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Physio -Taping

Kinesiologisches Tapen
Lesen - Verstehen - Anwenden
In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt,
dass das kinesiologische Tapen eine Bereicherung
zur Linderung, aber auch zur Vorbeugung
von Beschwerden und Sportverletzungen
hervorragend geeignet ist.

Die Methode, die in Japan ihren Ursprung findet,


ist in den neunziger Jahren nach Europa gekommen.

Diese Broschüre von Ernst Pohlmann wendet sich


nicht vorrangig an Fachleute, sondern an Trainer,
Betreuer, Sportler und Laien.

Es werden ausführlich und verständlich


die Anwendung, Sicherheitshinweise, Effekte
und der Umgang mit dem Tape erklärt.

Ein Sachwortverzeichnis
zum schnelleren Auffinden ist enthalten.

In 45 Tape-Anlagen mit dem kinesiologischen Tape


beschreibt der Autor die Grundtechniken
sowie Schritt für Schritt, unterstützt von zahlreichen Abbildungen,
die Vorgehensweise der Tape-Anlagen
bei den häufigsten Beschwerdesymptomatiken
und Sportverletzungen.

Es werden die Muskel-, Ligament-, Schmerz-, Faszien-


und Korrekturtechnik sowie das Lymphtaping
(Entstauungstechnik) beschrieben.

Ebenfalls wird die Gittertapemethode


mit vielen Anwendungsbeispielen aufgeführt.

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Physio -Taping Effekte
EFFEKTE

Durch entsprechende Anlagetechnik wird Einfluss des Tapes auf die Haut
eine liftende Wirkung auf die Oberhaut erzielt
TAPE auf der Haut
(Abb. 2 und Abb. 3). Es entsteht mehr Raum

Zugwirkung auf die Strukturen


im Gebiet des Unterhautgewebes, wo viele Oberhaut
Rezeptoren, Blut- und Lymphgefäße liegen. Lederhaut
Durch die Anwendung verschiedener Tape-
Unterhaut
techniken können unterschiedliche Effekte
erreicht werden. Faszie

Muskulatur

Die Effekte können folgendermaßen Abb. 2


eingeteilt werden:
• Einfluss auf Muskeln und Muskelansätze
• Einfluss auf Hautsensoren Darstellung der Zugwirkung
• Einfluss auf Schmerzrezeptoren auf einer Alufolie
• Einfluss auf Blutkreislauf und Lymphabfluss
• Unterstützung der Gelenkfunktion
• Verbesserung der Gelenkstabilisation
• Einfluss auf Meridiane u. Akupunkturpunkte
• Einfluss auf Narben
• Einfluss auf innere Organe

Die Tape-Anlagen sind angezeigt bei:


• Kopfschmerzen
• Rückenschmerzen Abb. 3
• Gelenkschmerzen
• Muskuläre Schmerzsyndrome
• Lymphabflussstörungen

Das Tape unterstützt genau das, was der Körper unter optimalen Umständen
selber machen würde.
Durch eine Tape-Anlage ist eine 24-Stunden-Behandlung möglich, die schneller
zu einer Genesung führt.

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Muskeltechnik Physio -Taping
MUSKELTECHNIK
Unterschiedliche
Form und Dehnung Tapeformen
Bei der Muskeltechnik arbeiten wir grundsätzlich mit
drei unterschiedlichen Tapeformen (Abb. 18). Es ist
möglich, das Tape in „I“-Form zu lassen oder in „Y“-
oder „X“-Form zu schneiden. Form und Länge der
Streifen und Mittelpunkt vom „X“ sind abhängig von
dem Muskel, der getapt wird.
Die Muskeltechnik ist eine Standardtechnik. Der zu
tapende Muskel wird soweit wie möglich gedehnt,
und das Tape wird ohne Dehnung auf die Haut gelegt.
Das Tape wird über der gespannten Haut gemessen.
Es ist genau so lang, wie der Abstand vom Ursprung
bis zum Ansatz des Muskels (Abb. 19a u. 19b), plus
einige Zentimeter (wenn möglich bis zu 5 cm).
Abb. 18
Muskeln werden in drei Schritten getapt: Tapeanlage beim
Schritt 1: Den Anfang des Tapestreifens vor dem zweiköpfigen
Ansatzpunkt des Muskels kleben, ohne Oberarmmuskel
den Muskel zu dehnen. (M. biceps brachii)
Schritt 2: Der Muskel wird gedehnt, das Tape wird
ohne Dehnung über den Muskel getapt.
Schritt 3: Zurück zur Ausgangshaltung und das
Ende ohne Dehnung hinter dem anderen
Ansatzpunkt des Muskels anlegen (aber
nur so weit zurück, dass keine Falten-
bildung der Haut entsteht).

Zusammenfassung:
Abb. 19a
• Verbesserung der Belastbarkeit
• Tape ohne Dehnung auf vorgedehnten Muskel
• kleben
• wenn möglich vom Ansatz zum Ursprung kleben
• I- oder Y-Form
• Farbe: Türkis, Schwarz, Beige, Pink

Abb. 19b

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Muskeltechnik Physio -Taping

MUSKELBEHANDLUNG
Skelettmuskulatur

Der menschliche Körper besteht aus


ca. 600 Muskeln, sie werden auch als
die Motoren unseres Körpers betrach-
tet. Ein Muskel ist immer in Bewegung,
auch wenn er sich scheinbar nicht
bewegt.

Durch diese Spannung ist der Mensch


fähig aufrecht zu stehen und zu sitzen.
Muskeln beeinflussen aber auch die
Wärmeregulation und die Blutzirkula-
tion (durch Muskelkontraktion wird der
venöse Rückfluss des Blutes geför-
dert) des menschlichen Körpers. Mus-
keln wirken auf Gelenke. Dabei wird
der Punkt zum Zentrum in der Regel
als Ursprung, der Punkt entfernt vom
Zentrum (Peripherie) als Ansatz des
Muskels bezeichnet.

Durch Fehl- oder Überbelastung


kommt es häufig zu Muskelspannungs-
störungen. Dies kann Schmerzen und
Kältegefühl (Minderdurchblutung) und
somit Bewegungseinschränkung aus-
lösen.

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Physio -Taping Halswirbelsäule
BESCHWERDEN IM OBEREN
WIRBELSÄULENBEREICH

AUSGANGSSTELLUNG
Der Betreffende sitzt, die Halswirbelsäule wird
bis zur Schmerzgrenze nach vorn gebeugt.

1 Y-Tape Länge: ca. 30 cm


Farbe: Blau, altern. Schwarz
1 I-Tape Länge: 10 cm
Farbe: Rot M. erector spinae cervical
(Muskulatur der Halswirbelsäule)
1 I-Tape Länge: 7,5 cm, Breite 2,5 cm,
Farbe: Frauen bevorzugen Rot,
Männer Blau, altern. Beige o. Schwarz

Ausgangsstellung

SCHRITT 1
Das Y-Tape wird unterhalb vom Haaransatz,
zwecks Abmessung, mit dem Papier
aufgelegt. Am Ende des Tapestreifens wird
auf die Wirbelsäule eine Markierung gemacht
(Fingernagel, Augenbrauenstift etc.)

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Muskeltechnik Physio -Taping
SCHRITT 2
Den Anfang des Tapestreifens an der
Markierung auf der Haut ansetzen.

SCHRITT 3
Das Papier einschneiden oder einreißen.
Den ersten Y-Zügel ohne Spannung im Verlauf
des Muskels anlegen. Den zweiten Y-Zügel auf
der Gegenseite der Halswirbelsäule ohne Span-
nung anlegen.

SCHRITT 4
Über beide Enden der Zügel einen Anker
(kleines I-Tape) ohne Spannung kleben.

SCHRITT 5
Der Betreffende hebt den Kopf wieder etwas an.
Das rote I-Tape mittig einreißen und mit etwa
50 % Spannung auf den Übergangsbereich
der Halswirbelsäule zur Brustwirbelsäule quer
kleben.

ENDANLAGE

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Physio -Taping

GELENKBEHANDLUNG
Skelett und Gelenke

Der menschliche Körper besteht aus mehr als


200 Knochen und hat über 100 Gelenke. Das
Wachstum des Skeletts dauert etwa bis zum
20. Lebensjahr. Die beweglichen Teile zwischen
den Knochen bezeichnet man als echte Gelenke
in unterschiedlicher Form. Die Gelenke und die
Muskeln bilden zusammen den Bewegungsap-
parat. Das Knochengewebe ist kein toter Stoff,
es wird dauernd durch Abbau und anschließen-
den Wiederaufbau von Knochenbälkchen erhal-
ten. Fehlt Muskelaktivität und damit der Reiz auf
den Knochen, kommt es zum Knochenabbau.
Die Folge kann eine Knochenentkalkung sein,
es kommt zur Osteoporose. Dies kann ebenfalls
durch falsche Ernährung entstehen.
Die Enden der Knochen sind mit einer Knorpel-
schicht überzogen. Zwischen diesen Gelenkver-
bindungen befindet sich die Gelenkflüssigkeit
(Gelenkschmiere oder Synovia). Die Gelenke
sind von einer Hülle, der Gelenkkapsel, umge-
ben.

Im allgemeinen hat ein Gelenk zweierlei


Funktionen:
1. es ermöglicht Bewegung
2. es bildet eine feste Verbindung zwischen zwei
Knochen
Stimmt die Deckung der Knochenenden nicht
mehr, kommt es zum Knorpelabrieb, der Arthrose.

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Physio -Taping Kniegelenk
SCHMERZEN IM KNIEGELENK

AUSGANGSSTELLUNG
Der Betreffende liegt in Rückenlage, das
zu tapende Kniegelenk wird auf etwa 80° 1
Beugung eingestellt.

2 I-Tapes Länge: ca. 20 cm; Farbe: Blau Kniegelenk


2 I-Tapes Länge: ca. 25 cm; Farbe: Schwarz

Ausgangsstellung

SCHRITT 1
Das erste blaue I-Tape mittig einreissen, das
Papier liegt zwischen Zeige- und Mittelfinger.

SCHRITT 2
Den Tapestreifen auf maximale Spannung
bringen und an der Innen- bzw. Außenseite
neben der Kniescheibe (1) ansetzen und
um die Kniescheibe in Richtung Ober- und
Unterschenkel führen. Die Enden ohne
Spannung kleben.

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Gelenkbehandlung Physio -Taping
SCHRITT 3
Das zweite blaue I-Tape bei gleicher
Vorgehensweise auf der Gegenseite der
Kniescheibe anlegen.

SCHRITT 4
Die beiden schwarzen I-Tapes wie die beiden
vorherigen, jedoch ohne Spannung, auf die
halbe Breite der ersten blauen Tapestreifen
kleben.

ENDANLAGE
bei gestrecktem Kniegelenk und erkennbaren
Hautfalten auf der Kniescheibe.

  Beachte:
  Die Tapesteifen dürfen nicht auf den Rand der
  Kniescheibe geklebt werden.

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Geschichte Gittertapemethode
Physio -Taping

DIE GITTERTAPEMETHODE
auch Cross- oder Energietape genannt

Geschichte des Gitterpflasters

Bereits vor über 200 Jahren erkannten die Asiaten, dass über das Sinnesorgan
Haut positive Heilungseffekte erzielt werden können. Auch in Russland wurde
dieses erkannt. Durch Jod, das gleichmäßig in rechteckigen Feldern (ähnlich
einem Gitter) auf die Haut aufgetragen wurde, kam es zu einem Wärmegefühl.
Eine darunter liegende Entzündung heilte dadurch schneller ab, ebenfalls kam
es zur Linderung von Schmerzen. Auch Vorgänge im Innern des Körpers wer-
den reflektorisch über die Haut positiv beeinflusst. Man könnte es auch als eine
Unterstützung der körpereigenen Selbstheilung bezeichnen.
Die Gitterpflaster entfalten ihre Wirkung über eine Entlastung der Haut bei
akuten und chronischen Beschwerden. Sie können ebenfalls zur Vorbeugung
(Prophylaxe) eingesetzt werden. Ähnlich wie bei einer Akupunktur, Akupressur
und einer Triggerpunktbehandlung kommt es zu einer Anregung von Energien
bzw. Auflösung von Schmerzpunkten.
Das Gittertape besteht aus einem Stück Stoff (auf Polyesterbasis), auf dem auf
der Rückseite ein hautfreundlicher Acrylkleber aufgebracht ist. Die seidenartigen
Bahnen des Tapes sind zu einem Gitter rechteckiger Felder angeordnet. Sie
bestehen immer aus einer geraden Anzahl. Das Gittertape enthält keine Medika-
mente oder andere Wirkstoffe. Das Gittertape ist elektrostatisch aufgeladen.
Es zieht sich auf Hautstellen, die eine Störung aufweisen, selbstständig an.
Gittertapes gibt es in drei unterschiedlichen Größen:
klein, mittel, groß (Abb. 1).

Abb. 1
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Physio -Taping
Gittertapemethode Praktische Anwendung
Praktische Anwendung der Gittertapes

1. Das Gittertape an einer Ecke mit dem Dau-


mennagel (Abb. 2) oder einer Kunststoffpin-
zette (Abb. 3) vom Papier lösen.

Beachte:
Keine Metallpinzette verwenden, da dadurch
Energie verloren geht.

2. Das Gittertape vorsichtig an einer Ecke nur


mit einer Fingerspitze (Abb. 4) oder einer Abb. 2
Kunststoffpinzette (Abb. 5) halten.

Beachte:
Das Tape nicht mit dem Daumen und Zeige-
finger festhalten (Energetische Eigenhaftung).

Abb. 3

Abb. 4

Abb. 5
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