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Der Sinn des Lebens

© Christof Wahner 2010


In der Bibel steht geschrieben: deine Feinde sollst du lieben,
deine Freunde sollst du hassen und alles andre bleibenlassen.
Soweit der Sinn des Lebens allgemein. Und nun zur speziellen Sinnhaftigkeit des männlichen Daseins.
Die drei wichtigsten Dinge, die ein Mann in seinem Leben zu erledigen hat, sind traditionell folgende:
ein Haus abreißen – vielleicht bei dieser Gelegenheit sogar gleich einen ganzen Gebäudekomplex –,
einen Baum fällen – oder am besten gleich einen ganzen Wald, wenn man schon mal dabei ist – und
eine Frau ...... – Nun ja, diesen Stichpunkt lasse ich mal besser unvollendet im Raum stehen.
Die moderne Zivilisation hat speziell für Männer einiges an zusätzlichen Sinngebungen entwickelt:
– ein Auto grobfahrlässig zu Schrott fahren – oder noch besser: mit einem ausgewachsenen
Sattelschlepper nach allen Regeln der Kunst eine gediegene Massenkarambolage veranstalten
– auf jeden Eintrag im polizeilichen Führungszeugnis und im Flensburger Verkehrszentralregister
so stolz sein, dass man vor lauter trotzigem Stolz buchstäblich zum Homo erectus mutiert
– sich zu Tode langweilen und Löcher in die Luft starren oder sogar weiträumige Ozonlöcher in
die Stratosphäre, also in jenen Teil der Atmosphäre, der sich ca. 8 km über die Erde befindet
und z.B. das Himalaya-Gebirge in seinem natürlichen Wachstum nach oben hin beschränkt,
während Elfenbeintürme oftmals diese Schranke durchbrechen, bis die Luft so dünn wird,
dass man z.B. gar nicht mehr bemerkt, wie die Finanzwirtschaft "da unten" vor sich hinsiecht
– am Grill totem Fleisch die Hölle heiß machen und dabei die Länge der Würstchen bestaunen
– mit der Fernbedienung in den Pfoten vor einem Fernsehgerät versumpfen und verschimmeln
– regelmäßig dafür sorgen, dass die eigenen XY-Chromosomen, die naturbedingt sowieso schon
ein Rad abhaben (siehe auch "Aktenzeichen XY ungelöst"), noch zusätzlich ramponiert werden
– sich in zivilisierten Kreisen so zwangslos verhalten, als ob man sich zu Hause im eigenen Sau-
stall aufhalten würde, was man aber natürlich nicht tut, weil das mit der Zeit ungemütlich wird.
Statt dessen macht man diese "Taktik der verbrannten Erde" in Anlehnung an den Kategori-
schen Imperativ zum Maßstab für die Mitwelt, mit der man ja sowieso nichts zu tun haben will.
– in der Persönlichkeitsentwicklung regelmäßig Rückschritte machen und das richtig geil finden
– sich von qualifizierten Schuh- und Kleidergeschäften mindestens einen Kilometer fern halten
Es wäre nun aber vollkommen falsch, wenn ich behaupten würde, dass für mich der Sinn des Lebens
in der Zahl 42 besteht, was ganz nebenbei gesagt die Quadratwurzel aus meiner Lieblingszahl 1764 ist.
Aber nicht deswegen, weil im Jahre 1764 das Heidelberger Schloss durch Blitzeinschläge abgebrannt
war und seither dem natürlichen Schicksal überlassen wurde, bis es mit der Zeit weltberühmt wurde.
Ich möchte aber nicht für destruktiv und oberflächlich gehalten werden. Darum habe ich mich um eine
wissenschaftlich akzeptable Formulierung bemüht: Für mich persönlich besteht der Sinn des Lebens
in einer klassischen Normalverteilung, basierend auf der Menge natürlicher Zahlen, und zwar mit dem
Erwartungswert 42 und mit einer Standardabweichung zwischen 0,7 und 1,1 – in Abhängigkeit davon,
um welche Produktkategorie es sich jeweils handelt. Schon allein wegen meiner individuellen Normal-
verteilung trifft man mich nur selten in Herrenabteilungen an, weil mir dort allenfalls die Wahl zwischen
Teufel und Tod bleibt, sprich: ein gleichermaßen rastloses wie unbefriedigendes Hinundherschwanken
zwischen "S? ... M?" (Sadomasochismus) und "M? ... S?" (Multipler Sklerose). Größe S ist mir häufig
ein wenig zu eng, während Größe M oft schon schlabberig, sackmäßig, fast krankenhausmäßig wirkt.
Jedenfalls verfüge ich über die Gewissheit, dass für mich genetisch bedingt die Größen XS und XL auf
keinen Fall in Frage kommen. Mit meinen XY-Chromosomen würde ich darin geradezu schwul wirken.
Na ja, das war jetzt mal so ein kleines Wortspiel zwischendurch, wie es auch und gerade in den besten
Familien hin und wieder gern genommen wird, um die depressiv-melancholische Stimmung ein wenig
aufzulockern. Wer darüber momentan - aus welchen Gründen auch immer - nicht lachen kann, darf
das ja hinterher noch in aller Ruhe nachholen.
Aber jetzt wieder ganz im Ernst: Die eigentliche Kurvendiskussion der Normalverteilung findet bei mir
hauptsächlich vor dem Spiegel statt. Dabei geht es um Hoch- und Tiefpunkte, Wendepunkte, Dreh-
und Angelpunkte, Blickpunkte, Kontrapunkte, Knack- und Druckpunkte, letztere meistens dann, wenn
es um den Preis geht und wenn ich keine Bonuspunkte irgendwelcher Art in Anspruch nehmen kann.
Zusammenfassend lässt sich also festhalten: Inhaltlich betrachtet ist für mich Douglas Adams entschei-
dend, dessen Universalwerk "Per Anhalter durch die Galaxis" mir die Bedeutsamkeit der Zahl 42 für
mein Leben erschloss, während ich formell gesehen durch Tom Gerhardt auf die Normalverteilung
aufmerksam wurde. 42 is echt voll normaaal, ey!
In diesem Sinne ... Olée olé olé olée, FCKW!

http://wirtschaftslexikon.gabler.de/media/873/50816.png

http://schmalspurgefluester.files.wordpress.com/2009/12/marcels-42-kopie2.jpg