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Bettina Brentano (von Arnim)

Jugend
Bettina Brentano war das siebte von zwölf Kindern des Großkaufmanns Peter
Anton Brentano und seiner zweiten Frau Maximiliane La Roche (Tochter der
Schriftstellerin Sophie La Roche). Die aus Italien stammende altadelige Familie
war begütert. Sie besaß das später von Bettinas Brüdern geleitete Haus zum
Goldenen Kopf, die Zentrale einer blühenden Ex- und Importfirma, von der Bettina
ein beträchtliches Erbe zufiel. Von ihren Geschwistern wurde Bettina schon früh
„der Kobold“ genannt und auch später geschah dasselbe in der Berliner
Gesellschaft.
1793 starb Bettinas Mutter. Die Tochter wurde deswegen bis zu ihrem 13.
Lebensjahr (1794–1796) in der Ursulinenschule Fritzlar (einem Kloster bei Kassel)
erzogen. Nach dem Tod des Vaters lebte sie ab 1797 bei ihrer Großmutter Sophie
La Roche in Offenbach am Main, später in Frankfurt am Main. Ihre Schwester
Kunigunde Brentano war mit dem Rechtsgelehrten Friedrich Karl von Savigny
verheiratet und lebte in Marburg, wo Bettina einige Zeit bei ihnen wohnte.
1804 begannen Freundschaft und Briefwechsel mit Karoline von Günderrode
(Freitod 1806 in Winkel am Rhein).
1806–1808 erfolgte die Herausgabe der Volksliedersammlung Des Knaben
Wunderhorn durch ihren Bruder Clemens Brentano und Achim von Arnim und
ihre Mitarbeit an Arnims Zeitung für Einsiedler.
1807 (in ihrem 22. Lebensjahr) kam es zu einer ersten Begegnung mit Goethe in
Weimar (von Wieland als Enkelin der Sophie La Roche empfohlen).
1810 folgte sie den Savignys nach Berlin. Auf dieser Reise traf sie am 8. Mai in
Wien ein und wohnte dort bei ihrer Schwägerin Antonie Brentano, die sie Ende
Mai mit Ludwig van Beethoven bekannt machte. Folgt man ihren eigenen Briefen
und Erinnerungen, so begegnete sie Beethoven nur dreimal, ehe sie die Stadt am 3.
Juni wieder verließ und mit der Familie Savigny nach Prag weiterreiste. Diese
Begegnung prägte sie jedoch maßgeblich.
Ehe mit Achim von Arnim
1811 heiratete Bettina Brentano Achim von Arnim, den sie bereits in Frankfurt als
Freund und literarischen Arbeitskollegen ihres Bruders Clemens Brentano
kennengelernt hatte. Die Arnims waren bis zu seinem plötzlichen Tod 1831
zwanzig Jahre verheiratet. Das Paar lebte überwiegend getrennt – während Bettina
in Berlin lebte, bewirtschaftete Achim das Gut Wiepersdorf.
Der Ehe entstammten sieben Kinder.
Soziale und literarische Arbeit
Bettina von Arnims literarisches und soziales Engagement trat erst nach dem Tod
ihres Mannes 1831, dessen Werke sie herausgab, ins Licht der Öffentlichkeit. Die
neue Autonomie, die der Witwenstand ermöglichte, führte zu einer Verstärkung
ihres öffentlichen Wirkens. Sie wurde zur Herausgeberin seiner "Gesammelten
Werke". Bei der Choleraepidemie in Berlin engagierte sie sich für soziale
Hilfsmaßnahmen in den Armenvierteln und pflegte Erkrankte. Aus Anlass der
Thronbesteigung des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. veröffentlichte sie
1843 die Sozialreportage Dies Buch gehört dem König. Das aus fiktiven Dialogen
zwischen der Mutter Goethes und der Mutter des preußischen Königs bestehende
Werk wurde in Bayern verboten.
Der spätere Kunst- und Kulturhistoriker Jacob Burckhardt (1818–1897) studierte
1841–1843 in Berlin, wurde von Bettina von Arnim empfangen und beschrieb
diese in einem Brief an seine Schwester Louise am 29. Januar 1842 wie folgt: „Ein
54jähriges Mütterchen, klein aber von schöner Haltung, mit wahrhaften
Zigeunerzügen im Angesicht, aber so wunderbar interessant, wie selten ein
weiblicher Kopf; schöne, echte kastanienbraune Locken, die braunsten,
wundersamsten Augen, die mir je vorgekommen sind.“
In der Ernüchterung, die der gescheiterten Revolution von 1848 folgte, verfasste
sie 1852 die Fortsetzung Gespräche mit Dämonen, in der sie für die Abschaffung
der Todesstrafe und die politische Gleichstellung von Frauen und Juden eintritt.
Ihre weitreichende Korrespondenz zur Ermittlung statistischer Angaben für ihr
Armenbuch erregte großes Aufsehen. Das Buch wurde bereits vor seinem
Erscheinen von der preußischen Zensur verboten, da man Bettina von Arnim
verdächtigte, den Weberaufstand mit angezettelt zu haben.
Sie stand den Ideen der Frühsozialisten nahe; 1842 traf sie mit Karl Marx
zusammen, hielt jedoch an der Idee eines Volkskönigs fest. Der König sollte erster
Bürger einer Gemeinschaft von Bürgern sein und mit ihnen den Staat erschaffen, in
dem sie leben wollten.
Tod und Nachwirkung
1854 erlitt Bettina von Arnim einen Schlaganfall, von dem sie sich nicht mehr
erholte.
Am 20. Januar 1859 starb sie im Kreise ihrer Familie, zu ihrer Seite das von ihr
gefertigte Goethe-Monument. Sie wurde neben ihrem Mann an der Kirche von
Wiepersdorf beigesetzt. Auf ihrem Grabstein ist fälschlicherweise als Geburtsjahr
1788 angegeben, tatsächlich wurde sie 1785 geboren.
1985 wurde aus Anlass ihres 200. Geburtstages in Berlin die Bettina-von-Arnim-
Gesellschaft gegründet. Sie hat das Ziel, Leben und Werk der Autorin einer
breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Die Gesellschaft schreibt alle drei
Jahre einen undotierten Forschungspreis aus und gibt das Internationale Jahrbuch
der Bettina-von-Arnim-Gesellschaft heraus.
1991 wurde vom Freundeskreis Schloss Wiepersdorf – Bettina und Achim von
Arnim-Museum e. V. im Schloss Wiepersdorf ein Museum eingerichtet, das
Exponate aus dem Leben des Dichterpaares, einiger ihrer Nachfahren und ihres
Umfeldes zeigt.
Sie ist auf dem 1992 erschienenen 5-DM-Schein der letzten D-Mark-
Banknotenserie abgebildet.
An der Ursulinenschule in Fritzlar, an der Bettina von Arnim Internatsschülerin
war, wird seit 2002 das Bettina-von-Arnim-Forum veranstaltet.
Die Bettinaschule im Frankfurter Westend ist nach Bettina von Arnim benannt,
ebenso die Bettina-von-Arnim-Schule in Berlin-Reinickendorf.
Goethe
1806 begann die Freundschaft Bettina Brentanos mit Goethes Mutter Katharina
Elisabeth Goethe. Der Dichter hatte auf die ihm schwärmerisch erscheinenden
Briefe Bettinas zunächst nicht geantwortet. Doch ein Jahr später durfte sie in
Weimar erstmals den von ihr extrem verehrten Johann Wolfgang Goethe besuchen.
Es begann ein Briefwechsel zwischen den beiden, der nach Goethes Tod unter dem
Titel Goethes Briefwechsel mit einem Kinde berühmt wurde. 1811, im Jahr ihrer
Heirat, kam es nach einer öffentlichen Auseinandersetzung zwischen ihr und
Goethes Ehefrau Christiane zum Bruch mit Goethe. In einer Gemäldeausstellung
des Goethe-Vertrauten Johann Heinrich Meyer hatte sich Bettina von Arnim
abfällig über die Werke von „Kunschtmeyer“ geäußert. Christiane riss ihr
daraufhin die Brille von der Nase, und Bettina nannte Christiane eine
„wahnsinnige Blutwurst“. Goethe verbot Bettina von Arnim und ihrem Ehemann
fortan sein Haus. Als er das Ehepaar ein Jahr später in Bad Teplitz traf, nahm er
von ihnen keine Notiz und schrieb seiner Frau: „Ich bin sehr froh, daß ich die
Tollhäusler los bin.“ Wiederholte Briefe, in denen Bettina ihn verzweifelt um
erneute Kontaktaufnahme bat, ließ er unbeantwortet.
Werke: Tagebuch, Goethes Briefwechsel mit einem Kinde, Die Günderode.
Briefe: Wilhelm Schellberg, Friedrich Fuchs (Hrsg.): Die Andacht zum
Menschenbild. Unbekannte Briefe von Bettine Brentano; Johannes Müller (Hrsg.):
Bettine von Arnim, Werke und Briefe; Briefwechsel Robert und Clara Schumanns
mit Korrespondenten in Berlin 1832 bis 1883.

„Auf diesem Hügel überseh ich meine Welt!“

Auf diesem Hügel überseh ich meine Welt!


Hinab ins Tal, mit Rasen sanft begleitet,
Vom Weg durchzogen, der hinüber leitet,
Das weiße Haus inmitten aufgestellt,
Was ist's, worin sich hier der Sinn gefällt?

Auf diesem Hügel überseh ich meine Welt!


Erstieg ich auch der Länder steilste Höhen,
Von wo ich könnt die Schiffe fahren sehen
Und Städte fern und nah von Bergen stolz umstellt,
Nichts ist's, was mir den Blick gefesselt hält.

Auf diesem Hügel überseh ich meine Welt!


Und könnt ich Paradiese überschauen,
Ich sehnte mich zurück nach jenen Auen,
Wo Deines Daches Zinne meinem Blick sich stellt,
Denn der allein umgrenzet meine Welt.
«На этом холме я смотрю на свой мир!»

На этом холме я смотрю на свой мир!


Вниз в долину, мягко в сопровождении лужайки,
Пересеченный дорогой, ведущей через
Белый дом установлен посреди
Какой здесь смысл?

На этом холме я смотрю на свой мир!


Еще я поднялся на самые крутые высоты страны,
Откуда я вижу, как идут корабли
И гордо окружает города далекие и близкие горами,
Ничто не привлекает мои глаза.

Я смотрю на свой мир на этом холме!


И могу ли я увидеть рай
Я хотел вернуться на эти луга
Где вершина твоей крыши противостоит моему взору,
Потому что только это определяет мой мир.

Blumen sind die Liebesgedanken der Natur

Seelied

Es schien der Mond gar helle,


Die Sterne blinkten klar,
Es schliefen tief die Wellen,
Das Meer ganz stille war.

Ein Schifflein lag vor Anker,


Ein Schiffer trat herfür:
Ach wenn doch all mein Leiden
Hier tief versunken wär.

Mein Schifflein liegt vor Anker,


Hat keine Ladung drin,
Ich lad ihm auf mein Leiden
Und laß es fahren hin.

Und als er sich entrissen


Die Schmerzen mit Gewalt,
Da war sein Herz zerrissen,
Sein Leben war erkalt'.

Die Leiden all schon schwimmen


Auf hohem Meere frei,
Da heben sie an zu singen
Eine finstre Melodei.

Wir haben festgesessen


In eines Mannes Brust,
Wo tapfer wir gestritten
Mit seines Lebens Lust.

Nun müssen wir hier irren


Im Schifflein hin und her:
Ein Sturm wird uns verschlingen,
Ein Ungeheuer im Meer.

Da mußten die Wellen erwachen


Bei diesem trüben Sang;
Verschlangen still den Nachen
Mit allem Leiden bang.

Морская песня

Луна казалась очень яркой


Звезды отчетливо мигали
Волны крепко спали
Море было тихо.

Корабль стоял на якоре


Шкипер вышел вперед:
О, если бы все мои страдания
Здесь бы глубоко погрузился.

Мой корабль стоит на якоре


В нем нет груза
Я приглашаю его к своим страданиям
И отпусти.

И когда он оторвался
Боль от насилия
Тогда его сердце было разорвано
Его жизнь была холодной.

Страдания уже плывут


Бесплатно в открытом море
Затем они начинают петь
Темная мелодия.
Мы застряли
В мужской груди
Где мы храбро сражались
С похотью его жизни.

Теперь мы должны ошибаться здесь


Взад и вперед в лодке:
Буря нас поглотит
Чудовище в море.

Затем волны должны были проснуться


С этой скучной песней;
Тихо поглотил лодку
Боится всех страданий.