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Römische Propaganda

Die römischen Kaiser und Herrscher wollten, und haben es zum Teil geschafft, ganz Europa in ihren
Besitz bringen. Dazu führten sie unzählige Kriege über mehrere Jahrhunderte. Aber wie schafften
die Römer das alles? Waren sie in Wissenschaft und Technik überlegen? Gegenüber den Germanen
ist dies sicher. Aber z.B. den Karthagern waren den Römern ebenbürtig. Bis auf einen Punkt; denn:
"Die größte Leistung der Römer war nicht das Recht, ihr Militärwesen oder die Wirtschaft, ihre
größte Leistung war ihre wirksame Propaganda." Diese zogen sie systematisch ab dem 3.Jhdt. v.Chr
bis ins frühe Mittelalter, also ca. bis ins 6.Jhdt. n.Chr. durch.
Das sind ca. 900 Jahre „Meinungsmonopol“!!!

Wer oder was genau machte die römischische Propaganda so erfolgreich??


Zum einen waren da die Geschichtsschreiber. Da die Römer schon sehr früh Siege fort trugen,
konnten sie die Geschichte schreiben und somit die Nachwelt nachhaltig beeinflussen. Römische
Denker und Literaten waren Meister der Lüge. Auf sie, vor allem auf die Literaten geht die heutige
Propaganda zurück!! Das einfache Volk wurde von ihnen Jahrhunderte mehr oder weniger mit
Unwahrheiten und Verherrlichungen für Rom gefüttert.
Früher verschwanden geschriebene Werke mit der Zeit, wenn sie nicht weiter verfielfältig wurden,
da sie ja irgendwann nicht mehr haltbar blieben. In Rom jedoch wurden schon früh politisch
besonders genehme Werken stark vervielfältigt und verbreitet, gerade die Kaiser „schenkten“ auf
diese Weise Bibliotheken solche Schriften und konnten somit auf unsere Zeit überkommen.
Das heißt, sie gaben den Bibliotheken Geld und dafür schrieb man dort Verherrlichungen den
Kaisers. Konträre Werke dagegen wurden gezielt bekämpft und vernichtet. Das Beste Beispiel dafür
ist die Geschichte des Karthagers Hannibal. Bei seinem Zug auf Rom begleiteten ihn
bekannterweise zwei griechische Historiker und Schriftsteller, um seine Taten zu beschreiben.
Gewiss fänden sich hier viele und interessante Details zu Hannibals Selbstsicht, seinen Erfolgen
und Abwägungen. Aber das Werk wurde von den Siegern vernichtet. Sicher kann man davon
ausgehen, dass es Hannibal verherrlicht hätte.
Auch römische Werke, die zu widersprüchlich zum „Staatsmonopol“ standen, konnten verboten,
verbrannt und verbannt werden. Rom übte also teils eine aktive Zensur aus! Beispiel dafür ist ein
bei Tacitus erwähnter Geschichtsschreiber, der im Jahre 25 n. Chr. zum Selbstmord gezwungen
wurde und seine Werke per Senatsbeschluss verbrannt. Grund sei gewesen, dass er den Caesar-
Mörder Brutus in seinem Geschichtswerk gelobt habe und einen weiteren Caesar-Mörder, Cassius
als „letzten wahren Römer“ bezeichnete.

Sehr verbreitete Propaganda der Literatur waren unter anderem:


-de bello gallico von C. Julius Caesar über die Kelten
Hier schildert Caesar die komplette Eroberung Roms in einem sehr umfassenden Werk. Nur ein
kleiner Teil hat auch wirklich so stattgefunden, wie er beschrieben wird, der Rest ist reine Erfindung
und Selbstverherrlichung Caesars.
-Die karthagischen "Kinderopfer"
Es gibt ein bekanntes Beispiel für die wirksame Propaganda der römischen Geschichtsschreiber, die
das Bild der Karthager stark geprägt haben.
Über den Feind erzählte man sich in Rom abscheuliche Dinge: So sollen die Karthager ihrem Gott
Baal-Hammon regelmäßig Kinder geopfert haben. Eine Szene haben römische Geschichtsschreiber
genau beschrieben: Im Jahr 310 vor Christus lag vor den Toren Karthagos das Heer der Römer und
schnitt die Stadt von jeder Versorgung aus dem Hinterland ab. Das Wasser wurde knapp, in der
Sommerhitze litten die Menschen unsägliche Qualen. Schließlich verkündeten die Priester des Baal-
Hammon, wie die Stadt gerettet werden könne: Ihr Hauptgott gierte nach dem Blut der
erstgeborenen Söhne. Zu lange schon hätten die Reichen der Stadt versucht, den Gott zu betrügen,
indem sie an Stelle der eigenen Sprösslinge Sklavenkinder geopfert hätten. Oder hatten gar
versucht, dem Gott Tier- statt Menschenfleisch unterzujubeln.
Aber seit heute ist klar, dass auch dies eine Propaganda-Lüge ist, die nicht auf Tatsachen beruht, da
der Kinderfriedhof dort keine älteren Kinder, sondern nur Totgeburten und gestorbene Kinder unter
5 Monaten enthält.
-Allgemeine Verklärung vieler Völker als "Barbaren"
Kurz gesagt: Alles und jeder, der keine römischen Wurzeln hat, ist barbarisch, kennt keine Sitten
und muss versklavt werden.

Diese Ideologie war,die die Schreiber verbreiteten war vor allem für die Oberschicht, der Motor der
Romanisierung, die durchaus nicht unbedingt zentral gelenkt war, sondern dem Bestreben
entsprang, sich an Rom auszurichten und zu zeigen, dass man römischer war als der Nachbar oder
erst Recht die Nachbarstadt….
Es war kein Nationalbewusstsein, sondern eher ein Standesbewusstsein als einigendes, kollektives
Gefühl.
Warum orientierten sich aber Griechen oder Kelten, die innerhalb des Reiches lebten so sehr an
Rom? Rom verbreitete eine Zivilisation, Lebensweise und Staatsstruktur, die gerade Oberschichten
sehr viel Raum gab – sobald sie mit dem Römischen Bürgerrecht eine Anfangs eher exklusive
„Eintrittskarte“ in diese Welt erreicht hatten. Griechen konnten sich durch viele Ähnlichkeiten sehr
leicht mit dem römischen Leitbild identifizieren, was bereits genannte, aus dem griechischen
Kulturkreis stammende Autoren bewusst förderten. Sie mussten sich nur sehr wenig ändern um sich
anzupassen, wobei die Anerkennung der griechischen Kultur durch Rom sehr hilfreich war.
Infolgedessen identifizierten sich die Griechen leicht mit Rom, behielten aber ihre eigene Sprache
und vieles Andere bei.
Bei den Kelten waren mehr Änderungen notwendig um dem Klischee, wie den Erwartungen an
„einen Römer“ zu entsprechen. Infolgedessen romanisierte gerade die gallische Oberschicht sehr
schnell und gab dabei auch die eigene Sprache auf, dass fast von einer „Verschmelzung“ mit „den
Römern“ zu sprechen ist.

Die antike Welt kannte nur noch EINE einzige „Alternative“, nämlich die Römische. Eine
einpolare Welt, etwas das wir uns heute gar nicht mal vorstellen können. Auch zu Zeiten des Kalten
Krieges, als es scheinbar nur die Alternativen „Ostblock“ und „Westen“ gab, begannen sich fast alle
Staaten der Welt an einer der beiden „Zivilisationsmodellen“ auszurichten. Einzig die jahrhunderte
andauernde Dominanz Chinas im Fernen Osten hat eine ähnliche – und längere, intensivere
Wirkung entfalten! Aber China war weit weg und konnte niemals zu einer Alternative werden.

Wärend das gebildete Volk mit der Literatur stark beeinflusst werden konnte, musste man andere
Wege finden, um auch dem „normalen“ Bürger die richtige Denkweise aufzusetzten.
z.B. mit Siegessäulen und Triumphbögen, die vor Propaganda nur so strotzen. Eine viel bessere
Verbreitung gewährleisten aber kleine handliche Dinge: nämlich Münzen. Durch Handel drangen
sie in die äußersten Winkel des Reiches und kündigten von Siegen, von Geld- und Getreidespenden,
von Güte, von Aufbruch des Kaisers in den Krieg, von der Ankunft in Rom und von
Wunschvorstellungen wie „die Treue des Heeres“ oder „die Eintracht der Kaiser“.
Amerikanische Propaganda
Bereits zwei Wochen nach dem Kriegseintritt der Vereinigten Staaten am 6. April 1917 veranlaßte
der amerikanische Präsident Woodrow Wilson die Schaffung einer staatlichen Propagandazentrale.
"Committee on Public Information" (CPI). Die Aufgabe lag vor allem darin, die amerikanische
Bevölkerung von der Notwendigkeit des Kriegseinsatzes zu überzeugen, denn die öffentliche
Meinung in den USA war bis Herbst 1916 gegen die Beteiligung amerikanischer Truppen am Krieg
in Europa - obgleich die Sympathien der meisten Amerikaner naturgemäß auf Seiten der Engländer
lagen. Das CPI konzentrierte sich ganz auf die Verbreitung antideutscher Feindbilder und damit die
Stärkung des "Amerikanertums" als Schutz gegen alles feindliche, böse "Deutsche". Im Gegensatz
zu den Propagandastellen der anderen kriegführenden Länder betrieb das CPI nur
Kriegspropaganda im eigenen Land.
Die Aufgaben des CPI waren vielfältig: neben der Zensur das Verfassen und Verteilen von
Pressemitteilungen über die amerikanische Kriegspolitik - rund 6.000 veröffentlichte es während
des Ersten Weltkriegs. Auch Broschüren mit überwiegend antideutschem Inhalt veröffentlichte das
CPI in Millionenauflage. Außerdem setzte das CPI ein einzigartiges Propagandamedium ein, die
"Four Minute Men". Diese freiwilligen Redner traten vor allem in Kinos auf und sprachen zu
aktuellen Themen, und zwar während der Pause, in denen die Filmrollen gewechselt wurden, was
rund vier Minuten dauerte.
Die Filmabteilung des CPI produzierte eigene Propagandafilme wie "Pershing's Crusaders", im
Vergleich mit Hollywood war das jedoch nur eine verschwindend geringe Anzahl. Die von der
Presse verbreiteten Geschichten über deutsche Greuel wurden von den Hollywood-Studios in Bilder
umgesetzt.

Ähnliche Bilder verbreitete auch die "Division of Pictorial Publicity" des CPI. Meist steht der
"Hunne", auch in der Gestalt des Kaisers, im Mittelpunkt. Besonders auf den Rekrutierungs- und
Kriegsanleiheplakaten wurden die Deutschen stereotyp als brutale Monster gezeigt, die kaum auf
der selben Stufe mit Affen stehen, sie werden als Plünderer und Vergewaltiger gezeigt, die
knöcheltief im Blut waten. Dagegen stehen die positiven patriotischen Symbole wie die
Freiheitsstatue, die amerikanische Flagge oder "Uncle Sam"; diese - und den "american way of life"
- galt es gegen die deutsche Unkultur zu verteidigen. Amerika vermittelte Siegeszuversicht durch
einen selbstbewußt lächelnden Farmer, für den dieser Krieg nur ein "Job" war.