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Robert steht auf einer Mauer. Sie ist nicht hoch, nur etwa 30 Zentimeter.

Er konzentriert sich und

springt. Als er landet, verliert es das Gleichgewicht. Sein Trainingspartner Christian ist nicht zufrieden.

„Wenn du landest, musst du richtig fest stehen. Versuche es noch mal.“ Robert springt noch einige Male

an diesem Tag. Der 22-Jährige aus Berlin trainiert erst seit einem Jahr Parkour. Die Traceure fangen mit

einfachen Übungen an und üben ihre Techniken sehr lange, so wie Robert. Für den Zuschauer sieht

Parkour spektakulär aus. Die Traceure bewegen sich schnell und elegant über die Hindernisse. Sie

brauchen dazu eine gute Körperbeherrschung. Die Voraussetzung dafür ist hartes Training.

David Belle und die Methode Naturelle.

Der Sport Parkour kommt aus Frankreich. Daher sind viele Begriffe französischen Wort „la trace“, das

auf Deutsch soviel wie „Spur“ heißt. Auch viele Techniken im Parkour haben französische

Bezeichnungen. Der Franzose David Belle gründete Anfang der 90er Jahre die erste Parkour Gruppe.

Schon als Kind hatte er von seinem Vater in den Wäldern Nordfrankreichs gelernt, wie man Hindernisse

in der Natur schnell und erfolgreich überwindet. Diese sogenannte Methode Naturelle (natürliche

Methode) hatte Belles Vater beim französischen Militär gelernt. David Belle übertrug diese Technik auf

die Hindernisse in der Stadt. Im Parkour geht es darum, in der Stadt den schnellsten und effektivsten

Weg von A nach B zu finden.

Parkour in Deutschland

Junge Leute in allen größeren deutschen Städten treiben mittelweile den Sport Parkour. Die Traceure

nutzen das Internet, um Gleichgesinnte zu finden und Trainingszeiten in ihrer Stadt zu verabreden.

Offizielle Vereine gibt es nur wenige. Auch Wettkämpfe, wie sie bei anderen Sportarten üblich sind, gibt

es beim Parkour nicht. Die Parkour-Szene trifft sich bei sogenannten Workshops, die von deutschen oder

internationalen Parkour-Organisationen veranstaltet werden. Bei den Workshops können die Traceure

gemeinsam trainieren, sich über neue Entwicklungen informieren und an einem Showprogramm

teilnehmen.

Ein Sport für alle


Für viele ist Parkour nicht nur eine Sportart. Für sie ist es die Kunst der Bewegung. Es geht nicht darum,

möglichst spektakuläre Sprünge zu machen. Unnötige Risiken sind gegen die Philosophie von Parkour.

Beim Parkour geht es um Körperbeherrschung, Kreativität und um den besten Weg, um von A nach B zu

kommen. Jeder Parkour-Läufer wählt diesen Weg selbst aus. Der Weg ist abhängig von den

Hindernissen und den indlviduelle Fähigkeiten des Läufers. Der gleiche Weg kann von zehn Traceuren

zehn Mal anders gelaufen werden. Parkour ist ein Sport, den jeder ausüben kann. Man braucht keine

teure Ausrüstung. Ein Paar Sportschuhe reichen. Deshalb ist Parkour so attraktiv und die Szene sehr

gemischt. Die Traceure sind zwischen 10 und 10 Jahre alt. Bis jetzt gibt es mehr Jungs als Mädchen, die

Parkour machen, aber such bei den Mädchen wird der sport immer beliebter.

Sicherheit und Legalität

Viele denken, dass Parkour ein sehr gefährlicher Sport ist. Aber Sprünge von Hochhaus zu Hochhaus, wie

man sie in Actlonflimen sieht, sind in der Realität selten. Jeder Traceur entscheidet selbst, wie viel er

riskieren will. Die Sicherheit ist für die meisten Traceure sehr wichtig. Sie überprüfen zum Beispiel, ob

unbekannte Hindernisse stabil genug sind. Außerdem üben die Traceure so lange, bis sie die Techniken

beherrchen. Ein anderer wichtiger Punkt beim Parkour ist die Legalltät, Traceure bewegen sich meist auf

öffentlichen Straßen und Plätzen. Ihre Hindernisse wie Parkbänke, Mauern oder Bäume sind städtisches

oder privates Eigentum. Deshalb müssen Parkour-Läufer immer aufpassen, die Hindernisse nicht kaputt

zu machen. Das Beschädigen von Hindernissen ließe sich auch nicht mit der Philosophie, des Parkour

vereinbaren. Parkour bedeutet für die Traceure nicht nur die Kunst der Bewegung, sondern auch

Respekt vor dem eigenen Körper und der Umwelt.