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1. Was sind die Hauptwerke von Karl Leberecht Immermann?

Wiedergeben
Sie den Inhalt von einem seiner Romane.

Karl Leberecht Immermann wurde am 24. April 1796 in Magdeburg


geboren. Er war ein deutscher Schriftsteller, Lyriker und Dramatiker. Er wurde in
der Familie eines des Kriegs- und Domänenrats Gottlieb Leberecht Immermann.
Von 1807 bis 1813 besuchte er das Pädagogium des Klosters „Unser Lieben
Frauen“ in Magdeburg. Danach studierte er von 1813 bis 1817 an der Universität
Halle-Wittenberg Jura und nahm 1815 während des Studiums als Freiwilliger am
Krieg gegen Napoléon Bonaparte teil. Seine literarische Karriere begann er 1817,
als er die schlagende Verbindung „Teutonia“ in Halle im Zusammenhang
studentischer Auseinandersetzungen bis hin zum preußischen Thron polemisch
attackierte. Seine in diesem Zusammenhang entstandene Schrift „Ein Wort zur
Beherzigung“ wurde auf dem Wartburgfest ein Opfer der Bücherverbrennung.
Danach arbeitete er als Jurist in Oschersleben , dann in Magdeburg, in Münster
und in Düsseldorf.
In Münster begann er seine Tätigkeit als Schriftsteller. Vor allem verfasste er
Tragödien (Das Thal von Ronceval, Edwin, Petrarca; alle 1822) und Lustspiele
(Die Prinzen von Syracus (1821), Das Auge der Liebe (1824)) sowie Prosatexte.
In seinem Leben knüpfte er Kontakte zu mit anderen Autoren, darunter
anderem Heinrich Heine, Johann Wolfgang von Goethe, Ludwig Tieck, Friedrich
von Uechtritz, Caroline de la Motte Fouqué, Rahel Varnhagen von Ense u.a.
In Düsseldorf war Immermann mit Wilhelm Schadow und den Künstlern der
Kunstakademie befreundet und entwickelte seine Neigungen zur bildenden Kunst
weiter. Besondere Verdienste erwarb er sich als Leiter des Düsseldorfer
Stadttheaters (1834–37), dessen von Immermann entwickeltes künstlerisches
Konzept in Deutschland vielfach nachgeahmt wurde.
In Düsseldorf hatte Immermann Kontakt zu vielen anderen Autoren,
darunter Michael Beer, Christian Dietrich Grabbe, Karl Gutzkow, Heinrich Laube,
Ferdinand Freiligrath. Am 25. August 1840 starb Immermann nach kurzer
Krankheit in Düsseldorf.
Zu den wichtigsten Werken von Immermann gehören:
1. Das Thal von Ronceval. Trauerspiel. 1819.
2. Die Prinzen von Syracus. Lustspiel. 1821.
3. Der neue Pygmalion. Erzählung. 1825.
4. Das Trauerspiel in Tyrol. 1827.
5. Die Verkleidungen. Lustspiel. 1828.
6. Der Karneval und die Somnambule. Erzählung. 1830.
7. Der Carneval und die Somnambüle.
8. Tulifäntchen. Ein Heldengedicht in drei Gesängen. 1832.
9. Alexis – Eine Trilogie. 1832.
10.Merlin. Eine Mythe. Drama in drei Akten. 1832.
11.Die Epigonen. Roman. 1836.
12. Münchhausen. Eine Geschichte in Arabesken. Roman.
13. Memorabilien. 1840–1843
14. Napoleons von Wilhelm von Bode stark gekürzt 1907
15. Friedrich Oswald, Essay über das Buch, in Telegraph für Deutschland,
1840
16. Werner Feudel: Vom Unbehagen der Zeitgenossen. Industrielle Revolution
im Roman, in Unzeit des Biedermeiers. Historische Miniaturen zum deutschen
Vormärz. Pahl-Rugenstein, Köln 1986.
17. Der Oberhof. Roman, 1840
18. Tristan und Isolde. 1840 (unvollendet, nach Schlussbearbeitung durch
Ludwig Tieck 1841 veröffentlicht)

Der Roman „Epigonen“


Durch diesen Roman Immermanns ist das Wort “Epigone” im deutschen
Wortschatz erst heimisch geworden. Ein ganzes Kapitel – im übrigen ein
Saufgelage unter zwei Freunden – ist der Entwicklung des Wortes gewidmet,
welches das ganze Lebensgefühl jener Generation wiedergeben soll.
Hermann, der Protagonist der Epigonen, stellt über weite Strecken so einen
in sich zerrissenen Vertreter des Volks vor. Er hat als Student am ersten
Wartburgfest teilgenommen, wird eine Zeitlang als Demagoge verdächtigt, als
potentieller Revolutionär, ist offenbar auch Freimaurer, wie sich in der Szene zeigt,
in der ihm sein Freund die epigonale Struktur der Gegenwart erklärt. Die Epigonen
sollen so wohl auch ein Spiegelbild Deutschlands in jener Zeit sein. Goethe lebt
noch, wenn auch hochbetagt, in den in Berlin (das so halb und halb zur führenden
Stadt Deutschlands geworden ist) handelnden Szenen sehen wir, wie der Philosoph
Hegel alle konkurrierenden Philosophen und Systeme unterdrückt, wie der
allgewaltige Schleiermacher predigt, wie E. T. A. Hoffmann daselbst die
Demagogen verfolgt. Schon früher, in einer Szene auf dem Land, wird August
Wilhelm Schlegel eingeführt, in einer jener auktoriellen Exkursionen, die ins
Nirwana führen, weil die in jenem Buch zur Pädagogik eingeführten Personen und
Themen nicht mehr berührt werden im weiteren Verlauf des Romans. Denn
natürlich kriegen auch die ‘epigonalen’ pädagogischen Systeme und Bestrebungen
eins auf die Mütze. (Schlegels Auftritt ist in dieser pädagogischen Exkursion eine
weitere Unterexkursion, die noch weiter ins Nirwana führt. Ich mag so etwas:
Diese Exkursion mitsamt der inkludierten Exkursion gehören zum Besten des
Romans.)
Es ist kein Geheimnis, dass der Roman „Epigonen“ Goethes Wilhelm
Meister nachgebildet ist, aber mit dem Thema des verfallenden Adels. Im
romantischen Stil. Voll der rasendsten Unwahrscheinlichkeiten: Der positive Held
Hermann läßt Flämmchen im Wald zurück. Kümmert sich, als er in den Ort
gekommen ist, erst um alles andere, bevor er wieder an sie denkt. Sucht erst am
nächsten Tag ihren Pflegevater auf, der sie angeblich verkuppeln will. Erzählt
Lügengeschichten, um daraufhin einen Mann verdächtigen zu können, mit dem es
darüber zum Duell kommt. Herzogin gibt für das Mädchen "eine Rolle Geldes",
ohne sich weiter um ihr Geschick zu kümmern. Jede Menge Verwandtschafts-
verhältnisse durch uneheliche Kinder, Liebesnächte der Verwechslung.
Flämmchen, die Mignon-Figur, und die Zigeunerin. Nachdem Hermann Wilhelmi
in einem freimaurerisch-ähnlichen Bund geschworen hat, die Wahrheit zu sagen,
geraten nicht nur beide in ein wüstes Trinkgelage, sondern er fängt gleich seine
nächste Unternehmung mit einer haltlosen Lüge an. Flämmchen entführt von
einem Domherren, auf das Sorgloseste begünstigt durch den Arzt, der als äußerst
rational geschildert wird, etc.. Von alten Papieren, Briefen und Tagebuchnotizen,
die von Papageien ausgestreut, hinter alten Schränken verborgen, ungelesen von
Nicht-Eigentümern verwahrt werden, ganz zu schweigen. Das schreckliche
Ritterfest, natürlich als Parodie gemeint, aber doch, seltsam an Wilhelm Meisters
Hamlet-Aufführung erinnernd, vom Helden gutwillig weiterorganisiert, ist zwar
lustig, aber passt nicht zum Helden, macht Herzog und Herzogin mehr als zulässig
zu Witzfiguren.

2. Warum nannte man Jeremias Gotthelf “Shakespeare der Bauernwelt“?


Was sind seine wichtigsten Werke? Wie sind die Grundlinien seiner Welt-
und Lebensanschauung?

Jeremias Gotthelf war das Pseudonym des Schweizer Schriftstellers und


Pfarrers Albert Bitzius. Jeremias Gotthelf wurde am 4. Oktober 1797 in Murten
geboren. Er starb 22. Oktober 1854 in Lützelflüh.
Jeremias Gotthelf wird in der Literatur nicht selten als “Shakespeare der
Bauernwelt“ bezeichnet. Albert Bitzius bekam diesen Ruf als “Shakespeare der
Bauernwelt“ nach dem Erscheinen seines ersten Romans: Im «Bauernspiegel oder
Lebensgeschichte des Jeremias Gotthelf, von ihm selbst beschrieben», erschienen
1837. Der Name der Hauptfigur in diesem Werk wurde zugleich der
Schriftstellername von Bitzius: Jeremias Gotthelf.Im Roman geht es darum, «den
Blinden den Star zu stechen« und die bernische Bauernwelt, die er von seiner
Tätigkeit als Lützelflüher Pfarrer ja sehr gut kennt, sehend zu machen für «die
Schwären am eigenen Leib». Es geht im Roman nicht bloß um den Bauern, auch
nicht um altes Brauchtum – so schön dies auch in einzelnen Werken zum
Ausdruck kommt. Es geht hier um den Menschen und das Sein in der Welt
schlechthin. Auch wenn Gotthelf in die Epoche des Realismus oder gar
Naturalismus gehört, basiert sein Werk selbstverständlich – er ist ja schließlich
Pfarrer – zutiefst auf christlichen Werten. Und mehrfach wird Gottes Gegenwart
spürbar, offenbart sich Gott ganz direkt. Fortan schreibt Bitzius unter dem
Pseudonym «Jeremias Gotthelf». Und so wird der aus dem Pfarrer Albert Bitzius
der Dichter Jeremias Gotthelf und der «Bauernspiegel».
Die wichtigsten Werken von Jeremias Gotthelf sind:
1. Der Bauern-Spiegel oder Lebensgeschichte des Jeremias Gotthelf, von
ihm selbst beschrieben, Roman 1837
2. Die Wassernoth im Emmental, 1838
3. Wie fünf Mädchen im Branntwein jämmerlich umkommen, Erzählung,
1838
4. Leiden und Freuden eines Schulmeisters, Roman, 1838/39
5. Dursli der Branntweinsäufer oder der heilige Weihnachtsabend, Novelle,
1839
6. Die Armennoth, Traktat, 1840/51
7. Wie Joggeli eine Frau sucht, Erzählung, 1841
8. Elsi, die seltsame Magd, Novelle, 1843
9. Die schwarze Spinne, Novelle, 1842
10.Wie Anne Bäbi Jowäger haushaltet und wie es ihm mit dem Doktern
geht, Roman, 1843/44
11.Geld und Geist, Roman, 1843/44
12.Kurt von Koppigen, Erzählung, 1844/50
13.Der Geltstag, Roman, 1846, Erstdruck: Jent und Gassmann, Solothurn
1846 als Der Geldstag, oder Die Wirthschaft nach der neuen Mode
14.Hans Joggeli der Erbvetter, Erzählung, 1846
15.Jacobs, des Handwerksgesellen, Wanderungen durch die Schweiz,
Roman, 1846/47
16.Käthi, die Großmutter, oder: der wahre Weg durch jede Noth, Roman,
1847
17.Uli der Knecht, Uli der Pächter, Doppelroman, 1846–1849
18. Der Notar in der Falle, Erzählung, 1848
19.Michels Brautschau, Erzählung, 1849
20.Die Käserei in der Vehfreude, Roman, 1850
21.Das Erdbeeri-Mareili, Novelle, 1850
22.Der Besenbinder von Rychiswyl, Erzählung, 1851
23.Zeitgeist und Berner Geist, Roman, 1851
24.Barthli der Korber, Erzählung, 1852
Gotthelf verfasste keine Gedichte und Verse, auch Theaterstücke schrieb er
keine: Er hielt sich streng an die Form des Romans und der Erzählung. Insofern ist
also der gelegentlich gehörte Begriff «Shakespeare der Bauernwelt» sicher nicht
zutreffend – eher die Charakteristik durch einen anderen großen Schweizer
Dichter, Gottfried Keller: «Episches Genie».
Was die Grundlinien seiner Welt- und Lebensanschauung angeht, so hatte
er einen wirklich tiefen Einblick in die Missstände in Bernischen Schulzimmern
und im Krankenwesen, in die Probleme rund um den Alkoholismus, in die
himmelschreiende Lebenssituation von Verdingkindern oder in Sorgen und Nöte
der Bevölkerung ganz allgemein. Er setzte sich für die Durchsetzung der
allgemeinen Schulpflicht ein. Pädagogisch stand er in der Tradition Johann
Heinrich Pestalozzis, dem er am 28. April 1826 an der Jahresversammlung der
Helvetischen Gesellschaft in Langenthal persönlich begegnet war. Er kämpfte
gegen die Ausbeutung der Verdingkinder aus armen Familien als billige
Arbeitskräfte und verlangte Maßnahmen gegen den Alkoholismus. Ebenfalls 1835
war er maßgeblich an der Gründung der Armenerziehungsanstalt Trachselwald im
Schlossgut Trachselwald beteiligt. Bis zu seinem Tod setzte er sich dafür ein. In
der Schrift Die Armennoth (erstmals 1840) verarbeitete er die gemachten
Erfahrungen. Eine politische Tätigkeit war ihm aufgrund seines Pfarramtes
verwehrt. In seinen Schriften kritisierte er die herrschenden Berner Familien, die
sich seiner Ansicht nach zu wenig um die sozial Schwachen kümmerten. Gotthelf
betätigte sich auch journalistisch. Bis zu seinem Tod verfasste er rund 150 meist
ungezeichnete Zeitungsartikel, in denen er politische, wirtschaftliche und soziale
Themen behandelte. Zielscheiben seiner Kritik waren prominente Berner Radikale
wie Karl Neuhaus und Jakob Stämpfli. Heftige Auseinandersetzungen hatte er
ausserdem mit dem Juristen Wilhelm Snell, einem Professor an der Universität
Bern, der einen radikalen Liberalismus lehrte und die von Gotthelf geforderten
Reformen als zu interventionistisch ablehnte. Politisch und persönlich stand
Gotthelf dem liberalkonservativen Eduard Blösch nahe.

3. Beleuchten Sie bitte den Lebens- und Schaffensweg von Adalbert Stifter.
Im Lichte welcher großen Tradition steht Stifters Schaffen?

Adalbert Stifter wurde am 23. Oktober 1805 in Oberplan (Böhmen) geboren.


Er war ein österreichischer Dichter, Autor, Pädagoge, aber auch Maler. Sein Werk
umfasst zahlreiche Erzählungen, Idyllen sowie einzelne Romane, die sich vor
allem durch meisterhafte Naturdarstellungen auszeichnen. Der Dichter benutzte
häufig das Pseudonym Ostade. Er gilt als Meister der Naturdarstellungen des
Biedermeiers.
Adalbert Stifter trug anfänglich den Vornamen Albert und wurde am 23.
Oktober 1805 als ältester Sohn des zunächst als Leineweber und später als
Garnhändler tätigen Johann Stifter und dessen Frau Magdalena in Oberplan an der
Moldau (Böhmerwald) geboren. Der Vater starb, als er 1817 unter einen
umstürzenden Flachswagen geriet. Adalbert Stifter war damals gerade 12 Jahre alt.
Als Schüler besuchte Adalbert Stifter das Stiftsgymnasium in Kremsmünster. Nach
dem Tod des Vaters wuchs er bei seiner Mutter Magdalena in Oberplan an der
Moldau auf. Stifters Mutter heiratete 1820 den Bäckermeister Ferdinand Mayer.
Sein schulischer Bildungsweg führte Adalbert sechs Jahre lang über
Grammatikalklassen und zwei weitere Jahre in philosophischen Klassen, um
schließlich ein Jurastudium in Wien aufzunehmen. Adalbert Stifter hörte in frühen
Jahren auf den Namen Albert. Er war der älteste Sohn der Stifter-Familie. 1825
erkrankte der angehende Schriftsteller an den sogenannten echten Blattern, wie die
Pocken damals bezeichnet wurden. Während seiner Schulzeit interessierte sich
Stifter insbesondere für antike Literatur, Malerei und Naturkunde.
Im Jahr 1826 begann Adalbert Stifters Studium in Wien. Er schrieb sich dort
für das Studium der Rechtswissenschaften ein. Um sein Studium zu finanzieren,
gab der Dichter private Unterrichtsstunden. Neben seiner Tätigkeit als Hauslehrer
begann Stifter damals bereits mit dem Verfassen von ersten literarischer Arbeiten.
Er ließ sich unter anderem von Goethe, Johann Gottfried von Herder und Jean Paul
inspirieren.
In den Zeiten seines Studiums erlebte er eine unglückliche Liebe. Er
verliebte sich n Fanny Greipl, die seine Liebe nicht erwiderte. Die Abweisung
durch Fanny Greipl führte bei Stifter zu einer Verstörung, die er über viele Jahre
hinweg nicht ablegen konnte. Das war für ihn ein echtes Trauma. Das führte für
den jungen Stifter so weit, dass er 1830 sein Studium abbrach und daraufhin
versuchte, eine amtliche Anstellung zu bekommen. Fanny Greipl brach 1833 ihre
gelegentliche Beziehung zu Stifter endgültig ab. Er litt zunehmend an
Selbstzweifeln und Alkoholsucht. Zur gleichen Zeit erschien sein Werk Julius
(1830). Der Schriftsteller bemühte sich um 1832 und 1833 erfolglos um eine
Anstellung. Er widmete sich der Malerei und begann 1833 sein Gemälde Ruine
Wittinghausen, das er 1835 fertigstellte.
Es gelang ihm, eine echte Liebe in seinem Leben zu finden. So lernte er,
kurz nachdem sich Fanny Greipl von Stifter getrennt hatte, die Putzmacherin
Amalia Mohaupt kennen, die er am 15. November 1837 heiratete. Der
Schriftsteller versuchte, mit seiner Beziehung zu Mohaupt, seine innere Balance
wieder herzustellen. Fanny hingegen heiratete bereits 1836 den Finanzbeamten
Fleischanderl.
Stifter war auch als Maler tätig. In den Jahren von 1833 bis 1850 entstanden
seine sämtlichen Bilder. So produzierte der Künstler 1837 beispielsweise sein
Werk Der Köngissee mit dem Watzmann und 1839 seine Gemälde Blick über
Vorstadthäuser und Blick in die Beatrixgasse. Im selben Jahr, nur drei Jahre nach
ihrer Heirat, verstarb Fanny Greipl.
Stifter litt unter den finanziellen Problemen, die nicht zuletzt durch die
verschwenderische Amalia an seiner Seite begünstigt wurden. Es kam zu
Pfändungen in seinem Haushalt (1837 und 1841), die den katastrophalen
finanziellen Status des Schriftstellers belegten. Ab dem Jahr 1840 entfaltete sich
das Werk des Dichters langsam und in einzelnen Anschnitten. Im Jahr 1840
erschien sein Werk Der Condor in der Wiener Zeitschrift und wurde zu einem
anerkannten Achtungserfolg. Nur ein Jahr später, 1841, wurde dann seine
Erzählung Feldblumen im Almanach Iris veröffentlicht.
Mit seinem Werk Studien schaffte Adalbert Stifter in den Jahren von 1844
bis 1850 den lang erhofften und herbeigesehnten Durchbruch. Die sechs Bände
enthielten unter anderem die Erzählungen Das Haidedorf (1840), Der Hagestolz
(1845) und Der Waldsteig (1845). Die Studien waren eine Zusammenstellung
überarbeiteter und in der Urfassung bereits erstellten Erzählungen. In der 1847
erschienenen Ausgabe seiner Studien waren mehrere bedeutende Werke des
Schriftstellers enthalten. Die wichtigsten Werke darunter sind Brigitta und Die
Mappe meines Urgroßvaters.
In den Jahren von 1843 bis 1846 unterrichtete Adalbert Stifter Richard von
Metternich, den Sohn des österreichischen Staatskanzlers. Ab 1842 besserte sich
damit nun auch die materielle Situation des Autors, bis er ab 1844 überwiegend als
Schriftsteller tätig sein konnte.
Bereits 1848, als die Unruhen der Revolution das Land unsicher machten,
verließ Adalbert Stifter Wien. Er war ein überzeugter Anhänger der revolutionären
Bewegung und wurde als ein weit fortgeschrittener Liberaler bezeichnet. Der
Schriftsteller siedelte daher nach Linz um und veröffentlichte von dort aus die
Erzählung Die Landschule, in der er die Arbeit des Schulpersonals dieser Tage in
ein positives Licht rückte und sich wohlwollend über das Engagement der Lehrer
an den ländlichen Schulen äußerte.
Im Jahr 1850 wurde Stifter dann selbst zum Schulrat auf Probe ernannt und
1853 in dieser Amtsstellung bestätigt. Seine finanziellen Engpässe nahmen nach
seinem Umzug nach Linz erneut zu. Mit Fortschreiten der 1850er Jahre war er
auch maßgeblich für den Aufbau des Oberösterreichischen Kunstvereins und für
die Gründung der Oberösterreichischen Landesgalerie verantwortlich.
Gesundheitliche Probleme des Schriftstellers stellten sich insbesondere nach
dem Tod seiner Pflegetochter Juliane ein. Das war eine Nichte von Amalia. Im
Jahr 1859 war das Mädchen plötzliche mehrere Tage verschwunden. Ihre Leiche
kam einige Tage nach ihrem Verschwinden in der Donau zum Vorschein. Stifter
und seine Frau traf dieser Schicksalsschlag hart und unerwartet. Der ohnehin
bereits gesundheitlich angeschlagene Schriftsteller musste sich gegen Ende der
1850er mehrfach in Behandlung begeben und Kuraufenthalte absolvieren.
Die 1853 veröffentlichte Sammlung von Erzählungen Bunte Steine ist bis
heute Stifters bekanntestes Werk. Er äußerte sich im Vorwort dieses Werks klar
und eindeutig positioniert zu seiner Weltanschauung und seiner Schreibart. Zur
Sammlung Bunte Steine gehörten die Titel Granit (1849), Bergkristall (1845),
Turmalin (1852), Katzensilber und Bergmilch (1843) sowie die
Entartungsgeschichte Kalkstein (1848). Mit seinem letzten Roman knüpfte
Adalbert Stifter erneut an den für das 19. Jahrhundert typischen historischen
Roman an. Er schilderte darin die frühen Jahre der tschechischen Staatsgründung
im 12. Jahrhundert. Die Fertigstellung seines Romans Witiko verzögerte sich über
mehrere Jahre hinweg.
Aufgrund seiner fortschreitenden Krankheit konnte Stifter schon bald sein
Amt nicht mehr ausfüllen. Nachdem er die Fürsprache eines Freundes nutzen
konnte, wurde er als Hofrat schließlich in Pension geschickt. Der Schriftsteller galt
zeit seines Lebens als außerordentlicher Esser und Trinker, der täglich bis zu sechs
Mahlzeiten zu sich nahm. Seine Essgewohnheiten waren für einen Teil seiner
körperlichen Gesundheitsprobleme verantwortlich. Außer dem Nervenleiden hatte
er eine Leberzirrhose, die sich durch enorme Schmerzen immer häufiger
bemerkbar machte. Am 26. Januar 1868 durchschnitt sich Adalbert Stifter auf
seinem Krankenbett die Halsschlagader unter Zuhilfenahme eines Rasiermessers.
Daraufhin starb der Schriftsteller am 28. Januar 1868 ohne noch einmal das
Bewusstsein erlangt zu haben.
Zu den wichtigsten Werken von Stifter gehören folgende:
1. Julius. 1830.
2. Der Condor. 1840.
3. Feldblumen. 1841.
4. Die Mappe meines Urgrossvaters. 1841.
5. Das alte Siegel. 1843.
6. Die Narrenburg. 1844.
7. Das Haidedorf. 1840.
8. Abdias. 1842.
9. Brigitta. 1843.
10.Der Waldsteig. 1845.
11.Der beschriebene Tännling. 1846.
12.Der Waldgänger. 1847.
13.Der arme Wohltäter. 1848.
14.Prokopus. 1848.
15.Bunte Steine. 2 Bände, 1853 (Band 1, Band 2 – Digitalisat und
elektronischer Volltext im Deutschen Textarchiv).
16.Der Nachsommer. 1857
17.Die Mappe meines Urgroßvaters In vier Fassungen: 1841/1842, 1847, 1864
und 1867.
18.Nachkommenschaften. 1864.
19.Witiko. 3 Bände, 1865–1867.
Zu seinen Werken gehören auch Essays und Gemälde.
Stifters Schaffen steht im Lichte der Tradition der Natur. Adalbert Stifter gilt
als Meister der biedermeierlichen Naturdarstellungen. Diese für seine Zeit
neuartigen Landschaftsbeschreibungen haben dem naturverbundenen Schriftsteller
den zweifelhaften Ruf eines Heimatschriftstellers eingebracht. Bis heute wird ihm
nachgesagt, er habe die ländliche Lebenswelt als Idylle idealisiert. Viele seiner
Erzählungen spielen im Mühlviertel, einer Gegend, die bis heute von Dörfern und
großen Waldgebieten geprägt ist und zwischen den Flüssen Donau und Moldau im
Grenzgebiet von Oberösterreich, Südböhmen und Bayern liegt. Stifter pflegte als
Erzähler einen klaren und scharf beobachtenden Stil. Die genaue und bedachte
Sprache und episch breite Naturdarstellungen bewirken eine Entschleunigung der
Handlung seiner Erzählungen.

4. Was sind die wichtigsten Themen der Dichtung von Friedrich Rückert?
Friedrich Johann Michael Rückert wurde am 16. Mai 1788 in Schweinfurt.
Er starb am 31. Januar 1866 in Neuses. Sein Pseudonym war Freimund Raimar.
Freimund Raimar war ein deutscher Dichter, Sprachgelehrter und Übersetzer sowie
einer der Begründer der deutschen Orientalistik. Rückert beschäftigte sich mit
mehr als 40 Sprachen und gilt als Sprachgenie.
Populär wurde Rückert zunächst mit seinen Geharnischten Sonetten, die er
unter dem Pseudonym Freimund Raimar gegen die napoleonische Besatzung
schrieb. Diese Sonette in vier Abteilungen wurden 1814 ohne Angabe von Verlag
und Druckort veröffentlicht. Einen großen Teil seines Lebens beschäftigte er sich
mit den Übersetzungen. Sein Schaffen machen vor allem Gedichte aus. Dazu
kommt Rückerts erstaunliche literarische Produktivität. Die wichtigsten Themen
seiner Dichtung sind zumeist Natur, Liebe und Glaube. Über 2.000 seiner
Gedichte wurden vertont. Ein berühmtes Beispiel sind die von Gustav Mahler in
Musik gesetzten Kindertotenlieder, die Rückert zur Verarbeitung seines Schmerzes
nach dem Verlust zweier seiner Kinder geschrieben hat.
Trotz aller Verdienste und Erfolge ist Friedrich Rückert heute nur einem
kleineren Kreis an Interessierten ein Begriff. Das mag an der Vereinahmung seiner
Person durch den Nationalsozialismus liegen, die sich auf Rückerts
frühnationalistische Lyrik zu Zeiten der Befreiungskriege stützte (die
Geharnischten Sonette) und deretwegen er nach 1945 aus dem Lehrkanon verbannt
wurde. Vielleicht sind auch seine Leistungen auf dem Gebiet der Orientalistik, wie
es im Vorwort des Ausstellungskatalogs zu lesen ist, einer breiten Masse ebenso
schwer zu vermitteln wie seine mit Vorliebe bespielte Gattung, die Lyrik.

Die Informationsquellen:
1. https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Immermann
2. https://www.gotthelf.ch/de/literarisches-werk/prolog
3. https://wortwuchs.net/lebenslauf/adalbert-stifter/
4. https://www.deutsche-biographie.de/sfz81434.html
5. https://austria-forum.org/af/Biographien/Stifter%2C_Adalbert
6. https://www.literaturhaus.at/index.php?id=3726
7. https://www.lehrer.uni-karlsruhe.de/~za874/homepage/rueckert.htm
8. https://www.literaturportal-bayern.de/journal?
task=lpbblog.default&id=1233