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DER FELDARZT.

Praktischer Rathgeber
bei

Verwundungen und anderen Unglücksfällen


im Kriege und in der Ausübung des bürger-
lichen Berufes
nach

HARRY LEACH's M. R. C. P.

Ship Captain's Medical Guide


V011

FRITZ ROBERT.

Der Brutto-Ertrag- dieses Werkchens ist dem Sanndirnwen der


k. z. k. iist.-ung. Armee gewidmet.

WIEN, 1878.
lin Nellistverlage des Verfa.,erc
Druck von A. Ettriela in Wien.
Alle Reettte vorbehalten.
Vorliegende Blätter sind eine Ueber-
setzung des „SHIP CAPTAIN'S MEDICAL
GUIDE", von H arr y Leach, M. R. 0. P.
Sanitäts-Officier des Londoner Hafens, diri-
girendem Ärzte des k. Marine - Spitals
„Dreadnought“ etc., eines Büchleins,
welches, durch die englische Regierung
veröffentlicht. am Bord eines jeden Schiffes
unter brittischer Flagge vorhanden sein
muss. Von da aus fand es seinen Weg
nach den überseeischen Coloni en, bürgerte
sich in tausenden Familien ein und be-
währte sich in unzähligen Fällen als Helfer
in der Noth.
Diese ungewöhnliche Popularität ver-
dankt es hauptsächlich seiner praktischen
Seite, seiner bündigen Darstellung, seiner
volksverständlichen Sprache.
Auf meinen Reisen, sowie während
meines mehrjährigen Aufenthaltes in Süd-
Amerika. Australien etc. und meinen Kreuz-
und Querzügen daselbst habe ich per-
sönlich seine Vorzüge kennen und wür-
digen gelernt, indem ich oft in Unglücks-
oder Krankheitsfällen für mich und Andere
Rath darin suchte und auch fand. Das
Gleiche thaten tausend Andere, und Vielen
galt es als untrügliches Orakel in Fällen,
wo ärztlicher Beistand fern war.
Hier fasste ich zuerst — wenn auch
Laie in medicinischen Dingen — den Ge-
danken, eine getreue 1Jebersetzung zu
liefern, und ich wurde darin bei vielen
Anlässen derart bestärkt, dass ich, nach
meinem zweiten Vaterlande Oesterreich-
Ungarn zurückgekehrt, sofort an die Aus-
führung meines Planes ging.
Ausser dem allgemeinen Nutzen, den
III

ich im Auge hatte, wurde ich speciell von


der Erwägung geleitet, dass es in unserem
Heere, in unserer Marine willkommen sein
und jedem Otrieier, ja überhaupt jedem
intelligenten Soldaten ein Vademecum in
Krieg und Frieden sein wird.
Nicht minder wird es bei der Civil-
bevölkerung, sei es auf dem Flachlande
oder im Gebirge als medicinischer Behelf
in Fabriken. Arbeitscolonien, kleineren
emeinden etc. gute Dienste leisten.
Die Anwendung eines Mittels, dessen
ludieation Jedem verständlich und zugäng-
lich ist, kann ein eingetretenes Uebel ein-
dämmen, oft sogar ganz aufheben. Hierin
culminirt Anfangs- und Endzweck dieses
Büchleins. Habe ich durch meine Arbeit.
etwas zum allgemeinen Besten beigetragen,
so tinde ich hierin meinen höchsten Lohn.
Wien im Januar 1878.

Fritz Robert.
INHALT.
Seite
Vorrede
Einleitung 1
Vermeidung der Krankheiten 3
Unfälle 5
Vergiftungen 33
Medicinische Krankheiten 36
Chirurgische Krankheiten 61
Desinfection, Ausräuchern. Ventilation 76
Medicinische Scala 77
Gabe und Anweisung der Medicamente 80
Recepte 86
Verzeichniss der verschiedenen Todes-
ursachen 89

Unfälle :
Wunden 6
Verrenkungen der Glieder 10

vi
Seite
Knochenbrüche 14
Quetschungen .... 19
Blutungen 19
Abscesse 21
Brandwunden 22
Kopfwunden ... 23
Frostbeulen 24
Erhenkte 25
Ertrunkene 25
Erstickungen 32
)hnmachten 32

Vergiftungen:
Sauren 33
Pottasche, Hirschhorngeist, Ammoniak 33
Blei 33
Opium, Laudanum 33
Arsenik 34
Fischvergiftungen 34
Sehr grosse Trunkenheit 35

Medioinisohe Krankheiten:
Fieber 36
Wechselfieber 38
Scharlach, Blattern, Masern, Rothlauf 39

VII

Seite
Gelbes Fieber 41
Husten, Luftröhrenentzündung,Lungen-
entzündung, Schwindsucht 43
Bräune 44
Herzkrankheiten 45
Gelbsucht, Leberkrankheiten . 45
Verstopfung 47
Unverdaulichkeit ... 47
Diarrhöe 48
Cholera 49
Ruhr 50
Kolik 52
Nierenkrankheiten . 53
Anfälle (epileptische) 54
Soimenstich 55
Lähmungen 56
Delirium tremens 56
Seorbut 57
Rheumatismus 58
Krätze • • • 59

Chirurgische Krankheiten:
Syphilitische Krankheiten (Tripper,
Schanker etc ) 61
Bruch 66
VIII

Seito
Hemmung der Urinblase . 68
Auströpfeln des Urins 70
Beulen .. 71
Geschwüre 72
Hä,morrhoiden 74
Zahnfleischgeschwiire . . 75
Nasenbluten 75
Einleitung.
Der Leser dieses medicinischen Taschenbüch-
leins wird wohl bald bemerken, dass es nicht nur
geschrieben wurde, um das zu zeigen, was in
Unglücksfällen geschehe n, wohl aber, was
nicht geschehen soll.
Vor Allem sollte der Leser folgende Gesetze
nicht ausser Acht lassen:
1. alle hier enthaltenen Anordnungen genau
zu befolgen;
'2. keine anderen Medicamente als die an-
gezeigten zu gebrauchen;
3. im Falle die Art der Krankheit nicht
leicht erkennbar ist, soll ein wenig mit der Be-
handlung abgewartet und der Zustand beobachtet
werden.
Alles Mögliche soll geschehen, um die Krank-
heit selbst zu vermeiden; falls selbe jedoch
Der Feldarzt. 1
2

ausgebrochen ist, sind alle Anordnungen, so


unbedeutend sie auch scheinen mögen, genau zu
befolgen.
Man vergesse nie, dass die bewunderungs-
würdige Kraft der Natur in den meisten Fällen
sichere und kräftige Heilung bringt.

-
3

Vermeidung der Krankheit.


Eine grosse Zahl Krankheiten werden viel
leichter vermieden als curirt.
Dieser Umstand kann nicht oft genug wieder-
holt werden. Der Gesundheitszustand des Körpers
hängt grösstentheiis von entsprechender Nahrung,
Reinhaltung der Haut, frischer Luft und gehöriger
Kleidung ab. Daher sollen Schlafzimmer immer
trocken, rein und gut gelüftet sein. Die Leute
sollen warme und trockene Kleider tragen; Ab-
wechslung der Kost sollte ebenfalls beobachtet
werden.
Im Falle ansteckende Krankheiten ausge-
brochen sind, müssen Bettstellen und Fussböden
mit Carbolwasser (s. S. 81) bespritzt werden und
haben alle Personen dieselbe Flü ssigkeit auch
beim Waschen zu gebrauchen.
Die Kranken sind von den Gesunden ab-
gesondert zu halten.
Scorbut
kann hauptsächlich dadurch v er mieden werden,
dass man den Leuten täglich und regelmässig
Limonadeessenz zu trinken gibt. Selbe wird auf
1*
4
jedem englischen Schiffe täglich vor dem Mittag-
essen der Mannschaft ausgetheilt.
Die Mischung ist folgende:
Limonadeessens Zucker Wasser
für 10 Mann 10 Unzen 10 Unzen 120 Unzen
„ 15 „ 15 „ 15 „ 180 „
20 „ 20 „ 20 „ 240 „
Eine doppelte Portion wird an jeden Kranken
verabreicht, der an einer syphilitischen Krankheit
leidet. Der
Cholera
kann dadurch vorgebeugt werden, dass man
seinen Leuten einprägt, sich sogleich zu melden,
nachdem der Durchfall begonnen und sie dann
wie folgend (s. S. 49) behandelt.
Rheumatismus
ist sehr oft durch trockene Bettstellen und warme
Kleider zu vermeiden. Dem
Fieber
kann dadurch vorgebeugt werden, dass man
seinen Leuten jeden Morgen beim Aufstehen
4 gr. Chinin einnehmen lässt.
Syphilitisehe Krankheiten
müssen durch alle möglichen Mittel vermieden
werden. Reinlichkeit ist unbedingt zu beobachten.
61)
Ruhr
hängt oft gänzlich mit der schlechten Beschaffen-
heit des Trinkwassers zusammen. Dasselbe soll
5
filtrirt oder mit Condys Flüssigkeit gemengt
werden (4 bis 5 Tropfen für je 500 Mass). Der-
artige Fälle können auch dadurch vermieden
werden, dass man Morgens warmen Thee oder
Caffee mit Zwieback nimmt, die Mahlzeiten regel-
mässig hält und grosse Reinlichkeit immer und
überall beobachtet.

Unfälle.
Wenn Bandagen nothwendig sind, sollen sie
sanft (mit mässigem Drucke) und gleichmässig
angelegt werden.
Der dreieckige Verband (der während des
deutsch-französischen Krieges mit grossem Er-
folge angewendet und einem jeden Soldaten mit-
gegeben wurde) kann wie folgt gebraucht werden:
Dreieckiger Verband.
6

Der Verband soll sehr rein gehalten werden,


da er im entgegengesetzten Falle mehr schaden
als nützen würde.

Wunden.
Man trägt einen Verwundeten am besten,
wenn man ihn auf irgend eine solide ebene Un-
terlage legt. Dabei soll eine genügende Assistenz
mitwirken, um ihn gleichmässig heben zu können.
Es gibt Wunden verschiedener Art:
Scharfgeschnittene, zerrissene Wunden, Stich-
wunden, vergiftete Wunden und Schusswunden.
Scharfgeschnittene Wunden (durch ein
scharfes Instrument verursacht), wenn nicht sehr
gross und nicht sehr tief, sind ungefährlich, trotz-
dem sie viel bluten.
Behandlung. Die Wunde wird mit warmem
Wasser abgespült, deren Ränder bis zur Berüh-
rung einander genähert und durch einen Verband
zusammengehalten oder zugenäht; auf die Wunde
selbst wird etwas Charpie gelegt und selbe endlich
fest verbunden.
Zerrissene Wun den, In diesem Falle ist das
Fleisch mehr oder weniger zerrissen, die Ränder
sind gezackt und ungleich.
Behandlung. Da der Blutverlust bei solchen
Wunden gering ist, die Ränder zerrissen und
zerquetscht sind, ist es unöthig sie einander zu
nähern. Auf die Wunde wird, in kaltes Wasser
oder Carbolsäure (s. S. 87) eingetauchte Charpie auf-
gelegt. Falls die Schmerzen sehr heftig wären,
können warme Umschläge gebraucht werden.
Nach abgelaufener Entzündung werden warme
Wasserumschläge am schnellsten Heilung herbei-
führen.
Stichwunden sind im Allgemeinen wegen
ihrer Tiefe sehr gefährlich. Körpertheile können
berührt sein, die zur Erhaltung des Lebens unbe-
dingt nothwendig sind, die Spitze der Waffe
kann abgebrochen und tief in der Wunde verbor-
gen sein etc. Höchst wahrscheinlich erfolgen dann
Entzündung, Fieberanfälle und tiefe Abseesse.
Behandlung. Charpie, in's kalte Wasser ge-
taucht, muss auf die Wunde gelegt und constant
feucht erhalten werden. Auf diese einfache Weise
wird manchmal Heilung erzielt. Falls jedoch die
Wunde pocht, heiss und schmerzhaft ist, so erfolgt
Eiterung, in welchem Falle man dann warme Um-
schläge, die öfters gewechselt werden, anwendet.
8

Kommt Fieber noch hinzu, so reiche man dem


Patienten ein Abführmittel und drei Mal täglich
die Fiebermixtur (s. S. 86).
Vergiftete Wunden. Die einfachsten
sind die durch den Stachel der Bienen hervorge-
rufenen.
Behandlung. Ein Leinwandlappen in Goulard-
sches Wasser (s. S. 87) eingetaucht, muss aufge-
legt und der zurückgebliebene Stachel schnell
herausgezogen werden.
Schlangenbisse. Einige sind tödtlieh, an-
dere höchst gefährlich.
Behandlung. Mittelst Höllensteins oder eines
glühenden Eisens soll die Wunde sofort ausge-
brannt werden. Spirituosen, mit Wasser gemengt,
sollen ausserdem öfters mehrere Stunden hindurch
dem Patienten gegeben werden.
Nota. Der Uebersetzer dieses Büchleins hat auf seinen Riscn in
Süd-Amerika und Australien die subcutane Anuaoniaki»jeclion fast allge-
mein im (ebrauh gefunden und sclbe auch selbst mit nicht ungiinsti•
gern Erfolg mehrere Male angewendet.
S cli u S 8W u ri den. Die Blutung soll vor
Allem gestillt werden (s. 8. 19).
Am Kopfe. Dringt die Kugel in's Gehirn,
so erfolgt fast immer augenblicklich der Tod;
jedoch ist es auch schon vorgekommen, dass ein
Patient, dessen Gehirn verletzt und die Schädel-
decke gebrochen war, unter sorgfältiger Behand-
lung am Leben erhalten wurde.
Behandlung. Der Patient soll vollständige
Ruhe beobachten. Die Blutung braucht nicht
9

augenblicklich gestillt zu werden, da etwas Blut-


verlust einen guten Erfolg haben und das Bluten
ohnedies von selbst aufhören wird, falls der Pa-
tient in Ohnmacht fällt.
1)ic Naclicur besteht in Diät, Abführmitteln
und kalten Umschlägen auf dem Kopfe. I)ie Diät
soll ungefähr vierzehn 'rage streng beobachtet
werden und in keinem Falle darf man dem Pa-
tienten Spirituosen geben.
In der Brust. ist die Lunge verwundet,
so quellen oft Luft und schäumendes Blut aus
der Wunde heraus. l)as äusserliche Bluten kann
unbedeutend, das innerliche jedoch sehr bedeu-
tend sein.
Behandlung. Strenge Diät soll beobachtet
werden (geröstete Brotschnitte, kaltes Wasser )
So lange der Patient nicht frei athinen kann, soll
er nur Flüssigkeiten zu sich nehmen. Auf die
Wunde lege man feuchte Ohar1ie.
1 in Hauche. Diese Wunden sind oft
höchst gefährlich, da gewöhnlich Gedärnie ver-
letzt wurden.
Behandlung. Der Patient soll auf die ver-
wundete seite gelegt werden, damit das Blut
leicht ausfliessen kann.
Nur kaltes Wasser und geröstete Brotschnitte
sollen als Nahrung gegeben werden (ausserdem Eis
oder Schnee in den Mund zum Sangen). Eine
Opiumpille soll dem Patienten jede Viertelstunde
gereicht werden, bis er schläfrig wird. Die Pillen
10
müssen dann ausgesetzt, wenn die Schläfrigkeit
aufhört, aber wieder gebraucht werden.
Unter keiner Bedingung darf man
dem Kranken Abführmittel geben. Auf
die Wunde muss, in kaltes Wasser eingetauchte,
Charpie gelegt werden.
In d e n Gelenken. Diese Wunden sind
gefährlich. Steifheit der verwundeten rilileile sowohl
als auch heftige Schmerzen und locale Anschwel-
lungen folgen gewöhnlich.
Wunden im Kniegelenke sind am häufigsten.
Wenn das Gelenk selbst berührt ist, so fliesst eine
klare gelbe Flüssigkeit, gewöhnlich Gelenks iii
genannt, aus der Wunde.
Behandlung. Eine gepolsterte, wohlpassende
Schiene muss unter dem Gelenke angelegt werden,
so dass sie unterhalb und oberhalb desselben um
ein Paar Zolle hinausreicht. Die Wunde selbst
muss mit Oharpie, in Carbols.ure eingetaucht,
ausgefüllt werden und daselbst bis zum Trocken-
werden verbleiben. Das Glied ist durch 4 bis 5
Wochen bewegungslos zu halten.

Verrenkungen der Glieder.


Schulter, Ellbogen, Finger, Hüfte,
Knöchel.
Diese Unfälle sind leicht behoben, wenn sie
nach ihrer Entstehung sofort in Behandlung ge-
nommen werden.
11
S c h u lt e r. Man bemerkt ein Flachwer-
den der Schulter, eine Höhlung, wo friiher eine
convexe Oberfläche war; der Eilbogen sticht
aus der Seite heraus, und öfters ist der Patient ge-
zwungen, denselben mit der andern Hand
festzuhalten, um die Schmerzen etwas zu lindern.
Sehr oft sind heftige Schmerzen und Steif-
heit in den Fingern, und in der Armhöhle ein
grosser Klumpen fühlbar.
Behandlung.

Man legt den Patienten auf den Rücken und


drückt mit nacktem Fusse die eigene Ferse fest in
seine Armhöhle hinein, nimmt gleichzeitig dessen
Hand und zieht selbe gleichmässig an sich, wor-
auf der Knochen in seine normale Lage hinein-
schnappt. Ist der Patient sehr kräftig, so kann
dadurch nachgeholfen werden, dass der Zug mittels
einer starken Binde, die am Oberarm unmittelbar
über dem Ellbogen zu befestigen ist, bewerk-
stelligt wird.
12

E II bogen. Der Arm ist fast in einem Win-


kel gebeugt und kann nicht wieder in eine ge-
rade Linie gebracht werden. Die beiden Arm-
knochen kann man hinter dem Gelenke heraus-
stechen sehen.
Behandlung. Man lässt den Patienten sich nie-
dersetzen, ein Mann muss den Oberarm in der Mitte,
ein zweiter das Handgelenk festhalten und jeder
gleichmässig stark an sieh ziehen, ein dritter soll
den Ellbogen mit beiden Händen halten, mit den
Fingern nach voEwärts und mit den Daumen (die
rückwärts stehen) muss er die Geschwulst nach
vorwärts und hinunter drücken. Nachdem man eine
kurze Zeit gezogen bat, gibt der Arm plötzlich
nach, die Knochen nehmen ihre normale Stellung
wieder ein. Manchmal ist nur ein einziger Kno-
chen aus seiner Lage getreten; in diesem Falle
ist der Arm leicht gebeugt und kann nicht in
einen rechten Winkel gebracht werden; die
Fläche der Hand ist gegen den Körper gedreht.
Behandlung. In derselben \Veie, wie vorher,
wird am Arme gezogen und plötzlich gibt
er nach.
Der Arm soll durch 2 bii 3 Tage ruhig
gehalten und in einer Schlinge getragen weiden.
Finger. Dieser Unfall ist dadurch gekenn-
zeichnet, dass man die Enden der Knochen heraus-
stechen sieht.
Behandlung. Man muss regelmässig nach vor-
wärts ziehen, bis die Finger ihre frühere Lage
13
eingenommen. Das Einrichten der ausgekegelten
Finger ist schnellstens zu vollziehen, da es später
mit grossen Schwierigkeiten verbunden sein würde.
Schenkelbein. Das beschädigte Glied ist
um 1'/3 bis 21/2 Zoll kürzer als das gesunde, die
Zehenspitzen sind nach innen gedreht, der Fuss
ist ganz aus seiner früheren Richtung gekommen
und kann ninht in die frühere Lage zurückge-
bracht werden. (Alle darauf hinzielenden Versuche
verursachen grosse Schmerzen, die sich glechfalis
kundgeben, wenn man die Beine auseinander
bringen will.)
Behandlung. Flaschenzüge werden öfters ge-
braucht, um das Glied wieder einzurichten.
Der Patient muss die Rückenlage einnehmen, die
beiden Oberschenkel muss man durch einen
starken Segeltueliverband festbinden, der zwischen
den Beinen angebracht ist und an einem Haken
am Boden befestigt wird. Der Operateur setzt
seine Ferse fest i den Winkel der beiden Ober-
schenkel und zieht regelmässig an sich, indem er
den Knöchel mit beiden Händen festhält. Da-
durch kann ihm noch nachgeholfen werden, dass
ein Handtuch um den Schenkel des Patienten
und am Halse des Assistenten, der langsam nach
vorwärts zu ziehen hat, gebunden wird, um den
Kopf des Oberschenkels bis zum Rande der
Höhlung zu bringen... Der Schenkelkopf wird
endlich mit Geräusch in seine normale Lage
zurückfallen.
14
ota. Dieser Unfall ist oft schwer zu constatiren. Die Behand-
lng soll mit grösster Vorsicht geschehen, und falls das Einrichten
nicht leicht gelingt, soll lieber die Iflife des Arztes abgewartet worden.
Knöchel. Ani untern Ende des Knochens
ist unmittelbar unter der Haut nach der innern
Seite des Knöchels eine harte Geschwulst vorhan-
den, an der äussern Seite dagegen ist eine
Höhlung und die Sohle des Fusses ist nach auf-
und auswärts gedreht.
Behandlung. Man zieht den Fuss fortdauernd
iangsam, bis er wieder seine normale Lage ein-
genommen, und legt dann auf der innern Seite
des Beines eine Schiene an, welche von unter
dem Knöchel bis zum Knie reicht.

Knochenbrüche.
1. Einfacher Knochenbruch ist ein Knochenbruch
ohne 'Wunde.
EI. Complicirter Knochenbruch heisst er dagegen,
wenn eine Wunde von der Haut bis zum
Knochen führt.
Gebrochener Unterkieferbacken, ge-
wöhnlich durch einen direeten Hieb verursacht.
Sjnlptorne. Wenn man den Unterkieferbacken
mit beiden Händen angreift, kann man deutlich
eine Reibung der beiden Bruchstellen fühlen, die
regelmässige Linie der Zähne ist gestört, Speichel
tröpfelt aus dem Munde, der Patient spricht mitMühe.
Behandlung. Ein Stück Guttapercha oder
unzubereiteten Filz oder dergleichen nach folgen-
dem Muster geschnitten,
15

T-

011 in warmes Wasser eingetaucht werden, schnell


in ei neu Leinenlappen eingeschlagen und um den
untern Kieferbacken so gelegt werden, dass dessen
Mitte das Kinn und die beiden Hälften die Seiten
des Utterkiefrs bis zum untern Theile des Ohres
in feuchtem Zustande einfassen.
Die o angelegte Schiene soll durch einen

vierspitzigen Verband festgehalten werden; die


zwei Vorderspitzen müssen
auf der oberen Rückseite
des Kopfes, die beiden an-
deren Spitzen nach vorn ge-
bunden werden. Der Patient
soll während wenigstens
vierzehn Tagen nur flüssige
Nahrung zu sich nehmen.

Gebrochene Rippen. Symptome. Heftige


stechende Schmerzen beim Athmen und das
16
Gefühl der gegenseitigen Reibung der gebroche-
nen Rippenknochen, ausserdem spuckt der Patient
sehr oft Blut aus, und die Bruchstellen sind
beim Betasten fühlbar.
Behandlung. Eine Flanellbinde, 7 Zoll breit
und 21 Fuss lang, soll sehr fest um die Brust
bis zur Armhöhle hinauf umgewickelt werden.
Allgemeine Kennzeichen bei gebrochenen
Gliedern.
Schmerzen, Unbeweglichkeit, Verkürzung des
beschädigten Gliedes mit einem gewissen Rei-
bungsgefühl.
Gebrochenes Schlüsselbein. Die En-
den des Knochens stechen hervor, die Schulter
ist flach, der Patient kann seinen Arm nicht zum
Kopfe erheben.
Behandlung. Ein Verband ist auf die Weise,
wie in nebenstehender
Figur ersichtlich, um
die Schulter zu befesti-
gen. Ein grosser Klum-
pen Baumwolle muss
in die Arm hohle einge-
legt werden, und der
Vorderarm nach vor-
heriger Befestigung des
Oberarmes an der Seite
der Brust in einer
Schlinge getragen wer-
den.
17
Gebrochener Oberar m (wischen Schul-
ter und Ellbogen). Der Patient kann seinen Arm
nicht bewegen, dieser selbst hat seine frühere
Gestalt nicht mehr, die Bruchenden reiben sieh
gegenseitig.
Behandlung. Der Arm soll rechtwinklig ge-
beugt und vier Schienen an der beschädigten
Stelle (nach innen und aussen, vorne und rück-
wärts) angelegt werden; dann ist der Vorderarm
in einer Schlinge zu tragen.
Gebrochener Unterarm (zwischen Ell-
bogen und Handgelenk). Gewöhnliche Erschei-
nungen eines gebrochenen Gliedes.
Behandlung. Den Arm beugen und dessen
beschädigten Theil in zwei Schienen einlegen
(die eine nach innen vom Ellbogen bis zu den
Fingerspitzen, die zweite nach aussen vom Ell-
bogen bis zum Rücken der Hand reichend). Die
Schienen sollen sorgfältig gepolstert sein.
Gebrochener Oberschenkel. Verkiir-
77.1ing des Gliedes, Drehung nach aussen und An-
schwellen des Fusses; ausserdem ein gewisses
Reibegefühl der gebrochenen Knochentheile.

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18
Behancl2ung. Eine lange, gut gepolsterte
Schiene muss an der äussern Seite angelegt werden
und von der Armhöhle bis zur Fusssohle reichen.
Früher soll jedoch das Glied durch kräftiges
Ziehen in eine vollständig gerade Stellung ge-
bracht werden. Die Schiene muss am Beine,
Schenkel und an der Hüfte des Patienten ent-
weder durch Riemen oder einem gewöhnlichen
Verband befestigt werden und sechs Wochen
hindurch bleiben.
Gebrochener Unterschenkel. Gewöhn-
liche Erscheinungen eines gebrochenen Gliedes:
Reibungsgefühl, Schmerzen und .Anschwellung.
Behandlung. Schienen müssen an jeder Seite
des Beines, vom Knie bis unter den Knöchel
reichend, angelegt und mit einem Verbande be-
festigt werden. Der Patient soll gewöhnlich auf
dem Rücken liegen bleiben; das gebrochene Bein
kann jedoch, wenn sorgfältig verbunden und in
Schienen gelegt, von Zeit zu Zeit auch die
Seitenlage einnehmen.
Complicirte Knochenbrüche (Fracturen).
Behandlung. Falls der Knochen aus der
Wunde heraussticht, muss er zurückgebracht
werden, was durch einfaches Ziehen geschieht; falls
aber der Knochen durch die Ränder der Wunde
festgehalten ist, wird es nothwendig sein, diese
durch einen Lanzettenstich zu vergrössern; etwas
Charpie, in's Blut getaucht, soll auf die Wunde
19
gelegt werden, bis selbe eingetrocknet ist. Zwei
Seitenschienen müssen am Gliede selbst angelegt
und dieses durch einen kalten Umschlag beständig
kalt erhalten werden. In der Behandlung jeder
Fractur ist absolute Ruhe von grosser Wichtig-
keit. Ist das Glied einmal eingerichtet, so soll
es so wenig als möglich berührt werden (nur
falls die Schienen von ihrer richtigen Lage ge-
wichen wären). Die Patienten mit gebrochenen
Knochen müssen die angelegten Schienen
wenigstens 4 bis 5 Wochen behalten.
Quetschungen
sind zu sehr bekannt, um irgend einer Be-
schreibung zu bedürfen und benöthigen selten eine
Behandlung.
Behandlung. Lappen, in Goulard'sches Wasser
(s. S. 87) getaucht, müssen aufgelegt werden,
oder warme Bähmittel, falls die Kälte unange-
nehm wäre.
Blutung.
Wenn Blutverlust durch eine Wunde verur-
sacht wird, soll unverweilt gehandelt werden.
Das Blut, welches von einer Arterie kommt,
ist hellroth; das Venenblut dagegen bläulich und
dunkel.
Eine feste Charpie-Compresse soll auf die blutige
Wunde gelegt und daselbst durch ein Pflaster oder
einen Verband festgedrückt werden; der verwun-
dete Theil soll immer mittels Schnee, Eis oder
kalten Wassers feucht erhalten werden. Im Falle
2*
20

das Bluten nicht aufhört, das Blut hellroth ist,


und stossweise herausströmt, endlich der wunde
Theil im Arm oder Bein liegt, so soll auch
auf die Hauptader ein Druck ausgeübt werden.
(Die Arterie kann man gewöhnlich am Gliede
selbst durch einfache Berührung spüren.)

Ein Verband muss dann auf diese Weise an


betreffender Stelle, wo man die Arterie am besten
spürt, angelegt und dort bis zum Aufhören der
Blutung befestigt gelassen werden. Falls eine
Ader platzt oder zerschnitten wird, und dies am
Beine vorkommt, muss sich der Patient sofort
niederlegen.
Die Blutung einer Vene ist immer leicht
durch den Druck einer Cornpresse auf diese gestillt.
Ein Druck oberhalb der Wunde soll in diesem
Falle nicht geschehen, da er die Blutung noch
mehr befördern würde.
Anweisung, um eine Compresse zu
mach en. Diese soll einen Zoll dick sein und
21

aus verschiedenen Schichten Charpie oder Lein-


wandstücken verschiedener Grösse bestehen. Das
kleinste von diesen Stücken soll direct auf die
Wunde, die früher sehr sorgfältig gereinigt und
ausgewaschen werden muss, gelegt werden, und dann
folgen successive die stufenförmig grösseren Stücke.
Ein Korkstück, in Leinwand gewickelt, soll auf
die Compresse gelegt und das Ganze durch
Pflaster und Bandagen befestigt werden.
Ist die Wunde am Arme oder Beine, so soll
das Glied gehoben werden, um das Zurückströmen
des Blutes zu beschleunigen.
Abscesse (Geschwüre),
gewöhnlich durch Stoss oder irgend eine andere
Verletzung verursacht, sind brennende, schmerz-
hafte, anfangs harte Anschwellungen, welche jedoch
nach und nach aufplatzen und Eiter ausfliessen
lassen.
.Behandlung. Warme Leinsamenmehlumschläge
müssen aufgelegt und zwei Mal täglich gewechselt
werden.
Wenn die Anschwellung weicher wird und
die Haut dünn und roth ist, werden Zeit und
Schmerzen dadurch erspart, dass man die An-
schwellung mit einer Lanzette öffnet. Die Um-
schläge müssen auch darnach fortgesetzt werden.
Ist die Haut sehr hart wie an der Fläche der
Hand und an den Fingern, so springt sie von selbst
auf und soll dann mit einer Scheere weggeschnitten
werden.
22
Brandwunden.
Behandlung. In gewöhnlichen leichten Fällen
muss die gebrannte Stelle mit einer dicken
Mehlschichte, um sozusagen eine Kruste zu bilden,
bedeckt werden, unter welcher die Wunde, wenn
sie nicht tief ist, rasch heilen wird. In ernsteren
Fällen müssen in Oel getauchte Leinenlappen auf
die Wunde gelegt und letztere mit Baumwolle
bedeckt werden. Den Verband darf man nur
sehr selten wechseln, jedoch oft genug, um voll-
ständige Reinlichkeit zu erlangen; auch muss
die Wunde mit Carbolsäurelösung sauft ausge-
waschen werden. (s. S. 87).
Die Kräfte des Patienten sollen durch gute
substanzielle Nahrung und täglich etwas Brannt-
wein unterstützt werden. Der Schmerz kann
durch eine jeden Abend verabreichte Dosis von
40 Tropfen Laudanum etwas gestillt werden.
Brandwunden im Gesichte werden am
leichtesten geheilt, wenn man sie mit Olivenöl
sanft bepinselt. Falls grosse Blasen erscheinen,
werden sie mit einer Nadel aufgestochen und mit
Mehl und Baumwolle bedeckt. Die gefaltete (ge-
runzelte) Haut muss weggeschnitten werden.
Kopfwunden
kommen bei Matrosen, Soldaten und Arbeitern
sehr häufig und oft sehr gefährlicher Natur vor.
Verletzungen der Hirnschale, wenn noch so un-
bedeutend, können doch sehr üble Folgen haben;
23
keine Kopfwunde, so ungefährlich sie auch aus-
sehen mag, darf vernachlässigt werden. Diese
Wunden können entweder scharf geschnitten oder
zerrissen sein und bluten sehr stark.
Behandlung. Die Umgebung der Wunde muss
rasirt, die Wunde selbst vollständig gereinigt und
wenn sie gross ist, sollen die beiden Ränder
mit einigen Nähten vereinigt werden. Eine darauf
befestigte Charpie-Compresse bildet eine genügende
Bedeckung. Die Blutung selbst ist blos ge-
wöhnlich durch den Druck der Finger oder des
Verbandes herbeigeführt.
Bei allen Verletzungen dieser Art soll der
Patient an str enge Diät gehalten werden und
häufig Abführmittel einnehmen. Leidet er an
Kopfschmerzen oder ist er schläfrig, so muss
man sein Haar kurz abschneiden und ihm kalte
Umschläge auf den Kopf appliciren.
In keinem Falle dürfen Wein, Bier
oder sonstige geistige Getränke dem
Verwundeten gegeben werden.
Geh irner schilt terung ist durch heftige
Stösse oder einen Sturz auf den Kopf verursacht;
Die Hirnschale ist manchmal dabei verletzt.
In leichten Fällen ist der Patient schläfrig,
es wird ihm übel und oft auch erbricht er sich.
Ist die Erschütterung eine sehr gefährliche, so
fällt er in Ohnmacht, sein Körper ist kalt und er
liegt, als wäre er im tiefsten Schlafe, kann jedoch
durch einen ihm bekannten Ruf (Commandowort),
2-4
den er auch beantworten wird, momentan auf-
geweckt werden, jedoch um augenblicklich wieder
(Anzuschlummern. Dieser Schlaf währt oft von
1 bis selbst 4S Stunden.
Behaitd/wig. Der Kranke soll Ruhe geniessen,
darf nichts zu sich nehmen, da er sonst Gefahr
liefe zu ersticken. Er soll in ein warmes Bett-
tuch eingewickelt werden; um seine Füsse müssen
immer warme Umschläge gelegt werden.
Gebrochener Schädel und Gehirn-
verletzung. Gewöhnlich höchst gefährlich. Der
Patient ist unempfindlich, athmet als ob er eine
Pfeife rauchte und blutet auch manchmal durch
Nase und Ohren.
Behandlung. Der Kopf soll kalt und die
Füsse warm gehalten werden; sonst kann nichts
geschehen.
Frostbeulen
kommen meistentheils an den Fingern und Füssen
vor. Die Leute sollen in kalten Gegenden
gezwungen werden, sich sofort zu melden, wenn
die Finger und Fussspitzen roth werden, oder
gerunzelt sind.
Behandlung. Die beschädigten Theile werden
mit Schnee und Eis tüchtig gerieben und in
kalte feuchte Lappen eingewickelt. Der Patient
darf sieh nicht dem Feuer nähern oder in einem
warmen Zimmer aufhalten, widrigenfalls er das
Glied verlieren kann.
25
Erhenkte.
Den Unglücklichen so schnell wie möglich
abschneiden, Hals und Brust ganz entblössen,
kaltes Wasser in's Gesicht und auf die Brust
sprengen und wenn nöthig, solche Mittel anwenden,
die im folgenden Capitel „E rtr unk e n e" ange-
geben sind.
Ertrunkene.
Alle Kleider sofort abnehmen, den Körper
trocken abwischen und fest mit warmen Tüchern
abreiben, warme Wasserflaschen sowohl unter die
Arme als auch an die Lenden und Füsse legen,
Mund und Nasenlöcher auswischen, das Athmen
dadurch herbeiführen, indem man die Kehle
mit einer Feder kitzelt, und das Abreiben durch
mehrere Stunden fortsetzen. (Die Hilfeleistenden
sollen natürlich dabei abwechseln.) Manchmal
kann noch das Leben zurückgerufen werden,
wenn auch anfangs alle in Betracht kommen-
den Hilfsmittel hoffnungslos zu sein scheinen.
Ausserdem fügen wir noch einige Anleitun-
gen hinzu, die der „National Lifeboat Institution"
von England entnommen sind, und die, wenn
ordentlich angewendet, höchst nützlich
werden können.
Das Athmen wieder herbeizuführen.
Die Kehle freizumachen. Man lege
den Patienten auf den Boden mit dem Gesichte
nach abwärts und seinen Arm unter die Stirne.
26
Diese Stellung erleichtert das Herausfliessen jeder
Flüssigkeit, ausserdem wird die Zunge nach aus-
wärts fallen und den Eingang in die Luftröhre
dadurch frei machen. Dieser Behandlung wird
durch Abwischen und Reinigen des Mundes noch
nachgeholfen.
Wenn das Athmen beginnt, hat man jene Be-
handlung einzuleiten, welche (siehe weiter unten)
Wärme herbeiführen soll. Falls der Patient
gar nicht oder kaum merklich athmet, dann ist
das Athmen zu erregen.
Der Patient ist aus der vorigen Lage auf die
eine oder die andere Seite zulegen und der Kopf
dabei zu unterstützen, die Nasenlöcher durch
Schnupftabak, Hirschhorngeist etc, zu reizen, die
Kehle mit einer Feder zu kitzeln, Brust und.
Gesicht sind warm zu reiben und mit kaltem
Wasser, oder abwechselnd mit kaltem und warmein
Wasser zu bespritzen.
Falls keine Besserung eintritt, ist sogleich
— wie folgt — zu handeln:
Das Athmen nachahmen.
Der Patient wird mit dem Gesichte nach
unten niedergelegt, die Brust dabei durch Klei-
dungsstücke Polster etc. gehoben und wohl unter-
stützt, der Körper ist langsam auf die Seite zu
drehen, dann wieder schnell auf die Brust, wieder
zurück u. s. w.
27

Diese Bewegungen müssen mit Sorgfalt, je-


doch auch mit einer gewissen Kraft und Ausdauer
ungefäbr 15 Mal per Minute oder jede vierte oder
fünfte Secunde ausgeführt werden.

- ---- - - -- -...Z-,
----47-7-71,-.-- ,,--.*_. ---"'"-
-.:
Diese beiden Illustrationen zeigen die Lage des
Körpers während der Behandlung nach Dr. Marshall Hall,
um das Atimen wieder herbeizuführen.
28
Indem man den Patienten auf die
Brust legt, wird die Luft durch das Ge-
wicht desKörpers selbst hinausgepresst,
durch die Bewegung auf die Seite hört
dagegen der früher ausgeübte Druck
auf und die Luft strömt in die Brust
wieder ein.
Jedes Mal, wenn der Körper mit dem Ge-
sichte nach abwärts liegt, muss ein wirksamer
und gleichmässiger Druck mit lebhafter (scharfer)
Bewegung auf den Rücken zwischen und unter
den beiden Schulterblättern ausgeübt werden,
welcher Druck jedoch sofort aufhören muss, wenn
der Körper auf die Seite gedreht wird.
Während dieser ganzen Behandlung muss
eine Person speciell die Bewegungen des Kopfes
und des Armes ausführen.

Die erste Bewegung befördert das Aus-,


die zweite das Einathmen.
Sind diese Bewegungen nach 2-5 Minuten
ohne Erfolg geblieben, so muss man sofort die
Methode des Dr. Sylvester anwenden, um das
Athmen nachzuahmen.
Der Patient wird auf den Rücken auf eine
ebene Fläche gelegt, so dass die Füsse sich etwas
niedriger als Kopf und Schultern befinden, die
durch eine Art Polster (Kleider) unter den Schultern
etwas zu heben sind.
29

Die Zunge des Patienten wird herausgezogen


und nach auswärts hängend erhalten (eine elasti-
sche Binde ob3r der Zunge und unter dem
Kinne wird am praktischesten sein), ausserdem
können noch Zunge und Kinn durch eitim Bind-
faden oder dergleichen festgebunden, oder endlich
kann die Zunge, die aus dem Munde hängt, durch
die Zähne festgehalten werden. Alle enganliegen-
den Kleidungsstücke, die Hals und Brust been-
gen, besonders aber Hosenträger, sollen beseitigt
werden.
Die Athmungsbewegung na chahmen.
Man stellt sich zum Kopfe des Patien ten
ergreift seine Arme unmittelbar ober den EU
bogen, zieht sie langsam und sanft nach oben
bis über den Kopf und erhält sie in dies er
S te 11 u n g ungefähr durch zwei Secunden (d urch
diese Bewegung strömt die Luft in die
Lungen hinein), die Arme müssen dann zu-
rückgedreht und vorsichtig, jedoch mit Kraft
zurückgestossen und ungefähr zwei Secunden
an der Seite der Brust erhalten werden. (L et zt er e
Bewegung treibt die Luft aus der Lunge
heran s.)
30

Diese beiden Illustrationen zeigen die Lage


des Körpers während der Behandlung nach
Dr. Sylvester) um das Athmen wieder herbei-
zuführen.
31

Diese Bewegungen sollen abwechselnd, all-


mälig und mit Beharrlichkeit ungefähr 15 Mal
per Minute ausgeführt werden.
Wird beim Patienten ein selbständiger Ath-
mungsprocess bemerkt, so müssen sofort alle Be-
wegungen aufhören, die das Athmen hervorrufen
sollten und eine Behandlung eintreten, welche
den Umlauf des Blutes und die Er-
wärmung des Körpers herbeizuführen hat.
Die oben beschriebene Behandlung soll min-
destens durch 4 Stunden fortgesetzt werden, da
es eine vollständig falsche Ansicht ist, dass Per-
sonen gänzlich verloren sind, weil das Leben nicht
gleich erweckt werden kann; Personen wurden
im Gegentheil oft erst nach stundenlangen Ver-
suchen wieder in's Leben gerufen.
Warnungen. Man entferne aus der Nähe des
Patienten alle Personen, die nicht Zur Hilfe-
leistung dringend nothwendig sind, halte jede
rauhe Behandlung fern und lasse den Körper
keinesfalls am Boden liegen, falls die Zunge
nicht vorher befestigt worden ist. Unter keiner
Bedingung ist der Körper bei den Füssen in die
Höhe zu halten.
Wenn das Bewusstsein zurückgekehrt ist,
soll dem Patienten leichte flüssige Nahrung mit
etwas Wein gegeben werden; wenigstens 24
Stunden soll er ausruhen, da er sonst ein heftiges
Fieber bekommen kann, welches ihn für Wochen
nöthigen könnte das Bett zu hüten.
32

Erstickungen (Suffcoationen).
Gewöhnlich durch das Einathmen unreiner
Luft verursacht.
Der Patient soll sofort in die frische Luft
getragen werden und man hat ihn so zu be-
handeln, wie es in dem Capitel „E r h e n k t e«
und „E r t r u n k e n e" (s. S. 25) angegeben
worden ist.
Ohn machten.
Diese können durch Blutverlust, Ermüdungen
oder endlich durch sehr grosse Schwäche (in
Folge einer crchöpfenden Krankheit) hervorge-
bracht werden.
Behandlung. ])er Patient soll so niedergelegt
werden, dass der Kopf mit allen anderen
Theilen des Körpers in einer horizon-
talen Lage sich befindet, er soll frische
Luft einathmen können und mit frischem Wasser
auf Brust und Gesicht lebhaft bespritzt werden.
33

Vergiftungen.
Wo möglich ist dasjenige aufzufinden, was die
Vergiftung verursacht hat, da in solchen Fällen
die Anwendung des unrichtigen Mittels höchst
gefährlich sein kann.
Säuren.
Salzsäure, Scheidewasser, Zinnchlorid.
Sodabicarbonat oder Kreide in Wasser, oder
Seifenwasser soll man dem Kranken geben, ferner
durch 2 Tage je eine Unze Ricinus-Oel (s. S. 81)
als Abführmittel.
Nota. Gegen eine Carboltdurevergiftung muss irgend eine Oelgat.
tung gebraucht werden.

Pottasche, Ihrschhorngeist, Ammoniak.


Wasser und Essig sollen gegeben werdea.
Nachcur. Dieselbe wie für Säurevergiftungen.
Blei.
Bittersalz (Epsom-Salz) (s. S. 82) in doppelter
Dosis geben, und wenn alle ungünstigen Symp-
tome verschwunden sind, dasselbe Mittel noch
oft genug anwenden, um während 3 Tagen den
Patienten gehörig abführen zu lassen.
Opium, Laudanum.
Kein Gegengift.
Falls der Patient etwas zu sich nehmen will,
kann man ihm 30 gr. Zinksäure in einem grossen
Der Feldarzt. 3
34
Glas Wasser geben; er soll viel Wasser trinken,
seine Kehle soll mit einer Feder leicht gekitzelt
werden, um das Erbrechen herbeizuführen.
Um jeden Preis ist er wach zu erhalten,
was man durch Bespritzen mit kaltem Wasser
erzielen kann, ausserdem muss er sich insolange
bewegen, bis alle Zeichen des Schlafes ver-
schwunden sind.
Man gebe ihm öfters starken Caff3e, jedoch
in kleiner Quantität, halte ihn warm, und wenn
er einmal vollständig aufgewacht ist, erlaube man
ihm ein kurzes Schläfohen von 30-40 Minuten;
endlich folgt eine volle Dosis (172 Unz.) Ricinus-
Oel als Abführmittel. Der Kürper soll immer
warm erhalten werden, nöthigenfall3 mit Hilfe
warmer Flaschen und durch kräftiges Reiben.
Arsenik.
Falls der Patient sich nicht erbricht, so soll
man ihm in einem grossen Glase Wasser 30 gr.
Zinksäure, oder falls Zinksäure nicht bei der
Hand wäre, einen guten Schluck sehr fetten
Wassers oder warmes Seewasser geben und dieses
bis zum Erbrechen wiederholen; wenn jedoch Er-
brechen nicht bald eintritt, ist der Patient wahr-
scheinlich verloren.
Fischvergiftungen
kommen von Zeit zu Zeit auf der See vor.
Man gebe dem Patienten 30 gr. Zinksäure
in einem grossen Glase Wasser zu trinken, um
35
das Erbrechen herbeizuführen, und nachher mehrere
kleine Gläschen Branntwein.
Sehr grosse Trunkenheit.
Dem Manne in einem Glas Bier oder irgend
einer Flüssigkeit 30 gr. Zinksäure geben, um das
Erbrechen herbeizuführen; Leib und Hals vollstän-
dig befreien; seinen erhöhten Kopf auf einen
feuchten Kehrwisch (oder Aehnliches) stützen
und ihn in frischer Luft, jedoch gegen Kälte ge-
schützt, liegen lassen.

Wichtige Beinerkumtgen.
Bei jeder Behandlung einer Vergiftung sollen
die Gegenmittel rasch gefunden und gegeben
werden. Grosse Genauigkeit der Quantität ist
nicht nothwendig. Sehr wahrscheinlich ist es, dass
der Patient für mehrere Wochen berufsunfähig
sein wird.
36

Medicinische Krankheiten.
Fieber.
Unter diesem Namen versteht man aber nicht
Wechselfieber, wohl aber folgenden Zustand:
stets brennende Haut, trockene oder angelaufene
'Zunge, mit Durchfall oder Verstopfung.
Es gibt verschiedene Fieberarten, von welchen
jedoch die drei folgenden leicht erkannt werden
können:
1. Hitze der Haut, Mangel an Appetit, Zunge
zuweilen trocken, oder feucht und angelaufen,
gewöhnlich mit Ver4opfung.
Dieses Fieber dauert 1 bis 6 Tage.
Man lasse den Patienten 1 Unze Ricinus-Oel
trinken, falls er es zum Abführen nöthig
hat,
gebe ihm die Fiebermixtur (s. S. 86) 3 Mal täglich
und beobachte strenge Diät. Wenn das rieber
verschwunden ist, lasse man ihn 2 gr. Chinin 3 Mal
pr. Tag eine Woche hindurch nehmen, überdie
s
gute kräftige Nahrung.
'2. Feuchte und angelaufene Zunge, brennende
Haut, Durchfall und zusammengepresster
Bauch,
welcher, wenn leise geklopft, wie eine Trommel
challt.
N o t a. Unter strenger Diät versteht man flüssige
Nahrung, beef tea (sehr leichte Fleischbrühe), Pfeilwurz
(arrowreot), Milch etc.
37
Dieses Fieber dauert drei Wochen. Man
lege einen grossen Terpentinumschlag (s. S. 88) auf
den Magen, belasse ihn daselbst 30 Minuten und
erneuere ihn jeden Morgen 3 Tage hindurch, falls
der Durchfall nicht aufhört. Man lasse den Pa-
tienten 3 Mal per Tag eine Dosis Paregoricuni
(s. S. 83) und jede Nacht 6 gr. Dower'sche Pulver
einnehmen und stärke ihn mit der besten Fleisch-
brühe und den kräftigsten flüssigen Nahrungs-
mitteln, die zu finden sind.
Falls dessen Zunge hart und trocken wird,
gebe man ihm Wein, oder Branntwein mit Wasser
gemischt (4 bis 8 Unz. Branntwein für je 24 Stun-
den). — Ist der Durchfall sehr heftig, von 12 bis
20 Stuhlgängen in 24 Stunden, so nehme er die
Diarrhöe-Mixtur jede vierte Stunde (s. 8 86), höre
aber damit sofort auf, wenn der Durchfall nach-
gelassen hat, da etwas Durchfall zur gänzlichen
Erholung doch nothwendig ist.
3. Eine lederartige, trockene Zunge, bren-
nende Haut, Veistopfung und von Zeit zu Zeit
heftiges Fantasiren.
Dies wird zwei Wochen andauern. Der Kopf
des Patienten ist abzurasiren und auf denselben
sind kalte Umschläge zu legen, Abführmittel sind
so schnell als möglich zu gebrauchen, um einen
möglichst regelmässigen Stuhlgang hervorzubringen.
Der Patient soll öfters kräftige flüssige Nahrung
zu sich nehmen, jedoch nur in kleinen Quantitäten.
Vom Beginn der Krankheit an soll er alle 42
stunden ungefähr 6 Unz. Branntwein erhalten (man
könnte selbst bis zu 12 Unz. gehen, falls der
Puls sehr schwach wäre). Wenn die Zunge weich
und etwas feuchter wird, kann der Brantwein
bis zur Hälfte reducirt werden. Bei allen diesen
verschiedenen Fieberanfällen sind folgende Mass-
regeln zu beobachten:
1. Der Patient soll uriniren. Falls dieses
nicht spontan geschieht, soll man alle 12 Stunden
die Harnsonde, jedoch sehr sorgfältig gebrauchen
(s. Anleitung für den Gebrauch der Harnsonde
Seite 69).
2. Er soll rein und trocken gehalten werden,
da er widrigenfalls wunde Stellen bekommen könnte.
3. Keine anderen Medicinen als diejenigen,
welche oben bezeichnet sind, sollen gebraucht werden.
Diese Fieberanfälle (sowie Scharlachfieber,
S. 39 beschrieben) bedürfen mehr als irgend eine
andere Krankheit einer sehr sorgfältigen Behand-
lung. Das Leben des Patienten wird fast allein
von der Wachsamkeit des Wärters abhängen, da das
Mediciniren sonst nicht viel Nutzen mit sich bringt.
Wechselfieber.
In China, Westindien, an der Westküste
Afrika's (bei uns in Sumpfgegenden) sehr häufig
vorkommend.
Ein heftiger Schüttelfrost mit folgender
grosser Hitze. Der ganze Anfall dauert von 2 bis
8 Stunden.
39
Diese Symptome sind leicht zu erkennen. Zwei
Dinge sind vor Allem zu berücksichtigen, ehe man
mit irgend einer Behandlung beginnt:
1. die regelmässigen Functionen der Einge-
weide durch eine Dosis „Wiener Trankel" (s. S. 81)
herzustellen;
2. wo möglich die bestimmte Stunde fest-
stellen, in welcher der Fieberanfall beginnt (was
leicht zu ermitteln ist). Ist dieses geschehen, so
soll man dem Patienten 2 Stunden vor dem zu
erwartenden Anfalle 10 gr. Chinin im Wasser
aufgelöst geben, dieses 2 Mal wiederholen und
falls das Fieber nicht aufhört oder nicht ab-
nimmt, die Dosis bis zu 15 gr. steigern.
Ist der Fieberanfall vollkommen gestillt, soll
diese grosse Dosis noch 3 Mal (2 Stunden vor dem
zu befürchtenden Anfalle) fortgesetzt werden, und
ausserdem gebe man dem Kranken 3 Mal täglich
noch weitere 3 gr. Chinin. Dieses soll wenigstens
8 Tage lang, nachdem alle Fiebersymptome geschwun-
den sind, fortgesetzt werden.

Scharlachfieber, Blatt erte, Masern und Ruth-


laut
Bei allen diesen Krankheiten sind die ersten
Symptome dieselben und tritt die gleiche Behand-
lung bei allen, mit Ausnahme des Rothlaufs, ein.
Scharlachfieber wird daran erkannt, dass
der Patient eine wunde rothe Kehle, eine erdbeer-
40
rothe Zunge und einen scharlachrothen Ausschlag
am Körper hat.
Dauer 8 bis 10 Tage.
Blattern sind zu sehr bekannt, um einer Be-
schreibung zu bedürfen (deren rothe Flecken
werden jedoch öfters mit denjenigen verwechselt,
die die Folge einer syphilitischen Krankheit sind).
Breite rothe Flecke erscheinen gruppenweise
zuerst im Gesiebte, dann am Unterleibe. Die
Oberfläche der Flecke ist nicht glatt (rauh) und
fühlt sich kernig an.
Dauer 16 bis 20 Tage.
Masern. Der Patient näselt, niest, seine
Augen rinnen, ein himbeerrother Ausschlag er-
scheint fleckartig oder halbzirkelförmig und ge-
wöhnlich zuerst auf der Stirne oder im Gesichte.
Dauer 5 bis 10 Tage.
Rothlauf. Die Haut ist glühend roth und
glänzt, zuerst nur an einem einzigen Punkte, der
sich jedoch später mit Schnelligkeit vergrössert
und ein starkes Anschwellen verursacht. Fast
immer (Wundfälle ausgenommen) findet diese
Erscheinung im Gesichte, am Kopfe oder an den
Beinen statt.
Dauer 3 bis 10 Tage.
Diese verschiedenen Krankheiten fangen alle
mit wandernden Schmerzen im Rücken und mit
Fieberanfällen an.
Behandlung. Erstens soll ein Abführmittel ge-
geben werden (welches jedoch nur leicht wirken
41

soll), dann die Fiebermixtur (s. S. 86) 3 Mal


täglich und falls die Zunge trocken wird, oder
der Kranke zu fantasiren anfängt, soll er 6 bis
12 Unzen Rum oder Branntwein alle 24 Stunden
einnehmen (damit jedoch sofort aussetzen, falls
die letztgenannten Erscheinungen verschwinden).
In Ro th lauffäll e n müssen die ergrif-
fenen Theile mit Wolle oder Mehl bedeckt werden
(nöthigenfans selbst mit Werg), um die Luft so
viel als möglich von denselben abzuhalten.
Jeder dieser Kranken braucht nahrhafte
flüssige Nahrung. Die grösste Vorsicht muss
während der Reconvaleseenz beobachtet werden,
damit sich der Patient nicht erkältet und wo
möglich nicht lange oder selbst gar nicht in
feuchten Kleidern bleibt. Wassersucht oder andere
Uebel können sehr leicht dadurch entstehen. Die
Ausserachtlassung dieser Massregeln hat schon
manches Menschenleben gekostet.
Diese vier Krankheiten sind höchst ansteckend,
und ist es sehr zu empfehlen, solche Kranke von
anderen so viel als möglich abgesondert zu lassen.
Ihre Quartiere müssen sorgfältig mittelst Carbol-
säurelösung (s. S. 81) gewaschen werden und
falls der Patient genesen oder sterben sollte, sind
Betten und Bettwäsche wo möglich sofort zu ver-
brennen.
Gelbes Fieber
herrscht in Gegenden, wo die Temperatur wenigstens
75° Fahrenheit 24° Celsius = 19° Raumur
42
erreicht. (Hauptsächlich in den Antillen, in den
Theilen Amerika's, die den Golf von Mexiko be-
grenzen, an der Westküste Afrika's und manch-
mal auch in Spanien.)
Die Hauptsymptome sind Denjenigen wohl
bekannt, die obgenannte Länder bereist haben:
gelbliche Farbe der Haut, intensives Fieber, Er-
brechen einer dunkelbraunen Flüssigkeit.
Diese Krankheit dauert 10 bis 30 Tage und
falls der Patient den fünften Tag überlebt, ist er
gewöhnlich als gerettet anzusehen.
So schnell und so oft wie nur möglich sind
Stuhlgänge durch wiederholte Dosen Ricinueöl her-
vorzurufen, der Kopf muss rasirt und fortwährend
mit kalten Umschlägen bedeckt werden; der
Körper soll mit kaltem Wasser, falls die Hitze der
Haut fortdauert, gewaschen, falls aber der Patient
kalt wird, wie es manchmal vorkommt, so soll er
in ein warmes Bad von 90° Fahrenheit = 32° Cel-
sius = 26° R6atimur gebracht werden. Die
Fieber-Mixtur (s. 5. 86) wird täglich 3 Mal ge-
geben und falls der Kranke sehr unruhig wäre,
soll er jeden Abend eine Opiumpille einnehmen;
ausserdem Tag und Nacht flüssige Nahrung in
kleinen Zwischenräumen geniessen. Der Patient
soll sehr rein gehalten werden und regelmässig
uriniren (wenn nöthig, benütze man die Harn-
sonde, s. S. 69).
Wenn die Wärme der Haut oder irgend
eines der gefährlichen Symptome verschwunden
43
ist, soll er so gut als nur möglich genährt werden
und täglich Bier oder Wein bekommen; ausser-
dem noch 14 Tage hindurch 3 Mal täglich 3 gr.

flusten, Luftröhrettentzlindung, Lungenent-


zündung, Schwindsucht.
1. Ein starker Husten mit schäumigem, weissem
und manchmal eitrigem Auswurf, bald in grös-
serer, bald in geringerer Menge, wird gewöhnlich
eine Luftröhrenentzündung anzeigen, welche 5 bis
10 Tage dauert.
2. Ein Husten mit einem nicht sehr starken
blutigen und ranzigen Auswurf; sehr brennender
Haut und schwerem Athem sind die gewöhnlichen
Erscheinungen einer Lungenentzündung, die 4 bis
9 Tage dauert.
3. Ein steter Husten mit eitrigem, oft übel-
riechendem Auswurfe, der zuweilen von Blut-
spucken begleitet ist, bei gleichzeitigem Abmagern
des Körpers und zunehmender Schwäche zeigt
die Schwindsucht an.
1. Luftröhrenentzündung. Der Patient
soll warm gehalten, die Stuhlgänge regelmässig
herbeigeführt, warme Umschläge müssen auf die
Brust gelegt werden und falls der Patient gar
nicht schlafen kann, so soll er von Zeit zu Zeit
bei Nacht eine Ilustenpille und 3 Mal des Tages
die Fieber-Mixtur (s. S. 86) erhalten.
44
2. Lunge nentz ti nd un g. Dieselbe Behand-
lung wie vorher und ausserdem gebe man 4 bis
12 Unzen Branntwein alle 24 Stunden, bis der
Auswurf nicht mehr ranzig ist und die Hitze der
Haut aufgehört hat. Ein warmer Leinsamenmehl-
umschlag soll auf jene Seite der Brust, wo der
Schmerz am heftigsten ist, gelegt und alle i; Stun-
den gewechselt werden. Man soll dem Kranken
den aufmerksamsten Wärter wählen und ihm
kräftige flüssige Nahrung darbieten und in den
meisten Fällen wird sein Leben gerettet werden.
3. Sc h w inda u c h t. Dieselbe Behandlung
wie bei 1. Die Hustenpille, falls sie die Schmerzen
gestillt hat, nur jede zweite Nacht geben; falls
heftige Symptome fortdauern, soll der Kranke
frische Luft und gute Nahrung geniessen.
Keine anderen Medieinen als die oben be-
zeichneten können von Nutzen sein.
Bräune.
Die Anschwellung einer oder beider Mandeln
(kleine runde Klumpen am hintern Theile der
Kehle) ist eine genügende Erklärung dieser
Krankheit, die oft sehr peinlich und beunruhigend
für den Patienten ist, jedoch selten gefährlich. —
Dauer 5 bis 10 Tage.
Regelmässige Oeffnungen sind herbeizuführen,
der Patient soll sich ausserdem fortwährend mit
warmem Wasser ausgurgeln. Nach heftigen Leiden
und scheinbarer Erstickungsgefahr wird die An-
45
schwellung aufplatzen und der Patient sich bal-
digst erholen.
Herzkrankheiten
sind am schwierigsten zu erkennen. Die Haupt-
symptome sind: Kürze des Athems mit oder ohne
Husten, Schmerzen an der linken Brustwarze
mit Herzklopfen, Anschwellen der Beine, de
Hodensackes und des Leibes, gewöhnlich Wasser-
sucht genannt. (Die Wassersucht kommt jedoch
sehr oft auch in Verbindung mit Leber- und
Nierenkrankheiten vor.)
Falls grosse Schmerzen vorhanden sind, ist
ein warmer Umschlag auf die Brust zu legen,
und falls die Wassersucht zunimmt, sind Stuhl-
gänge häufig herbeizuführen, indem man dem
Patienten eine Dosis Weinstein in etwas Wasser
aufgelöst . jeden dritten Tag durch drei Wochen
hindurch gibt. Man verhüte jedoch, den Patienten
dadurch zu sehr zu schwächen.
Opium soll in diesem Falle, um Schlaf
zu verursachen, nicht gegeben werden.
Da alle Herzkrankheiten durchschnittlich un-
heilbar sind, kann sehr wenig geschehen.
Wenn Blutspucken vorkommt, soll nichts
Warmes eingenommen werden.
Gelbsucht und Leberkrankheit.
Gelosucht wie auch Husten und Diarrhöe
bilden nur Symptome einer existirenden oder
kommenden Krankheit. Der Husten zeigt an,
46
dass etwas in dem Lungensystem nicht in Ord-
nung ist.
Die Diarrhöe lässt Cholera, Fieber oder
Ruhr voraussehen; die Gelbsucht zeigt dagegen
eine Leberkrankheit an. Gelbliche Farbe der
Haut und der Augen ist ein genügendes Symptom,
um irgend eine Lebererkrankung zu erkennen.
Diese Krankheiten sind so zahlreich und ver-
schieden, dass deren ausführliche Beschreibung
hier nicht am Platze sein kann, höchstens Irr-
thümer herbeiführen könnte.
In jedem Falle soll eine starke oder schwache
Abführpille und eine halbe blaue Pille (s. 8. 83)
jeden Abend vier Nächte hindurch gegeben
werden.
Falls die Leber sehr schmerzhaft wäre, soll
ein Terpentinumschlag (s. S. 88) ein oder zwei
Mal aufgelegt werden, und nur falls die Schmer-
zen sehr heftig sind und plötzlich kommen, soll
eine Opiumpille gegeben werden. Dieses darf
man jedoch nur dann, wenn absolut nothwendig,
wiederholen.
Fast alle Leberkrankheiten sind daran er-
kennbar, dass der Patient in der rechten Schulter
und in der rechten Seite einen stumpfen Schmerz
verspürt, ausserdem an der Trägheit der Einge-
weide und der sehr grossen Mattigkeit im ganzen
Organismus.
Einige Leberkrankheiten werden durch vieles
Trinken verursacht, andere durch Ruhr, andere
47
noch durch den Abgang eines Gallensteines.
Eine weitere Behandlung als die oben bezeichnete
ist nicht angezeigt; der Patient wird sieh nach
und nach doch erholen, besonders wenn er in
eine milde Gegend kommt.

Verstopfung.
Eine hartnäckige Verstopfung wird öfters
durch Abführmittel verschlimmert. Der Patient
soll jede zweite Nacht eine Woche hindurch
zwei zusammengesetzte Rhabarberpillen (s. S. 84)
einnehmen, und falls dieses nicht hilft, soll ihm
eine Seifenwasserklystier gegeben werden, oder
es müssen 80 gr. Seife geknetet und mit grösster
Sorgfalt durch den Patienten selbst in die After-
öffnung gesteckt werden.
Jeder Kranke, der an Verstopfung
leidet, muss vor allem Anderen gefragt
werden, ob er einen Bruch hat, und wäre
dieses der Fall, so soll er gleich auf die Weise
behandelt werden, die auf Seite 66 angegeben ist.
Die Abführmittel dürfen nicht fortgesetzt werden,
falls obgenannte Mittel keine günstige Folge
hätten, dem Patienten sollen allerlei Früchte (frisch
oder cooservirt) gegeben werden, und ausserdem
soll er jeden Morgen ein kaltes Bad nehmen.
Alles Andere überlasse man getrost der Natur.

Unverdaulichkeit
kommt besonders bei Matrosen sehr oft vor,
48
die sich dann öfters nach dem Essen über Winde
und Schmerzen im Unterleibe beklagen.
Die Magen-Mixtur (s. S. 87) soll '2 Mal
täglich gegeben werden und, falls nothwendig,
überdies noch durch 3 folgende Nächte eine
leichte Abführpille.
Diarrhöe.
Matrosen und Soldaten leiden öfters an ge-
wöhnlichem Durchfall, jedoch soll man sich immer
vor Fieber (s. S. 36), Ruhr (s. 8. 50), endlich
Cholera (s. S. 49) in Acht nehmen. Falls man
zu erkennen glaubt, dass der Durchfall nicht
ein Symptom obgenannter Krankheiten sei, wohl
aber vermuthet, er sei durch ungesunde Nahrungs-
mittel hervorgerufen werden, so sollen einige
Stunden lang keine Gegenmittel gegeben werden
und man lasse dem Patienten nur flüssige Nah-
rung einnehmen. Falls der Durchfall länger als
4 bis 5 Stunden anhält, muss der Kranke nach
jedem wässerigen Stuhlgange ein Diarrhöepulver
(s. S. 84) einnehmen, was baldigst einen günsti-
gen Erfolg haben wird.
In Gegenden aber, wo die Cholera herrscht
und kein Arzt sich in der Nähe befindet, sollen die
Leute angehalten werden, sofort mit dem Beginne
des Durchfalls nach jedem dünnflüssigen
Stuhlgange ein Diarrhöepulver so lang
zu nehmen, bis der Durchfall gänzlich
aufgehört hat.
49
Die genaue Durchführung obenangegebener
Behandlnng kann manches Menschenleben retten.

Cholera
fängt gewöhnlich mit einfacher Diarrhöe an,
welche 2 bis 8 Tage dauern kann.
Wenn diese vernachlässigt wird, treten
schreckliche Krämpfe, Oeffnungen (dem Reiswasser
ähnlich), Erbrechen und am ganzen Körper eine
bläuliche Farbe ein. Dieses Stadium dauert 2 bis
48 Stunden.
Falls der Patient diese Krisis überlebt, wird
er entweder rasche Fortschritte zur Genesung
machen oder einen heftigen Fieberanfall mit heisser
Haut, weisser, angelaufener Zunge und grosser allge-
meiner Mattigkeit erleiden.
Dieses Stadium dauert 2 bis 7 Tage.
Es kann nicht oft genug wiederholt werden,
dass man dem Kranken keine Hilfe, falls es nicht
schon im Anfange der Krankheit geschah, bringen
kann, und nochmals will ich wiederholen, dass
die Leute gleich nach dem Anfange des Durch-
falles sich augenblicklich melden müssen; die
Diarrhiie-Mixtur (s. S 86) muss dann nach jedem
dünnflüssigen Stuhlgang, selbst wenn nöthig in
doppelter Dosis, genommen werden; ausserdem
müssen die Kranken so viel Ruhe wie nur möglich
geniessen. Alle Stuhlgänge sind augenblicklich zu
entfernen und, wenn möglich, alle schmutzige Bett-
und Leibwäsche zu verbrennen; das Quartier der

Ilrr Frldnrzt. 4
50

Kranken muss öfters mit Carbolsäurelösung ge-


waschen werden.
Im zweiten Stadium (Krämpfe) sind alle
Mittel nutzlos. Der Patient soll so warm als nur
möglich gehalten werden und man gebe ihm,
kaltes Wasser, so viel er nur wünscht, zu trinken.
Im dritten Stadium (Fieber) gebe man keine
Medici!' ; die Kraft des Patienten soll einfach
durch kräftige Nahrung allein unterstüzt werden.
Ruhr.
Diese Krankheit, die fast ausschliesslich in
China und Linien herrscht, erscheint auch von Zeit
zu Zeit auf Schiffen, die von den Antillen, von der
Westkiiste Afrika's, von Süd-Amerika und von
einigen Häfen des Mittelmeeres (hauptsächlich
Alexandrien und Odessa) ankommen.
Ausserdem kommt diese Krankheit auch
öfters unter den Soldaten vor.
Ihre Symptome sind meistens bekannt:
Durchfall mit stark spannendem Gefühl, Oeff-
nungen, die mehr oder weniger Blut mit sich
führen, ausserordentliche Mattigkeit.
In 9/,,, der Fälle, die in Indien und China
vorkommen, werden die Kranken behaupten, dass
sie am Durchfalle schon zu Lande vor Abreise
des Schiffes litten und dieses wahrscheinlich Wo-
chen hindurch.
Falls man von dieser Angabe iiberzeugt ist,
soll der Patient so viel Ruhe als möglich genies-
Öl

sen, er soll nur flüssige Nahrung einnehmen und


seine Limonadessenz - Ration, wie gewöhnlich,
weiter trinken.
Drei Mal täglich soll er 10 gr. Dower'sches
Pulver einnehmen, jeden dritten Tag 10 Tropfen
Laudanum in 1 Unze Ricinus-Oel erhalten und soll
dabei immer sehr warm gehalten werden.
Nach einwöchentlicher Behandlung muss man
die Limonadeessenz, jedoch nur für einige Tage,
falls sich die Krankheit zu verschlimmern scheint
(aber in keinem anderen Falle), auslassen.
Dies ist in tropischen Regionen die einzige
nutzbringende Behandlung. Der Kranke wird
sich, wenn er in ein gemässigteres Klima kommt,
sicherlich erholen. Für mehrere Wochen kann
man ihm dann drei Mal täglich 2 gr. Chinin ge
ben. (Arrowroot, Sagomehl, Reis . . . sind nicht
ohne Nutzen.)
Falls man sich aber überzeugt, dass die
Krankheit erst dann angefangen, nach dem das
Schiff den Hafen verlassen hatte, soll der
Kranke fasten, die Limonadeessenz soll nicht mehr
gegeben werden und anstatt Dower'scher Pulver
soll er drei Mal täglich 5 gr. Ipecacuanha-Pulver
(s. S. 84) einnehmen, welche Dosis nach und
mach bis 10 und 15 gr. erhöht werden soll, falls
keine Erbrechen stattfindet. Wofern der Patient
bei dieser Behandlnng nicht hergestellt wird, soll
ihm seine Limonadeessenz wieder gegeben und das
erstangeführte Verfahren angewendet werden.
4*
52

Es darf jedoch nicht vergessen werden, dass


besonders in den Gewässern von Indien und
China sehr wenig Ruhranfälle nach dem Ab
segeln des Schiffes aus brechen und die
grosse Mehrzahl der Matrosen fast immer noch zu
Lande erkrankt.
Ruhrkranke gehören zu denjenigen Patienten,
die am meisten Ruhe bedürfen und sich nur leich
ter Arbeit unterziehen sollen.
Diese stete Berücksichtigung wird gewiss den
besten Erfolg nach sich ziehen.
Kolik.

Diese Krankheit entsteht öfters fast ohne zu


eruirende Ursache, oder nachdem Wasser getrun
ken wurde, welches durch Bleiröhren fliesst. Sie
erscheint auch sehr oft unter der Schiffsmannschaft,
nachdem diese mit rothen und weissen Farben
(Blei enthaltend) beim Anstreichen des Schiffes
beschäftigt war. Anfangs fühlt man sehr heftige
Schmerzen im Bauche, wie wenn die Eingeweide
zusammengedreht würden, der Bauch fühlt sich
nicht weich an, die Schmerzen beginnen auf
einmal und kommen unregelmässig wieder; ausser
dem leidet man an einer hartnäckigen Verstopfung.
Falls die Krankheit durch eine Bleivergiftung
hervorgerufen wurde, wird am Rande des Zahn
fleisches eine schmale blaue Linie ersichtlich.
Es ist wahrscheinlich, dass mehrere Personen
der Mannschaft gleichzeitig erkranken werden.
In diesem Falle muss man wo möglich mit der
Anstreicherarbeit aufhören.
Den Patienten soll strenge Diät verordnet wer
den, sie sollen eine gute Dosis Ricinus-Oel mit
10 Tropfen Laudanum einnehmen, und müssen
sowohl sich selbst als auch ihre Kleider sehr oft
und sorgfältig waschen.
Wenn ein normaler Stuhlgang wieder her
gestellt ist, sollen die Kranken 2 Mal des Tages
eine Dosis Purgativsalze und salpetersaures Kali
mit Ingweressenz einnehmen, und falls die Schmer
zen andauern, müssen bis zu ihrer Stillung grosse
warme Umschläge auf den Bauch gelegt werden.
Diese Behandlung und das vollständige
Entfernen der bleihalten den Farben
muss so lange fortgesetzt werden, bis der Stuhl
gang wieder ein natürlicher ist und der Patient
keine Schmerzen mehr empfindet, widrigenfalls
sich die Wassersucht baldigst in den Händen zeigen
und die Leute für eine längere Zeit vollständig
unbrauchbar machen würde.

Nierenkrankheiten.

Diese sind schwer zu erkennen und ihre


Symptome durchaus nicht leicht zu beschreiben.
Schmerzen in dem Lenden, vollständige Deprimi
rung und (wie bei Herzkrankheiten) allgemeine
Wassersucht bilden die bedeutendsten und einzigen
Hauptkennzeichen.
Ist der Patient so ziemlich kräftig, so sind
54

öftere Stuhlgänge herbeizuführen. Dieses kann 14


Tage lang geschehen, indem man dem Patienten
eine Dosis Weinsteinrahm in etwas Wasser aufge
löst gibt. Verschwindet das Anschwellen nicht
und wurden die Schmerzen nicht gestillt, so kann
nichts Anderes geschehen, als die Kraft des Patien
ten durch angemessene Nahrung unterstützt
werden.
Herz- und Nierenkrankheiten bieten am
wenigsten Hoffnung dar, und solche Patienten
werden grösstentheils zu fast gar nichts mehr zu
gebrauchen sein.

Anfälle (epileptische etc.).


Hiebei sind folgende Massregeln sorgfältig
zu beobachten:

1. dem Kranken so viel Luft als nur möglich


zugänglich machen, alle Kleidungsstücke um
Hals und Brust entfernen;
2. ihn durchaus nichts hinunterschlucken
lassen, bis nicht das Bewusstsein zurückgekehrt ist;
3. nicht mehr Gewalt zu gebrauchen, als
unbedingt nothwendig ist, um den Kranken 1 uhig
zu erhalten.

Es sind keine anderen Mittel nothwendig.


Wenn der Anfall vorüber ist, soll man dem
Kranken ein Abführmittel geben, ihn ruhig halten
und wenigstens 24 Stunden lang nur flüssige
Nahrung nehmen lassen.
55

Sonnenstich

kommt gewöhnlich in Indien und in den Antillen


(was die gefährlichsten Fälle anbelangt) vor.
Die Krankheit kann auf zwei Arten zum
Vorschein kommen:

1. Schwindel, Mattigkeit, sehr intensive Kopf


schmerzen, brennende trockene Haut, von Zeit
zu Zeit heftiger Durchfall mit Erbrechen, dazu
noch vollständige Unempfindlichkeit und ein
Athmen, welches dem Schnarchen ähnlich ist.
2. Der Kranke verliert plötzlich das Bewusst
sein, Convulsionen treten ein, und ein schnarchen
ähnliches Athmen.
Der Verlauf der Krankheit ist in beiden
Fällen ein sehr rascher. Das Erbrechen ist ein
sehr übles Zeichen und binnen eines Zeitraumes
von 20 Minuten bis 12 Stunden kann der Tod
erfolgen. Falls dieser aber nicht eintritt, wird die
Krankheit ihren natürlichen Verlauf nehmen und
5 bis 8 Tage dauern. Der Patient soll sofort
an den kühlsten Ort, den man nur ausfinden
kann, gebracht werden, sein Haupt muss rasirt
und mit kaltem Wasser begossen werden; ebenso
soll man häufig Gesicht, Schulter und Brust
mit kaltem Wasser bespritzen. Falls der Kranke
noch etwas schlucken kann, soll man ihm sofort
eine Dosis Ricinus - Oel eingeben und diese so
lange fortsetzen, bis die Eingeweide vollständig
frei (leer) sind (etwa nach 4 bis 5 Stuhlgängen).
53

Der Kranke soll ruhig gehalten werden und


nur flüssige Nahrung einnehmen. Falls er nach
und nach seine Beschäftigung wieder aufnehmen
kann, muss sein Haupt gegen die Sonnenstrahlen
immer sehr gut geschützt bleiben.
Lähmungen.
Verlust der Kräfte in den Armen, Beinen
in der Blase . . . oder in irgend einem Theile
des Körpers sind gewöhnlich die Folgen ver
schiedener Krankheiten. Durch den Gebrauch
medicinischer Mittel kann gar nichts erzielt werden.
Man halte den Patienten sehr rein, so dass er
wo möglich nicht wund wird.
Regelmässige Stuhlgänge müssen herbeige
führt und gute Nahrung dem Kranken gegeben
werden. Reizmittel sind nicht nöthig. Falls der
Patient nicht regelmässig urinirt (1 Mal alle 24
Stunden), muss er ein warmes Bad nehmen und
falls dieses ohne Erfolg bleibt, soll die Harnsonde
(s. S. 69) in Anwendung gebracht werden.
Delirium tremens.*)
Schlaflosigkeit, Mangel an Appetit, stete
Unruhe (von Zeit zu Zeit bis zur Wuth gehend)
sind die Folgen des Trinkens und die Symptome
des Delirium tremens.
Erstens müssen Stuhlgänge herbeigeführt,
ein starkes „Wiener Trankel“ muss dem Patienten
*) Wenn auch diese Krankheit selten vorkommt, so ist doch
deren Erwähnung hier am Platze.
57

gegeben und wenn nothwendig nach 6 Stunden


wiederholt werden. Man beobachte den Kranken
fortwährend und falls er etwas unruhig ist, lasse
man ihn nicht aus den Augen, da sein eigenes
Leben und oft das anderer Personen dadurch
gefährdet sein kann.
Im dringenden Falle, wenn er sehr aufgeregt
ist, gebe man ihm eine Opiumpille und wieder
hole dies nach zwei Stunden, wenn sie keinen
günstigen Erfolg hervorgebracht hätte.
Opiumpillen sind jedoch in dieser Krankheit
ein gefährliches Mittel und sollten nur im äusser
sten Falle angewendet werden. Eine Nachcur ist
nicht nothwendig.
Scorbut.

Angeschwollenes und schwammiges Zahn


fleisch, an den Beinen dunkle Tupfen und blaue
breite Flecke (wie Quetschungen aussehend), die
Waden und unteren Theile des Schenkels fühlen
sich steinig an.
Behandlung. Man gebe die Limonadeessenz in
doppelter Ration, ausserdem bekomme der Pa
tient Gemüse (conservirt oder frisch) zu essen
und Wein oder Bier dazu zu trinken.
Das Gesetz der „Merchant Shipping Act 1867“
(Seehandelsangelegenheiten) hat die Schiffseigen
thümer gewissermassen für die Verproviantirung
und die gute Instandhaltung der Apotheke und die
Schiffscapitäne selbst, für den Gesundheitszustand
58

der Mannschaft (besonders gegen Scorbut und


dergleichen Krankheiten) verantwortlich gemacht.
Falls die dort angeordneten Massregeln einerseits
durch die Schiffscapitäne, anderseits durch die
Staatsofficiere sorgfältig ausgeführt würden, so
wären bald obgenannte Krankheiten nicht mehr
zu befürchten.
Dasselbe günstige Resultat kann auch dadurch
erzielt werden, dass man die Rathschläge, die in
diesem Büchlein unter dem Titel „Vermeidung“
der Krankheiten (s. S. 3) angegeben sind, genau
befolgt.
Rheumatismus
kann die Folge eines sich steten Aussetzens
kalter und nasser Witterung oder die eines Trip
pers sein. Es ist kaum mothwendig, diese Krank
heit zu beschreiben, jedoch sei bemerkt, dass sie
von Zeit zu Zeit so heftig ist, dass der Patient
fast vollständig darniederliegt. In diesem Falle
wird die Krankheit ein acuter Rheumatismus ge
nannt und dauert 14 bis 20 Tage.
Der Patient muss warm gehalten und dessen
schmerzhafte Glieder in Flanell eingewickelt
werden. Er soll Abführmittel einnehmen und
falls die Schmerzen sehr heftig sind, jede Nacht
10 gr. Dower'sche Pulver, ausserdem noch 3 Mal
täglich die Salz Mixtur (s. S. 86) bekommen.
Der Patient soll sehr sanft berührt werden,
da die Schmerzen im entgegengesetzten Falle un
erträglich sind.
59

Für alle anderen Rheumatismusformen soll


der Patient 3 Mal täglich die Salz-Mixtur (s. S. 86)
einnehmen und hauptsächlich warm gehalten
werden. Abends 10 gr. Dower'sche Pulver mit
warmem Branntwein genommen, dürfte auch ein
sehr erfolgreiches Mittel sein. Diese Krankheit
ist jedoch oft sehr hartnäckig und fordert jedes
Jahr in dem Heer- und Seewesen zahlreiche
Opfer.
Falls man den Patienten längere Zeit hin
durch von der Arbeit befreien und mehrere
Nächte vollständige Ruhe geniessen lassen könnte,
würde dadurch ein guter Erfolg erzielt werden
können.
Wenn die Vorschriften des obgenannten eng
lischen „Merchant Shipping Act“, dass nämlich
sowohl alle Schlafstellen, als auch sämmtliche
Leib- und Bettwäsche trocken und gut gelüftet
seien, genau beobachtet würden, dann wäre mehr
derartigen Krankheitsfällen vorgebeugt, als alle
Aerzte und Capitäne je zu curiren vermögen.
Krätze

wird hauptsächlich durch die Unreinigkeit sowohl


der Haut als auch der Kleider herbeigeführt.
Die Flecke, die manchmal wie kleine Wasser
blasen aussehen, zeigen sich gewöhnlich erst
zwischen den Fingern, erscheinen jedoch bald
nachher am ganzen Körper (Arm, Beine und
Gesäss).
60

Nachdem sich der Patient mit weicher Seife


sorgfältig gewaschen hat, soll er sich alle ange
griffenen Theile der Körpers mit Schwefelsalbe
(s. S. 88) tüchtig einschmieren und so verbleiben,
bis das Jucken geschwunden ist. Wo möglich
soll der Patient von seinen Cameraden entfernt
und alle Bett- und Leibwäsche soll nach beende
ter Krankheit verbrannt werden. Nur auf diese
Weise werden die anderen Leute vor dieser Krank
heit geschützt. -
61

Chirurgische Krankheiten.
Syphilitische Krankheiten.
1. äusserlicher Tripper,
2. innerlicher Tripper,
3. oberflächliche Wunden,
4. Schanker,
5. Leisten anschwellung (Bubonen).
Es gibt noch andere Uebel, die als Folge
obgenannter Krankheiten entstehen können:
an geschwollene Hoden sind oft die
Folgen eines Trippers,
färbige Flecke, wie auch
Geschwüre und
H als krankheiten die eines Schankers.
1. Aeusserlicher Tripper, sog. Eichel
tripper. Diese Krankheit kommt bei Männern,
die eine lange Vorhaut haben, häufig vor. Sie
entsteht durch Unreinlichkeit. Der Schmutz
sammelt sich unter der Vorhaut an und reizt
die Eichel. Ein dicker Ausfluss fliesst unter der
angeschwollenen Vorhaut heraus, die nur müh
sam zurückgezogen werden kann. Die Eichel ist
roth und angeschwollen, jedoch ohne Geschwür.
Die Vorhaut muss weit zurückgezogen und
sie sowohl als auch die Eichel soll gut mit
warmem Wasser abgewaschen werden. Beide
(52

müssen sorgfältig mit der Aetz-Waschung (s. S. 87)


ausgespült, etwas Charpie zwischen beide einge
legt und die Vorhaut wieder nach vorwärts ge
zogen werden. Reinlichkeit während ein Paar
Tagen mit wiederholten Waschungen und Local
bädern werden das Uebel bald beseitigen.
2. Tripper. Diese Krankheit erscheint ge
wöhnlich 2 bis 7 Tage nach dem Beischlaf mit
einem schon angesteckten Weibe.
Symptome. Man empfindet ein brennendes
Gefühl am Ende der Harnröhre, die Eichel schwillt
auf, wird roth und glänzend; beim Uriniren em
findet man einen brennenden heftigen Schmerz
(wie wenn siedendes Wasser herausfliessen würde),
der bald fast unerträglich wird. Der Urinstrom
ist gebrochen und geschlängelt, in sehr acuten
Fällen hört er vollständig auf. Hierauf folgt ein
Ausfluss einer Materie, die eine grün-gelbe Farbe
hat, anfangs flüssig ist, jedoch später sehr dick wird -
Dasselbe brennende Gefühl, welches schon
oben erwähnt wurde, macht sich am untern Theile
des ganzen Gliedes fühlbar, und während der
Nacht leidet der Patient sehr oft an Steifheit
des Gliedes,
Ist die Vorhaut etwas lang und sammelt
sich die ausfliessende Materie unter ihr, so schwillt
sie an, kommt nicht mehr zurück, und es entsteht
dann noch ein äusserlicher Tripper dazu.
Behandlung. Eine schwache Abführpille soll
dem Kranken gegeben werden und darnach eine
63

Dosis Salze oder Wiener Trankel (s. S. 81),


welches eventuell wiederholt werden muss. Eine
Injection von Zinksulphat (s. S. 84) soll täglich
2 Mal verwendet und, falls nach 8 bis 10 Tagen
keine Besserung eintritt, die Tripper-Mixtur
täglich drei Mal gegeben werden.
Wie die Injection gemacht werden soll.
Eine Spritze wird mit der Injectionsflüssigkeit
gefüllt, ihr Ende wird in die Harnröhre so weit
als möglich hineingesteckt und die Injection
dann langsam und sorgfältig eingespritzt.
Wenn die Spritze herausgenommen wird, soll
die Oeffnung der Harnröhre mit den Fingern
einige Secunden gesperrt werden, damit die Injec
tion nicht allsogleich herausfliessen kann.

Unpässlichkeiten, die dem Tripper folgen


können.

Steifheit des Glied es. Das Glied sollte


Abends, ehe man zu Bette geht, 20 Minuten lang ins
Wasser, so warm man es nur vertragen kann,
getaucht werden. Falls die Steifheit dann noch
eintritt, wird der Schmerz dadurch gestillt, dass der
Kranke sich auf ein kaltes Metall niedersetzt oder
das Glied mit kaltem Wasser bespritzt; endlich
kann noch jede Nacht eine doppelte Dosis be
ruhigende Mixtur (s. S 86) gebraucht werden.
Zurückhaltung des Urins (s, S. 68)
Angeschwollene Hoden: Der Patient
64

hat das Gefühl, als ob er in dem Hodensacke ein


grosses Gewicht mit sich schleppen würde und
Schmerzen am Gliede; die Hoden werden sehr
weich und nehmen bald eine zwei- bis dreifache
Grösse an. Ausserdem ist allgemeines Unwohlsein,
Schmerzen in den Lenden, belegte Zunge, Ver
stopfung und Fieber vorhanden.
Behandlung. Ein tüchtiges Abführmittel und
drei Mal täglich die beruhigende Mixtur (s. S86).
Der Hodensack muss in einem Tuche oder
Verbande eingeschlossen getragen werden.
Der Patient soll wo möglich völlig ausruhen,
warme oder noch besser Leinsamenmehlumschläge
mit einem Suppenlöffel voll Laudanum müssen
auf die Hoden applicirt werden. Die Wärme ist
gewöhnlich der Kälte vorzuziehen; falls letztere
Umschläge erwünscht wären, könnten Goulard'sche,
jedoch ebenfalls mit Laudanum angewendet
werden (s. S 88).
Gerstenwasser, Leinsamenthee, geröstetes Brot
und Wasser sind dem Kranken zu geben. Der
Verband, der den Hodensack festhält, soll zwei bis
drei Monate getragen werden.
3. Oberflächliche W un d en sind fast
immer durch Schmutz verursacht und erscheinen
gewöhnlich zwischen Vorhaut und Eichel. Sie sind
nicht gross und leicht zu behandeln.
Behandlung. Man wasche sie gut mit war
mem Wasser aus, benütze die Aetz-Waschung
(s. S. 87) und gebe Charpie darauf,
65

4. Sch an ker. Anfangs sieht er wie eine


kleine Finne aus, welche ziemlich brennt und
zwickt; eine wasserhaltige Beule bildet sich bald,
zerplatzt und hinterlässt eine Wunde. Der Schan
ker kann hart oder weich sein.
Der harte Schanker hat einen knorpeligen
Rand und soll nicht übersehen werden. Man er
halte ihn mit Höllensteinlösung (s. S. 81) stets
feucht.
Der weisse Schanker soll einfach rein gehal
ten, jedoch von Zeit zu Zeit mit Höllenstein be
rührt werden.
Quecksilber soll nur von einem prak
tischen Arzte gegeben werden; je des sy
philitische Leiden kann ohne Quecksil
b er geheilt werden, wenn man die oben
angegebenen Massregeln genau befolgt.
Halskrankheiten, Flecke auf der Haut,
Schmerzen und Anschwellen der Knochen, endlich
Geschwüre folgen sehr oft nach Schanker.
In allen diesen Fällen müssen drei Mal täg
lich, und zwar durch mehrere Wochen 5 gr. Jod
kali in etwas Wasser gegeben werden. Die
Kehle muss mit dem Gurgelwasser (s. S. 80) aus
gegurgelt und die Geschwüre sorgfältig mit ein
facher Salbe (s. S. 83) behandelt werden. Der
Kranke soll täglich eine doppelte Ration Limonade
essenz nehmen, um – hauptsächlich auf dem
Meere – Scor but zu vermeiden, der bei
solchen Krankheiten oft vorkommt.
Der Feldarzt. 5
66

5. Leistenanschwellung (Bubo)
ist eine Anschwellung in der Schamleiste, welche
röthlich wird, nach und nach erweicht, falls nicht
behandelt, aufplatzt und durch eine kleine Oeff
nung Materie ausfliessen lässt.
Behandlung. Warme Leinsamenumschläge
und Ruhe. Wenn die Haut sehr dünn wird, kann
man den Bubo aufschneiden, was durch einen
Lanzettenstich in der Quere, aber nicht nach
der Länge, geschehen soll. Die Umschläge
sollen 2 bis 3 Tage lang nach dem Aufschneiden
des Bubo noch fortgesetzt werden, die Wunde
muss dann mit Charpie und Wasser oder Carbol
säurelösung behandelt werden. Regelmässige Stuhl
gänge müssen durch gelegentliche Abführmittel
während der ganzen Behandlung stattfinden und
nachdem der Bubo aufgeplatzt oder aufgeschnitten
worden ist, muss der Patient durch gute Kost
und etwas Wein, Bier oder Branntwein gestärkt
werden.
Bruch

kommt öfters bei Männern vor, die anstrengenden


- Arbeiten unterworfen sind.

Eine Anschwellung, zuerst klein, ist in der


Schamleiste bemerkbar, verschwindet, wenn der
Patient liegt, erscheint jedoch wieder, wenn er
aufsteht oder hustet. Schmerzen sind fast keine
vorhanden, nur ein gewisses Gefühl, als ob man
im Unterleib etwas mitschleppen würde. – Wenn
67

vernachlässigt, ist es möglich, dass die Geschwulst


durch die beiden Lippen der Oeffnung festgehalten
wird. Der Canal der Eingeweide ist sodann ver
sperrt, die Anschwellung kann nicht mehr in den
Bauch zurückgestossen werden, der Bruch ist
eingeklemmt.
In solchen Fällen ist die Anschwellung
etwas elastisch, wenn berührt, mehr oder weniger
schmerzhaft. Der Patient spürt anfänglich Schmer
zen im Bauche und leidet an Verstopfung; nach
einer kurzen Zeit kommt es bis zum Erbrechen,
manchmal wirft er auch Excremente aus. In
diesem Zustande ist seine Lage sehr bedenklich.
Behandlung. Man gebe dem Kranken 40 bis
60 Tropfen Laudanum ein, setze ihn in ein
warmes Bad von 100" Fahrenheit = 38° Celsius
= 30° Réaumur, und erhalte das Wasser in
gleichem Wärmezustande.
Wenn der Patient durch die Hitze des Bades
ohnmächtig wird, muss die Anschwellung leise,
sanft und regelmässig zurückgestossen werden,
indem man hiebei die Richtung verfolgt, in welcher
sie hinuntergeschlüpft ist. – Viel Gewalt darf
nicht angewendet werden, da widrigenfalls die
Eingeweide verletzt werden könnten. Diese Ver
suche sollen höchstens eine halbe Stunde lang
fortgesetzt werden.
Der Patient soll dann aus dem Bade ge
nommen, abgetrocknet und ins Bett gelegt
werden.
68

Falls die obenerwähnte Behandlung keinen


günstigen Erfolg hatte und Schnee oder Eis zur
Hand wäre, so soll eine Blase damit gefüllt auf
die Anschwellung gelegt werden und daselbst
einige Stunden verbleiben. Oefters geschieht es,
dass die Anschwellung dadurch vermindert wird
und dann wieder zurückgestossen werden kann.
Alle Leute, die an einem Bruche leiden,
sollen bei erster Gelegenheit mit einem Bruch
bande versehen werden.

Hemmung der Urinblase


ist durch folgende Ursachen herbeigeführt:
1. wenn man längere Zeit trotz vorhandenen
Dranges nicht uriniren konnte, oder wenn
man zu viel getrunken hat;
2. durch Zusammenziehung der Harnröhre;
3. in Folge eines Trippers;

4. durch eine Verletzung der Harnröhre in


Folge eines Falles oder eines Hiebes in den
Winkel der beiden Oberschenkel;
5. nach längerem Aufenthalte in nassem oder
kaltem Wetter.

Behandlung. Dem Patienten sind 40 bis 50


Tropfen Laudanum einzugeben, er soll in ein
warmes Bad von 100° Fahrenheit = 38° Celsius
= 30° Réaumur gebracht und eine Viertelstunde
darin gelassen werden. Im Bade selbst wird der
Patient manchmal etwas uriniren, falls dieses aber
69

nicht geschieht, so soll man die Harnsonde ge


brauchen. -

Wie die IIarnsonde zu gebrauchen ist.


Man lässt den Kranken aufstehen und sich
gegen die Wand anlehnen, indem man sich gerade
vor ihm niedersetzt. Nachdem der Draht aus der
Sonde gezogen, wird sie mit Oel beschmiert und
in der rechten Hand wie eine Feder gehalten;
das Glied des Kranken muss man mit der linken
Hand fassen und das Instrument langsam durch
den Urincanal in die Blase einführen. Die Harn
sonde soll leicht in den Fingern liegen und unter
ke in er Bedingung darf Gewalt am ge
wendet werden. Falls einige Hindernisse im Wege
wären, soll man versuchen, sie einfach durch einen
sanften steten Druck zu überwinden, durch aus
aber nicht mit einem heftigen Stoss. Das
Eintreten des Instrumentes in die Blase ist sofort
durch einen Urinstrom gekennzeichnet. Falls es
nach einer Viertelstunde nicht gelingt, höre man
auf und gönne dem Patienten Ruhe. Eine Dosis
Abführsalze soll eingegeben werden, um die Ein
geweide zu reinigen. Darnach kann der Kranke
eine neue Dosis Laudanum einnehmen; falls auch
dieses noch keinen günstigen Erfolg hätte, so
soll das warme Bad wiederholt werden. Gewöhn
lich lässt die Strictur allmälig etwas nach, so
dass doch etwas Urin auströpfeln kann.
Sehr oft geschieht es, dass der Patient nach
7O

langen Leiden plötzlich spürt, dass etwas nach


gegeben und Platz gemacht hat und er augenblick
lich von seinen Schmerzen erlöst ist. Dieses ist eine
höchst gefährliche Erscheinung, da es kund gibt,
dass die Passage hinter der Strictur aufgesprungen
und der Urin in die naheliegenden Organe aus
geströmt ist. In einigen Stunden fängt das Glied
an zu schwellen, seine Haut wird roth und
glänzend und gespannt. Der Patient fühit heftige
Schmerzen in dem Winkel der beiden Ober
schenkel, es wird ihm wohl möglich sein, Wasser
auszulassen, jedoch ist die Linderung nur eine
zeitweilige.
In solchen Fällen ist es nothwendig, eine
Lanzette hinter dem Hodensacke genau in der
Mitte zwischen beiden Beinen tief hineinzustossen,
um den Urin abfliessen zu lassen. Dabei muss
man darauf achten, genau die Mittel
linie einzuhalten.
Kleine Stiche sollen ebenfalls auf beiden
Seiten des Hodensackes gemacht werden, um das
dort angesammelte Wasser ausfliessen zu lassen.
Der Patient soll durch gute Nahrung, Wein,
Bier oder Branntwein gestärkt und die Wunden
wenigstens drei Mal täglich mit Carbolsäurelösung
gewaschen werden.
Auströpfeln des Urins.
Durch folgende Ursachen herbeigeführt:
1. Hämorrhoiden,
71

2. Strictur,
3. Blasensteine.
Ausserdem kann es bei Kindern dadurch
herbeigeführt werden, dass sich Würmer im un
tern Theile der Eingeweide befinden.
Behandlung. Bei solchen Krankheiten kann
wenig geschehen. Wenn der Kranke ein Knabe
ist und sein Bett bei Nacht nässt, so soll er alle
3 bis 4 Stunden aufgeweckt werden, um uriniren
zu können. Für ältere Patienten kann keine
nutzbringende Behandlung von irgend Jemandem
versucht werden, der kein praktischer Arzt ist;
das einzig Empfehlenswerthe wäre, dem Kranken
hie und da, wenn er zu Bette geht, eine dop
pelte Dosis beruhigende Mixtur (s. S. 86) zu geben.
Beulen

kommen sehr häufig, besonders bei Matrosen


(durch Wirkung des Seewassers auf die Haut
verursacht) vor.
Behandlung. Wenn die Beule sich zu bilden
anfängt, soll man sie mit einer Höllensteinlösung
einreiben und falls sie sehr schmerzhaft wäre,
könnte man sie mit Charpie, die in eine schwache
Mischung von Rum und Wasser getaucht wird,
bedecken.
Um die Beule zu erweichen, sollen Lein
samenmehlumschläge angewendet werden. Der
Eiter wird endlich ausfliessen und die Oeffnung
sich nach und nach schliessen. Der Genesung
72

wird noch dadurch nachgeholfen, dass man die


Wunde mit Basilicum-Salbe einschmiert.
Falls der Patient sonst bei gesundem Zu
stande öfter Stuhlgänge hat, muss man ihm zwei
Mal in der Woche ein „Wiener Trankel“ geben.
Nagel geschwür ist eine Entzündung und
Anschwellung des Fingers mit heftigem Schmerz.
Dieser liegt tief in der Wunde und pocht; die
Haut ist roth, angeschwollen und glänzend.
Nagelgeschwüre werden gewöhnlich durch
einen Splitter verursacht, der in den Finger oder
unter den Nagel eingestossen wurde.
Behandlung. Diese Geschwüre sollen recht
zeitig behandelt werden, da der Finger manchmal
in Folge der Ausdehnung der Entzündung voll
ständig verloren gehen könnte.
Sobald der hintere Theil des Fingers oder
der Hand roth und angeschwollen ist, soll ein
tiefer Schnitt in der Mitte des Fingers auf ent
gegengesetzter Seite nach seiner Längs
richtung gemacht werden, so dass der Eiter
leicht ausfliessen kann. Ein Leinsamen um
schlag soll applicirt und drei Mal täglich ge
wechselt werden. Trotz aller Sorgfalt wird öfters
doch der erste Knochen des Fingers absterben.
Geschwüre.

Es gibt deren verschiedene Arten.


Gutartige Geschwüre von einer hell
rothen Farbe mit schmalen rothen Auswüchsen
73

bedeckt; die ausfliessende Materie ist gelblich


und dick.
Behandlung. Man applicire in warmes Wasser
getauchte Charpie auf die Wunde und erhalte
sie stets feucht.
Entzündliche Geschwüre sind sehr
schmerzhaft, die angrenzenden Theile sind warm
und roth, der Ausfluss ist unbedeutend, von einer
dunklen Farbe und hat manchmal einen üblen
Geruch.
Behandlung. Der Patient soll Ruhe beobachten
und ein Leinsamenmehlumschlag oder Leinen
lappen, in kalte oder warme Carbolsäurelösung
mit Laudanum (s. S. 87) getaucht, sollen auf die
Wunde aufgelegt werden. Stuhlgänge sind herbei
zuführen.

Geschwüre in Verbindung mit grösseren


Blutgefässen
sind immer an den Beinen zu finden, die Haut
neben den Geschwüren ist purpurbraun und unter
ihr sind die angeschwollenen, sich verlaufenden
Blutgefässe sichtbar, die Ränder der Wunden
sind hart und dick, die Oberfläche letzterer ist
glatt und sieht wie abgestorben aus; es findet
fast gar kein Ausfluss statt.
Diese Geschwüre können Hauptblutgefässe
angreifen und höchst gefährliche Blutungen ver
ursachen. Falls dies vorkommen sollte, legt man
den Patienten so nieder, dass seine Beine eine
74

höhere Lage einnehmen und übt, während er in


dieser Lage ist, einen regelmässigen Druck auf
die blutenden Punkte aus. Diese Lage soll so
lange beibehalten und der Druck so lange fort
gesetzt werden, bis die Blutung gestillt ist. Das
Geschwür selbst soll mit dem Goulard'schen
Wasser (s. S. 88) gereinigt und das kranke Glied
sehr sanft bandagirt werden.
Hämorrhoiden.

Ein kitzelndes brennendes Gefühl und eine


Anschwellung am After selbst, nach jedem Stuhl
gange ein Gefühl, als ob noch etwas nach
kommen sollte.
Hämorrhoiden sind innerliche und äusserliche,
blutende und nichtblutende. Die innerlichen bluten
sehr oft; die äusserlichen, wenn sie stets rein ge
halten werden, verursachen keine Unannehmlich
keiten; die innerlichen jedoch treten öfters heraus,
besonders wenn der Patient einen harten Stuhl
gang gehabt hat.
Manchmal ist eine Hämorrhoide durch den
Muskel des Afters so eingeklemmt, dass sie nicht
mehr zurückgehen kann, dieses verursacht am
After selbst eine bläuliche Anschwellung, die
sehr schmerzhaft, etwas weich und warm ist und
sofort zurückgestossen werden soll, was sehr
leicht dadurch geschieht, dass man sie erst mit
Olivenöl einschmiert und dann leise mit dem
Zeigefinger zurückstösst.
75

Behandlung. Regelmässige Stuhlgänge sollen


dadurch herbeigeführt werden, dass man dem
Kranken jeden Morgen einen Caffeelöffel voll
Schwefel gibt, die schmerzenden Theile selbst müssen
nach jedem Stuhlgange sehr sorgfältig gereinigt
werden.
Falls die Hämorrhoiden bluten, kann das
beruhigende Wasser (s. S. 87) eingespritzt werden.
Zahnfleischgeschwüre.
Die Schmerzen sind oft, besonders aber
während der Nacht sehr bedeutend. Ein schmaler
Schnitt soll sorgfältig mit einer Lanzette im
Geschwüre selbst gemacht werden und der Schmerz
wird sodann mit dem Ausflusse der Materie
aufhören.
Nasenbluten.

Dieses ist eine natürliche Cur gegen Kopf


schmerzen und soll nie gestillt werden.
Falls es jedoch zu heftig käme, soll etwas
Kühlendes auf die Nase und auf das Genick ge
legt werden, was gewöhnlich das Bluten hemmt.
Wenn dies jedoch nicht der Fall wäre, müssen
die Nasenlöcher mit Charpie, einem Stückchen
Schwamm etc. verstopft werden.
Desinfection, Ausräuchern, Wentilation.
D es im fection. Ist Jemand an einer an
steckenden Krankheit (Cholera, Blattern, Schar
lach, Masern oder Rothlauf) gestorben (besonders
wenn ein solcher Fall auf einem Schiffe oder in
einer Kaserne vorkommt), so soll dessen Bett
zeug und Leibwäsche verbrannt, oder wenigstens
auf folgende Weise desinficirt werden:
Sie soll 2 bis 3 Stunden im siedenden Wasser,
dann 8 bis 10 Stunden in einer warmen Carbol
säurelösung (s. S. 87) gelassen werden. Alles
Uebrige, was auf diese Weise nicht gereinigt
werden kann, muss unbedingt verbrannt werden.
Wenn es die Witterung erlaubt, sollen die
Localitäten sowohl ausgeräuchert, als auch desin
ficirt werden.
Ausräuchern. Man gibt ungefähr 6 bis 8
Unzen Schwefel in einen irdenen Topf, welcher
auf einen Kübel kalten Wassers gestellt wird.
Der Schwefel wird mittelst glühender Kohlen
in der Cabine oder im Zimmer, wo der Kranke
war, entzündet, dann Thüren, Fenster, mit einem
Worte jede Oeffnung auf ungefähr sechs Stunden
sehr gut geschlossen. Nach dieser Zeit wird Alles
wieder geöffnet, Cabinen oder Zimmer vollständig
gelüftet, Böden, Holzwände u. s. w. müssen ge
bürstet und mit Carbolsäurelösung und Wasser
(s. S. 87) tüchtig gewaschen werden.
77
Medicinische Scala und Vorräthe durch das englische Han
delsgericht festgestellt und veröffentlicht.
( Merchant Shºpping Act 1867.)
Englische Verhältnisszahlen des
Pharmacopae 1867. Medicamentenvorrathes auf
- - Benennung der Schiffen nach Anzahl ihrer
Diese Colonne ist zum Ge- Medicinen und anderer Bemannung für eine 12mo
brauch der Droguisten, die StOffe natliche Dauer
die bezeichneten Medici- –– Ä o.ÄT ÄT
nen zu verabfolgen haben. bis 10 | 10–20 2()–30
- - Mann Mann Mann

Alaun . . . . 1 Unz. 2 Unz. | 3 Unz.


Copaiva . - - - . . Cobaivabalsam | - 4 : 8 „ 12 n
Doppelt kohlensauere
Soda - .- - 8 : 12 „ 16 m
Mixtura Sennae crys. . | Mixtura nigra anglic. . | 1 Pinte 2 Pint. 3 Pint.
(ausgelassen das Süssholz- (schwarzer Trank)
Extract und ergänzt mit (Wiener Trankl.)
aromatisch Geistammonia
kalischen, 1 Unze für
1 Pinte dieser Mischung)
Lotio hydrarg. nigra. . . Schwarze Mischung . 1 „ 2 " 3 m
Für eine Mischung von !) Acid. carbolicum . */, Gal. 1 Gal. 2 Gal.
100 Theilen nicht weniger flüssig u. krystallisirt *2 „ 1 » 2 m
als 8) Carbolsäure und
Creosotsäure und nicht
mehr als 20 Theile Wasser.
Ricinus-Oel . - | 1 Libr. 2 Libr. 3 Libr.
!) Chloralhydrat . N
(Chlor. mur), oder 4 Pint. | 8 Pint. 12 Pint.
!) Zinksolution chlor.
Saures weinsteinsaures Kali Weinstein - - . . 2 Unz. 4 Unz. 8 Unz.
*) Flüssiges Condy's
Crimson . . . . . !, Pinte 1 Pinte 1 Pinte
Bittersalz . - - . | 3 Lib. 6 Lib. 12 Lib.
Pfeffermünz-Essenz . . . Pfefferminz-Essenz . - 1 Unz. 2 Unz.
Starke Ingwer-Essenz . . Ingwer-Essenz - - - 1 - 2 m
Verdüuntes essigsaures Blei Goulard-Extract . - 1 Unz. 2 - 4 m
im Wasser gelöst.
Jodkali . - • • - 2 n. 4 m
Opiumtinctur . - - - Opium » 2 Unz 4 m 8 m
Leinsamenmehl - 14 Libr. 28 Libr.
Salpetersaures Silber Aetzstein . 2 Unz. 2 Unz. 1 Unz.
Salpeter - | 2 8 m
Harzsa Ibe - - . Basiliconsalbe - . | 3 » 6 n | 10 m
Quecksilbersalbe . - . . Quecksilbersalbe 1 » 2 m | 4 m
Einfache Salbe . . . Einfache Salbe . . 6 12 , 16 »
Oliven-Oel - - - 8 m 12 m
Opiumliniment . . . . Opodeldoc 3 Unz. 6 » 10 »
Champher-Opiumtinctur . Paregoricum - . 4 : 6 - 8 »
(schmerzstillend)
Quecksilberpillen 5 gr. . Blaue Pillen . . . 1 Dtz. 2 DtZ. Z DtZ.
Ipecacuanha und Meer
zwiebelpillen 5 gr. . . Hustenpillen . . | 2 m 4 m 6 m
Zusammengesetzte Seifen
pillen 5 gr. . . . . Opiumpillen . . . | 1 m 2 m 3 m
Coloquinten mit Bilsen
krautpillen 5gr. . . . . Abführpillen . . . | 3 „ 6 m 8 -
Zusammengesetzte Rhabar
berpillen 5 gr. . . . Leichte Abführpillen . | 3 m 77 8 m

*) Gegen Fäulniss.
*) Um schlechtes Trinkwasser trinkbar zu machen.
78
Verhältnisszahlen des
Englische Medicamentenvorrathes auf
Pharmacopae 1867. Schiffen nach Anzahl ihrer
Benennung der
Diese Colonne ist zum Ge- Medicinen und anderer Bemannung für eine 12mo
natliche Dauer
brauche der Droguisten, die StOffe
die bezeichneten Medici- bis
;––10 10–20 20–3O
IlED ZUl verabfolgen haben. - - - Mann Mann Mann

Zusammengesetzte Rhabar
berpulver 5 gr. Zusammenges. Rhabar
berpulver 2 Unz. | 4 Unz. | 8 Unz.
Zusammeng. Catechu- = =
Aromat. .
pulver Kreide .- -
| SS# *) Diarrhöepulver
P -
1 Unz -
2 Unz
-
3 Unz -

mit Opiumpulver –F
mit Ipecacuanha . . . Dower'sehe Pulver 1 » 2 m 3 „
Ipecacuanha-Pulver 1 » 2 3 n
' Chinin - - - 1 ºy 2 "7 3 77

Salpetergeistäther Siisser Salpetergeist . 1 , 2 » | 3 »


Schwefelsaures Zink . ..
. 3? Libr. 3 »
Sublimirter Schwefel 2 Libr. 6 Libr.
Bilsenkrauttinctur . . Bilsenkrauttinctur 1 Unz. 2 Unz. 3 Unz.
Rhabarbaratlnctur - Rhabarbaratinctur . 4 : 10 „ 12 „
Terpentinliniment «. Terpentinliniment . . 2 m 4 » 6 m
Klebpflaster auf unge
bleichtem Baumwoll
7eug iu Blechbüchsen
aufbewahrt . - - 1 Elle. 2 Ell. 3 Ell,
Charpie - "/2 Libr. */4 Libr. 1 Libr.
Alle Gewichte sind in Gran Wage und Gewicht . 1 I 1

ausgedrückt.
Soll in Quintl und diese Graduirtes Tropfglas - 1 1
wieder in 40 Tropfen gra
duirt sein.
Muss wie folgend be- 2 Unzenmass graduirt. 1 1 1
zeichnet werden: 2 Unz.,
1 Unz., 2 und 1 Suppen
löffel, endlich 1 Thee
löffel. (Alle diese Bezeich
mungen sollen deutlich
angebracht sein). 6 Unzenflaschen
-
. / Dtz. % Dtz. 1 Dtz.
Korkflas
Schere
chenstöpse - - -

-
1% „
1 Paar
| 2
1 Paar

Spritzen - 2 2 4
Lanzetten - - 1 1. 1.
Für Beine und Arme . . Bandagen . - - 3 6 6
Basis = 48“ und Seiten- Dreieckiger Verband 2 3 4
länge = 33“
7 Ellen lang und 6 Zoll Flanellverband 1. 1 2
breit. Baumwollen zeug . . 3 Ellen | 4 Ellen 6 Ellen
Flanell - . . 2 Z „ | 6 -
Näh- und Stecknadeln . | – 1 Buch 1 Buch
Zwirn, Bänder
iche Schienen- | 1 Satz
- Gewöhnl - -

1 Satz
-

1 Satz
36“ einzeln überschlagen Bruchbänder - 1 1 1
Mit gedruckter Gebrauchs- Klystierspritzen . . 1. I 1

anweisung
: Zinngefässe . - « - 1. 1.
Theelöffel (zinnerne) . - 1 1
Wachssonde . - - Bougies . - - - 1. L 1.
Nr. 8 Gummielasticum Katheter . . . 1 1 1

*) In tropischen Gegenden 3fach zu nehmen.


79
Englische Verhältnisszahlen des
Plharmacopae 1867. Medicamentenvorrathes auf
Benennung der Schiffen nach Anzahl ihrer
Diese Colonne ist zum Ge Medicinen und anderer Bemannung für eine 12mo
brauche der Droguisten, die Stoffe natliche Dauer
die bezeichneten Medici bis 10 10–20 Ä
nen zu verabfolgen haben.
Mann
- -
Mann Mann
–=

Bettpfanne - - -
- 1 1.
Arrowroot (Pfeilwurz
mehl) - - - o 2 Libr. | 4 Libr. S Libr.
Perlgraupen . - » ºy # 7)
Reis . • o 7 :7 1
Getreidemehl . Libris Libr. ié Libr.
Sago . - - e
- : "
Zucker - - - -
14 , # „ 56 „
Suppe u. Rindfleisch . 6 , 12 „ | 24 m,
Gekoch Hammelfleisch
Fleischextract
6… » . !? „n 2 …»
6 Tiegel 12 Tieg. 24 Tieg.
(„Pint.) - - -

Getrocknete Suppe 4 Libr. 8 Libr. 16 Libr.


Conserven - e Vegetabilien getrocknet
oder gepresst - -
4 ºy S 73 16 )

Erdäpfel (wenn nicht


als Proviant vorräthig) vºr
Portwein 3Flasch. 6 Fl. 12 F.
Branntwein 2 *7 4 , 6 ,

-
80

Gabe und Anweisung beim Gebrauch von


Arzneien.
Die Gaben der Medicinen sind hier bestimmt
für Männer, so dass blos die Hälfte hievon in allen
Fällen bei 10- bis 16jährigen Kranken gegeben
werden muss. Die Namen aller äusserlich ange
wandten Mittel sind in fetten schwarzen Buchsta
ben, wie Alaun etc., bezeichnet, zum Unterschiede
von den zu gebrauchenden innerlichen Mitteln.
1 Unze Flüssigkeit ist gleich 2 Esslöffel voll
oder 8 Theelöffel voll; 1 Quintl Flüssigkeit ist
gleich 40 Tropfen; 1 Quintl echter Arzneiwaare
ist gleich 60 Gran; 1 Unze echter Arzneiwaare
ist gleich 437/ Gran.
Alaun. 1 Quintl in eine Pinte Wasser zum
Ausgurgeln bei wundem Halse.
Copaiva - Balsam. Ein gutes Mittel bei
Tripper (s. Rec. 5).
Dosis: / Quintl.
Doppelt kohlen saures Natron oder
So da. Bei Unverdaulichkeit angewendet. 40 gr.
in 1 Glas Wasser mit 1 Unze Citronensaft oder
Limonadeessenz gemischt, erzeugt ein erfrischen
des Getränk (s. Rec. 6).
Dosis: 10–40 gr.
8.

Schwarzer Trank. Das beste Abführmittel.


Dosis: 1 Unze.
Schwarze Waschung. Gegen Schanker.
Carbolsäure mit Wasser gemischt. Zum
allgemeinen Waschgebrauche in Zimmern, Böden
etc., die mit schlechten Gerüchen inficirt sind.
1 Theelöffel in 1 Eimer voll Wasser, um Decke,
Spunde . . . . zu reinigen, dann 1 Theelöffel auf
2 Eimer, um Kleider, Körpertheile etc. zu waschen
(s. Rec. 11).
Was auch immer gebraucht wird, sollen vor
Allem die gedruckten Anweisungen auf Schachteln,
Flaschen etc. beobachtet werden.
Ricin us-Oel (gewöhnlich Castor-Oel). Ein
gutes sicheres Abführmittel.
Dosis: 1 und 1 /2 Unze.
Chloral. Zum Reinigen und um Fäulnissge
rüche zu entfernen. Beim Gebrauche beachte man
die Anweisung auf der Flasche.
Chlorsaure Zinklösung. Zur Reinigung und
Desinficirung. Vor dem Gebrauche beachte man
die Anweisung auf der Flasche.
W einst ein. In gewissen Fällen ein nütz
liches Abführmittel, wie an dem betreffenden Stellen
des Buches angezeigt ist.
Dosis: 20 gr. bis zu 1 Quintl.
Condy’s Crimsons Flüssigkeit. 2 oder 3 Tropfen
in eine Mass (= 1*/o Liter) Wasser, um schlechtes
Trinkwasser zu verbessern.
Der Feldarzt. 6
82

Bittersalz. Ein gutes Abführmittel in dem


Falle als ein schon früher angewandtes anderes
Abführmittel nicht die gewünschte Wirkung gehabt
hätte.
Dosis: /, –1% Unzen.
Pfeffermünz essenz. Andere Medicinen
wohlschmeckend zu machen.
Dosis: 10–20 Tropfen.
Ingwer essenz (s. Rec. 6).
Dosis: 5–20 Tropfen.
Goulard'scher Extract. Nur zum äusserlichen
Gebrauch (s. Rec. 9).
Jod kali. Blos zu gebrauchen in den ein
zelnen Fällen nach Angabe dieses Buches.
Dosis: 5–8 gran in 1 Unze Wasser.
Schlaftrunk (Mohn saft, Laudanum).
Um Durchfall zu hindern, Schmerzen zu beseiti
gen, Schlaf hervorzubringen. Grössere Gaben als
die hier bezeichneten ziehen eine Vergiftung
nach sich.
Dosis: 6–40 Tropfen.
Leinsamenmehl. Für weiche Umschläge (s.
Rec. 15.).
Salpetersaures Silber (Aetzstein, Lapis). Zum
äusserlichen Gebrauche. Blos zu gebrauchen in
den einzelnen Fällen nach Angabe dieses Buches
(s. Rec. 8).
83

Salpetersaures Kali. In Fiebermixturen


(s. Rec. 1 und 2).
Dosis: 15 gr. bis / Quintl.
Basilicum-Salbe. Für Wunden, die mit der
einfachen Salbe nicht heilen, dünn auf einem
Lappen gestrichen, da zu viel Fett Schmutz er
zeugt, und mehr Schaden als Nutzen nach sich
zieht.
Mercurialsalbe. Blos beim Krebs gebraucht.
Behutsam einzureiben.
Einfache Salbe. Auf Lappen gestrichen für
Wunden und Blasen (s. Rec. 14).
0liven-0el. Zum Einschmieren der Hämorrhoi
den, um deren Zurücktreten zu ermöglichen, zum
Einpinseln der Brandwunden im Gesichte.
0podeldoc. Ausschliesslich zum Einreiben bei
rheumatischen und anderen Leiden, doch soll man
nicht viel davon gebrauchen.
Pareg oric. Bei hartnäckigem Husten, Bron
chial-Catarrh und Abzehrung.
Dosis 3–4 Mal täglich einen Theelöffel voll.
Blaue Pillen. Nach Anweisung in diesem
Buche zu gebrauchen.
Hustenpillen. 3–4 Mal täglich bei lästi
gem Husten 1 Stück zu nehmen.
Opium pillen. Sollen mit grosser Vorsicht
genommen werden. Um Schlaf hervorzurufen, soll
man jedes Mal 1 Pille nehmen.
3*
84

Abführpillen. 1, 2 Stück Abends, um die


Eingeweide zu erleichtern.
Leichte Abführpillen. 1 bis 2 Stück
Nachts zur Reinigung der Eingeweide.
Zusammen gesetztes Rhabarber pul
ver (s. Rec. 6).
Dosis: 20 gr. bis 1 Quintl auf einmal.
Diarrhöe pulver. Die Diarrhöe zu stillen.
Dosis: 10 gr. bis 1 Quintl.
Dow ersch e Pulver. Um Ruhe und
Schweiss herbeizuführen. In den einzelnen Fäl
len nach Anweisung in diesem Buche zu gebrauchen.
Dosis: 10–15 gr.
Ipecacuan ha. Bei heftiger rother Ruhr.
Dosis: 5–15 gr.
Chinin. Soll in den angegebenen Quanti
täten sorgfältig bemessen, als Pulver bewahrt
werden, die jedes Mal vor dem unmittelbaren
Gebrauche in einem Glase Wasser aufgelöst sein
InüSSCn.

In den einzelnen Fällen nur nach Angabe


in diesem Buche zu gebrauchen.
Dosis: 2–10 gr.
Süss er Salpetergeist (s. Rec. 2, 4, 5).
Dosis: 30–40 Tropfen.
Schwefelsaures Zink (s. Rec. 12).
Dosis: 20 Tropfen auf ein Glas Wasser, um Er
brechen herbeizuführen, und 2 gr. auf eine Unze
Wasser als Tripperinjection.
S5

Schwefel. Um sanft die Eingeweide zu


erleichtern (s. Rec. 14, ausserdem Capitel: „Aus
rauchern“).
Dosis: ein Theelöffel voll in ein Glas Wasser oder
einer anderen Flüssigkeit.
Bilsenkraut - Tin ctur. Ist in dem einzel
nen Fällen blos nach Anweisung in diesem Buche
zu gebrauchen (s. Rec. 4). -

Dosis: 30–40 Tropfen.


Rhabarber - Tim c tur. 1–2 Quintl mit
15 gr. Soda und 10 Tropfen Laudanum in 2
Unzen Wasser zwei Mal täglich zu geben bei
Bauchgrimmen ohne starkem Durchfall.
Terpentinliniment. Blos äusserlich (s. Rec. 13).
86

TEe ce D te
1. Salz- Miactur.

Salpetersaures Kali . . . . . . . . 1% Quintl.


Wasser . . . . . . . . . . . . . 6 Unzen.

2. Fieber - Maetur.

Salpetersaures Kali . . . . . . . . 1/ Quintl.


Süsser Salpetergeist . . . . . . . . 3 Quintl.
Wasser . . . . . . . . . . . . . 6 Unzen.
2 Esslöffel voll auf einmal.

3. Diarrhöe - Mactur.
Diarrhöepulver . . . . . . . . . . 2 Quintl.
Opium . . . . . . . . . . . . . . 1 Quintl.
Wasser . . . . . . . . . . . . . 6 Unzen.

4. Beruhigende Mixtur.
Bilsenkraut-Tinctur . . 3 Quintl.
. . . . . .
Süsser Salpetergeist . . . . . . . . 3 Quintl.
Wasser . . . . . . . . . . . . . 6 Unzen.

5. Tripper-Mixtur (gut aufzuschütteln).


Copaivabalsam . . . . . . . . . . 3 Quintl.
Süsser Salpetergeist . . . . . . . . 1 Quintl.
Wasser . . . « 6 Unzen.
87

6. Magen- Miaetur.
Zusammengesetzte Rhabarberpulver . 2 Quintl.
Doppeltkohlensaure Soda . . . . . . 3 Quintl.
Ingweressenz . . . . . . . . . . . 1 Quintl.
Wasser . . . . . . . . . . . . . 6 Unzen.
2 Esslöffel voll auf einmal.

7. Alaun-Gurgelwasser.
Alaun . . . . . . . . . . . . . . 1 Quintl.
Warmes Wasser . . . . . . . . . 6 Unzen.

Aetzstein . . . . . . . . . . . . 1 Quintl.
Destillirtes oder Regenwasser . . . 6 Unzen.
9. Goulard - Wasser.
Goulard - Extract . . . . . . . . . 1 Quintl.
Regen- oder destillirtes Wasser . . . 6 Unzen.
10. Beruhigendes Wasser.
Goulard- Extract . . . . . . . . . 1% Quintl.
Opium . . . . . . . . . . . . . . 2 Quintl.
Regen- oder destillirtes Wasser . . . 6 Unzen.
11. Carbolsäure-Waschung.
Carbolsäure . . . . % Quintl.
. . . . . . .
Regen- oder destillirtes Wasser . . . 6 Unzen.
12. Tripper-Injection.
Schwefelsaures Zink . . . . . . . . 12 Gran.
Regen- oder destillirtes Wasser . . . 6 Unzen.
88

13. Terpentin-Umschlag.
Ein breiter viereckiger Lappen in Terpentin
limiment eingetaucht, muss auf die Haut gelegt
werden. Ein viereckiges Stück Flanell oder
Baumwollstoff, das in heisses Wasser getaucht
wird, soll auf den Terpentinlappen, endlich über
beide ein viereckiges Stück wasserdichtes Zeug
oder irgend etwas Aehnliches gelegt werden,
um die Wärme zurückzuhalten. Das Bähmittel
muss wenigstens 15 Minuten lang behalten werden.
14. Schwefelsalbe.

2 Unzen Schwefel, 8 Unzen Schmalz (oder


einfache Salbe oder ein anderes Fett) werden
gut durcheinander gerührt.
15. Leinsamen-Umschlag.
Man werfe in siedendes Wasser Leinsamen
mehl in kleinen Quantitäten und rühre dieses
sorgfältig um, so dass sich keine Klümpchen bil
den. Der Brei muss mittels eines kalten,
feuchten Löffels auf den Leinenlappen so ge
strichen werden, dass die aufgestrichene Masse
weich und eben ist. Der Umschlag soll auf den
betreffenden Theil des Körpers so warm als nur
möglich gelegt werden.
89

Todesursachen. Seit
EitE

Anfälle . . . . . . . . . 54
Blattern . . . . . . . . . . . . 39
Brandwunden . . . . . . . . . . 28
Bruch . . . . . . . . . . . . . 66
Cholera - - - - - d 49
Delirium tremens . . . . . . . . 56
Erhenken . . . . . . . . . . . . 25
Ertrinken . . . . . . . . . 25
Ersticken . . . . . . . . . . . . Z2
Fieber . . . . . . . . . . . . . Z6

Fieber, gelbes . . . . . . . 41
Fieber, Scharlach- . . . . . . 39
Fieber, Wechsel- . . . . . . 38
Fracturen . . . . . . . . . . . 18
Gelbsucht und Leberkrankheit . . 45
Geschwüre . . . . . . . . . . . 72
Hemmung der Harnröhre . . 68
Herzkrankheit . . 45
Hungersnoth . . . . . . . . -

Lähmung . . . . . . . . . . . . 56
Lungenentzündung . . . . . . . . 43
Mord . . . . . . . . . . . . . -

Nierenkrankheit . . . . . . . . . 53
Rothlauf . . . . . . . . . . . . 39
Schwindsucht . . . . . . . . . .
Scorbut
Syphilitische Krankheit . . . . . .
Wunden . . . . . . . . . . . .
m h a l t.
Seite Seite

A. Basilicum-Salbe . . 83
Abführpillen . . . 84 Bein, gebrochenes . 17
7) leichte . 84 Bein, wundes . . . 10
Abscesse . . . . . 21 Beruhigende Mixtur . 86
Aetzstein . . . . . 77 Beruhigendes Wasser 87
Alaun . . . . . . 77 Beulen . . . . . . 71
Alaun-Gurgelwasser 81 Bilsenkraut-Tinctur 85
Ammoniak vergiftung 33 Bittersalz . . . 82
Angeschwollener Ho Blaue Pillen . . 83
densack . . . . 63 Bleivergiftung . . . 33
Anweisung zum Ge Blutgefässe, durch Ge
brauch der Medica schwüre angegriffen 73
mente . . . . . 80 Blutung . . 19
Arm, gebrochener . 17 Brandwunden . . . 22
Arsenikvergiftung . 34 Bräune . . . . . . 44
Arterienblutung . . 19 Bruch . . . . . . 66
Ausräuchern . . . . 76 Bubo. . . . . . . 66
Auströpfeln des Urins 70
C.
Carbolsäure . . . . 81
Bandagen . . . . . O Carbolwasser . . . 81
92

Seite Seite
Chinin . . . . . . 84 Fieber-Mixtur . . . 86
ChlorsaureZinklösung 81 Fischvergiftungen . 34
Chloral 81 Fracturen . . . 14
Cholera . . . . . Frostbeulen. . . 24
Condy's Flüssigkeit . 81
Copaiva-Balsam. . . 80
G.
Gabe derMedicamente80
D.
Gebrauch der Medi
Delirium tremens . 56 Camente . 80
Desinfection . . . . 76 Gehirnerschütterung 23
Diarrhöe . . . . . 48 Gelbes Fieber . . . 41
„ -Mixtur . . 86 Gelbsucht. . . . 45
„ -Pulver . . 78 Gelenke, wunde . . 10
Diät, strenge . 36 Gelenksverrenkungen 10
Dower’sche Pulver. . 84 Geschwüre . 72
Gifte . . . . . . . 33
Goulard-Extract . . 82
E. -Wasser
„ . 87
Einfache Salbe . . . 83 Glied, männliches . 61
Epsom-Salbe . 82 Gurgelwasser. . . . 80
Erhenkte . . 25
Erstickung . 32
Ertrunkene. . . . . 25

Halsentzündung . . 43
Hämorrhoiden . . . 74
F. Hemmung der Urin
Fieber . . . 36 blase . . . . . . 68
„ gelbes . . . 41 Herzkrankheiten . . 45
93

Seite Seite

L.
Hirschhorngeist . . 33
Hirschhorngeistver Laudanum . . 82

giftung . . . . . 33 Laudanum vergiftung 33


Hodensackanschwel Leberkrankheiten . 45
lung . . . . . . 63 Leinsamenmehl . . 82
Husten . . . . . . 43 7) - Um
Hustenpillen. . 83 schlag . . . . . 88
Leistenanschwellung 66
Limonadeessenz . . 3
J. Lungenentzündung . 43
Lungen, verwundete. 9
Ingweressenz . 82
Jodkali . . . . . . 82
Ipecacuanha . . 84

M.
K. Magen-Mixtur . . . 87
Kinnbacken, gebro Masern . . . . . . 39
chener . . . 14 Medicamente, Gabe
Knochenbrüche . . 14 der . . . . . . 81
Kolik . . . . . . 52 Medicamente, Ge
Kopfwunden . . 23 brauchsanweisung
Krätze . . . . . 59 der . . 81
Krankheiten, chirur Mercurial-Salbe . 83

gische . . . . . 61 Mixtur, beruhigende 86


Krankheiten, medici „ Diarrhöe - . . 86
nische . . . . . 36 „ Fieber- . . . 86
Krankheiten, syphili „ Magen- . . . 87
tische . „ Tripper - . . . 86
„ Salz- . . . . 86
94

Seite Seite

N. R.

Nagelgeschwüre . . 72 Recepte . . . . . 86
Nasenbluten . . . . 75 Rheumatismus . . . 58
Rhabarber-Tinctur . 85
Natron, doppeltkoh
lensaures . . . . 80 Ricinus-Oel . . 81

Nierenkrankheiten. . 53 Rothlauf . 39
Ruhr. . . . . . . 50)

0.
Ohnmachten . 32 S.

Opium . . . . . 82 Salbe, Basilicum- . . 83


Opium vergiftung . . 33 „ einfache . 83

Opium-Pillen . . 83 „ Mercurial- . . 83
Opodeldoc . . 83 Salpetersaures Kali. 86
Salz-Mixtur . . . . 86

P. Säure vergiftung . . 33
Schanker . . . . . 65
Paregoric . . . 83 Scharlachfieber . 39
Pillen, blaue . 83 Schienen . . . . . 17
„ für den Husten 83 Schlangenbisse . . 8
„ Opium - . . . 83 Schusswunden . . . 8
Pfeffermünzessenz . 82
Schwarzer Trapk . 81
Pulver, Diarrhöe- . 84 Schwarze Waschung 81
„ Dower'sche. 84 Schwefel . . . . . 85
„ Ipecacuanha-84 Schwefelsalbe . . . 88
77 zusammenge Schwefelsaures Zink84
setzte Rhabarber - 84 Scorbut . . . . . 57
Syphilitische Krank
0 heiten . . . . . 61
Quecksilber. . . . . 64 Sonnenstich . . . . 55
95

Seite Seite

Steifheit des Gliedes 63 W.

Strenge Diät . . 36 Ventilation . . . . 76


Süsser Salpetergeist 84 Verrenkung der Ge
lenke . . . . . . 10
Vergiftung, Lauda
num- . . 33
T. 7) Kali- . . 33
Terpentinliniment . 85 7) Säure- . 35
Terpentin - Umschlag88 7) Opium-. 33
Todesursachen . . . 89
Tripper . . . . . . 61 W.
„ - Mixtur . . 86 Wasser, beruhigendes87
„ -Injection . . 87 „ Carbol- . . . 87
Trunkenheit, sehr „ Goulard'sches 87
grOSSe. . . . . . Z5 Wassersucht. . . 53
Wechselfieber . . . 38
Weinstein . . . . . 81
Wunden . . . . . 6
U.
Wiener Trankel . . 81
Umschläge, Leinsa
menmehl- . . 88
Umschläge, Terpentin-88 Z.
Unfälle . . . . . . 5 Zahngeschwüre . . 75
Urinblase, Hemmung Zink, schwefelsaures 84
der . . . . . . 68 Zusammengesetzte
Unverdaulichkeit . 47 Rhabarberpulver. . 78
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