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Vorwort zur zweiten Auflage

Seit der ersten Auflage vor acht Jahren haben stungsbereich naturgemäß eine erhebliche
sich einige für den Evaluationsbereich sehr Herausforderung an psychologische bzw. so-
relevante Veränderungen ergeben, die wir zialwissenschaftliche Methodik zur Messung
jetzt durch eine entsprechende Textänderung der relevanten Variablen und der sachgerech-
berücksichtigt haben. Die neue Situation in ten Interpretation der Ergebnisse. Auch wenn
der Evaluation betrifft zum einen die Verän- die historischen Ursprünge der beiden Denk-
derung des Betrachtungsschwerpunktes. War richtungen «Evaluation» und «Qualitäts-
1987 noch eine «interne» Sichtweise domi- management» völlig verschieden sind, und
nierend, etwas die begrifflich Abgrenzung sich auch sehr unterschiedliche Forderungen
von «Evaluation», die Unterschiede und Ge- zum Beispiel bei Untersuchungsdesigns erge-
meinsamkeiten von Evaluation und Wissen- ben, erschien es als doch zweckmäßig, im
schaft oder die Bemühungen, die Vielzahl der Rahmen dieses Buches zumindest auf die
unter dem Evaluationsbegriff laufenden Ar- Grundzüge dieses neuen und für einschlägig
beiten in ein logisch-systematisches Begriffs- vorgebildete Personen potentiell interessan-
feld zu strukturieren, so nehmen heute, in ten Arbeitsfeldes einzugehen. Diese neuen
Gleichklang mit der zunehmenden Tendenz Entwicklungen machten größere Veränderun-
zur verstärkten Outputsteuerung in unserer gen des Textes in den Kapiteln 1, 2, 3 und 5
Gesellschaft, die pragmatischen Aspekte (Was erforderlich. Darüber hinaus haben wir uns
bringen Evaluationsstudien? Wie kann man insgesamt bemüht, die Klarheit und didak-
sie so anlegen, daß sie den optimalen Nutzen tische Aufbereitung der Formulierungen zu
erbringen?) größeren Raum ein. Eine andere verbessern, zumindest einen kleinen Teil der
wichtige Veränderung erfolgt im Zusammen- zwischenzeitlich neu erschienenen Evalua-
hang mit der inzwischen auch in Deutsch- tionsliteratur zu berücksichtigen und die
land großen Verbreitung der Zertifizierung technische Gestaltung der Diagramme, die
nach DIN EU ISO 9000 ff/2. Diese Norm für stark unter den vor acht Jahren noch übli-
das Qualitätsmanagement in Dienstleistungs- chen technischen Möglichkeiten der Textver-
organisationen erfordert, neben einer Viel- arbeitung gelitten hat, zu verbessern. Die Ar-
zahl von bürokratisch-organisatorischen Re- beit an dieser Neuauflage wurde wesentlich
gelungen, die systematische Überprüfung der unterstützt von Frau Eva-Maria Oenning und
erbrachten Qualität auch durch bereichs- Herrn Stefan Müller. Wir danken ihnen und
unabhängiges Personal und die Abhaltung allen Kolleginnen und Kollegen sowie allen
regelmäßiger Qualitätsaudits. Im Gegensatz Studenten, die uns durch Hinweise auf
zu dem Qualitätsmanagement von Produk- Schwachstellen der 1. Auflage geholfen ha-
tionsunternehmen, bei denen die damit ben.
verbundenen Meß-, Design- und Interpreta-
tionsfragen eher auf einer physikalisch-
technischen Ebene liegen, bedeutet dieses Bochum, im Mai 1998 Heike Thierau
Konzept der Qualitätskontrolle im Dienstlei- Heinrich Wottawa