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Rituale oder die Macht von Ritualen (Dr. E.

Rubenstein)
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Rituale oder die Macht von Ritualen (Dr. E. Rubenstein)

Wir haben alle mal mit Ritualen zu tun gehabt, sei es in der Kirche oder in Sekten. Wir waren
wohl alle mehr oder minder beeindruckt davon (z.B. Kommunion, Abendmahl usw.). Viele
Menschen sind nicht nur fasziniert von solchen Ritualen, sondern sind auch der Meinung,
dass sie ein Privileg solcher Organisationen sind.
In der Schule oder auch im Religionsunterricht bekommen wir schon Informationen und
auch Warnungen, dass manche Rituale per se gefährlich seien.
Ein Großteil der westlichen Bevölkerung heutzutage bleibt in bestimmten religiösen
Gemeinschaften, in der Meinung, dass das notwendig sei, z.B. für Hochzeitsriten oder für
Bestattungen, oder Taufe von Kindern.
Die wenigsten wissen, dass das mit den Religionen ursprünglich nicht viel zu tun hat, denn
diese Feierlichkeiten stammen ursprünglich aus dem Kreis der Familie. ( Denken wir an die
Hochzeit zu Kanaan Die fand weder in einem Tempel, noch in Gegenwart von Priestern statt ). Bei
Beerdigungen war es so, dass die Friedhöfe Eigentum der Kirche waren. Wer nicht dazu
gehörte, wurde irgendwo außerhalb begraben. Im AT sehen wir, dass der Hohepriester an
einer Bestattung nicht teilnehmen durfte, da ihn das unrein machte. Bestattungen sind also
ein Familienfest. Bei der Taufe ist es ein guter Schachzug der Kirche, Neugeborene zu taufen.
So erhält man ein Wachstum der Gemeinde, ohne missionieren zu müssen. ( Man hat dann der
Bevölkerung eingeredet, dass ohne Taufe kein Eintritt in den Himmel möglich war. Deshalb die sogenannte
Nottaufe). Bei Johannes dem Täufer werden keine Kinder getauft, sondern nur Erwachsene,
die sich freiwillig dazu bekannt haben. Jeder, der sich nicht taufen ließ oder nicht kirchlich
heiratete oder sich anders bestatten ließ, wurde verpönt. Viele Jahrhunderte durfte sogar
nur die Kirche trauen, d.h., sie hat sich das Recht genommen, zu entscheiden, wen traue ich.
Sie hat sich auch das Recht genommen, den letzten Abschiedssegen zu geben, einschließlich
des Erbes. Mit dem Tod und der Hölle vor Augen gab es für den Priester natürlich viele
Möglichkeiten, die Macht zu missbrauchen. Auch einer der Gründe, warum die Kirche so
groß an Vermögen ist. Es gab dazu im Laufe der Jahrhunderte unzählige Skandale, die
historisch belegt sind.
Glücklicherweise gab es eine Säkularisierung (Napoleon), d.h., Trennung von Kirche und Staat.
Dadurch hat der Mensch wieder die Möglichkeit, den Partner zu wählen, den er möchte und
dies Person auch zu heiraten. Was bedeutet es für einen Menschen, wenn er nicht den
heiraten darf, den er möchte, und wenn er es trotzdem tut, aus der Gemeinschaft geworfen
wird. Aus der Gemeinschaft geworfen zu sein, bedeutet „Mobbing“, besonders im ländlichen
Raum.
Was damit gesagt sein soll, dass Rituale enorme Macht verleihen können.
Das letzte Beispiel „das letzte Abendmahl“. Es beruht auf ein Mahl, eine Feierlichkeit, die von
Jesus und seinen Jüngern vor dem Pessachfest gefeiert wurde. Der Anlass war, den Auszug
der Hebräer aus Ägypten zu feiern. Dies letzte Abendmahl ist ein Familienfest. Dort hat kein
Geistlicher was verloren. Dabei werden Texte aus der Torah gelesen und studiert, die zu dem
Anlass gehören, kombiniert mit einem rituellen Fest, das heißt, wo Wein und ungesäuertes
Brot benutzt und mystisch gesegnet werden. Das macht in der jüdischen Kultur jeder
Familienvater. Nirgendwo wird von Priestern gesprochen, nicht im Neuen Testament.
Christus wollte nie eine neue Religion in die Welt setzen, sondern die alte Religion
reformieren, Fehler zu berichtigen.
Jetzt komm ich dazu, was in den Ritualen verborgen ist. Kulthandlungen haben per se für
den Menschen eine große Faszination und auch eine magnetische Kraft.
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Taufrituale gehen bei uns auf Johannes den Täufer zurück, aber der hat das ja nicht
erfunden, sondern auch irgendwo gesehen. Wir können da auf die Essener, Ägypter und
noch weiter, z.B. Babylon, zurückgreifen. Auch in anderen Kulturen finden wir das. Der Sinn
ist das Reinwaschen. Jesus hat nie jemanden getauft. Der Machtmissbrauch ist es, wenn aus
der Familie dieses Ritual genommen wird, ein Grundbedürfnis des Menschen und in die
Priesterkaste verlagert wird (mit Drohungen, wenn man nicht getauft ist, kommt man in die Hölle).
Das Beerdigungsritual birgt eine Menge an Machtfülle. Wenn ich der Einzige bin, der dem
Verstorbenen die Hölle ersparen kann und das ganze Umfeld glaubt das, wie gefährlich ist
dann solch eine Sondergemeinschaft? Nicht nur, dass sie von Angst lebt und Hass schürt,
und keine Mitteilung davon, dass es einen Erlösungsweg gibt. Vor allem, wo liegt die
Garantie? Heilsversprechen, von Kirchen oder Sekten sind alle gefährlich.
Es gibt in fast allen Kulturen religiöse Riten. Sogar Weihnachten ist ein religiöses Fest. Ein
sehr heidnisches Fest, das überlagert ist mit christlichen Symbolen, Symbolen, die mit dem
Fest nichts zu tun haben. Die Menschen feiern es, ohne genau zu wissen, was sie da machen.
Dadurch, dass es einen Funken eines Rituals hat, ist es so kraftvoll.

Initiationsrituale
Initiationsrituale finden wir in allen Völkern, ob hier oder in anderen Kontinenten. Es ist ein
Eintritt in eine neue Gemeinschaft. Man könnte auch sagen, dass die Taufe von Johannes
eine Initiation war.

Okkultismus
Irgendwie haben es Gruppierungen verstanden, so einen harmlosen Begriff wie Okkultismus
ins Abseits zu rücken. Was ist Okkultismus anderes als die Ausübung einer verborgenen
Lehre. Wenn man das Ritual der Eucharistie wirklich versteht, dann müsste man sagen, dass
dies Okkultismus ist, die Fleischwerdung von etwas Geistigem, die Umsetzung einer
verborgenen Lehre. Fast in gleichem Atemzug wird Okkultismus mit Satanismus verbunden.
Das Eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Satanismus ist der Glaube, dass ein
Widersacher sich Gott gegenüberstellen kann, mit fast gleicher Autorität und etwas anderes
machen könnte als Gottes Wille ist. Es gibt wohl nur wenige Hundert auf der Welt, die
diesem Glauben anhängen, aber wohl Millionen, die unbewusst diesen Widersacher
verehren. Geisteskranke Menschen brauchen eine Therapie. Okkultismus aber hat damit
nichts zu tun, das ist eine verborgene Lehre.

Rituale
Hinter Ritualen steckt eine gewaltige Macht und eine Kraft. Das ist auch der Grund, warum
die westlichen Mysterien genau auf dieser Säule stark wurzeln.
Studium, das ist die Lehre. Wir müssen verstehen, was wir machen.
Meditation, das ist der Frieden. Wir müssen den inneren Kontakt schaffen.
Rituale, das ist die Kraft und das ist die Macht.
Alle Organisationen, die in ihren Lehren Rituale haben, sind in der Öffentlichkeit verschrien
und verrufen oder verschiedene Organisationen nutzen ihre Zeit um einen negativen
Reputationskrieg durch die Medien zu machen.
Nehmen wir Aleister Crowley, ich will keine Wertung für ihn abgeben, es gibt keine
Persönlichkeit, die in den Medien so widersprüchlich überliefert ist. Er wurde in eine
Mysterien Tradition initiiert. Aus irgendeinem Grund hat man ihn aufgenommen und ihn die
ganzen Stufen der Initiationen hindurchgeführt. Aus irgendeinem Grund hat er das geschafft.
Hat sich dann von seiner Organisation getrennt und wurde von einer anderen Organisation
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mit deutschen Wurzeln aufgenommen. Aus welchem Grund weiß keiner. Irgendwas
Interessantes dürfte diese Person ausgestrahlt haben, irgendein Charisma. Auf jeden Fall
wurde er von dieser fremden Organisation zu ihrem Oberhaupt auserwählt. Das waren keine
Hohlköpfe, wenn man sich einmal die Geschichte anschaut, welche Personen ihn auserwählt
haben. Das heißt, er müsste schon irgendetwas gehabt haben. Der Bereich Okkultismus und
Satanismus wird primär mit dieser Person assoziiert. Egal, welche Bücher, Schriften oder
Enzyklopädien wir zu Rate ziehen, diese Person kommt immer wieder vor. Wer seine
Schriften liest, vor allem seine Erstschriften, da ist viel von der Organisation, in der er gelebt
hat, enthalten. Es ist auch nichts Negatives, mit Satan konfrontiert zu werden (s. Christus, er
ist der Versuchung nicht erlegen). Woher kommt dieses Wissen, wie man böse Geister
vertreibt oder heilt. Wenn nichts hilft sagt man, er war ein Nationalsozialist, wie man es bei
Rudolf Steiner gemacht hat. Immer wenn Rituale außerhalb der Kirche oder von kirchlichen
Gebäuden stattfinden, dann ist es ein großes Malheur. Crowley wurde sogar in Italien des
Landes verwiesen.

Magie
Magie wird oft mit Zauberei verwechselt. Dabei wurzelt das Christentum unter anderem auf
Magie, die 3 Magier aus dem Morgenland. Was ist Exorzismus? Was ist Initiation? Das ist
Magie. Die Taufe von Johannes ist Magie. Johannes war ein Magier – es hat eine Taufe
stattgefunden und dann ist der Heilige Geist hinabgekommen. Jesus hat seine Initiation
durch Johannes benötigt, sonst wäre er kein Christus geworden. In der zeremoniellen Magie
brauche ich diesen Vermittler. Nehmen wir Hermes. Er kann ein großer Gaukler oder
Schwindler sein, aber auch die Brücke zu Höherem schaffen. Die Magie ist also ein sehr
gefährliches Terrain.
Das große Wissen von Mysterienschulen liegt im Ritual. Die Lehren von Mysterienschulen
könnten wir jederzeit neugestalten. Ähnlich ist das auch mit den Ritualen.
Christentum ist die innere, mystische, verborgene und gnostische Lehre, die im Hintergrund
verborgen ist