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141. Jahrgang Nr. 2 Freitag, 8. Januar 2021 www.anzeigervonsaanen.

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Wo Sauberkeit den Schmutz vertreibt: pro


GSTAAD Ob für Privatkunden oder die Industrie: Die Zentralwäscherei) in einem Neubau, der komplett
Laundry Gstaad reinigt Wäsche dank neuer Infra- auf seinen Bestimmungszweck ausgelegt ist. Kom-
struktur und moderner Technik in einem hocheffi- biniert mit modernster Technik ist es so möglich,
zienten Prozess. in der Hauptsaison neun bis zehn Tonnen Wäsche
pro Tag abholbereit zu machen und sowohl Gross-
NADINE HAGER als auch Privatkunden zu bedienen. Der Automa-
Eigens fürs Waschen erbaut: Seit fünf Jahren be- tisierungsgrad des Waschprozederes lässt stau-
findet sich die Laundry Gstaad (ehemalige Hotel- nen.

2. Zwischenlagern
Im Sackbahnhof wird die sortierte Schmutz-
wäsche vor dem Waschen zwischengelagert.
Per Computer können die Säcke angesteuert
werden: Der Wäscher bestimmt, wann wel-
1. Anliefern und cher Sack von oben her in die Waschtakt-
strasse ausgekippt wird. Zudem legt er das
sortieren entsprechende Wäscheprogramm mit ange-
Die Laundry Gstaad holt Schmutzwäsche passten, dermatologisch geprüften und öko-
ihrer Grosskunden mit einem Last- logischen Waschmitteln fest.
wagen ab und transportiert diese direkt
ins Herz der Wäscherei, wo sie auf ein
Förderband umplatziert wird. Die
Wäscherinnen und Wäscher sortieren
diese mittels beschrifteter Abwürfe vor.
Dabei wird dieWäsche unterschiedlicher
Kunden möglichst nicht gemischt.
Sobald in einem Abwurf das
Maximalgewicht von 36 kg erreicht ist,
wird dieser automatisch in einen
Wäschesack geleert. Dieser löst sich
von der Sortierstation und wird zum
Sackbahnhof im Obergeschoss
befördert.

6. Zusammenlegen
Teile, welche aus den Mangeln kommen, werden gleich im Anschluss automatisch
gefaltet und auf einem Förderband zur Spedition transportiert, wo pro Kilo und
Kunde abgerechnet wird. Frotteewäsche geben die Mitarbeiterinnen und Mitarbei-
ter hingegen direkt nach dem Tumblern in eine separate Faltmaschine ein. Per För-
derband werden die fertigen Wäschestapel anschliessend zur Spedition gefahren;
5. Glätten nur Lavetten werden noch von Hand präpariert und Bademäntel manuell zusam-
mengelegt.
Während die Frotteewäsche direkt zum Falten übergeht, werden Gross- und
Kleinteile zuerst gebügelt. Die Mitarbeitenden geben Grossteile wie Laken von Hand
in Klammern – mit diesen werden die Stücke dann über ein Schienensystem der
Decke entlang zu ihrer Mangel transportiert und eingelegt. Die Mangel bügelt und
trocknet die Wäsche, bis sie faltenfrei am anderen Ende herauskommt.
Kleinteile werden von Hand in eine andere Mangel eingelegt, wo sie ebenfalls
einen automatisierten Bügelprozess durchlaufen. Servietten werden dabei noch
einmal von Hand auf hartnäckige Flecken überprüft und allenfalls erneut in den
ganzen Prozess geschickt.
141. Jahrgang Nr. 2 Freitag, 8. Januar 2021 www.anzeigervonsaanen.ch Seite 7

ofessionelle Wäschereinigung

3. Waschen
Die Waschtaktstrasse besteht aus 13 Kam-
mern. In jeder dieser Kammern wird ein an-
derer Teil des Waschgangs ausgeführt: So
sind die ersten Takte für das Vorwaschen,
die mittleren für den Hauptwaschgang und
die letzten für die Spülung vorgesehen. Dass
die Wäsche innerhalb der Waschtaktstrasse
stetig wandert, hat den Vorteil, dass die ers-
4. Pressen, tumblern und separieren
te Kammer alle drei Minuten neu mit Die fertig gewaschene Wäsche wird auf der Rückseite der Waschtaktstrasse auto-
Schmutzwäsche befüllt werden kann. Auf matisch ausgeworfen. Dort senkt sich sogleich eine Presse auf sie herab, um mit
diese Weise sind bei voller Beladung alle durchschnittlich 30 bis 35 bar Druck so viel Wasser wie nötig herauszupressen. Auf
drei Minuten 36 kg Wäsche fertig gereinigt. diese Weise kann beim nächsten Schritt, dem Tumblern im Obergeschoss, Energie
Bei dem Wäscheverfahren wird so viel Was- gespart werden – das Wäscheverfahren wird somit ökologischer. Auch der Trans-
ser gespart wie möglich: So wird beispiels- port nach oben sowie die Einspeisung der zusammengedrückten Wäsche in einen
weise gebrauchtes Wasser verwendet, um freien Tumbler wird automatisiert abgewickelt. Nach dem Trocknungsprozess ent-
die Schmutzwäsche in die Maschine einzu- leert sich die Wäsche auf ein Förderband. Dieses fährt die Wäsche zu einem von
schwemmen. drei Abwürfen und somit wieder ins Erdgeschoss: einer für Frotteewäsche, einer
für Grossteile und einer für Kleinteile. Von nun an durchläuft jede Wäschekatego-
rie einen eigenen Prozess: Grossteile beispielsweise werden zuerst maschinell auf-
gelockert, damit sie sich leichter von Hand entwirren lassen.

Die Privatwäscherei
Während die Grosswäscherei Kunden aus Gastronomie- und Hotelleriebetrieben sowie
dem Gewerbe bedient, steht die Privatwäscherei auch Einzelpersonen zur Verfügung.
Schmutzwäsche vom orientalischen Teppich bis zum Schlafsack wird im Laden in der
Dorfrütti angenommen und anschliessend gekennzeichnet. Danach werden die Stücke
manuell auf Flecken geprüft und wenn nötig mit spezifischen Mitteln vorbehandelt. Nach
dieser Warenschau entscheidet das Fachpersonal, ob der Artikel chemisch gereinigt oder
durch ein spezielles Waschverfahren (wet clean) bearbeitet wird. Die Waschmaschinen
fassen bis zu 55 kg Wäsche. Wo nötig wird getumblert, bevor die nun sauberen Artikel
ins Bügelkabinett gelangen. Abgesehen von Grossteilen wie Vorhängen wird dort alles
7. Fertigstellen und Spedition manuell geglättet.

In der Spedition werden die saubere Wäsche in die Gitterwagen gelegt sowie da-
zugehörige Lieferscheine erstellt. Dann ist die Wäsche bereit zur Auslieferung
und kann wieder zum Einsatz kommen – ob in Hotels, in der Küche oder beim
Arbeitseinsatz.

Videos: Link zur Industriewäscherei: https://tinyurl.com/y3d4wa42


Link zur Privatwäscherei: https://tinyurl.com/y5ncwkgo