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Hochschule München

Fakultät 02 Bauingenieurwesen

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Sommersemester 2018
RA Matthias Goede
Fach: Europäisches Bauvertragsrecht und Bauvergaberecht
EUBV//MBA & ENG

Fakultät 02 Bauingenieurwesen

Thema: 10
Vergabearten, Fristen und Überblick zum
Ablauf des Vergabeverfahrens Vergabe
öffentlicher Bauaufträge I

eingereicht am 26.06.2016
von Jesús Félix Altamirano Espinoza
Vorlesungstag: 12.06.2018

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INHALT DER STUDIENARBEIT

EINLEITUNG

1. FRISTEN DER VERGABEVERFAHREN………………………………………


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2. ABLAUF EINES VERGABEVERFAHRENS NACH
VOB/A………………....5
3. BEKANNTMACHUNG DER VERGABE UND VERSAND DER UNTERLAGEN ...8
4. PRÜFUNG DER ANGEBOTE DURCH DEN AG, EVTL. AUSSCHLUSS VON
ANGEBOTEN
………………………………………………………………………………8
5. ÖFFNUNGSTERMIN……………………………………………………………………..9
6. PRÜFUNG DER ANGEBOTE DURCH DEN AG, EVTL. AUSSCHLUSS VON
ANGEBOTEN………………………………………………………………………………
…9
7. LITERATUR...……………………………………………………………………………11

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EINLEITUNG

Die Kenntnisse der Fristen und des Ablaufs der Vergabeverfahren sind
wesentliche Aspekte für die Bauingenieure, insbesondere für diejenigen, die am
Baumanagmentsbereich teilnehmen wollen. Die Beherrschung dieses Themas
kann nützlich sein z.B. wenn man als Unternehmensführer, eine richtige
Entscheidung bei Vergabeverfahren treffen will, muss man die Parameter klar
kennen, bei denen das eigene Bauunternehmen Vor- oder Nachteile beim
bestimmten Arten von Verfahren haben kann.

1. FRISTEN DER VERGABEVERFAHREN

Die Fristen sind in Kalendertagen dargestellt, um Missverständnisse zu


vermeiden, da jedes Bundesland und jeder Staat unterschiedliche Feiertage
haben kann.

Mindestfristen bei offenen Verfahren

Der Beschaffungsplan gibt die Richtlinien für das öffentliche Verfahren vor,
und spiegelt ebenso Fristen vor, bis wann der vollständige Auftrag mit Erfolg
erledigt werden muss. Nur die Angebotsabgabefrist dauert 35 Tage. Und
insgesamt kann es bis 50 Tage plus Prüfungszeit beim Auftraggeber dauern.
Es könnte hier um 5 Tage verkürzt werden, wenn man elektronische
Angebote abgeben darf. bzw wenn man elektronisch die Unterlagen
herunterladen darf. Die Frist beginnt am Tag nach Absendung der
Vergabebekanntmachung. Der Unternehmer hat 30 Tage Zeit, bis dieses
Angebot erstellt ist und beim Auftraggeber abgegeben ist. Man muss die
notwendige Zeit berücksichtigen, die die Beteiligten mit den Lieferanten, den
Arbeitsgemeinschaften und anderen Unternehmern investieren müssen.

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Abgesehen davon soll auch Zeit investiert werden, um Referenzen zu


suchen und Unterlagen zu sammeln.

Groberweise müssen alle diese Aufgabe in 30 Kalendertagen erledigt


werden. In anderen Wörtern in 30 Tagen muss das Angebot komplett
kalkuliert sein, fertig, untergeschrieben und beim Auftraggeber sein.
Über das Regelverfahren muss der Auftraggeber das Angebot überprüfen,
aber das ist eine interne Angelegenheit. Das kann man in ein paar Tagen,
Wochen oder einem Monat erledigen. Das reine Vergabeverfahren kann in
einem Zeitfenster bis zu 50 Tagen das Regelverfahren locker abwickeln. Die
Zuschlagsfrist soll maximal 60 Tage betragen ab der Submission (die reine
Öffnung der Angebote). Der Auftraggeber kann manchmal nicht in diesen 60
Tage vollständig die Angebote prüfen, da die Gremien zustimmen müssen
oder Sachbearbeiter nicht verfügbar sind. Am Ende könnte es der Fall sein,
dass der Zuschlag erst nach etwa 3 oder 4 Monate kommt, also mehr als
erlaubt ist. Wenn die Zuschlagfrist überschritten ist, erfolgen keine Sanktion.

Mindestfristen beim nichtoffenen Verfahren

Beim nichtoffenen Verfahren wird die Eignungsprüfung vorgezogen.


Außerdem gibt es verschiedene Fristen: Die Teilnahmefrist ist der Zeitraum,
in dem die Wettbewerber sich vorstellen und zeigen, dass sie geeignet sind,
um diesen Auftrag zu erledigen. Danach werden diese Vorschläge geprüft.
Danach erfolgt eine Angebotsfrist von 30 Tagen. Hier ist auch eine Wartefrist
von 10 Tagen zu berücksichtigen. Eine Besonderheit dabei ist, dass es hier
die Verkürzungsmöglichkeiten ähnlich wie bei den offenen Verfahren gibt:
Die sogenannte Verkürzung bei Dringlichkeit bis 15 Tage. Außerdem gibt es
eine Abruffrist von Unterlagen. In der Regel läuft diese sofort nach der
Auftragsbekanntmachung und die Unterlagen müssen im Netz stehen 35.00.
Die Auskunftsfrist läuft bis 6 Tage vor Ablauf der Angebotsfrist. In dieser Frist
hat der Bewerber Anspruch auf Auskunft vom Auftraggeber. Dann kommt wie
bei den offenen Verfahren die Zuschlagsfrist von 60 Tagen nach Submission

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oder Öffnung der Angebote. Die nicht offenen Verfahren dauern länger als
offenen Verfahren. 36.02.

Mindestfristen beim Verhandlungsverfahren


Manchmal sind die Verhandlungsverfahren kürzer als die nichtoffenen
und/oder offenen Verfahren, weil die Verhandlungen bestimmt werden
können. Wenn die Verhandlungsverfahren aber in seinem richtigen
Anwendungsbereich angewandt wird, dauert es aller Regeln länger, weil die
Verhandlungsverfahren für die Komplexen Beschaffungsmaßnahmen
gilt.36.25. D.h. da ist, der Aufwand einfach größer.

2. ABLAUF EINES VERGABEVERFAHRENS NACH VOB/A

Der größte Unterschied inzwischen dem offenen und nichtoffenes Verfahren


ist eigentlich nur, wann die Eignung geprüft wird. Bei nicht offenem Verfahren
wird einfach dies vorne weg geprüft, und nur wer geeinigt ist, ist das
geforderte Angebote abzugeben. Das ist eben bei offenem Verfahren
anders, in diesem Fall geben alle die Angebote an. Auch bei offenem
Verfahren geben alle die Wettbewerber die Preise an. Im Unterschwellen
Bereich konnte man das ganze ohne Teilwettberber machen, in dem man
einfach ein Paar Bieter, die man kennt direkt anspricht. Eine Sache ist zu
berücksichtigen in diesem Fall (Unterschwellen) muss man zumindest in der
Akte eine Prüfung derjenigen, die erfolgen, die man sagen wo die Aufgabe
Anforderung. Man darf nicht im Unterschwelle Bereich eine beschränkte
Ausschreibung machen ohne Teilnahme Wettbewerb. Man muss zumindest
intern dokumentieren, dass die Eignung geprüft hat.

Ablauf des offenen Vergabeverfahrens

Zuerst gibt es einen internen Vorlauf, der bei der AG stattfinden. Hier kann
alle die Vorinformation geschickt werden. Danach kommt die
Bekanntmachung der Vergabe (das ist der eigentliche Beginn eines
Vergabeverfahrens). Alles andere was vor der Bekanntmachung passierte,
wird als „intern“ bezeichnet. Dieser „interne Vorlauf“ besteht aus der
Erstellung der Leistungsbeschreibung und der Prüfung der

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Ausschreibungspflicht. Nach der Bekanntmachung der Vergabe erfolgen der


Versand der Vergabeunterlagen und die Angebotsphase. Die
Vergabeunterlagen können auch online zur Verfügung gestellt werden.
Anschließend gibt es einen nichtöffentlichen „Submissions“termin. Den
Begriff Submissionstermin gibt es eigentlich nicht mehr. Früher haben alle
Anbieter ihre Angebote persönlich abgegeben und die Endzahlen wurden
verlesen und danach entschieden, wer vorne lag. Heutzutage läuft dieser
Vorgang elektronisch. Die Wettbewerber bekommen ein Protokoll, wie sie
platziert sind. Anders als bei den Vergaben von Dienstleistungen und
Lieferleistungen gibt es bei Bauleistungen ein Ranking und alle wissen, wo
sie stehen. Danach erfolgt die Prüfung der Angebote mit der
Eignungsprüfung. Nachdem die Angebote mit Preisen vorliegen, wird die
Eignung der Bieter geprüft. Dann können eventuell Aufklärungsgespräche
oder Nachfragen erforderlich sein. Das ist das Zeitfenster nach
Angebotsabgabe, dabei geht es um die Eignung, ob Fristen verlängert
werden dürfen, wenn irgendwelche Unterlagen nachgefordert wurden.
Danach werden die Angebote gewertet, wenn festgestellt wurde, wer der
Gewinner ist, entscheidet man sich, und schickt Vorinformation raus. Nach
weiteren 10 oder 15 Kalendertagen kann man den Auftragt erteilen. Nur bis
diesen Schritt hat das Verfahren Rechtschutz.

Ablauf des nicht offenen Vergabeverfahrens 42.34

Hier ist der Ablauf im internen Bereich ähnlich wie beim offenen Verfahren.
Beim offenen Verfahren fängt das Verfahren mit der Bekanntmachung der
Vergabe an, während es bei den nicht offenen Verfahren mit dem Aufruf zum
Teilnahmewettbewerb beginnt. Die Bewerbungsphase folgt dem Aufruf zum
Teilnahmewettbewerb. Nach der Bewerbungsphase erfolgt die
Eignungsprüfung der eingegangenen Angebote. Nach der Eignungsprüfung
sagt man den ungeeigneten Bietern ab, und fordert die geeigneten Bewerber
zur Angebotsabgabe auf. Dann geht es genau wie bei den offene
Vergabeverfahren.

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3. BEKANNTMACHUNG DER VERGABE UND VERSAND DER UNTERLAGEN


Mit der Bekanntmachung fängt das gesamte Verfahren an, damit sollte
eigentlich ein freier Abruf der Unterlagen möglich sein:
Die Bekanntmachung hat 2 wichtige Aspekte:

 Wesentliche Inhalte der Bekanntmachung


In diesem Teil der Bekanntmachung sind die Parameter wichtig, an denen
sich die Antragsteller orientieren müssen, d.h. was an das Vergabeverfahren
eingebracht werden soll und welche Aufgaben oder Leistungen zu erbringen
sind. Es werden auch Informationen über den möglichen Rechtsschutz
gegeben, der für dieses Verfahren gelten kann. Andere wichtige Inhalte sind
die Aufnahme Nebenangebote.

 Freier Abruf der Unterlagen


Bei diesem Punkt gibt es immer Streit, da die Verlinkung nicht immer, wie es
soll sein, zur unentgeltlichen und uneingeschränkten Verfügung steht. Das
sollte theoretisch ab dem Tag der Veröffentlichung der Bekanntmachung
gewährleistet sein, aber diese Informationen sind häufig unvollständig oder
die Verlinkungen funktionieren nicht korrekt.

4. ANGEBOTSPHASE
Die Anbieter sollen hier auf die Fristen achten. In der Regel dauert diese
Phase 35 Kalendertage oder 30 (bei elektronischer Abrufbarkeit) Tage mit
einer effektiven Abrufbarkeit. Was auf der Bieterseite zu beachten ist: Sind

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die Angebotsfristen angemessen lang? Wenn der Bieter die


Vergabeunterlagen durchliest und checkt es nicht weil er nicht weiß, was
sich z.B. hinter der Position Ziel-Bauarbeiten verbirgt. Es ist sehr
empfehlenswert, wenn etwas nicht deutlich verständlich ist, den
Auftraggeber nach den detaillierten Bauarbeiten und ihre Abmessungen zu
fragen. Solche erklärenden Fragen sollten immer schriftlich gestellt werden,
da diese Schriftstücke später als Beweis zählen können. Man muss
vorsichtig sein, wenn eine Änderung während der Angebotsphase nicht
dokumentiert ist. Häufig wird bei Angeboten für die öffentliche Hand
versäumt, im Angebot auf die AGB’s hinzuweisen. Darum wäre es viel
einfacher, den Angebotsvordruck des Auftraggebers zu verwenden und auf
das eigene Angebotsbegleitschreiben zu verzichten. Es ist zwingend darauf
zu achten, dass keine versehentliche Änderung der Vergabeunterlagen
erfolgt. Wenn man z.B. die eigenen AGB mitschickt, ändert man unter
Umstünden die VBB oder sonst was ab (z.B. Eigentumsvorbehalt des
Baumaterials bis zur Bezahlung, Gerichtsstand und andere), d.h.
Kleingedrucktes gehört nicht auf die Rückseite der Angebote.

5. ÖFFNUNGSTERMIN
Früher Submissionstermin, heutzutage offiziell Öffnungstermin genannt,
37.39, es werden nur die zu Beginn vorliegenden Angebote, d.h. die bei
Öffnung der Erstangebote vorliegenden Angebote berücksichtigt. Früher
mussten die Angebote persönlich abgegeben werden, darum war das mit
mehr Aufwand verbunden. Jetzt können die Angebote hochladen werden,
Probleme können nur aus technischen Störungen herrühren. Danach erfolgt
die unverzügliche Unterrichtung der Bieter über das „Submissions“-Ergebnis
§§ 12 EU, 12a EU VOB/A. Wenn das Ganze eine e-Vergabe ist, läuft die
Unterrichtung automatisch.

6. PRÜFUNG DER ANGEBOTE DURCH DEN AG, EVTL. AUSSCHLUSS VON


ANGEBOTEN
Hier sind drei wichtigen Punkte.
a) Formelle Prüfung der Angebote

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a.1) Formelle zwingende Ausschlussgründe


Formelle zwingende Ausschlussgründe sind:
 das Verpassen des „Submissions“-Termins.
 fehlende Unterschrift oder Signatur (für elektronische Angebote
zählt Signatur).
 unvollständige Angebote (Fehlen vorbehaltener Nachweise,
obwohl dies in der Praxis keine große Rolle spielt).
 Das Fehlen von mehr als einer unwesentlichen und
wettbewerbsneutralen Preisangabe (dies existiert seit 2012).
 Vorlage des Nebenangebots trotzt Nichtzulassung.
 nicht den Mindestanforderungen entsprechende NAe. (Ausschluss
nur des Nebenangebotes).

a.2 Materielle (eignungsbezogene) Ausschlussgründe


(§§ 16 EU Abs. 1-5 VOB/A i.Vm. §§ 6e EU VOB/A)

a.2.1 Zwingende Ausschlussgründe


Neu ist das sogenannte Unternehmerstraftrecht zur Anrechnung von
Fehlverhalten von Leitungspersonal eines Unternehmens. Im Vergaberecht
wird das Fehlverhalten eines Geschäftsführers, eines Oberbauleiters oder
eines Niederlassungsleiters auf das Unternehmen übertragen 1.0037. Damit
fliegt das komplette Unternehmen aus der Vergabe, deswegen sagt man
Unternehmenstraftrecht

Im Juli 2017 ist das Wettbewerbsregister in Kraft getreten, in dem alle


Unternehmen, die mit unsauberem Wettbewerb auffällig geworden sind,
registriert werden, d.h. das Wettbewerbsregister ist sozusagen ein
Korruptionsregister. In diesem Register werden z.B. diejenige gelistet, die in
irgendeiner Form bestochen, keine Steuer abgeführt oder sonstige
Straftaten begangen haben.

a.2.2 Fakultative Ermessens-Ausschlussgründe §§ 6e EU Abs. 6


VOB/A (=124 GWB)
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Dies sind Nachweise von Verstößen gegen Umwelt-, soziale oder


arbeitsrechtliche Verpflichtungen. Auch sehr wichtig ist hier die mangelhafte
Erfüllung eines früheren öffentlichen Auftrags (irgendeines öffentlichen
Auftraggebers), die zur Beendigung oder zu Schadenersatz oder einer
vergleichbaren Rechtslage geführt hat (Nr. 7).
Ein anderer wichtiger Ausschlussgrund ist das Vorliegen einer schweren
Verfehlung im Sinne des §§ 6 EG Abs. 3 Nr. 2 lit g) VOB/A 2012.

Literatur:

 Vorlesungen des Faches: „Europäisches Bauvertragsrecht und


Bauvergaberecht“.- RA Matthias Goede - Hochschule München
Sommer Semester 2018.
 VOB/BGB Textsammlung zum Bauvertrag-innerdeutsche und
eurpaweite Vergaben. VOB-Verlag Ernst Vögel.

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