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Die Immatrikulation

Für die Zulassung zum Studium an einer deutschen Universität

muss man das Abitur haben. Entscheidend für die Immatrikulation

ist in vielen Fällen die Abiturnote. Diese Note berechnet man aus

den Leistungen der letzten zwei Schuljahre und den Noten der

schriftlichen und mündlichen Abschlussprüfungen.

Den Notendurchschnitt braucht man für viele Studienfächer, die

zulassungsbeschränkt sind und einen so genannten Numerus

Clausus haben. Dies sind meist beliebte Fächer, die viele

Schulabgänger studieren möchten, wie etwa Medizin, Jura oder

Wirtschaft.

Germanistik ist heute meistens nicht zulassungsbeschränkt. Man

kann sich also direkt an der Universität um einen Studienplatz

bewerben und sich dort immatrikulieren lassen. Dazu muss der

Studienbewerber sein Abiturzeugnis im Original, seinen

Personalausweis und ein aktuelles Passfoto vorlegen. Obligatorisch

ist auch eine Krankenversicherung. Wenn man alle Unterlagen

eingereicht hat, bekommt man sein Studienbuch und den

Studentenausweis. Generell ist das Studium in Deutschland

kostenlos.
Der Neuimmatrikulierte muss sich Orientieren, was für Vorlesungen,

Seminare, Übungen, Sprachkurse er besuchen soll. Zuerst macht

sich der Studienanfänger mit der Studienordnung für seinen

Studiengang bekannt. Hier ist festgelegt, welche Inhalte zum

Studium gehören und welche Leistungen für einen Abschluss

erbracht werden müssen. Man findet die Studienordnung meistens

im Internet auf der Homepage des entsprechenden Fachbereichs

oder Instituts. Dann stellt man sich seinen Stundenplan zusammen.

In Fächern wie Medizin, Jura und in den Naturwissenschaften gibt es

einen festen Stundenplan. In allen anderen Fächern ist die Wahl

relativ frei.

Die Universitäten veröffentlichen für jedes Semester ein

kommentiertes Vorlesungsverzeichnis. Darin sind alle

Lehrveranstaltungen nach Fachrichtungen aufgeführt. Der Student

muss auswählen, welche Kurse er besuchen möchte. Wenn ma

verschiedene Fächer hat, können sich die Lehrveranstaltungen im

Stundenplan überschneiden und die Studenten müssen selber

entscheiden, wo sie ihre Prioritäten setzen. Sehr behilflich dabei sind

die Orientierungseinheiten - Informationsveranstaltungen zum

Semesterbeginn sowie Studienberatungsstellen. Wenn man die


Seminare und Vorlesungen für seine Module ausgewählt hat, muss

man sich in der Regel zu den Veranstaltungen anmelden. Das geht

meistens online.

Das Studienjahr an deutschen Universitäten wird in zwei Semester

geteilt: das Wintersemester (Oktober - Februar) und das

Sommersemester (April-Juli). Die Ferien dazwischen, genannt

„vorlesungsfreie” Zeit, sind dazu da, um Referate und Hausarbeiten

vorzubereiten. Die Eigeninitiative der Studenten gehört zu den

Grundprinzipien der Universitätsausbildung in Deutschland. Man

muss viel eigenständig arbeiten, zu Hause sehr

viel vorbereiten und nachbereiten und sich selber Wissen anlesen.

Deutschland hat 1999 den Vertrag für die “Bologna-Reform”

unterschrieben. Darin verpflichten sich 45 europäische Nationen,

einen einheitlichen Bildungsraum zu schaffen. Das bedeutet, dass all

diese Länder spätestens bis zum Jahr 2020 ihre Studienabschlüsse

auf Bachelor und Master umstellen wollen. Mit dem Bachelor und

dem Master werden die traditionellen Studienabschlüsse in

Deutschland - das Diplom (für die naturwissenschaftlichen und

technischen Fächer) und der Magister (in den sozial- und

geisteswissenschaftlichen Fächern) - abgeschafft. Künftige Lehrer,


Juristen, Mediziner und Pharmazeuten müssen wie früher in den

meisten Bundesländern eine staatliche Prüfung, das sogenannte

Staatsexamen, ablegen. Auf lange Sicht sollen aber auch hier die

Studienabschlüsse Bachelor und Master eingeführt werden. Nach

wie vor ist eine Promotion, also das Erlangen der Doktorwürde, nur

an einer Universität möglich und setzt einen sehr guten

Masterabschluss voraus.

Das Hochschulsystem in der Ukraine unterscheidet sich in einigen

Punkten vom deutschen. Für die Immatrikulation an der Universität

muss man die entsprechenden Unterlagen bei der

Aufnahmekommission einreichen, darunter die Zertifikate der

Zentralen Hochschulzulassungsprüfung. Für das Kunststudium und

Musikstudium legt man gewöhnlich Aufnahmeprüfungen ab.

Die Immatrikulation erfolgt im Auswahlverfahren, denn die Zahl der

Studienplätze ist für alle Fachrichtungen beschränkt. Im

Allgemeinen ist das Studium an den staatlichen Hochschulen in der

Ukraine kostenlos. Traditionell bekommen die Studenten sogar ein

kleines monatliches Stipendium. Einige Studienbewerber, die die

nötige Durchschnittsnote nicht erreicht haben, können gegen eine

Gebühr studieren. An Privathochschulen ist das Studium generell

kostenpflichtig. An den meisten ukrainischen Hochschulen ist das


europäische zweistufige System der Studiengänge eingeführt, d.h.

(das heißt) das Studium gliedert sich in zwei Zyklen: den

Bachelorstudiengang und Masterstudiengang. Das Bachelor-

Studium dauert vier Jahre. Ein guter Bachelorabschluss und eine

bestandene Aufnahmeprüfung berechtigen zu einem

anschließenden Masterstudium, das 1-2 Jahre dauern kann.

Die ukrainischen Studenten studieren in festen Gruppen und nach

einem festgelegten Studenplan. An den meisten Hochschulen

herrscht Anwesenheitspflicht. Daher muss man jeden Tag von

Montag bis Freitag bzw. (beziehungsweise) Samstag am Unterricht

teilnehmen und drei bis vier Doppelstunden pro Tag besuchen.

Jedes Semester endet mit einer Prüfungszeit. Während der

Prüfungszeit müssen die Studenten insgesamt bis zu zehn

Vorprüfungen und Prüfungen ablegen. Die Leistungen werden

in das Studienbuch (die Matrikel) eingetragen. Die begabtesten

Studenten, die in ihrem Studienbuch nur sehr gute Noten haben,

bekommen zum Abschluss ein Diplom mit Auszeichnung.