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Wilhelm Hauff - Vertreter der deutschen Romantik, sein Lebens- und

Schaffensweg
Gemacht von der Studentin der Gruppe 403/2 Polina Dendebera

Wilhelm Hauff wurde am 29. November 1802 in Stuttgart, und zwar im


Herzogtum Württemberg geboren. Wilhelm Hauff war ein deutscher Dichter und
Schriftsteller. Sein Schaffen wird in den meisten Quellen zur Epoche der
Spätromantik. Es muss auch darauf hingewiesen werden, dass er auch als ein
bedeutender Vertreter des Schwäbischen Dichterkreises (auch die Schwäbische
Dichterschule genannt) gilt. Der Schwäbische Dichterkreis war ein lockerer
Zusammenschluss von Autoren an der Universität Tübingen, dem auch Karl
Heinrich Gotthilf von Köstlin, Eduard Mörike, Gustav Schwab, Karl August
Varnhagen von Ense angehörten.
Zunächst gehe ich auf den Lebenslauf von Wilhelm Hauff.
Er entstammte einem vornehmen Haus und bürgerliche Ehrbarkeit war in
seinem Elternhaus oberstes Gebot. Was seine Eltern angeht, so war sein Vater,
August Friederich Hauff, war Regierungs-Sekretarius, später Kabinetts-
Ministerialregistrator in Stuttgart. Hauffs Mutter eine begabte Erzählerin. Wilhelm
Hauff hatte 3 Geschwister: einen älteren Bruder Hermann und die beiden jüngeren
Schwestern Marie und Sophie. Hauffs Vater starb bereits 1809, nachdem er als
Republikaner denunziert und zeitweise inhaftiert worden war. So war seine Mutter
gezwungen, mit ihren vier Kindern nach Tübingen umzuziehen. wo sie zunächst
im Haus des Großvaters, des Obertribunalrats Elsässer, wohnen. Diese Zeit hat zur
zukünftigen schriftstellerischen Karriere von Hauff deutlich beigetragen. Wilhelm
war ein besessener Leser und die umfangreiche Bibliothek des Großvaters bot ihm
vielfältige Lektüre, wahllos verschlang er, was ihm in die Hände fiel: Räuber-,
Ritter- und Historienromane, aber auch Goethe, Schiller, Jean Paul, Wieland und
Lessing.
In Tübingen begann Hauff seine Schulausbildung. In Tübingen besuchte Wilhelm
Hauff von 1809 bis 1816 die Schola Anatolica, die damalige Tübinger
Lateinschule. Da wegen der begrenzten finanziellen Mittel der Mutter das Studium
an der Universität seinem Bruder Hermann, der als zuverlässiger gilt, vorbehalten
bleibt, bleibt für Wilhelm Hauff nur die ,schwäbische Regel': die theologische
Laufbahn, für die der Staat bezahlt. Nach der Lateinschule in Tübingen kommt
Hauff im September 1817 auf die Klosterschule in Blaubeuren, im Oktober 1820
tritt er ins evangelische Stift in Tübingen ein, wo er das Studium der Theologie
und Philosophie aufnimmt. Nur im ersten Jahr lebt Hauff im Stift, später wird ihm
der Status des “Stadtstudenten“ zugestanden und er wohnt „in einem stillen
Stübchen“ bei der Mutter. Er muss betont werden, dass Wilhelm Hauff das freie,
ungebundene Studentenleben wirklich genoss. Er hatte viel Freizeit. Den größten
Teil von seiner Freizeit widmete er der Compagnie. Die Compagnie war eine
kleine burschenschaftliche Bewegung, deren zwangloser, nicht reglementierter
Umgang Hauff sehr zustatten kam und aus der langjährige Freundschaften
hervorging.
Während seines Studiums, nämlich im Jahr 1821, schloss er sich der
Burschenschaft Germania an, deren Eintreten für gesellschaftliche Freiheitsrechte
seiner politischen Gesinnung entsprach. Hauff versuchte sich zu dieser Zeit bereits
am Texten von Studentenliedern. Aus dieser Zeit stammen einige im
Kommersbuch abgedruckte Texte von Studentenliedern. Es ist auch wichtig, dass
Wilhelm Hauff nur kurze Zeit offizielles Mitglied der Burschenschaft Germania
war. Burschenschaftliche Vereinigungen wurden nach den Karlsbader Beschlüssen
im Deutschen Bund verboten, im relativ liberalen Württemberg wurde ihr Treiben
jedoch toleriert. Erst 1824 verstärkte sich der Druck, vor allem durch Preußen und
Österreich, was zum Verbot der studentischen Korporationen und zur
Verschärfung der Pressezensur in Württemberg führte.
Hauff legt zu dieser Zeit die Abschlussprüfung an der Universität ab. 1824
wurde Wilhelm Hauff in Tübingen zum Dr. phil. promoviert. Obwohl er sich 1825
einer zweiten theologischen Dienstprüfung unterzieht und auch promoviert wird,
zeigt er keinerlei Ambitionen im Hinblick auf ein Pfarramt. Die Alternative dazu
stellt – wie für so viele andere – eine Hofmeisterstelle dar. Hauff findet diese in der
Familie des württembergischen Kriegsratspräsidenten von Hügel in Stuttgart.
Hauff arbeitete von 1824 bis 1826 in Stuttgart bei Ernst Eugen Freiherr von Hügel
als Hauslehrer und reiste danach durch Frankreich und Norddeutschland. Die
Erziehung der beiden Söhne des Ministers lässt Hauff genügend Zeit für seine
schriftstellerischen Projekte. Nach den Gedichten und Liedern seiner Studentenzeit
drängt er nun mit Macht ins literarische Geschäft.
Im April schnitt er aus der Hofmeisterstelle bei der Familie von Hügel aus
und begibt sich auf die 'grand tour', eine Bildungsreise durch Frankreich, Flandern
sowie Nord- und Mitteldeutschland. Über Bremen Berlin, Leipzig und Dresden
kehrt er nach Württemberg zurück. Mit dem 1. Januar 1827 übernahm er als
Redakteur das Morgenblatt für gebildete Stände des Stuttgarter Verlegers Cotta.
Das gesicherte Einkommen, über das er nun verfügte, erlaubte die Heirat mit seiner
Cousine Luise Hauff, die er bereits während seiner Tübinger Zeit kennengelernt
hatte und mit der er seit Ostern 1824 verlobt war.
Im August unternahm er eine Reise nach Tirol, um Material für einen
geplanten Roman über Andreas Hofer zu sammeln. Während der Reise infizierte er
sich mit Typhus und kehrte krank zurück. Anfang November bessert sich sein
Gesundheitszustand etwas, aber bald folgt ein schwerer Rückfall; der Hofarzt Dr.
Zeller diagnostiziert Schleim- und Nervenfieber.
Die Geburt seiner Tochter Wilhelmine am 10. November erlebt Hauff noch.
Hauff starb acht Tage später an einer Typhuserkrankung, am 18. November 1827
im Alter von nur 25 Jahren. Er liegt auf dem Hoppenlau-Friedhof in Stuttgart
begraben. Zum Gedenken an den beliebten und bedeutenden Schriftsteller wurde
1978 der Wilhelm-Hauff-Preis zur Förderung von Kinder- sowie Jugendliteratur
geschaffen, der seither viermal vergeben wurde (u.a. an Astrid Lindgren, Michael
Ende).
Hauff gilt als frühvollendetes Genie, dem es in seinem allzu kurzen Leben
nicht bestimmt war, sein literarisches Talent zu entwickeln. Seine trotz allem
ansehnliche Produktion, scheinbar leichthin und mühelos verfasst, trägt ihm schon
zu Lebzeiten polemische Kritiken ein. Vorgeworfen wird ihm, den schnellen
Erfolg im literarischen Tagesgeschäft zu suchen und dem Modegeschmack mehr
zu huldigen, als sich um Tiefe und Bedeutsamkeit, für die „hohe“ Literatur
gemeinhin einzustehen hat, zu bemühen. Dennoch – oder gerade deswegen – sind
vor allem seine Märchen bis heute lebendig geblieben.
Und nun gehe ich zum Schaffen von Wilhelm Hauff über.
Der Schriftsteller wurde nur 24 Jahre alt. Er starb kurz vor seinem 25.
Geburtstag. Seine kurze obgleich intensive literarische Schaffensperiode begann
im Jahr 1825, nur knapp zwei Jahre vor seinem Tod. In nicht viel mehr als 2 Jahren
erschienen alle Werke von Hauff: drei umfangreiche Romane, sieben größere
Novellen, drei Märchenalmanache mit über einem Dutzend Märchen und
Erzählungen sowie eine Anzahl von Gedichten, Skizzen, Aufsätzen und
Rezensionen. Seinen Schaffensweg begann Wilhelm Hauff mit dem Verfassen von
Novellen. Schon während seiner Studienzeiten war Hauff vom fieberhaften Drang
zu schreiben erfaßt. So verfasste er 1825 einige Novellen, wie “Mittheilungen aus
den Memoiren des Satan“ und „Othello“ sowie seinen ersten Märchenalmanach. Es
muss auch erwähnt werden, dass Hauff seine Werke ohne Mühe mit fast
unbegreiflicher Schnelligkeit produzierte, als ob er seinen frühen Tod ahnen
würde.
Vorwiegend befasste sich Wilhelm Hauff mit den prosaischen Werken. Als
Ausnahme gelten nur wenige lyrische Werke, und zwar Gedichte, darunter die
gleichsam zu Volksliedern gewordenen Gedichten „Reiters Morgengesang“ und
„Soldatenliebe“. Er besaß ein ursprüngliches Erzählertalent, hatte Spürsinn für das
Aktuelle, eine glänzende Begabung und eine frappierende Gewandtheit, sich
anzuempfinden und nachzuahmen. Er war mehr Literat als Poet und erhob sich
doch mit einigen seiner Dichtungen weit über die Belletristik seiner Zeit.
Im Jahr 1825 machte Hauff mit der Satire Der Mann im Mond auf sich
aufmerksam. Darin parodierte er den Stil und die Manier des Trivialautors
Heinrich Clauren und dessen Erzählung Mimili. Der Roman wurde zu einem
literarischen Skandal, führte dem berüchtigten Claurenprozeß,. Nur zwei Jahre
danach legte er mit seiner Controvers-Predigt über H. Clauren und den Mann im
Mond den sogenannten literarischen Bluff offen. Wie weit H. von Claurens damals
viel gelesenen Gesellschaftsromanen beeinflußt war, wie weit er sie bewußt
nachahmte oder sie, wie er später in seiner „Kontroverspredigt“ betonte, durch
Übertreibung parodierte, ist bis heute nicht völlig geklärt.
Bewußter Nachahmung entsprang auch Hauffs berühmtester Roman „Der
Lichtenstein“, der 1826 erschien, mit dem Wilhelm Hauff ein deutscher Walter
Scott werden wollte, größten Erfolg hatte und zu einem Begründer des historischen
Romans in Deutschland wurde. Starke Begabung verraten verschiedene seiner
Erzählungen, die historische und zeitgeschichtliche Stoffe behandeln, so vor allem
„Jud Süß“, „Die Bettlerin vom Pont des Arts“ und „Das Bild des Kaisers“. Am
künstlerisch gelungensten sind die „Phantasien im Bremer Ratskeller“.
Ein Hinweis, der als beachtenswert gilt, ist die Tatsache, dass Hauff in
mehreren Werken, wie etwa Jud Süß (1827), Mittheilungen aus den Mittheilungen
aus den Memoiren des Satans (1825) und Abner, der Jude, der nichts gesehen hat
(1826), durch Beschreibungen der Charaktere sowie der Physiognomien seiner
Protagonisten, auch anti-jüdische Stereotypen und Klischees der damaligen Zeit
zitierte und wiedergab. Hauff durchschaute die Mechanismen des expandierenden
Büchermarkts seiner Tage sehr genau. Er nutze diesen Durchblick für seinen
sozialen Aufstieg als Schriftsteller gut und produzierte in einer kurzen, aber eben
äußerst effektiven Schaffenszeit ein beachtliches Gesamtwerk bekannter
schriftstellerischer Werke.
In erster Linie aber verbindet sich Hauffs Name mit den Märchen, die,
kunstvoll in Rahmenerzählungen eingebettet, in drei Almanachen auf die Jahre
1826, 1827 und 1828 erschienen. Sie sind von alten Traditionen, vor allem der
vorromantischen Zeit abhängig, doch zu Kunstwerken eigener Prägung geworden,
da H. seine Vorlagen in freier schöpferischer Form weitergebildet hat. Bis heute
gelten die Märchen des Dichters als beachtliche und beliebte Werke und werden
deshalb immer wieder neu verlegt. Die Märchen des Dichters sind im gesamten
deutschen Sprachraum bekannt. Hauffs Märchen fallen in die Literaturepoche der
Spätromantik und wurden nach den damaligen Zensurbestimmungen der
Karlsbader Beschlüsse im Jahre 1819 veröffentlicht.
Sein erster Band, der Märchen-Almanach auf das Jahr 1826 für Söhne und
Töchter gebildeter Stände, umfasst etwa “Die Karawane“ (Rahmenerzählung)
sowie die Märchen, darunter sind die bekanntesten „Kalif Storch“ und „Der kleine
Muck“.
Wilhelms Hauffs zweiter Märchen-Almanach (1826), welcher die
Rahmenerzählung Der Scheich von Allessandria und seine Sklaven umfasst,
erweitert die Schauplätze der Handlung und verlässt dabei die rein orientalischen
Orte der ersten Märchen. Er beinhaltet die Märchen Zwerg Nase und auch zwei
von Wilhelm Grimm übernommene sehr bekannte Erzählungen Schneeweißchen
und Rosenroth sowie Das Fest der Unterirdischen, welches in der bekannten
grimmschen Märchensammlung nicht zu finden ist.
Die Märchen wurden in viele Sprachen übersetzt, und daher sind „Kalif
Storch“, „Zwerg Nase“, „Der kleine Muck“ oder „Das kalte Herz“ geradezu
Märchengestalten der Weltliteratur geworden.
Es ist auch wichtig zu sagen, dass Hauffs Werke einen hohen Stellenwert in
der europäischen Märchentradition haben. Im dritten Band seiner Märchen und
Erzählungen geht es eher um Sagen und dramenähnliche Geschichten. Er enthält
unter anderem die Titel Das Wirtshaus im Spessart und die Schwarzwaldsage Das
kalte Herz, das zu einem seiner bekanntesten Werke wurde.
Wilhelm Hauff verfasste in den Jahren von 1825 bis 1827 auch drei Satiren.
Seine Werke Der Mann im Mond oder Der Zug des Herzens ist des Schicksals
Stimme wurden 1825 unter dem Namen des damals sehr populären Heinrich
Clauren veröffentlicht. Hauff imitierte und persiflierte in diesem Werk den Stil
Claurens und nahm damit polemisch die Trivialliteratur des bekannten Autors aufs
Korn. Die beiden weiteren satirischen Werke des Schriftstellers sind Mittheilungen
aus den Memoiren des Satan und die Controvers-Predigt über H. Clauren und den
Mann im Mond, die er vor Publikum in der Herbstmesse 1827 hielt und den
Angriff auf Clauren abermals verschärfte.
Viele von Wilhelm Hauffs Werken wurden nach seinem Tod verfilmt und
von bekannten Regisseuren für die Lichtspieltheater und das Fernsehen in Szene
gesetzt.
Zu den bekanntesten Verfilmungen von Hauffs Märchen zählen etwa die
Produktion Das Wirtshaus im Spessart unter der Regie von Adolf Wenter aus dem
Jahr 1923, die erneute Verfilmung von 1957 durch Kurt Hoffmann, Paul
Verhoevens Das kalte Herz von 1950 und Die Geschichte vom kleinen Muck von
Wolfgang Staudt von 1953.
Zusammenfassend lässt sich Folgendes sagen: Hauff steht zwischen
Romantik und Frührealismus, ist aber auch von literarischen Strömungen
vorromantischer Zeit abhängig. Er war kein eigentlich originaler Geist, und leicht
lassen sich die Einflüsse von, E. T. A. Hoffmann und Fouqué, von Walter Scott
und Jean Paul nachweisen. Dennoch fällt es schwer, ihn einer bestimmten Schule
einzuordnen. Phantasie und Intellekt, früh gewonnene Routine und eine
gemütvolle, lebhafte Einbildungskraft verbinden sich in seinem Werk und seinem
Charakter in besonderer Weise. Wo beides zugleich anklingt, sich die realistisch
gezeichnete Welt der Tatsachen mit den Geheimnissen und Wundern der Welt am
innigsten durchdringen, gelang ihm echte Dichtung.
Quellen:
1. https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Hauff
2. https://www.xlibris.de/Autoren/Hauff/Biographie/Seite1
3. https://www.deutsche-biographie.de/sfz39343.html
4. https://wortwuchs.net/lebenslauf/wilhelm-hauff/#biografie