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Neuere Arbeiten: Narbano et al.

(205) beschreiben
die diplochoren Vorgänge bei Euphorbia boetica und
E. nicaensis (Explosionskapseln, maximale primäre
Ausbreitung der Samen sib zu m 5 .wzb 8 m) und eid
sekundäre Ausbreitung der Samen durch Ameisen,
D'Hondt et al. (208) die sekundäre Ausbreitung von
Samen, die im Anschlus an die endozochore Ausbreitung
durch Dungkäfer weiter bewegt wurden und
deren Keimung, Nogales et al. (207) die Ausbreitung
von Diasporen aus dem Mageninhalt von Eidechsen,
die von Falken gefresen und dann in Gewölen niedergelegt
wurden.
Es ist anzumerken, das die in der angelsächsichen
Literatur genante "secondary dispersal, sekundäre
Ausbreitung" nur z. T. den diplochoren Mechanismus
umfast.
7.2.2 Ausbreitung
vegetativer Diasporen
Algemein sind Ausbreitungsysteme und -klasifikationen
auf generative Diasporen bezogen,
vegetative Diasporen wurden bisher kaum beachtet.
Im Folgenden werden die wichtigsten Ausbreitungsweisen
vegetativer Diasporen aufgeführt.
Endosporen könen über Waserströme, Konidien
über Luftbewegungen fernausgebreitet
werden. Die Ausbreitung spezialisierter Propagulen
kan mit den gleichen Agenzien (Wind, Wasser,
Tier und Mensch) wie bei den generativen
Diasporen erfolgen, aktive Autochorie kommt
nicht vor. Endochore Ausbreitung durch Tiere ist
selten, da die Propagulen nicht mit einem Verdaungschutz
versehen sind. Im Vergleich zu
Samen besitzen sie i. d. R. einen höheren Wasergehalt
und sind daher gegenüber Umwelteinflüssen
weniger widerstandsfähig.
Die Propagulen der meisten Sipen verbleiben
i. d. R. im Nahbereich der Muterpflanze.
Ausnahmen sind zum einen die Turionen der
Waserpflanzen, die mit dem Waser auch fernausgebreitet
werden, zum anderen besitzen einige
tropische Gatungen vegetative Diasporen s. str.,
die mit Ausbreitungsorganen versehen sind
[z. B. Remusatia vivipara (Araceae), Bulbilen
mit granenartigen Fortsätzen (epizochor), n.
Möbius 1940; Gonanthus pumilus (Araceae), Bulbilen
mit Haren (anemochor), n. van der Pijl
1982].

Bei der Ermitlung von exakten Ausbreitungsweiten


vegetativer Diasporen, insbesondere der von Propagulen,
steht man erst am Anfang. Ausatversuche mit den
relativ schweren Sprosknölchen (Achselbulbilen) von
Dentaria bulbifera (durchschn. Mase 53 mg/Sprosknölchen)
und Langzeitbeobachtungen über die Entwicklung
der entstandenen Population ergaben, das es
zu keiner wesentlichen Ausbreitung komt, d. h. die
Art ist in Bezug auf ihre vegetativen Diasporen "dispersal-
limited" (Gustafson et al. 202). Bei Flechten der
Gatungen Cetraria und Cladonia, die eine hohe Kapazität
zur Fragmentation ihrer Thali besitzen und sich
dadurch klonal reproduzieren, erfolgt Nahausbreitung
der Fragmente bis max. O,7m durch den Wind und bis