu-
zufügen, und der Kolben wiederum zu wägen. Unabhängig sind die Wassertemperatur, in Grad Celsius, die
Raumtemperatur, in Grad Celsius und der atmosphärische Druck, in Kilopascal, zu messen, um nach Glei-
chung (5) die korrekte markierte Linie S, die Anzahl der Einteilungen, gezählt ab dem unteren Rand des
Millimeterpapiers (B), zu erhalten:

ª1 000 000  ( m  mc) º


« »  mB
¬ f ¼
S (5)
m A  mB
20

Dabei ist

mA die Masse an Wasser bis zum oberen Rand (A) des Millimeterpapiers, in Milligramm (d. h., (beim
zweiten Wägen erhaltene Masse)  (Masse des Erlenmeyerkolbens)), mA mB  (Masse des Was-
sers von (A) bis (B));

mB die Masse an Wasser bis zum unteren Rand (B) des Millimeterpapiers, in Milligramm, (d. h., (beim
ersten Wägen erhaltene Masse)  (Masse des Erlenmeyerkolbens));

m der Korrektionswert bei 20 °C Raumtemperatur und einem atmosphärischen Druck von


101,325 kPa (760 mmHg), in Milligramm;

mc der Korrektionswert, in Milligramm, für Abweichungen von einer Raumtemperatur von 20 °C und
einem atmosphärischen Druck von 101,325 kPa (760 mmHg). Er hat einen Wert von r 4,0 mg je
r 1 °C Raumtemperatur und von r 1,3 mg je r 0,133 kPa (1 mmHg) atmosphärischem Druck;

100
f eine Konstante, gegeben durch .
Nennvolumen des zu kalibrierenden Kunststoffkolbens

Die neue Linie ist auf dem Streifen zu markieren.

ANMERKUNG Wenn auf dem Kolben die richtige Linie angezeigt ist, kann der Streifen entfernt werden.

8.3.6 Photometer mit 1-cm-Küvetten.

8.4 Masse der Probenmenge

0,20 g der Probe sind einzuwägen.

8.5 Durchführung

8.5.1 Herstellung der Stammlösung S2

Die getrocknete Probe ist in eine Platin/Gold-Schale (z. B. Nennvolumen 150 ml) einzuwägen, 4,0 g wasser-
freies Natriumcarbonat sind hinzuzufügen, und der Tiegel ist über einem Brenner oder einem Elektroofen erst
vorsichtig zu erwärmen und dann die Temperatur stetig bis zur Höchsttemperatur des Brenners bzw.
Elektroofens zu erhöhen. Abschließend ist die Schale mit Inhalt in einem Elektroofen etwa 10 min bei
1 000 °C zu erhitzen.

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Die Schale ist mit einem Uhrglas abzudecken, aus dem Ofen zu entnehmen und abkühlen zu lassen. An-
schließend sind 50 ml Wasser und 20 ml Schwefelsäure (1 + 5) hinzuzufügen, und die Mischung ist unter
gelegentlichem Rühren auf einem Dampfbad zu erhitzen, bis die Schmelze vollständig gelöst ist. Nach dem
Abkühlen ist das Uhrglas zu entfernen und mit einer geringen Menge an Wasser zu waschen. Die erhaltene
Lösung ist in einen 500-ml-Messkolben aus Kunststoff zu überführen und bis zur Marke mit Wasser aufzu-
füllen.

Diese Lösung wird als Stammlösung S2 bezeichnet.

ANMERKUNG Ist die Lösung trüb, muss sie durch ein aschefreies Filterpapier (feinporig) filtriert werden.

8.5.2 Färbung des Curcumin-Komplexes

Ein geeigneter aliquoter Anteil der Stammlösung S2 (siehe Tabelle 2) ist exakt in eine Platinschale (z. B.
150 ml) zu überführen, 1 ml Schwefelsäure (1  1) ist hinzuzufügen, und durch Erwärmen auf einer Heizplatte
ist die Lösung einzudampfen. Wenn Schwefelsäuredämpfe auftreten, ist der Boden der Platinschale durch
Eintauchen in Wasser etwa 1 min abzukühlen. Ohne Verzögerung ist das am Boden der Platinschale
anhaftende Wasser abzuwischen, 1 ml der essigsauren Lösung von Curcumin hinzuzufügen, die Schale mit
einem Uhrglas abzudecken und etwa 60 min stehen zu lassen. 20 ml des Wasser-Ethanol-Lösemittels sind
zuzugeben, und die Mischung ist unter gelegentlichem Rühren 30 min stehen zu lassen und vollständig zu
lösen, bis die Farbe gleichmäßig ist.

Die Platinschale ist gründlich zu waschen, damit keine Rückstände von Bor verbleiben. Sie kann z. B., wie
folgt, behandelt werden: Fluorwasserstoffsäure und kleine Mengen an Schwefelsäure hinzugeben, die Schale
auf einer Heizplatte erhitzen und die Borspezies verdampfen. Anschließend den Tiegel gründlich mit Wasser
waschen und trocknen.

ANMERKUNG Die aus der Stammlösung S2 entnommenen aliquoten Anteile sind in Tabelle 2 dargestellt und ent-
sprechen dem Gehalt an Bor(III)-oxid in der Probe.

Tabelle 2 — Aus der Stammlösung S2 entnommene aliquote Anteile

Massenanteil an Bor(III)-oxid Aliquote Anteile der


in der Probe Stammlösung S2
᧡ ml

kleiner 0,2 10
0,2 bis 0,5 5
0,5 bis 1,0 2

8.5.3 Messung der Absorption

Ein Anteil der gefärbten Lösung ist in eine Küvette zu geben und die Extrinktion der Lösung ist bei einer
Wellenlänge von 555 nm gegen Wasser zu messen.

8.6 Blindwertversuch

Die in 8.5 beschriebenen Verfahrensschritte sind ohne Probe und unter Auslassen des Schmelzprozesses
durchzuführen.

Die erhaltene Lösung entspricht der Stammlösung S2 und wird als Blindwertlösung B2 bezeichnet. Das Volu-
men der Blindwertlösung B2 ist gleich dem der Stammlösung S2.

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8.7 Erstellen der Kalibrierkurve

Aliquote Anteile der verdünnten Bor(III)-oxid-Standardlösung von 0 ml (als Vergleich), 2 ml, 4 ml, 6 ml, 8 ml
und 10 ml (0 µg bis 5 µg Bor(III)-oxid) sind in mehrere Platinschalen (z. B. 150 ml) zu überführen. Nach der
Zugabe von 1 ml Schwefelsäure (1  1) ist nach 8.5.2 zu verfahren. Der Zusammenhang zwischen der
Extinktion und der Masse an Bor(III)-oxid ist graphisch darzustellen, und es ist eine Kalibrierkurve zu erstellen,
indem die Kurve so angepasst wird, dass sie durch den Koordinatenurspung verläuft.

8.8 Berechnung

Der Massenanteil an Bor(III) wB3, angegeben in Prozent, ist nach Gleichung (6) aus der Extinktion, die in
8.5.3 und 8.6 erhalten wurde, und aus der in 8.7 erstellten Kalibriergeraden zu berechnen.

wB3
m1  m2 u 500 u 100 (6)
m V

Dabei ist

m1 die Masse an Bor(III)-oxid im aliquoten Anteil der verdünnten Stammlösung S2, in Gramm;

m2 die Masse an Bor(III)-oxid im aliquoten Anteil der verdünnten Blindwertlösung B2, in Gramm;

m die Masse der Probenmenge aus 8.4, in Gramm;

V der aliquote Volumenanteil der Stammlösung S2 in 8.5.2, in Milliliter.

9 Bestimmung von Bor(III)-oxid mittels Atomemissionsspektrometrie mit induktiv


gekoppeltem Plasma (ICP-AES)

9.1 Kurzbeschreibung

Die Probe wird mit Natriumcarbonat geschmolzen und in Salzsäure gelöst. Die Probenlösung wird in das
Argon-Plasma eines ICP-AE-Spektrometers eingespritzt und die B-Emission bei einer Wellenlänge von
249,678 nm oder einer anderen geeigneten Wellenlänge gegen Vergleichslösungen gemessen.

Die Messung bei 249,678 nm kann durch eine Überlappung mit Fe beeinträchtigt werden. In diesem Fall sollte
eine Wellenlänge von 208,959 nm verwendet werden.

9.2 Reagenzien

Es sind ausschließlich Reagenzien von bekannter analytischer Reinheit und Wasser nach ISO 3696, Quali-
tät 2, (z. B. doppelt destilliertes Wasser) zu verwenden.

Der Gehalt des Wassers und der Reagenzien an Bor- und Borat-Ionen muss im Vergleich zur geringsten zu
bestimmenden Konzentration vernachlässigbar klein sein. Sämtliche Lösungen sind wässrige Lösungen,
sofern nicht anders festgelegt.

9.2.1 Natriumcarbonat, (ISO 6353-2, R 34), mindestens 98 % Massenanteil.

9.2.2 Salzsäure (konzentriert), (ISO 6353-2, R 13), mindestens 35 % Massenanteil.

9.2.3 Salzsäure (1  1), 1 Volumenteil Salzsäure (konzentriert) ist zu 1 Volumenteil Wasser zu geben.

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9.2.4 Bor(III)-oxid-Stammlösung, B2O3, 1 mg/ml.

Etwa 2 g Borsäure sind in einen 100-ml-Becher zu überführen, als dünne Schicht zu verteilen und 24 h in
einem Exsikkator zu trocknen. 1,776 g dieser trockenen Borsäure sind einzuwägen und in einen 200-ml-
Kunststoff-Becher zu überführen. Die Säure ist in etwa 100 ml Wasser zu lösen und in einem Messkolben auf
exakt 1 000 ml zu verdünnen.

Es darf eine rückverfolgbare handelsübliche Standardlösung verwendet werden.

9.2.5 Stammlösung des internen Standards Yttrium, Y, 0,5 mg/ml.

Etwa 2 g Yttriumoxid sind 60 min bei (110 r 5) °C zu trocknen und in einem Exsikkator abzukühlen. 1,270 g
davon sind einzuwägen, in einen 250-ml-Becher zu überführen und nach und nach zum Lösen 100 ml
Salzsäure (1  1) hinzuzufügen. Die Lösung ist in einem Messkolben mit Wasser auf exakt 2 000 ml zu
verdünnen.

Es darf eine rückverfolgbare handelsübliche Standardlösung verwendet werden.

9.2.6 Nullwert-Standardlösung.

In einen Polyethylenbecher sind 2,5 g Natriumcarbonat einzuwägen und unter Zugabe von 30 ml Salzsäure
(konzentriert) in Wasser zu lösen. Die Lösung ist abzukühlen und in einen 500-ml-Messkolben zu überführen.
10,0 ml Stammlösung des internen Standards Yttrium sind hinzuzufügen, die Lösung ist auf 500 ml zu
verdünnen und zu mischen.

9.2.7 Bor(III)-oxid-Standardlösung, B2O3, 100 mg/l.

Die Schmelz-Blindwertprobe ist, wie in 9.2.6 beschrieben, herzustellen. 50,0 ml Bor(III)-oxid-Stammlösung,


10,0 ml Stammlösung des internen Standards Yttrium sind hinzuzufügen, die Lösung ist in einem Messkolben
auf 500 ml zu verdünnen und zu mischen.

9.2.8 Zusätzliche Bor(III)-oxid-Lösung für den unteren Konzentrationsbereich, B2O3, 20 mg/l.

Die Schmelz-Blindwertprobe ist, wie in 9.2.6 beschrieben, herzustellen. 10,0 ml Bor(III)-oxid-Stammlösung,


10,0 ml Stammlösung des internen Standards Yttrium sind hinzuzufügen, die Lösung ist in einem Messkolben
auf 500 ml zu verdünnen und zu mischen.

9.2.9 Kontrollstandard mittlerer Konzentration, für jeden der vorstehend festgelegten Bereiche.

Dieser Kontrollstandard muss anderer Herkunft sein als die Standardlösungen 9.2.7 und 9.2.8.

9.3 Geräte

9.3.1 Tiegel aus Platinlegierung mit geeignetem Nennvolumen.

9.3.2 Elektrischer Muffelofen, regelbar bis mindestens 1 050 °C.

9.3.3 Gas-Bunsenbrenner

9.3.4 Atomemissionsspektrometer mit induktiv gekoppeltem Plasma (ICP-AES), geeignet für gleich-
zeitige Bestimmung mit den Kanälen B und Y.

ANMERKUNG Geeignete Wellenlängen für Yttrium beim Arbeiten mit dem internen Standard sind Y 371,0 nm oder
Y 224,3 nm.

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9.4 Masse der Probenmenge

0,25 g der Probe sind einzuwägen.

ANMERKUNG Die Masse der Probe hängt vom Massenanteil an Bor ab. Sie beträgt in der Regel 0,25 g.

9.5 Durchführung

Die Probe ist in einen Platintiegel einzuwägen.

2,5 g r 0,01 g Natriumcarbonat sind hinzuzufügen, und alles ist gründlich zu durchmischen. Der Tiegel ist mit
einem Deckel abzudecken und über eine schwache Bunsenflamme zu halten. Der Schmelzvorgang ist bei
einer möglichst niedrigen Temperatur und möglichst kurzer Zeitdauer durchzuführen, um einen zufrieden-
stellenden Schmelzaufschluss zu erhalten.

ANMERKUNG Bei bestimmten feuerfesten Werkstoffen kann das Schmelzen in einem Ofen bei (1 000 r 25) °C für
10 min erforderlich sein.

Der Tiegel ist abkühlen zu lassen, und die Außenseite ist mit einer geringen Menge an deionisiertem oder
destilliertem Wasser abzuwaschen. Der Tiegel ist mit Deckel in einen 250-ml-Becher zu stellen und dieser mit
einem Uhrglas abzudecken. 60 ml verdünnte Salzsäure (1  1) sind hinzuzufügen, und die Schmelze ist
zersetzen zu lassen. Tiegel und Deckel sind zu entnehmen und gründlich zu waschen. Die Lösung ist
abzukühlen, und der Inhalt ist ohne Filtrieren in einen 500-ml-Messkolben zu überführen. 5,0 ml Yttrium-
Stammlösung sind hinzuzufügen, die Lösung ist auf 500 ml zu verdünnen und zu mischen. Der Rückstand ist
absitzen zu lassen oder ein Teil der Lösung durch ein trockenes Papierfilter in einen trockenen Becher zu
filtrieren.

Bor(III)-oxid ist mittels ICP zu bestimmen, wobei der Betriebszustand des Gerätes auf die Arbeit mit dem
internen Standard einzustellen ist, wobei Yttrium als interner Standard und eine Kalibrierung über den
gesamten Bereich anzuwenden sind. Als Kalibrierstandard ist eine Matrix zu verwenden, die in Bezug auf den
Säure- und Flussmittelgehalt an die Proben angepasst wurde.

Wenn ein Massenanteil an Bor(III)-oxid ermittelt wird oder bekannt ist, der unterhalb 4 % liegt, sind die
Lösungen unter Anwendung der Kalibrierung im unteren Konzentrationsbereich zu analysieren.

Die Nullwert-Standardlösung ist unmittelbar vor und nach den Analysenlösungen zu analysieren, um sicher-
zustellen, dass ein wahrer Nullwert erhalten wird. Bor ist ein ungewöhnliches Element insofern, als es
Memory-Effekte in den Glasgeräten des Plasmafackelsystems hervorruft. Es ist wichtig, ein vollständiges
Auswaschen der gesamten Borrückstände sicherzustellen; üblicherweise benötigt dieser Vorgang 150 s.

9.6 Blindwertversuch

Die in 9.5 beschriebenen Verfahrensschritte sind ohne Probe und unter Auslassen des Schmelzprozesses
durchzuführen.

9.7 Berechnung

Der Massenanteil an Bor(III)-oxid wB4 in der Probe, angegeben in Prozent, ist nach Gleichung (7) zu be-
rechnen:

wB 4
m1  m2 u 100 (7)
m

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Dabei ist

m1 die Masse an Bor(III)-oxid in der Probenlösung, in Milligramm;

m2 die Masse an Bor(III)-oxid in der Blindwertlösung, in Milligramm;

m die Masse der Messprobe in 9.4, in Milligramm.

9.8 Störungen

Da es durch hohe Salzkonzentrationen zu Verstopfungen im Zerstäubersystem kommen kann, sind nur für
diese Anwendung geeignete Systeme einzusetzen.

Bei einer Konzentration an Bor von 10 mg/l in der Messlösung können Störungen der Bor-Emissionslinie
durch Fe, Al und Cr in Konzentrationen von 1 000 mg/l sowie durch Ca und Cu in Konzentrationen von
200 mg/l auftreten. Bei Verwendung anderer geeigneter Spektrallinien ist auf spektrale Überlagerung zu
achten.

10 Angabe der Prüfergebnisse

10.1 Allgemeines

Die Prüfergebnisse sind als prozentualer Anteil der Zusammensetzung, berechnet auf der Bezugsbasis
Trockenmasse und gerundet nach ISO 31-0, wie folgt, anzugeben:

a) wenn der ganzzahlige Teil des Massenanteils, angegeben in Prozent, aus zwei Ziffern besteht, ist der
Wert auf eine Dezimalstelle zu runden;

b) wenn der ganzzahlige Teil des Massenanteils, angegeben in Prozent, nur aus einer Ziffer besteht, ist der
Wert auf zwei Dezimalstellen zu runden.

10.2 Überprüfung und Annahme der Prüfergebnisse

Wenn die absolute Differenz zwischen den beiden Bestimmungen kleiner ist als der in Tabelle 3 angegebene
Wert, ist das Ergebnis als arithmetischer Mittelwert der beiden Bestimmungen anzugeben.

Wenn die absolute Differenz zwischen den beiden Bestimmungen größer ist als der in Tabelle 3 angegebene
Wert, sind zwei weitere Bestimmungen durchzuführen. Wenn die absolute Differenz zwischen den beiden
zweiten Bestimmungen gleich oder kleiner als der in Tabelle 3 angegebene Wert ist, ist das Ergebnis als
arithmetischer Mittelwert der beiden Bestimmungen anzugeben.

Wenn ein Wert des ersten Paares der Bestimmungen innerhalb der entsprechenden Grenzen des zweiten
Paares liegt, darf der arithmetische Mittelwert von allen drei Werten angegeben werden.

Wenn die absolute Differenz zwischen den Bestimmungen erneut den Wert in Tabelle 3 überschreitet, ist das
Ergebnis als Medianwert der vier Prüfergebnisse anzugeben.

Wenn der Massenanteil eines Bestandteils sehr gering ist, muss die zulässige Differenz die Hälfte des Prüf-
ergebnisses betragen.

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Tabelle 3 — Zulässige Differenzen zwischen den Prüfergebnissen

Massenanteil
%
Kleiner 0,5 0,5 bis 5 5 bis10 Größer 10
Zulässige absolute
0,02 0,05 0,1 0,2
Differenz

11 Prüfbericht
Der Prüfbericht muss mindestens die folgenden Angaben enthalten:

a) sämtliche Angaben, die für die Kennzeichnung der geprüften Probe notwendig sind;

b) Hinweis auf diesen Teil von ISO 21078 (ISO 21078-1:2008);

c) das (die) angewendete(n) Verfahren, einschließlich aller relevanten Einzelheiten der Verfahrensweise;

d) Ergebnisse der Prüfungen, einschließlich Ergebnisse der einzelnen Bestimmungen und ihre Mittelwerte,
berechnet und angegeben nach den Abschnitten 6, 7, 8, 9 und 10;

e) sämtliche Abweichungen von der festgelegten Verfahrensweise;

f) alle ungewöhnlichen Merkmale (Anomalien), die während der Prüfung beobachtet wurden;

g) Name der Prüfstelle;

h) Datum der Prüfung.

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Anhang A
(informativ)

Ergebnisse der Ringversuche

A.1 Borfritte, AN30

Tabelle A.1 — Ergebnisse der Bestimmung von Bor(III)-oxid in Borfritten, AN30


Werte in Prozent

Laboratorium ICP-AES Alkalische Titrimetrie


L1 17,22 17,16 17,16 17,14 17,12 17,26
L2 16,93 17,29 17,24 17,22
L3 17,16 17,02 17,04 16,84 17,97 16,95
L4 17,1 17,22 17,06 17,04 16,97 16,97
L5 17,15 17,04 17,10 17,20
L6 16,8
L7 17,2 17,2 17,23
L8 17,4 17,4 17,3 17,5
L9 17,35 17,24 17,47

A.2 Magnesit, AN45

Tabelle A.2 — Ergebnisse der Bestimmung von Bor(III)-oxid in Magnesit, AN45


Werte in Prozent

Laboratorium ICP-AES Verfahren mit Azomethin H Curcumin-Verfahren


L1 0,210 0,216 0,230 0,237 0,215 0,213
L2 0,212 0,213 0,235 0,232 0,222 0,212
L3 0,216 0,196 0,188 0,155 0,233 0,247 0,221 0,226
L4 0,212 0,209 0,213 0,204 0,216 0,218
L5 0,216 0,207 0,231 0,229
L6 0,221 0,215 0,216
L7 0,216
L8 0,202 0,205 0,204
L9 0,214 0,217 0,215

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