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Aktenzeichen Nr.

209/2002

Rumänien
Gerichtshof Ialomita
Strafurteil Nr. 279
Öffentliche Sitzung v. 02.10.02
Vorsitzende: Mariana Burlacu
Gerichtsschreiber: Ioana Tanase

In der Strafsache gegen die Angeschuldigten:

1. Ilie Alexandru, für die unter folgende Art. vorgesehenen und bestraften Verbrechen:
- Art. 215, Abs. 1, 2,3,5 StGB
- Art. 291, StGB, unter Anwendung Art. 41, Abs. 2, StGB
- Art. 25 StGB, mit Bezug auf Art. 290, Abs. 1 StGB, unter Anwendung Art. 41, Abs. 2,
StGB
alle unter Anwendung Art. 33, Buchst. „a“, StGB und Art. 37, Buchst. „a“, StGB

2. Bratu Elena, für die unter folgenden Art. vorgesehenen und bestraften Verbrechen:
- Art. 215, Abs. 1,2,3,5 StGB
- Art. 290, Abs. 1, StGB
- Art. 25 StGB, mit Bezug auf Art. 290 StGB unter Anwendung Art. 41, Abs. 2, StGB
alle unter Anwendung Art. 33, Buchst. „a“ StGB

Gegen die Beschuldigten Ilie Alexandru und Bratu Elena wurde durch die Anklageschrift
Nr. 1445/P/2001 der Staatsanwaltschaft beim Berufungsgerichtshof Bukarest Anklage
erhoben.

Die Verhandlungen fanden in der öffentlichen Sitzung v. 25.09.2002 statt und wurden
getrennt aufgenommen, sind aber integriertes Teil des o.a. Strafurteils. Das Gericht
verschob die Urteilssprechung bis zu diesem Termin, als folgendes Strafurteil verkündet
wurde:

Das Gerichtshof

In der o.a. Strafsache:

Durch die Anklageschrift Nr. 1445/P/2001 der Staatsanwaltschaft, beim


Berufungsgerichtshof, unter Nr. 209/07.02.02 erfasst, werden angeklagt:
- ILIE ALEXANDRU, Sohn von Ion und Petca, geboren am 20.08.1952 in Slobozia,
wohnhaft in Slobozia, Bd. Unirii, Bl. U.12, Sc.B, Apt. 84, Kreis Ialomita, rumänischer
Staatsbürger, Studien, 12 Klassen, verheiratet, Militärdienst absolviert,

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Wiederholungstäter, für die, bei Art. 215, Abs. 1,2,3,5 StGB, Art. 291 StGB, unter
Anwendung Art. 41, Abs. 2, StGB, alle unter Anwendung Art. 37, Buchst. „a“ StGB und
Art. 33 Buchst. „a“ StGB, angegebenen Straftaten
Und
- BRATU ELENA, Tochter von Ion und Tinca, geboren am 01.12.1953, in der Gemeinde
Ulmu, Kreis Calarasi, wohnhaft in Slobozia, Str. Ialomitei, Br. B42, Sc. D, Apt. 8, Kreis
Ialomita, verheiratet, Studien 12 Klassen, rumänische Staatsbürgerin, hat ein
minderjähriges Kind, nicht vorbestraft, für die bei Art. 215 Abs. 1,2,3,5 StGB und Art.
290 Abs. 1 StGB, Art. 290 Abs.1 StGB und Art. 25 mit Bezug auf Art. 290, Abs. 1, unter
Anwendung Art. 41, Abs. 2 StGB, alle unter Anwendung Art. 33, Buchst. „a“ StGB
angegebenen Verbrechen
Das Strafverfahren wurde durch Anordnungen Nr. 1445/19.11.2001 eröffnet. Die
Angeklagten wurden am 15.10.2001 bzw.16.10.2001 in Untersuchungshaft genommen.
Den Angeschuldigten wird vorgeworfen, die Fa „Baywa“AG beim Kaufvertrag von 5000
Tonnen Raps, im Wert von 23.764.000 Lei irre geführt zu haben.
Ebenfalls hat der Angeschuldigte Ilie Alexandru 3 fiktive Kaufverträge für Raps
abgeschlossen und die Angeschuldigte Bratu Elena hat die falsche Rechnung für 4.800
Tonnen unterschrieben, die Ilie Alexandru der deutschen Firma vorlegte, er unterschrieb
den fiktiven Kaufvertrag für 650 Tonnen Raps Samengut mit dem genannten Mihai
Danut und stiftete die genannten Galu Antonio Adrian und Bazac Adriana Cristina an,
falsche Angaben auf den Formblättern für den Ankauf von Getreide zu machen, welche
er später bei der Bank BCR-Filiale Slobozia verwendete.
In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft werden folgende Angaben gemacht:
Der Angeschuldigte Ilie Alexandru leitete und kontrollierte die gesamte Tätigkeit der
Handelsgesellschaft „Cosmos“ GmbH Ciulnita und hatte als Partner Ilie Gabriel und Ilie
Tudor, Bruder bzw. Neffe des Angeschuldigten. Leitende Buchhalterin war Bratu Elena.
Anfang des Monats Juli 2001 nahm der deutsche Staatsbürger Danner Horst mit dem
Vetreter der deutschen Firma, Fleischer Fritz Valter Michael Kontakt auf und machte ihm
den Vorschlag Raps Samengut aus Rumänien zu kaufen.
Der Angeschuldigte Ilie Alexandru bestätigt die Tatsache, dass er mit dem gennanten
Danner Horst, zur Zeit außer Lande, ein Gespräch bzgl. Rapsausfuhr hatte.
Nach der Zustimmung des Vertreters der Fa „Baywa AG“ wurde der Vertrag für die
Lieferung von 5000 Tonnen Raps Samengut mit der HG „Cosmos“ GmbH
abgeschlossen. Der Vetrag wurde von Vlaicu Catalin, dem Verwalter der Gesellschaft
unterzeichnet.
Gem. Vetragsklauseln stand der erste Lieferungstermin für die ersten Hälfte des Monats
August 2001 und die Zahlung (180 USD/t) sollte nach der Verladung der Ware auf das
Schiff im Hafen Constanta erfolgen (FOB Klausel, FOB = frei an Bord).
Der deutsche Partner eröffnete ein Akkreditiv bei der Bank BCR – Filiale Slobozia,
welches die HG „Cosmos“ GmbH nicht nutzen konnte, da sie die Bescheinigung für die
Verladung der Ware auf das Schiff nicht vorweisen konnte.
Unter diesen Umständen teilte der Angeschuldigte Ilie Alexandru der Fa „Baywa“ AG,
durch den deutschen Staatsbürger Danner Horst, mit, dass er keinen Kredit für den
Rapsankauf bekommen kann und bat um ein Akkreditiv mit „roter Klausel“ oder, dass
ein Vertreter der Firma „Baywa“ AG nach Rumänien kommt und die Ware vor der
Lieferung bezahlt.

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Es soll erwähnt werden, dass Anfang des Monats August die beiden Angeschuldigten ein
Treffen in Bukarest mit dem Vertreter der HG „Baywa“ AG, Fleischert Fritz Valter
Michael, mit dem Zeugen Schilling Hans-Joachim und dem genannten Danner Horst
hatten, um die Bedingungen für die Bezahlung des Raps vor der Lieferung zu
besprechen.
Die deutsche Seite stellte Bedingungen für diese Zahlung - die Vorweisung von
Dokumenten in denen die Ware, als auch die Übergabe der Besitzrechte an die HG
„Baywa“ AG angegeben wird, eine Bescheinigung der Übergabe der Besitzrechte an die
deutsche Gesellschaft und eine Quantität- und Qualitätsbescheinigung, ausgestellt von
einer Fachfirma (SGS Filiale Constanta oder ITS, ehemalige „Socotec“ Rumänien).
Für die Beschaffung der Dokumente zu der Bescheinigung des Vorhandenseins der Ware
reiste der Angeklagte Ilie Alexandru zusammen mit der Angeklagten Bratu Elena und der
Zeugin Florea Valentina, am 24.08.01 zu dem Großspeicher der Handelsgesellschaft
„Misaila&Panfil“ GmbH Brasov, in der Ortschaft Cazanesti.
Hier betrat der Angeklagte Ilie Alexandru das Büro, in dem sich einer der Besitzer –
Panfil Emile und der Leiter des Großspeichers – Tudorie Stoica befanden. Diese teilten
dem Angeklagten mit, dass sie im Speicher 23 Tonnen Raps und andere 25 Tonnen in
einem Speicher neben Craiova, beim Sitz der HG „Lotus“ AG hatten.
Sie einigten sich, dass die HG „Misaila&Panfil“ die 48 Tonnen verkauft und der Zeuge
Tudorie Stoica schrieb die Rechnung Nr.1337924/24.08.2001 für diese Quantität aus, lies
aber die Rubrik „Wert“ blank.
Es soll bemerkt werden, dass der Angeklagte Ilie Alexandru darauf bestand, dass diese
Rubrik nicht ausgefüllt wird. Er sagte, dass die Ware für den Export vorgesehen sei und
man noch nicht wüsste, wie die Mehrwertsteuer berechnet wird.
Nach der Ausstellung der Rechnung trennte der Zeuge Tudorie Stoica das blaue
Exemplar aus dem Rechnungsblock, um diesen dem Angeklagten zu übergeben, doch
stellte er fest, dass er die seitens des Käufers unterzeichnende Person nicht eingetragen
hat und holte dies nach, in dem er, auf Anweisung des Angeklagten, den Namen der
leitenden Buchhalterin, Bratu Elena, eintrug.
Anschließend rief er die Angeklagte Bratu Elena ins Büro um zu unterschreiben. Tudorie
Stoica legte die Originalrechnung auf dem Rechnungsblock und die Angeklagte Bratu
Elena unterschrieb das Originalexemplar, legte das Durchschreibpapier beiseite und
unterschrieb das zweite Exemplar (zwischen dem zweiten und dem dritten Exemplar gab
es noch ein Durchschreibpapier).
Nach dem Ausfüllen der Rechnung (Seite 65) füllte der Zeuge Tudorie Stoica die
Lagerungsbescheinigung für 48 Tonnen Raps aus und stempelte sie ab (Seite 68), beide
Dokumente wurden dem Angeklagten Ilie Alexandru überreicht.
Der Angeklagte Ilie Alexandru streitet ab, dass er diese Dokumente erhalten hat und
behauptet diese wurden der Angeklagten Bratu Elena überreicht.
Die Angeklagten unterstellen, dass sowohl die Rechnung als auch die
Lagerungsbescheinigung für 4.800 Tonnen im Wert von 22.560.000.000 Lei ausgestellt
wurden. Diese Dokumente wurden dann der HG „Baywa” AG überreicht.
Die Staatsanwaltschaft konfrontierte den Zeugen Tudorie Stoica mit der Rechnung und
der Lagerungsbescheinigung für 4.800 Tonnen Raps. Dieser erkannte seine Schrift und
Unterschrift, mit Ausnahme der zwei Nullen aus den 4.800 und der Summe von

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22.560.000.000 Lei (er gestand auch nicht diese Summe auf die Rechnung eingetragen zu
haben).
Da die Personen, die diese zwei Dokumente gefälscht haben, nicht identifiziert werden
konnten, wurde diese Strafsache, aus Gründen der Zweckmäßigkeit, getrennt.
Für die Beschaffung der Qualitätsbescheinigung nahm der Angeklagte Ilie Alexandru
erstens Kontakt mit der Firma SGS auf, die einen Vertreter übersandte, in der Person des
Zeugen Tihan Tudorel, um die Proben mit Samengut abzuholen.
Am 27.08.2001 trafen sich der Zeuge und der Angeklagte Ilie Alexandru in Slobozia, um
zusammen zum Speicher in Cazanesti zu fahren, wo sie sich mit dem Zeugen Tudorie
Stoica trafen. Letzterer teilte ihnen mit, dass sich ein Teil der Ware in einem Lagerhaus
befinde zu dem sie Zugang hatten und der Rest sich im Speicher befinde, zu dem sie
allerdings keinen Zugang hätten, da gerade Gerste gelagert wurde.
Der Vertreter der SGS nahm Proben aus dem Lagerhaus und fuhr zusammen mit dem
Angeklagten Ilie Alexandru zurück ins Büro in Slobozia. Hier versuchte der Angeklagte
Ilie Alexandru Tihan Tudorel davon zu überzeugen, dass die ganze Ware im Speicher
war.
Da der Zeuge sich weigerte die notwendigen Dokumente auszustellen, ohne sich vorher
selbst von dieser Tatsache überzeugen zu können, meinte der Angeklagte Ilie Alexandru
es täte ihm leid, dass sie sich nicht einigen konnten und die beiden trennten sich.
Anschließend trat der Angeklagte Ilie Alexandru mit der anderen, von der deutschen
Firma empfohlenen Gesellschaft in Verbindung, „Intertek Testing Services” GmbH
(ITS), die am 28.08.2001 einen Vertreter, den Zeugen Caranfil Costel, übersandte.
Dieser kam nach Slobozia, zum Sitz der HG „Cosmos” GmbH, wo er den Angeklagten
Ilie Alexandru kennenlernte und den Wunsch äußerte zum Speicher, wo die Ware
gelagert war, zu fahren.
Der Angeklagte Ilie Alexandru, der sich als Vorsitzender der Gesellschaft vorstellte,
teilte dem Zeugen mit, dass sich der Speicher in einer beträchtlichen Entfernung von
Slobozia befände und dass es nicht notwendig sei hinzufahren, da seine Laborantinnen
die Proben bereits vorbereitet haben. Diese Proben befanden sich, in Plastiktüten
eingepackt, auf dem Schreibtisch.
Caranfil Costel war einverstandten diese Proben mitzunehmen, da, so wie er später
erklärte, an dem Tag noch andere Prüfungen durchzuführen hatte.
Somit, wurde aufgrund des von dem genannten Caranfil Costel erstellten Berichts, die
Qualitätsbescheinigung ausgestellt, unterschrieben von den Vetreter der Firma ITS.
In der Anklageschrift wird weiter vermerkt, dass, nachdem der Angeklagte Ilie
Alexandru in Besitz aller notwendigen Papiere kam – die Rechnung für 4.800 Tonnen
Raps, die Lagerungsbescheinigung auf dem vermerkt wurde: „SC „Cosmos” SRL
Slobozia übergibt die 4800 Tonnen Raps ... der Firma „Baywa“ AG, Arabellastrade D –
81925 Munchen – Deutschland“, darunter die Unterschrift und der Stempel der
Angeklagten Bratu Elena –, fuhr er zusammen mit der Angeklagten Bratu Elena und dem
Verwalter der Gesellschaft, Vlaicu Catalin, Anfang des Monats September nach
Bukarest, zur UGBI Bank. Dort trafen sie sich mit dem deutschen Staatsbürger Schilling
Hans-Joachim, dem der Angeklagte Ilie Alexandru die Papiere, durch die die Existenz
der 4800 Tonnen Raps bestätigt wurde, zeigte.
Dieselben Papiere wurden auch der deutschen Gesellschaft zugefaxt.

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Bei der UGBI Bank in Bukarest eröffnete die Angeklagte Bratu Elena ein Konto für die
HG „Cosmos“ GmbH und füllte ein Überweisungsformular für die Summe von
22.560.000.000 Lei an die HG „Misaila&Panfil“ GmbH aus, ohne das Datum
einzutragen. Dieses sollte an dem Tag eingetragen werden, an dem das Geld bei der Bank
einging (von „Baywa“ AG auf das Konto der HG „Cosmos“ GmbH). Noch bevor das
Geld bei der UGBI Bank einging (17.09.2001) teilte der Angeklagte Ilie Alexandru der
HG „Misaila&Panfil“ GmbH mit, dass, wegen Problemen, mit denen sich die HG
„Cosmos“ GmbH konfrontiert, er überhaupt kein Raps Samengut mehr kaufen könne.
Bzgl. dieser Aussage behaupteten die Angeklagte Bratu Elena und der Angeklagte Ilie
Alexandru konstant, dass sie das Raps Samengut von der HG „Misaila&Panfil“ nicht
mehr kaufen wollten, da dessen Vertreter einen viel größeren Preis pro Tonne Samengut
verlangt habe.
Gemäß dem Abkommen mit der HG „Baywa“ AG ging am 17.09.2001 auf das Konto der
HG „Cosmos“ GmbH bei der UGBI Bank in Bukarest die Summe von 792.000 USD
(23.764.000.000 Lei) ein.
Der Angeklagte Ilie Alexandru und die Angeklagte Bratu Elena, die
Unterschriftsvollmacht hatte, fuhren zur Bank, wo die Angeklagte den
Währungsumtausch, dann die Überweisung der Summe von 22.560.000.000 Lei auf das
Konto der HG „Misaila&Panfil“ GmbH bei der BCR Bank, Filiale Urziceni veranlasste.
Anschließend holte sie noch 500.000.000 Lei bar vom Konto ab, Summe die sie sofort
dem Angeklagten Ilie Alexandru übergab, und veranlasste den Transfer der Summe von
704.000.000 Lei auf das Konto der HG „Cosmos“ GmbH bei der BCR Bank, Filiale
Slobozia.
In der Anklageschrift wird noch vermerkt, dass, nach dem Eingang der Summe von
22.560.000.000 Lei auf das Konto der HG „Misaila&Panfil“ GmbH, der Angeklagte Ilie
Alexandru die Angeklagte Bratu Elena nach Cazanesti übersandte, um dem Zeugen
Tudorie Stoica die Liste mit den Konten der HG „Cosmos“ GmbH, auf die das Geld
überwiesen werden sollte, zu übergeben. Tudorie Stoica forderte von der Angeklagten
Bratu Elena eine schriftliche Bestätigung, aus der hervorgehen sollte, dass die HG
„Cosmos“GmbH auf den Raps verzichtet. Nachdem er diese Bestätigung erhielt, beriet er
sich mit seinen Arbeitsgebern Misaila Tudor und Panfil Emile, die anschließend die
Überweisung des Geldes auf das Konto der HG „Cosmos“ GmbH bei der BCR Bank,
Filiale Slobozia unterschrieben (Akte, Seite 315).
Nachdem die gesamte Summe von 22,56 Miliarden Lei bei der BCR Bank, Filiale
Slobozia eingegangen war, teilte der Angeklagte Ilie Alexandru der Angeklagten Bratu
Elena mit, sie solle das Geld bei der Bank abholen und es in seinem Büro abstellen,
„damit es in Sicherheit“ ist.
Damit das Geld einfacher abgehoben werden konnte, überwies die Angeklagte Bratu
Elena 10.890.000.000 Lei vom Konto bei der BCR Bank, Filiale Slobozia auf das Konto
der HG „Cosmos“ GmbH bei der Banca Agricola, Filiale Slobozia und füllte 22
Überweisungsformulare aus, auf Anweisung des Angeklagten Ilie Alexandru.
Von der Banca Agricola hob die Angeklagte Bratu Elena mit CEC-Blätter
10.800.000.000 Lei ab. Sie wurde dabei von dem Verwalter der Gesellschaft, Vlaicu
Catalin, dem genannten Galu Antonio Adrian und dem Fahrer Bratianu George begleitet,
die ihr bei Transport des Geldes behilflich waren.

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Als sie zur BCR Bank ging, um den Rest des Geldes abzuheben, forderte die Bank, als
eine Sicherheitsmaßnahme, erklärende Dokumente. Zu diesem Zweck gab die
Angeklagte Bratu Elena den genannten Bazac Adriana Cristina und Galu Antonio Adrian
die Anweisung fiktive Formblätter für den Ankauf von Getreide auszustellen, Anweisung
welche die beiden auch befolgten.
Nach dem sie bei der Bank diese fiktiven Blätter vorlegte, hob die Angeklagte Bratu
Elena von der BCR Bank, Filiale Slobozia die Summe von 9.800.000.000 Lei mit CEC-
Blätter ab.
Zum Schluss, als das Geld von den Banken abgehoben wurde, teilte der Angeklagte Ilie
Alexandru in einem Schreiben vom 29.09.2001, unterschrieben von der Angeklagten
Bratu Elena und dem Verwalter Vlaicu Catalin, dem deutschen Staatsbürger Danner
Horst mit, dass, wegen Probleme der Firma HG „Misaila&Panfil“ GmbH, der Vertrag
mit dieser Firma annuliert wurde und die Ware aus anderen Quellen angekauft und diese
bis zum 08. Oktober 2001 in den Hafen Constanta geliefert werden soll.
Um seine Delikte zu verdecken, wandte sich der Angeklagte Ilie Alexandru an
Vertrauenspersonen, die Zeugen Marinescu Marin, Mocanu Tiberiu und Mihai Danut (die
in der Strafsache angeklagt wurden), die er überzeugte 3 Verträge zu unterzeichnen,
durch die sie sich verpflichteten Raps Samengut für die HG „Cosmos“ GmbH zu suchen
und zu verkaufen, obwohl dies in der Tat nie geschehen ist.
So wurde am 24.09.2001 der Vertrag mit dem genannten Mocanu Tiberiu abgeschlossen,
der zu diesem Zeitpunkt wieder in Gewahrsam genommen werden sollte, nach der
Unterbrechung der Durchführung der Vollzugshaft. Durch diesen Vertrag verpflichtete
sich der oben Genannte der HG „Cosmos“ GmbH 800 Tonnen Raps im Wert von
3.440.000.000 Lei zu verkaufen. Die Ware sollte innerhalb von 45 Tagen nach Erhalten
des Geldes geliefert werden. Der Vertrag wurde von Vlaicu Catalin, auf Anweisung des
Angeklagten Ilie Alexandru zusammengestellt. Laut diesem Vertrag präsentierte die
Angeklagte Bratu Elena dem genannten Mocanu Tiberiu ein Blanko-
Überweisungsformular, aus dem das Erhalten des Betrags von 3.460.000.000 Lei
hervorgeht, welches dieser auch unterschrieb.
Eigentlich ist dies jedoch nicht passiert, Tatsache die auch von Mocanu Tiberiu, Mihai
Danut, Marinescu Marin, Agapie Alina und der Angeklagten Bratu Elena bestätigt wurde.
Der Angeklagte Ilie Alexandru ist auch der einzige der behauptet, das Geld wurde
ausgezahlt.
Auf ähnlicher Weise wurde am 25.09.2001 der Vertrag mit dem genannten Marinescu
Marin, im Wert von 14.080.000.000 Lei abgeschlossen. Der Angeklagte Ilie Alexandru
versprach dem o. Genannten, dass er seine Schulden, welche er im Namen der Firma HG
„Urbis Cons“ GmbH gemacht hatte, bezahlt.
Laut diesem Vertrag präsentierte die Angeklagte Bratu Elena dem genannten Marinescu
Marin 3 Überweisungsformulare im Wert von 5.253.000.000 Lei, 827.000.000 Lei und
8.000.000.000 Lei, welche dieser unterschrieb.
Aus den Ermittlungen geht hervor, dass die Angeklagte Bratu Elena als sie bei der Bank
das Geld im Auftrag von Ilie Alexandru aufhob, sie auch mehrere Überweisungen im
Gesamtwert von 790.000.000 Lei unterschrieb, womit die Schulden der HG „Urbis Cons“
GmbH an verschiedene andere Firmen, ausgeglichen wurden.

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Der dritte Vertrag bezüglich des Verkaufs von 650 Tonnen Raps durch den Zeugen Mihai
Danut, im Wert von 2.860.000.000 Lei wurde auch auf Anweisung des Angeklagten Ilie
Alexandru, von Bratu Elena zusammengestellt.
Laut diesem Vertrag unterschrieb Mihai Danut das Überweisungsformular, welches den
Empfang des Betrags bestätigt, obwohl dies in der Tat nie passiert ist.
In der Strafsache wurden die genannten Mocanu Tiberiu, Marinescu Marin, Mihai Danut,
Bazac Adriana Cristina, Galu Antonio Adrian, Agapie Alina, Caranfil Costel un der
Angeklagte Vlaicu Catalin, der Verwalter der HG „Cosmos“ GmbH angeklagt. Gegen
diese Personen wurde in der Anklageschrift aus verschiedenen Gründen die Einstellung
der Strafverfolgung empfohlen.
Gleichzeitig wurde in derselben Anklageschrift folgende Strafsache getrennt: die
Identifizierung der Person, die die Rechnung für 4.800 Tonnen Raps ausgestellt hat, der
Person, die die restlichen Bescheinigungen für den Ankauf von Getreide ausgestellt und
unterzeichnet hat sowie der Person, die den Verkaufsvertrag für 360 Tonnen Raps im
Wert von 1.505.000.000 Lei unterzeichnet hat.
Die Darstellung der Tatsachen in der Anklageschrift wurde nicht besonders synthetisiert,
da die direkte und geschäftige Tätigkeit der Angeklagten dies nicht zuliess. Eine
ausführliche Darstellung der Etappen ist notwendig um die Strafsache richtig zu
verstehen.
Auf Grund der Beweise stellt das Gericht dieselben Tatsachen fest, mit einigen
Unterschieden, davon einige wesentliche, die nachfolgend dargestellt werden.
Ilie Alexandru war bereits 1998 für Straftaten angeklagt und verurteilt worden und hatte
auch nach der Freilassung aus der Vollzugsanstalt durch Firmen seiner Verwandten
kommerzielle Tätigkeiten.
Die Handelsgesellschaft „Cosmos“ GmbH Ciulnita wurde im März 2001 gegründet, auf
Initiative des Angeklagten, Partner dabei waren sein Bruder und sein Neffe und leitende
Buchhalterin war die Angeklagte Bratu Elena.
Obwohl er dies nicht zugibt, leitete und kontrollierte der Angeklagte die gesamte
Tätigkeit dieser Gesellschaft, wie aus den Berichten der verhörten Zeugen hervorgeht.
Außerdem verteilte der Angeklagte Geschäftskarten auf denen er als Vorsitzender des
Geschäftszentrums Slobozia angegeben wird und unterzeichnete Dokumente aus denen
hervorgeht, dass er der Vorsitzende der HG „Cosmos“ GmbH sei.
Für eine gründliche Analyse und Auslegung der von den Angeklagten durchgeführten
Handlungen, haben wird die Aktionen im Rapsgeschäft in mehrere Etappen eingeteilt:
- Der Zeitpunkt des Vertragabschlusses mit der Zivilpartei HG „Baywa“ AG Munchen
(12.Juli 2001);
- Die Veränderungen der Vertragsbestimmungen bzgl. der Auszahlung des Preises (16.
August 2001);
- Die Besorgung der von der deutschen Seite angeforderten Dokumente, bzgl. der
Quantität, Qualität und dem Besitztransfer der Ware, aufgrund dessen die Zahlung
im Voraus erfolgen sollte;
- Die Durchführung der Zahlung und Eingang des Geldes.

Aus den dargestellten Beweisen geht zweifelsfrei hervor, dass der Angeklagte Ilie
Alexandru das Schlüsselelement in der gesamten Situation war.

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Er hat Kontakt mit dem deutschen Staatsbürger Danner Horst aufgenommen, ein
Bekannter von ihm, der den Vertragsabschluss zwischen der HG „Cosmos“ GmbH und
der deutschen Firma „Baywa AG“ für die Lieferung in der ersten August Hälfte 2001 von
5000 Tonnen Raps vermittelte. Dieser Vertrag wurde von Vlaicu Catalin unterzeichnet.
Er war es auch, der anschließend am 16. August 2001 am Bukarester Treffen mit dem
Vertreter der deutschen Firma, Fleischer Fritz Valter Michael (der auch die Klage
eingereicht hat), mit Schilling Hans Joachim, Kommissionar in Rumänien der Zivilpartei
und Danner Horst teilnahm.
An diesem Treffen gab er den Vertretern der deutschen Firma den Eindruck als sei er die
zuständige Person, die die notwendige Menge Raps Samengut entsprechender Qualität
beschaffen könne.
Im Gegensatz zu der Anklageschrift ist das Gericht der Ansicht, dass die Angeklagte
Bratu Elena an diesem Treffen nicht teilgenommen hat, Ilie Alexandru wurde von der
Zeugin Florea Valentina als Dolmetscherin zum Treffen begleitet.
Obwohl der Angeklagte seine Teilnahme an diesem Treffen verneint, wird seine
Anwesenheit von den Zeugen Schilling Hans Joachim, und Florea Valentina als auch
durch die von der Zivilpartei abgegebenen Erklärung (Seite 36, Strafverfolgungsakte)
bestätigt.
Zu dem Zeitpunkt wurde auch die Veränderung einer Vertragsklausel bzgl. des Preises
vereinbart. Der Angeklagte Ilie Alexandru behauptete er hätte das notwendige Geld für
den Ankauf des Raps (welcher im Hafen Constanta aufgeladen werden sollte) nicht und
so war der Verteter der Firma „Baywa AG“ einverstanden, die Zahlung im Voraus
durchzuführen, unter der Bedingung, dass die HG „Cosmos“ GmbH die Existenz der
Ware beweist und Quantitäts- und Qualitätsbescheinigungen als auch
Transferbescheinigung der Ware an die Firma HG „Baywa“ AG vorweist.
Innerhalb der nächsten Tage verschaffte sich Ilie Alexandru die notwendigen
Dokumente, mit denen er fälschlicher Weise bewies, dass die HG „Cosmos“ GmbH
4.800 Tonnen Raps im Speicher von Cazanesti der HG „Misaila&Panfil“ GmbH hatte,
der den Bedingungen des Käufers entspricht.
Am 24. August 2001 fuhr der Angeklagte Ilie Alexandru zu dem Speicher in Cazanesti
zusammen mit der Angeklagten Bratu Elena und den Zeugen Florea Valentina und Mihai
Danut.
Hier blieben die Angeklagte und die Zeugen draussen, nur der Angeklagte Ilie Alexandru
traf sich mit einem der Besitzer, Panfil Emile und mit dem Leiter des Speichers, Tudorie
Stoica. Diese teilten ihm mit, dass sie 23 Tonnen Raps auf Lager und andere 25 Tonnen
in einem Speicher neben Craiova, beim Sitz der HG „Lotus“AG hatten.
Sie einigten sich darauf, dass die HG „Misaila&Panfil“ die 48 Tonnen Raps verkauft und
der Zeuge Tudorie Stoica stellte darauf die Rechnung nr. 1337924/24.08.2001 aus, die,
wie sich im Nachhinein herausstellte, falsch war.
Der Zeuge Tudorie Stoica behauptet, dass er die Rechnung für 48 Tonnen ausgestellt
hätte und dass er die Wertrubrik in der Rechnung nicht ausgefüllt habe, weil der
Angekagte Ilie Alexandru darauf bestand, in dem er erklärte, dass die Ware für den
Export bestimmt wäre und er nicht genau wüsste, wieviel die Mehrwertsteuer betrug.
Er erkenne seine Schrift für die zwei Null aus den 4.800 und für die Summe von
22.560.000.000 Lei. Seine Behauptung scheint nach Besichtigung des roten Exemplars
der Rechung, auf Seite 65 in der Akte, und der Bestätigung durch den Zeugen Panfil

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Emile glaubwürdig zu sein. Außerdem geht aus den polizeilichen Ermittlungen auch die
Tatsache hervor, dass die HG „Misaila&Panfil“ zu dem Zeitpunkt 48 Tonnen Raps in den
Speicher in Cazanesti und Craiova hatte.
Die Begründung des Zeugen Tudorie Stoica bleibt allerdings widersprüchlich und hebt
Zweifel hervor, denn:
- auf der Rechnung wurde der Vermerk eingetragen, dass die Ware ohne MwSt.
Geliefert wird, da diese für den Export bestimmt ist; somit sollte wenigstens die
Rubrik Wert (ohne MwSt.) ausgefüllt werden.
- In der Rechnung auf falsche Angaben gemacht wurden, bzw. dass die Ware mit der
Bahn transportiert werden sollte, obwohl die Banhstrecken schon seit längerer Zeit
nicht befahrbar waren, was auch aus den Berichten der Speicherbesitzer hervorgeht
(Akte, S. 82)
Da allerdings in dem Fall der falschen Rechnung die Strafsache getrennt wurde, werden
wir hier dazu keine weiteren Angaben machen.
Nach der Ausstellung der Rechnung trennte der Zeuge Tudorie Stoica das blaue
Exemplar aus dem Rechnungsblock, um diese dem Angeklagten zu überreichen, bevor er
allerdings den Namen der unterzeichnenden Person seitens der HG „Cosmos“ GmbH
eingetragen hatte. Auf Anweisung des Angeklagten trug er daraufhin den Namen Bratu
Elena ein. Dann wurde Bratu Elena hereingebeten, um die Rechnung zu unterschreiben.
Laut ihrem Bericht hat sie zuerst, auf Anweisung des Angeklagten, das Originalexemplar
unterschrieben und dann die Exemplare 2-3, nachdem der Angeklagte die untere rechte
Ecke des Originals aufhob (zwischen dem Exemplar 2 und 3 gab es ein
Durchschreibpapier).
Die Angeklagte behauptet, dass sie eine Milliardenrechnung unterschrieben hätte
(demnach wäre auch die Wertrubrik ausgefüllt gewesen).
Trotz mangelnder Beweise gibt es ein Aspekt, der sie belastet u.zw., dass sie von der
Rechnung für 4.800 Tonnen (und nicht 48 Tonnen) wusste.
Am selben Tag füllte Tudorie Stoica auch eine Lagerungsbescheinigung aus; beide
Dokumente wurden dem Angeklagten Ilie Alexandru überreicht.
Der Angeklagte setzte die Reihe seiner Straftaten fort und befasste sich mit dem
Verschaffen der Quantitäts- und Qualitätsbescheinigung von einem Fachunternehmen.
Aus der in der Anklageschrift dargestellten Situation geht klar hervor, dass der
Angeklagte Ilie Alexandru grosses Interesse hatte, sich diese Dokumente so schnell wie
möglich zu verschaffen, Dokumente die sich auf die 4.800 Tonnen Raps beziehen sollten,
Menge, die eigentlich in den Speichern in Cazanesti nicht vorhanden war. Nachdem es
ihm nicht gelang die Bescheinigungen von der Firma SGS zu erhalten (da sich der
Vertreter der Firma, Tihan Tudorel von der Existenz der Ware nicht überzeugen konnte),
wandte sich der Angeklagte Ilie Alexandru an ein anderes Fachunternehmen, „Intertek
Testing Services“ GmbH, dessen Vertreter er davon überzeugen konnte, dass der
Speicher von Cazanesti weit von Slobozia entfernt wäre und aus diesem Grunde er die
Proben bereits vorbereitet hätte, um seine Arbeit zu erleichtern.
Die Handlungen des Angeklagten Ilie Alexandru für die Verschaffung der restlichen
Dokumente bezüglich des Besitztransfers der Ware verliefen einfacher. Auf der
Lagerusbescheinigung bat er die Zeugin Florea Valentina, die er als Beraterin und
Dolmetscherin bei sich hatte, nach seinem Diktat folgendes zu schreiben – „Die HG

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„Cosmos“ GmbH überlassen der Firma „Baywa AG“ 4.800 Tonnen Raps...“(s.
Erklärung der Zeugin, Akte, S. 83).
Die Angeklagte Bratu Elena gibt zu, dass sie auf Anweisung des Angeklagten Ilie
Alexandru diese Anmerkungen unterschrieb, bevor sie die Beweise dem genannten
Danner Horst präsentierte.
Zusätzlich wird in einem Schreiben vom 30.08.2001 (Akte, S. 387) der deutschen Firma
der Besitztransfer der 4800 Tonne Raps, die von der HG „Misaila&Panfil“ GmbH
gekauft wurden, bestätigt: „nach der Bezahlung der 4.800 Tonnen Raps, steht ihnen die
Ware in dem o.g. Speicher zur Verfügung.“
Das o.g. Schreiben wurde von Vlaicu Catalin und Bratu Elena unterschrieben, die dritte
Unterschrift gehört dem Angeklagten.
Der Angeklagte konnte mit den falschen Dokumenten die Zivilpartei von der Existenz
der Ware überzeugen und die Zahlung durchzuführen.
Die Verteidigung der Angeklagten Bratu Elena, dass sie die ganze Zeit überzeugt
gewesen sei, dass der Vertrag respektiert sein wird, erscheinen bis zu diesem Zeitpunkt
als glaubwürdig.
Die Situation verändert sich jedoch nach dem 30.08.2001.
Während der deutsche Partner den Vertrag respektiert und die Zahlung für die 4.800
Tonnen Raps durchführt, annuliert der Angeklagte Ilie Alexandru, durch die Vertreter der
Firma HG „Cosmos“ GmbH den Ankauf der 48 Tonnen Raps aus dem Speicher in
Cazanesti.
Am 01.09.2001 wird in einem von der Angeklagten Bratu Elena unterzeichneten
Schreiben ohne Ausgangsnummer (Akte Seite 385) der HG „Cosmos“ GmbH der HG
„Misaila&Panfil“GmbH mitgeteilt, dass wegen bestimmter Probleme sie die Menge Raps
nicht mehr kaufen können und beantragten die Annullierung aller unterzeichneten
Dokumente.
Diese Beweise wurden von der Buchhaltungsabteilung in Brasov der HG
„Misaila&Panfil“ GmbH den Ermittlungsbeamten zur Verfügung gestellt. Auf Grund
dieses Schreiben verzichtete auch „Misaila&Panfil“ GmbH auf die 25 Tonnen von der
HG „Lotus“ Craiova (s. Strafverfolgungsakte, S. 465, 504 u.n.)
Dieselbe Situation wird auch von den Zeugen Panfil Emile und Misaila Tudor in ihren
Berichten bestätigt, u.zw., dass sie schnell erfahren haben, der Angeklagte Ilie Alexandru
würde den Raps nicht mehr kaufen. (Akte, S.80-82)
Trotzdem reisen die zwei Angeklagten in der selben Zeitspanne nach Bukarest zu der
UGBI Bank, wo sie sich mit dem Zeugen Schilling Hans-Joachim als auch mit dem
Vizepräsidenten der Bank treffen, um die notwendigen Formalitäten für den Geldtransfer
zu besprechen.
Die Angeklagte Bratu Elena eröffnet ein Konto für die HG „Cosmos“ GmbH und füllt
eine Überweisung im Wert von 22.560.000.000 Lei an die HG „Misaila&Panfil“ aus
(warum?), ohne jedoch das Datum einzutragen, dies sollte später, nachdem das Geld von
der Zivilpartei eingegangen ist, nachgeholt werden.
Der deutsche Partner verfügt nun über die notwendigen Dokumente, welche die Existens
der Rapsmenge bestätigen und möchte sich, guten Glaubens auch von der Tatsache
überzeugen, dass die 4.800 Tonnen Raps der HG „Misaila&Panfil“ GmbH bezahlt
werden.

10
Das Geld ging al 17. September 2001 auf die Bank ein, u.zw. 792.000 USD
(23.764.000.000 Lei). An diesem Tag erfolgte auch der Währungstausch, die Angeklagte
Bratu Elena fügte das Datum auf die bereits ausgefüllte Überweisung hinzu. Somit wurde
die Summe von 22.560.000.000 Lei auf das Konto der HG „Misaila&Panfil“ GmbH bei
der BCR-Bank, Filiale Slobozia.
Das Gericht ist der Meinung, dass dies der Augenblick der Durchführung der besonders
schwerwiegenden Betrugsstraftat ist. Diese Strafttat ist das Object dieser Strafsache.
Ohne der Beihilfe der Angeklagten Bratu Elena, hätte dieser Betrug nicht stattfinden
können und wäre nur in der Form eines Versuchs geblieben (durch das Abstehen der
Angeklagten).
Sie hat jedoch, obwohl ihr bekannt war, dass der Angeklagte Ilie Alexandru den Raps
aus Cazanesti nicht mehr kaufen will, die Überweisung ausgefüllt und somit das Geld
wissentlich in eine falsche Richtung „dirigiert“, zum Vorteil des Angeklagten.
Währed der Befragung zu diesem Thema verteidigte sich die Angeklagte, in dem sie
erklärte, dass sie erst nach dem 17.09.2001 erfahren hätte, dass die HG „Misaila&Panfil“
GmbH einen zu hohen Preis für den Raps fordere und dass sie mit diesem Geld den Raps
anderswo kaufen werden.
Die zwei Angeklagten reisten dann nach Cazanesti, wo sie den Firmenbesitzern
mitteilten, dass das Geld auf ihr Konto überwiesen wurde und sie besprachen dessen
Rückzahlung.
Nachdem das Geld auf das Konto der HG „Cosmos“ GmbH bei der BCR-Bank in
Slobozia einging, befasste sich Bratu Elena, auf Anweisung des Angeklagten mit der
Abholung und den Transport des Geldes zum Büro von Ilie Alexandru.
Diese Operationen sind aus den Bankdokumenten ersichtlich, die in die Strafakte erfasst
wurden und die Abgabe des Geldes an den Angeklagten wird durch dessen Geständnisse
als auch durch die Zeugenberichte von Vlaicu Catalin, Galu Antonio Adrian und Bratianu
George bestätigt.
Da bei der BCR-Bank Slobozia erklärende Dokumente erforderlich waren, wies die
Angeklagte Bratu Elena die Zeugen Bazac Adriana Cristina und Galu Antonio Adrian
falschen Angaben auf den Formblättern für die Anschaffung von Getreide zu machen.
Aufgrund dieser Formblätter hob die Angeklagte Bratu Elena von der BCR Bank in
Slobozia mit CEC-Blätter 9.800.000.000 Lei auf.
Um seine Straftaten zu verdecken, überzeugte der Angeklagte Ilie Alexandru drei
„Vertrauenspersonen“ davon, Verträge abzuschließen, laut denen sie sich verpflichteten
der HG „Cosmos“ GmbH Raps zu verkaufen, obwohl dies nicht der Wahrheit entsprach.
Entsprechend unterzeichneten sie auch Blanko-Überweisungen, die das Erhalten des
Geldes für den Ankauf von Raps bestätigten.
So wurde ein Vertrag mit dem Zeugen Mocanu Tiberiu für 800 Tonnen Raps im Wert
von 3.440.000.000 Lei abgeschlossen, mit dem Zeugen Marinescu Marin ein Vertrag für
den Ankauf von Raps im Wert von 14.080.000.000 Lei und ein Vertrag mit dem Zeugen
Mihai Danut für 650 Tonnen, im Wert von 2.860.000.000 Lei, letzterer dieser falschen
Verträge wurde von der Angeklagten Bratu Elena ausgefüllt und unterzeichnet.
So wie in der Strafsache bewiesen wurde, hat keiner der Zeugen Geld von dem
Angeklagten Ilie Alexandru erhalten, was bedeutet, dass dieser Nutznießer der gesamten
Summe war.
Aus diesem Grund ergibt sich aus den Beweisen in der Strafsache Folgendes:

11
- auf Anweisung des Angeklagten Ilie Alexandru hat die Angeklagte Bratu Elena
mehrere Überweisungen im Wert von 790.000.000 Lei ausgefüllt; mit dieser Summe
wurden die Schulden der HG „Urbis Cons“ GmbH bezahlt, Schulden für Baumaterial
für die Villa von Ilie Alexandru aus dem Dorf Paltinis in der Zeitspanne Januar 2001
und Juni 2001. (s. Erklärung des Zeugen Marinescu Marin, einziger Teilhaber der
HG „Urbis Cons“ GmbH, Akte Strafverfolgungsakte S 529 und S. 156 Strafakte und
die Erklärung des Zeugen Visan Gheorghe, Seite 555 Strafverfolgungsakte).
- Die Angeklagte Bratu Elena hat zusammen mit einer anderen Angestellten auf Bitte
des Angeklagten mehr als 1 Miliarde Lei in harte Währung umgetauscht (Erklärung
des Zeugen Vlaicu Catalin– Seite 155 Strafverfolgungsakte + Seite 240 Strafakte);
- In der selben Zeitspanne (8.-9. Oktober 2001, hat der Zeuge Mihai Danut der HG
„Oyl Company“ die Summe von 475 Millionen Lei ausgezahlt, Gegenwert für das
Gebäude in Paltinis, aus dem Geld, das er von dem Angeklagten erhielt (Erklärung,
Seite 250 Strafverfolgungsakte).
Der Zeuge Vlaicu Catalin erklärte noch, dass der Angeklagte Ilie Alexandru nach dem
Raps-Geschäft mehrere Kfz für sich und seine Familie kaufte: Wolkswagen Pasat (für Ilie
Cristian), Wolkswagen Golf (für die Frau Ilie Adriana), Mercedes und Audi S – von ihm
selbst gefahren (Seite 176 und 240).
Mittlerweile erhielt der genannte Danner Horst von der deutschen Firma seine Provision
und ist verschwunden.
Der Kommissionär der deutschen Firma nahm Kontakt mit Ilie Alexandru auf, der ihm
versicherte, dass er Raps aus anderen Speichern nach Constanta schicken wird, um den
Vertrag zu respektiert, was allerdings nie geschehen ist.
Die eigentliche Situation ergibt sich, so wie sie dargestellt wurde, aus der Klage der
Beschädigten, der Rechnung nr. 1337924/24.08.2001, der Lagerungsbescheinigung, den
Buchhaltungsunterlagen der HG „Cosmos“ GmbH und der HG „Misalia &Panfil“
GmbH, den Überweisungen und den CEC-Blättern und dem Briefwechsel zwischen der
HG „Cosmos“ GmbH und der Zivilpartei, den Anschaffungsformblättern aus den
Anlagen zusammen mit den Berichten der verhörten Zeugen und der Angeklagten.
Der Angeklagte hat die Betrugsstraftat nicht zugegeben; er behauptet, dass er die gesamte
Tätigkeit der HG „Cosmos“ GmbH nicht geleitet habe, dass er nur als Vermittler
gehandelt hätte und sich nur mit dem Abschluss und dem Abwickeln des Vertrags mit der
deutschen Firma für den Ankauf von Raps befasst habe. Er verneint auch seine
Beteiligung an den Treffen mit den deutschen Partnern, dass die HG „Cosmos“ GmbH
auf den Raps aus dem Speicher Cazanesti am 10. September 2001 verzichtet hätte, dass
er bei der UGBI Bank Überweisungen ohne Datum für die HG „Misaila&Panfil“ GmbH
ausfüllen lies und wissentlich die grundlose Überweisung des Geldes an eine Gesellschaft
und dann die Rücküberweisung desselben Geldes an die HG „Cosmos“ GmbH, also zu
seinem Nutzen, veranlasst haben soll.
Die o. dargestellten Handlungen der Angeklagten trugen dazu bei, die beschädigte Partei
irrezuleiten und das Gericht ist der Meinung, dass diese Handlungen als indirektes
Vorhaben gelten.
Die Betrugsstraftat ist eine vermögensschadenverursachende Straftat, beim Erfüllen der
Straftat wurde der Zivilpartei ein Schaden zugefügt, was einem ungerechten Vorteil des
Angeklagten entspricht.

12
In der Strafsache erfolgte die Betrugsstraftat als die deutsche Zivilpartei das Geld
überwiesen hat (aufgrund der falschen Unterlagen), da sie von dem Angeklagten auf eine
falsche Fährte geleitet wurden.
Gemäß Art. 26 StGB ist Mitschuld die Form der strafrechtlichen Beteiligung, bei der eine
Person vorsätzlich Beihilfe zum Erfüllen einer im StGB vorgesehenen Straftat geleistet
hat.
Durch die geschilderte Beteiligung hat die Angeklagte Bratu Elena Beihilfe bei der
Betrugsstraftat geleistet, indem sie, zum Schaden der Zivilpartei, dem Angeklagten Ilie
Alexandru zum unrechtmäßigem finanziellem Vorteil verhalf.
Da eine vorsätzliche Ausführung der Straftat vorliegt, ist die Veränderung der
Strafzumessung auf Fahrlässigkeit im Dienst nicht möglich; somit wird der Antrag der
Angeklagten Bratu Elena abgelehnt.
Die Tat der Angeklagten, andere Personen zu verleiten, falsche Angaben auf Formblätter
zu machen, vereinigt sowohl objektiv als auch subjektiv die Elemente der Straftat zur
Anstiftung der Urkundenfälschung.
Diese Formblätter wurden von der BCR-Bank als erklärende Unterlagen für die
Durchführung der Zahlung angefordert; aufgrund dieser Dokumente konnte die
Angeklagte Bratu Elena die Summe von 9.800.000.000 Lei bei der Bank abheben, das
heißt, die Unterlagen wurden zur Verursachung von strafrechtlichen Konsequenzen
eingesetzt.
Die Taten des Angeklagten Ilie Alexandru, der durch falsche Urkunden die verletzte
Partei HG „Baywa“ AG bei dem Ankauf von 5000 Tonnen Raps im Wert von
23.764.000.000 Lei irregeführt hat sind gemäß Art. 215, Abs. 1,2,3 und 5 StGB als
Vermögensbetrug und gemäß Art. 291 StGB als betrügerische Verwendung von
Fälschungen einzustufen.
Die Tat desselben Angeklagten mehrere Personen dazu zu verleiten, falsche Verträge für
den Ankauf von Raps abzuschließen, wird gemäß Art. 25, mit Bezug auf Art. 290 Abs. 1
StGB unter Anwendung Art. 41, Abs.2 StGB als Anstiftung zur Urkundenfälschung
eingestuft.
Bezüglich der Strafzumessung wird auf Art. 37, Buchst. A, StGB verwiesen, da der
Angeklagte ein vorbestrafter Wiederholungstäter ist, vorbestraft durch strafgerichtlichem
Beschluss Nr. 1669/21.07.1999 und Nr. 631/2 des Gerichtshofs Slobozia.
Die o. dargestellten Taten der Angeklagten Bratu Elena, die Beihilfe bei der Irreführung
der HG „Baywa“ AG geleistet hat und dadurch für die Zivilpartei ein Schaden von
23.764.000.000 Lei entstanden ist wird gemäß Art. 26, mit Bezug auf Art. 215, abs. 1,2,3
und 5, StGB als Beihilfe zum Vermögensbetrug eingestuft. Somit wird die
Strafzumessung aus der Anklageschrift verändert.
Die Tat der Angeklagten, die am 25.09.2001 einen falschen Ankaufsvertrag über 650
Tonnen Raps mit dem genannten Mihai Danut abgeschlossen hat wird gemäß Art. 290,
Abs.1 StGB als Urkundenfälschung eingestuft.
Da der Unterzeichnung der falschen Rechnung über 4.800 Tonnen kein vorsätzliches
Handeln zu Grunde liegt (verpflichtend gem. Art. 290 StGB) wird die Angeklage für
diese Straftat, gem. Art. 11, Pkt.2, Buchst. A und Art. 10. Buchst. D StPO
freigesprochen.
Die Tat derselben Angeklagten, die genannten Galu Antonio Adrian und Bazac Adriana
Cristina dazu zu verleiten, falsche Angaben auf den Formblättern für den Ankauf von

13
Getreide zu machen, die sie dann bei der BCR Bank vorzeigte, um das Geld abzuheben
ist laut Art. 25, unter Bezug auf Art. 290, Abs. 1, unter Anwendung Art. 41, Abs.2 StGB,
die Straftat der Anstiftung zur Urkundenfälschung.
Für die Begehung dieser Straftaten werden den Angeklagten Strafen aufgelegt, bei deren
Individualisierung die allgemeinen Individualisierungskriterien, die konkrete soziale
Gefahr der Taten, das laut Gesetz vorgesehenen Strafmaß, die Person der Angeklagten
und die schwerwiegenden Folgen der Taten (der besonders hohe verursachte Schaden)
berücksichtigt.
Gem Art. 215, Abs.5 StGB wird für die Betrugsstraftat und für die Beihilfe zum Betrug
die zusätzliche Strafe der Einschränkung der Ausübung einiger Rechte auferlegt und für
den Angeklagten Ilie Alexandru die zusätzliche Strafe der militärischen Degradierung,
gem. Art. 67, Abs. 2, StGB.
Beim Angeklagten Ilie Alexandru registriert das Gericht sein unehrliches Verhalten
während der gesamten Gerichtsverhandlung, die gänzliche Verneinung der Taten, die
Tatsache, dass er nicht zum ersten Mal mit dem Strafgesetz in Konflikt geraten ist (er hat
auch bevor Betrugsstraftaten begangen), die Tatsache, dass er nach früherer Verurteilung
rückfällig geworden ist (die Straftaten wurden während der Verschiebung der
Durchführung des Vollzugs einer 2jährigen Freiheitsstrafe begangen) und auch die
Tatsache, dass er einen beeindrucksvollen unberechtigten Nutzen als Folge dieser Straftat
hatte.
Außerdem wird, getrennt von den o.g. Gründen, auch der prekäre Gesundheitszustand
des Angeklagten berücksichtigt, da dieser ziemlich schwere gesundheitliche Leiden hat,
die durch gerichtsmedizinische Gutachten bestätigt werden. (Die Gutachten bestätigen
auch, dass diese Beschwerden auch in der Justizvollzugsanstalt behandelt werden
können).
Bei der Angeklagten Bratu Elena registriert die Instanz ihr ehrliches Verhalten, ihre
Kooperation mit den Rechtsbehörden, die Tatsache, dass sie nicht vorbestraft ist, die
Tatsache dass sie die Tat mit indirektem Vorhaben begangen hat und sie für sich selbst
keinen Nutzen daraus erarbeitete.
Es ist deutlich zu ersehen, dass sie durch die Durchführung der Anordnungen des
Angeklagten vor Gericht gelangt ist.
All diese Daten haben mildernde Auswirkungen und für eine gerechte Individualisierung
der Strafe werden gem. Art. 74 StGB mildernde Umstände berücksichtigt, mit der
Konsequenz der Verringerung der Strafe unter dem Minimum des vom Gesetz für diese
Straftaten vorgesehenen Strafmaßes.
Für beide Angeklagten gelten die Regeln der Tatmehrheit (die Straftaten wurden vor der
endgültigen Urteilsfindung begangen und die Angeklagten erwartet gem art. 34, Buchst.
B und Art. 35 StGB das höchste Strafmaß als auch die zusätzlichen Strafen).
Angewendet wird Art. 71 StGB, den Angeklagten wird die Ausübung der unter Art. 64
StGB vorgesehenen Rechte eingeschränkt.

Bevor die Gesamtstrafe für die Tatmehrheit ausgesprochen wird, ist noch die
Rückfälligkeit des Angeklagten Ilie Alexandru zu klären.
Es soll erwähnt werden, dass der erste Termin der Rückfälligkeit aus mehreren
Freiheitsstrafen von 2 Jahren, 2 Jahren und 3 Jahren, für tateinheitliche Straftaten durch
die Urteil Nr. 1669/21.07.1999 des Amtsgerichts Slobozia, endgültig durch den

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strafrechlichen Beschluss Nr. 1876/16.11.2000 des Berufungsgerichts Bukarest,
strafrechtlichen Beschluss Nr. 291/29.07.2001 des Gerichtshofs Ialomita und Strafurteil
Nr. 591/19.09.2000 des Gerichtshofs Bukarest, Strafrechtliche Abteilung I, endgältig am
28.06.2002 besteht.
Im Falle dieses letzten Urteils des Gerichtshofs Bukarest, endgültig am 28.06.2002,
besteht keine Tatmehrheit mit der gegenwärtigen Strafsache, da die Straftaten 1992
begangen wurden. Die Tatmehrheit der Straftaten ist von der endgültigen Verurteilung im
November 2000, für andere tatmehrheitliche Straftaten, die 1996 (Strafurteil Nr.
1669/1999) begangen wurden, unterbrochen worden.
Demnach besteht Tatmehrheit zwischen den Straftaten, für die der Angeklagte Ilie
Alexandru durch die Strafurteil NR. 591/2000 des Gerichtshofs Bukarest verurteilt
wurde, mit den Straftaten, für die der Angeklagte durch das Strafurteil Nr.
1669/21.07.1999 und Nr. 631/10.04.2001 des Amtsgerichts Slobozia, verurteilt wurde.
Aufgrund des Art. 10 Gesetz Nr. 137/1997 wir die bedingte Begnadigung folgender
Strafen aufgehoben:
- 2 Jahre Freiheitsstrafe, durch das Strafurteil Nr. 1669/21.07.1999 des Amtsgerichts
Slobozia für die unter Art. 194.5 aus dem Gesetz NR. 31/1990 vorgesehene Straftat
- 1 Jahr und 6 Monate Freiheitsstrafe bzw. 1 Jahr Freiheitsstrafe, durch das Strafurteil
Nr. 631/10.04.2001 des Amtsgerichts Slobozia, für die unter Art. 289 StGB, Art.
41.2 und 291 StGB, Art. 41 Abs. 2 StGB; diese werden ausgeführt.
Die durch das Strafurteil Nr. 591/19.09.2000 des Gerichtshofs in Bukarest festgelegten
Strafen desselben Angeklagten werden erneut individualisiert.
Demnach wird für die Gründung des ersten Rückfälligkeitstermins, gem. Art. 36 StGB
eine Gesamtstrafe aus folgenden Strafen gebildet:
- 2 Jahre und 2 Jahre Freiheitsstrafe – durch das Strafurteil NR. 1669/21.07.1999 des
Amtsgerichts Slobozia;
- 2 Jahre, 1 Jahr und 6 Monate und 1 Jahr Freiheiststrafe, durch das Strafurteil Nr.
631/21.07.1999 des Amtsgerichts Slobozia;
- 2 Freiheiststrafen von je 3 Jahren und 3 Jahre Einschränkung der unter Art. 64,
Buchst. a, b, c StGB vorgesehenen Rechte – durch das Strafurteil Nr. 591/2000 des
Gerichtshofs Bukarest, hat der Angeklagte Ilie Alexandru, gem. Art. 33, Buchst. a,
34, Buchst. b und 35 STGB 3 Jahre Freiheitsstrafe und die zusätliche Strafe der
Einschränkung gewisser Rechte zu vollziehen.
Aus dieser Strafe saß der Angeklagte bereits 511 Tage in Untersuchungshaft, in der
Zeitspanne 26.03.1997 – 18.08.1998, wie aus den o.g. Beschlüssen hervorgeht; demnach
wird diese Zeitspanne aus der auferlegten Strafe abgezogen. (es bleiben somit 584 Tage).
Für die Durchführung der Gesamtstrafe für die Tatmehrheit, werden gem. Art. 39, Abs. 2
StGB, die 12jährige Freiheitsstrafe dieses Gerichtsbeschlusses mit den restlichen 584
Tage aus der dreijährigen Freiheitstrafe vereint. Der Angeklagte erhält somit eine
12jährige Freiheitsstrafe.
Die davor aufgrund der o.g. Beschlüsse bestellten Vollzugsformen entfallen.
Gem Art. 350 StPO bleiben die beiden Angeklagten weiterhin in Untersuchungshaft,
aufgrund des Art. 88 StGB wird die Dauer der Untersuchungshaft vom 15.Oktober 2001
bis heute für den Angeklagten Ilie Alexandru bzw. vom 16. Oktober 2001 bis heute für
die Angeklagte Bratu Elena sowie ihre 24 stündige Vorbeugehaft aus den auferlegten
Strafen abgezogen.

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In der Zivilsache:
Die Zivilpartei HG „Baywa“ AG, mit dem Sitz in Deutschland nimmt im Strafverfahren
als Zivilpartei teil, mit der Gesamtsumme von 795.000 USD, davon 792.000 USD für die
versprochene Ware und 3.000 USD Prozesskosten.
In den von dem Verteidiger vorgelegten Schreiben wird behauptet, dass die Zivilpartei
von den Angeklagten beim Abschluss und bei Abwickeln des Vertrags irregeführt wurde,
aus den vorgelegten Beweisen ist zu ersehen, dass die Angeklagten keine Möglichkeit
hatten, diesen Vertrag abzuwickeln.
Aufgrund der vorgelegten Beweise und der o.a. Schuld der Angeklagten, findet das
Gericht dass die Zivilklage begründet ist.
Die Rechtsbegründung für die Verantwortung der Angeklagten ist auch die
Gesamtbegründung der deliktischen Zivilverantwortung – gem. Art. 998 des Zivilrechts
ist jede Person die einer anderen einen Schaden verursacht, verpflichtet diesen Schaden
gutzumachen.
Wenn gem. Art. 1003 des Zivilrechts das Delikt oder das Quasi-Delikt mehreren
Personen zuzuschreiben ist, tragen diese solidarisch den Schadenersatz.
Demnach sind die Angeklagten gem. Art. 14 und 346 StPO und Art. 998 und 1003 des
ZGB solidarisch verpflichtet der Zivilpartei Schadenersatz zu zahlen u. zw. den
Gegenwert in Lei zum Tageskurs der 792.000 USD.
Gem. Art. 348 StPO beschliesst das Gericht die gänzliche Annullierung der gefälschten
Urkunden, wie folgt: die 3 Kaufverträge für Raps, die von den Zeugen Marinescu Marin,
Mocanu Tiberiu und Mihai Danut abgeschlossen wurden (Seiten 193, 238 und 252,
Strafakte), die entsprechenden Überweisungen (Seiten 197-199, 239 und 251 Strafakte)
und die von den genannten Galu Antonio-Adrian und Bazac Adriana-Cristina
ausgestellten Formblätter für den Ankauf von Getreide.
Die Originale der restlichen Dokumente (Rechnung Nr. 1337924 vom 24.08.2001 und die
Lagerungsbescheinigung für 4.800 Tonnen Raps) wurden nicht aufgefunden.
Für die Wiedergutmachung des durch die Straftat verursachten Schadens besteht
weiterhin die gem. Erlass Nr. 108266/06.11.2001 getroffene Maßnahme der
Sicherheitsbeschlagnahme des Gebäudes in der Gemeinde Perieti, Dorf Paltinis, Kreis
Ialomita.
Obwohl sich dieses Gebäude auf dem Grundstück des Sohns des Angeklagten Ilie
Alexandru befindet, geht aus den Beweisen hervor, dass dieses von dem Angeklagten Ilie
Alexandru für sich und seine Familie gebaut wurde; somit liegt die Forderung des
Gegenwerts des Gebäudes bei dem Angeklagten.
nichtqualifizierten Arbeitskräften wurde in der Strafsache bewiesen, dass sich der
Angeklagte Ilie Alexandru mit dem Projekt und dem Bau dieses Gebäudes beschäftigt
hat, obwohl es auf dem Namen von Ilie Cristian war (s. Erklärungen, Seiten 50-52, 156
Strafakte und 603, 575, 573, 559, 562, 555 Strafverfolgungsakte).
Zusätzlich geht aus den Beweisen und aus den Erklärung der Angeklagten Bratu Elena
und der Zeugen Marinescu Marin, Vlaicu Catalin und Mihai Danut hervor, dass im
Monat September 2001, nach dem er in Besitz des Geldes von der deutschen Firma kam,
der Angeklagte Ilie Alexandru Baumaterial (im Wert von ca. 1 Miliarde Lei) für diese
Villa bezahlt hat.
Demnach wird der Antrag des genannten Ilie Cristian für die Aufhebung der
Sicherheitsbeschlagnahme zurückgewiesen.

16
Gem. Art. 191 Abs. 1 und 2 und Art. 193, Abs. 1 und 4 der StPO sind die Angeklagten
zur Zahlung der Prozesskosten an den Staat und der Zivilpartei verpflichtet (je ½ des
Gegenwerts von 3000 USD)
Siehe auch Anordnungen des Art. 363 StPO.

Aus diesen Gründen,


Im Namen des Gesetzes
Beschliesst

1. Augrund des Art. 215, Abs.1, 2, 3 und 5 StGB, unter Anwendung Art. 37, Buchst. a,
StGB wird der Angeklagte Ilie Alexandru, Sohn von Ilie und Petca, geboren am
20.08.1952 in Slobozia, Kreis Ialomita, wohnhaft in derselben Stadt, verheiratet,
Wiederholungstäter, zu 12 Jahren Freiheitsstrafe und 6 Jahre Einschränkung der unter
Art. 64, Buchst. a, b, c StGB vorgesehenen Rechte verurteilt.
Der Angeklagte wird auch zu der zusätzlichen Strafe der militärischen Degradierung,
gem. Art. 67, StGB verurteilt.
Aufgrund des Art. 291, StGB, unter Anwendung Art. 41, Abs. 2 und 37, Buchst. a, StGB
wird der Angeklagte zu 2 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.
Aufgrund des Art. 25, StGB mit Bezug auf Art. 290, Abs. 1, StGB, unter Anwendung des
Art. 41, Abs. 2 und 37, Buchst. a, StGB wird der Angeklagte zu 2 Jahren Freiheitsstrafe
verurteilt.
Gem. Art. 33, Buchst, a – 34, Buchst. b und 35 StGB wird der Angeklagte die schwerste
Strafe von 12 Jahren und die zusätzlichen auferlegten Strafen ausführen.
Das Gericht stellt Tatmehrheit bei den Straftaten fest, für die der Angeklagte Ilie
Alexandru durch das Strafurteil Nr. 1669/21.07.1999 des Amtsgerichts Slobozia,
endgültig durch den Strafbeschluss Nr. 1876/ 16.10.2000 des Berufungsgerichtshofs
Bukarest, das Strafurteil Nr. 631/10.04.2001 des Amtsgerichts Slobozia, endgültig durch
den Strafbeschluss Nr. 291/29.07.2001 des Gerichtshofs Ialomita und das Strafurteil Nr.
591/19.09.2000 des Gerichtshofs Bukarest, endgültig am 28.06.2002 bestraft wurde.
Die Begnadigung des Angeklagten für die auferlegte 2jährige Freiheitsstrafe durch das
Strafurteil Nr. 1669/21.07.1999 des Amtsgerichts Slobozia für die unter Art. 194, Pkt. 5,
Gesetz Nr. 31/1990, unter Anwendung des Art. 41, Abs. 2 StGB, vorgesehene Straftat
und für 1 Jahr und 6 Monate Freiheitsstrafe bzw. 1 Jahr Freiheitsstrafe durch das
Strafurteil des Amtsgerichts Slobozia für die unter Art. 289 StGB unter Anwendung des
Art. 41, Abs. 2 StGB und Art. 291 StGB, unter Anwendung des Art. 41, Abs. 2, StGB
werden aufgehoben.
Die durch das Strafurteil Nr. 591/19.09.2000 des Gerichtshofs Bukarest auferlegte
tatmehrheitliche dreijährige Freiheitsstrafe wird wie folgt aufgeteilt: 3 Jahre
Freiheitsstrafe und 3 Jahre Einschränkung der unter Art. 64, Buchst. a, b, c StGB
vorgesehenen Rechte, für die unter Art. 282, Abs. 1 und 2 StGB vorgesehene Straftat, 3
Jahre Einschränkung der unter Art. 64, Buchst. a, b, c StGB vorgesehenen Rechte für die
unter Art. 26 mit Berufung auf Art. 282, Abs. 1 und 2 StGB, unter Anwendung des Art.
41, Abs. 2 StGB vorgesehenen Strafe.
Aufgrund des Art. 36 StGB werden folgende Strafen: 2 Jahre Freiheitsstrafe – auferlegt
durch das Strafurteil Nr. 1669/21.07.1999 des Amtsgerichts Slobozia, 2 Jahre, 1 Jahr und

17
6 Monate, 1 Jahr Freiheitsstrafe – auferlegt durch das Strafurteil Nr. 631 /10.04.2001 des
Amtsgerichts Slobozia und die 2 Freiheitsstrafen von je 3 Jahren und 3 Jahre
Einschränkung der unter Art. 64, Buchst. a, b, c StGB vorgesehenen Rechte – auferlegt
durch das Strafurteil Nr. 591/2000, gem. Art. 33, Buchst. a, Art. 34, Buchst. b und Art.
35 StGB, zu einer tatmehrheitlichen Gesamtstrafe von 3 Jahren Freiheitsstrafe und 3
Jahren zusätzliche Strafe der Einschränkung gewisser Rechte.
Aus dieser Strafe werden die 511 Tage, die der Angeklagte ab 26.03.1997 bis 18.08.1998
in Untersuchungshaft verbracht hat, abgezogen.
Gem. Art. 39, Abs. 2 StGB wird aus der entstandenen 12jährigen Freiheitsstrafe dieses
Gerichtsbeschlusses und den restlichen 584 Tagen, aus der früheren 3jährigen Strafe eine
Gesamtstrafe von 12 Jahren Freiheitsstrafe.
Auch Anwendung des Art. 71 und 64 StGB.
Die früher aufgrund der o.a. Strafurteile ausgestellten Vollzugsbefehle entfallen.
Aufgrund des Art. 350 STPO, bleibt der Angeklagte weiterhin in Haft; aufgrund des Art.
88 StGB wird die Dauer der U-Haft wird vom 15. Oktober 2001 bis heute aus der Strafe
abgezogen.
2. Der Antrag der Angeklagten Bratu Elena zur Veränderung der Strafzumessung wird
zurückgewiesen.
Aufgrund des Art. 334 STPO wird die Strafzumessung aus der Anklageschrift verändert,
aus der unter Art. 215, Abs. 1, 2, 3, und 5 StGB vorgesehenen Straftat in die unter Art.
26, mit Berufung auf Art. 215, Abs. 1, 2,3 und 5 StGB vorgesehene Straftat. Gem. dieser
Grundlage und unter Anwendung des Art. 74-76 StGB wird die Angeklagte Bratu Elena,
Tochter von Ion und Tinca, geboren am 01. 12. 1953 in der Gemeinde Ulmu, Kreis
Calarasi, nicht vorbestraft, zu 5 Jahren Freiheitsstrafe und 3 Jahre Einschränkung der
unter Art. 64, Buchst. a, b und c StGB vorgesehenen Rechte, verurteilt.
Aufgrund des Art. 11, Pkt. 2, Buchst. a, zusammen mit Art. 10, Buchst. d STPO wird die
Angeklagte für die unter Art. 290, Abs. 1, StGB (die Tat vom 24.08.2001 –
Unterzeichnung der Rechnung für 4800 Tonnen Raps) vorgesehenen Straftat
freigesprochen.
Aufgrund des Art. 290, Abs. 1, StGB, unter Anwendung des Art. 74-76 des StGB, wird
die Angeklagte zu zwei Monaten Freiheitsstrafe verurteilt (die Tat vom 25.09.2001,
Unterzeichnung des falschen Vertrags mit Mihai Danut)
Aufgrund des Art. 25, mit Berufung auf Art. 290, Abs. 1 StGB unter Anwendung des Art.
41, Abs. 2, StGB und 74-76 StGB wird die Angeklagte zu 2 Monaten Freiheitsstrafe
verurteilt.
Gem. Art. 33, Buchst. a, Art. 34, Buchst.b und Art. 35 StGB hat die Angeklagte die
schwerste Strafe von 5 Jahren Freiheitsstrafe und die 3jährige zusätzliche Strafe
durchzuführen.
Angewendet werden Art. 71 und 64 StGB.
Aufgrund des Art. 350 STPO, bleibt die Angeklagte weiterhin in Haft; aufgrund des Art.
88 StGB wird die Dauer der U-Haft wird vom 16. Oktober 2001 bis heute aus der Strafe
abgezogen.
Aufgrund des Art. 14 und 346 STPO und Art. 998 und 1003 ZGB, haben die
Angeklagten solidarisch Schadenersatz in Höhe von 792.000 USD zum Tageskurs in Lei
an die Zivilpartei „Baywa“ AG, mit Sitz in Deutschland, München verpflichtet.

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Aufgrund des Art. 348 STPO werden folgende gefälschte Urkunden als ungültig erklärt:
die drei Verträge für den Verkauf von Raps, abgeschlossen mit den genannten Marinescu
Marin, Mocanu Tiberiu und Mihai Danut (Seiten 193, 238, 252, Strafakte), die
Geldüberweisungen aufgrund dieser Verträge (Seiten 197-198, 239 und 251) und die
Formblätter für den Ankauf von Getreide, ausgestellt von den genannten Gallu Antonio
Adrian und Bazac Adriana Cristina.
Die durch Beschluss Nr. 108266/ 06.12.2001 entstandene Sicherheitsbeschlagnahme des
Gebäudes aus der Gemeinde Perieti, Dorf Paltinis, Kreis Ialomita bleibt erhalten.
Der Antrag von Ilie Cristian wird zurückgewiesen.
Aufgrund des Art. 191, Abs. 1, 2 udn !93 Abs. 1 und 4 STPO sind die Angeklagten zu
Gerichtskosten wie folgt verpflichtet:
- der Angeklagte Ilie Alexandru zum Gegenwert in Lei von 1.500 USD and die
Zivilpartei „Baywa“ AG München und 2.630.000 Lei Gerichtskosten an den Staat,
davon 130.000 Lei Gutachten-Gebühr and das Institut für Gerichtsmedizin in
Bukarest, die aus dem Budget des Justizministeriums vorbezahlt wurde.
- Die Angeklagte Bratu Elena zum Gegenwert in Lei von 1.500 USD an die Zivilpartei
„Baywa“ AG und 2.500.000 Lei Gerichtskosten an den Staat.

Berufung innerhalb von 10 Tagen ab der Urteilssprechung durch den Staatsanwalt und
den vertretenen Parteien und ab der Mitteilung von den Angeklagen.

Aussgesprochen in öffentlicher Sitzung am 02.10.2002.

Vorsitzender Gerichtsschreiber

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