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Fahrradunfall (Distalradiusfraktur mit

Hüftgelenkkontusion)
Am 22.03.2019 habe ich meine Fachspracheprüfung in München zum ersten mal
gehabt und bestanden. Die prüfungsatmosphäre ist sehr angenehm und gar nicht
stressig. Man muss nur einigermaßen gut Deutsch sprechen, die medizinischen
Kenntnisse spielen keine Rolle, nur die Fachbegriffe sind wichtig.
Der erste Teil:
Die Patient spricht sehr deutlich und versucht den Unfallhergang so genau und
langsam wie möglich zu erklären. Man muss immer Fragen stellen, wenn man was
nicht versteht, selbst wenn es ein Wort ist, immer fragen.
Er erzählt viele Details über seine Vorgeschichte und Famiele und man muss
darauf Aufmerksam machen, alles wird im dritten Teil nachgefragt ( es geht nur
um die Sprache).
Der zweite Teil:
Olaf Seitz, 69 J, 1,71 m, 81 kg
Allergien:
Penicillinallergie, zeige sich als Exanthem( Hautausschlag)
Genussmittel:
Exraucher mit 7,5 PY ( eine Schachtel alle zwei Tage), Rauchstopp vor 10 Jahren.
trinke jeden Abend ein Glas Rotwein und am Wochenende 2 Glässer Rotwein.
ehemaliger Kontakt mit Drogen (Cannabis)
Sozialanamnese:
berenteter Reiseverkehrskaufmann, verwitwet( hat gesagt: die Frau ist vor dem
letzten Jahr gestorben, dann haben sie mich gefragt: welches Jahr? 2017), habe
zwei erwachsene Töchter und wohne allein.
Familienanamnese:
Der Vater sei an Gehirnmetastasen gestorben, habe an einem Hautkrebs gelitten.
Die Mutter leide seit über 30 Jahren an einer Leberkrankheit( gesagt: sie war in
einem asiatischen Land)
Aktuelle Anamnese
Herr Seitz, 69 J, stellt sich bei uns nach einem Fahrradunfall vor, der heute
Morgen passiert sei( ich habe vergessen zu Fragen, wann genau??).
Der Patient war auf dem Weg zur Bäckerei( ich habe gesagt zur Arbeit!!! Er ist
berenteter :D, ich weiß nicht wie ich auf diese Idee gekommen bin, vielleicht weil
der Unfall heute Morgen passiert ist!!!), als er plötzlich einem Mottorrad habe
ausweichen müssen. Er sei auf das linke Hüftgelenk gestürzt und habe sich mit der
linken Hand abfangen müssen. Dabei habe er einen Helm getragen.
Der Patient berichtet über drückende Schmerzen im linken Handgelenk, die von
Schwellung, Abrasionen in der Handinnenfläche (patient hat Abschürfungen
gesagt), sowie Parästhesien in den mittleren Fingern(gesagt: komisches Gefühl)
begleitet seien.
Die Schmerzintensität betrage 7/10 mit Schmerzspitzen von 10/10 wenn er den
Arm bewege.
Zudem klagt der Patient über Schmerzen im linken Hüftgelenk mit einer Intensität
von 6/10. Er könne das Bein vollständig bewegen und sei zu uns zu Fuß
gekommen.
Außerdem habe er Übelkeit wegen der Schmerzen.
An vorerkrankungen seien bekannt:
-Typ-2-Diabetes mellitus seit 19 Jahren, eingestellt mit Metformin 1-0-1( er hat
gesagt: nur eine Tablette vor dem Essen aber der Name entfällt ihm)
- Pedikulose seit 10 Tagen, benutze dagegen Dimeticon als Öl ( gesagt: Kopflaus
und wurde von dem Enkelkind angesteckt)
- Vor 6 Wochen habe er eine Lebensmittelvergiftung gehabt und sei im
Krankenhaus 4 Tage lang behandelt worden.
Vor 10 Jahren sei eine Cholezystektomie wegen einer Cholelithiasis (gesagt:
steinleiden) erfolgt.
Aufgrund der Symptomatik liegt der Verdacht auf eine DistalradiusFraktur mit
Hüftgelenkkontusion nahe.
Als Differenzialdiagnosen kommen in Betracht:
- Handgelenkluxation
- Hüftgelenkfraktur
Für das weitere Prozedere sind die folgenden Maßnahmen zu empfehlen:
- Körperliche Untersuchung
- Gabe von Analgetika
- Labordiagnostik: Blutbild, Nierenwerte, Gerinnungsparameter. (hier war die
Zeit um)
- Röntgen des linken handgelenks und des linken Hüftgelenk.
- Immobilisation, Eis
- Ggf. Reponieren
- Ggf. Operation (Osteosynthese)

Der dritte Teil:


Dieser Teil ist der leichteste Teil, sehr angenehm und lustig, er ist eher eine
Konversation nicht eine Vorstellung. Sie haben mir Fragen über die Anamnese in
Details gestellt, und haben gesagt, er war nicht auf dem Weg zur Arbeit und das
ist wichtig, denn die Arbeitsunfälle müssen bei der Berufsgenossenschaft
angemeldet werden und so weiter und sofort, deswegen muss man immer
Fragen, um Missverständnis zu vermeiden.
Die Fragen:
-„Welche Analgetika?“: i.v. Analgetika, weil der Patient nüchtern bleiben muss.
-„Was für Untersuchungen?“ Röntgen des Handgelenks in zwei Ebenen, „nur das
Handgelenk?“ Sie haben dann gesagt der Ellenbogen ist auch wichtig.
-„Behandlung?“ Konservatv mit Gips oder operativ, kommt darauf an.
-„Wie, erklären Sie mehr?“ Es kommt auf der Art der Fraktur, stabil, unstabil,
Mehrfragmentsfraktur, Schrägfraktur, Längsfraktur, spiralfraktur, offene
Fraktur....
-„Worauf muss der Anästhesiologe bei der Operation achten?“ Er nimmt
Metformen ein, muss abgesetzt werden und Insulin muss angesetzt werden.
- „Wie klären Sie den Patienten über die operetive Behandlung auf?“ Wir müssen
ihm erklären, warum wir bei ihm die Opertaion durchführen müssen. „ja richtig
über die Indikationen. Was für komplikationen?„ Blutung, Infektion,
(konchenentzündung, was eine engmaschige Behandlung braucht ).“und in der
Operation was kann passieren?“ Weichteilverletzung (Nerven, Arterien), „Wozu
führt das?“ zur Lähmung, Blutung, Kompartmentsyndrom nach der Operation.
Dann ist die Zeit um.
Sie machen die Prüfung viel leichter und verbreiten keinen Stress sondern sie
versuchen, deutlicher zu sprechen (schnell aber deutlich) Witze zu machen, und
versuchen sie Hinweise zu geben (als sie nach dem Ellenbogen gefragt haben,
haben sie auf den Ellenbogen gezeigt).
Ich hatte vor einem Jahr B2 Niveau, aber danach habe ich natürlich die Sprache
weiter gelernt und habe mich ungefähr zweieinhalb Monate auf die Prüfung
vorbereitet.
Ich möchte mich bei Fachsprache.org bedanken. Die Tipps, die Herr Matthias
Behrends im Buch und in den Videos gibt, sind vorallem für die Dokumenation
und die Fachbegriffen sehr nützlich. https://elearning.fachsprache.org/
Ich habe auch mit einer Lehrerin geübt, dabei habe ich manche Anamnesen
erhoben und Briefe geschrieben. Zudem habe ich ungefähr 30 Fälle von einem
Buch “Das Mündliche Examen: Innere Medizin und Chirurgie“ gelesen, und Listen
mit Fachbegriffen gelernt. Außerdem hatte ich eine 3-monatige Hospitation
gemacht.
Das Wichtigste in dieser Prüfung ist das Üben, die Zeit ist knapp, man hat kaum
Zeit, man muss viel üben, wie man in 20 Minuten die Anamnese schreibt. Wenn
man etwas nicht dokumetiert, kann man alles im dritten Teil sagen. Wenn man
was nicht versteht, kann man den Patienten danach fragen. Ich würde sagen,
wenn man gut sprechen kann und die Zeit im Griff hat, dann wird man bestehen.