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BEZIRKSHAUPTMANNSCHAFT MURTAL

 Sozialreferat
Bezirkshauptmannschaft Murtal

Herrn
Leotrim Beqiraj Bearb.: Mag. Walter Joast
Hauptstraße 117/6 Tel.: +43 (3572) 83201-0
Fax: +43 (3572) 83201-550
8740 Zeltweg
E-Mail: bhmt-corona@stmk.gv.at

Bei Antwortschreiben bitte


Geschäftszeichen (GZ) anführen

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Hinweise zur Prüfung finden Sie unter https://as.stmk.gv.at.
__ GZ: BHMT-140001/2020-9 Knittelfeld, am 10.08.2020

Ggst.: Sanitätsbehördliche Maßnahme gemäß Epidemiegesetz, Corona


Erkrankung 10.08.2020
BEQIRAJ Leotrim, geb. 10.07.1992

Bescheid

Spruch

Zur Verhütung der Weiterverbreitung von SARS-CoV-2 („2019 neuartiges Coronavirus“) wird die

Absonderung
von Herrn Beqiraj Leotrim
geboren am 10.07.1992

mit sofortiger Wirkung angeordnet.

Herr Beyiraj Leotrim hat daher seine Wohnung in 8740 Zeltweg, Hauptstraße 117/6 nicht zu verlassen
und Kontakte zu anderen Personen zu meiden.

Allfällige Arztbesuche sind nur nach vorheriger telefonischer Anmeldung beim Arzt/bei der Ärztin mit
Hinweis auf eine mögliche Infektion mit SARS-CoV-2 („2019 neuartiges Coronavirus“) zulässig.

8720 Knittelfeld ● Anton-Regner-Straße 2


Wir sind Montag bis Freitag von 8:00 bis 12:30 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung für Sie erreichbar
https://datenschutz.stmk.gv.at ● UID ATU37001007
Landes-Hypothekenbank Steiermark AG: IBAN AT365600020141391764 ● BIC HYSTAT2G
2
Die Vornahme von Untersuchungen sowie die Entnahme von Proben zu labortechnischen
Untersuchungen sind zu dulden.

Rechtsgrundlagen:
§§ 1, 5, 6, 7 und 17 des Epidemiegesetzes 1950, BGBl. Nr. 186/1950 in der Fassung BGBl. I
Nr. 62/2020 und der Verordnung des Bundesministers für Arbeit, Soziales, Gesundheit und
Konsumentenschutz betreffend anzeigepflichtige übertragbare Krankheiten 2020, BGBl. II Nr. 15/2020
in Verbindung mit §§ 1, 2 und 4 der Verordnung des Ministers des Innern betreffend die Absonderung
Kranker, Krankheitsverdächtiger und Ansteckungsverdächtiger und die Bezeichnung von Häusern und
Wohnungen, RGBl. Nr. 39/1915 in der Fassung BGBl. II Nr. 21/2020 und § 57 Abs. 1 Allgemeines

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Verwaltungsverfahrensgesetz 1991 (AVG), BGBl. Nr. 51/1991 in der Fassung BGBl. I Nr. 58/2018.

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Begründung

Bei SARS-CoV-2 („2019 neuartiges Coronavirus“) handelt es sich um ein neues, im Dezember 2019
erstmals identifiziertes und in seiner Gefährlichkeit noch nicht abschließend beurteilbares Virus,
welches die Infektionskrankheit COVID-19 verursacht. Die Viren sind von Mensch-zu-Mensch über
Tröpfcheninfektion bspw. durch Husten und Niesen übertragbar, und zwar bereits bei zumindest 15-
minütigem „Face-to-Face-Kontakt“. Eine spezifische Therapie gibt es nicht, des Weiteren existiert
keine Immunisierungsmöglichkeit durch Impfung. Die Krankheit kann einen schweren
gesundheitlichen Verlauf in Form von Lungenentzündung, schwerem Atemwegssyndrom und Tod
nehmen.

Aufgrund der Erhebungen der zuständigen Sanitätsbehörde gemäß § 5 Epidemiegesetz besteht bei
aufgrund der Tatsache, dass akute Symptome einer respiratorischen Infektion festgestellt wurden und
bakteriologisch nachgewiesen ist, dass als Träger/Trägerin des SARS-CoV-2-Krankheitskeimes
anzusehen ist, der Verdacht einer COVID-19– Erkrankung („2019 neuartiges Coronavirus“).
Es ist davon auszugehen, dass die Weiterverbreitung vermitteln kann. Zur Gewährleistung des
geforderten Ansteckungsschutzes für andere Personen und der Abwehr einer ernstlichen Gefahr für
deren Gesundheit sind daher die im Spruch ersichtlichen Vorkehrungen zu treffen.

Rechtliche Beurteilung:
Mit Verordnung des Bundesministers für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz
betreffend anzeigepflichtige übertragbare Krankheiten 2020, BGBl. II Nr. 15/2020 wurde auf Grund des
§ 1 Abs. 2 des Epidemiegesetzes verordnet, dass Verdachts-, Erkrankungs- und Todesfälle an 2019-
nCoV („2019 neuartiges Coronavirus“) der Anzeigepflicht nach dem Epidemiegesetz unterliegen.
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Gemäß § 6 Abs. 1 Epidemiegesetz sind bei anzeigepflichtigen Erkrankungen sowie bei jedem
Verdachtsfall einer solchen Erkrankung, ohne Verzug die zur Verhütung der Weiterverbreitung der
betreffenden Krankheit notwendigen Vorkehrungen für die Dauer der Ansteckungsgefahr zu treffen.
Kranke, Krankheitsverdächtige und Ansteckungsverdächtige sind gemäß § 5 Abs. 1 Epidemiegesetz
verpflichtet, den zuständigen Behörden die erforderlichen Auskünfte zu erteilen und sich den
notwendigen ärztlichen Untersuchungen sowie der Entnahme von Untersuchungsmaterial zu
unterziehen.
Gemäß § 7 Abs. 1a Epidemiegesetz in Verbindung mit § 1 der Verordnung betreffend Absonderung
Kranker, Krankheitsverdächtiger und Ansteckungsverdächtiger können zur Verhütung der
Weiterverbreitung einer anzeigepflichtigen Krankheit kranke, krankheitsverdächtige oder

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ansteckungsverdächtige Personen angehalten oder im Verkehr mit der Außenwelt beschränkt werden,

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sofern nach der Art der Krankheit und des Verhaltens des Betroffenen eine ernstliche und erhebliche
Gefahr für die Gesundheit anderer Personen besteht, die nicht durch gelindere Maßnahmen beseitigt
werden kann. Jede Anhaltung ist dem Bezirksgericht von der Bezirksverwaltungsbehörde anzuzeigen,
die sie verfügt hat.
Nach § 2 der Verordnung betreffend Absonderung Kranker, Krankheitsverdächtiger und
Ansteckungsverdächtiger hat die Absonderung oder Verkehrsbeschränkung der Kranken,
Krankheitsverdächtigen und Ansteckungsverdächtigen auf die Dauer der Ansteckungsgefahr derart zu
erfolgen, dass eine Weiterverbreitung der Krankheit hintangehalten wird. Die Absonderung besteht in
der Unterbringung dieser Personen in gesonderten Räumen.
Gemäß § 4 der oben zitierten Verordnung sind bei Infektion mit SARS-CoV-2 Kranke und
Krankheitsverdächtige abzusondern oder nach den Umständen des Falles lediglich bestimmten
Verkehrsbeschränkungen zu unterwerfen.
Die amtsärztliche Begutachtung ergab, dass Gefahr im Verzug vorliegt, sodass gem. § 57 Abs. 1
Allgemeines Verwaltungsverfahrensgesetz die Maßnahme der Absonderung ohne vorausgegangenes
Ermittlungsverfahren anzuordnen ist. Diese stellt das einzige Mittel zur Gefahrenabwehr dar.
Es war somit spruchgemäß zu entscheiden.

Rechtsmittelbelehrung

Sie haben das Recht, gegen diesen Bescheid Vorstellung zu erheben. Die Vorstellung ist innerhalb von
zwei Wochen nach Zustellung dieses Bescheides schriftlich bei uns einzubringen.
Abgesehen von der postalischen Übermittlung können Sie weitere technische
Einbringungsmöglichkeiten für die Vorstellung (z.B. Telefax, E-Mail) dem Briefkopf entnehmen. Die
Absenderin/der Absender trägt dabei die mit diesen Übermittlungsarten verbundenen Risiken (z.B.
Übertragungsfehler, Verlust des Schriftstückes).
Bitte beachten Sie, dass für elektronische Anbringen die technischen Voraussetzungen und
organisatorischen Beschränkungen im Internet kundgemacht sind: http:\\egov.stmk.gv.at/tvob.
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Die Vorstellung hat den Bescheid, gegen den sie sich richtet, zu bezeichnen.
Eine rechtzeitig eingebrachte und zulässige Vorstellung hat nur dann aufschiebende Wirkung, wenn sie
sich gegen die Vorschreibung einer Geldleistung richtet. In diesem Fall kann der Bescheid bis zur
abschließenden Entscheidung nicht vollstreckt werden.
Nach § 35 Abs. 8 Gebührengesetz 1957, BGBl. Nr. 267/1957, zuletzt geändert durch BGBl. I
Nr. 23/2020, sind Schriften und Amtshandlungen, die mittelbar oder unmittelbar aufgrund der
erforderlichen Maßnahmen im Zusammenhang mit der Bewältigung der COVID-19 Krisensituation
erfolgen, von den Gebühren und Bundesverwaltungsabgaben befreit.

HINWEISE

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Bei Nichtbeachtung dieses Bescheides müssen Sie mit einer Verwaltungsstrafe rechnen, wenn nicht
ohnedies schon ein gerichtlich strafbarer Tatbestand vorliegt (§ 40 Epidemiegesetz).
Die angehaltene Person kann bei dem Bezirksgericht, in dessen Sprengel der Anhaltungsort liegt, die
Überprüfung der Zulässigkeit und Aufhebung der Freiheitsbeschränkung beantragen.
Das Bezirksgericht hat von Amts wegen in längstens dreimonatigen Abständen ab der Anhaltung oder
der letzten Überprüfung die Zulässigkeit der Anhaltung zu überprüfen, sofern die Anhaltung nicht
vorher aufgehoben wurde.
Ein allfälliger Anspruch auf Vergütung eines eventuellen Verdienstentganges gemäß § 32
Epidemiegesetz ist gemäß § 33 iVm § 49 leg. cit. binnen 3 Monaten vom Tag der Aufhebung der
behördlichen Maßnahme bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde geltend zu machen, ansonsten
erlischt der Anspruch.

Sollten Sie Ihre dringenden Lebensbedürfnisse während der Zeit Ihrer häuslichen Isolierung nicht selbst
abdecken können, wenden Sie sich bitte an die bescheiderlassende Bezirkshauptmannschaft oder an
Ihre Wohnsitzgemeinde.

Die Absonderung bleibt bis zur Aufhebung durch die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde aufrecht.
Die Bezirkshauptfrau i.V.

Mag. Walter Joast


(elektronisch gefertigt)

Ergeht an:
1. Abteilung 8 Gesundheit, Pflege und Wissenschaft FA Gesundheit und Pflegemanagement,
Friedrichgasse 9, 8010 Graz, per E-Mail
2. Sanitätsreferat im Hause
3. Bezirksgericht Judenburg, Herrengasse 11, 8750 Judenburg, mit Zustellnachweis (RSb)
4. Leotrim Beqiraj, Hauptstraße 117/6, 8740 Zeltweg, per E-Mail
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 Sozialreferat
Bezirkshauptmannschaft Murtal

«Postalische_Adresse»
Bearb.: Mag. Walter Joast
Tel.: +43 (3572) 83201-0
Fax: +43 (3572) 83201-550
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Erkrankung 10.08.2020
BEQIRAJ Leotrim, geb. 10.07.1992

8720 Knittelfeld ● Anton-Regner-Straße 2


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