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AGY P T I S C H E GE S C H I C H T E

a
m

1 T E IL
.

v
on m i mmun m mms nun mu wms u1 .

G OT H A
FRI E D RI C H A ND RE AS P E RT H E S .

1 8 84 .
V O R RE D E .

D ie Abs i ch t , w e c l he d er Abfas s u n
g d es v o rli eg en d en
W erke s zu
g d e l a , w ar d i e , d u rch Z u s am m en s tel l u n
ru n
g g d e s

au f di e ägyp tis ch e G es chi ch te b ez ügli che n , i n M o n o grap h ie e n


.

v or lie g en den Material es u n d der au s den I n s ch riften s ich w e ite r

e rg eb en den T h a ts a c h e u ei n
B ild der äg yp ti s ch en G es ch i ch te ,
s o w eit dies j etz t m ö gl ich i s t , z u eb e n E i n e e n a u e An
g g .

fii h m n g der Mo n u m en te u n d der ers chi e n e n e n Werke s ol l


d ab ei di e Nach p rü fu g
n u n d Ko n tr oll e der in de m T exte ge

g eb en e n N oti z en erlei ch tern . D i es e r T e x t s el bs t w u rd e da


das Werk al s H an dbu ch zu dien en b e ab s i ch tigt, in m ö glich s t
ku rz er , ü be rs i chtl ich er F orm g e h alt en . B ei der C itieru n
g d er

z i em li c h z ahl rei ch in B et racht ko m m en de n klass is ch en Au tor en


w u r de n th u n li ch s t die n e u e s te n Au s gab en zu gru n de gel egt ,
b e i de r der bul i z i erten M on u m e n te die N u m m e r n , w el ch e
u n
p
di es el b en in den v ers ch i e den e n M u s een , bzw Katal ogen
.
,
trage n .

D as gedru ckt vorli eg en de Mat eri al h ab e i ch in m ögli ch s ter


V olls tän digkeit zu b en u tz en ges u ch t, dab ei j ed och i n den e in
l ei t en den Abs ch n i tt en m ich au f e in e d
An fl1 hruer w i ch ti
g g
n

s te n u n d n eu es t en Arb eiten b es chrän kt ; gerad e für di es e A b


s ch n itte fin d et s i ch di e v o l ls tän di e äl t ere Lit ter atu r i n
j a
g
d er B ibli o th eca Aegyp tiaca Jo lo w i cz z u s am m en es te l lt
v on
g .

I ch h ofl e , d afs h ierb ei icht vi el ü b er s e h e n o r de n is t


'

n zu w .

F ür di e u n
p b l
u izi erten Mo n u m en t e w ar es m ir d u r ch die

G ü te d er v ers ch ie den en Mu s eu m s direkto r en m o glich d en


VI Vorrede .

r o l s t en T e il der eu r op äi s ch en S am m l u du rch s u ch en
'

en
g n
g zu

u n d da du rch fü r ei n ige ig b ekan n te P eri o d en n


w en eu e s Ma
t erial zu
g ew in n en . Au f ein e H ervorh ebu n g der n eu be
tz t en D en km al er i s t v erz i ch t et w or d e n ; w er s c i h ei n e h en
n u
g
d er m it de r ä y
g p t is ch en G es chich te b es ch äftigt h at , w ird
o h n ehi n l ei ch t erken n en , w o äl tere n An s i ch ten g efol
gt u n d
w o v ers u ch t w o r d en is t , n eu e S ch l ü s s e au s den g e
g e b e n en

T h ats ach en zu z ei h en . Für ein i ge S am m l u n


g en , w e l ch e

n i ch t b e s u ch t w erde n kon n t en ,
l ag en Abs ch rift e n ,
b e s o n d ers
d es zu frü h v e rs to rb en en fran z ös i s ch en Ägyp t ol ogen D ev eria,
D ab ei h at das B es tr eb en ob e w al t e t , m ögl i ch s t al l e
v or .
g
d ati ert en M on u m en t e au fzu fü h r en da s i ch n i ch t ab s eh e n

läfs t ob n i ch t di es e s o d er j en es j etzt fas t w ertl o s ers ch e i

de D en km al du r ch Fu de gröls ere B ed eu tu n g ge
'

n en n eu e n

w in n en w ird . Es w i rd u n s au fs erdem di e hi s t ori s ch e E x is ten z


e in e r ro ls en Zah l ägyp tis ch er H errs ch er n u r du r ch kl ein ere
'

g
D en km äl er v erb ü r t, u n d e s w ar n i ch t m ö lich , b ei di es e n
g g
di e N en n u n d e r Mo n u m en te hin z u zu fü g en , b ei d en ü brig en
g
K ön igen dageg en fortz u l as s en , o h n e ei n en fal s ch e n E in dru ck
v on d er B e d eu t u d er v e rs chi e d en en H errs ch er h erv orz u
g n

ru fen . F ü r di e B a u w erke s in d di e An gab en d er v ers chi e


d en en B es ch rei bu n gen Ägyp ten s z u m gröfs t en T ei le an O rt
u n d S tell e n ac hgep rü ft w o r d en . B e i d en p b liz ier te n
u M o

n u m e n t en w u r de n an fs er d en Pu bl ikatio n en u n d B earb eitu n


g en

au ch di e ers ch i e n en en Übers etzu n gen au f efü hrt ,


g d a d i e

ägy p ti s ch en In s ch rift en s e l bs t j a n u r ein em v erh ältn i s m äfs i g


kl ein en K r e is e zu ä
g g
n l i ch s in d g
. d er W en n der C itiern n

D en km äl er kei n e w ei teren Li terat u ran


gab en b e i efü t w o rd en
g g
s in d, so s in d m ir v on d en b etreffen den G egen s tän den kein e
P u bl ikati on en zu G es ich t geko m m en .

B ei der Au ffüh ru n g der in P ri vatb es itz b efin dli ch en


Mo n u m en te w ar es au s
p ers ön li ch en G rü n d en z u w ei l e n n i ch t
m ögli ch d en N am en d es au
g en bl ickl ich en B es i tz ers zu

n e n n en ; es i s t dan n w en i gs t e n s der N am e d es Lan d es g e

n an n t w or den
,
in w el ch e m s ie s i ch b efin den . D ie N e n n u n
g
Vorred e .
VI !

der B es itz er ü berh au p t s o l lte ,


o b w oh l d i e M on u m en te i n
P ri vath än den h äu fig ihr e E ige n t ü m er z u w ech s e ln pflegen ,
so

dafs ei n e An gab e ders el b en o ft s ch o n n a ch w en ige n Ja hre n


s ich als u n z u v erl äls i e r w e is t , d o ch ig s t e n d ie Mögl i ch
'

g w en s

keit ge w äh re n , b ereits b ekan n te D e n km äl e r in n e u a u fta u ch e n

d en w i eder z u erken n e n .

E in e ei n g e h e n de Kritik d er v ers ch ie d e n e n
,
ü b er ein z el n e

T eil e d er ägyp tis ch e n G es ch ich te au fges tellte n H ypo th es e n


eb e n , l a n ich t i m Z w e cke de s B u ch e s ; w o w i ch ti e re
zu
g g g
A n s i ch ten v o rl a
g e n de n en i ch m i ch n ich t a n s ch l e fs e n i zu

kö n n en
gl au b te , s in d j edo ch ,
w o s ie n ich t d u rch n en
g e

fu n den e Mo n u m en te v on se l bs t e rl edi
g t w u rd e n d ie H au
p t

g rü n de , di e g e
g en s ie s
p r e ch en , an
g efü h rt w o rd en . Die
G rü n d e, au s d en en au f d en Vers u ch , e in e ab s ol u te C hro n o

l o gi e zu
g eb en ,
v erz ich t e t w orden is t, fin d en s i ch i n d e m Ah
s ch n itt e ü b er C hron ol o
g i e z u s a m m en
g e s t el l t . P rior it äts s tre i
tigkei ten s in d, w o es s i ch n icht u m w irklich w i ch tig e Frage n
h an d elt e , n u r
g an z ku rz b erü h rt w ord en .

D i e gan z e D ars tellu n g der ägyp t is ch en G es chi chte h at


m ehr ein e tab e llaris ch e Au fz ähl u n g vo n M o n u m en te n u n d
T h ats ach e n ergeb en , al s ein e w i rkli ch e G es ch ich ßerz ähl u n
g .

D afs dem soi s t , l ag an dem u n s n u r gan z l ü cke n h aft v o r


l i egen d en ägyp t is ch his t ori s ch en M at erial e , w el ch es ei n e p rag
-

m a tis ch e B eh an dlu n
g der ein z el n en E reig n is s e n o ch n i ch t
läls t E rs t i n de n l etz ten P erio den d er äg yp ti s ch en Ge
'

zu .

s chi ch te w ar es m ö gl ich , w en igs ten s für ein z e l n e R eg ieru g n en

den Vers u ch zu m ach e n ih r e G es ch i ch te i n fortlau fen d er


F orm darz u s t ell en d di e E reig n is s e i n B ezieh u zu ei n a n d er
u n
g n

zu s etz en , fü r die äl tere Z ei t w ar di es au s es ch l o s s e n


g ,
u n d
m u ls te des s en ei n e T h ats ach en d D en km äl er
'

es s tatt u n

Au fz ähl u ei n tr ete n ob w oh l ein e s o l ch e w eit da v o n en t


n
g
fern t is t, e in e w irkl ich e G e s ch ich te zu e rs e tz en . I ch gl a u b t e
m i ch h ier u m so m eh r s t re n
g d
an i e An
g ab e n d er M o n u
m e n te hal te n u n d v on j e d er A u s f üllu n g der s ich erg eb e n de n
Lü cken du r ch H yp oth es en w ie s ie fü r di e ägyptis ch e G e
V I II Vorrede .

s ch ic hte n u r zu o ft au fge s te ll t w or d en i d,
s n a bs e h en zu

m üs s en al s di es es B u ch e b e n ei n e m ö gli ch s t v o ll s tän d ige


S am m l u n
g d er bi s h er b e kan n t en T h ats a ch en zu
g eb en be
s ti m m t w ar, au f d ere n An gab e n w e iter geba u t w erde n kö n n te .

E n ts pre ch en d der Un gl eich artigkeit de s v orli egen den


h i s to ris ch en Materiales is t a u ch die L än ge der Kap itel u n d
P ar agrap he n , in w e lc h e d as W erk dem G ru n ds che m a dies er
H d bü ch er gem äls zu z er fal l en h atte , ein l i h arti e

an e u n g e c g
g ew o r d en E s s chi en j e do ch n u r au f dies e
. W eis e m ö gli ch ,
P aragrap h m ein t ei lu e in e rö ls ere Ü b er
'

v er m i t tel s t der g n
g
s i ch tl i ch ke it zu
g ew i n n en . D as W erk s o ll s o m it als N ach
s chl a eb u ch di en en ; w en n es s i ch al s s o l ch es brau c hbar er
g
i
w e s en s ol l te , w är e s e in Zw e ck erfü l lt .

Bon n , i m O kto b er 1 8 8 3 .

Alfred
I NH ALT .

E rs tes B u ch .

E i n l e it u n g .

1 . Kap itel : Lan d u n d Leu te

5 1 D as Lan d .

5 2 . Ein teil u n g d e s L an des


3 . G eologie

5 4 . Zoologie
5 . B otan ik .

6 . D as Volk .

II . Kapitel . S prach e u n d S chri ft


5 D ie E n tzifleru d S h if
'

7 . n g er c r t

5 8 . D ie S ch rift
g 9 . D i e S p rach e

11 1 . Kapitel : Die Relig ion

g 10 . Die Gött erh e is e


-

5 1 1 . An dere Verehru n gaw ecen

IV . Kapitel : Ku n st u n d Wiss en s chaft


5 12 . D ie K u n st

5 13 . D ie W is s en s chaft

b ) As tron om i e u n d Ch ron ologie

0 ) Medi z in

V Kapitel
. . Die Q u elle n zu r ä yptis chen
g Ges chi chte

14 . Nati on al ägypti s ch e Qu ell en


1 K ön i gs lis ten
. .

4 Mon
. u m en te von Pi
r vatp ers on en

5 . S age n
1 I n h alt .

5 15 . As i ati s ch -
s emi tis ch e Q u elle n

5 16 . Gir ech is ch römi s ch e -


Q u ell en

H Von H ecatäu s bis au f T he0 pom p ( 5 25 — 33 2 v . C hr ) .

N Von Ari s toteles b is — C hr


au f I s te r ( 3 3 2 22 1 v . .
)
?
O Von E ratos th en es b is f Agath on
au v . C hr ) .

Von D iod or bi s f C h ärem on (30 C hr C hr )


-

ß au v. . 69 n . .

'

O Von J os ep h u s b is au f Ap u l ej u s ( 69 — 1 80 n . C hr ) .

>
C Von Th eop hil u s bis au f C h ris todoru s ( 1 80 — 5 2 9 n . C hr ) .

J
- Von Non n os u s bis au f C edren u s (5 29 —1 45 3 n . C hr ) .

17 . Neu ere Litteratu r

Z w eite s B u ch .

D as al t e R e i ch .

VI . Kap itel : Die Vorzeit Ägypten s


18 . D ie p räh is toris ch e Zeit
5 19 . D ie ers te D yn as tie
20 . D ie zw ei te D yn as tie

5 21 . D ie dritte D yn as ti e

VII . Kap itel : Das Reich von Memphis


22 . D ie vierte D yn as ti e

23 . D ie fün fte D yn as tie


5 24 . D ie s ech s te D yn as ti e
25 . D ie K ön ige der s ieben ten b is elften D yn as tre

Die An tef K ön ige


D ie Men tu h etep K ön ig e
-

Dr ittes B u ch .

D as m i ttl er e R e i ch .

Kapitel : Die ers te Bl ütezeit T heben s


26 . D ie zw ölfte D yn as tie

Am en -
e m hä I -
.

Us erteeen I .


Amen em hi II I -
.

Kap itel : Di e H yks os zeit

5 27 . D ie d reizeh n te u n d vierm h n te D yn as tie

5 29 . D ie s ech zeh n te D yn as tie

5 30 . D ie s iebz eh n te D yn as tie
I n halt .
XI

X Kapi tel : Die grols en E roberer bis m T ode T u tmes III


' ’
. zu .

5 31 . D ie ers ten Kriege gegen As ien


Ahm es I .

T u tm cs I .

Re m ake .

32 T u tmes I I I
d
. . .

Q u ellen zu r G e s ch ich te es Kon igs


G es chi ch te des Kön igs
Bau ten u n d klein ere D en km aler
Ber i chti gu n gen u n d Nach träge .

S . 68, Z 6. v. n . is t hi n zu zu fügen : Vgl . h


au c H en ri Mart in , Rev . h
arc . N . S . 1 1, p . 78 90 .

1 81 —4 49 .

. h
1 48, Nr 1 3 i s t in zu zu fügen : Bau ms tark, Äl i u s Ar is t i des , Lei pzi g 1 8 7 4 .

1 7 1 in d er Kö n igs li s te, S palte Abydos , Nr 8, i s t in zu zu fügen : S etee . h .

1 7 8, Z 2 v o
. . S e p h u r i s s tatt S eru ris
. .

208, Z 4 v u l B a u u r k , p l 1 5 , l 8 9 s tatt pl 1 4, l 29
. . . . . . . . . .

22 7 . Z 1 8 v o : Di e S tat u e i s t p u b l iziert von S c i aparell i, C at 1 , p 1 92


. . . h . . .

285 , Z 1 0
. v. n hi . is t n zu zu füg en : Vgl . G raf S ch ach, Di e Un te rw eis u n g en des Kö n igs Amen
emb t I P a .
, ari s 1888 .

286 . Z 5
. v. n i t hi
. s n zu zufügen : pu b l Le eman s , Mon , pl 64 u n d Mén an t in Arc i ves d es
. . . h
mi i t s s . sc en . 111 S e r V, p 4 15 s q
. . .

2 42, Z 4
. v . hi t N
u . n er r .1 is t h
in zu zu füg en : B eren d , Mu s é e d e Flo re n ce, p 5 1 s q . .
E r s te s Bu ch .

E in leitu n g .

W ie d n n n n n n Ä ypti h
g sc e h h
G e s c i c te 1
. .
Ers tes Kapitel .

L an d u n d L eu te .

l .

Das Lan d ‘
.

Zw is chen dem 2 4 . u n d 82 . Grad n or dlicher Breite e rs treck t s ich

als ein lan ger S treifen im Nordos ten des afrikan i s ch en Küs ten lan des
Ägyp ten . Nach allen S eiten hin is t es v on s ein en Nachbarlan den a b
ge s chl os s e n . Im Os ten u n d Wes ten ers treckt si ch ein e tagerei s en breite
F els en w ü s te, w elche hi er an die u n w irtli chen Küs ten des Roten Meeres ,

dort an die S an döde der S ahara s tö fs t . Im Norden g re n z t das L an d


an das Meer im S üden an die Ka tarakten m it ihrem F els en w all

So w i rd L an d zu ein er lan gges treckte n Oase zu beiden


das gan ze

Ufern des Nils D ie L än ge des Lan des beträgt 1 2 0 deu ts che Meil en
.
,

das Ku ltu rareal 5 5 4 Qu a dratm eilen v on den en 8 1 0 au f das D elta u n d ,

24 4 au f das Nilthal u n d das Fay u m kom m en Oberhalb der Kata .

rakten hat das T hal b is n ach Kh ar tu m hin ein e Län ge v on 2 1 5


Meilen d abei aber n u r gegen 5 0 Qu adratm eilen fru chtb aren Boden s
, ,

so dafs diese r n u bi s ch e T eil des Nilthale s im Ver lei che zu dem eigen t
g

1) Älte e H r m m bei Jolow i cz , Nr 1 .


-
.
— — —
9 1 4 2622 2 658 2 676 29 1 7 8483 8439 ;
. .

s peziell über den Nil Nr 7 3 8— 823 . . 2 65 4— 2 658 283 1 — 285 7 . . Über di e G eo grap hie

des alten Ägypten s


B ru gs ch , eograp hi s che
. G I n s chriften , L eip zig 1 85 7 — 1 860,
3 Bde ; L exod e je t l es m on u men ts égyp ti en s ; D i ction n aire géographi u e de

. q
l an cien n e E gypte ,

eipzi g 1 8 7 7 — L
1 880 ; D ii m ich en G eogr I n s ch riften ( exte) , . T
L eip zig 1 865 ; G as en der li bys ch en W üs te, S trafs b u rg 1 8 7 7 , hampolli on ,

gyp te C LE
s on e les Ph araon s , P aris ( b
1 814
e s on d er s k op ti s ch e u ell en ) P ar t h ey Z u r E rQd
ku n de d es alten Ä gyp ten s ( Ab b d e r B er .l A ka d 1 858 , e a
.c h , p 5 0 9) .
gyp t e n G . . Ä
beim G eograp h en von Raven n a p Q u a tr e
.m ér e ,
M e m o ir e s é
g g p
o ra hiq u a

su r I E gyp te,

P ari s 1 8 1 1 , 2 B de .
1 B u ch
. . 1 . Kapite l .

li ch ägyp tis che n s chon s ein em U mfan gé n ac h ka u m in Betra c ht komm t


u n d thats ächlich au ch in de r ge s chi chtli che n En tw ickelu n
g des L an d es

n u r ein e gan z u n pielen verm ocht ha t


tergeordn ete Rolle zu s .

D er Nil verm u tli ch der grö fs te S trom der Erde e n ts prin g t den
,

S aeen u n d S üm pfen Zen trala frika u n d Abe s s in ien s u n d w ird d u rch


hohe G ebirgs w älle gezw u n gen se in en L au f s tatt n ach dem n aheliegen
de n Roten Mee re n ach Norden n ach de m Mi tte llän di s che n
,
Mee re hin
zu richten Dabei ben u tzt er als Flu s l b e tte ein e n s ich im großen u n d
.
'

g an z e n v on S üd en n ac h Nord en h i n z ie he n d en Fels e n s p alt D ie G ran i t .

ad ern w elc he s ich s e in em Lau fe


,
de n Fels s palt d u rchkreu z en d m e hr
fach en tgegen s tellen du rchbricht er u n d bildet an die se n S tellen di e
n ach de m V organ ge der G rieche n Katarakten gen an n ten S trom
w elche di e S chi fl barkeit de s Flu s s es ohn e e igen tliche W as s er
'

s c hn ellen , ,

fälle zu sein , in hohe m Grade beein trächtige n D en n ördli chs ten die se r .

Katarak ten fin den w ir an der Gre n ze de s eigen tli chen Ägyp te n s be i


dem heu tigen As s u an , dem alten ; d
S yen
e r n äc hs t
ee be fin de t s i ch an

der S ü dgren z e Nu bie n s bei W adi Halfa n ahe bei den altägyptisc hen
Fes tu n ge n S emu eh u n d Ku m m eh ; dan n folgen m ehre re an dere bis tief
in das I n n ere de s afrikan i s chen Kon tin en tes hi n ein .

S ein F lu fs b ett w ählt s ich der Nil an di e s en Kata rakte n s tell en


du rch allm ähli c he Ero s ion de s Ges tein es imm er ti efe r u n d tiefer in

di e Fels e n ein u n d be w ir kt so ein lan gs a m e s S in k en de s Was s er


n iveau s in den s üdlicher g g
e le e n e n Teilen des Thales . Die s e Ver
än de r u n
g i m F lu fs be tte k ön n en w ir in hi s torisc her Zeit b elege n . Man
hat bei der e ben er w ähn te n Fe s tu n
g S e m n eh ob e rh al b d e s z w e i te n

Kataraktes Fels in s chriften ge fu n den w elche di e Höh en de s Nils zu r


Z eit der Übers chw emm u n g u n ter der Regieru n g m ehrerer Kon igs der
1 2 u n d 1 8 Dyn as tie d h e tw a 2 5 0 0 v C hr an geb en
. . Hi er li egt
,
. . . . .

das Nive au der heu tigen Übers chw emm u n gs höhe u m 2 2 Fu fs ti efer als
di es e Marken an ge ben so da ß w ir darau s mi t S icherheit den S chlu ß
zu zie he n verm oge n dafs s i ch der F lu fs in d en s ei ther v erflos se n e n

4 Jahrtau s en den u m di eselbe An z ahl v on M s en tie fer in den Fels e n

ein ge fres se n hat . Es er


gieb t di es ei n S in k en v on e tw a 5 % Fu ß fiir
edes Jahrtau
j se n df
Bette des Flu s ses s elbs t be stan d u rs prün gli ch au s Meere s s an d ;
D as .

w ie den n überhau p t Agypte n an fan gs von dem De lta bis z u de n


Ka tarakte n ein e s chm ale Meeres bu cht ge w esen w ar w elche ers t all
m ähli ch du rch An s chw emm u n gen dem L an de gew on n en w ard Au f .

1 ) D en Alten w aren di e Nilqu ellen kau m bekan n t, v gl Kn u tgen , D ie An s ich .

ten der Alte n üb er di e Nil qu ellen , Neiße 1 876, u n d di e B es prech u n g di es er S ch rift


d u rch Ries e in Fleckeis en s Jah rb . CXVII , p.695 .
l . D as L an d . 5

dies es S an d bette legte der Nil s ein e au s dem S u de n herbeigebrachten


S chlamm m as s en bes on ders zu r Z eit der all
j ährli ch re elm ä
g ßig zu r

Zeit d er trop is chen Regen u n d S chn % s chm elzen w i ederkehren den Übe r
s chw e mm u n gen n i eder u n d bild ete s o ein en u n em e in fru chtb aren B od en
g .

Dies e s te tigen An schw em m u n g en hoben das Nil thal fortw ähren d u n d.

s chob en lan gs am n ach Au s füllu n g ein es T eile s ih res u


s i ch rs prü n glichen
Bettes n ach N ord en v or, w o der S chlamm i n d e m s i ch n ördli ch v on

dem alten Mem phis ,


d em h eu tige n K airo s ta rk verbreitern den Felsen
s
p alte ei n w eite s Ablage ru n gs gebiet fan d . Hier ge w an n er n ac h .
u n d
n ach dem Meere das D elta ab da s breites te u n d fru chtbars te Ge b ie t
von
gan z Ägyp ten l
w e che s der Nil d u rch fortdau ern de n eu e An
schw e mm u n e imm er m ehr v er ro fs ert
g n
g .

D i e B rei te de s Thales d u rch w elches der Nil s i ch dahi n w älzt,


beträgt ein s chlie fs li ch der w üs te n S tre cken au f beiden S eite n der
Fru ch teben e in Nu bien ei n bis zw e i in Agyp ten drei bis s iebe n
deu ts c he Meilen . In dem s elben Verhältn is s e v erän dert s ich au ch di e
Breite des ku ltu rfähigen S chw emm lan des w elche s n ördli ch v on dem
etw a in der Mitte des eigen tli chen Agyp te n s gelegen en G irgeh s ein e
g rö ßte Au s dehn u n g ge w in n t abe r m it Au s n ahm e des D eltas n irge n d s
zw ei Me ile n ü bers teigt . Die Mächtigkeit des an
g e s chw em m te n B oden s

beträg t im In n ern des L an des m ei s t 1 0 — 12 Meter ; an der S pitze de s


Deltas s teigt di es elbe bis zu 1 3 u n d 16 Meter d geht w ie s chon
u n

oben au s ge führ t bi s u n te r d as Niveau ,


de s Meere s herab D ie Tiefe de s
.

Niles i s t ein e beträchtliche doch läßt , s ich in folge de s s tets w echs eln den ,

au f u n d abs chw an ken den S tan des des Flu s ses di es elbe n i cht ein

mal m i t an n ähem der G en au igkeif in Zahl en au s d rü cken . D i e hohen


Ufer au s S chlamm übe rragen zu r Zeit des tiefs ten Was sers tan des das
Flu ßn iv eau s teil an s teigen d u m ein Be trächtliches u m ,
in Oberägypten
8 Me ter ,
bei Kairo u m Me ter . Um die selbe H öhe m u ß den n au ch
zu r Z e it des tiefen Was s ers tan des das Was ser in di e Höhe gehoben
w erde n , u m di e an liegen de n Felder zu befru chten .

D e s Regen s en t behrt das eigen tli che Ägypten fas t vollig . D ie


s üdli che Re en z on
g ebegin n t ers t bei dem 1 7 Grad n ördlicher Breite .

w ieder, u n d im Norden ü bers chreiten die Win terregen n u r s elten die

1) Fu r die Zu s ammen s e tz u n g des S chlammes vgl . Ru s s egg er R eis e I ,


S 25 3 ; R egm u l t in Mem s u r l E gypte
. Nach l etzterem en th al ten
.

.

I , p 3 48 35 2 .

P
1 00 T e ile : 68 rozen t W as s er u n d S an d, 1 8 rozen t kohl en s an ren K alk, 9 rozen t P P
Q u arz , Ki es e l Felds pat H orn blen de u n d E p idot, 6 rozen t isen oxyd, 4 rozen t P E P
2) Über D eltab i ldu n gen vgl . P es ch el Neu e P roblem e S . 1 1 0 E ; C redn
. er,
6 I . B u ch . 1 . K ap itel .

Gre n z e des Deltas Kl ein ere S chw an ku n ge n s in d in diesen klim atis chen
.

Ve rhältn i ss en jed och n icht au s ge s chlos s en S o regn ete es bei Kairo bis .

vor w en igen Jahren kau m w ähren d in der letzte n Zeit die Regen gu s se ,

rege lm äßi bi t i S t d e s ü dlic h v on d S t d t d i


g s e w a e n e u n er a v orzu r n
g e n

pflegen D ie Grün de die ser klim atis chen S chw an ku n gen s in d u n be


.

k an n t u n d es i s t v or all em n och n i cht fes tge s te ll t ob di e s elben peri odi s ch


, ,

w i ed erke hren oder au f de n n e u e rdin


gs v erä n d erten B e w äs ser u n
g s v er

hältn i s se n Ägyp ten s beru h en Be i dem im allgem e in e n fehle n den Re gen .

e n tbehrt d as L an d de n n au ch n atu rgem äß in sein er gan z en An s


de hn u n g der Qu ell en u n d klein ere n Flüs se u n d i st so für die B e
w äs s eru n
g e in z ig d allein f d en Nil i Au die s em
u n au an
gew e se n . s

Gru n de galt bereits den alte n Ägyp tern der Nil als ein e ihrer größten
Gottheite n der s ie als ihr em Ern ährer g rofes Fe s te fe ierten u n d
rei che Op fe r d arbrachte n d h h egt der Araber
,
u n n oc
j e tzt e in e g ew is s e
h eili ge S cheu v or de m S trom . In dem s e lben S in n e is t a u ch de r viel
w ie derholte Au ss pru ch de s H ek atäu s : Agypten is t e in Ges chen k de s
Nile s au fzu fas sen
V or allem erfolgt die re gelm ä ßige Bew äs se ru n g u n d Dün gu n g de s
Bod en s du rch di e all j ährli ch w iede rk ehren den Üb erschw emm u n gen in
dere n Verlau f n u r gan z u n bed eu ten de S ch w an ku n ge n ein z u treten
pflegen D ie Urs achen die s e s S te igen s des Was sers ü ber w elche im
.

Al tertu m s u n d bis in di e Ne u zei t hi n ein viel ge s tritten w u rde liegen ,

e tzt kl ar E s s in d di e abe s s in i s chen u n d trop ischen G ebir s re en d


j .
g g u n

S chn ee w hm elzen w elche m it gro fse r Re gelm äfs igkeit ein tre ten D as .

S te igen b egin n t An fan gs Ju n i gan z lan gs am w ird aber ers t zw i s chen


dem 1 5 u n d 20 S e ptem ber
. . ein ra pide s
m gegen E n de S epte m ber e in
,
u

Niveau zu erreich en au f d em es 3 —4 Wochen s i ch erhält I m Ver


,
.

lau f de r Hälfte Oktober erre icht die Übers chw emm u n g ihr
ers ten

Maxim u m Dan n s in kt das Was s er ers t lan gsam s u cht aber von Ze it
.
,

zu Zeit n och ein mal den Höhepu n kt zu erreichen j a n och zu äh er


treffen bis e in s chn elleres regelm äfsigeres S in k en ein tri tt Währ en d .

der ers ten d rei Mon ate des Jahre s tro ckn et d as Was s er au f den F el
dern voll en d s n ac h u n d vom Apri l bis An fan g Ju n i h at d er F lu fs
,
.

F rg 2 7 9 Müll er, Frg H is t G race I , p 1 9 ; H em d II , 5 ; cf


G u ts ch mid , . . . v .

1
. . . .

P hilolo gu s 1 85 5 , p 5 29 B ru ce, Voy en Nu b ie 11 , p 7 7 1 s qq w i d ers p m ch dem


. . . .

Au s s p rü ch e von ein em ein s eitig fals ch en S tan dp u n kte au s Über an gebli ch e Ver .

s u ch e u n d Ab s ich ten , bes on d ers Al bu u er u es , den Nil in das Rote Meer ah zu q q


leiten ,
v gl . B ru ce l . l .
, p . 8 18 s qq .

2 ) Vgl . B au er An tike An s ich ten u ber das jäh rlich e S tei ge n de s Nils in
H is toris ch e U n ters u ch u n gen zu m 25jiih rigen J u b iläu m A . S ch äfers Bon n 1 882 ,

p .

70 9 7 . Uckert, G eog rap hi e der Gi r ech e n u n d R öm er I I , 1 . S . 46 —5 1 .
8 I B u ch
. . 1 . Kap itel .

e in
gedru n gen en Wüs ten san d Noch . ein en z w eiten praktis chen Vorteil
gew ähr t di es e s Verhältn is Wäre . das Nilthal ein e vom F lu s s e au s

n ach den Gebirgen zu an s teigen de Eben e so w äre sein e Bew äs seru n g


v om Nile au s fas t u n m ögli ch . D as m ühs am in Höhe ges chafl te
die ’

W as ser w ii rde in den S trom zu rü ckflie fs en . W ie di e Verhäl tn is se j etzt


l iegen,
fli e ßt da
g g
e en das W as s e r w en n es ein m al au f di e H öh e der

Nilu fer gebracht w orden i s t n ach der Wüs te zu u n d kan n so m it


L eichtigkeit au f den zw i s chen dies er u n d dem Flu s se s ich au s dehn e n

d en Felde rn verteilt verhin dern daß das Was s er


w erden . Um zu

s ich bei der Üb ers chw em m u n g plötz li ch üb er di e tiefer l n en T eile


g g
e e e

d es L an de s ergös s e u n d diese in S üm pfe ve rw an dle w ar e s n ötig ,

Kan äle u n d Däm m e an zu l ege n u m das Was ser von den Feldern ahzu ,

halten oder das s elbe in große k ün s tli che Res ervoirs w ie in den Birket ,

Medi n et Abu be i Th eben u n d de n Möri s S ee im Fayu m abzu leiten


- ‘ -
.

E he derartige Was s erb au ten an elegt w u rden d h am An fan gs der


g ,
. .

h is toris chen Ä Zeit , w ar


gypten w ie au ch di e Vege tation s v erhältn i s se
ze igen ein ü ppiges Wei delan d w elches , ,
mi t Bau m gru ppen u n term is cht,
o hn e Zw eifel ein er gros s en Men ge Wild u n d v or allem za hllosen S cha
ren Was servögeln zu m Au fen thal te di en te Dab ei w ar das L an d
v on .
,

b es on ders im Delta v on S üm pfen erfüllt Un regs lm äßige An s chw em .

m u n gen bil deten hi er An höhen dort Lachen u n d ers t als die E in ,

w ohn er gelern t hatten , Däm m e zu errichten Ka n äle z u graben u n d


d en Lau f des Was s ers au ch zu r Übers chw em m u n gs zeit zu regeln w erd ,

das Lan d ku ltu rftihig S o beru h t au f dem Kan alis ation s s ys tem e di e
Möglichkeit der ägyptischen Ku ltu r au f ihm die Ordn u n g des Lan de s , ,

u n d so w aren e s den n au ch die Kan äl e m it ihren Verz w eigu n ge n ,

w elche der Ein teilu n g des Lan des im Altertu m s z u gru n de ge legt

2 .

E i n teil u n g d es Lan d e s .

Ein teilu n g Agypten s erfolgte in Bezirke w elche v on den


Die
Griechen als Nom en v on den Agyptern als hes p bezeichn et w erden
u n d w elche s o selbs tän di das tan den d f ie n och in d er Z eit der
g a s s

1 ) Nach D iodor I 96 fan den s ich derartige S eeen in jedem ägyp tis ch en

2) F U . n g ,
er B ota n is ch e S treifzüge au f dem G bi e ete der K u ltu rges chich te I V,
in S itzu n
g s b er . d er math . n atu rw . Klas s e der W ien er Akad XXXVII L 1 85 9 . .
5 2 . Ei n teil u n g des L an des .

romis chen Kais er eigen e Mu n zen s chlagen du rften Jeder ein zeln e
Nom os hatte vier Un terab teilu n gen :
1 ) D ie Hau pts tadt (n et) der S itz der Be horde n be s on ders des No
m archen (ha) u n d der Mittelpu n k t de s Ku ltu s .

2 ) D as Phu chtlan d (n u ) w elche s re ge lrecht Jahr für Jah r bebau t ,

w u r de .

3 ) D ie S üm pfe ( h )
pe u die n u r bei be s on ders g ün s ti er
g Uber
s ch w emm u n g ei n e B ebau u n
g zu l ie s s e n im allg em ein e n aber al s

Weidelan d oder zu r Ku ltu r von Was s erpflan zen verw en det w u r

de n .

4) D i e Kan äl e (m er) w elche ihrer Wichtigkeit w egen von be s on ,

deren Beam ten verw altet ge rein igt u n d m it B rü ck en u n d S chleu s e n ,

vers ehen w u rden .

G röfs ere Verw altu n gs be zirke als di e Nom en gab e s n i cht Di e .

Ein te ilu n g des Lan des in beide Nilu fer is t ein e re in geographi s che di e ,

in Ober u n d Un ter Ägypte n ein e du rch di e his toris che En tw ickelu n g


-

Agyp te n s bedi n gte D ie u n s zu w ei len in den In s chriften b egegn en den


.

Titel ei n es Prin zen von Ne cheh d h v on E ileithya u n d ein igen an . .

dere n Orten s in d n u r Ehren titel den en kein e thats äc hli c he S tellu n g in


, ,

der B em ten hierarchi e en ts prach N u r fii r das ers t i m Verlau fe d er .

ägyptis ch en Geschi chte eroberte Athi opien d h das Lan d z w is chen . .

dem er s ten u n d z w eiten Katarakt hatte m an ein e eigen e Verw altu n g ,

ein geri chtet an deren S p itz e e in


, Prin z v on Ku s ch gen an n ter S tatt
halter s tan d,
Ders elbe w ar dem Ran ge n ach dem Kron prin zen des
.

Rei ches gle ich geordn et obw ohl er n u r s ehr der k ön iglichen
se lte n

Familie an gehort zu haben s chein t F ür di e . Zeit der 1 8 2 0 D y


— . .

n as tie w en igs ten s, für w elche es m ogli ch i s t, fas t di e volls tän dige Lis te
dieser Prin zen
Ku s ch au fzu s tellen läßt s ich u n ter
v on ,
diese n kein ein

z iger w irkli cher Kron prin z n achw ei sen .

Die Z ahl der Nom en w ird vers chieden an gegeben . D ie klas s i s chen
Au to re n geben m eis t 8 6 an ; an dere haben 4 8 w ieder an dere 4 7
3

w ähren d w ir v on 4 6 di e Nom osm ün z en ken n en Au ch die ägyp tis chen .

Lis ten s chw an k en . Meis t geb e n die s elben 4 2 , d och begegn en u n s z . B .

P arth ey , Di e G au m u n zen Agyp ten s, in Pi n der u n d F riedliin ders B eiträg en


Mün zku n de, 1 85 1 , S 137 d

zu r äl teren . .

2 ) D ie al tägyp ti s ch en Nam en d er Nom en erkan n te zu ers t H a rri s H i erogly


p hi s al s tan dard s resp e cti n g pl aces in Egypt L ,
on don 1 85 2 . Vgl . B ru g s ch , G eogn

In s c hr . I, S . 93 61 Lp e s iu s , Ägypt . Zeits ch r . 1 865 ( Mai ) .

3 ) D iodor I , 54 . S trabo XV H, 789 8 1 2 . .

4) Pli i H i t
n u s ,
s . n at . V, 9 9 . .

5) Pt l mä I V
o e u s , 5 .
10 I . B u ch . 1 . Kapitel .

in Edfu Dies e vers chieden en Z ahlen haben ihren G ru n d darin


44 .
,

dafs m an w i e w i r an der Han d der Mon u men te ve rfolgen kön n en ,


m ehrfach ein z eln e N om e n au s adm in i s trativen Grün den b ald teilte ,

b ald w ie de r v ere in igte u n d s i ch di e Z ahl au f di ese Weis e öfters än dern


m u ßte D ie Ein richtu n g der Nom en w ird von de n Grieche n ihrem
.

S es o s tris w e lch e r im allge m ein e n Ram se s II der In s chriften en t .

s p rich t zu
g e schrieben ; d och i s t die s e Noti z e n ts chied en u n richtig .

S chon au f Mo n u m en te n der 1 2 Dyn as tie d h fas t 1 5 0 0 Jahre vor . . .

Ram s e s II b ege gn en w ir den Nam en ein zeln er Nom en u n d ers ehe n


.
,

au s d en Texte n dafs di e Organ is ation des L an de s in di ese Bezirke


dam als b ereits ein e vollk omm en abge schl os sen e u n d gese tzli ch ge
regelte w ar .

Jed er derartige Bezirk hatte sein en eigen en religiös en Mi ttelp u n kt


in dem Hau pttem pe l der Hau p ts tad t u n d sein en bes on deren S chu tz he rrn
in des s e n G otta Ein ze ln e dies er L okalgötte r deren jeder s ei n e he ili gen
.
,

Tiere s ein e Fes te u n d Pries ter hatte gal ten im gan zen Lan de als
heilig An dere ers chien e n in der Mythologie als fein dli che Mäc hte u n d
.
,

e s e n ts tan d in folge d es se n ein An tagon is mu s z w is chen de n be id ers eitigen

P ri e s te rs chafi en der zu volls tän dige n S chl achte n führte E s w erde n .

u n s zw ei s olche Fehden au s der röm i s chen Kai s erz ei t b erichte t w elche

z e igen w ie s charf s i ch n och d am al s als das Heide n tu m s chon im vollen ,


,

S in k en w ar die ein zeln en Nom en in ihren reli gi ösen An s chau u n gen


v on ein an der u n ters chi eden Hierau s is t zu gleich ein Rü cks chlu fs au f
.

die Verhältn is s e in der alte n Zeit i n w elcher di e Re ligion s idoen n och


tiefer im ägyptis chen Volke lebten m ögli ch ,
.

m eis t gen an n ten Nomen m it den Nam en ihrer Hau pts tädte u n d Götte r
au f . Ein e Au fz ählu n g der in d en I n s chriften au ftr eten den U n terab
teil u n ge n der Nom en zu
ge ben is t n i cht n otw en di g da di ese in der
p
ägy tis chen G es chichte so w eit w ir die s elbe bisher verfolgen kön n en ,

k ein e Ro lle ges pielt zu ha ben schein en .

I . Obe rä
g p
y t e n .

H au p ts tadt . G ott h it e .

Ab (E lephan tin e ) , p
s äte r Nu b t ( mbos )
-
O . Ch u u m .

T ( p
eb
A olli n op olis m ag n a, d fu ) E .
B or -

H u t .

Nech eh (E il eithyia) , s päter S eri e (L ato Nech eh .

p oli s ,
E s n eh ) .

1 ) Von Pl u tarch ,
D e Is . et O s ir , . cap . 72 u n d I avca n l , S at XV ; . cf . Allan ,
De n at . an im . XI , 27 .
2 . E in te ilu n g d es L an des 11

U s t (T heb en ) , s pater H erm on thi s .

K ebti (K op tos ) .


Ta en ten er ( D en derah T en ty )
ris
-

H ( Dai o s p oli s p an a) .

Ab tu (Abydos ) früh er w ohl T en i

Ch em . Ap u ( P an op olis ) .

T abu (Ap hroditopoli s ) .


u ka
T .

S ch as hetep ( yp
H s el e ) .

N en -
en t B ak (An tae0 p olis )
-


At0f ch en t S ain t (Lyk0 p olis ‚ S iu t)
Atef p eh (in der Kai
-
K eai ( C u s aß) .

s erzeit s tatt de s s en

C h em en u (H erm opolis ) .

H e b e n n u ( pp
H i on on ) .

Ka s e (K yn on p olie)
-
.

ron p olis )
H a su -
ten ( Alab as t .

P a mat et
'

O h
( y y
x r n ch o s ) .

C —
h en en eu ( H e m e leop oli a mag )
n a .

S e men - -

H or .

Maten — l
. T ep ah ( p
A h ro di t0 p o i s ) .

II . U n t e r a gyp te n 1

Men — M
n efer ( em p hi s ) .

S e ch em ( L t e op olis ) .

Nen t - - —
en H ap i (Apis )

K
'

T eka ( an o p u s ) .

Sa ( S ais ) .

C h es u n ( C he m) .

S en t Nefer (Metelis ) -
.

T '

u kot ( S ethro ä)

P a H es iri ( Bu s iris )
-
. Oii
s r s .

Iji a tabar ah (Ath ribis )


- o
.


'

Ka 11 ebes (Kabas o s )
-

_
.
H as t (I s is ) .

T eb n eter (S ehen n yth os )


'
-

An n (H eli op olis ) .

T an (T an ia)

.

T ehn t .

P a T hu ti ( H e rm opolis ) .

P a Ba n eb ta; (Men des )


- - -
.

S am —
P a ch en en Am en (D ios p olis )
-

H u t .
- -
.

P a B as t (B u b as ti s )
-
.

'

P a u at (B u to)
-
.

Kes em (P haku s s a) .

ch, G m ch Agyp t
. .
, S 7 7 2 f
. .

D U ie n ters u ch u n gen s in d hi er n och

kein es w egs abges c os s en ; man che


hl w i cht i en
g An deru n gen b rin gt die Li t
s e von

D ümichen , G es ch Ag ypt , S 2 38— 266


. . . .
12 I . B u ch . 1 . Kapitel .

D ie geologi s chen Verhäl tn is s e Agyp ten s s in d se hr ein fache . In


Nu bien u n d bis in di e Gegen d v on S ils ilis herab w erden di e Gebirge
du rch ein en qu arz reich en S an d s tein au s der mi ttlere n Kreideform ation
geb il det . B ei Gebel S ils ilis drän gt s i ch d as Gebirge bis an den S trom
u n d zw in gt d e n selbe n du r ch ein e S chlu cht v on n u r 3 0 0 S chritt B reite
sein en W eg zu s u chen . Hier u n d b ei Ham am at in der arabis chen

Wüs te fin den s i ch di e gro fse n S tein brüche, au s de n en di e alte n Ägypter


das Bau ge s tein fii r die T em p el Nu bien s u n d e in en g ro ßen Teil der
Heiligtüm er Thebe n s en tn ahm en . Dies er n u bis che S an ds te in w ir d

u n ter dem 24 . Grad n ord li cher Breite bei As s u an du r ch ein en Qu er


rie
g el v on Gran i t de n fleis chrote F elds patkrys talle e rfüll en du rch

brochen . Hier hat s i ch der Nil du r ch d as harte Ges tein s ein en W eg


arb ei ten m üs s en u n d bildet den ers te n Ka tarakt von Norden he r .

Am Ufer vers chw in den die G ran itm as sen bald u n ter dem
w e s tli chen

S an ds tein der Wüs te w ähren d si e au f der ös tli che n S eite bis z u ein er
,

H öhe v on 1 00 0 E 1 fs über das Nilthal in ein z eln en Ku ppen au fs teigen


u n d s ich dan n in ein er lan gen Kette n ach der arabis chen Wüs te hin
ziehe n u m s i ch verm u tli ch an di e G ran i tbe rge d er K üs te des Ro ten
Meere s an z u s chließen Z w is chen s teilen Ufern du rch zahllos e Fels
.

blöcke w elche w ie In s eln in den s chäu m en de n Flu ten li egen s tröm t


,

bei d em ers ten Katar akt der Nil D ie Fels e n haben ein e s chw ar ze .
,

l n z en de Farb e D i ese lbe läls t s ich n i cht v om S te in e tren n en u n d


'

g ä .

bes teht in ein em dün n en Üb erzu g w elcher w ahrs chein lich au s Ei sen
ox ydu l gebilde t w ir d das s ein e En ts tehu n g der du rch den gem ein
s am en E in flu fs des Was s ers u n d d er Lu ft bew irkten Zers etz u n g des
Ges tein es verdan kt D as Ass u an gegen übergelegen e Elephan tin e is t
.

ein e In s el au s eben dies em Gran it be s te hen d Gleich n ördli ch von ihr .

begin n t der S an dstein w ieder °


.

Von G abel S il s ilis an setzt si ch bis n ach Ed fu hi n ab di e Kreide


formation in M ergel kalkigem u n d m n digem G es te in e fort
,
Dan n be .

1 ) Kra m er, D as h eu ti ge Agyp ten I , S 1 fl R u ss eger, R eis en in .


.

Gi r e ch en lan d
u . s . w , S tu ttgart
. 1 84 1 rar
e , Au s dem . F
Orien t , S tu ttgart 1 867 . L . H orn e r,

Phil os op hi cal tran s acti on s I S .



1 05 1 3 8 ; H S .

53 92 . O rlebar,
Jou r n al of th e B om b ay B ran ch of th e R oy . As iat . S oc . J u li 1 845 . Zittel in
B ädecker, Ägyp ten , 8 7 1 Üb er die n eu es te xpedition von S ch w ein fu rth von
. . E
S iu t bis As s u an ers chien ei n ku rzer B ericht i n eterman n s Mi tteil u n gen XXVII I , P
2 75 — 27 6 1 882 V l J lo i N 1 02 6 — 1 064 2 6 70 2946— 29 58
p .
, g o w c z.
,
r . . . . .
3 . G eologie . 18

g ian t altterfi ä m r, s ehr Gebirge zu bilden


ve rs tein er u n
gere ic her Kal k die
u n d ihn en Charakter au fzu drücken
s e in en
größte Erh ebu n
g er . Ihre
rei chen di es elben bei T heben w o s i e s ich m ei s t bis 1 0 0 0 M s über
das Nilthal erhe ben Hi er treten zu gleich die Berge zu m ers ten m al
.

s eit den Katarakte n w eit vom F lu s s e zu rück u n d las sen ein en e tw a


1 0 Kilom eter bre iten ku l tu rfdhig en Zw is chen rau m frei Hi er is t di e .

Eben e m it Ackerboden erfüllt s ow eit n icht die theban i s chen Tem pel ,

ru in en si e be d e c k e n . Von hi er an bis g g
e e n S iu t treten di e im all

ge m e in en m on oton en G ebirgs ketten einigem al e bis an den Nil heran ,

s chr ofie n Abs türze n herab fallen ; n u selten


'

in de n s ie in r ze igen si e

w ilde re zerris se n e m aleri s che Form e n . Bei S i u t s etzen s ich an di e


Kreid e T hon s trate n anMateri al fii r au s den en di e Bevölkeru n g das
die S i u ter T h on w aren gew in n t S p äter z ieh t ein ein förmiger G e birge .

d em Nile en tlan g de m Norden zu u m s ich bei Kair o an d


zu
g en ,

Mok attam an zu schlie ße n Un ter den z ahlreichen Vers tein eru n gen w elche .
,

ders e lbe eb en so w ie di e gro ßen mi tteltertiären S an dablageru n gen bei


Kairo au fw eis t s in d di e Nu m u liten beson ders hervorz u heben de n en
die F orm ation au ch ihren Nam en verdan kt ; e s si n d di es die n och
heu te u m di e Pyramiden heru m in M illion en s ich fin de n den Lin s en der

In m itte n d ies er Ge s te in e fin den s ich m ehrfach vers tein erte Wälder ,

dere n En ts te hu n g bi s lan g n och n i cht gan z klar ge s tellt i s t Au ße r bei


de m s ogen großen u n d klein en \crs tein erten Walde fin det s ich ver
.

s tei n ertes Ho lz au ch au f d em W e s tu fer des Niles bei den Pyrami den


v o n Abn eir u n d etw a 5 Meilen v on diesem w es tli ch in der W üs te .

I n dem Delta fin d en w ir bei Alexan dri a m ächtige S tein brü che ,

au s d en en m an e in en j u n gte rtiären h ellen b es on d ers au s z ertrüm m er , ,

ten Mu schels chalen bes tehen de n Kalks tein ge w in n t A m S u ez kan al e .

l: ei S chalüf folgt au f ein en grün lich grau en G ips m er gel ein fes te r Kalk -

s tein m i t m arin en T ertiärre s ten u n d das glei ch e Ge s tein begegn et u n s ,

öfte rs . An an deren S tellen rage n Riffs v on alttertiärem Nu m u liten kalk


au s Ebe n e hervor I m Be ten Meere fin den w ir bes on ders in der
d er .

Nähe v on Kos er z ahlreiche Korallen rifie ‘

Au f der arabis chen S eite folgen au f den Nu m u lite n kalk z u des s en ,

Form ati on au ch der am Gebel Urakam bei Bon i S u ef au s ge beu tete


schön e Al ab as ter ge hort S chi chten v on M ergel u n d Kal ks tein u n d

dies en n u bi s cher S an ds tein Ihm folgt ein bre iter Gebirgs zu g v on .

U n er
g , S itzu n gs b er . der W ien er Akad . 33 . New bold, G eology of Egypt in
P roc . Geol .
, No 3 3
. . . 91
2) I üir °
s ein e Ken n tn is im Altertu m s v
g l D u.m i ch en ,
G os ch . A gyp t .
, S . 200 .
14 I . B u ch . 1 . Kapitel .

Ges tein en w ie Gr an it S yen i t Diorit Porphyr G n eiß


la y s tallin is chen , , , , ,

Gli mm er u n d Horn blen de S chiefer D er rote Porphyr w u rde bes on ders


— .

in der Röm erzeit am Gabel D u chän in der Nähe des Roten Mee re s ,

g e w on n en u n d w ei thin verfrachtet Äh n li ch e F orm ation e n w i e hier

fin den w i r au ch au f der S in aihalbin s el


D ie libys che Wüs te an ders eits geho rt gan z der T ertiärformation

ohn e her vorrage n de G ipfel ode r gro ßem T häler . Krys tal lin i s ch e u n d
vu lk an im he Ges tein e fehlen gän zli ch . D agegen s tei
g t d ie
gan ze Eben e
tm as s en förmig an u n d be s itz t ein z eln e E ro s ion s thäler . Ge gen die
O as e n zu fi ll t si e m it oft 3 00 Mete r hohen s teilen Rän dern ab Un ter
.

dem Kalk b egegn en u n s S chi chten der ob ere n Kre ide mi t za hlreichen
Vers tein eru n ge n In s olchen m ergeligen S chi chten tri fft m an in den
.

Oas en häu fig Alau n w ähren d di e S chi chten au ch du rch s tarke Ther


,

m alqu cllen du rchbrochen w erden D as S an dm eer d er S ahara m it s ein en .

p arallelen m eilen lan gen D ü n en z üg en begin n t ers t sechs Tagereis en


hi n te r den Oas en V on S ils ilis au s zieht s i ch in di e W ü s te hi n e in e in
.

breiter S treifen von n u bis chem S an ds te in w elcher reich is t an ver


s tein ar tem H olz an Ei s en u n d Man gan erze n
3
,

Die zo ologis che n Verhältn is se des alte n Agyp ten s lern en w ir au s


den I n s chr iften u n d bes on d ers au s den Dars tellu n gen der G räber der
12 Dyn as tie recht gen au k en n en u n d ers e hen au f diese We is e d aß
s i ch die s elben s eit dem Alte rtu m e kau m verän dert haben .Un ter den
Rau b tieren begegn en u n s L öw en Hyän en Gep arden Wölfe w ilde
Katzen u n d S chakal e, w elche m i t Au s n ahm e ers tere r n och
j häu fig
e tz t

s in d . D ie Löw en s chein t man n o ch zu r Zeit der h ochs ten Blüte des


Reiche s fl haben So rühm t s i ch Am en phi s IH f
'

an ge tro en zu . o . au

1 ) Au s füh rlich b er dies e S tein brü ch e, ihre age u n d Au s b eu tu n g


han delte u L
O —
L etro n n e, e u vre s ch ois i es I , 1 p 45 3 46 9 Vgl ep s iu s , B ri efe, S 3 1 1 ff
. . . . L . .

2 ) Vgl B eyr i ch , Über geogn os ti s ch e B eobachtu n ge n G S chw ein fu rth s , in d er


. .

W üs te zw i s c en Kairo u n d S u ite
h B ari Mon ats ber 1 882 —
S 1 63 1 76 Arzru n i . . . .

l l —
1 78 1 8 2
. .
, p . .

3) Üb er di e den alten Agyptem bekan n ten Metalle : Lp e s iu s D ie Metall e i n


d en ägyp tis ch en I n s chriften , B erli n 1 872 Vgl D ümi ch en . .
,
Ägypt . Zeits chr . 1 872 ,
S . 46 ff 98 if . habas , E mdes
. C su r P an t his t , p 1 7 s qq
. . . .

4) Litt eratu r bei Jolow i cz , —


.

Nr 9 1 5 970 1 1 2 6 1 1 2 7 . .

2 668 2 9 1 8 2928
. .

D an n v. Kremer, Ägyp ten I, S . 22 1 f .


16 I . B u ch . 1 . Kap itel .

s on d aran Ke n n zeichen
g N a hr u n
gs m itte l alte n als h eilig . Au ßer als

w u rde das Ri n d in Ägyp ten au ch zu m Au s dres chen des Kom e s be


n u tz t
1
ähn lich w ie das S chaf die S aat au s tre ten m u ßte
,
Dies es S chaf .

b es aß m an in zw e i S pielarten w elche s ich d u rch ih re Hörn er s charf

v on e in an de r u n ters chi eden Di e ein e tr u g di e ein gem llte n Hörn er .


,

w elche w ir an den S tatu en de s Ju pi ter Am on u n d au f den Mün ze n


Al exan ders (1 G r se hen w ohn t s in d ; di e dere di e lan g s ich
. . zu
ge an

au s bre iten den Hörn er de s Gottes C hn u m Zahlreich w aren di e An ti


lop en arten w elche teils w ild di e Wüs te du rchs traitte n te ils za hm in
Herden von bis über 1 0 00 S tü ck gehalten w u r den u n d s ich s ogar in
d er Gefan gen s chaft fortp flan zten Als Hau p ttran s portmittel be s aß m an
d en Ese l D as j etzt im Delta so häu fige Kam el
. ers che in t in d en
bi s her b ekan n ten ägyptis chen Tex ten n i cht ers t in s päter Z eit w i rd e s ,

in M ero ö abgebild et u n d in der Röm erz eit fin den s ich z ahlre i che klein e

T hon bil der des Tiere s w elche Re iter tragen Man hatte geglau bt das ,
.

Tier ein m al im Papyr u s An as tas i I zu fin den do ch hat sich di e s als .


,

irrtümli ch herau sge s tellt Ob das Kam el in der That n i cht vorkam ,

od er n u r al s typhon i s ch n i cht darge s tellt w ard m u ß u n an ts chi ede n blei ,

ben .Eben s o ist as fraglich ob di e m ehrfach als göttlich verehrt au f ,

treten den u n d au ch als Mu m i en s i ch fin den den Affen im L an da selbs t


vorkam en ; ge zähm t w u rden di eselben w ie die Dars tellu n ge n bew eis en , ,

häu fig gehalten Ein e be s on ders große Ro lle s pielt das Pferd


. Dies e s
fin de t s i ch im alten u n d m ittlere n Reiche bis j etz t n i rgen ds darges tellt .

Au ch das Vorkom m en des s päteren Nam en s des Pferde s heter z u r


Z eit Use rtes en I als Pers on en n am e k an n für das dam alige Vor.

kom m en des T iere s n i cht gelten d gem ac ht w erden D as Wort w ird .

an der b etre ffen den S telle m i t dem allgem ein en Dete rmi n ativ für Vier
fii ßler vers ehen u n d kan n im alten Reiche s e hr w ohl ein an de res T ier
bezeichn et haben dess en Nam en m an im n eu en Reiche au f das Pferd
,

1 ) Rou li n a . a . O p .3 1,7 V g.l 5 M o s 25 ,


.4 . . .

2 ) Vgl L ap s iu s , . Agyp t Zeits chr 1 8 7 7 , S S E


. . . .

3 ) L en orman t a . a. O . L XX, p 41 3 . .

4) Ch b a as , E tu d . su r P an t bi s t , p 3 98 s qq
. . . .

5) L D
. V, 28a
. .

6) Em an , Agypt Zei ts chr 1 877 S . . . 36 . B emerken s w ert is t j ed och daß


n ach 1 Mos . 1 2 , 1 6 Ab rah am in gyp te n Ä au ch Kam ela bes es s en h aben s oll .

7) Vgl . Eh re n b erg , Über den C yn oceph al u a u n d den S ph in x der Ägypte r,

B erlin 1 834 .

8) L en orman t a . a . O LXIX
.
, p . 1 25 6 ( g pl v 1 28 1 1 2 8.4 s q . L XX , . .

p . 1 63 276. . L en orman t, L es p remi ere s civi li s ation s I , 300 s q q habas , E tu d s u r . C .

P an t bi s t
. .
, p . 42 1 s qq .

9) Pi erret , Ägypt . Zeits ch r . 1 879, s . 1 86 .


5 4 . Zoologie . 17

u bertru g . Im n eu en Reiche w ar das Ti er s ehr häu fig u n d w u rde z u m


Fah re n u n d Reiten b en u tz t ; es
g edi eh so v ortre fl li ch , d afs m an es
'

so
gar ex portierte Nach de n In s chriften w an dte ein ägy tis ch er p
H errs ch er, der Äthi ope P ian chi, s
p äte r d er P ferd e m cht se in g an z be
s on de re s In teres s e zu .

Un ter
Am phi bien is t das b al d gottli eb verehr te b ald leiden
de n
s chaftli ch verfolgte Kr ok odi l zu n en n en w el ches ers t im Lau fe der
letzten Jahre b e so n ders du r ch di e D ampfs chifl e
'

au s Agypten v er
tri e ben w orde n is t . V on dies em Tiere w el che s v on d en kla s s is chen
Au toren m eis t fals ch be s chr ieben w ird, haben s i ch, bes on ders bei Mon
fal üt u n
g eh eu re Mas s en v on Mu m i e n gefu n den . E in großer T eil der
s e lben w ar vergoldet u n d z ei
g t so n oc h das hohe An s ehen , in w e lche m

das Kfokodil b ei ein em


gro ßen Te ile der ägyp tis chen Bevölkeru n g
ges tan de n haben mu ß .

S ehr groß w ar di e Z ahl der Vogel u nviele w ie der


ter den en

Geier, Falke, S perber, m ehrere Gä n s earten der Wiedehop f be s on de rs


a ber der dem T hoth g e w eihte Ibi s götth ch verehrt w u rden E n ten .
,

Gän s e u n d Tau ben w aren be re its im alten Re i che gezähm t u n d w u rde n

e be n s o w ie die H üh n er in g ro ße n S charen ge halte n .

Die Z ahl der F is che w ar gle i chfalls gro fs ; tr otz ihres


gerin gen

Wohlges chm ackes w u rden dies elben v on dem Volke fri s ch u n d e in ge


s alz en häu fig bere its in alter Zeit e
g ge s se n . Merkw u rdi
ge rw eis e fe hlen
in den Texten e b en s o w ie in den Dars tellu n gen ge rad e di e beid en
c harakte ri s tis ch e s te n F orm en der m odern en Nilfau n a, de r F ah aka ( T e tro

d on fahak a) w elc h er es vers teht s ich zu ein er Ku g el au fzu blas en ,

u n d der, e lektri s ch e S chläge v on i


z em liche r S tärk e an s te h en de Zitter
m hen .

V on In s ekten Mollu s ken u n d n iederen Tieren fin den s i ch in


Agypte n n u r w en i ge Arten d och k omm en dies e Arten in za hll os en
Ex em plaren v or . Bem erken s w ert is t hi er v or allem d e r in der Mytho
logie al s S ym bol der Au fers te hu n
g ers chein en de S karabäu s ein e

g ro ße n oc h heu te in Ägypten häu fige Mis tkäferart . Von den


S chlan ge n m it d e n en w ir di e Be s pre chu n g der äg yp tis chen au n a F
s chlie ße n verehrte man m ehrere Arten
w ollen , als heilig, beso n d ers di e

als Zei ch en der Kön igs w ü rde v on den H errs chem an der S tirn abge
bildet ge tragen e s ehr if
g g ti e ägyp ti s ch e B rillen s chl an
ge m e is t al s

Uräu s schlan ge bez eichn et Charak teris tis ch is t fii r di e s elbe ihre Fähig
.

1 ) 1 K on . 1 0, 28 f . 2 Ch ron . 9 , 28 . Au ch S argon führt in s ein er P ru n kin s ch rift

(l . 1 83 ) u n te r s ei n e n Reicht ii m ern ägyp ti s ch e Pf e rd e a u f .

Wie d m e a n n , Äg yp i h G h h
t sc e es c i c te . 1 .
18 1 . B u ch . 1 . K ap ite l .

k eit, im Afie kt den


Hal s zu ein er breiten S ch eibe au fz u blas en u n d


s i ch hoch em p orzu ri chten .

5 .

B otan ik .

D ie ägyptis che P flan ze n w elt hatte s i ch s eit dem Altertu m e bis


an den An fan g u n s ere s Jahrhu n derts kau m veran dert . S eitdem ab er

u n d bes on ders der Regieru n g I s m aöl Pas chas hat di e Ein fü hr u n g


s eit

ein er
g ro ßen An z ahl in di s cher G ew äch s e u n d der im Altertu m e in
Ägypten
.

n och n icht an
geb au ten Bau m w ollen s tau de d en Charak ter
d er Lan ds chaft verän dert B ei der v orü e fl liehen Aach
w ese n tli ch .
'

m ation s fähigkeit der in di s chen Pflan z en u n d vor allem der L ebb ach
Akazi e w elche in w en igen Jahr en z u e in em groß artigen B au m e er
,

w äch s t w ird di e s in
,
d en n achs ten Jahr en ge w iß in n och w eit höherem
Grade der Fall s ein Im m cr m ehr w ird die au s län di s che Flora Platz
.

reifen u n d b al d w i rd Ä te au s d em fa s t gan z bau m lo s en L an d e


g , gyp n ,

das es n och vor ku rz em w ar zu ein er der bew aldets te n G egen den des ,

Orien ts w erden In w iefern du rch dies e An pflan z u n gen au ch das Klim a


.

de s L an des di e Regen verhältn is s e u s f s ich u m ge s talten w erden . . .


,

läßt si ch bi s j e tzt n i cht en ts chei den D ie in d en letz ten Jahre n s te i .

ge nd e Rege n m en ge ihn en z u h
z u s c re i ben is t n i cht n ö tig , da in e b en

dies er Z
ei t au ch in an deren L än dern der Mittelm e erkü s ten ein e w ach

s en de Regen m en ge be obachtet w ord en is t .

D ie ahl Z
d er in Agyp ten e in h eim i s ch vork om m en den Pflan z en
arte n is t gerin g Un ter den großeren B äu m e n s in d n eben den S yk o
.

m oren ,
A k azien Gran aten T am aris ken Apri k ose n Feigen u a be . .

s on ders zw e i Palm en arten he rvorzu he ben D ie ein e di e Dattelpalm e .

( P h oen i x dact lifera


y ) w ird n och
j etzt w ie i m Altertu m c be s on ders im ,

Delta ihrer Früchte w egen viel gezogen ; dies elben w aren s tets ein e s
der Hau ptn ahr u n gs mi ttel des Volk es Ein e z w eite Art is t die in Ober .

ägyp ten b e s on ders bei T heben häu fige D üm palm c (C ru cifera the bai ca)
, ,

deren ge tr ockn ete Früchte s ich m ehr fach in den Gräbern gefu n den
h aben . M an gab di e holz igen ,
s i ch
gu t halten d en Früchte m it Vor
h ab e d en T oten als Wegz ehru n g m i t in das Jen s eits . Zu di es en be i
d en Arte n k omm t n och ein e dritte in Nu bien ein h eim i s che H
( yp haen e

1 ) Litteratu r b ei Jolow i cz , Nr . 986 — 1 025 a .



2669 2 92 9 2945
. . Vgl T haer,
.

L
D ie ägyp tis ch e an dw irts chaft, in L an dw ir techaftlich e ah rb üch er 1 881 J .

2) E
in er Art ägyp ti s ch m B au m w o lle ged en kt üb rigen s oll u x, O n om as t P . VI I ,
75 cd . Be kker, p 292 V gl .be rs , D u rch . . E G o s en zu m S i n ai , S . 478 f .

3) Vgl . L
or et , R ec de trav rel ä l E g

. . . . et l As s

. II , p . 2 1 s qq .
5 5 . B otan ik .
19

coriace a
) w elche m an bere its im 1 8 . Jahrhu n derte v . C hr .vers u chte ,
b ei
Theben zu acclim atis ieren ,
ein Vers u ch ,
w elcher , d a de r Bau m s ich n u r

s elte n gen an n t u n d n icht, w ie di e Palm en arten abgebil det fin det


an dere n ,

w ohl m i s s lu ge is t Au c h j etz t fin de t s ich di es e Palm e n irgen d s


n _
n .

ei
ge n tli chen Ägypten E s is t überhau pt in tere s s a n t z u verfolgen w ie die ,

Äg yp ter de r Blü te p oche ihres Rei che s


in
e eifri
g b e s tr ebt w are n au s

w ärtige Gew ächs e in Ägypten ein zu führen . S o se hen w ir in d en D ar


s te llu n
ge n der ar abis c hen Expedi tion der Re m ak e di e Matros en ein e

W eihrau chb au m art m i t d e n Wu rze ln in Kübeln au f di e S chi ffe lade n ,

u m Theb en zu fiihr en
s ie n ach I n ein er leider fas t gan z z ers törten .

Kam m er de s T empels T u tm es III z u Karn ak w erden ku rz darau f di e .

Bäu m e u n d Pflan z en abgebildet w el che ders elbe au s Athiopie n u n d


Mas opota mi en n ach Agypten brachte u n d w ohl in den k ön i glich en
Park s an pfla n zen ließ Au ch in In schriften von Privatp ers on en w ird .

frem de r Ge w ächs e Erw ähn u n g gethan Bei di e s e m In tere s se an de r .

Pflan zen w elt u n d z w ar n i cht n u r der ein heim i schen s on dern au ch der ,

fre m de n ,
is t es se hr m erk w ürdig, dafs s ich di e alten Agyp ter n i e daz u
en ts c hlo s s e n habe n , g in B
rö au m ßerem Maße
p flan zu n
ge n im L a n d e an

zu lege n s on dern ihren B e darf im m er au s dem Au s lan de bez ogen .

Dies en Man gel an g u tem Holz e erk en n t m an am be s ten an den u n s

dem Al tertu m e s ta mm en den ägypti s chen H olz m on u m en te n


erhalte n en , au s .

Ein m al is t deren Zahl au ffallen d gerin g im Verglei che zu den S tein


m on u m en ten ; dan n ab er s in d di e Mu m ien s ärge u n d H olz s tatu etten ,

m ö gen s ie au ch mi t n och so gro ßem F leifs e u n d Ar beits au fw de ge an

schn itz t sein ,


fas t du rch ä
g gg
n i au s S ykom oren holz , au s ein e m k n orfigen

u n d daher u n bearbeiten den Material e gefertigt Die


ge m ein s chw er zu .

Urs ache di eser Abn eigu n g gegen grö fsere Ku l tu ren v on Nu tzholz lag
w ohl in der Fu r cht du rch ein e grö ße re Au s dehn u n g der Wal du n gen
,

das F ru chtlan d u n d den Ackerboden in zu hohem Maße ein z u en gen .

Der Zw an B ren n holz in grofser M en ge z u ge w i n n en lag j a au ch für


g , ,

die alten Agypter n i cht v or .

Von Nu tzpflan ze n gedi ehen in Ägyp ten zahlrei che Getr ei dearten ,

W eiz en S palt Gers te u a v ortreflli ch eben s o Wicken Bohn en


'

w ie ,
. .
, , ,

Lu pin en Lin s en u n d der zu m edizin is chen Z w ecken s ehr w i chtige


Ricin u s Gu ter Wein w u chs im Delta bes on ders an den Ufern des
Mareoti s ch en S ees w ähren d der O lbau m im m er se lten blieb

1 ) Au s s ein en F r üch ten gew an n man das Kiki öl . Vgl H em d I I , 94


. . . S trabo
XVI I , 824 . Pli u . H is t . n at . K V, 7 . D ios corides I V, 1 64 .

2 ) S trabo XVH , 809 . H ieron ym omm en t . C . in E OS . 12 , 2 . Vg l . Pl yt a e in


Ned B ot Veree n igin g 2 9
. . . J u li 1 882, 2 B ylag e . .
20 I . B u ch . 1 . Kap itel .

Charakteris tis ch für Agyp ten w aren im Altertu m e di e S u m pf


p flan z en ,
w elch e die Kan äle S üm pfe u n d Moräs te bedeckten obw ohl

au ch dere n Ar te n zahl ein e bes chrän kte blieb . Ein e beson ders grofs e
Rolle u n ter den s elben s pielte n der Lotu s u n d der Papyru s Un ter dem .

Nam en des ers teren ,


w elcher n o ch
j etz t im Lan de ge d eih t fafs ten di e
Al ten drei vers chie den e Pflan z en ar ten zu s am m en di e äg yptis che S eeros e ,

N
( y p m h ae a L otu s di e hi m m elblau e S e ero se g lei chfall s e in e N m
y
h ä e u n d di e in dis ch e S eero se (Nelu m biu m s p eci o s u m W ) D i e beide n
p ,
.

er s teren s in d di e Pflan ze w elche w i r häu fig in


,
der Han d der ägyp
tis chen Herrs cher u n d Privatpers on en erbhcken w elche e in en der
Hau pt O pfergegen s tän de bildete u n d w elche als ideographis ches Zeichen
-

z u r Be z ei chn u n g v on O berägyp ten dien te Letz teres das Nelu m biu m .


,

en thält in se in er Fru cht kl ein e e ßbare Kern e w elche u n ter dem Nam en ,

Nill in s en von den Kla s s ik ern als ein Nahru n gs m ittel des ägyp tis chen
Volkes au fgeführt w erden D ie T exte z eige n u n s dafs m an au s diesen
.
,

K am en au ch ein Brot zu bereiten w u ßte w elch e s als Deli kate s se galt ,


.

D er P apyru s (Cype ru s papym s L ) w ar frü her im Delta häu fig u n d .

alt als d es s en i d e o raphi s che Be z eichn u n g ; eb en s o w ie der Lo tu s is t


g g
er e in e häu fige O p fe rgabe d er A ter D e rs elbe w ard a ls Nu tz
gyp
p flan ze ge g
zo en u n d förmli ch k u l ti viert, d a m an au s s ein e r Ri n de das
ein zige w irklich e S chreibm ate rial d e s ägypti s chen Altertu m es gew an n .

Man u s kripte au f Le der od er au f T hon platten s in d w en igs te n s im Ver


hältn i ss e zu der großen Z ahl der Papyri w ähren d der Blütez eit des
Rei che s so vers chw in den d s elten , dafs s ie al s S chreibm aterial ka u m in
B e tracht k om m e n S peziell der T hon platte n der s ogen O s trak a be
. .

dien te m an s i ch m eis t u m ku rz e Notiz en oder Kon z ep te darau f au fzu

z ei chn en , w elche m an dan n au f Papyru s ü bertru g . S ehr grofs kan n


j edoch d er Wert des letz teren i cht gew n ese n se in , den n w ir fin de n au f

Papyru s n eb en la sciv en Dars tellu n gen Zei chn u n


gen der aller ew
g öhn
lie bs ten Art, so daß s e in Preis w ohl v erhäl tn i s m äfs ig n i cht i l höher,
v e

als der an derer S chreibm ateria lien Län dern gew es en s ein in an deren
w i rd . Man u n ters chi e d in den P apyris je n ach der Dick e der Glätte , ,

d er Farbe vers chi eden e S pielarten w elch e au ch vers c hie den e n Wert
be s aßen Als das bes te Material galt in der B lüteze it des ägyp tis chen
.

Re i ches ein di ck es m äßig glatte s u n d z iemlich s tark gelb brau n es ; -

s p äter in der Röm erze it legte m an da s Hau ptgew icht au f m öglichs t helle

1 ) Vgl . Pl yt
a e,D e E gyp tis ch e L otu s , L id e e .

2 ) H em d I I , . 92 B iod I , 35
. . .

3) P arlatore, C o mp te s ren du s de I Acad d es S cien



. ces XXXI V, p 1 1 0 mein t ,. er

s e i au s I n dien n ach Agypten gebrach t w ord en .


5 6 . D as Volk . 21

Papyri ,
u n d so s in d u ns au s dies er Zeit fas t gan z w eifs e, freili ch au ch
re cht du n n e Blätter erhal te n
ge blieben . D ie S chrifi w u rde m it ein em
Pin s el au fgetrage n ; m eis t w ar di es elbe s chw arz fii r Kapitelübers chriften ,

bedi en te man s ich eben s o w ie z u r Ein leitu n g n eu er Abs chn itte des
Rot . D i e Dars tellu n gen w el che s ich au ch au f P a
py ri s n i cht se lten ,

bes on ders in religiöse n Texten fin den s in d klar u n d s charf geze ichn et ,

u n d zu m T ei le p ol chrom in d lb W i füh t i di D
y e rs e en e s e a u s
ge r w e e ar ,

s tellu n ge n au f d en s tu ckierte n Wän den S o lan ge der Papyru s als .

S chrei bm aterial ben u tz t w u rd e w ar er in Ägyp ten häu fig u n d n och ,

Prosp er Alpin u s k en n t ihn als dortige Pflan z e Jetzt is t ders elbe au s .

d em L an d zu glei ch m it den u n ben u tz ten S üm p fen voll s tän di g v er


s ch w u n d en u n d hat s i ch an den o beren Nil z u rückgez oge n in des se n
Nied eru n
ge n er ü ppig au f lan gen S tr e cken ge deiht I n an dere n L än .

dern ,
w ie em Jordan u n d in den Qu ells u m pfen des An apu s be i S y m
ku s, w ohi n ders elbe au s Ägypte n gebracht w ard, gedeiht er gleichfall s
v or trefl lich An letzterer S te lle n och der Qu alität
'

. w i rd so
gar
j etzt ein

n a ch freili ch hi n ter de m alten w eit zu rück s tehen des S chre ibm aterial au s

der Rin de der dor tige n Papyru s s tau den b ere i tet .

Im ü brige n w ar die altägyptis che Flo ra bei den Gri echen u n d Bö


m ern be rühm t w egen d er hlrei chen im Nillan de gedeihen den offizin ellen
za

Pflan z en dere n Gebrau ch zu m e diz in i s chen Zw ecken w ie di e m e hr

fach en td eck ten al te n,


d e n ägy p tis ch en Ä
Rez epts am mlu
rzten n ge n z ei
ge n

be re its am An fan gs de s z w eiten vorchris tli che n Jahrtau s en ds z u m großen


Teile bekan n t w ar Au s di es en Rezepts am mlu n gen übern ahm en di e
.

klas s is chen Au toren m ehrfach ägyp tis che P flan z en als offiz in ell es Mitte l ,

d al t bis in s päte Z eit Ä p te s te ts l das Lan d reic h an


u n so g gy n a s

Heilkräu tern ,
als w elche s es au ch oft beze ichn et w ir d

5 6 .

Das Volk .

D V olk w elche s am An fan ge u n eschi chtlichen Ken n t


a s s erer
g
Agypten bew ohn te , gehörte , w ie de r Typu s ,
der s i ch fiir das s elbe

1) H om er, Odys s . I V, —
22 9 23 1 . Vgl be s on dere
. P li n iu s, H is t . n at .
p as s .

2 ) Litte ratu üb er ägyp tis ch e ethn ograp hi s ch e u n d m edi zin is ch e


r egen s tän d e, G
au ch u ber Mu mi en be i Jolo w i cz , Nr 1 065 — 1 1 8 1 295 9 — 29 79 , b es on ders die Ar
. .

bei ten v on P ru n er a a , N .r 1 1 5 3.
— 1O1 5.6 V gl fern
. er B ir ch , S u r l

ori g i n e d es
. .

E gyp ti an s im Oom p te ren du du C o n grés in tern des ri en talis tes ( aris ) 11 , 6 1 — 66 . O P .

Ow en ,
T he ethn ology of Egyp t in Jo u rn . of An throp . In s t . 1 8 74 , I V 225 s qq .

Über ägyp tis ch e ethn ograp his ch e An s ich te n : L febe u re L es rac es con n u aa d es
E gyp ti an s ,
in An n ales du Mu s ée G u lm at I . B ru g s ch D ie altägyp tis ch e
22 1 . Bu ch . 1 . Kap itel .

au s s orgfältigen Un ters u chu n gen der S tatu en u n d Mu mi en n ac h an thr o

p g olo
i s che n u n d kran e ologi s chen Ges ichts pu n kte n ergeb en hat, der kau
k as i s chen Ras s e an . Das s elbe m u fs d em zu folge u rs prün gli ch au s As ien ,

d er Urheim at der gan zen Ras s e ein gew an dert s ein u n d is t vermu tli ch
ü ber di e L an de n ge von S u ez w elche ei n e n atürli che Bru cka zw is chen
b e iden Kon tin en te n bildet, au s Afii ka ge lan gt I m Nilthale
As ien n ach .

s chein t d as s el be au f ein e du n k elfarbige U rbevölkeru n g getroffe n zu


s ein d o ch lä fs t s i ch u ber deren etw aige v erw an dts chafizli che Be zie hu n g
;
zu an d ere n Völk ern kein e ein i erm a ßen i chere An s icht au fs telle n v
g s ,
er

m u tli ch w are n es Negervölker . Au ch die Völk ertafel der Bi bel w elche

di e älte s ten u n s be kan n ten ethn ographi s chen S ys tem e en thält , lä t di e ß


Agypte r au s As ien s tamm en u n d erklärt s ie für Nachk om m en des
H am Dies er Nam e Harn i s t s i cher gleichzu s etz en
. dem ain bai
m i s ch en Nam en Ägypten s Kam
Kem i , im Koptis chen -
t, im Dem otis chen
K H M € , K H M I oder X H M I D as N1 lthal tru g als s olch es s tats di es en .

Nam en u n d w ird in den Texten im Ge gen s atz e zu an deren Völkern ,


z . B . i m C he tavertrage zu d en Chata s s o be zeichn et,
. D er et
y m olo

gi s ab a S ta mm , v on w el chem das Wort abzu leite n is t is t ,


k am s chw arz .

Noch heu te hat das fru chtbare Ackerlan d Ägypte n s , fl all e n de m


'

in au

Gegen s atze zu dem hallgelben S an de d er es u m ge be n den Wü s te ein e


du n kle F arbe . So n en n t Herod ot 3
das Lan d y el zi yya eov u n d Plu tarch

h ebt hervor d afs di e Ägyp ter d as s elbe w ie das S chw im Au ge


arz e

D aß T hat Nam en Ägyp ten s di e


'

q ca v n an n te n . w ir in de r fii r den
s chw arz e Fa b r e al s Gru n dbe deu tu n g an zu s e hen habe n ,
igt ze s ei n e id e o
g ra
p hi s c he S chm i bu g m it nd e m S ch w an ze e in e s Krokos w elcher

n ach H o rap ollo s Vers icheru n g dazu di en te, u m etw Du n kles (axöz og)
5
as

darzu s tellen .

Als S öhn e de s H arn fiih rt di e Volkertafel au f Ku s ch Mis raim ,


Pu t u n d Kan aan . D er z w ei te di es er Nam en Mi sraim i s t der der
Ägypter s elb s t . S ein e du ale Fo rm erklärt s i ch au s de r his toris chen

Vo lkertafel in V erh an dl u n
g d e s i n tern . Orien tali s ten k on gre fa ( B e rl in 1 88 1 ) I I 3 .

p . 25 — 7 9 , bes on ders p . 765 .

1 5 Mo s 1 0 3 — 6
) .
,
. V gl 1 . Ch r on . 1, 8 .

2) G e ge n d en W iders p ru ch von Lp e s iu s in H er zo g ,
R ealen cyk10 p ad ie , Art .

Agyp ten , das alte , vgl . B u dd e, B ibi . Ug r es chich te , S 3 23 d


.
'

3 ) I I, 1 2 .

4) de I s . et O s ir 3 3 . .

5) B each ten ew art is t au ch die Notiz des T hras yllu s von Men des
F rg 2 .
( Müll er II I , 5 02 ) d e r Fl u ß Ägyp tu s, d h . . d er N il , h abe früh er Mala ge

h ie ßen ; es li egt hi er o ffe n b ar ein e Varw acheelm g des F lu ße s u n d des an d e s zu L


g ru n d e ; die w örtl ich e B e d eu tu n g d e s N am en s d e s let zteren i s t dan n rich ti g w i ed e r

e
g g e b en . H eaychi u a gi eb t die N ot iz a?
y v7n öi a a c

p s l d va e
'
.
24 I . Bu ch . 1 . Kap itel .

gi ebig; d u rc h s ie lern en w ir es er st in den Zeite n des n eu e n Re iches ,


w ähren d u n d n ach s ein er S em itis i eru n g k en n en . Do ch läßt s i ch

im m erhin d as ein e n achw eis e n , da fs di e u n mi tte lbar an Ägypten g ren

z en den Wüs ten s tämm e m it d en Ägyp tern di e glei che S prache redete n

u n d ih n en au ch reli
g i on s verw an d t w aren . Weiter w aren di e au s As ien
n a ch Ägypten n ach der eit der 1 4 Z . Dyn as tie e in fallen den Hyks os
k ein e S emiten ,
s on d ern e in ei n er an dere n Ras se an
ge h ö ri e s
g Volk . So
is t es d en n au ch hi er s ehr w ohl m ögli ch, dafs w ir in den U rein w ohn am

Paläs tin as u n d P hön izien s U r verw an dte der Ägyp te r u n d Mitgli ed er


der ham itis chen Ras s e zu s e hen haben .

An d ers als di e s e du rch di e Mon u m en te w ohl be la u


g bigte V o l
k ertafel der G en e s i s leiteten di e klas s i s chen Au tore n d en Urs pru n g
der Ägyp ter ab . Nach ihn en w aren di ese lbe n ei n e Kolon ie der Ä thio
p e n . Allein di es e Behau ptu n g w ird du r ch In s chriften volls tän dig
di e
w i derlegt . Diese g e s tatten u n s zu verfolge n ,
w ie die ä
gy p tis ch e Ku l tu r

s i ch
lan gsam d en Nil herau f vors chob u n d allm ähli ch di e Völk er s ü d

lich v on d em ers te n Katarakte kolon i s ierte u n d z ivilis ie rte w ie di e


T em pel u n d S tädte in die s en Gegen den ein e n ach der an deren v on
de n Pharaon en an gelegt w u rd en Ein e s elbs tän di ge S tellu n g erlan gte .

Athi 0 pi en ers t bei dem S in k en der ägyp ti s chen Macht im 1 O u n d .

9 Jahrhu n d erte ; d am als ers t bildete s ich hi e r ein fre ie s Rei ch u n ter
.

eige n en K ön ige n u n d mi t e i en er Verfas s u n l he di v hi d e n en


g g w e c s e ers c e ,

klein en S tämm e z u e in em grofs en Gan ze n d em Reiche v on Maroe


vere in igte Dabei k ön n en w ir au ch bi er verfolgen w ie di e Ku ltu r de s
.
,

Re i che s in Ku n s t S prache u n d S chrift an fan gs vollk omm en der ägyp


,

tis chen e n ts prach u n d s ich ers t s p äte r la n gs am v on dieser en tfe rn te u n d


ihren eigen en E n tw ickelu n
g g
s 1m
g ein s chlu
g . D ie äthi opi s che Ku ltu r

en ts tam m t der ägyp ti s chen u n d n i cht das


. Um gekehrte i s t der F all .

Die Kla s siker w u rden zu ihrer An s i cht j e de n falls dadu rch gafii h rt,

d aß in verhältn is m äßig n ahe li egen den Z eit im 8 u n d


ein er ih n en .

7 Jahrh u n derte m om en tan äthiopis che K ön i ge au ch Ägypten be


.
,

herrs chten Allein di e s w ar ein e au gen bli ckli che Machtau s dahn u n g
.

Äthi opie n s lan ge n ach sein er Z ivili s ieru n g du rch di e ägyptische n Pries ter
,

u n d H an dw erk er .

Eben s o w ie di es e klas s is che An s icht u ber de n Urs pru n g d er

1) B es on ders D iod or I I I , 3 — 8
B ellw ald , Ku lt u rg es ch , S
. Noch v . .

18 ,
7 5 fol g te den ri e ch en M ü hlb G
e r
g, D e an ti q u i.s s i m a A a g hi s tor ia ,
1 8 3 8,
s ch rie b .

über d ie vers chi eden en in w an deru n gen n ach E gyp t e n n a ch d er älteren A n s ich t Ä .

B ereits Jom ard , R evu e an cyclop édiq u e , Mai 1 81 9, p 21 erkan n te , dafs di e Mon u .

m en te in Ägyp te n älter w ären ,


al s die in Nu bien .
5 6 . D as Volk .

Agyp ter du rch die Den km äler vollk om m en w iderlegt w ord en i s t s o


h abe n di e zahl reicheren Fu n de ägyp tis cher Mu m ien de n n och am An
fan ge u n sere s Jahrhu n derts fas t allge m ein an gen omm e n en Zu s am m en
h an g der ägyp tis chen Rass e mi t der der Neger als irrig erw ie s e n Ein e .

Vergleichu n g der Mu m ien m it den an atom is chen Eigen tüm lichk eite n
d er Neger ze igt, daß b eide fast in alle n w Erken n u n gs zeichen
ichtigen
v on ein an de r abw ei ch en . So s in d di e Neger progn ath di e Ägypter
o rth ogn at ; der Kn ochen bau der ers teren i s t m as s iv der le tz teren z art ;
,

das Haar der Neger is t kr au s das der Agypter glatt u n d s chlicht


u . s . f Neben
. allen Un ähn li chkei ten läßt s ich kau m ein e irgen dw ie

W en n es so s iche r s teht, dafs di e Agypter de r k au k as i s chen


w ir

Ras s e u n terzu ordn e n haben ,


so läßt s ich bis j e tzt kein e En ts chei du n g
darü ber treffen Verhältn i s s e die selben zu den U n terab
in l
w e chem

teilu n gen der Ras se s tan de n Die Vers u che s ie mi t den S em iten als
.

m it dem ih n en geographis ch am n ächs ten s tehen den Volk e en ger ver


w an dt erschein en zu las s en s che itern an de m Man gel z ahlre icher ch a
,

rak teris tis ch er Merkmale des S em itis m u s in dem Körperbau dem


Charakter u n d der S prache ; in allen d iesen Bezi ehu n gen s chein en
s i ch di e A ter e ben s o w ei t von d S e m i te i e v on d In do
gyp e n n w en

g e rm an en en tfe rn t z u ha b e n S o h a b e n w ir den n v erm u tli ch di e A


.
gyp t er

zu s a mm en mi t den Ku s ch iten den Pu n t d en Kan aan u n d ein er Reih e , ,

libys cher S täm m e als ein e bes on dere Un terabteilu n g der Kau k as ier ,

l e i ch bere chti t m it den S emi ten d I d m he a ls ei


g g u n n o g e r a n en a n zu s e n n e ,

Un terabteilu n g w elche w ir n ach dem Vorgan ge der Gen es i s am bes ten


,

llgem ein e n is t der Agypter s chl an k gebau t, di e S chu lte rn sin d


Im a

brei t, die Arm e u n d Bein e s e hn i g, die Han d u n d der F u ß lan g u n d


d ün n , die Fin ger au ffallen d zart Charak teris tis ch is t fii r das gan ze .

Volk die Un en h vickeltheit der Hüften D er Kopf i s t ve rhältn is m äßig

gro ß ,
die S tirn vi em ckig, di e Au ge n groß, die Backen voll ,
d er Mu n d
brei t, o hn e s in n li ch zu s ein , di e Lippe n z ie m li ch di ck . D ie Nas e ist
ku rz u n d en de t m eis t ru n dli ch . Adlem as en kom m en k au m v or u n d
erklären s ich in d en Fällen in den en s ie au ftreten m eis t du r ch

Kreu z u n g mi t S emi ten . Dafür s pricht v or all em dafs w ir ih n en in

Eb Agyp ten u n d die B u ch er Mo s e I , 46 6


ers , Vgl H artm an n Zeits ch rift . .

der G es s ells ch fii r . E
rdku n de (B e rlin 1 872 ) VI I 43 7 if Zeits chr fiir th n ologie . . E
von B as ti an u n d H artman n I , 2 3 3 II , 85 3 . .

2) b m h S id i B i h fii l m a e e
y m t
t r
A i v a x „ r g w ar n ac u as s v e n e eze c n u n g r an e
g , g
. .
26 I . B u ch . 1 . Kap itel .

Oberägypten begegn en dagegen hau figer im Delta w o si ch s chon


fas t n ie , ,

in fr üher Z eit s e m itis che Ein w an der er dau ern d n i ed ergelas s en hatten
u n d s ich s tän dig mi t de n Urein w ohn ern vermi schte n .

Direkte Nachkom m e n der alten Ag ypter w en n au ch begreiflicher ,

w eise vi elfach verm i s ch t m i t fre m de m be so n ders arabis chem Blu te s in d , ,

di e heu tige n Kopten di e chri s tli ch m on 0 phys i tis chen Ein w ohn er Ägyp
,

ten s, u n d die B au ern be volk eru n


g d er F e llah en B ei di ese n z ei e n
g . s ic h,
bes on ders i n d en a bgelegen en Teilen des s üdlichen Lan des , o ft i n der
allerau ffallen d s te n We is e di e char akteri s tis che n Merkm al e der alten

Ras s e O ft glau bt m an thats ächli ch in ein em m od ern en G e s ichte das


.

Origin al ein er der altägyptis chen S tatu en vor s ich z u s ehen Bez ei ch .

n cn d is t es für di e Äh n l i chk eit, da ß di e Araber ein e von Marie tte en t

deck te, au s der Zeit der vierten Dyn as tie s tam m en de H olzs tatu e tte den
S che ch el beled de n Dorfs chu lzen ,
n e n n en , w ei l s e in e Ges talt u n d be
s on ders s e in Ges icht Zu g u m Z u g d em Bilde des zu r Zeit des F u n des
in e in em d er zu S aqqarah ge hörigen Dörfer an ge s tellten Dorfs chu l z en
g li c h .
Zw eites Kapitel .

D i e S p r ach e u n d S ch r i ft .

5 7 .

Di e E n tzifl eru n g der S ch rift


D ie Ke n n tn is der ägyptischen S prache u n d S chritt u berdau erte

die Herrs chaft der Griechen u n d Röm er lan ge eit B is Z . in die Ze i t


der e rs ten S oldaten k ai s er hin e in Nam en di es er Fürs te n u n d
w u r den die
I n schr ifl en du rch w e lche die s elben den ägyptis chen Göttern T e m pel
u n d an d ere Bau te n w e ihten in Hi eroglyphen an den T em pelw än den
ein gegra be n Tro tz di es es ofi z iellen Gebrau ches der Hieroglyphen an
.

öffen tli ch en Ge bäu de n s ch ein t e s doch als w en n s eit dem ers ten vore hri s t
,

lichen Jahrhu n de rte ein e Abn ahm e in der Verw en d u n g der ägyp ti s che n
S prache u n d S chritt ein getrete n w äre u n d d as Griechis che m e hr u n d
mehr s e in e S te lle ein gen om m en hätte Mit der Ein füh ru n g d es Chri s ten.

tu m es n ahm di e se Ab n ahm e in h ohem Grade zu Mit den Göttern .

vers ch w an den au ch i hre An hän ger m an hörte au f den Göttern T em pel , ,

zu e r b au en u n d In s c hri ften zu ih rer Ehre ein graben zu las s en u n d ,

s tehe n d en Ze i c he n zu verw en den . T rotzdem blieb das Agyptis che di e


S prac he des Volkes ,
u n d u m di ese m das n i cht m ehr Hieroglyphen zu
lesen verm ochte ,
die S chriftw erk e zu än li ch
g g zu ma chen führte m an
ein e n eu e S chritt Koptis che ein D ie Gru n dlage dieser
d as s ogen . .

S chrift bilde te das griec his che Al phabet verm ehrt u m s ie be n Bu ch


s taben fii r L au te w e lche das Agypti s che
,
aber n i cht da s Griechi s che
bes aß I n dieser S chritt s chrieb man di e bei ihrer E in fii hru n g
.

Ub er S chrift u n d S p rach e d er Agypter v


g l D u m
. ich en G es ch . Agyp ten s ,
S 2 67 5 1
.
28 I . B u ch . 2 Kap itel
. .

e tw a im vierten n a chchri s tli ch en Jahrbu n derte u bliche Volk s s prache


der Agypter n i eder Dies e S prache u n ters chi ed s ich ziem li ch s tark
.

v on dem Al tägyptis chen in lexi kographi s cher eb en s o w ie in gramm a


tis cher B ez iehu n g u n d w ar beson d ers s tark m it grie chi s chen Worten
d u r chs e tz t . Näher als dem H ieroglyphis chen s ta n d di e S prache dem
Dem oti s chen w elche s bereits die Keim e vi eler s p äter zu r Re gel ge

w ord e n er Um än d eru im S prach em pfin den z eigt s o di e Ers e tzu n g


n ge n

der S u ffix e du rch P räfixe im Verbu m du rch Vermi tte lu n g der Hilfs
zeitw örter di e s tarken Lau tvers chi ebu n gen di e rei che Vok alis ati o n
u . a . m .

D i e klas s is ch en Au toren ihrers ei ts be s chäftigten s i ch n ie ein ge h en der


m i t der ägy ptis chen S chri tt Die . Werke d es C härem on ,
de s H orapollo
u .a
geb en
. n i ch ts al s di e häu fig u n gen a u en Erkläru n gen v on Ideo
g ramm en u ber das Gefüge d das S ys tem der S chrift en thal ten s ie
u n

k ein e deu tliche Notiz . S o gin g d en n in d em Au gen bli cke, in dem m an


au fhörte, Ägyptis ch zu s chrei be n au ch di e Ken n tn is der ägyp tis chen
S chrift verloren u n d als m an ku rz n ach der Ren ais s an ce
als s olcher ,

began n die ägy p tis ch en In s chrifte n zu u n te rs u che n


,
s tan d m an ein em ‚

vollkomm en en Rä ts el gegen über Man vers u chte die E n tzifleru n g mi t .


'

Hilfe de s Hebräis che n Chaldäis chen Chin es is chen j a der gelehrte


Jes u i ten pater Athan as i u s Kircher erfan d s ogar ein eigen es S ys tem m i t
Hilfe d es s en er behau pte te di e In schriften z u vers tehen D as Res u ltat
,
.
,

zu w elchem er da bei ge lan gte, w ar freili ch ein höchs t m erk w ür di ge s . So


ü bers e tz te er, in dem er j ed e s Zei che n für das Abbild e in er Idee ,
n i cht,
w ie es se in mu ßte ,
fiir d as ein e s Lau te s hi elt, d en g r ie c hi s chen Kaise r
tite l a ör: oxqé r w q m it der S chöpfer der F ru ch tbark eit d der gan zen
u n

Vegeta tion is t Osiri s , de s s e n z eu


ge n de Kraft au s de m Himm el ge zoge n
w ird, au s s ei n em Reiche, du rch den heili gen Mophta Alle di ese Ver
s u che w are n n a tu rgemä ß w i s se n s cha ftli ch w e rtlos u n d k on n ten s i ch

nirgen ds gröfs eren Glau b en verschaffen , u n d so s chien es , als w en n di e


ägypti s chen Hi eroglyp hen au f imm er u n v ers tä n dli ch ble ib en s ollte n .

Da en td eckte im Jahre 1 7 99 w Expe di tion Napoleon s I


ähren d der .

n ach Ägypten e in fran z ös is cher Artillerie offizi er Nam en s B ou s s ard be i


, ,

der Fe te s Ro s ette ei n e S tein in s chrift, w elche in drei S chriftarten ,


hiero
l
g yp h i s ch, dem o ti s ch u n d griechi s ch abgefafs t, ein Dekre t z u
Ehren des
Kön i gs Ptolemäu s V en . thielt Di e s e I n s chrift is t in folge der
. p oli tis chen
Ereign i ss e am En de d es fr an z ös i s ch ä
gyp tis c h en Kri e
ges n a ch Lon don

ge komm en . I n ihr ers ah m an au s dem griechi s chen T ei le de s T ex tes ,

l ) D ie Tit l e der älte ren W erke u ber die H ieroglyp h e n u . s . f fin den


. s i ch ge

s amm elt b ei Jolow i cz, Nr .



1 1 82 1 7 1 5 .
5 D ie E n tz ifleru n g d er S ch rift 29

7 . .

dafs die hieroglyphi s ch en u n d dem otis chen Zeil en In halt


den b
s el e n

w ied e rge ben ,


w ie di es er grie chis che T ext s elbs t . D er d em oti s che T ext
ers c hi e n al s die ku rs iv s te der be iden ü ber d er gri echi s chen In s chrift

s teh en d e n S chriftarten d hi elt m an den selben habeti s ch


für al
,
u n so p .

So w an dten s ich S ilves tr e d e S acy u n d ku rz n ach i hm der S c hw e de


Ackerb lad zu s ei n er Un ters u chu n g ,
u n d in d er That gelan
g es d em
letz tere n ige s p äter
e in al s ri chtig be s tätigte Bu chs taben au fz u fin den ;

an de n hi e roglyphi s chen Text ,


w elcher d och de r w ichtigs te w ar, w agte

er s ic h n icht . Jahre vergin gen ehe es j eman d vers u chte di e se Au f


gabe zu lös en . D er ers te, der es that u n d v on dem ri chtigen Gr u n d
s atze au s in
g g dafs die K ön igs n am en al
p ha be ti s ch
ges chrie ben s ein

m ü fs ten dafs di e s e Nam en in den rin gförmig en C artou cben zu

su c hen seie n , hatte n bereits Zoega u . a .

ge ahn t w ar der berühm te


li he Ph s iker Thom as You n b E k
en
g s c y g (ge o r e n 1 7 7 r er a n n t e i n d e r

am häu fi s ten
g in de m D e kret v on R o s e tte v o rk om m en d e n G r u p p e d en

Nam en Ptolem äu s verm ochte ein s päter zu m grofsen Teile be s täti g


,
er

tes hi eroglyphi s ches Alp h abet au fz u s tellen u n d s i ch u ber das S ys te m


der ägyptis chen S chrift vollk om m en richtige An s i chten z u bilden So .

habe n w i r den n in You n g den eigen tli chen E n tzifiere r der ägyptis ch en
'

S chrift z u se hen w en n es ihm au ch n icht gelan g der S prache s elbs t


,

Herr zu w erden Dies e n Erfolg z u errin gen w ar F ran cois Cham


.

olli on b v J u f
p (g e o r en 1 7 9 0 z u G re n ob le
) o r b eh a l te n V o n u ge n d a .

hatte s i ch di es er m i t de m Kop tis chen d er To chters prache des Agyp


tis chen u n d mi t der G eo rap hi e des L an des b e s chäfti t s o d afs er für
, g g ,

se in e Au fgabe in an z an dere r Weis e vorb ereite t w ar w ie s ein e Vor


g ,

ä
g g n er . A n fan
g s m ifs lan g e n di e V e rs u ch e w el c h e C h am p olli o n zu r

E n tziflern n g d er Hi eroglyphen an s tellte d a er gan z be s timm t an n ahm


'

di e Hi eroglyphen seien Ide ogramm e Ers t du rch You n gs Arbeiten be


.

g
w o en C h am p o lli on s e lb s t le u
g n e te f re ili ch d e r e n K en n tn i s i
g g
n

er v on di es em Geda n ken ab u n d b ehan delte di e s elben als Lau tzei che n .

S o e n td eckte er au ch s ein ers e its ein Al p habet ; a ber w ähren d You n g


n ach di eser En td ecku n im tli h t eh e n e b li eb e n w ar arb eitete
g w e se n c en s g ,

Cham p olli on au f der n eu gew on n en en Bas i s fort E r vervolls tän di gte .

s ein e B u chs tabe n lis te n d u r ch eifii ge Vergleichu n g der In s chri ften er

e n td e ck te in dem Hi eroglyphi s chen die M u tte rs prache de s Kopti s chen ,

u n d so
g e la n g e s i h m ei n e A r
, t G r a mm a t i k u n d e in W ö rte rbu ch au f

1) L tt e re h M C hap tal
. su r l m s cr egyp t de Ros ette,
. . P aris 1 802 .

2 ) L tt e re a M de S acy
. su r l in s cr egyp t de R os ette ,

. . P ari s 1 802 .

3 Ei G S ch w artze D as
) te D ars tell u der E n tzifleru i

n e g der e s chi ch te g n
u n
g n

alte Agyp ten . Vgl . Eb ers , Üb er das h iero glyp his ch e S ch rifts ys tem , B erlin 1 875 .
80 I . B u ch . 2 Ka pitel
. .

zu s tellen , w elche z u m Teil Tode ( 1 8 3 2 )


e rs t n ach sein em frühz eitige n
herau s gege ben z eigen w ie w eit er in der Ken n tn i s der S prache au s
, ,

der er ku rz e S ätz e m i t zi em li cher S icherheit zu ü bers etz en verm ochte ,

bere i ts vorgedru n gen w ar 1


Merk w ürdige rw eis e gelan g es ihm trotz
.

di e s er u m fas s en den Ar beiten n i cht di e kl are Ein s icht in das We s e n


der ägyp tis chen S chrift z u ge w in n en w el che You n gs n ial e m Blick e
ge

s i ch be reits ers chlos s en hatte S o leu gn ete er fortw ähren d die Exis ten z
.

v on S ilben zei chen w elche in Wahrheit in dem ägyptis chen S ys tem e


die Hau ptrolle s pielten u n d m u fs tc di e Be ton u n
g v on d e re n Wichti
g
keit Le ps iu s u n d bes on ders S e ffar th ü b erlas s e n
y A u f d e n
gram ma .

tis che n Arbe iten C ham polli on s w u rde von den verschi eden s te n S eiten
au s fort ebau t u n d n ach u n d n ac h ein
g P u n k t der ägypti s chen Gram

m atik n ac h dem an d eren bekan n t gem acht . Au f diese n za hlrei chen


Vorarbeiten fu fs en di e n ach ein an der e rs chi en en en G ramm atiken '

vo Bir ch von E de Rou ge u n d be s on ders von Bru gs ch Ein e


5
n .

S pezi al gramm atik fii r die S prache der Ram e s si den z eit w e lche z u glei
cher Z eit zu m ers ten m ale in w irkli ch w is s en s ch aftlicher Weis e die
S yn tax de s Agypti s chen be han d elt verda n k e n w ir Erm an Au f dem ,

Gebiete der Lexi kographi e w ar epochem achen d das große siebe n bän dige
Wörterbu ch von Bru gs ch ; n och v or die s em ers chien ein an dere s
8

v on Birch w ähre n d n eu erdin


gs e in W ortv e rzei chn i s v on Pie rre t 0 1

herau s gegebe n w orden i s t .

D as D em oti s che w u rde n ach den E n tzifleru n gs f ers u chen


'

ers ten

fas t gan z vern achläs s igt u n d ers t Bru gs ch ge lan


g es d u rch m e h re re

1 ) Vgl . Ch ampolli on , D e l écri tu



re hi érati q u e des an cien s E gyp ti en s , ren ob leG
1 821 . L tt
e re a M . D acier relative ä l alp h abe t des

hi eroglyp h es p h on éti u e8 , q
P ari s 1 822 . P ré ci s du s ys t em e h ierog l des . an ci en s E gyp tie n e, P a ris 1 828 .ram G
maire égyp ti en n e, P ari s 1 83 6 — 1 841 E g p tie n ,
y ari s
. D iction n aire P 1 84 1 — 1 844 .

2 ) D afs C ham pollion vor s ein er E n tzifleru n g des Ä gyp ti s ch en au ch ein m al die
'

H i eroglyp h en s chrift als ein e s yllab is ch e b ezeichn ete bew eis t n i ch t , daß er s i e
thats ii chli ch als ein e s ol ch e erkan n t hat .

3) L tt
e re a M Ro s ellin i , S u
. r l alp h abet hi éroglyp hi u e , R om 1 83 7

q .

4) O n egyp tian gram m ar,


in B u n s en , gyp t V ,
o n d o E
n 1 86 7 L
5 ) C hr es tom ati e égyp tie n n e, P aris 1 8 67 — 1 87 5 .

6) H ieroglyp his ch e ram m atik, G L ip ig 1 872


e z . Vgl fern er Ros s i
. G mmra a

tica 0 0 p to -

gerogli fica.
,
T u rin 1 8 78 . L P g R e a e en ou f, E lemen tary gramm er, L d on on .

1 8 75 .

7) Neu agyp ti s ch e G ramm atik , L e ip zig 1 880 .

8) H i eroglyp hi s ch dem otis ch m -


W örterb u ch , L ip i ge z —
1 867 1 88 1 .

9) In B u n s en , Egyp t . V, L on d on 1 86 7 .

1 0) Vo cab u laire hi é roglyp hi q u e, P aris 1 875 .

1 1 ) S crip tu ra Aegyp tioru m dem oti ca , B erlin 1 848 . S ammlu n g d e m o tis ch e r


32 I . B u ch: 2 Kap itel
. .

5 8 .

Di e S chrift .

Die ägyp tis che S chrift , w i e s ie u n s bereits au f de n alte s ten Mon u


1

m en ten ferti g au s gebildet en tge gen tri tt is t e in e B ilder s chr ift gem i s cht
au s dr ei Ele m e n ten , d em id eographi s c he n dem s ylla bis ch en u n d dem
p h on eti s ch en W i e ü berall. s o i s t au ch hi er z w ei fels ohn e das i deo

gra
p hi s che Elem en t d as äl te s te . M an vers u chte u m Be gri ffe w ied er
zu
ge b en deren B il d in m ehr oder w en i ger v ollk om en e r Weis e au f
z u z ei c n en h u n d so s e in en Ge dan k en au s zu drück en . S o b eze i chn ete d as
B ild ein e s Ochs en den O ch s en das H imm els gew olbe den Him m el di e
,

S on n en s c heibe die S on n e die Mon d s ich el den Mon d An dere v erw an dte
,
.

Beg iffe lie fs en s ich an die s e B ilde r ohn e w eitere S chw ierigke it an

re i hen so
g ab d as Him m els gew ölbe n e b en de m Bil de de s Him m els
au ch da s Z ei chen fii r ob en di e S on n en s che ib e das für den T ag di e
s chreite n den B ein fü r gehen
e e in au f dem Be tte ru hen der Man n für
li egen o der au ch fii r s chlafe n . Währen d die s e S chri ft fii r di e Beze ich
n u n
g aller k on kre ten Ide en ge n ügte, m u fs te m an bal d em pfin den ,
dafs
s i ch au f di e se Weis e Abs tracts n i cht au s drü cken lie fs e n . Um diese s
thu n zu k ön n en , kam m an au f d en G e dan k en ,
die Zeiche n n i cht m ehr
au s s chl ießlich n ach ihrem S in n w e rte s on dern au ch n ach ih rem Lau t
w erte z u verw en den D as B ild der Lau te (n efer) bez eichn ete n i cht
.

m e hr blo fs bildli ch die L au te s on de rn e s galt für d as Ze iche n de s


,

Wortes n efer des Nam en s der Lau te u n d kon n te alle Begri ffe au s ,

d rü ck en w elche die s e s Wort n efer u m fafs te al s o z B au ch den Be griff


, ,
. .

u t ; s ch era d as B ild e in es klein en Vo e ls b z ei chn ete s ei n em L u t


g g e a ,

w erte n ac h le ich klei n o der au ch s chlecht D och das S ys te m


g
zu . w ar

au ch in di e s er F orm sehr u n vollk omm en u n d bot m an che


. Zw eideu tig
ke ite n dar . Man k on n te z . B . n icht e rs e hen ob das Bild de s Au ges ,
w elche s di e B en g en n u n en är , iri u n d m er t ha tte -
im g g
e e be n en alle F
fü r e in e Bezeichn u n g der S ilbe dr iii oder m er an z u s e hen w äre ; das
B ild d es Ohres k on n te de s se n Nam en än ch oder m e s ter dan eben ab er
au ch die S ilb en s ete m od er se m , w elche u rs prün glich höre n b edeu teten ,

au s dr ü ck en s olle n . So erhi elten di e so


g e s chrie b en en Texte m ehr die
Form ein e s Re bu s als e in e r S chrift . D a fa fs te m an in e in e r
j u n
gere n

Zeit ,
w elche
j e doch gew ifs n och w e it hin te r u n s e ren ers te n his tori sche n
Nachri chten ü be r Ägypten z u rü c kliegt den E n ts chl u fs , ein e Reihe von

Z eiche n fiir e in s ilbi e


g W orte au s z u w ähl en u n d die s elben g an z u n be

1) Ei n e Üb ers i ch t u ber di es elbe n ach den C ham pollion s ch e n G ru n ds ätzen b ei


R o m y, L u écritu res figu ratives (2 Au fl aris p 22
.
— 5 2 . P . .
g s . D ie S chrift .
88

k u mm e rt u m ihren u rs pru n g l i ch e n S in n m i t Vern achläs s i g g


u n d es i hn e n

i n hä ri e ren d en Vokals , al s re in alphab e tis che Z ei chen z u ve rw erte n S o .

w ard Han d (te) das Z eiche n für t das des Mu n d es (re)


d as Bild der ,

fii r r d afs d es S ees (sche) fiir s ch u


, s w Mit Hilfe di e ser drei . . .

Ze iche n reihen verm ochte m an es j e den Begriff je des Wort j e des gram , , ,

m afis ch e Bildu n gs eleme n t du rch di e S chrift darzu s tellen .

B ei der Men ge der Z ei chen w elche au f di e s e Weis e en ts tan de n


,

u n d b e i der S chw ierigke it der Un te rs cheidu n g w e n n man in e in e r


In s chrift ein Z eichen fii r ideographi s ch w e n n fii r s yllabis ch u n d w an n
fiir p hon etisch zu halten ha be m u ßte e s s i ch bald he rau s s tellen dafs , ,

w ähre n d e s gan z leicht w ar s ein e G e d an k en n i e d erzu s chrei b en


, e s fii r

s chri e b e n en Text zu vers tehen . Um di es e Klippe zu u m gehen griff


m an zu z w ei n eu en Au s hflfs mi tteln ,
zu de m lau tli chen Kom plemen t u n d
zu d em Determ in ati v . Ers tere s ,
das lau tli che Kom plem en t verw en dete
man ,
u m die gew ün s chte Au s s p rache des ge s chri ebe n en S ilben z eichen s
an z u d e u ten ; s o s etz te m an ,
u m zu zeige n , da ß d as Bild d es Ohre s at

zu les e n s e i, hin ter di eses Bild e in t oder vor d as s elbe ein a s ollte

das s elb e Bild dagegen m es ter lau te n ,


s o s tellte m an ein e S ilb e mes davor
oder a u ch ter dahin te r e be n s o ver fu hr man in zahllo se n an deren
F ällen in de n en ein S il ben z ei chen m ehrdeu fig s ein kon n te . S tellte
dieser Au s w eg d en Lau tw ert ein es Zeiche n s s i cher so e rfüllte da s
Determi n ativ fii r den S in Un ter di es en
n w er t den glei chen Zw eck .

D ete rm in ativen hat m an zw ei Klas s en zu u n ters cheiden di e s pezi ellen


u n d die gen erellen Wollte m an ein s pezielles Determin ativ an w en den
.
,

s o se tz te m an beis piels w eis e hin ter das Wort heter das Bild ein es P fer
d es u m m an deu ten dafs hete r das Pferd bedeu te ; hin ter em s u h das
, ,

Kr oko dil zeichn ete m an ein Kr okodil hin ter chat das Holz ein Holz ,

s tü ck D ie gen erellen Determ in ati ve an ders eits traten hin ter Worte
.
,

w el che ein e r bes tim m ten Begrifis klas s e an geh örten ; s o trat ein Hau t
s üic k mit ein em daran hän gen de n S chw an z hin ter die Nam en von
Vierfii ls lern oder von Gegen s tän den au s Hau t das Bild ein es s itzen den
'

Man n e s s tan d hi n ter den Nam en von Män n ern u n d Völkern die Vas e ,

hin te r G efäßen u n d Flüs s igkeiten u s f . . .

Au f die s e Weis e u n d du rch geschi ck te Verein igu n g aller di eser _

vers chi eden en S chriftelemen te gelan g es den Agypten allm ählich ein
z w ar s ch w erfäfli ge s ab er doch verstän dli ches S chr ifts ys tem z u en t
w ickeln ia w elchem s ie ihre Gedan k en u n d T haten der Nachw elt zu
,

ü be rlie fern verm ochten In di e s er Form tri tt u n s das ägyp ti s che


.

S c hrifts ys tem u n d die s w eis t v or allem au f ein e lan ge b erei ts v er


fl6 s sen e P e ri ode der Ku ltu ren tw i ckelu n g hin bereits au f den älte s ten
Wi d m e Ägypti h G
e an nhi ht 1 sc e es c c 3 e. .
84 I . B u ch . 2 Kap itel
. .

u n s S chri ftd en km äle rn au s der Z eit der dritten m an etho n i


e rh alten en

s chen Dyn as ti e en tgegen In d er Folgez eit läßt s ich e in e E n tw ickelu n g


.

d es S ys tem e s im grofs en u n d gan zen n i cht m ehr erke n n en Zu ein er .

i rkl ich s yllabi s chen S chrift i e di e Kypri ot n oder ein er al h


w w
e _
zu
p a

b e ti s chenS chrift, w ie di e n ie S em iten


l t is in d die A t
ge an
g s e gyp e r

hi elten fort u n d fort an ih ren al theiligen Z ei chen fes t ; ein Forts chri tt
i s t au f dem Gebiete der S chri ft im Verlau fe der ägyp tis chen Ges chichte
n icht zu erken n en .

D i e Blüteperi ode der ägyptis chen S chrift i s t di e e it d e r 1 8 bi s Z .

2 0 D yn as tie
. Hier s in d di e Hi eroglyphen klar u n d s au ber gez eichn et,
ohn e ü berladen z u se in , die ein z eln e n Bilder s in d deu tli ch erken n bar,
d er Gebrau ch der I de ogramm e bes chr än kt B ei allen ir gen dw i e .

deu tigen Worten fin den s ich D etermi n ati va j a der Gebrau ch di e s er


e ben s o w ie di e An w en du n g der vers chi eden e n S ilbe n z ei chen u n d d er
lau tli chen Kom plem en te i s t m eis t an z iem li ch fes te orth ographis che
R egeln ge bu n den Dies e klare du rchs i chti ge u n d s ys tem atis che S chrift hat
.
,

s i c h in de n religrose n P apyri s s ow eit di e se in Lin ear Hieroglyphen d h


,
-

,
. .

in etw a s ku r s iv eren u n d abgek ürz te re n Zei chen , al s de n en , w elc he au f


d en Verw en du n g gefu n den haben abgefafs t w orden
S te in den km alen
s in d bi s in di e Z eit de r 2 6 Dyn as tie j a in ein z eln en Au s n ahm efälle n
,
.
,

s ogar bi s in di e der Ptolem äe r fas t u n v erän dert erhalte n I m al te n .

Re iche bi s in di e Z eiten der 1 2 D yn as tie hin ein is t der Gebrau ch .

der D e term in ativa e in be s chrän kter w äh ren d ein e häu fige re Verw en du n g ,

der Ide ogramm e s ich eigen tli ch n u r in der älte s ten Z eit als Re gel au f
s tellen läfs t . D ie Ub ergan gsperio de der 13 . bi s 17 . D yn as tie z ei
gt
ei n e ob erflächlich e Au s fiih ru d r Hi ero l h d d b i s ehr häu fig
g n e g yp e n u n a e

flü chtig u n d fehlerhaft au fgez ei chn ete T ex te, e s i s t in alle m u n d j e dem


ein e Periode d es Verfalle s . Un ter den Herrs chern de r 2 0 . D yn as tie

begin n t m an s i ch w ieder m ehr dem S tile des al ten Reiches an zu

s chli e fs en u n Weis e di e am An fan ge des n eu en Rei


d in reak ti on ärer
che s erlan gten F ortércbr itte au fzu ge ben di e D ete rmin ativ a w erden w ie ,

d er s elte n er die Ideogram m e dagegen häu figer verw en det I n d en .

folgen den Jahrhu n derten u n ter den P tolem äern u n d röm is chen Kais ern
,

n im m t di e se An w en du n d r I de ogram m e zu le i ch m i t der w achs en d en


g e g
Kom pliziertheit u n d Ü berladu n g der ein zeln en Z eichen m it D etails in
im m er h öhere m G rad e zu u n d v erw an delt di e ge s chrieben en T exte
häu fig in volls tän dige Reb u s Dies is t u m s o m ehr der Fall als S pie
.
,

le reien der H ierogram m aten n och au ßerdem das Vers tän dn i s der Ze i

Mu s ées égyp tien



1 ) Vgl z B de R ou gé, Ra pp ort s u r l
. . . exp lorat ion d es s, im
Mon i teu r u n i v ers el , 7 —8 März 1 85 1 , p 1 1
. . . .
5 8 . D ie S ch rift .
35

chen ers chw ere n ; so bezeichn et in dies er Zei t z . B . einMan n , l her


w e c

ein S chw ein am S chw an z e häl t d en Lapis laz u li ägyp tis ch che s
ige b -

gen an n t, da das S chw ein t eb u n d hal ten che s bedeu te t u n d Ahn liches
mehr . In der gu ten Zei t der ägyptis chen S chrift fin den s i ch de rartige
Rätseltexte n u r au sn ahm s w eis e in m ys tis chen T exte n , w i e in der O si ris
Dars tell u n g au f dem S arge S etis I .
, w o s ie j eden falls , eben s o w i e in ein
igen
In schrifl e n der Kön i gs gräber ,
ein en beson ders ge heim n i s volle n Ein dru ck
mache n so llte n . S on s t fin den s ie s i ch n o ch als rein e S pielere i au f ein igen
T ote n s tele n ,
be reits u n ter den Kön i gen der 1 8 . Dyn as tie . In der P te
lemäerze it is t dies e S chrei bart j v ollk om m e n e n S ys te m e ge ed och zu m
w orden ; s tatt de s Bu ch s ta ben s n z ei chn et m an ein en Man n der das
n au f d em K opfe trägt o d er in der Han d hält 11 s f Man s ieht in ,
. . .

all dies e n Züge n dafs dam als di e Hieroglyphen m ehr u n d m ehr au f


,

hörten e in e S chrift zu s ein u n d dafs die T exte m e hr z u ein em om a


men talen S chm u ck der Wan de gew orden w aren al s blofs d em Au s

dru ck b es timm ter Ged an k en di en en s ollten Al s S chrift dien te das .

Dem oti s c h e od er Gri echis che das altheilige Hieroglyphis che w ar zu m


Orn am en t h erabge s u n k e n .

S c h o n fr üh em pfan den e s di e Ag ypter dafs ihre Bilders chrift ,

w elche s i ch au f S te in den k mäler s e hr gu t e in m eiseln u n d au fze i chn en

ließ s eh r u n bequ em w ar u m in ihr län gere Kom p o s ition en au f Papyr u s


, ,

au fzu ze i c hn en Man erfan d zu di esem Zw ecke ein e ku r s ive abge kürzte


.
,

S chrifl w elche si ch direk t au s den hi eroglyp his chen Z eichen ableitete


, ,

das soge n Hieratis che w elches si ch bequ em mi t dem Pin sel s chreiben
.
,

liefs . W ähren d m an das H ieroglyphi s che beliebig von re chts n ach


lin ks v on li n k s n ach re chts oder v on ob en n ach u n te n s chreiben
kon n te u n d n u r darau f zu achten hatte dafs di e Köpfe der ein z eln en ,

Figu r en dem L eser zu gekehrt w aren is t die s te hen de Richtu n g des


H ierati s c h en von re chts n ach lin ks n u r in w en i gen alten T ex te n fin den ,

s ich di e Zeilen v on o ben n ach u n ten lau fen d ; doch au ch in di e sem


Falle i s t in n erha l b d er G r u ppen die S tellu n g von re chts n ach lin k s
s tren
g fes tgehalten . Die ältes te n u n s erhal ten en hieratis chen Papyri
en ts tam m e n der 1 2 Dyn as tie Von die s er Zeit ab w ard e s bis in
. . die
der römi s chen Kaiser au f P apyru s u n d au f T hon s cherben verw en det . . In
schrifte n au f S tein s in d s e hr selten hieratis ch ab efafs t,
g da n atu rgem äfs die
ru n d en Form en der ein zeln en Zeichen , w elche fiir die S chrift m it dem
Pin s el bes timm t w aren ,
dem Meisel de s S tein m etz en s ehr g rofse S chw ie
ri
gke i ten d arb i e ten m u fs ten D i e An w en du n g d er lau tli chen K om p lem en te
.

u n d der De term in ativa is t im P rin zi p im Hi erati s che n g en au d i e s e lbe

w ie im Hieroglyphis chen . In d er Praxi s treten di es elben hi er e tw as

häu figer au f als dort da im Hieratis chen n i cht w ie in dem H ierogly


3
36 I . B u ch . 2 . Kap itel .

phi s che n di e Gravi eru n g jedes e in z eln e n Zeich e n s e in e n verhältn i s


m äßig grofs en Au fw an d an Zeit u n d Kraft e rford erte . Au s di e s em
gra phis chen Gru n de s in d au ch die hi erati s chen Te xte abge s ehen v on
der s chw ierigeren Erken n u n g u n d Un ters cheidu n g de r e in zeln en Z eiche n ,

m eis t leic hte r vers tän dli ch als di e in Hieroglyphe n au fgez ei chn eten .

Ein e n och w eit gröfs ere Verein fachu n g erfu hr da s ägyptis che
S chrifts ys tem in der Zeit n ach dem Falle d er 2 2 Dyn as ti e D am als . .

kürzte m an die Form der hieratis chen Z eichen ihrerse its bede u ten d
ab
1
u n d ve rrin gerte glei ch zei tig au ch d eren Zahl du rch Au s w ählu n g
ein er b eschrän k te n Reih e v on Ein z e ltyp en Dies e S chrift w elche zu erst .
,

in der Z eit des T ab arka u n d S chabako in offiz iellen Urku n den au f


tri tt di e dem n ach w ohl s chon ziemli ch lan ge vorher in pri vatem G e
,

brau che w ar is t das De m otis che D ie Le s u n g d es se lb en i s t in folge der


,
.

keit, j a vollkom m en en G leichheit man cher u rs prün glich gän z lich ver

s chi ed en er Zeich en w eit s ch w i e ri e r


g als die der ältere n S chriftarten .

D as Vers tän dn is der Texte w ird an ders eits da du r ch erlei chtert d aß


s ich fii r häu fig er vork omm en de Worte u n d S ilben verbin du n ge n
» zi em

lich fe s ts tehen de Ligatu re n gebildet ha ben s o dafs in die s en Fäll e n ,

w en n au ch di e Erke n n u n g d er Ligatu r vers chm olzen en


ein z eln en , in der
Bu chs ta ben oft fas t u n m ögli ch is t d och im m er die Be deu tu n g der Li
,

gatu r fes ts te ht u n d so di e Vers tän dli chk ei t d es S in n es des T ex te s


kein en Abbru ch erleid et .

Ein en Un ters chi ed in de r An w en du n g d er drei b es prochen en

S chri ftarten ,
w ie ihn ihre Nam en an zu deu ten s chei n en , k an n m an n icht
n achw eis en . E s fin den s ich g i ö se T
reli
exte,
w i e d as Tote n bu ch , hi ero
l
g yp his ch,
hi e ratis ch u n d dem otis ch ge s chri eb en , j e n ach d er Zeit au s

w elcher di es el ben s tam m en . L itteraris che T exts w ie das so gen . Ge


di cht des P en ta u r w u rden fas t gle ichzeitig in Hi eroglyphen au f den
T empelmau ern ein gegrab en u n d hie ra tis ch au f Papyru s au fgezeichn et .

D er Er zählu n g v on S agen u n d Märchen begegn en w ir in hi erogly


p his ch en hieratis chen e ben s o w ie dem otis chen Texten . Urku n den
oder Kon trakte k en n en w ir eben s ow ohl hieroglyphis ch als hi eratis ch
ode r de m otis ch . Ku rz ,
es läfs t s ich kein er dies er S chriftarten ein be

s tück e an geh örte n . Es w ar fii r die W ahl der S chrifta rt in w elcher

m an ein en Text verew igen w ollte n i cht der In halt des selben m aß

1 ) D enNach w eis d er H erleitu n g em e r R eihe von demoti s ch en Ze ich en au s


d em H ierati s ch en gab bes on dere Mas p ero, Ag yp tis ch e Zeits chrift 1 877 S 1 32 E ; . .

1 878, S 72 E . .
8 . D ie S ch rift .
87

ge b en d ,
s on dern Material au f w elchem er ein e S telle fin
z u n achs t das ,

den s ollte ; w ar e s S tein s o s chrieb m an in Hi eroglyp hen , w ar e s P a

pyru s oder Thon s o w ählte m an in al ter Z eit das Hieratis che in


s p äterer das D em otis che Ein z eln e Au s n ahm en las s en s ich fi eili ch au ch
.

hie r n achw ei s en u n d w ir fin d en ,
n e ben hieratis chen au ch dem oti s che
S te in in s chri fte n e b en so w i e e s ein z eln e beson ders religiöse hierogly
p hi sc h e P apy r i gi e b t D er R eg e l n a c h a be r tre ten di e obe n a u s ge fii h r

ten Un terschiede in d er Verw e n du n g der S chfi figattu n gen ein .

W ie w ir s ahen ge lan g esA gyp tden


e rn n i cht ein e w ir k lich
al phabe tis che S chrift zu e n t w ickeln ; m i t de r k on s ervativ en Ges i n n u n g,
de r F g g
e e n alle Neu e ru n ge n w elche der hervors te che n ds te

Charakterz u g des p
ägy ti s chen Volkes w ar verharrten s ie bei ihre m
alte n S chri fts ys teme . D aß es n i cht nu r Un fähi gkeit w ar w elche s re

v onder E in fii hru n g ein es Al phabete s abhielt s on dern dafs prin zi pi elle


Grün de dem zu gru n de lagen geht beson ders darau s hervor d afs di e
Äm ter au ch d an n kein Al p habet an n e hm en als ein solches in den
ihn en ben achbarten S taaten en tw i ckelt w ord en w ar . Ebe n s o w ie die
As s yrer hi elten s ie an ihrer s chw erfälli e n
g S chrift m it der größten
Zähigk eit Trotzd em s in d sie es den en
fes t .
, w ir u n s ere Alphabete v er

dan k en S chon C ham mlli on


. hatte di e Ve rm u tu n g au s ges prochen ,

daß die P ho n izier ihr Al phabe t von den Agyptern e m pfan ge n hätte n
u n d s ein e An s icht hat s ich große n An klan ges zu e rfi e u en ge h abt

W irklich du rchgearbeitet w ard dieselbe j edoch ers t bedeu ten d s päter


v on E de Rou gé w elcher für di e ein zeln en phön iz is chen B u chs taben
.

ihre hieratis chen 3


Äqu i valen t0 n achz u w eisen verm ochte D ie hierbei .

z u gru n d e li egen d en ägyp tis chen Z eich en s in d di e p hon e tis chen fii r ein
k on s on an tige S ilben w elche bis z u e in em gew is s en Grad e bereits ein e
,

Art Alphabet bildeten Die id eographischen u n d kom plizie rten s yllabi


.

schen Zeichen w u rd en au s gem erz t, u n d so ggelan es d en P hon iziern


s i ch ein Alphabet v on 22 Bu chs taben zu vers chaffen , w elches im Lau fe

1) L tt
31 M D acier, p 80
e re . . .

2) M ém oire s u r l ori gin e égyp tien n e d e l alp habet


’ ’
h én i cien aris 1 8 74 ; P P
M ém s u r la prop ag ati on d e l alp ha bet
.

G ard th au s en G ri ech al äograp hi e , . . P
S 96 fi
. Vgl
'

au th, S it zu n gs b c
. . urL der Mün chn er Akad hil os hilol Kl 1 86 7 ,
. . P .
-
P . .

II , S . 1 .

3) H al evy ( M él d é i hi ) di h ö i i h B
s ém , h 1 68 s qq w oll te

p pg p
r
.a e e p n z s c en u c . . .

s ta b en au s dem H iero glyp hi s ch en ableiten , d och s in d die von ih m au s g e w ähl ten


Äq u i valen te n ich t s ehr s chl ag en d eg en d e Rou g é erkl ärte s i ch de aga rd e ,
. G L
S ym mi ct a , p 1 1 3 s qq D e ecke (Zeits chrift der D eu ts ch Morgl G e s ells ch XXXI ,
. . . . .

S .

1 02 1 1 6) s u ch te das p h ön izis ch e Alpha bet au s der as s yri s ch en Keils chrift ab

zu leite n .
38 I . B u ch . 2 Kap itel
. .

d er Zeit di e Gru n dlage w ard, au s der s i ch alle e u ro päis chen Al p hab ete
en tw i ckelte n

5 9 .

Di e S p rach e .

D ie S prache, in l
w e che r di e tzi fierten hieroglyp hi s chen In s chriften

en

abgefa fs t w are n Mu tters prach e de s Kop tis chen i i h e d och


,
w ar die ,
z e gte s c j
ü brigen is oliert b ekan n ten S prachen u n d ließ s ich
v on den an deren
w e der dem in dogerm an is chen n och dem s emi ti s chen S prachs tamm e
ohn e w eiteres u n te rordn e n B ei ein er ge n au eren Ken n tn is der S prache
.

s tellte s ich llm ählich daß ede n falls dem


a imm er m ehr he rau s s ie
j
letz tere n S tam m e bedeu ten d n äh er s tan d al s dem ers teren D ie Iden tität .

e in er Reihe v on P ron om in al s tämm en u n d S u tfix en di e Z w eiheit de r


Gleichh eit
G en era, di e
ein e Ähn li chk eit be ider S täm m e
Worte z eigen
za hlreicher
w elch e n i cht n u r e in e äu ßerli che ge
Bildu n gs elem en te u n d
,

n au n t w erde n k an n An ders eits b ew eis t w ie deru m di e vö llig vers chi e


.

d en e En tw i ckelu n g der S u fiix a u n d Verbalform en die Men ge der n eu


au ftr e ten d en bz w fehlen de n S tämm e di e Un gleichheit fas t aller s yn
,
.

takti s chen Kon s tru ktion en d afs e s kein e s fall s m öglich is t d as Ägyp , ,

tis che al s ein e s emi tis che S prache gle ichw ertig m it ein e r an dere n
S prache dies e r Fam ili e z u beze ichn en V on d er gro fs e n Z ahl v on .

An al ogiee n u n d Ähn li chk eite n w elche di e ü brige n di e sem S tam m e an


geh öri e n
g S p rach en u n ter e in an d e r z e ig ,
e n v o n d e r d u rc hgeh e n d e n

Gleichh eit des gram m atis chen E m pfin den s du rch w elche s ie s ich v on
de n ü bri gen S prachfam ih en verein t a b h e be n z ei
gt das Ägyptis che
k au m ein e S pu r u n d . z w ar u m so w en i ger, in j e äl tere S prach perioden
w ir z u r ück
g ehen . In d er Zeit der Blüte des Re i ches u n ter d en

Dy i
n as t ee n der großen Eroberer d e r 1 8 bis 2 0 Dyn as tie . . n ahm das
Ägyptis che bei dem an dau ern den Verkehre m it den S em iten au ch viele
S pracheigen tüm lichkeite n derselben an . Vor alle m w aren di es n atür

li ch Worte, doch s chein en zu w eil en au ch S p rach em pfin du n ge n m it di e


s en s em itis ch en Worten ihren W eg das ägyp tis che S prach s ys tem
in
g efu n den zu haben . D ie Verw an dts chaft d es Agyp tis chen m it dem In do
g e rm an i s chen is t k au m gröfs er als di e z w is chen di esem u n d de m
S em itis chen . S ie bes chrän k t s i ch au f die Iden tität ei n iger w en i ge r
Wu rzeln u n d S tämm e w e lche fre ili ch au ch al s allge m ein e s S prachgu t

1 ) Vgl u a Len orm an t , R ev Arch N S XVI , p 273 s qq 3 2 7 s qq 422 s qq ;


. . . . . . . . . . .

XV II p 1 89 s qq 2 79 s qq
. s s ai s u r la p rop agati on
.

. E
de l alp h ab e t p h én i cie n I ,
P aris 1 8 72 .
40 I . B u ch . 2 Kapitel
. .

sc hri ftlich fixi ert u n d vers te in erte so glei ch sam au f d er dam al s errei c h e

ten S tu fe der En tw ick elu n g .

In d er Geschichte der p
ägy tis chen S prache bs t
sel kön n en w ir

perioden ,
w elche s i ch zu m T eil s icher fe s ts tellen las s en di e chron o
logis chen An s ätz e zi emli ch roßen S chw an ku n e n u n terw orfen se in
g g
kön n en . W ir hab en
)
1 D ie hi eroglyp his ch hi e ratis che -
Periode .

2) Periode
D ie dem otis che .

Die koptis che Peri ode


3) .

D ie ers te die s er drei S prachform en w ar seit den älte s ten Z eite n


bis in di e der röm i s chen Kai s er im G ebrau che u n d verhältn i sm äßig
s i ch glei ch blei ben d E s läßt s i ch in ihr ein e altägyptis che u n d ein e
.

n eu ö ti che P eri od e u n ters ch eid en ; d och i s t di e chron ologi s ch e Gren z e


g yp s

z w i schen bei den be i de m j e tz igen S tan de d er Wis s en s chaft kau m z u


z iehe n . An ders eits kan n m an au c h Z
di e eiten der ers ten drei, die der
4 . di e der 12 — N
. di e der 18 — 2 5 u n d die d er 2 6 Dyn as ti e .
,
. . .

bis zu de n r ömi sch en Kai sern


Un terabteil u n ge n au fs tellen Um als .

aber tie fer


ge he n de U n ters chi ed e u n d di e M e rkm ale fe s ts tellen zu

kön n en au f w elche hin si ch di e S p rach e dies e r Pe ri ode n abte ilen läßt


, ,

dazu is t die agyp tis che Gramm atik ei n e n och zu ju n ge Wis s en s chaft
u n d s i n d die S tu dien ü ber di es elbe n o ch in z u w en i gen P u n kten zu
ein em s icheren Abs chlu l t
s se
ge an
g .

In de r Zeit n ach d er 2 2 . Dyn as tie tri tt n e ben der alten S p rache


ei n e n e u e au f w elche in ein er n eu en S chrift ihr en Au s dru ck fin det,
es is t di e s d as Dem oti s che D as Dem otis che . i s t die Volks s prache ,

w elche s ich berei ts in vi el frühe rer Zeit n eben de r kün s tli ch fes tge
halten S chriftsp rache ge bildet hatte
en E s fin den s ich schon in alte n .

In s chriften u n d T ex ten S pu ren die ser Volks s prache Ihre s chri ftliche .

Fixieru n g erhielt s ie j edoch ers t in u n serer Periode in w elch er sie


g lei chz eiti
g ih re o ffiz ie lle B ere ch tig g
u n dadu r ch erhi elt, d afs Kon trak te
u n d Urku n den in ihr abgefafs t w erden du rfte n o der m u fs ten . Au s der
dem oti s ch en S p rache en tw i ckelte si ch die k op ti s che di e j ün gs te

S pra ch u n d S chriftform des p


S p rachs tam m es überhau p t
ägy tis chen .

D ies elbe blie b bis in das 1 6 Jah rhu n dert hin ein in Ägyp ten die le b en de
.

S p rache der Ure in w ohn er des Lan de s u n d gin g gleichbere chtigt n eben
dem Arabis chen her . S eit di es er Zeit ab er is t s ie von dem Arabis chen

1 ) D ie n e u es te u n d bes te B eh an dlu n g d e s K op tis ch en


gab S tern ,
K op ti s chLe .

G ramm atik , L eip zig 1 880, an w el ch er S tell e s ich au ch di e ein s chlägi ge Li tteratu r,
S . 44 1 if . verzei chn e t fin det .
5 9 . D i e S p rach e .
41

als der ges pro chen en u n d vers tan de n en S


i prac he vollkomm en verdrän gt
w ord en u n d s pielt n u r n och im kopti s chen Ku lte als die S prache in
w elcher di e d em Ku lte zu de gelegte Übers e tzu n g der B ibe l u n d di e
gr u n

heiligen Bücher ab e fafs t s in d


g e in e R olle E s is t ein e tote .S p r ach e,

w el che n u r dadu vers tän dli ch gem acht w ird dafs n eben dem kop
rch ,

tis c hen Urt0 xte de r Gebete u n d B ibels tellen im Gottes di en s te deren


arab is ch e Üb ers e tzu n g vorgetragen w ird Wirklich vers tan den w ird .

di e s er letzte Au s läu fer de s ägypti s chen S prachs tam m es des s en E n t


w i ckelu n g w i r du rch 6 Jahrtau sen de an
. d er Han d u r k u n dlicher z eit
n ös s is c he r Qu ellen v f l k ön n en au ch im Kreis e der chris tli chen
g e er o g e n ,

K op ten n u r in s elten en Au s n ahm efällen S ein e Verw en du n g n im m t


.

d en n au ch im m er m ehr ab, u n d es läfs t s i ch m it S i cherheit der Zeit


p u n kt vorau s sehen ,
in w elc he m das Koptis che u n d mi t ihm d as
Agypti s che übe rhau pt ,
n u r n o ch der Ges chi chte an geh ören w ird .
Drittes K apitel .

D i e R e l i g i o n .

D ie Un ters u chu n g der ägyptis chen Religion is t


u n d
mi t be son ders grofse n S chw i erigk eite n verkn üpft, u n d e s is t b is her der
Fors chu n g n i cht gelu n gen hi er z u ein em abs chließen den Re s u ltate zu
,

g elan gen U n d d och i s t di e Relig ion di j


e en ige G e dan k en ri ch tu n
g ,

w elche n i ch t n u r au f das D en k e n s on dern au ch au f das , g an z e L eb en

d er alten Agyp te r den allerw eitgehen ds ten E in flu fs gehabt hat S ich .

s elb s t e rbau te m an h ölz ern e Häu s er Herbergen fii r ku rz e Z eit ,

w ähren d m an den Göttern s te in ern e Tem p el den göttlich verehrte n


T oten bleiben de Wohn s tätte n b ereite te Die Pries ters chaft Zw elche die .

Verm ittelu n g z w isch en dem Men s chen u n d der Gottheit in der Han d
hi elt be s etzte n i cht n u r di e ki rchlichen S tellen s i e u m faßte z u l i h
, g e c

d en gan z en Kreis der Gebildeten D ie S ch u len u n d L ehran s talten


.

w aren m i t d en T em peln verbu n den u n d w er zu Am t u n d Würden ge


lan gen w ollte m u ßte s ein e B il du n g v on der Pries ters chaft erhalten ’

hab en D ie h öch s te n Würden träge r d es S taates n ahm en z u gleich er


.

Z eit S tellu n gen in der Hierarchie ein s o dafs die politis che Ver w altu n g ,

d es L an des m i t der religi ös en z u s amm en fiel D er Kön ig s elb s t gen oß .

ein e prie s te rli che Erz i ehu n g ; sein An re cht au f d en Thron lei te te e r

1) Älte re Litteratu r bei J olo w i cz , Nr .



1 7 1 6 1 849 2 6 72.
— 26 7 3 . 3 1 72 -
3 21 0 .

Vgl P ietw hman n , D er ägyp tis ch e Fetis ch di en s t u n d


. G
ötte rgla u b e in Z ei ts ch r fii r .

— P
E th n ologie X, 1 5 3 1 82 L e age R en ou f, Vorle s u n ge n über
. rs p ru n g u n d E n t U
w i ckelu n g d er ägyp t R eligion , d eu ts che Au s gabe,
. eip ig 1 882
z V L
on g roßer B e .

deu tu n g is t di e von ih m eben s o w ie von T i ele (H is tory of th e gyp t ian r el ig i on ,


E
übers von B allin gal,
. L
on don 1 882, fr an z ös is ch von oll in s , C
aris 1 88 2 ) an ge reg te P
Frage, ob n eb en der exoteris ch en ägyp tis ch en lau ben s le re ein e cs o teris ch e bc G h
s tan den habe Larrzon e , D izion ario di Mitologia
.
g iz ia ,
T u ri n 1 882 ÜEbe rs ic h t .

lich e D ars tellu n g m W eber, Allgemei n e W eltges chi chte I , S 1 44 1 69


'
— . .
D ie Religion .
43

von d em gottlieb en Willen h er, der ihn au f den T hron d es Horu s b e


ru fen habe ; er n an n te s i ch S ohn des Ra u n d h errs chte als Götters ohn
ü be r di e S terbli chen . So w u rz elt di e Idee
des ägyptis chen Kön i gtu m s ,

di e Berechtigu n g der a b s olu ten H errs ch erge w el t w elche der Pharao


au s u bte, in d en religi ös en An s chau u n
g en des Volkes . Di e Relig io n w ar

hi er di e Gru n dlage de s S ta ate s , w ie s i e in allem u n d j edem di e Gru n d


lage des ägyp tis chen Leben s v on der G eb u r t bi s zu m Grabe w ar u n d
blieb .

Un se re u n vollk omm en e Ken n tn is der ägyp tis chen Religion hat


ihren Gru n d vorn ehm li ch in der Art d es u n s über die s elb e über
k omm en e n Materi als An Um fan g u n d Zahl der erhalten en In s chr iften
.

ist d as s elbe z w ar u n en dlich grofs u n d e s giebt n u r w en ige T exte w elche , ,

n i ch t d u rch irgen dein e Be m erku n g au f di e Gotthe it hin w ies en Alle in .

das w as dies es M aterial an w irklichem In halte ergiebt is t s ehr u n be


, ,

de u te n d D ie M on u m en te z eige n m eis t s tereotyp e Ad orati on s s ce n e n ;


.

w ir s e hen den K ön i g oder ein en Beam ten dem Gotte n ahen d em selben ,

Wein Brot Blu m en Felder u n d an dere Gegen s tän de w eihen u n d z u m


, , ,

En tgelte e w iges Le ben Freu de Ges u n dheit Macht u n d S ieg v ers pro
, ,

ch e n e rhalte n . D ie Fälle in w elchen di e B eis chrifte n s olche r Ado


rati on s s ce n en m ehr en thi elten als di e T itel der darges tellten Götte r ,
in
den en au ch ü ber deren B edeu tu n g e tw as b erichte t w ürde s in d v er

sch w i n d en d selte n . E rs t in der P tolem äe rz eit fin det s ich in den In


s chriften di e Erz ählu n g
län gerer G ötterm ythen doch au ch hier n u r

v on O s iris u n d s ein em Kr eis D ie w e n igen Be is pi ele


. älte rer Texte
ähn li c hen In h al te s k omm en fii r die Religion s fors chu n
g k au m in B e tr acht .

An d e rs e its s in d di e Kom pos i ti on en da s


re li
gi ö s en ,
Toten b u ch d as Am
tu at u n d d ie i hn e n v e rw an d te n T ex te fa s t du r ch ä
g gg
n i s o m ys ti s ch

h al te n d afs s ie fs ten teils u n s u n vers tän dli ch s in d u n d n u r u n klare


g e , g ro

Bilde r e rgeben D ie Götterhymn en au f P apyris u n d S telen w ieder s in d


.

al s Qu elle k au m verw ertbar da die s elben ohn e Rücks icht au f die


üb rige Mythologie n u r e in en G ott p reis en u n d di es em alle Eigen s chaften
u n d Machtbefu gn i s s e z u s chreiben w elch e s on s t der Gesam theit der
Götter gebühren ohn e dafs daru m di es en Hym n en m on otheis tis che Ideen
,

zu gru n de läge n Letz teres w ird bes on ders dad u r ch bew i e sen dafs es
.
,

vork omm t dafs au f ein u n d dem s elben Den km ale zw ei oder m ehr
Götte r als de r ein zig e Gott bezeichn et u n d gepries en w erden E s ge .

s chi eb t di es n u r u m d em L e be des Gotte s m ehr Nach dru ck z u


, g e b en ,

ohn e ein e tie ferge he n de Be deu tu n g bean s pru chen zu k ön n e n D ie No .

tiz en ,
w elche u n s du rch di e klas s i s chen Au toren ü b er di e agyp tische
Re ligion ü berli efert w erd en s in d n u r w en i ge an Z ahl u n d b eru h e n
n o ch daz u zu m Teil au f Mis s vers tän dn i sw n ; di e e in z ige S chri ft, w elche
44 I . B u ch . 3 . Kapitel .

hi er v on g ro fs erer B e deu trm g i s t, i s t Plu tarchs Abhan dlu n g ü be r O siri s


u n d Isis . I n den j g
ü n ere n Qu ellen w elche s i ch au f d en ers te n Blick
ein ge heder m i t der ägyp ti s chen Religion u n d ih ren tieferen
n Gru n d
ged an k en zu b e s chäfti ge n sche in e n , in d en S chriften d er Ne u
plato n iker,

fin den s i ch so zahlrei che an deren Re li gi on en u n d philosophis chen


S ys teme n Gedan k en daß ein e Ben u tz u n g ih rer An gaben
en tn om m en e

n u r m it d er aller röfs te n Vors i cht m ögli ch is t D ies e lben z u r Gru n d


g .

lage des S ys tem s d er ägyptis chen Reiig ion s phi los ophi e m achen z u w ollen ,

kan n n u r z u Tru gs chl üs s en fii hren


Zu dies en S chw ierigkeiten w elche du r ch das u n s vo rli ege n de Ma
teris l s elb s t der ägyptis chen Religion s fors chu n g in den W eg g ele
gt
w erd en , kom m t ein e w eite re . D ie ägyptis che Religion is t so z ahlreich

au ch di e ü ber s ie vorliegen de n eu ere Litteratu r s ein m ag n u r sehr

s elten zu m Gegen s tan de w irklich w is s en schaftli che r Fo rs chu n g gem ac ht


w orden , u n d es s in d n u r se hr w en ige Götterges ta lten ,
w ie Ra, S et, O s iri s
od er Thoth zu n e n n en fii r w elc h e ein e Zu s am m en s tellu n g u n d Ver
.

w ertu n
g d e s v orhan den en D en k m äl erm ate riales erfolgt w äre . Derartige
Ein zelbehan dlu n gen der G ötter w ären aber di e u n erläfs lic he V orbe di n
g g
u n au f w elcher allein das S ys tem d er altägyptis chen Religion s i ch
w iede rhers te llen lie ße . Es says u n d Aphoris m en über ein s o u n bekan n te s
Gebie t kön n en n u r S pek u lation en erge ben da ihn en n atu r emä s
g f di e
n o tw e n dige m on u m en tal e Bas is , au f w elcher s ie au fgebau t s ein m ü fs ten ,

E s kan n n atu rli ch im F olgen de n n icht die Abs icht v orliegen die
ag yp tis che Religion irgen d w i e e in gehe n der z u be han deln . Hier han delt
s i ch n u r daru m , ein e Üb ers i cht der S ys tem e z u e b en au s w elchen
es
g ,

s ich dies elbe z u samm en s etzt .

10 .

Di e G ött e rk mis e .

Agyp ten hat m an drei Götterkr eis e z u


In u n terscheiden w elche,

obw ohl s ie s ich bes on ders in der s päteren Zei t vi elfach du rchkre u zen

u n d in ein an der überge ben d och u rs prün glich verschie den e , von ein an der
u n abhän i
gg ge e w e s e n z u se in s c he in en . Es s in d der Kreis des Ra, der
der G öttertriaden u n d der des Osiris . An diese drei s chli e ßen s ich

die ü bri gen v on den Ägyp tern verehrten Ku ltu s ges ta lten in ei n er mehr
oder w en i ger locke re n Weis e an .

1) D er Kre i s des Ra . D ie Ve rehru n g des Ra , der S on n e, als

1 ) Vor ih rer B en u tzu n g w arn te berei ts L etron n e, O eu v e r s ch ois ie s I , 2 p 4 61 s q


. .
5 10 . Die Gött erkreis e 45

ein er is olierten fas t m on otheis tis ch ge dach ten rein en Natu rgottheit ,

fin den w ir in Ägypten b is her n u r in Heliopolis Hier w ard di e S on n e


in ihre n vers chieden en F orm en u n d u n ter vers chi eden en dies e n F orm en ,

en ts prechen den Namen verehrt . So erschein t dies elbe als S on n e im


ll
a gem ein e n R
( ),
a S on n e am M orgen ( Men tu ,
H
alsor u s ,
Be n n u -
Phön ix
Ra H arm achis ) als S on n e am Aben d ( Tu rn oder Atu m )
-
als S on n en

s c hei be (Aten ) u s f Üb er di e Form in w elcher d er


. . . Ku ltu s au s

ge ü bt w ar , w d is s en w ir n u r w en ig da u n s vo n d en Tem peln zu H e

liopolis kau m die Fu n dam e n te erhal te n ge blieben s in d u n d s i ch di e


g ew m fi fs
an greich e u Nekropole der S tadt m erkw ür di gerw eize bis her
n icht gefu n den hat . S ow ei t die w en igen erhalte n en An gab en ein en
S chlu ß erla u ben schein Gottes dien st bes on ders
t d er i m Opfern v on
Blu m en u n d Früchten u n d im Ab s in gen v on Hymn en bes tan den z u
hab en . D er gle iche Man gel an Mon u m en ten verhin dert u n s au ch

m an dem Ra mon u m en tale Bau ten u n d s eit der fün ften Dyn as tie be
gin n en die Herrs cher s ich du rchgeh en d den Ehren titel S ohn _
des Ra “

beizrflegen , l h
w e c en s ie fortan bis an das En de des Bes te hen s Agypten s

älte s ten u n s erhal ten e n Den km äler zu H e5 0 polis v or allem der n och

das H au pts ächlichs te der W eihges chen kc w elche die ägypti s chen P ha
re e n en zu Ehren des Ra in alle n s ein en F orm en v or den Pylon en
thoren der T em pel au fzu s tellen pflegten Dabei treten die Obelis ken .

18 . Dyn as tie vers u chte ein er der letzten Kon ige ders elben ,
Am en o phi s IV .
,

ein er der Form en des Ra dem Atcn dem S on n en dis ku s allge m ein e

u n d an s chließliche Verehru n g zu vers chaffen . D ie j ün gs ten Mon u m en te


au s Heliopolis s tam men au s der Zeit Nektan ebu s

II . des letzten se lbs t

lan gen Zeit des Bes tehen s des S on n en ku l tes is t di e Am en op hi s I V s ie



.

is t au ch di e ein zige au s w elcher u n s z ahlrei chere Mon u m en te erhalten

1 ) D ie von Pli n iu s, H is t . n at . VI , 2 9 beha u p te te G ru n du n g dies er S tadt d u rch

die A raber b eru h t au f I rrtu m .

2) Äl te re Li tteratu r übe r di es e n bei Jolow icz , Nr . 9 71 — 985 . 29 1 9 . Vgl .

W iedem an n ,
Agyp t Zeits chr 1 878, S
. . .

89 1 06 . D ie I d en tität d es B en n u mi t d e m
Ph ö n ix erkan n te zu ers t S eyflarth Zeits chr
'

. der D eu ts ch . Morgl . G es ells chaft

I II , 63 f .
46 I . B u ch . 3 Kap ite l
. .

g e blieben s in d . W ir bes itz en in d en G rabern au s die s er Epoche s chon e

Hym n en an Aten ,
in w elc hen ders elb e als ei n Gott im m on otheis ti s chen
S in n e au fge fafs t w ird dabei aber ein e Natu rgotthcit bleibt . D ie G e
d an ken di es er Hym n en s in d ti efer als in an deren Perioden d er ägyp
ti s ch en Ges chichte ,
u n d w en n au ch die S prache s c hw üls ti
g b le ibt so

m acht s ie doch ein en edler en Ein dru ck als in päteren Texte n S o s .

s pricht in ein em G rabe zu T el el Am arn a Ah m e s ein hohe r Wu rde -

träger des Am en o phis IV . oder w ie s i ch der Kön i


g s päte r zu E hren

s ein er Gottheit n an n te, d es C hu -


eu -
äten 1
.

S ch ön is t dein Un tergan g du leb en de S on n e du Herr der


Herren du Fürs t [der Fürs te n w en n du di ch v erein s t mi t dem ]
Him m el b eim Un te rgehen dan n j u b eln die Län der der Men s chen z u
dein em An ges icht in dem s i e den prei s en , der s ie bilde te, u n d an bete n
[
den der s ie ers chu f] v or dem Au ge d ein es geliebten S ohn e s des
Kön igs v on Ober u n d Un terägypten w elcher lebt von Wahrheit, des

C hu e u äten
-
Gan z Ägypten u n d j ed es Lan d w elches liegt in n erhalb
.

dein es Kr eis lau fes in dein em Glan ze prei s t di ch bei d ein em Au fgan gs
u n d be i d ein em Un tergan ge in glei cher Weise . Oh Gott der du
leb st v on der Wahrheit du s teh s t
[ ]
u n s v or Au gen ; du s chu fs t w as
i cht du m achtes t dies es alle s , d w ir i hervor au s d ein em
n w ar, u n
g g
n en

Mu n d e . G ieb du Ehren vor dem Kön ige an j edem Tage n icht


mir ,

fehle mir ein e s chön e Bes tattu n g n ach hohem Greisen alter in dem
Berge v on C hu -
t aten (T el el Am arn a) w en n ich vollbracht hab e m ein e ,

Leben s zeit im Gu ten I ch folg e dem gütigen Gotte


. (1 li dem . .

Kön ige w en n er , g eht an


j ed en ihm belieb en den O rt i ch bin se in Be
gleiter E r li e
. m i ch w erd e n s eit m ein er Kin dheit bis d afs [
ich erlan g ]
te

Ehren in Ru he ; Fre u de w ird


[j etzt
] dem D ien er d es Fürs te n , ihm w ird

e in Fe t s an j ed em T ag .

Au fser derartigen Hym n en ergeben die In schriften w en ig für die


Verehru n g des Aten D ie Dars te llu n gen w elch e s ie begleiten zeigen
.

An betu n gs s cen en u n d feierliche Um z üge zu Ehren des Gottes ü ber


di e ein z eln en Ku l tu s han dlu n gen di e im In n ern der Tem pel v or s ich
in d l h fü r u n s be s on dere s In teres s e haben w ürden s a en
g
g g en u n w e c e

I n an deren P erio den als in der Am en ophis IV ers chein t



s ie n i ch ts . .

di e Verehru n g des Aten s elten doch w ar di eselb e bis in die Zeiten des ,

Tabarka ) ein e allgem ein er b ekan n te D ie L ehre gin g von Heliopoli s


8
.

au s u n d verbreite te s i ch u n ter Am en op hi s ü ber gan z Agyp ten di e


an deren Götter w u rden in den Hin tergru n d gedrän gt u n d ein z eln e ,

1) L . D III , 98 a
. . Vgl B ru g s ch ,
. G eech . A gyp t .
, S . 426 f .

2) L . D V 12a
. .
48 I . B u ch . 3 . Kap itel .

bes trebt w aren L au f der S on n e z u hin dern bevolkert w ar I n


d en .

s te tig s ich ern eu em dem Ka m pfe w u r den w ähr e n d der ein z eln en Nacht

s tu n den dies e Geis ter b es iegt u n d p ün k tlich z u r vorbes ti m m te n S tu n de


,

e rs chien di e S on n e an ihrer Au fgan gs s te lle B is in die klein s ten Ein z el .

heiten w ard dies e Lehre von dem w as is t in der Tiefe v om Am tu at -

v on den Agyp te rn au s gearb ei te t u n d alle di e ein z el n en Go ttheite n u n d .

die Wän de der Ko n igs gräher u n d s ch on er S tein sarko phage au ch en t


halten zahlr eiche Papyri Au sz üg e au s den s el en b . D i e ältes te n Urku n den
di e se s In haltes en ts tamm en der 1 8 . Dyn as tie ,
dan n k on n en w ir di e s i ch

erph an tas tis ch e r ges tal ten d e Au s bil du n g der L ehre bi s in die
Ptolemäerzeit hin ein verfolgen In w elcher Bezie hu n g diese Lehre . v on

de r Nach ts on n e zu der v on Ra s tan d, lät s i ch n i cht en ts cheiden


s o w en iger, als d ie m eis ten u n s erhal te n en Texte des Am -

tu a t au s Theben
s tam m en daher W ohl m öglich w äre dafs u n s hier ein e lokal e,
u n d es

the han is ehe Au ffas s u n g der S on n en religi on erhalten geblie ben w äre .

I m T oten bu che is t Ra derj en ige G ott w elcher n eben Os iris die


Hau ptrolle s pielt Au ßer e in em s chön en Hymn u s au f ihn im Kapitel 1 5
.

ei n em H mn u s w elch er in v ers chi eden en Um di chtu n gen au ch z ahlreiche


y ,

S telen bedeckt en thält das s iebz ehn te Kapite l ein er der ältes ten Teile
der au s den vers chiede n s ten Zeiten s tamm en den Kompos iti on des
Toten bu ches ein en kos m ogon is chen Mythu s in w elchem Ra die Hau pt
, ,

Grabe S eti a I .
1
Hier Gott das s ün di ge
w ird u n s b erichte t , w ie der ‚

Men s chen ges chlecht zu vern ichten bes trebt w ar s ich aber doch n och
be w egen liefs v on s ein er Abs icht abz u s te hen Zahlreiche Details in .

d em ersten Mythu s w eis en au f H eliopolis als ihr en En ts te hu n gs ort hi n ,

s o dafs w ir al so die dorti e Pries ters chaft als s ein en Urheber u n d Ve r


g

Ra ein e altheilige P ries te rs chu le, das Hau s d es Alten v erbu n den ,

w elche in d en p
ägy tis chen Texten s chon frü hzeiti g bedeu ten de
e in e

Ro lle s pielt u n d g
s o ar in re ligiösen Texten ers chein t
. Noch den Grie
chen u n d ihren Weis en ers chien dies e S chu le als ein e H a u ptpfleges tättn
der W im en s chafi u n d als die w ichtigs te Au toritä t in religiös en D in ge n .

I hr häu figes Au ftreten in diese r s


p äten Zeit b ew eis t w ie s e hr es di e

1 ) Naville, I ran
' ‘
eact . of
S oc of B ibi arch I V , 1 Vgl für den
. ott b es on ders. . . . G
Naville, L ea litan i es du s oi e il, eip ig 1 875
z L
i n en dritten Myth u s d es G otte s in . E
L egen d en form bes p rach L
e febu re, Agyp t Zei ts chr 1 88 3 , S 27 d . . .
'

.
5 10 . D ie G ötterkre im .
49

w ahren . W ir ers e hen darau s


gl ei ch
zu v on w ie gr o fs er B edeu tu n
g
di e re in e S on n en reli
gion au ch dam als n och im Nilthale gew es en s ein

m u fe .

2) D i eT r i a d e n I n den m eis ten ägyp tis chen S tädten u n d T em .

p e ln w ard ein e D reiz ahl v on G o tth ei ten v er ehrt oh n e d a fs di e selb e n

j em a ls zu ein er Trin i tät v ers chm olz en w or de n w är en D ie dr e i G ott .

h ei ten b es tan den ru hi g n eb en ein an der als ges on derte Ge s talte n fort ,

d e hatte ihre e i en en F u n kti on en n u r d u rch das Ban d der Ver w an dt


j e
g ,

s ch aft w u rden s ie zu s am m en eh alten Im all em ei n en b es teht ein e


g .
g
s o l c he Triad e au s d em Gotte ,
s ein er Gem ahlin , ein er Göttin u n d ihrem
g e m e in s a m en S ohn e u n d es liegt ihr der freilich n icht s tren
g fes t

g e hal ten e Gedan ke g zu ru n de dafs der Gott in d er Götti n s ein en ihm


g le i ch en S ohn ,
d h s i ch
. . s elb s t imm er v on n eu em erzeu t
g , d a fs er als o

au f di es e Weis e ew ig u n d u n s terbli ch w ird . In diesem S in n e kan n

d an n d ie Gotthei t obw ohl si e ein e Mu tte r bes itz t v on s ich sagen ,

c he
p er tes f -
s ie hat s ich s elbs t erzeu g t u n d in di es em S in n e heifs t
Am o n Ra in -
Texten s o häu fig der Gatte s ein er Mu tter Au f dies e
den ,
.

Weise k on n te der Gott s terben u n d doch leben er kon n te altem u n d


d och j u n g bleibe n dies er Ged an ke lös t den Widers p ru ch de r b e i
o berfläc hli cher Betrachtu n g in der ägyptis chen Gottes i dee zu liegen
sc h ein t .

Als derarti ge Triaden fin den w ir Am on Ra -


Mu t u n d C hu n su in
T he ben ; Ptah S e chet u n d I m hetep in Mem phis ; S ebek Hathor u n d
C hu n s u zu K om -
O m bo u . a . m . An an deren Orten fin den w ir im
G egen s a tz e zu dies e r Form der Triaden s olch e, w elche an ders z u s am m en

g es etz t s in d ao an den Kata rakten ein e au s C hn u m ,


S ati u n d An u k e
bes te he n de . Hi er w o in der Triade ein Gott u n d z w ei Göttin n en au f
tre ten is t der li h G d d n ke der Triade n z verloren
,
u rs pru n g c e ru n ge a ga

g egan gen , s ie is t n i chts m ehr, als ein e Zu samm en s tellu n g dreier b eli ebig
au s g ew ähl ter Ve rehru n
gs w es e n w e c l he zu e in an der in k ein er ti efer i n
ihr in n ers tes Wes en ein gre ifen den Be ziehu n
g s tehen . Dabei ers chei n en

d ies elb e n Gottheiten


vers chieden en Orten verehrt u n d treten dab ei an

au ch in v e rs chied en en Triaden au f s o fin den w ir S eb ek i n Kom O m b o ,


-

u n d im Fayu m ; H athor in D en derah u n d in Ko rn Om b o ; C hn u m in


Es n eh u n d an den Ka tarakten u s f Dies zeigt deu tli ch dafs kein . . .

d u rchg ehen des ein heitliches P rin z ip b ei der Au s w ahl der Tri aden ob
,

1 ) D er G ott Am on all ein h äu fig au f K ön igs karab äen des alten


fin det s ich

Rei ch es gen an n t ; in dem n eu en R eich ers ch ein t eigen tlich n u r die K om bin ation
A mon Ra Vgl fiir l e tzteren : d e Rou g é, M el d arch egyp t I , p 7 1 s qq 1 01 s q q

-
. .
. . . . . .

1 28 s q q v h m m, D as R itu alb u ch d es Ammon d ien s tes ,


. . L e ip zi g 1 882 .

Wie d m e an n , Ä yp h
g ti s c e h h
G es c i c te .
4
50 I . B u ch . 3 Kap itel
. .

g ew altet hat ; vielm ehr


gy p tis che n P w ählten
ri es ter a u s den i m die ä

Volke verehrte n zahlreichen Gottheiten ein ze ln e in Gru ppen z u dreien


au s den en in der Folgez eit der Ku lt in den verschieden en Tem p eln
g al t . D ie ä
gy p tis chen T em pel w u rden d en T riaden au ch n icht in dem

S in n e gew eiht dafs in dem betreffen den H eili gtu m e ein e Ver ehru n g der
,

ü brigen G ottheiten au s ge s chlos s en gew es e n w äre I m Gegen teile er .

s chei n en fas t in j edem ägypti s chen Tem pel n eben sein er Triade zahl
reiche an dere G ötterge s talten m i t in den Ku ltu s au fge n om m en Bes on .

ders häu fig s in d Thoth S afech Hath or Maä in allen Tem p eln im


Nilthale ob w ohl dan eben au ch für di es e G ottheiten s p eziell ihn en
ew eihte Heili gt üm er b es tan den N eben d i es en H au t
p g o tth eite n v erehrte
g .

m an in den ägyptis chen Tem peln n och zahlreiche Wes en au s der


Geis ter u n d Däm on en w elt Au fs erd em n ahm man ohn e w eiteres die .

Ku lte frem der au s län dis cher Gottheiten an u n d verehr te in den Heilig
,

tüm em d en p hön iz is chen Baal u n d di e As tarte ru hi g n eben Am on Ra


u n d Ptah Alles dies es z u samm en m acht das ägyp tis che Pan theon für
.

u n s zu ein em fas t u n en tw irr baren u n d dies u m so m ehr, als die Fu n k


ti on en d er ein z eln en Götter n i cht klar bes timm te u n d abgegren zte

w ar en . J ed er v on ihn en k on te im gege ben en


n Fal le allein di e Gottheit
selb s t dem gan z en Umfan
in ge ih re r T häti gk e it repräs en tieren u n d dem
en ts pre chen de Bein am en u n d Attribu te erhalte n u n b eküm m ert daru m ,
d afs di ese Eigen s chaften s on s t
gan z an d eren m it den hie r gen an n ten
Gottheiten in k ein em Zu s am m en han ge s te hen den Ges talten des P an
th eon e an ge hörte n .

3) O s iris u n d s ein Kreis . D er ein z ige p


ägy ti s che Gott w elcher ,

w irklich ein en au s gebild eten Mythu s b es itz t 3


is t O siris Dies er w ird
.

vollk omm en an thropom orph ged acht u n d be s itz t ein e ei


ge n e du rch

eführte Gen ealogie D i G s chichte s ein e r Regieru üb r das Nilthal


g e e .

g ne

w ird erz ählt w ie die irgen de in es an deren i rdis chen ön i gs Kiele . V


W ohlthaten w u r d en ih m zu
ge s chrieb e n ,
eben s o w i e za hllo s e Erfin du n gen ,

er s ollte das Lan d


d geordn et haben e in
ge tt u n ü berhau p t das Ideal
ein es He rrs chers ge w es en s ein N a h la e glü kli h R i
c n
g r c c er eg e r u n g .

w ard er v on s ein em Bru der S e t erm orde t u n d s ta rb w ie ein M en s ch,


u m in de r Un terw e lt w ied er au fz u ers tehen u n d di e Toten zu be herr
s chen . Gegen den Bru derm örder e rh ob s ich d er S ohn des O s iris ,

H om e der B acher s ein e s Vaters ; der S treit der beiden Götter w ard

1) U ber ih n vgl . P iets ch m an n ,


H erm es -
T ris m egis tos , L eip zig 1 8 75 .

2 ) V gl S tern , Agyp t Zeits chr 1 87 7 , s 78 ii


. . . . .

8) F ür an dere G ött er w ie z . B . für Ra las s en s i ch e in zeln e L egen d en


n ach w eis en , ein en w irklich e n Myth u s hat man für dies elben bi s h er n i ch t zu fin den
v erm o ch t .
5 10 . D ie G öttn krei ae . 51

gen a u b erichte t du r ch
gan z Agypten z og si ch der Krieg an des s en
W echs e lflille s i ch z ahlreiche Lokalm ythen an kn üpften In den ägyp
In s chriften der Ptolemäerzeit w ird u n s
ti s ch en der Mythu s ein geh en d
beri chtet eb en so w ie die griechi sc hen Au toren
, g ern sein er g e d en k en .

Au f älteren D en km älern fin den si ch s eit den Ko n igen der 1 8 . Dyn as tie


An s p ielu n g en au f den b
Verfass er des 1 7 Toten bu ch
s e l en ,
u n d au ch dem
ka pitels w ar er b ek an n t D er Nam e des Os iris s elbs t b egegn et u n s
.

b ereits a u f I n s chrifien d es alten Reiches i n fu n erären Texten n icht


s elten freili ch n i cht in ders elben Au s d ehn u n g w ie au f den s p äteren

Grabin s chriften ,
in den en er der Toten gott im w ahren S in n e des Wortes
ge w ord e n is t . In w iew ei t j edoch n eben der Pers on des Gottes im
alten Reiche au ch sein Mythu s bekan n t u n d in w iew eit ders elbe
bere its dama ls au s gearbeitet w ar erlau be n die In s chriften n i cht z u en t
,

s chei den Jeden falls s teht es fes t dafs u n s die P to lemäertexte die
.

n gs te F orm des Mythu s ze igen u n d dafs w ir n i cht an n ehm en d rfen


j ü ü , ,

dafs e r in ders elben Ges ta lt mi t allen etym ologis chen S p ielereien u n d


aphi s chen B em erk u n gen b ereits in alter Zeit au s ebildet ge w e s en
g g
e o r g
sei . Ein er solchen An n ahm e w iders trebt vor allem di e gekün s telte
u n d ges u chte Form in w elcher der Mythu s in dies er s päte n Z eit b e
ri chte t w ird .

In der ReligionOs iris ein Gott der Toten u n d der Gräber


w ar

w elt . W ie er m u fs j ed er Men s ch s terben ; aber w ie er w ird au ch


ein j ed er au fers tehen u m im Jen s ei ts n achdem er s ich als fr om m u n d ,

re cht erw ies en hat ein e w ige s ru hi es u n d z u fried en es D as ein


g e g zu

fii hren D ieses j en s eiti ge Leben dachte m an si ch dem irdis chen gan z


.

ähn lich m an afs u n d tran k s äete u n d em te te gin g au f di e Jagd u n d


, , ,
.

fu hr au f Böten lobte di e Götter u n d em pfin g Opfergaben als w an dl e ,

m an n och au f d er Erde s elbs t D er Reiche n ahm s i ch s ein e li eb s te n .

Geg en s tän de u n d Bilder s ein er Dien er der Arm e s ein H an dw erks ze u g , ,

der Mäc htige die Zeiche n s ein er Wu rde m it in das Grab in der
s ich ere n Zu vers icht im Jen s eits s ein en Leben s lau f den der T od n u r
,

u n te rbro chen n i cht


g e e n det ha be
,
ru hig w eite rfü hren zu k ö n n en S ter
,
.

ben d w ard j eder Agyp ter z u m O s iris er litt w as dies er gelitten hatte , , ,

aber er e m pfin g au ch den gleichen Lohn w ie dieser er w ard u n s terb , ,

lich u n d der Go ttheit glei ch deren S pu ren er n achfolgte zu der er s ich ,

erho b u n d mi t der er s ich v erein te .

1 ) D e r g rofs e ext T au s Edf u , p u bl . v on Navill e , u b ers etz t von B ru g s ch , D ie


S age von d er g efiiig elten S on n e n s ch eibe , in A bb . d er G ötti n
g er Akademie XIV ,
1 870 .

2 ) B es on d ers D iodor I , 1 3 ff . Pl u tarch , D e l eide et O s ifi d e .


52 I . B u ch . 3 . Ka pitel .

D em O s iris ,
dem Gotte der Toten , g alten die Grabm on u m en te u n d
ihre Texte ihm zahl reiche G ebete u n d Hym n en au f T oten s telen i hm
di e Toten opfer u n d die Toten fes te . Ihm v or allem w are n au ch d ie
Tem pel der T oten s tädte au f dem Wes tu fer des Nils gew eiht ; die
Tem p el v on Q u rn ah von D er el bahari von D er el Medi n et in T heben
, , ,

di e Heili gtüm er in Abydos sein em H au


p tk u lt u s orte
g a l ten s e in e m
Di en s t u n d s ein er Ehre m ehr als der j ede s an deren Gottes Überall .
,

w o die T oten ru hen begegn et er u n s ,


D ie In s chriften d er Gräber de r .
,

S telen d er S ärge Mu m ien u n d ihrer Bin den n en n en ihn e r i s t d er

u rs pru n gliche u n d au ch d er am m ei s ten gefei e rte Held des T ote n bu che s

u n d aller an al ogen K om p os iti on en S o is t den n Os iri s der bekan n te s te


.
,

der allgem ein verehrte u n d u berall au ftre ten de ägyp ti s che Gott gew orden .

Mögen au ch di e Ein zelheiten des Mythu s des Os iri s n i cht allgem ein
b ekan n t gew ese n sein di e Allen zu gän gli chen Texte in den Vorhallen
der Gräber zeigen dafs s ein Bei s piel j edem Agyp te r di e Au fers tehu n g
,

n ach d e m Tode verbürgte Mag au ch dies e Lehre in ihrer De ta il


.

au s fii hru n g als e in ö ttli ches Geheim n is ge olten h a ben d er Nam e de s


g g
Gotte s s elbs t w ar es kein en falls trotz der du n klen u n d vers chw iegen
s e in s olle n den Bem erku n gen des Herodot üb er di e Gottheit deren
Nam en er n i cht n en n en dür fe D er Glau be an O s iris u n d an die Un
.

s terbli chk eit der S e ele i s t zu gleich de r ein zige religro s e G ed an k e von

w irklicher T iefe d e r E m p fin du n g w elch en w ir bi s


j e tz t in d e ä
r
gyp
ti s chen R eligion m i t S icherheit n achw eis en k ön n en D ie Un s terbli ch .

keits le hre w ar d erart in Ägypten fa s t 3 000 Jahre frü her d u rchgearb eitet
u n d all em ein er
g V olks glau be ge w ord e n e h e s i e b e i e in e m an d er en

Volke au ftr at I n w ie w eit die Lehre au ch au f den Gedan ken gan g


.

an derer R eligion en e in g ew ir k t hat läfs t s ich im ein zeln en n i cht v er

folgen u n d n i cht bew eis en .

11 .

An de re Vereh ru n g s w e s e n .

Neben de n drei grofse n G otterkr eis en , w elche w ir e ben b es prochen


haben ,
begegn en u n s i n Ägypten n o ch zw ei an dere frem da rtige Kl as s e n

v on V ere hru n
gs w es en w elche m it dies en Kr eis en n u r los e z u sam m en

hän gen u n d n u r au f k ün s tliche Weis e ihn en an ger eih t w orden s in d .

D ie ein e K las s e i s t der Res t ein e s alten Tierdien s te s die an d ere e in e

verein z elt au Verehru n g ab s trakter I dee en


ftreten de .

Ein e ro fs e Zahl der in A gy p te n s ich fin den den T ierarten s tan d


g
m it dem G ötterku l tu s in Verbin d u n g ; b ald w aren s ie ein ze ln en G ott
heiten heilig bald ihn en v erhafs t
,
S o w u rden den n ein z eln e E x e m p lare
.
5 11 . An dere Vereh ru n gs w es en . 53

di es e r Gattu n gen in d en Tem peln gehalte n , an d ere w i ed er eifrigs t v er

folg t D ie Men ge di es er Tiere is t s ehr


g ro s ,f u n d trotz der lücke n hafte n
Üb erlieferu n g las s en s ic h fas t hu n der t Arte n n ac hw eis en . Es w are n

en tw eder n ü tzli che Tierarten w ie O chs e n Widder S p erber S chakal e


u . a ,
. od er s chädliche , w ie das Krokodil d d as Nilpferd , o der e n d
u n

lich T iere gan z phan ta s tis c her N atu r, w ie das S e t Tier u n d der Phön ix
-
.

D ie V erkn ü pfu n g diese s T ierku ltes m i t dem der Götter is t ei n e sehr


lo s e , au f e in z eln e Eigen tüm li chkeiten der Tiere hi n g ab m an dies elben
den vers chi ed en en Gottheiten als S ym bol doch ,
fü hlt m an n och im m er,
da fs di es e Verbin du n g ein e k ün s tliche w ar . S o is t es zu verm u ten ,

dafs di e Agyp ter bei ihrer Ein w an deru n g in das Nilthal dort ein en
alte n Natu rdi en s t vorfan den ,
s ie ver s u chten n i c ht d en se lben d u rch i hre ,

Reli gi o n z u verdrän gen s u chten vielm e hr beide Glau ben s form en z u


v erbin d en u n d hab e n s o b is in
,
di e s pätes te Zeit hi n ein den Tierdi en s t
b ew ahr t Neb en der Verehru n g d er Tiere fin den s i ch deu tliche S pu ren
.

ein e s alten Ba u m ku ltu s teils v on b es tim m ten Bau m arten teil s e in z eln e r
, ,

als heili g gelte n der Bäu m e ; au ch er is t mi t der ä p ti h n G ötterlehre


gy s c e

in d er Form in Verbin du n g gebracht w orden dafs m an den G öttern


ein z el n e Bäu m e als ihr S ym b ol od er als ihn en ih t zu s chri eb A u ch
, g e w e ,
.

die Verehru n g v on Meta llen u n d S tei n en als Gottheite n fin det s ich


m ehrfach j edoch m eis t in j ün geren Tex te n s o da fs es s chw er is t zu

en ts cheiden ob dies elbe als ein e alt üb erkom m en e S itte oder als ein e

En tlehn u n g v on au s w ärtigen Re ligion s ideeen w el che in s päterer Zeit


erfo lgte , z u b etrachte n is t .

N eben dies em rohe n Natu rku lte ers chein en s chon s eh


r
fru he in
ein e r d er Zeit des Kön igs Pepi au s der 6 . Dyn as tie en ts tam m en den
Götterlis te au fs er den gew öhn li chen Gottheite n u n d ein er R eih e au c h
s o n s t als G ottheiten au ftr eten der m en s chli cher S in n e w i e H ören S ehen , ,

u n d Rie chen ein e An zahl rein ab s trak ter I deeen w i e das Jah r die
Ew igk eit die lan ge Zeit das Leben di e Freu de di e Wahrhaftigkeit
u . s w. au f eführ t
g .
,
W e n n w ir hi er a u .c h n i ch t an n ehm en dü rfen da fs
,

u n s in der Verehru n g die s er Begriffe di e u rs prün glichs te F orm der


ägyp tis chen Religion erhalten s ei di e s e w ar gew i fs ein Natu rdien s t
so is t es doch s e hr bm chten ew e rt dafs in ihr s chon in so frü her
Zeit S pu ren e öhn li ch tiefer reli
i ö s er G edan ken au ftre te n I m
u n g w
g .

Verla u fe der En tw ickelu n g der ägyptis chen Religi on s in d dies e I deeen


n i cht w eiter au s ebil det w ord en s ie w u rden völlig üb erw u chert v on
g

1) Ei n e Li t s e ders elben , w el ch e s ic h du rch s eith er g efu n d en e D en k m aler meh r


fach vervoll s tän digen läfs t , gab P arth ey in s e in er Au s gabe des P lu tarch , D e l eide
et O i id
s r e, p . 260 s qq .
54 I . B u ch . 8 . Kapitel .

dem Natu r u n d Ti erdien s te . Nu r ein ige Begri ffe ,


w Eigen s chaften
ie di e
der fün f S in n e die Wahrheit ,
die E w igkeit ,
treten häu figer als G ötter

ges talten au f ; die u brigen A bs tracta w elche w ir au f dem Alta re Pe pie

ge n an n t fin den begegn en u n s s päter fas t n ie so dafs u n s du rch den


s e lben n u r ein e ku rze Periode d er En tw i ck elu n g tieferer Re lig ion s
ge d an ken darges tt w ird .

S chon o ben hob en w ir herv or w elche Un klarheit in den B ezie


hu nd er ägy ptis chen G ötter
gen u n terein an der herrs cht u n d w ie w en ig
s ich die ein z eln en G e s tal ten de s Pan theon s v on ein an der a bhe ben . Diese
U n klarheit, w elche bereits in alte r Zeit herrs chte brachte die Pries ter
s chon frühe au f den Gedan k en w en igs ten s di e Hau ptgotth eiten in ein
S ys tem z u s am m e n z u fas s en D ie s s chah in v ers chi eden en Götterkreis en ,
.
ge

w elche au s ein er w ech se n l den An za hl v on Gottheite n gew öhn lich


w e rden t bes tan de n d w elc he m an u n ter ein e m m i
n eu n gen a n n u n ge e n

s am en G es ichts pu n ktc zu verein igen s u chte Etw as an ders is t das S ystem ,


w elche s Herodot p tis che Religion
üb er di e altägy u h erliefert I n di e .

s em folg en ein an d er chron ologisch di e Götter in drei Kreis en zu acht ,

zw olf u n d ein e r u n an .
g g
e e ben e n A n z ahl v o n G es tal te n als Kön i e w i e den n
g ,

üb erha u p t die Au ffas s u n g der äg ypti s chen G ötter als Kön ige des Lan des
ein e im Al tertu m e w eit verbreitete w ar Au ch Man etho lie fs die
G ötter hin ter ein an der in Ägypten regieren u n d b erei ts in d em de r
18 .Dyn a s tie en ts tamm en d en T u rin er Kön igs papyru s fin den w ir di e
Götter u n d hin ter den s elben ein en Teil der heiligen Tiere in chron o
logis cher Folge au fgezählt I n an derer Weis e fafste m an ei n z eln e
.

Gottheiten w ie w ir s ahen zu Triaden z u s amm en man verein igte die


Gotter der E lem en te in Gru ppen von vier beziehen tlich acht (im m er
ein m än n li ches u n d ein w eibliches Wes en ) Ges tal te n u s f . . .

Kein em ein zigen dies er zahlrei chen S ys te me w elche s ich u n ter


ein an der oft gerad ezu w id ers prechen g el an g es a llge m e in er e G ültigke i t , ,

u n d bleiben d ee An sehen bei dem Volke u n d der Prie s ters chaft zu ge


w i n n en S o w u chs den n die Un klarheit der ägyp ti s chen Religion bei
.

der s tetigen E in fii hru n g n eu er Götterges tal ten imm er m ehr u n d m ehr


u n d w ard fas t u n en tw irrbar I n dies er Un vers tän dlichkeit des gan z en
.

Religion s s ys tem es haben w ir gew i fs den Hau p tgru n d der Ers chein u n g
zu s u chen da fs der ägyp tis che Glau be be i dem Au ftreten de s C hriefen
,

1 ) Vgl L
ep s iu s ,
. ber den U ers ten agyp tis ch en G o tterkreis , B erlin 1 85 2 .

2 ) I I , 1 45 Vgl dazu B u n
. . s en ,
Ägypte n s S telle I , S 433 fi .ep s iu s , hro n ol
'

. L C .
,

S . 25 2 6 .

3 ) S o ged en kt d er S cholias t zu H om er A . 5 2 1 der Regieru n g d es H ep h äs tos


(P tah ) u n d zu Z 42 9 der des H elios (Ra) u
. . s. f.
Wertes Kapitel .

Ku n s t u n d Wi s s en s c h a f t.

12 .

Di e Ku n s t .

D ie ägyptis che Ku n s t is t 1
s ow eit w ir es verfolgen k on n en ein e

au tochth on e, u n d ein e B e ein flu s s u g d e rs elben


n v on au fs en her is t v or

der Ptolem äerzeit n icht n achw eis b ar w ie


j a au ch chr on ologi s ch dies e
Ku n st w e it höher hin au freicht als di e m es opotam is che oder
gar die
klas s is che Ku n st . W ie ü berall, w ar au ch in Ägyp ten di e Urku n et die
Ar c h i tek tu r au s w elcher s i ch n ach u n d n ach die an deren Kün s te
en tw i ck elten . D ie älte s ten u n s e rhalten en ägy tis chen p Bau w erk e sin d
di e Pyram iden kün s tliche au s Qu ad ern au fgehäu fte Berge in w elchen
, , ,

Gän ge u n d Kamm ern lagen die in s i ch di e Lei che de s Erbau ers der ,

Pyrami de barge n D ie Exis ten z di eser Pyrami den s etzt bereits ge n au e


.

s tatis ch e Ke n n tn i s s e b ei ihr en Erbau ern vorau s da die Mas s en w elche , ,

z u r Verw e n d u n k m m d ft be chr än k te w aren m n i cht


g o en u r e n s w en n ,
an ,

Gefahr lau fen w ollte di e Gän ge zerpre fs t zu s ehen D afs m an s ich .

die s er Gefahr be w u fs t w ar u n d ihr z u be gegn en s u ch te bew e is t v or


allem die An la e v on E n tlas tu n eräu m en ü b er d er Grabk amm er der
g g
g rö fs ten P ram ide v on
y G iz eh D ie Z ahl d er P ram i den
y . w ar e in e s ehr

g ro fs e ve,
rm u tli ch bes afs
j e d er K ön i
g ein e e i en e
g g röfs ere w ähr en d für ,

s ein e n ächs ten Famili en m itgliede r ein ze ln e klein ere in der N ähe des
k ön i gli chen Bau es an ge legt w u r den . Ziem li ch gle i chzeiti
g m i t d en

1) Altere Litteratu r b ei J ol ow i cz , Nr . 2 44 7 — 25 3 4 .

3 3 74 3 408 . Vgl . fe rn er

Pi H is toire de P ar t E gyptien ,
r s s e, P ari s 1 87 9 . G P . errot u n d Ch Chip i
. ez , G e s ch .

d er Ku n s t im Al tertu m e D eu ts ch . von P i ets chm an n ,


L e ip zi g 1 882 L . . v . S yb el,
Kri tik d es ägyptis ch en Orn am en tea, Ma rbu rg 1 883 .
5 12 . D ie K u n st .
57

Pyr am i d en ,
d h gle i ch . b e im . B e g in n e d er ä
gy p ti s ch e n G e s chi c ht e tr e te n

Fe ls e n
gräbe r au f,
H öhl e n ,
w elch e in ih ren arc hi te k to n i s ch e n V e rz i e ru n
g e n

zu m T eil d en Holz bau gen au n ac ahm e nh . S o fin den w ir u ralte G rä


be r, d e ren De cke so au s
ge m ei s e lt w orde n is t dafs es den An s ch ei n

ge w in n t, als w äre di es elbe au s P alm en s täm m en e bildet w orden Die


g .

Pfe ile r am E in g an ge der Gräber s in d u rs prün glich vi ere ckig u n d


s ch w e rfällig s päter w erde n ihr e E ck en m e hr u n d m ehr abgearbe ite t
u n d so en ts tehen die bek an n ten u n k an elli erten pr o to d ori s ch en S äu len ,

w el ch e an de n Ein gän gen der au s der Zeit der 1 2 D yn as tie s tamm en


.

de n G räbem v on Be n iha s s an Verw en du n g g e fu n de n h ab en


1
V o n .

T em pe ln de s alten Rei che s is t u n s n u r der bei der grofs en S phi n x


liege n d e erhalte n , e in B au au s u n
geh e u em Qu adern w elche ohn e M örtel

so fe s t au fein an dergefügt w orden s in d dafs es u n m ögli ch w ir d e in

M es s er die F u gs tell en
in d er S tein e e in z u s chi e b en . Mehr Tem pelan
lagen s in d u n s au s dem n eu en Re iche erhalten e b en s o w ie au s der
Pto lem äerzeit . D as Prin zip der B au w erke is t dab ei m it w en i gen Ab
w ei ch u n
ge n e in
g lei chartige s D i e . Zu gan gs s trafs e zu de m T e m p el
w i rd re chts u n d lin ks ein ge fafs t von ru h e n d e n S phin xe n d en heil igen
Tiere n des Gottes dem das Heiligtu m galt Dies elben führten bis z u
,
.

d em Pylon dem fes tu n gs arti gen s chw eren E in gan gs thore de s T em pels ,

s elb s t Vor di ese m erh oben si ch paarw ei s e au fges tt


. bal d Obelis ken ,

ba ld S tatu en des Erb au ers als We ihge s chen k für di e Gottheit fas t
re elm äfs ig abe r vier Fahn en s tan gen an d ere n S pitz en b ei fes tli ch en
g
G e legen h eite n bu n te Wim pe ln flatterten D er Pylon se lbs t w ar m eis t .
,

w i e alle T eil e d es T em p els m i t S k u l p tu re n be de ckt Au f s e in e


gan z en ,

Zin n e n gelan gte m an e ben so w i e au f d as Dach d es T e m p els


,
v er ,

m i ttels t T re ppen w elche in den Mau ern an gelegt w aren ; au fs e r di e s en


,

Tre ppe n en thi elt der Pylon zu w eilen m ehrere S tockw erke m i t Kam m ern
fii r di e T em peldi en ers chaft ge w öhn li ch aber w ar derselbe s on s t
g an z

m a s s iv gearbeitet . Hierin u n d in der n ac h o ben z u erfolgten Ab


s ch räg u n g aller Au fse n w än de li e gt ein er der Hau ptgrün de der F e s tig
k ei t u n d Dau erhafti ke it die s er P lon en an la e n
g y g A u f den P ylon f o lg t .

m e is t e in offe n er H of, w elcher re chts u n d lin k s v on e in em S äu le n gan ge


begren z t w ir d u n d du r ch den au ch in de r Mitte zu w eilen ein e S äu len

s tra fes führt ; der H of w ir d a bge s chl os s e n du rch e in en zw ei ten Pylon .

Du rch di es en gelan gt man in ein en hypos tylen gedeckten S aal w elcher n u r , ,

du r ch ü be r den S äu le n an ge brachte Fen s ter erhellt halbdu n kel ge w es en ,

1) L e p s iu s , Su r l

ordre d es colon n es -

p il i e rs en Egyp t e, in An n . de l I n s t

. de
C o rr . arch de Rom e I X, 1 83 8
. . Ub e r ein i ge ägyptis ch e K u n s tform en in Ab b der .

B ed iu er —
Akad 1 87 1 S 1 26 ,
. . .
58 I . B u ch . 4 Ka p ite l
. .

s ein m u fs Von dem H yp os tyl fii hr t ein e T hür zu dem S an ktu ar, in des se n
.

Mitte s i ch der Nao s m i t de m hei ligen G ött9 rbilde o der dem heilige n
Ti ere erhob . U m das S an ktu ar he ru m li egen za hlr eiche klein e Zim m er ,

bes tim m t die Gottheiten ihre Barken


T e m pelgeräte di e Kl eider de r
u n d S chätz e au fz u n ehm en Wohn u n g en fii r di e Pries ter gab es au fs er
.

i m ers ten Pylon in den Räu m en des eigen tlichen Tem pels n icht Dies e .

lage n in s ein er Nähe D er gan ze Tem pel w ar in ziem li cher E n t


.

fern u n g u m geb en von ein er Um fas s u n gs m au er in deren Bereich m an


du rch m on u m en tale T he re oder au ch Pylon en gelan g te In n erhalb der .

s elben b e fan den s ich die s on s t z u m T em e l h örig en B li chk ei te n


p ge a u ,

klein ere Kapellen fii r ein z eln e Go tthei ten Wohn u n ge n fii r di e Pri e s te r ,

u n d zu w eilen w ohl au ch fii r di e Kön i ge heili ge S ee en u n d Hain e ,

S chu lge bäu de u s f s o dafs s i ch au f di ese m Rau m s e in e volls tän d ige


. . .

S ta dt erhob D er Gru n dplan de s ägy p tis che n T em pels i s t fa s t im m er


.

der gleiche gew es en der Ha u ptu n ters chi ed d er ein zeln e n Bau ten beru ht
,

in d er An ord n u n d er Räu m e u m das S an ktu ar ; zu w eil e n fin den s i ch


g
in n er halb d er e rs te n Höfe klein ere Kamm ern w ie in Edfu fiir di e
Bibli othek d d as Rein igu n gs z im m er d es Kön igs ; in an deren
u n Tem peln
s tehen klein ere B au li chk e iten ob en au f dem Dache w ieder in an deren
fin d en s ich Krypte n u n ter den in n eren An lagen ; en dlich
au s ge de hn te
w ar d bei ei n igen die Z ahl der Hofe verm ehrt ; das Gru n ds chem a j e doch
w u rde n ie verlas s en Von Profan bau te n au s d em ägyp tis che n
Alte rtu m s i s t u n s fas t n ichts erhalten Wie di e Texte lehren pflegt e .

m an dies elbe n au s H olz od er Nilz iegeln in gan z leichte r Form au fzu


fithren u n d s o s in d die Paläs te u n d Häu s er der ägyp ti s che n Herrscher
,

u n d G rofs e n in s ge sam t zu gru n d e gegan gen Übrig geblieben sin d von .

ihn en n u r grofse S chu tthau fe n au s T hon u n d Z1ege lbru chs tu cken deren
S telle den O rt an deu te t an w elchem si ch e in s t Ägyp ten s blühen de ,

S tädte erhob en .

An die Architektu r s chliefs t s ich in Ag yp ten volls tän di g die


S k u l p t u r an Dies e bli eb m it d er Ar chitektu r au s der s ie sich
.

en tw i ck elt hatte fes t verbu n den D ie S tatu en w u rden p aarw eis e vor .

den T e m pelein gän ge n au fge s te llt an de re lehn ten an den P feilern der
Heiligtüm er ohn e j em als zu Karyatiden im gri echis chen S in n e zu w er

1) Qu a tremére, D e l arch itectu



re Egypti en n e P aris 1 80 3 . W ilkin m n Archi
tectu re o f an cien t Egypt ( m it Atlas ), R o m u n d L on don 1 85 0 . G . E rbkam Über
di e G ra b er u n d T mp l e e d er alten Agyp ter D u B arry de Merval ,
. tu des s u r E
l

archite ctu re Egyp ti en n e , 1 8 73 . Adam y Archi tekton ik d es orien ta l is ch en Alter
t u me, S . 1 22 — 21 1 , H an n over 1 883 .

2 ) S oldi, La s culp tn re Egypti en n e P ari s 1 87 7 . Du ran ty P rom en a des au

L ou vre , in Ga zett e d es B eau -


arts , 1 8 7 9 März .
5 12 . D ie K u n st .
59

de n u n d b
sel s t di e Pfeiler zu ers e tzen . S elbs t w en n die S tatu en ein z eln

s tan de n so s u chte m an di e darges te ll te n Ges talten doch w en igs te n s

du rch An lehn u n g d ers e lb en an e in en Pfeiler od er O be lis ken , o de r du rch

s tark e Be ton u n g ihre s S tu hles u n d de r Bas i s zu r ,


Archi tektu r in ein e

in n ere Verbin du n g zu s e tz en . Diese r E in fiu fs d er Architektu r au f di e


Pla s tik i
g gn so w ei t, d afs ma n di e S tatu en n ach e in em m athem ati s ch
k on s tru i erten fe s te n Kan on
Prop ortion en au s führte n ach ein em
de r
Kan on w elcher obw ohl er dreim al leich te Verän deru n gen erfu hr doch
, , ,

im grofs en u n d gan ze n w ähr en d de s gan z en Verlau fes der ägypti s chen


Ges chichte fortbes tan d E r i s t di e Urs ache da fs alle S ta tu en in
.

Ägypten ein so s teifes s tere otype s Au s s ehen erhalten ; m an fühl t s elbs t


,

den e n deren techn i s ch e Vollen du n g absolu t tadellos is t an


,
dafs s ie
kün s tli ch k on s tru i erte Ges ta lte n kein e Abbilder des w i rklichen L eben s ,

s in d . Ein e Au s n ahm e von di es e m s tren gen An lehn en an die Architek


tu r m ach en ge rad e die ältes te n ägyp tis chen Mon u m en te w elche w ir be ,

s itz e n di e der 4 bi s 6 Dyn as tie en ts tam m en den


. . Hier haben w i r .

fas t volls tän dig n atu rali s tis che S ta tu en ohn e archi tekton is che n Z u s atz in
s chr ei te n d er u n d h ocken de r S tellu n g ; au s gepräg te v on
j e d e m K an on

freie P orträtk öpfe au fw rdem aber u n d das i s t das In te res san te s te ,

S tatu en in freie r Be w egu n g Frau en w elche Wäs ch e ein s tam pfen


,
oder

Brot kn eten Dars tellu n gen deren Wied ergabe s päte r u n ter dem hi era
, ,

tis ch en Zw an ge des Kan on e u n m ögli ch gew orden is t D a au ßerdem .

w ähr en d dess e lben Ze itrau m es die Te chn i k in der Behan dlu n g de r


härtes ten Ges tein e u n d di e S orgfalt der Au s führu n g der ein ze ln en
Ar beiten ein e hochen tw i ckelte w ar so bilde t di e Ku n s t des alten
Rei ch es in Agypten im allgem ein en ein e höhere Blü teperi ode der Ku n s t
en tw i ckelu n g überhau pt als di e des n eu e n Reich es ,
D as k ün s tleri s che .

Wis se n u n d Kön n en d er alten Ägypter hat in den Zeite n der Wirren


der 7 bis 1 1 Dyn as tie ein en bedeu ten den Rückschritt ge m ach t
. . We n n .

s i ch s päte r au ch u n ter den theban i s chen D yn as tieen di e Techn ik w ie der


hob u n d die S orgfal t der Arb ei t ein e gröfs ere w ard s o w u rde doch
ers t u n ter d en P s am m eti chide n der 2 6 Dyn as tie vi ellei cht u n ter d em .

de r G riechen im Nilthale s i ch en tw i ckelte, der Vers u ch gem a ch t, so w eit

es in n erhalb der Gren zen des Kan on s m öglich w ar der Ku n s t m ehr


Lebe n s w ahrheit ,
m e hr Natürli chk eit zu ge be n .

Au ch di e M a l e r e i is t von der Ar chitektu r beein fiu fs t, die F igu r en


w erd en n ach b es timm te n Re ge ln k on s tru iert, n i cht n ach d er Na tu r ge

ze ichn et u n d erhalten dah er ein s teife s u n b ew egte s Au s s ehen Man .

legte v or allem Gew i cht au f di e Be ton u n g charakte ris ti s cher Ein z elheite n ,
w elche e s e rm ögli chen
,
s oll ten , das Darges tellte z u erk en n e n Hieru n ter .
60 1 B u ch
. . 4 Kap itel
. .

m u fs te n atu r lich di e L ebe n s w ahr heit der Bilder leiden u n d di e s e m ehr


zu ei n er i deographi s chen S chrift w e rde n als dafs s ie ein w irkli che s

Ab bild d e s L eb e n s hätten ble iben k ön n en . Verkürzu n gen w u rden in


den Dars tellu n gen n i cht an gebracht obw ohl die P empektive den
Ägyptern n i cht u n bekan n t geblieben i s t S o ze igen u n s z B di e B il . . .

d er de s erotis ch en P apyru s z u T u ri n n eb en lebhaften B ew egu n ge n u n d


g rot e s k en Verz eichn u n
ge n de u tli ch e S p u ren ei n e r rich ti en
g e
p p
rs e k ti
vis chen An s icht H in terein an ders tehen de Gegen s tä n de w u rden in de n
.

Bildern über ein an der gez ei chn e t j edes Din g n ahm m an von s ein er
Hau ptan s i cht au s au f S o s ieht m an bei den m en s chlichen Figu re n
.

den Kopf im Profil das Au ge abe r en face ; die B ru s t is t en face ge


,

n om m en w ähr e n d der L eib


,
di e Arm e di e m än n lich e w ie di e w eib
, ,

liche Bru s t u n d di e B ein e im Pr ofil ge sehen s in d di e Hän de w erden


s o gez ei ch n e t d afs alle Fin ge r s i chtb ar w erd en 11
,
s f Damit hän gt . . .

es z u s amm e n d afs m an die w i chtigs ten Pers ön l i chk eite n bes on ders b e
,

ton te ; s o w ir d der Kön ig regelm äfs ig w eit gröfs er darge s te llt als s e in e
Begleiter u n d Fein de mit i hm w u r den s ein e Pferd e u n d s ein Wagen
,

v e rgröfs e rt Hi erdu rch erhalten di e ägyptis chen Dars tellu n gen ein
.

fie m dartige s G epräge b ie te n abe r dafür de n Vorteil ein er gre fs en Ve r


,

s tän dlich ke it w el ch e es erm ogli ch t


,
den S in n de s Gan z en ohn e Müh e
zu erfa s s e n D a s Kün s tleris che d er Dars tellu n g trat hi n ter di es er Klar
.

heit des G e dan k en au s dru ckes vollk omm en z u rü ck In den Dars tellu n ge n .

se he n w ir b e s o n de rs Figu ren in den vers chieden s ten S te llu n gen u n d


L age n au ch fin den sich gro fs e figu r en reichc Kom pos ition en be s on de rs
, ,

in den S chla chtgem äl den au s der Z eit der gro fs en Er oberer im n eu e n


Reich . I m Ve rhältn i s z u de r Fi g u r e n darétellu n g trat di e der Lan d
s ch aft s e hr in de n H in tergru n d au ch Abb ildu n gen v on archi tek ton i s chen,

Gegen s tän den v on Tem peln u n d Häu s ern s in d s ehr s elten


,
1
.

D ie Bilder w u rden en tw e de r dir ekt au f di e vorher m i t S tu ck be


de ckte u n d ge glätte te Wan d au fgetrage n oder s ie w u rden u n d di e s is t ,

der ge w öhn li chs te Fall, ers t in Relief au s gear beitet u n d dan n mi t Farb e

bed eckt Un bemalte Reliefdars tellu n gen s in d sehr


. selte n . D as Re lie f
i s t m eis t ei n vertieftes pä terer Zeit tritt au ch
,
n u r s elte n ,
b eso n ders in s

das Hau treli ef in gröfearer Au s de hn u n g au f den Mon u m en ten au f .

Als Farbe n verw en dete m an di e s ie be n G ru n dfarben (Rot Gelb Gr ün , , ,

Blau Brau n Weifa S chw arz ) ohn e di eselben zu mis chen oder abz u
, , ,

s tu fen ; u m s o m ehr achtete m an darau f ei n e ge w i ss e Harm on i e de r ,

Färbu n g z u gew in n en da son s t bei dem Fehlen v on Abs tu fu n gen in


,

1 ) K \Voerman . n ,
D ie L an ds ch aft i n der Ku n s t d er al ten V olk er , Mu n ch en

1 8 76, S .

1 9 35 .
5 12 . D ie K u n s t. 01

d en e in z e ln e n T on en grofs e Härten hätten en ts tehen mu s s en . Als


Fa r b e des Gru n des au f dem m an m alte, w ählte m an m eis t e in helles
Grau od er Gelb ; doch fin den s i ch au ch
gan z w e ifse Hin tergru n de . D ie
Farben w aren alle m in erali s che u n d w u rd en s ehr di ck fge tragen
au

hie rau f b eru ht es , dafs s ie di e Jahrhu n derte in so v ollk omm en er Weise

ü be rd au er t habe n u n d dafs ein ze ln e T e m p el u n d Gräber n o ch


j etz t

ihre n fas t u n bes chädi gte n F arben s chm u ck z ei


g
en . Zu m S chreiben au f
Papyru s bedien te man s ich ein er s chw arze n Tu s che ; w o au f dies em
Malere ien au ftreten w as be s on ders in T oten büche m n icht s elten is t ,

h ab en di e s elben F arb en w ie au f den Mon u m en ten Verw en du n g ge


f1m den Von der Architek tu r s ich b ei z u m achen
. hat di e ägyptis che
Male rei n i e verm ocht Tafelbilder w erden n ie erw ähn t u n d haben au ch
,

w o h l k au m bes tan den


D ie groM en ge v on D en km älem
fse v on B au ten S tatu en u n d
w e lch e e tz t vorliege n z w in di e alte An s i cht,
Reli efs , j gen u n s , n ach

w e c l her m an die ägyptis che Ku n s t als ei n rein e s H an dw erk b etrachte te ,

au fzu ge ben E s z eigen s ich in ders e lbe n w irklich k ün s tleri s che Regu n gen
u n d Be s tre bu n gen Wen n aber s o das Bes tehen ein er ägyptis chen
.

Ku n st als fe s ts tehen d be trachtet w e rd en ka n n so is t das B es tehen


p
ägy tisch er K ün s tler ein e an dere Frage D as s tarre Fes thalte n an .

dem althergebrachte n Kan on da s s te te Wie derholen ders e lben Mo


d elle d ie im m er w iederk ehre n de Gleichhe it der Ged an ken u n d Au f
fas s u n g en m u fs ten den ein z eln e n Kün s tler zu ein em Han dw erker
herab w ürdi gen u n d j e de in d ividu ell e Leis tu n g verhin d ern E s s in d .

u n s zw ar w ie bes on ders Bru gs ch


,
hervorgehoben hat di e Nam en z ahl ,

rei cher S te i n m etz en u n d M aler b ek an n t ; abe r die s b ew eis t eben s o w en ig

d ere n Kü n s tlers ch aft, als die s du r ch die e rhalte n e n Nam en an dere r


Han dw erker ge s chi eht . D ie B edin gu n g, w elche w ir an ein e n w ahre n

Ku n s t er l s tell en m üs se n d afs er es ve rs tehe Werke zu s chaffen ,

w e lc he d en S te m pel s e in er In divi du alität ,


s ein e s G eis te s trage n di e se
Bedi n gu n g erfii llt k ein er der ägyp tis che n ähren d gerad e h ie rau f die
w

G rö fse der grie chi s chen u n d m i ttelalterli chen Kün s tler b eru ht D er .

1 ) D ie n i ch t s elte n en kau s tiach au f H ol z gemalten K o p fe von Vers torben en ,


w el c he dem K op fen de v on
s i ch an H olzs ärgen fin d en , s tamm en in s ges am t au s
n ach ch ris tlich m Zeit , geh ören als o m eh r d er griechis ch en als der ägyp ti s ch en
Ku n s t an Vgl fii r s ie L edrain ,
. aze tte arch éolog i u e
. G q 1 8 77 , p —
1 31 1 3 7
. .

Vgl a a. . . O .
p . 48 u . 2 14 . Aris toteles , F rg . 25 7 ( M u l ler II , p
1 82 ) l.äfs t
die Ma lerei zw ar in Agypten en td eckt w erd en aber von e in em Lyd er Namen s

Gyg es .

2) G e s chi chte Agyp te n s, S . 1 70 ti


.
62 1 . B u ch . 4 Kap itel
. .

S chem atis m u s w elcher das gan ze ägyptis che We sen beherrs cht trat
S chrofi heit zu tage u n d au ch
'

hi er in sein er gan ze n w en n im grofs e n


u n d gan ze n s ich bal d Forts ch ritte bald Rücksc hritte im k ün s tleris chen
Kön n en zeige n ,
i
g g
n so
e n d i ese n i ch t vo n E in z eln e n s i e i
g g n e n v o n

der Ges am theit ,


v on d er Ric h tu n g d e r e i t au s ; d e r Ein z e ln e ve Z
rs u c hte
e e n über s ein e e n z u r G eltu n
es

So
n i cht, die se r
g g n s chau u n
g
A
k omm t e s de n n au ch, dafs w ir in Ägyp ten kein Ku n s tw erk fin den ,
g z u br in
g e n .

d es s en En ts teh u n g an ein en Kün s tlern am en gekn üpft . w äre , w eil e ben

T au s en de, m it de n n ötigen techn i s chen Vorken n tn i s s en au s e r üs tet, n ach


g
d em fes ts tehen den S chem a das s elbe hätten leis ten k ön n en . Trotz de s
u n leu gbaren Vorhan d en sein s e in er hochen tw i ckelten Ku n s t in Agyp ten
b e s dort k ein e Kün s tler, d hi erin liegt der Gru n d der s tereotypen
ga u n

Ahn lichk eit w e lchen alle u n s au s d em ägyptis chen Alte rtu m s über
komm en en Werke an s ich tr agen u n d w elche ihn en e in s o s tarre s , v er

s tein erte s , leblos es An sehen g ieb t .

13 .

W is s en s ch aft .

Von den w i ss e n s chaftli chen Bes tre bu n


gen u n d Ken n tn is sen der
alten Ägyp ter, w e lch e v on den klas sis chen Au toren oft rühm en d her
v orgehoben w erden erfahren w ir du rch die l tägypfis chen
a Den k m äl er
n u r w en ig . D ie Texte
Agyp te n der w is s en s chaft
ze i
gen u n s, dafs in
lich gebildete Man n , der S chrei ber (an ) ein e hoh e S tellu n g im S taa te
ebe n so w i e im Pri vatlebe n e in n ahm S ein L os w ird i n m ehreren P a
pyrie hoch ge pries en u n d s ogar i n der kriege ris chen Zeit der 1 9 D y .

n as ti e als w eit an gen ehm er u n d em pfehlen s w erter dar es tellt , als d


g as

der O ffizi ere . E s be s tan den g r ofes Gelehrten s ch u le n w elch e in Ver


bin du n g mi t den Tem peln s ta n d en d
P ries tem geleite t w u rden ;
u n v on

es w u rden in den se lben , w ie s chein t, Prüfu n en ü ber di e Befähigu n


es
g g
u n d di e Ken n tn is s e der S ch ül er ab
g eh alten . Über di e in n ere Orga
n i sation di es er S ch u len j edoch u n d ü ber di e in d en se lb en zu r B e han d
lu k mm n den G e en s tän de d i n i e n d s u n terri ch tet, k ön n en
g no e g ,
w e r en w r r
g
daher au ch n i ch t verfolgen ob u n d in w i ew ei t di e Ein ri chtu n g de r

1 ) D afs di es e Ken n tn i s s e w irklich so g rofs g ew es e n w aren , bezw eifelt b ereits


L etron n e, Oe u vres ch oi s ies
p I, 1 . . 293 .

2) D ie hi erau f bezüglich en P ap yru s an gaben fin den s i ch am volls tän fi g s ten


bei L
au th , M ün ch en er S itz u n g s bcr , l
hi os hi st K l — . P
1 872 , S 29 88 ges amm e lt ; .
-
. . .

d ie Übers etz u n g am b es ten bei Mas p ero , D u gen re ép is tolaire , P aris 1 8 73 .


64 1 . B u ch . 4 Kap itel
. .

e in en P apyru s n ichts S ich ere s en tn ehm e n li e fs e . D ies is t u m so w a r h


s ch ein li cher, als An lage der
zu r T em p el u n d zu r Erri chtu n g ihr e r S äu l en
em e ge w is s e S u m m e s tati scher Ken n tn is se u n d m athem atis cher Re ch
n u n
g ksu n de v orhan d en
ge w e s en s e in m u ss ; o hn e ein e s olch e w äre

n i cht m ögli ch ge w es en ofs artige Mas s e n au fein an d erzu han fe n


es so
g r .

F ür di e s e Ken n tn i s s e läfs t s i ch
j ed o ch, w ie b em erkt ,
au s de n Texten
b is her kein dire kter B ew eis b eib ri n gen .

B e s s er als ü ber d ies e the oreti s ch m athe m atis chen Ken n tn i s s e d er


Agypter s in d w ir über ihre prak ti s ch en u n terri chtet u n d ke n n en du rch
z ahlrei che m on u m en tale An gaben w elche s i ch w e chs e lse iti
g e r än z e n
g
u n d k on trollieren das ägyp ti s che Mafs u n d Gew ichts s ys tem in s e hr
e in e hen der Weis e d er ä pfür
tis chen Ge s chi chte,
alle Perioden w o be i
g gy
e s b em erk en sw ert is t, w i e w en i g d as s elbe trotz d er lan gen Dau er se in e r

An w en du n g ein em W echs el u n te rw orfen gew e sen i s t

b . As tron om i e u n d C h ron ol ogi e .

In
'

e in e r n och u n
g ün s ti e re n
g L age al s bei der B etrachtu n
g d er

M athem atik bei der d er ägyp ti s chen As tro n omi e


befin den w ir u n s . Au ch
hier liegen z ahlreiche Z eu gn is s e gri echis ch er S chrifts te ller v or w elche
au f e in e gen au e B eo b acht1m g de s S tem h im m els im Nilthale bereits in
früh er Zeit hin w ei s e n w en n au ch im all
g em e i n e n di e Babylon ier als

die Erfin der d er As tron omi e zu


g elte n fle
p g e n Alle gen au ere n
. Z eu g
n is se s tam m en
j ed o ch au s so
j u n ger Z e it d afs s i ch au s ihn en n ich t
m ehr er s e h e n läfs t w elche d er v on ihn en an
ge fii hr ten En tde ck u n gen
w irkli ch d en alten Ägyptern w e che l vi elm ehr d en Griechen o de r
Al ex an drin em z u zu s c hreiben s in d . Altägyp tis che Doku m en te u be r
As tron om ie fehlen völlig ,
n u r e in e Reihe von Li s ten v on S tem au fgän gen
is t u n s in ei n ige n der Kön igs gräbe r z u Theben au s d er Z eit d er
Ram e s s iden erh alte n ge b li e be n D i ese lb e n b.e w e i s e n dafs m an bereits

1) L etto n n e , Rech erch es criti q u es les frag d H eron d Alexan drie ou d u


su r .
’ ’

s ys t em e m étri q u e égyp ti en . Ch ab as , R ech erch es s u r les p oid e, m e s u res e t m on n ai e s


de s an cien s E gypti en s, P aris 1 877 . M p s iu s, D ie altä gyp tis ch e Ell e u n d ih re E in
te il u g,
n B e rli n 1 8 65 B arto lo tti D el
.
p rim itiv o u b ito g i zi o e d e i s u o i rap p o r ti C E
call s altre u n i ta d i Mis u re e di es o eg iz ian e e s tran i ere 2 vol P Moden a .


1 8 78 1 8 7 9 . C
habas , D éterm in ati on m étri u e de deu x m es u res gyp t d e a p aci t é ,q E . C
P aris 1 867 Au rés , Metrologie égyp ti en n e , I Mes u res d e
. ap acité , Nim es 1 880 . C .

E i s en loh r Egypti an m eas u res from th e m ath . P ap yru s , in T rübn ers O ie r n t al


R ecord, L on don 1 8 74 . R u lts ch , G rie ch . u n d röm . Metrologie ( 2 Au.fl .
) S . 349 ff .

2) Ei n e ein geh e n de B eh an dlu gn d e r au f ägyp tis ch e As tro n omi e u n d h ron o C


l ogie b ez ügli ch en An gab en d er Kl as s iker u n d Mon u m en te en th ält d as g ru n dlegen de

L
W erk von e ps iu s , D ie hron ologie d er C alte n Ägyp te r, B erlin 1 849 .
g 13 . W is s en s chaft .
es

d am als B e o bach tu ng en des S te rn him m e ls an z u s tellen fle


p g te u n d di es e
Beobach t u n ge n n o ti erte . Au s di e s e n re in prak ti s ch e n as tron om i s che n

Notize n dürfen w ir j e do ch n i cht s c hli e fs en , da fs au ch di e theore tis chen


Ken n tn i s s e de r Ägypter au f di e s e m Ge biete bereits dam als w e iter fort
g es c hri tten w are n . Hierüber irgen d w elche s Urteil au szu s prechen ,
v er

bie te t das m an geln de zeitgen öss i s che Material .

A u ch dar über s in d w ir n i cht u n te rrichte t, ob di e As tr ologie, w elch e

in d en s päteren Qu ell en w erken au c h in Ägyp ten e in e so gro fs e Rolle


s pie lt, zu r As tron omi e in ein er in n igen Be ziehu n g s tan d u n d w e c l her
Art diese As trologie ü be rha u pt w ar . Übe r d ie s e Frage n kön n te n ers t

n e u e Qu e llen fu n d e w irkli che s L ich t verbreiten .

Be s on ders u n gu n s ti
g w i rd di e s e Un ken n tn is der ägyp tis che n As tro
n om i e fii r de n H i s to rik er dadu r ch, dafs s ie l i h in e U n k en n tn i s
zu g e c e

d e r ägyp ti s chen Chron ologie u n d ihrer g ru n dlege n de n G edan ken be

D ie Datieru n g der ägyptis chen In s chrifte n u n d Urku n de n er

folgt n ach Regie ru n s a hrs n


gj d er e in z e ln en ,
b e i d er Ab fas s u n
g d e s b e

tre ffe n den Textes au f d em T hr on e s itze n d en Kön ige Dabei w ard .

d as m it Tho th be gin n en de bürge rli che Jahr des Re


de m ers ten

g ier u n
gs an tritte s d es H e rrs c he rs als v oll g ere ch n e t au ch in d e m
Falle da fs der Herrs cher ers t im Verlau fe des Jahres den T hron be
,

s tie g . In folge di es er S itte fällt im allgem e in en das letzte Jahr ein es


Kön igs z u s am m en m it dem ers ten Jahre s ein es Nachfolgers u n d
e s k an n v ork om m en dafs w ir v on ei n e m He rrs cher M on u m en te be
s i tze n w elche d as
,
Datu m de s z w e iten Jahre s di ese s Kön i gs tragen
u n d da fs d ie s er n ichts de s to w en iger n u r w en i e T a e di R i
g g e e
g e ru n g
fii hrte D ie s e r Fall m u fs te e in treten
. w en n ein Herrs cher am En de
e i n es Kalen derj ahres au f d en Thro n k am u n d bereits am An fan gs
d es n ächs te n s tarb . E m an n te de r K ön ig w ähren d se in e r Regieru n g
Mi tregen ten ,
so fu hr er s e lbs t n ach se in en Jahren z u datieren
fort , w ähre n d d e r Mitre gen t m it dem Jahre s ei n er Erheb u n g s e in e

Jahrs zu zä hlen began n ; au f die s e We is e fall e n die Ja hr e v ers chi e de n er

Herrs ch er z u w e ilen au f e in Ka len derj ahr z u s amm en . Dies e Doppel


d atie ru n
g erfo lgte
j edoch n u r in de m Falle da fs der Mitregen t that
s äc hli ch an der Re gieru n g te iln ahm w ie di es beson ders in der Z e it
d er 1 2 . Dyn as tie fas t s tehen de S itte w ar, sie e rfol
gte a be r n ich t, w en n

d er T hr on folger n u r als vorherbes ti m m ter Erbe der Kr on e bereits z u


Le b z eite n s ein e s Vaters de n K ön i gs tite l m e hr als hohe Au s z ei chn u n g ,

a ls l B en en n u n ein er w irkli chen Mach ts tellu n fii hrte w i e d ie s z B


a s
g g ,
. .

Ram s e s II .
g e than hat . I n ein em s olche n Falle h atte n u r der Vater ,

a ls w ir kli ch er Kön ig, das D atieru n g s re cht .

Wi s d e 111 a 11 n p h G h i ht
Äg y ti s c e es c c e . 1 .
66 I . B u ch . 4 Kap itel
. .

D ie S chw ierigk eiten w elch e e in e s olche D atieru art, w elch e e in e


,
n
gs

z w ei
j a d re ifa che B e n en n u n
g ein u n d de s s elbe n Jahre s n ach v e rs chi e

den en Regieru n
ge n zu r F olge h abe n k an n , de r H ers tellu n g e i n er a bs o
lu te n Chron ologie en tgegen s etz en m u fe, i s t ein leu chten d . D ie se S chw i e
ri k e it m u fs te s i ch be re its im Alte rtu m s z e ige n u n d be s on d ers b em er k
g
ba r w erd en , w e n n e s s ich dar u m han delte, ein be s tim m tes älte re s D atu m
n ach s e in e r En tfern u n g v on ei n em
g g
e e b e n e n Au gen bli ck e z u b erechn e n ,
ein e Au fgabe w elche bei Mi etver trägen u n d Z in s b e1 echn u n
ge n s e hr

hau fig den Ägyp tern en tgege n treten m u fs te . Trotz die s e s Um s tan de s


h at s ic h bi s j e tz t k ein e m on m en ta le An gabe gefim de n
u ,
w elche u n s er

an z u n e hm e n die Ägy ter n eben di ese r p Bez eic


lau bte
Jahre h ihren Kon igen ein e B en en n
dafs
u n d ers e lben n ach e i n
h n u n
g d er

fes te n
n ac g er

Är a gek an n t h ätten V on d en Ä r en . deren K en n tn i s di e s


p ätere n

g i
r ec hi s chen C hron ographen den Ägyptern z u s chreiben
A u t0 1 en u n d ,

v on der S othi s der Ph ön ix der Api s P eriode hat s ich au f äl tere n ,

v or tole m äi s ch en
p M o n u m en ten b is h er k e in e S pu r n achw ei s e n la s s en .

E s i s t w ahrs chein lich dafs di e b e iden letz te re n ers t s p ätere n Bers ch


,

ih re E n ts tehu n g verdan k e n ; di e m yth ologis che B ede u tu n g d e s


n u n
g e n

Phön ix als Morgen s on n e läfs t ihn al s n icht s ehr gee ign et fiir di e B e
n en n u n
g e in er
grö fs e ren P eri ode e rs ch ein e n u n d di e En td e ck u n
g d e r

Apis S tele n hat ge ze igt d afs fii r d en Apis s tier kein e be s tim m te L eb en s


-

d au er v on 2 5 Jahren w i e m an an z u n ehm en ge n eigt w ar vorge s chrie be n


, ,

w ar . W ir ken n en eb e n s o g t h
u eil ige S tiere, w elch e kürzer, w ie s olch e,

w elch elän ger al s 2 5 Jahre als heili ge Ti ere leb ten . An ders s teht es

m it der S othis perio de . In s chrifte n z eigen u n s dafs m an bereits in


D ie ,

s eh r alter Z e it e in d oppelte s Jahr ein fe s te s von 3 6 5 } u n d ein w an


,

d elu de s von 3 65 T agen k an n te U m d ie s e b eiden J ahre s form en ,

d ere n w ech s e ln de S tellu n


g zu ein an d er s i ch s e hr bem erkbar m achen
m u fs te, m it ein an de r zu m Au sgleich brin gen zu w ar m an ge zw u n
gen ,

ein e P eriod en ein teilu n


g v on 1 4 6 0 Jahren z u r An w en du g n b rin
gezu
n .

W en n es so z ie m li c h s icher s teht dafs m an die s e S othis peri ode z u


as tron om is che n Z w e cke n , bz w . fii r d en ri chti e n
g An s atz d er ve rs ch ie
d en en Götterfes te verw en den m u fs te , so b erechtigt u n s doch n i chts an

zu n e hm en ,
dafs die s elbe dan e be n a u ch zu r Dati eru n g ge di en t habe .

W ir ken vi elm ehr kein ein z iges Den km al


n en , w elche s in di es em S in n e

de r S o this periode Erw äh n u n g thäte w ähr en d doch b ei der u n g e m e i n

1 ) Au ch die Arbeit L
th s , D ie P h o n ixp eriod e in Abb d er Mu n ch n er Ak ad
au . .

Phil Phil
os . ol . C l XV,
. 312 fl
'

v erm a
.
g e in e s olch e n i ch t n ach zu w ei s en .

2) Über die s e b eiden J ah res form en , die S othi s p eriod e u n d s ich an s ch li e fs e n de


Frage n vgl . K ru ll, S it zu n
g s b cr . der Wien er Akad X VI I . C S .

83 5 9 1 2 .
5 13 . W is s en s ch aft .
67

gr ofsen Z ahl u n s erhalte n er dati erter ägyp tis cher In s chriften das Au f
tre ten der Är a m i t G e w i fs hs it erw ar te t w erd en dürfte w en n s ie be

s tan d en hätte E s w ird ein e Ära ge w es en s ein w elche m an bei the o


reti s chen B ere chn u n gen n i cht en tbe hr en k on n te w elche dagegen für
den p raktis che n Gebrau ch n i e m als zu r Verw en du n g g e k om m e n i s t,
daher au ch für die his toris che Zeitrechn u n g n i cht in B et1 ach t komm en
kan n . Dagegen h ab en s ich ei n i ge B ei s piele v on der Verw en du n g ein er
an deren Ära g e ze i t
g ; es is t di es die des Kön igs Nu bti e in e s H errs chers ,

w e lcher de r F o rm s ei n e s Nam en s u n d s e in e r chr on ologi s che n S te llu n g


n ach der Z ei tder H yk s os an gs hofl D as . 40 0 . Jahr di es er Är a fiel
mi t de m T ode Ra m s es H Jahre

etw a z u s am m en . au s di e s em datiert
ein e zu T an is en tdeck te S tele, w e lche d as Jahr leider k ein em b e s tim m
ten R egieru gj n s ahre des Herrs chers gle i chs e tzt E s läfs t s i ch fe rn e
.r

au f Gru n d ei n er m an e thon i s chen Notiz z e ige n , dafs das 9 9 0 Jahr der .

Ära in di e Z eit de s Kön igs B o cch ori s fiel Obw ohl di e s e Ära , wie

w ir s ehen ,
fas t ein Jahrtau s en d in Ägyp ten b ekan n t w ar, hat m an do ch
v on ihr kein en w eite rgehen den Gebrau ch g e m acht u n dvers u cht di e
selbe regelm äfs ige r zu r Datieru n g v on D en km älem u n d Urku n d en zu

Die s e s Fehlen ein er fes ten ä


gyp ti s chen Ars v or allem hat die
Folge geh abt dafs m an bei den Vers u chen ,
ein e ab s o lu te a
gyp ti s ch e

Chron ologie zu
ge w in n en , fas t re elm äfs i
g g v on den Zahl e n an
g b en a der
Man e th on is chen E xze rpe n ten au s gegan g en is t u n d die An gab en der
p
ägy tis chen Mon u m en te n u r
g g
e l e en tli ch z u rate
ge zo e n
g h at . D ie
S icherheit der derart gew on n en en Res u l tate i s t fre ili ch ein e s eh r prob
lem ati sche, w ie s ch on darau s hervorgeht, da fs eigen tli ch j eder Fors cher,
w elcher s ich m it der ägy tis chen p Chron ologie b es chäftigte ei n eige n es

n e u es , v on den S ys tem en s ein er Vorgän ger ab w eichen des chro n ologi s ches

S ys tem gew on n en h at, ohn e dafs dies e s de s halb ein er s tren gen Kritik
s tan dz u halten verm ochte 3
D ie Ursachen dies er vers chi eden en Re
.

s u ltate li egen d arin dafs ein m al die M an ethon is chen Z ahlen au gabe n
bei den vers chieden en E xzerpen te n v ers chie den üb erlie fert s in d u n d
si ch n i ch t ab s ehen läfs t, w e cher l der An gab en m an im ein z eln e n Falle
den Vo rz u g zu
geb en hat . D er w ahre n Chron ologie d h den . . An

1) W iedeman n , Agypt Zeits chr . . 1 879 , S .



1 38 1 43
2) D ies elb e Ära li egt w oh l au ch der Notiz 4 M0 8 . 1 3 , 23 zu
gru n de , n ach w el

cher H e bron s i eb en J ahre vor T an is i n Ägyp ten erbau t w ord en w äre .

3) Ein e ab s chli e ßen de Zu s am m en s tellu n g u n d B earbeitu g nd es s e n , w as s i ch

au s den g ri e ch is ch en Q u ellen u n d den d am als bekan n ten ägypti s ch e n exte n für T


di e Chron ologi e gew in n en läfs t, g ab L ep s iu s Ch ron olo i e
g der Ägyp ter I , B erli n
1 849 .
68 I . B u ch 4 Kapitel
. .

g aben der Regieru n gs dau em n ach de n Mon u m en te n w iders pre chen die ,

Z ahl en alle r E x zerpe n te n w ie w ir im Verlau fe der his toris che n D ar


s tell u n s che n w e rd en , se hr h äu fi D e r zw eite Gru n d d er v ers chie
g g .

d en en An s i chte n li egt in der An n ahm e von N eb en dyn as tiee n Bereits .

B ö ckh hatte d arau f hin ge w i es en , dafs in der fals chen S othi s al s z eit
li cher Um fan g der ägyp tis chen Ges chichte 3 5 5 5 Jahre ge gebe n w u rde n ,
u n d hatt e di e se Z
ahl als e cht m an e tho n i s ch an gen om m e n ; ihm w a rd

vielfach hi erin gefolgt Mit di e s em Umfan g von 3 5 5 5 Jahre n deckte n


s ich n u n die Z
ahlen , w elche di e Man e thon i s che n E xz erpen ten fiir di e
p
ägy ti s che Ges chi chte ga b en ,
du r ch au s n i cht au s ihn en e r aben
g s ich

w eit h öhe re S u mm e n za hlen . Man n ahm d em z u folge an , Man etho h abe


in s ein e m We rk e n eben den au fe in an dcrfolgen dcn H au td
p y n as ti ecn

au ch Nebe n dyn as tie en au fgen omm en . Nach de ren Au s s c he i d u n


g w ür de
m an di e S u m m e v on 3 5 5 5 Jahren e rh al te n . D ies e Au s s cheid u g i snt
mh f e r ach in versc hi eden er We is e v ers u cht w orden
,
u n d m an h at darau f
hi n chro n ologis che S ys tem e fgebau t, de re n Be gru n du n g au f de m
au an

g e blich M an e tho n i s che n An s ä tz e be ru ht Hi s tori s ch läfs t s ich w ie


. w ir
s eh e n w e rd e n ,
an ke in er S telle n achw ei s en , d afs di e ein e oder an dere
d er D yn as ti een Man e tho s ein e Neb en dyn as ti e
ge w e s en w äre . Wo u n s

au f de n Mon u m en ten Nam en begegn en ,


w elc he de n v on Man etho u be r
li eferten ts prech e n s in d es re e lm äfs ig di e Nam en v on Reichs
en
g
k ön i ge n ; fii r die D yn a s ti e en fü r w elch e Man e tho k ein e Kön i gs n am en
a u ffü hrt, li ege n u n s m eis t z ahlr e i ch e He rrs chern am e n vor w elche w i r

z e itli ch i n di e se D yn as ti e en e in z u ordn en ha be n u n d w e lche k ein en


Ne be n k ön ige n an geh ören k ön n en , s o da fs d as in s ch riftli che Ma te ria l in
de n u n s b ekan n ten Perioden di e Au ffü hru n
g v on Ne ben dyn a s tieen
du rch Mau s tbo au s s chli e fs t . L as se n s i ch s olch e in den bek an n ten
Zeite n n irge n d s n achw e is e n ,
so dü rfe n w ir s ie au ch n i cht in de n u n

be k an n tere n an n ehm en s on dern m üs sen vers u che n di e ägyp tis che G e


s ch i chte rek on s tru iere n ohn e v on vorn here in ei n e d era rti e H
zu , g yp o

th e s e v on so g ru n dlegen der Be deu tu n g au fz u s tell e n D ie folge n d e D ar


.

s te ll u n g s oll z ei e n
g dafs e in s olche r Vers u ch m ogli ch i s t u n d da fs

n irge n ds ein e An gabe der Den km äler di e An n ahm e e in e r Ne b en dyn as ti e


fordert . O b n i cht trotzde m die Z
ahl 3 5 5 5 s ie echt m a n e th on i s ch an z u

1 ) D ie e in ge h e n dete B eh an dlu g denr F rage gab L e p s iu s Ch ro n o l , . S . 490 ff .

A hn li ch , ab er n
i ch t g en au , w ie s ch ei n t di e Man eth o ,
u elle d es D iod or, als o w oh l Q
H e katäu e, d en U
mfan g d er ägyptis ch en es chich te an
g e s etz t z u h a b en , w e n n G
s ie

die E
rb au u n
g d er g ro fs e n y ram i de e tw a 34 5 0 aPh re v C hr ( 3 40 0 a h r e v or J . . J
D iodor) s etzte F u r d ie D au er von fas t 5 000 ah ren , w elch e D iodor d er gan ze n
. J
ägypti s ch en G e s ch i ch te g i e b t ,
v
g l . L ett o n n e, Oe u vre s ch oi s ies I, l .
p . 1 3 7 s qq .
5 13 . W i s s e n s chaft . 09

se h e n is t, i s t ein e an dere F ra
g Iehre E n ts ch eidu n
.
g w ird d u r ch di e

u n volls tän dige Ü berlie feru n g des Man etho n is che n Urte x te s ers chw er t ,

l
w e c he r n i cht m ehr e rke n n e n läfs t in w iew eit Man e tho s elbs t ein e ein
,

fach e Au fz ähl u n g der äg y ti s chen p Kön ige n ach ihren Fam ili en m it
An g abe ihr er Re gieru n g s d au crn
g g
e e ben h a t o der in w iew ei t s e in e m

Werk e e in chron ologis che s S ys tem zu de lag


g ru n w elchem er die G e
s chichte e in u n d u n ter ordn e te . I s t letzte re s der Fall w as se hr w ahr

s c he i n lich e rs chei n t, so w äre es s ehr hl m öglich dafs Man etho au s


w o

c h ron o lo
g i s ch e n Prin z ipien in der That ve rs u chte die ägyptis che G e
sc hic hte in 3 5 5 5 Jahre n s ich a bs pi ele n zu las s en . In w iew ei t er dabei
im R ec hte w ar erlau bt das D en km älerm aterial bi s her n i cht zu en t
sc he i d e n
L äfs t s ich so au f Gru n d der Man e tho n i s chen Exz erpte e in e a bs o

lu te ägyp ti s che Chr on ologi e n i cht ge w in n en , s o i s t di es au f Gru n d d er


m on u m en talen Zahl en an gabcn gleichfalls u n m ogli ch D i e ahlen , w elche . Z
u n s als D atieru n gcn au s den Regieru n ge n der e in ze ln en ägyp tis chen
He rrs cher be gegn en s in d m it w en igen Au s n ahm en Min im alz ahlen für
di e Dau er di es er Regieru n gen ,
n i ch t An
g abe n i hr er Dau e r s elbs t er

lau be n als o s chon an u n d fii r s i ch k e in e dire kte Ve rw e rtu n g Au fs e r .

de m k o m m e n hi er alle die Übels tän de in Frage, w elche ,


w ie w ir oben

sa he n , Datieru n g n ach
di e ü berhau pt m it Re gieru n gsj ahren der K ön i ge
s ich brin
g t D a z u k omm t da fs für lan
ge Z ei träu m e D ati eru n ge n fas t
,

v ölli g fe hl e n w ie z B fast fü r die gan ze Dau er de s alten Re i che s


. .
,

so dafs hi er au s d en m o n u m cn tal cn An gaben fii r di e C hr on ologie über


ha u p t k ein e Re s u ltate e rz ielt w erden k ö n n en .

Au s allen den bes pro che n en G rün den m u fs m an de n n bis ei n

g l u ckli chcr Z u fall der G e s chi chßfors chu n


g n e u es u n d ergiebige res Ma
teris l als bis her zu führt ein s tw eile n w ohl au f die He rs tellu n g ein er

ab s o lu te n C hron ologie für die ägyp tis che Ge s chichte verz ichten . Man
m u fa s i ch m it d er re ati l ven begn ügen , in dem m an di e R eihen folge d er
Kön ige d D yn as ti e en
u n au f Gru n d der m on u m e n talen An gabe n w ied er
herz u s tellen s u cht zu n ächs t u n b cku mm crt u m die c hron ologis ch e

S tellu g, n w elche di e s e H errs ch er in de r a bs olu ten R itrs chn u n g e in

ge n om m e n hab e n .

1 ) Au ch Lpi e s u s, Ch ron ol . S . 499 n i mm t das s i ch ih m mi t H ilfe der Zahl


3 55 5 erg e b en de Jah r 3892 v . C hr . al s das ers te Jah r des Men s a n u r in so w e i t als

g e s chi c h tl i c h fes ts te hen d an , als di e Man cth on is ch c au f de n al te n R eich s an n a lcn

be ru h e n d c D ars tellu überh au p t als h i h t li h ri ch tig an e s eh en w erd en


n g g es c c c g
darf .
I . B u ch . 4 Kapitel
. .

0. M ed i zi n .

U ber d ie altägy p ti s che Medi z in liegen u n s m e hrfach Notize n d er


kl as s i s chen Au toren v or . W ir horcn das s es s ehr z ahl reiche S p ez ial
ärz te be s on ders Au gen ärz te w e lche be i den im Nilthale so häu fige n
Au ge n erk ran ku n gen s ehr n otw en dig w aren gab ; e rfahre n dafs m an
s tän dig n ach d en althergebrachtcn Vors chriften behan delte 3
u n d dafs
e in Abw eich en v on diesem im Falle ,
dafs der Kran ke s tarb für de n
Ar z t v on de n s chli mm s te n Folge n s ei n kon n te . E n dli ch s e he n w ir,
dafs e in z eln e p
ägy tis che Re z ep te, w elch e an geb li ch au s dem H e phäs tos
T em
p ,
e l d h . . w ohl au s Ptah Heiligtu m s in
de m -
Mem ph is , s tam m en
s ollte n , n o ch v on den gri e chis chen Är z ten v erw en de t w u rd en W irk
li che Rez epte s in d u n s n u r s e hr w en i ge e rhalten geblie be n . Die s e Lü cke
w i rd au s
g e fü llt du r ch z ahlreiche ägy tis che p Papyri ,
w elch e u n s erh alte n

g e bliebe n s in d u n d . w elche s i ch m it m e di z in i s ch en Di n gen b es chäftigen .

D e r gröfs te u n d w ert olls te v u n ter d ies e n Texten w ar d v on Ebers in


Theb en gekau ft u n d is t j e tz t in L eipzig ; s e in e Nie de rs chrift fällt
in die Z
de r 1 8 D yn as tie, d h e tw a 2 00 0 v C hr E r en thält
e it v or . . . . .

i m w e s en tlich en ein e Rez ep ts am m lu n g für die ve rs chi ed en s ten Kran k


heite n , w clche in folge ihres gro fs en Um fan ges u n d ihre r vorz ügli che n
Erhaltu n g die Gru n dlage j eder Un ters u chu n g über die ägyp tis che
Mediz in bilden m u fe Ein e zw eite k ürz ere aber im In halte dem P a .
,

pyru s Ebers oft ähn liche au s j ün gerer Ze it s tamm en de Rezepts am m


lu n g is t in B e a 5
Dazu k om m t ein n icht b es on ders gu t e rhalte n er
.

P apyru s z u Lon don u n d ein Text in Berlin w elcher n eben m edizin i schen ,

Rez ep ten z ahlreiche m agi s che B e s ch w öru n gen en thäl t En dlich en t .

halten F ragm en tc in Leyden u n d n ger Z e it s tam m en der


ein au s
j u

dem oti s che r Papyru s ein z eln e Rez epte .

Ein e sehr grofs e Rolle s chein en in der ägyp tis chen Mediz in Be
s chw öru n
g en
g e s p i elt zu h aben M an n ahm be i ein z eln e n K r an kheiten .

1) L itteratu r u ber medizin i s ch e Verh äl tn i s s e in A gyp ten bei Jolow icz,


Nr .

1 065 1 1 81 .

2) H em d . II , 84 .

3 ) B iod . I , 82 .

4) G alen dc c om p os . m ed . acc .
gen . V, 2; ed .K üh n XI II , p 7 7 6 Nach . .

Ägypter
'
S u i dae 8 v . . A m g u n d ygd,u u a ra

h ätte ein Apis d ie ers te n m ed izi n i s ch en
K en n tn i s s e n ach G
d geb rach t riech en lan .

— .

5 ) B ru gs ch , Rec de m on II , p l 85 1 0 7, p 1 01 1 20 ; in Allg Mon ats s ch r
. . . . .

für —
W is s en s ch aft u n d Litteratu r, Ki el 1 85 3 , p 44 5 6 habas , Mél egyp t I , . . C . .

55 -
79 . Le Pg a e Ren ou f, Agyp t Zeits ch r 1 8 73 , p
. . . 1 23 -
1 25 .

6) I , 345 .

7) I n L e yd en , p
u bl . von L ecman s .
Fün ftcs K apitel .

Di e Q u ell en zu r G es ch i ch te Ägyp ten s.

D ie Q u ellen ,
w e lche fu r die Ge s chichte de r Agypter, deren e thn o

g ra phis che u n d reli


g i ö se Verhältn is s e au f de n v orhe rgehen d en S e iten
ku rz s kizz i ert w orden s in d v or liegen z er a f llcn n ach der S prac h e in
w elcher dies elben ab
ge fas s t s in d o der n ach de r Z eit au s w e lcher s ie

s tamm e n , in —
vier gröfs cre Abteilu n gen : in di e n ation al ägyptis che n in
die as iatis ch s em itis che n , in di e grie chis ch röm is chen u n d e n dlich in
- -
di e
m odern en Qu ellen w erke . Di e s e Ei n teilu n g is t es d en n au ch, w elche w ir

d en folgen de n Ab s chn itte n zu


g ru n de zu legen h aben .

14 .

Nati on al agyp ti s ch e Qu ell en .

D as Q u e llcn m a tcrial, w elche s u n s in d en ägyptis ch g e s chri eben en

T ex ten en tge gen tri tt, is t n atu r


g em äfs für die Ges chi ch ts fors chu n
g als

da s li h te u ch d a s E s i s t im Wes e n tli chen


w i chti s te i
p
u rs
g
ru n c s a g . e n

z ei t en ös s is che s u n d v on
g j g
ü n e re n Übe rarbeitu n
g c n fr e i es ,
z u gle i c h i s t
e s in ro fs cr Re i chhalti k e it vorhan den , u n d s o b eru h t de n n d
g g as w as

w ir v on p
ägy ti s ch e r Ges chi chte j etz t w i s s en im w es e n tli che n au f ihm .

His tori s che Texte fin den w ir in Ägypten vor alle m au f S tein m on u

m en te n ,
au f S tele n u n d au f T e m pclw än den . D ie P apyri kom m en fü r
rei n hi s toris c he Z w e ck e w en i ger in B e tracht si e en thalten m ei s t reli

gi öse od e r li tterari s ch e T e x te w i e Erzählu n gen ,


Märchen ,
B ri e fe,
w elche z w ar für di e Ku ltu r e s chichte h oh er B e deu tu s in d, für
g von g n

di e politis che Ges chichte dagegen w en i ge r


rein Material erge b e n .

Trotz dem s in d e in i ge P apyri w ie w ir s ehen w erden , au ch fii r d ie s e


v on ru n dle e n de m W erte
g g .
14 . Nation al ägyp ti s ch e -
Q u ellen .
73

Fu r u n s w ird es bei der Be han dlu g


n d e r ägy p ti s c h en Q u e llen
1

n i ch t darau f an k om m e n ,
di e ein z eln e n Qu e lle n in sc hrif te n a u fz u z ählen .

D a dies e eige n tli ch alle z e i t en


g ös s i s che r Natu r s in d, w ü rde di e s e s zw e ck

lo s s e in ,
dage gen In tere s se s ein v on vorn herein die ein
m u fs es v on

z e ln en Klas s e n d er vorliege n den Qu ellen z u behan deln E s w ir d si ch .

d a be i Gelegen heit bie ten den Wer t j e d er di es er e in ze ln e n Klas se n für


,

di e hi s toris che F ors c hu n g zu prüfen i hrer G lau bw u rdigkeit n achzu gehen ,

u n d s o das M aterial au s zu s on de rn w elche s für die Wi ed erhers tellu n


g
d e r Ge s chichte Ägypten s w irk li ch ve rw e n d bar s ein w ird .

1 ) K ö n i g s li s te n D ie Li s ten ä gyp ti s c her Kön i ge w elche u n s


.
,

m e hrfach au s dem ägyp ti s chen Altertu m e üb erko mm e n s in d s i n d für


u n s die gru n dlegen de B as is , au f w e c l her w ir di e Re ihe n folge d er ein
ze ln e n H errscher w ieder au fb au en k ön n en Ihre Be de u tu n g is t be
.

s on d ers fii r di e Ge s chichte de s alten u n d m ittlere n Reiche s e in e


g rofs e ,

fii r das n eu e Rei ch kom m en sie n u r bei de n e rs ten d rei D yn as ti ee n in


Betracht ; au s d en Zeite n der ein u n dz w an zigs te n u n d der folgen den
D yn as ti e e n li ege n u n s kein eKon i gs lis te n m e hr v or . D ie län gs te u n d
w i ch tigs te u n ter den u n s e rh alten en Lis ten is t :
a
) D er Tu ri n e r K ö n i g s p a p y r u s Dies er Papyru s en thielt .

ein s t e in e v olls tän di ge Lis te d er ä gypti s chen Kö n ige begin n en d m i t


de n G ötterko n igen de s Lan des u n d den heili gen Tieren bis herab in
di e Zeit der Hyks os , d h bis in . . di e Z ei t de r 1 5 . u n d 16 . D yn as ti e

hin e in . Gan z e rh alten w ür de der P apyru s e in s i che rer chron olo is cher
g
Lei tfad e n du rch die ägypti s che Ge s chichte der alten Perioden s e in u n d
di e s u m so m e hr als e r de n Nam en der ein z eln e n Herrs cher die
Dau er ihre r Regieru n gen n ach Jahren Mon aten u n d T age n beitii gte .

De r T ex t w ard u rs prün gli ch v o lls tän dig ge fu n den is t je d och bei de m


Tr an s porte n ach Tu rin in 1 6 4 m eis t klein e Fragm en te z erbrochen ,
u n d
es hat de r grö fs ten An s tren gu n ge n bedu r ft u m w en i gs ten s e in en T e il
diese r B ru chs tü cke, deren Wer t C ham po lli on bere its 1 8 2 4 e rkan n te, zu

re tte n u n d zu ordn en . D as gröfs te Verdi en s t u m di e s e Rettu n g erw arb


S e yti arth, w e lc he r 1 8 2 6 die Bru chs tück e au fklebte, n u m erierte u n d
'

s ic h

v or d e m gän z li chen Un tergan ge be w ahrte

1 ) Vgl z u m folgen den W iedema n n


.
,
G eec h . A gyp t .
, S . au f die dort e in

geh e n d e r be h a n delte n ra en w i rd i m
g F F olgen d en n u r k u rz v e rw i e s e n w e rd en .

2} u bl Pep s iu s , Au s w
. ägyp tL . . Uk r u n den , p l .

3 6 ; m it d em V ers o : \Vi l

kin eo n , T h e frag m en ts of th e h ier .


p p
a . at T u rin , L d on on 1 85 1 Vg l S eyifarth ,
. .

Remm k s u p o n an Egyp ti an H is to ry in L on don Li t e rary ,g azel


tt
y e1 8 2 8 , J u

No 600 , p 45 7 s qq Birch ,
. . . T ran s ac t . of R oy S o c. . of L it er I I , S e r I , p 2 08 s q q ,
. . . .

Lo n d on 1 8 43 h amp ollion . C -
Figeac ,
Rev . arch . 1 85 0 , p . 3 9 7 s qq 46 1 s qq 5 89 s q q
. . .

65 3 5 q q . d c R ou g é a . O .
, p . 55 9 s qq .
74 I . B u ch . 5 . Ka p itel .

S ei t dem B egin n e der agyptologis ch en S tu dien is t der Text s e hr

h ä
u fig z u m G ege n s tan de w i s s en s chaftlicher B ehan dlu n
g ge m a cht w o rd en .

Al le di ese Un ters u chu n g en kon n ten j e do c h n u r da z u di e n en bere its


an derw eitig ge w on n e n e Re s u lta te zu b e s tätigen ; w irklich n eu e That
s a che n au s d e m Papyru s u n d se in en Z ahl en an gabe n ab z u l eiten ,
m acht
s e in e sc hle chte Erhaltu n g u n m oglich , n ach di e s e r Richtu g h in e r ie b t
g n

er n u r h ie u n d da ein e ku rze No tiz . F ür d ie Hers tellu n g der Re gen


te n li s te i s t er bes on ders bei de n H errs chern der 1 3 u n d 1 4 Dyn as ti e,
. .

deren Nam en er in z ie m licher Volls tän digke it erha lte n h at v on Be


deu tu fü d ie äl te ren D n as tie en i eb t de rs elbe n u r ig
g; n r y erg w en .

W ie alle ä gyp ti s chen K ön igs lis te n s o führt au ch der Tu rin er


P apyru s di e Kon i ge n u r m it ihre n V orn am en au f, w ähre n d in de n I n
s c hr i ften Mon u m en te die V or u n d Nachn am en au ftreten
de r D ie .

ägyptis chen Kön ige führen be kan n tli ch ab ge s e he n v on ihr e n T iteln , ,

regelm äßig z w e i Nam en w e lch e au f den D en k m älem s tets von Kar


,

to n ch en o de r N am en s ri n gen u m s chlos s en w e rden D er ers te Nam e der .


,

V orn am e w i rd ei n
g ele ite t du rc h die B e z e ichn g
u n en te n n et Kö n ig v on
O b er u n d Un terägyp te n “
,
de r z w ei te, der Nachn am e, d u rch di e Worte
sa Ra S ohn de r S on n e In s e in e r w örtli che n Be deu tu n g s tellt dabei
d er Vorn am e den K ön ig i n e in e in n ige B e zi ehu n g z u m Gotte Ra ,
dem
S on n e n gotte . So hei fs t T u tm es I . : Rä äa -
che
p e r -
ka „
Ra m acht s e in e

Pers on gro fs T u tm e s III . : Rä m e n -


he per
c

Ra lie fs ihn be s tän dig
s e in

Ram s e s II : Rä -
u s er -
M aa s e tep —e u Rä -
Ra m achte ihn s ta rk in
, „
.
_

d er Wahrheit ,
er i s t gebilli gt von Ra “
P s am m etich I . : Rä -
n a h äb
Ra bil de t s ein Herz u . s . f. D ie s e Vorn am en führen di e Kön i ge
im m ittlere n u n d n eu e n Reiche rege lm äfs ig w ähren d d ies elbe n im
a lten Reiche s e lten er u n d für ei n e Re ihe v on Herrs chern n oc h n i cht
n a chw e is b ar s in d . D e r Nachn am e is t ein e in fache r Ru fn am e w ie er

s i ch au ch be i Pri vatpers on en in ders elben oder ähn licher Fo m r häu fig


fin de t . In der ältes te n Zeit w ählte m an daz u m eis t d ie B ezeichn u n g
e in e r Eige n s chaft w ie Men a d er Be s tän dig e , C hu fu der Le u ch „

, „

te n d e Un as d er S eien de als di e ein fachs te Form der N am en s bildu n g “

ü berh au p t S p äte r n ahm m an gew öhn l ich Au s drück e du rch w elche


d er b e tr e ffen de Kön ig als e in K in d oder als ein e Gabe d e r Gotth eit

1 ) D afs di e a gyp tis ch en Kön ige oft z w ei b is drei Nam e n füh rten ,
be m erkte
b e rei ts S yn cellu s , p . 6 3 A , 1 1 7 D in d .

2 ) Au s die s e n Nam en s b ild u n ge n ,


w ie L au th ,
Man eth o , p . 87 s q . u n d K ru ll,
Man eth G eechi ch taw erk , S
. . 16 f . s c h lie ßen zu w oll en
,
d afs die älte s te ägyp tis ch e
G e s c hi ch te ei n e P ries ta ko n etru kt io n s ei h at Em r an i m Jah re s h er d er Morg en ] . .

S tu dien 1 8 7 9, S . 1 73 m it Re ch t zu rück e w
g ies en .
5 14 . Nation al -
ägyp ti s ch e Q u ellen . 75

darge s te llt w erden s ollte , w ie T u tm e s Thoths S o hn Ram es e s Ra s


S ohn “
,
Am e n -

p „h e te Gabe d e s Am o n u n d äh n li che Fo rm e n . E s

s chein t d ie s e Vers chied en heit in d er Wahl der Nachn am en m it darau f


hin z u deu ten di e ägyp ti s chen K ö n ige m ehr u n d m ehr be s tre bt
d afs
w are n , s i ch al s di e tt e san d ten H errs cher Ä ten s hin z u s tellen u n d
g g
o gyp
ihrer kön igli chen Macht göttli che n Urs pru n g zu z u s chreibe n .

D ie d oppe lte B e n e n n u n g der K ön ige bie te t oft e in e bede u te n de


S chw i eri gke it für die Ges chi chts fors chu n g dar, in dem u n s z u w eile n die
Mittel fe hlen , m it deren Hilfe w ir e n ts ch eiden k ön n te n w elcher Nach
n am e im ei n z eln en Falle de m d u rch di e Lis ten o d er an d ere Doku m en te
g g
e e be n e n Vorn am en en ts pri cht . Im alte n Reiche w ird di e s e S chw ie
ri
gkeit n o ch dadu rch v ergrö fse rt, d a fs m an in ihm im Gegen s atze zu

der s p ä t ere n Z eit die V or u n d Na chn am en häu fig in gan z


gle i che r

Weis e b e han delte , so d afs z u w ei en l di e E in fü hru n s w orte s u


g ten n et v or

den Nac hn am en ,
sa r ä v or de n Vorn am en tre ten . Nu r du rch e in s tets

w ac hs en d e s D en km alerm aterial kön n en w ir allm ä hlich in s tan d ges e tz t


w er e n d den ein z eln en H errs chem ihre en ts pre chen de n Doppeln am en
zu m w ei s en .

Wä hren d de r T u rin er Papyru s ,


w ie w ir s ah e n , in folge s e in e s frag
men taris c he n Z u s ta n de s , n u r fü r ein z e ln e Perioden w irk li ch ben u tz bar

is t, habe n ein e Reihe n u n zu e rw ähn en der S te in in s chrifte n e in e n w eit

u m fas s en d e ren W ert u n d d aher au ch g rö fs ere Be d eu tu n


g; es s in d
b) D i e T a fe l v o n Ab y d o s . D ie s e Tafel w ard 1 86 4 v on Du
m ichen in e in em Gan ge de s au f Marie ttes Be fehl au s gegraben en Os iris
Tem pels zu Abydos en tde ck t, in ihrem Werte e rk an n t u n d p u bli zie rt 1
.

Ku rz Pu blikati on w u rde n in fran zos is che n Blättern ge gen


n a ch d er
D ümi ch e n u n d Leps iu s An griffe ge m acht u m die Priori tät der E n t
decku n g Mariette zu zu w e is en Dies e lben hörten bal d au f als au ch ,

die be id e n bed eu ten ds te n fran z ösi s chen Ägyptologen de Rou ge u n d


C habas erklärte n i hre m Lan ds m an n e kom m e ke in w eite res Verdi en s t
,

zu , als zu fällig gerade an d er betre ffen den S telle in Abydos Au s grab u n gen
an
ge o rdn e t zu h abe n
3
,
di e En td ec ku n g ge b ühre all ein D ü mi che n .

Au f di es er Tafel v on Abydo s s ehen w ir d en Kön ig S e ti I u n d .

des sen S ohn u n d Nachfolger Ra m se s II . d ie v or ihm au fge zeichn e ten

1 ) Ag yp tis ch e Zeits ch r 1 86 4 S 89 f S p ä tere u blikation en s in d die von


. . . P
Mariette , R ev Arch N S XI I I ; Abydos I , pl 43 d e Rou g é , R ech , p l 2 L oftie ,
. . . . . . . . .

Vgl D ev eria , L a n ou velle table d Abydos R ev Arch



T he ta b le of A bood . . . .

N S X I , 5 0 8 qq
. . .

2) V gl I ß p s iu s , Agyp t Zeits ch r 1 865 , S 1 4 24


. . . . . .

3) C
h abaa Re vu e rétros p e ctive ä p rop os d e la p u bli cati on d e la li s te roy .

d Abydos 1 865

. . L
ettre a M l e directeu r d e l a F ran ce littéraire 1 865 . .
76 I . B u ch . 5 . Kapi tel .

C artou chen Vorgän ger den en er s ein e eig en en Nam en s


v on 75 se in er ,

rin
g e folge n li e fs an be ten D i e s e 7 5 C arto u che n s in d in chro n olo i s cher
, g .

Folge ge ordn et u n d geben u n s s o ein e Lis te ägyptis cher Herrs cher v on


Men e s bis au f S e ti I Fre ilich is t die Li s te n i cht vo lls tän dig ; ih r Ver .

fas s er hat n ach u n s u n be kan n ten Pri n zi pie n au s ein er volls tän di gen
L is te de r Kön i ge ein zeln e Nam en au s gew ähl t u n d z w ar s ow eit w ir
verfolgen kön n en di e der bedeu ten ds ten W ir kön n en w en igs ten s v on
,
.

fas t alle n gen an n ten H errs chem gröfs e re glei chz ei tige D en km äle r n ach
w ei s en w ähr e n d diej ch i ge n fe hlen v on deren Regieru n
g w ir du rc h
an d erw eitige
'

Urku n den e rfahren dafs die se lbe ku rz oder u n w i chtig


w ar . D e r grofs e Wert, d en di e se Lis te für u n s hat , li egt darin , dafs
s ie u n s ein fes te s Gerippe d er Reihen folge e in er grö fs ere n An z ahl v on

H errs che m gi e bt w elches w ir be i de r E in ordn u n n eu er Nam en als


g
s i chere Gru n dlage ben u tz en dürfe n .

E in z w eite s Ex em plar d ers el ben Lis te w ar d bereits am An fan ge


di e se s Jahrhu n derts ( 1 8 1 8) v on B an kes in Abyd o s en tdeckt v on de m
fran z ö s i s chen Gen eralkon s u l Mim au t au s ge brochen u n d an da s B riti s h
Mu s eu m verkau ft Hier s ehen w ir Ram s e s II dies elben Kon i gs n am en
. .
,

w ie obe n S e ti I u n d au fs erd e m s e in en eige n e n V or u n d Nachn am en


.
,

ad ori er en D ies e T afe l is t n u r z u m klein en T eil e m it den Nam en


40 — 52 u n d 6 1 En de der Tafel S eti I erhalten u n d k on n te .

d aher früh er n i cht verw en det w erden Je tz t s te llt si ch bei ein er Ver .

g le i ch u n g b e i de r T e x te h e rau s d a fs dies e lb en v o llkom m en


ge n a u e

Kopieen ein u n d des s e lben Origi n al tes s e in m u s s en in de m s ie bis


in di e gerin gfügigs ten orthographi s che n De ta il s hin ein ü be rein s timm en .

D e T a fe l v o n a q q a r a h i s t an
c
) i S dritte r S tel le z u n e n n en .

D ies e lbe w ard v on Mari e tte im Grabe ein es hohen W u rd en trägers


T u n u r ol w elch er z u r Ze it Rams ee II lebte zu S aqqarah e n tdeckt u n d

, ,
.

is t j etzt in B u l aq S ie z eigt gan z an al og de r Tafel v on Abyd os di e s e n


.

Tu n u ro i die O artou chen v on 4 7 K ön i ge n ,


w e lche v or s ei n e r Z eit le b
te n adori eren d . In ih re r Mi tte fin det s i ch ein e Lücke ,
w e lche m in de
s te n s fil n f Ko n ig e u m faßte, au ch sin d v on d en vier le tz ten C artou che n
n u r die s chlie fs en den Zeiche n erhalten . Die au fge führ ten K ön igs n am en

1) P u bl . von C aillau d . S alt , E s s ay on th e ph on eti c s ys tem of H i eroglyp hi cs ,


L d on on 1 82 5 . Ch amp o llion , L ettre 33 M de B lacas .
p l . 6 . Ch am p o llion Figea c ,

Egypt e au c , p l.4 7 ; v
g l p 2 7.1 s qq . . . L ett on n e , La tab le d Abydos , im

Jou al rn

de s s avan ts , 1 845 Ap ril , u n d R ev arch . . I , S er . I I , 1 p 1 93 s q q


. au ch . . s eparat,

P ari s 1 845 . Id eler , H erm ap i0 n ,p l . 19 . L wie n s, Au s w ah l p l . 2 . Nac h d er


letzteren Kop ie au ch ri s s e , Mon , p l 2 P
Vgl Mariett e, Abyd os I I , p l 1 8 . . . . .
( s teh e n

g e b lie b e n e e ile au s Ab T
y d o s ) V g l fi i r di e es chi c h te d e r u b l ikati o n e n : . . G P L ep s i u s ,

G e s ch de r 1 2 D yn , S 42 6 61
. . . .
5 14 . Nation al ägyp tis ch e -
Q u ell en .
77

s in d im allge m e in en iden tis ch m it d en en de r Lis teAbydos ; v on n u r

zei gt u n s er Exem plar m e hrfach e rh ebli ch e o rthographisc he Fe hl e r w as

au f ei n e leich tfertige Redaktion de s Texte s hin de u te t D ie glei che


.

Flüchtigkeit be m erk en w ir be i der Au fz ähl u g d er n Nam en d er Herr


sc he r der 1 1 u n d 12 . Dyn as tie . Dies e h at der S chreiber v on s e in em

Or igin ale verkehrter Reihe n folge abges chrieben ohn e ihre relative
in
S tell u n g zu ve rä n dern ; ofle n b ar kopierte er s e in e v on re chts n ach lin k s
'

s c hri eb en e hi erati s che Vorlage s kl avis ch gen au an s ta tt di e Nam en


g e

ein zeln zu v ors te lle n w ie e s s ein von lin ks n ach rechts lau fe n der T ex t
,

verlan gte I n der 1 8 Dyn as tie is t die Reihen folge der Herrs cher w i e
. .

der di e ri chtige Be m erke n s w ert is t be i der Lis te


. en dli ch dafs di e
selbe n i cht m i t d em Nam en des e rs te n ä gyptis chen K ön igs Me n es ,

s on d er n ers t m i t dem des s echs te n Kö n igs der ers te n Dyn as tie Me r


ba pe n begin n t Ob w ir hierin n u r e in e Flüchtigkei t des Reda k tors
.

der Li s te oder tiefer li egen de Gru n de z u s u chen haben erlau bt da s für ,

die e rs te Dyn as tie n u r in s ehr geri n ge m Mafs e vorlie gen de M aterial n i cht
zu en ts ch ei den .

d) T a f e l v o n K a r n a k Ein e e igen tüm liche Rolle in


Die .

m i tte n de r ägypti s chen Kön igs li s ten s pielt ein e von Bu rton in der Nähe
de s S m k tu ars des Re i chs tem pe ls zu Ka m ak en tde ckte In s chrift w elche ,

s p äte r du r ch Pri es e n a ch Pari s ge bracht w u rd e Hier s ehen w i r an


z w e i e in an d er gegen u bers tehe n d en W än de n T u tm es III di e C artou chen

.

v on 6 1 s ein e r Vo rfahre n ad orieren D ies e C artou chen sin d j edo ch hier .

n i cht, w ie w ir es bis her rege lm äfs ig be i de n Kön igs lis ten fa n den , chr on o
lo gis ch geordn e t s on dern s tehen s c he in bar s s tem lo s
y d u r c he in an d er .

Tro tz di eser Un geord n ethe it der Nam en i s t di e Lis te für di e Ges chichte
h ohem W e rte , da s ie d ie N am en e in iger Herrs cher der 1 3 —1 7 D
v on .
y .

n a s ti e , w elch e die an deren Lis te n v olls tän dig übers prin gen ,
au fführt u n d
au ch die N am en d er Herrs cher der 11 . Dyn as ti e in gröfs erer Z ahl
gi e b t,
als d ies di e an dere n T exte thu n . E in Urte il u b er di e Motive
u n d de n Z w eck der An ordn u n g d e r C arto u c hen zu
ge be n w ir d da
d u r ch s e hr ers chw ert dafs ein e Re ih e ders elben fehlt u n d w ir kein
Mi ttel ha b en u m dies e lbe n zu e rgän ze n . D ie e r s te n z ehn Nam en ge

1) P u b l Mari ette , L a
. n ou ve lle tab le d e Sa qq arah , in Rev . arch N . S . X,
l 1 7 , p 1 69 s qq Mariett e , Mon d iv p l 5 8 de R o u g é Al b u m p h o t No 1 43 — 1 45
p . . . . .
,
. .
, ,
. .

u n d R e ch erch es , p l 1 . .

2) J et zt im C abi n et des Medailles . P u bl . B u rton E xe . hie rog l .


p l . 1 .

Yo u g,n H ierogl .
p , . H , p l . 96 . \Vil kin s on ,
E xt racts . L e p s iu s ,
Au s w ah l , p l . 1
( n ach e in er K 0 p ie von Nes tor L H öte) ;

G es ch ich te der 12 . D yn a s t ie p l . 1 .

R o s ellin i , M on 1 3 2 s qq ; I I I , p 1 88 de S au lcy, Mém d e 1 Ac d e Met z



. st . I, p . . . . . .

P ris m ,
Mon .
, p l 1 .
( n a ch Lpi e s u s

T e xt ) Vg l
. ri s s e , R e v
. P
arch II, 1 . . .

p . 1 , pl . 23 u n d die I n s chri ft bei Mariette, Karn ak, p l 3 2 h . .


78 I . B u ch . 5 . Kap itel .

hore n de n e rs ten s e chs D yn as tie e n an , da n n folgt ein Gru ppe (


e 5) 12 — 1
au s de r Dyn as tie ei n e w eitere
7.
— 11 .
( 1 8 — 2 3 ) gi e bt in verke hrte r
Reih en folge die Herrs cher der 1 1 7 Nr u n d 2 4 — 2 7 bilde n w i ed er ein e . .

Gru ppe der 7 1 1 Dyn as tie 2 9 3 0 (u n d hi erher gehört w ohl au ch


— — . .
,

2 8 ) ge höre n in di e 1 7 Dyn as ti e 3 1 en dli ch de r Vorn am e U s ertes en I


.
, , .
,

n im m t ein e g an z i s oli erte S tellu g n e in , w elche s i ch darau s erklärt, dafs


T u tm e s III . fü r die s en Herrs cher ü berhau pt ein beson dere s I n tere s s e
h atte . D ie Kön i ge 32 — 6 1 geh ören alle der 1 3 — 1 4 Dyn as tie an u n d . .

s in d, w en i gs ten im al l em ein e n , s o w ei t w ir e s v erfol e n k ön chro n o


s
g g n en ,

logis ch g eordn et w ord en Au f d er S ei te Nr — m u fs edoc h


. v on . 1 31 j
ei n an de re s Prin z ip an
ge w en de t w or de n s ein ; es fehle n u n s hier Nam en ,

w elche w ir s on s t in a lle n Lis ten fin den u n d d ah er au ch hi er er w arte n

s ollte n
,
ie di e d e r Pw
y r am i d en e rb a u e r . D age ge n w e r d en an dere au f
g eführ t, w e lch e s on s t s ehr s elte n s in d . M it Vorli eb e s e he n w ir gerad e
di e K ön ig e au fgez ähl t, v on d en en s i ch au ch so n s t in Theben Bau ten
fin de , w e di
n i e H e rr s ch e r de r 1 3 — 14 u n d di e der I I — 1 2 D n as tie
. . .
y. .

So s ch ein t es fas t al s habe T u tm es III . hi er di ej en ig en K o n ige au f


zä hlen las s en w olle n , w e lche in The b e n B au ten au ffii hre n liefs en o de r

hie r r es i di e rte n . In di es e m Fall e w ar e die An ordn u n


g i hre r N am e n

vielleicht al s ein e topographis che in s ofern z u be trachten als m an di e


Herrs cher n ach Mafs gabe der gröfs eren o der g eri n
ge re n En tfern u n g zu

s am m en tt hätte in w elcher i h re B au ten v on e in an der lagen


g e s .

H i e r d u r ch w ü rde s i ch w en igs ten s di e Au fgabe j e de r chron olo is c he n


g
An or dn u n g e rklären las se n . Über den Wert di e s e r Ve rm u tu n g w ir d
m an j e do ch ers t dan n e in Urteil fälle n k ön n en w en n di e Ru in en v on

Kam ak gen u
g en d du rchfors cht sein w erd e n u m zu
gl
e rm oi ch e n s i c h
e in B il d v on d er Ges talt des Rei chs tem pels u n d s ein er An n ex e an

P ri es terw ohn u n gen Neben gebäu den S eee n Thoren u n d U m w all u n


ge n

b eim B egin n e des n eu en Re i ches bilden zu k ön n en .

c
) K l ein ere Kön i g s l i s te n . Au fs er di es en vier gro fse n Lis te n
p
ägy ti s cher Kon ige s in d u n s m ehrfach klein e re erhalten
g e blie be n
,

w elch e d ie Herrs cher ein es en


g e r b egren z te n Zeitrau m es au fl üh re n

u n d
so de re n Folge m it S i cherheit w i eder hers tellen las s e n . Au f di e se
Weis e si n d u n s m ehrere Perioden de s alte n Rei che s b ekan n t ge w o rden ;
be s on ders ab er habe n w ir so die Folg e der w i chtige ren Herrs cher d er
18 — 20. . D yn as ti e du r ch m ehrere gl ei chlau te n d e Lis ten e rhal te n . Zu
di ese n klein ere n Li s te n k o mm en n och z ahlr e iche zu m Teil chron olo

gi s eh zu m Teil g e n e alogi s ch o d er au ch
g an z illk ü rli ch geordn e te
w

Lis ten ,
w elche ein e Au s w ahl v on N am en go ttlieb v ere hrter Kön i e e n t
g
halte n . Dies e Ex em plare s ta m m en m e is t au s d er Zeit de r 1 8 . u n d
19 . Dyn as ti e ,
w ähre n d w elch er der Ahn en k u l t b es on der s in Blüte ge
80 1 Bu
. ch .
5 . Kapite l .

e in Feld zu g u n tern omm e n w ar d, die Nam en d er e ro berte n S tä dte u n d


bei di e s er Gelegen h eit die m e hr o de r iger
w en a u s führli che Erzählu n g
e in e s o der de s an dere n be s on ders den k w ü rdigen Ereign is s e s ,
bald ein er

S chlacht, bal d e in er Jagd oderder Au fs tellu n g e in er S iege s s tele i n e n t


fern ten Gegen den . D en S chlu fs bilde t ein e ei n ge hen de Au fzählu n g der
Tri bu te w elch e v on d en u n te rw orfe n en Völkers chaften in dem b e
tre ffen de n Jahre n ac h Theben an de n kon igli clren S chatz abgeh efert
w orde n w are n . D an n folg t das n äch s te Re gieru n gsj ahr u n d w i rd
g an z in glei che r W e i s e beha n delt . D er S til der Te xte i s t dabei ku rz
u n d prä gn an t u n d e rin n e rt in sei n e r p räci s en Kürze an die be s ten G e
s chi chts u elle n
q u n d chron ologis chen Tabelle n ,
w e lche u n s v on an deren
Völkern übe rliefert w erden .

Ein e w i chti ge Ergän z u n g der kon igli chen An n alen bilden au s

fii hrli chere Be ri chte ü ber ein z e ln e Fe ldz üge od er Ere ign i s s e a u s d en


kön iglichen Regieru n ge n Teilw eis e fin de n w ir die s elben n e ben
.
_
den
An l
n a en an de n T em pelw än d en fgez eichn e t oder au ch all ein
au in
di e s e n ei n
g g
e rabe n
; w i e den Bericht über den Zu g der Kon igin Ra
m aka n ac h dem in Arabien ele en e n
g g L an d e P an t i n D er e l bahari,

den u be r de n e rs te n Feld zu
g T u tm e s II I e en
g g

. Paläs tin a u n d den ü b er
de n Kam pf Mem ep tah s gege n d e n S ee b u n d in Kam ak , d ie ü ber die
vers chi ede n en Kri ege Ram se s

III . in Me di n et H abu u s . . f. An de re
g le ic harti e B e ri ch te fin de n
g s ich au f S tele n Un ter di es en
. hi s to ris chen
S te le n ,
w e c l he n i cht s elte n s in d is t v on b es o n derer B ed eu tu n g e in e

S tele Am en o phi s II in Kam ak w elche de n Z u g die s e s H errs che rs



.

e
g g e n ei n e Ve rbi n d u n g m e s o p o tam is c h er S tä d te u n d L a n d s c ha ft e n b e

ri ch tet, u n d di e rofs e F i an c hi S tel l h i i e h n d er We is e


g e w e c e n e n g e

e rz ählt, w i e dies er K ön i
g P i an c hi v on A th i o ie n
p au s i n Ä gy p te n e in

fiel, das Lan d s i ch u n terw arf, di e fe s te n S tädte e ro b erte u n d di e F u r

s ten d er ein z eln en


g O be rherrs chaft an z u erk en n e n
B ezirke z w an s e in e

u n d ihm Tribu te zu li efe rn D i e Art der Erz ählu n g i s t au f d ie s en .

M on u m en ten etw a di e gleiche w ie s on s t in den ägyptis chen li tterarischen ,

Te xte n ; si e i s t breit phras en haft u n d voll Wi ederholu n ge n Trotzdem


,
.

hält di e s elbe s tän dig den F ad e n fe s t, so dafs es n icht s ch w i erig is t, dem


Gedan ken gan ge der Verfas se r u n d dam it dem hi s toris chen Verlau fe
der Erz ählu n g zu folg e n .

Z w is che n d er Fo rm , in w elc her di e T em pe lin s chriften u n d der, i n


der di e S tele n abge fafs t s in d, be s teht kau m ein Un ters chie d . H ervo r
zu heben i s t n u r, da s s die Adoration s s ce n e, w e c l he be i d en S tele n den
o bers ten Teil de s T ex te s bild e t au f den T e m p elw än de n en tw e de r an

die S e ite der In s chrift ge s etzt w ird o der au ch


g an z i n \Ve gfa ll kom m t

.

D ie Verehr u n g d er G ottheit w elche ,


die s e Dars tellu n
g au s drü cke n s ollte,
5 14 . Nation al ägyptis ch e-
Q u ellen .
81

u n d di e d u S tellu n g des D en km als u n ter den


rch di es elbe bew irkte
S chu tz de r Gottheit kon n te an ein er T em pelw an d logis cherw ei s e se hr
w ohl in Wegfall kom m en , da diese bereits als G a n zes der Gottheit ge
w ei ht u n d s om i t deren S chu tze em pfohlen w ar .

D ie In s chrift
bs t w elche au f di es e Dars tellu n g folgt z erfällt
s el

in haltlich in dr ei der Län ge n ach u n gle iche T e ile : in die D atieru n g


, ,

das offizielle Proto koll de s regieren den Kön igs u n d den T hats achen
bericht .

a
) Die D a t i e r u n g erfolgt n ach Jahr Mon at u n d T ag , d er Re
i e ru n g de s au gen bli ckli ch au f dem T hron e s i tze n d en Kön i s w elcher
g g
dabei m it se in em Vor u n d s e in em Nachn am en gen an n t w ir d . Von
d er Verw en du n g ein er g rö fse ren Ära hat s i ch bi s her n u r ein Beis pie l
gefu n den ,
ein e S te le au s Tan i s ,
w e lche das 400 . Jahr der Ära des
Kön igs Nu bti n en n t S on s t iafet s ich au f den Mon u m en ten n irgen ds
.

die Verw en du n g derartiger grö fse rer Zei tepochen n achw eis en F ür dies e .

Datieru n g gen üg t m eis t ein e Zeile .

b) D a s P r o t o k o l l n i m mt ein en w eit gröfse re n Rau m als die


Datieru n g ein E s en thält die Au fzählu n g der Titel u n d z ahlreicher
.

lo ben der E rw ähn u n gen des Kön igs w elche oft gan z e S telen bed ecken
'

u n d fiir di e T hats achen n u r w en i


g Rau m ü b ri
g las s e n D i e A rt u n d . .

W eis e in w elcher di es ges chieht erläu tert das Protokoll ein er dem
2 5 Jahre T u tm es III en ts tam men den S tele in tre ii en der Wei se

D as

. . .

s elbe lau te t : D e r leben de Horu s der S tier (d h Am on ) herrs chen d


1
,
. .

in T heben der H e rr bei der D iad em e der s i ch be re itet hat ein e Kön i gs
, ,

hem schn fl: gleich w ie Ra im Hi m m el de r Herrs c he r der G oldh oru s der , , ,

Mächtige an Glan z der Kön ig von Obe r u n d Un terägyp ten Ra m en


,

ch epor de r gütige G ott d er Herr d er Fre u d e


,
der Herr des Glan z es
, ,

d er ergriflen hat die Nefer Kron e de r s ich zu ge s t hat die S ekti


'

Kron e in Leben u n d Heil s elbs t ein Teil der S on n e geboren v on dem , ,

Träger der Atef Kron e der ihm geb en w ollte se in e Herrs chaft über
die Lan d e ; der S ohn des Be s itz ers de r Kron e Ägypten s geb oren v on
dem H errn der Kr on e de s Au s lan des erzogen v on Is is der He rrin
aller Bes chw öru n g e n der göttlichen H errin de s Ge treides ; der Glan z
d es Tu rn erzeu gt dami t m an ihm gebe Agypte n u n d die Wüs te de n
, ,

S ü den u n d den Norde n in s ein e M acht ; s ein Ge is t is t im Him m el die ,

Fu rcht vor ihm au f Erden der S chrecken v or ihm in j edem Lan de .

E r is t der Kön i g der Kön ige d er Herrs cher de r H errs cher di e S on n e , ,

alle r L än de r de r S ohn der S on n e T u tm es III gelieb t von der Gö ttin


, ,
.
,

Hathor dei Beherrs cherin der Ku p fermin en im S in ai


,
.

I) L . D II I , 29 a
. .

Wie d m e a n n yp h G h h
Äg ti s c e es c i c te . 1
.
82 1 B u ch
. . 5 . Ka pitel .

Die Erfin du n g u n d Zu s am m en s tellu n g diese r L ob s pru che w ar im


allge m ein en der P han ta s i e de s ägyptis che n S chreiben w elcher d ie
w eili ge In s chr ift ab z u fas s e n h b erla s s e n D abe i w aren di
j e atte ü e se .

L eu te u n erm üdlich im m er n e u e Variati on en zu erfin den u n d n eu en Preis


,

au f d en Nam en ih res K ön i gs herabzu flehen S o k om m t es dafs w ir .

k au m z w ei Protokolle fin de n w elche vollkom m en überein s tim m ten w en n ,

au ch n atu rgem äfs de r Gedan k en gan g be i alle n etw a d er gleich e i s t .

Nu r dr ei der Titel der Kön i ge k ehren in re gelrn äfs iger Folge w ie der
u n d bild e n s o ein en in tegriere n den Be s tan dteil de s k ön i gli chen N am en s

E s is t di e s der m i t Horu s der m i t Herr beider Diadem e u n d „

der m it G oldhoru s begin n en de Teil der Titu latu r F ür T u tm es I II . .

w ürde n die s elben lau ten : der Horu s der m ächtige S tier g e k r ön t ,

in Theb en der Herr be ider Diad em e w elche r s i ch z u b ere i te t

hat ein e Herrs chaft gleich w ie Ra im Himm el u n d der Gold “


h oru s m ächtig an Glan z Drei an al og gebildete Nam en führte


d e r ägyp ti s che Kö n ig w ob ei im allgem ein en v ers chi e de n e Kön i ge au ch
j e ,

vers chieden e Ti tel habe n Die s e Na m en li efs en s ich di e Herrs cher en t


.

w ed e r w i e T u tm e s III
,
am An fan
g ihrer Re ieru n
g g
. zu
g le ic h m i t i h r e n

Vorn am en v on d en P rie s tem au s w ählen u n d zu s amm en s tellen ode r s ie ,

w u rden ihn en v on ihr en Vo rgän gern w en n s ie z u Mi tre en te n


g e rn a n n t ,

w u r d en v erlieh en
,
Letztere s w ar z B der Fall m it Re m ake w elcher
. . .
,

ihr Vater T u tm es I ein er theban i s chen In s chr ift.


,
zu fol e
g a l s e r s i e

zu se in er M itrege n tin erhob alle ihre Nam en gab A u s d e r b e s


p ro .

ch en e n Art d er En ts te hu n g di e se r Nam e n s teile ge ht u n m i tte lbar he rvor ,

dafs ir in de n s e lbe n all em e in e Re den d m ythologis ch e


sarte n
w n u r
g u n

Gedan ken s u chen d ürfen ,


dafs es a b er u n m öglich i s t, au s ihn en his to
ri s c he S chlü s s e au f die Zeitve r hältn i ss e d er ei n z eln en Regieru n gen z u

z i eh e n W ie w ir bereits hervorh ob en ,
is t die Au s dehn g d e r u n Proto
k oll e ein e
g s ehr rofs e zu w eilen die gan z e In s chrift bild en de . D as
Datu m v ers chm ilzt s eh r häu fig m i t den s elbe n k an n au ch du rch das
Protokoll erse tz t w erden eben so w ie z u w e il e n der u m gekehrte F all

ein tri tt .

c
) D er T h a ts ac h e n b e r i c h t, w elcher für u n s der hi s tori s ch
in ter e s s an te s te Teil der In s chrift se in m u fe folgt ers t an dritter u n d
le tz ter S telle . D er In hal t di e s e s Teiles is t e in u n
ge m ein vers chi e den

1 ) E in e S am m l u n g di es er T it l e fu r alle agyp ti s ch en H errs ch e r g ab L ep s iu s ,

K ön igs b u ch d er alten Ägypte r, B erlin 1 85 8 .

2) L
D II I , 1 8
. . . In der In ift Mari ette , Abydos
s ch r 1, pi . 27 w e rden

S eti 1 . s e in e T it l
e von de m G otte T h oth verlieh en .

3 ) Vg l . W ied em an n ,
G eech . Agyp t , . S . 2 7 ff .
5 14 . Nation al ägyp tis ch e Q u ellen .
83

artiger u n d u m fafs t fas t all e Kl as s en v on Au fz eichn u n


g ,
e n w elche u ber
ha u pt fiir di e G es chi chte als Qu ell en in Betracht k omm en k ön n en .

W ir fin de n so

1) Rein hi s tori s che S te le n . Diese In s chriften be richten in


ch ron ologis ch ge ordn e ter ein facher E rzählu n g ein z eln e Fel dz üge m it
ihren Märs chen S chlachten E roberu n ge n u n d Wechs elfällen . Dabei
s in d s ie m eis t ein fach u n d ku rz erz ählt, so dafs s ie Tex te von hohem
his to ri s ch e n Werte bil de n , w i e w ir s ie in ähn li cher Art n u r bei w en igen
Völkern des orien talis chen Altertu m s n achzu w ei sen verm öge n D es .

in te res s an te s ten Beis pieles di e se r Tex tform , der Fian chi S tele, hab en w i r -

2) Zu s am m e n fa s s en de T e x te . Dies e s tellen di e s äm tli chen


Ere ign i s s e Periode oder au ch der Regieru n g ein es Kon igs u n te r
ein e r

ein em g e m ein s ame n G es ich ts p u n k te zu s amm en D abei i s t die A n .

ordn u n g des Gan z en bei den Er obe ru n gen m eis t e in e ge ographis che ,

bei d en übrigen Ereign i s se n ein e du rch di e En tw ick elu n g der T hat


s ache n g g
e e b e n e F ür di e ers te re Ar t der D ars tell u n
.
g k o m m t v or

allem di e s ogen poetis che S tele T u tm es II I in Betracht au f w elcher


.

.

die E rober u n gen die ses Kön igs in s ym m etris ch ge ordn eten S trophen
au fge z ählt w erden F ür die Ge s chi chte gan z er Re gieru n gen li egen u n s
.

zw ei fre ili ch au f P apyru s au fgezei chn ete Beri ch te v or w elche über die
, ,

Zeit Am en emhas I bzw die Ram s es III han deln Beide Texte er
. .

. .

s chein e n ih ihrem T on e trotz de s Z eitrau m es v on fas t z w ei Jahr tau s e n d en ,

w elch e r zw is che n d en Jahren i n w elche n s ie abgefafs t w u r den ,


li egt ,

g lei ch ar tig B ei de M ale trete n


. s i e als Re ch en s ch afi s abgab e d es Kön igs

übe r s ein e Regieru n g u n d über s ein e T hate n au f n u r d afs Am s n emha I ,


.

dies e lb e an se in en S ohn Ram s e s III dagegen an die G ro fs en s ein e s .

Rei che s ri chte t An w is s e n s chaftlichem Werte j edoch s in d di es e lben


.

u n d vers c hieden D e r ü be r Am cn e m ha I han deln d e T ex t is t u n s n u r


g r . .

in ein er S amml u n g v on Übu n gs k om po s ition en von Z öglin ge n der P rie


s ters ch u le am Am on s tem p el z u T he ben e rh alten u n d z w ar i n z w ei v er

schie d e n en Redaktion en dem Papyru s S allier II u n d dem Papyru s


.

Millin gen I n ihren G r u n dgedan ken s in d beide


. Texte id en tis ch aber
in de r Beh an dlu n g der De tails w eichen die s elben zu m T e il s ehr w e se n t

lich v on ein an der ab, so da fs w ir s e h e n dafs di e Rechen s chafts ablage

Am e n em ha I . den p
ägy tis chen S chre i bern als e in The ma galt an

w elche m sie ihre s ti li s ti s ch e n Fähigk eite n er proben k on n te n . S o is t es

den n hie r u n m öglich zu e rk en n en , w e lc he der ein z eln e n An gaben w ir k


lich hi s toris che s in d u n d w e c l he n u r als rhetori s che Au s schm ücku n gen
des be han delten T hem as zu gelten haben .

Gan z an ders s teht e s m it dem Berichte Ra m s e s



III . w elcher in
6
84 I . B u ch . 5 . Kapitel .

dem s oge n .

g rofse n Papyru s Harris j etzt im Britis h Mu s eu m erhalten

ge bli ebe n De rs elbe w ard 1 8 5 7 in ein e r


is t
. u n d v on Kis te gefu n den
d em e n glis che n Kon s u l Harris erw orben All em An s chein e n ach en t.

s ta m m t der T ext de r T em p elbi bli othek d es vo n Ram s es II I g g


e r ün d ete n .

T p els v on M e di n e t H ab u d fal ls w ard er zu r Zei t d es


g ro fs en e m j e e n

Kön igs von ein em Pries ter in offiz iells m Au ftrags n i cds rgeschri eben .

E r en thält ein e Rede Ram s es II I an sei n e Beam ten u n d O ffiz i e re in



.

w elcher de r He rrs cher ku rz vor de m En de sein e r lan gen Regi erun g ,

di es e n s ein e kriegeri s che n Erfolgs u n d son s ti gen Verdie n s te vorfii hrt .

D e r Te xt bil det au f di e s e Weis e ei n e Übers icht über e in e w ichtige


Regi eru n gs p eri ode w ie si e u n s in s olcher Volls tän di gkeit u n d m it s o
,

au the n ti sc hem G epräge au f de m Gebie te der alte n G e s chichte n u r in


vers chw in den d w en i gen Fällen en tgegen tri tt .

3) Ve r tr äge Au ch di e Verträge w u r den in Agypte n au f S telen


.

au f ez ei chn et u n d in
g d en T e m pe ln au f e s tell t
g V o n d ies er Klas s e v on .

Doku m en te n is t u n s n u r ein Exem plar w irklich erhalte n ge blie ben der ,

Vertrag w elchen Ram s es H m it dem Volke der Cheta n ach jahre


,
.

lan gen Kri egen abs chlofs Urs prün gli ch s tan d ders elbe au f ein er s il
.

be rn en T afel w ard j edoch s päter abges chri eben u n d an der Au fs e n


m au er de s Rei chs tem p els zu Karn ak e in g egrabe n ; letz tere K0 pie is t
fas t v olls tän dig erhalten au f u n s
g e k om m en A u fs er dies em e in en .

Vertrags w elcher zu fällig erhalten gebli ebe n is t gab es gew ifs n och
zahlr eich e ähn liche I n s chri fie n Dies geht schon au s de r häu fig
.

w iede rkehren de n Bem erku n g der In s chriften hervor das ein e oder
an de re Volk habe di e Ve rtr ä e b h n d sei da ru m mi t Krie
g g e roc en u g
ü berz ogen w orden E s m üs s e n dem zu folge au ch Vertr äge m it die s e n
.

Völkern bes tan den haben u n d dies e u rku n dlich au fgezeichn et w or


de n s ein .

4) D e k re tsDerartige Doku m en te sin d u n s m ehrfach erhalte n


. .

D er grö fs te T eil der erhalte n e n Texte s ta m m t au s der Ze it der 2 1 D y


n as tie der sogen theban i s chen P rie s te rdyn as tie
. E s s in d m eis t U r .

k u n den du rch w elche der Kön ig im E in vers tän dn is m oder du rch den
,

Mu n d des Gottes Am on ein z eln en Mitglied ern sein er Familie bes on dere
Vorrechte am H ofe u n d grofse n D om än s n bes itz verleiht D ie G üter .

w e rde n m it S klaven u n d S klavin n en au s ges tattet u n d Geld zu ihre r


Be w irts chaftu n g an ge w ies en Au fserdem w ird bes ti m m t dafs n ach de m
.
,

Tode des Bes chen kten di e Erträge der Güte r zu r feierlichen Hers tellu n g
der T oten op fer zu verw en d e n s eie n E in j ede r der vers u chen s o llte.
,

das Gan z e s ich an z u ei gn e n od er T eile davon z u veru n treu en w ird m it ,

d em Flu chs der Gotthe it u n d e w igem Un tergan ge be droht D er .

rö fs te Teil di e s er De kre te fin d et s ich an d M d S ä l d


g e n au ern u n u en e s
14
. Natiorial ägyp tis ch e
-
Q u ellen . 85

Amon tem pels zu Karn ak s in gem ei se lt doch s in d u n s an d ere au f Holz


brettern d P apyri s
u n erhalten ,
w e lche m an d en Tote n mi t in das Grab
leg te, dami t s ie s i ch n och im Jen seits der Güte ihres Kön igs eri n n e rn

u n d ihm zu m Dan ke ihr en göttli che n S chu tz ge w ähren m öchten .

Au fs e r in Theben hat s ich ein ähn lic hes Doku m en t au s der Zeit S che
s chen ks I . au f ein e r S tele zu Abydos gefu n d en .

Etw as an dere n In h altes s in d De krete du rc h w elche die Kon i gs


e in zeln e n Tem pe ln S chen ku n gen m ac hte n Dekret bes itz en
. E in h
s o lc e s

w ir au s d er Ze it des A ris s l h d h d elbe dem T e m p el de s


p w e c er ,
u rc as s

Pta h in Mem phi s zahlreiche L än dereien überli efe u n d den Un te rgeben en


des Te m pe ls Freiheit von alle n Fron ar beite n v ers prach ; s ich s elbs t
be hi elt er n u r das Re cht der Ju n sdrktron au ch in dem T empelge biets
vor . Äh n liche T exte s in d u n s au s der 2 6 Dyn as tie u n d au s der der .

Ptole m äer m ehrfach erhalten gebli e ben Neben diese n erhalten en D o .

ku m en ten w erden u n s n o ch zahlrei che an dere in ägyp tis chen U r


ku n de n gelegen tlich an geführ t S o ged en k t ein e S tele von Geb el Barkal
.

ei n es De krete s i hä ti h S ek t d i n e In schrift in Karn ak


g g
e e n e n e re s c e e u n e ,

en thält S ätze au s ein er Urku n de w e lche ein re li iös e s W erk äh er de n


, g
Am on k u lt n ach ein er ein gehen den Be grün du n g als k etz eris ch verdamm t
u n d be fiehl t e tw aige An hän ger d er in dem Bu che au s ges prochen en
Lehren als G ottes fein de zu behan deln u n d zu bes trafen .

5) B s r i c h ts Un te r dies en s in d die w i chtigs ten di ej en igen


.
,

w elche di e Kön ige s e lbs t üb er ihre Bau ten oder s o n s ti ge n An lagen ab

legen u n d w e lche zu m Teil mi t den an ers ter S telle gen an n te n rein


his toris che n T ex ten z u s am m e n fall en S o is t u n s ein e gro fs e S tele T u t
.

m es I erhalten geblieben au f w elch er ders elbe all e s ein e i n Abyd os



.

au fge führ ten Bau ten au fzählt mit gen au er An gabe aller ihrer ein
zeln en Teile u n d deren Be echafien heit An ein er an dere n S telle erzählt °
.

Ra m s e s I I die Bau ge s chichte des O s iri s T em pels zu Abydos u n ter


.

s ein e r Re gi e ru n
g u n d u n ter der s ein e s V a t ers S eti I I n b e son der s .

f Z ah l i d d ti T x te u s d e r Zeit der Ptolem äe r er


g r o ser s n u n s era r
g e e a

halten . W ir ken n en du rch diese lben di e Ges chi chte d er beiden


g r e fs en d ies er Z e i t e n t s ta m m e n d en T e m p e l v on E d

fu u n d Den derah

bis in di e klein s ten D etails gen au S o w i s s en w ir z B w an n m an die


. . .
,

g r o fs e n F a h n en s tan
g en vo r de m T em pel errichte te w an n m an d ie T hür ,

haken d er T em pelthore ein s ch lu g w en n m an die ein zeln en Teile des


Bau es mit S ku lptu re n w an n m it Malerei s chm ückte Weit zahlreicher
,
.

n och als die se Be richte fa ls diej en i ge n d u rch w el che


w aren j ede n
l ,
e in

zeln e Be amte v on Am ts rei s en u n d Äh n lichem Rechen s chaft able


gten .

S o be s i tzen w ir au s der Z ei t de r 1 1 Dyn as tie


. den Bericht ein es Be
ern te n über ei n e H an delsrei ss an di e Küs ten Arabien s ; ein Offizier
86 I . B u ch . 5 . Kap itel .

T u tm es

III . e rz ä hlt In s pe ktion s re is e n ac h der S in aihalbin sel
s e in e

u . s . f . An dere hierhe r gehörige T ex te w u rden n icht au f S tein au f


ge z eich n e t s in d u n s dagegen d u rch P apyr i e rhalten ge blie be n So .

b es i tz en w ir ein e lan ge Re ihe v on Bri efen Befehlen u n d Be rich te n au s ,

der Z e it der Ram e s s i den w elche das Verw al tu n gs getrieb e d er da


in
m ali gen Z ei t e in e n tiefe n Ein blick ges tatten , j a s ogar di e Be s chreibu n g ”

ein er n ach Paläs tin a hin u n te rn omm e n en R ei se, w elche a lle die kl ei n en

Aben teu er de s Z u g es a u s führ li ch e rz ählt

Als e in e w ei te re w ichtige Ergän zu n g der An n alen k om m en n e ben


die se n E i n ze lin schri fte n in Betracht :
L i s te n d e r e r o b e r te n S tä d t e u
D ie n d L än d e r, w elch e die
ägyptis chen He rrs cher n ach ihrer s ie grei chen R ückkehr n ach Ägypten
an d en T e m pelw än den au fz eichn en li e fs en o d er au f ih ren S i ege s s telen
v ere w igten . D as äl tes te B ei s piel ein er s olch en Li s te bietet ein e S tele
U s erte s en s I . zu Flo ren z , w elche die v on di e se m K ön igs u n te rw orfen en
Negers tämm e au ffirhrt der Vor di es er Zeit haben s ich ke in ähn lichen
'

e
,
.

M on u m en te gefim den ,
d och hat die s s ein en Gru n d w ohl n ich t so s e hr

d ari n , dafs dam al s s olch e In s chrifl en ge fe hlt hab en als in de m U m


s tan de, dafs u n s ü berhau pt au s den ers te n s e chs D yn as tiee n fa s t gar
kei n bl
'

e im en
ge re n S in n e his toris che I n sc hrifie n e rh alte n ge i e b en s in d .

W as w ir au s diese r ältes te n Zeit be s itze n ge hört m ei s t den Pri vat


al tertüm em an . In de n Z eite n de r grofs en Eroberer de r 18 —
. 2 0 Dy .

n as ti e w u r de n E roberu n g eli s ten fas t v on j ede m Herrs ch er au fgezeichn e t .

D ie T u tm e s I II

Nam en di e S etis I u n
u m fas s en 3 00 — 4 00 d Ram s es H

.
,
. .

w eit ü ber 1 0 0 O rte u n d au ch n och di e Lis ten S che s chen k s I trete n an .

Um fan g kau m hi n ter den erw ähn te n zu rück Diese L is ten ge ben u n s .

den Um fan g d er ägyp tis chen M on archie m it z iem li cher Gen au igkeit an
u n d s in d au ch d ad u rch in tere s san t dafs s ie ei n e n e ograp hi s che n d
g u n ,

zu w eile n au ch lin
g u i s ti s che n Ei n bli ck in d ie Ä gy pt e n ben achb ar ten

Län der beson ders n ach Äthiopien n ach Paläs tin a u n d S yri e n hin ge
, ,

s ta tten Leider s in d dies e Lis ten n icht im m er z u v erläs s ig in de m ein


.
,

ze ln e Ko n i s w elche k ein e E roberu n gen au fzu w e is e n h atten oder den en


g ,

dies elben z u u n bedeu ten d ers chi en en ein fach L is ten de r Ero be ru n ge n
ihr e r Vorgän g e r ab s chreiben od er ex cerpiere n liefs en u n d dan n für i hre
Erob eru n gen in den In s chri ften au s ge ben Hierau s kön n en n atu rgem äfs .

le icht hi s toris che Ir rtüm e r e n ts tehen u n d s in d au ch in der That viel


'

fach en ts tan den .

D ie se T hats achs führ t u n s zu ei n e r w eitere n F ra e


g , w elche für die
kri ti s che Au ffas s u n
g d e r ä
gyp tis chen T e x te v on h ohe r B e de u tu n
g s e in

m u fe, n äm lich zu der, w elche Glau bw ürdigkeit dies e Texte den n u b er


hau p t v om S tan dp u n kte der hi s toris chen Kritik au s bean s pru chen d ürfen .
88 1 . B u ch . 5 . Kapitel .

der 2 2 D yn as ti e ze ichn e te s ich O s orkon II d u rch sein e Us u r pation en


au s I m allgem ein en is t es in solchen Fällen n icht
. sc hw er die U s u r
p ati on zu kon s tati erm , da es die Herrscher ge w öhn lich n i ch t für n ö tig
hi elten die früh eren Nam en z ers tören oder au ch les bar
, gan z zu n u r u n

zu m achen . W ir haben dem n ach in den Fällen ,


in w elchen ein Mon u
m en t z w ei Kön ig s n amen trägt, se lbs tv ers tän dh ch den älteren als den de s
S ch öpfers des Den km al es an zu s ehen . Dan eben g i e b t es a b e r ä lle,
F in

l
w e chen ein e s olche En ts cheidu n g de s Urhe bers gr o fes ,
oft u n u b er w in d
li che S ch w i erigkeiten u n s en tgegem tellt w en n es n ämlich dem Us u r
pe tor gelu n
ge n is t den Nam en Vorgän gers gan z zu z ers tören
s ei n e s

u n d w ir n u r an bedeu ten den


u n Merkz eichen das Vorhan den sein ein er
Us u rpation zu erken n en v erm ögen

Zu dies em Übels tan de Welchen die Ein s etzu n g n eu er K on igs


n am en in ältere T exte für di e Be n u tzbarkeit der ägypti s ch en In
s chr ifte n für hi s toris che Zw ecke du bietet, komm t ei n z w eiter w elcher

dem s elben Motive w ie di eser die Nichtachtu n g des frem den Eigen
tu m s s en ts prin gt E s is t dies di e S i tte ägyp tis cher K ön ige an s tatt
.

e i en s
g I n s c hr ifte n z u s am m en s tell en u n d a bfa ss e n zu l a s s en ein fac h
älte re In s chriften abzu s chreibs n u n d n u r ihre Nam en an S telle de rer
ihrer Vorfahre n e in z u s etze n S o hatte z B T u tm e s III s ein e S ie ge
. . . .

au f ein er gre fs en S tele zu Karn ak verherrlichen las s en ; als s päter


S e ti I sein e T riu m phi n s chrift ein grabe n lie fs li e fs er ein fach fün f Halb
.
,

z eil e n au s d er In schrift s e in es Vor än b h r ei ben d fü t


g g ers a s c u n g e n u r

n och ei n e Zeile ei en er Kom pos i tion hi N ch e tw as 1 0 0 J h


g n zu o a re .

ät s c hrieb Ram ses II I be i der Ve rhs rrlichu s ein er Ru hm es thaten


s
p s r .
g n

ein e Zeile v on der S tele T u tm s s



I II . ab . Noch be qu em er als di es e
Kön ige , w elche s ich w en igs te n s n u r S tücke au s frem den In s chrift en an
eign eten , m achte es s ich der Kon ig T aharka w elcher als er au f die
Bas is s ein er S tatu e tte d ie Nam en berten Gegen d en d er von ihm ero

ein gru b dabei ein fach die E roberu n gs lis te w e lche er an der Bas is
ein er S tatu e Ram se s II zu Karn a k fan d Wort für Wort u n d Ze iche n

.
,

fü r Zeiche n abs chrieb Dabei küm merte es ihn w eiter n i cht dafs er
.
,

w ie w ir u n ten s ehe n w erden di e gr öbs ten his torischen Irrt ümer be


g in g E r
g
. ab s i ch fü r e in e n E ro ber er M es opo ta m ien s u n d A ss
yrien s

au s w ähr en d vielm ehr e r von den Ass yrem ges chlag en w ard ; dan n
n an n te er s i ch den Bes ieger der Cheta ein e s Lan des w elches sei t

Jahrze hn ten ein e Provin z der as s yri s chen Mon archi e w ar u n d bis
w ohin se it Jahrhu n d erts n kein ägyptis ches Heer m ehr vorge dru n ge n
w ar Noch s päter s chrieb Nectan ebn s II in dem klein en T em pel zu
. .

1 ) Vgl . das B eis p iel b ei Wied eman n a. a


. O .
, S . 20 d
'

.
14 . Nation al ägyp tis che Q u ellen .
89

Med in et H ahn ein e S ieges lis te T ah ark as ab u n d behau p te te s9


_
Völker
bes ie gt zu habe n w elche län gs t u n bes tritten es Eigen tu m Agypte n s

W ie leicht es i s t, in derartigen Fällen die Abs chr ift ein er S ieges


lis te fiir echt zu halte n , w en n das Origi n al verloren g g
e an
ge n is t is t
klar S o is t es den n w ohl m öglich dafs m an che E robe ru li t
. n gs s e

ägyp tis cher Herrs che r w elche u n s j etz t vorliegt s i ch s päter als ei n

P lagia t herau s s tell t . D as ein z i


g e Mittel w e lches davor s chü tz e n kan n

hier in Irrtüm er zu verfallen liegt in der gre fs en Men ge des sr

der ägypti s che n Gesc hi chte si n d u n s so viele D en km äle r erhalten , dafs


di es elben vollk om m en gen üge n u m si ch in ihrem In halte gegen seitig
zu kon trolliere n . So s in d w ir n u r in den selte n s ten Fällen gen ötigt,
ein e w i chti gere T hats ache au f Gru n d n u r ein er Qu elle als hi s tori s ch
an n e hm e n zu m üs s e n . Wo die s j e doc h
ge s chie ht, m u fs im m er de r Vor
behalt gew ahrt bleibe n , dafs s ich dies e T hatsach e be i fe rn erer F ors chu n g
m ögli che rw eis e als ge fäls cht herau s s tellen kan n S o u m s tän d lich dies e r .

W eg a u ch an fan
gs e rs chein en ma g, er i s t d er ein z ig e, au f w e lchem es

mö glich s ein w ir d zu r Hers tellu n g ein er w irkli chen p


ägy ti s ch en Ge
s chichte zu
ge lan
gen . Da u n s di e Hilfs mitte l d er äu fs eren Kritik ,

w elche w ir bei Q u ellen u n ts rs u bhu n g en au f klas s i s che m Gebiete an w en

den k ön n en ,
in Ägypte n fehlen , m üs sen w ir u n s begn ügen ,
e in e u m so

s tren ge re in n ere Kri tik an das ü b erliefe rte Mate ri al an zu legen u n d


d ürfen überz eu gt s ein , au ch au f dies e Weise zu e in e m w irkli ch hi s to

D en beiden bis her bes prochen en Hau ptklas s en der ägypti s chen
M on u m en te , w elche u n s als his tori s ch es Qu ellen m ate rial z u e bote s tehe n ,
g
is t n och ein e dri tte Klas se hin zu zu füge n .

3) Kl ein er e Mon u m en te . Derarti ge Den kmäler s in d u n s fas t


au s allen P eri o den der ägyp tis che n Ges chichte in grofser Zahl erhal ten

K ön igs , u n te r des s en Regieru n g s ie ge ferti gt w u rden , u n d bes itze n fiir


d ie G e s chi chte etw a den selben Wert d en für an dere Völker die in
Agypte n gan z fehlen den Mün z en u n d Medaillen haben Ihre Au f
.

fin d u n g in gröfserer Zahl an ein er S telle bew eis t dafs der betrefien de


'

D is tri kt thats ächli ch z eitw en u n ter der H e sc


rr h aft d e s au f i hn e n
ge«

n an n ten He rrschers ge s tan den hat ; di e Au s de hn g


u n i hre r Fu n ds tätte n

ze igt zu gle i ch di e Au s d ehn u n g des ägyp tis chen Reiches in der de m

1 ) E in e Reih e von Beispi elen s olch er abges ch rieb en en In s ch riften b ei L u s h in gton ,

T n m act . of S oc . of B ibl arch V I , p 53 4


. . . .
I . B u ch . 5 . Kap ite l .

ligen Z
e it . Ebe n s o ihr hau fige re s oder s elten ere s Au ftre ten
ge s ta ttet
zu
gl ei c h e in en Rü ck s chl u fs au f die Bed eu tu n g u n d die Dau er der Re
g i e ru n
g d es F ürs ten des s en Nam en s ie tr age n E s is t für die ägyp .

ti s ch e Ge s chi chte e in fas t au s n ahm s los


g elte n der S atz dafs , j e m ehr
klein e Mon u m en te w ir v on K ön ige haben , e r
ei n em au ch u m so w i ch
tiger für u n s is t u n d u m gek ehrt, j e s elten er die Mon u m en te ei n e s

Herrs chers s in d, u m s o w en i ge r In te res s e bi ete t de rs elbe für di e G e


s chi chte de r .

Hierbei si n d u n te r de n klein ere n Mon u m en ten n i cht n u r diej en ige n


zu vers te hen d eren G röfs e ein e u n bedeu te n de i s t s on d ern ü berhau pt
alle di ej en igen ,
w elch e n u r ku rz e In s chriften tragen o d er n u r e le en t
g g
li ch e in z eln er Herrs cher g e de n ke n . Un ter di es en Mon u m en ten s pielen
e in e bes on d ers grofes Rolle :
D i e S k a r a b äe n Un ter die s em . Nam en vers teht m an oblon gs
B il de r de s S karabäu s käfers m it We glas s u n g de r Bein e au s harte m
S tein l as iertem Th on o der s elten e r a u s Me tall deren Un ters eite ein e
, g
latte F läch e bil det D er S karabäu s käfer se lbs t
(A e u c hu
g . t s sacer
) is t
e in e grofes Mis tkäfs rart . Ders elbe pflegt s ein e Ei er in ein e ru n de
Mi s tk u gel e in z u s chli efs en dies e v or s i ch her zu s chie ben u n d dan n zu

v e rgraben . D ie Ägyp ter erklärten dies e Ers chein u n g dahin , der Käfer
in d em E i s ich s el bs t u n d en tbe hr e d es We ib chen s So w ard
e rz eu
g e .

ihn en Tier zu ein e m S ym bole der s ich selbs t erze u gen de n Kraft
d as
u n d der Gotthei t ; au fs erd em aber au ch der s i ch n e u im L e ibe de s
Ve rs torben en bilden de n S eele des Men s chen u n d d am i t der Au fers tehu n g .

Dies er Au fers tehu n g glau bte si ch der Ägypter zu v ers ichern w en n er


e in en s olche n S k arabäu s a u s Th on n achahm te als Am u l e tt tru o der i n
g ,

s ein er Le i che an S telle des Herzen s n i e de rlegen liefs Man gru b dab ei .

a u f die glatte Fläch e e n tw e de r d en ei en en Nam s n


g e in o d er m an s e tz te ,

die heiligen Z eichen des Gottes dahin de s s en F ürs orge m an s ich an z u ,

vertrau en gedachte oder en dlich u n d di e s is t ein häu fi er Fall m


, g an

s etz te de n Nam en de s re gi eren den Kön igs au f den S karabäu s S o kan n .

m an w en n s i ch ein so lcher S karabäu s mi t K ön igs n am en bei e in er


Mu m ie fin det darau s m it S icherheit
,
di e Z
eit erk en n en au s w elcher

d i e s e Mu m i e s elb s t s tamm t .

D ie älte s ten erhalten en S k arabäen s ta mm s n au s der Zeit der


d ri tten Dyn as tie v on d em Kön ige —
Ne b k a Ra -
Im alten Re ichs s in d
,
.

di e s elbe n v erhältn i s m äfs ig s elte n , u m so häu figer da gege n in d er Zeit


der 1 3 bi s 2 2 D yn as tie ; dan
. . n w erd e n s ie w ie de r s el ten er u n d s elten er .

Au s der Z eit der P tolem äer u n d röm is chen Kais er s in d n u r


gan z v er

e in z elte Exem plare vorhan den ,


w ähren d es dam als in Rom S itte w ar d,
S karabäen als S chm u ckgegen s tan d zu tragen . D er Nam e d e s Kön igs
1 B u ch
. . 5 Kapitel
. .

T w pelthore u , die L am pe n halter u n Opferaltäre


d ,
di e heili ge n S chre in e

u n d all das heilige G erät in de n Te m peln selbs t . Vor allem a erb s in d


hier von gr o fser Bedeu tu n g :
'
D i e S ta t u en der Kön ige . Derartige P orträtbilde r s in d u n s

au s dem ägypti s chen Altertu m s in s ehr grofser Zahl erhalten so da fs


u n s von fas t allen bedeu ten deren ägyptis chen H errs chs rn di e Ges ichts

ge bekan n t s in d . Wen n au ch
im grofs en u n d gan zen dies e S tatu en

rei n s che m atis ch behan delt w orde n s in d u n d


gan z s teife le blo s e Kör e r
p
bes itzen , s o is t doch regelm äfs ig der Kopf der Bilds äu le sc harf in di
vi du alis iert u n d z eigt hö chs t le be n s w ahre u n d charakteri s tis che Z üge .

Brin gen n u n au ch di es e S tatu en kein e gerade zu n eu en T hats achen für


die Ge s chichts fors chu n g bei s o haben dies elbe n d och an u n d für s i ch
,

ein In tere s s e Man ches Ereign is w ird du r ch ein e Be trachtu n g der Züge
.

d e s Herrs chers w elcher m afs ge bs n d au f das s elbe ein w irkte bes s er v er


, ,

s tün dlich E s tri tt u n s e ben in dies en Köp fe n der Charak ter d es


.

Kön igs w en n au ch im m er in direkt doch oft klarer en tgegen als er


,

di es in der Ges chichte s elbs t thu n kan n Dabe i is t zu m G lücks die .

Modellieru n g der Porträtbüs ten fas t der ein zige Zw eig der Plas tik in
w elchem es den Ägyptern gelu n gen i s t s i ch vom H an dw erks zu r
Ku n s t au fz u s chw in gen in w elchem sie n icht n u r s chem atis che S te in
bil der vielm ehr leben s w ahre n atu r ali s tische W erke zu s chaffen ver

Neben dies e n kle in eren Mon u m en ten w elche der ägyptis chen

Fors chu n g hervorzu heben . E s s in d dies die Erw ähn u n gen , w elch e v on

der g ö tt l i c h e n V e r e h r u n g ein zeln er H e rrs c her gem acht w erd en


u n d s o erken n e n las s en , in w i e hohem An s ehen der betreffen de Kön ig
be i der Nachw elt s tan d Dies e göttliche Verehru n g ri chtete sich der
.

ägyptis che Kön ig bere its bei s e in e n Lebz ei te n ein er erbau te s i ch

Tem pel u n d s tellte Pri es ter an w elche s ein e r göttlichen Pers on Opfern
,

In T em peln Rams es II s ieht m an sogar häu fig in den Reli s fs



sollten . .

den Kön ig se lbs t ers chein en w ie er s ein em eige n en göttliche n E ben bilde
,

w e ihräu chert u n d ihm Gaben an Früchte n u n d Broten w eiht Dies er .

Ku lt bes tan d j eden falls so lan ge der Herrs cher lebte ; n ach se in em T ode
,

j ed och hin g es gan z v on dem gu ten W ill en s ein es Nachfol e rs u n d der


g
Pri es ter ab ob s ie den Ku lt fortbes tehs n las s e n w ollten oder es fii r
,

bes s er hi elten die i hm gew idm eten G e lder u n d Län dereien an derw eitig
,

zu verw erte n D afs letz teres se hr häu fig ge s chah zeigen schon die
.

bedrohen pflegen l
w e che

an ihren Ein richtu n ge n zu rütteln w agen


g 14 . Nation al ägyp tis ch e Q u ellen . 98

Je an gs s e hen er ei n Kon ig w ar u m so län ger blieb au ch se in e

Verehru n g bes tehen ; so Kön i ge n och Jehr


w u rden die w ichtigs ten
tau s e n de n Tode an gebetet Dies geschieht beis piels w eise m it
ach ihr em

Men es dem Grün der des ägyp tis chen Reiches mit Cheop s u n d C heph
, ,

ren d en b eiden grofs en P yr am ide n erbau ern mi t Ram s es II 11 a m . . . .

D abei i s t es m erkw ürdig dafs ein zeln e Ku lte ll an ge Jahre fas t voll
komm en verges s en w u rden u n d dan n mi t ein s mm ale w ie der au ftreten ,

ofien bar w eil der ein e od er an de re He rrs cher für de n betreffen de n


Vorgän ger ein e bes on dere S ym pathie em pfan d S o w ard der Ku lt des .

Cheops n i cht lan ge n ach s ein em Tode verges s en bis er du rch die
P s amm etiche n w iede r in Aü M e ka m u n d n u n ein e Zeit lan g in
Ehren blieb .

4) M o n u m e n t e v o n P r i v a t p e r s o n e n Ne ben den dre i be .

s ro ch en en
p K las s e n v on D e n km älem d ere n E n ts teh u n
g w ir d e n K ö
n i ge n se lbs t verdan k en ,
haben w ir der Mon u m en te zu geden ken w elche ,

du rch Privatperson en in dem ägyptis che n Al tertu m s erri chtet w u r den .

Dies e brin gen zahlreiche De tails au s der Ges chichte ein zeln er Pri e ste r
u n d Beam ten zu u n s e rer Ken n tn is u n d w e rfen da du r ch oft ein w i chtige s

L icht au f di e gan ze Zeitp eriode in w elcher dies e Leu te lebten Von .

bes o n d ers grofsem Werte s in d n ach die se r Richtu n g hin die Biographi es n ,

w e lch e v on vers chied en en ein fiu fs rs ichen Män n ern an de m ägyptischen

Hofe s ich erhal ten haben Das ältes te Beis piel ein er s olchen Bi ographie
.

is t die des Un a au s der 6 Dyn as ti e fas t d as ein zige De n k mal w elche s


.
, ,

au f die Ges chi chte des alte n Re iche s e in gröfs eres Li cht w irft I n der .

Folgezeit s in d Biographies n s e lten u n d au ch u n ter der 1 2 Dyn as tie


,
.

bes chrän ken s ich die Beam ten m ei s t darau f ihr e Verdien s te u m Ägyp ,

te n u n d den Kön ig im allgem ein e n herv orz u he ben fii hren aber n u r


se lte n ge n au er au s w orin den n die s e Ve rdi en s te eigen tlich bes tan den
habe n . Ein en u m s o gröfs eren Au fs chw u n g n ahm di e s e Litte ratu r
t t z u r Z ei t der 1 8 D n as ti e I di es er b e d e k e la e B i o
g a u n g y
. n . c n n
g
h i ee n i cht n u r di e S telen s on dern a u ch d ie Wän de der G r ab
g p
ra n

kam m e rn u n d lehren u n s die ein z eln e n Gen erals u n d H ofbeam te n mit


ihre n Fam ili en u n d S klaven im Kri eg u n d im Frieden ken n en
,
S ie .

z ähle n die Feldz üge au f an den en di e Män n er teilgen om m e n haben ,

be richten i hre H elden thaten u n d verges s en n i cht hin zu z u fügen w ie der ,

K ön i g sie m it Orden u n d Ehren ketten ges chm ückt oder du rch ein en
n eu en Tite l au s ge zeichn et habs Ein z eln e dieser In s chriften w ie die
.

d es Ahm e s in E l Kab oder die des Am en emheb zu Theben s in d für


die Zei te n w elc he si e behan d eln v on gru n dle en de r Bed eu tu n g
g I n .

d en folgen den P eri oden in w elchen die Macht Ägypten s im Nied er


f e hlen die B iographies n fas t volls tän di w ohl w eil es an
g g
a n e w ar , g
94 I . B u ch . 5 . Kap itel .

M ä n n ern fe hlte, d eren The ten au fz eichn en s w ert gew es en w äre n . Ers t in
d er Zeit d er Freiheitskäm pfe der Agyp ter gegen die B abylon i er u n d
P ers er w erden s ie w ieder häu figer u m in der Ze it der P tolem äer gan z ,

zu vers chw in den .

Neben den direkt his toris chen An gaben w elche u n s derartige


G rabms chriften v on Privatper s on en geb en s in d dies e T exte au ch d a

d u rch v on In tere s s e dafs s ie u n s di e F amilien bezis hu n gen der Män n e r


,

v or Au ge n füh ren w elche au f die ä p ti s che Ge s chichte ein e n A


gy u s

s chlag eh e n den E in flu fs au s ge übt haben S ie ze ige n u n s die e in z eln en


g .

H ofbeam ten u n Pries ter


d in ihre n Vers chw äg eru n ge n s ie
ge ben die
Hofran gli s te v om Kön ige bi s zu m Han d w erker in z iem li cher Voll
s tän di gkeit, s ie erw eis en den grofs en E in fiu fs , w e lchen d as Prie s tertu m
in allem u n d j ed em au f die ägyp tis che Poli tik u n d Verw altu n g au s

ü bte . Galt doch in Ägypten so


g ar di e Ordn u n g der S tän de als e in e

v on de r Gotth eit fe s tges e tz te, k on n te al s o n u r m i t d er Hilfe p rie s ter

li cher Fürs p rac he du rchbr ochen w er den . Un d zw ar :


w ar die s n i cht
e tw a m i t de r Ordn u n g d er Kas te n ,
w elche s i ch in ihre r in dis che n Form
in Ägypten n icht n ac hw e is en vielm ehr m i t
las s en der Fall s on dern
der gan z en Reihe aller Be ru fe E s is t ein n och u n e di erte r P apyru s
.

erhalten geblieb en w elcher u n te r de m T i tel


,
D as Bu ch v on d em w as ,

e rs chu f d er G o tt Pta h alle i n der Welt v ork omm en den Din ge ihre m
Werte n ach au ffi1 hrt Dabei begin n t ders elbe mit dem Him m el u n d
'

den Him m els körp ern dan n folgen G e ge n s tän de der E rde Berge u n d
,

Meta lle hierau f der Kön i g u n d s ein e Fam ilie dan n Beam te u n d
O ffiz iere u n d s o geht e s fort bis zu den ein z eln en H an d w erkern w elche
, ,

alle in a bs tei gen d er Re i he n folge au ftr ete n D er ga n z e Te xt läfs t s i ch .

u n s eren Ran gli s te n volls tän di g zu r S eite s tellen u n d i s t für d e s ägyp


ti s che Ku ltu rleben v on der gröfs te n Bedeu tu n g so d afs ein e e n t
s re ch en de P u blik ati on d e s se lben s ehr w ün s ch e n s w ert s ein w ürde
p .

Ähn lich w ie w i r du rch dies e In s chriften u n d Biographi es n e in zeln e


w i chtige N otiz e n erhalten g e s chi eht die s d u r ch d i e In s chriften d e r

S ta tu en v on Privatpers on en u n d der zahllo s en klein eren Gege n s tän d e ,

w e c l he die s elben in ihren G räbem au fs tell en lie fs e n oder au ch du rch

die In s chriften di es er Graber selbs t I m grofs en . d gan ze n freilich


u n

is t das In tere s s e w elches die s e D en k mälerkl as s e darb iete t m ehr e in


ku ltu rhi s tori s ches D ie An gab en ge w ähren u n s di e M ögli chk eit, d e n
.

Hin tergru n d au fz u bau en , au f w elchem s ich die ägyptis che Ges chichte
ab s pi elte ; au f di es e G e schi chte s e lbs t w e rfen s ie n u r ein z eln e S chlag

li chter An ders eits liegt in dies en ku ltu rhi s tori sche n Notiz en
. w e lch e

1) J e tz t i m B ri tis h Mu s eu m
I . B u ch . 5 . Kap itei .

d ie s elben i cht gen au be folgte , z u r S trafe


n Blitze ers chlagen w ard
v om .

In der F re ilas s u n g de s S klaven Vin diciu s du rch Bru tu s u n d Valeriu s


w ar e in s ch la
g en de s Beis piel der S itte der Vin d ik ation ü berha u pt ge
g e ben . Ähn li che Berichte fin den w ir b ei den Ju den S o w ird das .

G e s e tz : W er de s Herrn Nam en läs tert ,


der s oll des Todes s terben u n d
di e gan ze Gem ei n de s oll ihn s tein
igen daran exe m pli fiz iert dafs er
z ählt w i rd, ei n Man n Is raels habe G ott geläs tert u n d s ei au f des s e n
B efehl ge s tein igt w orden Gan z an alog w ird an an dere n S tellen ge

z ei t
g w i e s ich u n rein e Le u te bei der Feier des P as s afs s tes zu ver
halten haben oder dafs Erbtöchter n u r in n erhalb ihre s S tamm e s
he irate n ll
s o en u m die s em s ein Bes itz tu m u n ge s chm älert zu er
halten
Ebe n s o w ie w ir dies em S age n m otiv das u n s be i S e mi te n u n d
In dogerm an en in gle i che r We ise en tgegen tri tt , au ch in Ä gyp ten be

g g
e n en , so fin d en w ir hi er fas t alle die s agen bilde n de n Motive w ieder,
d eren Ken n tn is w ir du r ch an dere Völker g e w on n en haben . E s bil deten
s ich S agen ü ber di e En ts tehu n g be deu ten der Mon u m en te w ie d er P y
r ami den de r Tem p el u n d der du rch ihre k ün s tleris che Au s führu n g
o d er bes on ders hohes Alterthu m m erkw ürdi gen S tatu en u n d Ku n s t
g g
e e n s tän de . Ihr Urs pru n g w ard in Z eite verlegt
n ,
in den en die Götte r
n och m i t d en Men s c hen m gin gen
u oder mit w ichtigen Be ge ben he ite n ,

d eren das Volks bew u fs ts ein s i ch n och e rin n erte , in Verbin du n g ge s etzt .

A u f die se Weise erklärt s i ch vielleicht die v on Herodot erw ähn te S age


v on der Erbau u n gPyram iden d u rch den H irten P hilitis A n ge
de r .

h eime T h üre n kn üpften s ich Lege n den w ie an das Au fs en thor de s


S chatzhau se s Ram se s I I I in Me din e t H ah n die S age von den beide n

.

d ie bis c he n Brüdern u n d de m Kon igs Rhe m ps in it W ie n atürlic h de r


ar tige S a en bild u n en
g g s in d z e ig t a m be s te n d e r U m s ta n d d afs d ie

g lei che S a
ge z u v e r s c h ied e n e n Z ei ten u n d an v e rs ch i e d e n e n O rte n

w ie der au ftau cht s o b e i dem S chatz hau s e d e s H ri e u s in Orchom en os


5
, y
bei de m de s Au gias in Eli s au fs erdem abe r au ch in ähn liche r Form
b ei Bu ddhi s ten T ürken Ru s s e n u n d i m S an s kr i t
, , .

Doch n icht n u r an Bau te n kn üpften die S agen an s on dern au ch


an w i chti e E re i n i s s e u n d Per s ö n li chkeiten S o b e i h t t d P ap ru s
g g r c e e r y .

1 ) 8 51 0 8 . 2 4, 10— 23 .

2 ) 4 Mos . 9, 5 — 1 4 .

3 ) 4 Mos .

36 1 1 2
, .

4) H em d I I , 1 2 1 . .

5) P au s an i as I X, 3 7 .

6) Ch e re x, F agr . 6 beim S chol . zu Ari s t0 p lran es , Nu be s V, ( Mu lle r

63 7 .
5 14 . Natio n al -
ägyptis ch e Q u el len .
97

S allier I . in legen den hafter Form v on dem An fan gs de s H yks os kr ieges


u n d d en S treitigkeite n z w i sche n den Kön igen Ap epi u n d Ras eken en .

Mehrere Papyri behan deln in ähn licher Ar t di e Beziehu n ge n der


Kön ige der 1 2 . Dyn as tie zu As i en . D ie Eroberu n g ein er
p h ö n i z i s ch e n

S ta d t d u rch d en G en eral T hu tia zu r Zeit T u tm e s III fan d


bekan n ten

.

berei ts 3 0 0 Jahre n ach de s s en T ode ein e n B earbe iter w elcher d em


dam alige n Z e itges chm ack s en ts pre ch en d d ie Ge is terbe s ch w öru n gen u n d
den Z au b ers tab T u tm es III ein e grofse Roll e s pielen läfs t

. .

Merk w ürdig is t dabei di e Ers chein u n g dafs die ägyptis chen Herr ,

s che r u m ihren Ru hm z u e rhöhen s e lb s t die Bild u n g ei n es S a en kreis es


, g ,

ihre eigen e Pe rs ön lichkei t beförderten bz w s elb s t d erartige S agen .

e rdi ch te te n u n d dan n an öffen tlichen O rten in S te in ein gem e i feelt au f


s te llen li efs en S o s te llte Ram s es XIII b ei dem C hu n s u tem pel in
. .

Karn ak ein e grofes S tele au f in w elcher er s ein e Beziehu n gen zu ,

As ie n behan delte u n d erzählte w ie e r ein e n Gott d orthin ges an dt hab e , ,

u m se in e S chw ägerin di e To chter ein es Kön igs y on B echten v on der ,

Bes es s e n h eit z u heilen Dabei zeigen s ich s o z ahlreiche n achw eis bar
.

u n ri ch ti e De ta ils u n d Vers tö fs e
g g g
e e n di e G e o ra
g p hi e u n d C hron olo i e
g ,

dafs m an di e I n s chrift k ein en fal ls als ein his tori s ches D oku m en t be
trac h te n darf Ähn lich w i e die En ts tehu n g dies er S tele is t au ch das
.

sogen an n te Gedicht des Pen tau r z u beu rteilen w elches in phras e n


haftet F orm u n d mi t übers chw en glichen L ob s prüchen ein e an gebliche
H eld en tha t Ram s e s II in dem grofs e n Kr iege gegen die C hetas preis t

. .

Eben di es e Überschw en gli chkeit des Lobes m u fs v on v orn herein die


hi s to ris c he Ri chtigkeit de r be ri chte ten Ereign is s e in Frage s tellen be
s o n d ers w en n der Kön i g be hau pte t s ich allein m it der Hilfe des Gottes ,

Am o n du r ch 1 0 0 0 0 F ein de hin du r chges chl age n z u hab en I n d er That .

z ei t u n s d er glü cklicherw ei s e e rhalten ebliebe n e his toris che Be ri cht


g g ,

w el c he r le ichfall s v on Ram s es II hers ta m m t, w as w ir v on d e m


g g an z en .
.

Te xte zu halten haben Ram s es II w ar m it dem Vortrab s ein e s He eres


. .

e in e s Tag e s du rch eigen e Un v e rs ichtigke it v on dem Gros des selben


a b e s c h n i tten
g w e rden h atte ein v erm han z tes
,
L a er b ez iehe n
g u n d s ich

in dies em bis zu m n ächs ten Tage ve rteidigen m u s s en An di es em .

brac hte ihm das übrige H eer E n ts atz u n d s chlu g die Fein de s o dafs ,

der Kam pf des Kön igs n i cht s ein em pe rsö n li chen Mu te zu zu s chreiben
is t e r v ielm ehr n u r der N ot gehorchte D afs Ram s e s s päter se in e .

H eld e n tha t au f den T em pelm au s m au fzeichn en li efs z ei


gt n u r s e in e

p ers ö n li che Eitelkei t ,


m acht dieselbe aber u m n ichts glau blicher .

l ) D afs P en tau r n ich t d er Verfas s er des W erkes , s on d ern n u r der Ab s ch reibe r


d es s el b en w ar, ho b Em
r an , Neu ägyp t . G rammatik, S . 7 h ervor .

Wie d m
e a n n . p h G hi ht
Ägy ti s c e es c c e. 1 .
98 1 . B u ch . 5 . K ap itel .

Bi s in die Ptolem äerz eit bli ebe n derarti ge S e gen b eliebt W ir be .

si tz e n au s di es er Zeit de n s ogen . d e m otis chen Rom an des S etn e ein e


Z au berges chichte, in w elcher Tote au fers tehen u n d au f Erden w an deln
u n d in d er das grofes Za u b erbu ch des s en Ken n tn is Ein blick gew ährt
in alle Geheim n is s e des Him m els u n d der Erde ges u cht u n d gefu n den
,

w ird . D er Held
Erzählu n g S etn e w ir d der glei chge s e tz t d em b ek an n ten

C hä em u s t ein em S ohn e Ram s e s II dafs au ch hi er die S age an



- -
so .
,

e in e h is toris che P ers ön lichkeit an kn üp ft

S o is t d en n dies er S agen in
die Z ahl Agyp ten e in e u n
ge m e i n

g rofes . Au f zahlreichen P apyris u n d S telen w e rd en s ie er w ähn t u n d


m ehr oder w en iger au s fü hrlich b e ri chtet ; s i e w u rden de n grie chi s c e nh
Re i s en den als w ahre p
ägy ti s che Ges chi chte erz ählt u n d v on ihn en ihre n
Werken zu g ru n de geleg t w as b ereits ein en Rücks chl u fs au f deren
his toris ch e Glau bw ürdigk e it ge s tattet Eben s o w en ig , w ie w ir ab er zu .

d en v on dies en berichteten S agen Zu trau en bege n dürfen d ürfen


d ie u n s m on u m en tal überlieferten als ein e w ahre G e schichts qu elle he
n u tzen .

Dam it w äre n w ir En de der Bes prechu n g d er hieroglyphis chen


zu m
Qu ellen für d ie ägyp tis che Ges chi chte gelan gt w elche de n Z w eck hatte , ,

e in e Übers icht des vorhan den en Qu ellen m aterials u n d s e in er vers chie


d en Klas s en zu e ben v or allem aber zu z e i en
g d f w ir die
en g a s

ägypti s chen Qu ellen n i cht ein fach als ze itg en ös s is che au then tis che
Ze i s s e u b e r Ägyp ten
n b e trac hte n d ürfen s on dern d afs w ir an di
gu e

s elb en e be n s o gu t w ie a n di e
g riechi s chen u n d röm i s c hen Q u elle n

Kritik an legen m üs s e n ehe w ir s ie fiir die Ges chi chte s elbs t verw erten
u n d b en u tz en dürfen .

5 15

As i ati s ch s emi tis ch e Qu ell en .

Um fan g u n d Wert treten die s em iti s chen Qu ellen zu r ägyp


An
ti s ch e n Ges chichte n atu rgem äfs w eit hin ter den n atiön alägyptischen
zu r ück doch verdan ken w ir den s elb en m ehrfach u n d n i cht blofe in
D eta ilfi e gen w i chtige Au fs chl äss e ü ber Ägyp ten u n d s ein e Beziehu n gen
zu m Au s lan ds Ein e Bes prechu n g derselben erfolgt am b es ten in
.

ethn ographi sch er Re ih en fol e


g .

1 ) J ü d i s c h e Q u e ll e n B ei den n ahen Be ziehu n gen w elche v on .


,

alters her z w is chen Ägyp ten u n d den Ju den m e hrfach s tattgefim den
haben is t e s n atürlich w en n w ir im Alten T es tam en ts m ehrfa ch E r
w ähn u n e A t fi d B it i d h ft T il d
g n
gyp e n s n e n e re s n e n s age n a e n e en es .

e rs ten Bu che s Mos i s tre ten s olche au f Abraham zi eht n ach dem Nil ,
1 00 1 B u ch
. . 5 . Kapi te L

läs ten s ie fgez eichn et oder in der en Bibli othe k s ie au fbe w ahrt w erden
au

s ollte n ,
abgefafs t, so dafs s i ch ein e rein as s ris che
y ärb u n
g d er B eri chte F
v on v orn he rein erw arten u n d au ch thats ächli ch n achw eis e n läfs t . Daz u
kom m t, da fs au c h in an deren Beziehu n ge n ihr I n halt d u rchau s n icht
hi s toris ch treu is t u n d teilw e is e h ö chs t p han ta s ti sche Au s schm u cku n gen
en thäl t . So w ird in ein er An n alen in s chrift erz ählt As arhaddon hab e
_

be i s ein e m Z u
g e v on Ra phi a n a ch Ägypten w ähren d ein es Marsche s
v on z w ei Tagen in der W üs te z w eiköpfige S chlan gen getro ffen
Offiz ielle In s chriften w elche derartige Din ge be richten k ön n en als
au then tis che u n d au ch in den Ein z elheiten verläs s ige Qu ellen
zu n atu r

ge m äfs n icht vertrau en s volle Verw en du n g bean s p ru che n Au ch . für die


G en au igkeit der geographis chen An gaben der as s
yri sc hen An n alen er

w e ckt es n icht gerade gro fse s Vertrau en , w en n As s u r ban ipal v on Lydi en


behau ptet , es s ei Bezirk j en seits des M eeres
ei n

Zu di e s en in n ere n Be den ke n w elche der Be n u tz u n g ,


der as s yris ch e n

In s chriften S chw ierigkeiten in den Weg legen kom m en w eitere w elche "

, ,

in der Natu r der as s yris chen S chrift begrü n det li egen D ie Un s i cher .

heit der Les u n g u n d die Polyp hon ie m ehrere r S il ben z eichen die n och
u n ge n ü e n d
g d u rchfo rs chte G ram m atik u n d S p rache d e r I n s c h rif ten

zw in
g en zu ein e r v o rs ichtigen B e n u tzu n g der in M es op otami en u n s

erhalten e n Q u ellen in s chriften tr otz d es reichen Z u w achs es w e lch es

u n s er hi s toris ches Material du rch dies elbe n erhält .

D ie letz ten au f Ägypten bez ügli che n An gaben d er as s yri s chen


An n alen s tam m en au s d en ers te n Jahren As s u rb an ipals au s d er s pä
te ren Zeit s e in er Regieru g ha t si ch ebe n s o w en i
n
g w i e au s der s ein er

Nachfolger etw as his to ris ch B em erken s w ertes in As s yrien erhalten .

3) B ab ylo n i s che Qu e lle n . An di e y Q u ell en s chlie fs en


as s ri s che n

s i ch ze itli ch die babylon is chen an . Diese babylon is chen In s chriften der


j ün gere n Zeit m u fs ten bei de n zahlrei che n Beziehu n ge n bes on ders
Ne bu kadn ez ars zu Agyp te n v on gro fs e m In ter es s e s ein ; l ei der is t u n s

j e d o ch v on ihn en fas t n i chts erhal ten


geb li eb en . Nu r für die G es chichte
d er Bau ten u n d Kan alan lagen des Kön igs haben die babylon i s chen
Texte bis her w ichti gere Re s u ltate er eben
g . V on his toris chen In schriften
hat s ic h n u r ein Bru chs tück erhalte n
3
,
w elche s in s e in em S tile u n d
s e in e r fi z ählu n
g s w e ise den as s
y ri s ch e n An n alen in s chrifte n vollk omm en
an alo
g is t . D er Wert der b etreffen den Doku m en te w ird daher w oh l

1 ) D elitz s ch , Wo lag das P aradi es ? S . 1 48 .

2) V Raw ] . 2 . 95 .

3 ) Bes p m ch en W iedeman n ,
A gyp t Z e its chr 1 8 7 8, S . . . 87 E ; p u b l
. . Pi n ches ,

T ran s act . of th e S o c . of B ibl Ar ch VI I , p


. 21 0 s qq
. . .
5 15 . A s iatis ch s emiti s ch e Q u ellen .
1 01

au ch dem Werte der as s yri s chen Texte en ts prechen d . h . n ac h An


legu n
g ein er ge w is s e n Kritik ein für di e G es chichßk u n de recht be
d eu ten der s ein . Au ch im In te res s e d er ägyp ti s chen G es chic hts fors chu n g
w ü rd e dem zu folge liege n , w en n
es ein m al die T rü m m e rhü el Bab lon s
g y
gr ün d