Sie sind auf Seite 1von 13

5.7.

2020 Kleine Eiszeit – Wikipedia

Kleine Eiszeit
Die Kleine Eiszeit war eine Periode relativ kühlen Klimas von Anfang des
15. Jahrhunderts bis in das 19. Jahrhundert hinein. Sie war regional und zeitlich
unterschiedlich stark ausgeprägt. Nur während eines Kernzeitraums, vom Ende des
16. Jahrhunderts bis in das letzte Drittel des 17. Jahrhunderts, lässt sich global eine
kühlere Phase ausmachen.

Die Kleine Eiszeit ist Teil der jüngeren Klimageschichte und Forschungsgegenstand
der Historischen Klimatologie. Sie gilt in der heutigen Klimadiskussion als das
klassische Beispiel einer durch kurzfristige Schwankungen geprägten natürlichen
Klimavariation.

Inhaltsverzeichnis
Beobachtungen Das Gemälde IJsvermaak („Eisvergnügen“) von Hendrick
Avercamp zeigt Menschen auf einem zugefrorenen Kanal in den
Klimazeugen
Niederlanden im kalten Winter 1608. Heute dagegen sind die
Räumliches und zeitliches Auftreten Kanäle im Winter meist eisfrei. Künstlerische Darstellungen
solcher Szenen sind nur aus der Zeit zwischen 1565 und 1640
Ursachen
bekannt.
Gesteigerte vulkanische Aktivität
Verringerte Sonneneinstrahlung
Wiederbewaldung infolge von Bevölkerungsrückgang
Schwächerer Golfstrom
Änderungen im Umlauf der Erde um die Sonne
Folgen für die Menschen
Not, soziale Spannungen, Verfolgung von Minderheiten
Machtpolitische Ereignisse
Dreißigjähriger Krieg
Französische Revolution
https://de.wikipedia.org/wiki/Kleine_Eiszeit 1/13
5.7.2020 Kleine Eiszeit – Wikipedia

Folgen vorrückenden Packeises


Literatur
Weblinks
Einzelnachweise

Beobachtungen
Der Kleinen Eiszeit ging eine Periode voraus, die als mittelalterliche Warmzeit bezeichnet wird. Als Beginn der Kleinen Eiszeit wird oft die Mitte des
15. Jh. angegeben, ab der regional und zeitlich unterschiedlich gehäuft kühlere Bedingungen auftraten. Eine global kühlere Phase lässt sich erst in
einem späteren Zeitraum ausmachen, der vom Ende des 16. Jahrhunderts bis in das letzte Viertel des 17. Jahrhunderts reicht.[1] Auch in diesem
Kernzeitraum der Kleinen Eiszeit gab es noch erhebliche Schwankungen: In der Nordhemisphäre waren die Zeiträume von etwa 1570 bis 1630 und
1675 bis 1715 besonders kalt.[2] In der Südhemisphäre lag der Schwerpunkt kurz nach Beginn und in der zweiten Hälfte des 17. Jh.[1] Regional und
zeitlich unterschiedlich gewichtet lagen die Temperaturen während der Kleinen Eiszeit im Zeitraum 1400–1800 weltweit um etwa 0,1 K niedriger
als während der vorangegangenen Jahrhunderte 1000–1400. Über kürzere Zeiträume von wenigen Jahrzehnten könnten die Temperaturen bis zu
0,8 K, in einigen europäischen Regionen auch 1 bis 2 K niedriger gelegen haben.[3][4]

Während der Kleinen Eiszeit traten häufig sehr kalte, lang andauernde Winter und niederschlagsreiche, kühle Sommer auf. Mitte des
17. Jahrhunderts und auch bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts drangen in den Alpen zweimal die Gletscher vor und zerstörten Gehöfte und Dörfer.
Das Gletscherwachstum während der Kleinen Eiszeit war das stärkste seit der langandauernden Vereisung der letzten Eiszeit.

Verschiedene historische Berichte und Ereignisse werden mit der Kleinen Eiszeit in Verbindung gebracht und zu ihrer Illustration verwendet:[5][6]

Aufgrund seiner Vogelbeobachtungen registrierte der am Hof von Heidelberg tätige Jurist und Ornithologe Marcus zum Lamm (1544–1606) um
1580 den sich verstärkenden Umschwung des Klimas und riet seinem Landesherrn, dem Pfalzgraf Johann Kasimir (Pfalz-Simmern), das
Anlegen von Nahrungsvorräten für die Bevölkerung.[7]

Die Kanäle und Grachten in den Niederlanden, in Belgien und in Nordfrankreich waren häufig lange zugefroren. So froren Kanäle der Stadt
Haarlem laut 1633 beginnenden Aufzeichnungen im Mittel an 28 Tagen zu.[8][9] Bis zur flächendeckenden Verbreitung von Eisenbahn und
später LKW waren Kanäle und Fließgewässer die wichtigsten Verkehrswege.
In Frankreich führte der Temperaturrückgang zu Hungerwintern – langanhaltenden Tieftemperaturen, die die Aussaat fast unmöglich machten
und die Ernten weitgehend ruinierten: 1659/60, 1694/95 und 1708/09.[10] Höhepunkt war die Kälteperiode von 1692 bis 1698, die oft ebenfalls
als „Kleine Eiszeit“ bezeichnet wurde.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kleine_Eiszeit 2/13
5.7.2020 Kleine Eiszeit – Wikipedia

In London fand auf der zugefrorenen Themse mehrmals ein „Frostjahrmarkt“ statt – möglich wurde dies
auch durch damals andere Strömungsverhältnisse des Flusses. Auch im Mittelalter fror die Themse
mehrfach zu.[11]
Im Winter 1780 konnte der Hafen von New York auf dem Eis sicher überquert werden. Auf den Großen
Seen in Nordamerika blieb das Eis manchmal bis zum Juni.

Als letzte Markierung der Kleinen Eiszeit wird etwa die Große Hungersnot in Irland 1845–1852 gesehen. Der
Anstieg der Mitteltemperaturen ist verzerrt durch das Jahr ohne Sommer (1816) und einige abnorm kühle Jahre
danach; Ursache war der Ausbruch des Vulkans Tambora auf der östlich von Java gelegenen Insel Sumbawa im
Temperatur-Anomalie Winter
Jahr 1815.
1708/1709
Ab etwa 1850 wurde es weltweit wärmer; dies gilt als Ende der Kleinen Eiszeit. Seitdem sind die globalen
bodennahen Durchschnittstemperaturen um etwa 1 K gestiegen und damit (bezogen auf einen Zeitraum von 50
Jahren) wahrscheinlich wärmer als mindestens seit 1300 Jahren.[12]

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist nahezu weltweit ein deutlicher Rückgang der Gletscher zu beobachten (siehe Gletscherschwund seit 1850).

Klimazeugen
Die Kleine Eiszeit ist in vielen natürlichen Klimaarchiven durch eine Reihe von Proxydaten (indirekte
Klimadaten) nachgewiesen, etwa durch:

zeitgenössische Berichte
wissenschaftliche Aufzeichnungen (zum Beispiel das „Calendarium“ des Astronomen Johannes Fabricius
(1587–1617))
Sedimentproben (Warve)
Wachstumsringe von Bäumen
Pollenanalysen, die die Rekonstruktion der Vegetationsgrenzen der Vergangenheit erlauben Temperaturverlauf der letzten 1000
das temperaturabhängige 18O/16O-Verhältnis in Eisbohrkernen und in den kalkhaltigen Gehäusen Jahre, rekonstruiert aus
benthischer Foraminiferen (Einzeller in Ablagerungen auf dem Meeresboden) verschiedenen Quellen. Die rote
Linie markiert den rekonstruierten
Auch einige Gemälde von damals können als Indikatoren vergangener Klimaverhältnisse herangezogen werden. Verlauf in der nördlichen
Bekannt sind dafür beispielsweise die Darstellungen von Winterlandschaften Pieter Brueghels, Hendrick Hemisphäre. Der schwarze Anstieg
Avercamps und anderer niederländischer Meister aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Viele von ihnen zeigen rechts ist instrumentell gemessen.
Szenen, in denen zugefrorene Kanäle in den Niederlanden zu sehen sind.[13] Vivaldis Winter-Konzert mit dem

https://de.wikipedia.org/wiki/Kleine_Eiszeit 3/13
5.7.2020 Kleine Eiszeit – Wikipedia

dazugehörigen Sonett thematisiert z. B. das Schlittschuhlaufen auf der Lagune von Venedig. Ab dem 19. Jahrhundert war diese Zeit beendet, die
(durchschnittlichen) Temperaturen liegen seitdem höher und es gab weniger Beobachtungen, dass etwa die genannten Kanäle bzw. Venedigs
Lagune zugefroren waren.[14]

Gemälde der frühen mandschurischen Qing-Dynastie (ab 1644) zeigen Schneelandschaften. Der Zusammenbruch der vorausgehenden Ming-
Dynastie wurde durch Missernten infolge wiederholter Dürren seit dem 16. Jahrhundert und besonders eine extreme Dürre 1638–1641 mit
ausgelöst. Die Dürren traten durch Änderungen des Monsuns während einer in Chroniken dokumentierten, möglicherweise durch Vulkanausbrüche
verursachten Kälteperiode auf. Vergleichbare Dürren treten erst wieder seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf.[15]

Räumliches und zeitliches Auftreten


Als erste Hinweise auf die Kleine Eiszeit offensichtlich wurden, ging man von einem weltweiten
Klimaphänomen aus. Heute wird dies teilweise anders gesehen. Um weltweit gesicherte Daten zu gewinnen,
haben seit den 1990er Jahren in mehreren nationalen und internationalen Verbundprojekten Hunderte
Wissenschaftler alle Kontinente bereist und dort Tausende von Beobachtungen und Proxydaten
zusammengestellt.

Aus verschiedenen Klimaarchiven konnten kühlere Perioden auf der Nord- und Südhalbkugel, also auf allen
Kontinenten und den beiden Polkappen, belegt werden. Perioden deutlich kühleren Klimas waren regional und
Temperaturanomalien der letzten
zeitlich aber uneinheitlich verteilt. Zumindest für eine Hauptphase der Kleinen Eiszeit vom Ende des 16. bis in
zweitausend Jahre, nach
das 19. Jahrhundert hinein kann man von einem Phänomen der Nordhemisphäre mit einer durchschnittlichen
Kontinent[16]
Abweichung der Sommertemperaturen von −0,5 K gegenüber dem Referenzzeitraum 1960 bis 1991
sprechen.[17] Besonders niedrige Temperaturen traten jedoch nicht über einen Zeitraum von mehr als einigen
Jahrzehnten global gleichzeitig auf.[3][1][18] Deutlich kühlere Phasen mit Temperaturabweichungen von mehr
als 0,8 K im Sommer gab es im 17. Jahrhundert in Nordwestasien und zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Nordasien.[17][19] Für die Zeit um 1650 ist
ein Kälteeinbruch in China dokumentiert (Übergang Ming- zu Qing-Dynastie). In Grönland gab es besonders kühle Phasen im 14., 15., 17. und in der
ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.[3][20] In Europa war es zur Zeit des späten Maunderminimums, Ende des 17. Jahrhunderts deutlich kühler, in
Osteuropa um bis zu 1,2 K. Aber auch in Europa waren zu dieser Zeit kühlere Durchschnittstemperaturen sehr uneinheitlich verteilt, in
Nordskandinavien wurde auch eine leichte Erwärmung rekonstruiert.[21]

Ursachen
Als Ursachen für die Kleine Eiszeit wurden verstärkter Vulkanismus, eine geringere Aktivität der Sonne und eine Wiederbewaldung
landwirtschaftlicher Flächen nach einem Bevölkerungsrückgang durch Krankheiten erwogen. Bei durch die Abkühlung veränderten
Meeresströmungen wird eine verstärkende Rolle vermutet. Zusätzlich zu diesen kurzzeitigen Einflüssen gab es einen über Jahrtausende reichenden

https://de.wikipedia.org/wiki/Kleine_Eiszeit 4/13
5.7.2020 Kleine Eiszeit – Wikipedia

Abkühlungstrend, der durch Änderungen der Erdumlaufbahn bewirkt wurde.[22]

Gesteigerte vulkanische Aktivität

Der Kleinen Eiszeit gingen eine Reihe starker Vulkanausbrüche, Plinianische


Eruptionen, voraus, die Staub und Asche sowie Gase, unter anderem
Schwefeldioxid (SO2), hoch in die Erdatmosphäre schleuderten.

Durch Untersuchungen heutiger Vulkaneruptionen sind die in der höheren


Atmosphäre, der Stratosphäre, ablaufenden Prozesse bekannt. Dort können
vulkanische Feststoffe und Gase für einige Jahre bleiben und sich auf das Klima
auswirken. Das Schwefeldioxid wird in einer photochemischen Reaktion zu Rekonstruierter vulkanischer Strahlungsantrieb der letzten 2500 Jahre[23]
Schwefelsäure (H2SO4) umgewandelt. Die Säure wird in der Stratosphäre zu
einer Wolke aus Aerosol, in der Luft schwebenden Tröpfchen, die die
Sonnenstrahlung absorbiert und die Insolation verringert. Im Schatten der Aerosolwolke kühlt sich die untere Atmosphäre, die Troposphäre, ab.

In einer im Jahr 2011 erschienenen Studie wurde mit Hilfe von Klimamodellen die Reaktion des Weltklimas auf eine durch Eisbohrungskerne
belegte Serie von Vulkanausbrüchen ab dem Ende des 13. Jahrhunderts nachgestellt. Es zeigte sich, dass eine dadurch ausgelöste schnelle und
starke Abkühlung durch Rückkopplungsprozesse wie z. B. die Eis-Albedo-Rückkopplung über viele Jahre fortbesteht, lange nachdem die
ursächlichen Aerosole aus der Atmosphäre verschwunden sind. Große Veränderungen der Sonnenaktivität sind für eine derartige Reaktion des
Klimas nicht nötig. Durch Untersuchung des Absterbedatums fossiler Pflanzen auf Baffin Island in der kanadischen Arktis stellten sich die Jahre
von 1275 bis 1300 und 1430 bis 1455 als Perioden mit relativ plötzlich absterbender Vegetation und eines dadurch belegten vermehrten
Gletscherwachstums heraus.[24]

Das Ende der Kleinen Eiszeit wurde durch eine Reihe bedeutender Vulkanausbrüche markiert. Die Eruption der Laki-Krater auf Island im Jahre
1783 verursachte den harten Winter 1783/84 auf der Nordhemisphäre. Im Jahr 1808 oder 1809 kam es zum Ausbruch eines bislang noch nicht
identifizierten Vulkans in den Tropen. Im Jahr 1815 brach der Tambora auf der Insel Sumbawa (Indonesien) aus. Im darauffolgenden Jahr 1816,
dem „Jahr ohne Sommer“, wurden in Nordeuropa und im Osten Nordamerikas Schnee und Frost im Juni und Juli beobachtet. Eine weitere
tropische Eruption ereignete sich im Jahr 1835. Die zehn kältesten Sommer in Temperaturrekonstruktionen für die nördlichen außertropischen
Breiten im Zeitraum 1750–1900 traten alle nach Vulkanausbrüchen auf.[25]

Verringerte Sonneneinstrahlung

Die Jahresleistung der Sonnenstrahlung, Energiequelle des Erdklimas, schwankt mit der Sonnenaktivität in der Größenordnung von 0,1 %. Phasen
geringerer Sonnenaktivität gehen mit geringerer Strahlungsleistung einher und haben einen kühlenden Einfluss auf das Erdklima. Anhand der
Beobachtung von Sonnenflecken lässt sich die Sonnenaktivität bis in das Jahr 1610 zurück rekonstruieren, für den Zeitraum davor kann man
https://de.wikipedia.org/wiki/Kleine_Eiszeit 5/13
5.7.2020 Kleine Eiszeit – Wikipedia

anhand der Messung von Radioisotopen, die durch bei schwächerer Sonnenaktivität vermehrt in
die Erdatmosphäre eindringende kosmische Strahlung erzeugt werden, näherungsweise auf die
Sonnenaktivität schließen (kosmogene Radioisotope 14C und 10Be als Proxy).[26]

In den Zeitraum der Kleinen Eiszeit fallen Phasen besonders geringer Sonnenaktivität. Die
zweite Hälfte einer besonders kühlen Phase der Kleinen Eiszeit in der Nordhemisphäre, die vor
1600 eingesetzt hatte und bis etwa 1710 reichte, fällt mit dem Maunder-Minimum zusammen. In
diesem Zeitraum, von 1645 bis 1715, zeigte die Sonne ein Minimum an Sonnenflecken, mit dem
eine etwas verringerte Strahlungsintensität einherging. Schon eine geringfügige Abschwächung Sonnenfleckenaktivität der letzten 2000 Jahre: Nach
20 bis 60 Jahren sind die durch die Maxima von
kann regional zu signifikanten Abkühlungserscheinungen führen.[27] Auch das
Sonnenflecken hervorgerufenen Minima der 14C-
Spörerminimum, ca. 1420 bis 1550, und das deutlich kürzere und weniger ausgeprägte
Entstehung mit Hilfe der Radiokohlenstoffmethode
Daltonminimum, um 1800, fallen in die Kleine Eiszeit.
nachweisbar.[26]
Global hingegen, so das Ergebnis neuerer Arbeiten, können die Änderungen der Sonnenaktivität
nur mit vergleichsweise kleinen Änderungen der Strahlungsleistung einhergegangen sein. Damit
ist schwächere Aktivität der Sonne wahrscheinlich nicht Hauptursache der Kleinen Eiszeit im 16. und 17. Jahrhundert gewesen.[28][29][2]
Resultierende Temperaturänderungen werden global auf weniger als 0,3 K, mit einem wahrscheinlichsten Wert von ca. 0,1 K geschätzt. Ein deutlich
stärkerer regionaler Einfluss besonders in mittleren Breitengraden der Nordhemisphäre, zum Beispiel indirekt über einen Einfluss auf die
winterliche Nordatlantische Oszillation und damit auf das Klima in Europa, ist aber möglich.[30]

Wiederbewaldung infolge von Bevölkerungsrückgang

Der Paläoklimatologe William F. Ruddiman schlug 2003 die Hypothese vor, massiver Bevölkerungsrückgang könne zu einer Wiederbewaldung
geführt haben. Diese hätte genug Kohlenstoff aus der Luft gebunden, um durch die daraus resultierende Verringerung der CO2-Konzentrationen die
kleine Eiszeit auszulösen (→ Ruddiman-Hypothese). Ruddiman vermutet speziell die Pestepidemien des späten Mittelalters als Auslöser.[31] Es
wurde auch vermutet, dass durch den massiven Bevölkerungsschwund auf den amerikanischen Kontinenten, ausgelöst durch von Europäern
eingeschleppte Krankheiten, die zuvor genannten Ursachen noch verstärkt wurden. Nach der Dezimierung der Bevölkerung in Amerika um ca. 95 %
wurden große Teile von zuvor mit Feuer gerodeten Ackerflächen wiederbewaldet, wodurch Schätzungen zufolge 2 bis 5 Gigatonnen Kohlenstoff aus
der Atmosphäre gebunden worden sein könnten. Das entspricht ca. 4 bis 14 % eines Rückgangs der CO2-Konzentrationen um 7 ppm, der in den
Zeitraum 1550–1750 fällt. Der daraus resultierende verringerte Treibhauseffekt hätte zu der 0,1 K kühleren Periode in dem Zeitraum geführt.[32]

Der Rückgang an Bränden in Amerika begann jedoch bereits ab 1350, der stärkste Rückgang an verbrannter Biomasse wurde gerade in Regionen
Amerikas mit geringer Bevölkerungsdichte und spätem Kontakt zu den Europäern lokalisiert. Gefundene Kohlereste korrelieren dagegen gut mit
den zeitlich und räumlich uneinheitlichen Klimaschwankungen der Kleinen Eiszeit. Daraus schließen andere Autoren, dass nicht der

https://de.wikipedia.org/wiki/Kleine_Eiszeit 6/13
5.7.2020 Kleine Eiszeit – Wikipedia

Bevölkerungsschwund, sondern lokale Klimaschwankungen Hauptursache für die Wiederbewaldung waren.[33] Insgesamt gibt es im Holozän global
keine hohe Korrelation zwischen Bränden und CO2-Konzentrationen. Der Rückgang der CO2-Konzentrationen werde anderen Forschern zufolge
eher durch die CO2-Aufnahme in Mooren und Ablagerung von Calciumcarbonat in flachen Gewässern erklärt.[34]

Schwächerer Golfstrom

Nach Untersuchungen von Jean Lynch-Stiglitz und ihren Kollegen war der Golfstrom zur Zeit der Kleinen Eiszeit etwa 10 % schwächer als
gewöhnlich. Grundlage für die Berechnung waren die 18O/16O-Verhältnisse in Muschelschalen, die aus der Floridastraße stammen.[35]
Untersuchungen von Muschelschalen aus dem Schelf nördlich von Island zeigten ebenfalls eine schwächere Strömung in den oberen
Wasserschichten. Der schwächere Golfstrom hat wahrscheinlich andere kühlende Faktoren, wie etwa eine schwächere Sonneneinstrahlung, im
Nordatlantikraum verstärkt.[36]

Änderungen im Umlauf der Erde um die Sonne


→ Hauptartikel: Milanković-Zyklen

Beginnend vor etwa 5000 Jahren gab es bis in das 19. Jahrhundert hinein – vor allem in den mittleren und hohen Breiten der nördlichen
Hemisphäre – einen langfristigen Abkühlungstrend von etwas mehr als 0,1 K pro Millennium. Dieser Abkühlungstrend ist Klimasimulationen
zufolge auf Änderungen der Erdbewegung relativ zur Sonne zurückzuführen, vor allem auf eine Änderung der Neigung der Erdachse. Dadurch
ändert sich die saisonale und regionale Verteilung der auf der Erde eintreffenden Sonnenstrahlung.[37] Solche Änderungen der Sonnenstrahlung
können die Schnee- und Eisbedeckung sowie Vegetation in mittleren und hohen nördlichen Breiten ändern und dadurch klimatische
Rückkopplungen wie etwa eine Eis-Albedo-Rückkopplung auslösen, die besonders im Norden zu einer langfristigen Abkühlung führen.[38]

Folgen für die Menschen

Not, soziale Spannungen, Verfolgung von Minderheiten

Witterungs- und Klimaschwankungen werden, vor allem von britischen und skandinavischen Forschern, als ein Auslöser der spätmittelalterliche
Agrarkrise im 14. und 15. Jahrhundert in Europa gesehen.[39] Einzelne Autoren, so etwa Hubert Lamb, sehen die Krise in einer Übergangszeit von
einer mittelalterlichen Warmzeit zu einer kleinen Eiszeit, die sie damit früh beginnen lassen.[39][40] Durch tiefe und lange Winter waren die
Vegetationsperioden reduziert. Die Sommer waren nasskalt, so dass etwa der Weizen auf den Halmen verfaulte. Die Nahrungsmittelproduktion ging
zurück, und es kam zu Hungersnöten. Wolfgang Behringer wies auf die in dieser Zeit gehäuft auftretenden Teuerungen, die Mangelernährung und
Seuchen hin, was letztlich soziale Spannungen in der Bevölkerung verschärfte.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kleine_Eiszeit 7/13
5.7.2020 Kleine Eiszeit – Wikipedia

Für die Missernten wurden immer wieder gesellschaftliche Minderheiten und Randgruppen verantwortlich gemacht. In den sinkenden Erträgen sah
man oft eine Folge von schwarzer Magie. In die Zeit der Kleinen Eiszeit fallen sowohl die frühneuzeitlichen Hexenverfolgungen in Mitteleuropa[41]
als auch die gehäufte Verfolgung von sozialen Minderheiten (insbesondere der Juden und kleinerer christlicher Glaubensgemeinschaften wie der
Täufer). In vielen Hexenprozessen wurden den Angeklagten u. a. Schadenzauber am Wetter vorgeworfen (z. B. Frost in Weinbaugebieten und
Hagel).

Machtpolitische Ereignisse

Die Kleine Eiszeit prägte eine Epoche bedeutender historischer Ereignisse in Europa und darüber hinaus. Das Wissen um die klimatisch bedingten
Probleme würde insgesamt zu einem klareren Bild über jene Zeit führen können. Inwieweit diese Probleme nicht nur erschwerend zu den
damaligen Lebensbedingungen hinzukamen, sondern auch ursächlich zu den Großkonflikten beigetragen haben, wird die historische Forschung
ebenfalls noch zu klären haben.[42] Anlass für Überlegungen hinsichtlich exogener Ursachen bieten zum Beispiel der Ausbruch des Dreißigjährigen
Krieges und – viel später – auch die Französische Revolution.

Dreißigjähriger Krieg

Nachdem sich von 1500 bis 1618 in den deutschen Ländern die Bevölkerung fast verdoppelt hatte und als seit
etwa 1570 die Temperaturen stetig zurückgingen, entstand eine katastrophale Situation für die Menschen im
Lande, die sich in Verzweiflung, Misstrauen und Weltuntergangsstimmung äußerte. Aus dem Zeitraum von
1560 bis 1610 sind mehrere Missernten, Orkane und harte Winter bekannt.[43] Hungersnöte prägten diese
Zeit.[44] Diese Missstände bereiteten einen Umbruch in der Gesellschaft vor und werden – neben anderen
Gegebenheiten – als ein Nährboden für Kriege in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wie den
Dreißigjährigen Krieg angesehen.[45]
Zehn Jahre nach Kriegsende
Französische Revolution führten Schweden und Dänen
wieder Krieg: 1658 stieß das Heer
Im vorrevolutionären Frankreich kam es ab etwa 1770 zu einem Bevölkerungsanstieg, dem keine ausreichende des schwedischen Königs Karl X.
Steigerung der Nahrungsmittelproduktion gegenüberstand. Zu den nachfolgend steigenden über den zugefrorenen Belt auf die
Lebensmittelpreisen trat eine ökonomische Krise hinzu, die durch eine falsche Politik verschärft wurde. Die dänischen Inseln vor
Jahre 1787 und 1788 waren daher geprägt von der Gleichzeitigkeit einer Agrar-, Industrie- und Sozialkrise.

In dieser Situation kam 1788 und 1789 eine der für die Kleine Eiszeit charakteristischen Häufungen klimatischer Extreme hinzu. 1788 gingen in
Frankreich als Folge einer extremen Dürre und eines schweren Hagelsturms die Getreideerträge um über 20 Prozent gegenüber dem Mittel der
vorangegangenen zehn Jahre zurück. Dies führte mehr als ein Jahr vor der Französischen Revolution zu einem Anstieg der Preise. Auf den extrem
kalten Winter 1788/1789 folgten mit dem Tauwetter im Frühjahr Überschwemmungen mit nachfolgenden Viehseuchen. In manchen Gebieten kam
https://de.wikipedia.org/wiki/Kleine_Eiszeit 8/13
5.7.2020 Kleine Eiszeit – Wikipedia

es zu Hungerrevolten und Überfällen auf Getreidetransporte. Als Reaktion auf Gerüchte über Briganten wurden im Sommer die Bauern bewaffnet
(Grande Peur). Die Dürre von 1789 ließ Wassermühlen stillstehen, und die verminderte Mehlproduktion führte zu einem weiteren Anstieg der
Brotpreise. Die einfache Land- und Stadtbevölkerung litt unter der Nahrungsmittelknappheit als Folge der Klimaverschlechterung am deutlichsten,
und die hungernden Massen waren es, die der Französischen Revolution zu ihrem Durchbruch verhalfen. Somit war die Kleine Eiszeit, wenn auch
indirekt, eine von vielen Ursachen für den Ausbruch der Revolution.[46]

Folgen vorrückenden Packeises

Während der mittelalterlichen Warmzeit hatte sich unter anderem das Packeis im nördlichen Atlantik nach Norden zurückgezogen und manche
Landgletscher waren verschwunden. Diese Erwärmung erlaubte es den Wikingern, Island (ab etwa 870) und Küstenbereiche von Grönland (ab 986)
zu besiedeln.

Infolge der Abkühlung rückte im 15. Jahrhundert und ab ca. 1700 bis in das 19. Jahrhundert die Packeisgrenze wieder nach Süden vor,
unterbrochen von einer Phase besonders geringer Eisausdehnung.[47] Das vorrückende Packeis isolierte Island zeitweise von der Außenwelt,
wodurch die Einwohnerzahl stark zurückging. Die Klimaverschlechterung gilt als ein möglicher Grund, warum im 16. Jahrhundert die
skandinavische Kolonie auf Grönland erlosch, der um 1300 etwa 3000 Personen angehört hatten.

Literatur
Wolfgang Behringer, Hartmut Lehmann, Christian Pfister (Hrsg.): Kulturelle Konsequenzen der »Kleinen Eiszeit«. Cultural Consequences of the
»Little Ice Age« (= Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte. Band 212). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2005, ISBN 3-
525-35864-4.
Philipp Blom: Die Welt aus den Angeln. Eine Geschichte der Kleinen Eiszeit von 1570 bis 1700 sowie der Entstehung der modernen Welt,
verbunden mit einigen Überlegungen zum Klima der Gegenwart. Hanser, München 2017, ISBN 978-3-446-25458-9.
Raymond S. Bradley, Philip D. Jones (Hrsg.): Climate since A.D. 1500. Routledge, London 1995, ISBN 0-415-12030-6.
Brian Fagan: The Little Ice Age. How climate made history 1300–1850. Basic Books, New York 2000, ISBN 0-465-02271-5.
Rüdiger Glaser: Klimageschichte Mitteleuropas. 1000 Jahre Wetter, Klima, Katastrophen. Primus-Verlag, Darmstadt 2001, ISBN 3-89678-405-6.
Jean M. Grove: Little ice ages. Ancient and modern (= Routledge studies in physical geography and environment. Band 5). Routledge, London
2004, ISBN 0-415-09948-X.
Hubert Lamb: Klima und Kulturgeschichte. Der Einfluß des Wetters auf den Gang der Geschichte (= Rowohlts Enzyklopädie. Band 478).
Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1994, ISBN 3-499-55478-X.
Christian Pfister: Wetternachhersage. 500 Jahre Klimavariationen und Naturkatastrophen 1496–1995. Haupt, Bern 1999, ISBN 3-258-05696-X.
Christian Pfister: Kleine Eiszeit. (https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007799) In: Historisches Lexikon der Schweiz.
Stefan Winkler: Von der „Kleinen Eiszeit“ zum „globalen Gletscherrückzug“. Eignen sich Gletscher als Klimazeugen? Steiner, Stuttgart 2002,
ISBN 3-515-08287-5.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kleine_Eiszeit 9/13
5.7.2020 Kleine Eiszeit – Wikipedia

Weblinks
Commons: Kleine Eiszeit (https://commons.wikimedia.org/wiki/Little_Ice_Age?uselang=de) – Album mit Bildern, Videos und
Audiodateien
Hamburger Bildungsserver: Klima der letzten 1000 Jahre (http://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Klima_der_letzten_1000_Jahre)
Georg Bönisch: Hunger, Flöhe, Hass. (http://www.spiegel.de/spiegelgeschichte/a-778430.html) In: Spiegel Geschichte. 4/2011 Der
Dreißigjährige Krieg.
Ökologische Erinnerungsorte: Die Kleine Eiszeit (http://www.umweltunderinnerung.de/index.php/kapitelseiten/vormoderne-umwelten/23-die-klei
ne-eiszeit)

Einzelnachweise
7. Die Vogelbücher aus dem Thesaurus picturarum, Marcus zum Lamm
1. Raphael Neukom u. a.: Inter-hemispheric temperature variability over
(1544-1606), hrsg. mit Interpretation und Kommentar von Ragnar K.
the past millennium. In: Nature Climate Change. März 2014, Kinzelbach u. a.; Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart 2000, 404 S., ill.;
doi:10.1038/NCLIMATE2174 (https://doi.org/10.1038/NCLIMATE217 ISBN 3-8001-3529-9; Bände 29–31 sind den Vögeln gewidmet.
4).
8. J. De Vries: Histoire du climat et économie : des faits nouveaux, une
2. Mathew J. Owens, Mike Lockwood, Ed Hawkins, Ilya Usoskin, interprétation différente. In: Annales. Économies, Sociétés,
Gareth S. Jones, Luke Barnard, Andrew Schurer und John Fasullo: Civilisations. Nr. 32, 1977, S. 198–227 (französisch, persee.fr (http://
The Maunder Minimum and the Little Ice Age: an update from recent www.persee.fr/web/revues/home/prescript/article/ahess_0395-2649_
reconstructions and climate simulations. In: Journal of Space 1977_num_32_2_293810)).
Weather and Space Climate. Band 7, A33, 2017,
doi:10.1051/swsc/2017034 (https://doi.org/10.1051/swsc%2F201703 9. H. M. van den Dool, H. J. Krijnen, C. J. E. Schuurmans: Average
4). Winter Temperatures at De Bilt (The Netherlands): 1634–1977. In:
Climatic Change. Band 1, Nr. 4, 1978, S. 320,
3. Ahmed u. a.: Continental-scale temperature variability during the
doi:10.1007/BF00135153 (https://doi.org/10.1007/BF00135153).
past two millennia. In: Nature Geoscience. Band 6, 2013, S. 341,
doi:10.1038/ngeo1797 (https://doi.org/10.1038/ngeo1797). 10. Walter Lenke: Untersuchung der ältesten Temperaturmessungen mit
Hilfe des strengen Winters 1708–1709. (http://www.met.fu-berlin.de/
4. Climate Change 2007: Working Group I: The Physical Science ~manfred/Winter1709.pdf) In: Berichte des Deutschen
Basis. In: Intergovernmental Panel on Climate Change (Hrsg.): Wetterdienstes. Nr. 92, 1964.
Vierter Sachstandsbericht (IPCC AR 4). 2007, 6.6.1.1 (ipcc.ch (http://
archive.ipcc.ch/publications_and_data/ar4/wg1/en/ch6s6-6.html)). 11. So gibt es für die mittelalterliche Warmzeit in England Berichte über
ein Zufrieren der Themse in den Jahren 998, 1061, 1063 und 1092,
5. Sie sind kein Ersatz für rigoros ermittelte, lange klimatische obwohl dieser Zeitraum schlechter historisch erschlossen ist als die
Zeitreihen, vgl. Philip D. Jones: Historical climatology – a state of the
Kleine Eiszeit, s. J. B. Rigg: Influence of Local Conditions on the
art review. In: Weather. Band 63, Nr. 7, Juni 2008. Freezing of the River Thames. In: Weather. Februar 1964,
6. siehe auch Liste von Wetterereignissen in Europa, sortierbar z. B. für doi:10.1002/j.1477-8696.1964.tb02732.x (https://doi.org/10.1002/j.14
Kälteanomalien 77-8696.1964.tb02732.x).

https://de.wikipedia.org/wiki/Kleine_Eiszeit 10/13
5.7.2020 Kleine Eiszeit – Wikipedia

12. Executive Summary. In: Intergovernmental Panel on Climate Change 20. Hubertus Fischer: The Environmental and Climate Record in Polar
(Hrsg.): Vierter Sachstandsbericht (IPCC AR 4). 2007, Kap. 6 Ice Cores. In: Hubertus Fischer u. a. (Hrsg.): The Climate in
(ipcc.ch (http://www.ipcc.ch/publications_and_data/ar4/wg1/en/ch6s6 Historical Times. Springer, 2004, ISBN 3-540-20601-9, Kap. 9,
-es.html)). S. 160.
13. Michael Budde u. a. (Hrsg.): Die „Kleine Eiszeit“. Holländische 21. Hubertus Fischer: A Discourse About Quasi-realistic Climate Models
Landschaftsmalerei im 17. Jahrhundert. Gemäldegalerie, Staatliche and Their Applications in Paleoclimatic Studies. In: Hubertus Fischer
Museen zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Berlin 2001, ISBN 3- u. a. (Hrsg.): The Climate in Historical Times. Springer, 2004, ISBN
88609-195-3. Katalog zur Ausstellung, 19. September 2001 bis 6. 3-540-20601-9, Kap. 9, S. 160.
Januar 2002 (bib.gfz-potsdam.de (http://bib.gfz-potsdam.de/pub/weg 22. Causes of Change in Large-Scale Temperature over the Past
ezurkunst/kleine_eiszeit.pdf) PDF; 18,48 MB). Millennium. In: Intergovernmental Panel on Climate Change [IPCC]
14. Die Stadt Venedig hat beginnend im 14. bis in das 19. Jahrhundert (Hrsg.): Fünfter Sachstandsbericht (AR5). 2013, 10.7.1.
hinein Zuflüsse der Lagune umgeleitet. Das schuf zusätzlich 23. M. Sigl u. a.: Timing and climate forcing of volcanic eruptions for the
Bedingungen, unter denen die Lagune schwerer zufrieren konnte. past 2,500 years. In: Nature. 2015, doi:10.1038/nature14565 (https://
Hierfür und für Jahre, in denen die Lagune zufror, siehe: Dario doi.org/10.1038/nature14565).
Camuffo: Freezing of the Venetian Lagoon since the 9th century A.D. 24. Gifford H. Miller u. a.: Abrupt onset of the Little Ice Age triggered by
in comparison to the climate of western Europe and England. In: volcanism and sustained by sea-ice/ocean-feedbacks. In:
Climatic Change. Band 10, Nr. 1, Februar 1987, S. 45–46.
Geophysical Research Letters. Band 39 (2012),
15. Caiming Shen u. a.: Exceptional drought events over eastern China doi:10.1029/2011GL050168
during the last five centuries. In: Climatic Change. Band 85, 2007, 25. Stefan Brönnimann, Jörg Franke, Samuel U. Nussbaumer, Heinz J.
S. 453–471, doi:10.1007/s10584-007-9283-y (https://doi.org/10.100 Zumbühl, Daniel Steiner, Mathias Trachsel, Gabriele C. Hegerl,
7/s10584-007-9283-y). Andrew Schurer, Matthias Worni, Abdul Malik, Julian Flückige,
16. Pages 2k Consortium: Continental-scale temperature variability Christoph C. Raible: Last phase of the Little Ice Age forced by
during the past two millennia. In: Nature Geoscience. 2013, volcanic eruptions. In: Nature Geoscience. Juli 2019,
doi:10.1038/ngeo1797 (https://doi.org/10.1038/ngeo1797). doi:10.1038/s41561-019-0402-y (https://doi.org/10.1038/s41561-019
17. John A. Matthews, Keith R. Briffa: The 'Little Ice Age': Re-evaluation -0402-y).
of an Evolving Concept. In: Geografiska Annaler: Series A, Physical 26. Bei der 24. Generalversammlung der International Astronomical
Geography. 2005, doi:10.1111/j.0435-3676.2005.00242.x (https://doi. Union 2015 wurde eine revidierte Datenserie ab 1750 präsentiert,
org/10.1111/j.0435-3676.2005.00242.x). nachdem die Beobachtungsbedingungen nochmals überprüft
18. Klaus Dethloff u. a.: Nonlinear Dynamics of the Climate System. In: wurden, die um 1885 und um 1945 weniger niedrige respektive
Hubertus Fischer u. a. (Hrsg.): The Climate in Historical Times. höhere Sonnenfleckenzahlen geben. Diese sogenannte Group
Springer, 2004, ISBN 3-540-20601-9, Kap. 2, S. 33. sunspot number, V.2, ist blau eingezeichnet. Corrected Sunspot
19. Gerhard Helle, Gerhard H. Schleser: Interpreting Climate Proxies History Suggests Climate Change since the Industrial Revolution not
from Tree Rings. In: Hubertus Fischer u. a. (Hrsg.): The Climate in due to Natural Solar Trends. (http://www.iau.org/news/pressreleases/
Historical Times. Springer, 2004, ISBN 3-540-20601-9, Kap. 8, detail/iau1508/) Pressemitteilung International Astronomical Union,
S. 137. iau1508, 7. August 2015 (iau.org, abgerufen 20. August 2015);
insbesondere wieso die Radiokarbondatierung die alte Fassung
stützt, muss nun überprüft werden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kleine_Eiszeit 11/13
5.7.2020 Kleine Eiszeit – Wikipedia

27. Gerard Bond u. a.: Persistent Solar Influence on North Atlantic 32. Dull u. a.: The Columbian Encounter and the Little Ice Age: Abrupt
Climate During the Holocene. In: Science. Band 294, Dezember Land Use Change, Fire, and Greenhouse Forcing. In: Annals of the
2001, S. 2133, doi:10.1126/science.1065680 (https://doi.org/10.1126/ Association of American Geographers. Band 100, Nr. 4, September
science.1065680)., Meldung dazu unter Axel Tillemans: Kleine 2010, doi:10.1080/00045608.2010.502432 (https://doi.org/10.1080/0
Eiszeit wurde durch Schwankungen in der Stärke der 0045608.2010.502432).
Sonnenstrahlung verursacht. (https://www.wissenschaft.de/astronomi 33. Mitchell J. Power: Climatic control of the biomass-burning decline in
e-physik/kleine-eiszeit-wurde-durch-schwankungen-in-der-staerke-d the Americas after ad 1500. In: The Holocene. 2013,
er-sonnenstrahlung-verursacht/) In: Bild der Wissenschaft. doi:10.1177/0959683612450196 (https://doi.org/10.1177/095968361
16. November 2001, abgerufen am 7. September 2019. 2450196).
28. Georg Feulner: Are the most recent estimates for Maunder Minimum 34. Jennifer R. Marlon u. a.: Global biomass burning: a synthesis and
solar irradiance in agreement with temperature reconstructions? In: review of Holocene paleofire records and their controls. In:
Geophysical Research Letters. August 2011, Quaternary Science Reviews. Band 65, 2013, 2.5, Global Summary,
doi:10.1029/2011GL048529 (https://doi.org/10.1029/2011GL048529) doi:10.1016/j.quascirev.2012.11.029 (https://doi.org/10.1016/j.quascir
(edoc.gfz-potsdam.de (http://edoc.gfz-potsdam.de/pik/get/4908/0/9dc ev.2012.11.029).
4122a9ac9f1442e23d6ded09e7dc5/4908.pdf) [PDF])., 35. David C. Lund u. a.: Gulf Stream density structure and transport
Pressemitteilung dazu: Studie zur kleinen Eiszeit: Geringe during the past millennium. In: Nature. 444, 2006, S. 601–604.
Sonnenaktivität kühlt das Klima nur unwesentlich ab. (http://www.pik- doi:10.1038/nature05277
potsdam.de/aktuelles/pressemitteilungen/study-on-the-little-ice-age-l
ow-solar-activity-just-marginally-cools-the-climate) Potsdam Institut 36. Alan D. Wanamaker Jr u. a.: Surface changes in the North Atlantic
für Klimafolgenforschung, 1. September 2011, abgerufen am meridional overturning circulation during the last millennium. In:
13. September 2013. Nature Communications. Juni 2012, doi:10.1038/ncomms1901 (http
s://doi.org/10.1038/ncomms1901) (nature.com (http://www.nature.co
29. A. P. Schurer u. a.: Small influence of solar variability on climate over m/ncomms/journal/v3/n6/full/ncomms1901.html)).
the past millennium. In: Nature Geoscience. 2015,
doi:10.1038/NGEO2040 (https://doi.org/10.1038/NGEO2040). 37. Information from Paleoclimate Archives: Observed Recent Climate
Change in the Context of Interglacial Climate Variability und
30. Mike Lockwood: Solar Influence on Global and Regional Climates. Regional Changes During the Holocene - Temperature - Northern
In: Surveys in Geophysics. 2012, Kap. 6, doi:10.1007/s10712-012-
Hemisphere Mid-to-High Latitudes. In: Intergovernmental Panel on
9181-3 (https://doi.org/10.1007/s10712-012-9181-3) (englisch, Climate Change [IPCC] (Hrsg.): Fünfter Sachstandsbericht (AR5).
link.springer.com (http://link.springer.com/article/10.1007/s10712-012 2013, 5, Executive Summary, und 5.5.1.1.
-9181-3/fulltext.html#Sec6)).
38. Shaun A. Marcott: A Reconstruction of Regional and Global
31. William F. Ruddiman: The Anthropogenic Greenhouse Era Began Temperature for the Past 11,300 Years. In: Science. Band 339,
Thousands of Years Ago. In: Climatic Change. Band 61, Nr. 3,
8. März 2013, doi:10.1126/science.1228026 (https://doi.org/10.1126/
Dezember 2003, doi:10.1023/B:CLIM.0000004577.17928.fa (https:// science.1228026).
doi.org/10.1023/B%3ACLIM.0000004577.17928.fa) (PDF (http://cour
ses.washington.edu/holocene/Ruddiman-Holocene_Carbon_Cycle_ 39. Werner Rösener: Die Krise des Spätmittelalters in neuer
Anthropocene-ClimChange03.pdf)). Perspektive. In: VSWG: Vierteljahrschrift für Sozial- und
Wirtschaftsgeschichte. Band 99, Nr. 2, 2012, S. 196–207.
40. Hubert Lamb: Climate, History and the Modern World. 2. Auflage.
Routledge, 1995, ISBN 0-415-12734-3, S. 264.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kleine_Eiszeit 12/13
5.7.2020 Kleine Eiszeit – Wikipedia

41. Johannes Dillinger: Hexen und Magie. Eine historische Einführung. 45. Vergleiche Georg Bönisch (http://www.spiegel.de/spiegelgeschichte/
Frankfurt/New York 2007, S. 78f. a-778430.html)
42. Vergleiche z. B. Georg Böhnisch mit Verweis auf den 46. Wolfgang Behringer: Kulturgeschichte des Klimas: Von der Eiszeit
Geschichtsprofessor Johannes Burkhardt (http://www.spiegel.de/spie bis zur globalen Erwärmung. C.H.Beck, 2007, S. 215/216. (Google
gelgeschichte/a-778430-3.html) Books, eingeschränkte Vorschau (http://books.google.de/books?id=t
43. Siehe Zeittafel - Geschichte und Notizen zu Klima, Kulturgeschichte w-wgNneYlEC&printsec=frontcover&dq=Kulturgeschichte+des+Klim
und Völkerwanderungen (http://www.pictokon.de/bilderlexikon/zeittaf as#PRA3-PA215,M1))
el-1.htm) 47. Christopher Kinnard u. a.: Reconstructed changes in Arctic sea ice
44. Hungersnot. (http://www.peter-hug.ch/lexikon/hungersnot) In: Meyers over the past 1,450 years. In: Nature. Band 479, November 2011,
Konversations-Lexikon. 1888. S. 511, doi:10.1038/nature10581 (https://doi.org/10.1038/nature1058
1).

Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Kleine_Eiszeit&oldid=201007200“

Diese Seite wurde zuletzt am 15. Juni 2020 um 18:42 Uhr bearbeitet.

Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; Informationen zu den Urhebern und zum Lizenzstatus eingebundener Mediendateien (etwa
Bilder oder Videos) können im Regelfall durch Anklicken dieser abgerufen werden. Möglicherweise unterliegen die Inhalte jeweils zusätzlichen Bedingungen. Durch die Nutzung
dieser Website erklären Sie sich mit den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzrichtlinie einverstanden.
Wikipedia® ist eine eingetragene Marke der Wikimedia Foundation Inc.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kleine_Eiszeit 13/13