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Service-Handbuch

TNC 620

April 2010
638142_00_a_01.pdf 2 11.12.2007 08:07:01
1 Handhabung des Service-Handbuches ................................................................ 9
1.1 Zielgruppe ............................................................................................................................................................9
1.2 Über dieses Handbuch........................................................................................................................................9
1.3 Weitere Service-Handbücher ...........................................................................................................................10
1.4 Sonstige Dokumentation .................................................................................................................................10
1.5 Unterstützung ...................................................................................................................................................10
1.6 Service-Schulung ..............................................................................................................................................10
1.7 Bedeutung der im Handbuch verwendeten Symbole ...................................................................................11
1.8 Sicherheit ...........................................................................................................................................................11

2 Sicherheitshinweise............................................................................................. 13

3 Schlüsselzahlen.................................................................................................... 15
3.1 Einleitung ...........................................................................................................................................................15
3.2 Übersicht............................................................................................................................................................15
3.3 Eingabe der Schlüsselzahlen............................................................................................................................16

4 Fehlermeldungen ................................................................................................. 19
4.1 Einleitung ...........................................................................................................................................................19
4.2 Das Fehlerfenster .............................................................................................................................................22
4.3 Liste der NC-Fehlermeldungen ........................................................................................................................25

5 Fehlerbilder........................................................................................................... 49
5.1 Einleitung ...........................................................................................................................................................49
5.2 Übersichts-Tabelle zu möglichen Fehlerbildern.............................................................................................49
5.3 Wichtige Hinweise zum Einsatz von HEIDENHAIN-Einschubkarten im
SIMODRIVE-Antriebssystem............................................................................................................................51

6 Vorgehensweisen und Tipps zur Fehlersuche .................................................. 53


6.1 Einleitung ...........................................................................................................................................................53
6.2 Aus- und Einschalten ........................................................................................................................................53
6.3 Reihenfolge der Fehlersuche bei schwerwiegenden elektrischen Fehlern..................................................54
6.4 Reihenfolge der Fehlersuche im Regelkreis....................................................................................................56
6.5 Fehlereingrenzung durch das Tauschverfahren .............................................................................................59
6.6 Fehlereingrenzung durch das Ausschlussverfahren ......................................................................................61
6.7 Untersuchung der Positionsdifferenz von direktem und indirektem Messgerät........................................63
6.8 Fehlereingrenzung durch Umschalten von direkter auf indirekte Positionserfassung ..............................65
6.9 Hinweise und Tipps...........................................................................................................................................67

7 Protokoll-Dateien ................................................................................................. 71
7.1 Einleitung ...........................................................................................................................................................71
7.2 Aufruf der Protokoll-Dateien ............................................................................................................................71
7.3 Einstellungen für die Protokoll-Dateien ..........................................................................................................75
7.4 Service-Dateien abspeichern............................................................................................................................76
7.5 Auswertung der Service-Dateien.....................................................................................................................78

8 DriveDiag .............................................................................................................. 79
8.1 Einleitung ...........................................................................................................................................................79
8.2 Aufruf und Bedienung.......................................................................................................................................79
8.3 Einsatz bei der Fehlersuche..............................................................................................................................81

April 2010
9 Integriertes Oszilloskop........................................................................................83
9.1 Einleitung ...........................................................................................................................................................83
9.2 Aufruf und Einstellungen..................................................................................................................................84
9.2.1 Softkey Auswahl .................................................................................................................................85
9.2.2 Softkey MIOTC Auswahl.....................................................................................................................90
9.3 Aufzeichnung und Anpassung der Signale.....................................................................................................92
9.4 Aufzeichnungen speichern und laden .............................................................................................................97
9.5 Einsatz bei der Fehlersuche .............................................................................................................................99
9.5.1 Triggern auf Fehlermerker...................................................................................................................99
9.5.2 Kreisformtest.....................................................................................................................................101
9.5.3 Verwendung des integrierten Oszilloskops als Logikdiagramm........................................................102
9.5.4 Beschreibungen im Buch ..................................................................................................................102

10 Der Online-Monitor (OLM) .................................................................................103


10.1 Einleitung .........................................................................................................................................................103
10.2 Aufruf ...............................................................................................................................................................103
10.3 Bedienung ........................................................................................................................................................104
10.4 Bildschirmaufbau ............................................................................................................................................104
10.5 Einsatz des OLM bei der Fehlersuche ...........................................................................................................106

11 PLC-Diagnose .....................................................................................................107
11.1 Einleitung .........................................................................................................................................................107
11.2 Mögliche Fehlerursachen ...............................................................................................................................110
11.3 Diagnosewerkzeuge im PLC-Modus..............................................................................................................111
11.3.1 Die API DATA-Funktion .....................................................................................................................111
11.3.2 Die WATCH LIST-Funktion ................................................................................................................113
11.3.3 Die TABLE-Funktion ..........................................................................................................................118
11.3.4 Die TRACE-Funktion..........................................................................................................................123
11.3.5 Der PROCESS-MONITOR .................................................................................................................125
11.3.6 PLC-Diagnose mit dem integrierten Oszilloskop...............................................................................126
11.4 Die COMPILE-Funktion ...................................................................................................................................131
11.5 Aufruf der PLC-Fehlertabelle für Diagnosezwecke ......................................................................................132
11.6 Übersichten .....................................................................................................................................................134
11.7 Technische Daten ............................................................................................................................................143
11.7.1 PLC-Eingänge ....................................................................................................................................143
11.7.2 Analog-Eingänge................................................................................................................................143
11.7.3 Eingänge für Temperaturmesswiderstände Pt 100...........................................................................143
11.7.4 PLC-Ausgänge...................................................................................................................................144
11.7.5 Zuordnung der Ein- und Ausgänge ....................................................................................................144

12 Bus-Diagnose......................................................................................................145
12.1 HSCI-Bus ..........................................................................................................................................................145
12.1.1 Einleitung...........................................................................................................................................145
12.1.2 Mögliche Fehlerursachen ..................................................................................................................145
12.1.3 Aufruf und Bedienung der HSCI-Bus-Diagnose.................................................................................146
12.1.4 Identifikation der PLC-Operanden .....................................................................................................147
12.1.5 Einsatz bei der Fehlersuche ..............................................................................................................148
12.2 Profibus ............................................................................................................................................................160
12.2.1 Einleitung...........................................................................................................................................160
12.2.2 Mögliche Fehlerursachen ..................................................................................................................160
12.2.3 Aufruf und Bedienung der PROFIBUS-Diagnose ..............................................................................161
12.2.4 Identifikation der PLC-Operanden .....................................................................................................162
12.2.5 Einsatz bei der Fehlersuche ..............................................................................................................162

HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


13 Speicherkarte und Dateiverwaltung der TNC 620 .......................................... 163
13.1 Einleitung .........................................................................................................................................................163
13.2 Struktur der Speicherkarte.............................................................................................................................164
13.3 Mögliche Fehlerursachen ...............................................................................................................................164
13.4 Test der Speicherkarte ..................................................................................................................................165
13.5 Setzen der Systemzeit....................................................................................................................................165
13.6 Dateiverwaltung der TNC-Partition...............................................................................................................166
13.7 Dateiverwaltung der PLC-Partition................................................................................................................168

14 Datensicherung .................................................................................................. 171


14.1 Einleitung .........................................................................................................................................................171
14.2 Verbindungsaufbau.........................................................................................................................................173
14.2.1 via USB..............................................................................................................................................173
14.2.2 via Ethernet .......................................................................................................................................174
14.2.3 via serieller Schnittstelle RS-232-C/V.24 ...........................................................................................183
14.3 Ein- und Auslesen einzelner Dateien und Verzeichnisse.............................................................................185
14.4 Backup auf externen Datenträger..................................................................................................................190
14.5 Extrahieren von Dateien aus dem Backup-File.............................................................................................194
14.6 Restore .............................................................................................................................................................195
14.7 Kabelübersicht.................................................................................................................................................197

15 Laden von Service-Packs................................................................................... 201


15.1 Einleitung .........................................................................................................................................................201
15.2 Vorbereitungen ...............................................................................................................................................202
15.3 Durchführung für alle bisherigen NC-Softwarestände ................................................................................203
15.4 Alternative Durchführung ab NC-Software 34056x-02 ................................................................................206

16 Überprüfung der Freigaben an der TNC 620 ................................................... 209


16.1 Einleitung .........................................................................................................................................................209
16.2 Überprüfung ....................................................................................................................................................211
16.2.1 Überprüfung Aus- und Eingang „Steuerung betriebsbereit“ (NOT-AUS-Kette) ................................211
16.2.2 Überprüfung der globalen Antriebsfreigabe ......................................................................................218
16.2.3 Überprüfung der Antriebsfreigabe für Achsgruppen (falls verdrahtet) ..............................................221
16.2.4 Überprüfung der Bereitschaft des Umrichtersystems ......................................................................223
16.2.5 Überprüfung von PLC-Operanden der Gruppe Achsen .....................................................................226
16.2.6 Überprüfung von PLC-Operanden der Gruppe Spindel .....................................................................228

17 Spannungsversorgung ...................................................................................... 229


17.1 Kleinspannungsnetzteil PSL 130....................................................................................................................229
17.2 Kleinspannungsnetzteil PSL 135....................................................................................................................233
17.3 Spannungsversorgung der Rechner-Einheit MC 6110.................................................................................238
17.4 Puffer-Batterie .................................................................................................................................................240
17.5 Spannungsversorgung der Regler-Einheit CC 61xx.....................................................................................243
17.6 Spannungsversorgung des Kompaktreglers UEC 11x.................................................................................248
17.7 Spannungsversorgung des Systemmoduls PLB 62xx .................................................................................250
17.8 Spannungsversorgung des Maschinenbedienfeldes MB 620 .....................................................................253
17.9 Spannungsversorgung für „Steuerung ist betriebsbereit“ ........................................................................255
17.10 Versorgungsspannung für PLC-Ausgänge....................................................................................................256
17.10.1 Einleitung...........................................................................................................................................256
17.10.2 Versorgungsspannung für PLC-Ausgänge des UEC 11x ...................................................................257
17.10.3 Versorgungsspannung für PLC-Ausgänge des MB 620 ....................................................................257
17.10.4 Versorgungsspannung für PLC-Ausgänge des PLB 62xx..................................................................257
17.10.5 Versorgungsspannung für PLC-Ausgänge des PLD-H 16-08-00 .......................................................258

April 2010
18 Messgeräteschnittstelle .....................................................................................259
18.1 Lagemessgeräte ..............................................................................................................................................259
18.1.1 Einleitung...........................................................................................................................................259
18.1.2 Konfigurationsdaten ..........................................................................................................................261
18.1.3 Mögliche Fehlerursachen ..................................................................................................................261
18.1.4 Fehlersuche.......................................................................................................................................262
18.1.5 Möglichkeiten mit DriveDiag .............................................................................................................266
18.1.6 Fehlerbehebung ................................................................................................................................267
18.1.7 Wiedereinstellen der Kommutierung bei Linearmotoren ..................................................................268
18.1.8 Wiedereinstellen des Maschinen-Nullpunkts ....................................................................................269
18.1.9 Wiedereinstellen der Spindel-Orientierung .......................................................................................271
18.2 Drehzahlmessgeräte .......................................................................................................................................272
18.2.1 Einleitung...........................................................................................................................................272
18.2.2 Konfigurationsdaten ..........................................................................................................................273
18.2.3 Mögliche Fehlerursachen ..................................................................................................................273
18.2.4 Fehlersuche.......................................................................................................................................274
18.2.5 Möglichkeiten mit DriveDiag .............................................................................................................277
18.2.6 Fehlerbehebung ................................................................................................................................278
18.2.7 Schaltnocken Referenz-Endlage neu justieren ..................................................................................279
18.2.8 Wiedereinstellen des Maschinen-Nullpunkts ....................................................................................280
18.2.9 Wiedereinstellen der Spindel-Orientierung .......................................................................................280
18.3 Fehlercode für Messgeräte mit EnDat-Interface ..........................................................................................281
18.4 Weitergehende Analyse von Lage- und Drehzahlmessgeräten..................................................................282
18.5 Positionserfassung mit dem Motorgeber (indirekte Wegmessung) ..........................................................285
18.6 Umschalten der Positionsanzeige für Servicezwecke .................................................................................292

19 Referenzaufnahme ..............................................................................................293
19.1 Definition .........................................................................................................................................................293
19.2 Referenzmarken überfahren ..........................................................................................................................295
19.3 Konfigurationsdaten .......................................................................................................................................301
19.4 Mögliche Fehlerursachen ...............................................................................................................................302
19.5 Referenzieren für Achsen abwählen..............................................................................................................302

20 Schnittstelle zu den Antrieben ..........................................................................303


20.1 Einleitung .........................................................................................................................................................303
20.2 Konfigurationsdaten .......................................................................................................................................305
20.3 Tabellen für Leistungsteile und Motoren......................................................................................................306
20.4 Auslesen von Daten der Leistungsmodule ...................................................................................................309
20.5 Mögliche Fehlerursachen ...............................................................................................................................310
20.6 Fehlersuche......................................................................................................................................................311
20.6.1 Tausch der PWM-Ausgänge bei der CC 6106...................................................................................311
20.6.2 Tausch der Motorausgänge beim UEC 11x.......................................................................................314
20.6.3 Tausch von Leistungsteilen bzw. Endstufen gleichen Typs..............................................................317
20.6.4 Tausch der HEIDENHAIN-Interfacekarten für das SIMODRIVE 611-Antriebssystem.......................320
20.7 Fehlerbehebung ..............................................................................................................................................321

21 Flachbildschirm ...................................................................................................323
21.1 Einleitung .........................................................................................................................................................323
21.2 Mögliche Fehlerursachen ...............................................................................................................................323
21.3 Fehlersuche......................................................................................................................................................324
21.4 Fehlerbehebung ..............................................................................................................................................325

22 Bedientasten und Potentiometer ......................................................................327


22.1 Einleitung .........................................................................................................................................................327
22.2 Mögliche Fehlerursachen ...............................................................................................................................328
22.3 Überprüfung der Tasten .................................................................................................................................329

HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


22.4 Überprüfung der Potentiometer ....................................................................................................................332
22.5 Fehlerbehebung...............................................................................................................................................339
22.6 Tastenmatrix der MC 6110 .............................................................................................................................341

23 Maschinen-Bedienfeld ....................................................................................... 347


23.1 Einleitung .........................................................................................................................................................347
23.2 Mögliche Fehlerursachen ...............................................................................................................................348
23.3 Überprüfung der Spannungsversorgung......................................................................................................348
23.4 Überprüfung der HSCI-Verbindung ...............................................................................................................349
23.5 Überprüfung der Tasten .................................................................................................................................350
23.6 Überprüfung der Ausgänge............................................................................................................................352
23.7 Überprüfung der Schnittstelle zum elektronischen Handrad .....................................................................352
23.8 Überprüfung der Schnittstelle zu den Potentiometern...............................................................................352
23.9 Fehlerbehebung...............................................................................................................................................353

24 Handrad............................................................................................................... 355
24.1 Einleitung .........................................................................................................................................................355
24.2 Konfigurationsdaten .......................................................................................................................................356
24.3 Mögliche Fehlerursachen ...............................................................................................................................356
24.4 Fehlersuche am portablen Handrad HR 410 .................................................................................................358
24.5 Abwählen und Abstecken des portablen Handrades HR 410 ....................................................................361
24.6 Fehlersuche an Einbau-Handrädern ..............................................................................................................362
24.7 Fehlerbehebung...............................................................................................................................................364

25 Tastsystem ......................................................................................................... 365


25.1 Einleitung .........................................................................................................................................................365
25.2 Mögliche Fehlerursachen ...............................................................................................................................368
25.3 Fehlersuche am Tastsystem TS .....................................................................................................................370
25.4 Fehlersuche am Tastsystem TT .....................................................................................................................376
25.5 Abwählen und Abstecken des Tastsystems.................................................................................................381
25.6 Fehlerbehebung...............................................................................................................................................382

26 Wichtige Merkmale von HEIDENHAIN-Komponenten ................................... 383


26.1 Kennzeichnung der Hardware........................................................................................................................383
26.2 Anzeige der Software .....................................................................................................................................393

27 Steckerbezeichnungen und -belegungen ....................................................... 395


27.1 Wichtiger Hinweis ...........................................................................................................................................395
27.2 Hauptrechner MC 6110 ...................................................................................................................................395
27.2.1 Bezeichnung und Lage der Anschlussstecker...................................................................................395
27.2.2 Anschlussbelegungen am MC 6110 .................................................................................................396
27.3 Modulare Reglereinheit CC 6106 ...................................................................................................................400
27.3.1 Bezeichnung und Lage der Anschlussstecker...................................................................................400
27.3.2 Anschlussbelegungen an der CC 6106 .............................................................................................401
27.4 Kompaktregler UEC 11x .................................................................................................................................409
27.4.1 Bezeichnung und Lage der Anschlussstecker...................................................................................409
27.4.2 Anschlussbelegungen am UEC 11x ..................................................................................................410
27.5 Basismodule PLB 62xx und PLB 61xx............................................................................................................417
27.5.1 Bezeichnung und Lage der Anschlussstecker...................................................................................417
27.5.2 Anschlussbelegungen am PLB 62xx und PLB 61xx..........................................................................418
27.6 Digitale EA-Module .........................................................................................................................................420
27.6.1 Bezeichnung und Lage der Anschlussstecker...................................................................................420
27.6.2 Anschlussbelegungen am PLD-H ......................................................................................................421

April 2010
27.7 Analoge EA-Module ........................................................................................................................................422
27.7.1 Bezeichnung und Lage der Anschlussstecker...................................................................................422
27.7.2 Anschlussbelegungen am PLA-H ......................................................................................................423
27.8 Kleinspannungsnetzteil PSL 13x ...................................................................................................................424
27.8.1 Bezeichnung und Lage der Anschlussstecker...................................................................................424
27.8.2 Anschlussbelegungen am PSL13x ....................................................................................................425
27.9 Maschinenbedienfeld MB 620 ........................................................................................................................428
27.9.1 Bezeichnung und Lage der Anschlussstecker am MB 620...............................................................428
27.9.2 Anschlussbelegungen am MB 620 ...................................................................................................428
27.10 Handräder ........................................................................................................................................................431
27.10.1 Portables Handrad HR 410 ................................................................................................................431
27.10.2 Einbau-Handrad HR 130 ....................................................................................................................432
27.10.3 Handrad-Adapter HRA 110 ................................................................................................................433
27.11 Tastsysteme ....................................................................................................................................................435
27.12 Messgeräte ......................................................................................................................................................435
27.12.1 Lagemessgeräte................................................................................................................................435
27.12.2 Drehzahlmessgeräte .........................................................................................................................437
27.13 Umrichter und Motoren..................................................................................................................................438

28 Austausch von HEIDENHAIN-Komponenten....................................................439


28.1 Wichtige Austauschhinweise.........................................................................................................................439
28.2 Trennung der Frontplatte vom Gehäuse bei der MC 6110..........................................................................446
28.3 Austausch der MC 6110 ..................................................................................................................................448
28.4 Austausch der Speicherkarte CFR .................................................................................................................449
28.5 Austausch der Pufferbatterie .........................................................................................................................463
28.6 Austausch der Potentiometer ........................................................................................................................463
28.7 Austausch von Tastatur-Komponenten ........................................................................................................464
28.8 Austausch von Maschinen-Bedienfeld-Komponenten ................................................................................466
28.9 Austausch von weiteren HEIDENHAIN-Komponenten................................................................................468

29 Mess-, Test-, Prüfmittel ......................................................................................469


29.1 Wichtige Hinweise ..........................................................................................................................................469
29.2 Abgreifbox .......................................................................................................................................................470
29.3 Messgerät-Diagnose-Set PWM 9 ...................................................................................................................474
29.4 Testgerät PWT 10/17/18.................................................................................................................................476
29.5 IK 215 Justage- und Prüfpaket .......................................................................................................................478

30 Maschinenparameter..........................................................................................479
30.1 Begriffsklärung ................................................................................................................................................479
30.2 Der Konfigurations-Editor ..............................................................................................................................481

HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


1 Anhang: Funktionsprinzip der Steuerung TNC 620 ........................................ 497
1.1 Einleitung .........................................................................................................................................................497
1.2 Der Regelkreis..................................................................................................................................................497
1.3 Tauschmöglichkeiten bei der TNC 620..........................................................................................................503
1.4 Der HSCI-Bus ...................................................................................................................................................505

2 Anhang: Prinzipschaltpläne .............................................................................. 507

3 Anhang: Überwachungsfunktionen ................................................................. 511


3.1 Einleitung .........................................................................................................................................................511
3.2 Beim Einschalten.............................................................................................................................................511
3.3 Während des Betriebs.....................................................................................................................................515
3.3.1 Positions- bzw. Schleppabstandsüberwachung ................................................................................516
3.3.2 Bewegungsüberwachung .................................................................................................................520
3.3.3 Stillstandsüberwachung ....................................................................................................................522
3.3.4 Positionierfenster ..............................................................................................................................523
3.3.5 Überwachung des Netzteils .............................................................................................................526
3.3.6 Temperaturüberwachung ..................................................................................................................528
3.3.7 I2t-Überwachung ...............................................................................................................................531
3.3.8 Aktuelle Auslastung der Antriebsmotoren .......................................................................................536
3.3.9 Status der HEIDENHAIN-Hardware und -Software ...........................................................................537
3.3.10 Motorbremse ....................................................................................................................................540
3.3.11 NOT-HALT-Überwachung während des Betriebs .............................................................................541
3.3.12 Überwachungsfunktionen bei Einsatz der CC 61xx ..........................................................................542

April 2010
HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620
1 Handhabung des Service-Handbuches

1.1 Zielgruppe
Dieses Service-Handbuch richtet sich an Elektrofachkräfte für Service, Wartung und
Inbetriebnahme.
Sie müssen über die nötigen Fachkenntnisse und Befugnisse für Arbeiten an der Elektrik einer
Werkzeugmaschine und ihren Komponenten verfügen!

1.2 Über dieses Handbuch


Dieses Service-Handbuch unterstützt den Servicetechniker bei der Fehlerdiagnose und
Fehlerbehebung an einer TNC 620 gesteuerten Werkzeugmaschine im Feld.

Es enthält u.a.:
„ Fehlermeldungen und Fehlerbilder, die auf technische Defekte schließen lassen
„ Hinweise zu möglichen Fehlerursachen
„ Beschreibungen zur Fehlersuche
„ Beschreibungen zum Einsatz von Diagnosewerkzeugen
„ Hinweise zur Fehlerbehebung
„ Anleitungen zur Datensicherung
„ Theoretische Erläuterungen von Funktionen und Funktionszusammenhängen

In der ”Liste der NC-Fehlermeldungen” auf Seite 4 – 25 und in der ”Übersichts-Tabelle zu mög-
lichen Fehlerbildern” auf Seite 5 – 49 finden Sie oftmals Verweise auf Beschreibungen zur Feh-
lersuche. Diese Beschreibungen befinden sich thematisch gegliedert in den Kapiteln dieses Ser-
vice-Handbuchs.

Das Service-Handbuch bietet keine Inbetriebnahme-Unterstützung!

Beschrieben sind die Servicemöglichkeiten mit der aktuellen Steuerungs-Hardware und Soft-
ware zum Ausgabezeitpunkt dieses Buches. Die Servicemöglichkeiten an Ihren Geräten können
ggf. davon abweichen. Auf bekannte hard- oder softwarebedingte Unterschiede beim Service
wird in den jeweiligen Beschreibungen hingewiesen.

Diese Anleitung ist gültig für:


„ TNC 620 mit NC-Software 340560 ab Version 01

Für die Anleitungen zum Feldservice wird vorausgesetzt, dass ...


„ die Maschine, an der Fehler auftreten, vorher einwandfrei gelaufen ist!
„ nur gegen Originalteile getauscht wird!

Hinweis

Einige Beschreibungen in diesem Service-Handbuch, die z.B. den Einsatz eines Service-
Laptops betreffen, setzen Windows-Grundkenntnisse voraus.

Aktualisierung Dieses Service-Handbuch wird in unregelmäßigen Abständen aktualisiert.


Eine aktuelle druckbare Ausgabe finden Sie auf unserer Internetseite -->
http://www.heidenhain.de/ ... /SHB TNC 620
Ein Zip-File kann heruntergeladen werden. Mit einem Kennwort kann dieses Zip-File nun
entpackt werden. Dieses Kennwort erhalten Sie in einer HEIDENHAIN-Serviceschulung oder auf
telefonische Anfrage!
Als Teilnehmer einer Serviceschulung erhalten Sie das Service-Handbuch auch als Ringbuch.

April 2010 1–9


1.3 Weitere Service-Handbücher
„ Service-Handbuch Umrichtersysteme und Motoren

1.4 Sonstige Dokumentation


Weitere wichtige Informationen finden Sie in folgenden Dokumenten:

„ Maschinen-Dokumentation des Herstellers


(Schaltpläne der Maschine, Verdrahtungspläne, Maschinenbedienungs-Handbuch, etc.)
„ Benutzer-Handbuch TNC 620 von HEIDENHAIN
„ TNCguide von HEIDENHAIN (DVD)
„ Montageanleitungen von HEIDENHAIN
„ Prospekte der jeweiligen HEIDENHAIN-Geräte
„ Bedienungsanleitung PWM 9
„ Betriebsanleitung PWT
„ Benutzer-Handbuch IK 215

Hinweis

Diese und weitere HEIDENHAIN-Dokumente erhalten Sie schnell und aktuell über unsere
Internetseite --> www.heidenhain.de

Hinweis

HEIDENHAIN-Software-Tools (z.B. TNCremoNT) verfügen über ausführliche Online-Hilfen.

1.5 Unterstützung

Achtung

Bei der Fehlerdiagnose an ihrer Werkzeugmaschine ist zuerst der Maschinenhersteller zu


Rate zu ziehen!

Unterstützung erhalten Sie jedoch auch durch den Kundendienst von HEIDENHAIN Traunreut oder
von HEIDENHAIN-Vertretungen.
Telefonnummern sowie E-Mail-Adressen finden Sie auf der Rückseite dieses Service-Handbuchs oder
auf unserer Internetseite (www.heidenhain.de).

1.6 Service-Schulung
HEIDENHAIN-Traunreut bietet Service-Kurse in deutscher Sprache an. Die Teilnahme an einer
HEIDENHAIN-Service-Schulung für die TNC 620 ist für den Techniker, der mit diesem Service-
Handbuch arbeitet, empfehlenswert.
Fragen Sie hierzu bei HEIDENHAIN Traunreut nach bzw. besuchen Sie unsere Internetseite
(www.heidenhain.de).

Hinweis

Fragen Sie ggf. bei Ihrer HEIDENHAIN-Landesvertretung nach, ob Service-Kurse in Ihrer


Landessprache angeboten werden.

1 – 10 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


1.7 Bedeutung der im Handbuch verwendeten Symbole

Gefahr

Bei Nichteinhaltung dieser Hinweise sind schwere körperliche Schäden bis hin zu tödlichen
Verletzungen oder erhebliche Sachschäden nicht auszuschließen.

Achtung

Bei Nichteinhaltung dieser Hinweise sind Verletzungen von Personen und Betriebs-
störungen bis hin zu Sachschäden nicht auszuschließen.

Hinweis

In diesen Kästchen finden Sie wichtige oder nützliche Hinweise.

1.8 Sicherheit

Gefahr

Vor Beginn der Servicearbeiten lesen Sie unbedingt die ”Sicherheitshinweise” auf Seite 2
– 13.

April 2010 1 – 11
1 – 12 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620
2 Sicherheitshinweise

Schutzleiter

Gefahr

Achten Sie darauf, dass der Schutzleiter durchgängig vorhanden ist!


Unterbrechungen des Schutzleiters können dazu führen, dass Personen- bzw.
Sachschäden verursacht werden.

Spannungsfreiheit

Gefahr

Stellen Sie sicher, dass der Hauptschalter der Maschine ausgeschaltet und Geräte stromlos
sind, wenn Sie Steck- oder Klemmanschlüsse lösen und wieder anbringen!
Sichern Sie gegen Wiedereinschalten!
Stellen Sie die Spannungsfreiheit mit einem geeigneten Spannungsprüfgerät fest!

Grundlegende
Kenntnisse

Gefahr

Um das Fehlverhalten einer NC-gesteuerten Maschine richtig beurteilen zu können, müssen


Servicetechniker grundlegende Kenntnisse über Steuerungen, Messgeräte, Antriebe,
Elektrik und Mechanik besitzen.
Durch nicht bestimmungsgemäßen Gebrauch können erhebliche Personen- bzw.
Sachschäden entstehen.

Fachkenntnisse und
Befugnisse

Gefahr

Techniker, die an der Elektrik der Maschine arbeiten, müssen über die entsprechenden
Fachkenntnisse und Befugnisse verfügen!

Geeignetes
Werkzeug

Gefahr

Verwenden Sie geeignetes Werkzeug, z.B. isolierte Schraubendreher und Zangen!

Sicherheits-
hinweise des
Maschinen-
herstellers

Achtung

Beachten Sie die Sicherheitshinweise an der Maschine (z.B. Aufkleber, Schilder) und die
Sicherheitshinweise in der Dokumentation des Maschinenherstellers
(z.B. Betriebsanleitung).

April 2010 2 – 13
Starkstrom-
Vorschriften und
UVV

Gefahr

Nationale Starkstrom-Vorschriften sowie die allgemeinen Sicherheits- und


Unfallverhütungsvorschriften (UVV) müssen eingehalten werden!

Basisisolierung

Gefahr

Die Schnittstellen für PLC-Eingänge/Ausgänge, Maschinenbedienfeld und PL-Erweiterungs-


karten erfüllen die Basisisolierung nach IEC 742 EN 50 178.
Angeschlossene Geräte müssen die Basisisolierung nach IEC 742 EN 50 178 erfüllen, da
sonst Personen- bzw. Sachschäden entstehen können.
Der maximale Gleichspannungsmittelwert der PLC-Eingänge beträgt 31 V.

Vertikalachsen

Gefahr

Sichern Sie grundsätzlich Vertikalachsen vor dem Herabfallen, bevor Sie Tests an diesen
Achsen ausführen!

Änderung von
Eingabewerten

Gefahr

Falsche bzw. nicht optimierte Eingabewerte können zu einem Fehlverhalten der Maschine
und somit zu Personen- bzw. Sachschäden führen.
Änderungen der Maschinen-Konfiguration (Konfig-Objekte und Maschinenparameter) dür-
fen nur vom Maschinenhersteller bzw. nach Absprache mit dem Maschinenhersteller
durchgeführt werden!
Mit unkontrollierten Bewegungen der Achsen und Spindel muss gerechnet werden.
Grundsätzlich dürfen Einstellwerte, die die Regelkreise der Steuerung betreffen, nur bei
gedrücktem NOT-AUS-Taster der Maschine geändert werden.

Haftung
Achtung

HEIDENHAIN übernimmt keine Haftung für unmittelbare oder mittelbare oder durch nicht
bestimmungsgemäßen Gebrauch oder falsche Bedienung entstandene Personen- und
Sachschäden!

2 – 14 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


3 Schlüsselzahlen

3.1 Einleitung

Durch Schlüsselzahlen sind ...


„ bestimmte Bereiche der Speicherkarte
„ bestimmte Dateitypen
„ bestimmte Funktionen
... aufrufbar.

Gefahr

Die Schlüsselzahlen dürfen nur von eingewiesenen Servicetechnikern verwendet bzw. an


solche weitergegeben werden.
Behandeln Sie Schlüsselzahlen grundsätzlich vertraulich!
Eine unsachgemäße Bedienung kann zum Verlust von wichtigen Daten, zu einem Fehl-
verhalten der Maschine und somit auch zu Personen- und Sachschäden führen.

3.2 Übersicht

Schlüsselzahl Kurzbeschreibung Beschreibung im Buch

0 Zurücksetzen der vorher eingegebenen Schlüsselzahlen --> Schlüssel- In diesem Kapitel


zahl-Softkeys wie CONFIG EDIT oder PLC EDIT werden gelöscht.

123 Editieren der eingeschränkten Maschinenparameter für den Siehe Seite 30 – 479
Maschinenbediener.

13852 Inbetriebnahme-Werkzeug für analoge Achsen freischalten --> der -


Softkey ANALOGE ACHSEN erscheint im integrierten Oszilloskop.

75368 Offsetabgleich für analoge Achsen. -

95148 Editieren von Maschinenparametern. Siehe Seite 30 – 479

531210 Ablöschen der remanenten PLC-Operanden. Der Steuerungsbetrieb Siehe Seite 11 – 107
wird gestoppt. Ein anschließender Neustart ist erforderlich.

555343 Sonderfunktionen für Q-Parameter-Programmierung freigeben und -


Aktivieren des Tabellen-Editors.

654321 Aufruf des OLM (Online-Monitor). Siehe Seite 10 – 103

688379 Integriertes Oszilloskop. Siehe Seite 9 – 83

807667 Betriebsart PLC-Programmierung aufrufen. Siehe Seite 11 – 107

857282 Betriebszeiten zurücksetzen. -

049866931 Laden von Servicepacks. Siehe Seite 15 – 201

NET123 Netzwerkeinstellungen editieren. Siehe Seite 14 – 171

SIK Übersicht der im System Identification Key freigeschalteten Software- Siehe Seite 28 – 441
Optionen und Regelkreise. Weitere Freischaltungen können vorge-
nommen werden.

UPDATE Laden von Servicepacks (selbe Funktion wie 049866931). Siehe Seite 15 – 201

Hinweis

Der Maschinenhersteller kann eigene Funktionen für Schlüsselzahlen definieren oder auch
fest vorgegebene Schlüsselzahlen sperren!
Fragen Sie Ihren Maschinenhersteller!

April 2010 3 – 15
3.3 Eingabe der Schlüsselzahlen

8 Betriebsart Programmieren wählen.

8 Falls geöffnet: Programm-Management mit Taste END verlassen.

Hinweis

Wenn Sie bei geöffnetem Programm-Management die MOD-Taste drücken, werden die
Schnittstellen-Einstellungen aufgerufen.

8 Schlüsselzahl-Fenster aufrufen.

8 Schlüsselzahl eingeben und mit ENT bestätigen.

Zahlen können direkt über das Ziffernfeld der Tastatur eingegeben werden.
Buchstaben können auf zwei verschiedene Arten eingegeben werden:

3 – 16 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


8 Drücken Sie die Taste GOTO --> ein Überblendfenster erscheint.

8 Verwenden Sie nun die Zifferntastatur zur Auswahl der Buchstaben und Zahlen
(wie beim Schreiben einer SMS).
Oder ...
8 Schließen Sie eine PC-Tastatur mit USB-Schnittstelle an der TNC 620 an (Stecker X141 /
X142).

Hinweis

Bei Eingabe bestimmter Schlüsselzahlen erscheinen neue Softkeys,


z.B. CONFIG EDIT, PLC EDIT, OSCI, OLM.
Sie können nun mit diesen Softkeys in die entsprechenden Bereiche wechseln, ohne die
zugehörige Schlüsselzahl jedesmal erneut einzugeben.

Setzen Sie nach Beendigung Ihrer Arbeiten alle vorher eingegebenen Schlüsselzahlen zurück:
8 Schlüsselzahl 0 eingeben und mit ENT bestätigen.

Hinweis

Bei einem Neustart der Steuerung werden grundsätzlich alle Schlüsselzahl-Eingaben


zurückgesetzt.

April 2010 3 – 17
3 – 18 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620
4 Fehlermeldungen

4.1 Einleitung
Die TNC 620 verfügt über ein umfassendes integriertes Überwachungssysstem zur Vermeidung
von Eingabe- bzw. Bedienfehlern und zur Fehlererkennung und Diagnose von technischen
Defekten an der Steuerung und den angeschlossenen Geräten. Das Überwachungssystem ist
ein fester Bestandteil der TNC-Hardware und -Software und ist bei eingeschalteter Steuerung
dauernd wirksam. Ein technischer Defekt oder Bedienfehler wird am Bildschirm im Klartext
gemeldet.

Die Wirkungsweise der Überwachungsfunktionen ist im Anhang dokumentiert --> siehe


”Anhang: Überwachungsfunktionen” auf Seite 3 – 511.

Der Maschinenhersteller kann zudem spezifische PLC-Fehlermeldungen definieren.

Art der PLC-Fehlermeldungen


Fehlermeldung
„ Maschinenspezifische Fehlermeldungen
„ Werden vom Maschinenhersteller festgelegt (z.B. Kühlmittelpumpe defekt, Schutztüre
geöffnet)
„ Die Reaktion der Steuerung auf eine PLC-Fehlermeldung (z.B. NC-Stopp, NOT-AUS) legt der
Maschinenhersteller fest
„ Ob die Steuerung nach einer PLC-Fehlermeldungen noch bedienbar bleibt oder neu gebootet
werden muss, ist vom Maschinenhersteller festgelegt
„ Wenden Sie sich bei Fragen an Ihren Maschinenhersteller!

NC-Fehlermeldungen
„ Sind Bestandteil der HEIDENHAIN-NC-Software
„ Lassen sich einteilen in Fehlermeldungen, die sich durch die Bedienung, Programmierung und
Anwendung der Maschine ergeben und Fehlermeldungen, die auf einen technischen Defekt
(Geräte, Elektrik, Mechanik, etc.) schließen lassen
„ Die Reaktion der Steuerung auf eine NC-Fehlermeldung (z.B. NC-Stopp, NOT-AUS) ist von
HEIDENHAIN festgelegt
„ Ob die Steuerung nach einer NC-Fehlermeldungen noch bedienbar bleibt oder neu gebootet
werden muss, ist von HEIDENHAIN festgelegt
„ Wenden Sie sich bei Fragen an Ihren Maschinenhersteller und/oder HEIDENHAIN

Hinweis

Ist die angezeigte Fehlermeldung eine NC- oder PLC-Fehlermeldung?


Drücken Sie die Taste ERR --> einer PLC-Fehlermeldung ist hier immer „PLC“ und die
Fehlernummer vorangestellt (z.B. PLC00010 FEHLER! 10 Arbeitsraum offen!).
Alle anderen Fehlermeldungen kommen von der NC -->
siehe ”Das Fehlerfenster” auf Seite 4 – 22.

Eine weitere Möglichkeit ist der Aufruf des Logbuchs --> siehe ”Protokoll-Dateien” auf
Seite 7 – 71.
PLC-Fehlermeldungen beginnen in der Zeile Event: mit der Zahl 300.

Betriebssystem-Fehlermeldungen
„ Haben oftmals den Hinweis CHILD PROCESS ERROR
„ Die Steuerung ist nicht mehr bedienbar, ein Neustart ist erforderlich
„ Wenden Sie sich bei Fragen an Ihren Maschinenhersteller und/oder HEIDENHAIN

April 2010 4 – 19
Anzeige der Alle Fehlermeldungen, die sich mit der CE-Taste quittieren lassen, werden ...
Fehlermeldung
„ in der Kopfzeile (oberer Bildschirmrand) angezeigt (standardmäßig in roter Farbe).
„ im Klartext gemeldet.

Bild: Fehlermeldung in der Kopfzeile

Zusatzinformationen zu PLC-Fehlermeldungen kann der Maschinenhersteller im kleinen PLC-Fenster


(über der Softkey-Leiste) anzeigen.

Bild: Zusatzinformation im kleinen PLC-Fenster

4 – 20 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Reaktion der Nur Anzeige (Fehlerklassen 2, 4, 5, 17, 18)
Steuerung und der
„ Eine Meldung (Info, Warnung, Fehler) wird lediglich angezeigt.
Maschine
„ Die Maschine zeigt keine Reaktion. Programme werden nicht gestoppt.
„ Die Fehlermeldung kann jederzeit quittiert werden.

Vorschub-Stopp (Fehlerklassen 6, 15)


„ Die Vorschubfreigabe wird zurückgesetzt. Das Symbol für den Vorschub „F“ ist hinterlegt.
„ Die Achsen bremsen an der Sollwert-Kennlinie.
Die Kontur des Werkstücks wird also i.d.R. nicht beschädigt.
„ Nach dem Quittieren der Fehlermeldung arbeitet die Maschine mit dem eingestellten Vor-
schub weiter.

Programm-Abbruch (Fehlerklassen 7, 13, 19)


„ Das laufende NC-Programm wird abgebrochen.
„ Die Achsen bremsen an der Sollwert-Kennlinie.
Die Kontur des Werkstücks wird also i.d.R. nicht beschädigt.
„ Nach dem Quittieren der Fehlermeldung muss das NC-Programm neu gestartet werden
(GOTO 0, NC-START).

NC-Stopp (Fehlerklasse 11, 12)


„ Das laufende NC-Programm wird gestoppt. Das NC-STOP-Symbol wird angezeigt.
„ Die Achsen bremsen an der Sollwert-Kennlinie.
Die Kontur des Werkstücks wird also i.d.R. nicht beschädigt.
„ Nach dem Quittieren der Fehlermeldung kann das NC-Programm an der gestoppten Stelle
wieder gestartet werden (Taste NC-START).

NOT-HALT (Fehlerklasse 9, 16)


„ Ein NOT-HALT wird an der Maschine ausgelöst.
„ Achsen und Spindeln bremsen an der Stromgrenze, die Maschine muss so schnell wie mög-
lich stillgesetzt werden!
Die Kontur des Werkstücks wird nicht berücksichtigt und kann beschädigt werden.
„ Nach dem Quittieren der Fehlermeldung muss die Maschine wieder komplett eingeschaltet
werden. Nun kann das NC-Programm wieder neu gestartet werden (GOTO 0, NC-START).

RESET (Fehlerklasse 10, 14)


„ Ein NOT-HALT wird an der Maschine ausgelöst.
„ Achsen und Spindeln bremsen an der Stromgrenze, die Maschine muss so schnell wie mög-
lich stillgesetzt werden!
Die Kontur des Werkstücks wird nicht berücksichtigt und kann beschädigt werden.
„ Die Fehlermeldung kann nicht quittiert werden. Die Steuerung muss heruntergefahren und
neu gebootet werden. Nun kann das NC-Programm wieder neu gestartet werden (GOTO 0,
NC-START).

Einteilung der Fehlerklassen mit Reaktionen --> siehe ”Informationen zur Fehlermeldung” auf
Seite 4 – 24

April 2010 4 – 21
4.2 Das Fehlerfenster
Die Steuerung zeigt einen aufgetretenen Fehler in der Kopfzeile des Bildschirms an. Dabei werden
lange bzw. mehrzeilige Fehlermeldungen verkürzt dargestellt. Die vollständigen Informationen zu
allen anstehenden Fehlermeldungen erhalten Sie im Fehlerfenster.

8 Rufen Sie mit der ERR-Taste das Fehlerfenster auf (durch nochmaliges Drücken die-
ser Taste wird das Fenster wieder geschlossen).

8 Drücken Sie nun den Softkey ZUSÄTZL. INFO.

8 Die Anzeige teilt sich waagerecht und Sie erhalten Informationen zur Fehlerursache und Fehler-
behebung.

Mit den Cursortasten können Sie die Fehlermeldungen in der Fehlerliste anwählen --> die Texte für
Ursache und Behebung werden entsprechend angezeigt.

4 – 22 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Weitere Details der Fehlermeldung wie Datum, Uhrzeit, Event-Class, Zeile des NC-Programms,
Pfadangaben, etc. erhalten Sie wie folgt:

8 Softkey INTERNE INFO drücken

Fehler löschen Einzelnen Fehler löschen:

8 Cursor auf den zu löschenden Eintrag positionieren.

8 Softkey LÖSCHEN drücken (oder CE-Taste).

Alle im Fehlerfenster eingetragenen Fehler löschen:

8 Softkey ALLE LÖSCHEN drücken.

Ist die Fehlerursache nach wie vor existent, erscheint die entsprechende Fehlermeldung wieder
--> beheben Sie den Fehler!

Hinweis

Manche Fehlermeldungen lassen sich nicht quittieren --> fahren Sie die Steuerung ord-
nungsgemäß herunter (Softkey OFF) und bestätigen Sie die Reboot-Meldung mit ENT
(Warmstart).
Falls dieses nicht funktioniert --> schalten Sie den Hauptschalter der Maschine aus, warten
Sie einige Sekunden und schalten dann wieder ein.

April 2010 4 – 23
Informationen zur „ Fehlernummer: Wird von HEIDENHAIN oder dem Maschinenhersteller vergeben.
Fehlermeldung
„ Fehlerklasse: Kennzeichnet die Reaktion der Steuerung auf diesen Fehler (siehe Tabelle).

„ Fehlertext: Erläutert den Fehler (ein- oder mehrzeilig). Tritt der Fehler bei der Ausführung eines NC-
Programms auf, wird zusätzlich die Zeile des NC-Programms aufgeführt.

Übersicht über die Behandlung eines Fehlers in der Steuerung:

Fehlerklasse Reaktion Anzeige Logfile- Quit- Fehlergruppe


Eintrag tierung
Ev_class_2 keine x x Warnung
Ev_class_3 keine x Warnung
Ev_class_4 keine x x x Warnung
Ev_class_5 keine x x x Fehler
Ev_class_6 Vorschub-Stopp x x x Fehler
Ev_class_7 Programmabbruch x x x Fehler
Ev_class_9 Not-Aus x x x Fehler
Ev_class_10 Reset x x System-Fehler
Ev_class_11 NC-Stopp x x x Fehler
Ev_class_12 NC-Stopp x x x Fehler
Ev_class_13 Programmabbruch x x x Fehler
Ev_class_14 Reset – ohne Ausgabe des x x System-Fehler
Fehlertextes („Fehlerhafte
Datenverarbeitung“)
Ev_class_15 Vorschub-Stopp x x x Fehler
Ev_class_16 Not-Aus x x x Fehler
Ev_class_17 Hinweistext anzeigen x x x Info
Ev_class_18 keine x x x Warnung
Ev_class_19 Programmabbruch x x x Fehler

Mit Ev_class_18 wird mitgeteilt, dass Service-Dateien gespeichert wurden.

Protokoll-Dateien Anhand des Logbuchs und Fehler- und Tasten-Protokollen können aufgetretene Fehlermeldungen und
ansehen Tastenbetätigungen in ihrer zeitlichen Reihenfolge betrachtet werden -->
siehe ”Protokoll-Dateien” auf Seite 7 – 71.

Fehlermeldungen Fehlermeldungen lassen sich in eine Zip-Datei abspeichern --> siehe ”Protokoll-Dateien” auf Seite 7 –
abspeichern 71.

4 – 24 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


4.3 Liste der NC-Fehlermeldungen

Komplette Liste Die komplette Liste der NC-Fehlermeldungen (incl. Bedienerfehler) befindet sich auf der DVD
TNCguide in mehreren Sprachen und nach Fehlernummern sortiert.
Diese TNCguide Informationen finden Sie auch auf unserer Internetseite --> www.heiden-
hain.de

Diese offizielle NC-Fehlermeldungsliste (z.B. error_de.chm für die deutschen Fehlertexte) ent-
hält alle möglichen Fehlermeldungen für HEIDENHAIN-Steuerungen, die das Betriebssystem
NC-Kern verwenden.
Sie besteht hauptsächlich aus Fehlermeldungen zur Anwendung und Bedienung sowie
technischen Fehlermeldungen.

Gefilterte Liste In der folgenden Liste finden Sie die wichtigsten Fehlermeldungen, die auf technische
Defekte schließen lassen, in nummerischer Reihenfolge.
Wenn zusätzliche Beschreibungen in diesem Servicehandbuch vorhanden sind, wird darauf ver-
wiesen.

Fehler- Fehlermeldung Mögliche Fehlerursache Maßnahmen zur Fehlerlokalisierung


nummer und/oder Fehlerbehebung
Zusätzliche Informationen und Zusätzliche Informationen und
Beschreibungen im Buch Beschreibungen im Buch
130-019C Service-Dateien „ Service-Dateien werden zu Diagnose- „ Kundendienst benachrichtigen
werden gespeichert zwecken gespeichert
„ Siehe ”Protokoll-Dateien” auf Seite 7 –
71.
140-0045 Fehler beim Öffnen „ Datei nicht vorhanden „ Vorhandene Datei anwählen
der Backup-Datei „ Zugriff auf Datei fehlgeschlagen „ Die Datei darf nicht von anderen
'%1' „ Datei ist keine gültige Backup-Datei Anwendungen geöffnet sein
„ Die angewählte Datei muss von der
Steuerung als Backup-Datei erstellt wor-
den sein
„ Siehe ”Datensicherung” auf Seite 14 –
171.
230-0005 Externer NOT-AUS „ Der PLC-Eingang "Steuerung betrieb- „ NOT-AUS-Kreis überprüfen
sbereit" ist inaktiv
„ Für sicherheitsgerichtete Steuerungen
gilt:
Der PLC-Eingang "NE1" ist inaktiv.
Während des Abschalttests ist der
Pegel des Einganges "NE1" und "NE2"
nicht identisch mit dem Pegel des
Sicherheitsausganges "T1" und "T2".
„ Siehe ”Überprüfung Aus- und Eingang
„Steuerung betriebsbereit“ (NOT-AUS-
Kette)” auf Seite 16 – 211.
„ Bei defektem Ausgang „Steuerung
betriebsbereit“ --> MC 6110 tauschen
(siehe ”Austausch der MC 6110” auf
Seite 28 – 448).
230-0008 CC meldet sich „ Durch Fehlerreaktion wurde der Dre- „ Verkabelung der Achsen prüfen
nicht mehr hzahl- und Stromregler abgeschaltet
230-0012 Der freie Speicher „ Die Speicherkapazität der SYS-Partition „ Kundendienst benachrichtigen
der SYS-Partition ist fast erschöpft.
beträgt nur noch
%1 KB
230-0013 Der freie Speicher „ Die Speicherkapazität der SYS-Partition „ Kundendienst benachrichtigen
der SYS-Partition ist fast erschöpft.
beträgt nur noch Das Tracen von Service-Informationen
%1 KB wurde gestoppt.

April 2010 4 – 25
Fehler- Fehlermeldung Mögliche Fehlerursache Maßnahmen zur Fehlerlokalisierung
nummer und/oder Fehlerbehebung
Zusätzliche Informationen und Zusätzliche Informationen und
Beschreibungen im Buch Beschreibungen im Buch
230-007A Eine oder mehrere „ Bei Programm-Beginn und bei Genau- „ Prüfen Sie die Parameter CfgControler-
Achsen erreichen halt müssen alle Achsen im Regelfen- Tol->posTolerance und CfgControlerTol-
im Kanal %2 das ster sein. >timePosOK. Passen Sie die Parameter
Regelfenster nicht Diese Bedingung wird von einer oder an die Gegebenheiten der Maschine an.
mehreren Achsen dieses Kanals nicht
erfüllt.
„ Siehe ”Positionierfenster” auf Seite 3 –
523.
230-015E Initialisierung Tast- „ 3D-Tastsystem: Übernahme der Positi- „ Kundendienst benachrichtigen
system fehlerhaft ons-Istwerte ist von der CC mit einem
Fehler quittiert worden
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Tastsystem” auf Seite 25 – 365.
Seite 25 – 368.
230-0190 Schleppabstand zu „ Der Schleppabstand einer bewegten „ Siehe „231-8BD0 Schleppabstand zu
gross %2 Achse ist größer als der im Maschinen- gross %1“
parameter Axes->ParameterSets-
>????->CfgControllerAuxil->servoLag-
Min/Max1 angegebene Wert. "????"
bezeichnet den aktuellen Parameter-
satznamen
230-0192 Schleppabstand zu „ Der Schleppabstand einer bewegten „ Siehe „231-8BD0 Schleppabstand zu
gross %2 Achse ist größer als der im Maschinen- gross %1“
parameter Axes->ParameterSets-
>????->CfgControllerAuxil->servoLag-
Min/Max2 angegebene Wert. "????"
bezeichnet den aktuellen Parameter-
satznamen
230-0193 Lagemessgerät „ Die Amplitude des Lagemessgerät- „ Amplitude des Lagemessgerät-Signals
%2: Amplitude zu Signals ist zu klein bzw. das Signal für überprüfen
klein Verschmutzung ist aktiv
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Fehlersuche” auf Seite 18 – 262.
Seite 18 – 261. „ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
230-0194 Lagemessgerät „ An einem Lagemessgerät-Eingang „ Eingangsfrequenz des Lagemessgerät-
%2: Frequenz zu wurde die maximale Eingangsfrequenz Signals überprüfen
hoch überschritten
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Fehlersuche” auf Seite 18 – 262.
Seite 18 – 261. „ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
230-0195 Nullpulsabstand „ Messsystem defekt „ Messsystem austauschen
Messsystem %2 „ Widerspruch beim Vergleich der abso-
fehlerhaft luten und inkrementalen Position
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Fehlersuche” auf Seite 18 – 262.
Seite 18 – 261. „ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
230-0196 Lagemessgerät %2 „ Widerspruch beim Vergleich der abso- „ Kundendienst benachrichtigen
defekt luten und inkrementalen Position
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Fehlersuche” auf Seite 18 – 262.
Seite 18 – 261. „ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
230-0197 Nullpulsabstand „ Siehe „230-0195 Nullpulsabstand „ Siehe „230-0195 Nullpulsabstand
Messsystem %2 Messsystem %2 fehlerhaft“ Messsystem %2 fehlerhaft“
fehlerhaft

4 – 26 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Fehler- Fehlermeldung Mögliche Fehlerursache Maßnahmen zur Fehlerlokalisierung
nummer und/oder Fehlerbehebung
Zusätzliche Informationen und Zusätzliche Informationen und
Beschreibungen im Buch Beschreibungen im Buch
230-0198 Drehzahl-Sollwert „ Es wurde ein zu hoher Drehzahl-Sollw- „ Kundendienst benachrichtigen.
zu groß %2 ert errechnet.
Analoge Achsen: Maximaler Sollwert +-
10 V
Analoge Spindel: Maximaler Sollwert +-
10 V
Digitale Achsen und Spindel: Maxi-
maler Sollwert = maximale Motordre-
hzahl
230-0199 Bewegungs-Über- „ Bewegungsüberwachung: Solldre- „ Parameter Axes->ParameterSets-
wachung %2 hzahl=0, Istdrehzahl=0, Stellgrösse>0 >????->CfgEncoderMonitor->move-
==> Achse mech. blockiert oder Posi- mentThresh old überprüfen "????" beze-
tionsvergleich Motorgeber ungleich ichnet den aktuellen Parametersatzna-
ext. Lagegeber men
„ Kundendienst benachrichtigen.
„ Siehe ”Bewegungsüberwachung” auf „ Siehe ”Reihenfolge der Fehlersuche im
Seite 3 – 520. Regelkreis” auf Seite 6 – 56.
„ Siehe ”Schnittstelle zu den Antrieben”
auf Seite 20 – 303.
230-019A Stillstands-Überwa- „ Die Positionsabweichung im Stillstand „ Kundendienst benachrichtigen.
chung %2 ist größer als der im Maschinenpara-
meter Parameter Axes->Parameter-
Sets->????->CfgControllerAuxil-
>checkPosStand still festgelegte Wert.
"????" bezeichnet den aktuellen Para-
metersatznamen
„ Siehe ”Stillstandsüberwachung” auf „ Siehe ”Reihenfolge der Fehlersuche im
Seite 3 – 522. Regelkreis” auf Seite 6 – 56.
„ Siehe ”Schnittstelle zu den Antrieben”
auf Seite 20 – 303.
230-019D Tastsystem nicht „ Tastsystem ist nicht angeschlossen „ Tastsystem anschließen
bereit „ Batterie im Tastsystem ist leer „ Batterie wechseln
„ Keine Verbindung zwischen Infrarot- „ Empfangseinheit reinigen
Tastsystem und Empfangseinheit
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Tastsystem” auf Seite 25 – 365.
Seite 25 – 368.
230-019E Tastsystem-Batte- „ Die Batterie im Tastsystem ist leer „ Batterie wechseln
rie wechseln
230-01A2 EnDat-Messgerät „ Angeschlossenes EnDat-Messgerät „ EnDat-Messgerät prüfen, Messgeräte-
(%2) meldet Fehler oder Messgeräte-Kabel defekt Kabel prüfen
„ Siehe ”Messgeräteschnittstelle” auf „ Siehe ”Messgeräteschnittstelle” auf
Seite 18 – 259. Seite 18 – 259.
„ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
230-01A3 Absolute Ist-Posi- „ Aktuelle Endat-Position soll nicht über- „ EnDat-Messgerät prüfen
tion der Achse (%2) nommen werden (Bedienereingabe) „ Messgeräte-Kabel prüfen
wird nicht übernom- „ evtl. Messgerät tauschen
men
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Fehlersuche” auf Seite 18 – 262.
Seite 18 – 261. „ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.

April 2010 4 – 27
Fehler- Fehlermeldung Mögliche Fehlerursache Maßnahmen zur Fehlerlokalisierung
nummer und/oder Fehlerbehebung
Zusätzliche Informationen und Zusätzliche Informationen und
Beschreibungen im Buch Beschreibungen im Buch
230-01A4 Endat-Messgerät „ Die vom angeschlossenen EnDat- „ Maschinenparameter des Messgerätes
(%2) meldet abwe- Messgerät gemeldete Auflösung des prüfen
ichende Auflösung Messgerätes stimmt nicht mit der in
den Maschinenparametern fest-
gelegten Auflösung überein
„ Siehe ”Messgeräteschnittstelle” auf „ Siehe ”Messgeräteschnittstelle” auf
Seite 18 – 259. Seite 18 – 259.
„ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
230-01A5 EnDat-Messgerät „ Siehe „230-01A2 EnDat-Messgerät „ Siehe „230-01A2 EnDat-Messgerät
(%2) meldet fehler- (%2) meldet Fehler“. (%2) meldet Fehler“.
hafte Position
230-01AD Abweichung in der „ Die Einschaltposition dieser Achse „ Aktuelle Position prüfen
Einschaltposition weicht mehr als erlaubt von der zuletzt
von Achse %2 zu gespeicherten ab
groß „ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Fehlersuche” auf Seite 18 – 262.
Seite 18 – 261. „ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
230-01B3 S-RAM-Inhalte „ Die Inhalte der gespeicherten Achspo- „ Aktuelle Position überprüfen
dieser Achse sitionen
ungültig. sind nicht gültig.
230-01B5 Der Verfahrbereich „ Position der Achse prüfen. „ Eventuell Parameter CfgReferencing-
der Endat-Achse >refPosition neu ermitteln
wurde im ausge-
schaltetem Zustand
überschritten.
230-01C3 NOT-AUS defekt „ Der interne oder externe NOT-AUS- „ NOT-AUS-Kreis überprüfen
Kreis wird von einer CPU des Systems
als fehlerhaft beurteilt
„ Siehe ”Überprüfung Aus- und Eingang
„Steuerung betriebsbereit“ (NOT-AUS-
Kette)” auf Seite 16 – 211.
230-01C4 Steuerspannung für „ Fehlermeldung nach Stromunterbre- „ Schalten Sie die Steuerspannung sepa-
Relais fehlt chung rat ein
230-01C7 Kommunikation „ Bei der HSCI-Kommunikation zwischen „ Kundendienst benachrichtigen
zwischen MC und der Rechnereinheit MC und Reglerein-
CC ist fehlerhaft heit CC ist ein Fehler aufgetreten
„ Kurzschluss im Handrad bzw. Handrad- „ Handrad- bzw. Handradkabel überprü-
kabel fen
„ Kurzschluss im Taster bzw. in der „ Handrad abstecken (siehe ”Abwählen
Sende-/Empfangseinheit bzw. im Kabel und Abstecken des portablen Handra-
des HR 410” auf Seite 24 – 361).
„ Taster bzw. Sende-/Empfangseinheit
bzw. Kabel überprüfen
„ Taster bzw. Sende-/Empfangseinheit
abstecken
230-01C8 Timeout bei der „ Eine CC wurde mit Kommandos beauf- „ Regler-Einheit CC ist defekt
Kommandobearbei- tragt und hat diese nicht quittiert „ Hardware tauschen
tung der CC
„ Kurzschluss im Handrad bzw. Handrad- „ Handrad- bzw. Handradkabel überprü-
kabel fen
„ Kurzschluss im Taster bzw. in der „ Handrad abstecken (siehe ”Abwählen
Sende-/Empfangseinheit bzw. im Kabel und Abstecken des portablen Handra-
des HR 410” auf Seite 24 – 361).
„ Taster bzw. Sende-/Empfangseinheit
bzw. Kabel überprüfen
„ Taster bzw. Sende-/Empfangseinheit
abstecken

4 – 28 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Fehler- Fehlermeldung Mögliche Fehlerursache Maßnahmen zur Fehlerlokalisierung
nummer und/oder Fehlerbehebung
Zusätzliche Informationen und Zusätzliche Informationen und
Beschreibungen im Buch Beschreibungen im Buch
230-02BD Taststift ausgelenkt „ Der Taststift ist bereits beim Starten „ Tastsystem freifahren, Antastvorgang
eines Antastvorgangs ausgelenkt erneut starten
„ Bei mehrmaligem Auftreten Tastsy-
stem auf Beschädigung überprüfen las-
sen
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Tastsystem” auf Seite 25 – 365.
Seite 25 – 368.
230-02BF Handrad? „ Elektronisches Handrad ist nicht ange- „ Handrad über Kabeladapter anschließen
schlossen „ Maschinenparameter System-
„ Falsches Handrad im Maschinenparam- >CfgHandwheel->wheelType überprü-
eter System->CfgHandwheel->wheel- fen
Type angewählt „ Übertragungsleitung auf Beschädigung
„ Übertragungsleitung ist defekt oder prüfen
falsch
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Handrad” auf Seite 24 – 355.
Seite 24 – 356.
230-041C Fehler im Sicher- „ Im HSCI-S-Status wurden Fehler gefun- „ Kundendienst benachrichtigen
heitsstatus der den
HSCI-Übertragung „ Kurzschluss im Handrad bzw. Handrad- „ Handrad- bzw. Handradkabel überprü-
kabel fen
„ Kurzschluss im Taster bzw. in der „ Handrad abstecken (siehe ”Abwählen
Sende-/Empfangseinheit bzw. im Kabel und Abstecken des portablen Handra-
des HR 410” auf Seite 24 – 361).
„ Taster bzw. Sende-/Empfangseinheit
bzw. Kabel überprüfen
„ Taster bzw. Sende-/Empfangseinheit
abstecken
231-8040 Kühlkörpertemp. „ Kühlkörpertemperatur der Versorgung- „ Maschine stillsetzen, abkühlen lassen
UV 1xx seinheit UV 1xx ist zu groß „ Mit geringerer Leistung weiterarbeiten
„ Weiterer Anstieg der Kühlkörpertemp. (Vorschub verringern)
führt zur Abschaltung
„ Siehe „Servicehandbuch Umrichtersy- „ Siehe „Servicehandbuch Umrichtersy-
steme und Motoren“. steme und Motoren“.
231-8041 Iz UV 1xx zu groß „ Zwischenkreisstrom der Versorgung- „ Mit geringerer Leistung weiterarbeiten
seinheit UV 1xx ist zu groß (Vorschub verringern)
„ Siehe „Servicehandbuch Umrichtersy- „ Siehe „Servicehandbuch Umrichtersy-
steme und Motoren“. steme und Motoren“.
231-8060 Leckstrom UV 1xx „ Isolationsproblem (z.B. defekter Motor) „ Motor prüfen
zu groß. „ Verdrahtung prüfen
„ Siehe „Servicehandbuch Umrichtersy- „ Siehe „Servicehandbuch Umrichtersy-
steme und Motoren“. steme und Motoren“.
231-8062 Grenzwert: Uz zu „ Der eingestellte Grenzwert für die mini- „ Einbruch der Versorgungsspannung am
klein male Zwischkreisspannung aus der Versorgungsmodul
Versorgungseinheit wurde unterschrit- „ zu hohe Leistungsaufnahme der Achsen
ten -> Leistungsbegrenzung der Spindel
aktivieren
„ Siehe „Servicehandbuch Umrichtersy- „ Siehe „Servicehandbuch Umrichtersy-
steme und Motoren“. steme und Motoren“.
231-8080 Uz UV 1xx zu groß „ Zwischenkreisspannung der Versor- „ Maschinen-Parameter (Abbremsen der
gungseinheit ist zu groß Spindel) prüfen
„ Evtl. Bremswiderstand prüfen
„ Versorgungseinheit tauschen
„ Siehe Servicehandbuch „Umrichter- „ Siehe Servicehandbuch „Umrichter-
Systeme und Motoren“ Systeme und Motoren“

April 2010 4 – 29
Fehler- Fehlermeldung Mögliche Fehlerursache Maßnahmen zur Fehlerlokalisierung
nummer und/oder Fehlerbehebung
Zusätzliche Informationen und Zusätzliche Informationen und
Beschreibungen im Buch Beschreibungen im Buch
231-8081 Uz zu klein „ Zwischenkreisspannung der Versor- „ Einbruch der Versorgungsspannung am
gungseinheit ist zu klein Versorgungsmodul
„ zu hohe Leistungsaufnahme der Ach-
sen->Leistungsbegrenzung der Spindel
aktivieren
„ Siehe Servicehandbuch „Umrichter- „ Siehe Servicehandbuch „Umrichter-
Systeme und Motoren“ Systeme und Motoren“
231-8092 Lagereg. Zyklusz. „ MC liefert fehlerhafte Zykluszeit für CC- „ Kundendienst benachrichtigen
fehlerh. Lageregler
„ Ein Hardware-Fehler ist aufgetreten.

231-8130 Motorbremse „ Motorbremse defekt „ Motorbremsansteuerung überprüfen


defekt %1 „ Motor austauschen
„ Siehe ”Motorbremse” auf Seite 3 –
540.
231-8140 Fehler %1s Feldori- „ Siehe „231-8B20 Fehler %1 Feldorien- „ Siehe „231-8B20 Fehler %1 Feldorien-
entierung tierung“ tierung“
231-8160 Stromistwert zu „ Der maximal zulässige Strom des Leis- „ Stromreglerabgleich überprüfen
hoch %1 tungsteils wurde überschritten „ Motor-Tabelle, Leistungsteil-Tabelle
und Maschinen-Parameter überprüfen
„ System auf Kurzschlüsse überprüfen
„ Siehe „Servicehandbuch Umrichtersy-
steme und Motoren“.
231-8300 Motorbremse „ Motorbremse defekt „ Achse vor dem Ausschalten in eine
defekt %1 sichere Position fahren
„ Kundendienst benachrichtigen
„ Motorbremsansteuerung überprüfen
„ Motor austauschen
„ Siehe ”Motorbremse” auf Seite 3 –
540.
231-8310 Kein Strom beim „ Motor nicht richtig angeschlossen „ Verdrahtung Motor und Umrichter prü-
Bremstest %1 „ Umrichter falsch angeschlossen fen
„ Umrichter defekt „ Umrichter prüfen
„ Motor defekt „ Motor prüfen
„ Siehe „Servicehandbuch Umrichtersy- „ Siehe „Servicehandbuch Umrichtersy-
steme und Motoren“. steme und Motoren“.
231-8610 I2T-Wert ist zu hoch „ Die Belastung über die Zeit des „ Reduzierung der Belastung oder der
%1 Antriebs ist zu hoch Dauer
„ Kundendienst benachrichtigen
„ Motor-Tabelle, Leistungsteil-Tabelle
und Maschinen-Parameter überprüfen
„ Prüfen, ob Motor und Leistungsteil für
die Belastung ausgelegt sind
„ Siehe ”I2t-Überwachung” auf Seite 3 –
531.
231-8620 Belastung ist zu „ Antrieb hat Maximalstrom und kann „ Die Belastung des Antriebs reduzieren
hoch %1 nicht mehr beschleunigen „ Motor-Tabelle, Leistungsteil-Tabelle
„ Belastung (Drehmoment, Kraft) des und Maschinen-Parameter überprüfen
Antriebs zu hoch „ Prüfen, ob Motor und Leistungsteil für
die Belastung ausgelegt sind
231-8630 Stromistwert zu „ Siehe „231-8160 Stromistwert zu hoch „ Siehe „231-8160 Stromistwert zu hoch
hoch %1 %1“ %1“

4 – 30 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Fehler- Fehlermeldung Mögliche Fehlerursache Maßnahmen zur Fehlerlokalisierung
nummer und/oder Fehlerbehebung
Zusätzliche Informationen und Zusätzliche Informationen und
Beschreibungen im Buch Beschreibungen im Buch
231-8640 I2T-Wert des „ Die Belastung des Motors über die Zeit „ Reduzierung der Belastung oder der
Motors ist zu hoch ist zu hoch Dauer
%1 „ Motortabelle und Maschinen-Parameter
überprüfen
„ Prüfen ob Motor für die Belastung aus-
gelegt ist
„ Kundendienst benachrichtigen
„ Siehe ”I2t-Überwachung” auf Seite 3 –
531.
231-8650 I2T-Wert des Leis- „ Die Belastung des Leistungsteils über „ Reduzierung der Belastung oder der
tungsteils ist zu die Zeit ist zu hoch Dauer
hoch %1 „ Leistungsteil und Maschinen-Parameter
überprüfen
„ Prüfen ob Leistungsteil für die Belastung
ausgelegt ist
„ Kundendienst benachrichtigen
„ Siehe ”I2t-Überwachung” auf Seite 3 –
531.
231-8800 Signal LT-RDY inak- „ Umrichterabschaltung während der „ PLC Programm prüfen
tiv %1 Regelung einer vertikalen Achse (Aus- „ Verdrahtung des Umrichters prüfen
löser = vertikale Achse)
231-8810 Signal LT-RDY inak- „ Siehe „231-8800 Signal LT-RDY inaktiv „ Siehe „231-8800 Signal LT-RDY inaktiv
tiv %1 %1“ %1“
231-8830 Endat: kein Feld- „ Der Feldwinkel eines Motors mit nicht „ Ggf. im Modus "Stromreglerabgleich"
winkel %1 ausgerichtetem EnDat-Messgerät den Feldwinkel ermitteln (Softkey
wurde nicht ermittelt "FIELD ORIENT." betätigen)
„ Die ausgelesene EnDat-Seriennummer „ Eintrag "Art des Messsystems" in der
stimmt nicht mit der abgespeicherten Motortabelle bzw. MP2206.x überprü-
EnDat-Seriennummer überein fen
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Fehlersuche” auf Seite 18 – 274.
Seite 18 – 273. „ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
231-8860 Eingangs-Frequenz „ Störungen auf Drehzahl- „ Messgerätesignale prüfen
Drehzahl-Messge- Messgerätesignalen „ Schirmung prüfen
rät %1
„ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
231-8870 Eingangs-Frequenz „ Störungen auf Lage-Messgerätesigna- „ Messgerätesignale prüfen
Lage-Messgerät len „ Schirmung prüfen
%1
„ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
231-8A00 Keine Umrichterfre- „ Einschalten des Antriebs auf Grund „ Verdrahtung prüfen
igabe %1 fehlender Freigabe des Umrichters
über -SH1 nicht möglich
„ Siehe „Servicehandbuch Umrichtersy- „ Siehe ”Überprüfung der Freigaben an
steme und Motoren“. der TNC 620” auf Seite 16 – 209
„ Siehe „Servicehandbuch Umrichtersy-
steme und Motoren“.
231-8A10 AC-Fail %1 „ Einschalten des Antriebs auf Grund „ Verdrahtung der Stromversorgung
eines aktiven AC-Fail-Signals (Strom- prüfen
versorgung) nicht möglich. „ Stromversorgung testen
„ Siehe „Servicehandbuch Umrichtersy-
steme und Motoren“.

April 2010 4 – 31
Fehler- Fehlermeldung Mögliche Fehlerursache Maßnahmen zur Fehlerlokalisierung
nummer und/oder Fehlerbehebung
Zusätzliche Informationen und Zusätzliche Informationen und
Beschreibungen im Buch Beschreibungen im Buch
231-8A20 Powerfail %1 „ Einschalten des Antriebs auf Grund „ Verdrahtung der Stromversorgung
eines aktiven Powerfail-Signals (Strom- prüfen
versorgung) nicht möglich. „ Stromversorgung testen
„ Siehe ”Überwachung des Netzteils” „ Siehe „Servicehandbuch Umrichtersy-
auf Seite 3 – 526 steme und Motoren“.
231-8A30 Antriebsfreigabe „ Einschalten des Antriebs auf Grund der „ Verdrahtung des Notauskreises prüfen
(I32) %1 fehlenden Antriebsfreigabe über I32
nicht möglich.
„ Siehe ”Überprüfung der Freigaben an
der TNC 620” auf Seite 16 – 209.
231-8A50 Umrichter nicht „ Einschalten des Antriebs auf Grund „ Ready-LED des Umrichters prüfen
bereit %1 eines nicht bereiten Umrichters (RDY- „ Verdrahtung des Umrichters prüfen
Signal) nicht möglich
„ Bei Interfaceplatinen für Siemens-
Umrichter ist die zweite Achse nicht
freigegeben
„ Siehe Servicehandbuch „Umrichter- „ Siehe Servicehandbuch „Umrichter-
Systeme und Motoren“ Systeme und Motoren“
231-8A60 Feldwinkel fehler- „ Einschalten des Antriebs auf Grund „ Einträge der Motor-Tabelle (Messgerät)
haft %1 einer fehlenden Feldwinkel-Information prüfen
nicht möglich „ Gegebenenfalls Feldwinkelermittlung
durchführen
231-8A80 Fehlerquittierung „ Einschalten des Antriebs auf Grund „ Not-Aus drücken und wieder aufheben
fehlt %1 einer fehlenden Fehlerquittierung nicht „ Steuerspannung einschalten
möglich
„ Not-Aus-Verdrahtung prüfen
„ Siehe ”Überprüfung Aus- und Eingang
„Steuerung betriebsbereit“ (NOT-AUS-
Kette)” auf Seite 16 – 211.
231-8AF0 Messsystem %1 „ Siehe „231-8C20 Lage-Messgerät %1 „ Siehe „231-8C20 Lage-Messgerät %1
fehlerhaft fehlerhaft“ fehlerhaft“
231-8B20 Fehler %1 Feldori- „ Feldorientierung nicht möglich wg. „ Maschinenparameter (Strecke für die
entierung mechanischen Gegebenheiten Zahl der Signalperioden, Zahl der Signal-
„ Fehlerhafte Relation zwischen elektri- perioden) prüfen
schem Feld und mechanischer Motor- „ Maschinenparameter (Weg bei einer
bewegung Motorumdrehung) prüfen
„ Fehlerhaftes Motorgebersignal „ bei Linearmotor: Motortabelle (Spalte
„ Fehlerhafter Motoranschluss STR) prüfen
„ Mechanische Bremsen nicht gelöst „ Anschluß des Drehzahl-Messgeräts prü-
fen
„ Anschluß des Motors prüfen
„ Bremsen während Orientierung lösen
„ Siehe ”Messgeräteschnittstelle” auf „ Siehe ”Messgeräteschnittstelle” auf
Seite 18 – 259. Seite 18 – 259.
„ Siehe ”Schnittstelle zu den Antrieben” „ Siehe ”Weitergehende Analyse von
auf Seite 20 – 303 Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
„ Siehe ”Schnittstelle zu den Antrieben”
auf Seite 20 – 303
„ Siehe „Servicehandbuch Umrichtersy-
steme und Motoren“.

4 – 32 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Fehler- Fehlermeldung Mögliche Fehlerursache Maßnahmen zur Fehlerlokalisierung
nummer und/oder Fehlerbehebung
Zusätzliche Informationen und Zusätzliche Informationen und
Beschreibungen im Buch Beschreibungen im Buch
231-8B40 Keine Antriebsfre- „ Umrichter nicht betriebsbereit „ Ansteuerung und Verdrahtung der
igabe %1 „ Keine Impulsfreigabe für das Lei- Impulsfreigabe prüfen
stungsteil „ Uz prüfen
„ Uz zu gross „ Not-Aus-Kreis prüfen
„ Power-Fail-Signal aktiv „ Bei nichtrückspeisendem System:
„ Bei M-Steuerungen: I32-Eingang inak- Bremswiderstand angeschlossen?
tiv „ Bei rückspeisendem System: Rückspei-
„ Bei P-Steuerungen: Antriebsfreigabe sung aktiviert?
an X50 inaktiv „ Erdung und Abschirmung der Kabel prü-
„ Für 246 261-xx (digitaler Stromregler) fen
gilt zusätzlich: „ Leistungsteil tauschen
- Für die angebene Achse wurde ein „ Bei SIEMENS-Umrichtersystem: Inter-
nicht erlaubter Motortyp (z. B. Linear- face-Karte tauschen
motor) angewählt
- Der CC wird für eine nicht vorhandene „ Reglerplatine tauschen
Achse ein Kommando "Antrieb Ein"
übergeben.
- Beim Start der Feldorientierung ist das
Leistungsteil nicht bereit.
Leistungsteil bereit wird über das
Signal Ready auf dem PWM-Kabel
erkannt.
- Beim Start des Stromreglerabgleichs
ist das Leistungsteil nicht bereit.
„ Siehe ”Überprüfung der Freigaben an
der TNC 620” auf Seite 16 – 209
231-8B50 Achsmodul %1 „ Keine Impulsfreigabe für das Lei- „ Ansteuerung und Verkabelung für
nicht bereit stungsteil Impulsfreigabe prüfen
„ Uz zu groß „ Uz prüfen
„ 5V-Versorgung zu klein „ Bei nichtrückspeisendem Netzteil:
„ Umrichter nicht betriebsbereit Bremswiderstand angeschlossen?
„ Motor-Reglerplatine defekt „ Bei rückspeisendem Netzteil:
Rückspeisung aktiviert?
„ PWM-Kabel defekt
„ Erdung und Abschirmung der Kabel prü-
„ Störimpulse fen
„ Leistungsteil tauschen
„ Bei P-Steuerungen: Interface-Karte tau-
schen
„ Motor-Reglerplatine tauschen
„ Siehe ”Überprüfung der Freigaben an
der TNC 620” auf Seite 16 – 209.
„ Siehe „Servicehandbuch Umrichtersy-
steme und Motoren“.
231-8B60 Überstromabschal- „ Unterspannungs-, Temperatur- oder „ Umrichter abkühlen lassen
tung %1 Kurzschlußüberwachung eines IGBT im „ Stromreglerabgleich prüfen
Umrichter hat angesprochen
„ Motoranschluß auf Kurzschluß prüfen
„ Motor auf Wicklungsschluß prüfen
„ Leistungsteil tauschen
„ Siehe Servicehandbuch „Umrichter- „ Siehe Servicehandbuch „Umrichter-
Systeme und Motoren“ Systeme und Motoren“
231-8B70 Externe Antrieb- „ Einschalten des Antriebs durch ein „ Externe Freigabesignale (NOT-AUS,
ssperre %1 oder mehrere externe Signale gesperrt PFAIL, N0) prüfen
„ PLC Programm prüfen
„ Externe Verdrahtung prüfen
„ Siehe ”Überprüfung der Freigaben an
der TNC 620” auf Seite 16 – 209

April 2010 4 – 33
Fehler- Fehlermeldung Mögliche Fehlerursache Maßnahmen zur Fehlerlokalisierung
nummer und/oder Fehlerbehebung
Zusätzliche Informationen und Zusätzliche Informationen und
Beschreibungen im Buch Beschreibungen im Buch
231-8B80 Externer Antriebs- „ Antrieb durch externes Signal abge- „ Externe Freigabesignale (NOT-AUS,
Stopp %1 schaltet PFAIL, N0) prüfen
„ PLC Programm prüfen
„ Externe Verdrahtung prüfen
„ Siehe ”Überprüfung der Freigaben an
der TNC 620” auf Seite 16 – 209
231-8B90 Stromreglersperre „ Motortyp falsch „ Motortyp in Motortabelle prüfen
%1 „ Strichzahl oder Gebertyp falsch „ Strichzahl = 0 bei UASM (Uf-Betrieb)
prüfen
„ Gebertyp = 0 bei UASM (Uf-Betrieb)
prüfen
231-8BA0 Referenzsignal oder „ falscher Eintrag für die Strichzahl STR in „ Eintrag in Motortabelle prüfen
Strichzahl %1 Motortabelle „ Signale des Drehzahl- bzw. Geschwin-
fehlerhaft „ fehlerhaftes Referenzsignal digkeits-Messgeräts prüfen (PWM 8)
„ Störimpulse „ Messgeräte-Kabel auf Unterbrechung
„ Messgeräte-Kabel defekt (Unterbre- bzw. Kurzschluß unter mechanischer
chung oder Kurzschluß) Belastung (knicken, strecken usw.) prü-
fen
„ Schirmung und Anschluß des Schirms
im Messgeräte-Kabel prüfen
„ Messgeräte-Kabel austauschen
„ Motor austauschen
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Fehlersuche” auf Seite 18 – 274.
Seite 18 – 273. „ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
231-8BB0 Motortemp. zu „ Gemessene Motortemperatur zu nied- „ Kundendienst benachrichtigen
niedrig %1 rig „ Verdrahtung prüfen
„ Temperaturfühler fehlerhaft verdrahtet „ Temperaturfühler prüfen
(Kurzschluss)
„ Überwachung auf Untertemperatur mit
„ Temperaturfühler defekt CfgServoMotor->MotEncCheckOff Bit
„ Falscher Temperaturfühler (KTY84 5 abwählen
gefordert) „ Messsystem-Eingangs-Platine tau-
„ Hardwarefehler an Messsystem-Ein- schen
gangs-Platine
„ Siehe ”Temperaturüberwachung” auf „ Siehe ”Drehzahlmessgeräte” auf Seite
Seite 3 – 528. 18 – 272.
„ Siehe ”Drehzahlmessgeräte” auf Seite „ Siehe „Servicehandbuch Umrichtersy-
18 – 272. steme und Motoren“.
231-8BC0 Motorstrom %1 zu „ Falscher Motor oder falsches Leistung- „ Richtiger Motor und richtiges Leistungs-
hoch steil angewählt teil angewählt?
„ Falsche Stromregler-Parameter „ Stromregler-Abgleich überprüfen
„ Falsche Parameter in der Motor-Tabelle „ Motor und Motorkabel auf Kurzschluss
„ Leistungsteil defekt überprüfen
„ Motorkabel defekt (Kurzschluss) „ Leistungsteil oder Reglerplatine tau-
schen
„ Motor defekt (Kurzschluss, Erdschluss)
„ Motor-Reglerplatine defekt
„ Siehe ”Schnittstelle zu den Antrieben” „ Siehe ”Schnittstelle zu den Antrieben”
auf Seite 20 – 303 auf Seite 20 – 303
„ Siehe „Servicehandbuch Umrichtersy-
steme und Motoren“.

4 – 34 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Fehler- Fehlermeldung Mögliche Fehlerursache Maßnahmen zur Fehlerlokalisierung
nummer und/oder Fehlerbehebung
Zusätzliche Informationen und Zusätzliche Informationen und
Beschreibungen im Buch Beschreibungen im Buch
231-8BD0 Schleppabstand zu „ Der Schleppabstand einer bewegten „ Bearbeitungsvorschub verringern
gross %1 Achse ist größer als der im Maschinen- „ Drehzahl erhöhen
parameter CfgControllerAuxil-
>servoLagMax2 angegebene Wert „ Mögliche Erschütterungsquellen besei-
tigen
„ Die eingestellte Beschleunigung ist zu
groß „ Parameter CfgFeedLimits->maxAccele-
ration prüfen
„ Der Motor bewegt sich trotz "Antrieb
Ein" nicht „ Motorstrom darf während der Beschleu-
nigung nicht in Begrenzung sein
„ Siehe ”Positions- bzw. Schleppab- „ Siehe ”Reihenfolge der Fehlersuche im
standsüberwachung” auf Seite 3 – 516. Regelkreis” auf Seite 6 – 56.
„ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
„ Siehe ”Schnittstelle zu den Antrieben”
auf Seite 20 – 303.
231-8BE0 Messgerät defekt „ Falscher Grundabstand zwischen zwei „ Eintrag in der Motor-Tabelle bzw. CfgA-
%1 Referenzmarken xisHardware->posEncoderRefDist über-
prüfen
„ Prüfen, ob das Referenzsignal gestört
wird
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Fehlersuche” auf Seite 18 – 262.
Seite 18 – 261. „ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
„ Siehe ”Referenzaufnahme” auf Seite
19 – 293.
231-8BF0 Eingangs-Frequenz „ Siehe „231-8860 Eingangs-Frequenz „ Siehe „231-8860 Eingangs-Frequenz
Drehzahl-Messge- Drehzahl-Messgerät %1“ Drehzahl-Messgerät %1“
rät %1
231-8C00 Messgerät am Dre- „ Kein Messsignal des Motorgebers „ Anschluss des Motorgebers prüfen
hzahl-eingang %1 vorhanden „ Funktion des Motorgebers prüfen
fehlerhaft „ Unterbrechung des Motorgeberkabels „ Amplitude des Motorgebers überprüfen
„ Signalamplitude des Motorgebers fehlt
oder ist zu klein
„ Verschmutzung des Motorgebers
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Fehlersuche” auf Seite 18 – 274.
Seite 18 – 273. „ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
231-8C10 Messgerät am Dre- „ Positions-Wert des Motorsgebers ist „ Anschluss des Motorgebers prüfen
hzahl-eingang %1 ungültig „ Funktion des Motorgebers prüfen
fehlerhaft (EnDat) „ Unterbrechung im Motorgeberkabel
„ Motorgeber defekt
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Fehlersuche” auf Seite 18 – 274.
Seite 18 – 273. „ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
231-8C20 Lage-Messgerät „ Kein Messsignal des Lagegebers vor- „ Anschluss des Lagegebers prüfen
%1 fehlerhaft handen „ Funktion des Lagegebers prüfen
„ Unterbrechung des Lagegeberkabels „ Amplitude des Lagegebers überprüfen
„ Signalamplitude des Lagegebers fehlt
oder ist zu klein
„ Verschmutzung des Lagegebers
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Fehlersuche” auf Seite 18 – 262.
Seite 18 – 261. „ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.

April 2010 4 – 35
Fehler- Fehlermeldung Mögliche Fehlerursache Maßnahmen zur Fehlerlokalisierung
nummer und/oder Fehlerbehebung
Zusätzliche Informationen und Zusätzliche Informationen und
Beschreibungen im Buch Beschreibungen im Buch
231-8C30 Lage-Messgerät „ Positions-Wert des Lagegebers ist „ Anschluss des Lagegebers prüfen
%1 fehlerhaft ungültig „ Lagegeber prüfen
(EnDat) „ Unterbrechung im Lagegeberkabel
„ Lagegeber defekt
„ EnDat kann nicht gelesen werden
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Fehlersuche” auf Seite 18 – 262.
Seite 18 – 261. „ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
231-8C40 Drehzahleingang „ Positions-Wert des Motorsgebers „ Anschluss des Motorgebers prüfen
%1 Messwert nicht wurde nicht eingespeichert „ Motorgeber prüfen
gespeichert (EnDat) „ Unterbrechung im Motorgeberkabel
„ Motorgeber defekt
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Fehlersuche” auf Seite 18 – 274.
Seite 18 – 273. „ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
231-8C50 Lage-Messgerät „ Positions-Wert des Lagegebers wurde „ Anschluss des Lagegebers prüfen
%1 Messwert nicht nicht eingespeichert „ Lagegeber prüfen
gespeichert (EnDat) „ Unterbrechung im Kabel
„ Lagegeber defekt
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Fehlersuche” auf Seite 18 – 262.
Seite 18 – 261. „ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
231-8C60 Signal-Frequenz am „ Störungen auf Drehzahl-Messgerätesi- „ Messgerätesignale prüfen
Messgerät des Dre- gnalen „ Schirmung prüfen
hzahleingangs %1
„ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
231-8C70 Signal-Frequenz am „ Siehe „231-8870 Eingangs-Frequenz „ Siehe „231-8870 Eingangs-Frequenz
Lage-Messgerät Lage-Messgerät %1“ Lage-Messgerät %1“
%1
231-8C80 Amplitude zu groß „ Die Amplitude des Meßsystemsignals „ Anschluss des Motorgebers prüfen
bei Messgerät am ist zu groß bzw. das Signal für Ver- (Masseanschluss)
Drehzahleingang schmutzung ist aktiv. „ Motorgeber prüfen
%1 „ Störung auf Motorgebersignal
„ Kurzschluß im Motorgeber-Kabel
„ Signalamplitude Motorgeber zu groß
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Fehlersuche” auf Seite 18 – 274.
Seite 18 – 273. „ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
231-8C90 Amplitude zu groß „ Die Amplitude des Lage-Messgeräte- „ Anschluss des Messgeräts prüfen (Mas-
bei Lage-Messgerät Signals ist zu groß bzw. das Signal für seanschluss)
%1 Verschmutzung ist aktiv „ Messgerät prüfen
„ Störung auf dem Messgeräte-Signal
„ Kurzschluss im Messgeräte-Kabel
„ Signalamplitude Messgerät zu groß
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Fehlersuche” auf Seite 18 – 262.
Seite 18 – 261. „ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
231-8CA0 Referenzsignal oder „ Siehe „231-8BA0 Referenzsignal oder „ Siehe „231-8BA0 Referenzsignal oder
Strichzahl %1 Strichzahl %1 fehlerhaft“ Strichzahl %1 fehlerhaft“
fehlerhaft

4 – 36 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Fehler- Fehlermeldung Mögliche Fehlerursache Maßnahmen zur Fehlerlokalisierung
nummer und/oder Fehlerbehebung
Zusätzliche Informationen und Zusätzliche Informationen und
Beschreibungen im Buch Beschreibungen im Buch
231-A001 Abbruch der Brem- „ Schutztüre(n) während des Brem- „ Schutztüre(n) während des Brem-
stest- sentests geöffnet sentests geschlossen lassen
Aufrufüberwachung „ kein Antriebsbereitschafts Signal wäh- „ Die Antriebsbereitschaft während des
rend der Bremstest-Aufrufüberwa- Bremsentest sicherstellen
chung
„ Siehe ”Überprüfung der Freigaben an
der TNC 620” auf Seite 16 – 209.
231-A002 Abbruch der „ Schutztüre(n) während des Bremslei- „ Schutztüre(n) während des Bremslei-
Bremsleitungstest- tungstests geöffnet tungstests geschlossen lassen
Aufrufüberwachung „ Siehe ”Überprüfung der Freigaben an
der TNC 620” auf Seite 16 – 209.
231-A082 CC%2 Eingang „ Am Eingang (NE2) wird beim dynami- „ Softwareversion prüfen
(NE2) ungleich 0 bei schen Test der 2. Not-Aus-Schleife „ Verdrahtung prüfen
dynamischen Test (spätestens alle 1.5 min), kurzzeitig ein
0V-Pegel erwartet. Liegt hier innerhalb „ Not-Aus-Taste prüfen
des Testfensters von 100 ms dauerhaft „ Hardware tauschen
ein 24V-Pegel an, so wird der Fehler
ausgelöst
„ Das Zeitfenster für den dynamischen
Test ist zu klein (Rechenzeitprobleme,
Softwarefehler)
„ Siehe ”Überprüfung Aus- und Eingang
„Steuerung betriebsbereit“ (NOT-AUS-
Kette)” auf Seite 16 – 211
231-A870 Bremsentest ist „ Antriebsbereitschaft fehlt (Umrichter „ Antriebsfehler beseitigen
nicht zulässig %1 RDY-Signal fehlt wegen Antriebsfehler) „ Schutztüre(n) schliessen
„ Schutztüre(n) nicht geschlossen (laut „ Parametereinstellung prüfen (ggf.
Parametereinstellung aber erforderlich) ändern)
231-AC00 CC Amplitude zu „ Siehe „231-8C80 Amplitude zu groß bei „ Siehe „231-8C80 Amplitude zu groß bei
groß %1 Messgerät am Drehzahleingang %1“ Messgerät am Drehzahleingang %1“
231-AC10 Motor-Messsys- „ Kein Messsystemsignal vorhanden „ Anschluss des Motorgebers prüfen
tem %1 fehlerhaft „ Unterbrechung im Motorgeberkabel „ Motorgeber prüfen
„ Signalamplitude Motorgeber fehlt oder „ Amplitude des Messsystemsignals
ist zu klein überprüfen.
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Fehlersuche” auf Seite 18 – 274.
Seite 18 – 273. „ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
231-AC20 CC Frequenz zu „ An einem Messgeräte-Eingang wurde „ Anschluss des Motorgebers prüfen
groß %1 die maximale Eingangsfrequenz über- (Masseanschluss)
schritten „ Motorgeber prüfen
„ Störung auf dem Motorgebersignal „ Eingangsfrequenz des Messgeräte-
Signals überprüfen
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Fehlersuche” auf Seite 18 – 274.
Seite 18 – 273. „ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
231-AC30 CC Amplitude zu „ Siehe „231-8C90 Amplitude zu groß bei „ Siehe „231-8C90 Amplitude zu groß bei
groß %1 (Lage) Lage-Messgerät %1“ Lage-Messgerät %1“
231-AC40 Lage-Messsystem „ Siehe „231-8C20 Lage-Messgerät %1 „ Siehe „231-8C20 Lage-Messgerät %1
%1 fehlerhaft fehlerhaft“ fehlerhaft“

April 2010 4 – 37
Fehler- Fehlermeldung Mögliche Fehlerursache Maßnahmen zur Fehlerlokalisierung
nummer und/oder Fehlerbehebung
Zusätzliche Informationen und Zusätzliche Informationen und
Beschreibungen im Buch Beschreibungen im Buch
231-AC50 CC Frequenz zu „ An einem Lage-Messgeräte-Eingang „ Anschluss des Messgeräts prüfen (Mas-
hoch %1 (Lage) wurde die maximale Eingangsfrequenz seanschluss)
überschritten „ Messgerät prüfen
„ Störung auf dem Messgeräte-Signal „ Eingangsfrequenz des Messgeräte-
Signals überprüfen
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Fehlersuche” auf Seite 18 – 262.
Seite 18 – 261. „ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
231-B200 Bremsentest „ MC führt keinen Test der Motor- „ Parameter zur Durchführung eines
wurde nicht durch- bremse(n) durch, obwohl dieser laut Bremsentests prüfen
geführt %2 Parametereinstellung erfolderlich wäre. „ Kundendienst benachrichtigen
„ Der Aufruf zum Testen einer Motor-
bremse dauert länger als 5 [sec].
„ Es wurde über PLC-Modul eine Achse
abgewählt und der entsprechende
Parameter zur Durchführung eines
Bremsentests ist noch gesetzt.
231-B300 Bremsleitungstest „ MC führt keinen Test der Motorbrems- „ Parameter zur Durchführung eines
wurde nicht durch- leitung durch, obwohl dies laut Parame- Bremsleitungstests prüfen
geführt %2 tereinstellung erfolderlich wäre.
„ Der Aufruf zum Testen einer Bremslei-
tung dauert länger als 10 [sec].
„ Es wurde über PLC-Modul eine Achse
abgewählt und der entsprechende
Parameter zur Durchführung eines
Bremsleitungstests ist noch gesetzt.
231-B900 CC%2 Versor- „ Die Versorgungsspannung Vcc(x) „ Versorgungsspannung Vcc(x) messen
gungsspannung wurde unter-/überschritten „ Vcc(+5 V) < +4,75 V Geberanschlüsse
%1 „ +4 = Unterspannung Vcc(+5 V) prüfen
Die Belastung durch externe Baugrup- „ Vcc(+5 V) > +5,50 V Versorgungseinheit
pen (z.B. Messgeräte) ist zu groß. austauschen
„ +6 = Überspannung Vcc(+5 V) „ Vcc(+15 V) < +14,25 V Versorgungsein-
Die Versorgungseinheit ist defekt. heit austauschen
„ +14 = Unterspannung Vcc(+15 V) „ Vcc(+15 V) > +16,50 V Versorgungsein-
Die Versorgungseinheit ist defekt. heit austauschen
„ +16 = Überspannung Vcc(+15 V) „ Vcc(-15 V) < -14,25 V Versorgungsein-
Die Versorgungseinheit ist defekt. heit austauschen
„ -14 = Unterspannung Vcc(-15 V) „ Vcc(-15 V) > -16,50 V Versorgungsein-
Die Versorgungseinheit ist defekt. heit austauschen
„ -16 = Überspannung Vcc(-15 V)
Die Versorgungseinheit ist defekt
„ Siehe ”Spannungsversorgung” auf „ Siehe ”Spannungsversorgung” auf
Seite 17 – 229. Seite 17 – 229.
231-BA00 CC%2 Betrieb- „ Die zulässige Betriebstemperatur im „ Belüftungsverhältnisse prüfen
stemperatur %1 Inneren der LE wurde über- oder unter-
schritten.
(-128... 0...+127 = gemessener Tem-
peraturwert [°C] )
„ Temperatursensor auf Platine ist defekt
„ Die Schaltschrankbelüftung ist nicht
ausreichend (Lüfter defekt).
„ Die Umgebungstemperatur ist zu hoch
oder zu niedrig
„ Siehe ”Temperatur” auf Seite 6 – 70. „ Wenn Lüfter in der Steuerung defekt
„ Siehe ”Temperaturüberwachung” auf ---> CC 6106 tauschen.
Seite 3 – 528. „ Wenn Temperatursensor in der Steue-
rung defekt --> CC 6106 tauschen.

4 – 38 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Fehler- Fehlermeldung Mögliche Fehlerursache Maßnahmen zur Fehlerlokalisierung
nummer und/oder Fehlerbehebung
Zusätzliche Informationen und Zusätzliche Informationen und
Beschreibungen im Buch Beschreibungen im Buch
231-C007 Zwischenkreissp. „ Netzversorgung unterbrochen „ Netzversorgung prüfen
zu niedrig „ Umrichter defekt „ Umrichter prüfen
„ Siehe Servicehandbuch „Umrichter- „ Siehe Servicehandbuch „Umrichter-
Systeme und Motoren“ Systeme und Motoren“
231-C013 PWM-Frequenz „ Angegebene PWM-Frequenz in Cfg- „ CfgPowerStage->ampPwmFreq über-
fehlerhaft PowerStage->ampPwmFreq liegt prüfen
ausserhalb des erlaubten Eingabebere-
ichs
„ Es wurden PWM-Frequenzen gewählt,
die nicht miteinander kombiniert wer-
den dürfen
231-C018 Momenten-Master- „ Achsen in Momenten-Master-Slave- „ Kundendienst benachrichtigen
Slave: Achszuord- Regelung sind nur an X15/X17 oder „ Achszuordnung ändern
nung falsch X16/X18 zulässig
231-C300 Zn-Spur %1 fehler- „ Kein Messsystemsignal vorhanden „ Anschluss des Motorgebers prüfen
haft „ Unterbrechung im Motorgeberkabel „ Motorgeber prüfen
„ Signalamplitude Motorgeber fehlt oder „ Amplitude des Messsystemsignals
ist zu klein überprüfen
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Fehlersuche” auf Seite 18 – 274.
Seite 18 – 273. „ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
231-C310 Z1-Spur %1 fehler- „ Siehe „231-C300 Zn-Spur %1 fehler- „ Siehe „231-C300 Zn-Spur %1 fehler-
haft haft“ haft“
231-C340 Unbek. Zählerb. %1 „ Hardware defekt (CC) „ Softwareversion überprüfen
„ Motormesssystem defekt „ Motor an anderem Messsystemein-
„ Falsche Softwareversion gang betreiben
„ Reglerplatine tauschen
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Fehlersuche” auf Seite 18 – 274.
Seite 18 – 273. „ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
231-C350 Achsmodul %1 „ Siehe „231-8B50 Achsmodul %1 nicht „ Siehe „231-8B50 Achsmodul %1 nicht
nicht bereit bereit“ bereit“
231-C370 Winkelabw. Motor- „ Motorgeber defekt „ Motorgeber und Zuleitungen prüfen
geber %1 „ Motorgeber-Kabel defekt „ Reglerplatine tauschen
„ Reglerplatine defekt
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Fehlersuche” auf Seite 18 – 274.
Seite 18 – 273. „ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
231-C3A0 Falsche Ref-Posi- „ Falscher Motor ausgewählt „ Motorauswahl überprüfen
tion %1 „ Erdungsfehler am Motorgeber-Kabel „ Verkabelung des Motorgebers überprü-
(Störung auf Ref) fen (Erdung)
„ Motorgeber defekt „ Motor tauschen
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Fehlersuche” auf Seite 18 – 274.
Seite 18 – 273. „ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.

April 2010 4 – 39
Fehler- Fehlermeldung Mögliche Fehlerursache Maßnahmen zur Fehlerlokalisierung
nummer und/oder Fehlerbehebung
Zusätzliche Informationen und Zusätzliche Informationen und
Beschreibungen im Buch Beschreibungen im Buch
231-C3B0 Motor %1 dreht „ Umrichter nicht bereit „ Umrichter prüfen
nicht „ Störung auf RDY-Eingang des PWM- „ Motor und Verkabelung prüfen
Ausgangsstecker „ Maschinenparameter überprüfen
„ Motor geklemmt „ I2t-Überwachung überprüfen
„ Umrichter defekt
„ Motor defekt
„ Falscher Motor ausgewählt
„ Zuordnung PWM-Ausgänge falsch ein-
getragen
„ Zuordnung Meßsystem-Eingänge
falsch eingetragen
„ Motorleistungskabel vertauscht
„ Motorgeber-Kabel vertauscht
„ Motoranschluß fehlerhaft
„ I2t-Überwachung spricht an
„ Siehe ”Schnittstelle zu den Antrieben” „ Siehe ”Schnittstelle zu den Antrieben”
auf Seite 20 – 303 auf Seite 20 – 303
„ Siehe „Servicehandbuch Umrichtersy-
steme und Motoren“.
231-C3C0 Motorstrom %1 zu „ Siehe „231-8BC0 Motorstrom %1 zu „ Siehe „231-8BC0 Motorstrom %1 zu
hoch hoch“ hoch“
231-C3D0 PWM-Baustein „ Interner Hardware-Fehler „ Kundendienst benachrichtigen
defekt %1 „ Reglerplatine tauschen
231-C3F0 Endat nicht „ Endat-Kommunikation ist fehlerhaft „ Motortabelle (Spalte SYS) prüfen
gefunden %1 „ In der Motor-Tabelle ist ein Messgerät „ Motor-Reglerplatine tauschen
mit EnDat-Schnittstelle angewählt „ Verkabelung prüfen (Ident-Nummern
„ das EnDat-Protokoll kann nicht gelesen der Kabel mit Dokumentation verglei-
werden chen)
„ Angeschlossenes EnDat-Messgerät „ Drehzahl-Messgeräte-Kabel prüfen
oder Messgeräte-Kabel defekt (defekt oder zu lang)
„ Drehzahl-Messgerät prüfen
„ Erdung und Abschirmung der Kabel prü-
fen
„ Maschinenparameter MP2206.x prüfen
„ Siehe ”Messgeräteschnittstelle” auf „ Siehe ”Messgeräteschnittstelle” auf
Seite 18 – 259. Seite 18 – 259.
„ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
231-C400 Strichzahl falsch %1 „ Strichzahl aus der Motortabelle stimmt „ Maschinenparameter (Weg bei einer
nicht mit eingelesenen Werten überein Motorumdrehung, Strecke für die Zahl
der Signalperioden) prüfen
„ Motortabelle (Spalte TYPE, STR) prüfen
„ Drehzahl-Messgerät prüfen
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Fehlersuche” auf Seite 18 – 274.
Seite 18 – 273. „ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
231-C410 Rotorlage %1 „ Verschmutzung des Drehzahl-Messge- „ Motor tauschen
undefiniert räts (Zn-Spur) „ Drehzahl-Messgeräte-Kabel prüfen
„ Drehzahl-Messgeräte-Kabel defekt „ Motor-Reglerplatine tauschen
„ Motor-Reglerplatine defekt
„ Drehzahl-Messgerät defekt
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Fehlersuche” auf Seite 18 – 274.
Seite 18 – 273. „ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.

4 – 40 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Fehler- Fehlermeldung Mögliche Fehlerursache Maßnahmen zur Fehlerlokalisierung
nummer und/oder Fehlerbehebung
Zusätzliche Informationen und Zusätzliche Informationen und
Beschreibungen im Buch Beschreibungen im Buch
231-C420 Reglerparameter „ Vorsteuerparameter falsch eingestellt „ Abgleich der Achse prüfen
falsch %1 (Beschleunigung, Reibung) „ Umrichter prüfen
„ Beschleunigung zu hoch
„ Reglerparameter falsch eingestellt (Ki,
Kp, Kd)
„ Filter falsch eingestellt (Bandsperre,
Tiefpass)
„ Umrichter defekt (IGBT)
„ Falscher Motor aus der Motor-Tabelle
ausgewählt
„ Siehe „Servicehandbuch Umrichtersy-
steme und Motoren“.
231-C430 Fehler Lage-Ein- „ Lage-Messgeräte-Eingang existiert „ Lage-Messgeräte-Eingang einbauen
gang %1 nicht „ Anschluß des Lage-Messgeräte-Ein-
„ Lage-Messgeräte-Eingang nicht korrekt gangs prüfen
angeschlossen „ Lage-Messgeräte-Eingang austauschen
„ Lage-Messgeräte-Eingang defekt
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Fehlersuche” auf Seite 18 – 262.
Seite 18 – 261. „ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
231-C440 PWM-Frequenz %1 „ PWM-Frequenz innerhalb einer Regler- „ Maschinen-Parameter (PWM-Frequenz)
falsch gruppe falsch prüfen
„ PWM-Frequenz > 5000 Hz nur bei
geeigneter Hardware und nur bei PWM-
Ausgang X51, X52, X57 oder X58.
„ PWM-Frequenz <= 5000 Hz muss
innerhalb der Reglergruppen identisch
sein
„ PWM-Frequenz > 3200 Hz
231-C450 Falsches Mess- „ Eintrag in Spalte SYS der Motortabelle „ Motortabelle (Spalte SYS) prüfen
gerät %1 falsch „ Drehzahl-Messgeräte-Kabel prüfen
„ Drehzahl-Messgeräte-Kabel defekt „ Motor tauschen
„ Drehzahl-Messgerät defekt „ Motor-Reglerplatine tauschen
„ Motor-Reglerplatine defekt
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Fehlersuche” auf Seite 18 – 274.
Seite 18 – 273. „ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
231-C4A0 Umrichter %1 aktiv „ Umrichter abgeschaltet (PLC, SH1) „ Umrichter und Verdrahtung prüfen
„ Umrichter defekt „ Motor und Verdrahtung überprüfen
„ Motor defekt
„ Falscher Motor in der Motor-Tabelle
angewählt
„ Motorleistungskabel vertauscht
„ Motor falsch angeschlossen
„ Siehe Servicehandbuch „Umrichter- „ Siehe Servicehandbuch „Umrichter-
Systeme und Motoren“ Systeme und Motoren“
231-C4C0 Kein Motorstrom „ Motor nicht oder falsch angeschlossen „ Motor und Verdrahtung überprüfen
%1 „ Umrichter defekt „ Umrichter prüfen
„ Motor defekt
„ Falscher Motor in der Motor-Tabelle
angewählt
„ Motorleistungskabel vertauscht
„ Siehe „Servicehandbuch Umrichtersy- „ Siehe „Servicehandbuch Umrichtersy-
steme und Motoren“. steme und Motoren“.

April 2010 4 – 41
Fehler- Fehlermeldung Mögliche Fehlerursache Maßnahmen zur Fehlerlokalisierung
nummer und/oder Fehlerbehebung
Zusätzliche Informationen und Zusätzliche Informationen und
Beschreibungen im Buch Beschreibungen im Buch
231-C600 Stromoffset %1 zu „ Der Stromoffset des Leistungsteils ist „ PWM-Kabel überprüfen/ersetzen
groß zu groß. „ Leistungsteil ersetzen
„ PWM-Ausgang auf CC defekt
„ Siehe ”Schnittstelle zu den Antrieben”
auf Seite 20 – 303.
„ Siehe „Servicehandbuch Umrichtersy-
steme und Motoren“.
231-CFF0 DSP Fehler %1 „ Interner Software-Fehler „ Kundendienst benachrichtigen
module=%4 „ Kurzschluss im Taster bzw. in der „ Taster bzw. Sende-/Empfangseinheit
line=%5 Sende-/Empfangseinheit bzw. im Kabel bzw. Kabel überprüfen
„ Taster bzw. Sende-/Empfangseinheit
abstecken
231-E006 CC%2 Eingang „ Fehler beim dynamischen Test der 2. „ Verdrahtung prüfen
(NE2) ungleich 0 Not-Aus-Schleife. „ Not-Aus-Taste prüfen
Am Eingang NE2 wird beim dynami-
schen Test, spätestens nach 1.5 min, „ Hardware tauschen
0V erwartet. Liegen hier 24V an, so
erscheint die Fehlermeldung
„ Siehe ”Überprüfung Aus- und Eingang
„Steuerung betriebsbereit“ (NOT-AUS-
Kette)” auf Seite 16 – 211
231-E00F Bremsentest nicht „ MC führt keinen Test der Motor- „ Kundendienst benachrichtigen
erfolgt bremse(n) durch obwohl dieser laut
Parametereinstellung erfolderlich wäre.
„ MC führt den Test der Motorbremse(n)
nicht innerhalb der Zeit von 2 sec. aus.
231-E140 Motorstrom %1 „ Beim Impulslöschtest ist der gemess- „ Verdrahtung prüfen
ungleich 0 ene Strom zu groß
„ Einer der Abschaltkanäle: "-AP1.x", "-
SH1AB", "-AP2.x" oder "-SH2.WD" ist
nicht wirksam
„ Siehe ”Schnittstelle zu den Antrieben”
auf Seite 20 – 303
„ Siehe „Servicehandbuch Umrichtersy-
steme und Motoren“.
231-E170 Pos.-Abweichung „ Befestigung Lagemesssystem defekt „ Parameterwert (maximale Positionsab-
zu groß %1 „ Falsche Temperatur-, Linear- bzw. weichung zwischen MC und CC im lau-
Nichtlinear-Kompensation fenden Betrieb) prüfen
„ Umkehrspiel ist zu gross „ Parameterwert in CfgAxisComp->linear-
CompValue (lineare Achsfehler-Kom-
pensation für analoge Achsen) prüfen
„ Parameterwert in CfgAxisComp-
>backLashType1 (Lose-Kompensation)
prüfen
„ Befestigung des Lagemesssystems
prüfen
231-F100 Bremsentest „ MC führt keinen Test der Motor- „ Kundendienst benachrichtigen
wurde nicht durch- bremse(n) durch, obwohl dieser laut
geführt %1 Parametereinstellung erfolderlich wäre.
„ Der Aufruf zum Testen einer Motor-
bremse dauert länger als 5 [sec].
231-F200 Bremsleitungstest „ MC führt keinen Test der Motor- „ Kundendienst benachrichtigen
wurde nicht durch- bremsleitung durch, obwohl dies laut
geführt %1 Parametereinstellung erfolderlich
währe.
„ Der Aufruf zum Testen einer Bremslei-
tung dauert länger als 10 [sec].

4 – 42 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Fehler- Fehlermeldung Mögliche Fehlerursache Maßnahmen zur Fehlerlokalisierung
nummer und/oder Fehlerbehebung
Zusätzliche Informationen und Zusätzliche Informationen und
Beschreibungen im Buch Beschreibungen im Buch
234-0002 HSCI-Ethernet- „ Die Ethernet-Übertragung ist gestört „ Verkabelung prüfen
Verbindung unter- „ Kurzschluss im Handrad bzw. Handrad- „ Handrad- bzw. Handradkabel überprü-
brochen kabel fen
„ Kurzschluss im Taster bzw. in der „ Handrad abstecken (siehe ”Abwählen
Sende-/Empfangseinheit bzw. im Kabel und Abstecken des portablen Handra-
des HR 410” auf Seite 24 – 361).
„ Taster bzw. Sende-/Empfangseinheit
bzw. Kabel überprüfen
„ Taster bzw. Sende-/Empfangseinheit
abstecken
245-040D Ext. Aus-/Eingabe „ Siehe „2A0-0001 Ext. Aus-/Eingabe „ Siehe „2A0-0001 Ext. Aus-/Eingabe
nicht bereit nicht bereit“. nicht bereit“.
245-0413 Probleme beim „ das verwendete USB-Gerät ist nicht „ entfernen Sie das USB-Gerät und ver-
Erkennen des USB- erkannt worden suchen Sie es erneut
Geräts! „ das USB-Gerät konnte nicht ins System „ versuchen Sie es mit einem anderen
eingebunden werden USB-Gerät
250-03EA 3DROT aktiv: Refer- „ Sie haben versucht, den Referenzpunkt „ Bearbeitungsebene schwenken deak-
enzieren nicht anzufahren, obwohl die Funktion Bear- tivieren und Referenzpunkt erneut
möglich beitungsebene schwenken aktiv ist. Bei anfahren.
geschwenkter Bearbeitungsebene ist
Referenzieren nicht möglich!
250-1397 Achsbewegung „ Das Referenzieren einer Achse wurde „ Achse prüfen, Fehler quittieren, Refer-
abgebrochen gestoppt oder abgebrochen bevor das enzieren erneut starten.
Ziel erreicht wurde.
„ Siehe ”Referenzaufnahme” auf Seite
19 – 293.
2A0-0001 Ext. Aus-/Eingabe „ Die Schnittstelle ist nicht angeschlos- „ Datenübertragungsleitung überprüfen.
nicht bereit sen.
„ Das externe Gerät ist nicht eingeschal-
tet oder nicht bereit.
„ Das Übertragungskabel ist defekt oder
falsch.
„ Siehe ”Datensicherung” auf Seite 14 –
171.

April 2010 4 – 43
Fehler- Fehlermeldung Mögliche Fehlerursache Maßnahmen zur Fehlerlokalisierung
nummer und/oder Fehlerbehebung
Zusätzliche Informationen und Zusätzliche Informationen und
Beschreibungen im Buch Beschreibungen im Buch
2A0-0005 Übertragung fehler- „ E Bei Datenübertragung mit BCC „ Datenübertragungskanal überprüfen.
haft wurde 15mal
A bis H hintereinander <NAK> empfan-
gen.
ohne E Fehlerkennung des Empfangs-
bausteins mit einer der
folgenden Ursachen:
- Bei TNC und Peripheriegerät wurde
nicht die gleiche Baudrate eingestellt.
- Das Paritätsbit ist fehlerhaft.
- Fehlerhafter Datenrahmen (z.B.: kein
Stopp-Bit).
- Der Empfangsbaustein der Schnitts-
telle ist defekt.
K Bei der Übertragung eines Fehlers zur
TNC wurde nach
dem Zeichen <ESC> nicht das Zeichen
<1> gesendet.
L Nach der Fehlersequenz <ESC><1>
wurde eine falsche
Fehlernummer empfangen (Fehlernum-
mer 0 bis 7
erlaubt).
M Bei Datenübertragung mit BCC
wurde 15mal hinter-
einander <NAK> gesendet.
N Eine erwartete Quittierung <ACK>
oder <NAK> wurde
nach einer bestimmten Zeit nicht
gesendet.
„ Siehe ”Datensicherung” auf Seite 14 –
171.
320-0040 HSCI Fehler im „ Bei einem Zugriff auf die HSCI-Hard- „ Kundendienst benachrichtigen
zyklischen Betrieb ware ist ein Fehler aufgetreten
„ Kurzschluss im Handrad bzw. Handrad- „ Handrad- bzw. Handradkabel überprü-
kabel fen
„ Kurzschluss im Taster bzw. in der „ Handrad abstecken (siehe ”Abwählen
Sende-/Empfangseinheit bzw. im Kabel und Abstecken des portablen Handra-
des HR 410” auf Seite 24 – 361).
„ Taster bzw. Sende-/Empfangseinheit
bzw. Kabel überprüfen
„ Taster bzw. Sende-/Empfangseinheit
abstecken
320-07D4 Steuerspannung für „ Die 24V Steuerspannung für die Relais „ 24V-Versorgung überprüfen.
Relais fehlt fehlt.
„ Siehe ”Überprüfung Aus- und Eingang
„Steuerung betriebsbereit“ (NOT-AUS-
Kette)” auf Seite 16 – 211.
320-07D5 Verdrahtung „ Die Verdrahtung der Not-Aus-Kette ist „ Verdrahtung überprüfen
NOTAUS fehlerhaft fehlerhaft
„ Kurzschluss im Taster bzw. in der „ Siehe ”Überprüfung Aus- und Eingang
Sende-/Empfangseinheit bzw. im Kabel „Steuerung betriebsbereit“ (NOT-AUS-
Kette)” auf Seite 16 – 211.
„ Taster bzw. Sende-/Empfangseinheit
bzw. Kabel überprüfen
„ Taster bzw. Sende-/Empfangseinheit
abstecken
320-07D8 Puffer-Batterie „ Die Spannung der Puffer-Batterie ist zu „ Puffer-Batterie wechseln
wechseln klein
„ Siehe ”Puffer-Batterie” auf Seite 17 –
240.

4 – 44 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Fehler- Fehlermeldung Mögliche Fehlerursache Maßnahmen zur Fehlerlokalisierung
nummer und/oder Fehlerbehebung
Zusätzliche Informationen und Zusätzliche Informationen und
Beschreibungen im Buch Beschreibungen im Buch
320-07D9 Temperatur zu hoch „ Der Temperaturfühler in der LE erkennt „ Wärmeabfuhr im Schaltschrank über-
(CPU%1:= %2 °C) eine zu hohe Temperatur innerhalb des prüfen
Steuerungs-Gehäuses „ Lüfter an der Logikeinheit prüfen
„ Siehe ”Temperatur” auf Seite 6 – 70. „ Wenn Lüfter in der Steuerung defekt
„ Siehe ”Temperaturüberwachung” auf ---> MC 6110 tauschen (siehe ”Aus-
Seite 3 – 528. tausch der MC 6110” auf Seite 28 –
448).
„ Wenn Temperatursensor in der Steue-
rung defekt --> MC 6110 tauschen
(siehe ”Austausch der MC 6110” auf
Seite 28 – 448).
320-07DA Temperatur zu hoch „ Siehe „320-07D9 Temperatur zu hoch „ Siehe „320-07D9 Temperatur zu hoch
(Harddisk:=%1°C) (CPU%1:= %2 °C)“ (CPU%1:= %2 °C)“
320-07DB MC Gehäuselüfter „ Drehzahl des Gehäuselüfters ist zu „ MC 6110 zur Reparatur einschicken
defekt niedrig (siehe ”Austausch der MC 6110” auf
Seite 28 – 448).
330-0003 Externer NOT-AUS „ Siehe „230-0005 Externer NOT-AUS“ „ Siehe „230-0005 Externer NOT-AUS“
330-0005 Relais: Ruhekontakt „ In der Relaiskette ist der Ruhekontakt „ Relais auf Funktionsfähigkeit prüfen.
offen? eines oder mehrerer Relais offen. Ggf. Kundendienst benachrichtigen
„ Siehe ”Überprüfung der Freigaben an
der TNC 620” auf Seite 16 – 209
„ Siehe ”Anhang: Prinzipschaltpläne” auf
Seite 2 – 507.
330-0008 Umrichter nicht „ Der Umrichter wurde nach einem „ Kundendienst benachrichtigen
betriebsbereit "sicheren Halt" nicht wieder betriebsbe-
reit
„ Siehe Servicehandbuch „Umrichter- „ Siehe Servicehandbuch „Umrichter-
Systeme und Motoren“ Systeme und Motoren“
330-0013 Relais: Relais: „ In der Relaiskette ist der Ruhekontakt „ Relais auf Funktionsfähigkeit prüfen.
Ruhekontakt aller Relais geschlossen. Ggf. Kundendienst benachrichtigen
geschlossen? „ Siehe ”Überprüfung der Freigaben an
der TNC 620” auf Seite 16 – 209
„ Siehe ”Anhang: Prinzipschaltpläne” auf
Seite 2 – 507.
330-0014 Umrichter Spindel „ Das Leistungsteil der Spindel konnte „ Verdrahtung überprüfen
RDY=0 nicht betriebsbereit geschaltet werden „ Kundendienst benachrichtigen
„ Siehe Servicehandbuch „Umrichter- „ Siehe Servicehandbuch „Umrichter-
Systeme und Motoren“ Systeme und Motoren“
330-0015 Umrichter Achsen „ Das Leistungsteil einer Achse konnte „ Verdrahtung überprüfen
RDY=0 nicht betriebsbereit geschaltet werden „ Kundendienst benachrichtigen
„ Siehe Servicehandbuch „Umrichter- „ Siehe Servicehandbuch „Umrichter-
Systeme und Motoren“ Systeme und Motoren“
330-0016 Umrichter Spindel „ Das Leistungsteil der Spindel ist „ Kundendienst benachrichtigen
RDY=1 betriebsbereit, obwohl es abgeschaltet
sein müßte
„ Siehe Servicehandbuch „Umrichter- „ Siehe Servicehandbuch „Umrichter-
Systeme und Motoren“ Systeme und Motoren“
330-0017 Umrichter Achsen „ Das Leistungsteil einer Achse ist „ Kundendienst benachrichtigen
RDY=1 betriebsbereit, obwohl es abgeschaltet
sein müßte
„ Siehe Servicehandbuch „Umrichter- „ Siehe Servicehandbuch „Umrichter-
Systeme und Motoren“ Systeme und Motoren“
330-0024 MC Zustimmtaste „ Die Zustimmtaste des Handrades „ Zustimmtasten kontrollieren
Handrad betätigt wurde betätigt. Über MP7640 wurde „ Maschinenparameter richtig einstellen
ein falsches Handrad ausgewählt
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Handrad” auf Seite 24 – 355.
Seite 24 – 356.

April 2010 4 – 45
Fehler- Fehlermeldung Mögliche Fehlerursache Maßnahmen zur Fehlerlokalisierung
nummer und/oder Fehlerbehebung
Zusätzliche Informationen und Zusätzliche Informationen und
Beschreibungen im Buch Beschreibungen im Buch
330-0028 Keine Lagewerte „ Die CC sendet innerhalb einer bestim- „ Steuerung aus- und wieder einschalten
von der CC mten Zeit keine Lagewerte an die MC.
330-0042 MC Stillstands- „ Die Positionsabweichung im SBH „ Kundendienst benachrichtigen
Überwachung %2 (sicheren Betriebshalt) ist größer als
der im Maschinenparameter MP545.x
festgelegte Wert
„ Wenn bei einem Not-Aus Achsen und
Spindel abgebremst werden und die
Achsen früher im Stillstand sind als die
Spindel, werden die Achsen auf den
Wert aus MP545.x stillstandsüber-
wacht bis die Spindel steht
„ Bei geschlossener Schutztüre in
Betriebsart Automatik werden Achsen
deren Antrieb abgeschaltet ist (z.B.
geklemmte Achsen)auf den Wert aus
MP545.x stillstandsüberwacht
„ Nach dem Loslassen der Zustimmtaste
bewegt sich die Werkzeugmagazi-
nachse noch mehr als der im Maschi-
nenparameter MP550.x festgelegte
Weg
„ Nach dem Loslassen der Zustimmtaste
ist die Werkzeugmagazinachse noch
mehr als 3s in Bewegung
„ Siehe ”Stillstandsüberwachung” auf „ Siehe ”Reihenfolge der Fehlersuche im
Seite 3 – 522. Regelkreis” auf Seite 6 – 56.
„ Siehe ”Schnittstelle zu den Antrieben”
auf Seite 20 – 303.
330-0048 MC NC-Tempera- „ Die Temperatur im inneren der LE liegt „ Für eine bessere Belüftung im
tur außer Toleranz außerhalb der zulässigen Toleranz Schaltschrank sorgen
„ Siehe ”Temperatur” auf Seite 6 – 70. „ Wenn Lüfter in der Steuerung defekt
„ Siehe ”Temperaturüberwachung” auf ---> MC 6110 tauschen (siehe ”Aus-
Seite 3 – 528. tausch der MC 6110” auf Seite 28 –
448).
„ Wenn Temperatursensor in der Steue-
rung defekt --> MC 6110 tauschen
(siehe ”Austausch der MC 6110” auf
Seite 28 – 448).
330-0049 CC NC-Temperatur „ Die Temperatur im inneren der LE liegt „ Für eine bessere Belüftung im
außer Toleranz außerhalb der zulässigen Toleranz. Schaltschrank sorgen.
„ Siehe ”Temperatur” auf Seite 6 – 70. „ Wenn Lüfter in der Steuerung defekt
„ Siehe ”Temperaturüberwachung” auf ---> CC 6106 tauschen.
Seite 3 – 528. „ Wenn Temperatursensor in der Steue-
rung defekt --> CC 6106 tauschen.
330-004A MC +5V LE außer „ Die 5V Versorgungsspannung der LE „ Kundendienst benachrichtigen.
Toleranz liegt außerhalb der zulässigen Toleranz
„ Die 5V-Spannung wird durch Fehler „ Alle angeschlossenen Geräte (auch
innerhalb oder außerhalb der Steue- USB-Geräte) von der Steuerung abstek-
rung heruntergezogen oder angehoben ken bzw. abziehen. Bei Bedarf in der
MP-Liste deaktivieren. Beobachten, ob
die Fehlermeldung erneut auftritt. Feh-
lerhaftes Gerät lokalisieren (siehe ”Feh-
lereingrenzung durch das Aus-
schlussverfahren” auf Seite 6 – 61).
„ Wenn das Netzteil in der Steuerung
defekt ist --> MC 6110 tauschen (siehe
”Austausch der MC 6110” auf Seite 28
– 448).

4 – 46 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Fehler- Fehlermeldung Mögliche Fehlerursache Maßnahmen zur Fehlerlokalisierung
nummer und/oder Fehlerbehebung
Zusätzliche Informationen und Zusätzliche Informationen und
Beschreibungen im Buch Beschreibungen im Buch
330-004B CC +5V LE außer „ Die 5V Versorgungsspannung der LE „ Kundendienst benachrichtigen
Toleranz liegt außerhalb der zulässigen Toleranz
„ Die 5V-Spannung wird durch Fehler „ Alle angeschlossenen Geräte (auch
innerhalb oder außerhalb der Steue- USB-Geräte) von der Steuerung abstek-
rung heruntergezogen oder angehoben ken bzw. abziehen. Bei Bedarf in der
MP-Liste deaktivieren. Beobachten, ob
die Fehlermeldung erneut auftritt. Feh-
lerhaftes Gerät lokalisieren (siehe ”Feh-
lereingrenzung durch das Aus-
schlussverfahren” auf Seite 6 – 61).
„ Wenn das Netzteil in der Steuerung
defekt ist --> MC 6110 tauschen (siehe
”Austausch der MC 6110” auf Seite 28
– 448).
330-004C MC Betrieb- „ Die Betriebszustände Automatik, SRG, „ Maschine einschalten, Fehlermeldung
szustand ungleich SBH, SH werden zyklisch zwischen MC mit CE quittieren.
CC und CC verglichen. Bei Ungleichheit für
eine Zeit größer 500ms wird ein Stopp1
(Notaus) ausgelöst.
330-004D CC Betriebszustand „ Die Betriebszustände Automatik, SRG, „ Maschine einschalten, Fehlermeldung
ungleich MC SBH, SH werden zyklisch zwischen MC mit CE quittieren.
und CC verglichen. Bei Ungleichheit für
eine Zeit größer 500ms wird ein Stopp1
(Notaus) ausgelöst.
330-004F CC Amplitude zu „ Siehe „231-AC00 CC Amplitude zu „ Siehe „231-AC00 CC Amplitude zu groß
groß %2 groß %1“ %1“
330-0051 CC Amplitude zu „ Die Amplitude des Meßsystemsignals „ Amplitude des Meßsystemsignals über-
klein %2 ist zu klein bzw. das Signal für Ver- prüfen
schmutzung ist aktiv.
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Fehlersuche” auf Seite 18 – 274.
Seite 18 – 273. „ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
330-0053 CC Frequenz zu „ An einem Meßsystem-Eingang wurde „ Eingangsfrequenz des Meßsystemsig-
hoch %2 die maximale Eingangsfrequenz über- nals überprüfen.
schritten.
„ Siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf „ Siehe ”Fehlersuche” auf Seite 18 – 274.
Seite 18 – 273. „ Siehe ”Weitergehende Analyse von
Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf
Seite 18 – 282.
330-006C MC Schluß +24V „ Auf dem Bremskanal 1 MC ist ein „ Bremskanal 1 überprüfen
auf Bremsleitung Schluß mit 24V.
„ Siehe ”Motorbremse” auf Seite 3 –
540.
330-006D MC Schluß 0V auf „ Auf dem Bremskanal 1 MC ist ein „ Bremskanal 1 überprüfen
Bremsleitung %.2s Schluß mit 0V.
„ Siehe ”Motorbremse” auf Seite 3 –
540.

April 2010 4 – 47
4 – 48 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620
5 Fehlerbilder

5.1 Einleitung
Nicht alle Fehlerzustände an der Steuerung bzw. der Maschine können durch Fehlermeldungen
am Monitor angezeigt werden.
In diesem Kapitel finden Sie deshalb eine Übersicht von Fehlerbildern mit Hinweisen und Tipps
zur Vorgehensweise.

Statische und nicht- Fehler lassen sich auch den Kategorien statisch (z.B. Unterbrechung im Schaltschrank, defektes
statische Fehler Gerät) und nichtstatisch (z.B. „Wackelkontakt“, Schirmungsprobleme, Störeinflüsse) zuordnen.
Statische Fehler sind verständlicherweise leichter zu lokalisieren.

Sporadische und Überprüfen Sie, ob Sie einen bestimmten Fehler an der Maschine jederzeit reproduzieren
nichtsporadische können (nichtsporadischer Fehler). Dieses erleichtert die Fehlersuche.
Fehler Zur Untersuchung von sporadischen Fehlern eignen sich z.B. die integrierten Logfiles und das
integrierte Oszilloskop.

5.2 Übersichts-Tabelle zu möglichen Fehlerbildern

In dieser Tabelle finden Sie eine Gegenüberstellung von einem bestimmten Fehlerbild zur mög-
lichen Fehlerursache und Maßnahmen zur Fehlerlokalisierung.
Die Maßnahmen zur Fehlerlokalisierung sind in den entsprechenden Kapiteln genauer beschrie-
ben.

Gefahr

Bei Fehlern, die zu sehr hohen Strömen führen können, wie z.B. Erdschluss oder Kurz-
schluss im Antrieb, ist ein wiederholtes Einschalten der Maschine nicht ratsam!
Finden Sie zuerst fehlerhafte Geräte, Kabel, etc..
Beseitigen Sie anschließen sämtliche Erd- und Kurzschlüsse in der Maschine!

Hinweis

Wo es jedoch möglich und sinnvoll ist, können Sie die Steuerung ausschalten und nach
einer Wartezeit von mehreren Sekunden wieder einschalten, um zu beobachten, ob das
Fehlerbild danach erneut auftritt.

Fehlerbild Mögliche Fehlerursache Maßnahmen zur Fehlerlokali-


sierung und/oder -behebung
Der Bildschirm der TNC 620 bleibt „ Spannungsversorgung der MC 6110 „ Spannungsversorgung der MC über-
nach dem Einschalten der Maschine fehlerhaft prüfen, siehe ”Spannungsversor-
dunkel bzw. während des Betriebes „ Bildschirm defekt gung” auf Seite 17 – 229.
wird der Bildschirm schwarz „ Bildschirm überprüfen, siehe ”Flach-
bildschirm” auf Seite 21 – 323.
Achse fährt nicht mit dem program- „ Defektes Vorschub-Potentiometer „ Siehe ”Überprüfung der Potentio-
mierten Vorschub, sondern langsamer „ Vorschub durch PLC begrenzt meter” auf Seite 22 – 332.
„ Tastsystem aktiv „ Eintrag unter API DATA/CHANNEL/
PP_CHNCONTOURFEEDMAX kon-
trollieren, siehe ”Die API DATA-
Funktion” auf Seite 11 – 111.
„ Eintrag unter API DATA/CHANNEL/
PP_CHNTCHPROBEMONITOR kon-
trollieren, siehe ”Die API DATA-
Funktion” auf Seite 11 – 111.

April 2010 5 – 49
Fehlerbild Mögliche Fehlerursache Maßnahmen zur Fehlerlokali-
sierung und/oder -behebung
Die Steuerung bootet nicht vollständig „ Speicherkarte kontaktiert nicht rich- „ Speicherkarte aus- und einstecken
(evtl. werden Fehlermeldungen zum tig „ Speicherkarte bzw. MC 6110 tau-
Bootvorgang angezeigt) „ Defekt der Speicherkarte schen, siehe ”Austausch von HEI-
DENHAIN-Komponenten” auf Seite
28 – 439.
Meldung Steuerspannung für Relais „ NOT-AUS-Kette unterbrochen „ Siehe ”Überprüfung Aus- und Ein-
fehlt geht nicht weg, obwohl der „ 24 V- Versorgung fehlt gang „Steuerung betriebsbereit“
Taster „Steuerspannung EIN“ (NOT-AUS-Kette)” auf Seite 16 –
„ PLB oder UEC defekt 211.
gedrückt wird
Die Meldung Strom-Unterbrechung „ Das Signal der Taste CE kommt „ Siehe ”Bedientasten und Potentio-
kann nicht quittiert werden nicht bei der Steuerung an meter” auf Seite 22 – 327.
Sie können die Maschine nach dem „ Unterbrechung zwischen NC-Stopp- „ Unterbrechung beseitigen, Tastele-
Einschalten nicht referenzieren bzw. Taste und Steuerung (das NC-Stopp- ment reparieren, etc., siehe
Sie können während des Betriebes Signal ist lowactive) ”Maschinen-Bedienfeld” auf Seite
keine Achsen bewegen oder die Spin- 23 – 347.
del einschalten
Die Maschine steht im Modus Refe- „ Antriebssystem nicht betriebsbereit „ Siehe ”Überprüfung der Freigaben
renzpunkte überfahren, dieses ist „ Alarm vom Antriebsverstärker an der TNC 620” auf Seite 16 – 209.
aber weder mit der NC-START-Taste „ Fehlende Vorschubfreigabe „ NC-STOP-Taster untersuchen.
noch mit Achsrichtungstasten möglich
„ NC-STOP-Signal aktiv
Die Maschine fährt beim Referenzie- „ Schaltnocken für die Richtungsum- „ Siehe ”Referenzaufnahme” auf
ren auf den NOT-AUS-Endschalter kehr beim Referenz-Fahren defekt Seite 19 – 293.
bzw. auf mechanischen Anschlag (für „ PLC-Eingang defekt „ Siehe ”Überprüfen der PLC-Ein-
Maschinen mit Schaltnocken) gänge” auf Seite 11 – 118.
Die Maschine fährt beim Referenzie- „ Referenzmarken der linearen oder „ Maßstab, Winkelgeber, Motorgeber
ren auf den NOT-AUS-Endschalter rotatorischen Messgeräte wurden überprüfen, siehe ”Messgeräte-
bzw. auf mechanischen Anschlag (für nicht ausgewertet schnittstelle” auf Seite 18 – 259.
Maschinen ohne Schaltnocken). „ Referenzmarken der Drehgeber in
den Motoren wurden nicht ausge-
wertet
Das Symbol für „Steuerung in „ Die Achse hat das Positionierfenster „ Nach- oder Neuoptimierung der
Betrieb“ (NC-START-Taste in der Sta- nicht erreicht Achse durch den OEM
tusanzeige) bleibt nach scheinbar „ Zu hohe Haft- und Gleitreibung „ Werkstück kontrollieren
erfolgter Positionierung stehen. (slip & stick )
In Automatikbetriebsarten wird der „ Zu großer Offset
nächste NC-Satz nicht abgearbeitet, „ Einfahrverhalten der Achse nicht
das NC-Programm „hängt“. optimiert
„ Span im Gewindeloch, der Umkehr-
punkt wird nicht erreicht
„Schwingende“ Achsen, evtl. verbun- „ Negative mechanische Veränderun- „ Siehe ”Reihenfolge der Fehlersuche
den mit lauten Geräuschen gen in den Achsen der Maschine im Regelkreis” auf Seite 6 – 56.
„ Überprüfen Sie die Mechanik Ihrer
Maschine, Rücksprache mit dem
Maschinenhersteller.
Es erscheinen verschiedenste Fehler- „ Kurzschluss von Schirmungspoten- „ Kontrollieren Sie Kabel auf Beschädi-
meldungen, die aber nicht stichhaltig tial (Chassis, Kabelschirmung) mit gungen. Kontrollieren Sie die kor-
sind. 0V-Spannungspotential der NC-Ver- rekte Schirmung der Maschine (fra-
sorgung. gen Sie hierzu den
Maschinenhersteller).
„ Stecken Sie Datenleitungen von der
Maschine ab.
„ Siehe ”Schirmung und Erdung” auf
Seite 6 – 68.
NC-Funktionen laufen nicht mehr (evtl. „ Datenverlust auf der Speicherkarte „ Speicherkarte prüfen, siehe ”Test
hat die Steuerung mitgeteilt, dass ent- im Bereich der SYS-Partition der Speicherkarte” auf Seite 13 –
sprechende Dateien gelöscht wur- 165.
den). „ NC-Software neu laden --> kontak-
tieren Sie den Maschinenhersteller.
Es kommen vermehrt Speicherkarten- „ Defekte auf der Speicherkarte „ Speicherkarte prüfen, siehe ”Test
Fehler der Speicherkarte” auf Seite 13 –
165.

5 – 50 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


5.3 Wichtige Hinweise zum Einsatz von HEIDENHAIN-Einschubkarten im
SIMODRIVE-Antriebssystem

Bei HEIDENHAIN-Einschubkarten für das SIMODRIVE-Antriebssystem in der Ausführung mit


Flachband-Stecker sind die HEIDENHAIN-PWM-Signale gegenüber der Siemens-Schnittstelle
galvanisch getrennt.
Demzufolge muss die Klemme X131 am Siemens-Antriebssystem verdrahtet sein!

Bild: Siemens E/R-Modul mit X131

Achtung

Wenn zum Siemens E/R-Modul noch ein „Überwachungsmodul“ (UEB-Modul) eingesetzt


wird, so muss die Klemme X131 an diesem Modul genauso verdrahtet werden wie am
E/R-Modul!

Bild: Siemens UEB-Modul mit X131

April 2010 5 – 51
Auch die einzelnen Einschubkarten müssen über die jeweilige Erdungsschraube auf der Frontplatte
mit dem Betriebserdungspunkt der Maschine verbunden sein.

Bild: Verschiedene HEIDENHAIN-Einschubkarten mit Flachband-Steckern

Kompatibilität von Die Fa. Siemens hat SIMODRIVE-Leistungsteile überarbeitet.


HEIDENHAIN- U.a. wurden Entstörbeschaltungen ergänzt.
Einschubkarten zu Passend zu diesen modifizierten SIMODRIVE-Leistungsteilen wurden auch die HEIDENHAIN-
SIMODRIVE- Einschubkarten überarbeitet:
Leistungsteilen
Modifizierte Passende HEIDENHAIN- Ausführung
SIMODRIVE-Leistungsteile Einschubkarten

Die überarbeiteten Leistungsteile haben 324955-17 1-Achs, Flachband


am Ende der Siemens-Bestellbezeich-
nung die Codierung A2 oder A3 359002-05 2-Achs, Flachband

515012-03 1-Achs, Flachband

Die in obiger Tabelle aufgeführten HEIDENHAIN-Einschubkarten ersetzen die Vorgänger-Varianten.


Das heißt, sie können auch in „ältere“ SIMODRIVE-Leistungsteile eingeschoben werden.

Achtung

„Ältere“ HEIDENHAIN-Einschubkarten dürfen nicht zusammen mit modifizierten


SIMODRIVE-Leistungsteilen verwendet werden.
Mögliche Fehlerbilder und Fehlermeldungen --> siehe ”Übersichts-Tabelle zu möglichen
Fehlerbildern” auf Seite 49.

5 – 52 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


6 Vorgehensweisen und Tipps zur Fehlersuche

6.1 Einleitung
Für die Fehlersuche an Werkzeugmaschinen haben sich systematische Vorgehensweisen
bewährt.
Diese sind im folgenden beschrieben.

Hinweis

Verwenden Sie auch die umfangreichen Diagnosemöglichkeiten der TNC 620!

Diagnosemöglichkeit Beschreibung im Buch

Protokoll-Dateien Siehe ”Protokoll-Dateien” auf Seite 7 – 71

Integrierte Antriebsdiagnose Siehe ”DriveDiag” auf Seite 8 – 79

Integriertes Oszilloskop Siehe ”Integriertes Oszilloskop” auf Seite 9 – 83

OLM Siehe ”Der Online-Monitor (OLM)” auf Seite 10 – 103

PLC-Diagnose Siehe ”PLC-Diagnose” auf Seite 11 – 107

Bus Diagnose Siehe ”Bus-Diagnose” auf Seite 12 – 145

Hinweis

Beachten Sie auch die Hinweise und Tipps in Kapitel 6.9!

6.2 Aus- und Einschalten

Gefahr

Bei Fehlern, die zu sehr hohen Strömen führen können, wie z.B. Erdschluss oder Kurz-
schluss im Antrieb, ist ein wiederholtes Einschalten der Maschine nicht ratsam!
Stellen Sie zuerst fehlerhafte Geräte, Kabel, etc. fest.
Beseitigen Sie anschließen sämtliche Erd- und Kurzschlüsse in der Maschine --> siehe
”Reihenfolge der Fehlersuche bei schwerwiegenden elektrischen Fehlern” auf Seite 6 – 54.

Wo es jedoch möglich und sinnvoll ist, können Sie die Steuerung neu starten:

8 Drücken Sie den NOT-AUS-Taster.


8 Fahren Sie die Steuerung herunter.
8 Schalten Sie die Maschine mit dem Hauptschalter aus.
8 Warten Sie einige Sekunden.
8 Schalten Sie die Maschine wieder ein.
8 Beobachten Sie, ob die Fehlermeldung nun erneut auftritt.

April 2010 6 – 53
6.3 Reihenfolge der Fehlersuche bei schwerwiegenden elektrischen Fehlern

Der „massivste“ elektrische Fehler an einer Werkzeugmaschine ist ein Erd- oder Kurzschluss!

Gefahr

Bevor ein Erd- oder Kurzschluss nicht beseitigt ist, sind keine weiteren Untersuchungen
möglich!

Der Verdacht auf einen Erd- oder Kurzschluss liegt nahe bei:

„ Auslösenden Sicherungen (Halbleiter-Sicherungen für die Primärspannungsversorgung im


Schaltschrank der Werkzeugmaschine oder auch in einer Unterverteilung)
„ Fehlermeldungen, wie z.B. Leckstrom UV 1xx zu groß oder Überstromabschaltung
„ Brandspuren und/oder Brandgeruch
„ Zerstörten Geräten

Hinweis

Detaillierte Beschreibungen von Erd- und Kurzschluss-Untersuchungen an HEIDENHAIN-


Antrieben finden Sie im Servicehandbuch Umrichtersysteme und Motoren.

6 – 54 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Flussdiagramm

Reihenfolge der Fehlersuche bei


schwerwiegenden elektrischen Fehlern

Hauptschalter der Maschine ausschalten und


gegen Wiedereinschalten sichern

Spannungsfreiheit am Primärspannungs-
Anschluss und am Zwischenkreis feststellen

Untersuchung der Motoren inklusive Kabel auf


Erdschluss und Kurzschluss

Erd- oder Ja
Motor bzw. Kabel
Kurzschluss
austauschen
vorhanden?

Nein

Untersuchung der Umrichter auf Erdschluss und


Kurzschluss

Erd- oder Ja
Kurzschluss Umrichter austauschen
vorhanden?

Nein

Untersuchung von Umrichter-Zubehör (z.B.


Bremswiderstände / Bremsmodule) auf
Erdschluss und Kurzschluss

Erd- oder Ja
Zubehör-Komponenten
Kurzschluss
austauschen
vorhanden?

Nein

Funktionstest der Antriebskomponenten

April 2010 6 – 55
6.4 Reihenfolge der Fehlersuche im Regelkreis

Bei Fehlermeldungen, die mit Bewegung, Beschleunigung aber auch Stillstand zu tun haben, wie z.B.:

„ Schleppabstand zu gross
„ Drehzahl-Sollwert zu gross
„ Bewegungs-Überwachung
„ Stillstands-Überwachung

oder bei Fehlerbildern wie z.B.:


„ schlechte Werkstückoberfläche
„ ungewöhnliche Geräusche bei Achsbewegungen
„ ungewöhnliche Vibrationen

... können Sie zur Fehlersuche die beteiligten Komponenten der Maschine in einer bestimmten
Reihenfolge untersuchen --> siehe Flussdiagramm in diesem Kapitel!

Hinweis

Bei Fragen zur Untersuchung der Schmierung, der Mechanik, der Hydraulik, der Pneumatik,
der Bremsen und des Kupplungssystems, wenden Sie sich an den Maschinenhersteller!

Integriertes Ein hilfreiches Werkzeug für die Analyse von Fehlern im Regelkreis ist das integrierte Oszilloskop der
Oszilloskop TNC 620.

Aufruf und Handhabung --> siehe ”Integriertes Oszilloskop” auf Seite 9 – 83.

Fehlermeldung Empfohlene Signale Zusätzliches


Signal

Schleppabstand zu gross s diff I (nom)

Drehzahl-Sollwert zu gross v nom, v (n nom), v act, v (n act) I (nom)

Bewegungs-Überwachung v nom, v (n nom), v act, v (n act), I (nom)


PosDiff

Stillstands-Überwachung s diff I (nom)

Hinweis

Gerade der Drehmoment bestimmende Strom I (nom) ist eine wichtige Aussagegröße für
die Mechanik der jeweiligen Achse (Schwergängigkeit, stumpfes Werkzeug, Schmierung,
Belastung, etc.)!

Siehe hierzu auch ”Untersuchung der Positionsdifferenz von direktem und indirektem Messgerät” auf
Seite 6 – 63 und ”Fehlereingrenzung durch Umschalten von direkter auf indirekte Positionserfassung”
auf Seite 6 – 65.

6 – 56 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Flussdiagramm

Vorgehensweise bei Fehlern im Regelkreis

Untersuchung der Schmierung, der Werkzeuge, der Mechanik, z.B.:


Ölstand, Schmierfilm, stumpfe, beschädigte Werkzeuge, Führungen,
Kugelumlaufspindel

Schmierung wieder herstellen,


Schmierung, Nein
fehlerhafte Werkzeuge
Werkzeuge, Mechanik
austauschen, Fehler in der
i.O.?
Mechanik beheben
Ja

Untersuchung der Hydraulik, der Pneumatik, der Bremsen bei z.B.:


Gewichtsausgleich, Hirth-Verzahnung, Motorbremsen

Hydraulik, Nein Fehler in der Hydraulik, in der


Pneumatik, Bremsen Pneumatik, bei den Bremsen
i.O.? beheben

Ja

Untersuchung des Kupplungssystems, z.B.:


Riemenspannung, Getriebe, Kupplung

Kupplungs- Nein
Fehler im Kupplungssystem
system
beheben
i.O.?

Ja

Untersuchung des Antriebssystems, z.B.:


Motoren inklusive Kabel, Antriebsverstärker, Servos

Antriebs- Nein
Fehler im Antriebssystem
system
beheben
i.O.?

Ja

Untersuchung der Steuerung, z.B.:


Schnittstelle zu den Antrieben, Schnittstelle zu den Messgeräten

Steuerung Nein Fehlerhafte Steuerung oder


und angeschlossene Geräte fehlerhafte Messgeräte oder
i.O.? defekte Kabel austauschen

Ja

Beim Maschinenhersteller oder bei einer HEIDENHAIN-Servicestelle


anrufen

April 2010 6 – 57
Hinweis

Der „Elektriker“ kann vor aufwendigen Untersuchungen an der Mechanik auch zuerst die
Komponenten im Schaltschrank (Leistungsteile, etc.) kontrollieren.

Hinweis

Detaillierte Beschreibungen für Untersuchungen an HEIDENHAIN-Antrieben finden Sie


im Servicehandbuch Umrichtersysteme und Motoren.

Mögliche Die genannten Fehlermeldungen und Fehlerbilder im Regelkreis könnten auch durch verschmutzte,
Auswirkungen von lockere oder defekte Messgeräte hervorgerufen werden!
verschmutzten,
lockeren, defekten
Zum Beispiel kann ein verschmutztes Feld eines Abtastkopfes mit 4-Feld-Abtastung das Tastverhältnis
Messgeräten
verschlechtern, was sich negativ auf das Regelverhalten der Maschinenachse auswirkt. Solange
jedoch das Tastverhältnis nicht außerhalb der Toleranz ist, wird keine Messgeräte-Fehlermeldung
ausgegeben.

Hat sich ein Abtastkopf oder ein Motorgeber gelockert, so werden die Messgerätesignale evtl. noch
ausreichend gut ausgewertet. Das heißt, es wird keine Messgeräte-Fehlermeldung ausgegeben.
Beim Verfahren und hierbei besonders bei Richtungsänderungen und Vibrationen der
Maschinenachsen kann es dann zu o.g. Fehlermeldungen kommen, da die Mechanik nicht mehr fest
mit dem Messgerät verbunden ist.

In Ausnahmefällen können Messgeräte mit schadhafter Elektronik oder schadhaftem Kabel konstante
Spannungswerte an die Steuerung liefern, die im Toleranzbereich der Messgeräte-Spezifikation
liegen. Das heißt, auch hier wird keine Messgeräte-Fehlermeldung ausgegeben!

Für eine Analyse können Sie folgendermaßen vorgehen:

8 Erhöhen Sie die Überwachungsgrenzen (z.B. für den Schleppabstand, siehe ”Positions- bzw.
Schleppabstandsüberwachung” auf Seite 3 – 516) --> bis zur Fehlerauslösung kann eine größere
Strecke gefahren werden.

Gefahr

Durch eine Erhöhung der Überwachungsgrenzen verringern Sie die Sicherheit der
Maschine!

8 Untersuchen Sie nun die Messgeräte-Signale mit einem geeigneten Messmittel


(z.B. PWM 9, siehe ”Messgerät-Diagnose-Set PWM 9” auf Seite 29 – 474) --> bei Bewegung der
Achse muss eine Signaländerung (Sinus, Cosinus) erfolgen!
8 Beobachten Sie das Tastverhältnis, die Amplitudenhöhe, etc.
8 Stellen Sie abschließend die originalen Überwachungstoleranzen wieder ein!
8 Evtl. muss das Messgerät gereinigt oder getauscht werden. Möglicherweise ist auch die Mechanik
zu überholen.

6 – 58 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


6.5 Fehlereingrenzung durch das Tauschverfahren

Bei mehrfach vorhandenen Komponenten einer Werkzeugmaschine, wie Lage- und


Drehzahlmessgeräte, PWM-Schnittstellen, Antriebsverstärker, Motoren oder Einschubkarten
eignet sich das „Tauschverfahren“.
Dabei werden Schnittstellen oder baugleiche Geräte getauscht, um zu beobachten, ob der Feh-
ler „mitwandert“.

Beispiel für Tausch-


möglichkeiten bei
der TNC 620 mit
CC 6106

Beispiel für Tausch-


möglichkeiten bei
der TNC 620 mit
UEC 11x

Detaillierte Beschreibungen zum Tauschen von Geräten finden Sie in den jeweiligen Kapiteln
dieses Service-Handbuches bzw. im Service-Handbuch Umrichter-Systeme und Motoren.

April 2010 6 – 59
„ Tausch von Schnittstellen-Zuweisungen bei Lagemessgeräten -->
siehe ”Lagemessgeräte” auf Seite 18 – 259

„ Tausch von Schnittstellen-Zuweisungen bei Drehzahlmessgeräten -->


siehe ”Drehzahlmessgeräte” auf Seite 18 – 272

„ Tausch von PWM-Schnittstellen -->


siehe ”Tausch der PWM-Ausgänge bei der CC 6106” auf Seite 20 – 311

„ Tausch von Einschubkarten -->


siehe ”Tausch der HEIDENHAIN-Interfacekarten für das SIMODRIVE 611-Antriebssystem” auf
Seite 20 – 320

„ Tausch von Umrichtern, Motoren -->


siehe Service-Handbuch Umrichter-Systeme und Motoren

Achtung

Stecken Sie offensichtlich defekte Geräte (z.B. Lagemessgerät mit Kurzschluss nach Ein-
dringen von Feuchtigkeit) zur Fehlersuche nicht an weitere Schnittstellen (z.B. X201-X206)
der Steuerung an!

6 – 60 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


6.6 Fehlereingrenzung durch das Ausschlussverfahren

Beim „Ausschlussverfahren“ werden vermutlich fehlerhafte Geräte oder ganze Achsen in


der NC-Software deaktiviert und physikalisch von der Steuerungskomponente getrennt, also
inklusive Kabel an der Schnittstelle der Steuerungskomponente abgesteckt.
Anschließend wird festgestellt, ob die vorherige Fehlermeldung oder das vorherige Fehlerbild
weiterhin auftritt.

In folgenden Fällen bietet sich das „Ausschlussverfahren“ an:

„ Der Bildschirm bleibt bei eingeschalteter Maschine schwarz -->


siehe ”Fehlersuche” auf Seite 21 – 324.

„ Es treten Fehler auf, die immer mit dem Handrad zu tun haben -->
siehe ”Abwählen und Abstecken des portablen Handrades HR 410” auf Seite 24 – 361.

„ Es treten Fehler auf, die immer mit dem Taster zu tun haben -->
siehe ”Tastsystem” auf Seite 25 – 365.

„ Es treten Fehler auf, die immer mit einer bestimmten Achse zu tun haben -->
siehe folgendes Flussdiagramm „Abwahl einer Achse“.

„ Es treten Fehler auf, die sich nicht eindeutig einer Achse oder einem angeschlossenen
Gerät zuordnen lassen -->
der Reihe nach Achsen abwählen bzw. der Reihe nach angeschlossene Geräte abstecken und
in der NC-Software abwählen!

Hinweis

Für die Anwendung des Ausschlussverfahrens beim Werkzeugwechsler, Späneförderer,


bei Profibus-Modulen etc. fragen Sie den Maschinenhersteller!

April 2010 6 – 61
Flussdiagramm

Abwahl einer Achse

Schalten Sie die Maschine aus

Stecken Sie das Lagemessgerät, das


Drehzahlmessgerät und die PWM-Schnittstelle für
die betreffende Achse ab

Drücken Sie den NOT-AUS-Taster und schalten Sie


die Maschine ein

Meldung Strom-Unterbrechung nicht quittieren


sondern gleich den Konfig-Editor aufrufen

Im Attribut axisMode (300105) für die betreffende


Achse NotActive auswählen, Einstellung
speichern und Steuerung neu starten

Nein
Treten Die Fehler sind auf eine
weiterhin Fehlermeldungen Achse beschränkt!
auf ? Stellen Sie die Ursache fest.

Ja

Die Fehler sind nicht auf eine Achse beschränkt!


Es gibt noch weitere fehlerhafte Achsen /Geräte
oder generelle Fehler

Hinweis

Möglicherweise untersagt das PLC-Programm das Abwählen von einzelnen Achsen -->
fragen Sie den Maschinenhersteller!

Achtung

Allein das Deaktivieren einer verdächtigen Achse in der Maschinen-Konfiguration (ohne


verdächtige Geräte abzustecken) reicht nicht aus!
Entsprechende Geräte (z.B. Lagemessgerät für diese Achse) werden zwar nicht mehr
überwacht, aber nach wie vor spannungsversorgt. Damit kann z.B. der defekte Maßstab
weiterhin die Kleinspannungen der Steuerung beeinträchtigen!

6 – 62 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


6.7 Untersuchung der Positionsdifferenz von direktem und indirektem Messgerät

Bei diesem Verfahren werden die Signale des Motorgebers mit den Signalen des
Lagemessgeräts verglichen.
Damit lassen sich Schlüsse auf die Qualität der Mechanik und des Kupplungssystems ziehen!

Voraussetzung Die zu untersuchende Werkzeugmaschine muss mit digitalen Antrieben und direkten
Messgeräten ausgestattet sein (Zweigebersystem).
Diese Anleitung gilt nicht für digitale Achsen mit Linearmotoren.

Integriertes Das integrierte Oszilloskop verfügt über das Signal PosDiff (Differenz zwischen Lage- und
Oszilloskop Drehzahlmessgerät in mm).
Aufruf und Handhabung --> siehe ”Integriertes Oszilloskop” auf Seite 9 – 83.

Beispiel für eine Positionsdifferenz-Aufzeichnung:

8 Nehmen Sie folgende Einstellungen vor:

8 Schreiben Sie ein NC-Programm, das die X-Achse hin und her bewegt (fragen Sie den
Maschinenbediener).
8 Starten Sie das NC-Programm und die Oszilloskop-Aufzeichnung.
8 Stoppen Sie die Aufzeichnung und passen Sie die Signale an.

April 2010 6 – 63
Das PosDiff-Signal schlägt beim Abbremsen und Beschleunigen bei der Richtungsumkehr aus. Zwi-
schen dem Drehgeber im Motor und dem Abtastkopf am Tisch befinden sich die Kupplungssysteme
(Riemen, Getriebe, Kupplungen) und die Mechanik (Kugelumlaufmutter, Führungen, etc.).
Die Maschine, an der das Bild aufgezeichnet wurde, hat einen Riemenantrieb.
Zu erkennen ist auch, dass sich das PosDiff-Signal abhängig von der Verfahrrichtung auf- und abbaut.
Diesem Verhalten liegt eine Ungenauigkeit im Übersetzungsverhältnis des Antriebs (z.B. Riemen,
Kugelrollspindel) zugrunde.

Schlussfolgerung Idealerweise besitzen Sie frühere Aufzeichnungen der Maschine, mit denen Sie die jetzigen
Aufzeichnungen vergleichen können.
Falls die Positionsdifferenz größer geworden ist, sind meist Nachbesserungen bei der
Mechanik oder dem Kupplungssystem notwendig.

6 – 64 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


6.8 Fehlereingrenzung durch Umschalten von direkter auf indirekte Positionserfassung

Bei diesem Verfahren wird das direkte Messgerät (Maßstab, Maßband, etc.) abgewählt.
Stattdessen erfolgt die Positionserfassung mit dem Motorgeber.

In folgenden Fällen bietet sich das Umschalten auf den Motorgeber an:

„ Die Eigenschaften einer Achse haben sich mechanisch oder elektrisch verschlechtert
(ungewöhnliche Verfahrgeräusche, unschöne Werkstückoberfläche, Reglerschwingen, etc.).

„ Es treten Fehlerbilder auf, die sich nicht eindeutig einem Messgerät oder der Mechanik
einer Achse zuordnen lassen.

Voraussetzung Die zu untersuchende Werkzeugmaschine muss mit digitalen Antrieben und direkten
Messgeräten ausgestattet sein.
Diese Anleitung gilt nicht für digitale Achsen mit Linearmotoren.

Direkte Positions- Bei der direkten Positionserfassung befinden sich Kupplungs- und Übersetzungssysteme
erfassung (Riemen, Getriebe, etc.), Kugelrollspindel mit Kugelumlaufmutter, Führungen innerhalb des
Regelkreises.
Verschlechterungen in diesen Komponenten können sich negativ auf den Regelkreis auswirken.

April 2010 6 – 65
Indirekte Positions- Bei der indirekten Positionserfassung befinden sich Kupplungs- und Übersetzungssysteme
erfassung (Riemen, Getriebe, etc.), Kugelrollspindel mit Kugelumlaufmutter, Führungen außerhalb des Regel-
kreises.

Flussdiagramm Siehe ”Positionserfassung mit dem Motorgeber (indirekte Wegmessung)” auf Seite 18 – 285.

Schlussfolgerung Wenn bei der indirekten Wegmessung z.B. die ungewöhnlichen Verfahrgeräusche weniger stark oder
gar nicht mehr auftreten, so kann die Fehlerursache in der Mechanik der Maschine zu finden sein.
Bei der indirekten Wegmessung wird das direkte Messgerät (Maßstab, Maßband) nicht benötigt.
Demzufolge kann also auch das direkte Messgerät die Fehlerursache sein.
Beobachten Sie die Qualität der Messgeräte-Signale z.B. mit einem PWT 18 (für 1Vss) oder dem
PWM 9, während Sie den Tisch mit indirekter Wegmessung bewegen.

6 – 66 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


6.9 Hinweise und Tipps

Wie kam es zu dem Befragen Sie den Bediener bzw. den Techniker, der zuletzt mit bzw. an der Maschine
Fehler? gearbeitet hat, nach dem genauen Hergang!

Gab es evtl. Besonderheiten, wie ...

„ einen lauten Knall im Schaltschrank


„ Überlastung
„ undichte Hydraulik-, Kühlmittel- oder Wasserleitungen
„ Betauung von Platinen
„ Reinigung der Maschine (Feuchtigkeit, etc.)
„ Gewitter
„ Umbauten an der Maschine
„ Tests an der Maschine
„ NC-Software-Update
„ neues Bearbeitungs-Programm
„ Werkzeugbruch
„ Kollision
„ Stromausfall
„ etc.

Gab es häufiger Fehlermeldung, die auf eine Überlastung (z.B. I2T-Wert ist zu hoch,
Motortemperatur zu hoch, Motorstrom zu hoch, Belastung ist zu hoch) oder einen Defekt (z.B.
Überstromabschaltung) des Antriebs hindeuteten?

Hinweis

Gezielte Fragen und entsprechend präzise Antworten können Ihnen die Fehlersuche
erleichtern!

Erste Schritte 8 Lassen Sie sich, sofern möglich, den Fehler von dieser Person zeigen.
8 Untersuchen Sie gemeinsam, ob der Fehler reproduzierbar ist, also zuverlässig immer an einer
bestimmten Stelle auftritt.
8 Sichern Sie den jetzigen Zustand der Maschine mit einem Backup.
8 Grenzen Sie nun den Fehler ein.

Sichtprüfung Eine Sichtkontrolle kann oftmals sehr hilfreich sein:

„ Beschädigte Werkzeuge?
„ Crash an der Maschine?
„ Stark verschmutzte Geräte?
„ Defekte Kabel?
„ Defekte Schläuche, Dichtungen, Verschraubungen?
„ Defekte Sicherungen?
„ Offensichtlich zerstörte Leistungsverstärker?
„ Defekte Kupplungen, Riemen, Getriebe, etc.?
„ Feuchtigkeit in Geräten?
„ Brandspuren / Brandgeruch?

Vergleich mit Wo baugleiche Maschinen oder Geräte vorhanden sind, können Funktionen verglichen werden.
funktionierenden
Dies kann für die Fehlersuche sehr hilfreich sein!
Maschinen oder
Geräten

April 2010 6 – 67
Kleinspannungen Alle an den Steuerungskomponenten (MC, CC, UEC, PLB, MB) angeschlossenen Geräte werden
und Polyfuses auch von diesen versorgt (bei Messgeräten mit langem Kabel sind evtl. noch Spannungsverstärker
im Einsatz).
Die genannten Steuerungskomponenten verfügen über „Polyfuses“.
Das sind elektronische Sicherungen, die bei Überlast hochohmig werden und damit defekte Periphe-
riegeräte (Messgeräte, Handrad, USB-Geräte, Taster) von den Kleinspannungen des versorgenden
Gerätes trennen.
„Polyfuses“ sind selbstrückstellend („selbstheilend“).
Lösen „Polyfuses“ aus, werden idealerweise Fehlermeldungen angezeigt, die mit dem betroffenen
Gerät in Zusammenhang stehen. Es können aber auch Fehlermeldungen erscheinen, die nicht unmit-
telbar auf das defekte Gerät schließen lassen!

Hinweis

Trennen Sie zur Fehlersuche mutmaßlich defekte Geräte inklusive Kabel vom versorgenden
Gerät --> siehe ”Fehlereingrenzung durch das Ausschlussverfahren” auf Seite 6 – 61.

Kabel Defekte Kabel können zu Unterbrechungen und Kurzschlüssen führen. Undefinierte Zustände und mit-
telbare Fehlermeldungen können die Folge sein.
Überprüfen Sie deshalb insbesondere Verschleiß-, Quetsch- und Anschlußstellen der Kabel.

Stecker und Achten Sie beim An- und Abstecken auf folgendes:
Buchsen
Sub-D-Stecker bzw. Buchsen
„ Nicht schief anstecken oder abziehen! Dadurch könnten die Federkontakte in den Sub-D-Buchsen
geweitet werden. Das kann zu Problemen bei der Kontaktierung führen!
Flachbandstecker bzw. Buchsen
„ Sorgfältig gerade und mit gleichmäßigem Druck aufstecken, da sonst Stifte verbogen werden könn-
ten.
Signaldose am Motor
„ Mit Gefühl die Nase am Stecker in die Aussparung der Signaldose gleiten lassen und dann den Stek-
ker gerade aufschrauben. Ohne Gewalt! Sonst könnten Stifte verbogen oder gar in die Dose hinein-
gedrückt werden.

Klemmen Achten Sie darauf, dass Klemmen fest angezogen sind.


Drähte oder Litzen dürfen nicht beschädigt oder korrodiert sein.

Schirmung und Auch defekte Schirmungen und Erdungen können zu undefinierten Fehlern oder zu einem Fehlver-
Erdung halten an der Maschine führen. Ursächlich hierfür sind Ausgleichsströme, die aufgrund von Potential-
unterschieden entstehen.
Kontrollieren Sie daher Klemmen, geschirmte Kabel (das Schirmgeflecht darf nicht mit dem
0 V-Leiter im Kabelinneren kontaktieren), Abdeckbleche, Erdungsschienen, Kontaktfedern, etc.

Achtung

Werden HEIDENHAIN-Einschubkarten für das SIMODRIVE-Antriebssystem verwendet,


kontrollieren Sie die vorgeschriebene Erdung --> Siehe ”Wichtige Hinweise zum Einsatz von
HEIDENHAIN-Einschubkarten im SIMODRIVE-Antriebssystem” auf Seite 5 – 51.

6 – 68 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Störquellen Achten Sie auch auf mögliche Störquellen, die die Steuerung und die angeschlossenen Geräte
negativ beeinflussen können.

Störeinflüsse entstehen durch kapazitive und induktive Einkopplungen an Leitungen oder an den
Geräte-Eingängen/-Ausgängen, z.B. durch ...

„ starke Magnetfelder von z.B. Transformatoren, Elektromotoren, Magnet-Spanntischen


„ Relais, Schütze und Magnetventile
„ Hochfrequenz-Geräte, Impuls-Geräte und magnetische Streufelder von Schaltnetzteilen
„ benachbarte Schweissanlagen
„ Netzleitungen und Zuleitungen zu den oben genannten Geräten
„ Offene Leitungen an seriellen Datenschnittstellen (z.B. RS-232)

Kontrollieren Sie ggf., ob ...

„ ein Mindestabstand von 20 cm zwischen MC/CC/UEC und deren Signalleitungen zu störenden


Geräten besteht.
„ ein Mindestabstand von 10 cm zwischen MC/CC/UEC und deren Signalleitungen zu störsignal-
führenden Kabeln besteht. In metallischen Kabelschächten genügt eine geerdete Zwischen-
wand zur Entkopplung.
„ der Querschnitt von Potential-Ausgleichsleitungen mind. 6 mm2 aufweist.
„ original HEIDENHAIN-Kabel, -Stecker und -Kupplungen verwendet wurden.
„ Abdeckbleche für die Flachbandkabel vorhanden sind.

Hinweis

Halten Sie Rücksprache mit dem Maschinenhersteller, wenn diese Bedingungen nicht
erfüllt sind!

Verschmutzung Legen Sie besonderes Augenmerk auf verschmutzte Geräte (Öl, Fett, Staub, etc.).

Was könnte die Ursache der Verschmutzung sein?


Einige Beispiele:

„ Guss- / Graphit-Bearbeitung
„ Kühlmittel bzw. Kühlmittel-Dampf
„ Defektes Filtersystem im Schaltschrank (Filtermatten)
„ Öl bzw. Öldampf
„ Öl im Druckluft-System
„ Offene Schaltschranktüre

Achtung

Bei Staub-Ablagerungen aus der Raumluft und Niederschlag von in der Luft enthaltenen
chemischen Verunreinigungen oder natürlicher Betauung nach Abschaltung der Maschine,
kann es auf den spannungsführenden Teilen in elektrischen Geräten zu einer leitenden
Schicht und somit zu Überschlägen und entsprechenden Schäden kommen.

April 2010 6 – 69
Temperatur Messen Sie mit geeigneten Geräten, ob Temperaturwerte überschritten sind.

Was könnte die Ursache sein?


Einige Beispiele:

„ Defektes Klimagerät im Schaltschrank


„ Verschmutzte Filtermatten
„ Defekte Lüfter
„ Überlastung von Motoren und Umrichtern
„ Defekte Temperatursensoren
„ Ungünstiger Einbau der Komponenten

Gefahr

Zulässige Umgebungstemperatur im Betrieb:


„ Hauptrechner MC 6110 --> +5 bis 40 °C
„ Weitere Komponenten des HEIDENHAIN-Steuerungssystems --> +5 bis 45 °C
„ HEIDENHAIN-Umrichtersysteme --> 0 bis 40 °C
Eine Abweichung kann die Betriebssicherheit beeinträchtigen!

Achtung

An den Motoren können Oberflächentemperaturen von bis zu 145 °C auftreten.

Feuchtigkeit Überprüfen Sie, ob Feuchtigkeit in Geräte eingedrungen ist oder ob sich Kondenswasser gebildet hat.

Was könnte die Ursache sein?


Einige Beispiele:

„ Falsch eingestelltes oder defektes Klimagerät im Schaltschrank


(der Einschaltpunkt des Klimagerätes sollte bei 35 °C liegen, die Schalthysterese darf nicht größer 5
°C sein).
„ Kühlmittel bzw. Kühlmittel-Dampf
„ Betauung von Platinen aufgrund von Temperaturunterschieden
„ Defekte Schläuche, Dichtungen, Verschraubungen, etc.

Achtung

Im Dauerbetrieb sind maximal 75 % Luftfeuchtigkeit zugelassen.

6 – 70 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


7 Protokoll-Dateien

7.1 Einleitung
Die Protokoll-Dateien der TNC 620 enthalten ...
„ das Fehler-Protokoll
„ das Tasten-Protokoll
„ das Logbuch (ab NC-SW 340560-02)
„ die Service-Dateien

Alle diese Dateien dienen der Fehlerdiagnose.


Hierzu werden Fehlermeldungen und System-Informationen (Systemstart, Systemende, etc.)
eingetragen. Jeder Tastendruck und die Maus-Betätigungen werden protokolliert. Alle Einträge
sind mit Datum und lokaler Uhrzeit versehen.

7.2 Aufruf der Protokoll-Dateien

8 Öffnen Sie mit der ERR-TASTE das Fehlerfenster.

8 Drücken Sie den Softkey PROTOKOLL DATEIEN.

April 2010 7 – 71
Logbuch „ Mit der NC-Software 340560-02 wurde der Softkey LOGBUCH eingeführt.

„ Im Logbuch werden die Tastenbetätigungen zusammen mit den Steuerungsereignissen zeit-


synchron gespeichert und in Tabellenform angezeigt.

„ Um die Maschinenbedienung bzw. die Maschinenzustände gezielt nachvollziehen zu können, wer-


den zusätzlich zu allen wichtigen Logbucheinträgen wie Tastenbetätigungen, Fehlern, Systemfeh-
lern oder Warnungen zeitgleich detaillierte Zusatzinformationen in das Logbuch eingetragen und
gespeichert.

„ Mit dem Logbuch können mindestens 4 Wochen Steuerungsbetrieb aufgezeichnet werden.

„ Die gespeicherten Daten werden auf der SYS-Partition abgelegt und sind daher vom Benutzer oder
OEM nicht veränderbar.

„ Das Logbuch kann mit den Programmen Tele-Service oder TNCremoNT ausgelesen werden.

„ Das Logbuch ist Teil der Service-Dateien.

8 Drücken Sie den Softkey LOGBUCH.


8 Drücken Sie den Softkey SUCHEN.

Für die Suche bietet sich an:


„ Der Fehlertext (oder Teile davon)
„ Der Name des NC-Programms, während dessen Abarbeitung die Fehlermeldung angezeigt wurde
„ Die Zeit, in der der Fehler auftrat

Hinweis

Verwenden Sie zum Verschieben und Erweitern der Spalten Typ, Beschreibung, Quelle und
Zeit am besten eine USB-Maus.

7 – 72 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Fehler-Protokoll „ Das Fehler-Protokoll gibt es bereits ab der NC-Software 340560-01.

„ Im Fehler-Protokoll werden Fehlermeldungen und Ereignisse (Events) gelistet.

8 Drücken Sie den Softkey FEHLER PROTOKOLL.


8 Drücken Sie den Softkey SUCHEN.

Für die Suche bietet sich an:


„ Der Fehlertext (oder Teile davon)
„ Der Name des NC-Programms, während dessen Abarbeitung die Fehlermeldung angezeigt
wurde
„ Die Zeit, in der der Fehler auftrat

Hinweis

Das Fehler-Protokoll ist mit einem Zähler versehen, der mit dem IPO-Takt inkrementiert
wird.
Dieser Zähler dient als Zeitreferenz für die Informationen in den einzelnen Service-Dateien.

April 2010 7 – 73
Tasten-Protokoll 8 Mit dem Softkey TASTEN PROTOKOLL öffnen Sie die Liste der Tasten- und Mausbetätigungen.

Hinweis

Der erste horizontale Softkey (links unten am Bildschirm) wird im Tasten-Protokoll als
HORZSOFTKEY1 protokolliert, der zweite als HORZSOFTKEY2, usw.
Die Pfeiltasten für das Weiterschalten der horizontalen Softkeyleisten werden protokolliert
(SOFTKEYSCROLLLEFT und SOFTKEYSCROLLRIGHT).
Eine neu aufgerufene Softkeyleiste beginnt wieder bei HORZSOFTKEY1.

Der erste vertikale Softkey (rechts oben am Bildschirm) wird im Logbuch als VERTSOFTKEY1
protokolliert, der zweite als VERTSOFTKEY2, usw.
Die Pfeiltaste für das Weiterschalten der vertikalen Softkeyleisten wird als SOFTKEYSCROLLUP
protokolliert.
Eine neu aufgerufene Softkeyleiste beginnt wieder bei VERTSOFTKEY1.

7 – 74 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


7.3 Einstellungen für die Protokoll-Dateien

Aktuelle und Für das Fehler-Protokoll und das Tasten-Protokoll stehen jeweils zwei Dateien zur Verfügung, die
vorherige Datei aktuelle und die vorherige Datei.
Ist die aktuelle Datei befüllt, wird diese zur vorherigen Datei, die Steuerung legt eine neue aktu-
elle Datei an.
Wenn Sie also eine Fehlermeldung oder eine Tastenbetätigung nicht in der aktuellen Datei fin-
den:
8 Drücken Sie den Softkey VORHERIGE DATEI.
8 Suchen Sie in dieser Datei nach der Fehlermeldung bzw. Tastenbetätigung.

Filter setzen beim Mit Filter-Einstellungen begrenzen Sie die Anzeige des Logbuchs und des Fehler-Protokolls auf
Logbuch und beim folgende Gruppen:
Fehler-Protokoll
„ Informationen
„ Warnungen
„ Fehler
„ Systemfehler

Entscheidend für die Berücksichtigung des Filters ist die Stellung des Softkeys
FILTER AUS EIN.
8 Aktivieren Sie die Filtereinstellungen mit diesem Softkey.
8 Drücken Sie nun den Softkey FILTER EINSTELLUNGEN.
8 Drücken Sie die entsprechenden Filter-Softkeys für die gewünschte Anzeige.
8 Drücken Sie den Softkey AKTUALISIEREN.

Mit dem Softkey WEITERE FILTERFUNKTIONEN (sichtbar nach Betätigung des Softkeys
FILTER EINSTELLUNGEN) können Sie ...

„ Clients auswählen, deren Fehler und Informationen bei der Anzeige berücksichtigt werden sol-
len.
„ das Datum und die Uhrzeit auswählen, ab dem der Logbuch-Inhalt angezeigt werden soll.

8 Nachdem Sie die Dialogbox mit OK abgeschlossen haben, müssen Sie nochmal den Softkey
AKTUALISIEREN drücken, um die Einstellungen zu übernehmen.

April 2010 7 – 75
7.4 Service-Dateien abspeichern

Service-Dateien werden bei schwerwiegenden Fehlern an der Steuerung oder an der Maschine
automatisch abgespeichert.
Während dem automatischen Abspeichern erscheint die Meldung:
130-019C WARNUNG! Service-Dateien werden gespeichert

Zu den abgespeicherten Service-Dateien gehören u.a.:

„ Fehler-Protokoll
„ Tasten-Protokoll
„ Logbuch
„ Maschinen-Konfiguration
„ Alle Dateien aus den Ordnern PLC:\Service und TNC:\Service (falls vorhanden)

Service-Dateien können auch jederzeit per Knopfdruck abgespeichert werden:

8 Öffnen Sie mit der ERR-TASTE das Fehlerfenster.

8 Drücken Sie den Softkey PROTOKOLL DATEIEN

8 Drücken Sie nun den Softkey SERVICE-DATEIEN SPEICHERN --> Die betreffenden
Dateien werden gezippt und im Hauptverzeichnis TNC:\ abgelegt.

Während dem manuellen Abspeichern erscheint die Meldung:


Service-Dateien werden gespeichert

7 – 76 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


8 Betriebsart Programmieren wählen.

8 Das Programm-Management aufrufen.


8 Cursor auf das Hauptverzeichnis TNC:\ stellen.
8 Softkey TYP WÄHLEN drücken.
8 Softkey ALLE ANZ. drücken --> die vorhandenen Service-Dateien werden angezeigt.

Hinweis

Es können maximal 5 gezippte Service-Dateien erzeugt werden.


Die aktuellste Datei heißt service1.zip

April 2010 7 – 77
7.5 Auswertung der Service-Dateien

Die gezippten Service-Dateien können nicht direkt an der Steuerung betrachtet werden:

8 Lesen Sie die entsprechende Zip-Datei (z.B. service1.zip) auf einen externen Datenträger aus.
8 Entpacken Sie die Zip-Datei.
8 Öffnen Sie die Logfiles mit einem Text-Editor.
8 Weitere Dateien können Sie z.B. mit Excel öffnen.

Die gezippte Service-Datei enthält sehr viele einzelne Dateien, hier einige Beispiele:

Datei Bedeutung Öffnen mit (empfohlen) ...

operation.log Logbuch für den heutigen Tag Text-Editor

LogFile.log Fehler-Protokoll, aktuelle Datei Text-Editor

LogFileSave.log Fehler-Protokoll, vorherige Datei Text-Editor

keylog.xml Tasten-Protokoll, aktuelle Datei XML-Editor

keylog1.xml Tasten-Protokoll, vorherige Datei XML-Editor

keylog2.xml Tasten-Protokoll, ältere Datei XML-Editor

_ParamCheck.txt Achseigenschaften nebeneinander dar- Excel


gestellt

hardware.sys Hardware-Informationen Excel

_StartUp.txt Start-Protokoll des Interpolators. Infor- Text-Editor


mationen über den Hochlauf, NOT-AUS-
Test, etc.

AppStart1.log Informationen über die gestarteten Pro- Excel


zesse und das Hochlaufverhalten

err_tab.pet PLC-Fehlertabelle mit Merker-Zuwei- Text-Editor


sungen und Reaktionen der Steuerung

ErrorText.csv PLC-Fehlertabelle mit Texten zur Fehler- Excel


ursache und Fehlerbehebung

Hinweis

Für weitere und detaillierte Auswertungen schicken Sie die gezippten Service-Dateien, z.B.
service1.zip, zu Ihrem Maschinenhersteller oder zu einer HEIDENHAIN-Servicestelle.

7 – 78 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


8 DriveDiag

8.1 Einleitung
Die TNC 620 verfügt über das Diagnosewerkzeug DriveDiag.

DriveDiag liefert Informationen über ...

„ Betriebszustände und Signale.


Dazu wird u.a. mit der Ampelsymbolik (rot, gelb, grün) gearbeitet.
„ Spannungswerte
„ Stromwerte
„ Temperaturwerte
„ Elekronische Typenschilder
„ Motordaten

Mittels DriveDiag kann auch ein Lagegebertest durchgeführt werden.

8.2 Aufruf und Bedienung

8 Betriebsart Programmieren aufrufen.

8 Falls geöffnet: Programm-Management mit Taste END verlassen.

Hinweis

Wenn Sie bei geöffnetem Programm-Management die MOD-Taste drücken, werden die
Schnittstellen-Einstellungen aufgerufen.

8 Drücken Sie die Taste MOD.


8 Betätigen Sie den Softkey DIAGNOSE.
8 Drücken Sie den Softkey ANTRIEBS-DIAGNOSE.

8 Betätigen Sie den Softkey DRIVEDIAG --> ein neues Fenster wird geöffnet..

April 2010 8 – 79
8 Sie können die Baumstruktur auf der linken Seite des DriveDiag-Fensters mit den Pfeiltasten öffen
und schließen.
8 Die Navigation findet ebenfalls mit Pfeiltasten oder mit einer USB-Maus statt.
8 Auf die rechte Seite gelangen Sie mit der Taste ENT, auf die linke Seite mit der Taste END.

Bild: DriveDiag mit geöffnetem Baum

8 – 80 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Hinweis

Für die Navigation in DriveDiag wird die Verwendung einer USB-Maus empfohlen.

8 Mit der Bildschirm-Umschalttaste können Sie zwischen der Bildschirmanzeige


für Maschinen-Betriebsarten und DriveDiag wechseln.

8 Beenden Sie DriveDiag mit der Taste END und der Schaltfläche OK.

8.3 Einsatz bei der Fehlersuche


Der Einsatz von DriveDiag für die Fehlersuche ist in den entsprechenden Kapiteln dieses Ser-
vicehandbuches beschrieben.

April 2010 8 – 81
8 – 82 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620
9 Integriertes Oszilloskop

9.1 Einleitung
In der TNC 620 steht Ihnen ein integriertes Oszilloskop zur Verfügung.
Dieses Oszilloskop verfügt über ...

„ 6 Kanäle für die Aufzeichnung analoger Signale


„ 16 Kanäle für die Aufzeichnung digitaler Signale

Die Aufzeichnung von CC-Signalen ist auf vier Signale begrenzt.

Vorteile des integrierten Oszilloskops für den Einsatz im Feldservice:

„ Istwerte von physikalischen Größen wie Weg, Geschwindigkeit, Beschleunigung können mit
den entsprechenden Sollwerten verglichen werden.

„ Die Beobachtung des Stroms I (nom) lässt Rückschlüsse auf das eingesetzte Werkzeug, die
Schmierung, die Mechanik und die elektrischen Antriebe zu.

„ Auch der Schleppabstand s diff und das Signal PosDiff sind aussagekräftig in Bezug auf die
mechanischen Qualitäten der Maschine.

„ Bei analogen Achsen gibt s diff auch Auskunft über den Geschwindigkeits-Abgleich am
Servo.

„ Durch das Triggern auf Fehlermerker kann das Verhalten der Maschine kurz vor Eintreten
eines Fehlerzustandes aufgezeichnet werden.

„ Physikalische Signale wie Strom, Geschwindigkeit usw. können zeitgleich mit PLC-Signa-
len aufgezeichnet werden.

„ Mittels eines Kreisformtests kann die Haft- und Gleitreibung an den Quadranten-Übergän-
gen analysiert werden.

April 2010 9 – 83
9.2 Aufruf und Einstellungen

8 Betriebsart Programmieren aufrufen.

8 Falls geöffnet: Programm-Management mit Taste END verlassen.

Hinweis

Wenn Sie bei geöffnetem Programm-Management die MOD-Taste drücken, werden die
Schnittstellen-Einstellungen aufgerufen.

8 Drücken Sie die Taste MOD.


8 Betätigen Sie den Softkey DIAGNOSE.
8 Drücken Sie den Softkey ANTRIEBS-DIAGNOSE.

8 Betätigen Sie den Softkey OSZI --> ein neues Fenster wird geöffnet.

Hinweis

Das integrierte Oszilloskop kann auch mit der Schlüsselzahl 688379 aufgerufen werden.

9 – 84 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


9.2.1 Softkey Auswahl

8 Drücken Sie den Softkey AUSWAHL.

Das Auswahlfenster erscheint:

8 Stellen Sie den Cursor mit den Pfeiltasten auf die jeweiligen Eingabefelder.
8 Mit der Taste GOTO können Sie jeweils ein Auswahlfenster öffnen.
8 Wählen Sie mit dem Cursor einen Wert aus und bestätigen Sie diesen mit der Taste ENT.

Hinweis

In diesem Auswahlfenster können Signale von physikalischen Größen und Signale von PLC-
Operanden ausgewählt werden.

April 2010 9 – 85
Ausgabe Reserviert

Vorschub F Reserviert

Art der Darstellung 8 Stellen Sie die gewünschte Darstellung ein bzw. wählen Sie den Kreisformtest:

• YT: Zeitdarstellung der Kanäle (Funktion nach der Zeit)


• YX: X/Y-Darstellung zweier Kanäle
• Circle: Kreisformtest (ab NC-Software 340560-02)

Zeitauflösung 8 Stellen Sie das Zeitraster für die Aufzeichnung der Signale ein:

• CC-Takt: Zeitraster = 0,6 ms


• IPO-Takt: Zeitraster = IPO-Takt = 3 ms
• PLC-Takt: Zeitraster = PLC-Takt (ergibt sich aus System/CfgCycleTimes/plcCount * Ipo-Takt)

3 000 Rasterpunkte (Events) werden gespeichert. Die Zeitdauer der Aufzeichnung ergibt sich aus dem
Zeitraster.

Beispiel:

0,6 ms x 3000 = 1,8 s

3 ms x 3000 = 9,0 s

21 ms x 3000 = 63,0 s

Kanal 1 bis 6 8 Wählen Sie für den jeweiligen Kanal ein Signal und eine Achse bzw. Spindel aus.
8 Spezifizieren Sie bei der Aufzeichnung von PLC-Operanden den Operandentyp (B,W,D,I,O,T,C) und
die Adresse.
8 Mit der Einstellung SAVED wird für diesen Kanal das zuletzt aufgezeichnete Signal „eingefroren“. Das
heißt, die aufgezeichneten Werte bleiben erhalten und stehen für die Anzeige zur Verfügung. Damit
können Sie zum Beispiel eine Referenzkurve aufzeichnen und bei weiteren Messungen nutzen.

Hinweis

Für den Signalvergleich eines „SAVED“-Signals mit einem neu aufgezeichneten Signal,
sollte beide Aufzeichnungen mit den selben Triggerbedingungen gemacht worden sein!
Ansonsten kann es Verschiebungen auf der Zeitachse geben, was den Signalvergleich
erschwert bzw. unmöglich macht.

9 – 86 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Signale Folgende Signale können aufgezeichnet werden:

Signal Bedeutung Einheit


Off Keine Aufzeichnung für diesen Kanal. -
SAVED Das zuletzt aufgezeichnete Signal dieses Kanals wird „eingefroren“. -
a act Istwert der Achsbeschleunigung. Über Lagemessgerät berechnet. [mm/s2] bzw. [°/s2]
a nom Sollwert der Achsbeschleunigung. [mm/s2] bzw. [°/s2]
v act Istwert des Achsvorschubs. Über Lagemessgerät berechnet. [mm/min] bzw. [°/min]
v nom Sollwert des Achsvorschubs. Berechneter Achsvorschub, der sich aus der [mm/min] bzw. [°/min]
Differerenz der Lagesollwerte ergibt. Der Schleppfehler ist nicht einge-
rechnet.
Vorschub F Bahnvorschub [mm/min] bzw. [°/min]
Satznummer Satznummer des NC-Programms für Triggerung. -
s act Istposition [mm] bzw. [°]
s nom Sollposition [mm] bzw. [°]
s diff Schleppabstand des Lagereglers. [mm] bzw. [°]
PosDiff Differenz zwischen Lage- und Drehzahlmessgerät. [mm] bzw. [°]
Lage: A Messgerätsignal A des Lagemessgeräts. -
Lage: B Messgerätsignal B des Lagemessgeräts. -
j act Istwert des Rucks. Über Lagemessgerät berechnet. [mm/s3]
j nom Sollwert des Rucks. [mm/s3]
v (N act) Drehzahl-Istwert. Über Drehzahlmessgerät berechnet. [mm/min]
v (N nom) Geschwindigkeits-Sollwert. Ausgabegröße des Lagereglers. [mm/min]
I (N int) Integralanteil des Strom-Sollwerts; [A]
CC 422: Spitzenwert, CC 424: Effektivwert
I (nom) Drehmomentbestimmender Strom-Sollwert; [A]
CC 422: Spitzenwert, CC 424: Effektivwert
PLCPrePgm Die PLC-Operanden (B,W,D,M, I,O,T,C) werden vor dem PLC-Programm- -
lauf aufgezeichnet. Bei den Typen B, W und D wird der Inhalt, bei den ande-
ren Typen der logische Zustand des Operanden aufgezeichnet.
PLCPostPgm Die PLC-Operanden (B,W,D,M, I,O,T,C) werden nach dem PLC-Pro- -
grammlauf aufgezeichnet. Bei den Typen B, W und D wird der Inhalt, bei
den anderen Typen der logische Zustand des Operanden aufgezeichnet.
Analog Analoge Achse/Spindel: Analogspannung = Geschwindigkeits-Sollwert [V]
IpoDbg Diagnoseinformationen für interne Zwecke -
CCDbg Diagnoseinformationen für interne Zwecke -
Konturabw. Kreisformtest, Konturabweichung [mm]

Digitale Signale für Bedeutung


PLCPrePgm und PLCPostPgm
B Byte
W Wort
D Doppelwort
M PLC-Merker
I Eingang
O Ausgang
T Timer
C Counter
s Symbolischer API-Operand

April 2010 9 – 87
Achtung

Abtastrate:
Die Auflösung des internen Oszilloskops betragt maximal 600 µs.
Das heist, auch bei den CC-Signalen wird nur alle 600 µs das Signal aufgezeichnet.
Da die CC 61xx und CC 424 aber mit Regelkreiszykluszeiten < 600 µs arbeitet, kommt es
bei höheren Frequenzen zu einer Unterabtastung. Dies kann eine Fehlinterpretation des
Oszilloskopbildes zur Folge haben.

Hinweis

Die Stromsignale im integrierten Oszilloskop werden bei Verwendung der Reglereinheit


CC 422 als Spitzenwerte, bei der Verwendung der Reglereinheiten CC 61xx und CC 424
als Effektivwerte angezeigt.

Hinweis

Die Signale Lage: A (0°-Signal des Lagemessgeräts) und Lage: B (90°-Signal des Lagemess-
geräts) können aus technischen Gründen nicht im internen Oszilloskop aufgezeichnet wer-
den!

Hinweis

Die Signale PosDiff, v (N act), v (N nom), I (N int) und I (nom) sind für digitale Achsen
reserviert.
Bei Anwahl von v (N act), v (N nom), I (N int) und I (nom) für analoge Achsen wird
folgende Fehlermeldung angezeigt:
251-0ced WARNUNG! Synchronisation der Datenkanäle fehlerhaft

Trigger „To trigger“ bedeutet „auslösen“.

8 Stellen Sie den Trigger ein:

• Single shot:
Nach dem Betätigen des Softkeys START werden 3000 Punkte gespeichert.
• Free run:
Die Aufzeichnung wird per Softkey gestartet und beendet. Wenn Sie den Softkey STOP betäti-
gen, werden die letzten (maximal) 3000 Punkte gespeichert.
• Kanal 1 bis Kanal 6:
Die Speicherung beginnt, wenn die Triggerschwelle des hier eingestellten Kanals überschritten
wird.
• Kanal 1+L bis Kanal 6+L:
Die Speicherung beginnt, wenn die Triggerschwelle des hier eingestellten Kanals erreicht und die
Triggerbedingungen der digitalen Signale (Triggerbedingung „Logik“) erfüllt sind. Die Triggerbe-
dingungen werden UND-verknüpft.
• Logik:
Die Speicherung beginnt, wenn die Triggerbedingung der digitalen Signale erfüllt sind (Triggerbe-
dingung „Logik“).

Flanke 8 Stellen Sie ein, ob bei steigender (positiver) oder fallender (negativer) Flanke getriggert werden soll.

9 – 88 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Triggerschwelle „Triggerschwelle“ bedeutet „Auslöseschwelle“.

8 Geben Sie die Triggerschwelle ein.

Hinweis

Die Höhe der Schwelle richtet sich nach der zu erwartenden Größe des Signals.
Die passenden Einheiten ergeben sich aus der Signalart.
Bei den PLC-Signalen M, I, O geben Sie eine Schwelle von 1 oder 0 ein.

Pre-Trigger Die Einstellung des Pre-Triggers bestimmt die Zeitdauer der Aufzeichnung nach Erreichen der
Triggerschwelle:

• Pre-Trigger = 0%:
Ab der erfüllten Triggerbedingung werden 3000 Punkte aufgezeichnet.
Die erstmals erreichte Triggerschwelle befindet sich am linken Rand der Aufzeichnung
(Position von Cursor 1).

• Pre-Trigger = 25% (oder 50%, oder 75%):


Ab der erfüllten Triggerbedingung werden noch 75% (oder 50%, oder 25%) der insge-
samt 3000 Punkte aufgezeichnet.
Die erstmals erreichte Triggerschwelle befindet sich bei 25%, in der Mitte oder bei 75%
der Aufzeichnung (Position von Cursor 1).

• Pre-Trigger = 100%:
Die Aufzeichnung wird gestoppt. Die letzten 3000 Punkte vor der erfüllten Triggerbedin-
gung werden gespeichert.
Die erstmals erreichte Triggerschwelle befindet sich am rechten Rand der Aufzeichnung
(Position von Cursor 1).

Hinweis

Tritt bei einem Pre-Trigger von 25, 50, 75 oder 100% die Triggerbedingung ein, bevor die
anteilige Zahl Punkte gespeichert ist, werden entsprechend weniger Punkte aufgezeichnet.

Schließen Sie das Auswahlfenster ab, indem Sie den Softkey OK oder die Taste ENT betätigen.

April 2010 9 – 89
9.2.2 Softkey MIOTC Auswahl

Hinweis

In diesem Auswahlfenster können PLC-Operanden mit den möglichen Zuständen 0 oder 1


ausgewählt werden. Dafür stehen bis zu 16 Kanäle zur Verfügung.
Eine zeitgleiche Aufzeichnung dieser PLC-Signale mit analogen Signalen, die mittels Softkey
AUSWAHL festgelegt wurden, ist möglich.

8 Drücken Sie den Softkey MIOTC AUSWAHL.

Das M I O T C Auswahlfenster erscheint:

8 Stellen Sie den Cursor mit den Pfeiltasten auf die jeweiligen Eingabefelder.
8 Mit der Taste GOTO können Sie jeweils ein Auswahlfenster öffnen.
8 Wählen Sie mit dem Cursor einen Wert aus und bestätigen Sie diesen mit der Taste ENT.

9 – 90 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Auswahl 8 Legen Sie fest, ob der jeweilige Kanal aufgezeichnet werden soll oder nicht:

• X: Signal wird dargestellt und als Trigger berücksichtigt


• Leerfeld: Signal wird nicht dargestellt und nicht als Trigger berücksichtigt

Trigger „To trigger“ bedeutet „auslösen“.

8 Stellen Sie die Triggerbedingung ein:

• *: Kein Trigger
• 0: Trigger bei 0-Level
• 1: Trigger bei 1-Level

Hinweis

„ Die allgemeinen Triggerbedingungen (Eingabefeld „Trigger“) und den Pre-Trigger definie-


ren Sie im Setup für analoge Signale (Softkey AUSWAHL).
„ Die Triggerbedingung Logik ist erfüllt, wenn alle in MIOTC AUSWAHL eingestellten Trig-
ger erfüllt sind (UND-Verknüpfung).

Operand 8 Wählen Sie zuerst den Typ ...

• M: Merker
• I: Eingang
• O: Ausgang
• T: Timer
• C: Counter
• X: Diagnoseinformationen für interne Zwecke
• s: Symbolischer API-Operand

8 ... und dann die Nummer des PLC-Operanden


(der symbolische API-Operand kann über den Softkey SYMBOL LISTE ausgewählt werden)

Schließen Sie das MIOTC Auswahlfenster ab, indem Sie den Softkey OK oder die Taste ENT
betätigen.

April 2010 9 – 91
9.3 Aufzeichnung und Anpassung der Signale

8 Drücken Sie den Softkey OSZI.

8 Betätigen Sie den Softkey START.

Die ausgewählten Signale werden nun kontinuierlich mitgezeichnet.

Hinweis

Die Anzeige der Signale können Sie jederzeit mit dem Softkey ANZEIGE STOP anhalten. Die
Aufzeichnung der Signale bleibt davon unberührt.

Nach Ende der Aufzeichnung wird der Speicherinhalt angezeigt.

Hinweis

Eine erfüllte Triggerbedingung wird durch ein „T“ in der Anzeige rechts unten signalisiert.

Die Aufzeichnung kann auch jederzeit manuell mit dem Softkey STOP angehalten werden.

Hinweis

Das Oszillogramm bleibt gespeichert, bis Sie eine neue Aufzeichnung starten.

Vertikale Auflösung Passen Sie nun die Höhe der Signale an:

8 Verwenden Sie dazu folgende Softkeys:

Optimale vertikale Auflösung. Das Signal wird auf die vertikale


Bildmitte zentriert und bleibt immer im Anzeigebereich.

Optimale vertikale Auflösung unter Berücksichtigung von


Offset-Werten gegenüber der Nulllinie.

Aufruf weiterer Softkeys für die vertikale Anpassung

Vertikale Auflösung verkleinern

Vertikale Auflösung vergrößern

Signal nach oben verschieben

Signal nach unten verschieben

9 – 92 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


8 Wählen Sie den nächsten Kanal mit den Pfeiltasten auf der Tastatur an und nehmen Sie auch
hier die Anpassung der Signalhöhe vor.
Ebenso verfahren Sie mit den weiteren Kanälen.

Hinweis

Der ausgewählte Kanal wird mit einem „*“ gekennzeichnet.


Gleichzeitig wird der Cursor auf den angewählten Kanal umgeschaltet.
Der ausgewählte Kanal und das zugehörige Signal werden meist in roter Farbe dargestellt.

Es ergibt sich ein optimal sichtbares Oszilloskop-Bild:

April 2010 9 – 93
Horizontale Nun können Sie die Zeitachse spreizen:
Auflösung
8 Stellen Sie den Cursor 1 mittels Pfeiltasten auf der Tastatur auf eine horizontale Position der Auf-
zeichnung. Diese Position dient nun als Anker für die Zeitspreizung.
8 Verwenden Sie folgende Softkeys:

Aufruf der Softkeys für die horizontale Anpassung

Größeren Ausschnitt der Zeitachse darstellen (bis zur


Gesamtdarstellung)

Kleineren Ausschnitt der Zeitachse darstellen

Anzeigebereich nach links verschieben

Anzeigebereich nach rechts verschieben

Details der Signale können sichtbar gemacht werden:

Hinweis

Der angezeigte Zeitausschnitt wird unten in einem kleinen Balken dargestellt.


Jede neue Aufzeichnung wird wieder mit dieser Einstellung angezeigt.

Hinweis

Die Schrittweite, die beim Verschieben der Anzeige mittels Softkeys PFEIL LINKS / PFEIL
RECHTS verwendet wird, wird im Statusfeld (links unten) mit der Kennung „sk: .....“ ange-
zeigt. Die Information „sk: .....“ wird eingeblendet und ist veränderbar, wenn Sie eine
externe USB-Tastatur an die TNC 620 anschließen und die Tasten PAGE UP / PAGE DOWN
drücken.

9 – 94 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Weitere Softkeys Weitere Softkeys stehen zur Verfügung:

Gitternetz ein-/ausblenden

Signal invertieren

Zweiten Cursor aktivieren/deaktivieren

Eine Ebene zurück wechseln


(bis zum Verlassen des Oszilloskops)

Cursor- Links unter der Kanalanzeige finden Sie die Cursor-Informationen.


Informationen Hier wird zunächst für den Cursor 1 die Signalhöhe des angewählten Kanals und die Zeit (bezo-
gen auf t0) angezeigt.

Hinweis

Als Zeitpunkt t0 (t=0) wird das Eintreten der Triggerbedingung bezeichnet. Punkte, die vor
der Triggerbedingung aufgezeichnet wurden, erhalten eine negative Zeitangabe. War keine
Triggerbedingung definiert, gilt der Start der Aufzeichnung als t0.

Nachdem Sie den Softkey für die vertikale bzw. horizontale Auflösung gedrückt haben, erscheint
der Softkey CURSOR 1/2.
Mit dem Softkey CURSOR 1/2 können Sie einen zweiten Cursor aktivieren.
Für den Cursor 2 wird die Signalhöhe und die Zeit (in Sekunden) bezogen auf den Cursor 1
angezeigt. Mit dieser Funktion können Sie z. B. die Beschleunigungszeit einer Achse messen.

Bild: Cursor-Informationen

Cursor-Information Bemerkung

t1: Position von Cursor 1 in [s], bezogen auf t0

Cu1: Signalgröße an der Position von Cursor 1

t2: Position von Cursor 2 in [s], bezogen auf Cursor 1 (Zeitdifferenz)

Cu2: Signalgröße an der Position von Cursor 2 bezogen auf die Signal-
größe an der Position von Cursor 1

sk: Schrittweite für das horizontale Verschieben der Anzeige mit den
Softkeys PFEIL LINKS / PFEIL RECHTS

April 2010 9 – 95
Besonderheit beim Siehe ”Pre-Trigger” auf Seite 9 – 89.
Pre-Triggern

Hinweis

Tritt bei einem Pre-Trigger von 25, 50, 75 oder 100% die Triggerbedingung ein, bevor die
anteilige Zahl Punkte gespeichert ist, werden entsprechend weniger Punkte aufgezeichnet.

Beispiel:

Oszillogramm mit Pre-Trigger 50 %.


Die Triggerbedingung ist mit dem Start der Aufzeichnung sofort eingetreten.

9 – 96 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


9.4 Aufzeichnungen speichern und laden

Sie können aufgezeichnete Oszillogramme und die zugehörigen Einstellungen in Dateien auf
der Speicherkarte der TNC 620 abspeichern. Die Dateien müssen die Erweiterung *.SCO (Osci-
Tracedatei) haben.
Gespeicherte SCO-Dateien können Sie im Oszilloskop wieder laden und auswerten.

8 Zeichnen Sie ein Oszillogramm auf.

8 Verlassen Sie das Oszillogramm mit dem Softkey EBENE WECHSELN --> Sie
gelangen wieder auf die Setup-Seite für das integrierte Oszilloskop.

8 Drücken Sie nun den Softkey SPEICHERN.

8 Betätigen Sie den nächsten Softkey SPEICHERN --> das Fenster Speichern
unter wird geöffnet.

8 Wählen Sie Pfad und Dateiname für das Oszillogramm aus. Die Dateierweiterung muss immer
SCO heißen.

Hinweis

Für die Navigation im Fenster Speichern unter wird die Verwendung einer USB-Maus emp-
fohlen.

8 Klicken Sie auf OK bzw. betätigen Sie den Softkey OK --> die Datei wird erzeugt.

Hinweis

Diese Datei kann nun auch auf externe Datenträger ausgelagert werden (z.B. mittels
TNCremoNT oder USB-Stick).

April 2010 9 – 97
Abgespeicherte Oszillogramme können im integrierten Oszilloskop jederzeit wieder aufgerufen
werden:

8 Rufen Sie die Setup-Seite für das integrierte Oszilloskop auf.

8 Drücken Sie den Softkey SPEICHERN.

8 Betätigen Sie den Softkey LADEN --> das Fenster Öffnen wird nun angezeigt.

8 Wählen Sie Pfad und Dateiname für das zu ladende Oszillogramm aus.

Hinweis

Für die Navigation im Fenster Öffnen wird die Verwendung einer USB-Maus empfohlen.

8 Klicken Sie auf OK bzw. betätigen Sie den Softkey OK --> die Datei wird geladen und
in der Kopfzeile angezeigt.

8 Betätigen Sie den Softkey OSZI --> das Oszillogramm wird angezeigt.

9 – 98 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


9.5 Einsatz bei der Fehlersuche

9.5.1 Triggern auf Fehlermerker

Mit dem integrierten Oszilloskop kann eine Aufzeichnungen auf folgenden (von HEIDENHAIN
festgelegten) Fehlermerker gemacht werden:

„ NN_GenNcEmergencyStop

Hinweis

Zudem kann auf die (vom OEM definierten) Fehlermerker getriggert werden, die in der PLC-
Fehlertabelle dokumentiert sind.

Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass das integrierte Oszilloskop, das zu einem beliebigen
Zeitpunkt gestartet wird, fortlaufend aufzeichnet, bis es zu einer Fehlermeldung an der
Maschine kommt.
Das Verhalten der ausgewählten Signale kurz vor Eintreten des Fehler-Ereignisses kann zu
einem späteren Zeitpunkt betrachtet werden.

Bild: Triggern mit 75% auf Fehlermerker NN_GenNcEmergencyStop, Kanal 5

April 2010 9 – 99
Bild:
Ein mechanisches Problem löst an der Maschine eine Schleppabstands-Fehlermeldung aus, die
wiederum einen NOT-AUS auslöst. Der Fehlermerker NN_GenNcEmergencyStop wechselt von Null auf
Eins. Auf der Zeitachse werden 75% vor dem Fehler-Ereignis dargestellt.

9 – 100 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


9.5.2 Kreisformtest
Das integrierte Oszilloskop enthält auch einen Kreisformtest.
Damit kann zum Beispiel die Haft- und Gleitreibung an den Quadranten-Übergängen analysiert
werden.

8 Wählen Sie im Oszilloskop für die Art der Darstellung Circle.


8 Wählen Sie in den beiden Kanälen die Einstellung Konturabw. für die entsprechenden Achsen.

Beispiel eines Kreisformtests mit dem integrierten Oszilloskop:

Hinweis

Wenden Sie sich für die Bedienung der Maschine, zur Erstellung des NC-Programms und
zur Ausführung desselben ggf. an den Maschinenbediener!

8 Positionieren Sie die Achsen in einen Bereich, in dem der Kreis gefahrlos abgefahren werden
kann.
8 Setzen Sie den Bezugspunkt für X und Y wie folgt:

Istposition:
X +30
Y +0

8 Schreiben Sie ein einfaches NC-Programm, z.B.:

0 BEGIN PGM Kreisformtest MM


1 CC X+0 Y+0
2 CP IPA+5000 DR+ F1000
3 M30
4 END PGM Kreisformtest MM

8 Starten Sie dieses NC-Programm im Automatik-Betrieb und starten Sie die Qszilloskop-
Aufzeichnung.

April 2010 9 – 101


8 Stoppen Sie die Aufzeichnung und passen Sie die Anzeige an.

Hinweis

Sie können den Kreisformtest nun an verschiedenen Positionen, mit unterschiedlichen


Geschwindigkeiten und anderen Radien durchführen!

9.5.3 Verwendung des integrierten Oszilloskops als Logikdiagramm

Siehe ”PLC-Diagnose mit dem integrierten Oszilloskop” auf Seite 11 – 126.

9.5.4 Beschreibungen im Buch

Der weitere Einsatz des integrierten Oszilloskops für die Fehlersuche ist in den entsprechenden
Kapiteln dieses Service-Handbuches beschrieben.

9 – 102 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


10 Der Online-Monitor (OLM)

10.1 Einleitung
Der OLM (OnLine-Monitor) ist Bestandteil der Steuerungs-Software und kann für die Fehlersu-
che an der TNC 620 eingesetzt werden.

Hinweis

Da der OLM sehr komplex aufgebaut ist, findet die Anwendung meist mit Hilfestellung des
Maschinenherstellers oder einer HEIDENHAIN-Servicestelle statt.

Softwarestruktur

10.2 Aufruf
8 Betriebsart Programmieren wählen.

8 Falls geöffnet: Programm-Management mit Taste END verlassen.

Hinweis

Wenn Sie bei geöffnetem Programm-Management die MOD-Taste drücken, werden die
Schnittstellen-Einstellungen aufgerufen.

8 Schlüsselzahl-Fenster aufrufen.

8 Schlüsselzahl eingeben und bestätigen.

8 Das OLM-Hauptmenü wird geöffnet.

April 2010 10 – 103


10.3 Bedienung
Navigation:
„ Der OLM wird mit Softkeys bedient.
„ Der Softkey NEXT zeigt an, dass weitere Softkeys für diese Menüebene vorhanden sind.
„ Mit dem Softkey END schalten Sie eine Menüebene zurück.

OLM beenden:
8 Softkey END so oft drücken, bis der OLM verlassen wird.

Hinweis

Für die Bedienung des OLM wird die Verwendung einer USB-Tastatur und einer USB-Maus
empfohlen.

10.4 Bildschirmaufbau

Variablenanzeige Beispiel eines Bildschirmaufbaus bei der Anzeige von Variablen:

In den dunkel hinterlegten Feldern des „Hauptfensters“ führt der OLM die Variablenbezeichnungen,
Statusbezeichnungen, etc. auf.
Die weiß hinterlegten Felder enthalten die Variablenwerte. Der OLM zeigt die Werte für zwei Ach-
sen bzw. Kanäle an.
In der Spaltenüberschrift wird die in Parametern definierte Achs- bzw. Kanalbezeichnung aufgeführt.
Der Begriff Index n in der Spaltenüberschrift bedeutet, dass für diesen „Index“ keine Achse bzw. kein
Kanal definiert ist.

10 – 104 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Die untere Anzeigenzeile enthält folgende allgemeine Daten:

„ Connected: Zeigt den Software- bzw. Funktions-Bereich an, mit dem der OLM verbunden ist
• IPO
• SIMIPO
• PLC
• none: es besteht keine Verbindung

„ IpoCounter: zählt die Ipo-Takte


Hinweis: Der Inhalt des IpoCounters wird auch bei Trace-Informationen und Fehlermeldungen
abgelegt.

„ Ax/Chn-Number: logische Achsnummer oder Kanalnummer


(abhängig von der gewählten Funktion)
• Zahl links: linke Spalte
• Zahl rechts: rechte Spalte

Übersteigt die Zahl der Variablenanzeigen die Kapazität des „Hauptfensters“, blättern Sie mit
den Tasten PAGE DOWN / PAGE UP einer USB-Tastatur zur nächsten/vorhergehenden Gruppe
der Anzeigen. Eine Gruppe besteht aus acht Anzeigen.

Einheiten Die Anzeigen des OLM erfolgen:

„ bei linearen Achsen


• für Positionen, Längen, etc.: in [mm]
• bei Geschwindigkeiten: in [mm/s]
• bei Beschleunigungen: in [mm/s2]

„ bei Rundachsen (Spindeln)


• für Positionen, etc.: in [°]
• bei Geschwindigkeiten: in [°/s]
• bei Beschleunigungen: in [°/s2]

Achsen und Kanäle Achsen bzw. Kanäle können Sie mittels einer USB-Tastatur wie folgt auswählen:
anwählen
„ Mit der Tastenkombination Ctrl + Cursor up / Cursor down können Sie die Achs-/Kanalanzeige
der linken Spalte weiterschalten.

„ Mit der Tastenkombination Alt + Cursor up / Cursor down können Sie die Achs-/Kanalanzeige
der rechten Spalte weiterschalten.

„ Mit den Tasten Cursor up / Cursor down können Sie die Achs-/Kanalanzeige beider Spalten
gleichzeitig weiterschalten.

April 2010 10 – 105


Statusanzeige Beispiel eines Bildschirmaufbaus bei einer Statusanzeige:

Im „Hauptfenster“ wird der Status der binären Variablen angezeigt. Der Status wird durch die Hinter-
grundfarbe und den Kennbuchstaben gekennzeichnet:

„ grün bzw. „T“: true


„ rot bzw. „F“: false
„ gelb: der Zustand ist noch nicht definiert

Für die Spaltenüberschriften und für die untere Anzeigezeile gelten die bei der Variablenanzeige erläu-
terten Angaben.

10.5 Einsatz des OLM bei der Fehlersuche

Der Einsatz des Online-Monitors im Feldservice ist in den entsprechenden Kapiteln dieses Service-
Handbuches beschrieben.

10 – 106 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


11 PLC-Diagnose

11.1 Einleitung

Begriffs- PLC ist ein allgemeiner Begriff aus der Steuerungstechnik und die Abkürzung für:
bestimmung PLC Programmable Logik Control (Frei programmierbare Steuerung).
Bei HEIDENHAIN-Steuerungen ist die PLC im Gerät enthalten und wird deshalb als
Integrierte PLC bezeichnet.

Aufgabe der PLC „ Anpassung unterschiedlicher Maschinentypen an die HEIDENHAIN-Steuerungen


„ Übernahme von Steuerungsaufgaben

Hinweis

Das PLC-Programm für die Maschine erstellt der Maschinenhersteller bzw. er passt ein
bestehendes PLC-Projekt an seine Maschine an!

Gefahr

Änderungen im PLC-Programm oder der PLC-Verdrahtung können nicht nur die Funktion,
sondern auch die Sicherheit der Maschine beeinträchtigen!
Dies kann zu Sach- und Personenschäden führen.
Änderungen in der PLC dürfen nur durch den Maschinenhersteller erfolgen!

Datenaustausch Um Anpassungs- und Steuerungsaufgaben übernehmen zu können, muss die PLC Daten mit der
mit der PLC Maschine, aber auch mit dem NC-Teil der Steuerung austauschen.
Für den Datenaustausch mit der Maschine stehen je nach Steuerungstyp verschiedene Ein-
und Ausgänge zur Verfügung.
Der Datenaustausch zwischen PLC und NC erfolgt über das Application Programmer Inter-
face (API), eine symbolische Programmierschnittstelle.

Symbolische Symbolische Operanden (z.B. I_TASTE_NC_START) verweisen intern auf absolute Operanden (z.B.
Operanden I 136).

PLC- Siehe ”Fehlermeldungen” auf Seite 4 – 19.


Fehlermeldungen
PLC-Fehlermeldungen (Texte, Reaktion der Steuerung, etc.) werden vom Maschinenhersteller
festgelegt.

April 2010 11 – 107


Aufruf des PLC-
8 Betriebsart Programmieren wählen.
Modus

8 Falls geöffnet: Programm-Management mit Taste END verlassen.

Hinweis

Wenn Sie bei geöffnetem Programm-Management die MOD-Taste drücken, werden die
Schnittstellen-Einstellungen aufgerufen.

8 Schlüsselzahl-Fenster aufrufen.

8 Schlüsselzahl eingeben und bestätigen.

8 Die PLC-Hauptseite wird angezeigt.

Hinweis

Falls nach Eingabe der Standard-PLC-Schlüsselzahl 807667 nicht die PLC-Hauptseite


angezeigt wird, so hat der Maschinenhersteller den PLC-Modus durch eine eigene
Schlüsselzahl geschützt --> fragen Sie den Maschinenhersteller!

PLC-Hauptseite

Rechenzeit Maximal:
Maximale Durchlaufzeit des PLC-Programms.
Die Durchlaufzeit des PLC-Ablaufprogramms wird überwacht. Ist der PLC-Durchlauf zwei Interpolator-
Takte vor Ablauf der PLC-Zykluszeit nicht beendet, gibt die Steuerung die Fehlermeldung PLC: time
out aus.

11 – 108 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Rechenzeit Aktuell:
Zeit des letzten PLC-Durchlaufs in %.
Die Rechenzeit der PLC (Zeit für einen PLC-Durchlauf) ist in % angegeben:
100 % entsprechen einer Durchlaufzeit von 1 ms bei einer Zykluszeit von 21 ms.
Nach folgender Formel kann die Durchlaufzeit trun [ms] in Abhängikeit von der PLC-Zykluszeit
tPLC [ms] und der Rechenzeit tcalc. [%] berechnet werden:

t PLC ⋅ t calc.
t run = ----------------------------
21
Codelänge:
Länge des übersetzten Ablaufprogramms in Byte.

Ablauf-PGM:
Name des zuletzt compilierten PLC-Programms (Programm im Ablaufspeicher).
Die Steuerung compiliert beim Einschalten automatisch das Programm, das vor dem Ausschal-
ten als Ablaufprogramm gewählt war. Erst wenn die Dateien compiliert sind, sind sie aktiv!

Trace-PGM:
Name des Programms bzw. der Datei, die mit der Funktion TRACE zuletzt geöffnet wurde.

Fehlertabelle:
Name der verwendeten Fehlertabelle.

Editor-PGM:
Name des Programms bzw. der Datei, die sich im Arbeitsspeicher des Editors befindet.

PLC-Funktionen des Vom PLC-Hauptmenü aus wählen Sie über Softkeys die PLC-Funktionen:
Hauptmenüs

Softkey Funktion
Editieren einer ausgewählten Datei.

PLC-Programm übersetzen (compilieren).

Zustände der symbolischen Operanden aus der API-Schnittstelle


anzeigen.
Zustände ausgewählter Operanden in Tabellenform anzeigen.
Operanden sind aus der Symbolliste auszuwählen!
Logische Zustände der PLC-Operanden anzeigen (M/I/O/T/C/B/W/D).

Aufruf der Funktionen TRACE und PROCESS MONITOR.

Aufruf der Funktionen BUS DIAGNOSE, ANTRIEBS-DIAGNOSE und


HEROS DIAGNOSE.
Betriebsart PLC-Programmierung beenden.

Hinweis

Informationen zum Softkey DIAGNOSE finden Sie u.a. in den Kapiteln DriveDiag, Integriertes
Oszilloskop und Bus-Diagnose.

April 2010 11 – 109


11.2 Mögliche Fehlerursachen

„ Fehlende PLC-Spannungsversorgung
„ Überlastung, Kurzschluss auf einem Ausgang
„ Defekter PLC-Eingang an einer Steuerungskomponente (MB, UEC, PLB, PLD-H)
„ Defekter PLC-Ausgang an einer Steuerungskomponente (MB, UEC, PLB, PLD-H)
„ Defektes Kabel oder Stecker
„ Fehlerhafte Klemmung oder Verschraubung
„ Prellende Schalter (z.B. mechanische Druckschalter)
„ Schlechte Schirmung und Erdung
„ Elektromagnetische Felder
„ Störung im HSCI-Bus
„ Störung im PROFIBUS
„ Störung in einem Bus (z.B. ASI-Bus) der am PROFIBUS angeschlossen ist
„ Fehlende Abschlusswiderstände an den Enden (PROFIBUS)
„ Ausgleichsströme aufgrund unterschiedlicher Potentiale.
Beispiel:
Mehrere Schaltschränke sind mit einem Bus verbunden.
Diese Schaltschränke haben aufgrund mangelhafter Erdung nicht das selbe Potential.
Die Schirmung des Busses ist an jedem Schaltschrank aufgelegt.
Das Resultat sind Ausgleichsströme.

11 – 110 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


11.3 Diagnosewerkzeuge im PLC-Modus

Die TNC 620 bietet umfangreiche PLC-Diagnosemöglichkeiten.

Hinweis

Da das PLC-Programm vom Maschinenhersteller geschrieben wurde, ist die Unterstützung


desselben bei der PLC-Diagnose oftmals erforderlich!

11.3.1 Die API DATA-Funktion

Mit der Funktion API DATA zeigt die Steuerung die Zustände bzw. den Inhalt der symboli-
schen API-Merker und -Doppelwörter an.
Voraussetzung dafür ist, dass das PLC-Programm das neue PLC-API verwendet.

Aufruf
8 Softkey zum Aufruf der API DATA-Funktion.

Bild: Inhalte von allgemeinen API-Merkern

Hinweis

Falls der Maschinenhersteller die von der iTNC 530 gewohnte TNC-Programmierschnittstelle
(API 1.0) verwendet, ist die API DATA-Funktion nicht aktiv bzw. liefert keine Anzeigewerte
zurück!

April 2010 11 – 111


Softkeys innerhalb der Funktion API DATA:

Softkey Funktion
Inhalte von allgemeinen API-Merkern anzeigen

Inhalte der API-Merker von Bearbeitungsgruppen anzeigen

Kanalspezifische API-Daten anzeigen

Achsspezifische API-Daten anzeigen

API-Merker anzeigen, die sich auf die Spindel beziehen

Operanden-Inhalte in HEX oder Dezimal anzeigen

Bildschirminhalt einfrieren

Zurück zum vorherigen Menü

11 – 112 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


11.3.2 Die WATCH LIST-Funktion

Mit der Funktion WATCH LIST kann eine Übersichtstabelle mit verschiedenen Operanden
erstellt werden, deren Zustände dann gleichzeitig angezeigt werden.

Aufruf
8 Softkey zum Aufruf der WATCH LIST-Funktion.

Bild: Leere WATCH LIST

Bedeutung der Spalten in der WATCH LIST:

Spalte Bedeutung

Module: <Global> für globale symbolische Operanden oder Pfad mit Namen
der *.SRC-Datei, in der der Operand definiert ist

ADDR: Absolute Adresse des Operanden

Type: Typ (M für Merker, B für Byte, W für Word etc.) des PLC-Operanden

Value: Inhalt des Operanden

Comment: Kommentar zum Operanden

Hinweis

Erstellen Sie eine WATCH LIST ggf. mit Hilfe des Maschinenherstellers!

April 2010 11 – 113


Softkeys innerhalb der WATCH LIST-Funktion:

Softkey Funktion
Eine neue Zeile über der aktuellen Zeile einfügen

Aktuelle Zeile löschen

Auswahlliste mit allen im aktiven PLC-Programm verwendeten symbolischen


Operanden anzeigen
Navigation

Operanden-Inhalte in HEX oder Dezimal anzeigen

Aktuelle WATCH LIST auf Speicherkarte sichern

Gespeicherte WATCH LIST-Auswahl von der Speicherkarte laden (*.WLT-


Datei)
Zurück zum PLC-Hauptmenü

11 – 114 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Auswahl von 8 Drücken Sie den Softkey SYMBOL LIST, um ein Auswahlfenster mit allen im PLC-Programm
symbolischen verwendeten globalen und lokalen Operanden zu erhalten.
Operanden für die 8 Durch die SYMBOL LIST navigieren Sie mit den Cursor-Tasten. Baumstrukturen öffnen Sie durch
WATCH LIST Drücken der rechten Cursor-Taste. Schließen können Sie eine geöffnete Baumstruktur mit der
linken Cursor-Taste. Sie können hierzu auch eine USB-Maus verwenden.

Hinweis

Wenn Sie den Softkey SUCHEN verwenden, dann achten Sie auf die Groß-/Kleinschreibung
des gesuchten Operanden.

8 Wählen Sie den gewünschten Operanden mit dem Cursor aus und übernehmen Sie diesen
mit dem Softkey EINFÜGEN.

Bild: Erstellen einer WATCH LIST zur Schmierung der Maschine

Hinweis

Zum ausgewählten symbolischen Operanden wird die Adresse des zugehörigen absoluten
Operanden angezeigt (Spalte ADDR).

April 2010 11 – 115


Abspeichern von Die von HEIDENHAIN voreingestellte WATCH LIST-Datei heißt tmp.wlt und befindet sich im Pfad
WATCH LIST- PLC:\table\...
Dateien Diese Datei wird automatisch geladen, wenn Sie nach einem Neustart der Steuerung die WATCH
LIST-Funktion aufrufen.

Sie können jedoch jede erstellte WATCH LIST unter einem beliebigen Namen abspeichern, um sie zu
einem späteren Zeitpunkt wieder aufzurufen.

Hinweis

Mit dieser Möglichkeit lässt sich ein Archiv verschiedener „Beobachtungslisten“ für die
Analyse von PLC-Funktionen der Maschine erstellen.

8 Drücken Sie den Softkey SPEICHERN --> ein neues Fenster wird geöffnet.
8 Tippen Sie einen Namen für die abzuspeichernde Liste ein (die Datei-Erweiterung muss WLT sein)
und bestätigen Sie mit OK.

8 Ihre WATCH LIST wird im Pfad PLC:\table\ ... abgespeichert.

Hinweis

Die Steuerung merkt sich die zuletzt aktive WATCH LIST und lädt diese beim erneuten Auf-
ruf der Funktion automatisch.

11 – 116 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Laden von Wenn Sie nach einem Neustart die WATCH LIST-Funktion aufrufen, wird automatisch die Datei
WATCH LIST- tmp.wlt geladen.
Dateien Sie können nun abgespeicherte WATCH LIST-Dateien aufrufen:

8 Drücken Sie den Softkey LADEN --> ein neues Fenster wird geöffnet. Die abgespeicherten
WATCH LIST-Dateien werden angezeigt.
8 Wählen Sie nun mit dem Cursor die gewünschte WATCH LIST-Datei aus und bestätigen Sie
mit OK.

8 Die entsprechende WATCH LIST-Datei wird angezeigt.

April 2010 11 – 117


11.3.3 Die TABLE-Funktion
Mit der TABLE-Funktion können Sie sich die logischen Zustände von PLC-Operanden in einer
Tabelle anzeigen lassen.

Aufruf
8 Softkey zum Aufruf der TABLE-Funktion.

8 Nun treffen Sie die Auswahl für eine bestimmte Operanden-Gruppe:

8 Wählen Sie anschließend mittels Softkey einen Operanden-Typ.

Hinweis

Der Operanden-Typ wird in der Kopfzeile angezeigt.


In den Tabellen für BYTE, WORD und DOUBLEWORD kann die Anzeige mittels Softkey zwischen
HEX und DEZIMAL umgeschaltet werden.
Mit den Cursor-Tasten oder der GOTO-Taste mit anschließender Eingabe können die
Operanden innerhalb der Tabelle angewählt werden.

Im folgenden ist das Überprüfen von PLC-Ein- und Ausgängen beschrieben, für welches die TABLE-
Funktion sehr hilfreich sein kann:

Überprüfen der
8 TABLE-Funktion aufrufen.
PLC-Eingänge

8 Gruppe MIOTC auswählen.

8 Eingänge anzeigen.

8 Stellen Sie den Cursor auf den zu untersuchenden Eingang (z.B. GOTO I32 ENTER).
8 Beobachten Sie den logischen Zustand des zu untersuchenden Eingangs.

11 – 118 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


8 Messen Sie dazu die Spannung für den zu untersuchenden Eingang, z.B.:

• An Klemmleisten im Schaltschrank, an denen PLC-Eingänge aufgelegt sind


• Direkt an Klemmen von Relais, etc.
• An den Klemmen (X6) des Maschinenbedienfeldes MB 620
• An den Klemmen (X4, X5) der kompakten Reglereinheit UEC 11x
• An den Klemmen (X9) des Basismoduls PLB 62xx bzw. PLB 61xx
• An den Klemmen (X11, X12) des EA-Moduls PLD-H 16-08-00

Bild: Messung an einer Klemme des EA-Moduls PLD-H 16-08-00 mit einer feinen Messspitze

Hinweis

Am PLD-H 16-08-00 wird ein aktiver Eingang mit einer gelben LED signalisiert!

Belegungen --> siehe ”Steckerbezeichnungen und -belegungen” auf Seite 27 – 395.

Hinweis

Direkt am Handrad bzw. am Kabeladapter für das Handrad können Sie keine PLC-Eingänge
messen!

Fazit Die logischen Zustände in der PLC-TABLE müssen mit dem Spannungspegel des jeweili-
gen Eingangs übereinstimmen --> siehe ”Technische Daten” auf Seite 11 – 143!

Wenn Sie eine Differenz feststellen (z.B. ist der Spannungspegel im Toleranzbereich, der logi-
sche Zustand jedoch 0), können Sie die Fehlerursache noch weiter eingrenzen.

April 2010 11 – 119


Fehlereingrenzung
PLC-Eingang

Gefahr

Bei dieser Untersuchung muss gewährleistet sein, dass keine gefährlichen Aktionen an der
Maschine ausgeführt werden können. Drücken Sie deshalb den NOT-AUS-Taster und fra-
gen Sie den Maschinenhersteller.

Achtung

Falls mehrere 24 V-Quellen an Ihrer Maschine eingesetzt werden, verwenden Sie exakt die-
jenige, die für die PLC-Eingänge vorgesehen ist.

PLC-Eingang defekt ?

Maschine ausschalten

Original Litze am zu untersuchenden PLC-Eingang


abklemmen und sichern

Stattdessen das eine Ende einer separaten Litze in diesen


PLC-Eingang einklemmen und das andere Ende an den
Pluspol der 24 V Spannungsversorgung des Schaltschranks
legen

NOT-AUS-Taster drücken (es muss gewährleistet sein, dass


keine gefährlichen Aktionen an der Maschine ausgeführt
werden können)

Hauptschalter der Maschine einschalten

Meldung Strom-Unterbrechung quittieren,


das PLC-Programm wird übersetzt.
Die Taste Steuerspannung EIN nicht drücken
(die Leistung der Maschine soll nicht eingeschaltet werden)

PLC-TABLE aufrufen und den Cursor auf den zu


untersuchenden Eingang stellen

- Eingang an der Steuerungs-


Nein komponente (MB, UEC, PLB,
Ist der Eingang
PLD) defekt
auf 1 gesetzt?
- Kabel oder Stecker defekt
- Störung im Bus, etc.
Ja

Der Eingang an der Steuerungskomponente (MB, UEC,


PLB, PLD) ist in Ordnung.
Der Fehler ist im Schaltschrank bzw. an der Maschine zu
suchen!

11 – 120 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Überprüfen der
8 TABLE-Funktion aufrufen.
PLC-Ausgänge

8 Gruppe MIOTC auswählen.

8 Ausgänge anzeigen.

8 Stellen Sie den Cursor auf den zu untersuchenden Ausgang (z.B. GOTO O32 ENTER).
8 Beobachten Sie den logischen Zustand des zu untersuchenden Ausgangs.
8 Messen Sie dazu die Spannung für den zu untersuchenden Ausgang, z.B.:
• An Klemmleisten im Schaltschrank, an denen PLC-Ausgänge aufgelegt sind
• Direkt an Klemmen von Relais, etc.
• An den Klemmen (X7) des Maschinenbedienfeldes MB 620
• An den Klemmen (X6) der kompakten Reglereinheit UEC 11x
• An den Klemmen (X9) des Basismoduls PLB 62xx bzw. PLB 61xx
• An den Klemmen (X21) des EA-Moduls PLD-H 16-08-00

Hinweis

Am PLD-H 16-08-00 wird ein aktiver Ausgang mit einer gelben LED signalisiert!

Belegungen --> siehe ”Steckerbezeichnungen und -belegungen” auf Seite 27 – 395.

Hinweis

Direkt am Handrad bzw. am Kabeladapter für das Handrad können Sie keine PLC-Ausgänge
messen!

Fazit Die logischen Zustände in der PLC-TABLE müssen mit dem Spannungspegel des jeweili-
gen Ausgangs übereinstimmen --> siehe ”Technische Daten” auf Seite 11 – 143!
Wenn Sie eine Differenz feststellen (z.B. ist der logische Zustand 1, der Spannungspegel jedoch
unterhalb der Toleranzgrenze, können Sie die Fehlerursache noch weiter eingrenzen.

April 2010 11 – 121


Fehlereingrenzung
PLC-Ausgang
PLC-Ausgang defekt ?

Maschine ausschalten

Anschlusskabel abstecken bzw. Litzen


abklemmen und auf Kurzschluss prüfen

Ja
Kurzschluss vorhanden? Anschlusskabel, Litzen, Relais, etc. defekt

Nein

Verbindung wieder herstellen und dabei ein


Strommessgerät dazwischen schalten

Maschine komplett einschalten

Maschinenhersteller oder HEIDENHAIN-


Im Betrieb den Ausgangsstrom messen Servicestelle anrufen

Nein

Nein Ist der


Ist der
Ausgangsstrom zu
Ausgangsstrom
niedrig oder nicht vor-
zu hoch?
handen?
Ja Ja

- Angesteuertes Gerät erzeugt einen - Ausgang an der Steuerungskomponente


Kurzschluss. (MB, UEC, PLB, PLD) defekt
- Evtl. Konstellation fehlerhaft, - Unterbrechung im Kabel oder Stecker
Maschinenhersteller fragen! - Störung im Bus

Zulässige Ausgangsströme --> siehe ”Nennbetriebsstrom pro Ausgang” auf Seite 17 – 256.

Bedeutung der
LEDs am
PLD-H 16-08-00 LED Status Bedeutung
Rote LED an X11 Pin 1 blinkend EA-Modul in Ordnung
dauerhaft an oder aus Fehler an EA-Modul
Gelbe LEDs an X11, X12 und X21 an Ein- / Ausgänge gesetzt
Grüne LEDs an X21 Pin 9 und Pin 10 an 24 V-Versorgung der Ausgänge

Hinweis

Zur Erkennung eines Kurzschluss muss für ca. 3 ms ein Strom von mindestens 20 A fließen
können. Ist dies nicht der Fall (z. B. die 24 V-Versorgung begrenzt den Strom schneller), kann
die Kurzschlussüberwachung unter Umständen nicht ansprechen.
Bei Kurzschluss eines Ausgangs wird die Ausgangsspannung zurückgesetzt. Die Kurz-
schlussüberwachung bleibt erhalten. Sie kann mit dem PLC-Programm des Herstellers oder
durch Aus- und Einschalten der Maschine zurückgesetzt werden.

11 – 122 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


11.3.4 Die TRACE-Funktion

Die TRACE-Funktion ermöglicht die Kontrolle der logischen Zustände von PLC-Operanden
(M,I,O,T,C) innerhalb der jeweiligen PLC-Dateien (Anweisungsliste).
Zudem können die Inhalte von Byte, Word und Doubleword überprüft werden.

Aufruf
8 Drücken Sie zuerst den Softkey MONITORING.

8 Softkey zum Aufruf der TRACE-Funktion.

Auswahl des PLC-


8 Betätigen Sie den Softkey SELECT MODULE
Programmteils (oder drücken Sie die Taste PGMMGT) --> das Programm-Management wird
geöffnet.

8 Wählen Sie die zu untersuchende Datei mit dem Cursor aus.


8 Laden Sie diese Datei mit Betätigen der Taste ENT in den TRACE-Modus.

Hinweis

Das anzuzeigende PLC-Programm muss das gerade aktive Hauptprogramm oder eine mit
USES eingebundene Datei sein.
Ansonsten erscheint die Meldung Kein Teilmodul des AblaufPGMs in der Kopfzeile.

8 Stellen Sie die Anzeige auf den zu untersuchenden Programmteil.

Hinweis

Zur Navigation können Sie die Cursor-Tasten verwenden.


Mit der Taste GOTO können Sie sehr schnell Zeilennummern aufrufen.
Nachdem Sie den Softkey NAVIGATE gedrückt haben, finden Sie u.a. den Softkey FIND, mit
dem Sie Texte suchen können.

April 2010 11 – 123


Die Anweisungsliste (AWL) des angewählten PLC-Programmteils wird angezeigt.

Zusätzlich wird für jede Programmzeile der Inhalt des Operanden und des Akkus im HEX- oder
Dezimal-Code (über Softkey wählbar) dargestellt
Jeden zyklisch abgearbeiteten Befehl kennzeichnet die Steuerung mit einem *

Auswertung Werten Sie PLC-Programmteile im TRACE-Modus zusammen mit dem Maschinenhersteller aus!

11 – 124 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


11.3.5 Der PROCESS-MONITOR

Der PROCESS-MONITOR zeigt alle parallelen Prozesse, sowie den Prozess für die Submit-
Queue.

Aufruf
8 Drücken Sie zuerst den Softkey MONITORING.

8 Softkey zum Aufruf des PROCESS MONITOR.

Auswertung Mit dem PLC-Prozess-Monitor lässt sich u.a. der Zeitbedarf von Prozessen feststellen.
Führen Sie Auswertungen mit dem PLC-Prozess-Monitor zusammen mit dem
Maschinenhersteller durch!

April 2010 11 – 125


11.3.6 PLC-Diagnose mit dem integrierten Oszilloskop

Das integrierte Oszilloskop bietet die Möglichkeit, PLC-Operanden im zeitlichen Verlauf aufzuzeich-
nen. Es kann damit als Logikdiagramm verwendet werden!

Folgende Operanden können ausgewählt werden:

„ Inputs
„ Outputs
„ Merker
„ Bytes
„ Wörter
„ Doppelwörter
„ Symbolische Operanden (die auf die o.g. Operandentypen verweisen)

Zusätzlich können die Steuersignale von Timern und Countern aufgezeichnet werden.

Hinweis

Eine zeitgleiche Aufzeichnung dieser PLC-Signale mit physikalischen Signalen wie Strom,
Geschwindigkeit usw. ist möglich.

Aufruf und Siehe ”Integriertes Oszilloskop” auf Seite 9 – 83.


Bedienung

Auswahl der Hierbei können Sie die PLC-Operanden B, W, D, M, I, O, T, C aufzeichnen.


maximal Die Auswahl erfolgt meist über symbolische Operanden (kann aber auch direkt über absolute Operan-
möglichen PLC- den getroffen werden).
Operanden
8 Drücken Sie den Softkey AUSWAHL.
8 Stellen Sie die Zeitauflösung auf PLC-Takt.
8 Wählen Sie für das Oszilloskop-Signal PLCPrePgm oder PLCPostPgm.
8 Wählen Sie in der Operanden-Liste s --> in der nächsten Spalte lässt sich dann die SYMBOL LISTE
aufrufen (oder geben Sie bekannte absolute Operanden direkt ein).
8 Stellen Sie den Cursor in die nächste Spalte und drücken Sie den Softkey SYMBOL LISTE.
8 Wählen Sie nun den symbolischen Operanden aus und drücken Sie den Softkey EINFÜGEN.

11 – 126 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


8 Legen Sie abschließend noch die Triggerbedingungen fest.

8 Übernehmen Sie die Einstellungen mit OK.


8 Starten Sie die Oszilloskop-Aufzeichnung.

Beispiel Oszillogramm für Spindel-Orientierung:

April 2010 11 – 127


Auswahl von Hierbei können Sie nur PLC-Operanden mit den möglichen Zuständen 0 oder 1 aufzeichnen.
M, I, O, T, C Bytes, Words und Doublewords können somit nicht aufgezeichnet werden.
Die Auswahl erfolgt meist über symbolische Operanden (kann aber auch direkt über absolute Operan-
den getroffen werden).

8 Drücken Sie den Softkey MIOTC AUSWAHL


8 Wählen Sie in der Spalte Auswahl das aufzuzeichnende Signal mit X an.
8 Legen Sie eine Triggerbedingung fest.
8 Wählen Sie in der Operanden-Liste s --> in der nächsten Spalte lässt sich dann die SYMBOL LISTE
aufrufen (oder geben Sie bekannte absolute Operanden direkt ein).
8 Stellen Sie den Cursor in die nächste Spalte und drücken Sie den Softkey SYMBOL LISTE.
8 Wählen Sie nun den symbolischen Operanden aus und drücken Sie den Softkey EINFÜGEN.

8 Übernehmen Sie die Einstellungen mit OK.

11 – 128 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


8 Legen Sie die allgemeinen Triggerbedingungen im Fenster Auswahl fest:

Hinweis

Die Triggerbedingung Logik ist erfüllt, wenn alle in MIOTC Auswahl eingestellten Trigger
erfüllt sind (UND-Verknüpfung).

8 Übernehmen Sie die Einstellungen mit OK.


8 Starten Sie die Oszilloskop-Aufzeichnung.

April 2010 11 – 129


Beispiel Oszillogramm beim Ein- und Ausschalten der Spindel:

Hinweis

Die voreingestellte Farbe für die MIOTC-Signale ist weiß der Hintergrund des Oszilloskops
ist schwarz. Wenn Sie einen weißen Hintergrund (wie in diesem Servicehandbuch verwen-
det) wählen, so vergessen Sie nicht, die Farbe der MIOTC-Signale umzustellen.

11 – 130 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


11.4 Die COMPILE-Funktion
Ein erstelltes PLC-Programm wird durch das Compilieren in den Ablaufspeicher übertragen und
dann erst wirksam. Der Name des compilierten Programms erscheint auf der PLC-Hauptseite in
der Zeile Ablauf-PGM.

PLC-Hauptseite

Das PLC-Programm auf Ihrer Maschine wird bei jedem Neustart nach Quittieren der Meldung
Strom-Unterbrechung compiliert, also übersetzt.

Gefahr

Änderungen im PLC-Programm oder der PLC-Verdrahtung können nicht nur die Funktion,
sondern auch die Sicherheit der Maschine beeinträchtigen!
Dies kann zu Sach- und Personenschäden führen.
Änderungen in der PLC dürfen nur durch den Maschinenhersteller erfolgen!

Nach Änderungen im PLC-Programm oder in der PLC-Fehlertabelle muss das PLC-Projekt neu
compiliert werden (entweder durch Neustart der Steuerung oder mittels der entsprechenden
Softkeys).

Hinweis

Bei sehr umfangreichen PLC-Programmen kann das Compilieren einige Zeit dauern. Das
Compilieren ist beendet, wenn die Steuerung am Bildschirm wieder das PLC-Hauptmenü
anzeigt und unter Rechenzeit Werte erscheinen. Falls während der Übersetzung des Pro-
gramms Fehler auftreten, zeigt die Steuerung eine entsprechende Meldung im PLC-Haupt-
menü an.

Achtung

Es darf nur das Hauptprogramm übersetzt werden.


Wurde aus Versehen ein Unterprogramm statt dem PLC-Hauptprogramm zum übersetzen
angewählt, erscheint z.B.die Fehlermeldung Syntaxfehler im PLC-Programm. Der Compiler
hat dann erkannt, dass sich in dieser Datei global definierte Module befinden.
In einem PLC-Hauptprogramm gibt es jedoch keine global definierten Module.
Das Hauptprogramm wird als Ablauf-PGM belassen!

April 2010 11 – 131


11.5 Aufruf der PLC-Fehlertabelle für Diagnosezwecke

Einleitung In der PLC-ERROR-TABLE legt der Maschinenhersteller die PLC-Fehlermeldungen fest.


Diese PLC-Fehlertabelle hat die Endung PET.
Sie können die entsprechende Datei öffnen, um mehr über die PLC-Fehlermeldungen zu erfahren!

Gefahr

Die PET-Tabelle darf nur zu Diagnosezwecken geöffnet werden.


Die Einstellungen dürfen auf keinen Fall verändert werden, da sich dadurch das Verhalten
der Maschine ändert!
Dies könnte zu Sach- und Personenschäden führen!

Aufruf der PET- 8 Geben Sie die PLC-Schlüsselzahl ein --> siehe ”Schlüsselzahlen” auf Seite 3 – 15.
tabelle
8 Auf der PLC-Hauptseite können Sie in der Zeile Fehlertabelle Pfad und Namen der aktiven PLC-
Fehlertabelle nachsehen.
8 Verlassen Sie die PLC-Hauptseite mit END.

8 Programm-Management aufrufen.

8 Mit den Pfeiltasten die PLC-Fehlertabelle (z.B. PLC:\LANGUAGE\ERR_TAB.PET) wählen.

8 Bestätigen.

Beispiel für eine


PET-Tabelle

Wenn Sie den Cursor nach rechts positionieren, erhalten Sie weitere Informationen zu den PLC-Feh-
lermeldungen (sofern diese vom OEM eingetragen sind).

11 – 132 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Beschreibung der
Elemente Spalte Beschreibung
NR Zeilennummer in der Tabelle.
Die PLC-Fehlermeldung wird in den Modulen durch Zuweisung der Zeilennum-
mer angesprochen.
ERROR Fehlertext
Es gibt zwei Möglichkeiten, den Fehlertext festzulegen:
„ Direkte Eingabe des Fehlertextes (max. 32 Zeichen).
„ Zeilennummer der in MP_errorText definierten PLC-Fehlertext-Datei
(# < Zeilennummer >)
MARKER Die PLC-Fehlermeldung kann durch Setzen des hier definierten Merkers ohne
Modul-Aufruf aktiviert werden. Der Merker wird auch gesetzt, wenn die Fehler-
meldung über Modul 9085 aktiviert wurde.
Auch symbolische Operanden können als Fehlermerker verwendet werden!
Eintrag 0 bedeutet kein Fehler-Merker.
RESET 0 = Kein NC-Reset bei Aktivierung der Fehlermeldung (kein Systemfehler).
1 = NC-Reset bei Aktivierung der Fehlermeldung (Systemfehler). Das PLC-Pro-
gramm stoppt.
NC_STOP 0 = Kein NC-Stopp bei Aktivierung der Fehlermeldung.
1 = NC-Stopp bei Aktivierung der Fehlermeldung (NN_ChnErrorNcStop wird
gesetzt).
NC_CANCEL 0 = Kein NC-Stopp mit INTERNER STOPP bei Aktivierung der Fehlermeldung.
1 = NC-Stopp mit INTERNER STOPP bei Aktivierung der Fehlermeldung
(NN_ChnErrorCancel wird gesetzt).
F_STOP 0 = Vorschubfreigabe wird nicht beeinflusst.
1 = Vorschubfreigabe wird bei Aktivierung der Fehlermeldung zurückgesetzt
(NN_ChnErrorFStop wird gesetzt).
EMER_STOP 0 = Kein NOT-AUS bei Aktivierung der Fehlermeldung.
1 = NOT-AUS bei Aktivierung der Fehlermeldung (NN_ChnErrorEmergencyStop
wird gesetzt).
CE 0 = Fehlermeldung kann mit der CE-Taste gelöscht werden.
1 = Fehlermeldung kann mit der CE-Taste nicht gelöscht werden.
PRIO Für die Fehlermeldung kann eine Priorität von 0 bis 2 eingetragen werden. Prio-
rität 0 ist die höchste Priorität. Die anstehenden PLC-Fehlermeldungen werden
in der Reihenfolge ihrer Priorität angezeigt.
WARN_LVL Wird nicht ausgewertet

8 PET-Tabelle verlassen

Fehlertextdatei Fehlertexte werden entweder direkt in der PET-Tablle (maximal 32 Zeichen; keine Sprachabhän-
gigkeit) oder in der Fehlertextdatei definiert. In der Fehlertextdatei definiert der Maschinenher-
steller den anzuzeigenden Fehlertext, sowie die Angaben zur Fehlerursache und Fehlerbehe-
bung.
Fehlertextdateien sind sprachabhängig. Der Pfad für die Fehlertextdatei ist fest vorgegeben:
PLC:\LANGUAGE\DE (oder anderes Sprachkürzel).

Hinweis

Ist in der Spalte ERROR der PET-Tabelle das Symbol # eingetragen, erfolgt ein Verweis auf
eine Fehlertextdatei in der jeweils definierten Landessprache.
Idealerweise schreibt der PLC-Programmierer neben dem Symbol # mit der Fehlernummer
auch den Text der Fehlermeldung (z.B. # 010 Arbeitsraum offen !). Dieses ist aber nicht vor-
geschrieben --> die Fehlertexte finden Sie in der passenden PLC-Fehlertextdatei!

April 2010 11 – 133


11.6 Übersichten
Die folgenden Tabellen sind Auszüge aus dem Technischen Handbuch TNC 620 vom Juni 2009.

Befehlssatz In der folgenden Tabelle finden Sie eine Zusammenstellung der möglichen PLC-Befehle:

Hinweis

Der Buchstabe N als Zusatz zum Befehl bedeutet, dass der negierte Operand verknüpft wird.
LN bedeutet deshalb: „Lade den negierten Operanden!“
Ausnahmen: „Setze nicht“ und „Rücksetze nicht“.

Funktions- Syntax Funktion


Gruppe
Lade- und Speicherbefehle
L Lade
LN Lade NICHT
L– Lade Zweier-Komplement
LB Lade BYTE
LW Lade WORT
LD Lade DOPPELWORT
= Zuweisung
B= Zuweisung BYTE
W= Zuweisung WORT
D= Zuweisung DOPPELWORT
=N Zuweisung NICHT
=– Zuweisung Zweier-Komplement
Setzbefehle
S Setze
R Rücksetze
SN Setze NICHT
RN Rücksetze NICHT
Logische Verknüpfungen
A Und
AN Und NICHT
O Oder
ON Oder NICHT
XO Exclusiv ODER
XON Exclusiv ODER NICHT
Arithmetische Befehle
+ Addieren
– Subtrahieren
x Multiplizieren
/ Dividieren
MOD Teilungsrest

11 – 134 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Funktions- Syntax Funktion
Gruppe
Inkrementieren
INC Increment Operand
INCW Increment Wort-Akku
INCX Increment Index-Register
Dekrementieren
DEC Decrement Operand
DECW Decrement Wort-Akku
DECX Decrement Index-Register
Vergleiche
== Gleich
< Kleiner
> Grösser
<= Kleiner oder gleich
>= Grösser oder gleich
<> Ungleich
Klammerausdrücke bei logischen Verknüpfungen
A[ ] Und [ ]
AN[ ] Und NICHT [ ]
O[ ] Oder [ ]
ON[ ] Oder NICHT [ ]
XO[ ] Exklusiv ODER [ ]
XON[ ] Exklusiv ODER NICHT [ ]
Klammerausdrücke bei arithmetischen Befehlen
+[ ] Addieren [ ]
–[ ] Subtrahieren [ ]
x[ ] Multiplizieren [ ]
/[ ] Dividieren [ ]
MOD[ ] Teilungsrest [ ]
Klammerausdrücke bei Vergleichen
==[ ] Gleich [ ]
<[ ] Kleiner [ ]
>[ ] Grösser [ ]
<=[ ] Kleiner oder gleich [ ]
>=[ ] Grösser oder gleich [ ]
<>[ ] Ungleich [ ]
Schiebebefehle
<< Schiebe links
>> Schiebe rechts
Bitbefehle
BS Bit-Setzen
BC Bit-Rücksetzen
BT Bit-Testen

April 2010 11 – 135


Funktions- Syntax Funktion
Gruppe
Stack-Operationen
PS Daten auf den Daten-Stack laden
PL Daten vom Daten-Stack holen
PSL Logik-Akku auf den Daten-Stack laden
PSW Wort-Akku auf den Daten-Stack laden
PLL Logik-Akku vom Daten-Stack holen
PLW Wort-Akku vom Daten-Stack holen
Sprungbefehle
JP Unbedingter Sprung
JPT Sprung bei Logik-Akku = 1
JPF Sprung bei Logik-Akku = 0
CM Modul-Aufruf
CMT Modul-Aufruf bei Logik-Akku = 1
CMF Modul-Aufruf bei Logik-Akku = 0
EM Modul-Ende, Programm-Ende
EMT Modul-Ende bei Logik-Akku = 1
EMF Modul-Ende bei Logik-Akku = 0
LBL Sprungmarke

Operanden PLC-Operanden der Gruppe „allgemeingültige Daten“


(neue symbolische
API) Merker Beschreibung
General – Steuerungskonfiguration
D NN_GenOmgCount Anzahl konfigurierter Betriebsartengruppen
D NN_GenChnCount Anzahl konfigurierter Bearbeitungskanäle
D NN_GenAxCount Anzahl konfigurierter logischer Achsen (inclusive Spindeln)
D NN_GenSpiCount Anzahl konfigurierter Spindeln
General – Steuerungsstatus
D NN_GenOmgManual Angewählte Betriebsartengruppe im Handsteuern
D NN_GenChnManual Angewählter Bearbeitungskanal im Handsteuern
D NN_GenSpiManual Angewählte Spindel im Handsteuern
M NN_GenCycleAfterPowerOn 1. PLC-Durchlauf nach Einschalten
(M4172)
M NN_GenCycleAfterPlcStop 1. PLC-Durchlauf nach PLC-Unterbrechung
(M4173)
M NN_GenCycleAfterReConfig 1. PLC-Durchlauf nach Änderung der Konfig-Daten
(M4174)
M NN_GenNcInitialized Steuerung wird initializiert (nach Hochlauf-Zyklen)
(M4184)
M NN_GenNcEmergencyStop Steuerung im „externen Not-Aus-Zustand“
(M4178)
General – Fehlerhandling
M NN_GenApiModuleError Ein Fehler ist bei der Nutzung eines API-Moduls aufgetre-
ten.
(M4203)
D NN_GenApiModuleError Fehlercode, der bei der Nutzung eines API-Moduls aufge-
Code treten ist.
(W1022)
General – Tasteninformationen

11 – 136 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Merker Beschreibung
D NP_GenKeyCode Tasten-Code der betätigten Taste
(W274)
D NP_GenModCode Code der zuletzt eingegebenen Schlüsselzahl
(D276)
M PP_AxHandwheelLocked Handradbewegungen sperren
(M4576)
General – Tastsystem
M NN_GenTchProbeReady Tastsystem: Bereit (Hardware-Signal)
(M4050)
M NN_GenTchProbeDeflected Tastsystem: Taststift ausgelenkt (Hardware-Signal)
(M4052)
M NN_GenTchProbeBatteryLow Tastsystem: Batterie schwach (Hardware-Signal)
(M4054)
M NN_GenTchProbeX13 Tastsystem: X13 aktiv (falls 0 ist X12 aktiv)
(M4060)
General – Sichere Steuerung
M NN_GenSafetyInputs Sicherheitsgerichtet: Eingänge 0..15 Bitcodiert
(M4264)
M NN_GenSafetyStopActive Sicherheitsgerichtet: Stopp ist aktiviert
(M4280)
M NN_GenSafetyPermButtons Sicherheitsgerichtet: Beide Zustimmtasten sind gedrückt
Pressed
(M4281)
M NN_GenSafetyStartCutout Sicherheitsgerichtet: Anfang des Testkanals
Channel
(M4282)
M NN_GenSafetyCutout Sicherheitsgerichtet: Abschaltung, weil kein Abschalttest
durchgeführt wurde
(M4283)
M NN_GenSafetyFeedLimit Sicherheitsgerichtet: Beschränkung des Vorschubs/der
Active Spindel-Zustellung aktiv
(M4284)
General – Tabellen-Editor
M NN_GenTableEditEnd PLC: Tabellen-Editor wurde vom Maschinen-Bediener über
(M4159) die Taste END beendet

PLC-Operanden der Gruppe „Betriebsartengruppe“

Merker Beschreibung
OMG – Konfiguration
D NN_OmgChnCount Anzahl Bearbeitungskanäle dieser Betriebsartengruppe
D NN_OmgChn Array der Bearbeitungskanäle dieser Betriebsartengruppe
OMG – Betriebsarten
M NN_OmgManual Betriebsart Manueller Betrieb
(M4150)
M NN_OmgHandwheel Betriebsart Elektronisches Handrad
(M4151)
M NN_OmgMdi Betriebsart Positionieren mit Handeingabe
(M4152)
M NN_OmgProgramSingle Betriebsart Programmlauf Einzelsatz
(M4153)

April 2010 11 – 137


Merker Beschreibung
M NN_OmgProgramRun Betriebsart Programmlauf Satzfolge
(M4154)
M NN_OmgProgramReference Betriebsart Referenz
(M4155)
M NN_OmgProgramDiagnosis Betriebsart Diagnose
M NN_OmgJogIncrement Betriebsart Schrittmaß-Positionierung
(M4579)
OMG – Programmlauf
M PP_OmgNcStart NC-Start für alle Bearbeitungskanäle dieser Betriebsarten-
gruppe
M PP_OmgNCStop NC-Stop für alle Bearbeitungskanäle dieser Betriebsarten-
gruppe

PLC-Operanden der Gruppe „Bearbeitungskanäle“

Merker Beschreibung
Channel – Konfiguration
D NN_ChnAxisCount Anzahl Achsen dieses Bearbeitungskanals
D NN_ChnAxis Array der Achsen dieses Bearbeitungskanals
Channel – Fehlerhandling
M NN_ChnErrorWarning Fehler oder Warnung aufgetreten
M NN_ChnErrorFStop Vorschub-Stop aufgrund eines Fehlers ausgelöst
(M4220)
M NN_ChnErrorNCStop NC-Stop aufgrund eines Fehlers ausgelöst
(M4221)
M NN_ChnErrorCancel Programm-Abbruch aufgrund eines Fehlers ausgelöst
(M4223)
M NN_ChnErrorEmergency Not-Aus aufgrund eines Fehlers ausgelöst
Stop
(M4222)
M NN_ChnErrorReset Reset aufgrund eines Fehlers ausgelöst
Channel – Programmlauf
M PP_ChnNcStart NC-Start bzw. Zyklus ein
(M4564)
M PP_ChnNCStop NC-Stop bzw. Zyklus aus
(M4560)
M PP_ChnNcStartExtern Externe Anforderung für NC-Start
Request
M PP_ChnNCStopExtern NC-Stop bzw. Zyklus aus
M NN_ChnControlInOperation Steuerung ist in Betrieb
(M4176)
M NN_ChnProgStoppedAsync Asynchrone NC-Programm-Unterbrechung
M NN_ChnProgStopped NC-Programm-Unterbrechung
M NN_ChnProgCancel NC-Programm-Abbruch
M NN_ChnProgEnd NC-Programm-Ende erreicht
M NN_ChnAutostart Autostart-Funktion: Anforderung Programmstart
(M4182)
M NN_ChnAutostartTime Autostart-Funktion – Anforderung Programmstart
Expired
M PN_ChnAutostartEnable Freigabe des Autostarts
(M4586)

11 – 138 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Merker Beschreibung
M NP_ChnProgSelected NC-Programm angewählt
(M4181)
M NN_ChnBlockScan Satzvorlauf (bzw. Startsatzsuche) aktiv
(M4158)
M NN_ChnBlockScanStrobe Zustand bei Satzvorlauf wiederherstellen (M/S/T/Q-Über-
Transfer gabe)
(M4161)
M NN_ChnProgManTraverse Manuelles Verfahren der Achsen aktiv (bei Drehsteuerun-
gen: Inspektionsbetrieb)
(M4156)
M NN_ChnProgReturnContour Wiederanfahren an die Kontur aktiv (nach manuellem Ver-
fahren oder bei Satzvorlauf)
(M4157)
Channel – Tastsystem
M NN_ChnTchProbeCycle Tastsystem: Tastsystem-Zyklus aktiv
(M4057) (FN17: ID990 NR2)
M PP_ChnTchProbeMonitor Tastsystem: NC-Stopp bei ausgelenktem
(M4056) Taststift in allen Betriebsarten
Channel – Vorschub
D NN_ChnProgFeedMinute Programmierter Minutenvorschub [mm/U]
(D360)
D NN_ChnProgFeedRevolution Programmierter Umdrehungsvorschub [mm/min]
D NN_ChnProgFeedThread Programmierter Gewindevorschub [mm/U]
M NN_ChnProgMinuteActive Minutenvorschub aktiv
M NN_ChnProgRevolution Umdrehungsvorschub aktiv
Active
M NN_ChnProgThreadActive Gewindevorschub aktiv
M NN_ChnFeedRapidTraverse Eilgang aktiv (FMAX)
Active
(M4180)
D NN_ChnContourFeed Aktueller Bahnvorschub [mm/min]
(D388)
D PP_ChnContourFeedMax Max. Vorschub aus PLC [mm/min]
(D596)
D NN_ChnFeedOverrideInput Eingestellter Vorschub-Override [%]
(W494)
D PP_ChnFeedOverride Von der PLC eingetragene Vorschub-Override [%]
(W766)
D NN_ChnRapidFeedOverride Eingestellter Eilgang-Override [%]
Input
(W496)
D PP_ChnRapidFeedOverride Von der PLC eingetragene Eilgang-Override [%]
(W752)
D PP_ChnConfigOverride Konfigurierbarer Override (z. B. Eilgang)
M PP_ChnFeedEnable Vorschubfreigabe für alle Achsen
M PP_ChnWorkFeedEnable Eilgangfreigabe für alle Achsen
Channel – Status
M NN_ChnToolLifeExpired Werkzeug-Standzeit 1 abgelaufen
(M4543)
M PP_ChnRapidTraverseKey Eilgangtaste
(M4561)

April 2010 11 – 139


PLC-Operanden der Gruppe „Achsen“

Merker Beschreibung
Axis – Konfiguration
D NN_AxLogNumber Logische Achsnummer (entspricht Achsnummer aus
„Achsen des Bearbeitungskanals“)
Axis – Antrieb
M NN_AxDriveReady Achsantrieb ist betriebsbereit
M PP_AxDriveOnRequest Achsantrieb einschalten
(CM9161)
M NN_AxDriveOn Achsantrieb ist eingeschaltet (und mindestens drehzahlge-
regelt)
(CM9162)
M PP_AxPosControlRequest Achse lageregeln
(W1040)
M NN_AxPosControl Achse ist lagegeregelt
(W1024)
M PP_AxValueActToNominal Ist- Sollwert-Übernahme
M NN_AxCorrectingLagError Schleppfehler ausgefahren
M PP_AxClampModeRequest Lageregelkreis öffnen vorbereiten
(W1038)
Axis – Ansteuerung
M NN_AxReferenceAvailable Referenzmarke noch nicht überfahren
(W1032)
M PP_AxReferenceEndPosition Referenz-Endlage
(W1054)
D PP_AxManualFeedMax Maximaler manueller Achsvorschub [mm/U]
M PP_AxFeedEnable Achsspezifische Vorschubfreigabe
(W1060)
M NN_AxMotionRequest Achsbewegung durch den Interpolator
M NN_AxInMotion Achsen in Bewegung
(W1028)
M NN_AxInPosition Achsen in Position
(W1026)
M PP_AxTraversePos Manuelles Verfahren in positiver Richtung
(W1046)
M PP_AxTraverseNeg Manuelles Verfahren in negativer Richtung
(W1048)
M PP_AxHandwheelLocked Handradbewegungen achsspezifisch sperren
(W1062)
M PP_AxDeactivateMonitoring Überwachungsfunktionen deaktivieren
(W1042)
M NN_AxLubricationPulse Schmierimpuls: Wert von MP_lubricationDist überschrit-
ten
(W1056)
M PP_AxLubricationDistReset Zurücksetzen der aufsummierten Strecke
(W1058)

PLC-Operanden der Gruppe „Spindeln“

Merker Beschreibung
Spindle – Konfiguration
D NN_SpiLogNumber Logische Achsnummer der Spindel

11 – 140 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Merker Beschreibung
Spindle – Antrieb
M NN_SpiDriveReady Spindelantrieb ist betriebsbereit
M PP_SpiDriveOnRequest Spindelantrieb einschalten
(CM9161)
M NN_SpiDriveOn Spindelantrieb ist eingeschaltet (und mindestens drehzahl-
geregelt)
(CM9162)
Spindle – Ansteuerung
M NN_SpiReferenceAvailable Referenzposition ermittelt
(M4018)
M PP_SpiReferenceMarkSignal Referenz-Nocken
D PP_SpiSpeedMax Maximale Drehzahl der Spindel
(D604)
M PP_SpiEnable Spindelfreigabe
(M4008)
M NN_SpiMotionRequest Spindelbewegung durch Interpolator
M NN_SpiInMotion Spindel in Bewegung
(M4002)
M NN_SpiSpeedOK Spindel-Drehzahl erreicht
(M4001)
M NN_SpiControl Spindel in Lageregelung
M NN_SpiControlInPos Spindel in Lageposition
(M4000)
M NN_SpiSyncSpeed Drehzahlsynchronlauf aktiv
M NN_SpiSyncAngle Winkelsynchronlauf aktiv
M NN_SpiSyncReached Synchronlauf erreicht
D NN_SpiOverrideInput Eingestellter Drehzahl-Override [%]
(W492)
D PP_SpiOverride Von der PLC eingetragene Drehzahl-Override [%]
(W764)
M NN_SpiTapping Gewindebohren aktiv
(M4030)
M NN_SpiRigidTapping Gewindebohren mit ZS-Nachführung aktiv
(M4031)

April 2010 11 – 141


Operanden Der Maschinenhersteller verwendet vermutlich symbolische PLC-Operanden.
(alte TNC-API)
Falls das alte TNC-API verwendet wird, gelten die Operanden in der nachfolgenden Tabelle:

Operand Kurz- Adressbereich


bezeichnung
Merker M (Marker) M0 bis M9999
M0 bis M999 frei; werden nur bei Eingabe der Schlüsselzahl
531210 gelöscht, nicht bei einem Reset (remanenter Bereich),
der Bereich kann in der *.CFG-Datei des PLC-Compilers verklei-
nert werden
M1000 bis M3999 frei, werden bei Reset gelöscht
M4000 bis M5999 bei Verwendung des alten TNC-API reser-
viert für Schnittstelle NC/PLC. (M4800 bis M4999 werden vor
dem ersten Durchlauf des PLC-Programms gelöscht, z. B. nach
dem Compilieren oder Neustart)
Bei Verwendung des neuen symbolischen API frei verwendbar.
M6000 bis M9999 frei, werden bei Reset gelöscht
Eingang I (Input) I0 bis I999
Maximal 8 externe PLC-E/A-Systeme (PL 6xxx) sind im HSCI-
System erlaubt, davon eine System-PL PL 62xx oder ein UEC
11x.
Zuordnung der Eingänge zu symbolischen Operanden erfolgt
über die PC-Software IOconfig.
Ausgang O (Output) O0 bis O999
Maximal 8 externe PLC-E/A-Systeme (PL 6xxx) sind im HSCI-
System erlaubt, davon eine System-PL PL 62xx oder ein UEC
11x.
Zuordnung der Ausgänge zu symbolischen Operanden erfolgt
über die PC-Software IOconfig.
Zähler C (Counter) Zähler setzen: C0 bis C47
Zähler-Inhalt: C48 bis C95
Zählerimpuls-Freigabe: C96 bis C143
Timer T (Timer) Timer-Start: T0 bis T47
Timer läuft: T48 bis T95 und T96 bis T999
Byte B (Byte) B0 bis B9999 (8 Bit)
Wort W (Word) B0 bis B255 frei; abhängig von der Definition in der *.CFG-Datei
des PLC-Compilers wird der definierte Bereich nur bei Eingabe
Doppelwort D (Double-
der Schlüsselzahl 531210 gelöscht, nicht bei einem Reset
word)
(remanenter Bereich). Ist in der *.CFG-Datei kein Bereich defi-
niert, ist B0 bis B127 der remanente Bereich.
B256 bis B2047 bei Verwendung des alten TNC-API reserviert
für Schnittstelle NC/PLC. Bei Verwendung des neuen, symboli-
schen API frei verwendbar.
B2048 bis B9999 frei, werden bei Reset gelöscht
Konstante K –2 147 483 647 bis +2 147 483 647
String S S0 bis S99

11 – 142 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


11.7 Technische Daten

11.7.1 PLC-Eingänge
Eingangssignale der Schalteingänge von PLD-H 16-08-00 und UEC 11x:

Spannungsbereich PLD-H 16-08-00 und UEC 11x


„1“-Signal: Ui 13 V bis 28,8 V
„0“-Signal: Ui –3 V bis 2,5 V

Strombereich PLD-H 16-08-00 und UEC 11x


„1“-Signal: Ui 2,5 mA bis 5,8 mA
„0“-Signal: Ii bei Ui = 3,2 V 0,3 mA

Anzahl der Schalteingänge:

Gerät Schalteingänge
UEC 11x 38
PLD-H 16-08-00 16
MB 620 8
PLB 62xx (sicherheitsbezogen) 12

Hinweis

Maximal 8 externe PLC-E/A-Systeme (PL 6xxx) sind im HSCI-System erlaubt, davon eine
System-PL PL 62xx oder ein UEC 11x.

11.7.2 Analog-Eingänge
Anzahl der Analog-Eingänge:

Gerät Analog-Eingänge (±10 V)


PLA-H 04-00-04 4

Spannungsbereich: –10 V bis +10 V


Eingangswiderstand: > 40 kΩ
Auflösung: 10 mV

11.7.3 Eingänge für Temperaturmesswiderstände Pt 100


Die PLA 4-4 (für PL 510) verfügt über Eingänge für Temperaturmesswiderstände Pt 100.

Gerät Eingänge für Temperaturmesswiderstände Pt 100


PLA-H 04-00-04 4

Konstantstrom: 4,096 mA
Temperaturbereich: 0 °C bis 100 °C
Auflösung: 0,01 °C
Schrittweite: 0,03 °C

April 2010 11 – 143


11.7.4 PLC-Ausgänge

Ausgangssignale Die Schaltausgänge sind Transistor-Ausgänge mit einer Strombegrenzung.


und Adressen
Beachten Sie:
„ Zulässige Belastung: Widerstandslast (ohmsche Last).
Bei induktiver Last (z. B. Relais, Schütz) nur mit Löschdiode parallel zur Induktivität.
„ PLD-H: Die Ausgänge sind kurzschlussfest.

Ausgangssignale:

PLD-H
min. Ausgangsspannnung für „1“-Signal 3 V unter Versorgungsspannung

Hinweis

Die Schalt-Ausgänge müssen mit mindestens 5 mA belastet werden.


Sie entsprechen EN 61131-2.

Gefahr

PLC-Ausgänge dürfen weder mit einer 24 V-Versorgung, noch mit anderen PLC-Ausgängen
unterschiedlichen Potentials verbunden werden. Eine an PLC-Ausgängen anliegende Span-
nung wird sonst auf die Versorgung übertragen. Dies kann dazu führen, dass abschaltbare
PLC-Ausgänge über diese Spannung trotzdem versorgt werden!
Sach- und Personenschäden könnten die Folge sein!

Anzahl der Schaltausgänge:

Gerät Schaltausgänge
UEC 11x 23
PLD-H 16-08-00 8
MB 620 8
PLB 62xx (sicherheitsbezogen) 7

Hinweis

Maximal 8 externe PLC-E/A-Systeme (PLB 6xxx) sind im HSCI-System erlaubt, davon eine
System-PL PLB 62xx oder ein UEC 11x.

Versorgungs- Siehe ”Versorgungsspannung für PLC-Ausgänge” auf Seite 17 – 256.


spannung für
PLC-Ausgänge

11.7.5 Zuordnung der Ein- und Ausgänge


Die Zuordnung der Ein- und Ausgänge zu den symbolischen Operanden erfolgt über die PC-Soft-
ware IOconfig.
Die absolute Adresse des Ein- oder Ausgangs, das zugehörige Gerät, der Steckplatz und der Klemmen-
name kann über die Bus Diagnose ersehen werden --> siehe ”Identifikation der PLC-Operanden” auf
Seite 12 – 147.

11 – 144 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


12 Bus-Diagnose

12.1 HSCI-Bus

12.1.1 Einleitung
HSCI ist die Abkürzung für:
HEIDENHAIN Serial Controller Interface

Über den HSCI-Bus sind der Hauptrechner (MC 6110), die Reglereinheit (CC 6106, UEC 11x) und
weitere Steuerungskomponenten (PLB 6xxx, MB 620) miteinander verbunden.

Weitere Informationen --> siehe ”Der HSCI-Bus” auf Seite 1 – 505.

12.1.2 Mögliche Fehlerursachen

„ Störung im HSCI-Bus
„ Defektes Kabel oder Stecker
„ Defekter Teilnehmer
„ Fehlende PLC- oder NC-Spannungsversorgung
„ Schlechte Schirmung und Erdung
„ Elektromagnetische Felder
„ Ausgleichsströme aufgrund unterschiedlicher Potentiale.
Beispiel:
Mehrere Schaltschränke sind mit einem Bus verbunden.
Diese Schaltschränke haben aufgrund mangelhafter Erdung nicht dasselbe Potential.
Die Schirmung des Busses ist an jedem Schaltschrank aufgelegt.
Das Resultat sind Ausgleichsströme.

Mai 2009 12 – 145


12.1.3 Aufruf und Bedienung der HSCI-Bus-Diagnose

8 Betriebsart Programmieren wählen.

8 Falls geöffnet: Programm-Management mit Taste END verlassen.

Hinweis

Wenn Sie bei geöffnetem Programm-Management die MOD-Taste drücken, werden die
Schnittstellen-Einstellungen aufgerufen.

8 Drücken Sie die Taste MOD.


8 Betätigen Sie den Softkey DIAGNOSE.

8 Drücken Sie den Softkey BUS DIAGNOSE.

8 Betätigen Sie den Softkey HSCI --> ein neues Fenster wird geöffnet.

Hier werden die Struktur des HSCI-Systems sowie die Details der HSCI-Komponenten angezeigt.

8 Sie können die Baumstruktur auf der linken Seite des Fensters mit den Pfeiltasten oder mit einer
USB-Maus öffen und schließen.
8 Die Navigation findet ebenfalls mit Pfeiltasten oder mit einer USB-Maus statt.

12 – 146 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


12.1.4 Identifikation der PLC-Operanden

Mittels der HSCI-Bus-Diagnose können wichtige Informationen über PLC-Operanden wie z.B.
die absolute Adresse, der Steckplatz und der Klemmenname gewonnen werden:

Bild: Anzeige der Eigenschaften von I_Not_Aus_entriegelt in der HSCI-Bus--Diagnose

Bild: PLB 6204 mit Einschüben, PLD-H 16-08-00 an Steckplatz 1, Klemme X11.3

Mai 2009 12 – 147


12.1.5 Einsatz bei der Fehlersuche

Im linken Fenster der HSCI-Bus-Diagnose sehen Sie die Anordnung und Bezeichnung sowie den Sta-
tus der HSCI-Komponenten und Klemmen.

8 Beobachten Sie den Status der HSCI-Komponenten bzw. Klemmen.


Hiermit lassen sich bereits Fehler im HSCI-System erkennen und eingrenzen.

Anzeige Status
OK

Fehler (weitere Informationen im Text-Fenster)

Warnung (weitere Informationen im Text-Fenster)

Undefinierter Zustand (weitere Informationen im Text-Fenster)

Beispiel 1 Unterbrochene HSCI-Steckverbindung X500 am Systemmodul PLB 6204 während des Betriebs.

Es erscheinen z.B. folgende Fehlermeldungen:

12 – 148 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Das nicht ansprechbare PLB 6204 zeigt den Status Fehler:

Bei genanntem Fehler blinken am PLB 6204 die grünen LEDs PL und HSCI, die zugehörigen
orangen LEDs leuchten dauerhaft:

Mai 2009 12 – 149


Beispiel 2 Unterbrochene PLC-Versorgungsspannung am Systemmodul PLB 6204 während des Betriebs.

Es erscheinen z.B. folgende Fehlermeldungen:

Das nicht mit 24 V PLC-Spannung versorgte PLB 6204 zeigt den Status Fehler:

Bei genanntem Fehler blinkt am PLB 6204 die grüne LED HSCI.
Die grüne LED PL und die zugehörigen orangen LEDs leuchten dauerhaft.
Die grüne LED für die 24 V PLC-Versorgungsspannung ist erloschen:

12 – 150 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Beispiel 3 Unterbrochene PLC-Versorgungsspannung am Systemmodul PLB 6204 bereits beim
Booten der TNC 620.

Es erscheint folgende Meldung:

Die Steuerung erkennt, dass nun ein Gerät fehlt.


Die Anzeige bleibt in den Spalten Bisher und Jetzt an der Stelle stehen, an der sich Unter-
schiede ergeben.

In diesem Beispiel fehlt die Kommunikation zum PLB 6204. Wenn man in der Spalte Bisher
etwas nach oben navigiert, findet man die Zeile identCabinet:= „591832-02“,.
Diese Ident-Nummer steht für ein PLB 6204, welches in der Spalte Jetzt fehlt.

8 Klicken Sie nun nicht auf Akzeptieren (bzw. drücken Sie nicht die Taste ENT), sondern rufen
Sie die HSCI-Bus-Diagnose auf.
8 Nun sehen Sie, welches HSCI-Gerät nicht ansprechbar ist.
Das PLB 6204 zeigt den Status Fehler.

Mai 2009 12 – 151


8 Öffnen Sie den Baum zum PLB 6204. Sie sehen nun, welche Module den Status Fehler zeigen und
nicht ansprechbar sind.

Bei genanntem Fehler blinkt am PLB 6204 die grüne LED HSCI.
Die grüne LED PL blinkt und die zugehörige orange LED leuchtet dauerhaft.
Die grüne LED für die 24 V PLC-Versorgungsspannung ist erloschen:

12 – 152 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Beispiel 4 Unterbrochene PLC-Versorgungsspannung am EA-Modul PLD-H 16-08-00 bereits beim
Booten der TNC 620.

Die Steuerung lässt sich möglicherweise nicht komplett einschalten (abhängig von den betrof-
fenen PLC-Ausgängen).

Das nicht mit 24 V PLC-Spannung versorgte PLD-H 16-08-00 zeigt den Status Warnung:

Die grüne LED für die 24 V PLC-Versorgungsspannung leuchtet nicht, die zugehörigen orangen
LEDs für die PLC-Ausgänge leuchten ebenfalls nicht:

Mai 2009 12 – 153


Beispiel 5 Komplett fehlende Spannungsversorgung X69 und X74 an der CC 6106 bereits beim
Booten der TNC 620.

Es erscheinen z.B. folgende Fehlermeldungen:

Die nicht ansprechbare CC 6106 ist im HSCI-Baum nicht mehr vorhanden:

Die grüne Lampe links oben leuchtet bei diesem Fehler nicht:

12 – 154 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Beispiel 6 Fehlende Spannungsversorgung X69 an der CC 6106 bereits beim Booten der TNC 620
(die +5 V an X74 sind jedoch vorhanden).

Es erscheint folgende Meldung:

Die Steuerung erkennt, dass nun ein Gerät fehlt.


Die Anzeige bleibt in den Spalten Bisher und Jetzt an der Stelle stehen, an der sich Unter-
schiede ergeben.

In diesem Beispiel fehlt die Kommunikation zur CC 6106. Wenn man in der Spalte Bisher etwas
nach oben navigiert, findet man die Zeile identCabinet:= „598928-03“,.
Diese Ident-Nummer steht für eine CC 6106, welche in der Spalte Jetzt fehlt.

8 Klicken Sie nun nicht auf Akzeptieren (bzw. drücken Sie nicht die Taste ENT), sondern rufen
Sie die HSCI-Bus-Diagnose auf.
8 Die CC 6106 zeigt den Status Fehler.

Hinweis

Auch die (im HSCI-Bus nachgeschalteten) Geräte PL 6204 und MB 620 zeigen den Status
Fehler. Klappt man hier den Baum auf, sieht man jedoch, dass alle Module ansprechbar sind.

Mai 2009 12 – 155


Beispiel 7 Unterbrochene HSCI-Steckverbindung X502 am Maschinenbedienfeld MB 620 bereits beim
Booten der TNC 620.

Es erscheint folgende Meldung:

Die Steuerung erkennt, dass nun ein Gerät fehlt.


Die Anzeige bleibt in den Spalten Bisher und Jetzt an der Stelle stehen, an der sich Unterschiede
ergeben.

In diesem Beispiel fehlt die Kommunikation zum MB 620. Wenn man in der Spalte Bisher etwas nach
unten navigiert, findet man die Zeile identCabinet:= „617973-02“,.
Diese Ident-Nummer steht für ein MB 620, welches in der Spalte Jetzt fehlt.

8 Klicken Sie nun nicht auf Akzeptieren (bzw. drücken Sie nicht die Taste ENT), sondern rufen Sie die
HSCI-Bus-Diagnose auf.
8 Nun sehen Sie, welches HSCI-Gerät nicht ansprechbar ist.
Das MB 620 zeigt den Status Fehler, in dem Icon für das MB 620 ist ein Fragezeichen zu sehen.

12 – 156 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


8 Öffnen Sie den Baum zum MB 620. Sie sehen nun, dass die Module den Status Warnung zei-
gen und nicht ansprechbar sind.

Hinweis

Auch das (im HSCI-Bus vorgeschaltete) PL 6204 zeigt den Status Fehler. Klappt man hier
den Baum auf, sieht man jedoch, dass alle Module ansprechbar sind.

Mai 2009 12 – 157


Beispiel 8 Unterbrochene 24 V-Versorgung X101 am Maschinenbedienfeld MB 620 bereits beim Booten
der TNC 620.

Es erscheint folgende Meldung:

Die Steuerung erkennt, dass nun ein Gerät fehlt.


Die Anzeige bleibt in den Spalten Bisher und Jetzt an der Stelle stehen, an der sich Unterschiede
ergeben.

In diesem Beispiel fehlt die Kommunikation zum MB 620. Wenn man in der Spalte Bisher etwas nach
unten navigiert, findet man die Zeile identCabinet:= „617973-02“,.
Diese Ident-Nummer steht für ein MB 620, welches in der Spalte Jetzt fehlt.

8 Klicken Sie nun nicht auf Akzeptieren (bzw. drücken Sie nicht die Taste ENT), sondern rufen Sie die
HSCI-Bus-Diagnose auf.
8 Nun sehen Sie, welches HSCI-Gerät nicht ansprechbar ist.
Das MB 620 zeigt den Status Fehler, in dem Icon für das MB 620 ist ein Fragezeichen zu sehen.

12 – 158 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


8 Öffnen Sie den Baum zum MB 620. Sie sehen nun, dass die Module den Status Warnung zei-
gen und nicht ansprechbar sind.

Hinweis

Auch das (im HSCI-Bus vorgeschaltete) PL 6204 zeigt den Status Fehler. Klappt man hier
den Baum auf, sieht man jedoch, dass alle Module ansprechbar sind.

Mai 2009 12 – 159


12.2 Profibus

12.2.1 Einleitung
Die TNC 620 arbeitet auch mit PROFIBUS-Komponenten zusammen.
Dazu muss eine MC 6110 mit integrierter PROFIBUS-Schnittstelle (Anschluss X121) verwendet
werden.
PROFIBUS-Komponenten sind von HEIDENHAIN oder anderen Herstellern erhältlich.
Das PROFIBUS-System wird vom Maschinenhersteller konfiguriert.
Die beschriebene PROFIBUS-Diagnose kann die Fehlersuche erleichtern.

Hinweis

Hilfreich für die Fehlersuche an PROFIBUS-Systemen sind in jedem Fall spezielle


Leitungsprüf- und Analysegeräte auf die der Servicetechniker geschult wurde.

Ziehen Sie für die Fehlersuche am PROFIBUS-System Ihrer Maschine den Maschinenhersteller
zu Rate!

12.2.2 Mögliche Fehlerursachen

„ Störung im PROFIBUS
„ Störung in einem Bus (z.B. ASI-Bus) der am PROFIBUS angeschlossen ist
„ Fehlende Abschlusswiderstände an den Enden des PROFIBUS
„ Defektes Kabel oder Stecker
„ Defekter Teilnehmer
„ Fehlende PLC-Spannungsversorgung
„ Defekte Profibus-Schnittstelle an der MC 6110
„ Schlechte Schirmung und Erdung
„ Elektromagnetische Felder
„ Ausgleichsströme aufgrund unterschiedlicher Potentiale.
Beispiel:
Mehrere Schaltschränke sind mit einem Bus verbunden.
Diese Schaltschränke haben aufgrund mangelhafter Erdung nicht dasselbe Potential.
Die Schirmung des Busses ist an jedem Schaltschrank aufgelegt.
Das Resultat sind Ausgleichsströme.

12 – 160 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


12.2.3 Aufruf und Bedienung der PROFIBUS-Diagnose

8 Betriebsart Programmieren wählen.

8 Falls geöffnet: Programm-Management mit Taste END verlassen.

Hinweis

Wenn Sie bei geöffnetem Programm-Management die MOD-Taste drücken, werden die
Schnittstellen-Einstellungen aufgerufen.

8 Drücken Sie die Taste MOD.


8 Betätigen Sie den Softkey DIAGNOSE.

8 Drücken Sie den Softkey BUS DIAGNOSE.

8 Betätigen Sie den Softkey PROFIBUS --> ein neues Fenster wird geöffnet.

Hier werden die Struktur des PROFIBUS-Systems sowie die Details der PROFIBUS-Komponen-
ten angezeigt.

8 Sie können die Baumstruktur auf der linken Seite des Fensters mit den Pfeiltasten oder mit
einer USB-Maus öffen und schließen.
8 Die Navigation findet ebenfalls mit Pfeiltasten oder mit einer USB-Maus statt.

Hinweis

Die Suchfunktion erleichtert das Auffinden von PROFIBUS-Komponenten, deren Namen


bekannt sind.

Mai 2009 12 – 161


12.2.4 Identifikation der PLC-Operanden

Mittels der PROFIBUS-Diagnose können wichtige Informationen über PLC-Operanden wie z.B. der
Name, die absolute Adresse und (je nach Konfiguration des OEM) der Klemmenname gewonnen wer-
den:

Bild: Anzeige der Eigenschaften von I_PL550_Slot_1_X4_Pin_1 in der PROFIBUS--Diagnose

12.2.5 Einsatz bei der Fehlersuche

Im linken Fenster der PROFIBUS-Diagnose sehen Sie die Anordnung und Bezeichnung sowie den Sta-
tus der PROFIBUS-Komponenten und Klemmen.

8 Beobachten Sie den Status der PROFIBUS-Komponenten bzw. Klemmen.


Hiermit lassen sich bereits Fehler im PROFIBUS-System erkennen und eingrenzen.

Anzeige Status
OK

Fehler (weitere Informationen im Text-Fenster)

Warnung (weitere Informationen im Text-Fenster)

Undefinierter Zustand (weitere Informationen im Text-Fenster)

12 – 162 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


13 Speicherkarte und Dateiverwaltung der TNC 620

13.1 Einleitung
Auf der Speicherkarte der TNC 620 befinden sich die TNC-Daten, die PLC-Daten und das kom-
plette Betriebssystem mit NC-Software.

Achtung

Defekte an der Speicherkarte können dazu führen, dass keinerlei Funktionen mehr aufrufbar
sind!

Die Speicherkarte CFR (Compact Flash Removeable) befindet sich in einem Einschub unten im
Gehäuse der MC 6110 (X600).

Achtung

Da sich die komplette NC-Software auf der Speicherkarte befindet, unterliegt diese den
Exportbeschränkungen!

CFR

Aus- und Einbau der Speicherkarte


--> siehe ”Austausch der Speicherkarte CFR” auf Seite 28 – 449.

April 2010 13 – 163


13.2 Struktur der Speicherkarte

Die CFR ist in drei Partitionen aufgeteilt:

Partition Inhalt derzeitige System-


Größe variable
TNC:\ Anwenderspezifische Daten: 300 MB %USR%
Hier werden NC-Programme, Werkzeug-Tabellen,
Nullpunkt-Tabellen, etc. abgelegt.
PLC:\ Herstellerspezifische Daten: 50 MB %OEM%
Hier werden System-Dateien, PLC-Programme,
Maschinenparameter, Hilfe-Dateien, PLC-Dialoge,
PLC-Fehlertabellen, Korrekturwert-Tabellen, Herstel-
ler-Zyklen, etc. abgelegt.
Nach Eingabe der Schlüsselzahl 807667 kann auf die
PLC-Partition zugegriffen werden.
SYS:\ Systemspezifische Daten: 640 MB %SYS%
Hier befindet sich die komplette NC-Software (NC-
Dialoge, HEIDENHAIN-Zyklen, etc.) und das HEIDEN-
HAIN Echtzeit Betriebssystem NC-Kern.
Die SYS-Partition kann nur über ein spezielles HEI-
DENHAIN-Passwort geöffnet werden.

Achtung

Veränderungen in der SYS-Partition können dazu führen, dass die Steuerung nicht mehr ein-
wandfrei arbeitet!

13.3 Mögliche Fehlerursachen

„ Defektes Kabel oder Stecker


„ Keine Kommunikation aufgrund defekter Rechnerplatine
„ Keine Spannungsversorgung
„ Manipulation der Speicherkarte
(Verwendung von z.B. nicht zulässigen Programmen zur Neufragmentierung, Speicherkartentest,
Vervielfältigung)

13 – 164 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


13.4 Test der Speicherkarte

Keine Kommunika- Besteht beim Starten der Steuerung keine Kommunikation mit der CFR, erscheint i.d.R. die Mel-
tion mit der CFR dung:
DISK BOOT FAILURE, INSERT SYSTEM DISK AND PRESS ENTER
Kontrollieren Sie, ob die Speicherkarte fest im Einschub steckt oder testen Sie die Speicherkarte
an einer funktionierenden TNC 620 (falls vorhanden).
Weitergehende Tests sind hierzu im Feld nicht möglich!

Kommunikation Besteht noch Kommunikation mit der Speicherkarte, können evtl. Tests im Feld ausgeführt wer-
mit der CFR den --> wenden Sie sich hierzu an eine HEIDENHAIN-Servicestelle.

Umfangreichere Tests sind nur bei einer HEIDENHAIN-Reparaturstelle möglich!

Achtung

Verwenden Sie keine eigenen Test- oder Reparaturprogramme für die Speicherkarte!
Eine Datenrettung bei HEIDENHAIN oder bei Spezialfirmen könnte dadurch erschwert oder
unmöglich gemacht werden.

13.5 Setzen der Systemzeit

Sekundengenaues Das sekundengenaue Setzen der Systemzeit der TNC 620 wird auf Anfrage bei der
Setzen HEIDENHAIN-Helpline erläutert.
Hierbei kann auch das Datum gesetzt bzw. korrigiert werden.

Unterschied zur 8 Rufen Sie die Maschinenparameter-Liste auf --> siehe ”Maschinenparameter” auf Seite 30 –
Weltzeit 479.
8 Stellen Sie den Cursor auf den Parameter offsetToUTC (105201).
8 Tragen Sie hier den Unterschied der Lokalzeit zur Systemzeit ein (Eingabe -12 bis +14 Stun-
den).

Hinweis

Als Systemzeit wird die koordinierte Weltzeit (UTC = Universal Time Coordinated) verwen-
det.

8 Bestätigen Sie die Eingabe mit OK.


8 Drücken Sie den Softkey SPEICHERN.
8 Betätigen Sie nun den Softkey STEUERUNG BEENDEN --> nach einigen Sekunden bootet die
Steuerung automatisch.

Hinweis

Die Winter- und Sommerzeit wird nicht automatisch umgestellt.


Hierzu muss/kann jeweils offsetToUTC (105201) angepasst werden.

April 2010 13 – 165


13.6 Dateiverwaltung der TNC-Partition

Aufruf der
8 Betriebsart Programmieren wählen.
TNC-Partition

8 Programm-Management aufrufen.

Bild: Programm-Management der TNC 620.


Links wird die Verzeichnisstruktur angezeigt. Rechts sind die zugehörigen Dateien aufgelistet.

Mit der +/- Taste oder der ENTER-Taste oder mittels Mausklick können Unterverzeichnisse geöffnet
und geschlossen werden.

Mit den Pfeiltasten LINKS und RECHTS oder mittels Mausklick kann zwischen Ver-
zeichnis- und Dateiseite gewechselt werden.

Mit den Pfeiltasten OBEN und UNTEN oder mittels Mausklick können die entspre-
chenden Unterverzeichnisse bzw. Dateien gewählt werden. In der Kopfzeile wird das
angewählte Verzeichnis bzw. die angewählte Datei angezeigt.

13 – 166 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Übersicht der
wichtigsten TNC- Dateityp Dateierweiterung
Dateitypen NC-Programm HEIDENHAIN-Dialog .H
NC-Programm DIN/ISO .I
Werkzeug-Tabelle .T
Platz-Tabelle (Werkzeugwechsler) .TCH
Nullpunkt-Tabelle .D
Preset-Tabelle .PR
Tastsystem-Tabelle .TP
Backup-Datei .BAK
ASCII-Datei .A
Oszilloskop-Datei .SCO
Text-Datei .TXT
Zip-Dateien (z.B. Servicedateien) .ZIP

Hinweis

Wenn Sie bestimmte Dateien nicht finden, obwohl der Cursor im richtigen Verzeichnis steht,
so kann ein Filter für Dateitypen gesetzt sein.
Die Filtereinstellung wird über der Dateiliste angezeigt, z.B. TNC:\*.H;*.I
Diesen Filter können Sie mit den Softkeys TYP WÄHLEN --> ALLE ANZ. wieder entfernen.

Welcher Dateityp
8 Softkey zum Aufruf der Dateitypenauswahl.
soll aufgelistet
werden?

8 Nun treffen Sie die Auswahl für bestimmte oder alle Dateitypen:

Datei-
Informationen
Datei-Name Name und Dateierweiterung
Byte Dateigröße in Byte
Status Eigenschaft der Datei:
E Datei ist in der Betriebsart Programmieren angewählt
S Datei ist in der Betriebsart Programm-Test angewählt
M Datei ist in einer Programmlauf-Betriebsart angewählt
Datei gegen Löschen und Ändern geschützt (Protected).
Dieses Symbol wird VOR dem Dateinamen platziert.

Datum Datum, an dem die Datei zuletzt geändert wurde


Zeit Uhrzeit, zu der die Datei zuletzt geändert wurde

Hinweis

Eine ausführliche Beschreibung zur Datei-Verwaltung finden Sie im Benutzer-Handbuch zur


TNC 620.

April 2010 13 – 167


13.7 Dateiverwaltung der PLC-Partition

Aufruf der
8 Betriebsart Programmieren wählen.
PLC-Partition

8 Falls geöffnet: Programm-Management mit Taste END verlassen.

Hinweis

Wenn Sie bei geöffnetem Programm-Management die MOD-Taste drücken, werden die
Schnittstellen-Einstellungen aufgerufen.

8 Schlüsselzahl-Fenster aufrufen.

8 Schlüsselzahl eingeben und bestätigen.

8 Die PLC-Hauptseite wird angezeigt.

Hinweis

Falls nach Eingabe der Standard-PLC-Schlüsselzahl 807667 nicht die PLC-Hauptseite


angezeigt wird, so hat der Maschinenhersteller den PLC-Modus durch eine eigene
Schlüsselzahl geschützt --> fragen Sie den Maschinenhersteller!

8 Programm-Management aufrufen.

Bild: Programm-Management der TNC 620.


Links wird die Verzeichnisstruktur angezeigt. Rechts sind die zugehörigen Dateien aufgelistet.

13 – 168 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Mit der +/- Taste oder der ENTER-Taste oder mittels Mausklick können Unterverzeichnisse
geöffnet und geschlossen werden.

Mit den Pfeiltasten LINKS und RECHTS oder mittels Mausklick kann zwischen
Verzeichnis- und Dateiseite gewechselt werden.

Mit den Pfeiltasten OBEN und UNTEN oder mittels Mausklick können die ent-
sprechenden Unterverzeichnisse bzw. Dateien gewählt werden. In der Kopf-
zeile wird das angewählte Verzeichnis bzw. die angewählte Datei angezeigt.

Übersicht der
wichtigsten PLC- Dateityp Dateierweiterung
Dateitypen ASCII-Dateien (Text-Dateien, z.B. PLC-Dialoge und PLC-Fehlermel- .A
dungen)
Leistungsteil-Tabelle .AMP .INV
Backup-Datei .BCK
Bild-Dateien für PLC-Softkeys und Hilfsbilder .BMX
HEIDENHAIN-Zyklen .CDC .CDF
Konfigurations-Dateien (Maschinenparameter) .CFG
Korrekturwert-Zuordnungen .CMA
Korrekturwert-Tabellen .COM
Hilfe- und Dialog-Dateien .CSV
Hersteller-Zyklen .CYC .DES .PIC .ELE
Definitions-Dateien .DEF
Konfigurations-Dateien für HSCI- und PROFIBUS-Komponenten .IOC
Logbuch-Dateien .LOG
Motor-Tabelle .MOT
PLC-Fehlertabelle .PET
Übersetzte PLC-Programme .PLC
Osci-Tracedatei .SCO
PLC-Quelldateien (Source Code) .SRC
Text-Datei (z.B. Hilfeinformationen und aktuelle Werte von Konfig- .TXT
Objekten und Parametern)
Watch-List-Datei .WLT
Zip-Dateien (z.B. gesicherte Maschinenparameter) .ZIP

Hinweis

Wenn Sie bestimmte Dateien nicht finden, obwohl der Cursor im richtigen Verzeichnis steht,
so kann ein Filter für Dateitypen gesetzt sein.
Die Filtereinstellung wird über der Dateiliste angezeigt, z.B. PLC:\*.DEF
Mit den Softkeys TYP WÄHLEN --> DEFAULT können Sie die voreingestellten Filter wählen.
Nachdem Sie den Softkey ANZEIGE FILTER gedrückt und *.* eingegeben haben, können
Sie alle PLC-Dateien sehen.

April 2010 13 – 169


Welcher Dateityp
8 Softkey zum Aufruf der Dateitypenauswahl.
soll aufgelistet
werden?

8 Nun treffen Sie die Auswahl für bestimmte oder alle Dateitypen:

Datei-
Informationen
Datei-Name Name und Dateierweiterung
Byte Dateigröße in Byte
Status Eigenschaft der Datei:
E Datei ist in der Betriebsart Programmieren angewählt
S Datei ist in der Betriebsart Programm-Test angewählt
M Datei ist in einer Programmlauf-Betriebsart angewählt
Datei gegen Löschen und Ändern geschützt (Protected).
Dieses Symbol wird VOR dem Dateinamen platziert.

Datum Datum, an dem die Datei zuletzt geändert wurde


Zeit Uhrzeit, zu der die Datei zuletzt geändert wurde

Hinweis

Eine ausführliche Beschreibung zur Datei-Verwaltung finden Sie im Benutzer-Handbuch zur


TNC 620.

13 – 170 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


14 Datensicherung

14.1 Einleitung

Datensicherung Für den Service-Einsatz ist es oftmals erforderlich bzw. empfehlenswert, bestimmte Daten der
empfohlen Steuerung zu sichern!

In jedem Fall sollten vor Änderungen an den Einstellungen der Maschine die originalen
Maschinenparameter gesichert werden. Dies kann auch ohne Datenübertragung auf externe
Speichergeräte direkt auf der Flashkarte der TNC 620 geschehen
--> siehe ”Maschinenparameter sichern” auf Seite 30 – 483.

Von vorrangigem Interesse für den Servicetechniker sind zudem die kompletten PLC-Daten,
also die vom Hersteller festgelegten, spezifischen Daten der Maschine.

Hinweis

Die Maschinendaten für den Auslieferungszustand der Werkzeugmaschine liegen oft-


mals der Maschine bei (z.B. auf CD-ROM, DVD, USB-Stick) oder können beim Maschinen-
hersteller angefordert werden.

Achtung

Wurden dauerhafte Änderungen an der Maschine vorgenommen (z.B. NC-Software-


Update, Umbauten), die auch Änderungen bzw. Anpassungen der Maschinendaten zur
Folge hatten (Maschinenparameter, PLC-Programm, etc.), so ist ein neues Backup für
diese Maschine anzulegen!

Verfügbare Daten-
schnittstellen
Datenschnittstelle Stecker
Ethernet X26
RS-232-C (V.24) X27
USB (Universal Serial Bus) X141 und X142

Hinweis

Für den Service-Einsatz empfiehlt sich die Verwendung eines USB-Stick.


Das Ein- und Auslesen von Daten sowie das Sichern ganzer Partitionen lässt sich hiermit
ohne großen Aufwand und sehr schnell bewerkstelligen!

Hinweis

Für die Anwendung der Datenübertragungs-Software TNCremoNT mit ihren zusätzlichen


Funktionen empfiehlt sich der Einsatz der Ethernet-Schnittstelle.
Die Übertragungsgeschwindigkeit ist hier erheblich schneller als bei der RS-232-Schnitt-
stelle.

April 2010 14 – 171


Windows- Abhängig vom Windows-System Ihres Laptop/PC kann die Vorgehensweise zur Abfrage und
Kenntnisse Einstellung der Ethernet-Konfiguration geringfügig unterschiedlich sein.
In der folgenden Beschreibung sind Beispiele mit Windows 2000 und Windows XP gegeben.
Windows-Kenntnisse werden vorausgesetzt! Fragen Sie ggf. Ihren Systemadministrator!

Berechtigungen Für den Zugriff auf die Netzwerk-Einstellungen sowohl an Ihrem Laptop/PC wie auch an der
Steuerung benötigen Sie entsprechende Berechtigungen (Passwörter, Schlüsselzahlen, etc.).
Fragen Sie ggf. Ihren Systemadministrator bzw. den Maschinenhersteller!

Datenüber- Für die Datenübertragung und Datensicherung in dieser Beschreibung wird die HEIDENHAIN-Daten-
tragungs-Software übertragungs-Software TNCremoNT ab Version 2.6 verwendet.
TNCremoNT
Die aktuelle Version von TNCremoNT können Sie von der HEIDENHAIN-Internetseite runterladen
(www.heidenhain.de) und auf Ihrem Service-Laptop bzw. Ihrem stationären PC installieren.

Hinweis

Verwenden Sie die aktuelle Version von TNCremoNT.

Hinweis

Das Programm TNCremoNT verfügt im Menue/Hilfe über ausführliche Beschreibungen zur


Bedienung inkl. Inhaltsverzeichnis.

BINÄR-ASCII- Bei der TNC 620 gibt es (im Gegensatz zu anderen TNC-Steuerungen) keine BINÄR-ASCII-Wandlung
Wandlung zur Sicherung von Daten!
Die Daten auf der Speicherkarte der TNC 620 liegen generell im ASCII-Format vor.

14 – 172 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


14.2 Verbindungsaufbau

14.2.1 via USB

Sie benötigen dazu Ein USB-Gerät (z.B. USB-Stick) mit folgenden Eigenschaften:
„ USB 1.1
„ Dateisystem FAT oder VFAT
„ Stromverbrauch kleiner 0,5 A (ansonsten ist eine separate Stromversorgung nötig)
„ USB-Kabel max. 6 m (ansonsten müssen Verstärker eingesetzt werden)

Hinweis

Standard-USB 1.1-Sticks werden von der TNC 620 erkannt.


HEIDENHAIN kann nicht garantieren, dass alle auf dem Markt erhältlichen USB-Sticks an
der TNC 620 funktionieren!

USB-Stick 8 Rufen Sie die Betriebsart Programmieren auf und drücken Sie die Taste PGMMGT.
anstecken
8 Stecken Sie den USB-Stick an der Konsole links neben dem Bildschirm an --> das USB-Gerät
erscheint im Verzeichnisbaum:

USB-Stick Sie befinden sich im Programm-Management.


abstecken
8 Stellen Sie den Cursor im Verzeichnisbaum auf das USB-Gerät.
8 Schalten Sie die Softkey-Leiste weiter, bis Sie den Softkey ZUSÄTZL. FUNKT. sehen.
8 Drücken Sie diesen Softkey und schalten Sie anschließend die Softkey-Leiste weiter, bis Sie
die Softkeys mit den USB-Stick-Symbolen sehen.

8 Drücken Sie den Softkey mit dem Symbol „USB-Stick entfernen“ -->
das USB-Gerät verschwindet aus dem Verzeichnisbaum.
8 Ziehen Sie den USB-Stick ab.

Achtung

Wenn der USB-Stick abgezogen wird, bevor der Softkey mit dem Symbol „USB-Stick ent-
fernen“ gedrückt wurde, kann dies zu einem Datenverlust auf dem Stick führen!

April 2010 14 – 173


14.2.2 via Ethernet

Sie benötigen dazu „ Einen Laptop/PC mit einer Ethernet-Karte


„ Entweder ein gekreuztes Ethernetkabel („Crossover-Kabel“) für die direkte Verbindung zwi-
schen Laptop und Steuerung ("Peer to Peer") oder ein ungekreuztes Ethernetkabel („Patchkabel“)
für die Verbindung über Ihr Hausnetz (Intranet).

Hinweis

Markieren Sie Ihr Kabel als „gekreuzt“ bzw. „ungekreuzt“.

Hinweis

Aktuelle Laptops stellen sich automatisch auf die Ethernet-Schnittstelle ein.


Hier spielt es keine Rolle, ob das angesteckte Ethernetkabel gekreuzt oder ungekreuzt ist.

Verbindungsauf- Wenden Sie sich hierzu an Ihren Systemadministrator!


bau über Ihr
Hausnetz

Verbindungsauf- Hier empfiehlt es sich, eine direkte Verbindung zwischen Ihrem Service-Laptop und der
bau beim Kunden Steuerung herzustellen ("Peer to Peer").
(Außendienst)
8 Fragen Sie den Kunden, ob Sie die Steuerung für die Zeit Ihrer Arbeiten vom Hausnetz abstekken
dürfen.
8 Schließen Sie Ihren Laptop mittels eines gekreuzten Ethernetkabels an der Steuerung an.

Hinweis

In der Regel hat der Maschinenhersteller eine Ethernet-Steckmöglichkeit an der Konsole


eingerichtet.

Gefahr

Beachten Sie die Gefahren, die von Strom und Spannung ausgehen, wenn Sie zum
Anschluss der Datenkabel Abdeckungen der Konsole öffnen müssen!

8 Passen Sie nun entweder die IP-Adresse und Subnet-Maske Ihres Laptops an die IP-Adresse und
Subnet-Maske der TNC 620 an oder umgekehrt.

Hinweis

Für Laptops mit Windows XP empfiehlt sich die Anpassung der Ethernet-Einstellungen am
Laptop („Alternative Konfiguration“).
Ansonsten kann auch an der TNC 620 sehr einfach eine neue Ethernet-Einstellung
vorgenommen werden.

Auf den folgenden Seiten finden Sie die passenden Beschreibungen.

14 – 174 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Ethernet- Wenn Sie Ihren Laptop an die TNC 620 anpassen wollen:
Einstellungen am
Laptop anpassen
8 Notieren Sie sich zuerst die Ethernet-Einstellungen der Steuerung:
Betriebsart Programmieren aufrufen --> Taste PGMMGT drücken --> Softkey NETZWERK drük-
ken --> Softkey NETZWERK INFO drücken --> IP-Adresse und Maske in der zweiten Zeile
unter eth0 ablesen und notieren:

8 Klicken Sie auf Ihrem Laptop nacheinander auf Arbeitsplatz --> Systemsteuerung --> Netzwerk
(oder Netzwerk und DFÜ-Verbindungen, o.ä.) --> LAN-Verbindung.
8 Rufen Sie die nun die Eigenschaften des TCP/IP-Protokolls der Ethernetkarte Ihres Laptops
auf (lesen Sie hierzu bei Bedarf die Windows-Hilfe oder fragen Sie Ihren Systemadministrator).

Im folgenden Beispiel mit Windows XP sind die Eigenschaften des TCP/IP-Protokolls unter LAN-
Verbindung --> Eigenschaften --> Internetprotokoll (TCP/IP) --> Eigenschaften abgelegt:

Hinweis

Wenn in der allgemeinen Konfiguration Ihres Laptops die IP-Adresse automatisch bezogen
wird, klicken Sie nun bei Windows XP auf die Schaltfläche „Alternative Konfiguration“.

April 2010 14 – 175


Bild: Fenster „Eigenschaften von Internetprotokoll (TCP/IP), Alternative Konfiguration“

Achtung

Notieren Sie die ursprünglichen Einstellungen unter „Allgemein“ oder „Alternative


Konfiguration“, die Sie überschreiben und später wieder herstellen müssen!
Für die folgenden Änderungen müssen Sie über die entsprechenden Berechtigungen
verfügen. Fragen Sie ggf. Ihren Systemadministrator!

8 Die IP-Adresse kann bei einer Peer to Peer-Verbindung nicht automatisch bezogen werden (DHCP
= Dynamic Host Configuration Protocol)!
Sie benötigen eine feste IP-Adresse --> klicken Sie dieses entsprechend an!
8 Geben Sie eine passende IP-Adresse ein.

Hinweis

Orientieren Sie sich hierbei an der IP-Adresse der TNC 620 und wählen Sie die letzte Stelle
z.B. eine Nummer höher.
Beispiel:
Adresse der TNC 620: 160.1.180.5
Adresse des Laptops: 160.1.180.6

8 Die Subnet-Maske des Laptops muss identisch mit der Subnet-Maske der Steuerung sein! Tippen
Sie dieses entsprechend ein (weitere Einstellungen sind hier nicht von Bedeutung).
8 Bestätigen Sie die Einstellungen (evtl. bootet Ihr Laptop neu).

14 – 176 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Ethernet- Wenn Sie die TNC 620 an Ihren Laptop anpassen wollen:
Einstellungen an
der Steuerung
8 Notieren Sie sich zuerst die IP-Adresse und die Subnet-Maske Ihres Laptops:
anpassen
Tippen Sie dazu z.B. in der Eingabeaufforderung den Befehl ipconfig ein
(bzw. den Befehl winipcfg, je nach Windows-Version)

Hinweis

Sie können diese Informationen auch unter Arbeitsplatz\Systemsteuerung\Netzwerk ...


finden.

8 Tippen Sie an der Steuerung die Schlüsselzahl NET123 ein und rufen Sie anschließend den Pro-
gramm-Manager auf.
8 Drücken Sie den Softkey NETZWERK (Softkeyleiste entsprechend weiterschalten)
8 Betätigen Sie den Softkey NETZWERK KONFIGURIEREN (Softkeyleiste entsprechend weiter-
schalten)

Folgende Anzeige erscheint:

April 2010 14 – 177


Achtung

Notieren Sie sich die ursprünglichen Einstellungen, die Sie später wieder herstellen müs-
sen!

8 Die IP-Adresse kann bei einer Peer to Peer-Verbindung nicht automatisch bezogen werden (DHCP
= Dynamic Host Configuration Protocol)!
Sie benötigen eine feste IP-Adresse. Falls also die Steuerung auf DHCP eingestellt ist, müssen Sie
dieses ändern.
8 Passen Sie die IP-Adresse der Steuerung an die IP-Adresse Ihres Laptops an.

Hinweis

Orientieren Sie sich hierbei an der IP-Adresse des Laptops und wählen Sie die letzte Stelle
eine Nummer höher.
Beispiel:
Adresse des Laptops 160.1.11.227
Adresse der TNC 620 160.1.11.228

8 Geben Sie dieselbe Subnet-Maske wie an Ihrem Laptop ein.


8 Drücken Sie zweimal den Softkey OK.
8 Die Steuerung bootet neu, die Einstellungen werden übernommen.

14 – 178 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


TNCremoNT 8 Starten Sie das HEIDENHAIN-Datenübertragungsprogramm TNCremoNT.

8 Klicken Sie auf dieses Icon, um das Konfigurationsfenster zu öffnen


(Aufruf auch über Extras/Konfiguration ... möglich).

8 Klicken Sie nun auf Verbindung und wählen Sie Ethernet (TCP/IP).
8 Klicken Sie anschließend auf Einstellungen und tippen Sie die IP-Adresse der Steuerung ein.

8 Kontrollieren Sie den Übertragungsmodus. Er sollte wie folgt eingestellt sein:

8 Bestätigen Sie mit Übernehmen und OK.

8 Klicken Sie auf dieses Icon --> die Verbindung wird hergestellt.

8 Der TNCremoNT-Bildschirm teilt sich, der Inhalt der Speicherkarte wird in der unteren Bild-
schirmhälfte angezeigt.

Hinweis

Wenn Sie hierbei keinen Erfolg haben, prüfen Sie das Verbindungskabel und die Einstellun-
gen!
Sie können auch probieren, ob das „Pingen“ funktioniert --> siehe folgende Seiten!

April 2010 14 – 179


„Pingen“ Falls die Verbindung mit TNCremoNT nicht zustande kommt, können Sie die ...
„ Ethernetkarte im Laptop
„ Ethernetkarte in der Steuerung
„ korrekte Verbindung beider Karten via Ethernet
... mittels „pingen“ überprüfen!

„Ping-loopback-test“ am Laptop (Test der Ethernetkarte des Laptops):


8 Geben Sie in der Eingabeaufforderung den Befehl ping gefolgt von einem Leerzeichen und der IP-
Adresse der Ethernetkarte des Laptops ein (z.B. ping 160.1.178.23).
8 Bestätigen Sie mit ENTER --> wenn die Ethernetkarte funktioniert, erhalten Sie eine Antwort dersel-
ben!
Falls die Ethernetkarte nicht funktioniert, erfolgt die Meldung einer Zeitüberschreitung, etc.

„Ping-loopback-test“ an der Steuerung (Test der Ethernetkarte der Steuerung):


8 Rufen Sie die Betriebsart Programmieren auf und drücken Sie die Taste PGMMGT.
8 Drücken Sie den Softkey NETZWERK (Softkeyleiste entsprechend weiterschalten).
8 Betätigen Sie den Softkey PING (Softkeyleiste entsprechend weiterschalten).
8 Geben Sie die IP-Adresse der TNC 620 ein.
8 Drücken Sie den Softkey START --> wenn die Ethernetkarte funktioniert erhalten Sie eine positive
Antwort (0% packet loss).
Falls die Ethernetkarte nicht funktioniert, erfolgt eine Meldung über verloren gegangene Datenpa-
kete.

Bild: Erfolgreicher „Ping-loopback-test“ an der Steuerung

14 – 180 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Pingen vom Laptop auf die Steuerung (Test der Verbindung):
8 Geben Sie in der Eingabeaufforderung den Befehl ping gefolgt von einem Leerzeichen und
der IP-Adresse der Steuerung ein.
8 Bestätigen Sie mit ENTER --> wenn die Verbindung funktioniert erhalten Sie eine Antwort der
Steuerung!
Falls die Verbindung nicht funktioniert, erfolgt die Meldung einer Zeitüberschreitung, etc.

Bild: Erfolgreiches „Pingen“ vom Laptop auf die Steuerung

Pingen von der Steuerung auf den Laptop (Test der Verbindung):
8 Rufen Sie die Betriebsart Programmieren auf und drücken Sie die Taste PGMMGT.
8 Drücken Sie den Softkey NETZWERK (Softkeyleiste entsprechend weiterschalten).
8 Betätigen Sie den Softkey PING (Softkeyleiste entsprechend weiterschalten).
8 Geben Sie die IP-Adresse des Laptops ein.
8 Drücken Sie den Softkey START --> wenn die Ethernetkarte funktioniert erhalten Sie eine posi-
tive Antwort (0% packet loss).
Falls die Ethernetkarte nicht funktioniert, erfolgt eine Meldung über verloren gegangene
Datenpakete.

Bild: Erfolgloses „Pingen“ von der Steuerung auf den Laptop

Hinweis

Sollte das „Pingen“ nicht funktionieren, müssen Sie alle Einstellungen und die Hardware
(Ethernetkabel, Ethernetkarten) noch einmal überprüfen!
Geht speziell das „Pingen“ von der Steuerung auf den Laptop nicht, so könnte ein aktiver
Firewall auf dem Laptop der Grund dafür sein.

April 2010 14 – 181


Bedeutung der
LEDs an der
Ethernet-Daten- LED Zustand Bedeutung
schnittstelle X26 grün blinkend Schnittstelle aktiv
aus Schnittstelle inaktiv
gelb ein 100 MBit-Netz
aus 10 MBit-Netz

Ursprüngliche Wenn Sie die Datensicherung, etc. beendet und die Verbindung wieder getrennt haben, vergessen Sie
Einstellungen nicht, die ursprünglichen Netzwerk-Einstellungen Ihres Laptops oder der TNC 620 wieder zu aktivie-
wieder herstellen ren!

8 Tippen Sie am Laptop die originalen Einstellungen ein und bestätigen Sie mit ENTER.
8 Tippen Sie an der Steuerung die originalen Einstellungen ein und bestätigen Sie mit ENTER.

Hinweis

Diese Einstellungen sind erst nach einem Neustart der Steuerung aktiv!

14 – 182 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


14.2.3 via serieller Schnittstelle RS-232-C/V.24

Sie benötigen dazu „ Einen Laptop/PC mit einer RS-232-C Schnittstelle bzw. einer USB-Schnittstelle (zum
Anschluss eines USB/RS-232-C Adapters).

„ Ein gekreuztes serielles Datenübertragungskabel („Nullmodemkabel“) für die Verbindung


zwischen Laptop und Sub-D-Stecker an der Konsole (Adapterblock von HEIDENHAIN).
Mögliche Konfigurationen, auch zum direkten Anschluss des Laptops an die TNC 620 -->
siehe ”Kabelübersicht” auf Seite 14 – 197.

„ Eine „Opto-Bridge“

Hinweis

Verwenden Sie keine selbstgefertigten Kabel (Schirmungsprobleme, Kontaktprobleme,


Kurzschlüsse, etc.). Markieren Sie Ihr Kabel als „gekreuzt“ bzw. „ungekreuzt“.

Achtung

HEIDENHAIN empfiehlt die Verwendung einer „Opto-Bridge“.


Dieser serielle Zwischenstecker gewährleistet eine galvanische Trennung über Optokoppler
und kann die serielle Schnittstelle somit gegen Überspannungen, Masseverschiebungen
und Störspannungen auf Masseleitungen schützen.
Eine „Opto-Bridge“ erhalten Sie im Computerfachhandel.
Beachten Sie:
Hat der Maschinenhersteller bereits eine Opto-Bridge verbaut, so funktioniert eine weitere
Opto-Bridge nicht, da so eine Brücke von beiden Seiten her versorgt werden muss!

Verbindungsaufbau 8 Schließen Sie Ihren Laptop mittels eines gekreuzten seriellen Datenübertragungskabels (und
ggf. einer Opto-Bridge) am Adapterstecker RS-232-C der Konsole an.

Hinweis

In der Regel hat der Maschinenhersteller den Adapterstecker RS-232-C von


HEIDENHAIN an einer Konsolenwand verbaut.
Sollte dies nicht der Fall sein, so beachten Sie, dass Sie für den direkten Anschluss an die
TNC 620 meist ein anderes Datenübertragungskabel verwenden müssen --> siehe
”Kabelübersicht” auf Seite 14 – 197.

Gefahr

Beachten Sie die Gefahren, die von Strom und Spannung ausgehen, wenn Sie zum
Anschluss der Datenkabel Abdeckungen der Konsole öffnen müssen!

8 Passen Sie nun die Baudrate für das LSV-2 Protokoll an.

Baudrate für LSV-2 8 Rufen Sie die MP-Liste auf.


8 Öffnen Sie den Pfad System/Network/Serial/CfgSerialPorts/baudRateLsv2 (106606).
8 Öffnen Sie das Auswahlfenster (Pfeil nach rechts, Taste GOTO) und bestätigen Sie die einge-
stellte Baudrate bzw. wählen Sie eine höhere Übertragungsrate (sollte es hiermit Probleme
geben, können Sie auf niedrigere Baudraten zurückgreifen)

Hinweis

Die TNC 620 erkennt automatisch, wenn mit dem LSV-2 Protokoll gearbeitet wird (z.B.
Datenübertragung mit TNCremoNT).

April 2010 14 – 183


TNCremoNT 8 Starten Sie das HEIDENHAIN-Datenübertragungsprogramm TNCremoNT.
8 Klicken Sie auf dieses Icon, um das Konfigurationsfenster zu öffnen
(Aufruf auch über Extras/Konfiguration ... möglich).

8 Klicken Sie nun auf Verbindung und wählen Sie Serielle Verbindung (LSV-2).
8 Klicken Sie anschließend auf Einstellungen und wählen Sie die serielle Schnittstelle (z.B. COM1)
aus.
8 Klicken Sie die automatische Ermittlung der Übertragungsgeschwindigkeit bei Verbindungsauf-
nahme an --> es wird die Baudrate übernommen, die Sie an der TNC 620 eingestellt haben.

Hinweis

Bei Verwendung eines USB/RS-232-C Adapters sollte die automatische Baudraten-Erken-


nung nicht aktiviert werden. Stellen Sie die Übertragungsrate jeweils an der Steuerung und
dem Laptop ein.

8 Kontrollieren Sie den Übertragungsmodus. Er sollte wie folgt eingestellt sein:

8 Bestätigen Sie mit Übernehmen und OK.


8 Klicken Sie auf dieses Icon --> die Verbindung wird hergestellt.

8 Der TNCremoNT-Bildschirm teilt sich, der Inhalt der Speicherkarte wird in der unteren Bildschirm-
hälfte angezeigt.

Hinweis

Wenn Sie hierbei keinen Erfolg haben, prüfen Sie das Verbindungskabel und die Einstellun-
gen!

14 – 184 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


14.3 Ein- und Auslesen einzelner Dateien und Verzeichnisse
Für das Ein- und Auslesen von Dateien und Verzeichnissen gibt es verschiedene Möglichkeiten:
„ Anschluss eines USB-Geräts und Übertragung mit 2-Fenster-Technik im
Programm-Management
„ Übertragung mit TNCremoNT
„ Übertragung mit TNCserver

Hinweis

Informationen zum Einrichten von Datenschnittstellen und dem Ein- und Auslesen von
Daten (z.B. TNCserver-Betrieb) finden Sie auch im Benutzerhandbuch für die TNC 620.

Verbindungsaufbau 8 Stecken Sie einen USB-Stick an --> siehe ”Verbindungsaufbau” auf Seite 14 – 173.

oder

8 Stellen Sie mittels TNCremoNT die Verbindung Steuerung - Laptop her --> siehe
”Verbindungsaufbau” auf Seite 14 – 173.

Daten auf den USB-


Stick auslesen

Hinweis

Für den Zugriff auf Daten der PLC-Partition müssen Sie vorher die PLC-Schlüsselzahl einge-
geben haben.

8 Wechseln Sie in die Betriebsart Programmieren und drücken Sie die Taste PGMMGT.
8 Stellen Sie den Cursor auf das Verzeichnis USB0:\
8 Bei Bedarf können Sie ein neues Verzeichnis (z.B. Datensicherung) auf dem USB-Stick anle-
gen. Drücken Sie dazu den Softkey NEUES VERZEICHN. (Softkeyleiste weiterschalten).
Tippen Sie den Namen des neuen Verzeichnisses ein und bestätigen Sie mit OK.

8 Stellen Sie den Cursor ggf. auf das neue Verzeichnis.

April 2010 14 – 185


8 Drücken Sie den Softkey FENSTER (Softkeyleiste weiterschalten) --> es erfolgt die Darstellung der
2-Fenster-Technik:

8 Wechseln Sie mit dem Cursor auf die rechte Seite und stellen Sie diesen auf das Verzeichnis, das
Unterverzeichnis oder die Datei, die Sie übertragen wollen.

Hinweis

Mit den Softkeys ZEIGE BAUM und ZEIGE DATEIEN können Sie die entsprechende Ansicht
aufrufen.

8 Drücken Sie nun den Softkey KOP. VERZ. bzw. KOPIEREN ABC -> XYZ.

8 Bestätigen Sie mit OK --> das Verzeichnis mit dem gesamten Inhalt bzw. die einzelne Datei wird auf
den USB-Stick übertragen.
8 Drücken Sie den Softkey „USB-Stick entfernen“, bevor Sie den Stick abziehen -->
siehe ”USB-Stick abstecken” auf Seite 14 – 173.

14 – 186 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Daten vom USB-
Stick einlesen

Hinweis

Um Daten auf die PLC-Partition ablegen zu können, müssen Sie vorher die PLC-Schlüssel-
zahl eingegeben haben.

8 Wechseln Sie in die Betriebsart Programmieren und drücken Sie die Taste PGMMGT.
8 Stellen Sie den Cursor auf das Verzeichnis USB0:\
(ggf. noch auf das Unterverzeichnis, von dem die Daten entnommen werden sollen).
8 Drücken Sie den Softkey FENSTER (Softkeyleiste weiterschalten) --> es erfolgt die Darstel-
lung der 2-Fenster-Technik:

8 Wechseln Sie mit dem Cursor auf die rechte Seite und stellen Sie diesen auf das Verzeichnis
oder das Unterverzeichnis, in das die Daten abgelegt werden sollen.

Hinweis

Mit dem Softkey ZEIGE BAUM können Sie die entsprechende Ansicht aufrufen.

8 Wechseln Sie nun wieder auf die andere Seite.


8 Drücken Sie den Softkey KOP. VERZ. bzw. KOPIEREN ABC -> XYZ.

8 Bestätigen Sie mit OK --> das Verzeichnis mit dem gesamten Inhalt bzw. die einzelne Datei
wird vom USB-Stick auf die Steuerung übertragen.
8 Drücken Sie den Softkey „USB-Stick entfernen“, bevor Sie den Stick abziehen -->
siehe ”USB-Stick abstecken” auf Seite 14 – 173.

April 2010 14 – 187


Daten mit Wählen Sie in der oberen Bildschirmhälfte (Inhalt Laptop/PC) das Ziellaufwerk und das Zielver-
TNCremoNT zeichnis aus:
auslesen
8 Klicken Sie in den Balken mit der Laufwerksangabe --> die Farbe wechselt von grau nach blau und
zwei Schaltflächen erscheinen rechts im Balken.
8 Klicken Sie auf die Schaltfläche Ordner/Laufwerk wechseln... --> ein neues Fenster erscheint.
8 Wählen Sie nun Laufwerk und Ordner aus --> die Pfadangabe erscheint im blauen Balken.

Hinweis

Für die auszulesenden Daten können Sie mittels TNCremoNT einen neuen Ordner auf Ihrem
Laptop erstellen. Klicken Sie dazu auf das Icon Neuen Ordner erstellen oder in der Menü-
leiste auf Datei/Ordner erstellen...

Wählen Sie in der unteren Bildschirmhälfte (Inhalt TNC 620) das Quelllaufwerk aus:
8 Klicken Sie in den Balken mit der Laufwerksangabe --> die Farbe wechselt von grau nach blau und
zwei Schaltflächen erscheinen rechts im Balken.
8 Klicken Sie auf die Schaltfläche Ordner/Laufwerk wechseln... --> ein neues Fenster erscheint.
8 Wählen Sie nun das Laufwerk aus --> die Pfadangabe erscheint im blauen Balken.

Hinweis

Für den Wechsel auf die PLC-Partition müssen Sie PLC: eintippen und bestätigen.
Anschließend wird die PLC-Schlüsselzahl abgefragt.

Bild: Wechsel auf die PLC-Partition

Lesen Sie die Daten aus:


8 Klicken Sie mit der Maus auf das Verzeichnis bzw. die Datei, die Sie auslesen möchten.
8 Halten Sie die linke Maustaste gedrückt und ziehen Sie das Verzeichnis bzw. die Datei in das obige
Fenster.
8 Lassen Sie die Maustaste los --> das Verzeichnis bzw. die Datei wird übertragen.

14 – 188 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Bild: Ausgelesene Datei

Daten mit Wählen Sie in der unteren Bildschirmhälfte (Inhalt TNC 620) das Ziellaufwerk aus:
TNCremoNT
8 Klicken Sie in den Balken mit der Laufwerksangabe --> die Farbe wechselt von grau nach blau
einlesen und zwei Schaltflächen erscheinen rechts im Balken.
8 Klicken Sie auf die Schaltfläche Ordner/Laufwerk wechseln... --> ein neues Fenster
erscheint.
8 Wählen Sie nun das Laufwerk aus --> die Pfadangabe erscheint im blauen Balken.

Hinweis

Für den Wechsel auf die PLC-Partition müssen Sie PLC: eintippen und bestätigen.
Anschließend wird die PLC-Schlüsselzahl abgefragt.

8 Wählen Sie nun das Zielverzeichnis aus --> Doppelklick auf das gewünschte Verzeichnis -->
die Pfadangabe erscheint im blauen Balken.

Wählen Sie in der oberen Bildschirmhälfte (Inhalt Laptop/PC) das Quellllaufwerk und das
Quellverzeichnis aus:
8 Klicken Sie in den Balken mit der Laufwerksangabe --> die Farbe wechselt von grau nach blau
und zwei Schaltflächen erscheinen rechts im Balken.
8 Klicken Sie auf die Schaltfläche Ordner/Laufwerk wechseln... --> ein neues Fenster
erscheint.
8 Wählen Sie nun Laufwerk und Ordner aus --> die Pfadangabe erscheint im blauen Balken.

Lesen Sie die Daten ein:


8 Klicken Sie mit der Maus auf das Verzeichnis bzw. die Datei, die Sie einlesen möchten.
8 Halten Sie die linke Maustaste gedrückt und ziehen Sie das Verzeichnis bzw. die Datei in das
untere Fenster.
8 Lassen Sie die Maustaste los --> das Verzeichnis bzw. die Datei wird übertragen.

April 2010 14 – 189


14.4 Backup auf externen Datenträger

Beim Backup werden Daten der Steuerungs-Speicherkarte auf einen externen Datenträger (z.B. Ser-
vice-Laptop) gesichert.

Hinweis

Die Steuerung soll während des Backup in Strom-Unterbrechung stehen.


Ansonsten ist ein Zugriff auf gerade vom System benutzte Dateien nicht gewährleistet.

Verbindungsaufbau
8 Stellen Sie mittels TNCremoNT die Verbindung zur TNC 620 her
--> siehe ”Verbindungsaufbau” auf Seite 14 – 173.

Ziellaufwerk auf Wählen Sie in der oberen Bildschirmhälfte (Inhalt Laptop/PC) das Ziellaufwerk aus:
Laptop auswählen
8 Klicken Sie in den Balken mit der Laufwerksangabe --> die Farbe wechselt von grau nach blau und
zwei Schaltflächen erscheinen rechts im Balken.
8 Klicken Sie auf die Schaltfläche Ordner/Laufwerk wechseln... --> ein neues Fenster erscheint.
8 Wählen Sie nun das Laufwerk aus --> die Pfadangabe erscheint im blauen Balken.

Zielordner auf 8 Klicken Sie auf das Icon Neuen Ordner erstellen oder in der Menüleiste auf Datei/Ordner erstel-
Laptop erstellen len... --> ein neues Fenster erscheint.
8 Tippen Sie den Namen des Zielordners (z.B. Backup Maschine Hugo) ein und bestätigen Sie mit OK.

Hinweis

Geben Sie dem Ordner, in den Sie das Backup legen, einen identifizierenden Namen (z.B.
Maschinennummer), damit Sie dieses später zweifelsfrei der richtigen Maschine zuordnen
können!
Vermeiden Sie lange Pfade und Dateinamen (für den Dateinamen sollten nicht mehr als 25
Zeichen, insgesamt nicht mehr als 256 Zeichen verwendet werden).

8 Doppelklick auf den soeben erstellten Ordner --> er erscheint im blauen Balken.

Steuerungs- Wählen Sie in der unteren Bildschirmhälfte (Inhalt TNC 620) das Quelllaufwerk aus:
Partition
8 Klicken Sie in den Balken mit der Laufwerksangabe --> die Farbe wechselt von grau nach blau und
auswählen zwei Schaltflächen erscheinen rechts im Balken.
8 Klicken Sie auf die Schaltfläche Ordner/Laufwerk wechseln... --> ein neues Fenster erscheint.
8 Wählen Sie nun das Laufwerk aus --> die Pfadangabe erscheint im blauen Balken.

Hinweis

Für den Wechsel auf die PLC-Partition müssen Sie PLC: eintippen und bestätigen.
Anschließend wird die PLC-Schlüsselzahl abgefragt.

8 Achten Sie darauf, dass Sie im Hauptverzeichnis der ausgewählten Partition (im Beispiel PLC:)
stehen.

14 – 190 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Bild: PLC-Partition für Backup ausgewählt

Backup-Funktion
8 Rufen Sie mit diesem Icon (oder über Extras/Backup/Restaurieren...) das
aufrufen Backup-Menü auf!

Folgendes Fenster erscheint:

Backup-Typ Wenn Sie ein Backup-Archiv für die TNC- oder PLC-Daten anlegen wollen:
auswählen
8 Wählen Sie Verzeichnisbaum scannen --> alle Dateien der ausgewählten
Partition werden aufgelistet.

8 Geben Sie dem Backup einen identifizierenden Namen (z.B. Maschinennummer).

Hinweis

HEIDENHAIN empfiehlt, getrennte Archive für die TNC-Partition (Kundendaten) und die PLC-
Partition (Daten des Maschinenherstellers) anzulegen.
Solange an der Maschine nichts geändert wird (Umbauten, NC-Softwareupdate, etc.) sind
die Daten im PLC-Archiv aktuell. Kundendaten (NC-Programme, etc.) werden
erfahrungsgemäß häufiger geändert.
In diesen Archiven befinden sich keine Informationen über die Maschinenzeit oder
Kalibrierdaten von Tastern.

April 2010 14 – 191


Wenn Sie eine weitere Speicherkarte aufbereiten wollen (und noch Daten von der alten Speicher-
karte sichern können):

8 Wählen Sie Alles scannen („Fullbackup“) oder ...

8 System- und Maschinendateien scannen (wenn die TNC-Daten schon gesichert sind
bzw. sich die Quelldateien auf einem externen Datenträger befinden, fragen Sie ggf.
den Kunden).

Achtung

Dabei werden die Maschinenzeit (TIMES.SYS), die Kalibrierdaten der Tastsysteme, etc.
übernommen, um sie anschließend auf die neue Speicherkarte übertragen zu können.
Diese Backup-Typen sind nicht für ein Archiv geeignet, da sich die Maschinenzeit, die
Kalibrierdaten, etc. ändern!

Hinweis

Für diese Backup-Typen müssen die Einstellungen von Datum und Zeit an Steuerung und
Laptop zusammenpassen!
Ansonsten erhalten Sie die Fehlermeldung Falsches Passwort

Backup starten 8 Klicken Sie auf Ausführen/Backup (oder das entsprechende Icon).

Folgendes Fenster erscheint:

8 Geben Sie der Backupdatei in der Zeile Dateiname einen identifizierenden Namen,
z.B. Maschine Hugo PLC-Daten.
8 Starten Sie mit Speichern die Datenübertragung.

Folgendes Fenster erscheint:

8 Wenn das Backup beendet ist, wird dieses Fenster geschlossen.

14 – 192 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


8 Kontrollieren Sie, ob sich auf Ihrem Laptop nun zwei Dateien mit der Endung *.BCK und *.LST
befinden.

Achtung

Das Backup ist nur dann vollständig und kann später restauriert werden, wenn die zwei
Dateien vorhanden sind:
*.BCK: Backupdatei mit den Dateien in komprimierter Form
*.LST: Referenzliste mit den Verzeichnissen und den Dateien

April 2010 14 – 193


14.5 Extrahieren von Dateien aus dem Backup-File

Beim Erstellen eines Backups mit TNCremoNT (z.B. von der PLC-Partition), werden die zugehörigen
Dateien mittels eines Packungs-Algorithmus in ein *.BCK-File gespeichert.
Wenn Sie einzelne, mehrere oder alle Dateien ansehen wollen, können Sie diese mit dem Programm
TNCremoNT aus dem *.BCK-File extrahieren.

8 Rufen Sie das Programm TNCremoNT auf.


8 Öffnen Sie den Ordner, in dem das Backup der Maschine abgelegt ist.
8 Mit einem Doppelklick auf die LST-Datei (*.LST) öffnen Sie das Fenster TNCbackup.
8 Sortieren Sie die aufgelisteten Dateien z.B. mit einem Klick auf den Balken Pfad
(Sie können nach Dateiname, Pfad, Typ und Dateigröße sortieren, klicken Sie dazu einfach in den
entsprechenden Balken).

8 Klicken Sie auf Bearbeiten/Alles auswählen.


8 Entfernen Sie die blauen Haken mit dem entsprechenden Icon (durchgestrichener blauer Haken).
8 Kennzeichnen Sie die Dateien, die Sie extrahieren wollen, mit einem Doppelklick --> der blaue Haken
erscheint vor der Datei.
8 Klicken Sie auf Ausführen/Extrahieren (oder das entsprechende Icon).
8 Sie können die gewählten Dateien direkt oder mit der zugehörigen Verzeichnisstruktur in Ihren Bak-
kup-Ordner extrahieren.
8 Nun können Sie die extrahierten Dateien lesen, separat übertragen, etc.

Achtung

Stellen Sie nach dem Extrahieren sämtliche Markierungen in Ihrem *.LST-File wieder her
(sonst werden bei einem späteren Zurückladen dieses Backups nur die markierten Dateien
restauriert)!

14 – 194 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


14.6 Restore
Beim Restaurieren (Restore) wird das Backup einer Maschine (z.B. PLC-Daten, TNC-Daten,
„Fullbackup“) von einem externen Datenträger (z.B. Service-Laptop) auf die Speicherkarte der
Steuerung zurückgeladen.

Achtung

„ Während des Restaurierens der Speicherkartendaten darf die Maschine nicht arbeiten!
„ Die Steuerung soll in Strom-Unterbrechung stehen.
„ Drücken Sie während der Datenübertragung grundsätzlich keine Taste an der Steuerung!

Hinweis

Wenn Sie mit Ethernet-Verbindung arbeiten, überprüfen Sie die nötigen Einstellungen bzw.
setzen Sie diese neu --> siehe ”Verbindungsaufbau” auf Seite 14 – 173.

Verbindungsaufbau
8 Stellen Sie mittels TNCremoNT die Verbindung zur TNC 620 her
--> siehe ”Verbindungsaufbau” auf Seite 14 – 173.

Backup-File Wählen Sie in der oberen Bildschirmhälfte (Inhalt Laptop/PC) das Laufwerk und das Verzeich-
auswählen nis aus, in dem Sie das Backup abgelegt haben:
8 Klicken Sie in den Balken mit der Laufwerksangabe --> die Farbe wechselt von grau nach blau
und zwei Schaltflächen erscheinen rechts im Balken.
8 Klicken Sie auf die Schaltfläche Ordner/Laufwerk wechseln... --> ein neues Fenster
erscheint.
8 Wählen Sie nun Laufwerk und Ordner aus (im Beispiel C:\Backup Maschine Hugo) --> die
Pfadangabe erscheint im blauen Balken.

April 2010 14 – 195


Restaurieren 8 Öffnen Sie die LST-Datei durch Doppelklick --> das TNCbackup-Fenster erscheint.
starten
8 Starten Sie die Datenübertragung mit Ausführen/Restaurieren oder über das entsprechende Icon.
8 Für das Restaurieren von PLC-Daten (PLC-Archiv, Fullbackup) werden Sie nach der PLC-Schlüssel-
zahl gefragt:

8 Schlüsselzahl eintippen und bestätigen.


8 Folgende Warnung mit OK bestätigen:

8 Bei folgender Meldung Nein anklicken!

Hinweis

Falls Sie nun die Fehlermeldung Falsches Passwort erhalten, so sind vermutlich Datum und
Zeit auf der Steuerung anders eingestellt als auf Ihrem Laptop.
Ggf. muss das Datum und die Systemzeit an der Steuerung neu eingestellt werden --> siehe
”Setzen der Systemzeit” auf Seite 13 – 165.

8 Die Daten werden wiederhergestellt:

8 Wenn das Restaurieren beendet ist, wird dieses Fenster geschlossen.

8 Starten Sie die Steuerung nach dem erfolgreichem Restaurieren des Maschinen-
Backups noch einmal neu (Reboot).
Nun sollte die Maschine wieder wie gewohnt funktionieren!

14 – 196 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


14.7 Kabelübersicht
Beachten Sie die maximale Kabellänge:

Datenschnittstelle Maximale Kabellänge


Ethernet ungeschirmt 100 m
geschirmt 400 m
RS-232-C (V.24) bis 20 m

Hinweis

Verwenden Sie keine selbstgefertigten Kabel (Schirmungsprobleme, Kontaktprobleme,


Kurzschlüsse, etc.)
Markieren Sie Ihr Kabel als „gekreuzt“ bzw. „ungekreuzt“.

Ethernet- Für die die direkte Verbindung zwischen Laptop und Steuerung ("Peer to Peer") benötigen Sie
Schnittstelle ein gekreuztes Ethernetkabel („Crossover-Kabel“).
RJ45-Anschluss

Hinweis

Um Verwechslungen zu vermeiden, markieren Sie Ihr Ethernetkabel als „gekreuzt“!

Wenn Sie die Verbindung über Ihr Hausnetz (Intranet) einrichten, verwenden Sie i.d.R. ein unge-
kreuztes Ethernetkabel („Patchkabel“).

April 2010 14 – 197


RS-232-C (V.24)

Hinweis

Die RS-232-C-Datenschnittstelle hat an der TNC 620 (Stecker X27) und am RS-232-C-Adap-
terblock (Sub-D-Stecker am Schaltschrank) unterschiedliche Steckerbelegungen.
Ausnahme: Sie können das Kabel mit der ID 366964-xx sowohl am 9-poligen Adapterblock
wie auch direkt an der Steuerung anschließen!

Mögliche Kombinationen:

Hinweis

Im Hilfe-Menue von TNCremoNT finden Sie unter dem Stichpunkt „Kabelmontage“ aus-
führliche Informationen zu Kabel und Kabelbelegungen für die serielle Datenübertragung.

Achtung

HEIDENHAIN empfiehlt für die Datenübertragung via RS-232-C die Verwendung einer
„Opto-Bridge“.
Dieser serielle Zwischenstecker gewährleistet eine galvanische Trennung über Optokoppler
und kann die serielle Schnittstelle somit gegen Überspannungen, Masseverschiebungen
und Störspannungen auf Masseleitungen schützen.
Eine „Opto-Bridge“ erhalten Sie im Computerfachhandel.
Beachten Sie:
Hat der Maschinenhersteller bereits eine Opto-Bridge verbaut, so funktioniert eine weitere
Opto-Bridge nicht, da so eine Brücke von beiden Seiten her versorgt werden muss!

14 – 198 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Zubehör Folgendes Zubehör kann hilfreich sein, Sie erhalten es im Computer-Fachhandel:

Sub-D-Zwischenstecker 25-polig
„Opto Bridge“

Trennt die serielle Schnittstelle mittels eingebauten Optokopplern


galvanisch und schützt somit vor ...

- Überspannungen
- Masseverschiebungen durch verschiedene Netzstromkreise
- Störspannungen auf Masseleitungen

Beachten Sie:
Hat der Maschinenhersteller bereits eine Opto-Bridge verbaut, so
funktioniert eine weitere Opto-Bridge nicht, da so eine Brücke von
beiden Seiten her versorgt werden muss!

Sub-D-Zwischenstecker 25-polig

Wechselt von Buchse auf Stift

Sub-D-Zwischenstecker 9-polig

Wechselt von Buchse auf Stift

Adapter RS-232-C auf USB

Für Laptops bzw. PCs ohne RS-232-C Schnittstelle, dafür aber mit
USB-Schnittstelle

April 2010 14 – 199


Sub-D-Zwischenstecker
25-polig

Zum Testen der Datenübertragungsleitungen,


die Anzeige erfolgt hier mittels LEDs

Sub-D-Zwischenstecker
25-polig

Zum Kreuzen der Datenübertragungsleitungen

Sub-D-Zwischenstecker

Umsetzung von 25-poligem Stecker auf 9-poligen Stecker

Hintergrund:
Der Adapterblock RS-232-C am Schaltschrank hat meist einen 25-
poligen Stecker, die COM-Schnittstelle am Laptop hat meist einen 9-
poligen Stecker

14 – 200 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


15 Laden von Service-Packs

15.1 Einleitung
„ Mittels Service-Packs werden Fehler in der aktuellen HEIDENHAIN-NC-Software behoben.
„ Service-Packs werden zusätzlich zur NC-Software geladen.
„ Das Service-Pack muss zur freigegebenen NC-Software-Version passen.
„ Die letzte Service-Pack-Version enthält alle Änderungen der Vorgänger-Versionen, d.h. es ist
ausreichend, das Service-Pack mit der höchsten Versionsnummer zu laden.
„ Der Maschinenhersteller kann zusätzlich zum Laden eines Service-Packs das PLC-Programm
oder die Maschinen-Konfiguration aktualisieren.

Achtung

Das Laden von Service-Packs wird i.d.R. vom Maschinenhersteller durchgeführt bzw.
darf nur in Absprache mit dem Maschinenhersteller erfolgen.

Achtung

Wurde bereits ein Service-Pack installiert, so kann nicht auf ein Service-Pack mit einer nied-
rigeren Version zurückgerüstet werden. Bei der Installation eines Service-Packs wird dies
überprüft und im Fehlerfall eine Meldung ausgegeben.

Anzeige am Ob ein Service-Pack aktiv ist, erfahren Sie jederzeit, wenn Sie bei eingeschalteter Maschine die
Bildschim MOD-Taste drücken. Hinter der Ident-Nummer der NC-Software steht dann die Bezeichnung SP
mit der Versionsnummer (z.B. 340560 02 SP1)!

April 2010 15 – 201


15.2 Vorbereitungen

Wer stellt das neue HEIDENHAIN stellt Service-Packs in Form gepackter Dateien zur Verfügung.
Service-Pack zur
Der Maschinenhersteller, der über die Zugangsberechtigung zum geschützten Bereich der
Verfügung?
HEIDENHAIN-Internetseiten (Member-Area) verfügt, kann das aktuelle Service-Pack hier
herunterladen.
Servicetechniker von Endkunden erhalten das neue Service-Pack i.d.R. vom Maschinen-hersteller.

USB-Stick Als Speichermedium wird ein USB-Stick empfohlen.


vorbereiten Hierauf wird das Service-Pack (z.B. 34056002sp1.zip) geladen und anschließend gleich entpackt.
Beim Entpacken wird ein Ordner mit der Nummer der NC-Software (z.B. 34056002) erzeugt. In diesem
befindet sich ein Unterordner (z.B. 340560_002_SP1), der letztlich eine Datei setup.zip enthält.
Diese Datei setup.zip muss (bis einschließlich NC-Softwarestand 34056x-01) in das Hauptverzeich-
nis (Root Directory) des USB-Sticks gelegt werden!
Für die alternative Durchführung zum Laden des Service-Packs ab dem NC-Softwarestand 34056x-02
kann die Datei setup.zip auch in einem Unterverzeichnis abgelegt sein.

Hinweis

Der USB-Stick muss ...


„ für USB 1.1 geeignet sein.
„ das Dateisystem FAT- oder VFAT verwenden.
„ mindestens 512 MB Speicherkapazität aufweisen.

Hinweis

Standard-USB 1.1-Sticks werden von der TNC 620 erkannt.


HEIDENHAIN kann nicht garantieren, dass alle auf dem Markt erhältlichen USB-Sticks an
der TNC 620 funktionieren!

Maschine 8 Maschine in Grundstellung (Achsen, Werkzeugwechsler, Schwenkkopf, etc.) fahren.


vorbereiten Fragen Sie hierzu den Maschinenbediener!
8 NOT-AUS-Taster drücken.

Hinweis

HEIDENHAIN empfiehlt, vor dem Laden eines Service-Packs ein Backup der Steuerung,
z. B. mit TNCremoNT, durchzuführen
--> siehe ”Backup auf externen Datenträger” auf Seite 14 – 190.

15 – 202 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


15.3 Durchführung für alle bisherigen NC-Softwarestände

8 Fahren Sie die Steuerung herunter und schalten Sie die Maschine aus.
8 Stecken Sie den USB-Stick mit dem Service-Pack an der Konsole links neben dem Bildschirm
an.
8 Schalten Sie die Maschine ein und drücken Sie sobald der Text

Verifying DMI Pool Data ........................................


SYS ........................................

erscheint die Taste DEL solange, bis der Bootvorgang unterbrochen und folgende Meldung
angezeigt wird:

Welcome to HeROS version ... !


Username:

Hinweis

Wenn Sie erst mit Erscheinen des blauen Bildschirms die DEL-Taste drücken, ist es zu spät
--> der Bootvorgang kann nicht mehr unterbrochen werden.

Hinweis

Bei angesteckter Ethernet-Verbindung erscheint zuerst ein Hinweis bzgl. Ethernet in der
Zeile Username:.
Drücken Sie einfach die Taste ENT --> Sie erhalten die gewünschte Anzeige.

8 Geben Sie bei Username 049866931 ein (falls eine USB-Tastatur an die Steuerung angeschlos-
sen ist können Sie alternativ auch update eingeben).
8 Drücken Sie die Taste ENT --> folgendes Fenster erscheint:

8 Wählen Sie den Menüpunkt Update und bestätigen Sie die Auswahl mit der Taste ENT.

April 2010 15 – 203


8 Wählen Sie Source: USB stick und bestätigen Sie die Auswahl mit der Taste ENT.

8 Die Steuerung startet nun das Update-Menü.


Ein neues Fenster wird geöffnet und der Inhalt des Update-Paketes angezeigt:

8 Wählen Sie 1 und bestätigen Sie die Auswahl mit der Taste ENT.
8 Die Steuerung führt selbstständig das Laden des Service-Packs durch.

Hinweis

Während dem Laden des Service-Packs wird automatisch ein Backup des bisherigen NC-
Softwarestandes der Steuerung erstellt. Dieses Backup wird gepackt, und auf dem Spei-
cherstick abgelegt. Bei einem missglückten Update wird damit Ihr vorhergehender NC-Soft-
warestand automatisch wieder hergestellt.

8 Nach erfolgreichem Laden meldet die Steuerung:


Remove the USB stick and then press ENT or Return!
8 Ziehen Sie den Stick ab und drücken Sie die Taste ENT --> die TNC 620 bootet neu.

Achtung

Falls nach dem Neustart Hinweisfenster erscheinen, lesen Sie die Informationen sorgfältig
durch und beachten Sie die Anweisungen!
Halten Sie ggf. Rücksprache mit Ihrem Maschinenhersteller!

15 – 204 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


8 Evtl. erscheint eine Meldung bezüglich Firmware:

Hinweis

Nach der Installation eines Service-Packs ist unter Umständen ein Update der geräteinter-
nen Firmware von HSCI-Komponenten notwendig.

8 Akzeptieren Sie - nach Rücksprache mit dem Maschinenhersteller - die nun aktuelle Konfigu-
ration. Stellen Sie den Cursor mit der PFEILTASTE RECHTS auf die Schaltfläche Akzeptieren
und drücken Sie die Taste ENT.
8 Überprüfen Sie den NC-Softwarestand inklusive zugehörigem Service-Pack --> Taste MOD
drücken:

8 Testen Sie abschließend die Funktionen der Maschine!

April 2010 15 – 205


15.4 Alternative Durchführung ab NC-Software 34056x-02

Ab dem NC-Softwarestand 34056x-02 kann das Laden von Service-Packs auch bei laufender NC-Soft-
ware erfolgen.
Es wird die Menü-Führung verwendet, die auch von der iTNC 530 her bekannt ist.

Die Maschine ist eingeschaltet.


8 NOT-AUS-Taster drücken.
8 USB-Stick mit dem Service-Pack an der Konsole links neben dem Bildschirm anstecken.

8 Betriebsart Programmieren wählen.

8 Falls geöffnet: Programm-Management mit Taste END verlassen.

Hinweis

Wenn Sie bei geöffnetem Programm-Management die MOD-Taste drücken, werden die
Schnittstellen-Einstellungen aufgerufen.

8 Schlüsselzahl-Fenster aufrufen.

8 Schlüsselzahl eingeben und bestätigen.

8 Softkey UPDATE DATA drücken.


8 Softkey LADE ZIP betätigen --> das Fenster NC-Software laden erscheint:

8 Öffnen Sie den Pfad zur setup.zip-Datei (verwenden Sie dazu die Pfeiltasten oder eine Maus).
8 Drücken Sie den Softkey DATEIEN --> der Cursor wird auf die setup.zip-Datei gesetzt.

15 – 206 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


8 Betätigen Sie den Softkey WÄHLEN --> folgendes Fenster erscheint:

8 Bestätigen Sie die Meldung mit dem Softkey JA (oder Mausklick) --> die Steuerung beendet
die NC-Software (quittieren Sie evtl. Meldungen) und öffnet das Menü TNC620 Software
Update:

8 Wählen Sie die Sprache aus und bestätigen Sie die folgenden Fragen mit der Taste ENT (oder
Mausklick) --> das Service-Pack wird geladen.

Hinweis

Während dem Laden des Service-Packs wird automatisch ein Backup des bisherigen NC-
Softwarestandes der Steuerung erstellt. Dieses Backup wird gepackt, und auf dem Spei-
cherstick abgelegt. Bei einem missglückten Update wird damit Ihr vorhergehender NC-Soft-
warestand automatisch wieder hergestellt.

8 Nach erfolgreichem Laden des Service-Packs erscheint folgende Meldung:

8 Ziehen Sie den USB-Stick ab und klicken Sie auf OK oder drücken Sie die Taste ENT --> die
Steuerung führt einen Neustart aus.

Achtung

Falls nach dem Neustart Hinweisfenster erscheinen, lesen Sie die Informationen sorgfältig
durch und beachten Sie die Anweisungen!
Halten Sie ggf. Rücksprache mit Ihrem Maschinenhersteller!

April 2010 15 – 207


8 Evtl. erscheint eine Meldung bezüglich Firmware:

Hinweis

Nach der Installation eines Service-Packs ist unter Umständen ein Update der geräteinter-
nen Firmware von HSCI-Komponenten notwendig.

8 Akzeptieren Sie - nach Rücksprache mit dem Maschinenhersteller - die nun aktuelle Konfiguration.
Stellen Sie den Cursor mit der PFEILTASTE RECHTS auf die Schaltfläche Akzeptieren und drücken
Sie die Taste ENT.
8 Überprüfen Sie den NC-Softwarestand inklusive zugehörigem Service-Pack --> Taste MOD drücken:

8 Testen Sie abschließend die Funktionen der Maschine!

15 – 208 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


16 Überprüfung der Freigaben an der TNC 620

16.1 Einleitung
Bei einer arbeitenden Achse (Achse in Regelung) ...
„ wird kein Klemmsymbol angezeigt
„ ist das Symbol „NC-START“ (Steuerung in Betrieb) sichtbar
„ darf die Vorschubanzeige nicht hinterlegt sein
„ ändert sich bei Bewegung die Positionsanzeige (IST, SOLL)

Positionsanzeige

Klemm-
symbol

„STIB“

Vorschub-
anzeige

Um mit Achsen oder Spindeln arbeiten zu können, müssen die entsprechenden Freigaben vor-
handen sein.
Bei Fehlen einer oder mehrerer Freigaben wird eine Fehlermeldung ausgegeben und/oder die
Achsen bzw. Spindeln können nicht betrieben werden.

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um digitale Achsen und Spindeln antreiben
zu können:

Rückmeldung Das Signal ES.A muss gesetzt sein.


Steuerung
„ Bezeichnung: Rückmeldung Steuerung betriebsbereit
betriebsbereit
„ Eingang an der kompakten Reglereinheit UEC 11x: X5 Klemme 9a
„ Eingang am Systemmodul PLB 62xx: X9 Klemme 7a

Globale Das Signal ES.B muss gesetzt sein.


Antriebsfreigabe
„ Bezeichnung: Globale Antriebsfreigabe
„ Eingang an der kompakten Reglereinheit UEC 11x: X5 Klemme 10a
„ Eingang am Systemmodul PLB 62xx: X9 Klemme 7b

Hinweis

Die bisher bei den HEIDENHAIN-Steuerungen bekannten PLC-Eingänge I3 und I32 werden
bei HSCI-Systemen durch ES.A und ES.B abgelöst.

April 2010 16 – 209


Antriebsfreigabe An festgelegten PLC-Eingängen müssen jeweils 24 V für die entsprechende Achsgruppe vorhanden
für Achsgruppen sein.

„ Bezeichnung: Antriebsfreigabe für Achsgruppen


„ Konfiguration in den Maschinenparametern driveOffGroupInput (100106, PLC-Eingänge für
Abschaltgruppen) und driveOffGroup (400015, Zuordnung der Achse zur Abschaltgruppe)

Hinweis

Die Antriebsfreigabe für Achsgruppen ist optional, also nicht an jeder Maschine so einge-
richtet.

Antriebe Die Antriebe müssen betriebsbereit sein und dieses auch melden.
betriebsbereit
„ Beim HEIDENHAIN-Umrichtersystem müssen die grünen LEDs READY an den Antriebsmodulen
(UM xxx) bzw. an den Endstufen eines Kompaktumrichters (UE xxx / UR xxx) oder einer kompakten
Reglereinheit (UEC 11x) leuchten.
„ Beim Einsatz von Fremdumrichtersystemen müssen vergleichbare Anzeigen leuchten.

Hinweis

Wird ein Antrieb mittels PP_AxDriveOnRequest in Regelung genommen, so muss innerhalb


einer festgelegten Zeit das READY-Signal der Leistungsendstufe an den Regler geliefert
werden. Dazu müssen entsprechende Relais geschaltet haben.
Die TNC 620 überwacht die Zeit zwischen dem Einschalten der Regelung und dem READY-
Signal der Leistungsendstufen.
Fehlt nach Ablauf der Wartezeit dieses READY-Signal, erscheint die Fehlermeldung
8B40 Keine Antriebsfreigabe <Achse>.
Hier kann z.B. eine Verbindung unterbrochen sein (Verdrahtung im Schaltschrank, PWM-
Kabel zwischen CC und UM), die Relais schalten zu langsam oder der Antrieb ist defekt.
Im Maschinenparameter ampReadyWaitTime (401206) ist die zulässige Wartezeit
eingetragen.

Evtl. kommt es nicht zu dieser Fehlermeldung, weil das PLC-Programm die Strom- und
Drehzahlregler nicht zuschaltet, solange das Bereitschaftssignal der Antriebe fehlt -->
Achten Sie auf die grünen READY-LEDs der Antriebe --> siehe ”Überprüfung der
Bereitschaft des Umrichtersystems” auf Seite 16 – 223.

Antriebsregler Für Achsen:


eingeschaltet Der PLC-Merker PP_AxDriveOnRequest muss gesetzt sein.
„ Mit diesem Merker wird achsspezifisch der Antrieb von der PLC eingeschaltet.
„ Der Status des Antriebs kann mit dem PLC-Merker NN_AxDriveOn überprüft werden.

Für Spindeln:
Der PLC-Merker PP_SpiDriveOnRequest muss gesetzt sein.
„ Mit diesem Merker wird der Spindelantrieb von der PLC eingeschaltet.
„ Der Status des Antriebs kann mit dem PLC-Merker NN_SpiDriveOn überprüft werden.

Hinweis

Im PLC-Modus unter API DATA / AXIS bzw. SPINDLE sind die Zustände der Achsen und
Spindeln ablesbar.
Die Erklärung der entsprechenden PLC-Operanden finden Sie in diesem Kapitel unter
„18.2 Überprüfung“.

16 – 210 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


16.2 Überprüfung
Die TNC 620 verfügt über umfangreiche Diagnosewerkzeuge, wie die HSCI-Bus-Diagnose, den
OLM, DriveDiag, die API Daten, etc.
Diese Werkzeuge lassen sich für die Überprüfung der Freigaben an der TNC 620 sehr gut nut-
zen!
Zudem benötigt der Techniker Messgeräte, wie z.B. ein Multimeter.

16.2.1 Überprüfung Aus- und Eingang „Steuerung betriebsbereit“ (NOT-AUS-Kette)

Aus- und Eingang „Steuerung betriebsbereit“ sollten vom Maschinenhersteller in die NOT-AUS-
Kette eingebunden sein.
Die NOT-AUS-Kette beginnt bei der TNC 620 dann am Ausgang „Steuerung betriebsbereit“ und
endet am Eingang „Rückmeldung Steuerung betriebsbereit“.
Damit kann die Steuerung z.B. bei schwerwiegenden Fehlern den Ausgang „Steuerung
betriebsbereit“ zurücksetzen und die NOT-AUS-Kette unterbrechen.

UEC 11x PLB 62xx Signal


Versorgung Ausgang X4, Klemme 1a X9, Klemme 1a ---
Steuerung betriebsbereit
Ausgang X6, Klemme 12a X9, Klemme 3a MC.RDY
Steuerung betriebsbereit
Eingang Rückmeldung X5, Klemme 9a X9, Klemme 7a ES.A
Steuerung betriebsbereit

Hinweis

Es wird entweder der Aus- und Eingang „Steuerung betriebsbereit“ an der kompakten Reg-
lereinheit UEC 11x oder am Systemmodul PLB 62xx verwendet.

Fehlerbild: Wenn die Meldung NOT-AUS Test bzw. Steuerspannung für Relais fehlt nach dem Drücken
Meldung der Taste STEUERUNG EIN nicht verschwindet ...
„NOT-AUS-Test“
steht dauerhaft an

... können Sie zur Fehlerdiagnose folgendermaßen vorgehen:

April 2010 16 – 211


Flussdiagramm
Überprüfung „Steuerung betriebsbereit“

Maschine soweit wie möglich einschalten

In der HSCI-Bus-Diagnose nachsehen, ob der


Eingang Steuerung betriebsbereit gesetzt ist
(UEC 11x: X5/9a oder PLB 62xx: X9/7a) oder
Zustand der Lampe ES.A im OLM kontrollieren.

Die Rückmeldung wird von der Steuerung


registriert.
Ist die Ja Die Meldung NOT-AUS Test bzw.
Rückmeldung vorhanden Steuerspannung für Relais fehlt müsste
(Wert an der Klemme = 1 bzw. verschwinden.
grüne Lampe)? Falls dies nicht der Fall ist, wenden Sie
sich an Ihren Maschinenhersteller oder
eine HEIDENHAIN-Servicestelle!
Nein

Der High-Pegel wird von der PLC nicht


Sind an der Ja
erkannt.
Klemme (UEC 11x: X5/9a
Vermutlich ist der Eingang Steuerung
oder PLB 62xx: X9/7a)
betriebsbereit an der UEC 11x bzw.
+24 V vorhanden?
am PLB 62xx defekt --> Gerät tauschen!

Nein

Ist die
Ja
NOT-AUS-Kette
(NOT-AUS-Taster, Achs-Endschalter, Unterbrechung beheben
etc.) unter-
brochen?

Nein

Sind am Ausgang
Ja
Steuerung betriebsbereit Es ist noch eine Unterbrechung vorhanden,
(UEC 11x: X6/12a oder PLB 62xx: X9/3a) die behoben werden muss
+24 V (Schaltplan der Maschine zu Hilfe nehmen)
vorhanden?

Nein

Ist die
Ja
Versorgung für den Ausgang Vermutlich ist der Ausgang Steuerung
Steuerung betriebsbereit (UEC 11x: X4/1a betriebsbereit an der UEC 11x bzw.
oder PLB 62xx: X9/1a) am PLB 62xx defekt --> Gerät tauschen!
vorhanden?

Nein

Ursache feststellen und Fehler beheben


(Schaltplan der Maschine zu Hilfe nehmen)

Hinweis

Falls der Ausgang Steuerung betriebsbereit am UEC 11x defekt ist, können Sie zum
Testen den Ausgang Steuerung betriebsbereit einer PLB 62xx (und umgekehrt) verwen-
den. Bei dauerhaftem Betrieb mit einer anderen Verdrahtung ist der Maschinenhersteller zu
benachrichtigen und die Änderung in den Schaltunterlagen der Maschine einzutragen.

16 – 212 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Seite aus der HSCI Aufruf --> siehe ”HSCI-Bus” auf Seite 12 – 145.
Bus Diagnose

Seite aus dem OLM Aufruf über Schlüsselzahl 654321 --> Login Ipo --> HW --> NEXT --> S-State
(siehe ”Der Online-Monitor (OLM)” auf Seite 10 – 103)

April 2010 16 – 213


Fehlermeldung Wenn beim Einschalten der Steuerung die Fehlermeldung NOT-AUS defekt ...
NOT-AUS defekt
bzw.
Verdrahtung NOT-
AUS fehlerhaft

... oder ...

320-07d5 Fehlerhafte Datenverarbeitung! Verdrahtung NOTAUS fehlerhaft erscheint ...

... können Sie zur Fehlerdiagnose folgendermaßen vorgehen:

16 – 214 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Flussdiagramm
Fehlermeldung NOT-AUS defekt
oder Verdrahtung NOT-AUS fehlerhaft

Hauptschalter der Maschine einschalten,


Meldung Strom-Unterbrechung quittieren,
Taste Steuerung EIN noch nicht drücken!

Messen Sie die Spannung am Eingang Steuerung


betriebsbereit
(UEC 11x: X5/9a oder PLB 62xx: X9/7a)

Ursache (z.B. hängen


Liegt der Ja gebliebenes Relais) feststellen
Eingang dauerhaft auf und Fehler beheben
High-Pegel? (Schaltplan der Maschine zu
Hilfe nehmen)
Nein

Steuerung herunterfahren und Maschine ausschalten

Originale Drähte ausklemmen und sichern.


Brücke zwischen Aus- und Eingang von Steuerung
betriebsbereit einlegen
(UEC 11x: Brücke zwischen X6/12a und X5/9a
PLB 62xx: Brücke zwischen X9/3a und X9/7a)

Maschine einschalten und Meldung Strom-


Unterbrechung quittieren

Erscheint die Ja
Fehlermeldung NOT-AUS defekt UEC 11x bzw. PLB 62xx defekt
wieder?

Nein

Zu lange Abfallzeiten von mechanischen


Schalteinrichtungen (Relais, Sicherheitsschütze, etc.)
oder defekte elektronische Schalteinrichtungen, die
vom Ausgang Steuerung betriebsbereit angesteuert
werden.
Nehmen Sie den Schaltplan der Maschine zu Hilfe !

Hinweis

Bei eingelegter Brücke zwischen dem Ausgang und dem Eingang Steuerung betriebsbereit
erscheint nach Quittieren der Meldung Strom-Unterbrechung die Fehlermeldung Fehler im
Selbsttest. Beachten Sie diese Fehlermeldung hier nicht weiter.
Beobachten Sie vielmehr, ob die Fehlermeldung NOT-AUS defekt bei eingelegter Brücke
wieder kommt oder nicht.

April 2010 16 – 215


Brücke eingelegt

Bild: Brücke von MC.RDY auf ES.A eingelegt beim UEC 11x

16 – 216 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Bild: Brücke von MC.RDY auf ES.A eingelegt beim PLB 62xx

Hinweis

Ablauf des NOT-AUS- Tests --> siehe ”Anhang: Überwachungsfunktionen” auf Seite 3 –
511!

April 2010 16 – 217


16.2.2 Überprüfung der globalen Antriebsfreigabe

Bereits bei Einschalten der Steuerung wird der Eingang ES.B (globale Antriebsfreigabe) abgefragt.

Steuerungskomponente UEC 11x PLB 62xx Signal


Eingang Globale Antriebsfreigabe X5, Klemme 10a X9, Klemme 7b ES.B

Hinweis

Es wird entweder der Eingang „Globale Antriebsfreigabe“ an der kompakten Reglereinheit


UEC 11x oder am Systemmodul PLB 62xx verwendet.

Fehlt dieser Eingang beim Einschalten, so kommt es zu folgender Fehlermeldung:

Fällt dieser Eingang während dem Betrieb ab, so kommt es zu folgendem Fehlerbild:

Die Achsen werden geklemmt, die Regelkreise geöffnet.

Zur Fehlerdiagnose können Sie folgendermaßen vorgehen:

16 – 218 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Flussdiagramm
Überprüfung
„Globale Antriebsfreigabe“

Steuerung soweit es geht einschalten

In der HSCI-Bus-Diagnose nachsehen, ob Die Rückmeldung wird von der Steuerung


der Eingang globale Antriebsfreigabe registriert!
gesetzt ist Falls Sie dennoch nicht mit den Achsen
(UEC 11x: X5/10a oder PLB 62xx: X9/7b) bzw. der Spindel arbeiten können, wenden
oder Zustand der Lampe ES.B im OLM Sie sich an Ihren Maschinenhersteller oder
kontrollieren. eine HEIDENHAIN-Servicestelle!

Nein

Steht ein
Ist die Ja NC-STOP-Signal an
Rückmeldung vorhanden (entsprechender Eingang = 0) ?
(Wert an der Klemme = 1 bzw. Standardverdrahtung beim
grüne Lampe)? MB 620: NC-STOP =
X31/8

Nein Ja

Ursache (z.B. festhängende NC-STOP-


Taste) finden und Fehler beheben

Ja
Sind an der Klemme
+24 V vorhanden?

Nein

Die Bedingungen für die Antriebsfreigabe Der High-Pegel wird von der PLC nicht
sind nicht erfüllt. erkannt.
Kontrollieren Sie anhand des Schaltplans Vermutlich ist der Eingang globale
der Maschine die Kontakte, Relais, Antriebsfreigabe an der UEC 11x bzw.
Verdrahtung, usw. PLB 62xx defekt --> Gerät tauschen!

Hinweis

Falls der Eingang Globale Antriebsfreigabe am UEC 11x defekt ist, können Sie zum
Testen den Eingang Globale Antriebsfreigabe einer PLB 62xx (und umgekehrt) verwen-
den.
Bei dauerhaftem Betrieb mit einer anderen Verdrahtung ist der Maschinenhersteller zu
benachrichtigen und die Änderung in den Schaltunterlagen der Maschine einzutragen.

April 2010 16 – 219


Seite aus der HSCI Aufruf --> siehe ”HSCI-Bus” auf Seite 12 – 145.
Bus Diagnose

Seite aus dem OLM Aufruf über Schlüsselzahl 654321 --> Login Ipo --> HW --> NEXT --> S-State
(siehe ”Der Online-Monitor (OLM)” auf Seite 10 – 103).

16 – 220 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


16.2.3 Überprüfung der Antriebsfreigabe für Achsgruppen (falls verdrahtet)

8 Sehen Sie im Maschinenparameter driveOffGroupInput (100106) nach, welche Achsgrup-


pen mit welchen PLC-Eingängen geschaltet werden (Aufruf -->siehe ”Maschinenparameter”
auf Seite 30 – 479):

8 Sehen Sie in den Maschinenparametern driveOffGroup (400015) nach, welcher Abschalt-


gruppe die jeweilige Achse zugeordnet ist:

April 2010 16 – 221


8 Suchen Sie mittels der HSCI-Bus-Diagnose den betreffenden PLC-Eingang (Aufruf --> siehe ”HSCI-
Bus” auf Seite 12 – 145):

8 Kontrollieren Sie den Zustand des PLC-Eingangs in der Zeile Wert.


8 In der Zeile Klemmenname können Sie die zugehörige Klemme ablesen.
8 Messen Sie an dieser Klemme nach, ob 24 V für die Achsgruppe, die verfahren werden soll, anste-
hen.

16 – 222 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


16.2.4 Überprüfung der Bereitschaft des Umrichtersystems
8 Schalten Sie die Maschine komplett ein.

Seiten aus Drive- 8 Kontrollieren Sie mittels DriveDiag, ob das Versorgungsgerät bereit und die Zwischenkreis-
Diag und dem OLM spannung aufgebaut ist (Aufruf --> siehe ”DriveDiag” auf Seite 8 – 79):

8 Kontrollieren Sie mittels DriveDiag, ob die Leistungsteile bereit sind:

8 Auch im OLM können Sie nachsehen, welche Leistungsteile bereit sind.


Aufruf über Schlüsselzahl 654321 --> Login Ipo --> Axes --> NEXT --> Ipo Act State 1
(siehe ”Der Online-Monitor (OLM)” auf Seite 10 – 103):

April 2010 16 – 223


Grüne READY-LEDs 8 Öffnen Sie die Schaltschranktüre und kontrollieren Sie anhand der grünen READY-LEDs am Kom-
an den Antrieben paktumrichter bzw. an der Versorgungseinheit bzw. am Kompaktregler UEC 1xx , ob diese
Geräte bereit sind (an einem Fremdumrichter gibt es vermutlich auch eine entsprechende LED oder
Anzeige).

Umrichter Grüne LED


Kompakte Reglereinheit UEC 11x READY
Kompaktumrichter UE 1xx, UE 2xx B, UE 2xx D READY
Kompaktumrichter UE 2xx +5V
Kompaktumrichter UR 2xx, UR 2xx D READY UV
Versorgungseinheit UV 120, UV 140, UV 150, READY UV und
UV 1xx D, UVR 1xx, UVR 1xx D, UVR 160 DW POWER MODULE READY
Versorgungseinheit UV 130 READY
Versorgungseinheit UV 130 D READY UV

Bild: Grüne LED READY am UEC 112

8 Kontrollieren Sie nun, ob die grüne READY-LED z.B.


„ am Kompaktregler UEC 11x
„ am Kompaktumrichter
„ am Achsmodul UM
„ an der HEIDENHAIN-Interfacekarte für das Simodrive-System
für die zu verfahrende Achse / zu drehende Spindel leuchtet
(an einem Fremdumrichter gibt es vermutlich auch eine entsprechende LED oder Anzeige).

Bild: Grüne LED RDY einer Endstufe des UEC 112

16 – 224 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Hinweis

Die kompakten Reglereinheiten UEC 11x besitzen LEDs, die die Farbe von rot nach grün
wechseln können.

Hinweis

Solange die Achse bzw. Spindel arbeitet, dürfen die roten LEDs SH1 und SH2 nicht
leuchten!

Leuchten die entsprechenden READY-LEDs nicht, machen Sie wie folgt weiter:
8 Kontrollieren Sie die Versorgung des Umrichtersystems.
8 Kontrollieren Sie den Schaltschrank (Relais, Verdrahtung, etc.).
8 Kontrollieren Sie die Flachbandkabel und die Pfostenverbinder am Umrichtersystem.

Hinweis

Nehmen Sie den Schaltplan der Maschine zu Hilfe!


Weitere Überprüfungsroutinen --> siehe Servicehandbuch Umrichtersysteme und Motoren.

Rote LED SH1 Das Signal SH1 ...


„ bedeutet „Sicherer Halt 1“
„ wird durch eine rote LED am Umrichtersystem angezeigt
„ wird vom Rechner (MC 6110) der TNC 620 erzeugt
„ ist lowactive, also drahtbruchsicher
Ist der Rechner nicht bereit oder steht ein Fehler an, wird SH1 ausgegeben. Die rote LED SH1
und die grüne LED READY am Umrichter können niemals gleichzeitig leuchten. Sie sind
gegenseitig verriegelt.

Rote LED SH2 Das Signal SH2 ...


„ bedeutet „Sicherer Halt 2“
„ wird durch eine rote LED am Umrichtersystem angezeigt
„ wird vom Regler (CC 61xx oder UEC 11x) der TNC 620 erzeugt
„ ist lowactive, also drahtbruchsicher
Ist eine Achse oder Spindel nicht in Regelung, steht SH2 an, die rote LED leuchtet.
Dies ist z.B. bei Klemmachsen der Fall oder bei einer Spindel, die sich nicht in Regelung befindet.
SH2 und READY leuchten dann zeitgleich.

Hinweis

HEIDENHAIN-Interfacekarten für das Simodrive-Antriebssystem:


Die Karten für Pfostenverbinder (Flachbandkabel) verfügen ebenso über die grüne LED
READY und die roten LEDs SH1 und SH2.
Entnehmen Sie weitere Informationen zu den Antrieben dem Servicehandbuch Umrichter-
systeme und Motoren!

April 2010 16 – 225


16.2.5 Überprüfung von PLC-Operanden der Gruppe Achsen

8 Geben Sie die PLC-Schlüsselzahl ein --> siehe ”Aufruf des PLC-Modus” auf Seite 11 – 108.
8 Drücken Sie die Softkeys API DATA / AXIS.
8 Kontrollieren Sie die Merker PP_AxDriveOnRequest und NN_AxDriveOn:

Anzeige

Hinweis

Für die richtige Interpretation der Achszustände kann die Unterstützung des Maschinenher-
stellers hilfreich sein bzw. ist oft auch erforderlich.

16 – 226 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Beschreibung

Merker Beschreibung
Axis – Konfiguration
D NN_AxLogNumber Logische Achsnummer (entspricht Achsnummer
aus axisList)
Axis – Antrieb
M NN_AxDriveReady Achsantrieb ist betriebsbereit
M PP_AxDriveOnRequest (CM9161) Achsantrieb einschalten
M NN_AxDriveOn (CM9162) Achsantrieb ist eingeschaltet (und mindestens
drehzahlgeregelt)
M PP_AxPosControlRequest (W1040) Achse lageregeln

M NN_AxPosControl (W1024) Achse ist lagegeregelt


M PP_AxValueActToNominal Ist- Sollwert-Übernahme
M NN_AxCorrectingLagError Schleppfehler ausgefahren
M PP_AxClampModeRequest (W1038) Lageregelkreis öffnen vorbereiten
Axis – Ansteuerung
M NN_AxReferenceAvailable (W1032) Referenzmarke noch nicht überfahren
M PP_AxReferenceEndPosition (W1054) Referenz-Endlage
D PP_AxManualFeedMax Maximaler manueller Achsvorschub [mm/U]
M PP_AxFeedEnable (W1060) Achsspezifische Vorschubfreigabe
M NN_AxInMotion (W1028) Achsen in Bewegung
M NN_AxInPosition (W1026) Achsen in Position
M PP_AxTraversePos (W1046) Manuelles Verfahren in positiver Richtung
M PP_AxTraverseNeg (W1048) Manuelles Verfahren in negativer Richtung
M PP_AxHandwheelLocked (W1062) Handradbewegungen achsspezifisch sperren
M PP_AxDeactivateMonitoring (W1042) Überwachungsfunktionen deaktivieren
M NN_AxLubricationPulse (W1056) Schmierimpuls: Wert von lubricationDist über-
schritten
M PP_AxLubricationDistReset (W1058) Zurücksetzen der aufsummierten Strecke

April 2010 16 – 227


16.2.6 Überprüfung von PLC-Operanden der Gruppe Spindel

8 Geben Sie die PLC-Schlüsselzahl ein --> siehe ”Aufruf des PLC-Modus” auf Seite 11 – 108.
8 Drücken Sie die Softkeys API DATA / SPINDLE.
8 Kontrollieren Sie die Merker PP_SpiDriveOnRequest und NN_SpiDriveOn:

Anzeige

Hinweis

Für die richtige Interpretation dieser Anzeige kann die Unterstützung des Maschinenherstel-
lers hilfreich sein bzw. ist oft auch erforderlich.

Beschreibung

Merker Beschreibung
Spindle – Konfiguration
D NN_SpiLogNumber Logische Achsnummer der Spindel
Spindle – Antrieb
M NN_SpiDriveReady Spindelantrieb ist betriebsbereit
M PP_SpiDriveOnRequest (CM9161) Spindelantrieb einschalten
M NN_SpiDriveOn (CM9162) Spindelantrieb ist eingeschaltet (und mindestens
drehzahlgeregelt)
Spindle – Ansteuerung
M NN_SpiReferenceAvailable (M4018) Referenzposition ermittelt
M PP_SpiReferenceMarkSignal Referenz-Nocken
D PP_SpiSpeedMax (D604) Maximale Drehzahl der Spindel
M PP_SpiEnable (M4008) Spindelfreigabe
M NN_SpiInMotion (M4002) Spindel in Bewegung
M NN_SpiSpeedOK (M4001) Spindel-Drehzahl erreicht
M NN_SpiControl Spindel in Lageregelung
M NN_SpiControlInPos (M4000) Spindel in Lageposition
M NN_SpiSyncSpeed Drehzahlsynchronlauf aktiv
M NN_SpiSyncAngle Winkelsynchronlauf aktiv
M NN_SpiSyncReached Synchronlauf erreicht
D NN_SpiOverrideInput (W492) Eingestellter Drehzahl-Override [%]
D PP_SpiOverride (W764) Von der PLC eingetragene Drehzahl-Override [%]
M NN_SpiTapping (M4030) Gewindebohren aktiv
M NN_SpiRigidTapping (M4031) Gewindebohren mit ZS-Nachführung aktiv

16 – 228 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


17 Spannungsversorgung

17.1 Kleinspannungsnetzteil PSL 130

Das Netzteil PSL 130 wurde speziell entwickelt zur Versorgung von HSCI-Komponenten.

Es liefert zwei Ausgangsspannungen mit je 24 V:


„ +24 V-NC (doppelt isoliert)
„ +24 V-PLC (basisisoliert)
Diese beiden Ausgangsspannungen könnten auch parallel geschaltet und wahlweise für die NC-
oder PLC-Versorgung verwendet werden.

Spannungsversorgung für Anschluss für die Spgs.- HSCI-Komponenten, die


das PSL 130 Versorgung des PSL 130 vom PSL 130 versorgt
werden
Phasen L1 und L2 X33 MC 6110
(400 V~ +/- 10%) MB 620
Zwischenkreisspannung Uz Stromschiene PLB 62xx
(400V - 750 V) PLB 61xx

Belegung --> siehe ”Steckerbezeichnungen und -belegungen” auf Seite 27 – 395.

Leistungsaufnahme: max. 1000 W


Interne Absicherung: 4A

Gefahr

„ Die +24 V-NC-Versorgungsspannung (PELV) ist für das gesamte HSCI-System als sicher
getrennte Spannung notwendig und darf nicht mit der +24 V-PLC-Versorgungsspannung
(ELV) des Systems verbunden werden.
„ Für die +24 V-NC-Versorgungsspannung muss PELV („Sichere Trennung vom Netz“)
nach EN 61800-5-1 eingehalten werden.
„ Bei den Leitungen und der Leitungsverlegung der Spannung +24 V-NC ist VDE 0160 /
EN 50178 zu beachten. Leitungen oder Kabel für sicher getrennte Stromkreise müssen
demnach doppelte oder verstärkte Isolierung zwischen Ader und Oberfläche haben, wenn
diese ohne räumliche Trennung von anderen Kabeln und Leitungen verlegt werden.
„ Durch den Aufbau des PLC-Bereichs im HSCI-System handelt es sich bei der +24V-PLC-
Versorgungsspannung um eine Spannung mit Basisisolation (ELV nach EN 61800-5-1).
„ Die 0 V der NC-Versorgungsspannung muss mit einer 6 mm2-Leitung am Zentralerder der
Maschine angeschlossen werden.
„ Die 0 V der PLC-Versorgungsspannung muss mit einer 6 mm2-Leitung am Zentralerder
der Maschine angeschlossen werden.

Hinweis

Den Leitungsquerschnitt der +24 V-NC Versorgung hat der Maschinenhersteller gemäß der
Leistungsaufnahme der angeschlossenen Geräte ausgelegt. Die Absicherung wurde
anhand des Leitungsquerschnitts nach EN 60204-1 bestimmt.
Der Querschnitt der +24 V-NC-Versorgung muss mindestens 0,75 mm² betragen!

April 2010 17 – 229


LED-Anzeige Die Betriebsanzeige erfolgt mit der grünen LED ON:

Funktionskontrolle 8 Leuchtet die grüne LED ON?


8 Laufen die Lüfter?
8 Sind die Ausgangsspannungen (+24 V-NC und +24 V-PLC) vorhanden?

Mögliche „ Fehlende Versorgungsspannung an L1 und L2


Fehlerursachen „ Lüfter ausgefallen
„ Sicherung auf Platine des PSL 130 ausgelöst
„ PSL 130 defekt
„ Fehlende Zwischenkreisspannung

Fehlersuche

Gefahr

Lebensgefahr wegen hoher Spannungen und Ströme!

Hinweis

Zu folgendem Flussdiagramm finden Sie weitere Bilder und Hinweise.

17 – 230 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Flussdiagramm
Fehlersuche PSL 130

Die Maschine ist eingeschaltet.


Messen Sie vorsichtig, ob 400 V~ +/-10% zwischen L1
und L2 des Anschlusssteckers X33 (auf der Oberseite
des PSL 130) vorhanden sind

400 V~ Nein
400 V-Versorgung wieder
vorhanden
herstellen
?
Ja

Falls angeschlossen: Messen Sie vorsichtig, ob eine


Zwischenkreisspannung an den Stromschienen des PSL
130 vorhanden ist (die Höhe der Spannung ist abhängig
vom Umrichtersystem)

Uz Nein
Uz-Versorgung wieder
vorhanden
herstellen
?
Ja

Fahren Sie die Steuerung herunter

Schalten Sie die Maschine aus, sichern Sie gegen


Wiedereinschalten, stellen Sie die Spannungsfreiheit fest

Warten Sie mindestens 5 Minuten und stellen Sie dann


nochmals die Spannungsfreiheit am Zwischenkreis fest.
Beschriften Sie die Litzen, bevor Sie diese abschrauben
und bauen Sie das PSL 130 aus

Öffnen Sie das Seitenteil des PSL 130.


Gefahr: Es könnte noch Restspannung im Netzteil
vorhanden sein, berühren Sie keine Bauteile!

Kontrollieren Sie die Sicherungen

Nein Sicherungen wie in diesem


Sicherungen unversehrt ? Kapitel beschrieben
erneuern
Ja

Das PSL 130 ist defekt und muss getauscht werden

April 2010 17 – 231


Sicherungen im
PSL 130

Gefahr

Stromschlaggefahr!
Im PSL 130 befindet sich ein Schaltnetzteil. In diesem Schaltnetzteil kann noch Spannung
anstehen, obwohl es von der Spannungsquelle getrennt ist (ohne Verbraucher baut sich die
Spannung auf der Platine nur sehr langsam ab).
Fassen Sie also nicht mit bloßen Händen auf die Platine oder die Sicherungen!
Verwenden Sie eine isolierte Zange, wenn Sie die Sicherungen entnehmen wollen!

Achtung

Achten Sie darauf, dass Sie keine elektrostatisch gefährdeten Bauteile auf der
Netzteilplatine berühren, bzw. treffen Sie ESD-Maßnahmen!

Bild: Lage der Sicherungen im PSL 130

Achtung

Nur Originalsicherungen als Ersatz verwenden!

Einbau des PSL 130

Gefahr

Verwechseln Sie nicht die Litzen für die Versorgungsspannungen +24 V-NC und +24 V-PLC!
Stellen Sie die Erdungen mittels Leitungen und / oder Schienen wieder her!

17 – 232 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


17.2 Kleinspannungsnetzteil PSL 135

Das Netzteil PSL 135 wurde speziell entwickelt zur Versorgung von HSCI-Komponenten bei
Verwendung eines Fremdumrichtersystems.

Es liefert drei Ausgangsspannungen:


„ +24 V-NC (doppelt isoliert)
„ +24 V-PLC (basisisoliert)
„ +5V
Die beiden 24 V-Ausgangsspannungen könnten auch parallel geschaltet und wahlweise für die
NC- oder PLC-Versorgung verwendet werden.

Spannungsversorgung für Anschluss für die Spgs.- HSCI-Komponenten, die


das PSL 135 Versorgung des PSL 135 vom PSL 135 versorgt
werden
Phasen L1 und L2 X31 MC 6110
(400 V~ +/- 10%) MB 620
Zwischenkreisspannung Uz PLB 62xx
(400V - 750 V) PLB 61xx

Belegung --> siehe ”Steckerbezeichnungen und -belegungen” auf Seite 27 – 395.

Leistungsaufnahme: max. 1000 W


Interne Absicherung: 4A

Gefahr

„ Die +24 V-NC-Versorgungsspannung (PELV) ist für das gesamte HSCI-System als sicher
getrennte Spannung notwendig und darf nicht mit der +24 V-PLC-Versorgungsspannung
(ELV) des Systems verbunden werden.
„ Für die +24 V-NC-Versorgungsspannung muss PELV („Sichere Trennung vom Netz“)
nach EN 61800-5-1 eingehalten werden.
„ Bei den Leitungen und der Leitungsverlegung der Spannung +24 V-NC ist VDE 0160 /
EN 50178 zu beachten. Leitungen oder Kabel für sicher getrennte Stromkreise müssen
demnach doppelte oder verstärkte Isolierung zwischen Ader und Oberfläche haben, wenn
diese ohne räumliche Trennung von anderen Kabeln und Leitungen verlegt werden.
„ Durch den Aufbau des PLC-Bereichs im HSCI-System handelt es sich bei der +24V-PLC-
Versorgungsspannung um eine Spannung mit Basisisolation (ELV nach EN 61800-5-1).
„ Die 0 V der NC-Versorgungsspannung muss mit einer 6 mm2-Leitung am Zentralerder der
Maschine angeschlossen werden.
„ Die 0 V der PLC-Versorgungsspannung muss mit einer 6 mm2-Leitung am Zentralerder
der Maschine angeschlossen werden.

Hinweis

Den Leitungsquerschnitt der +24 V-NC Versorgung hat der Maschinenhersteller gemäß der
Leistungsaufnahme der angeschlossenen Geräte ausgelegt. Die Absicherung wurde
anhand des Leitungsquerschnitts nach EN 60204-1 bestimmt.
Der Querschnitt der +24 V-NC-Versorgung muss mindestens 0,75 mm² betragen!

April 2010 17 – 233


LED-Anzeige Die Betriebsanzeige erfolgt mit der grünen LED ON:

Funktionskontrolle 8 Leuchtet die grüne LED ON?


8 Laufen die Lüfter?
8 Sind die Ausgangsspannungen (+24 V-NC und +24 V-PLC) vorhanden?

Mögliche „ Fehlende Versorgungsspannung an L1 und L2


Fehlerursachen „ Lüfter ausgefallen
„ Sicherung auf Platine des PSL 135 ausgelöst
„ PSL 135 defekt
„ Fehlende Zwischenkreisspannung
„ Sicherung auf Sicherungsplatine ausgelöst
(an Stromschiene eines Simodrive-Systems angeschlossen)

Fehlersuche

Gefahr

Lebensgefahr wegen hoher Spannungen und Ströme!

Hinweis

Zu folgendem Flussdiagramm finden Sie weitere Bilder und Hinweise.

17 – 234 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Flussdiagramm
Fehlersuche PSL 135

Die Maschine ist eingeschaltet.


Messen Sie vorsichtig, ob 400 V~ +/-10% zwischen L1
und L2 des Anschlusssteckers X31 vorhanden sind

400 V~ Nein
400 V-Versorgung wieder
vorhanden
herstellen
?
Ja

Falls angeschlossen: Messen Sie vorsichtig, ob eine


Zwischenkreisspannung am Anschlussstecker X31
vorhanden ist (die Höhe der Spannung ist abhängig vom
Umrichtersystem)

Nein Uz-Versorgung wieder


Uz
herstellen (z.B. Sicherungen
vorhanden
auf der Sicherungsplatine
?
erneuern)
Ja

Fahren Sie die Steuerung herunter

Schalten Sie die Maschine aus, sichern Sie gegen


Wiedereinschalten, stellen Sie die Spannungsfreiheit fest

Beschriften Sie die Litzen für die Kleinspannungen, bevor


Sie diese abschrauben und bauen Sie das PSL 135 aus

Öffnen Sie das Seitenteil des PSL 135.


Gefahr: Es könnte noch Restspannung im Netzteil
vorhanden sein, berühren Sie keine Bauteile!

Kontrollieren Sie die Sicherungen

Nein Sicherungen wie in diesem


Sicherungen unversehrt ? Kapitel beschrieben
erneuern
Ja

Das PSL 135 ist defekt und muss getauscht werden

April 2010 17 – 235


Uz eines Fremd- Bei Benutzung eines Fremdumrichtersystems (z.B. Simodrive 611) wird die Versorgungsspannung
umrichtersystems vom Zwischenkreis meist über eine Sicherungsplatine geführt. Diese ist an den Stromschienen des
Fremdumrichters befestigt.

Gefahr

Lebensgefahr wegen hoher Spannungen und Ströme!


Austausch der Sicherungen nur im stromlosen Zustand!

Bilder: Sicherungsplatine

17 – 236 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Sicherungen im
PSL 135

Gefahr

Stromschlaggefahr!
Im PSL 130 befindet sich ein Schaltnetzteil. In diesem Schaltnetzteil kann noch Spannung
anstehen, obwohl es von der Spannungsquelle getrennt ist (ohne Verbraucher baut sich die
Spannung auf der Platine nur sehr langsam ab).
Fassen Sie also nicht mit bloßen Händen auf die Platine oder die Sicherungen!
Verwenden Sie eine isolierte Zange, wenn Sie die Sicherungen entnehmen wollen!

Achtung

Achten Sie darauf, dass Sie keine elektrostatisch gefährdeten Bauteile auf der
Netzteilplatine berühren, bzw. treffen Sie ESD-Maßnahmen!

Bild: Lage der Sicherungen im PSL 135

Achtung

Nur Originalsicherungen als Ersatz verwenden!

Einbau des PSL 135

Gefahr

Verwechseln Sie nicht die Litzen für die Versorgungsspannungen +24 V-NC und +24 V-PLC!
Stellen Sie die Erdungen mittels Leitungen und / oder Schienen wieder her!

April 2010 17 – 237


17.3 Spannungsversorgung der Rechner-Einheit MC 6110

Gerät, welches die MC 6110 Stecker für die Spgs.- Geräte, die von der MC 6110
versorgt (Alternativen) Versorgung der MC 6110 versorgt werden
UEC 11x X101 USB-Geräte
PSL 130 Potentiometer auf dem MB 620

Belegung von X101 --> siehe ”Steckerbezeichnungen und -belegungen” auf Seite 27 – 395.

Versorgungsspannung: +24 V-
Stromaufnahme: 1,8 A
Leistungsaufnahme: 40 W

Gefahr

„ Die +24 V-NC-Versorgungsspannung (PELV) ist für das gesamte HSCI-System als sicher
getrennte Spannung notwendig und darf nicht mit der +24 V-PLC-Versorgungsspannung
(ELV) des Systems verbunden werden.
„ Für die +24 V-NC-Versorgungsspannung muss PELV („Sichere Trennung vom Netz“)
nach EN 61800-5-1 eingehalten werden.
„ Bei den Leitungen und der Leitungsverlegung der Spannung +24 V-NC ist VDE 0160 /
EN 50178 zu beachten. Leitungen oder Kabel für sicher getrennte Stromkreise müssen
demnach doppelte oder verstärkte Isolierung zwischen Ader und Oberfläche haben, wenn
diese ohne räumliche Trennung von anderen Kabeln und Leitungen verlegt werden.
„ Durch den Aufbau des PLC-Bereichs im HSCI-System handelt es sich bei der +24V-PLC-
Versorgungsspannung um eine Spannung mit Basisisolation (ELV nach EN 61800-5-1).
„ Die 0 V der NC-Versorgungsspannung muss mit einer 6 mm2-Leitung am Zentralerder der
Maschine angeschlossen werden.
„ Die 0 V der PLC-Versorgungsspannung muss mit einer 6 mm2-Leitung am Zentralerder
der Maschine angeschlossen werden.

Hinweis

Den Leitungsquerschnitt der +24 V-NC Versorgung hat der Maschinenhersteller gemäß der
Leistungsaufnahme der angeschlossenen Geräte ausgelegt. Die Absicherung wurde
anhand des Leitungsquerschnitts nach EN 60204-1 bestimmt.
Der Querschnitt der +24 V-NC-Versorgung muss mindestens 0,75 mm² betragen!

Hinweis

Wenn an X141/X142 angeschlossene USB-Komponenten mehr als 0,5 A benötigen, ist eine
separate Stromversorgung für diese Komponenten notwendig, z. B. über den USB-Hub von
HEIDENHAIN.

Hinweis

Die MC 6110 verfügt über „Polyfuses“.


Das sind elektronische Sicherungen, die bei Überlast hochohmig werden und damit defekte
Peripheriegeräte (z.B. USB-Geräte) von den Kleinspannungen der MC 6110 trennen.
„Polyfuses“ sind selbstrückstellend („selbstheilend“).

17 – 238 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


LED-Anzeige Die korrekte Versorgung mit 24 V am Stecker X101 wird mit grünen LEDs angezeigt.
Diese kann man von der Hinterseite her gesehen durch das Gitter der Abdeckung erkennen:

Position der LED Bezeichnung Bedeutung


auf dem Foto der LED

Links D1 +5V

Mitte D2 -RES.PS
Es liegt kein Problem an der Spannungsquelle
(UEC 11x, PSL 130) vor

Rechts D3 + 12 V

Fehlerbild Fehlt die 24 V-Versorgung der MC 6110, bleibt der Bildschirm schwarz!

Fehleranalyse 8 Beobachten Sie die LED-Anzeige --> im normalen Betrieb müssen alle drei grünen LEDs leuch-
ten.
8 Messen Sie die Spannung.

April 2010 17 – 239


17.4 Puffer-Batterie

Einleitung Die Puffer-Batterie ...


„ ist die Spannungsquelle für den RAM-Speicher bei abgeschalteter Maschine
„ befindet sich in der MC 6110
„ hat eine Nennspannung von 3 V
„ hat eine Lebensdauer von typisch drei bis fünf Jahren

Zur Sicherung des RAM-Speichers wurde bei der MC 6110 ein zusätzlicher Kondensator („Goldcap“)
in die Platine eingebaut. Der Kondensator erhält den Speicherinhalt ohne Batterie für ca. einen Tag.

Meldung

Achtung

Fällt die Spannung der Puffer-Batterie unter 2,6 V, erscheint die Fehlermeldung
Puffer-Batterie wechseln.
Die Fehlermeldung wird nun alle 30 Minuten aktiviert.
Wechseln Sie bei nächster Gelegenheit die Puffer-Batterie!

Bild: Meldung „Puffer-Batterie wechseln“ nach dem Einschalten

Ladezustand des Vor dem Wechsel der Pufferbatterie sollte der Ladezustand des Goldcaps kontrolliert werden:
„Goldcap“
8 Rufen Sie den Online Monitor mit der Schlüsselzahl 654321 auf
überprüfen --> siehe ”Der Online-Monitor (OLM)” auf Seite 10 – 103.
8 Drücken Sie den Softkey LOGIN PLC.
8 Drücken Sie nun den Softkey AD-WERTE
8 Lesen Sie in der Spalte Value den Wert für goldCap ab -->
Die Spannung muss >= 3,000 V sein!

Bild: Spannung des Goldcap im OLM

Hinweis

Der Kondensator („Goldcap“) wird nur bei eingeschalteter Steuerung geladen. Falls der
Goldcap noch nicht ausreichend geladen ist, warten Sie einige Sekunden.
Sollte die Goldcap-Spannung nicht 3,000 V oder darüber erreichen, muss die MC 6110
getauscht werden.

17 – 240 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Austausch der
Puffer-Batterie

Hinweis

Vor dem Wechsel der Puffer-Batterie sollte eine Datensicherung durchgeführt werden -->
siehe ”Datensicherung” auf Seite 14 – 171.

Zum Wechseln der Puffer-Batterie gehen Sie folgendermaßen vor:


8 Maschine ausschalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Spannungsfreiheit feststellen!
8 Konsole öffnen.

Gefahr

Für den Austauch der Pufferbatterie müssen Gehäuseteile der MC 6110 entfernt werden.
Das Gerät muss stromlos sein, beachten Sie die Sicherheitshinweise ---> siehe ”Sicher-
heitshinweise” auf Seite 2 – 13.

8 Rückseitiges Abdeckblech abschrauben.

Hinweis

Evtl. ist es einfacher, die Pufferbatterie zu tauschen, wenn Sie die MC 6110 komplett aus
der Konsole ausbauen. Beschriften Sie dann vorher alle Kabel, bevor Sie diese abstecken.

April 2010 17 – 241


8 Abdeckblech abnehmen.

Achtung

Treffen Sie ESD-Schutzmaßnahmen (siehe ”ESD-Schutz” auf Seite 28 – 442) und arbeiten
Sie sorgfältig!

8 Alte Pufferbatterie entnehmen.


8 Neue Pufferbatterie einsetzen.

Die Batterie hat ein asymmetrisches Profil und kann deshalb nur in einer Lage eingesetzt werden.
Batterie-Typ: Lithium-Batterie, Typ CR 2450N (Renata), ID 315878-01

8 Abdeckblech wieder anschrauben und ggf. MC 6110 wieder in die Konsole einbauen.

Hinweis

Falls die Batterie gewechselt wurde, obwohl der Goldcap noch nicht ausreichend geladen
war, sind die batteriegepufferten Bereiche des Arbeitsspeichers unter Umständen gelöscht.
Zu diesem Bereich gehören u.a. die remanenten PLC-Merker und Wörter. Das kann bedeu-
ten, dass einige Komponenten der Maschine neu eingestellt werden müssen (Werkzeug-
wechsler, Schwenkkopf, etc.) --> fragen Sie den Maschinenhersteller!
Bei den BIOS-Einstellungen ist das Datum und die Uhrzeit verloren gegangen. Setzen Sie
diese Werte neu --> siehe ”Setzen der Systemzeit” auf Seite 13 – 165.

17 – 242 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


17.5 Spannungsversorgung der Regler-Einheit CC 61xx

Gerät, welches die CC 61xx Stecker für die Spgs.- Geräte, die von der CC 61xx
versorgt (Alternativen) Versorgung der CC 61xx versorgt werden
HEIDENHAIN-Umrichter UE X69 (Versorgungsbus) Drehzahlmessgeräte
HEIDENHAIN-Umrichter UR X74 (zusätzliche +5 V)
HEIDENHAIN-Umrichter UV Lagemessgeräte
HEIDENHAIN-Umrichter UVR

Belegung von X69 und X74 --> siehe ”Steckerbezeichnungen und -belegungen” auf Seite 27 –
395.

Reglereinheit und angeschlossene Stromaufnahme der 5 V-Versorgung


Messgeräte
CC 6106 / 6 Regelkreise 3,80 A
Bestehend aus:
1 Regler-Basisplatine: 2,00 A
2 Regler-Erweiterungsplatinen: je 0,90 A
LS, LB 0,15 A
ERN, ROD, RON 0,20 A
Absolute Drehgeber 0,25 A (+ 0,085 A mit Spannungsregler)
Absolute Winkelmessgeräte 0,35 A (+ 0,085 A mit Spannungsregler)
LC 0,30 A (+ 0,085 A mit Spannungsregler)

Hinweis

Die wichtigste Spannung für die Versorgung der Elektronik ist die 5 V-Versorgungs-
spannung. Die Steuerung überwacht diese 5 V-Versorgungsspannung.
Fällt sie unter 4,75 V erscheint die Fehlermeldung Versorgungsspannung 5V zu klein, steigt
sie über 5,40 V erscheint die Fehlermeldung Versorgungsspannung 5V zu gross.

Hinweis

Bei Kabellängen > 10 m zwischen der CC 61xx und Messgeräten mit EnDat-Schnittstelle
(EnDat 2.1) ist ein Spannungsregler erforderlich (Wirkungsgrad = 75 %).

Hinweis

Die CC 6110 verfügt über „Polyfuses“.


Das sind elektronische Sicherungen, die bei Überlast hochohmig werden und damit defekte
Peripheriegeräte (z.B. Maßstäbe, Motorgeber) von den Kleinspannungen der CC 6110 tren-
nen. „Polyfuses“ sind selbstrückstellend („selbstheilend“).

April 2010 17 – 243


Versorgung mittels
Kompaktumrichter

17 – 244 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Versorgung mittels
modularem
Umrichtersystem

LED-Anzeige Die Betriebsanzeige der CC 61xx erfolgt für jede Reglerplatine mit einer grünen Lampe (obenlie-
gend), die mit einem Blink-Code die HSCI-Adresse anzeigt:

April 2010 17 – 245


Fehlermeldungen Fällt die Spannungsversorgung an X69 und X74 während dem Betrieb der Maschine ab, können fol-
gende Fehlermeldungen erscheinen:

Bei komplett fehlender Spannungsversorgung an X69 und X74 bereits beim Einschalten, können fol-
gende Fehlermeldungen erscheinen:

17 – 246 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Fehlt die Spannungsversorgung an X69 bereits beim Einschalten, so erscheint folgende
Meldung:

Die CC 61xx wird nicht erkannt.

Fehleranalyse Beobachten Sie die LED-Anzeige an der CC 61xx.


Weitere Analyse --> siehe ”Bus-Diagnose” auf Seite 12 – 145.

April 2010 17 – 247


17.6 Spannungsversorgung des Kompaktreglers UEC 11x

Spannungsversorgung für Stecker für die Spgs.- Geräte und Ausgänge, die vom
den UEC 11x Versorgung des UEC 11x UEC 11x versorgt werden
3 x 400 V~ (+/- 10%) X31 MC 6110
Drehzahlmessgeräte
Lagemessgeräte
Tastsysteme
PLC-Ausgänge
Motoren für Achsen und Spindel

Belegung von X31 --> siehe ”Steckerbezeichnungen und -belegungen” auf Seite 27 – 395.

Kompaktregler und angeschlossene Stromaufnahme der 5 V-Versorgung


Messgeräte
UEC Reglerplatine 2,50 A
LS, LB 0,15 A
ERN, ROD, RON 0,20 A
Absolute Drehgeber 0,25 A (+ 0,085 A mit Spannungsregler)
Absolute Winkelmessgeräte 0,35 A (+ 0,085 A mit Spannungsregler)
LC 0,30 A (+ 0,085 A mit Spannungsregler)

Hinweis

Die wichtigste Spannung für die Versorgung der Elektronik ist die 5 V-Versorgungs-
spannung. Die Steuerung überwacht diese 5 V-Versorgungsspannung.
Fällt sie unter 4,75 V erscheint die Fehlermeldung Versorgungsspannung 5V zu klein, steigt
sie über 5,40 V erscheint die Fehlermeldung Versorgungsspannung 5V zu gross.

Hinweis

Bei Kabellängen > 10 m zwischen dem UEC 11x und Messgeräten mit EnDat-Schnittstelle
(EnDat 2.1) ist ein Spannungsregler erforderlich (Wirkungsgrad = 75 %).

Hinweis

Der UEC 11x verfügt über „Polyfuses“.


Das sind elektronische Sicherungen, die bei Überlast hochohmig werden und damit defekte
Peripheriegeräte (z.B. Maßstäbe, Motorgeber) von den Kleinspannungen des UEC 11x tren-
nen. „Polyfuses“ sind selbstrückstellend („selbstheilend“).

17 – 248 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


LED-Anzeige Die Bereitschaftsanzeige erfolgt mit der grünen LED READY:

Fehlerbild Fehlen 2 oder alle 3 Phasen an X31, kann das UEC 11x nicht arbeiten.

Fehlt nur 1 Phase, so arbeitet das UEC 11x evtl. so lange, bis die Belastung z.B. beim Fräsen
eines Werkstücks zu groß wird.

April 2010 17 – 249


17.7 Spannungsversorgung des Systemmoduls PLB 62xx

Gerät, welches das PLB 62xx Stecker für die Spgs.- Geräte und Ausgänge, die
versorgt (Alternativen) Versorgung des PLB 62xx vom PLB 62xx versorgt
werden
UEC 11x X3 Tastsysteme
PSL 130 Sicherheitsbezogene PLC-
24 V - Netzteil Ausgänge

Belegung von X3 --> siehe ”Steckerbezeichnungen und -belegungen” auf Seite 27 – 395.

Versorgungsspannungen: +24 V- NC und + 24 V-PLC


Stromaufnahme NC: 0,5 A

Gefahr

„ Die +24 V-NC-Versorgungsspannung (PELV) ist für das gesamte HSCI-System als sicher
getrennte Spannung notwendig und darf nicht mit der +24 V-PLC-Versorgungsspannung
(ELV) des Systems verbunden werden.
„ Für die +24 V-NC-Versorgungsspannung muss PELV („Sichere Trennung vom Netz“)
nach EN 61800-5-1 eingehalten werden.
„ Bei den Leitungen und der Leitungsverlegung der Spannung +24 V-NC ist VDE 0160 /
EN 50178 zu beachten. Leitungen oder Kabel für sicher getrennte Stromkreise müssen
demnach doppelte oder verstärkte Isolierung zwischen Ader und Oberfläche haben, wenn
diese ohne räumliche Trennung von anderen Kabeln und Leitungen verlegt werden.
„ Durch den Aufbau des PLC-Bereichs im HSCI-System handelt es sich bei der +24V-PLC-
Versorgungsspannung um eine Spannung mit Basisisolation (ELV nach EN 61800-5-1).
„ Die 0 V der NC-Versorgungsspannung muss mit einer 6 mm2-Leitung am Zentralerder der
Maschine angeschlossen werden.
„ Die 0 V der PLC-Versorgungsspannung muss mit einer 6 mm2-Leitung am Zentralerder
der Maschine angeschlossen werden.

Hinweis

Den Leitungsquerschnitt der +24 V-NC Versorgung hat der Maschinenhersteller gemäß der
Leistungsaufnahme der angeschlossenen Geräte ausgelegt. Die Absicherung wurde
anhand des Leitungsquerschnitts nach EN 60204-1 bestimmt.
Der Querschnitt der +24 V-NC-Versorgung muss mindestens 0,75 mm² betragen!

Hinweis

Das PLB 62xx verfügt über „Polyfuses“.


Das sind elektronische Sicherungen, die bei Überlast hochohmig werden und damit defekte
Peripheriegeräte (z.B. Tastsysteme) von den Kleinspannungen des PLB 62xx trennen.
„Polyfuses“ sind selbstrückstellend („selbstheilend“).

17 – 250 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


LED-Anzeige Die korrekte Versorgung wird am Stecker X3 mit der grünen LED 24 V PLC angezeigt:

Fehlermeldungen Fällt die 24 V-Versorgung an X3 / Klemme 4 während dem Betrieb der Maschine ab, können
folgende Fehlermeldungen erscheinen:

April 2010 17 – 251


Fehlt die 24 V-Versorgung an X3 / Klemme 4 bereits beim Einschalten, so erscheint folgende
Meldung:

Das PLB 62xx wird nicht erkannt.

Fehleranalyse Beobachten Sie die LED-Anzeige am Systemmodul PLB 62xx.


Weitere Analyse --> siehe ”Bus-Diagnose” auf Seite 12 – 145.

17 – 252 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


17.8 Spannungsversorgung des Maschinenbedienfeldes MB 620

Gerät, welches das MB 620 Stecker für die Spgs.- Geräte und Ausgänge, die
versorgt (Alternativen) Versorgung des MB 620 vom MB 620 versorgt werden
UEC 11x X101 Handräder
PSL 130 PLC-Ausgänge

Belegung von X101 --> siehe ”Steckerbezeichnungen und -belegungen” auf Seite 27 – 395.

Versorgungsspannung: +24 V-
Stromaufnahme: 1,0 A

Gefahr

„ Die +24 V-NC-Versorgungsspannung (PELV) ist für das gesamte HSCI-System als sicher
getrennte Spannung notwendig und darf nicht mit der +24 V-PLC-Versorgungsspannung
(ELV) des Systems verbunden werden.
„ Für die +24 V-NC-Versorgungsspannung muss PELV („Sichere Trennung vom Netz“)
nach EN 61800-5-1 eingehalten werden.
„ Bei den Leitungen und der Leitungsverlegung der Spannung +24 V-NC ist VDE 0160 /
EN 50178 zu beachten. Leitungen oder Kabel für sicher getrennte Stromkreise müssen
demnach doppelte oder verstärkte Isolierung zwischen Ader und Oberfläche haben, wenn
diese ohne räumliche Trennung von anderen Kabeln und Leitungen verlegt werden.
„ Durch den Aufbau des PLC-Bereichs im HSCI-System handelt es sich bei der +24V-PLC-
Versorgungsspannung um eine Spannung mit Basisisolation (ELV nach EN 61800-5-1).
„ Die 0 V der NC-Versorgungsspannung muss mit einer 6 mm2-Leitung am Zentralerder der
Maschine angeschlossen werden.
„ Die 0 V der PLC-Versorgungsspannung muss mit einer 6 mm2-Leitung am Zentralerder
der Maschine angeschlossen werden.

Hinweis

Das MB 620 verfügt über „Polyfuses“.


Das sind elektronische Sicherungen, die bei Überlast hochohmig werden und damit defekte
Peripheriegeräte (z.B. Handrad) von den Kleinspannungen des MB 620 trennen.
„Polyfuses“ sind selbstrückstellend („selbstheilend“).

Hinweis

Den Leitungsquerschnitt der +24 V-NC Versorgung hat der Maschinenhersteller gemäß der
Leistungsaufnahme der angeschlossenen Geräte ausgelegt. Die Absicherung wurde
anhand des Leitungsquerschnitts nach EN 60204-1 bestimmt.
Der Querschnitt der +24 V-NC-Versorgung muss mindestens 0,75 mm² betragen!

April 2010 17 – 253


Fehlermeldungen Fällt die 24 V-Versorgung an X101 während dem Betrieb der Maschine ab, können folgende Fehler-
meldungen erscheinen:

Fehlt die 24 V-Versorgung an X101 bereits beim Einschalten, so erscheint folgende


Meldung:

Das MB 620 wird nicht erkannt.

Fehleranalyse Siehe ”Bus-Diagnose” auf Seite 12 – 145.

17 – 254 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


17.9 Spannungsversorgung für „Steuerung ist betriebsbereit“

UEC 11x Beim UEC 11x wird der Ausgang „Steuerung ist betriebsbereit“ mit 24 V Maschinenspannung
an Stecker X4 / Klemme 1a versorgt.

PLB 62xx Beim PLB 62xx wird der Ausgang „Steuerung ist betriebsbereit“ mit 24 V Maschinenspannung
an Stecker X9 / Klemme 1a versorgt.

Fehlermeldungen Fehlt die 24 V-Versorgung für den Ausgang „Steuerung ist betriebsbereit“, so lässt sich die
Maschine nicht komplett einschalten! Die NOT-AUS-Kette ist unterbrochen.
Die Steuerung verharrt bei der Meldung Steuerspannung für Relais fehlt:

Fällt die 24 V-Versorgung für den Ausgang „Steuerung ist betriebsbereit“ während dem
Betrieb der Maschine ab, so wird die NOT-AUS-Kette unterbrochen. Es erscheint die Fehlermel-
dung Externer NOT-AUS:

Hinweis

Voraussetzung hierfür ist, dass der Ausgang „Steuerung ist betriebsbereit“ korrekt in die
NOT-AUS-Kette eingebunden ist --> siehe ”Anhang: Prinzipschaltpläne” auf Seite 2 – 507,
siehe ”Beim Einschalten” auf Seite 3 – 511.

Fehleranalyse 8 Messen Sie die Spannung.


8 Überprüfen Sie die Verdrahtung (nehmen Sie den Schaltplan der Maschine zu Hilfe).
8 Überprüfen Sie die Versorgungsgeräte..

April 2010 17 – 255


17.10 Versorgungsspannung für PLC-Ausgänge

17.10.1 Einleitung
Folgende Komponenten der TNC 620 sind mit PLC-Ausgängen ausgestattet:
„ UEC 11x
„ PLB 62xx
„ PLD-H 16-08-00
„ MB 620

Die PLC-Ausgänge werden mit der 24 V-Steuerspannung der Maschine (nach VDE 0551) versorgt.
Die Steuerspannung muss mit einer Kapazität von 150 µF/A Nennstrom, mindestens aber mit 1000 µF
geglättet werden. Bei einer Strombelastung von z.B. 15 A entspricht dies einer Kapazität von 2250 µF.
Wird als 24 V–Versorgungseinheit das PSL 130 eingesetzt, kann auf diese zusätzliche Glättung verzich-
tet werden.

Hinweis

Als 24 V–Versorgungseinheit empfiehlt HEIDENHAIN das PSL 130.

Nach EN 61 131-2:1994 gilt:

„ minimaler Absolutwert 20,4 V –


„ maximaler Absolutwert 25,4 V– bei 200 W Abgabeleistung
„ maximaler Absolutwert 28,8 V– bei 100 W Abgabeleistung

Leistungsaufnahme Wenn die Hälfte der Ausgänge gleichzeitig geschaltet ist, gilt für die Leistungsaufnahme:
PLB 62xx: ca. 485 W
UEC 11x: ca. 48 W

Nennbetriebs- UEC 11x: 0,150 A


strom pro Ausgang PLD-H: 2A

Gleichzeitigkeit bei einer Versorgungsspannung von 25,4 V:


2 Ausgänge mit je 4 A
4 Ausgänge mit je 2 A
8 Ausgänge mit je 1 A
Summenstrom:
Out0 bis Out7: ≤ 8 A
Out0 bis Out3: ≤ 4 A
Out4 bis Out7: ≤ 4 A

17 – 256 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


17.10.2 Versorgungsspannung für PLC-Ausgänge des UEC 11x

X31: Anschlussbelegung X31:

Anschlussklemme Belegung
L1 400 V~ +/- 10%
L2 50 Hz bis 60 Hz
L3

Fehlermeldungen und Fehleranalyse bei fehlerhafter Spannungsversorgung an X31 --> siehe


”Spannungsversorgung des Kompaktreglers UEC 11x” auf Seite 17 – 248.

17.10.3 Versorgungsspannung für PLC-Ausgänge des MB 620

X101: Anschlussbelegung am MB 620:

Anschlussklemme Belegung
1 +24 V
2 0V

Fehlermeldungen und Fehleranalyse bei fehlerhafter Spannungsversorgung an X101 --> siehe


”Spannungsversorgung des Maschinenbedienfeldes MB 620” auf Seite 17 – 253.

17.10.4 Versorgungsspannung für PLC-Ausgänge des PLB 62xx

X3: Anschlussbelegung am PLB 62xx:


+24 V-NC und
+24 V-PLC Anschlussklemme Belegung
1 (oberste Klemme) +24 V-NC
2 0 V NC
3 nicht belegen
4 +24 V-PLC
5 (unterste Klemme) 0 V PLC

Fehlermeldungen und Fehleranalyse bei fehlerhafter Spannungsversorgung an X3 --> siehe


”Spannungsversorgung des Systemmoduls PLB 62xx” auf Seite 17 – 250.

April 2010 17 – 257


17.10.5 Versorgungsspannung für PLC-Ausgänge des PLD-H 16-08-00

X11: Anschlussbelegung am EA-Modul PLD-H 16-08-00:

Anschlussklemme Belegung
1 0 V-PLC
2 0 V-PLC

X12: Anschlussbelegung am EA-Modul PLD-H 16-08-00:

Anschlussklemme Belegung
1 0 V-PLC
2 0 V-PLC

Hinweis

Die 0 V-Klemmen von X11und X12 der PLD-H sind intern verbunden. Diese Anschlüsse die-
nen der Potenzialanbindung der Elektronik und zum Betrieb der LED’s. Da nur ein geringer
Strom abgeführt werden muss (max. 50 mA), ist es ausreichend, wenn nur ein 0 V-
Anschluss (vorzugsweise von X11) hergestellt ist.

X21: Anschlussbelegung am EA-Modul PLD-H 16-08-00:

Anschlussklemme Belegung
9 +24 V-PLC für Ausgänge auf den Klemmen 1 - 4
10 +24 V-PLC für Ausgänge auf den Klemmen 5 - 8

LED-Anzeige Die korrekte Versorgung wird am Stecker X21 / Klemme 9 und 10 mit grünen LEDs angezeigt:

Fehlermeldungen Fällt die 24 V-Versorgung an X21 / Klemme 9 oder 10 während dem Betrieb der Maschine ab, so fal-
len auch die zugehörigen PLC-Ausgänge ab. Dies kann zu einer Vielzahl an Fehlermeldungen führen.

Fehlt die 24 V-Versorgung an X21 / Klemme 9 oder 10 bereits beim Einschalten, so lässt sich die
Steuerung möglicherweise nicht komplett einschalten (abhängig von den betroffenen PLC-Ausgän-
gen).

Fehleranalyse Beobachten Sie die LED-Anzeige am EA-Modul PLD-H 16-08-00.


Weitere Analyse --> siehe ”Bus-Diagnose” auf Seite 12 – 145.

17 – 258 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


18 Messgeräteschnittstelle

18.1 Lagemessgeräte

18.1.1 Einleitung
Lagemessgeräte werden auch als Längenmessgeräte oder als Wegmessgeräte bezeichnet.
Sie melden Positionen und Bewegungen der Maschine an die Steuerung.
Die TNC 620 arbeitet mit inkrementalen und absoluten Messgeräten.
Zulässig sind Messgeräte mit einer Referenzmarke, mit abstandscodierten Referenzmarken und
mit EnDat-Schnittstelle.

Maßstäbe und Maßbänder (z.B. LF, LC, LS, LB) sind lineare Lagemessgeräte.
Winkelmessgeräte (z.B. RCN, RON, ROD, ERP, ERA) sind rotatorische Lagemessgeräte.

Hinweis

Bei Maschinen mit digitalen Achsen und Spindeln, die nicht mit Lagemessgeräten ausgerü-
stet sind, wird die Position mit Motorgebern erfasst.
Siehe ”Drehzahlmessgeräte” auf Seite 18 – 272.

Lagemessgeräte- Folgende Lagemessgeräte-Eingänge befinden sich auf der CC 6106:


Eingänge
„ X201 bis X206
Folgende Lagemessgeräte-Eingänge befinden sich auf dem UEC 11x:
„ X201 bis X205
Hier können z.B. Maßstäbe für Linearachsen oder Winkelmessgeräte für Rundachsen/Spindel
angeschlossen sein.

Feste Zuordnung Bei der CC 61xx besteht eine feste Zuordnung zwischen dem Eingang des Drehzahl-Messge-
räts, dem Eingang des Lage-Messgeräts und dem PWM-Ausgang:

PWM-Ausgang Drehzahl-Eingang Lage-Eingang


X51 X15 X201
X52 X16 X202
X53 X17 X203
X54 X18 X204
X55 X19 X205
X56 X20 X206

April 2010 18 – 259


Beim UEC 11x besteht eine feste Zuordnung zwischen dem Eingang des Drehzahl-Messgeräts, dem
Eingang des Lage-Messgeräts und dem Motor-Ausgang:

Motor-Ausgang Drehzahl-Eingang Lage-Eingang


X80 X15 X201
X81 X16 X202
X82 X17 X203
X83 X18 X204
X84 X19 X205

Polyfuses

Hinweis

Die CC 6106 und der UEC 11x verfügen über sogenannte „Polyfuses“. Das sind elektroni-
sche Sicherungen, die im Fehlerfall defekte Peripheriegeräte von den Niederspannungen
der Steuerungs-Komponente trennen. Das trifft auch auf die Messgeräte zu!
Wenn ein defektes Messgerät zu viel Strom zieht, wird es folglich von der Steuerungs-
Komponente „getrennt“. Entsprechende Messgeräte-Fehlermeldungen werden angezeigt.

18 – 260 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


18.1.2 Konfigurationsdaten

Überwachung der Die Konfigurationsdaten (Maschinenparameter) für die Überwachung der Lagemessgeräte fin-
Messgeräte den Sie im Pfad Axes/ParameterSets/Key für Parametersatz/CfgEncoderMonitor/...

Parameter Kriterium Fehlermeldung


checkAbsolutPos Absolutposition bei abstands- Lagemessgerät <Achse>: defekt
(400701) codierten Referenzmarken
checkSignalLevel Amplitude der Messgeräte- Lagemessgerät <Achse>: Amplitude
(400702) Signale zu klein
checkFrequency Flankenabstand der Messge- Lagemessgerät <Achse>: Frequenz
(400703) räte-Signale zu hoch

Gefahr

Die Überwachungen für die Lagemessgeräte müssen immer aktiv sein!


Ohne diese Überwachungen ist kein sicherer Maschinenbetrieb gewährleistet.
Ausnahme:
checkAbsolutPos (400701) ist nur für Lagemessgeräte mit abstandscodierten Referenzmar-
ken aktiv!

Anschluss der Die Konfigurationsdaten (Maschinenparameter) für den Anschluss der Messgeräte finden Sie im
Messgeräte Pfad Axes/ParameterSets/Key für Parametersatz/CfgAxisHardware/...

Parameter Beschreibung
posEncoderType Messgeräte-Typ zur Lageerfassung, z.B. Lagemessgerät nicht
(400003) abstandscodiert, abstandscodiert, EnDat
posEncoderInput Zuordnung der Lagemessgeräte-Eingänge (X201 - X206) zu den jeweili-
(400008) gen Achsen bzw. Spindeln
posEncoderSignal Signaltyp 1Vss oder 11µAss am Lagemessgeräte-Eingang.
(400009) Für andere Signalarten (TTL, etc.) müssen Adapter eingesetzt werden.

18.1.3 Mögliche Fehlerursachen


„ Verschmutzung des Lagemessgerätes
„ Späne im Maßstab
„ Beschädigung des Lagemessgerätes
„ Abtastkopf dejustiert (Parallelität, Abstand, etc.)
„ Defekte Rollenlager im Abtastkopf
„ Kabel beschädigt
„ Signalstörung durch Hochfrequenz, starke Magnetfelder, etc.
„ Feuchtigkeit eingedrungen
„ Kurzschluss im Kabel oder Abtastkopf
„ Beleuchtungseinheit defekt (LED)
„ Starke Vibrationen an der Maschine
„ Defekte Schnittstelle an der CC 6106 oder am UEC 11x

Achtung

Die Amplitude der Referenzmarken wird nicht überwacht!


Ist z.B. eine Referenzmarke verschmutzt und kann deshalb nicht ausgewertet werden, so
kommt es bei abstandscodierten Messgeräten zu einer diesbezüglichen Fehlermeldung
(z.B. Ref-Marken: falscher Abstand ). Bei Messgeräten mit einer Referenzmarke kommt es
nicht unmittelbar zu einer Fehlermeldung. Das Referenzfahren funktioniert nicht mehr ord-
nungsgemäß und die Achse fährt z.B. auf den Endschalter.

April 2010 18 – 261


18.1.4 Fehlersuche
Um festzustellen, ob das angeschlossene Messgerät oder die Schnittstelle der Steuerungskom-
ponente defekt ist, können Sie das Tauschverfahren anwenden.

Hinweis

Messgeräte-Fehlermeldungen werden meist von den jeweiligen Messgeräten / Abtastköp-


fen / Kabel selber verursacht. Eine defekte Schnittstelle an einer CC oder einem UEC ist sel-
tener der Fall.
Das Tauschverfahren ist hier relativ aufwendig, da zu den Lagemessgeräte-Eingängen auch
die Motorgeber-Eingänge und die PWM-Ausgänge bzw. Motor-Ausgänge getauscht wer-
den müssen.
Eine Untersuchung des verdächtigen Lagemessgerätes mit einem PWM 9 oder einem
PWT 18 kann evtl. schneller zum Erfolg führen --> siehe ”Weitergehende Analyse von Lage-
und Drehzahlmessgeräten” auf Seite 18 – 282.

Beispiel Fehler in der X-Achse

Angenommene
Konfiguration Axes/ParameterSets/PX/CfgAxisHardware/posEncoderInput X201 (X-Achse an Eingang X201)
Axes/ParameterSets/PY/CfgAxisHardware/posEncoderInput X202 (Y-Achse an Eingang X202)

Hinweise und „ Tauschen Sie mit dem Lage-Eingang einer funktionierenden Achse
vorbereitende (der fest zugeordnete PWM-Ausgang bzw. Motor-Ausgang muss belegt sein, da abhängig von der
Maßnahmen Konfiguration von Single-Speed- und Double-Speed-Regelkreisen unbelegte Ausgänge ggf. nicht
aktiv sind).

„ Die fest zugeordneten Drehzahl-Eingänge und PWM-Ausgänge bzw. Motor-Ausgänge müs-


sen mitgetauscht werden!

„ Für die zu tauschenden Achsen sollte die gleiche PWM-Frequenz eingestellt sein!
Falls in den Maschinenparametern ampPwmFreq (401204) unterschiedliche PWM-Frequenzen einge-
tragen sind, können Sie zum Testen für die Achsen 5 kHz eintragen.

„ Falls sich die getauschten PWM-Ausgänge auf einem Kompaktumrichter oder einem Zweiachsmo-
dul befinden, meldet sich die Steuerung wie gewohnt mit Strom-Unterbrechung.
Führen die getauschten PWM-Ausgänge allerdings zu zwei verschiedenen Leistungsmodulen (ver-
schiedene Ident-Nummern oder Seriennummern), so meldet sich die Steuerung beim Hochlauf mit
dem Fenster Änderung an Hardware/Firmware erkannt --> siehe ”Auslesen von Daten der Lei-
stungsmodule” auf Seite 20 – 309.

18 – 262 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Blockbilder

Bild: Tausch der Lagemessgeräte an einer CC 6106

Bild: Tausch der Lagemessgeräte an einem UEC 11x

Hinweis

Tauschen Sie immer beides: Kabel und Schnittstellenzuweisung mittels Maschinenparame-


ter!

April 2010 18 – 263


Flussdiagramme
Tausch der PWM-Ausgänge an einer CC 6106

Steuerung herunterfahren und Hauptschalter der Maschine


ausschalten

Lagemessgeräte-Kabel, Drehzahlmessgeräte-Kabel und


PWM-Ausgänge für die entsprechenden Achsen an der
CC 6106 beschriften und tauschen (im Beispiel Stecker
X201 und X202, X15 und X16, X51 und X52)

Hauptschalter der Maschine einschalten

Meldung Strom-Unterbrechung nicht quittieren sondern


gleich den Konfig-Editor aufrufen
bzw. Meldung Änderung an Hardware/Firmware erkannt
akzeptieren und dann den Konfig-Editor aufrufen

Eingabewerte für posEncoderInput (400008) ,


speedEncoderInput (400012) und pwmSignalOutput
(400013) bei den entsprechenden Achsen tauschen
(im Beispiel Stecker X201 und X202,
Steuerung neu
X15booten undX51
und X16, Maschine komplett
und X52)
einschalten

Gleiche Frequenz im Nein


Maschinen-Parameter
Zum Testen 5 kHz eintragen
ampPwmFreq (401204)
eingetragen ?

Ja

Maschine komplett einschalten

Wandert
Nein
das Fehlerbild Fehler liegt am
zur anderen Achse? Antriebssystem
(im Beispiel von (Umrichter, Motor)
X nach Y)

Ja

Fehler liegt vermutlich am PWM-Ausgang der


CC 6106

18 – 264 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Tausch der Lagemessgeräte-Eingänge an einem
UEC 11x

Steuerung herunterfahren und Hauptschalter der Maschine


ausschalten

Lagemessgeräte-Kabel, Drehzahlmessgeräte-Kabel und


Motor-Ausgänge für die entsprechenden Achsen am
UEC 11x beschriften und tauschen
(z.B. Stecker X202 und X203, X16 und X17, X81 und X82)

Hauptschalter der Maschine einschalten

Meldung Strom-Unterbrechung nicht quittieren sondern


gleich den Konfig-Editor aufrufen und die Eingabewerte für
posEncoderInput (400008) , speedEncoderInput
(400012) und pwmSignalOutput (400013) bei den
entsprechenden Achsen tauschen
(z.B. Stecker X202 und X203, X16 und X17, X81 und X82)

Gleiche Frequenz im Nein


Maschinen-Parameter
Zum Testen 5 kHz eintragen
ampPwmFreq (401204)
eingetragen ?

Ja

Maschine komplett einschalten

Wandert
Nein Fehler liegt am
das Fehlerbild
Lagemessgerät /
zur anderen Achse?
Abtastkopf /
(im Beispiel von
Messgeräte-Kabel
X nach Y)

Ja

Fehler liegt vermutlich am Lagemessgeräte-Eingang des


UEC 11x

April 2010 18 – 265


18.1.5 Möglichkeiten mit DriveDiag

EnDat Auf der Infoseite „EnDat Lage-Messgerät“ können Sie nachsehen, ob Alarmbits gesetzt sind:
Lagemessgerät

Aufruf der Seite --> siehe ”DriveDiag” auf Seite 8 – 79.

Lagegeber Test DriveDiag bietet auch einen einfachen Lagegebertest:

Aufruf der Seite --> siehe ”DriveDiag” auf Seite 8 – 79.

An der Stelle, an der sich der Abtastkopf gerade befindet, wird die Signalgüte bewertet.
Der Test kann sowohl bei stehender als auch bei fahrender Achse ausgeführt werden.
Bei stehender Achse befinden sich die Meßpunkte an einer Stelle, bei fahrender Achse sind die
Meßpunkte im Kreis angeordnet. Die Meßpunkte müssen sich zwischen den beiden grünen
Toleranzkreisen befinden.

18 – 266 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


18.1.6 Fehlerbehebung

Messgeräte- Wenn Sie festgestellt haben, dass das Lage- oder Winkelmessgerät, der Abtastkopf oder das
Komponenten Kabel defekt ist:

„ Austausch des Messgerätes bzw. der Messgeräte-Komponente oder Fehlerbehebung am


Gerät (z.B. Reinigung des Maßstabes)

Hinweis

Verwenden Sie zum Austausch der Messgeräte-Komponenten die beiliegenden


Montagelehren, Prüflehren, Anbauhilfen, sowie die Montage- bzw. Austauschanleitungen.
Zur Justage und Signalbeurteilung können Sie, falls vorhanden, spezielle HEIDENHAIN-
Geräte (PWM 9, PWT) verwenden.
Der Einsatz dieser Geräte sowie Möglichkeiten zur Fehlerbehebung (z.B. Reinigen der Maß-
stäbe) werden in einem speziellen Messgeräte-Seminar erläutert.
Folgende Toleranzen gelten standardmäßig:
„ Für 1Vss-Messgeräte: 0,6 ... 1,2 Vss
„ Für 11 µAss-Messgeräte: 7 ... 16 µAss
Die genauen Toleranzangaben zu den jeweiligen Messgeräten finden Sie in den
HEIDENHAIN-Prospekten, die Sie über die HEIDENHAIN-Internetseite runterladen können
--> www.heidenhain.de

Hinweis

Bei EnDat-Längenmessgeräten ist der Abtastkopf zum Maßstab programmiert (Nullpunkt-


verschiebung, etc.).
Daher werden im Feld EnDat-Längenmessgeräte komplett mit dem Abtastkopf getauscht!

Gefahr

EnDat-Messgeräte bieten die Möglichkeit, im Speicherbereich des Maschinenherstellers


maschinen- oder anlagenspezifische Daten zu hinterlegen. Diese Daten könnten sicher-
heitsrelevante Informationen enthalten.
Vergewissern Sie sich, dass sich diese OEM-Informationen auch im Speicherbereich des
Tauschgerätes befinden --> fragen Sie den Maschinenhersteller!
Wird dies nicht beachtet, können Maschinen- oder Personenschäden die Folge sein!

Steuerungs- Wenn Sie festgestellt haben, dass die Schnittstelle an der CC 6106 bzw. am UEC 11x defekt ist:
Komponenten
„ Austausch der CC 6106 bzw. des UEC 11x --> siehe ”Austausch von HEIDENHAIN-Kompo-
nenten” auf Seite 28 – 439.

April 2010 18 – 267


18.1.7 Wiedereinstellen der Kommutierung bei Linearmotoren

Wurde ein Lagemessgerät (lineares Messgerät oder Winkelmessgerät) ausgetauscht, das auch zur
Regelung eines Linearmotors oder Torquemotors verwendet wird, so muss die Kommutierung
(Feldwinkel-Stellung) für diesen Motor neu eingestellt werden.
Dies geschieht i.d.R. über eine Feldwinkelermittlung.

Dabei gibt es mehrere Methoden:

„ Mit und ohne Bewegung


„ Mit und ohne Plausibilitätsprüfung

Welche Methode sinnvoll ist, richtet sich nach der Maschinenachse (mit oder ohne Bremse,
horizontale oder vertikale Achse, Einzelachse oder Verbundachse).

Hinweis

Die Anleitung für das Kommutieren von Linearmotoren bzw. Torquemotoren mittels
Lagemessgeräten ist maschinenspezifisch. Fragen Sie Ihren Maschinenhersteller!

18 – 268 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


18.1.8 Wiedereinstellen des Maschinen-Nullpunkts

Da sich der Maschinen-Nullpunkt (Referenz der Maschine) auf die Lagemessgeräte-Nullpunkte


bezieht, muss dieser nach Ab- und Anbau von Maßstäben, Maßbändern, Abtastköpfen oder
Winkelmessgeräten ggf. neu eingestellt werden.

Hinweis

Bei einfachen 3-Achs-Maschinen ist das Wiedereinstellen des Maschinen-Nullpunkts oft


nicht nötig. Hier reicht es, die Software-Endschalter zu kontrollieren und diese ggf. neu zu
setzen. Bei Fragen hierzu wenden Sie sich an den Maschinenhersteller!

Achtung

Unabdingbar ist das Einstellen des MNP (Maschinen-Nullpunkt) meist bei


Werkzeugmaschinen mit 5-Achs-Bearbeitung und mit Werkzeugwechslern!
Auch wenn die NC-Programme in Bezug auf den MNP geschrieben sind, muss dieser MNP
wieder exakt ermittelt werden.

Hinweis

Der Maschinen-Nullpunkt kann vom Hersteller auch außerhalb der Erreichbarkeit der
Maschinenachsen festgelegt sein, d.h. er kann nicht angefahren werden.
In so einem Fall wird der Hersteller einen fixen Punkt (Referenz-Bohrung, Referenz-Zapfen,
etc.) im Arbeitsbereich der Maschine mit dem Versatz zum MNP (z.B. 500 mm) angeben.

Hinweis

Zur Einstellung des Maschinen-Nullpunkts gibt es häufig Anleitungen der Maschinenher-


steller. Ggf. müssen vor dem Wiedereinstellen des Maschinen-Nullpunkts Achs-
kompensationen und Kinematik-Einstellungen deaktiviert werden.
Halten Sie also Rücksprache mit dem Maschinenhersteller!
Die folgenden Beschreibungen stellen Möglichkeiten dar.

Vorbereitung 8 Versuchen Sie grundsätzlich, das Messgerät so exakt wie möglich an der ursprünglichen Posi-
tion zu montieren!
8 Referenzieren Sie die betreffende Achse.
8 Stellen Sie im Manuellen Betrieb den Bildschirm auf POSITION + STATUS
8 Drücken Sie den Softkey STATUS POS.-ANZ.
8 Stellen Sie die Positionsanzeige auf der einen Seite auf REFIST und auf der anderen Seite auf
REFSOLL --> siehe ”Umschalten der Positionsanzeige für Servicezwecke” auf Seite 18 – 292.
8 Setzen Sie ggf. den Positionsanzeige-Schritt mittels Maschinenparameter displayPace
(101001) auf eine hohe Auflösung.
8 Vergleichen Sie die Positionsanzeigen.
Bei zu starker Abweichung sollte der betreffende Antrieb neu abgeglichen werden.
Auch eine Untersuchung der Mechanik kann hier erforderlich sein --> fragen Sie ggf. den
Maschinenhersteller!

April 2010 18 – 269


Bei Verwendung 8 Stellen Sie nun die Positionsanzeige auf IST.
eines 3D-Tasters
8 Tasten Sie den vom Maschinenhersteller definierten Referenzpunkt, die Referenzbohrung, etc. mit
dem 3D-Taster an.

Hinweis

Ggf. müssen Sie den Verfahrbereich (Software-Endschalter) erweitern!


Die Software-Endschalter sind in den Maschinenparametern swLimitSwitchPos (400501)
und swLimitSwitchNeg (400502) festgelegt (möglicherweise hat der Bediener den Verfahr-
bereich noch weiter eingegrenzt).

8 Setzen Sie den Bezugspunkt auf den gemessenen Wert.


8 Fahren Sie den Bezugspunkt in der Betriebsart Positionieren mit Handeingabe an.
8 Stellen Sie die Positionsanzeige auf REFSOLL --> Sie sehen nun die aktuelle Soll-Position der Achse
bezogen auf den Maschinen-Nullpunkt
8 Notieren Sie den angezeigten REF-Wert (z.B. 500,012 mm)
8 Ziehen Sie ggf. den vom Maschinenhersteller definierten Versatz zum MNP (z.B. 500 mm) an dieser
Stelle ab.
8 Invertieren Sie das Ergebnis (z.B. -0,012 mm)
8 Addieren Sie diesen Wert mit dem eingetragenen Wert im Maschinenparameter refPosition
(400403) für die betreffende Achse und tragen Sie das Ergebnis entsprechend ein.
8 Kontrollieren Sie die Richtigkeit des neu eingestellten Maschinen-Nullpunkts (z.B. mit M91)!
8 Setzen Sie ggf. den Verfahrbereich wieder auf die ursprünglichen Werte

Bei Verwendung 8 Stellen Sie die Positionsanzeige auf REFIST --> Sie sehen nun die aktuelle Ist-Position der Achse
einer Messuhr bezogen auf den Maschinen-Nullpunkt
8 Positionieren Sie auf den vom Maschinenhersteller definierten Referenzpunkt der Maschine mittels
Messuhr --> fragen Sie den Maschinenhersteller!

Hinweis

Ggf. müssen Sie den Verfahrbereich (Software-Endschalter) erweitern!


Die Software-Endschalter sind in den Maschinenparametern swLimitSwitchPos (400501)
und swLimitSwitchNeg (400502) festgelegt (möglicherweise hat der Bediener den Verfahr-
bereich noch weiter eingegrenzt).

8 Notieren Sie den angezeigten REF-Wert (z.B. 500,012 mm)


8 Ziehen Sie ggf. den vom Maschinenhersteller definierten Versatz zum MNP (z.B. 500 mm) an dieser
Stelle ab.
8 Invertieren Sie das Ergebnis (z.B. -0,012 mm)
8 Addieren Sie diesen Wert mit dem eingetragenen Wert im Maschinenparameter refPosition
(400403) für die betreffende Achse und tragen Sie das Ergebnis entsprechend ein.
8 Kontrollieren Sie die Richtigkeit des neu eingestellten Maschinen-Nullpunkts (z.B. mit M91)!
8 Setzen Sie ggf. den Verfahrbereich wieder auf die ursprünglichen Werte.

Weitere Informationen --> siehe ”Referenzaufnahme” auf Seite 19 – 293.

18 – 270 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


18.1.9 Wiedereinstellen der Spindel-Orientierung

Wenn Sie einen Winkelgeber getauscht haben, der zur Spindelorientierung (z.B. für den Werk-
zeugwechsel) verwendet wird, müssen Sie nun den Spindel-Preset neu einstellen.

Gefahr

Ziehen Sie den Maschinenbediener hinzu und beachten Sie die Sicherheitshinweise des
Maschinenherstellers (Einrichtbetrieb, etc.)!

8 Setzen Sie den Maschinenparameter refPosition (400403) für die Spindel auf Null.
8 Lassen Sie die Spindel mit niedriger Drehzahl laufen.
8 Orientieren Sie die Spindel auf Nullstellung.
8 Beobachten Sie die nun eingenommene Position.
8 Stoppen Sie die Spindelorientierung (M5), die Spindel muss frei drehbar sein.

Gefahr

Drücken Sie den NOT-AUS-Taster!


Es muss gewährleistet sein, dass die Spindel nicht eingeschaltet werden kann!

8 Stellen Sie die Anzeige auf REFIST --> Sie sehen nun die Abweichung der Referenzmarke
von der gewünschten Position!

Hinweis

Falls die Spindelposition nicht angezeigt wird:


Maschinenparameter spindleDisplay (100807) auf during closed loop and M5 setzen.

8 Drehen Sie die Spindel in die richtige Position (z.B. mittels Messuhr, Messtaster, Orientie-
rungspunkt, etc.).
8 Ziehen Sie den angezeigten Wert von 360° ab und tragen Sie das Resultat im Maschinenpara-
meter refPosition (400403, Spindel-Preset) ein.
8 Speichern Sie den Wert und verlassen Sie die Maschinenparameter-Liste.
8 Überprüfen Sie die Richtigkeit der Spindelorientierung!

Achtung

Bei indirekter Messung der Spindel-Position (Getriebe, etc.) ist der Maschinenparameter
refPosition (400403) mehrmals in den jeweiligen Parameter-Sätzen vorhanden.
Kontrollieren Sie mittels Tabelle im Konfig-Editor, ob es mehrere Parametersätze für die
Spindel gibt --> siehe ”Maschinenparameter” auf Seite 30 – 479.
Wenn ja, stellen Sie die jeweiligen Positionen ein!

Weitere Informationen --> siehe ”Referenzaufnahme” auf Seite 19 – 293.

April 2010 18 – 271


18.2 Drehzahlmessgeräte

18.2.1 Einleitung
Drehzahlmessgeräte in Motoren werden auch als Motorgeber bezeichnet.
Sie melden Geschwindigkeiten der Achsen und Spindeln an die Steuerung.
Die TNC 620 arbeitet mit inkrementalen und absoluten Messgeräten.
Zulässig sind Messgeräte mit einer Referenzmarke, mit abstandscodierten Referenzmarken und mit
EnDat-Schnittstelle.

Drehzahlmess- Folgende Drehzahlmessgeräte-Eingänge befinden sich auf der CC 6106:


geräte-Eingänge
„ X15 bis X20
Folgende Drehzahlmessgeräte-Eingänge befinden sich auf dem UEC 11x:
„ X15 bis X19

Feste Zuordnung Bei der CC 61xx besteht eine feste Zuordnung zwischen dem Eingang des Drehzahl-Messgeräts,
dem Eingang des Lage-Messgeräts und dem PWM-Ausgang:

PWM-Ausgang Drehzahl-Eingang Lage-Eingang


X51 X15 X201
X52 X16 X202
X53 X17 X203
X54 X18 X204
X55 X19 X205
X56 X20 X206

Beim UEC 11x besteht eine feste Zuordnung zwischen dem Eingang des Drehzahl-Messgeräts, dem
Eingang des Lage-Messgeräts und dem Motor-Ausgang:

Motor-Ausgang Drehzahl-Eingang Lage-Eingang


X80 X15 X201
X81 X16 X202
X82 X17 X203
X83 X18 X204
X84 X19 X205

Temperatur- Im Signalkabel für den Motorgeber sind auch die Temperatursensor-Leitungen des Motors mitge-
Sensorleitungen führt.

18 – 272 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


18.2.2 Konfigurationsdaten

Überwachung der Bei geregelten Achsen und Spindeln werden die Drehzahlmessgeräte immer überwacht.
Messgeräte
Zusätzliche Konfigurationsdaten (Maschinenparameter) für die Überwachung der Drehzahlmess-
geräte finden Sie im Pfad Axes/ParameterSets/Key für Parametersatz/CfgServoMotor/...

Parameter Kriterium
motEncCheckOff Bit 0:
(401303) Überwachung der Referenzmarke
Bit 1:
Überwachung der Drehrichtung

Anschluss der Die Konfigurationsdaten (Maschinenparameter) für den Anschluss der Messgeräte finden Sie im
Messgeräte Pfad Axes/ParameterSets/Key für Parametersatz/CfgAxisHardware/...

Parameter Beschreibung
posEncoderType Messgeräte-Typ zur Lageerfassung, z.B. Motorgeber inkremental,
(400003) Motorgeber EnDat
speedEncoderInput Zuordnung der Drehzahlmessgeräte-Eingänge (X15 - X20) zu den
(400012) jeweiligen Achsen bzw. Spindeln

18.2.3 Mögliche Fehlerursachen

„ Verschmutzung durch kondensiertes Öl, Fett, Wasser


„ Signaldose beschädigt
„ Kabel beschädigt
„ Signalstörung durch Hochfrequenz, starke Magnetfelder, etc.
„ Feuchtigkeit eingedrungen
„ Geberelektronik (z.B. Beleuchtungseinheit) defekt
„ Motorgeber locker (z.B. lockere oder defekte Kupplung vom Motorgeber-Gehäuse zum Motor-
Gehäuse)
„ Starke Vibrationen an der Maschine
„ Defekte Schnittstelle an der CC 6106 oder am UEC 11x

Hinweis

Die CC 6106 und der UEC 11x verfügen über „Polyfuses“.


Das sind elektronische Sicherungen, die bei Überlast hochohmig werden.
„Polyfuses“ sind selbstrückstellend („selbstheilend“).
Falls ein defektes Messgerät zu viel Strom zieht, wird dieses von der Steuerungs-
Komponente „getrennt“. Entsprechende Messgeräte-Fehlermeldungen werden angezeigt.

April 2010 18 – 273


18.2.4 Fehlersuche

Um festzustellen, ob das angeschlossene Messgerät oder die Schnittstelle der Steuerungskom-


ponente defekt ist, können Sie das Tauschverfahren anwenden.

Hinweis

Messgeräte-Fehlermeldungen werden meist von den jeweiligen Messgeräten / Kabel sel-


ber verursacht. Eine defekte Schnittstelle an einer CC oder einem UEC ist seltener der Fall.
Das Tauschverfahren ist hier relativ aufwendig, da zu den Motorgeber-Eingängen auch die
Lagemessgeräte-Eingänge und die PWM-Ausgänge bzw. Motor-Ausgänge getauscht wer-
den müssen.
Eine Untersuchung des verdächtigen Drehzahlmessgerätes mit einem PWM 9 oder einem
PWT 18 kann evtl. schneller zum Erfolg führen --> siehe ”Weitergehende Analyse von Lage-
und Drehzahlmessgeräten” auf Seite 18 – 282.

Beispiel Fehler in der X-Achse

Angenommene
Konfiguration Axes/ParameterSets/PX/CfgAxisHardware/speedEncoderInput X15 (X-Achse an Eingang X15)
Axes/ParameterSets/PY/CfgAxisHardware/speedEncoderInput X16 (Y-Achse an Eingang X16)

Hinweise und „ Tauschen Sie mit dem Motorgeber-Eingang einer funktionierenden Achse
vorbereitende (der fest zugeordnete PWM-Ausgang bzw. Motor-Ausgang muss belegt sein, da abhängig von der
Maßnahmen Konfiguration von Single-Speed- und Double-Speed-Regelkreisen unbelegte Ausgänge ggf. nicht
aktiv sind)

„ Die fest zugeordneten Lage-Eingänge und PWM-Ausgänge bzw. Motor-Ausgänge müssen


mitgetauscht werden!

„ Für die zu tauschenden Achsen sollte die gleiche PWM-Frequenz eingestellt sein!
Falls in den Maschinenparametern ampPwmFreq (401204) unterschiedliche PWM-Frequenzen einge-
tragen sind, können Sie zum Testen für die Achsen 5 kHz eintragen.

„ Falls sich die getauschten PWM-Ausgänge auf einem Kompaktumrichter oder einem Zweiachsmo-
dul befinden, meldet sich die Steuerung wie gewohnt mit Strom-Unterbrechung.
Führen die getauschten PWM-Ausgänge allerdings zu zwei verschiedenen Leistungsmodulen (ver-
schiedene Ident-Nummern oder Seriennummern), so meldet sich die Steuerung beim Hochlauf mit
dem Fenster Änderung an Hardware/Firmware erkannt --> siehe ”Auslesen von Daten der Lei-
stungsmodule” auf Seite 20 – 309.

Blockbilder Siehe ”Lagemessgeräte” auf Seite 18 – 259.

18 – 274 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Flussdiagramme
Tausch der Drehzahlmessgeräte-Eingänge an einer
CC 6106

Steuerung herunterfahren und Hauptschalter der Maschine


ausschalten

Drehzahlmessgeräte-Kabel, Lagemessgeräte-Kabel und


PWM-Ausgänge für die entsprechenden Achsen an der
CC 6106 beschriften und tauschen (im Beispiel Stecker
X15 und X16, X201 und X202, X51 und X52)

Hauptschalter der Maschine einschalten

Meldung Strom-Unterbrechung nicht quittieren sondern


gleich den Konfig-Editor aufrufen
bzw. Meldung Änderung an Hardware/Firmware erkannt
akzeptieren und dann den Konfig-Editor aufrufen

Eingabewerte für posEncoderInput (400008) ,


speedEncoderInput (400012) und pwmSignalOutput
(400013) bei den entsprechenden Achsen tauschen
(im Beispiel Stecker X201 und X202,
Steuerung neu
X15booten undX51
und X16, Maschine komplett
und X52)
einschalten

Gleiche Frequenz im Nein


Maschinen-Parameter
Zum Testen 5 kHz eintragen
ampPwmFreq (401204)
eingetragen ?

Ja

Maschine komplett einschalten

Wandert
Nein
das Fehlerbild
Fehler liegt am Motorgeber
zur anderen Achse?
oder am Signalkabel
(im Beispiel von
X nach Y)

Ja

Fehler liegt vermutlich am Drehzahlmessgeräte-Eingang der


CC 6106

April 2010 18 – 275


Tausch der Drehzahlmessgeräte-Eingänge an einem
UEC 11x

Steuerung herunterfahren und Hauptschalter der Maschine


ausschalten

Drehzahlmessgeräte-Kabel, Lagemessgeräte-Kabel und


Motor-Ausgänge für die entsprechenden Achsen am
UEC 11x beschriften und tauschen (z.B. Stecker
X16 und X17, X202 und X203, X81 und X82)

Hauptschalter der Maschine einschalten

Meldung Strom-Unterbrechung nicht quittieren sondern


gleich den Konfig-Editor aufrufen und die Eingabewerte für
posEncoderInput (400008) , speedEncoderInput
(400012) und pwmSignalOutput (400013) bei den
entsprechenden Achsen tauschen
(z.B. Stecker X202 und X203, X16 und X17, X81 und X82)

Gleiche Frequenz im Nein


Maschinen-Parameter
Zum Testen 5 kHz eintragen
ampPwmFreq (401204)
eingetragen ?

Ja

Maschine komplett einschalten

Wandert
das Fehlerbild Nein
Fehler liegt am Motorgeber
zur anderen Achse?
oder am Signalkabel
(im Beispiel von
X nach Y)

Ja

Fehler liegt vermutlich am Drehzahlmessgeräte-Eingang


des UEC 11x

18 – 276 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


18.2.5 Möglichkeiten mit DriveDiag

EnDat
Drehzahlmessgerät Auf der Infoseite „EnDat Drehzahl-Messgerät“ können Sie nachsehen, ob Alarmbits gesetzt
sind:

Aufruf der Seite --> siehe ”DriveDiag” auf Seite 8 – 79.

April 2010 18 – 277


18.2.6 Fehlerbehebung

Motorgeber in Wenn Sie festgestellt haben, dass der Motorgeber in einem Synchronmotor defekt ist (die
einem Synchron- HEIDENHAIN-Achsmotoren sind i.d.R. Sychronmotoren, sie haben die Bezeichnung QSY xxx):
motor
„ Kompletten Synchronmotor tauschen!

Hinweis

Motorgeber in Synchronmotoren müssen auf eine bestimmte Lage justiert werden.


Diese Justage wird von HEIDENHAIN vorgenommen.
Sie dürfen daher den Motorgeber nicht selbst tauschen!
Zudem haben neuere Motoren ein elektronisches Typenschild. Dieses elektronische Typen-
schild für den Motor ist im EnDat-Motorgeber abgelegt. Beim Tausch des Motorgebers
muss also auch das elektronische Typenschild neu geschrieben werden. Dieses geschieht
bei HEIDENHAIN.

Gefahr

EnDat-Motorgeber bieten die Möglichkeit, im Speicherbereich des Maschinenherstellers


maschinen- oder anlagenspezifische Daten zu hinterlegen. Diese Daten könnten sicher-
heitsrelevante Informationen enthalten.
Vergewissern Sie sich, dass sich diese OEM-Informationen auch im Speicherbereich des
Tauschgerätes befinden --> fragen Sie den Maschinenhersteller!
Wird dies nicht beachtet, können Maschinen- oder Personenschäden die Folge sein!

Motorgeber in Wenn Sie festgestellt haben, dass der Motorgeber in einem Asynchronmotor defekt ist
einem Asynchron- (die HEIDENHAIN-Spindelmotoren sind i.d.R. Asychronmotoren, sie haben die Bezeichnung QAN xxx):
motor
„ Entweder kompletten Asynchronmotor oder Motorgeber tauschen.

Hinweis

Der Austausch des Motorgebers kann bei einigen Asynchronmotoren aus Konstruktions-
gründen sehr kompliziert sein (hier müssen fast alle Anbauteile des Motors entfernt und/
oder Kabel im Klemmkasten ausgeklemmt und/oder die Signalbuchse mit Spezialwerkzeug
ausgebaut werden).
Solch ein Motor sollte zur Reparatur zu HEIDENHAIN eingesendet werden.

Falls Sie den Motorgeber beim Asynchronmotor tauschen wollen, ...


„ Lesen Sie die Anleitung im Servicehandbuch Umrichtersysteme und Motoren
„ Verwenden Sie die beiliegende Montageanleitung (jedem Motorgeber ist eine Montageanleitung
beigepackt)

Steuerungs- Wenn Sie festgestellt haben, dass die Schnittstelle an der CC 6106 bzw. am UEC 11x defekt ist:
Komponenten
„ Austausch der CC 6106 bzw. des UEC 11x --> siehe ”Austausch von HEIDENHAIN-Komponenten”
auf Seite 28 – 439.

18 – 278 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


18.2.7 Schaltnocken Referenz-Endlage neu justieren

Bei der Positionserfassung über einen konventionellen Motorgeber (nicht EnDat-Geber) wird pro
Umdrehung des Gebers ein Referenzimpuls abgegeben. Damit nach dem Einschalten der
Maschine immer der selbe Referenzimpuls ausgewertet wird, verwendet man ein Schaltsignal
(PLC-Input).
Das Schaltsignal sollte sich an der richtigen Stelle der Achse möglichst genau zwischen zwei
Referenzimpulsen befinden, siehe Bild!

Hinweis

Zur Einstellung des Schaltnockens gibt es häufig Anleitungen der Maschinenhersteller.


Verwenden Sie diese!
Die folgende kurze Beschreibung stellt eine Möglichkeit dar.

8 Stellen Sie die Anzeige auf REFIST --> Sie sehen nun die aktuelle Position der Achse bezo-
gen auf den Maschinennullpunkt..
8 Referenzieren Sie die betreffende Achse in langsamer Fahrt mit dem neu eingebauten Motor.
8 Lesen Sie die Anzeige ab und vergleichen Sie diese mit dem Wert im Maschinenparameter
refPosition (400403) für diese Achse.
8 Positionieren Sie die Achse mit M91 auf den Wert aus refPosition (z.B. 321.456 mm) und
kontrollieren Sie, ob die Achse ungefähr auf der richtigen Position steht (die genaue Position
wird später ermittelt --> siehe ”Wiedereinstellen des Maschinen-Nullpunkts” auf Seite 18 –
269).
Fragen Sie den Maschinenbediener.
8 Positionieren Sie von dieser Stelle aus die Achse mit M91 um den halben Betrag aus dem
Maschinenparameter distPerMotorTurn (400004, Weg bei einer Motorumdrehung) in die
Verfahrrichtung aus dem Maschinenparameter refDirection (400408).
Zum Beispiel ist der Motor direkt gekuppelt, die Spindelsteigung beträgt 10 mm und die Ver-
fahrrichtung ist positiv. Dann würde nun auf 321.456 mm + 5 mm = 326.456 mm gefahren.

Hinweis

Ggf. müssen Sie den Verfahrbereich (Software-Endschalter) erweitern!


(Die Software-Endschalter sind unter CfgPositionLimits (400500) festgelegt. Zudem kann
der Bediener den Verfahrbereich noch weiter eingegrenzt haben).

8 Justieren Sie an dieser Stelle den Schaltnocken. Fragen Sie den Maschinenhersteller nach
dem entsprechenden PLC-Input und beobachten Sie diesen z.B. im integrierten Oszilloskop.
8 Starten Sie die Maschine mehrmals neu und testen Sie das Referenzfahren --> die Referenz-
marke muss immer an der selben Stelle ausgewertet werden!

Hinweis

Falls ein PWM 9 zur Verfügung steht, kann damit die Referenzmarke beobachtet werden
--> siehe ”Messgerät-Diagnose-Set PWM 9” auf Seite 29 – 474.

Weitere Informationen --> siehe ”Referenzaufnahme” auf Seite 19 – 293.

April 2010 18 – 279


18.2.8 Wiedereinstellen des Maschinen-Nullpunkts

Wurde ein Achsmotor getauscht, dessen Motorgeber für die Lageerfassung verwendet wird (indirekte
Wegmessung), so muss ggf. der Maschinen-Nullpunkt (Referenz der Maschine) neu eingestellt
werden.

Die Vorgehensweise für das Wiedereinstellen des Maschinen-Nullpunkts bei Verwendung von
indirekten Messgeräten ist die selbe wie bei Verwendung von direkten Messgeräten --> siehe
”Wiedereinstellen des Maschinen-Nullpunkts” auf Seite 18 – 269.

18.2.9 Wiedereinstellen der Spindel-Orientierung

Wenn Sie einen Motorgeber getauscht haben, der zur Spindelorientierung (z.B. für den Werkzeug-
wechsel) verwendet wird, müssen Sie nun den Spindel-Preset neu einstellen.

Die Vorgehensweise für das Wiedereinstellen der Spindel-Orientierung bei Verwendung von
Motorgebern ist die selbe wie bei Verwendung von Winkelmessgeräten --> siehe ”Wiedereinstellen
der Spindel-Orientierung” auf Seite 18 – 271.

18 – 280 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


18.3 Fehlercode für Messgeräte mit EnDat-Interface
Im Fehlerfall erscheint die Fehlermeldung EnDat fehlerhaft <Fehlercode> <Achse> .
Der Fehlercode wird in hexadezimaler Darstellung angegeben. Die Fehlercodes können auch
kombiniert auftreten, in diesem Fall addieren sich die Fehlercodes.

Es können zwei Fehlerarten auftreten:


„ Das Messgerät meldet einen Fehler
„ Der Zugriff über die EnDat-Schnittstelle auf das Messgerät ist fehlerhaft

Fehlercodes, wenn das Messgerät einen Fehler meldet:

Fehlercode Bedeutung
0x00000001 Beleuchtung defekt
0x00000002 Signalamplitude zu klein
0x00000004 Positionswert fehlerhaft
0x00000008 Überspannung
0x00000010 Unterspannung
0x00000020 Überstrom
0x00000040 Batterie wechseln
0x00000080 reserviert
0x00000100 reserviert
0x00000200 reserviert
0x00000400 reserviert
0x00000800 reserviert
0x00001000 reserviert
0x00002000 reserviert
0x00004000 reserviert
0x00008000 reserviert

Fehlercodes, wenn der Zugriff über die EnDat-Schnittstelle auf das Messgerät fehlerhaft ist:

Fehlercode Bedeutung
0x80010000 Alarm-Bit löschen
0x80020000 Alarm-Status lesen
0x80040000 Anzahl der Takte lesen
0x80080000 Anzahl Signalperioden lesen
0x80100000 Anzahl unterscheidbare Umdrehungen lesen
0x80200000 Mess-Schritte lesen
0x80400000 Seriennummer lesen
0x80800000 Messgeräte-Typ lesen
0x81000000 Positionswert lesen
0x82000000 reserviert
0x84000000 reserviert
0x88000000 Prüfsumme lesen
0x90000000 Alarm-Bit bleibt gesetzt
0xA0000000 Zeitüberschreitung beim Warten auf Daten-Signal „high“
0xC0000000 Zeitüberschreitung beim Warten auf Daten-Signal „low“
0x80000000 Fehler beim Zugriff auf die EnDat-Schnittstelle

April 2010 18 – 281


18.4 Weitergehende Analyse von Lage- und Drehzahlmessgeräten

Einleitung Falls Sie weitergehende Untersuchungen an inkrementalen und absoluten HEIDENHAIN-


Messgeräten betreiben wollen, können Sie dazu spezielle HEIDENHAIN-Messmittel verwenden.
Die im folgenden beschriebenen HEIDENHAIN-Messmittel können auch zur vorbeugenden Wartung
eingesetzt werden.
Stellt man fest, dass technische Daten (z.B. Signalamplitude) eines Messgeräts bereits sehr nahe an
den Toleranzgrenzen liegen, so kann dieses Messgerät prophylaktisch getauscht werden, um einem
späteren Maschinenstillstand vorzubeugen!

PWM 9 Mit dem Phasenwinkel-Messgerät PWM 9 können inkrementale Messgeräte sowie Inkrementalsi-
gnale von EnDat-Messgeräten untersucht werden
--> siehe ”Messgerät-Diagnose-Set PWM 9” auf Seite 29 – 474.

Gefahr

Wenn sich das PWM 9 im Signalweg Messgerät - Steuerungskomponente befindet:


Keine Änderungen an den Einstellungen des PWM 9 (z.B. Parameter, Messgeräte-
Spannungen) vornehmen bzw. nicht das PWM 9 ausschalten, während die
Werkzeugmaschine arbeitet!
Maschinen- oder Personenschäden könnten die Folge sein!
Lesen Sie ausführlich das Benutzer-Handbuch zum PWM 9, bevor Sie das Gerät einsetzen.

Hinweis

Im Rahmen einer Messgeräte-Schulung wird dieses Messmittel detailliert erläutert.


Damit Sie das PWM 9 richtig einsetzen und nutzen können, wird die Teilnahme an solch
einer Service-Schulung empfohlen.
Fragen Sie bei HEIDENHAIN Traunreut oder Ihrer Landesvertretung nach!

Bild: Beispiel einer Aufzeichnung mit dem PWM 9

18 – 282 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


PWT Mit dem Phasenwinkel-Testgerät PWT können Sie Signalamplitude und Signalqualität sowie
Lage und Breite der Referenzmarke beurteilen
--> siehe ”Testgerät PWT 10/17/18” auf Seite 29 – 476.

Der Einsatz des PWT anstelle des PWM 9 hat Vor- und Nachteile.

Vorteile:
„ Kleines, leichtes Gerät
„ Einfache Handhabung

Nachteile:
„ Das PWT hat einen Eingang aber keinen Ausgang. Das heißt, es kann nicht zwischen Mess-
gerät und Steuerungskomponente in Reihe geschaltet werden.
Ein Motorgeber kann also kaum in „Betriebsdrehzahl“ überprüft werden.
„ Die Motorwelle bzw. die Spindel muss per Hand gedreht werden

Hinweis

Jedem PWT ist eine Betriebsanleitung beigelegt.


Im Rahmen einer Messgeräte-Schulung wird dieses Messmittel detailliert erläutert.
Damit Sie das PWT richtig einsetzen und nutzen können, wird die Teilnahme an solch einer
Service-Schulung empfohlen.
Fragen Sie bei HEIDENHAIN Traunreut oder Ihrer Landesvertretung nach!

Bild: Beispiel einer Aufzeichnung mit dem PWT 18:


Hier wird ein Maßstab (1 Vss) über das Signalkabel und den Adapterstecker Id.Nr. 324555-01 mit
dem PWT 18 verbunden. Die Achse wird mit indirekter Wegmessung mittels Motorgeber
verfahren (siehe ”Positionserfassung mit dem Motorgeber (indirekte Wegmessung)” auf Seite
18 – 285).

April 2010 18 – 283


IK 215 Für die Untersuchung eines EnDat-Messgerätes können Sie die Interfacekarte IK 215 verwenden -->
siehe ”IK 215 Justage- und Prüfpaket” auf Seite 29 – 478.

Gefahr

Wenn sich die IK 215 im Signalweg Messgerät - Steuerungskomponente befindet:


Keine Änderungen an den Einstellungen der IK 215 (z.B. Parameter, Messgeräte-
Spannungen) vornehmen bzw. nicht die IK 215 ausschalten, während die Werkzeug-
maschine arbeitet!
Maschinen- oder Personenschäden könnten die Folge sein!
Lesen Sie ausführlich die Bedienungsanleitung zur IK 215, bevor Sie das Gerät einsetzen.

Hinweis

Im Rahmen einer Messgeräte-Schulung wird dieses Messmittel detailliert erläutert.


Damit Sie die IK 215 richtig einsetzen und nutzen können, wird die Teilnahme an solch einer
Service-Schulung empfohlen.
Fragen Sie bei HEIDENHAIN Traunreut oder Ihrer Landesvertretung nach!

18 – 284 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


18.5 Positionserfassung mit dem Motorgeber (indirekte Wegmessung)

Die Umschaltung der Wegmessung vom linearen Messgerät auf den Motorgeber kann sehr
hilfreich sein zur ...
„ Erleichterung des Ausbaus eines defekten Lagemessgeräts
(z.B. steht die Achse auf einer Position, bei der Sie den Maßstab nicht ausbauen können)
„ Analyse von Fehlern im Regelkreis
(siehe ”Fehlereingrenzung durch Umschalten von direkter auf indirekte Positionserfassung”
auf Seite 6 – 65)
„ Analyse der Qualität der Messgeräte-Signale des Lagemessgeräts mit einem PWT
(siehe ”Weitergehende Analyse von Lage- und Drehzahlmessgeräten” auf Seite 18 – 282)

Zu beachten! Lesen Sie die folgenden Informationen sorgfältig, bevor Sie auf die Positionserfassung mit dem
Motorgeber umschalten!

Gefahr

Das Fahren mit indirekter Wegmessung ist nur für den Servicefall beschrieben!
Sie dürfen mit der Maschine nicht weiterarbeiten!
Gründe:
„ Es wird kein Referenzpunkt für die betroffene Achse ausgewertet, Sie könnten also auf
die Endschalter bzw. die Anschläge der Maschine fahren.
„ Die Maschine ist vom Hersteller nicht für das Fahren mit Motorgebern als
Lageinformations-Systeme eingestellt.

Gefahr

Wird vom Maßstab / Maßband / Winkelmessgerät auf den Motorgeber umgeschaltet, so


stimmt evtl. die Zählrichtung der Lagemessgeräte-Signale (signCorrActualVal, 400001)
oder das Vorzeichen des Drehzahlsollwerts (signCorrNominalVal, 400002) nicht mehr!
In so einem Fall wird aus einer Rückkopplung für den Regelkreis eine Mitkopplung!
Dies kann schlimmstenfalls zu einem „Durchgehen“ der betreffenden Achse führen!

Kontrollieren Sie folgende Maschinenparameter und reduzieren Sie ggf. die Einstellwerte für die
betreffende Achse:

„ kv-Faktor für den Lageregelkreis: kvFactor (400801)


„ Schleppabstands-Überwachung: servoLagMin1 (400802), servoLagMax1 (400803),
servoLagMin2 (400804), servoLagMax2 (400805)
„ Stillstands-Überwachung: checkPosStandstill (400602)
„ Bewegungs-Überwachung: movementThreshold (400705)
„ Proportionalfaktor des Drehzahlreglers: vCtrlPropGain (400901)

Fragen Sie hierzu Ihren Maschinenhersteller!

Gefahr

Sichern Sie grundsätzlich Vertikalachsen vor dem Herabfallen, bevor Sie auf die
Positionserfassung mit dem Motorgeber umschalten!

Bei Achsen mit Momenten-Master-Slave-Regelung sind zwei Motoren (Master und Slave)
mechanisch miteinander verkoppelt. Aufgrund dieser Verkopplung wird maximal ein
gemeinsames Lagemessgerät benötigt. Der Motor, dem das Lagemessgerät zugeordnet ist, ist
der Master.
Wenn nun das Lagemessgerät defekt ist oder untersucht werden soll, gehen Sie prinzipiell vor,
wie bei einer Einzelachse --> siehe ”Ausführung für Achsen mit Momenten-Master-Slave-
Regelung” auf Seite 18 – 290.

April 2010 18 – 285


Bei Gantry-Achsen (Gleichlaufachsen, Verbundachsen) sind i.d.R. zwei Lagemessgeräte im
Einsatz. Wenn nun ein Lagemessgerät defekt ist oder untersucht werden soll, ist die Vorgehensweise
etwas aufwendiger --> siehe ”Ausführung für Gantry-Achsen mit zwei Lagemessgeräten” auf Seite
18 – 291.

Hinweis

Klären Sie ggf. mit dem Maschinenhersteller ab, ob die betroffene Maschinenachse als Ein-
zelachse, mit Momenten-Master-Slave-Achsen, mit Gantry-Achsen oder mit Gantry-Achsen
mit Momenten-Master-Slave-Regelung betrieben wird!

Vorbereitende „ Ein defekter Maßstab / Abtastkopf / Messgerätekabel kann Fehlermeldungen an der Steuerung
Maßnahmen auslösen, auch wenn er in den Maschinenparametern abgewählt wurde!
Schalten Sie daher die Maschine aus und trennen Sie das Lagemessgerät von der
Steuerungskomponente!

„ Die folgenden Änderungen in den Maschinenparametern sind etwas umfangreicher.


Vorschlag:
Sichern Sie die originalen Maschinenparameter. Nehmen Sie sodann die Änderungen in den Konfig-
Daten vor. Sichern Sie diese Daten und geben Sie der Zip-Datei z.B. den Namen
MotorgeberX.zip.

„ Ggf. müssen die Verfahrbereichsgrenzen erweitert werden.


Dies geschieht in den Maschinenparametern swLimitSwitchPos (400501) und swLimitSwitchNeg
(400502).

Art des Für das Fahren mit indirekter Wegmessung muss bekannt sein, um welchen Typ von Motorgeber es
Messsystems sich handelt.
Diese Information steht u.a. in der Motortabelle:
8 Rufen Sie die Maschinenparameter-Liste auf.
8 Stellen Sie den Cursor für die betreffende Achse auf den Maschinenparameter motName (401301).
8 Drücken Sie die Taste ENT oder die Pfeiltaste rechts, folgende Liste erscheint:

Der Cursor steht auf dem zugewiesenen Motor.


Falls der betreffende Motor in der Spalte OEM mit einem Stern gekennzeichnet ist, ...

18 – 286 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


8 betätigen Sie den Softkey mit dem Symbol für die Motortabelle des Maschinen-
herstellers (OEM).

Falls der betreffende Motor keinen Eintrag in der Spalte OEM aufweist, ...

8 drücken Sie den Softkey für die Motortabelle von HEIDENHAIN (SYS).

Hinweis

Die originale Motortabelle von HEIDENHAIN ist auf der SYS-Partition der Speicherkarte
abgelegt.
Der Maschinenhersteller kann eine eigene Motortabelle (mit zusätzlichen Motoren und/oder
geänderten Daten) erstellen, welche dann auf der PLC-Partition der Speicherkarte abgelegt
wird.
Bei gleichlautenden Motoren haben die Daten der OEM-Tabelle Vorrang.

8 Drücken Sie die Pfeiltaste rechts, bis der Cursor in der Spalte SYS steht.

8 Lesen Sie hier die Art des Messsystems ab:

Eintrag in der Art des Messsystems Eintrag im


Motortabelle: Maschinenparameter
SYS posEncoderType (400003)

1 Inkrementales Drehzahlmessgerät mit CC_MOTOR_ENCODER


Z1-Spur

2 Absolutes Drehzahlmessgerät mit CC_MOTOR_ENDAT_INCR


EnDat-Schnittstelle

April 2010 18 – 287


Strichzahl des Für das Fahren mit indirekter Wegmessung muss die Strichzahl des Motorgebers bekannt sein.
Motorgebers
Diese Information steht u.a. in der Motortabelle:

8 Sie haben die Motortabelle aufgerufen (siehe ”Art des Messsystems” auf Seite 18 – 286), der Cur-
sor steht in der Zeile des betreffenden Motors.
8 Drücken Sie die Pfeiltaste rechts, bis der Cursor in der Spalte STR steht.

8 Lesen Sie hier die Strichzahl des Drehgebers (z.B. 2048) ab.

18 – 288 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Ausführung für
Einzelachse Positionserfassung mit dem Motorgeber (indirekte
Wegmessung) bei einer Einzelachse

Die Maschine ist ausgeschaltet.


NOT-AUS-Taster drücken und Potentiometer für den
Vorschub auf Null drehen.

Hauptschalter der Maschine einschalten

Meldung Strom-Unterbrechung nicht quittieren sondern


gleich den Konfig-Editor aufrufen

Für die betroffene Achse die Lageerfassung über den


Motorgeber aktivieren.
Dazu wird dem Maschinenparameter posEncoderType
(400003) der Text CC_MOTOR_ENCODER
(inkrementaler Geber mit Z1-Spur) bzw.
CC_MOTOR_ENDAT_INCR (EnDat-Geber) zugewiesen.
Informationen hierzu finden Sie in der Motortabelle.

Referenzfahren für die betroffene Achse abwählen.


Dazu wird dem Maschinenparameter refType (400401)
der Text None zugewiesen.

Wert aus dem Maschinenparameter distPerMotorTurn


(400004, Weg bei einer Motorumdrehung) in den
Maschinenparameter posEncoderDist (400005)
eintragen

Strichzahl des Motorgebers (Info z.B. aus der


Motortabelle) in den Maschinenparameter
posEncoderIncr (400006) eintragen

Geänderte Werte abspeichern, Konfig-Editor verlassen


und Maschine komplett einschalten

Achse vorsichtig bewegen!

NOT-AUS-Taster drücken
und entweder
Werden signCorrNominalVal
Ja
nun Fehlermeldungen, wie (400002, Vorzeichen des
Bewegungs-Überwachung, Stillstands- Drehzahlsollwerts) oder
Überwachung, etc. signCorrActualVal
angezeigt? (400001, Zählrichtung der
Lagemessgerätesignale)
Nein invertieren

Nun können Sie vorsichtig mit indirekter Wegmessung


fahren!

April 2010 18 – 289


Ausführung für
Achsen mit Positionserfassung mit dem Motorgeber (indirekte
Momenten-Master- Wegmessung) bei
Slave-Regelung Achsen mit Momenten-Master-Slave-Regelung

Die Maschine ist ausgeschaltet.


NOT-AUS-Taster drücken und Potentiometer für den Vorschub
auf Null drehen.

Hauptschalter der Maschine einschalten

Meldung Strom-Unterbrechung nicht quittieren sondern gleich


den Konfig-Editor aufrufen

Für die Master-Achse die Lageerfassung über den Motorgeber


aktivieren.
Dazu wird dem Maschinenparameter posEncoderType
(400003) der Text CC_MOTOR_ENCODER (inkrementaler
Geber mit Z1-Spur) bzw.
CC_MOTOR_ENDAT_INCR (EnDat-Geber) zugewiesen.
Informationen hierzu finden Sie in der Motortabelle.

Referenzfahren für die Master- und die Slave-Achse abwählen.


Dazu wird den Maschinenparametern refType (400401) jeweils
der Text None zugewiesen.

Wert aus dem Maschinenparameter distPerMotorTurn


(400004, Weg bei einer Motorumdrehung) in den
Maschinenparameter posEncoderDist (400005) des Masters
eintragen

Strichzahl des Motorgebers (Info z.B. aus der Motortabelle) in


den Maschinenparameter posEncoderIncr (400006) des
Mastes eintragen

Geänderte Werte abspeichern, Konfig-Editor verlassen und


Maschine komplett einschalten

Momenten-Master-Slave-Achsen vorsichtig bewegen!

NOT-AUS-Taster drücken
und entweder
Werden signCorrNominalVal
Ja
nun Fehlermeldungen, wie (400002, Vorzeichen des
Bewegungs-Überwachung, Stillstands- Drehzahlsollwerts) oder
Überwachung, etc. signCorrActualVal
angezeigt? (400001, Zählrichtung der
Lagemessgerätesignale)
invertieren
Nein

Nun können Sie vorsichtig mit indirekter Wegmessung fahren!

18 – 290 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Ausführung für In Arbeit!
Gantry-Achsen mit
zwei Lagemessge-
räten

April 2010 18 – 291


18.6 Umschalten der Positionsanzeige für Servicezwecke

Aufruf 8 Drücken Sie folgende Tastenkombination, um die Positionsanzeige umzuschalten:

8 Maschinen-Betriebsart wählen
(Manueller Betrieb, Programmlauf Satzfolge, etc.)

8 Taste MOD drücken

8 Taste GOTO drücken, ein Auswahlfenster wird geöffnet

Beschreibung der Mögliche Positionsanzeigen:


Einstellungen
SOLL Soll-Position
IST Ist-Position
REFIST Ist-Position bezogen auf den Maschinen-Nullpunkt
RFSOLL Soll-Position bezogen auf den Maschinen-Nullpunkt
SCHPF Schleppfehler
RESTW Restweg

8 Mit den Pfeiltasten die gewünschte Positions-Anzeige wählen

8 Mit Enter die gewünschte Positionsanzeige aufrufen

8 Mit dem Softkey END das Fenster schließen

18 – 292 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


19 Referenzaufnahme

19.1 Definition
Der Positionswert (Koordinaten) einer Achsposition bezieht sich auf einen frei wählbaren
Bezugspunkt. Beim Verfahren der Achsen wird die IST-Position inkremental errechnet. Mit einer
Stromunterbrechung geht der Bezug zwischen Achsposition und Positionswert verloren.

Referenzmarken HEIDENHAIN-Längenmessgeräte (ausgenommen EnDat) verfügen über eine oder mehrere


Referenzmarken. Die Referenzmarken kennzeichnen eine Achsposition mit einem definierten
Abstand zum Maschinen-Nullpunkt. Die Position des frei gewählten Bezugspunkts bezieht sich
auf den Maschinen-Nullpunkt.
Mit dem Überfahren der Referenzmarken lassen sich Bezugspunkt und IST-Position reproduzie-
ren.

Bild: Referenzsystem Werkstück-Nullpunkt, Maßstab-Nullpunkt, Maschinen-Nullpunkt

Maschinen-Null- Den Maschinen-Nullpunkt legt der Maschinenhersteller fest.


punkt Er wird benötigt, um ...
„ Verfahrbereichs-Begrenzungen (Software-Endschalter) zu setzen
„ maschinenfeste Positionen (z.B. Werkzeugwechsel-Position) anzufahren
„ einen Werkstück-Bezugspunkt zu setzen

Abstand Maßstab- Bei abstandscodierten Wegmessgeräten bezieht sich der Maschinen-Nullpunkt auf die Null-
Nullpunkt zu Referenzmarke, das ist die erste Referenzmarke nach Beginn der Messlänge.
Maschinen- Bei EnDat-Gebern bezieht sich der Maschinen-Nullpunkt auf den Nullpunkt des EnDat-Geräts.
Nullpunkt
8 Im Maschinenparameter refPosition (400403) ist der Abstand zwischen Maßstab-Nullpunkt
und Maschinen-Nullpunkt angegeben.

Hinweis

Nach Ab- und Anbau eines Messgerätes müssen Sie den Maschinenparameter refPosition
(400403) ggf. neu einstellen!
Siehe ”Wiedereinstellen des Maschinen-Nullpunkts” auf Seite 18 – 269.

April 2010 19 – 293


Spindel-Preset Ein eigens dafür vorgesehenes Winkelmessgerät oder auch der Motorgeber kann zur Spindelorientie-
rung verwendet werden.

8 Im Maschinenparameter refPosition (400403) ist die Abweichung der Referenzmarke von der
gewünschten Position eingetragen.

Hinweis

Nach dem Tausch des Winkelmessgeräts für die Spindel müssen Sie den Maschinenpara-
meter refPosition (400403) neu einstellen!
Siehe ”Wiedereinstellen der Spindel-Orientierung” auf Seite 18 – 271.

19 – 294 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


19.2 Referenzmarken überfahren

Wenn keine EnDat-Messgeräte eingesetzt werden, müssen Referenzmarken nach jeder Strom-
unterbrechung überfahren werden.

Hinweis

Erkundigen Sie sich beim Maschinenbediener über den Ablauf des Referenzierens an der
jeweiligen Maschine!

Nach dem Überfahren der Referenzmarken:


„ Sind die Software-Endschalter aktiviert.
„ Ist der zuletzt gesetzte Bezugspunkt und der Maschinen-Nullpunkt reproduziert.
„ Sind die PLC-Positionierungen und Positionierungen mit M91 und M92 möglich.
„ Wird bei nicht geregelten Achsen der Zählerstand auf den Wert aus dem Maschinenparameter
refPosition (400403) gesetzt.

Automatisches Wie oft die NC-START-Taste für das automatische Referenzpunktanfahren gedrückt werden
Referenzpunkt- muss, legt der Maschinenhersteller mit dem Parameter refAllAxes (200304) fest:
anfahren

Einstellung für Auswirkung


„refAllAxes“:

TRUE Mit dem einmaligen Drücken der NC-START-Taste werden alle dafür
vorgesehenen Achsen der Reihe nach referenziert.

FALSE Für jede zu referenzierende Achse muss jeweils die NC-START-Taste


gedrückt werden.

Die Reihenfolge der Achsen für das automatische Referenzieren hat der Maschinenherstel-
ler im Parameter refAxis (200303) eingestellt.

8 NC-START-Taste ein- oder mehrmals drücken --> die Referenzmarken werden automatisch
überfahren.

Manuelles
Freifahren

Gefahr

Die Maschine kann sich im Servicefall (z.B. Fehlermeldung mit Reboot) in einer Position
befinden, in der die Reihenfolge zum automatischen Referenzieren der Achsen zur Kollision
und damit zur Beschädigung der Maschine oder gar zu Personenschäden führen könnte.
Die Achsen müssen zuerst vorsichtig frei gefahren werden!
Fragen Sie ggf. den Maschinenbediener!

8 Stellen Sie einen niedrigen Vorschub ein.


8 Drücken Sie nacheinander die entsprechenden Achsrichtungstasten.
8 Nachdem Sie die Achsen freigefahren haben, drücken Sie die NC-START-Taste --> das auto-
matische Referenzieren wird ausgelöst.

April 2010 19 – 295


Softkey REF.-PKT. Wurden nach dem Einschalten der Maschine noch keine oder nicht alle Referenzmarken überfahren,
ANFAHREN weil z.B. vorher in eine andere Betriebsart gewechselt wurde, so muss das Anfahren der Referenz-
punkte neu aktiviert werden.

8 Wählen Sie dazu die manuelle Betriebsart.


8 Drücken Sie den Softkey REF.-PKT. ANFAHREN --> die Anzeige Referenzpunkte überfahren
erscheint oben am Bildschirm.
8 Starten Sie das Referenzpunkt anfahren mit NC-START.

Erneutes Überfah- Die TNC 620 bietet die Möglichkeit, die Referenzmarken von Achsen und Spindeln während dem
ren der Referenz- Betrieb der Maschine erneut abzufahren. Dieses kann der Maschinenhersteller mittels PLC-Modul
marken 9220 so einrichten.
Fragen Sie den Maschinenbediener oder den Maschinenhersteller!

Referenz-Endlage Beim Überfahren der Referenzmarken darf der Verfahrbereich nicht überschritten werden.
Dazu kann der Maschinenhersteller für jede Achse Schaltnocken (Referenzendlage) am Verfahrbe-
reichsende anbringen. Die Schaltsignale der Schaltnocken werden an freie PLC-Eingänge angeschlos-
sen. Über das PLC-Programm sind diese PLC-Eingänge mit PP_AxReferenceEndPosition „Referenz
Endlage“ verknüpft. Ein Setzen der Referenz Endlage bewirkt eine Umkehrung der Verfahrrichtung
aus refDirection (400408).

Messgeräte mit An der TNC 620 können Lage- und Drehzahlmessgeräte mit EnDat-Schnittstelle betrieben werden. Bei
EnDat-Schnittstelle diesen Messgeräten entfällt das Überfahren der Referenzmarken. Der Positionswert wird nur beim
Einschalten der Steuerung gelesen. Er kann nicht nochmals gelesen werden.

Hinweis

Treten bei Verwendung von Multiturn-Messgeräten mit EnDat-Schnittstelle Überläufe auf,


werden Informationen hierzu temporär gespeichert. Bei einem Steuerungstausch ist eine
Neueinstellung des Maschinenparameters refPosition (400403) erforderlich (siehe ”Aus-
tausch der MC 6110” auf Seite 28 – 448)!

Positionierung nach Nachdem der Referenzpunkt überfahren wurde, kann die Achse automatisch auf eine bestimmte Posi-
Referenzpunkt- tion gefahren werden. Dieses Verhalten kann der Maschinenhersteller mit dem Parameter moveAfter-
fahren Ref (400409) aktivieren und entsprechend einrichten.

19 – 296 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Die folgenden Bilder zeigen einige standardisierte Funktionsabläufe:

Hinweis

Über den Maschinenparameter refSwitchActive (400404) kann der aktive Zustand des
Referenz-Endlagenockens von high nach low geändert werden.
Vergleichen Sie ggf. das Schaltverhalten des Endlagenockens an Ihrer Maschine mit der Ein-
stellung im Maschinenparamter refSwitchActive.

Wegmessgerät mit Funktionsablauf mit MP_refType = distance coded


abstandscodieren
Referenzmarken

April 2010 19 – 297


Wegmessgerät Funktionsablauf mit MP_refType = without Switch
mit einer
Referenzmarke

19 – 298 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Längenmessung Funktionsablauf mit MP_refType = Switch, changing Dir
über Drehgeber
Bei einer Längenmessung über Drehgeber wird pro Umdrehung des Gebers ein Referenzimpuls
abgegeben. Stellen Sie sicher, dass nach dem Einschalten der Maschine immer der gleiche
Referenzimpuls ausgewertet wird. Dies können Sie mit dem Schaltnocken „Referenz-Endlage“
realisieren.

April 2010 19 – 299


Funktionsablauf mit MP_refType = Switch, no changing Dir

Bei einer Längenmessung über Drehgeber wird pro Umdrehung des Gebers ein Referenzimpuls abge-
geben. Beim Referenzfahren wird der erste Referenzimpuls ausgewertet, der nach dem Schließen
des Schaltnockens „Referenz-Endlage“ überfahren wird. Damit ist sichergestellt, dass immer der glei-
che Referenzimpuls ausgewertet wird.

HEIDENHAIN empfiehlt bei Längenmessung über Drehgeber das Verfahren MP_refType=Switch,


changing dir einzustellen.

19 – 300 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


19.3 Konfigurationsdaten

Einstellungen im Konfigurations-Editor MP-Nummer


Channels
ChannelSettings
[Keyname des Bearbeitungskanals]
CfgChannelAxes
refAxis 200303
refAllAxes 200304

Einstellungen im Konfigurations-Editor MP-Nummer


Axes
ParameterSets
[Keyname Parametersatz]
CfgReferencing
refType 400401
refPosition 400403
refSwitchActive 400404
refFeedLow 400406
refFeedHigh 400407
refDirection 400408
moveAfterRef 400409
moveAfterRefType 400410
moveAfterRefPos 400411
moveAfterRefFeed 400412

April 2010 19 – 301


19.4 Mögliche Fehlerursachen

Hier gelten die selben Fehlerursachen, wie bei den Messgeräten


--> siehe ”Mögliche Fehlerursachen” auf Seite 18 – 261 .

Speziell für das Referenzieren sind noch folgende Fehlerursachen möglich:

„ Defekter Schaltnocken (Referenz-Endlage)


„ Verrutschtes Magnetplättchen im Maßstab-Profil (falsche oder keine Referenzmarke wird ausge-
wertet)
„ Weggeputzter oder anderweitig entfernter Lack über Referenzmarken (bisher unkenntlich
gemachte Referenzmarken werden nun ausgewertet)
„ Schaltnocken zu nahe am Referenzmarken-Signal (beim Referenzfahren über den Motorgeber kann
hier die „benachbarte“ Ref-Position ausgewertet werden)

19.5 Referenzieren für Achsen abwählen

Für Untersuchungen an Achsen kann das Referenzieren abgewählt werden:

8 Tragen Sie für die entsprechende Achse im Maschinenparameter refType (400401): None ein.

19 – 302 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


20 Schnittstelle zu den Antrieben

20.1 Einleitung

Die TNC 620 arbeitet mit digitalen Achsen und Spindeln.


Digitale Antriebssysteme werden auch als Umrichtersysteme bezeichnet.
Für digitale Antriebe werden Drehstrommotoren eingesetzt.
Die wichtigsten Motoren hierbei sind ...
„ Synchronmotoren (z.B. HEIDENHAIN-Achsmotoren QSY)
„ Asynchronmotoren (z.B. HEIDENHAIN-Spindelmotoren QAN)
„ Linearmotoren
„ Torque-Motoren
Die digitalen Antriebsverstärker werden über PWM-Schnittstellen (PWM =
Puls-Weiten-Modulation) angesteuert.
Lage-, Drehzahl- und Stromregler befinden sich in der HEIDENHAIN-Steuerung.

PWM-Ausgänge Folgende PWM-Schnittstellen befinden sich auf der Regler-Einheit CC 6106


(jede digitale Achse/Spindel hat einen eigenen PWM-Flachbandstecker):
„ X51 bis X56

Beim Kompaktregler UEC 11x befinden sich die PWM-Schnittstellen innerhalb des Gerätes.

Feste Zuordnung Bei der CC 61xx besteht eine feste Zuordnung zwischen dem Eingang des Drehzahl-Messge-
räts, dem Eingang des Lage-Messgeräts und dem PWM-Ausgang:

PWM-Ausgang Drehzahl-Eingang Lage-Eingang


X51 X15 X201
X52 X16 X202
X53 X17 X203
X54 X18 X204
X55 X19 X205
X56 X20 X206

April 2010 20 – 303


Beim UEC 11x besteht eine feste Zuordnung zwischen dem Eingang des Drehzahl-Messgeräts, dem
Eingang des Lage-Messgeräts und dem Motor-Ausgang:

Motor-Ausgang Drehzahl-Eingang Lage-Eingang


X80 X15 X201
X81 X16 X202
X82 X17 X203
X83 X18 X204
X84 X19 X205

Single-Speed und Die CC 6106 und der UEC 11x erlauben dem Maschinenhersteller die Einrichtung von sogenannten
Double-Speed- Single-Speed und Double-Speed-Regelkreisen.
Regelkreise
Eine Double-Speed-Achse benötigt die Rechenleistung von zwei Single-Speed-Achsen.
(optional)

Single-Speed-Regelkreise werden verwendet für:


„ Hauptspindeln
„ Konventionelle Achsen

Double-Speed-Regelkreise werden verwendet für:


„ Linearmotoren
„ Torquemotoren
„ Hochfrequenzspindeln
„ „Schwer regelbare Achsen“

Sind an einer CC 6106 oder an einem UEC 11x Double-Speed-Regelkreise konfiguriert, so sind ein-
zelne PWM-Ausgänge bzw. Motorausgänge nicht aktiv, da der betreffende DSP (Digitaler Signal
Prozessor) nurmehr einen Double-Speed-Kanal rechnet anstelle zweier Single-Speed-Kanäle.

Konfigurationsmöglichkeiten CC 6106:

Anzahl Single-Speed Achsen: Anzahl Double-Speed-Achsen:

6 Single-Speed 0 Double-Speed

4 Single-Speed 1 Double-Speed

2 Single-Speed 2 Double-Speed

0 Single-Speed 3 Double-Speed

Sinnvolle Konfigurationsmöglichkeiten UEC 11x:

Anzahl Single-Speed Achsen: Anzahl Double-Speed-Achsen:

5 Single-Speed 0 Double-Speed

4 Single-Speed (X80, X81, X82, X83) 1 Double-Speed (X84)

3 Single-Speed Achsen (X82, X83, X84) 1 Double-Speed Spindel (X80)

20 – 304 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


20.2 Konfigurationsdaten

PWM- und Motor- Die Konfigurationsdaten (Maschinenparameter) für die PWM- und Motor-Ausgänge finden Sie
Ausgänge im Pfad Axes/ParameterSets/Key für Parametersatz/CfgAxisHardware/...

Parameter Beschreibung
pwmSignalOutput Zuordnung der PWM- bzw. Motor-Ausgänge zu den Achsen und Spin-
(400013) deln

PWM-Frequenz Die Konfigurationsdaten (Maschinenparameter) für die PWM-Frequenz finden Sie im Pfad Axes/
ParameterSets/Key für Parametersatz/CfgPowerStage/...

Parameter Beschreibung
ampPwmFreq Einstellung der PWM-Frequenz
(401204)

Single-Speed und Die Konfigurationsdaten (Maschinenparameter) für die Einstellung von Single- oder Double-
Double-Speed- Speed finden Sie im Pfad Axes/ParameterSets/Key für Parametersatz/CfgAxisHardware/...
Regelkreise

Parameter Beschreibung
ctrlPerformance Reglerleistung dieser Achse / Spindel
(400018)

Art der Leistungs- Die Konfigurationsdaten (Maschinenparameter) für die Leistungsteile finden Sie im Pfad Axes/
teile und Motoren ParameterSets/Key für Parametersatz/CfgPowerStage/...

Die Konfigurationsdaten (Maschinenparameter) für die Motoren finden Sie im Pfad Axes/Para-
meterSets/Key für Parametersatz/CfgServoMotor/...

April 2010 20 – 305


20.3 Tabellen für Leistungsteile und Motoren

Über den Namen (ampName (401201), motName (401301)) des eingesetzten Leistungsteils und des
Motors greift die Steuerung auf Werte in den zugehörigen Leistungsteil- und Motortabellen zurück.

Diese Tabellen können Sie wie folgt aufrufen:

8 Öffnen Sie die Maschinenparameter-Liste.


8 Stellen Sie den Cursor für die betreffende Achse / Spindel auf den Maschinenparameter
ampName (401201).
8 Drücken Sie die Taste ENT oder die Pfeiltaste rechts --> nach einigen Sekunden erscheint die Lei-
stungsteil-Tabelle:

Der Cursor steht auf dem zugewiesenen Leistungsteil.

8 Sie können den Cursor in der Zeile des gekennzeichneten Leistungsteils bewegen und alle verfüg-
baren technischen Daten ablesen.

20 – 306 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


8 Stellen Sie den Cursor für die betreffende Achse / Spindel auf den Maschinenparameter
motName (401301).
8 Drücken Sie die Taste ENT oder die Pfeiltaste rechts --> nach einigen Sekunden erscheint die
Motortabelle:

Der Cursor steht auf dem zugewiesenen Motor.


In dieser Ansicht sehen Sie die wichtigsten technischen Daten des gekennzeichneten Motors
(wie z.B. I-MAX) auf einen Blick.

Um alle verfügbaren technischen Daten des Motors ablesen zu können, gehen Sie wie folgt
vor:

Falls der betreffende Motor in der Spalte OEM mit einem Stern gekennzeichnet ist, ...

8 betätigen Sie den Softkey mit dem Symbol für die Motortabelle des Maschinen-
herstellers (OEM).

Falls der betreffende Motor keinen Eintrag in der Spalte OEM aufweist, ...

8 drücken Sie den Softkey für die Motortabelle von HEIDENHAIN (SYS).

Hinweis

Die originale Motortabelle von HEIDENHAIN ist auf der SYS-Partition der Speicherkarte
abgelegt.
Der Maschinenhersteller kann eine eigene Motortabelle (mit zusätzlichen Motoren und/oder
geänderten Daten) erstellen, welche dann auf der PLC-Partition der Speicherkarte abgelegt
wird.
Bei gleichlautenden Motoren haben die Daten der OEM-Tabelle Vorrang.

April 2010 20 – 307


Nach einigen Sekunden erscheint die Motortabelle (OEM oder SYS) mit allen verfügbaren technischen
Daten:

8 Sie können den Cursor in der Zeile des gekennzeichneten Motors bewegen und die technischen
Daten ablesen.

20 – 308 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


20.4 Auslesen von Daten der Leistungsmodule

Beim Booten der Steuerung holt sich die Regler-Einheit CC 6106 über die PWM-Flachbandkabel
die Daten (Ident-Nummer, Seriennummer, etc.) der Leistungsmodule (UM xxx).

Die Reihenfolge für das Auslesen ist über die Stecker (X51, X52, folgende) auf der CC 6106
bestimmt. Das heißt, zuerst werden die Daten des Leistunsmoduls ausgelesen, welches mit
X51 verbunden ist, usw.

Während der Datenübertragung blinkt die LED SH2 in schneller Folge.

Wurden zur Fehlereingrenzung PWM-Kabel getauscht, die auf unterschiedliche Leistungsmo-


dule führen, so meldet sich die Steuerung beim Hochlauf mit dem Fenster Änderung an Hard-
ware/Firmware erkannt.

Bild: Meldung der Steuerung nach dem Tausch von PWM-Kabel

8 Akzeptieren Sie die Änderung, um mit der Fehlersuche fortfahren zu können!

April 2010 20 – 309


20.5 Mögliche Fehlerursachen

„ Mechanische Defekte
„ Abnutzung, Verschleiß von mechanischen Teilen
„ Alterung der Maschine
„ Defekter Motor
„ Defektes Leistungsteil
„ Defekte Kabel
„ Schlechte Schirmung und Erdung
„ Fehler in der NC- oder PLC-Software
„ Alte HEIDENHAIN-Interfacekarte in modifiziertem SIMODRIVE 611-Leistungsteil
„ Defekte HEIDENHAIN-Interfacekarte für das SIMODRIVE 611-Antriebssystem
„ Falsche Erdung im Zusammenhang mit den o.g. HEIDENHAIN-Interfacekarten
„ Defekte PWM-Schnittstelle bzw. defekte CC

Hinweis

Die möglichen Fehlerursachen sind hier also sehr vielfältig.


Fundierte Kenntnisse über die Maschine und das Zusammenwirken der Komponenten sind
gerade bei dieser Art von Fehlern sehr hilfreich.
Betätigen Sie bei auftretenden Fehlermeldungen die HELP-Taste. Sie erhalten dann Infor-
mationen zu den möglichen Fehlerursachen und Tipps zur Fehlerbehebung.

20 – 310 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


20.6 Fehlersuche

20.6.1 Tausch der PWM-Ausgänge bei der CC 6106

Um festzustellen, ob die PWM-Schnittstelle an der CC 6106 oder das angeschlossene


Antriebssystem defekt ist, können Sie das Tauschverfahren anwenden.
Verwenden Sie dazu die Schnittstelle einer funktionierenden Achse!

Hinweis

Das Tauschverfahren ist hier relativ aufwendig, da zu den PWM-Ausgängen auch die Lage-
messgeräte-Eingänge und die Motorgeber-Eingänge getauscht werden müssen.

Gefahr

Bevor Sie Antriebe zur Fehlersuche an anderen Schnittstellen anschließen:


Vergewissern Sie sich, dass die Antriebskomponenten (Umrichter, Motoren, etc.) keine Erd-
und Kurzschlüsse aufweisen --> siehe Servicehandbuch Umrichtersysteme und Motoren!

Modularer Aufbau
mit CC 6106

Beispiel Fehler in der X-Achse

Angenommene
Konfiguration Axes/ParameterSets/PX/CfgAxisHardware/pwmSignalOutput X51 (X-Achse an Ausgang X51)
Axes/ParameterSets/PY/CfgAxisHardware/pwmSignalOutput X52 (Y-Achse an Ausgang X52)

Axes/ParameterSets/PX/CfgPowerStage/ampPwmFreq 5 kHz
Axes/ParameterSets/PY/CfgPowerStage/ampPwmFreq 5 kHz

April 2010 20 – 311


Hinweise und „ Tauschen Sie mit dem PWM-Ausgang einer funktionierenden Achse
vorbereitende (abhängig von der Konfiguration von Single-Speed- und Double-Speed-Regelkreisen können unbe-
Maßnahmen legte PWM-Ausgänge ggf. nicht aktiv sein).
„ Die fest zugeordneten Lage- und Drehzahl-Eingänge müssen mitgetauscht werden!
„ Für die zu tauschenden Achsen sollte die gleiche PWM-Frequenz eingestellt sein!
Falls in den Maschinenparametern ampPwmFreq (401204) unterschiedliche PWM-Frequenzen einge-
tragen sind, können Sie zum Testen für die Achsen 5 kHz eintragen.
„ Falls sich die getauschten PWM-Ausgänge auf einem Kompaktumrichter oder einem Zweiachsmo-
dul befinden, meldet sich die Steuerung wie gewohnt mit Strom-Unterbrechung.
Führen die getauschten PWM-Ausgänge allerdings zu zwei verschiedenen Leistungsmodulen (ver-
schiedene Ident-Nummern oder Seriennummern), so meldet sich die Steuerung beim Hochlauf mit
dem Fenster Änderung an Hardware/Firmware erkannt --> siehe ”Auslesen von Daten der Lei-
stungsmodule” auf Seite 20 – 309.

Blockbild

Bild: Tausch der PWM-Ausgänge an einer CC 6106

Hinweis

Tauschen Sie immer beides: Kabel und Schnittstellenzuweisung mittels Maschinenparame-


ter!

Hinweis

Welche Antriebsmodule angeschlossen sind, spielt bei dieser Testroutine keine Rolle!

20 – 312 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Flussdiagramm
CC 6106
Tausch der PWM-Ausgänge an einer CC 6106

Steuerung herunterfahren und Hauptschalter der Maschine


ausschalten

Lagemessgeräte-Kabel, Drehzahlmessgeräte-Kabel und PWM-


Ausgänge für die entsprechenden Achsen an der
CC 6106 beschriften und tauschen (im Beispiel Stecker X201 und
X202, X15 und X16, X51 und X52)

Hauptschalter der Maschine einschalten

Meldung Strom-Unterbrechung nicht quittieren sondern gleich


den Konfig-Editor aufrufen
bzw. Meldung Änderung an Hardware/Firmware erkannt
akzeptieren und dann den Konfig-Editor aufrufen

Eingabewerte für posEncoderInput (400008),


speedEncoderInput (400012) und pwmSignalOutput (400013)
bei den entsprechenden Achsen tauschen
Steuerung neu booten und Maschine komplett
(im Beispiel Stecker X201 und X202, X15 und X16, X51 und X52)
einschalten

Gleiche Frequenz Nein


im Maschinen-Parameter Zum Testen 5 kHz
ampPwmFreq (401204) eintragen
eingetragen ?

Ja

Maschine komplett einschalten

Wandert Nein
das Fehlerbild Fehler liegt am
zur anderen Achse? Antriebssystem
(im Beispiel von (Umrichter, Motor)
X nach Y)

Ja

Fehler liegt vermutlich am PWM-Ausgang der CC 6106

Nächster Test Wenn Sie festgestellt haben, dass der Fehler außerhalb der Steuerung liegt (Antriebsverstärker,
Motor, Kabel, etc.), führen Sie die folgende Routine durch --> siehe ”Tausch von Leistungsteilen
bzw. Endstufen gleichen Typs” auf Seite 20 – 317.

April 2010 20 – 313


20.6.2 Tausch der Motorausgänge beim UEC 11x

Um festzustellen, ob der Motorausgang am UEC 11x oder das angeschlossene Antriebssystem


defekt ist, können Sie das Tauschverfahren anwenden.
Verwenden Sie dazu die Schnittstelle einer funktionierenden Achse!

Hinweis

Das Tauschverfahren ist hier relativ aufwendig, da zu den Motorausgängen auch die Lage-
messgeräte-Eingänge und die Motorgeber-Eingänge getauscht werden müssen.

Gefahr

Bevor Sie Antriebe zur Fehlersuche an anderen Schnittstellen anschließen:


Vergewissern Sie sich, dass die Antriebskomponenten (Umrichter, Motoren, etc.) keine Erd-
und Kurzschlüsse aufweisen --> siehe Servicehandbuch Umrichtersysteme und Motoren!

Aufbau mit UEC 11x

Beispiel Fehler in der X-Achse

Angenommene
Konfiguration Axes/ParameterSets/PX/CfgAxisHardware/pwmSignalOutput X81 (X-Achse an Ausgang X81)
Axes/ParameterSets/PY/CfgAxisHardware/pwmSignalOutput X82 (Y-Achse an Ausgang X82)

Axes/ParameterSets/PX/CfgPowerStage/ampPwmFreq 5 kHz
Axes/ParameterSets/PY/CfgPowerStage/ampPwmFreq 5 kHz

20 – 314 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Hinweise und „ Tauschen Sie mit dem Motorausgang einer funktionierenden Achse
vorbereitende (abhängig von der Konfiguration von Single-Speed- und Double-Speed-Regelkreisen können
Maßnahmen unbelegte PWM-Ausgänge ggf. nicht aktiv sein).
„ Die fest zugeordneten Lage- und Drehzahl-Eingänge müssen mitgetauscht werden!
„ Für die zu tauschenden Achsen sollte die gleiche PWM-Frequenz eingestellt sein!
Falls in den Maschinenparametern ampPwmFreq (401204) unterschiedliche PWM-Frequenzen
eingetragen sind, können Sie zum Testen für die Achsen 5 kHz eintragen.

Blockbild

Bild: Tausch der Motorausgänge am UEC 11x

Hinweis

Tauschen Sie immer beides: Kabel und Schnittstellenzuweisung mittels Maschinenparame-


ter!

April 2010 20 – 315


Flussdiagramm
UEC 11x
Tausch der Motorausgänge an einem
UEC 11x

Steuerung herunterfahren und Hauptschalter der Maschine


ausschalten

Lagemessgeräte-Kabel, Drehzahlmessgeräte-Kabel und


Motorausgänge für die entsprechenden Achsen am
UEC 11x beschriften und tauschen
(z.B. Stecker X202 und X203, X16 und X17, X81 und X82)

Hauptschalter der Maschine einschalten

Meldung Strom-Unterbrechung nicht quittieren sondern


gleich den Konfig-Editor aufrufen und die Eingabewerte für
posEncoderInput (400008), speedEncoderInput (400012)
und pwmSignalOutput (400013) bei den entsprechenden
Achsen tauschen
(z.B. Stecker X202 und X203, X16 und X17, X81 und X82)

Gleiche Frequenz Nein


im Maschinen-Parameter
Zum Testen 5 kHz eintragen
ampPwmFreq (401204)
eingetragen ?

Ja

Maschine komplett einschalten

Wandert
das Fehlerbild Nein
Fehler liegt am Motor /
zur anderen Achse?
Motorkabel
(im Beispiel von
X nach Y)

Ja

Fehler liegt vermutlich am Motorausgang des UEC 11x

20 – 316 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


20.6.3 Tausch von Leistungsteilen bzw. Endstufen gleichen Typs

Wenn Sie festgestellt haben, dass die PWM-Schnittstelle an der CC 6106 in Ordnung ist, so kön-
nen Sie testen, ob Sie die fehlerhafte Achse mit ...
„ einem baugleichen Leistungsteil (modulares Umrichtersystem) bzw.
„ einer Endstufe gleicher Leistung (2-Achs-Modul, Kompaktumrichter)

... verfahren können.

Gefahr

Wenn Sie zum Testen Leistungsteile bzw. Endstufen eines anderen Typs verwenden
wollen, setzen Sie sich unbedingt vorher mit dem Maschinenhersteller oder HEIDENHAIN
in Verbindung. Ansonsten könnten Sie Schäden an der Maschine oder gar Personenschä-
den verursachen!

Verwenden Sie hierfür ...


„ entweder das Leistungsteil bzw. die Endstufe einer funktionierenden Achse
„ oder ein Ersatzgerät

Hinweis

Bei dieser Testroutine müssen keine Maschinenparameter getauscht werden!


Es spielt keine Rolle, ob Leistungteile von HEIDENHAIN oder anderen Herstellern in der
Maschine eingesetzt sind.

Hinweis

Falls sich die getauschten Endstufen auf einem Kompaktumrichter oder einem Zweiachs-
modul befinden, meldet sich die Steuerung wie gewohnt mit Strom-Unterbrechung.
Befinden sich die getauschten Endstufen allerdings in zwei verschiedenen Leistungsmodu-
len (verschiedene Ident-Nummern oder Seriennummern), so meldet sich die Steuerung
beim Hochlauf mit dem Fenster Änderung an Hardware/Firmware erkannt --> siehe ”Aus-
lesen von Daten der Leistungsmodule” auf Seite 20 – 309.

Gefahr

Bevor Sie Antriebe zur Fehlersuche an anderen Schnittstellen anschließen:


Vergewissern Sie sich, dass die Antriebskomponenten (Umrichter, Motoren, etc.) keine Erd-
und Kurzschlüsse aufweisen --> siehe Servicehandbuch Umrichtersysteme und Motoren!

Gefahr

Sichern Sie Vertikalachsen vor dem Herabfallen, bevor Sie diesen Test ausführen!

Gefahr

Stromschlaggefahr!
Stellen Sie sicher, dass der Hauptschalter der Maschine ausgeschaltet ist und dass Steck- /
Klemmanschlüsse spannungsfrei sind, bevor Sie diese anbringen oder lösen.

April 2010 20 – 317


Angenommene UM 11x: X111 (PWM-Anschluss 1. Kanal) verbunden mit X51 (CC 6106, X-Achse)
Konfiguration für X81 (Motoranschluss 1. Kanal) verbunden mit Motor X-Achse
zwei 1-Achsmodule
UM 11x: X111 (PWM-Anschluss 1. Kanal) verbunden mit X52 (CC 6106, Y-Achse)
X81 (Motoranschluss 1. Kanal) verbunden mit Motor Y-Achse

Angenommene UM 12x: X111 (PWM-Anschluss 1. Kanal) verbunden mit X51 (CC 6106, X-Achse)
Konfiguration für X112 (PWM-Anschluss 2. Kanal) verbunden mit X52 (CC 6106, Y-Achse)
ein 2-Achsmodul X81 (Motoranschluss 1. Kanal) verbunden mit Motor X-Achse
X82 (Motoranschluss 2. Kanal) verbunden mit Motor Y-Achse

Beispiel Fehler in der X-Achse.


Es stehen zwei 1-Achsmodule zur Verfügung.

Blockbild
für zwei
1-Achsmodule

Gefahr

Falls Motorbremsen an den Leistungsteilen angeschlossen sind, müssen auch diese mit-
getauscht werden (X344, X392, X393, X394, je nach Modell --> siehe Service-Handbuch
Umrichtersysteme und Motoren)!
An aktuellen Umrichtermodulen und Kompaktumrichtern von HEIDENHAIN können Motor-
bremsen angeschlossen werden. Die Versorgung der Motorbremse mit 24 V erfolgt eben-
falls über einen Stecker am Umrichter. Die Ansteuersignale für die Motorbremsen werden
über den PWM-Bus übermittelt.

20 – 318 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Flussdiagramm
für zwei
Tausch von Leistungsteilen gleichen Typs
1-Achsmodule

Hauptschalter der Maschine ausschalten,


gegen Wiedereinschalten sichern,
Spannungsfreiheit feststellen!

Abdeckblech am Umrichtersystem abschrauben

PWM-Flachbandkabel für die entsprechenden Achsen an


den Leistungsteilen bzw. Endstufen tauschen
(im Beispiel jeweils Stecker X111).
Achtung: Pfostenverbinder vorsichtig anstecken,
keine Pins verbiegen!

Abdeckblech am Umrichtersystem wieder anschrauben.


Achtung: Flachbandkabel dabei nicht beschädigen!

Motoranschlüsse an den Leistungsteilen bzw. am


Kompaktumrichter passend zu den PWM-Eingängen
anstecken (im Beispiel jeweils Stecker X81).
Achtung:
Falls Motorbremsen über die Leistungsteile angesteuert
werden, so müssen diese auch entsprechend umgesteckt
werden (X344: 24V-Versorgung für Motorhaltebremse,
X392: Motorhaltebremse).

Maschine komplett einschalten

Evtl. erscheint das Fenster Änderung an Hardware/


Firmware erkannt (wenn sich die getauschten Endstufen
in zwei verschiedenen Leistungsteilen befinden).
Akzeptieren Sie die aktuelle Konfiguration, um den
Hochlauf fortzusetzen.

Achsen bewegen

Wandert Der Fehler liegt vermutlich an der


Nein
das Fehlerbild Mechanik, am Motor, dem
zur anderen Achse Motorkabel, dem PWM-
(im Beispiel von Flachbandkabel oder der
X nach Y)? Schnittstelle an der CC 6106

Ja

Vermutlich ist das Leistungsteil bzw. die Endstufe defekt

April 2010 20 – 319


20.6.4 Tausch der HEIDENHAIN-Interfacekarten für das SIMODRIVE 611-Antriebssystem

Wird ein SIMODRIVE 611-Antriebssystem in Verbindung mit der HEIDENHAIN-Steuerung verwendet,


so befinden sich in den Siemens-Antriebsmodulen HEIDENHAIN-Interfacekarten zur Anpassung der
PWM-Signale.

Achtung

Schieben Sie offensichtlich defekte Geräte zur Fehlersuche nicht in die Einschübe des
Antriebssystems!

Karten gleichen Bevor Sie zur Untersuchung von fehlerhaften Achsen andere Antriebsmodule verwenden, können Sie
Typs baugleiche Einschubkarten tauschen.

Achten Sie dabei auf folgendes:


„ Tauschen Sie die Karten im ausgeschalteten Zustand der Maschine.
„ Tauschen Sie Karten gleichen Typs (Einachsmodul bzw. Zweiachsmodul, galvanisch getrennt bzw.
nicht galvanisch getrennt --> siehe ”Wichtige Hinweise zum Einsatz von HEIDENHAIN-Einschub-
karten im SIMODRIVE-Antriebssystem” auf Seite 5 – 51).
„ Die Erdung muss richtig ausgeführt sein --> siehe ”Wichtige Hinweise zum Einsatz von HEIDEN-
HAIN-Einschubkarten im SIMODRIVE-Antriebssystem” auf Seite 5 – 51.

Karten ungleichen Wenn Sie keine Karten gleichen Typs haben, können Sie unter gewissen Umständen Karten für Ein-
Typs achsmodule mit Karten für Zweiachsmodule ersetzen und umgekehrt.
„Stolpersteine“ können hierbei sein:

„ Einige Zweiachsmodul-Karten (Ident-Nummer kleiner 359002-xx) benötigen auf jeder PWM-Schnitt-


stelle die entsprechenden Freigabesignale der Steuerung. Wenn so eine Karte in einem Einachsmo-
dul steckt und eine PWM-Schnittstelle nicht belegt ist, ist die gesamte Karte nicht freigegeben.
„ Wenn eine Einachsmodul-Karte zum Testen in ein Zweiachsmodul gesteckt wird, so kann die ent-
sprechende Achse untersucht werden!
Soll die andere Achse untersucht werden, muss der Motorausgang am Leistungsteil umgesteckt
werden.
Bei diesen Tests müssen ggf. mit dem MP 10 nicht ansteuerbare Achsen abgewählt werden. Das
ist bei einigen Maschinen nicht so ohne weiteres möglich
--> fragen Sie den Maschinenhersteller!

Achtung

Karten mit galvanischer Trennung der HEIDENHAIN-PWM-Signale gegenüber der Siemens-


Schnittstelle dürfen Sie nicht mit Karten ohne galvanische Trennung und umgekehrt erset-
zen --> siehe ”Wichtige Hinweise zum Einsatz von HEIDENHAIN-Einschubkarten im
SIMODRIVE-Antriebssystem” auf Seite 5 – 51.

Achtung

„Ältere“ HEIDENHAIN-Einschubkarten dürfen nicht mit modifizierten SIMODRIVE-Lei-


stungsteilen betrieben werden --> siehe ”Kompatibilität von HEIDENHAIN- Einschubkarten
zu SIMODRIVE- Leistungsteilen” auf Seite 5 – 52.

20 – 320 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


20.7 Fehlerbehebung

Steuerungs- Wenn Sie festgestellt haben, dass die Schnittstelle an der CC 6106 bzw. am UEC 11x defekt ist:
Komponenten
„ Austausch der CC 6106 bzw. des UEC 11x
--> siehe ”Austausch von HEIDENHAIN-Komponenten” auf Seite 28 – 439.

Antriebs- Wenn Sie festgestellt haben, dass das Leistungsteil, der Kompaktumrichter, die Einschubkarte,
Komponenten der Motor defekt ist:
„ Austausch der Antriebskomponente
--> siehe Servicehandbuch Umrichtersysteme und Motoren.

Mechanik Wenn Sie festgestellt haben, dass der Fehler an der Mechanik der Maschine zu finden ist:
„ Austausch der mechanischen Komponenten --> fragen Sie den Maschinenhersteller.

April 2010 20 – 321


20 – 322 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620
21 Flachbildschirm

21.1 Einleitung

Der 15,1 Zoll-TFT-Flachbildschirm ist ein Teil der Rechnereinheit MC 6110, er ist im Gehäuse der
MC integriert.
Die Stromversorgung und die Ansteuerung mit Bildsignalen erfolgt intern im Gehäuse der MC.
Die Bildschirm-Softkeys werden über die horizontale und vertikale Softkeyleiste angesteuert.

21.2 Mögliche Fehlerursachen

„ Defekter Bildschirm
„ Fehlerhafte Spannungsversorgung der MC 6110
„ Keine Bildsignale von der Grafikkarte
„ Defekte Bildschirm-Softkeys
„ Schadhaftes Gerät oder Kabel, das an der Steuerung angeschlossen ist und diese
beeinträchtigt

April 2010 21 – 323


21.3 Fehlersuche

Bildschirm- Die Softkeyleisten sind innerhalb der MC 6110 über Flachbandkabel mit der Tastaturplatine verbun-
Softkeys den.
Fehlersuche --> siehe ”Überprüfung der Tasten” auf Seite 22 – 329.

Monitor Vorschlag zur Fehlersuche, wenn der Bildschirm bei eingeschalteter Maschine dunkel bleibt:

Schwarzer Bildschirm bei


eingeschalteter Maschine

Kontrollieren Sie, ob der Lüfter läuft.


Messen Sie nach, ob 24 V- (+/- 5%) am Stecker X101
der MC 6110 vorhanden sind.

Ist eine Nein


Gleichspannung im Bereich Spannungsversorgung
22,8 – 25,2 V herstellen
vorhanden?

Ja

Verbinden Sie Ihren Service-Laptop mit der MC 6110


und starten Sie die HEIDENHAIN-PC-Software
TNCremoNT

Stellen Sie die Verbindung her und klicken Sie auf


eines der Kamera-Symbole in der Menü-Leiste

Möglicherweise ist die


Nein
Sind nun Grafikkarte der MC
Bild-Informationen auf dem Laptop 6110 defekt!?
vorhanden? Tauschen Sie die
Steuerung aus.

Ja

Die Grafikkarte der MC 6110 ist vermutlich in Ordnung

Hinweis

Mit einem Dongle für die USB-Schnittstelle kann TNCremoNT zu TNCremoPlus erweitert
werden. Damit kann der Steuerungs-Bildschirm auf dem Service-Laptop beobachtet werden.
Diese Funktion kann mit dem Icon TNC Bildschirm ansehen aufgerufen werden.
Das Symbol finden Sie in der Menü-Leiste gleich neben den Kamera-Symbolen.
Der Dongle kann bei HEIDENHAIN bestellt werden.

21 – 324 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Hinweis

Wenn Sie mit TNCremoNT die Bild-Informationen sehen können, kann man noch nicht
100%ig darauf schließen, dass alle Bereiche der Grafikkarte in Ordnung sind!

Die Bildschirmfunktion wird in der Regel nicht durch defekte Geräte beeinträchtigt, die an
der MC 6110 angeschlossen sind.

Hinweis

Die MC 6110 verfügt über „Polyfuses“.


Das sind elektronische Sicherungen, die bei Überlast hochohmig werden und damit defekte
Peripheriegeräte (z.B. USB-Geräte) von den Kleinspannungen der MC 6110 trennen.
„Polyfuses“ sind selbstrückstellend („selbstheilend“).

Um sicherzustellen, dass nicht ein defektes Gerät (Kurzschluss, etc.) in Kombination mit einer
defekten Polyfuse die Bildschirmfunktion negativ beeinflusst, können Sie alle angeschlossenen
Geräte von der MC 6110 entfernen (Ausnahme: Spannungsversorgung X101) und beobachten,
ob der Bildschirm nun funktioniert.

21.4 Fehlerbehebung

Ein defekter Monitor kann im Feld nicht separat getauscht werden!


Tauschen Sie die MC 6110 --> siehe ”Austausch der MC 6110” auf Seite 28 – 448.

April 2010 21 – 325


21 – 326 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620
22 Bedientasten und Potentiometer

22.1 Einleitung

Die Tastatur und die Potentiometer sind Teile der Rechnereinheit MC 6110, sie sind im Gehäuse
der MC integriert.

Die Bildschirm-Softkeys befinden sich auf separaten Platinen (horizontale und vertikale Softkey-
leisten), die über Flachbandkabel mit der Tastaturplatine verbunden sind.

Die Übermittlung der Tastensignale an die Steuerung erfolgt mittels einer Matrix. Dabei ist jeder
Kreuzungspunkt einer ScanLine (SL) mit einer ReturnLine (RL) einer bestimmten Taste zuge-
wiesen.

Der Maschinenhersteller kann bei aktivem Handrad die Bedienung der Maschine über die Tasta-
tur sperren.

Die Potentiometer in der MC 6110 werden mittels Flachbandleitung am Stecker X10 durch
das Maschinenbedienfeld MB 620 versorgt und ausgewertet. Die Informationen werden
mittels HSCI-Bus an die Steuerung übergeben.

Hinweis

Die MC 6110 besitzt keine Analog-Eingänge für die Auswertung von Potentiometern. Des-
halb erfolgt die Auswertung durch das MB 620 und die Übermittlung der Informationen über
den HSCI-Bus.

April 2010 22 – 327


22.2 Mögliche Fehlerursachen

„ Starke Verschmutzung --> Taste bleibt hängen


„ Verhakte Späne --> Taste bleibt hängen
„ Defekter Druckkontakt --> Taste meldet keine Betätigung mehr

Hinweis

Fehlerhafte Tasten kontaktieren entweder nicht mehr oder dauernd.

„ Eingedrungene Flüssigkeit
„ Defektes Flachbandkabel
„ Defekter Flachbandkabel-Stecker
„ Defekte Softkeyleiste bzw.Tastaturplatine
„ Verschleiß des Potentiometer-Schleifers
„ Unterbrechung zwischen MC 6110 und MB 620 (Stecker X10, Spannungsversorgung, Auswertung))

22 – 328 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


22.3 Überprüfung der Tasten

Hierin eingeschlossen sind die Hardkeys im Tastenfeld und die horizontalen und vertikalen
Softkeys im Bereich des Monitors. Die Softkeyleisten sind innerhalb der MC 6110 über Flach-
bandkabel mit der Tastaturplatine verbunden.

Richtige Vergewissern Sie sich, dass die Taste in der angewählten Betriebsart auch wirklich funktionieren
Bedienung? muss --> Maschinenbediener fragen oder im Benutzerhandbuch nachsehen!

Sichtprüfung Machen Sie zuerst eine Sichtprüfung:


„ Ist die Taste stark verschmutzt (Fett, Staub, Öl, etc.)?
„ Haben sich Späne verhakt?
Dadurch kann die Taste hängen bleiben.
In so einem Fall muss die Tastatur vorsichtig gereinigt werden --> siehe ”Fehlerbehebung” auf
Seite 22 – 339.
„ Ist die Taste oder der Bereich um die Taste stark abgenutzt?
Dies lässt darauf schließen, dass die Lebensdauer der Taste abgelaufen ist und sie nicht mehr
kontaktiert.

Kommt das Tasten- Um sich dahingehend zu vergewissern, können Sie den Tasten-Code im PLC-Doppelwort
signal an der NP_GenKeyCode bei Betätigung der Tasten beobachten:
Steuerung an?
8 Drücken Sie den NOT-AUS-Taster.
8 Booten Sie die Steuerung neu.
8 Meldung Strom-Unterbrechung quittieren, Maschine aber nicht weiter einschalten.
8 Rufen Sie das integrierte Oszilloskop auf --> siehe ”Integriertes Oszilloskop” auf Seite 9 – 83.
8 Treffen Sie folgende Auswahl:

8 Bestätigen Sie die Auswahl und starten Sie das Oszilloskop.

April 2010 22 – 329


8 Drücken Sie die zu untersuchende Taste und kontrollieren Sie, ob ein Ausschlag im integrierten
Oszilloskop erfolgt oder eine der Taste entsprechende Reaktion erfolgt.

Hinweis

Der Tastencode, also die Höhe des Ausschlages im integrierten Oszilloskop, ist hier zweit-
rangig. Wichtig ist, ob eine Tastenbetätigung von der Steuerung erkannt wird oder nicht!

Hinweis

Wenn nun eine bestimmte Taste keine Reaktion an der Steuerung auslöst, so weiß man im
Moment noch nicht, ob die Drucktaste selber defekt ist oder vielleicht die Tastaturplatine,
das Tastaturkabel oder die Steuerung.
Weitere Tests müssen folgen --> siehe folgende Beschreibungen!

Prinzip der Die Tastenauswertung erfolgt über eine Matrix. Jede Taste befindet sich über einem Kreuzungs-
Tastenmatrix punkt von SL (= Scan Line) und RL (= Return Line) --> siehe ”Tastenmatrix der MC 6110” auf Seite 22
– 341.

22 – 330 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Flussdiagramm Ist eine Leitung defekt (Kabel, Platine) oder das Tastenelement?

Überprüfung der Tasten

Suchen Sie anhand der Tastenmatrix eine


Taste, die über die selbe RL-Leitung wie
die defekte Taste angesteuert wird
(und die in der angewählten Betriebsart
funktionieren sollte)

Drücken Sie diese Taste

Nein
Erfolgt eine Reaktion?

Ja

Die Leitung für die Matrix ist


Suchen Sie anhand der Tastenmatrix eine
unterbrochen.
Taste, die über die selbe SL-Leitung wie
Überprüfen Sie die Flachbandkabel
die defekte Taste angesteuert wird
und die Steckverbindungen!
(und die in der angewählten Betriebsart
Evtl. ist eine Softkeyleiste oder die
funktionieren sollte)
Tastaturplatine defekt!?

Drücken Sie diese Taste

Nein
Erfolgt eine Reaktion?

Ja

Die Matrixleitungen (Flachbandkabel,


Softkeyleisten, Tastaturplatine) sind i.O.
Bei der fehlerhaften Taste ist vermutlich
das Druckelement defekt

April 2010 22 – 331


Messaufbau mit Eine nahezu vollständige Aussage über die Funktion der angeschlossenen Tastatur bietet der im fol-
Abgreifbox genden beschriebene Aufbau.
Dazu muss allerdings die MC 6110 ausgebaut und die Frontplatte abgenommen werden und Sie brau-
chen ein spezielles Hilfsmittel --> siehe ”Abgreifbox” auf Seite 29 – 470.

Hinweis

Falls keine Abgreifbox vorhanden ist, kann auch direkt an den Kontakten des Flachbandstek-
kers X2 auf der Tastaturplatine gemessen werden.
Das ist jedoch sehr umständlich, da Sie die richtigen Pins genau treffen und dabei auch noch
die zu untersuchende Taste drücken müssen!

8 Nehmen Sie die Frontplatte der MC 6110 ab --> siehe ”Trennung der Frontplatte vom Gehäuse bei
der MC 6110” auf Seite 28 – 446.
8 Stecken Sie nun die Abgreifbox mit dem Flachband-Adapterkabel an den Stecker X2 auf der Tasta-
turplatine.
8 Verbinden Sie die Messleitungen eines Multimeters mit den Bananenbuchsen der Abgreifbox.
Verwenden Sie dazu die passende Tastenmatrix mit der Pin-Belegung -->
siehe ”Tastenmatrix der MC 6110” auf Seite 22 – 341.
8 Stellen Sie das Multimeter auf „klingeln“ (akustische Anzeige) oder auf Ohm-Messung.
8 Drücken Sie die zu untersuchende Taste.
Falls diese funktioniert, „klingelt“ das Mulitmeter. Bei Ohm-Messung stellt sich ein Widerstand von
ca. 1 Ohm ein (Widerstand der Messleitungen und der Abgreifbox berücksichtigen).

Bild: Tastentest mit Abgreifbox und Multimeter

Hinweis

Einschränkung für Return Line 2:


Kreuzungspunkte von Scan Lines (SL) und der Return Line 2 (RL 2) können nicht „durchge-
klingelt“ werden. Zwischen RL 2 und den zugehörigen Tasten liegen logische Gatter. Diese
Gatter dienen der Tastatur-Kennung.
Demzufolge kann hier nicht direkt ohmisch durchgemessen werden.

22.4 Überprüfung der Potentiometer

22 – 332 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Potentiometer- Die Werte des Vorschub-Potentiometers von 0 ... 150 % werden auf dem Bildschirm angezeigt.
Werte in der Die Spindeldrehzahl wird abhängig von der Spindel-Potentiometer-Stellung angezeigt.
Anzeige

8 Drehen Sie an den Potentiometern und beobachten Sie, ob sich die Anzeige entsprechend
ändert!

Hinweis

Die Mindestdrehzahl und die maximal zulässige Drehzahl der Spindel ist vom Hersteller fest-
gelegt. Das heißt, die Drehzahl muss nicht unbedingt den gesamten Bereich von
0 ... 150 % abdecken!

Hinweis

Evtl. lassen sich die Potentiometer-Stellungen auch im kleinen PLC-Fenster anzeigen -->
fragen Sie den Maschinenbediener!

April 2010 22 – 333


Potentiometer- Anhand der API DATA-Funktion können Sie feststellen, ob das Potentiometer-Signal an der Steuerung
Werte in API DATA ankommt.

Die Stellung der Potentiometer wird in folgenden PLC-Operanden angezeigt:


„ NN_SpiOverrideInput (=S-Override)
„ NN_ChnFeedOverrideInput (= F-Override)

Gehen Sie wie folgt vor:


8 Drücken Sie den NOT-AUS-Taster.
8 Booten Sie die Steuerung neu.
8 Meldung Strom-Unterbrechung quittieren, Maschine aber nicht weiter einschalten.
8 Rufen Sie die API DATA-Funktion auf (siehe ”Die API DATA-Funktion” auf Seite 11 – 111).
8 Drücken Sie den Softkey SPINDLE.
8 Schalten Sie auf Dezimal-Anzeige.
8 Stellen Sie den Cursor in die Zeile mit dem PLC-Operanden NN_SpiOverrideInput.
8 Drehen Sie das Spindel-Potentiometer.
8 Kontrollieren Sie dabei, ob sich die Anzeige vom Minimalwert bis zum Maximalwert verändern lässt.

Hinweis

Die Minimal- und Maximalwerte sind im Maschinenparameter CfgPlcOverrideS festgelegt.


Diese Werte werden mit dem Faktor 100 multipliziert in der PLC dargestellt.

8 Drücken Sie nun den Softkey CHANNEL.


8 Stellen Sie den Cursor in die Zeile mit dem PLC-Operanden NN_ChnFeedOverrideInput.
8 Drehen Sie das Vorschub-Potentiometer.
8 Kontrollieren Sie dabei, ob sich die Anzeige von 0 bis 15000 verändern lässt.

Bild: Vorschub-Potentiometer in API DATA

22 – 334 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Potentiometer- Auch mit dem integrierten Oszilloskop können Sie den Zustand von PLC-Operanden aufzeich-
Werte im nen. Diese Methode hat den Vorteil, dass eventuelle Schleifer-Unterbrechungen der Potentio-
integrierten meter besser zu erkennen sind, als in der API DATA Darstellung.
Oszilloskop
Gehen Sie wie folgt vor:
8 Drücken Sie den NOT-AUS-Taster.
8 Booten Sie die Steuerung neu.
8 Meldung Strom-Unterbrechung quittieren, Maschine aber nicht weiter einschalten.
8 Rufen Sie das integrierte Oszilloskop auf --> siehe ”Integriertes Oszilloskop” auf Seite 9 – 83.
8 Treffen Sie folgende Auswahl:

8 Bestätigen Sie die Auswahl und starten Sie das Oszilloskop.


8 Drehen Sie an den Potentiometern.
8 Stoppen Sie die Aufzeichnung und passen Sie die Signale an.
8 Starten Sie die Aufzeichnung erneut --> nun können Sie die Schleiferbereiche der Potentiome-
ter untersuchen.

April 2010 22 – 335


8 Kontrollieren Sie dabei, ob sich das Signal des Potentiometer-Schleifers kontinuierlich ändern lässt,
oder ob es plötzlich „abreißt“.

Hinweis

Die Minimal- und Maximalwerte für das Spindel-Potentiometer sind im Maschinenparame-


ter CfgPlcOverrideS festgelegt. Die Werte werden mit dem Faktor 100 multipliziert im inte-
grierten Oszilloskop dargestellt.
Die Werte für das Vorschub-Potentiometer liegen zwischen 0 und 15000.

22 – 336 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Verbindung Die Potentiometer in der MC 6110 werden mittels Flachbandleitung am Stecker X10 durch das
MC -MB prüfen Maschinenbedienfeld MB 620 versorgt und ausgewertet. Die Informationen werden mittels
HSCI-Bus an die Steuerung übergeben.

8 Maschine ausschalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Spannungsfreiheit feststellen!


8 Konsole öffnen.
8 Flachbandkabel am Stecker X10 der MC 6110 abstecken.
8 Drücken Sie den NOT-AUS-Taster.
8 Schalten Sie die Maschine ein.
8 Messen Sie nach, ob 5 V vorhanden sind.
Der Pin 1 ist i.d.R. mit einer roten Litze des Flachbandes gekennzeichnet

Anschlussklemmen Belegung
6a, 6b +5 V
7a, 7b 0V

Bild: Messung der Spannungsversorgung der Potentiometer

8 Fahren Sie die Steuerung herunter und schalten Sie die Maschine aus.
8 Stecken Sie das Flachbandkabel wieder an und achten Sie auf die korrekte Verbindung.
8 Überprüfen Sie ggf. die korrekte Verbindung am MB 620.

April 2010 22 – 337


Potentiometer- Dafür muss die MC 6110 ausgebaut und die Frontplatte abgenommen werden!
Werte direkt
messen
8 Nehmen Sie die Frontplatte der MC 6110 ab --> siehe ”Trennung der Frontplatte vom Gehäuse bei
der MC 6110” auf Seite 28 – 446.
8 Ziehen Sie den Flachbandstecker des Potentiometers ab.

8 Überprüfen Sie mit einem Multimeter die Widerstandswerte des Potentiometers.


Der Pin 1 ist i.d.R. mit einer roten Litze des Flachbandes gekennzeichnet

Messung von Pin zu Pin Widerstandswert


1-3 ca. 10 kOhm
1-2 ca. 0 ... 10 kOhm

Bild: Messung von Pin 1 auf Pin 3

22 – 338 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


22.5 Fehlerbehebung

Tasten Wenn die Taste nicht mehr kontaktiert:

Defekte Drucktasten werden nicht einzeln getauscht!


Grund: Wenn einzelne Drucktasten schlechter kontaktieren oder kaputt gehen, dann werden
weitere Tasten ebenfalls bald das Ende der Lebensdauer erreichen.
Deshalb werden nur komplette Platinen inklusive Drucktasten getauscht --> siehe ”Austausch
von Tastatur-Komponenten” auf Seite 28 – 464.

Wenn die Taste dauernd kontaktiert:

Evtl. Späne entfernen und Tastatur reinigen.


Für eine komplette Reinigung der Tastatur muss die MC 6110 ausgebaut und die Frontplatte
abgenommen werden!

8 Nehmen Sie die Frontplatte der MC 6110 ab --> siehe ”Trennung der Frontplatte vom
Gehäuse bei der MC 6110” auf Seite 28 – 446.
8 Flachbandkabel abstecken.
8 Abstandsbolzen vor dem Abschrauben markieren (z.B. mit Filzstift oder Aufkleber).

8 Muttern und Abstandsbolzen abschrauben.


8 Zerlegen Sie die Tastatur.
8 Reinigen Sie die Komponenten mit handelsüblichen Reinigungsmitteln und einem Tuch.

April 2010 22 – 339


8 Trocknen Sie die Komponenten ab bzw. lassen Sie diese trocknen.

Gefahr

Nach Verwendung von flüssigen Reinigungsmitteln dürfen elektrische Geräte erst wieder
betrieben werden, wenn sie vollständig abgetrocknet sind!

Hinweis

Legen Sie die Gummimatten wieder so in die Rahmen, wie Sie diese entnommen haben.

Bild: Detailansicht Tastatur-Komponenten

8 Komponenten sorgfältig wieder zusammenbauen (drehen Sie dazu die Abstandsbolzen an den rich-
tigen Stellen ein).

Potentiometer Tauschen Sie das defekte Potentiometer aus -->


siehe ”Austausch der Potentiometer” auf Seite 28 – 463.

22 – 340 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


22.6 Tastenmatrix der MC 6110

Tastaturplatine

Tastea
X2 Pinb
1a RL0 X X
2a RL1 X X X
3a RL2 X X
4a RL3 X
5a RL4 X X
6a RL5 X X
7a RL6 X
8a RL7 X
9a RL8
10a RL9
1b SL0 X
2b SL1
3b SL2 X
4b SL3
5b SL4 X X X X
6b SL5
7b SL6 X X X X X
8b SL7 X X X

a. Taste
b. Flachbandstecker X2 auf der Tastaturplatine

April 2010 22 – 341


Taste
X2 Pin
1a RL0
2a RL1
3a RL2
4a RL3
5a RL4 X
6a RL5 X
7a RL6 X X
8a RL7 X X
9a RL8 X X X X
10a RL9
1b SL0 X
2b SL1 X
3b SL2 X X X
4b SL3 X X X X X
5b SL4
6b SL5
7b SL6
8b SL7

Taste
X2 Pin
1a RL0
2a RL1
3a RL2
4a RL3 X
5a RL4 X X X
6a RL5 X X
7a RL6 X X
8a RL7 X X
9a RL8
10a RL9
1b SL0 X X X X X
2b SL1 X X X X
3b SL2 X
4b SL3
5b SL4
6b SL5
7b SL6
8b SL7

22 – 342 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Taste
X2 Pin
1a RL0
2a RL1
3a RL2
4a RL3
5a RL4
6a RL5 X X
7a RL6 X
8a RL7 X X
9a RL8
10a RL9 X X X
1b SL0 X
2b SL1 X
3b SL2 X
4b SL3
5b SL4
6b SL5 X X X
7b SL6 X X
8b SL7

Taste
X2 Pin
1a RL0 X X X
2a RL1 X X X
3a RL2 X X X
4a RL3 X X X
5a RL4
6a RL5
7a RL6
8a RL7
9a RL8
10a RL9
1b SL0
2b SL1
3b SL2 X X X X
4b SL3 X X X X
5b SL4 X X X X
6b SL5
7b SL6
8b SL7

April 2010 22 – 343


Taste
X2 Pin Q
1a RL0 X
2a RL1 X
3a RL2 X X X
4a RL3 X X X
5a RL4 X X
6a RL5
7a RL6 X
8a RL7
9a RL8 X
10a RL9
1b SL0 X
2b SL1 X X X X
3b SL2
4b SL3
5b SL4 X
6b SL5 X X X
7b SL6 X
8b SL7 X X

Taste
X2 Pin
1a RL0 X X
2a RL1 X
3a RL2
4a RL3
5a RL4
6a RL5
7a RL6
8a RL7
9a RL8
10a RL9
1b SL0 X
2b SL1
3b SL2
4b SL3
5b SL4
6b SL5 X X
7b SL6
8b SL7

22 – 344 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Softkeyleisten am Senkrechte Softkeys:
Bildschirm
13a 14a 15a 16a 1b 2b 3b 4b 5b X2 Pina
RL12 RL13 RL14 RL15 SL0 SL1 SL2 SL3 SL4 Tasteb
X X

X X

X X

X X

X X

X X

X X

a. Flachbandstecker X2 auf der Tastaturplatine


b. Taste

MF = vertikaler Softkey von oben nach unten

Waagrechte Softkeys:

Tastea
X2 Pinb
13a RL12 X X X
14a RL13 X X X
15a RL14 X X X
16a RL15 X X X
1b SL0 X X
2b SL1 X X X X
3b SL2 X X X X
4b SL3 X X

a. Taste
b. Flachbandstecker X2 auf der Tastaturplatine

SK = horizontaler Softkey von links nach rechts

Hinweis

Gedrückte Tasten werden auch in das Tasten Protokoll eingetragen.


Dabei wird die Taste SK1 als HorzSoftkey1 eingetragen, die Taste SK2 als HorzSoftkey2, ...,
die Taste SK8 als HorzSoftkey8.
Die horizontalen Softkeys sind von links nach rechts durchnummeriert.
Die Taste MF1 wird als VertSoftkey1 eingetragen, die Taste MF2 als VertSoftkey2, usw.
Die vertikalen Softkeys sind von oben nach unten durchnummeriert.

April 2010 22 – 345


22 – 346 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620
23 Maschinen-Bedienfeld

23.1 Einleitung

Für Maschinen mit bis zu sechs Achsen ist meist das HEIDENHAIN-Maschinen-Bedienfeld
MB 620 bestückt. Es ist normalerweise in der Konsole unter der MC 6110 angebaut.

Auf dem MB 620 befinden sich:


„ der NOT-AUS-Taster
„ der Taster STEUERUNG EIN
„ der NC-START-Taster
„ der NC-STOP-Taster
„ Achsrichtungstasten
„ diverse Funktionstasten
„ zwei Bohrungen für die optionale Bestückung von z.B. Schlüsselschaltern, Stufenschaltern

Das elektronische Handrad (Stecker X23) und die Potentiometer auf der Frontplatte der
MC 6110 (Stecker X10) sind mit dem MB 620 verbunden.
Das Maschinenbedienfeld ist über den HSCI-Bus mit den anderen Steuerungs-Komponenten
verbunden.
Die Tasten und Taster des MB 620 werden als PLC-Eingänge der Steuerung übermittelt (die
Nummern der PLC-Eingänge hat der Maschinenhersteller festgelegt).
Zudem verfügt das MB 620 über 8 PLC-Ausgänge, mit denen z.B. die Lampen der Taster ange-
steuert werden können.
Wenn ein herstellerspezifisches Maschinen-Bedienfeld (Tableau) eingesetzt wird, nehmen Sie
den entsprechenden Schaltplan zur Hand. Hieraus können Sie ersehen, wie die Tasten verdrah-
tet sind.

Gefahr

HEIDENHAIN empfiehlt, die Funktion des NOT-AUS-Tasters auf dem Maschinen-


Bedienfeld bzw. Bedienungstableau regelmäßig zu überprüfen!

April 2010 23 – 347


23.2 Mögliche Fehlerursachen

„ Starke Verschmutzung --> Taste bleibt hängen


„ Verhakte Späne --> Taste bleibt hängen
„ Defekter Druckkontakt --> Taste meldet keine Betätigung mehr

Hinweis

Fehlerhafte Tasten kontaktieren entweder nicht mehr oder dauernd.

„ Defekter Taster (NOT-AUS, STEUERUNG EIN, NC-START, NC-STOP)

Hinweis

Eine Unterbrechung des NC-STOP-Signals (lowactive) führt dazu, dass die Maschine nicht
mehr verfahren werden kann. Das selbe Fehlerbild ergibt sich, wenn die NC-STOP-Taste
festhängt.

„ Störung im HSCI-Bus
„ Defektes Kabel oder Stecker
„ Fehlende Spannungsversorgung
„ Eingedrungene Flüssigkeit
„ Defekte Platine

23.3 Überprüfung der Spannungsversorgung

Das MB 620 wird am Stecker X101 mit +24 V-NC-Spannung versorgt.

Messen Sie nach, ob die Spannungsversorgung i.O. ist:

8 Schalten Sie die Maschine aus.


8 Drehen Sie die Befestigungsschrauben für das MB 620 heraus.
8 Heben Sie das MB 620 so weit an, dass Sie am Stecker X101 messen können.
8 Schalten Sie die Maschine ein.
8 Überprüfen Sie mit einem Multimeter, ob +24 V (+/- 5%) am Stecker X101 vorhanden sind.

Hinweis

Das MB 620 verfügt über „Polyfuses“.


Das sind elektronische Sicherungen, die bei Überlast hochohmig werden und damit defekte
Peripheriegeräte (z.B. Handrad) von den Kleinspannungen des MB 620 trennen.
„Polyfuses“ sind selbstrückstellend („selbstheilend“).

23 – 348 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


23.4 Überprüfung der HSCI-Verbindung

Falls z.B. folgender Fehler auftritt:

8 Schalten Sie die Maschine aus.


8 Drehen Sie die Befestigungsschrauben für das MB 620 heraus.
8 Heben Sie das MB 620 so weit wie nötig an und kontrollieren Sie das HSCI-Kabel und die
Steckverbindung.
8 Schalten Sie die Maschine ein.
8 Rufen Sie die HSCI-Bus-Diagnose auf und überprüfen Sie den Status des MB 620 --> siehe
”Bus-Diagnose” auf Seite 12 – 145.

April 2010 23 – 349


23.5 Überprüfung der Tasten

Richtige Vergewissern Sie sich, dass die Taste in der angewählten Betriebsart auch wirklich funktionieren muss
Bedienung? --> Maschinenbediener fragen oder im Benutzerhandbuch nachsehen!

Sichtprüfung Machen Sie zuerst eine Sichtprüfung:


„ Ist die Taste stark verschmutzt (Fett, Staub, Öl, etc.)?
„ Haben sich Späne verhakt?
Dadurch kann die Taste hängen bleiben.
In so einem Fall muss das Maschinen-Bedienfeld vorsichtig gereinigt werden --> siehe ”Fehlerbehe-
bung” auf Seite 23 – 353.
„ Ist die Taste oder der Bereich um die Taste stark abgenutzt?
Dies lässt darauf schließen, dass die Lebensdauer der Taste abgelaufen ist und sie nicht mehr
kontaktiert.

Kommt das Tasten- Die Tasten und Taster des MB 620 sind PLC-Eingängen zugeordnet, die der Maschinenhersteller fest-
signal an der gelegt hat.
Steuerung an?
Stecker und Steckerbelegungen am MB 620 --> siehe ”Maschinenbedienfeld MB 620” auf Seite 27 –
428.

Mittels der HSCI-Bus-Diagnose können Sie die Funktion der MB-Tasten kontrollieren:
8 Drücken Sie den NOT-AUS-Taster.
8 Booten Sie die Steuerung neu.
8 Meldung Strom-Unterbrechung quittieren, Maschine aber nicht weiter einschalten.
8 Rufen Sie die HSCI-Bus-Diagnose auf --> siehe ”Bus-Diagnose” auf Seite 12 – 145.
8 Öffnen Sie den Pfad MB 620 / Digital Keys und stellen Sie den Cursor auf die zu untersuchende
Taste.
8 Drücken Sie die Taste --> der Eingang muss auf 1 wechseln!

Ausnahme: NC-STOP --> wechselt bei Betätigung auf 0 (drahtbruchsicher!)

Bild: Beobachtung einer Achsrichtungstaste in der HSCI-Bus-Diagnose

23 – 350 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Mit dem integrierten Oszilloskop können Sie das zeitliche Schaltverhalten der MB-Tasten
kontrollieren:

8 Rufen Sie das integrierte Oszilloskop auf --> siehe ”Integriertes Oszilloskop” auf Seite 9 – 83.
8 Definieren Sie die Inputs für die folgende Aufzeichnung (die Nummern der Eingänge können
Sie in der HSCI-Bus-Diagnose jeweils in der Zeile Operand ablesen).
8 Starten Sie die Aufzeichnung.
8 Drücken Sie die Tasten oder Taster --> die Eingänge müssen auf 1 wechseln!
Ausnahme: NC-STOP --> wechselt bei Betätigung auf 0 (drahtbruchsicher!)
8 Stoppen Sie die Aufzeichnung und passen Sie die Signale an.

Bild: Aufzeichnung von NC-START-Taster und NC-STOP-Taster im integrierten Oszilloskop

April 2010 23 – 351


23.6 Überprüfung der Ausgänge

Das MB 620 verfügt über 8 PLC-Ausgänge, mit denen z.B. die Lampen der Taster angesteuert wer-
den. Diese Outputs befinden sich auf der Klemmleiste X7:

X7: Anschlussklemmen Belegung


1 O0 (Beleuchtung Taste NC-Start)a
2 O1 (Beleuchtung Taste NC-Stop
3 O2 (Beleuchtung Taste Steuerspannung Ein)
4 O3
5 O4
6 O5
7 O6
8 O7
9 + 24 V
10 0V
a. bei Standard-Verdrahtung

Mittels der HSCI-Bus-Diagnose können Sie die Funktion der Ausgänge kontrollieren:

Gefahr

Vergewissern Sie sich, welche Funktion der zu untersuchende Ausgang an der Maschine
bewirkt.

8 Schalten Sie die Maschine komplett ein.


8 Rufen Sie die HSCI-Bus-Diagnose auf --> siehe ”Bus-Diagnose” auf Seite 12 – 145.
8 Öffnen Sie den Pfad MB 620 / Digital und stellen Sie den Cursor auf den zu untersuchenden Aus-
gang.
8 Stellen Sie die nötigen Bedingungen für das Setzen des entsprechenden Ausgangs her (Tastenbe-
tätigung, Funktionsaufruf, etc.). Fragen Sie den Maschinenbediener.
8 Der Ausgang muss den Zustand wechseln.
Nun können Sie z.B. feststellen, ob eine Lampe defekt ist, oder nicht richtig angesteuert wird.

Hinweis

Die Spannung der Ausgänge können Sie an der Klemme X7 des MB 620 messen.
Der logische Zustand in der HSCI-Bus-Diagnose muss mit dem Spannungspegel des jewei-
ligen Ausgangs übereinstimmen!

23.7 Überprüfung der Schnittstelle zum elektronischen Handrad


Siehe ”Handrad” auf Seite 24 – 355.

23.8 Überprüfung der Schnittstelle zu den Potentiometern


Siehe ”Überprüfung der Potentiometer” auf Seite 22 – 332.

23 – 352 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


23.9 Fehlerbehebung

Drucktasten Wenn die Taste nicht mehr kontaktiert:

Defekte Drucktasten werden nicht einzeln getauscht!


Grund: Wenn einzelne Drucktasten schlechter kontaktieren oder kaputt gehen, dann werden
weitere Tasten ebenfalls bald das Ende der Lebensdauer erreichen.
Deshalb werden nur komplette Platinen inklusive Drucktasten getauscht --> siehe ”Austausch
von Maschinen-Bedienfeld-Komponenten” auf Seite 28 – 466.

Wenn die Taste dauernd kontaktiert:

Evtl. Späne entfernen und Tastatur reinigen.


8 Schalten Sie die Maschine aus.
8 Bauen Sie das MB 620 aus der Konsole aus (achten Sie darauf, dass die angeschlossenen
Kabel beschriftet sind, bevor Sie diese abstecken).
8 Bauen Sie die Platine aus.
8 Reinigen Sie die Komponenten mit handelsüblichen Reinigungsmitteln und einem Tuch.
8 Trocknen Sie die Komponenten ab bzw. lassen Sie diese trocknen.
8 Bauen Sie alles wieder zusammen.

Gefahr

Nach Verwendung von flüssigen Reinigungsmitteln dürfen elektrische Geräte erst wieder
betrieben werden, wenn sie vollständig abgetrocknet sind!

Weitere MB- Tauschen Sie defekte Komponenten, wie Kabel, NC-START-Taster, NC-STOP-Taster, Steuerung
Komponenten Ein-Taster, NOT-AUS-Taster, Lämpchen, etc. gegen Originalkomponenten aus
--> siehe ”Austausch von Maschinen-Bedienfeld-Komponenten” auf Seite 28 – 466.

Steuerung Wenn Sie festgestellt haben, dass die MB-Schnittstelle der Steuerung defekt ist (Stecker X46) -
-> tauschen Sie die Steuerung --> siehe ”Austausch der MC 6110” auf Seite 28 – 448

April 2010 23 – 353


23 – 354 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620
24 Handrad

24.1 Einleitung

Die TNC 620 kann mit folgenden Handrädern ausgestattet sein:

„ 1 Portables Handrad HR 410 (oder HR 330 oder HR 332)


„ 1 Einbau-Handrad HR 130
„ 3 Einbau-Handräder HR 150 über Handrad-Adapter HRA 110

Erschütterungen oder Vibrationen können beim Handrad eine leichte Bewegung verursachen
und damit eine ungewollte Verfahrbewegung auslösen. Im Konfig-Objekt CfgHandwheel
(100600) / Maschinenparameter sensitivity (100606) ist die „Ansprechempfindlichkeit“ des
Handradgebers eingetragen.
Handräder sind am Maschinenbedienfeld MB 620 angeschlossen (Stecker X23).
Die Handrad-Informationen werden mittels HSCI-Bus an die Steuerung übergeben.
Tragbare Handräder mit NOT-AUS-Taster sind über einen Kabeladapter am Maschinenbedien-
feld MB 620 angeschlossen. In diesem Kabeladapter ID 296466-xx befindet sich die NOT-AUS-
Verdrahtung und die Verdrahtung für die Zustimmtasten.
Steckerbelegungen und Verdrahtung (z.B. NOT-AUS-Taste und Zustimmtaste am Kabelapter)
--> siehe ”Handräder” auf Seite 27 – 431.

Hinweis

Eine Beschreibung zur Bedienung der elektronischen Handräder finden Sie im Benutzer-
Handbuch BHB TNC 620.

Gefahr

HEIDENHAIN empfiehlt, die Funktion des NOT-AUS-Tasters auf dem portablen Hand-
rad regelmäßig zu überprüfen!

April 2010 24 – 355


24.2 Konfigurationsdaten

Einstellungen im Konfigurations-Editor MP-Nummer


System
CfgHandwheel
type 100601
initValues 100602
incrPerRevol 100603
rasterPerRevol 100604
countDir 100605
sensitivity 100606
speedFactor 100607
feedFactor 100608
crossShortSafety 100609

24.3 Mögliche Fehlerursachen

„ Beschädigung des tragbaren Handrades durch Herabfallen


„ Starke Verschmutzung --> Taste bleibt hängen
„ Verhakte Späne --> Taste bleibt hängen
„ Defekter Druckkontakt --> Taste meldet keine Betätigung

Hinweis

Fehlerhafte Tasten kontaktieren entweder nicht mehr oder dauern.

„ Defekter NOT-AUS-Taster
„ Defekte Platine
„ Defekter Handradgeber
„ Eingedrungene Flüssigkeit
„ Defektes Handradkabel
„ Fehler im Kabeladapter --> dauerhafter NOT-AUS oder keine Funktion der Zustimmtasten
„ Erschütterungen oder Vibrationen --> ungewollte Verfahrbewegungen
„ Handrad-Schnittstelle am MB 620 defekt
„ Kurzschluss im Kabel oder Handrad
„ Probleme mit Spannungsversorgung +12 V

Hinweis

Das MB 620 verfügt über „Polyfuses“.


Das sind elektronische Sicherungen, die bei Überlast hochohmig werden.
„Polyfuses“ sind selbstrückstellend („selbstheilend“).
Falls ein defektes Handrad zu viel Strom zieht, wird dieses vom MB 620 „getrennt“.
Entsprechende Handrad-Fehlermeldungen und/oder verschiedene andere Fehlermeldungen
werden angezeigt.

24 – 356 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Bild: Mögliche Fehlermeldungen bei einem Kurzschluss im Handrad während dem Betrieb

Bild: Fehlermeldung bei einem Kurzschluss im Handrad beim Booten der Steuerung

April 2010 24 – 357


24.4 Fehlersuche am portablen Handrad HR 410

Beeinträchtigung Falls der Verdacht besteht, dass ein beschädigtes Handrad oder ein Handrad, in das Flüssigkeit ein-
der Steuerung? gedrungen ist, die Funktion der Steuerung beeinträchtigt:
8 Stecken Sie das Handrad ab und beobachten Sie die Reaktion --> siehe ”Abwählen und Abstecken
des portablen Handrades HR 410” auf Seite 24 – 361.

Sichtkontrolle 8 Machen Sie eine Sichtprüfung von HR, NOT-AUS-Taster, Tasten, Kabel, Kontakten, etc.!
Finden Sie Beschädigungen, sind Tasten stark verschmutzt, haben sich Späne verhakt, sind Flüssig-
keiten eingedrungen, usw.?

Funktionskontrolle 8 Schalten Sie die Maschine komplett ein.


8 Wählen Sie die Betriebsart El. Handrad.
8 Stellen Sie die Steuerungs-Anzeige auf „Sollwert“ und beobachten Sie, ob sich diese Anzeige
ändert, während Sie am Handrad drehen.
8 Testen Sie die Funktion des NOT-AUS-Tasters und aller anderen Tasten.

Hinweis

Schließen Sie, falls vorhanden, ein baugleiches Handrad an und testen Sie die Funktion!

Spannungs- Das HR 410 wird vom MB 620 am Stecker X23 mit +12 V Spannung versorgt.
versorgung i.O.?
Falls Sie über eine Abgreifbox verfügen, können Sie hier messen, ob die Spannungsversorgung i.O. ist:

8 Fahren Sie die Steuerung herunter und schalten Sie die Maschine aus.
8 Drehen Sie die Befestigungsschrauben für das MB 620 heraus.
8 Heben Sie das MB 620 so weit an, dass Sie den Stecker X23 abziehen können.
8 Stecken Sie die Abgreifbox zwischen Handrad und Stecker X23 des MB 620 (siehe ”Abgreifbox”
auf Seite 29 – 470).
8 Schalten Sie die Maschine ein.
8 Messen Sie zwischen Pin 2 (0 V) und 4 (+12 V), ob +12 V vorhanden sind.

24 – 358 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Hinweis

Das MB 620 verfügt über „Polyfuses“.


Das sind elektronische Sicherungen, die bei Überlast hochohmig werden und damit defekte
Peripheriegeräte (z.B. Handrad) von den Kleinspannungen des MB 620 trennen.
„Polyfuses“ sind selbstrückstellend („selbstheilend“).

April 2010 24 – 359


Überprüfung der Mittels der PLC-Diagnosefunktion TABLE oder dem integrierten Oszilloskop können Sie anhand der ent-
Tasten sprechenden PLC-Inputs die Funktion der Handrad-Tasten kontrollieren:

8 Drücken Sie den NOT-AUS-Taster.


8 Schalten Sie die Maschine ein.
8 Rufen Sie die Tabelle mit den PLC-Eingängen auf bzw. starten Sie das integrierte Oszilloskop
--> siehe ”PLC-Diagnose” auf Seite 11 – 107, siehe ”Integriertes Oszilloskop” auf Seite 9 – 83.
8 Drücken Sie die Handrad-Tasten.
8 Kontrollieren Sie, ob die entsprechenden Eingänge auf 1 wechseln.

Im Konfig-Objekt CfgHandwheel (100600) / Maschinenparameter initValues[0] (100602) ist festge-


legt, ob die Tasten auf dem Handrad von der NC oder der PLC ausgewertet werden.

Hinweis

Fragen Sie den Maschinenhersteller, ob Sie den Maschinenparameter initValues[0]


(100602) zum Testen verändern dürfen. Möglicherweise lässt dieses das PLC-Programm
nicht zu.

initValues[0] = 0 initValues[0] = 1
Auswertung der Tasten über die NC Auswertung aller Tasten über die
(Ausnahme: Die Funktionstasten A, PLC
B und C werden über die PLC aus-
gewertet)

O96 O97
X IV
I160 I161

O98 O99
Y V
I162 I163

Istwert-
O100 O103
Z Über-
I164 I167
nahme

Vorschub Vorschub Vorschub


O104 O105 O106
klein mittel groß
I168 I169 I170

I171 I172
– +

O109 O110 O111


O109 O110 O111
I173 I174 I175
I173 I174 I175

24 – 360 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


24.5 Abwählen und Abstecken des portablen Handrades HR 410

Sie haben festgestellt, dass ein defektes HR 410 getauscht oder repariert werden muss.

Damit der Kunde mit der Werkzeugmaschine auch ohne Handrad weiter arbeiten kann, kann er
dieses abwählen:

8 Schalten Sie die Maschine aus.


8 Schrauben Sie das Handrad vom Handrad-Adapter an der Konsole ab.
8 Schrauben Sie den Blindstecker auf den Handrad-Adapter auf.

Hinweis

Der NOT-AUS-Taster auf dem Handrad ist seriell in die NOT-AUS-Kette eingebunden.
Der Blindstecker brückt das fehlende Handrad in der NOT-AUS-Kette.

8 Schalten Sie die Maschine ein.


8 Meldung Strom-Unterbrechung nicht quittieren, sondern gleich den Konfig-Editor aufrufen.
8 Im Maschinenparameter System/CfgHandwheel/type (100601) NONE auswählen und abspei-
chern.
8 Maschine komplett einschalten und Funktion testen.

Blindstecker Der Blindstecker für den Handrad-Adapter kann über den Maschinenhersteller oder
HEIDENHAIN bezogen werden (ID 271958-03).

Gefahr

Wenn Sie ein neues oder repariertes Handrad an die Maschine anschließen:
Testen Sie dann unbedingt die Funktion des NOT-AUS-Tasters auf dem Handrad!

April 2010 24 – 361


24.6 Fehlersuche an Einbau-Handrädern

Mit dem Handrad-Adapter HRA 110 lassen sich zwei oder drei Einbau-Handräder HR 150 an die TNC
620 anschließen.
Die ersten beiden Handräder sind den Achsen X und Y zugeordnet. Das dritte Handrad lässt sich über
einen Stufenschalter (Option) oder mittels Konfig-Objekt zuordnen.

Ein weiterer Stufenschalter ermöglicht z.B. die Wahl des Unterteilungsfaktors für die Handräder. Die
aktuelle Stellung des Stufenschalters wird durch die PLC ausgewertet.

Spannungs- Der Handradadapter HRA 110 wird vom MB 620 am Stecker X23 mit +12 V Spannung versorgt.
versorgung i.O.?
Falls Sie über eine Abgreifbox verfügen, können Sie hier messen, ob die Spannungsversorgung i.O. ist:

8 Fahren Sie die Steuerung herunter und schalten Sie die Maschine aus.
8 Drehen Sie die Befestigungsschrauben für das MB 620 heraus.
8 Heben Sie das MB 620 so weit an, dass Sie den Stecker X23 abziehen können.
8 Stecken Sie die Abgreifbox zwischen Handradadapter und Stecker X23 des MB 620 (siehe ”Abgreif-
box” auf Seite 29 – 470).
8 Schalten Sie die Maschine ein.
8 Messen Sie zwischen Pin 2 (0 V) und 4 (+12 V), ob +12 V vorhanden sind.

Hinweis

Das MB 620 verfügt über „Polyfuses“.


Das sind elektronische Sicherungen, die bei Überlast hochohmig werden und damit defekte
Peripheriegeräte (z.B. Handrad) von den Kleinspannungen des MB 620 trennen.
„Polyfuses“ sind selbstrückstellend („selbstheilend“).

Der Handradadapter HRA 110 wird zudem am Stecker X31 mit +24 V Spannung versorgt:
8 Messen Sie zwischen Pin 1 (+24 V) und 2 (0 V), ob +24 V vorhanden sind.

24 – 362 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Überprüfung der Mittels der PLC-Tabelle für die Eingänge können Sie die Funktion der Auswahlschalter kontrol-
Schalter lieren:

8 Drücken Sie den NOT-AUS-Taster.


8 Rufen Sie die Tabelle mit den PLC-Eingängen auf --> siehe ”Die TABLE-Funktion” auf Seite
11 – 118.
8 Drehen Sie die Auswahlschalter.
8 Kontrollieren Sie, ob die entsprechenden Eingänge auf 0 wechseln
(Zuordungen --> siehe folgende Tabellen).

Zuordnung der Die folgenden Tabellen enthalten die Zuordnungen der Schalterstellungen von S1 und S2 zu den
Schalterstellungen PLC-Eingängen I160 bis I175.
zu den PLC-
Eingängen
Die beiden Schalter arbeiten mit einer 0V-Logik.

Beispiel:
Steht der Schalter S1 in Stellung 3, ist Eingang I162 logisch 0, alle anderen Eingänge sind
logisch 1.

Stufenschalter 1: Stufenschalter zur Wahl des Unterteilungsfaktors

Schalterstellung PLC-Eingang
1 (Linksanschlag) I160
2 I161
3 I162
4 I163
5 I164
6 I165
7 I166
8 (Rechtsanschlag) I167

Stufenschalter 2: Stufenschalter zur Achswahl

Schalterstellung PLC-Eingang
1 (Linksanschlag) I168
2 I169
3 I170
4 I171
5 I172
6 I173
7 I174
8 (Rechtsanschlag) I175

April 2010 24 – 363


24.7 Fehlerbehebung

Tasten Wenn eine Taste nicht mehr kontaktiert:


Senden Sie das Handrad zur Reparatur ein!

Hinweis

Einzelne Tasten, Platinen und sonstige Handradkomponenten werden im Feld in der Regel
nicht getauscht!

Wenn eine Taste dauernd kontaktiert:

Evtl. Späne entfernen und Tastatur reinigen!


8 Schalten Sie die Maschine aus.
8 Schrauben Sie das HR ab.
8 Reinigen Sie dieses mit handelsüblichen Reinigungsmitteln und einem Tuch.
8 Trocknen Sie das Handrad.

Gefahr

Nach Verwendung von flüssigen Reinigungsmitteln dürfen elektrische Geräte erst wieder
betrieben werden, wenn sie vollständig abgetrocknet sind!

Kabel und Handrad- Tauschen Sie defekte Komponenten gegen Originalkomponenten aus!
Adapter

MB 620 Wenn Sie festgestellt haben, dass die HR-Schnittstelle des MB 620 defekt ist (Stecker X23), tauschen
Sie das Maschinenbedienfeld.

24 – 364 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


25 Tastsystem

25.1 Einleitung

Verschiedene Die TNC 620 kann mit verschiedenen Tastsystemen ausgestattet sein:
Tastsysteme
Tastsystem mit Infrarot-Übertragung des Schaltsignals
(z.B. TS 740, TS 640, TS 444, TS 440)

„ Diese Tastsysteme sind für den Einsatz an Maschinen mit automatischem Werkzeugwechsler
geeignet.
„ Sie dienen dazu, Werkstücke auszurichten, Bezugspunkte zu setzen und Werkstücke zu ver-
messen.
„ Die Infrarot-Übertragung wird zwischen dem Tastsystem (TS) und der Sende-/Empfangsein-
heit (SE) aufgebaut.
„ Die Infrarot-Übertragung ist unempfindlich gegen Störungen und arbeitet auch über Reflexion.
„ Der Taster wird mit i.d.R. mit Batterien oder Akkus betrieben.
„ Das TS 640 besitzt eine integrierte Abblas-Einrichtung.
„ Das TS 444 besitzt einen integrierten Luftturbinen-Generator, braucht also keine Batterien
oder Akkus.

In die Taster können verschiedene Taststifte eingeschraubt werden. Diese verfügen über eine
Soll-Bruchstelle!

April 2010 25 – 365


Tastsystem mit kabelgebundener Signalübertragung (z.B. TS 220)
„ Diese Tastsysteme setzt der Maschinenbediener von Hand in die Spindel ein.
„ Sie dienen dazu, Werkstücke auszurichten, Bezugspunkte zu setzen und Werkstücke zu vermessen.
„ Die Spannungsversorgung und die Signal-Übertragung erfolgt über das Kabel.

In die Taster können verschiedene Taststifte eingeschraubt werden. Diese verfügen über eine Soll-
Bruchstelle!

Tastsystem zur Werkzeug-Vermessung (z.B. TT 140)


„ Mit diesem Tastsystem können Werkzeuge vermessen werden (z.B. Länge, Radius, Einzelschnei-
den).
„ Werkzeuge können auf Werkzeugbruch untersucht werden.
„ Der Werkzeug-Verschleiß kann ermittelt werden.

25 – 366 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Infrarot- Rundumabstrahlung:
Abstrahlung
Die für die Infrarot-Übertragung zuständigen LEDs und Empfänger-Module sind gleichmäßig am
Umfang der TS angeordnet. Damit ist sowohl die Rundumabstrahlung als auch ein sicherer Emp-
fang ohne vorherige Spindelorientierung möglich.

Abstrahlwinkel:
Passend zu den konstruktiven Gegebenheiten der Maschine gibt es Tastsysteme mit den hori-
zontalen Abstrahlwinkeln von 0° oder + 30°.

Tastsystem-Zyklen Anhand von Tastsystem-Zyklen können ...


„ Bezugspunkte manuell und automatisch gesetzt
„ Werkstück-Schieflagen manuell und automatisch kompensiert
„ Werkstücke automatisch vermessen
„ Werkzeuge automatisch vermessen
„ Tastsysteme kalibriert
... werden

Anschluss Tastsysteme sind am Systemmodul PLB 6204 bzw. am Kompaktregler UEC 11x ange-
schlossen (Stecker X112, X113).
Die Taster-Informationen werden mittels HSCI-Bus an die Steuerung übergeben.

Steckerbelegung Siehe ”Tastsysteme” auf Seite 27 – 435.

Weitere Weitere Informationen über Tastsysteme finden Sie ...


Informationen
„ im Benutzer-Handbuch BHB TNC 620
„ in der jeweiligen Montageanleitung
„ im Prospekt Tastsysteme für Werkzeugmaschinen

Diese Dokumente können Sie von der HEIDENHAIN-Internetseite (www.heidenhain.de) herun-


terladen.

April 2010 25 – 367


25.2 Mögliche Fehlerursachen

Generell:
„ Fehlende Bereitschaft
„ Kollision (Taststift, Taster oder Sende-/Empfangseinheit beschädigt)
„ Feuchtigkeit
„ Kurzschluss im Kabel oder in der Sende-/Empfangseinheit oder im Taster
„ Starke Verschmutzung
„ Erschütterungen oder Vibrationen
„ Elektromagnetische Störquellen
„ Tasterkabel oder -stecker defekt
„ Taster defekt
„ Taster-Schnittstelle am Systemmodul PLB 6204 bzw. am Kompaktregler UEC 11x defekt

Hinweis

Das PLB 6204 und der UEC 11x verfügen über „Polyfuses“.
Das sind elektronische Sicherungen, die bei Überlast hochohmig werden.
„Polyfuses“ sind selbstrückstellend („selbstheilend“).
Falls ein defekter Taster zu viel Strom zieht, wird dieser von der Steuerungs-Komponente
„getrennt“. Entsprechende Taster-Fehlermeldungen und/oder verschiedene andere Fehler-
meldungen werden angezeigt.

Bild: Mögliche Fehlermeldungen bei einem Kurzschluss im Taster während dem Betrieb

25 – 368 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Bild: Fehlermeldung bei einem Kurzschluss im Taster beim Booten der Steuerung

Speziell für Taster mit Infrarot-Übertragung:


„ Batterie bzw. Akku leer (Kapazität auf unter 10% gesunken)
--> hierzu wird die Meldung Tastsystem-Batterie wechseln ausgegeben, wenn ein Antastvor-
gang gestartet wird
„ Keine Infrarot-Verbindung aufgrund von Verschmutzung des Tasters oder der
Sende-/Empfangseinheit
„ Hindernis in der Infrarot-Verbindung bzw. starke „Abschattung“ von Sender oder Empfänger
„ Schaltkontakt am Infrarot-Taster nicht geschlossen oder defekt
„ Evtl. befinden sich mehrere Tastsysteme innerhalb des Empfangsbereichs einer SE, eine
Zuordnung der Intrarotsignale ist nicht mehr möglich, der Betrieb ist gestört
„ Kabel zur Sende-/Empfangseinheit defekt
„ Schnittstelle zur Sende-/Empfangseinheit am PLB 6204 bzw. am UEC 11x defekt

Speziell für Taster mit Luftturbinen-Generator (TS 444):


„ Fehlende Druckluft für den integrierten Luftturbinen-Generator
„ Defekter Luftturbinen-Generator oder defekte Kondensatoren

Hinweis

Können die Kondensatoren im TS 444 nicht ausreichend geladen werden, so gibt der Taster
eine Batteriewarnung aus. Das heißt, an der Steuerung erscheint die Fehlermeldung Tast-
system-Batterie wechseln. Das ist beim TS 444 natürlich nicht erforderlich. Suchen Sie die
eigentliche Fehlerursache!

April 2010 25 – 369


25.3 Fehlersuche am Tastsystem TS

Beeinträchtigung Falls der Verdacht besteht, dass ein beschädigter Taster oder ein Taster, in den Flüssigkeit eingedrun-
der Steuerung? gen ist, die Funktion der Steuerung beeinträchtigt:
8 Stecken Sie den Taster ab und beobachten Sie die Reaktion --> siehe ”Abwählen und Abstecken
des Tastsystems” auf Seite 25 – 381.

Sichtkontrolle 8 Machen Sie eine Sichtprüfung von Taststift, Taster, Sende-/Empfangseinheit, Kabel, etc.!
Ist der Taststift gebrochen, finden Sie Beschädigungen am Taster oder am Kabel, ist die Sende-/Emp-
fangseinheit verschmutzt, usw.?

Kontrolle der LEDs Taster mit Infrarot-Schnittstelle:


Mittels zwei Mehrfarben-LEDs ist bei den Sende-/Empfangseinheiten SE 440, SE 640 und EA 632 eine
optische Zustandskontrolle möglich:

25 – 370 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Bei der SE 540 finden Sie eine Mehrfarben-LED mit folgender Bedeutung:

Hinweis

Eine ausführliche Beschreibung zur optischen Zustandskontrolle, zur Abstrahlrichtung,


zum Batterienwechsel, zum Taststiftwechsel, zum Zentieren, zu Technischen Daten, etc.
finden Sie in der jeweiligen Montageanleitung des Tastsystems!

Taster mit Kabel:


Zwei rote LEDs (180° versetzt) signalisieren beim TS 220, dass der Taststift ausgelenkt ist.:

April 2010 25 – 371


Kontrolle der Beim Taster mit Kabel (nicht beim Taster mit Infrarot-Schnittstelle) ist das Bereitschaftssignal in der
Bereitschaftsbrücke Verdrahtung gebrückt.
Das Bereitschaftssignal muss also bei einem angeschlossenen Taster mit Kabel immer vorhanden
sein!

Die Bereitschaftsbrücke können Sie wie folgt kontrollieren:

8 Fahren Sie die Steuerung herunter und schalten Sie die Maschine aus.
8 Ziehen Sie das Tasterkabel am Stecker X112 des Kompaktreglers UEC 11x bzw. des Systemmoduls
PL 62xx ab.
8 Nehmen Sie ein Multimeter zur Hand und stellen Sie dieses auf „Piepsen“ bzw. auf Ohmmessung.
8 Legen Sie die Messspitzen an die PINs 3 und 10 --> es muss ein Piepston ertönen bzw. ein niedriger
Ohmwert angezeigt werden.

Belegung an der Schnittstelle X112 (SUB-D, 15polig, 3-reihig):

Buchse Belegung X112 (TS)


1 Schaltsignal
2 Schaltsignal
3 Bereitschaft TS
4 Batterienwarnung
5 + 5 V-NC (+/- 5%)
6 Start TS
7 nicht belegen
8 0 V-NC
9 0 V-NC
10 + 24 V-NC
11 nicht belegen
12 nicht belegen
13 nicht belegen
14 nicht belegen
15 nicht belegen

25 – 372 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Funktionskontrolle

Gefahr

Ziehen Sie den Maschinenbediener hinzu und beachten Sie die Sicherheitshinweise des
Maschinenherstellers (Einrichtbetrieb, etc.)!

Mittels OLM:
8 Schalten Sie die Maschine ein.
8 Wechseln Sie den Taster ein.
8 Drücken Sie sicherheitshalber den NOT-AUS-Taster.
8 Rufen Sie den Online Monitor auf --> siehe ”Der Online-Monitor (OLM)” auf Seite 10 – 103.
8 Drücken Sie der Reihe nach die Softkeys LOGIN IPO / HW / NEXT / HW-PORTS II
Folgendes Bild erscheint:

Hinweis

Beachten Sie:
Die Anzeige (rot oder grün) für die Tastsysteme im OLM wurde mit dem NC-Softwarestand
340560-02 SP3 überarbeitet. Im folgenden ist die Anzeige ab diesem NC-Softwarestand
beschrieben. Vorher wurden die Lampen invertiert angezeigt (rot statt grün, grün statt rot).

8 Kontrollieren Sie die Anzeige für 3D-Bereit. Bei Bereitschaft des Tasters ist das Signal auf
grün gesetzt!
8 Kontrollieren Sie die Anzeige für 3D-Warng..
Bei Kabeltastern ist die Lampe dauerhaft auf grün gesetzt.
Bei Funktastern steht keine Warnung an (bestehen also keine Probleme mit der Batterie),
wenn das Signal auf rot gesetzt ist!
8 Lenken Sie den Taststift per Hand aus.
8 Kontrollieren Sie die Anzeige für das 3D-Signal. Bei Auslenkung des Taststifts wechselt das
Signal auf grün!

April 2010 25 – 373


Mittels integriertem Oszilloskop:

Hierbei werden folgende PLC-Operanden beobachtet:

PLC-Operand Beschreibung

NN_GenTchProbeReady Tastsystem bereit

NN_GenTchProbeDeflected Taststift ausgelenkt

NN_GenTchProbeBatteryLow Batterie schwach

8 Schalten Sie die Maschine ein.


8 Wechseln Sie den Taster ein.
8 Drücken Sie sicherheitshalber den NOT-AUS-Taster.
8 Rufen Sie das integrierte Oszilloskop auf --> siehe ”Integriertes Oszilloskop” auf Seite 9 – 83.
8 Treffen Sie folgende Auswahl:

Hinweis

Sie finden diese Operanden nach Aufruf der Symbolliste unter <Global> / APIGEN.

8 Bestätigen Sie die Auswahl und starten Sie das Oszilloskop.


8 Stoppen Sie die erste Aufzeichnung, passen Sie das Oszillogramm an und starten Sie die Aufzeich-
nung erneut.
8 Kontrollieren Sie das Signal APIGEN.NN_GENTCHPROBEBATTERYLOW.
Bei Kabeltastern ist dieses Signal dauerhaft auf 1 gesetzt.
Bei Funktastern mit korrekter Batteriespannung ist das Signal 0 (low), bei Problemen mit der Batterie
ist das Signal 1 (high)!
8 Kontrollieren Sie das Signal APIGEN.NN_GENTCHPROBEREADY. Bei Bereitschaft des Tasters ist das
Signal 1 (high)!
8 Lenken Sie den Taststift per Hand aus.

25 – 374 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


8 Kontrollieren Sie das Signal APIGEN.NN_GENTCHPROBEDEFLECTED. Bei Auslenkung des Taststifts
wechselt das Signal auf 1 (high).

Hinweis

Falls vorhanden, können Sie auch einen baugleichen Taster anschließen und damit die Funk-
tionalität testen!

April 2010 25 – 375


25.4 Fehlersuche am Tastsystem TT

Beeinträchtigung Falls der Verdacht besteht, dass ein beschädigter Taster oder ein Taster, in den Flüssigkeit eingedrun-
der Steuerung? gen ist, die Funktion der Steuerung beeinträchtigt:
8 Stecken Sie den Taster ab und beobachten Sie die Reaktion --> siehe ”Abwählen und Abstecken
des Tastsystems” auf Seite 25 – 381.

Sichtkontrolle 8 Machen Sie eine Sichtprüfung von Taster, Kabel, etc.!


Finden Sie Beschädigungen am Taster oder am Kabel, usw.?

Kontrolle der LEDs Zwei rote LEDs (180° versetzt) signalisieren beim TT 140 die Auslenkung:

Kontrolle der Beim TT ist das Bereitschaftssignal in der Verdrahtung gebrückt.


Bereitschaftsbrücke Das Bereitschaftssignal muss also bei einem angeschlossenen Tischtaster immer vorhanden sein!

Die Bereitschaftsbrücke können Sie wie folgt kontrollieren:

8 Fahren Sie die Steuerung herunter und schalten Sie die Maschine aus.
8 Ziehen Sie das Tasterkabel (ggf. inklusive Adapter ID 667674-01) am Stecker X113 des Kompaktreg-
lers UEC 11x bzw. des Systemmoduls PL 62xx ab.
8 Nehmen Sie ein Multimeter zur Hand und stellen Sie dieses auf „Piepsen“ bzw. auf Ohmmessung.
8 Legen Sie die Messspitzen an folgende PINs:

TT-Kabel ID 633616-xx Zu kontaktierende PINs

ohne Tastsystemadapter ID 667674-01 10 (+ 24 V-NC) und 11 (Bereitschaft TT)

mit Tastsystemadapter ID 667674-01 10 (+ 24 V-NC) und 3 (Bereitschaft Taster)

8 Es muss ein Piepston ertönen bzw. ein niedriger Ohmwert angezeigt werden.

Hinweis

Der Anschluss eines Tastsystems TT an einen Kompaktregler UEC 11x oder ein Systemmo-
dul PLB 62xx bis Variante -02 erfolgt über den Tastsystemadapter ID 667674-01.

25 – 376 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Anschlussbelegung X113 an PLB 62xx bzw. UEC 11x bis Variante -02
und Tastsystemadapter ID 667 674-01:
(SUB-D, 15polig, 3-reihig)

Buchse Belegung X113 Adapter TT-Kabel


(TT) bis Variante -02 ID 667 674-01 ID 633 616-xx
1 Schaltsignal Schaltsignal
2 Schaltsignal Schaltsignala
3 Bereitschaft TS nicht belegen
4 Batterienwarnung Batterienwarnung
5 + 5 V-NC (+/- 5%) + 5 V-NC (+/- 5%)
6 Start nicht belegen
7 0 V-NC Start TT
8 0 V-NC 0 V-NC
9 0 V-NC 0 V-NC
10 + 24 V-NC + 24 V-NC
11 Bereitschaft TT Bereitschaft TT
12 nicht belegen nicht belegen
13 nicht belegen nicht belegen
14 nicht belegen nicht belegen
15 nicht belegen nicht belegen

Bild: TT-Kabel mit Tastsystemadapter

Anschlussbelegung X113 an PLB 62xx bzw. UEC 11x ab Variante -03:


(SUB-D, 15polig, 3-reihig)

Buchse Belegung X113 (TT) ab Variante -03


1 Schaltsignal
2 Schaltsignal
3 nicht belegen
4 Batterienwarnung
5 + 5 V-NC (+/- 5%)
6 nicht belegen
7 Start TT
8 0 V-NC
9 0 V-NC
10 + 24 V-NC
11 Bereitschaft TT
12 nicht belegen
13 nicht belegen
14 nicht belegen
15 nicht belegen

April 2010 25 – 377


Funktionskontrolle

Gefahr

Ziehen Sie den Maschinenbediener hinzu und beachten Sie die Sicherheitshinweise des
Maschinenherstellers (Einrichtbetrieb, etc.)!

Mittels OLM:

8 Schalten Sie die Maschine ein.


8 Drücken Sie sicherheitshalber den NOT-AUS-Taster.
8 Rufen Sie den Online Monitor auf --> siehe ”Der Online-Monitor (OLM)” auf Seite 10 – 103.
8 Drücken Sie der Reihe nach die Softkeys LOGIN IPO / HW / NEXT / HW-PORTS II
Folgendes Bild erscheint:

Hinweis

Beachten Sie:
Die Anzeige (rot oder grün) für die Tastsysteme im OLM wurde mit dem NC-Softwarestand
340560-02 SP3 überarbeitet. Im folgenden ist die Anzeige ab diesem NC-Softwarestand
beschrieben. Vorher wurden die Lampen invertiert angezeigt (rot statt grün, grün statt rot).

8 Kontrollieren Sie die Anzeige für TT-Bereit. Bei Bereitschaft des Tasters ist das Signal auf grün
gesetzt!
8 Lenken Sie den Tischtaster per Hand aus.
8 Kontrollieren Sie die Anzeige für das TT-Signal. Bei Auslenkung des Tischtasters wechselt das
Signal auf grün!

25 – 378 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Mittels integriertem Oszilloskop:

Hierbei werden folgende PLC-Operanden beobachtet:

PLC-Operand Beschreibung

NN_GenTchProbeReady Tastsystem bereit

NN_GenTchProbeDeflected Taststift ausgelenkt

NN_GenTchProbeX13 Tastsystem TT (X13) aktiv,


falls 0 ist Tastsystem TS (X12) aktiv

8 Schalten Sie die Maschine ein.


8 Drehen Sie das Vorschub-Potentiometer auf Null.
8 Rufen Sie das integrierte Oszilloskop auf --> siehe ”Integriertes Oszilloskop” auf Seite 9 – 83.
8 Treffen Sie folgende Auswahl:

Hinweis

Sie finden diese Operanden nach Aufruf der Symbolliste unter <Global> / APIGEN.

8 Bestätigen Sie die Auswahl und starten Sie das Oszilloskop.


8 Starten Sie einen Antastzyklus mit dem TT (Tisch-Taster) --> fragen Sie den Maschinenbedie-
ner.
8 Stoppen Sie die erste Aufzeichnung, passen Sie das Oszillogramm an und starten Sie den
Antastzyklus und die Aufzeichnung erneut.
8 Kontrollieren Sie das Signal APIGEN.NN_GENTCHPROBEX13. Bei aktivem TT ist das Signal 1 (high)!
8 Kontrollieren Sie das Signal APIGEN.NN_GENTCHPROBEREADY. Bei Bereitschaft des Tasters ist das
Signal 1 (high)!
8 Lenken Sie den Tischtaster per Hand aus.

April 2010 25 – 379


8 Kontrollieren Sie das Signal APIGEN.NN_GENTCHPROBEDEFLECTED. Bei Auslenkung des Tischtasters
wechselt das Signal auf 1 (high).

Hinweis

Falls vorhanden, können Sie auch einen baugleichen TT anschließen und damit die Funktio-
nalität testen!

25 – 380 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


25.5 Abwählen und Abstecken des Tastsystems

Sie vermuten einen defekten Taster (Kurzschluss, etc.)!?


Sie wollen nun die Funktion der Steuerung ohne angeschlossenes Tastsystem testen.

Gehen Sie wie folgt vor:

8 Beenden Sie aktive Tastzyklen.


8 Entnehmen Sie den Taster automatisch oder per Hand aus der Spindel.
8 Drücken Sie den NOT-AUS-Taster und fahren Sie die Steuerung herunter.
8 Schalten Sie die Maschine aus.
8 Stecken Sie die Tastsysteme vom PLB 6204 bzw. vom UEC 11x ab (Stecker X112 und X113).
8 Schalten Sie die Maschine wieder komplett ein.
8 Beobachten Sie, ob vorher aufgetretene Fehlermeldungen oder Fehlerzustände nun erneut
auftreten.

April 2010 25 – 381


25.6 Fehlerbehebung

Austausch von Tauschen Sie nach Bedarf die Batterie bzw. die Akkus, den gebrochenen Taststift, das defekte Kabel,
Komponenten etc. aus!

Achtung

Achten Sie beim Batterie- bzw. Akkuwechsel auf die richtige Polung!

Achtung

Nach einem Taststiftwechsel muss der Taster neu kalibriert werden!

Hinweis

Eine ausführliche Beschreibung zur optischen Zustandskontrolle, zur Abstrahlrichtung, zum


Batterienwechsel, zum Taststiftwechsel, zum Zentieren, zu Technischen Daten, etc. fin-
den Sie in der jeweiligen Montageanleitung des Tastsystems!
Folgen Sie ggf. den Anleitungen des Maschinenherstellers!

Reinigen Reinigen Sie verschmutzte Sende- und Empfangseinheiten mit handelsüblichen Reinigungsmitteln.

Neuausrichtung Richten Sie die Sende-/Empfangseinheit bei Bedarf neu aus!


der SE

Hinweis

Eine ausführliche Beschreibung zur optischen Zustandskontrolle, zur Abstrahlrichtung,


zum Batterienwechsel, zum Taststiftwechsel, zum Zentrieren, zu Technischen Daten, etc.
finden Sie in der jeweiligen Montageanleitung des Tastsystems!

Neukalibrierung Überprüfen Sie nach einer Kollision die Genauigkeit des Tastsystems. Fragen Sie hierzu den Maschi-
nenbediener, den Maschinenhersteller oder Ihre HEIDENHAIN-Servicevertretung!

Hinweis

Eine ausführliche Beschreibung zur optischen Zustandskontrolle, zur Abstrahlrichtung, zum


Batterienwechsel, zum Taststiftwechsel, zum Zentieren, zu Technischen Daten, etc. fin-
den Sie in der jeweiligen Montageanleitung des Tastsystems!
Folgen Sie ggf. den Anleitungen des Maschinenherstellers!

Einschicken des Schicken Sie defekte Taster und Taster, die die Funktionen der Steuerung beeinträchtigen, zur Unter-
Tasters suchung ein!

Einschicken der Wenn eine Taster-Schnittstelle am PLB 6204 oder am UEC 11x defekt ist, tauschen Sie die entspre-
Steuerungs- chende Komponente --> siehe ”Austausch der MC 6110” auf Seite 28 – 448.
Komponente

25 – 382 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


26 Wichtige Merkmale von HEIDENHAIN-Komponenten

26.1 Kennzeichnung der Hardware

Auf jedem HEIDENHAIN-Gerät befindet sich ein Typenschild mit u.a.


„ Gerätebezeichnung
„ Identnummer (ID)
„ Seriennummer
Dadurch ist das Gerät eindeutig gekennzeichnet.

Typenschild

Bild: Typenschild einer MC 6110

Hinweis

Wo immer dies möglich ist, befinden sich Typenschilder gut sichtbar auf der Frontseite der
Geräte. Ansonsten sind sie z.B. seitlich oder auf der Rückseite der Geräte zu finden.

Das Typenschild klebt auf folgenden obligatorischen und optionalen Komponenten zur TNC 620:

Hauptrechner MC,
Speicherkarte CFR,
SIK

Hauptrechner MC 6110

Kompakter Hauptrechner für den Einbau


in das Bedienpult mit integriertem TFT-
Flachbildschirm und Bedientasten.
Maschinen-Bedienfeld MB optional.
„ Bis zu 5 digital geregelte Achsen und
eine Hauptspindel

April 2010 26 – 383


Zusätzlich erforderlich:
„ CompactFlash-Speicherkarte CFR

„ System Identification Key SIK


• Enthält die NC-Software-Lizenz
zum Freischalten von Regelkreisen
und Software-Optionen
• Durch die SIK-Nummer erhält die
Steuerung eine eindeutige Ken-
nung

Reglereinheit
CC 6106

CC 6106

Reglereinheit für max. 6 Regelkreise


(mit HSCI-Schnittstelle)

26 – 384 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Kompaktregler
UEC 11x

UEC 11x

Kompaktregler mit integriertem Umrichter und


PLC für max. 5 Regelkreise.
Kompaktes Gerät für Maschinen mit begrenzter
Achsanzahl und geringem Leistungsbedarf.
Sie ist ausgestattet mit:
„ HSCI-Schnittstelle
„ 4 (UEC 111) oder 5 (UEC 112) Drehzahlmessge-
rät-Eingängen
„ 4 (UEC 111) oder 5 (UEC 112) Lagemessgerät-
Eingängen
„ Anschluss für 3 Achsen + Spindel (UEC 111)
oder
Anschluss für 4 Achsen + Spindel (UEC 112)
„ Bremswiderstand
„ 38 PLC-Eingänge, 23 PLC-Ausgänge (erweiter-
bar über PL 61xx)
„ Netzteil 24 V–NC / 3,5 A integriert zur Versor-
gung der HSCI-Komponenten

System-PL

PL 62xx

System-PL bestehend aus Basismodul PLB 620x


und EA-Modulen.
„ Muss einmal im HSCI-System vorhanden sein,
falls keine UEC 11x eingesetzt wird
„ Erhältlich mit 4, 6 oder 8 Einschüben
„ HSCI-Schnittstelle
„ Anschlüsse für Tastsysteme TS und TT
„ Sicherheitsrelevante PLC-Ein-/Ausgänge

April 2010 26 – 385


Erweiterungs-PL

PL 61xx

Erweiterungs-PL bestehend aus Basismodul


PLB 610x und EA-Modulen.
„ Erhältlich mit 4, 6 oder 8 Einschüben
„ HSCI-Schnittstelle
„ Max. 7 PL 61xx können im HSCI-System vorhan-
den sein

EA-Module

PLD-H xx–xx–xx

Digitales EA-Modul:

„ PLD-H 16-08-00:
EA-Modul mit 16 digitalen Eingängen und 8 digi-
talen Ausgängen

26 – 386 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


PLA-H xx–xx–xx

Analoges EA-Modul:
„ PLA-H 04-00-04:
Analog-Modul mit 4 analogen Eingängen für
Temperaturwiderstände Pt 100 und 4 analogen
Eingängen ± 10 V

Kleinspannungs-
netzteil PSL 13x

PSL 130

Netzteil zur Versorgung der HSCI-Komponenten mit


+24 V.
„ Ausgangsspannungen entsprechen dem PELV-
System nach EN 50 178 und können geerdet werden
„ Spannungsversorgung erfolgt mit Netzspannung (L1,
L2) und der Zwischenkreisspannung Uz.
Daraus werden die Ausgangsspannungen +24 V-NC
und +24 V-PLC erzeugt.
„ Die beiden Ausgangsspannungen werden von zwei
intern voneinander getrennten Netzteilen erzeugt. Die
NC- und PLC-Versorgung sind voneinander galvanisch
getrennt und erfüllen die EN 61800-5-1 „Sichere Tren-
nung vom Netz“
„ Beide Ausgangsspannungen können parallel geschal-
tet werden.
Dadurch liefert das PSL 130 eine Ausgangsspannung
von +24 V bei maximal 750 W Ausgangsleistung

April 2010 26 – 387


PSL 135

Netzteil zur Versorgung der HSCI-Komponenten bei Ver-


wendung eines Fremd-Umrichtersystems.
„ Ausgangsspannungen entsprechen dem PELV-
System nach EN 50 178 und können geerdet werden
„ Spannungsversorgung erfolgt mit Netzspannung (L1,
L2) und der Zwischenkreisspannung Uz.
Es werden daraus die Ausgangsspannungen +24 V-
NC, +24 V-PLC und +5 V erzeugt..
„ +24 V-NC und +24 V-PLC werden von zwei intern von-
einander getrennten Netzteilen erzeugt.
Die NC- und PLC-Versorgung sind voneinander galva-
nisch getrennt und erfüllen die EN 61800-5-1 „Sichere
Trennung vom Netz“
„ +24 V-NC und +24 V-PLC können parallel geschaltet
werden.
Dadurch liefert das PSL 135 eine Ausgangsspannung
von +24 V bei maximal 750 W Ausgangsleistung

Maschinen-
bedienfeld MB 620

MB 620

Das MB 620 ist ausgestattet mit:


„ HSCI-Schnittstelle
„ 21 clipsbaren (austauschbaren) Tasten.
Die Tastenfunktionen sind über die PLC frei definierbar
„ 8 PLC-Eingänge, 8 PLC-Ausgänge
„ Zwei Bohrungen für zusätzliche Tasten oder Schlüssel-
schalter

Bedienelemente:
„ 12 Achstasten
„ 16 Funktionstasten
„ NC-Start1
„ NC-Stopp1
„ NOT-AUS-Taste
„ Steuerspannung Ein1

1) Tasten beleuchtet

26 – 388 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Handräder

Handrad HR 410
Tragbares elektronisches Handrad mit clipsbaren (austauschba-
ren) Tasten.
„ Tasten für die Anwahl von fünf Achsen
„ Tasten für Verfahrrichtung
„ Tasten für voreingestellte Vorschübe
„ Taste für Istwert-Übernahme
„ Drei Tasten für Maschinenfunktionen
(über PLC definierbar)
• Spindel rechts/links/Stopp
• NC-Start/Stopp, Spindel Start;
für HEIDENHAIN-Basis-PLC-Programm)
„ Zwei Zustimmtasten (24 V)
„ Not-Aus-Taste (24 V)
„ Haftmagnete für die Befestigung

Wahlweise mit oder ohne mechanischer Rastung.

Handrad HR 130
Einbauhandrad

Wahlweise mit oder ohne mechanischer Rastung.

April 2010 26 – 389


Handradadapter HRA 110
Für den Anschluss von bis zu drei Handrädern HR 150 an
die Steuerung.
Auswahl der Achsen und des Unterteilungsfaktors über
Stufenschalter möglich.

HRA 110

Handrad HR 150,
wahlweise mit oder ohne
mechanischer Rastung

Stufenschalter

Tastsysteme

Tastsystem TS 220
Schaltendes Tastsystem mit kabelgebundener Signalüber-
tragung für Maschinen mit manuellem Werkzeugwechsel.
Zum Werkstückeinrichten und Messen während der Bear-
beitung.

26 – 390 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Tastsysteme TS 740, TS 640, TS 444, TS 440
Schaltendes Tastsystem mit Infrarotübertragung, zum
Werkstückeinrichten und Messen während der Bearbei-
tung.
Für Maschinen mit automatischem Werkzeugwechsel.

„ TS 440 mit kompakten Abmessungen


„ TS 444 mit alternativer, batterieloser Spannungsversor-
gung durch Druckluft über den Spindelkopf
„ TS 640 mit großer Infrarot-Reichweite und langer
Betriebsdauer
„ TS 740 mit hoher Antastgenauigkeit und Reproduzier-
barkeit und geringen Antastkräften

Die Infrarot-Übertragung wird zwischen Tastsystem TS


und Sende-/Empfangseinheit SE aufgebaut. Folgende SE
sind mit den Tastsystemen TS beliebig kombinierbar:
„ SE 640 zum Anbau im Arbeitsraum der Maschine
„ SE 540 zum Einbau in den Spindelkopf

TS 640, TS 740 TS 440, TS 444

SE 640 SE 540

Werkzeug-Tastsystem TT 140
Schaltendes Tastsystem mit Sollbruchstelle des Verbin-
dungsstiftes für den Antastkopf und optischer Auslenkan-
zeige.
Das Tastsystem wird mit zusätzlichem Verbindungsstift
geliefert.

April 2010 26 – 391


Messgeräte Informationen zu Lage- und Drehzahlmessgeräten finden Sie z.B. in Prospekten und Montageanleitun-
gen.

Umrichter und Informationen zu diesen Komponenten finden Sie im Servicehandbuch Umrichtersysteme und
Motoren Motoren.

26 – 392 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


26.2 Anzeige der Software

Für Rückfragen beim Maschinenhersteller oder bei HEIDENHAIN im Zusammenhang mit Fehl-
verhalten und Problemen an Ihrer Werkzeugmaschine sollten Sie wissen, welche NC- und PLC-
Software auf der TNC 620 installiert ist.

Aufruf der Anzeige


8 Taste MOD betätigen.

Hinweis

Die Systeminformationen erhalten Sie in jeder beliebigen Betriebsart der Steuerung nach
Drücken der MOD-Taste.

Steuerungstyp

Die HEIDENHAIN-Steuerung TNC 620 kann aus verschiedenen Kombinationen von HEIDEN-
HAIN-Geräten bestehen, z.B.
„ MC 6110 mit CC 6106, PLB 6204, PSL 130 und dazu ein modulares oder kompaktes HEIDEN-
HAIN-Umrichtersystem
„ MC 6110 mit UEC 111
„ MC 6110 mit UEC 112

April 2010 26 – 393


NC-Software

340560 Programmnummer der NC-Software


02 Version der NC-Software
SP2 Version des Service-Packs

Die NC-Software der Steuerung TNC 620 unterliegt den Ausfuhrbeschränkungen und verfügt deshalb
über spezielle Export-Varianten:

Standard-Software Export-Software

340560-xx 340561-xx

Bei der Einführung von umfangreichen neuen Funktionen wird eine neue Programmnummer für die
NC-Software vergeben.
Service-Packs dienen der Fehlerbehebung innerhalb eines NC-Softwarestandes.

NC-Kern

NC Kern bezeichnet die Betriebssystem-Software der TNC 620.

PLC-Software

Der Maschinenhersteller kennzeichnet seine PLC-Software mit einer beliebigen Zeichenfolge.

Entwicklungsstand

Der Entwicklungsstand (Feature Content Level) kennzeichnet die Freischaltung zusätzlicher Funktio-
nen an der TNC 620.

DSP-Software

340542 Programmnummer der Reglersoftware für den Digitalen


Signal Prozessor
02.5 Version der DSP-Software
07/09/2009 12:35:53 Datum (Tag/Monat/Jahr) und Zeit der letzten Erzeugung

26 – 394 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


27 Steckerbezeichnungen und -belegungen

27.1 Wichtiger Hinweis

Achtung

Steck- und Klemmverbindungen nur bei ausgeschaltetem Gerät herstellen oder lösen!
Siehe ”Sicherheitshinweise” auf Seite 2 – 13.

27.2 Hauptrechner MC 6110

27.2.1 Bezeichnung und Lage der Anschlussstecker

MC 6110: Kompakter Hauptrechner, Bildschirm u. Tastatur integriert, HSCI-Schnittstelle


Anschluss-Übersicht Stecker Funktion

X X10 Vorschub-/Spindeloverride Potentiometer


X23 reserviert, nicht belegen
X26 Ethernet Datenschnittstelle
X23 X101
X27 V.24/RS-232-C-Datenschnittstelle
X27 X141 USB-Schnittstelle
X142 X26 X142
X101 Stromversorgung 24V– für NC
X141
X500
X121 Profibus (nur bei MC 6110 mit
X501
ID 676 094-xx)

X600 X125 X125 SIK (System Identification Key)


X500 HSCI-Ausgang 1
(synchronisiert)
X501 HSCI-Ausgang 2
X601
X600 CompactFlash Removable CFR
X121
X601 reserviert, nicht belegen
€
€ Schutzerde

X10
X

April 2010 27 – 395


27.2.2 Anschlussbelegungen am MC 6110

X10:
Schnittstelle zu
Tastatur und Anschluss- Belegung
Potentiometern Klemmen
1a Poti 1
2a Poti 3
3a nicht belegen
4a nicht belegen
5a nicht belegen
6a +5V
7a 0V
1b Poti 2
2b ---
3b nicht belegen
4b nicht belegen
5b ---
6b +5V
7b 0V

X26: Maximale Übertragungsgeschwindigkeit:


Ethernet-
„ Bei Einbindung ins Firmennetz per NFS- bzw. SMB-Protokoll:
Schnittstelle, 10 bzw. 100 MBit/s
RJ45-Anschluss
„ Bei LSV2 Protokoll (bei Verwendung von TNCremoNT bzw. RemoTools):
2 bis 5 MBit/s (abhängig vom Dateityp und der Netzauslastung)
Maximale Kabellänge: 400 m (geschirmt), 100 m (ungeschirmt)

RJ45-Anschluss (Buchse) 8polig Belegung


1 TX+
2 TX-
3 REC+
4 nicht belegen
5 nicht belegen
6 REC-
7 nicht belegen
8 nicht belegen
Gehäuse Außenschirm

Hinweis

Die Schnittstelle erfüllt EN 50 178 „Sichere Trennung vom Netz“

Bedeutung der LED’s an der Ethernet-Datenschnittstelle X26:

LED Zustand Bedeutung


grün blinkend Schnittstelle aktiv
aus Schnittstelle inaktiv
gelb ein 100 MBit-Netz
aus 10 MBit-Netz

27 – 396 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


X27: Adapterblock 25polig:
V.24/RS-232-C
Datenschnittstelle

MC 6110 VB ID 365 725-xx Adapterblock VB ID 274 545-xx


ID 310 085-01
Stift Belegung Buchse Farbe Buchse Stift Buchse Stift Farbe Buchse
1 nicht belegen 1 1 1 1 1 weiss/ 1
braun
2 RXD 2 gelb 3 3 3 3 gelb 2
3 TXD 3 grün 2 2 2 2 grün 3
4 DTR 4 braun 20 20 20 20 braun 8
5 Signal GND 5 rot 7 7 7 7 rot 7
6 DSR 6 blau 6 6 6 6 6
7 RTS 7 grau 4 4 4 4 grau 5
8 CTS 8 rosa 5 5 5 5 rosa 4
9 nicht belegen 9 8 violett 20
Geh. Außenschirm Geh. Außen- Geh. Geh. Geh. Geh. Außen- Geh.
schirm schirm

Adapterblock 9polig:

MC 6110 VB ID 355 484-xx Adapterblock VB ID 366 964-xx


ID 363 987-02
Stift Belegung Buchse Farbe Stift Buchse Stift Buchse Farbe Buchse
1 nicht belegen 1 rot 1 1 1 1 rot 1
2 RXD 2 gelb 2 2 2 2 gelb 3
3 TXD 3 weiss 3 3 3 3 weiss 2
4 DTR 4 braun 4 4 4 4 braun 6
5 Signal GND 5 schwarz 5 5 5 5 schwarz 5
6 DSR 6 violett 6 6 6 6 violett 4
7 RTS 7 grau 7 7 7 7 grau 8
8 CTS 8 weiss/ 8 8 8 8 weiss/ 7
grün grün
9 nicht belegen 9 grün 9 9 9 9 grün 9
Geh. Außenschirm Geh. Außen- Geh. Geh. Geh. Geh. Außen- Geh.
schirm schirm

Hinweis

Die Schnittstelle erfüllt EN 50 178 „Sichere Trennung vom Netz“

April 2010 27 – 397


X101: Die MC 6110 wird mit 24 V-NC versorgt, z. B. mit dem PSL 130 oder mit dem integrierten 24 V-Netzteil
NC-Versorgungs- des UEC 11x.
spannung Für die +24 V-NC-Versorgungsspannung muss PELV („Sichere Trennung vom Netz“) nach EN 61800-
5-1 eingehalten werden.
Anschlussbelegung:

Anschlussklemme an X101 Belegung Sicherung


+ +24 V– 6 A Schmelzsicherung integriert in MC
– 0V

Leistungsaufnahme: 40 W
Wirkungsgrad: 85 %

Achtung

Versorgungsleitungen nur bei abgeschaltetem Zwischenkreisnetzteil bzw. bei abgetrenn-


tem Netz anschließen!

Hinweis

Wenn an X141/X142 angeschlossene USB-Komponenten mehr als 0,5 A benötigen, ist eine
separate Stromversorgung für diese Komponenten notwendig, z. B. über den USB-Hub von
HEIDENHAIN (ID 368 735-01).

Hinweis

Bei Kabellängen > 10 m zwischen der MC 61xx und Messgeräten mit EnDat-Schnittstelle
(EnDat 2.1) ist ein Spannungsregler (ID 336 697-xx) erforderlich (Wirkungsgrad = 75 %).

X121: Anschlussbelegung an X121 des Hauptrechners MC 6110 und an X1 des PROFIBUS-Slaves PLB 550.
Anschluss
PROFIBUS Hauptrechner X121 VB ID 515 845-01 PLB 550 X1
Sub-D- Belegung Sub-D- Sub-D- X1 Sub-D- Belegung
Anschluss Stecker Stecker Anschluss
(Buchse) (Stift) (Stift) (Buchse)
9-polig 9-polig 9-polig 9-polig
1 nicht belegen 1 – 1 1 nicht belegen
2 nicht belegen 2 – 2 2 nicht belegen
3 B-Line 3 B-Line 3 3 B-Line
4 RTS 4 – 4 4 RTS
(Signaltyp: TTL) (Signaltyp: TTL)
5 GND 5 – 5 5 GND
6 +5 V 6 – 6 6 +5 V
7 nicht belegen 7 – 7 7 nicht belegen
8 A-Line 8 A-Line 8 8 A-Line
9 nicht belegen 9 – 9 9 nicht belegen
Gehäuse Außenschirm Gehäuse Außenschirm Gehäuse Gehäuse Außenschirm

Alle Signale sind an der PL 550 potenzialgetrennt.


Die +5 V und GND dienen der Versorgung des Abschlusswiderstandes im Stecker.

X125: Im Einschub X125 befindet sich der System Identification Key.


Einschub für SIK

27 – 398 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


X141, X142:
USB-Schnittstellen
USB-Anschluss (Buchse) 4polig Belegung
1 +5 V
2 USBP–
3 USBP+
4 GND

Hinweis

Wenn an X141/X142 angeschlossene USB-Komponenten mehr als 0,5 A benötigen, ist eine
separate Stromversorgung für diese Komponenten notwendig, z. B. über den USB-Hub von
HEIDENHAIN (ID 368 735-01).

Die Versorgungsspannung des USB-Hub muß EN 50 178, 5.88 „Funktionskleinspannung mit


sicherer Trennung“ entsprechen.
Anschlüsse am USB-Hub (ID 368 735-01):

Anschlussbezeichnung Funktion
X1 24 V-Versorgung
X32 5 V-Ausgang
X140 USB-Eingang
X141 USB-Ausgang 1
X142 USB-Ausgang 2
X143 USB-Ausgang 3
X144 USB-Ausgang 4

X500, X501:
HSCI-Schnittstellen
HSCI-Anschluss X500, Ausgang 1 synchronisiert
RJ45-Anschluss (Buchse) 8polig Belegung
1 TD0+
2 TD0–
3 RD0+
4 nicht belegen
5 nicht belegen
6 RD0–
7 nicht belegen
8 nicht belegen

HSCI-Anschluss X501, Ausgang 2


RJ45-Anschluss (Buchse) 8polig Belegung
1 TD1+
2 TD1–
3 RD1+
4 nicht belegen
5 nicht belegen
6 RD1–
7 nicht belegen
8 nicht belegen

X600: Im Einschub X600 befindet sich die Speicherkarte (Compact Flash Removable).
Einschub für CFR

April 2010 27 – 399


27.3 Modulare Reglereinheit CC 6106

27.3.1 Bezeichnung und Lage der Anschlussstecker

CC 6106, Reglereinheit mit 6 Regelkreisen und HSCI-Schnittstelle


Anschluss-Übersicht Stecker Funktion
X15 bis X20 Messgerät Drehzahl
X51 bis X56 PWM-Ausgang
X15 X19
X69 Stromversorgung
X17
X74 +5 V-Versorgung
X16 X20 X201 bis X206 Messgerät Lage
X18 X500 HSCI-Ausgang

X51 X55
X502 HSCI-Eingang
– SPI-Slot 1
X53
(reserviert für Erweiterungs-Module)
X52 X56 – SPI-Slot 2
X54
(reserviert für Erweiterungs-Module
€ Schutzerde
X74
5V

0V

X69

X201 X205

X203
X500
X502 X202 X206

X204

27 – 400 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


27.3.2 Anschlussbelegungen an der CC 6106

X15 bis X20:


Drehzahlmessgerät
1 VSS

Achtung

Wenn HEIDENHAIN-Winkelmessgeräte bzw. Längenmessgeräte an der Drehzahl-Schnitt-


stelle eingesetzt werden (z. B. für Torque-Motoren), beachten Sie unbedingt die unter-
schiedlichen Steckerbelegungen!
HEIDENHAIN bietet für derartige Anwendungen spezielle Kabel bzw. Spannungsregler.

CC 61xx AK ID 289 440-xx VB ID 336 847-xx


Stift Belegung Buchse Farbe Buchse Stift Farbe Buchse
1 +5 V (UP) 1 braun/grün 10 10 braun/grün 10
2 0 V (UN) 2 weiß/grün 7 7 weiß/grün 7
3 A+ 3 grün/schwarz 1 1 grün/schwarz 1
4 A– 4 gelb/schwarz 2 2 gelb/schwarz 2
5 0V
6 B+ 6 blau/schwarz 11 11 blau/schwarz 11
7 B– 7 rot/schwarz 12 12 rot/schwarz 12
8 0V 8 Innenschirm 17 17 Innenschirm 17
9 nicht belegen
10 nicht belegen
11 nicht belegen
12 nicht belegen
13 Temperatur+ 13 gelb 8 8 gelb 8
14 +5 V (Sensor) 14 blau 16 16 blau 16
15 nicht belegen
16 0 V (Sensor) 16 weiß 15 15 weiß 15
17 R+ 17 rot 3 3 rot 3
18 R– 18 schwarz 13 13 schwarz 13
19 C+ 19 grün 5 5 grün 5
20 C– 20 braun 6 6 braun 6
21 D+ 21 grau 14 14 grau 14
22 D– 22 rosa 4 4 rosa 4
23 nicht belegen
24 0V
25 Temperatur– 25 violett 9 9 violett 9
Geh. Gehäuse Geh. Außenschirm Geh. Geh. Außenschirm Geh.

Hinweis

Die Schnittstelle erfüllt EN 61800-5-1 „Schutzkleinspannung, PELV“

April 2010 27 – 401


X15 bis X20:
Drehzahlmessgerät
mit EnDat-Schnitt- CC 61xx AK ID 336 376-xx VB ID 340 302-xx
stelle Stift Belegung Buchse Farbe Buchse Stift Farbe Buchse
1 +5 V (UP) 1 braun/grün 10 10 braun/grün 10
2 0 V (UN) 2 weiß/grün 7 7 weiß/grün 7
3 A+ 3 grün/schwarz 1 1 grün/schwarz 1
4 A– 4 gelb/schwarz 2 2 gelb/schwarz 2
5 0V
6 B+ 6 blau/schwarz 11 11 blau/schwarz 11
7 B– 7 rot/schwarz 12 12 rot/schwarz 12
8 0V 8 Innenschirm 17 17 Innenschirm 17
9 nicht belegen
10 Takt 10 grün 5 5 grün 5
11 nicht belegen
12 Takt 12 braun 14 14 braun 14
13 Temperatur+ 13 gelb 8 8 gelb 8
14 +5 V (Sensor) 14 blau 16 16 blau 16
15 Daten 15 rot 3 3 rot 3
16 0 V (Sensor) 16 weiß 15 15 weiß 15
17 nicht belegen
18 nicht belegen
19 nicht belegen
20 nicht belegen
21 nicht belegen
22 nicht belegen
23 Daten 23 schwarz 13 13 schwarz 13
24 0V
25 Temperatur– 25 violett 9 9 violett 9
Geh. Gehäuse Geh. Außenschirm Geh. Geh. Außenschirm Geh.

Hinweis

Die Schnittstelle erfüllt EN 61800-5-1 „Schutzkleinspannung, PELV“

Gefahr

Es dürfen keine Geräte angeschlossen werden, die nicht EN 61800-5-1 „Schutzkleinspan-


nung, PELV“ entsprechen.

27 – 402 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


Anschlussbelegung für LC oder RCN:

CC 61xx AK ID 336 376-xx AK ID 369 124-xx


AK ID 369 129-xx
Stift Belegung Buchse Farbe Buchse Stift Farbe
1 +5 V (UP) 1 braun/grün 10 7 braun/grün
2 0 V (UN) 2 weiß/grün 7 10 weiß/grün
3 A+ 3 grün/schwarz 1 15 grün/schwarz
4 A– 4 gelb/schwarz 2 16 gelb/schwarz
5 0V
6 B+ 6 blau/schwarz 11 12 blau/schwarz
7 B– 7 rot/schwarz 12 13 rot/schwarz
8 0V 8 Innenschirm 17 11 Innenschirm
9 nicht belegen
10 Takt 10 grün 5 8 violett
11 nicht belegen
12 Takt 12 braun 14 9 gelb
13 Temperatur+ 13 gelb 8
14 +5 V (Sensor) 14 blau 16 1 blau
15 Daten 15 rot 3 14 grau
16 0 V (Sensor) 16 weiß 15 4 weiß
17 nicht belegen
18 nicht belegen
19 nicht belegen
20 nicht belegen
21 nicht belegen
22 nicht belegen
23 Daten 23 schwarz 13 17 rosa
24 0V
25 Temperatur– 25 violett 9
Geh. Gehäuse Geh. Außenschirm Geh. Geh. Außenschirm
1
2 Tem-
peratur+
3 Tem-
peratur–
4

Hinweis

Die Schnittstelle erfüllt EN 61800-5-1 „Schutzkleinspannung, PELV“

April 2010 27 – 403


Anschlussbelegung für LC oder RCN:

CC 61xx AK ID 509 667-xx AK ID 369 124-xx


AK ID 369 129-xx
oder RCN
Stift Belegung Buchse Farbe Buchse Stift Farbe
1 +5 V (UP) 1 braun/grün 7 7 braun/grün
2 0 V (UN) 2 weiß/grün 10 10 weiß/grün
3 A+ 3 grün/schwarz 15 15 grün/schwarz
4 A– 4 gelb/schwarz 16 16 gelb/schwarz
5 0V
6 B+ 6 blau/schwarz 12 12 blau/schwarz
7 B– 7 rot/schwarz 13 13 rot/schwarz
8 0V 8 Innenschirm 11 11 Innenschirm
9 nicht belegen
10 Takt 10 grün 8 8 violett
11 nicht belegen
12 Takt 12 braun 9 9 gelb
13 Temperatur+ 13 gelb 5
14 +5 V (Sensor) 14 blau 1 1 blau
15 Daten 15 rot 14 14 grau
16 0 V (Sensor) 16 weiß 4 4 weiß
17 nicht belegen
18 nicht belegen
19 nicht belegen
20 nicht belegen
21 nicht belegen
22 nicht belegen
23 Daten 23 schwarz 17 17 rosa
24 0V
25 Temperatur– 25 violett 6
Geh. Gehäuse Geh. Außenschirm Geh. Geh. Außenschirm

Hinweis

Die Schnittstelle erfüllt EN 61800-5-1 „Schutzkleinspannung, PELV“

27 – 404 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


X51 bis X56:
PWM-Ausgang
Flachbandstecker 20-polig Belegung
1a PWM U1
1b 0 V U1
2a PWM U2
2b 0 V U2
3a PWM U3
3b 0 V U3
4a SH2
4b 0 V (SH2)
5a SH1
5b 0 V (SH1)
6a +IIST 1
6b –IIST 1
7a 0 V (analog)
7b +IIST 2
8a –IIST 2
8b 0 V (analog)
9a BRK
9b nicht belegen
10a ERR
10b RDY

Hinweis

Die Schnittstelle erfüllt EN 61800-5-1 „Schutzkleinspannung, PELV“

X69: Vom HEIDENHAIN-Umrichtersystem bzw. vom Kleinspannungsnetzteil PSL135.


CC-Versorgungs-
spannung und Flachband- Belegung Flachband- Belegung
Steuersignale stecker stecker
50-polig 50-polig
1a bis 5b +5 V 16b GND
6a bis 7b +12 V 17a RDY.PS
8a +5 V (galvanisch getrennt) 17b GND
8b 0 V (galvanisch getrennt) 18a ERR.ILEAK
9a +15 V 18b GND
9b –15 V 19a PF.PS.AC (nur rücksp. Umrichter)
10a UZAN 19b GND
10b 0V 20a nicht belegen
11a IZAN 20b GND
11b 0V 21a nicht belegen
12a RES.PS 21b GND
12b 0V 22a nicht belegen
13a PF.PS.ZK 22b GND
13b GND 23a reserviert (SDA)
14a ERR.UZ.GR 23b GND
14b GND 24a reserviert (SLC)
15a ERR.IZ.GR 24b GND
15b GND 25a RES.LE
16a ERR.TMP 25b GND

April 2010 27 – 405


X74: Vom HEIDENHAIN-Umrichtersystem bzw. vom Kleinspannungsnetzteil PSL135.
+5 V-Versorgung
für CC Anschlussklemme an X74 Belegung
1 +5 V
2 0V

Achtung

Bei der CC 61xx ist die +5 V-Versorgung über X74 vom Versorgungsmodul zwingend erfor-
derlich!

X201 bis X206:


Lagemessgerät
1 VSS CC 6106 AK ID 309 783-xx Messgerät
AK ID 310 199-xx
Stift Belegung Buchse Farbe Buchse Stift Farbe
1 +5 V (UP ) 1 braun/grün 12 12 braun/grün
2 0 V (UN ) 2 weiß/grün 10 10 weiß/grün
3 A+ 3 braun 5 5 braun
4 A– 4 grün 6 6 grün
5 nicht belegen 5
6 B+ 6 grau 8 8 grau
7 B– 7 rosa 1 1 rosa
8 nicht belegen 8
9 +5 V (Sensor) 9 blau 2 2 blau
10 R+ 10 rot 3 3 rot
11 0 V (Sensor) 11 weiß 11 11 weiß
12 R– 12 schwarz 4 4 schwarz
13 0V 13
14 nicht belegen 14 violett 7 7 violett
15 nicht belegen 15
Geh. Außenschirm Geh. Außenschirm Geh. Geh. Außenschirm

Hinweis

Die Schnittstelle erfüllt EN 50 178 „Sichere Trennung vom Netz“

27 – 406 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


X201 bis X206:
Lagemessgerät mit
EnDat-Schnittstelle

CC 6106 AK ID 332 115-xx VB ID 323 897-xx AK ID 313 791-xx


Stift Belegung Buchse Farbe Buchse Stift Farbe Bu. Stift Farbe Bu.
braun/ braun/ braun/
1 +5 V (UP ) 1 grün 7 7 grün 7 7 grün 5b
weiß/ weiß/ weiß/
2 0 V (UN ) 2 grün 10 10 grün 10 10 grün 6a
grün/ grün/ grün/
3 A+ 3 schwarz 15 15 schwarz 15 15 schwarz 2a
gelb/ gelb/ gelb/
4 A– 4 schwarz 16 16 schwarz 16 16 schwarz 2b

5 Daten 5 grau 14 14 grau 14 14 grau 3b


blau/ blau/ blau/
6 B+ 6 schwarz 12 12 schwarz 12 12 schwarz 1a
rot/ rot/ rot/
7 B– 7 schwarz 13 13 schwarz 13 13 schwarz 1b

8 Daten 8 rosa 17 17 rosa 17 17 rosa 3a


+5 V (Sen-
9 sor) 9 blau 1 1 blau 1 1 blau 5a

10 frei 10 3 3 rot 3 3
0 V (Sen-
11 sor) 11 weiß 4 4 weiß 4 4 weiß 6b

12 frei 12 2 2 schwarz 2 2
Innen- Innen- Innen- Innen-
13 schirm 13 schirm 11 11 schirm 11 11 schirm

14 Takt 14 violett 8 8 violett 8 8 violett 4a

15 Takt 15 gelb 9 9 gelb 9 9 gelb 4b


Außen- Außen- Außen-
Geh. Gehäuse Geh. schirm Geh. schirm Geh. schirm

Hinweis

Die Schnittstelle erfüllt EN 50 178 „Sichere Trennung vom Netz“

April 2010 27 – 407


X500, X502:
HSCI-Schnittstellen
HSCI-Anschluss X500, Ausgang
RJ45-Anschluss (Buchse) 8polig Belegung
1 TD0+
2 TD0–
3 RD0+
4 nicht belegen
5 nicht belegen
6 RD0–
7 nicht belegen
8 nicht belegen

HSCI-Anschluss X502, Eingang


RJ45-Anschluss (Buchse) 8polig Belegung
1 RD0+
2 RD0–
3 TD0+
4 nicht belegen
5 nicht belegen
6 TD0–
7 nicht belegen
8 nicht belegen

27 – 408 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


27.4 Kompaktregler UEC 11x

27.4.1 Bezeichnung und Lage der Anschlussstecker

UEC 11x, Reglereinheit mit integriertem Umrichter und PLC


Anschluss-Übersicht Stecker Funktion
X4, X5 PLC-Eingänge
X6 PLC-Ausgänge
X15 bis X19 Messgerät Drehzahl
X89 X90
X31 Versorgungsspannung für
UEC 11x (3 x 400 V ± 10 %)
X71 Sicherheitsrelais Spindel (Impuls-
sperre für Spindel)
X72 Sicherheitsrelais Achsen (Impuls-
sperre Achsen)
X80 Motoranschluss Spindel
(24 A Nennstrom b. 3,3 kHz)
X81 Motoranschluss Achse 1
(6 A Nennstrom b. 3,3 kHz)
X82 Motoranschluss Achse 2
(6 A Nennstrom b. 3,3 kHz)
X20
X5 X83 Motoranschluss Achse 3
(9 A Nennstrom b. 3,3 kHz)
X19
X4 X84 Motoranschluss Achse 4
X84
(6 A Nennstrom b. 3,3 kHz)
X18 X89 Bremswiderstand
X83
X206
X90 24 V–NC Ausgang / 3,5 A
X17
X82 X205 X112 Schaltendes Tastsystem TS
X113 Schaltendes Tastsystem TT
X204 X16
X81
X201 bis X205 Messgerät Lage
X203 X500 HSCI-Ausgang
X80 X15
X202 X502 HSCI-Eingang
X113 € Schutzerde M5
X201
X72 X71 X112

X502
X31
X500

X6

April 2010 27 – 409


27.4.2 Anschlussbelegungen am UEC 11x

X4: Anschluss an der Vorderseite des UEC 11x:


PLC-Eingänge
Klemme Signalbezeichnung Belegung / Funktion
1a +24 V-PLC.01 24 V-Versorgung der Ausgänge MC.RDY, O16 bis O22
2a +24 V-PLC.02 24 V-Versorgung der Ausgänge O8 bis O15
3a +24 V-PLC.03 24 V-Versorgung der Ausgänge O0 bis O7
4a 0 V-PLC 0 V aller EAs
5a –REF.SP reserviert, nicht belegen
6a 0 V-PLC 0 V aller EAs
7a I12 24 V-Eingänge
8a I13
9a I14
10a I15
11a I16
12a I17
1b I0 24 V-Eingänge
2b I1
3b I2
4b I3
5b I4
6b I5
7b I6
8b I7
9b I8
10b I9
11b I10
12b I11

27 – 410 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


X5: Anschluss an der Vorderseite des UEC 11x:
PLC-Eingänge
Klemme Signalbezeichnung Belegung / Funktion
1a I30 24 V-Eingänge
2a I31
3a I32
4a I33
5a I34
6a I35
7a I36
8a I37
9a -ES.A +24 V Eingang
Rückmeldung „Steuerung ist betriebsbereit“
10a -ES.B 24 V-Eingang
„Antriebsfreigabe“
11a nicht belegen
12a nicht belegen
1b I18 24 V-Eingänge
2b I19
3b I20
4b I21
5b I22
6b I23
7b I24
8b I25
9b I26
10b I27
11b I28
12b I29

Hinweis

Reichen die integrierten PLC-Eingänge für die Maschine nicht aus, können über die HSCI-
Schnittstelle zusätzlich max. 7 externe PL 61xx Erweiterungs-PLs an die UEC 11x ange-
schlossen werden.

April 2010 27 – 411


X6: Anschluss an der Oberseite des UEC 11x:
PLC-Ausgänge
Klemme Signalbezeichnung Belegung / Funktion
1a O4 24 V-Ausgänge, abschaltbar über Klemme X4.3a (+24 V-
2a O5 PLC.03)
3a O6
4a O7
5a O12 24 V-Ausgänge, abschaltbar über Klemme X4.2a (+24 V-
6a O13 PLC.02)
7a O14
8a O15
9a O20 24 V-Ausgänge, nicht abschaltbar
10a O21
11a O22
12a MC.RDY 24 V-Ausgang
„Steuerung ist betriebsbereit“
1b O0 24 V-Ausgänge, abschaltbar über Klemme X4.3a (+24 V-
2b O1 PLC.03)
3b O2
4b O3
5b O8 24 V-Ausgänge, abschaltbar über Klemme X4.2a (+24 V-
6b O9 PLC.02)
7b O10
8b O11
9b O16 24 V-Ausgänge, nicht abschaltbar
10b O17
11b O18
12b O19

Hinweis

Reichen die integrierten PLC-Ausgänge für die Maschine nicht aus, können über die HSCI-
Schnittstelle zusätzlich max. 7 externe PL 61xx Erweiterungs-PLs an die UEC 11x ange-
schlossen werden.

X15 bis X19: Belegung --> siehe ”X15 bis X20: Drehzahlmessgerät 1 VSS” auf Seite 27 – 401.
Drehzahlmessgerät

27 – 412 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


X31:
UEC Versorgungs-
spannung

Hinweis

Nach EN 61800-5-1 ist ein fester Anschluss an das Versorgungsnetz erforderlich.

Hinweis

Bei einer von 400 V abweichenden Versorgungsspannung muss ein Spartransformator ver-
wendet werden. Dieser muss mindestens den Anschlussdaten des nachgeschalteten Kom-
paktumrichters entsprechen.

Die Umrichterspannung UZ beträgt bei 400 V-Versorgungsspannung 565 V– und bei 480 V-Ver-
sorgungsspannung 678 V–.

Anschlussklemmen UEC 111, UEC 112


Betrieb an 400V~
L1 400 V~ ± 10 %
L2 50 Hz bis 60 Hz
L3
Kabel/Einzelleiter (HT-Litze):
6 mm2 (AWG 10)
Einzelleiter H07 V2-K:
4 mm2 (AWG 10)
Netz-Sicherung:
25 A (gR) Typ: Siemens Sitor
Erdanschluss:
≥ 10 mm2 (AWG 6)
Anzugsdrehmoment für die Anschlussklemmen:
0,7 Nm (6,5 - 7 LbIn)
Betrieb an 480V~
L1 480 V~ ± 10 %
L2 50 Hz bis 60 Hz
L3
Kabel/Einzelleiter (HT-Litze):
6 mm2 (AWG 10)
Einzelleiter H07 V2-K:
4 mm2 (AWG 10)
Netz-Sicherung:
25 A (gR) Typ: Siemens Sitor
Erdanschluss:
≥ 10 mm2 (AWG 6)
Anzugsdrehmoment für die Anschlussklemmen:
0,7 Nm (6,5 - 7 LbIn)

April 2010 27 – 413


X71: Informationen zur Verdrahtung und Funktion finden Sie im Schaltplan Ihrer Maschine.
Sicherheitsrelais
Spindel
X72: Anschlussklemmen Belegung
Sicherheitsrelais X71 bis X72
Achsen
1 +24 V-Ausgang (max. 250 mA)
2 0V
3 +24 V-Eingang für UZ ON, Achse ON, Spindel ON
4 nicht belegen
5 nicht belegen
6a Ruhekontakt (OE1, OE1A bzw. OE1S)
7a Ruhekontakt (OE2, OE2A bzw. OE2S)
a. max. 125 V

Achtung

Beim Schalten induktiver Lasten, z.B. Relais- oder Schützspulen ist eine Freilaufdiode erfor-
derlich.

X80: Spindelmotor
X81: Achsmotor 1
X82: Achsmotor 2 Anschlussklemmen Belegung
X83: Achsmotor 3 U Motoranschluss U
X84: Achsmotor 4
V Motoranschluss V
W Motoranschluss W

X89:
Bremswiderstand
Anschlussklemme X89 Belegung PW 21x PW 1x0(B);
UE 11x Anschlussklemme X1
1 +UZ RB1 1
2 Schalter gegen RB2 2
–UZ

X90:
24 V Ausgang
Anschlussklemme X90 Belegung
+ +24 V (max. 3,5 A)
– 0V

27 – 414 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


X112, X113:
Schaltendes
Tastsystem

Hinweis

Der Anschluss der Tastsysteme erfolgt am PLC-Systemmodul PLB 620x bzw. UEC 11x an
X112 (TS) und X113 (TT).

Hinweis

Beachten Sie im Bezug auf die PLB 62xx und UEC 11x bis Variante -02:
Der Anschluss eines Tastsystems TT an die TNC 620 erfolgt über den Tastsystemadapter
ID 667674-01.

Anschlussbelegung X112 / X113 an PLB 62xx bzw. UEC 11x ab Variante -03:
(SUB-D, 15polig, 3-reihig)

Buchse Belegung X112 (TS) Belegung X113 (TT)


1 Schaltsignal Schaltsignal
2 Schaltsignala Schaltsignala
3 Bereitschaft TS nicht belegen
4 Batterienwarnung Batterienwarnung
5 + 5 V-NC (+/- 5%) + 5 V-NC (+/- 5%)
6 Start TS nicht belegen
7 nicht belegen Start TT
8 0 V-NC 0 V-NC
9 0 V-NC 0 V-NC
10 + 24 V-NC + 24 V-NC
11 nicht belegen Bereitschaft TT
12 nicht belegen nicht belegen
13 nicht belegen nicht belegen
14 nicht belegen nicht belegen
15 nicht belegen nicht belegen
a. Taststift in Ruhestellung bedeutet HIGH-Pegel

Hinweis

Die Schnittstelle erfüllt EN 61800-5-1 „Schutzkleinspannung, PELV“

April 2010 27 – 415


Adapter für Tastsystem TT an PLB 62xx bzw. UEC 11x bis Variante -02:
Dieser Adapter stellt das Start- und Bereitschaftssignal auf den korrekten Pins von X113 zur Verfü-
gung.

Anschlussbelegung Adapter ID 667 674-01:


(SUB-D, 15polig, 3-reihig)

Buchse Belegung X113 Adapter TT-Adapterkabel


(TT) bis Variante -02 ID 667 674-01 ID 633 616-xx
1 Schaltsignal Schaltsignal
2 Schaltsignala Schaltsignala
3 Bereitschaft TS nicht belegen
4 Batterienwarnung Batterienwarnung
5 + 5 V-NC (+/- 5%) + 5 V-NC (+/- 5%)
6 Start nicht belegen
7 0 V-NC Start TT
8 0 V-NC 0 V-NC
9 0 V-NC 0 V-NC
10 + 24 V-NC + 24 V-NC
11 Bereitschaft TT Bereitschaft TT
12 nicht belegen nicht belegen
13 nicht belegen nicht belegen
14 nicht belegen nicht belegen
15 nicht belegen nicht belegen

X201 bis X205: Belegung --> siehe ”X201 bis X206: Lagemessgerät 1 VSS” auf Seite 27 – 406.
Lagemessgerät

X500, X502: Belegung --> siehe ”X500, X502: HSCI-Schnittstellen” auf Seite 27 – 408.
HSCI-Schnittstellen

27 – 416 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


27.5 Basismodule PLB 62xx und PLB 61xx

27.5.1 Bezeichnung und Lage der Anschlussstecker

PLB 62xx, PLC-Systemmodul


Anschluss-Übersicht Stecker Funktion
X500 HSCI-Ausgang
X502 HSCI-Eingang
X9
X500 X9 Sicherheitsbezogene PLC Ein-/Ausgänge
X2 reserviert, nicht belegen
X502
X3 + 24 V-NC, + 24 V-PLC Stromversorgung
X112 Schaltendes Tastsystem TS
X113 Schaltendes Tastsystem TT
X112 Diagnose (Bedeutung der LEDs):
X2

„ grün (rechte LEDs): Status der PL meldet OK


„ gelb (linke LEDs): Sammelmeldung bei Fehler an PL
„ Abwechselndes Blinken grüner und gelber LED der ersten bzw. dritten
X113
Reihe zeigt eine fehlerhafte HSCI-Verbindung an
X3

PLB 61xx, PLC-Erweiterungsmodul


Anschluss-Übersicht Stecker Funktion
X500 HSCI-Ausgang
X502 HSCI-Eingang

X500 X2 reserviert, nicht belegen


X3 + 24 V-NC, + 24 V-PLC Stromversorgung
X502
Diagnose (Bedeutung der LEDs):
„ grün (rechte LEDs): Status der PL meldet OK
„ gelb (linke LEDs): Sammelmeldung bei Fehler an PL
„ Abwechselndes Blinken grüner und gelber LED der oberen Reihe zeigt
eine fehlerhafte HSCI-Verbindung an
X2

X3

April 2010 27 – 417


27.5.2 Anschlussbelegungen am PLB 62xx und PLB 61xx

X3: Spannungsversorgung für Logik und PLC-Ausgänge


+24V-NC, +24V-PLC
Stromversorgung
Anschlussklemme Belegung
1 (oberste Klemme) + 24 V-NC
2 0 V NC (Masse + 24 V-NC)
3 Schutzerde
Adernquerschnitt mind. Querschnitt der Versorgungsleitungen
für 24 V-PLC
4 + 24 V-PLC
5 (unterste Klemme) 0 V PLC (Masse + 24 V-PLC)

X9:
Sicherheitsbezo-
gene PLC Ein-/Aus-
gänge

Klemme Signalbez. Stecker-/Signalbez. Alt Belegung / Funktion


(MC 42x)
1a 24 V.A X34 24 V-Versorgung derAusgänge MC.RDY, O.0 bis O.2
2a nicht belegen – –
3a MC.RDYa -SH1A (Sicherer Halt) 24 V-Ausgang: (Safe Torque Off)
X41.34 / O33 „Steuerung ist betriebsbereit“
4a O.0 24 V-Ausgänge (High-Side Treiber)
5a O.1
6a O.2
7a -ES.A X42.4 / I3 (-NE1) 24 V Eingang
Rückmeldung „Steuerung ist betriebsbereit“
8a I.0 24 V-Eingänge (PLC)
9a I.1
10a I.2
11a I.3
12a I.4
13a I.5
14a -PF.PS.AC -PF.PS.AC(Signal auf X69) 24 V-Ausgänge Powerfail
15a -PF.PS.DC -PF.PS.ZK (Signal auf X69)
1b 24 V.B X44 24 V-Versorgung der Ausgänge O.3 bis O.6
2b 0V 0 V-PLC für alle EA’s
3b O.3a 24 V-Ausgänge (High-Side Treiber)
4b O.4
5b O.5
6b O.6
7b -ES.B X42.33 / I32 (-NE2) 24 V-Eingang
„Antriebsfreigabe“
8b I.6 24 V-Eingänge (PLC)
9b I.7
10b I.8
11b I.9
12b I.10
13b I.11
14b -SP.REF+ – reserviert, nicht belegen
15b -SP.REF- –
a. 2 A Ausgang

27 – 418 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


X112, X113: Belegung --> siehe ”X112, X113: Schaltendes Tastsystem” auf Seite 27 – 415.
Schaltendes
Tastsystem

X500, X502: Belegung --> siehe ”X500, X502: HSCI-Schnittstellen” auf Seite 27 – 408.
HSCI-Schnittstellen

April 2010 27 – 419


27.6 Digitale EA-Module

27.6.1 Bezeichnung und Lage der Anschlussstecker

PLD-H 16-08-00, digitales PLC-Ein-/Ausgangsmodul


Anschluss-Übersicht Stecker Funktion
X11 PLC Eingänge Kanal A
X12 PLC Eingänge Kanal A
X21 PLC Ausgänge Kanal A
Diagnose (Bedeutung der LEDs):
X11
„ rot (X11/Pin 1) Status-LED
• blinkt: Status des E/A-Moduls OK
• dauerhaft an oder aus: Fehler an E/A-Modul
„ gelb (je Ausgang): Status des Ausgangs
X12
Fehlererkennung:
„ Kurzschluss: Ein Kurzschluss wird gemeldet, wenn für ca. 3 msec
Ströme >= 20 A fließen. Sowohl die ausgangsspezifische Meldung als
auch die Sammelmeldung ist selbsthaltend.
Nach Beseitigung des Kurzschlusses muss die PLC den Ausgang zurück-
X21
setzen, bevor er wieder angesteuert werden kann.
„ Leerlauf (line break): Bei Lastströmen <= 300 mA meldet die
PLD-H 16-08-00 einen Leerlauf.

PLD-H 08-16-00, digitales PLC-Ein-/Ausgangsmodul


Anschluss-Übersicht Stecker Funktion
X11 PLC Eingänge
X21 PLC Ausgänge Kanal A
X22 PLC Ausgänge Kanal A
Diagnose (Bedeutung der LEDs):
X11
„ rot (X11/Pin 1) Status-LED
• blinkt: Status des E/A-Moduls OK
• dauerhaft an oder aus: Fehler an E/A-Modul
„ gelb (je Ausgang): Status des Ausgangs
X12
Fehlererkennung:
„ Kurzschluss: Ein Kurzschluss wird gemeldet, wenn für ca. 3 msec
Ströme >= 20 A fließen. Sowohl die ausgangsspezifische Meldung als
auch die Sammelmeldung ist selbsthaltend.
Nach Beseitigung des Kurzschlusses muss die PLC den Ausgang zurück-
X21
setzen, bevor er wieder angesteuert werden kann.
„ Leerlauf (line break): Bei Lastströmen <= 300 mA meldet die
PLD-H 16-08-00 einen Leerlauf.

27 – 420 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


27.6.2 Anschlussbelegungen am PLD-H

X11, X12:
PLC-Eingänge

Hinweis

Die 0 V-Klemmen von X11und X12 der PLD-H sind intern verbunden. Diese Anschlüsse die-
nen der Potenzialanbindung der Elektronik und zum Betrieb der LED’s. Da nur ein geringer
Strom abgeführt werden muss (max. 50 mA), ist es ausreichend, wenn nur ein 0 V-
Anschluss (vorzugsweise von X11) hergestellt wird.

X11: PLC-Eingänge am PLD-H


Belegung Klemme
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
PL 6xxx Steckplatz 1 0 V-PLC 0 V-PLC I0 I1 I2 I3 I4 I5 I7 I8

X12: PLC-Eingänge am PLD-H


Belegung Klemme
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
PL 6xxx Steckplatz 1 0 V-PLC 0 V-PLC I9 I10 I11 I12 I13 I14 I15 I16

X21, X22:
PLC-Ausgänge

X21: PLC-Ausgänge am PLD-H


Belegung Klemme
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
PL 6xxx Steckpl. 1 O0 O1 O2 O3 O4 O5 O6 O7 24V- 24V-
PLC für PLC für
O0 bis O4 bis
O3 O7

X22: PLC-Ausgänge am PLD-H


Belegung Klemme
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
PL 6xxx Steckpl. 1 O8 O9 O10 O11 O12 O13 O14 O15 24V- 24V-
PLC für PLC für
O8 bis O12 bis
O11 O15

April 2010 27 – 421


27.7 Analoge EA-Module

27.7.1 Bezeichnung und Lage der Anschlussstecker

PLA-H 04-00-04, PLC-Analogeingangsmodul


Anschluss-Übersicht Stecker Funktion
X31 ... X34 Analogeingänge +/- 10 V

X31
X71 ... X74 Analogeingänge Pt 100
X32

X33

X34

X71

X72

X73

X74

Das PLA-H 04-00-04 verfügt über Analog-Eingänge und Eingänge für Temperaturmesswiderstände Pt
100.

Analog-Eingänge (±10 V) Eingänge für Temperatur-


messwiderstände Pt 100
PLA-H 04-00-04 4 4

27 – 422 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


27.7.2 Anschlussbelegungen am PLA-H

X31 bis X34:


Analog-Eingang
Anschlussklemmen Belegung
1 –10 V bis +10 V
2 0 V (Bezugspotential)
3 Schirm

Hinweis

Die Schnittstellen erfüllen EN 61800-5-1 „Schutzkleinspannung, PELV“

X71 bis X74: Der Anschluss der Temperaturmesswiderstände ist in der Regel als „Vierleiterschaltung“ aus-
Anschluss für Pt 100 geführt:

I ’ 1
Messeingang U+
2
Messeingang U–
3
I– ’ 4
5

Pt100 Verbindungskabel kundenseitig


4 x 0.14 mm2 abgeschirmt,
max 30 m

Anschlussklemmen Belegung
1 I + Konstantstrom für Pt 100
2 U + Messeingang für Pt 100
3 U – Messeingang für Pt 100
4 I – Konstantstrom für Pt 100
5 Schirm

Hinweis

Die Schnittstellen erfüllen EN 61800-5-1 „Schutzkleinspannung, PELV“

April 2010 27 – 423


27.8 Kleinspannungsnetzteil PSL 13x

27.8.1 Bezeichnung und Lage der Anschlussstecker

Anschluss-Übersicht PSL 130 Stecker Funktion


Stromschiene Anschluss der Zwischenkreisspannung Uz
B – Betriebs- Betriebserde (Anschluss ist intern mit 0 V-NC
erde verbunden, zur Erdung der Masse +24V–NC)
X90 Ausgang Versorgungsspannungen:
„ Klemme 1: +24 V– NC
L1/L2 „ Klemme 2 0 V-NC
+UDC / –UDC (Masse +24V–NC)
X31
„ Klemme 3 + 24 V– PLC
„ Klemme 4 0 V-PLC
X74 (Masse +24V– PLC)
+5V
0V X33 Eingangsspannungen L1, L2
€ Schutzerde

X69

X90
24V
0V
24V
0V

Anschluss-Übersicht PSL 135 Stecker Funktion


X31 Eingangsspannungen L1, L2 und Anschluss
der Zwischenkreisspannung Uz
B – Betriebs- Betriebserde (Anschluss ist intern mit 0 V-NC
erde verbunden, zur Erdung der Masse +24V–NC)
X74 Ausgang Versorgungsspannungen:
L1/L2 „ Klemme 1: +5 V
+UDC / –UDC „ Klemme 2 0 V
X31
X69 Stromversorgung und Steuersignale für
CC 61xx (zu X69 auf CC)
X74
+5V X90 Ausgang Versorgungsspannungen:
0V
„ Klemme 1: +24 V– NC
„ Klemme 2 0 V-NC
(Masse +24V–NC)
X69 „ Klemme 3 + 24 V– PLC
„ Klemme 4 0 V-PLC
(Masse +24V– PLC)
X90
24V
0V
€ Schutzerde
24V
0V

27 – 424 HEIDENHAIN Service-Handbuch TNC 620


27.8.2 Anschlussbelegungen am PSL13x

X31: Versorgungsspannung: 400 V ± 10 % bzw. 400 V– bis 750 V–


Eingangsspannung
des PSL 135
Anschlussklemme Belegung
L1 Phase 1 / 400 V~ ±10 % / 50 Hz bis 60 Hz
L2 Phase 2 / 400 V~ ±10 % / 50 Hz bis 60 Hz
+UDC 400 V– bis 750 V–
-UDC 0 V–
Schutzleiter (ge/gn), ≥ 10 mm2
Anschlussleitung:
Adernqu