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Ein Ring

Was ist das, ein Ring?


Ein richtig komisch Ding -
aus Metall und steif -
ein kreisrunder Reif.

Ganz ohne Anfang - ohne Ende,


schmückt und edelt er die Hände.

Vorher hat mit Bedacht,


ein Schmied viel Arbeit sich gemacht.

Er hat gehämmert und getrieben,


hat gelötet und gerieben.
Hat gefeilt und hat gefasst
bis das Ringlein endlich passt.

Und er hat dabei geschwitzt -


hurra - gelungen - und geritzt.

So ein Ring - ein komisch Ding,


ist ein Symbol des ew´gen Lebens,
Anfang und Ende suchst vergebens.

© Roswitha Budinger, 2012

Mein Ring
Ich trag' an meinem Finger
Ein gold'nes Ringelein;
Ich trag's zu allen Zeiten,
Nie schlief ich ruhig ein,

Könnt' ich nicht immer fühlen


Ihn an dem Finger dort -
Für aller Welten Schätze
Gäb' ich den Ring nicht fort!

Den Ring hat mir gegeben


Zu wundersüßer Stund'
Der Liebste, zu besiegeln
Der Liebe heil'gen Bund.

"Sollst diesen Ring dir wahren,


"Und leg' ihn niemals ab!"
Hat er zu mir gesprochen,
Als er den Ring mir gab.

"So lang' er goldig funkelt


"An deiner weißen Hand,
"So lang' bin ich dein eigen
"Durch treuer Liebe Band!"
Maria Clementine François

An meine Freunde und Kollegen

Liebe Freunde, wenn wir weiter reisen

Wie bisher auf redlichen Geleisen,

Daß die Freundschaft uns am höchsten steht,

Ach, dann werden wir etwas erleben, -

Was auch immer sich begeben

Mag - etwas, was nie vergeht.

Jeder soll sein Schlechtes unterdrücken.

Jeder soll sich für den andern bücken.

Achtmal Freude minus achtmal Leid.

Jeder sorge, daß er nichts bereue.

Denn fürs Alter sammeln wir das Neue. -

Und ich dank euch, daß ihr mit mir seid.

                                         Joachim Ringelnatz

Wer die Liebe wirklich lebt,


geht gestärkt durchs Leben,
wessen Herz in Angst erbebt,
wird vergebens streben.

Ohne IHN - und ohne SIE


blieb das WIR ein Traum,
leben könnt' man - aber wie,
glücklich werden kaum.

Und so hofft man Tag für Tag,


dass man zweisam bliebe,
und - was auch noch kommen mag -
stets die Liebe siege.

Klaus Ender, bearb. Ro 15.12.2015

Original
Wer die Liebe wirklich lebt,
geht gestärkt durchs Leben,
wessen Herz aus Angst gebebt,
würd' sein Leben geben.

Ohne ihn - und ohne sie


bleibt das Wir ein Traum,
leben könnt' man - aber wie,
glücklich werden kaum.

Und so hofft man jeden Tag,


dass man zweisam bliebe,
und - was auch noch kommen mag -
es siege unsre Liebe.