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Am 22.01.

2021 habe ich die FSP in Mü nchen abgelegt und (zum zweiten Mal)
bestanden
Mein Fall war Pyelonepritis . Die anderen zwei Kollegen sind leider zum dritten
mal durchgefallen mit Mononukleose und Ö sopaguskarzinom.
Ich werde hier (mit blauverfä rbten Buchstaben) nur die Unterschiede mit dem
bekannten Protokoll beschreiben:
Name: Andrea (weiblich) FUCHS, 32 J.a
Alter: 32 Jahre
Große: 1.75 m Gewicht: 72 kg
Allergien/Unverträglichkeiten:
Bei ihm(r) sind allergische Reaktionen gegen Amoxicillin (Exanthem), gegen
Birkenpollen (Rhinitis) und Sojaunverträ glichkeit (Meteorismus) bekannt. (Als
Kreuzallergie)
Genussmittel/Drogen:
Seit 5 Jahren rauche er (sie) Shisha (Wasserpfeife) und Marihuana zweimal pro
Monat. Er trinke Weinschorle 1-2 Mal pro Woche. Die Frage nach Nikotinabusus
wurde verneint.
Sozialanamnese:
Zurzeit studiere sie im 9. Semester Chemie und vorher habe sie
Chemielaborantin gelernt. Sie sei seit 2 Wochen verheiratet (wird in 10 Tagen
heiraten) und habe einen gesunden 10-monatigen Sohn.
Familienanamnese:
In der Familie fanden sich folgende Erkrankungen: Mutter sei 61 Jahre alt und
leide seit 3 Monaten an Diskusprolaps und an einem Nebennierenrindentumor.
Bein Vater sei vor einem Jahr eine pAVK diagnostiziert und erfolgreich behandelt
worden.
Medikamente:
In Bezug auf die Medikation nehme sie Effortil 15 Tropfen, Omeprazol 20 mg (1-
2 Mal tä glich), Baldrian Dragees und Lefax Tropfen bei Bedarf ein.
Anamnese (aktuelle Beschwerden, vegetative Anamnese,
Vorerkrankungen und Voroperation):
Herr (Frau) Fuchs ist ein 32-jä hriger Patient, der sich bei uns heute wegen seit
gestern Nachmittag bestehender, zunehmender drü ckender dumpfer
Flankenschmerzen rechts und Fieber (40°C) vorstellte. Die Schmerzen seien am
stä rksten in der rechten Flanke, strahlen in das Becken aus und wurden mit 8 auf
einer Schmerskala von 1 bis 10 bewertet. Darü ber hinaus fü gte er hinzu, dass er
Ibuprofen ohne Wirkung genommen habe. Ferner klagte er ü ber Hä maturie,
Dysurie, Nausea und Erbrechen (2-mal). (Achtung! Keine Pollakisurie)
In der vegetativen Anamnese sind Synkope, Nachtschweiß, Schü ttelfrost,
Appetitlosigkeit und Schlafstö rungen zu erwä hnen. (bei mir nur Obstipation und
Schlafstö rungen. Gyn: Hatte die Spirale, jetzt aber nicht mehr)
An Vorerkrankungen leide er seit 3 Jahren an arterieller Hypotonie, seit 3
Jahren an Gastroö sophagealer Refluxkrankheit, vor 8 Jahren an Erysipel
(Venenentzü ndung mit einem Verband behandelt) und mit 8 Jahren an einer
HWS-Distorsion. Zudem sei er vor 2 Jahren wegen einer perforierten
Appendizitis operiert worden. (Laparoskopisch)

Verdachtsdiagnose und Differentialdiagnose:


Die anamnestischen Angaben deuten am ehesten auf Pyelonephritis hin.
Als Differentialdiagnosen kommen die folgenden in Betracht: Nephrolithiasis,
Cholezystitis, Cholelithiasis, Basale Pneumonie, Pleuritis, Pankreatitis, Sepsis und
Sigmadivertikulitis. ( EUGravidanz)
Prozedere und Therapie:
Als erste Maßnahme wü rde ich den Patienten kö rperlich untersuchen. Zur
weiteren Abklä rung sollten die folgenden Maßnahme durchgefü hrt werden:
Blutbild, Glukose, Kreatinin, Harnstoff, Entzü ndungsparameter, Elektrolyte,
Leberwerte, Amylase, Lipase, Blutkultur, Urin-Stix, Urinkultur, Rö ntgen-Thorax
und Sonographie des Abdomens. (Hä mokultur und Schwangerschaft Test)
Falls es notwendig ist: Computertomographie des Abdomens.
Falls sich die Verdachtsdiagnose bestä tigt, wü rde ich eine stationä re
Behandlung, ausreichende Flü ssigkeitszufuhr, Antipyretika, Analgetika und
Antibiotika (Fluorchinolone oder Cephalosporine der 3. Generation) empfehlen.
Fragen im dritten Teil:
 Was hatte Sie im Bein? Phlebitis
 Wie wurde das behandelt? Konservativ
 Wie? Mit Verband
 Was ist ein Schleudertrauma? Cervikale Dystorsion
 Wie würden Sie das bei einem 8 jährigen Kind behandeln? Halskrause
 Wie lange? Kommt drauf an (Klinik..., Befund...), könnte Wochen dauern
 Falsch! Ein paar Tage!
 Welche Untersuchungen? Rö, MRI
 Sind Sie sicher? Ja!
 Sie haben zu viel Geld mein Freund...
 VD? Pyelonephritis
 DD? Cholezystitis, Nephrolithiasis, Akutes Abdomen
 Was noch? Ileus
 Warum? Wegen Adhäsionen nach Laparoskopie
 Was noch? Extrauterine Gravidanz
 Dan welche Untersuchungen noch? Gonadotropinen
 Was hatte sie noch? Perforierte Appendicitis.
 Wie wurde das Behandelt? Laparoskopisch.
 Welchen laparoskopischen Zugang würden Sie bei ihr wählen?

2.2 Laparoskopische Appendektomie
1. Zugangsweg: Platzieren von 3 Trokaren: 1 infraumbilikal (Kameratrokar),
2 inguinal
2. Exploration der Leibeshöhle und Aufsuchen der Appendix

3. Skelettierung der Appendix mittels bipolarer Klemme


4. Absetzung der Appendix mittels Schlingen, Clips oder Endo-GIA

5. Bergen der Appendix

6. Kontrolle auf Bluttrockenheit und evtl. Drainageneinlage

7. Schichtweiser Wundverschluss

 Was machen Sie weiter? Stationäre Aufn., Antibiose, Flüssigkeitszufuhr,


Analgetika
 Welche? Paracetamol, Novalgin, Voltaren
 Würden sie Voltaren venös verabreichen? Nein.
 Dann wie? Intramuskulär ?
 Falsch... Dass tut weh! Novalgin reicht.
 Wann wird se heiraten? 10 Tagen
 Dann wie lange bleibt sie im Krankenhaus? Bis sich die Klinik und
Laborparameter verbessern.
 Korrekt!
Das was es.
Nach 2-3 min Vorstellung wurde ich unterbrochen und ich habe so viele
fachspezifische Fagen bekommen, dass es keine Zeit mehr fü r Aufklä rungen oder
Fachbegriffe gab.
Die Atmosphä re war entspannt und die Prü fer sehr nett.
Ein paar Tipps:
 Bitte bleiben Se entspannt, es ist nur eine Prü fung. Wir haben dutzende
bestanden.
 Achten Sie auf alle Kleinigkeiten. Ich bin beim ersten Mal wegen
Dokumentations- und Tippfehler durchgefallen (Ziffern von Dosierungen,
Alter, Gewicht, Hochzeitstag).
 Sie werden in der Prü fung von Medizin reden aber vorwiegend SPRACHLICH
BEWERTET! Also langsam und deutlich sprechen.
 Lernen Sie die Diff. Diagn. auch. Mindestens eine Zusammenfassung davon.
(bei mir z.B. mir waren viele Fragen von Schleudertrauma, Ileus und
Peritonitis gestellt)
 Viel ü ben, am besten mit Muttersprachlern.
 Versuchen Sie den Brief in 15-18 min zu schreiben. In der Prü fung wird die
Zeit knapper.
 Bei mir, beim ersten und zweiten Mal, wurden nur die Fachbegriffe gefragt,
die zum Fall gehö rten, also das reicht ... ich hatte so viel Zeit damit
verschwendet.
Dass war meine Erfahrung. Ich bin seit Mä rz in Hospitation hier und habe 2
online Kurse besucht und ca. 150 Briefe geschrieben, aber am wichtigsten waren
die Live-Stimulationen mit der Frau Pabst und ihre„Tipps und Tricks“. (Vielen
herzlichen Dank dafü r!)
Viel Erfolg und viel Glü ck euch allen!