Sie sind auf Seite 1von 405

Luzides

Träumen, Astralreisen
und die Zirbeldrüse

inkl. Jenseitskarte!


© Jonathan Dilas, 2016


Inhaltsverzeichnis

Vorwort
Jonathans Traum
Das pluralistische Universum
Träume, Luzidität und Cyberspace
Luzide Traumgeschichten
Psycholektrische Energie
Das Labyrinth von Penumbra
Reinkarnationsträume
Zeichen des Unbewussten
Wenn Träumer sich treffen
Techniken zur Erreichung der Luzidität
Einsatzmöglichkeiten des luziden Träumens
Kritikfähigkeit und Agenten (Traumpolizei) in luziden Träumen
Alltags- und Traumrealität
Das Doppel und außerkörperliche Erfahrungen
Teufel und Dämonenbrut
Begegnung mit anderen bewussten Astralreisenden
Das Retrieving
Die alte Dame
Astralreisen als Spionagemittel
Seltsame Realitäten
Der schwarze Mann kommt
Praktiker und Phasenentwicklung
Die Grundgesetze der Welten
Die Karte des Jenseits
Techniken zur Erreichung außerkörperlicher Erfahrungen
Warum außerkörperliche Erfahrungen und luzide Träume?
Die Zirbeldrüse
Tyramin und Histamin
Der Activator-X
Fluorid und Wissenschaft
Elektronische Einflüsse auf Körper und Zirbeldrüse
Fremderfahrungen mit der Entkalkung
Techniken zur Entkalkung der Zirbeldrüse
Zusammenfassung für die Anwendung der Entkalkung
Nachwort
Anhang I: Studie zum Erreichen luzider Träume mithilfe von
Nahrungsergänzungsmitteln
Anhang II: Über Jonathan
Anhang III: Workshops mit Jonathan
Literaturverzeichnis
Vorwort



Ich habe bereits so viele “verrückte” Dinge erlebt, ich kann viele Bücher
damit füllen. Diese Erfahrungen nahm ich mit der gleichen Klarheit und
Deutlichkeit wahr, wenn nicht noch um Längen deutlicher, mit der ich auch
den Alltag wahrnehme. Mich haben beispielweise Menschen in ihren
Astralkörpern besucht, lange bevor ich sie in der physischen Realität traf. Ich
habe mich an andere Leben erinnert, in denen ich durch die Steppen Afrikas
lief oder mich zur Jahrhundertwende in einen Frack warf, um mit der Kutsche
zu einem Bankett gefahren zu werden. Ich habe UFOs und Außerirdische
gesehen, habe auf dem fremden Planeten zuschauen können, wie in ferner
Vergangenheit Kriege am Himmel stattfanden zwischen außerirdischen
Rassen, die in ihrer Entwicklung viel weiter waren als wir es heute sind. Dann
habe ich die höheren Astralebenen erblicken dürfen, leuchtende Städte, die in
ihrer Frequenz so hoch waren, dass es mich höllisch schmerzte, sie bloß
anzuschauen. Auch habe ich Unendlichkeiten gesehen, in denen ich auf viele
Weisen existiere. Mir sind Naturwesen begegnet, Elfen, Kobolde und Feen,
die mich in ihrer Schönheit, ihrem Esprit und Charme betörten. Auch
erblickte ich unterirdische Basen, in denen Nixen und Elfen in riesigen
Taucherglocken festgehalten wurden, durfte andere bewohnte Planeten
schauen, die mit unbekannten Spezies bevölkert waren, durchreiste
Astraltunnel, die mich sicher durch die Realitäten bugsierten und konnte ferne
fremde Welten besuchen, in denen Wesen aus allen möglichen Realitäten als
Drohnen festgehalten wurden, um Bienen gleich Energie für die Meister zu
sammeln… konnte außerdem auf weiter entwickelte Wesenheiten treffen, die
mir in Intelligenz und Wissen um Äonen voraus waren… und Du möchtest
mir sagen, ich sei verrückt? Du bist verrückt, denn Du erkennst nicht, dass Du
in einer dreidimensionalen Realität gefangen bist, tatsächlich daran glaubst,
Du wärst die Person, die in deinem Personalausweis dargestellt wird, gehst
jeden Tag fleißig zur Arbeit und verschwendest Deine kostbare Denkenergie
an Skepsis und Zweifel, die Dir von so genannten Naturwissenschaftlern
vorgegaukelt wird… Sollte dem aber nicht so sein, dann hast Du mit diesem
Buch die richtige Wahl getroffen.

Das luzide Träumen und das Astralreisen sind erstaunliche und abenteuerliche
Fähigkeiten, die man trainieren und ausbilden kann, so, wie man vielleicht
lernen kann, ein BäckerIn oder eine FrisörIn zu werden. Viele spirituelle
Menschen trainieren diese Fähigkeiten, um sich persönlich weiter zu
entwickeln oder einfach im Cyberspace der Träume und auf den unendlichen
Astralebenen Spaß und Freude zu haben. Wie wundervoll ist es also,
unbeschwert und frei von Gesetzen, Einschränkungen, Gravitation und
Regeln mit überschreitender Höchstgeschwindigkeit am Firmament der
Sterne entlang zu fliegen, um den Augenblick der Freiheit voll auszukosten,
ohne dass irgendwer oder irgend jemand einen daran hindern kann? Wie
bezaubernd sind die Momente, in denen man neue Welten entdeckt,
wunderschönen Wesen begegnet und neue Freunde gewinnt, die mit
Begeisterung unsere Freundschaft beschließen möchten? Und wie
hervorragend kann man sich am anderen Morgen fühlen, wenn man mit
unglaublichen und frischen Energien erwacht und darüber hinaus noch
Erinnerungen in sich findet, in denen man zu unbekannten Welten und
Ebenen der Astralebene aufgebrochen war? Niemand kann sich diese Gefühle
und schönen Momente vorstellen oder gar an die Existenz dieser
Möglichkeiten glauben, solange man nicht den Mut besitzt, sich von seinen
Vorurteilen frei zu machen und es praktisch selbst einmal auszuprobieren.

Das erste Mal, als ich mit luziden Träumen und außerkörperlichen
Erfahrungen in Berührung kam, war bereits in meiner Kindheit im Alter von
vier und fünf Jahren. Leider auf eine sehr unangenehme und beängstigende
Weise. In der Nacht trieb sich ein dunkler, dreidimensionaler Schatten in
meinem Kinderzimmer herum und wartete gierig darauf, dass ich endlich
einschlief. Nachdem ich eingeschlafen war, krabbelte er in mein Bett und
setzte sich auf mich. In dem Moment erwachte ich für gewöhnlich und konnte
mich keinen Millimeter bewegen. Während er mir die Luft aus meinen
Lungen zu saugen schien, musste ich wehrlos und um Atem ringend dabei
zusehen und fürchten, jeden Moment zu sterben. Nur unter äußerster
Anstrengung gelang es mir, mich irgendwann wieder zu bewegen und ihn von
mir herunterzuschubsen. Danach verschwand er sofort. Doch in der nächsten
Nacht ging das gleiche Spiel von vorn los und der Kampf endete einfach
nicht. Dem nicht genug, sondern in meinen Träumen sah es nicht viel anders
aus. Zwar war es hier kein Schatten, der es auf mich abgesehen hatte, sondern
es tauchten immer wieder kleine rote Teufelchen auf, die sich einen
Heidenspaß daraus machten, mich zu erschrecken und zu ängstigen. Dies war
gekoppelt mit dem Phänomen des “Falschen Erwachens”. Beispielsweise
befand ich mich in einem Albtraum und sobald ich durch den Angstdruck
erkannte, dass ich träumte, flüchtete ich mich in die Wachrealität. Endlich
erwacht stand ich auf und ging in die Küche, öffnete den Kühlschrank und
dort saß regelrecht platziert und lauernd ein kleiner Teufel, der mir sogleich
entgegensprang. Sofort erkannte ich, dass ich überhaupt nicht erwacht,
sondern nur in einem anderen Traum gelandet war. Dieser Vorgang des
falschen Erwachens fand durchaus mehrere Male hintereinander statt. Ich
konnte absolut nicht mehr mit Sicherheit sagen, wann ich wirklich erwacht
war. So überlegte ich mir genaue Strategien, wie ich solche Situationen genau
überprüfen konnte, um schnellstmöglich Beweise zu finden, dass es sich
immer noch um einen Traum handelte oder eben nicht.
Jene Zeit war für mich als Kind einfach schrecklich, aber erweckte auch den
Kämpfer und Strategen in mir, der sich Pläne zurechtschmiedete, damit er
nicht wieder in diese unangenehmen Situationen geraten musste. So trainierte
ich wohl überlegte Liegepositionen, um dem nächtlichen Schattenbesucher
auszutricksen, denn er setzte sich grundsätzlich nur dann auf meine Brust,
wenn ich auf dem Rücken lag. Alles, was ich zu tun hatte, war, eine Position
zu finden, in der sich mein Körper nicht wieder automatisch auf den Rücken
drehte. In jeder Nacht probierte ich andere Positionen aus mit Armen und
Beinen, um die optimale Position zu entdecken. Doch leider hat dies nicht
immer funktioniert, denn in der Nacht drehte sich mein Körper einfach wieder
auf den Rücken. Die Teufelchen hingegen, welche mit Vorliebe meine
angenehme Traumkulisse zu stören wussten, trieben mich nahezu mit ihren
überraschenden Schreckmomenten in den Wahnsinn. Selbst in diesen
Momenten schaffte ich es, gezwungenermaßen die Luzidität zu erreichen, um
möglichst den Traum zu wechseln oder endlich richtig aufwachen zu können.
Was auch immer ich unternahm, so wirklich richtig funktionieren wollte es
nicht. Das Problem durften derzeit auch meine Eltern wahrnehmen, welche
mich dann irgendwann in ihrer Verzweiflung zu einem Arzt brachten. Er
verabreichte mir ein Medikament, das die Träume unterdrückte.
Ich war erleichtert, denn von diesem Zeitpunkt an hatte ich keine Träume
mehr. Die Teufelchen und der schwarze Schatten waren für immer
verschwunden. Welch ein Segen, dachte ich, und konnte nun wie jeder
normale Mensch die Nacht durchschlafen und musste nicht immer von 20 bis
4 Uhr am Morgen einen aussichtslosen Kampf gegen seltsame Wesen
bestehen.

Erst mit den Jahren wurde mir deutlich, was es mit diesen Erlebnissen auf
sich hatte. Begonnen habe ich mit dem Astralreisen in den 90er Jahren. Ich las
das erste Buch von Robert A. Monroe “Der Mann mit den zwei Leben” und
war begeistert von seinen Erfahrungen. Bereits zuvor hatte ich spontane
luzide Träume erfahren, aber nur zwei Mal in meiner Jugend. Gewiss hatte
ich auch von diesem Thema einmal gelesen, beispielsweise in Raymond
Moodys und Elisabeth Kübler-Ross’ Forschungen über Nahtoderfahrungen,
aber ich hatte niemals gedacht, dass auch ich für diese erstaunliche Fähigkeit
trainieren könnte. Eigentlich war ich davon ausgegangen, dass man ein Talent
dafür benötigte, um es erlernen zu können, aber dies verhielt sich
offensichtlich überhaupt nicht so. Wieder einmal war alles nur eine Sache der
Übung und Geduld.

Je mehr ich mich mit den Themen beschäftigte, desto klarer wurden mir die
Abläufe in meiner Kindheit. Irgendwo hatte ich schon ein wenig Talent mit in
die Welt gebracht, aber nur mit dem Unterschied, dass es mich zu Tode
gefürchtet und ich alles dafür getan hatte, das ganze so schnell wie möglich
wieder loszuwerden. Ich verstand, dass dieser schwarze Schatten ich selbst
gewesen war, in seinem Versuch, sich wieder mit seinem physischen Körper
zu verbinden. Aus irgendeinem Grund musste ich meine Wahrnehmung
geteilt haben und in der Sequenz, in der ich aus meinem physischen Körper
herauslugte, sah ich meinen Astralkörper, wie er irritiert im Zimmer
umherlief und dann versuchte, sich wieder mit dem Körper des Alltags zu
verschmelzen. In meiner kindlichen Naivität hatte ich geglaubt, es wäre ein
böser Schatten, der es auf meinen Atem abgesehen hatte. Somit klärte sich
dieses Kindheitserlebnis für mich, aber mein Problem war, dass meine
Handlungen zu dieser Zeit Konsequenzen für mein späteres Leben besaß,
denn ich musste nun wieder ganz von vorn anfangen, um solche Erlebnisse
wieder erfahren zu können.

Dabei half mir Robert A. Monroe sehr, denn auch er entdeckte diese Fähigkeit
ungewollt und fürchtete ihn ebenfalls über alle Maße. Er glaubte an einen
Tumor und lief zu den Ärzten, dann spekulierte er, psychisch krank zu sein
und ging zu Psychologen. Doch niemand konnte ihm sagen, was seine
nächtlichen Erfahrungen in einem durchsichtigen und energetisch
aufgeladenen Körperabbild zu bedeuten hatten. Weit über ein Jahr plagte er
sich mit unglaublichen Ängsten und wollte diese Fähigkeit einfach nur
loswerden. Dieses verband mich ein wenig mit ihm, da ich wusste, worüber er
schrieb. Ich konnte es ihm haargenau nachempfinden, wie er sich gefühlt
haben musste. Doch im Gegensatz zu mir hatte er dies als Erwachsener erlebt
und begann, damit zu leben. Dies bewegte ihn dazu, die Fähigkeit nicht mehr
zu verlernen und nutzte sie mit der Zeit auf alle erdenklichen und spannende
Weisen. Im Kindesalter war es für mich ein erheblicher Störfaktor gewesen
und ich wollte diese Fähigkeit nicht nutzen, ich hatte sie nicht einmal als
Fähigkeit erkannt, sondern vielmehr als bösen Fluch. Auch die kleinen
Teufelchen erkannte ich dann als Helferlein, die auf ihre eigene und spezielle
Art mich zur Luzidität verhelfen wollten, indem sie mich ängstigten und
wollten, dass ich mir über meinen Zustand endlich vernünftig bewusst werde.
Denn hätte ich auf direkte Weise erkannt, dass ich mich in einem Traum
befinde, so hätte ich diese kleinen roten Plagegeister mit einer Handbewegung
aus meiner Traumrealität fegen können. Leider begriff ich es erst viele Jahre
später und somit musste ich dies alles auf ein Neues erlernen.

Eigentlich hatten mir diese Kindheitserlebnisse auch den notwendigen
Antrieb gegeben, stets philosophisch über mein Leben nachzudenken und
mich mit allen Themen der Spiritualität auseinanderzusetzen - selbst wenn
mir dies als Kind bzw. Jugendlicher nicht deutlich war, über was ich
überhaupt nachdachte. So kam es, dass ich mir mit acht Jahren darüber
Gedanken machte, was mit mir geschehen würde, wenn ich sterbe. Es war ein
unerträglicher Gedanke für mich, dass eines Morgens die Welt und all die
singenden Vögel, die Sonne und der Wind ohne mich in Erscheinung treten
würden. Sobald ich gestorben wäre, dann würde ich dies alles nicht mehr
erleben dürfen. Diese Demut der Natur gegenüber sowie der Angst und
Respekt dem Tod gegenüber, prägte mein komplettes Leben. Bereits mit elf
Jahren legte ich die Comics zur Seite und widmete mich Büchern, in denen
kaum bis gar keine Bilder enthalten waren. Ich empfand dies anfangs als
ziemlich langweilig, dass keine bunten Bildchen in den Büchern zu finden
waren. Irgendwie vermisste ich Dagobert Duck, der Donald und seine Neffen
wieder einmal zu einer abenteuerlichen Reise überredete, damit er sich an
verborgenen und verlorengegangenen Schätzen bereichern konnte. Es war ein
Buch über Parapsychologie, so frage man mich nicht nach dem Titel oder den
Autoren, in dem über psychokinetische Phänomene, Geistererscheinungen,
Ektoplasma, Mediumismus und Okkultismus geschrieben wurde.
Glücklicherweise waren darin einige Fotos enthalten, was mir die
Entwöhnung der Comics unterstützte, aber diese waren überaus gruselig,
sodass ich das Buch nur tagsüber in der Küche lesen wollte. So entwickelte
ich mich zu einem Küchenleser, der immer mehr Bücher zu diesen Themen
verschlang und zwischendurch nachdenklich aus dem Fenster in die Bäume
blickte, um das Gelesene zu verarbeiten und es zu verstehen. Ich war stets ein
aufgeweckter und intelligenter Junge, lernte rasend schnell die Fremdworte zu
verstehen, es lag immer ein Fremdwörterbuch neben mir, dass ich sogar
komplett durchgelesen hatte, und war somit gewappnet, die Sprache der
Erwachsenen auch angemessen zu verstehen.

Mit 14 Jahren befriedigten mich die Ergebnisse der Parapsychologie jedoch
nicht länger, die überwiegend auf psychologischer Basis in Verbindung mit
der Akzeptanz einiger außersinnlicher Fähigkeiten doch nur wieder in die
Fußstapfen der hiesigen, empirisch-orientierten Wissenschaften zu treten
gedachten und so entdeckte ich eines Nachts plötzlich etwas sehr
Verblüffendes: Ich fand mich in einem luziden Traum wieder, in dem ich mir
meiner selbst und meines Zustandes innerhalb des Traumes bewusst
geworden war. Dort experimentierte ich mit den Fähigkeiten, die einem in
solchen Klarträumen offenstehen, erwachte einige Zeit später wieder in
meinem Bett und fühlte mich tagelang energetisch aufgeladen. Ich war
begeistert von einer solchen Möglichkeit, die sich mir hier offenbart hatte.
Doch glaubte ich zu dieser Zeit, dass dies ein einmaliges Erlebnis und
vielleicht ein Geschenk meines höheren Selbtes gewesen sei und betrachtete
es erst einmal als einzigartiges und vermutlich einmaliges Erlebnis. Ich
konnte zu jener Zeit nicht glauben, dass dies vielleicht erlernbar sein könnte.

Mein fortlaufendes Interesse brachte mich dann im Alter von 16 Jahren auf
die Existenz einer fernöstlich-orientierten Geheimlehre im Fach
Parapsychologie und Magie, die dem westlich orientierten Menschen
angepasst war und studierte sie in Theorie und Praxis. Die Zeit der
Meditation, der magischen Künste und des Studiums begann.

So gründete ich, ebenfalls im Alter von 16 Jahren, meine erste Encounter-
Gruppe mit über zehn Personen. Dabei ging es vorwiegend um das Erlernen
außersinnlicher Wahrnehmungen und Fähigkeiten, Hypnose und Erforschung
“vergangener” Leben, Psychologie, weiße & schwarze Magie und
Bewusstseinsprogrammierung. In der Encounter-Gruppe konnte gemeinsam
geforscht und gelernt werden. Hier übten wir parapsychologische Tests, um
unsere hellseherischen Fähigkeiten zu prüfen - vielleicht war jemand im
Vornherein ein kleines Talent - oder versuchten fallende Würfel zu
beeinflussen, damit sie die Augenzahl anzeigten, die man sich wünschte, aber
wir erforschten auch die Hypnose und die Rückführung in andere längst
vergangene Leben.

Während der Ausbildung meiner Fähigkeiten wandte ich mich zusätzlich
noch dem Schreiben zu und verfasste Lyrik, Prosa und hie und da einen
Roman. Aus dieser Zeit sind jedoch nicht viele Werke übrig geblieben, da die
damaligen Medienmöglichkeiten nicht die Einfachheit heutiger Zeiten
besaßen.

Einige Jahre später begab ich mich in die Stadt Münster in Westfalen und
gründete eine neue Encounter-Gruppe, die sich immer wieder mal in der
Anzahl verringerte oder zunahm. Manchmal waren es bis zu 18 Personen, die
sich für die gleichen Interessen regelmäßig trafen und austauschten. Der
Vorteil einer solchen Encounter-Gruppe war offensichtlich, denn es konnten
Erfahrungen und Gemeinsamkeiten, aber auch Widersprüche dargestellt,
ausgetauscht und analysiert werden. Außerdem diente es zur Verfestigung
und Ausbildung der Fähigkeiten, die jeder vorwiegend erlernen wollte.
Darüber hinaus motivierte die Gruppenarbeit auch das praktische Training,
denn man ist oftmals viel zu bequem, um sich hinzusetzen und zu üben.

Kurze Zeit später sollte ich erst wieder die Welt der Träume entdecken. Ich
erfuhr, dass luzides Träumen (nächtliches Wachträumen) ebenso erlernbar
war, wie das Reisen außerhalb des eigenen Körpers. Diese Themen
faszinierten mich sehr und es entstand eine Art Reform innerhalb meiner
Encounter-Gruppe, die die Beschäftigung mit der Magie und fernöstlichen
Geheimlehre beendete und mir eine neue Ausrichtung verlieh. Ich war auf
neue Quellen gestoßen, die meine Entwicklung beschleunigen und mir
ermöglichen sollte, veränderte und erweiterte Bewusstseinszustände zu
erreichen. Doch auch meine weiteren Studien anderer, esoterischer Lehren
und Bücher im metaphysischen Bereich - wie die Antroposophie,
Existentialismus, Buddhismus, Channeling & Glasrücken, Transzendentale
Meditation, Phänomenologie, Schamanismus, Castaneda, Fatalismus,
Crowley, Jenseitskontakte & Tonbandstimmenforschung, Reinkarnation,
Ufologie, Verschwörungstheorien und auch das große Feld des New Age
führten mich zu immer mehr Möglichkeiten des unbegrenzten Geistes. Am
stärksten kristallisierte sich die Lehre Jane Roberts mit ihrer
Trancepersönlichkeit “Seth” und, wie bereits erwähnt, der
Bewusstseinsforscher Robert A. Monroe, sowie der Anthropologe Carlos
Castaneda als Favoriten heraus. Ihre Erlebnisse und Botschaften schienen
meiner Ausrichtung und Persönlichkeit am nächsten zu kommen und ließen
diese Werke zum optimalen Bestandteil meiner Forschungen werden.
Demzufolge orientierte sich mein Interesse überwiegend und letztendlich
wieder auf das luzide Träumen und den außerkörperliche Reisen. Mein Ziel
wurde dann das Bestreben, das luzide Träumen und das außerkörperliche
Reisen zu erlernen und auszuüben, damit das persönliche Bewusstsein
erweitert werden konnte.

Einige meiner Erlebnisse in meinen vielen hundert außerkörperlichen Reisen
und unzähligen luziden Träumen veränderten mein Denken und mein Fühlen
ausgiebig. Dort entdeckte ich z.B. eine ferne objektiv existente Welt, so wie
das Leben auf unserer Erde, eine Welt, die aus purem Elektromagnetismus zu
existieren schien und in der Wesen in goldenen Tunneln mit seltsamen
Schriftzeichen lebten, aber auch Welten auf anderen Planeten oder
Paralleldimensionen, die den eigenen Alltag in unendlich vielen Variationen
widergaben, alternative Welten mit alternativen Verläufen. Ereignisse in der
Zukunft tauchten in meinen Erfahrungen auf, teilweise präkognitiv, andere
wieder zu weit entfernt, sodass man noch sehr lange warten muss, um diese
Eindrücke bestätigen zu können. So lernte ich auch die eine oder andere
Wesenheit kennen, sprach mit verwandtschaftlichen Selbsten meiner eigenen,
ganzheitlichen Persönlichkeit und insbesondere die vollbewusste
Bekanntschaft mit meiner eigenen Ganzheit des Selbst beflügelte meine
Forschungen im Hinblick auf meine innere Psyche, denn ich wusste jetzt, dass
diese aus Hunderten von Selbsten bestand, die erforscht werden konnten. Sie
existieren in eigens für sie erstellte Habitate und sammelten ihre persönlichen
Erfahrungen, ohne bewusst voneinander zu wissen. Für mich entpuppte sich
hier eine neue Ebene der Erkundung, denn ich hatte nun erfahren, dass diese
anderen Selbste in mannigfaltigen Variationen existieren und konnte nach und
nach einen Grundriss des Unbewussten, sprich das sich selbst durchaus
bewusste, hochintelligente Unbewusste, oder auch ‘höheres Selbst’ genannt,
zeichnen sowie Wege entdecken, damit auch andere Menschen diese
Zustände erreichen konnten. Die tatsächliche “Struktur der Psyche” war nun
kein Rätsel mehr für mich. Die Gemeinsamkeit dieser Selbste war mehr als
nur die Summe ihrer Teile und wird in vielerlei Literatur sogar beschrieben
unter den Namen “Die Ganzheit des Selbst”, die “absolute Wahlfreiheit” oder
auch der “Regenbogenkörper” genannt.

Mein erlangtes Wissen um die Struktur der Psyche, der Ganzheit des selbst
sozusagen, in Verbindung mit den Informationen und Erfahrungen, die ich
sammeln konnte, zeigten mir ganz deutlich den noch zu gehenden Weg zur
voll bewussten Erlangung dieser Gesamtpersönlichkeit, einem Zustand der
absoluten Wahlfreiheit und Möglichkeit auf chronologischer oder akausale
Art & Weise die vielen Welten und Selbste zu nutzen. Es folgten erste
Bekanntschaften mit den tieferen Schichten der Psyche und letztendlich ließ
mich dies alles auf mein “Supra-Selbst” stoßen, ein Selbst, das viele Selbste
in sich birgt, eine Art Gruppenwesenheit oder ein Konglomerat an Selbsten
verschiedener Existenzebenen, Reinkarnationen und Paralleldimensionen,
dem ich als Ich-Persönlichkeit anhing. Diese Begegnung erleuchtete mich
regelrecht und zeigte mir klar, welchen Weg ich zu gehen hatte. Eben an
diesem Ziel arbeite ich noch heute.

Durch meine Erfahrungen mit der Meditation und Anwendung
unterschiedlicher Denkstile habe ich - um es zu vereinfachen - mit der Zeit
vier Operationsebenen entdeckt - vermutlich wie einige andere vor mir das
auch schon getan haben: Erstens die Traumebene, dann die Ebene der
Außerkörperlichkeit, veränderte Bewusstseinszustände im Alltag und die
Parallelebenen zur Erkundung des Supraselbstes. Diese vier Ebenen sind die
wichtigsten, wie ich das sehe, um die Ganzheit meines Selbst und somit die
absolute Freiheit zu erlangen. Auf diesen drei Ebenen kann man sich
ausdehnen, lernen, verstehen und sein Bewusstsein erweitern. Diese
Vorgehensweise praktiziere ich auch auf meinen Workshops, welche sich
überwiegend genau mit diesen Themen beschäftigen und dabei helfen sollen,
die Teilnehmer entsprechend auszubilden, damit sie eigenständig und
zukünftig autonom in solche Zustände gelangen können.

Nun folgt das erste Kapitel meines Buches und ich werde anfangs noch
einmal kurz auf das Thema Kindheit eingehen, da ich mir dessen bewusst bin,
dass manch einer gern das Vorwort überschlägt. Ich habe es bei den vielen
Büchern, die ich in meinem Leben gelesen habe, nicht viel anders gemacht.






Jonathans Traum


Ich habe während meines ganzen Lebens immer wieder an meine Kindheit
zurückdenken müssen. Wie bereits im Vorwort erwähnt, erlebte ich in meiner
Kindheit jede Nacht Albträume der unterschiedlichsten Art. Entweder träumte
ich davon, in einem Auto zu sitzen und gefährliche Serpentinen entlang zu
rasen oder von kleinen Teufeln, die sich unter Bettdecken versteckten und nur
darauf warteten, dass ich den Raum betrat, um hervorzuspringen und mich zu
packen. Da ich in dem Alter bereits um 20 Uhr ins Bett musste oder gar
früher, war es als Kind für mich eine Qual, die 8-10 Stunden zum
Sonnenaufgang durchzuhalten. Dabei ersann ich die interessantesten
Seitenliegetechniken, damit mein Körper sich nicht in der Nacht auf den
Rücken drehte, denn in dieser Stellung waren die Albträume am
schlimmsten. Natürlich funktionierte dies überhaupt nicht, denn ich schlief
irgendwann gegen Mitternacht ein - auch wenn ich dagegen angekämpft hatte.
Prompt drehte sich mein Körper auch auf den Rücken und wenige Minuten
später erwachte ich in meinem eingeschlafenen, starren und unbeweglichen
Körper und konnte mich keinen Millimeter bewegen!
Nun begann das unheimliche Szenario… Es tauchte ein schwarzer Schatten in
meinem Kinderzimmer auf. Ich konnte ihn nicht direkt sehen, aber all meine
inneren Sinne waren auf das Äußerste aktiv und angespannt, sie spürten seine
Anwesenheit mit aller Deutlichkeit! Er schlich durch den Raum und dann
krabbelte er an meinem Etagenbett nach oben. Spürbar registrierte ich, wie
sich die Matratze senkte, als er sich auf ihr abstützte, dann kroch er über
meinen Körper und setzte sich auf den Brustkasten. Dort raubte er mir den
Atem und ich konnte kaum noch Luft bekommen. Mit aller Anstrengung und
Gewalt versuchte ich meine Finger zu bewegen, um ihn von mir herunter zu
schubsen.
Ein Psychologe wird nun glauben, ich sei als Kind missbraucht worden. Ein
Psychiater wird vermutlich annehmen, dass ich ein Trauma erlebt hatte und
daraufhin Wahnvorstellungen erhielt und ein wohl sorgender Vater würde mir
erklären wollen, dass dies alles nur Einbildung war und dass Träume nur
Schäume sind, während ein Ufologe davon ausgehen wird, dass ich von
Außerirdischen besucht wurde. Mir sind all diese möglichen Interpretationen
durchaus bewusst, aber es ist alles ganz anders…
Irgendwie schaffte ich es immer, den schwarzen Schatten von mir
herunterzuwerfen. Er verschwand daraufhin auch meistens und kam oft erst in
der nächsten oder spätestens übernächsten Nacht wieder zurück, in der
Hoffnung, ich würde schlafen. Doch damit war die allnächtliche Horrorshow
noch nicht zu Ende, denn dann schlief ich irgendwann ein und die Albträume
setzten sich an anderen Orten fort. In diesen Träumen ging es darum, so viel
Bewusstheit in meinem Traum zu erlangen, dass ich so eben die Kraft
aufbringen konnte, mich aus dem Schlaf zu holen und in den Wachzustand zu
flüchten. Doch so leicht wurde es mir nicht gemacht, denn zwar erwachte ich
dann in meinem Bett, aber es war ein falsches Aufwachen. Ich träumte nur,
ich sei aufgewacht, glaubte mich gerettet zu haben. Ich stieg beispielsweise
aus dem Bett und ging in die Küche, um etwas zu trinken. In der Küche
suchte ich noch die Wasserflasche oder Milch, die ich vielleicht am Vorabend
hatte übrig gelassen. Notfalls öffnete ich den Kühlschrank und schaute dort
hinein, aber darin fand ich keine Milch, sondern einen roten Teufel, der mir
kreischend entgegen sprang.
Sofort erkannte ich in solchen Augenblicken, dass ich immer noch träumte
und floh erneut in den ‚Wachzustand‘. Endlich erwachte ich abermals in
meinem Bett, aber nur, um herauszufinden, dass ich erneut träumte und schon
wieder nur falsch erwacht war. Mit aller Kraft setzte ich den Kampf fort und
wünschte mich endlich in den Wachzustand. Dann erwachte ich in meinem
Bett, setzte mich auf, blickte misstrauisch umher und rief lauthals nach
meinen Eltern. Kurz darauf kamen meine Eltern an mein Bett und teilten mir
mit, dass Träume nur Schäume seien und dass ihnen keine Bedeutung
zukäme.
Ich schaute sie kritisch an, denn nicht nur waren die Träume so real wie die
Wirklichkeit gewesen, sondern vielleicht befand ich mich noch immer in
einem Traum und erkannte dies nur nicht! Somit waren doch diese beiden
Personen nicht meine wirklichen Eltern, sondern Fremde, die Teil meines
Traumes waren. Sie verhielten sich normal, also stellte ich die alles
umfassende Frage:
“Bin ich jetzt wirklich wach oder träume ich noch?”
“Natürlich bist du wach!”, antworteten sie mir, aber wenige Sekunden später
spürte ich etwas Lauerndes, das in ihnen aufkam. Darauf folgte die absolute
Gewissheit, dass sie sich abgesprochen hatten, um mich zu beruhigen und in
Wirklichkeit hatten sie andere Pläne. Sie strahlten eine unglaubliche Kälte
und Rücksichtslosigkeit aus und wollten, dass ich meine Träume und all das
vergaß! Sie waren sich jeder ihrer Worte absolut bewusst und hatten einen
Plan geschmiedet, der sich mir nicht richtig erschloss. Ich sollte jedoch für
immer bei ihnen bleiben, das konnte ich in ihnen lesen. Es war also doch ein
Traum, denn dies konnten nicht meine Eltern sein! Nun versuchte ich mit
aller Kraft wieder zu erwachen, aber alles, was mir nur gelang, war, dass sich
meine Eltern auf eine gewisse Art verwandelten. Jetzt strahlten sie mit einer
unglaublichen Wärme aus und waren sehr lieb zu mir. Sie sprachen sanft und
beruhigten mich. Dieser Effekt, dass ich in der einen Minute sehr kalte und
rücksichtslose Eltern wahrnahm, so nahm ich in der nächsten Minute
liebevolle und warme Eltern wahr. Es wechselte mehrere Male und es
irritierte mich, aber im Inneren wusste ich, dass ich noch immer träumte und
dass beide Versionen Teil eines Traumes waren. Dies konnte demnach nicht
meine wahre Realität sein und somit auch nicht mein wirklicher
Wachzustand! Also floh ich wieder aus dem Traum, in der Hoffnung, jetzt
endlich zu erwachen!
Erneut erwachte ich in meinem Bett und rief meine Eltern! Sie kamen an
mein Bett und waren sanft und liebevoll zu mir. Es war nett, dass sie
gekommen waren, um nach mir zu sehen, aber ich wusste, dies war wieder
ein weiterer Traum. All meine Anstrengungen waren vergeblich gewesen. Ich
konnte tun, was immer ich wollte, entweder landete ich in den Albträumen
oder in einer dieser beiden Realitäten, in denen ich in einem Kinderzimmer
aufwachte und die Eltern liebevoll oder rücksichtslos waren. Was sollte ich
nur wählen? Sollte ich nun zurück in die fremden Realitäten gehen und dort
gegen Dämonen kämpfen oder mich für eine der beiden Elternversionen
entscheiden? Also entschied ich mich für die liebevollen und sanften Eltern,
wenn ich schon in diesem Traum zu bleiben hatte…
Die Albträume der Nacht gingen langsam zurück und meine Eltern nahm ich
nur noch in der einen Version wahr, für die ich mich entschieden hatte.
Trotzdem war mir sonnenklar, dass ich mich noch immer in einem Traum
befand. Ich hatte es einfach nicht geschafft, tatsächlich aufzuwachen!
Und genau dieser Umstand existiert noch heute! Darum trägt dieses Kapitel
“Jonathans Traum”, da ich noch immer träume, Jonathan zu sein, weil er es in
seiner Kindheit nicht geschafft hatte, wirklich aufzuwachen.
All dies vergaß ich mit der Zeit und ich erinnerte mich nur an kleine
Bruchstücke ohne jede Bedeutung. Mittlerweile jedoch habe ich durch meine
Meditation immer mehr zusammenfügen und wiedererinnern können, was
meine Kindheit betrifft, und diese Entdeckung war darunter immer die
Furchteinflößenste.
Manche werden nun sagen, dass es doch unlogisch ist, dass ich in dem Alter
diese Erfahrungen machte, es muss ja davor eine Zeit gegeben haben, in der
ich den Alltag ganz normal erlebte. Nun, was soll ich darauf antworten, dass
es jetzt nicht verrückt klingt? Jedenfalls kann ich sagen, dass dies meine
ersten Erinnerungen sind! Und wenn dies meine ersten Erinnerungen sind,
dann sind es auch die Momente, in denen ich tatsächlich in diese Welt, die
wir Alltag nennen, eintrat. Ich bin mir dessen bewusst, dass es sich völlig
verrückt anhört, aber wenn dies mein Traum ist, dann bin ich genau an dieser
Stelle, als ich diese Dinge träumte, in die Alltagswelt als der unbewusste
Träumer eingestiegen.
Wie ich sicher sein kann, dass ich nicht doch aufgewacht bin? Das ist eine
gute Frage. In meiner Kindheit habe ich nach dem Aufwachen immer die
Umgebung auf die winzigsten Hinweise untersucht, um bestimmen zu
können, ob ich wache oder träume. Ziemlich schnell fiel es mir auf, dass es
sich doch um einen Traum handelte und setzte dann alle Hebel in Bewegung,
um beim nächsten Sprung in die Traumwelt endlich meine wirkliche
Wachrealität wiederzufinden. Heute erkenne ich es daran, dass ich immer
noch träume, weil ich nicht der bin, der atmet. Ich werde geatmet und aus
dem Grund weiß ich, dass ich in Wirklichkeit noch immer in meinem Bett
liege und schlafe… sprich, dass ich jetzt in diesem Augenblick träume, ich
würde als ein gewisser Jonathan ein Buch schreiben, der sich mit diesem
Thema beschäftigt.
Das ist ‘Jonathans Traum’, der immer noch andauert. Er war auf der Suche
nach seinem wirklichen Wachzustand und scheiterte. Dies veranlasste ihn
dazu, sein Leben lang nach einem Ausgang zu suchen, der von verschiedenen
Wärtern bewacht wird, die sich Angst, Zweifel und Verstand nennen. Doch
ist dies nicht allein Jonathans Traum, sondern der Traum eines Jeden, der auf
diesem Planeten lebt… oder all das vergessen hat und nun tatsächlich glaubt,
er sei wach.
Du bist heute Morgen nicht aufgewacht, sondern Du hast geträumt, Du wärst
aufgewacht…


Das pluralistische Universum



Viele Dinge sind trotz der naturwissenschaftlichen Aufklärung ungeklärt
geblieben. Die meisten Menschen geben sich mittlerweile mit den erforschten
Ergebnissen zufrieden und ihr Wissenshunger ist gestillt. Tauchen bei ihnen
Widersprüche auf, wird darauf nicht weiter geachtet, denn alles gilt als erklärt
und alles andere scheint nicht so wichtig bzw. kann in einer industriellen Welt
nicht allzu ausschlaggebend sein. Doch trotz dieser Einstellung existieren
weiterhin Dinge, die nicht erklärt werden können, oder besser gesagt, die
zwar erklärt werden konnten, aber nur mit einem entsprechenden,
philosophischen Weltbild, das zu übernehmen eine Ablehnung des
naturwissenschaftlichen Weltbildes beinhalten würde. Somit gibt es also in
der Persönlichkeitsentwicklung eines Menschen irgendwann einen
Scheidepunkt, der einen dazu bewegt, rigoros das naturwissenschaftliche Bild
oder eine alternative Betrachtung anzunehmen, vielleicht eine esoterische,
buddhistische oder irgendeine andere Philosophie.

Nun bin ich oft gefragt worden, warum ich der Ansicht bin, dass unser
Universum in Wirklichkeit ein Multiversum bzw. ein pluralistisches
Universum ist, das aus einer Vielzahl von geklonten Parallelrealitäten besteht,
in dem das eigene Ich in unterschiedlichen Versionen immer wieder existiert.
Aus diesem Grund möchte ich dieses Multiversum genauer aufzeigen und
deutlich machen, weshalb die einzige logische Erklärung für die machbare
und logische Existenz unserer Welt wiederum die Existenz paralleler
Realitäten bzw. das multidimensionale Universum voraussetzt.

In der Quantenphysik entdecken wir Verhaltensweisen untersuchter Teilchen,
die miteinander in Verbindung zu stehen scheinen, obwohl sie tausende
Kilometer voneinander entfernt sind. Dabei hat man Teilchen auf eine Wand
geschossen, die während des Durchdringens ein Wellenmuster erzeugten, d.h.
sie wurden von einem Teilchen zu mehreren Wellen. Diese Verwandlung
zeigt, dass die temporäre Umwandlung von Teilchen in eine Welle eine
Vervielfältigung eines Musters bewirkt. Zusätzlich wurde herausgefunden,
dass Teilchen eines Objektes in jedem Fall identisch reagieren, auch wenn sie
tausende Kilometer unabhängig voneinander behandelt werden. Sie reagieren
so, als wenn sie noch eins wären, obwohl sie getrennt wurden. Experimente
mit Kaninchen erbrachten gleiche Ergebnisse. Die Kaninchenmutter wurde in
einem U-Boot tausende Kilometer entfernt an ein EEG angeschlossen, um
dessen Gehirnströme zu messen. Gleichzeitig wurde der Nachwuchs der
Mutter an Land getötet. Dabei konnte definitiv im Augenblick des Todes des
Nachwuchses eine deutliche Reaktion bei der Kaninchenmutter festgestellt
werden. Dies sagt aus, dass Mutter und Kind auf eine magische Weise
miteinander verbunden sind, selbst wenn eine so große Entfernung zwischen
ihnen liegt.

Daraufhin hat man Teilchen auf eine Metallwand geschossen und mit ansehen
dürfen, wie sie sich Teilchen in Wellen verwandelten - aufgrund eines
Musters, das es jenseits der Wand erzeugte. Seltsamerweise verwandeln sich
die Teilchen nicht in Wellen, wenn man eine Kamera aufbaut, die das
aufzeichnen soll. So verrückt dies klingen mag, aber die Teilchen verwandeln
sich in bestimmten Situationen nur in Wellen, wenn keiner genau hinschaut.
Dies ist mit physikalischen Experimenten eindeutig bewiesen worden. Dieser
verrückte Umstand demonstriert, dass die Teilchen, jedes existente Teilchen,
ein Doppelleben führt. Darüber hinaus vermutlich sogar ein intelligentes
Doppelleben, denn es kann erkennen, wann es beobachtet wird und passt sich
dann dem Beobachter an.
Wenn sich ein Teilchen eines beliebigen Objektes, sei es beispielsweise eine
Tasse, dem Beobachter mit seinem Wahrnehmungsapparat anpasst, dann
bleibt die Tasse solange eine Ansammlung von Teilchen, wie der Beobachter
es anschaut. Was geschieht, wenn er fortblickt und die Tasse nicht mehr
wahrgenommen wird? Richtig, sie verwandelt sich in eine Welle. Aus
welchem Grund verwandelt sie sich in eine Welle, wenn sie, sagen wir mal,
offensichtlich vom wahrnehmenden Beobachter nicht mehr benötigt wird?
Nichts in unserer Natur ist sinnlos. Jeder natürliche Prozess besitzt eine
bestimmte Funktion. Regen, Sonne, Wind, Bäume, Pflanzen… sie alle
besitzen eine Funktion. Daher kann man davon ausgehen, dass die
Verwandlung der Tasse in eine Welle ebenso eine Funktion besitzt. So stellt
sich die Frage:

Wo ist die Tasse, wenn niemand hinschaut?

Desweiteren wurde entdeckt, dass Teilchen sich auflösen und an anderen
Orten wieder auftauchen können. Anfangs glaubten die Physiker, dass die
Teilchen, die an einem anderen Ort auftauchten, eben andere Teilchen waren,
doch in der Quantenphysik wird behauptet, es seien die gleichen. Durch diese
Beobachtung begann man sich zu fragen, wo sich die Teilchen denn befunden
haben mögen, wenn sie für einen gewissen Zeitraum verschwanden und dann
wieder erschienen? Es können an diesem Punkt natürlich erst einmal von
Naturwissenschaftlern nur weitere Vermutungen aufgestellt werden, doch für
mich ist offensichtlich, wo sich diese Teilchen befunden haben. Sie
verwandelten sich in eine Welle und wechselten in eine parallele Realität, um
dort eine andere Tasse darzustellen. Jedes Teilchen eines jeden Objektes, das
sich, sagen wir mal, gerade auf dem Schreibtisch befindet, ist dazu in der
Lage, sich vorübergehend aufzulösen und in einer anderen Realität wieder
aufzutauchen. Die Teilchen der Tasse bleiben nur solange Teilchen, bis der
Beobachter sie nicht mehr beobachtet.

Das multidimensionale Universum besitzt multidimensionale Teilchen, jedes
noch so winzige Teilchen ist Teil dieses Prinzips. Man erinnere sich an
Fraktale, die ein wunderschönes Muster ergeben und wenn man in sie
hineinzoomt, entdeckt man darin, dass sich dieses Muster aus vielen kleinen
Mustern zusammensetzt, die dem anfänglichen Muster genauestens
entsprechen. Um es naiv auszudrücken, wäre eine Tasse ein Fraktal und
würde in sie hineinzoomen, so würde man irgendwann auf tausende winziger
Tassen stoßen, die diese große Tasse formen. Die Tasse existiert also auf
allen Ebenen, im Mikro- und im Makrokosmos ebenso wie auf parallelen
Ebenen. Dies erklärt, warum Teilchen, selbst wenn man sie voneinander
trennt, noch immer identisch reagieren. Man könnte sagen, sie sind
telepathisch miteinander verbunden. In der Quantenphysik wird dies
Quantenverschränkung genannt.

Wer ist der Zeitreisende?

Jeder kennt Filme über Menschen, die durch die Zeit reisen. Als ich ein Kind
war und das erste Mal die Verfilmung von “Die Zeitmaschine” von H.G.
Wells sah, war ich schier begeistert. Da hatte dieser Mann eine Zeitmaschine
entwickelt und reiste damit quickfidel durch die Zeit. Für gewöhnlich wird in
diesen Filmen davon ausgegangen, dass ein Mensch in die Vergangenheit
reist, dort eine Handlung verändert und wenn er zurückkehrt, sind diese
Handlungen in ihren Auswirkungen zu erkennen. Dies impliziert die Existenz
von nur einer Realität mit nur einer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Doch was würde geschehen, wenn man in die Vergangenheit reist und die
eigenen Eltern daran hindern würde, sich jemals kennenzulernen. Was wird
dann mit dem Zeitreisenden geschehen? Wird er dann noch existieren? Denn
er dürfte eigentlich nicht mehr existieren, da er seine eigene Geburt in der
Vergangenheit verhindert hat. Sollte er sich dann einfach auflösen, als habe er
niemals existiert, wer aber baute dann die Zeitmaschine und konnte
verhindern, dass die Eltern sich jemals kennenlernten? Exakt dieses Problem
gilt als das Zeitreisen-Paradoxon, sprich ein grundlegender Widerspruch in
der Theorie der Möglichkeit des Zeitreisens. Die meisten Wissenschaftler
gehen aufgrund dieses Paradoxons davon aus, dass es darum keine Zeitreisen
geben kann. Nur eine einzige Möglichkeit könnte das Zeitreisen dennoch
möglich machen: Die Existenz eines multidimensionalen Universums.
Sollte sich also unser Zeitreisender in die Vergangenheit begeben und dort
seine Eltern daran hindern, sich jemals kennenzulernen, dann würden sie sich
folglich natürlich nicht kennenlernen. Der Zeitreisende kann danach in seine
eigentliche Gegenwart zurückkehren und bestätigen, dass sich seine Eltern
niemals kennengelernt haben. Er wird sich dennoch nicht auflösen, da er mit
seiner Handlung in der Vergangenheit einen alternativen Realitätsstrang
erschaffen hat und daraufhin in einen weiteren eingetreten ist, in der seine
Vergangenheit ihm sagt, dass er einer Zeitmaschine erfand und seine eigene
Geburt in einem anderen Universum verhinderte. Nun gibt es also zwei
Realitäten, wobei der Zeitreisende in einer von den Eltern geboren wurde und
eine, in der es nicht so war. Nur, weil er aus einer parallelen Realität
gekommen ist und sich darüber ins Fäustchen lacht, dass seine Eltern sich
niemals kennenlernten, muss er nicht gleich einer Nicht-Existenz
anheimfallen, denn aufgrund seiner genialen Zeitmaschine könnte er doch
jederzeit wieder zurückreisen und die Realität für sich erneut verändern. Der
Zeitreisende würde seine Vergangenheit folglich ganz normal weitererleben,
nur mit dem Unterschied, dass er von Realität 1 zu Realität 2 gewechselt hat.
Dieser Wechsel gehört also fortan einfach zu seinem Zeitstrahl bzw. seiner
persönlichen Vergangenheit, die in jedem Fall realitätsübergreifend ist.

Grafik 1: Zeitreisender (ZR) wechselt Realität auf seinem Zeitstrahl



Jede Einflussnahme, die der Zeitreisende in der Vergangenheit mithilfe seiner
Zeitmaschine unternimmt, verändert nicht die Realität, sondern er wechselt in
eine alternative Realität, in der die Veränderung nun existiert. In Realität 2 ist
der Zeitreisende nun aufgrund seiner Veränderungen gelandet und kann dort
beobachten, dass seine Eltern aneinander vorbeigehen und sich niemals
kennenlernen. Diese Erfahrung ist nun Teil seiner persönlichen
Vergangenheit. Das multidimensionale Universum ermöglicht jede beliebige
Variante, d.h. was auch immer der Zeitreisende anstellen mag, er wird in
einer dafür vorgesehenen Realität landen. Er wird sich vielleicht darüber
wundern, warum er sich nach seiner unheilvollen Tat nicht aufgelöst hat, aber
er wird sehen, dass er die Vergangenheit erfolgreich verändert hat, nachdem
er in die Gegenwart zurückkehrt ist. Doch seine vertraute Gegenwart aus
Realität 1 ist nun zur Gegenwart von Realität 2 geworden.

Wenn man sich nun einmal vorstellt, dass jeder Mensch über eine
Zeitmaschine verfügte, stellt man sich sofort ein gigantisches Chaos vor, das
die vielen Zeitreisenden daraufhin verursachen würden. Der eine verhindert
das Kennenlernen der Eltern, ein anderer macht es wieder rückgängig, wieder
ein anderer erschießt sie gleich und noch wer klärt sie über eine effektive
Familienplanung auf. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt, aber das Chaos ist
nicht so groß, wie man befürchten mag, denn jeder einzelne Zeitreisende
würde aufgrund seiner Veränderungen, die er trifft, eine dafür vorgesehene
Realität erzeugen. Die Zeitreisenden würden sich sozusagen von Realität 1
aufmachen und Millionen von alternativen Realitäten erzeugen und das nur
aufgrund seiner Veränderungen.
Ein philosophischer Ansatz wäre nun, sich zu fragen, ob Zeitreisen nur dann
möglich wäre, wenn wir in einem multidimensionalen Universum leben
würden? Und diese Aussage ist durchaus korrekt. Beides bedingt sich
unerlässlich und macht Zeitreisen zu einer Option, die wir irgendwann in der
Zukunft bewerkstelligen können oder vielleicht sogar bereits bewerkstelligt
haben… Gesetzt dem Fall, in der Zukunft wird eine Zeitmaschine erfunden,
sagen wir, im Jahre 2300. Vermutlich würden erst einmal die vermögenden
Menschen in den Genuss kommen, in der Zeit zu reisen. Sie suchen mit ihrer
Zeitmaschine den Untergang von Pompeji auf oder den der Titanic. Sie sind
live dabei und können hautnah miterleben, wie es damals wirklich war. Sollte
es sich so verhalten, dass der allererste Zeitreisende aus dem Jahr 2100 das
unvermeidliche Desaster angerichtet hat und beispielsweise den Untergang
der Titanic verhinderte, so teilte er damit die Realität in zwei verschiedene,
alternative Realitäten auf. Von diesem Moment an zersprang die Realität in
viele Facetten ihrer selbst und es entstand ein multidimensionales Netzwerk
von alternativen Realitäten. Das Universum wurde zu einem Multiversum,
das unaufhörlich neue Realitäten generiert, da der Zeitreisende durch seine
Taten sicherlich auch noch die Existenz der Zeitmaschine und dessen Nutzer
verdoppelt, verdreifacht und vertausendfacht hat.

Wo ist die Tasse denn nun?

Wenn sich also die Tasse in eine Welle verwandelt, sobald kein Beobachter
anwesend ist, haben wir es im Grunde genommen nicht mehr mit einer Tasse
zu tun. Als Welle kann sie Wände durchdringen und auch die Realität
wechseln. Sie deplatziert sich eigenständig von Realität 1 zu Realität 2, um
dort eine bestimmte Funktion zu erfüllen. An diesem Punkt mag man sich die
Frage stellen, ob sie als identische Tasse in Realität 2 auftauchen wird oder ob
sie gar in der Lage ist, ihr Aussehen an die neuen Beobachter in Realität 2
anzupassen. Davon kann theoretisch ausgegangen werden, denn wenn unser
Zeitreisender ins Mittelalter reist, könnte es durchaus sein, dass sich die Tasse
dort als ein mittelalterlicher Krug präsentiert. Der Kaffee in der Tasse könnte
sich ebenso in Met verwandeln. Die Teilchen, aus denen sich die Tasse
befindet, scheinen also ein Muster zu besitzen bzw. ein übergeordnetes
Grundmuster, welches es der Tasse ermöglicht, ihre Funktion und ihr
Aussehen zu wechseln. Somit lässt sich schlussfolgern, dass die Tasse nicht
mehr als aus einer Ansammlung von Teilchen besteht, wenn man fortschaut.
Sie transferiert sich als Welle in eine alternative Realität, um dort eine andere,
vermutlich ähnliche Funktion zu erfüllen.

Im Buddhismus und auch in der Phänomenologie findet man Hinweise
darauf, dass sich unsere wahrgenommene Welt als Illusion darstellt, die nur
solange existiert wie es einen Beobachter gibt. Aussagen wie “Macht der
fallende Baum im Wald ein Geräusch, wenn niemand dort ist?” oder “Gibt es
die Rückseite des Mondes wirklich, wenn sie niemand sehen kann?” sind
Hinweise auf eben genau diese Problematik.

Wenn wir uns tatsächlich in einer illusionären Welt befinden, aus welchen
Gründen auch immer, und diese einen Schöpfer besessen haben sollte, wie es
auch Albert Einstein vermutete, dann wäre es für diesen Schöpfer sehr
naheliegend, die Realität genau so zu erschaffen, um für jeden seiner
Schöpfungen auf diese Weise die perfekte Illusion zu erschaffen. Jedes seiner
geschaffenen Wesen wäre somit in der Lage, sein unmittelbares Umfeld als
Teilchen wahrzunehmen; solange er sie beobachtet. Natürlich ist eine solche
Betrachtung der Realität für die meisten Naturwissenschaftler ein Tabu. Es ist
einfach unglaublich, sich vorstellen zu müssen, dass die uns umgebenen
Teilchen eine derartig umfassende Intelligenz besitzen könnten. Doch laut
den neuesten Ergebnissen der Quantenphysiker ist genau dies der Fall!

Der Mathematiker und Philosoph Edmund Husserl

Edmund Husserl (*8.4.1859, †27.4.1938) ist der Begründer der
Phänomenologie, mit der er verzweifelt versuchte, sie als Wissenschaft
einzuführen und deren Grundsätze als Maßstab zu benutzen, um zu mehr
Objektivität zu erlangen. Für ihn war das multidimensionale Weltbild zwar
kein Begriff, aber seine Philosophie unterstützt im Nachhinein die
Quantenphysik. Er berichtet von der reduktiven Wahrnehmung des
unmittelbaren Umfeldes und behauptete, dass die Elemente, die man
gegenwärtig nicht wahrnehmen kann, beispielsweise das Land Amerika, falls
man sich gerade in Deutschland befindet, nicht existiert. Es tritt erst in
physische Existenz, sobald man es gegenwärtig wahrnimmt. Befindet sich ein
beliebiges Objekt außerhalb der persönlichen Wahrnehmungsreichweite, ist
es wieder verschwunden. Es ist mit einem Computerspiel zu vergleichen, in
dem beispielsweise Lara Croft, die Spielfigur, durch ein Höhlensystem rennt.
Die jeweilige Höhle, in der sie sich gerade befindet, ist auch die, die
gegenwärtig auf dem Bildschirm dargestellt wird. Die anderen Höhlen
werden nicht gezeigt, da sie im Moment nicht erforderlich sind. Die nächste
Höhle wird auch erst dann “Materialisiert”, sobald Lara sie betritt. Nicht viel
anders verhält es sich auch mit unserer Welt. Für Husserl war also klar, dass
der Baum kein Geräusch macht, wenn er im Wald umfällt und kein
Beobachter zugegen ist. Seine erstaunlichen denkerischen Fähigkeiten
befähigten ihn dazu, ein umfassendes Weltbild aufzubauen, das viele andere
Philosophen beeinflusste wie z.B. Jean Paul Sartre und Martin Heidegger.
Husserls Aufforderung an die Wissenschaft, objektiver und freier an die
Erklärung der Natur heranzugehen, versiegte jedoch im Sand. Im Gegenteil,
die Naturwissenschaftler wehrten sich gegen seine Aufforderung und
degradierten seine Wissenschaft zur Philosophie, die es heute noch ist.

Der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Friedrich Hegel (*27.8.1770, †14.11.1831) postuliert in seinem Buch “Die
Phänomenologie des Geistes” eine der wirksamsten und umfangreichsten
Philosophien zur Erklärung der Realität im Allgemeinen und des Menschen.
Aussagen wie “Das Wahre ist das Ganze” und “Die Wahrnehmung oder das
Ding, und die Täuschung” geben einen Einblick in seine Annahmen. So geht
er davon aus, dass alles in einer gewaltigen Ganzheit miteinander
zusammenhängt. Die Natur, wie wir sie kennen mit ihren Pflanzen, Tieren
und Menschen, ist seiner Ansicht nach aus dem absoluten Ganzen
herausgetreten, um sich zu erfahren und fortan zerteilt in Materie, Raum und
Zeit, die nach ihrer Geburt wieder zu ihrem Ursprung zurückzukehren
versucht. Hier findet man also eine Parallele zu der Quantenphysik, in der
sich Wellen-Objekte zu Teilchenobjekte materialisieren.
Gleichzeitig teilt Hegel die Vernunft in zwei Hälften auf, bei der die eine
Seite (negative Vernunft) das Sein zu leugnen versucht, während die andere
Hälfte (positive Vernunft) sie bejaht. Diese Aufteilung des Selbst ist das
Resultat der Abspaltung von der Ganzheit. Die Abspaltung geschah mit der
Absicht, sich selbst zu erfahren und der Freiheit entgegen zu streben. Diese
Abspaltung hatte eine Aufteilung des absoluten Geistes in viele Elemente zur
Folge. Somit war Hegel ein Befürworter eines multidimensionalen
Weltbildes, das der Geist erschuf, um sich zu entfalten. In seinem wichtigsten
Buch gibt Hegel zur Kenntnis:

“So ist nun das Ding der Wahrnehmung beschaffen; und das Bewußtsein ist
als Wahrnehmendes bestimmt, insofern dies Ding sein Gegenstand ist; es hat
ihn nur zu nehmen, und sich als reines Auffassen zu verhalten; was sich ihm
dadurch ergibt, ist das Wahre. Wenn es selbst bei diesem Nehmen etwas täte,
würde es durch solches Hinzusetzen oder Weglassen die Wahrheit verändern.
Indem der Gegenstand das Wahre und Allgemeine, sich selbst Gleiche, das
Bewußtsein sich aber das Veränderliche und Unwesentliche ist, kann es ihm
geschehen, daß es den Gegenstand unrichtig auffaßt und sich täuscht. Das
Wahrnehmende hat das Bewußtsein der Möglichkeit der Täuschung; denn in
der Allgemeinheit, welche das Prinzip ist, ist das Anderssein selbst
unmittelbar für es, aber als das Nichtige, Aufgehobene.”

Hiermit wollte Hegel zum Ausdruck bringen, dass unsere wahrgenommene
Realität als nicht-tatsächlich und tatsächlich wahrgenommen werden kann.
Sie wird immer subjektiv bleiben und selbst Gegenstände werden subjektiv
wahrgenommen. Dies überrascht einen Quantenphysiker nicht, wenn man
bedenkt, dass Gegenstände, die aus Teilchen bestehen, durchaus auch zur
Welle werden können, um plötzlich zu verschwinden und an anderer Stelle
wieder in Erscheinung zu treten.

Der Philosoph und Psychologe William James

William James (*11. Januar 1842, †26. August 1910) war ein amerikanischer
Philosoph und Psychologe. Seine philosophische Ausrichtung galt dem
Pragmatismus und er war stets ein Anhänger der o.g. Thesen. Er besetzte von
1876 bis 1907 einen Lehrstuhl als Professor für diese beiden Studienfächer an
der Harvard Universität. Er hatte seinerzeit Meinungsverschiedenheiten mit
anderen Philosophen, die seine pragmatisch-orientierten Thesen nicht
unterstützten. Einer seiner größten Diskussionsgegner waren die Anhänger
des berühmte Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel (*27. August,
†14. November 1831), der mehr auf den deutschen Idealismus und die
Phänomenologie baute. James betrachtete die Phänomenologie als
unpraktisch und verwirrend. Er war überzeugt, dass Hegel an frühzeitiger
Senilität gelitten oder schlimmer noch, er sich das alles nur aus den Fingern
gesogen hatte, um in philosophischen Kreisen Aufmerksamkeit zu erregen
und sich wichtig zu tun. Gern hätte James dem Hegel einmal die Meinung
gesagt, doch dieser war leider frühzeitig verstorben. Eines Tages probierte
James Distickstoffoxid, sprich Lachgas, aus, um herauszufinden, inwiefern es
das Bewusstsein eines Menschen verändern kann. In einer seiner
Erkundungen erhielt den spontanen Einfall, sich Hegels Kernaussagen doch
in diesem veränderten Zustand noch einmal genauer anzuschauen. Während
das Distickstoffoxid wirkte, erschienen ihm Hegels Aussagen bei weiten nicht
mehr verwirrend, im Gegenteil, es besaß plötzlich alles seinen Sinn und
James musste zugeben, dass Hegel doch ein größerer Philosoph als er selbst
gewesen war.
In der darauf folgenden Zeit entschuldigte sich James öffentlich bei den
Anhängern Hegels und öffnete sich für die Phänomenologie und weiter für
das Distickstoffoxid. Fortan benutzte er immer wieder dieses Gas, um seine
philosophischen Erkenntnisse zu beflügeln. Da er seinen Sinn für
Pragmatismus nicht gänzlich verloren hatte, hielt er die meisten Philosophen
für passiv und allzu theoretisch. Sie mochten vieles erkannt haben, so teilte er
mit, doch praktische Anwendung fanden sie alle nicht. Somit kam James der
Einsatz von Distickstoffoxid wie gerufen, denn mit diesem Gas wollte er das
Tor zur Seele aufstoßen und nach der Wahrheit suchen.
Im weiteren Verlauf beeinflussten Hegels Thesen und das Distickstoffoxid
James’ weiteren Arbeiten. Er entdeckte die Wahrnehmung zweier Selbste, die
Teil von ihm zu sein schienen. Dazu gehörte erst einmal das uns bekannte
Alltagsselbst, welches für ihn eine Ansammlung von Bewusstseinszuständen
(s. “Die Prinzipien der Psychologie” von William James, 1890), darstellte,
d.h. eine besonderer Typ von bestimmten, möglichen Bewusstseinszuständen.
Das andere Selbst hingegen bezeichnete er als das “Subliminal Self”
(unterbewusste Selbst), welches eine umfassende, psychologische Entität
darstellen soll, die sich eines pluralistischen Universums bewusst ist. William
James konnte in seinen Distickstoffoxid-Experimenten immer wieder dieses
pluralistische, innere Universum erkennen. Für James war das Bewusstsein
also kosmisch, multidimensional und vielschichtig. Er betrachtete den
Menschen mit seinem Alltagsselbst als ein global anerkanntes Set von
psychologischen Zuständen, eine Art persönliches Bewusstseinszentrum, in
welchem der Mensch seine Erfahrungen mit anderen auf einen Nenner zu
bringen versucht und in dem immer wieder die gleichen Routen benutzt
werden, um dieses Zentrum aufrechtzuerhalten.

James bestätigt also, dass unser Universum multidimensional aufgebaut ist
und aus alternativen Realitäten besteht. Seinen Fall finde ich besonders
interessant, da er anfangs ein absoluter Gegner dieser Theorie gewesen war.
Nur als er mithilfe von Distickstoffoxid sein verärgertes Alltags-Ich
ausschalten konnte, öffnete er sich für neue Betrachtungen und musste
erkennen, wie es sich tatsächlich verhielt.

Wie ist die Realität aufgebaut?

Wenn ein jedes Musterobjekt dazu in der Lage ist, sich als Teilchen zu
präsentieren und sich daraufhin wieder in eine Welle zu verwandeln, so wird
kurzum die perfekte Illusion geschaffen. Die Fähigkeit der von uns
wahrgenommenen Objekte kann ursprünglich nur programmiert worden sein.
Objekte mit einer solchen Fähigkeit können nicht durch Zufallsereignisse
innerhalb der Entstehung der Natur entwickelt worden sein. Die Fähigkeit der
Musterobjekte bzw. Teilchenintelligenz wirkt somit wie eine absolut
anpassungsfähige Hauptkonfiguration, die nur von einem Schöpfer ersonnen
werden konnte. Weiterhin zu glauben, dass die Realität niemals einen
Schöpfer besaß, beinhaltet automatisch die Leugnung der Teilchenintelligenz
und somit der kompletten Quantenphysik.
Da nun die Teilchenintelligenz, zumindest vonseiten der Quantenphysik, als
bewiesen gilt, darf weiter spekuliert werden, inwiefern der menschliche Geist
darin involviert ist. In psychologischer Hinsicht ist es also eine Frage, ob es
möglich ist, Objekte im unmittelbaren Umfeld geistig beeinflussen zu können.
Wenn man sich vor die erwähnte Tasse setzt und sich vorstellt, dass sie nun
ihr Aussehen verändert, geschieht einfach nichts. Die Tasse und die
dazugehörigen Teilchen haben den unumstößlichen Auftrag, dem Beobachter
in jeder Konsequenz als Tasse zu erscheinen und werden sich nicht auf Befehl
verwandeln. Hierbei kann also von einer “Objekt-Loyalität” ausgegangen
werden, d.h. die Teilchen folgen ihrem ursprünglichen Befehl, dem
Beobachter unter allen Umständen entsprechend zu erscheinen. Sie sind
unbestechlich und lassen sich nicht davon überzeugen, ihre Form zu
verändern. Die einzige Möglichkeit wäre, mithilfe physischer Geräte, die
Tasse dazu zu zwingen, sich zu verändern. Dies beinhaltet vielleicht die
Zerstörung der Tasse oder ein Einschmelzen derselben oder ein einfaches
Bemalen. Da dies aber mittlerweile ausgiebig praktiziert wurde und immer
noch praktizier wird und vom Thema abweichen würde, stellt sich die Frage,
ob es einen Urheber gibt, der die unumstößliche Anweisung für Verhalten
und Erscheinen von Objekten bestimmt hat. Unabhängig davon, ob wir uns in
einer virtuellen Realität befinden oder nicht, ist zumindest offensichtlich, dass
das Muster eines Objektes ebenso programmiert wurde wie die intelligenten
Fähigkeiten von Teilchen. Somit gibt es ein Muster, das sich hinter Teilchen
und Wellen befindet, eine Art Programmierung oder ein nichtphysisches
Teilchen, das Urheber für das Verhalten der Teilchen ist. Aus dem Grund
möchte ich ein nichtphysisches Teilchen postulieren, das die
Grundprogrammierung bzw. Teilchenintelligenz eines Teilchens bzw. eines
Gegenstandes jeder Art in sich trägt. Das Problem zur Bestimmung dieses
Teilchens ist sicherlich die eine Existenz, die sich unseren Messgeräten
entzieht. Es könnte sich hierbei um ein “Phasenteilchen” (bzw.
“Phasenwelle”) handeln, das die Programmierung der physischen Teilchen
bestimmt. Wer das Phasenteilchen nun wiederum programmiert hat, befindet
sich natürlich jenseits naturwissenschaftlicher Forschung und geht in die
Philosophie über.

Laut Hegel befindet sich hinter der Illusion der Objekte der Geist, eine
gewisse Kraft, die unsere Umgebung illusionär erschafft, um sich selbst zu
erfahren. Was nun dieser Geist ist, ob er für Gott, eine außerirdische Macht,
einen multidimensionalen Hightech-Computer oder sonst etwas darstellt, ist
erst einmal irrelevant. Wenn man nun davon ausgehen würde, dass dieser
“Geist” auch Urheber für die Phasenteilchen und somit für die
Teilchenprogrammierung ist, dann haben wir es mit einer unglaublich großen
Intelligenz zu tun, der solche Dinge möglich sind.

Du bist der Zeitreisende!

Die Existenz tausender alternativer Realitäten kann nur durch die Aufspaltung
einer kompletten, alles zusammenfassenden Realität entstanden sein, die
daraufhin in viele Subrealitäten zerfiel. Die Erfindung einer Zeitmaschine in
einer fernen Zukunft kann hierfür ein Grund gewesen sein. Durch die
Nutzung einer solchen Maschine wurden diese Veränderungen vom Benutzer
erzeugt. Die alles umfassende Realität wurde zu unzähligen Subrealitäten.
Naturwissenschaftliche Untersuchungen in Verbindung mit
bewusstseinserweiternden Substanzen haben eindeutig gezeigt, dass diese
Subrealitäten wahrgenommen werden können. Hierzu wurden Experimente
mit unterschiedlichen Testpersonen und verschiedenen Substanzen
durchgeführt. Da die Wahrnehmung dieser Subrealitäten also von einem
jeden Menschen möglich ist, so ist auch jeder Einzelne der Zeitreisende
selbst, denn er bewegt sich in einer bestimmten Geschwindigkeit durch die
Alltagswelt. Philosophische und auch Berechnungen von Physikern, die über
die Logik der möglichen Existenz einer Zeitmaschine debattiert haben, kamen
weitgehend zum Ergebnis, dass Zeitreisen nur dann möglich sein kann, wenn
die uns bekannte Realität nur eine unter vielen ist.

Grafik 2: Existenz mehrerer alternativer Realitäten mit unterschiedlichen Erfahrungsverläufen nur


einer Person





In der Psychologie

Die Wahrnehmung unterschiedlicher Realitäten ist im Psychiatriewesen (s.
Schizophrenie) ebenso bekannt wie der Ausdruck unterschiedlicher
Persönlichkeiten innerhalb der eigenen Psyche (s. Multiple
Persönlichkeitsstörung bzw. Psychose). Das solche psychischen “Störungen”
existieren, bedeutet nicht dass sie Hirngespinste sind, denn nicht nur
Philosophen haben auf die Existenz multidimensionaler Realitäten
hingewiesen, sondern auch unzählige Personen, die tagtäglich derartige
Wahrnehmungen praktisch bestätigen können. Da eine Psychose gemeinhin
als nicht förderlich und krank betrachtet wird – der Mensch funktioniert mit
der Wahrnehmung mehrerer Realitäten schlechter in der Gesellschaft und
kann nur beschränkt seine Arbeit vollrichten – kann davon ausgegangen
werden, dass die entsprechenden Stellen eher für eine negative bzw.
ablehnende Interpretation einstehen. Somit wird gelehrt, dass beispielsweise
eine Psychose eine Krankheit ist und nicht der Realität entsprechen kann, was
in dieser wahrgenommen wird. Psychische Krankheit und Irrglaube werden
hierbei gleichgesetzt. Zu überlegen, dass der Mensch aufgrund seines
begrenzten Wissens und seiner alltäglichen Sorgen, Verantwortungen und
Ängsten noch nicht bereit ist, ein multidimensionales Weltbild zu vertreten
und auch zu erfahren, leuchtet an dieser Stelle nicht ein. Wahrnehmungen, die
nicht einzuordnen sind, weil die Erklärungen fehlen, werden dann als
Halluzination abgetan. Trotz dieses Umstandes kann dennoch davon
ausgegangen werden, dass sich immer wieder vereinzelte Personen aus
Interesse der phänomenologischen Wahrnehmung alternativer Realitäten
zuwenden werden.

Persönliche Erfahrungen

In den Träumen, an die wir uns manchmal erinnern, tauchen häufig Freunde
auf, die wir nicht kennen. Fremde Städte, in denen wir zu wohnen scheinen
und an unserer Seite findet sich manchmal sogar ein für gewöhnlich
unbekannter Partner. In solchen Träumen verhält es sich keineswegs so, dass
unser Verstand uns einen Streich spielt, oder unser Gehirn, sondern wir
registrieren unterbewusste Erfahrungselemente aus alternativen Realitäten mit
alternativen Erlebnissequenzen. Die Eindrücke sind dermaßen vielseitig, dass
unser Gehirn nicht dazu in der Lage ist, sich alles zu merken. Wenn wir am
Morgen erwachen, hat unser Gehirn nur vereinzelte Szenen behalten. Nur
aufgrund der Unfähigkeit des Gehirns mehr Daten zu behalten, diese sogar
des Öfteren mit einer recht dürftigen Wahrnehmungsqualität, so sollte dies
doch noch lange kein Grund dafür sein, die Träume als Gehirnspuk und als
irrelevant abzutun. Handelt es sich hierbei doch tatsächlich um Daten aus
alternativen Realitäten, von der unser Alltags-Ich ein integrierter Bestandteil
ist.

Persönliche Erfahrungen aus diesem Bereich haben mir eindeutig gezeigt,
dass wir in einem Multiversum leben und dass unsere Realität nur eine unter
vielen ist. Hierbei konnte ich eine Ansammlung diverser Realitäten
ausmachen, die sowohl in der Gegenwart parallele Nebenrealitäten aufweisen
als auch auf einem imaginären Zeitstrahl zuordbar sind.

Grafik 3: Anzahl des Alltag-Ichs mit alternativen Realitäten/Selbsten auf einem Zeitstrahl



Anhand Grafik 3 kann ich veranschaulichen, dass die Wahrnehmung anderer
Realitäten geradezu mit der Wahrnehmung mehrerer Selbste innerhalb der
eigenen Psyche verglichen werden kann. Das vertraute Alltag-Ich ist auf
einem Zeitstrahl platziert, welchen wir Alltag nennen. Dabei wird gleichzeitig
das Alltags-Ich von einer unbestimmten Anzahl alternativer Realitäten
begleitet. Jede alternative Realität besitzt ebenfalls einen Zeitstrahl, einen
Lebensverlauf mit Geburt und Tod. Hierbei können die alternativen
Realitäten auch in sich zeitverschoben sein. Man würde sich bei einem
Wechsel in eine alternative Realität vielleicht in die Schulzeit zurückversetzt
oder eben in die Zukunft und sich neben einer neuen Liebe wiederfinden.

Das Ich mit seinen alternativen Selbsten kann auch mit Atomen und
Molekülen verglichen werden. Der Atomkern wäre hier das Selbst und die
Elektronen die alternativen Selbste. Sobald man sich einem anderen Ich
nähert, das natürlich ebenso mehrere alternative Realitäten um sich schart,
greifen sie ineinander und koordinieren die wahrgenommene Realität. Es
entstehen neue Mischungen mit neuen Alternativen. Wenn sich also Person A
mit Person B trifft, werden diese auf mehreren Realitätsebenen kopiert, d.h. es
existieren von nun an Realität 1, in welcher Person A sich selbst und
gleichzeitig Person B wahrnimmt sowie in Realität 2, in der sich Person B
selbst wahrnimmt und Person A. Varianten bzw. Kopien des eigenen Ichs
werden hier erzeugt bzw. wahrgenommen und bilden neue Alternativen.
Genau wie unser Sonnensystem mit seiner Sonne als Kern und den Planeten
auf ihren Bahnen mit einem Atommodell verglichen werden kann, so sieht es
in der Psyche nicht anders aus. Hierbei treffen Selbste mit Unterselbsten auf
andere Selbste, um sich auszutauschen oder um neue Realitäten zu
generieren.

In der Astrophysik gibt es derartige Phänomene ebenso, wenn sich zwei
Spiralgalaxien aufeinander zubewegen. Sie ziehen einander an und
vermengen sich, um eine neue Spirale zu erzeugen. Im Fall zweier Menschen
geschieht Ähnliches, wenn sie einander begegnen und sich austauschen. Nicht
viel anders wird dies tagtäglich von den Menschen praktiziert. Sie bewegen
sich durch alternative Realitäten, entscheiden sich an Kreuzungen, in welche
Richtung es gehen soll und Erinnerungen aus alten Realitäten vermischen sich
mit den neuen.

So unglaublich es klingen mag, zusammenfassend kann man also sagen, dass
jeder Mensch in einer Realität lebt, in der ein jedes Objekt, aus intelligenten
Teilchen besteht und ein mit Lichtgeschwindigkeit aufgebautes sowie
anfassbares Konstrukt darstellt, das sich dem Auge des Betrachters als
Teilchenobjekt präsentiert, auch wenn es in Wirklichkeit aus Wellen besteht.
Man könnte somit aussagen, dass der Mensch sich in einer wohl platzierten
Chamäleon-Realität befindet, die ihm eine perfekte Illusion vorspiegelt, denn
niemals würde er hinter dessen Geheimnis kommen können, wenn die
Gegenstände um ihn her verzaubert sind und sich seiner Wahrnehmung
optimal anpassen. Man könnte durchaus von einer virtuellen Realität
sprechen, in der sich ein jeder Mensch befindet, denn nur ein bewusst
programmiertes Umfeld kann die intelligente Fähigkeit der Teilchen erklären.
Es gibt keine andere Erklärung, die diesen Umstand besser durchleuchten
könnte. Wir befinden uns in einer bewusst programmierten und virtuellen,
multidimensionalen Chamäleon-Realität.

Doch wie kann man diese Realität durchschauen und enttarnen? Welcher
Weg wäre der Beste, um sich selbst zu erkennen? Woher sind wir
gekommen? Wer sind wir? Warum leiden wir an einer chronischen Amnesie?
Was ist der Sinn von alledem?

Um diese Fragen zu beantworten, ist die Auseinandersetzung mit den Themen
des Träumens, der außerkörperlichen Erfahrung und der Zirbeldrüse der erste
und intensivste Anhaltspunkt, über den der Mensch verfügt…



Träume, Luzidität und Cyberspace



Für viele Menschen sind Träume eine interessante Sache, nicht allein durch
die Tatsache, dass jeder Mensch träumt und sie sich durch ihr Erscheinen im
Bewusstsein eines jeden Menschen selbst beweisen. Sie sind also existent,
auch wenn sie in wissenschaftlicher Hinsicht nur geringfügig gemessen
werden können. Übrig bleibt jedoch die Erinnerung an Milliarden Träume,
die tagtäglich weltweit geträumt werden - ganz zu schweigen von denen, an
die man sich vielleicht nicht mehr erinnern konnte, weil etwas dazwischen
kam, z. B. als man morgens aufwachte und nach dem Wecker suchte oder von
anderen Begebenheiten am alltäglichen Morgen abgelenkt wurde. Träume
sind weitaus schlechter erforscht, als man vielleicht annehmen mag. Es gab
einige Tests in Schlaflaboren, doch außer spannende Geschichten und wilde
EEG-Werte bekamen die Wissenschaftler nicht zu sehen. Woran kann das
liegen? Ganz einfach, sie haben es in den meisten Fällen noch nicht einmal
selbst versucht! Wie kann ein Wissenschaftler das Träumen untersuchen,
wenn er es selbst nicht einmal vernünftig beherrscht? Somit fallen doch die
Ergebnisse dementsprechend aus. Man könnte genauso versuchen, das
Wasser zu erforschen, ohne jemals ins Wasser gegangen zu sein oder
hineinzutauchen. Zum Glück gibt es viele Menschen, die das Träumen
dennoch interessant finden und damit sogar ernsthaft arbeiten. Hierbei
notieren sich diese Menschen Träume und einige besitzen eine beachtliche
Sammlung persönlicher Notizen. Mit solchen Traumforschern bin ich immer
wieder in Kontakt gekommen. Viele hunderte von Personen haben mir von
ihren Träumen, Erlebnissen und Eindrücken berichtet. Das Träumen ist mit
Sicherheit kein Gehirnspuk oder Resultat eines simplen Aufblitzens einiger
Neuronen, denen nachts langweilig wird, wenn der Körper in den Standby-
Modus fährt.

In meinem persönlichen Umgang mit Träumen habe ich einige verschiedene
Arten dieser interessanten Kunst entdeckt, die entweder automatisch
auftauchen oder willentlich angewendet werden können. Dabei schöpfe ich
aus einem persönlichen Traumarchiv von vermutlich 3000 Seiten
aufgezeichneter Träume und einer aktiven Traumerfahrung von über zwanzig
Jahren. Hierbei durfte ich im Allgemeinen die folgenden Traumkategorien
vorfinden:

1. Das symbolische Träumen
2. Das therapeutische Träumen
3. Präkognitives Träumen
4. Reinkarnationsträume
5. Wahrscheinlichkeits- bzw. Alternativträume
6. Doppelträume
7. Albträume
8. DNA-Träume
9. Das luzide Träumen

Auf diese Kategorien werde ich im Laufe dieses Kapitels noch näher
eingehen. Natürlich kann ich auf viele Kategorien nicht umfangreich
eingehen, da das Thema dieses Buches das Astralreisen und das luzide
Träumen ist. Die anderen Kategorien kann ich also nur kurz umreißen.

Jede Art des Träumens kann für sich alleine oder auch kombiniert
angewendet werden. Um jedoch erst einmal Träume kategorisieren zu
können, ist es wichtig, ein Traumtagebuch anzulegen. In der Regel reicht erst
einmal Zettel und Stift neben das Bett zu legen, doch mit der Absicht, die
notierten Träume später in das eigentliche Traumtagebuch zu schreiben oder
in den Computer zu übertragen. Letzteres hat den Vorteil, dass nach
Stichworten gesucht werden kann, wenn man einmal 300-500 Träume und
mehr notiert haben sollte. Durchschnittlich gesehen habe ich diese 500
Träume tatsächlich pro Jahr aufzeichnen können, wenn die Erinnerung
einigermaßen gut war, aber es gab auch Zeiten, in denen die Bequemlichkeit
siegte. Man kann sich dennoch vorstellen, welche Datenmenge nach einigen
Jahren zur Verfügung stehen kann. Sollte man sich auf den kommenden
Seiten irgendwie darüber wundern, warum meine Träume so lang und
detailliert sein können, so kann ich dazu nur entgegnen, dass dies das Resultat
eines jahrelangen Trainings ist. Das Träumen kann derartig austrainiert
werden, dass nicht nur das Traumgedächtnis zunimmt, sondern auch die
Klarheit und Deutlichkeit der Träume.

Man hat zu Beginn die Möglichkeit, ein einzelnes Traumtagebuch anzulegen
und die Daten chronologisch einzuordnen, doch davon rate ich ab, denn eine
thematische Ordnung ist viel lukrativer. Dies hat damit zu tun, dass das
Unterbewusstsein Wissen nicht in chronologischer, sondern in thematischer
Form ordnet. Dieses Ordnungsprinzip ist in jedem Fall praktischer, weil die
Traumebenen an sich miteinander zusammenhängen können. Der Traum, in
dem man in einen Zug stieg und in eine fremde Stadt fahren wollte, kann nach
zwei Monaten durchaus fortgesetzt werden, was bei einer chronologischen
Ordnung weitaus schwieriger festzustellen ist. Ich denke, dass dies in den
weiteren Erläuterungen und Beispielen deutlicher wird. Doch ist erst einmal
eine nähere Erklärung der erwähnten Traumkategorien notwendig:
1. Das symbolische Träumen

Die erste Traumpraktik, die weit in die Vergangenheit reicht, ist das
symbolische Deuten von Träumen. Dabei wird ein Traum erinnert,
aufgeschrieben und nach Symbolen durchsucht, um ihn besser zu verstehen.
Es wird davon ausgegangen, dass der Traum eine Botschaft des Unbewussten
enthält, vielleicht einen Rat, eine Warnung, eine Charakterbeschreibung oder
die Lösung zu einem gegenwärtigen Problem. In der Traumdeutung sieht man
das Unterbewusstsein oft als Ansammlung von unverarbeiteten Erfahrungen
der Alltagsrealität an, was aber nicht allein zutrifft, sondern es ist eine
Intelligenz, die sich u. a. über die Traumerfahrung ausdrücken kann, um sich
mitzuteilen. Auf dem Büchermarkt gibt es mittlerweile viele Bücher zur
Traumdeutung, die zum Teil Licht in die Symbolik eines Traumes bringen
können, doch empfehle ich primär, ein persönliches Symbolheft anzulegen,
da die Symbole von Charakter zu Charakter ganz andere Bedeutungen haben
können. Wenn eine Frau, die Angst vor Hunden hat, von einem schwarzen,
großen Hund träumt, dann hat es ganz gewiss eine andere Bedeutung, als
wenn eine Frau dasselbe träumt, die Hunde sehr gern hat und vielleicht sogar
selbst einen besitzt. Dieses Prinzip kann auch auf Autos, Menschen,
Stimmungen und vieles mehr übertragen werden und zeigt meiner Meinung
nach deutlich, dass Symbole nicht so einfach zu generalisieren sind.
Ein solches Symbolbuch kann ein einfaches Schreibheft sein, in das die
Symbole in alphabetischer Reihenfolge eingetragen werden. Einleuchtend ist
es hierbei, dass es erst einmal eine bestimmte Zeit dauern wird, bis man das
eigene Symbolbuch soweit ergänzt hat, bis es überhaupt verwendbar ist. Aus
diesem Grund benötigt man schon eine Menge Träume als Ausgangsmaterial.
Anfangs können die Träume durchaus mit einem Traumlexikon, bzw.
Traumdeutungsbuch analysiert werden, aber man sollte definitiv nur jene
Symbole in das persönliche Symbolbuch eintragen, das mit einer hohen
Wahrscheinlichkeit zutrifft. Es schadet nicht, wenn man an dieser Stelle
unverständliche oder allzu komplexe Symbole aus einem Traumdeutungsbuch
auslässt. Das eigene Traumsymbolbuch zeichnet sich dadurch aus, dass
ausschließlich jene Symbole darin zu finden sind, die man absolut und klar
nachvollziehen kann. Wenn man z. B. Kinder mag, kann der Traum von einer
Geburt durchaus Glück oder Bereicherung bedeuten, aber für jemanden, der
keine mag, kann dies eine Symbolebene tiefer gehen, sodass unterbewusst auf
die Erlangung einer neuen Charaktereigenschaft oder Perspektive
hingewiesen wird.

Träume sind immer vielschichtig zu interpretieren und können mehrere
Symbolelemente auf einmal beinhalten. Im Internet kann man viel zu
Traumdeutungen entdecken und es gibt viele Symbole, die mit den gängigsten
Traumsituationen assoziiert werden. Problematisch wird es natürlich schon,
wenn man in verschiedenen Büchern – oder aus anderen Quellen – von völlig
widersprüchlichen Deutungen liest. Aus diesem Grund ist erst einmal die
Anlage des eigenen Traumsymbolbuch wichtig.

Das symbolische Träumen sollte am besten nach einem bestimmten Muster
vor sich gehen. Dabei nehme man stets eine Gliederung zur Hilfe:

Gliederung 1: Landschaft und Haus
Gliederung 2: Personen und Tiere
Gliederung 3: Situation, Assoziationen und Gefühle
Gliederung 4: Inhalt und Ende

Nach dieser Gliederung kann man den Traum erst einmal aufteilen, um das
Muster ausfindig zu machen.

Zu 1: Hierbei muss einem nur bewusst sein, dass z.B. Landschaft und Haus
i.d.R. stets den Träumer widerspiegeln, d.h. das Haus steht für die
Befindlichkeit der Persönlichkeit und die Landschaft für die gegenwärtige
emotionale Situation. Wenn man von einer tristen Landschaft träumt, dann
kann dies aussagen, dass man momentan traurig oder depressiv ist bzw. in
Kürze etwas auf die Person im Alltag zukommt, dass dies bewirken oder
auslösen könnte. Oft läuft man im Traum auch in einem Haus herum und
sucht etwas. Dabei ist es wichtig, sich zu merken, in welcher Etage dies
stattfand. Der Keller kann für das Unterbewusstsein stehen und der
Dachboden für die Moral oder eine übergeordnete Betrachtung einer Situation
im Alltag. Aufenthalte im Wohnzimmer betreffen den Lebens- und
Amüsement-Bereich im Allgemeinen und im Schlafzimmer das Sexleben
bzw. die Partnerschaft. Aus dem Grund ist es also erst einmal wichtig, nach
dem Erinnern des Traumes nach der Befindlichkeit von Landschaft und Haus
zu schauen, um damit zu beginnen.

Beispiel:

Ich wollte nach Hause und lief dabei durch eine zwielichtige und bedrückende
Landschaft. Als ich endlich zu Hause angekommen war, fand ich das
Wohnzimmer unaufgeräumt vor und überall lagen wahllos Gegenstände
herum. Dann wollte ich auf den Dachboden und etwas suchen, womit ich die
Wohnung aufräumen konnte, aber fand keinen Besen oder ein Kehrblech.

Der Weg nach Hause ist bedrückend und der Amüsement-Bereich
unaufgeräumt. Der Dachboden gibt nicht viel an Möglichkeiten her, um das
Wohnzimmer aufzuräumen. Dieser Traum könnte also ein Hinweis darauf
sein, dass man depressiv bzw. bedrückt ist, dass nicht genügend Spaß im
Leben vorhanden ist und auch keine Möglichkeit sieht, dies in nächster Zeit
ändern zu können.

Zu 2: Personen und Tiere, die an dem Traum teilhaben, können unterbewusste
Aspekte repräsentieren, falls sie unbekannt sind. Sollten es bekannte Personen
aus dem gewohnten Umfeld sein, spiegeln sie keine Persönlichkeitsaspekte,
sondern vielmehr unerkannte Aspekte von Freunden und Familie.

Mit dieser Gliederung kann man also auf sanfte Weise herausfinden, welche
Elemente unterbewusst sind und diese analysieren. Vielleicht taucht innerhalb
des Traumes eine unbekannte Person auf und ist tollpatschig, lässt alles fallen
und stolpert dauernd durch die Gegend. Dies wäre dann ein Hinweis darauf,
dass man manchmal zu tollpatschigen Handlungen neigt, was einem bisher
gar nicht so bewusst gewesen ist, jedoch von Personen aus dem persönlichen
Umfeld vielleicht schon länger so gesehen wird.
Nicht nur im Alltag können Menschen unterbewusste Eigenschaften
widerspiegeln oder übertrieben darstellen, sondern dies geschieht in den
Träumen wesentlich exzessiver. Ein tollpatschiger Aspekt wird also noch
übertriebener dargestellt als er tatsächlich ist. Andernfalls würde man
vermutlich gar nicht erst sonderlich darauf achten.

Zu 3: Die Analyse der gegenwärtigen Situation ist ebenso wichtig wie die
persönlichen Assoziationen und Gefühle, die man mit der Traumsituation
verknüpft. Meist sind es die spontanen Gefühle und Assoziationen, die bereits
einen Hinweis an sich darstellen. Sollte man von einem Hund träumen, der
um die Ecke gelaufen und auf einen zugerannt kommt, sollte man sich genau
zurückrufen, was man in diesem Augenblick dachte bzw. erwartete. Hatte
man im ersten Augenblick Angst, dass er einen anfallen oder beißen könnte,
glaubte man, er wurde gejagt oder ging man davon aus, dass er seinen
Besitzer suchte oder einfach nur einem Frisbee hinterherhechtete? Der
spontane Gedanke oder das Gefühl sind in solchen überraschenden
Traumsituationen ausschlaggebend, um den Traum vernünftig zu deuten. Man
muss sich dabei vor Augen halten, dass ein Satz wie “Da kam ein Hund um
die Ecke gelaufen!” nicht ausreicht, um einen Traum erfolgreich zu deuten.
Darum ist jeder Gedanke, jedes Gefühl und jede Assoziation wichtig, nahezu
mit einer pedantischen Erinnerung.

Zu 4: Wie würde man den Traum inhaltlich beschreiben, vielleicht ihm sogar
einen Titel geben müsste? Auf diese Weise kann man den Traum auch
kategorisch einordnen und herausfinden, ob er mit der Familie, Arbeit,
Beziehung oder der Gesundheit zu tun hat. Das Aufspüren der Kategorie ist
ebenso ausschlaggebend, denn so erfährt man, worauf sich der Traum
überhaupt bezieht. Das Ende hingegen ist genauso wichtig, denn es könnte die
Lösung für ein Problem beinhalten oder möchte einem bestimmten Thema
unbedingt Nachdruck verleihen. Der Traumabschluss beinhaltet gern eine
überraschende Wende, nicht zuletzt, um dem Träumer die Möglichkeit zu
geben, ein Problem von einer anderen Seite leichter beleuchten zu können.

Diese vier aufgeführten Punkte dienen als bester Ansatz, um einen Traum
erfolgreich zu deuten. Mit der Zeit lernt man, eine Art Routine zu entwickeln,
wie man einen Traum analysieren sollte. Natürlich gibt es noch mehr
Aspekte, an denen man einsetzen könnte, keine Frage, doch diese vier Punkte
sind für den Anfänger ein hervorragender Beginn.
2. Das therapeutische Träumen

Träume können auch dazu verwendet werden, um Heilungsprozesse zu
beschleunigen, Prüfungen zu meistern oder seine Ziele in den eigenen
Erwartungen und Zielrichtungen positiv zu stärken. Nicht nur positives
Denken ist hier angebracht, sondern auch eine Programmierung der Träume,
d.h. eine Beeinflussung der Träume mithilfe von Suggestionen, sodass
Träume in Erscheinung treten und erinnert werden, die den Träumer mit dem
erreichten Ziel oder dem angestrebten Gesundheitszustand darstellen.
Während ein Traumdeuter eventuell ungern Einfluss auf seine Träume ausübt,
weil er die Botschaften des Unbewussten nicht beirren will, beginnt man bei
therapeutischen Träumen auf gezielte Art, seine Träume im Verlauf zu
beeinflussen. Albträume können beispielsweise sehr hinderlich sein und sich
immer wiederholen, um den jeweiligen Träumer ständig mit der gleichen
Situation auseinanderzusetzen, die er wohlmöglich jedes Mal auf die gleiche
Weise zu lösen versucht, und ihn psychisch belasten. Ein Albtraum kann als
Hindernis für die Entwicklung seiner Persönlichkeit betrachtet werden und
man kann mit der Anwendung von Suggestionen eine andere Verhaltensweise
zu erlernen versuchen. Taucht der Albtraum wieder auf, wird einfach die neue
Verhaltensweise ausprobiert und bringt den Träumer vielleicht endlich dazu,
eine positive Lösung zu finden und den vielleicht sogar immer
wiederkehrenden Albtraum ein für alle Male zu beenden. Menschen mit
verschiedenen Krankheiten, sie müssen nicht gleich unheilbar sein, können
mit der Programmierung ihrer Träume das Gefühl des Gesundseins wieder
reaktivieren, indem sie sich in Träumen wieder finden, in denen sie gesund
sind. Wir wissen, dass die Gefühlswelt den Körper sehr stark beeinflussen
kann, so leuchtet bestimmt diese Art und Effizienz des Träumens ein. Es ist
nicht immer notwendig, therapeutische Träume zu programmieren, denn das
Unbewusste kann nicht nur symbolische Botschaften senden, sondern auch
therapeutische, da es über den Gesundheitszustand des Körpers durchaus
informiert ist.
Vor vielen Jahren hatte ich z.B. stets leichte Schmerzen in meinem Bauch. Ich
vermutete das Schlimmste und die Horrorgedanken nahmen ihren freien Lauf.
Es zog sich wochenlang hin und ich konnte mich gar nicht mehr daran
erinnern, wie es ist, wenn sich der Bauch normal und entspannt fühlt und
meine Aufmerksamkeit nicht mehr darauf lag. Ich suggerierte mir
Wohlgefühl und Entspannung für meinen Bauch, bis ich eines Nachts
träumte, dass ich aufgewacht war und zur Toilette ging. Dort fiel mir mein
gutes und entspanntes Verhältnis zu meinem Bauch auf und ich prägte mir
das Gefühl so stark ein, wie es eben ging. Als ich erwachte, besaß ich dieses
Gefühl noch immer und konnte es mit meinen Suggestionen verknüpfen.
Einige Tage später gelang es mir, schon einmal meine Aufmerksamkeit von
meinem Bauch zu lenken und irgendwann war wieder alles normal.
Solche Fixierungen auf körperliche Probleme können durchaus belastend
wirken und mindestens auf psychosomatischer Ebene Unheil anrichten. Es ist
daher sehr wichtig, stets in dieser Reihenfolge vorzugehen:

Suggestionen
Loslösung der Aufmerksamkeit auf den Problembereich
Erzeugung oder Erinnerung an therapeutische Träume.

Nur auf diese Art kann man sich von den meisten Krankheiten selbst befreien
und braucht keinen Arzt aufsuchen. Mithilfe therapeutischer Träume und
entsprechender Suggestionen habe ich mich bereits einige Male selbst geheilt.
Dies ist mittlerweile so einfach geworden, dass ich mich getrost aus der
Krankenversicherung abmelden könnte.
3. Präkognitives Träumen

Mit Präkognition ist die Vorhersehung gemeint, d. h. es wird ein
(symbolischer) Traum geträumt, der sich erst Tage, Monate oder gar Jahre
später tatsächlich ereignet. ‚Hellseherisches Träumen’ wäre ebenso ein
passender Begriff hierfür, denn hier wird das Hellsehen innerhalb eines
Traumes angewandt, entweder indem man die Situation im Traum im Voraus
erlebt oder wenn man so weit fortgeschritten ist, solche Träume willentlich
auszulösen. Ich habe bereits einige präkognitive Träume erlebt und war
immer wieder überrascht von der gezielten und klaren Aussage solcher
Träume.

Ich träumte, dass mich eine Freundin besuchen kommt, die ich seit mehreren
Jahren nicht mehr gesehen hatte. Wir setzten uns in eine Eisdiele und
unterhielten uns. In der Unterhaltung berichtete sie mir von ihrer großen
Leidenschaft der Musik und dass sie ein Tape für mich mitgebracht hätte,
damit ich es mir einmal anhörte.

Am kommenden Wochenende tauchte diese Freundin tatsächlich auf. Wir
gingen jedoch in ein Café und nicht in eine Eisdiele. Von dieser Verabredung
hatte ich vor meinem Traum noch nicht gewusst und auch als wir uns dort
unterhielten, wartete ich schon innerlich darauf, dass sie gleich ein Tape
auspackt und es mir überreicht. Es verhielt sich tatsächlich so. Das
Interessante daran war, dass es sogar fast genau so aussah, wie in dem Traum
zuvor: es hatte einen schwarzen Aufkleber und das Tape war durchsichtig und
bräunlich.

Man könnte sagen, dass es Zufall ist, denn es kommt schon einmal vor, dass
jemand ein Tape geschenkt bekommt. Der nächste Traum zeigt jedoch eine
sehr klare Begebenheit und ich schätze, ein Zufall ist hier keine Erklärung:

Ich träumte, wie ich vor einem Spiegel stand. Dort war mir etwas Seltsames
an meiner Stirn aufgefallen, leicht nach links versetzt. Es war ein roter, recht
runder Fleck auf der Haut, der eine Hautreaktion zu sein schien. Ich schaute
es mir genauer an und sah, dass weiter links ein weiterer, etwas kleinerer,
aber sehr ähnlicher Fleck war. Während ich mir das weiter ansah, machte ich
mir Gedanken darüber, was das wohl sein könnte und erwachte.

Dieser Traum hatte mich zwar verwundert, aber ich hatte ihn anfangs
keineswegs als präkognitiv eingestuft, sondern dachte, dass es eine Symbolik
beinhalten könnte, konnte sie aber nicht besonders gut entschlüsseln, also
vergaß ich den Traum, nachdem ich ihn kurz aufgeschrieben hatte. Einige
Monate später tauchten diese beiden Flecken tatsächlich auf meiner Stirn auf
und blieben dort für mehrere Wochen. Danach verschwanden sie und kehrten
nie zurück. Noch heute weiß ich nicht, was das gewesen ist, aber mit
Suggestionen konnte ich sie auflösen.
Erstaunlich ist hier die gezielte präkognitive Aussage, die meines Erachtens
deutlich zeigt, dass es möglich ist, zukünftige Situationen im Voraus zu
träumen.
4. Reinkarnationsträume

Nicht nur die meisten Menschen in Indien glauben an Reinkarnation, sondern
auch sehr viel Asiaten. In China und Japan wird Buddhismus anstelle von
Religion als Schulfach gelehrt. Streng genommen kann man sagen, dass mehr
Menschen an Reinkarnation glauben, als es Zweifler in diesem Punkt gibt.
Solche Träume über andere Leben können immer wieder auftauchen und sind
mir ebenfalls begegnet. Im hypnagogen Zustand, dies ist ein Zustand kurz vor
dem Einschlafen, in dem die Imagination oder Phantasie den Verlauf der
gedachten Bilder verselbstständigt, tauchen manchmal schon Erinnerungen
aus anderen Leben auf. Ist man dann eingeschlafen, können diese Bilder
durchaus zu Träumen werden, die Erinnerungen aufsteigen lassen. Es
erfordert jedoch ein gewisses Training, den hypnagogen Zustand bewusst
beobachten zu können, oft ist man vorher schon eingeschlafen. Außerdem
gibt es in diesem Zustand keine Kritik, alles wird als selbstverständlich
betrachtet und nicht hinterfragt. Daher ist es so schwierig, Erinnerungen zu
klassifizieren und mitzubekommen, dass sie plötzlich gar keine Erinnerungen
mehr an die letzten Tage darstellen, sondern vielleicht hunderte Jahre alt sind,
bzw. einen gegenwärtigen Zustand zeigen, der nur in der Zeit verschoben ist.

Während ich langsam in den Schlaf glitt, fiel mir plötzlich auf, dass ich die
ganze Zeit auf einem Feld stand und mit einem Mann sprach, der auf einem
Pferd saß. Das Pferd war braun und besaß hellbraunes Zottelfell, der Mann
selbst trug eine hellbraune Leinen- oder Stoffweste mit großen Knöpfen,
Fellschuhe und einen breiten Gürtel. Am Pferd selbst hing ein Schild, das ihm
gehörte. Er schaute von oben auf mich herunter und meinte, dass ich noch
einmal davon gekommen wäre, denn wäre es nach ihm gegangen, hätte er
mich mit seinen Anhängern gleich hier auf dem Feld hingerichtet. Ich
erinnerte mich deutlich, dass ich mein Leben einer einflussreichen Frau zu
verdanken hatte. Ohne ihr Veto, wäre ich nicht mehr am Leben.

Und in diesem Moment begann ich mich zu wundern, was ich denn da die
ganze Zeit für seltsame Dinge dachte und mir vorstellte. Doch die
Imagination hatte sich in meiner Unaufmerksamkeit verselbständigt und
Erinnerungen zugelassen, die allem Anschein nach aus einer ganz anderen
Zeit zu mir dringen konnten. Man kann sich also innerhalb eines hypnagogen
Zustandes wundern, aber in der Regel ist es sehr schwierig und erfordert
einfach viel Aufmerksamkeit, und Übung, nicht gleich einzuschlafen.

In Träumen tauchten ebenfalls solche Erinnerungen auf:

Ich fand mich plötzlich auf einer Wiese wieder und schaute mich um. Es war
wunderschön hier. Weil ich noch eine Verabredung hatte, lief ich in mein Zelt
und wollte meine Sachen holen. Als ich es betrat, sah ich am Boden meinen
Speer und Lederbeutel liegen, die mir so vertraut vorkamen. In diesem
Moment wurde ich mir bewusst, dass ich träumte und konnte diese
Erinnerung umso besser in meinen Alltag retten.

Unvergesslich ist mir heute noch diese tiefe Vertrautheit und der
Wiedererkennungseffekt des Speeres und Lederbeutels. Sie waren mir so
vertraut, als wenn dort meine Schlüssel, Brieftasche oder meine Schuhe aus
der Jetzt-Zeit gelegen hätten. Trotz meiner eigenen, gelegentlichen Zweifel an
Reinkarnation, überzeugten mich solche Träume doch immer wieder, dass ich
mich nicht nur im 21. Jahrhundert herumtrieb, sondern mehrfach und in
mehreren Zeitebenen inkarniert war.

Heute Nacht träumte ich davon, ein Archäologe zu sein, ganz klassisch im
gräulichen Dress, Hemd mit vielen Taschen, reiterähnliche Hose, schwarze
Stiefel. Wir hatten sehr viele Eingeborene als Helfer dabei, die unser Gepäck
trugen. Unser Auftrag war es, Spuren und Hinweise für die Entführung (keine
Ahnung ob damit eine einstige oder gegenwärtige Entführung gemeint war)
des Kaisers (oder eines Königs) aufzuklären. Es gab einige Höhlen zu denen
wir reisten, von denen gesagt wurde, dass die Entführer dort eine Weile
gehaust haben sollten. Als wir dort ankamen, es war ein langer und
mühsamer Weg, kletterten wir auf einen Felsen. Es war nicht einfach dort
hinaufzukommen, es war ein richtig, großes Plateau mit Höhlen, Dickicht und
verschlungenen Pfaden. Einmal begann einer der Eingeborenen sogar die
Nerven zu verlieren, griff nach einer Pistole (6-Schuss-Revolver) und schoss
damit wild um sich. Diesen musste ich leider erschießen, da er die ganze
Mission gefährdete und die Crew demoralisierte. Der Weg war anstrengend
und lang gewesen, das Wasser knapp und die Nahrungsmittel spärlich. Alle
lobten mich sogar für meine schnelle Entscheidung, ihn erschossen zu haben
und erwiderte völlig lässig ob meiner Schießkünste und meinte dazu trocken,
dass sie mich erst mal schießen sehen sollten, wenn ich aus der Hüfte schieße.
Die Eingeborenen wirkten auf die Weißen eher wie Tiere, etwas abwertend,
so schien es mir. Wir gingen dann in die Höhlen und untersuchten sie. Einer
meiner Partner entdeckte eine Art Rolle oder rundliche Verpackung, in der
anscheinend eine Schriftrolle enthalten war. Sie schien mir sehr empfindlich
zu sein und ich empfahl, sie ganz behutsam zu behandeln. Mein Partner, der
eher keine Ahnung von der Behandlung von Fundgegenständen besaß meinte,
wir sollten die eben aufmachen und reingucken. Ich lachte, denn das fand ich
einfach utopisch, das einfach so zu tun. Doch innerlich spürte ich einen
Aspekt, der ein wenig darauf spekulierte, um die Suche voranzutreiben…

Auch besaß ich als Traumerinnerung eine Begegnung mit Jesus, nur, dass sie
recht kurz und nicht sehr spektakulär gewesen ist:

Eine Frau namens Sonya sprach mich auf einer Wiese an. Sie meinte, sie
müsste mir unbedingt etwas zeigen und dass ich ihr schnell folgen sollte. Ich
hatte ein vertrautes Gefühl zu ihr, so als wären wir uns schon des Öfteren
begegnet, also folgte ich ihr. Sie lief sehr schnell und ich hatte Probleme
mitzukommen. Wir gelangten irgendwann in ein Dorf. Dort gab es kleine,
weiße Häuser und der Boden war mit Sand ausgelegt oder war von je her
dort. Etwas weiter sah ich eine Menschenmenge, die auf irgendwas gebannt
zu blicken schien. Ich mogelte mich durch die Menge und sah in der Mitte
einen Mann mit einem cremefarbenen Gewand und jemanden, der vermutlich
tot am Boden lag. Sofort traf es mich wie ein Schock! Dies war der
Scharlatan, der sich für einen Heiler und den Sohn Gottes ausgab und sich
Jesus nannte. Ich schaute spöttisch zu ihm hinüber und grinste sicher in die
Menge, doch niemand beachtete mich. Und was ich dann sah, raubte mir den
Atem! Jesus riss seine Hände vor seinen Brustkorb und binnen einer Sekunde
tauchte dort eine bräunlich-leuchtende Kugel auf, die aus purer Energie zu
bestehen schien. Er konnte sie drehen und verkleinern oder vergrößern, wie
er es wünschte. Er plante damit den Mann zu heilen. Dies versetzte mir solch
einen Schock, dass mir tatsächlich schwindelig wurde und ich zu straucheln
begann. Ich wollte hier weg und mir das nicht ansehen, kam einige Schritte
weit und fiel dann zu Boden. Sonya kam herbeigeeilt und tätschelte meine
Wange und lächelte mich an. Sie meinte dann so etwas Ähnliches wie, dass
sie nicht gedacht hätte, dass es mich so umhaut.

Leider ist es in solchen Träumen in der Regel nicht möglich, Datum und Tag
zu bestimmen, weil es meistens keine Kalender, Uhren oder andere Hinweise
dieser Art gibt. Man kann nur die Informationen aufnehmen, die einem direkt
begegnen. Selbst der Ort ist meistens nicht zu bestimmen und das macht die
Zuordnung schwierig. Wenn man Jesus begegnet, mag es vielleicht einfacher
sein, aber die Erfahrung auf dem Feld ließ mir zu wenige Anhaltspunkte
zurück.

Zum Abschluss schildere ich noch eine kleine Traumerfahrung, die für mich
schon einen kleinen Beweis darstellte:

Ich befand mich mit einem Freund auf einem Basar in Ägypten. Dort
entdeckten wir sehr viel Fleisch, Gemüse, Früchte, Kleidung und
Gegenstände. Vieles davon war bereits gebraten und konnte sogar in kleinen
Mengen vorgekostet werden, bevor man sich für einen Kauf entschied.
Plötzlich entdeckte ich Antilopenfleisch! Ich rief es zu meinem Freund
herüber, was ich gefunden hatte und wir wussten, dass es dies nur noch selten
zu bekommen war in unserer Gegend. Mir war klar, dass ich davon unbedingt
etwas mitnehmen wollte.

Dieser Traum war sehr lang und möchte hier nur einige Auszüge
wiedergeben. Jedenfalls schien dieser Traum in einer Zeit von vor ca. 2000-
3000 Jahren gespielt zu haben, so mein nachhaltiger Eindruck. Ich erinnere
mich noch genau, wie ich lachte, weil die Information mit dem
Antilopenfleisch einfach nur falsch sein konnte, weil es keine Antilopen in
Ägypten gibt. Doch einige Monate später war ich in einem Zoo und entdeckte
dort Antilopen und las auf einem der bekannten Hinweisschilder, dass sie in
der Zeit vor Christi durchaus in Ägypten gelebt haben, aber später immer
weniger in diesem Land vorzufinden waren. Das erstaunte mich schon.
Wir waren Rebellen und hatten es bis in die Stadt geschafft und planten, die
Soldaten aufzumischen und das Hauptquartier aufzufinden. Sie hatten überall
Stacheldraht gezogen und Sandsäcke aufgetürmt. Manche der Häuser waren
bereits zerstört und wir schlichen uns von Häuserecke zu Häuserecke, um
nicht aufzufallen. Die Soldaten waren in der Überzahl, während wir nur zu
Dritt waren, um unsere Aufgabe zu erfüllen. Eine Konfrontation konnten wir
uns nicht leisten. Sie hätten uns sicherlich schnell erwischt.
Mittlerweile hatten wir es geschafft, bis an das Hauptquartier
heranzukommen. Ich lugte um eine Ecke und erblickte an die hundert
Soldaten, wie sie sich formal aufgestellt hatten. Sie trugen hellbraune
Uniformen und alte Gewehre mit aufgepflanzten Bajonetten.
“Wir könnten versuchen, von hinten einzusteigen. Wenn uns das gelingt,
könnten wir den Vorgesetzten ausschalten und die geheimen Papiere
entwenden.”
Meine beiden Kameraden nickten und als wir dachten, es wäre ein geeigneter
Moment, rannten wir los.
“Halt! Stehenbleiben!”, rief plötzlich jemand.
Einer der Soldaten hatte sich wahrscheinlich irgendwo auf die Lauer gelegt
und uns entdeckt. Die anderen Soldaten wurden nun auf uns aufmerksam und
mehrere von ihnen kamen in unsere Richtung gerannt!
“Hier! Hier sind sie!”
“Wir sind geliefert!”, sagte einer meiner Kameraden und lief panikartig in
irgendeine Richtung. Der andere folgte ihm.
Dann hörte ich die ersten Schüsse. Ich lief zurück und bog in eine etwas
kleinere Straße ein und hoffte, dass sie vorbeilaufen würden. Doch falsch
gedacht! Diese Straße war voller Stacheldraht und nahezu ein Labyrinth, um
nicht mehr entfliehen zu können, wenn man es einmal betreten hatte. Fast wie
eine Falle, war das System aufgebaut. Ich lief immer tiefer in das
Stacheldrahtlabyrinth hinein und landete auf einem Platz. Ich spielte mit dem
Gedanken, meine Jacke auszuziehen, um so den Stacheldraht zu überwinden,
in dem ich sie auf den Draht legte und hinüber kletterte. Dann hörte ich
wieder Rufe. Sie kamen um eine Häuserecke gelaufen und ich gelangte in
deren Blickfeld.
Plötzlich dachte ich, meinen Augen nicht trauen zu können! Ich sah drei
Frauen, die aus dem Nichts aufgetaucht waren und an mir vorbeischwebten.
Ja, sie schwebten und ihre Füße berührten nicht den Boden. Sie trugen lange,
schwarze Kleider, die bis zum Boden reichten. Als sie gerade an mir
vorbeischwebten, berührte mich eine von ihnen zufällig. Als es zu der
Berührung kam, drehte sie ihren Kopf in meine Richtung und lächelte.
“Ich… ich weiß, wer ihr seid!”, sagte ich ehrfurchtvoll. “Ihr seid Banshees!”
Sie lächelte mich an: “Ja, so könnte man uns auch nennen. Das ist richtig!”
Und schon schwebten sie lautlos weiter.
Ich war völlig erstaunt, dass ihnen der ganze Stacheldraht nichts
auszumachen schien, mehr noch, sie schwebten durch ihn hindurch, als sei er
gar nicht vorhanden. Unfassbar, dachte ich. Wie konnte es möglich sein, dass
sie einfach durch den Stacheldraht schweben konnten mit diesen langen
Kleidern, ohne hängen zu bleiben? Plötzlich kam mir eine verrückte Idee! Ich
war mit einem Mal davon überzeugt, dass ich das auch konnte! Die Banshees
hatten mich berührt und vielleicht war ich jetzt ebenfalls in der Lage, einfach
durch den Stacheldraht zu gehen, ohne, dass er mir noch was anhaben
konnte. Also schritt ich durch den Stacheldraht und mir passierte tatsächlich
nichts. So folgte ich den Banshees…
Als ich erwachte, empfand ich dies als einen schönen Traum, denn das Ende
war sehr erleichternd gewesen. Auch war der Anblick der Banshees, das man
mit Todesfeen übersetzen könnte, sehr beeindruckend und irgendwie anmutig
schön gewesen. Das erste Mal las ich als Kind von den Todesfeen. Sie sind
eine Legende aus dem Norden Irlands. Dort ist eine Todesfee eine
Todesbotin, die, wenn sie auftaucht, den Tod eines Menschen in der Nähe
ankündigt. Somit stellt eine Todesfee eigentlich einen ungern gesehenen Gast
dar. Nur langsam dämmerte mir, dass ich plötzlich deshalb die Todesfeen
wahrnehmen und selbst durch Stacheldraht laufen konnte, weil mich einer der
Soldaten vermutlich schon lange vorher mit einer Kugel tödlich erwischt
hatte. Mir war die tödliche Kugel wohl überhaupt nicht aufgefallen und ich
war in einem feinstofflicheren Körper einfach weiter gerannt.
5. Wahrscheinlichkeits- bzw. Alternativträume

Dieser Art Träume sind ein wenig schwierig zu erklären, aber beinhaltet die
alltäglichste Traumart, die jedem Menschen bekannt ist. Dies sind auch die
ersten Träume, an die man sich erinnert, wenn man ein Traumtagebuch führt,
bzw. seine Traumerinnerungsfähigkeit verstärkt. In der Physik, d.h.
Quantenmechanik, gibt es ein Paradoxon, das als Grenzfall tituliert wird.
Dabei geht es um einen unbestimmbaren Ausgang eines Geschehens, dessen
Verlauf man nicht weiter beachten kann. Schrödingers Katze ist eins dieser
theoretischen Experimente. Man nimmt eine Box und schließt darin eine
Katze ein, die genügend Futter für ihr ganzes Leben enthält, aber gleichzeitig
noch eine giftige Substanz in einem Glasbehälter. Über diesem Glasbehälter
befindet sich ein Hammer, der durch das Auslösen eines bestimmten
Mechanismus ausgelöst werden kann oder auch nicht. Das Auslösen des
Mechanismus bestimmt eine radioaktive Substanz, dessen Atome innerhalb
einer Stunde zerfallen können oder auch nicht. Ist die Stunde der
Ungewissheit vorüber und es zerfällt kein Atom, der den Hammer auslöst,
wird die Katze überleben. Nun verschließt man für immer diese Box und nun
kommt das Paradoxon, denn es kann nicht mehr ausgesagt werden, was im
Weiteren geschieht, d.h. wir haben hier zwei wahrscheinliche
Realitätsverläufe, die niemand mehr bestimmen kann, da die Box für immer
verschlossen wurde und nicht mehr zu öffnen ist.
Diese zwei möglichen Realitäten, bzw. Realitätsverläufe, werden alternative
Realitäten oder Wahrscheinlichkeiten genannt und wenn man dies auf unser
Leben anwendet, ergibt sich daraus eine fantastische Denkweise: Geht man
einmal davon aus, dass es unzählige, alternative Realitäten gibt, die zu einer
Zeit entstanden sind, als man zwischen zwei Entscheidungen zu wählen hatte,
d.h. vielleicht hat man einmal zwischen zwei Partnern gestanden, Berufen
oder Wohnungsangeboten etc., so fragt sich oft noch Jahre danach, was wohl
gewesen wäre, wenn man sich anders entscheiden hätte. Die Ereignisse, für
die man sich nicht entschieden und somit verworfen hat, tauchen also in den
Träumen immer wieder auf. Es ist so, als würde das Unterbewusstsein den
Verlauf dieser nicht gewählten alternativen Realität immer wieder aufgreifen
und einen weiteren Verlauf verleihen, so, als würde es eine Welt kreieren, in
der ein weiteres Ich existiert, dass sich ursprünglich anders entschieden hatte.
Das für mich so unglaublich Interessante an diesem Vorgang ist, dass das
gigantische Unterbewusstsein, das mit all seinen wahrscheinlichen
Realitätsverläufen und autonomen Weiterentwicklungen wie ein Labyrinth
strukturiert ist und ein unendliches, fortlaufendes Feld expandierender
Traumrealitäten kreiert, die man nachts immer wieder aufsucht, ob man will
oder nicht. Jeder Mensch träumt des Nachts von diesen alternativen
Realitätsverläufen und »besucht« sozusagen die anderen Ichs in diesen
Nebenrealitäten, um zu sehen, wie sie sich entwickelt haben.
Das klingt nach einer ungeheuerlichen Aussage, nicht zuletzt, weil es das
Wesen der Träume erklärt und gleichzeitig aufzeigt, dass das
Unterbewusstsein jede Erfahrung zu nutzen versucht, unabhängig davon,
wofür man sich einst entschieden, bzw. abgelehnt hat. Diese Denkweise
erklärt mitunter, was Träume überhaupt sind, wie das Unterbewusstsein
strukturiert ist und arbeitet.
Für das Unterbewusstsein ist jeder Gedanke Realität, also ist jede
Vorstellung, die man einmal gehegt hat, Teil des Unterbewusstseins
geworden und erlangt dort die gleiche Verselbständigung, wie sie
beispielsweise in hypnagogen Zuständen auftauchen. Das Unterbewusstsein
kann gar nicht anders, als alles zu übernehmen und einen eigenen Verlauf zu
verleihen, wenn man es zulässt und nicht länger kontrolliert. Die Kontrolle
der Imagination geschieht durch uns selbst, aber wir sind nicht
ununterbrochen darauf fixiert, sondern lenken unsere Aufmerksamkeit auch
auf viele andere Dinge in unserem Leben, nicht zuletzt, wenn wir
eingeschlafen sind. Wenn man nun diese beiden Elemente miteinander in
Beziehung setzt, d.h. der Drang des Unterbewusstseins, jeden Gedanken und
jede Vorstellung als innere Erfahrung zu betrachten und diese zu
verselbständigen sowie jeden ausgeschlagenen Realitätsverlauf trotzdem
aufgreift und transformiert, können wir sagen, dass Es unsere
Realitätserfahrung nur als Facette eines riesigen Auges betrachtet und für uns
eine beinahe fremde Intelligenz sein mag. Der Begriff »unterbewusst« ist also
einer, der von uns erschaffen wurde, weil es für uns unbewusst ist, nicht, weil
es sich seiner selbst nicht bewusst wäre.

Träume dieser Art tauchen also immer wieder auf. In einem hat man keine 2-
Zimmer-Wohnung, sondern besitzt ein ganzes Haus, oder in einem anderen
ist der Partner blond und nicht braunhaarig, oder aber man arbeitet als Gärtner
und nicht in einem Büro, usw. Zu glauben, dass sich in einem Traum nur alles
andauernd verwandelt, mag bis zu einem gewissen Grade zutreffen, aber in
Wirklichkeit zeigt uns das Unterbewusstsein Realitätsverläufe, wie sie
gewesen wären, wenn wir uns einst für sie entschieden hätten. Das
Unterbewusstsein macht keinen Unterschied zwischen einer akzeptierten oder
einer abgelehnten Realität. Wer damit hadert, zu einer Verabredung zu gehen,
wird aus der Sicht des Unterbewusstseins beides tun: Hingehen und nicht
hingehen. Es teilt daraufhin beide möglichen Realitäten auf und verleiht ihnen
eine selbständige Weiterentwicklung.

Langsam wird vielleicht deutlich, wieso es besser ist, ein Traumtagebuch
anzulegen, das die Träume thematisch und eben nicht chronologisch ordnet.
Die meisten Träume stellen Eindrücke und Erinnerungen an diese alternativen
Realitäten dar und wenn man sich in seinen Träumen bestimmte
Bezugspunkte setzt, können sie zum Teil voneinander unterscheiden werden.
Als ich noch in einer 2-Zimmer-Wohnung lebte, träumte ich einmal von einer
viel größeren Wohnung, die ich einmal angeboten bekam, aber ausschlug.
Monate später träumte ich, wie ich in dieser Wohnung lebte. Es gab zwei
Stockwerke, eine Wendeltreppe aus hellem Holz und eine schöne Terrasse.
Im folgenden Jahresverlauf traf ich auf zwei Menschen, die geträumt hatten,
dass sie mich besucht haben und beschrieben mir genau diese Wohnung,
obwohl sie nicht davon wissen konnten!
Das Gesamtbild vervollständigt sich: Das Unterbewusstsein kann nicht nur
mit dem Kollektivbewusstsein in Kontakt treten, sondern erschafft darüber
hinaus tausende Realitätsverläufe, auf die sogar jeder Mensch wiederum
unterbewusst Zugriff besitzt und diese jeder wohlmöglich ebenfalls aufsuchen
kann. So ergibt sich hier die Existenz einer bewussten Welt, in der wir alle
tagtäglich leben und eine Welt, die unterbewusst existiert, aber um ein
Vielfaches größer ist.
Wahrscheinlichkeitsträume sind eben jene alltäglichen Träume, die durchaus
auch einmal in der normalen Alltagsrealität wahr werden könnten. Vielleicht
wird nun deutlicher, wieso es so schwer ist, präkognitive Träume von
wahrscheinlichen Träumen zu unterscheiden.
Von anderen alternativen Realitäten, bzw. parallel verlaufenden Realitäten zu
träumen, die den Werdegang anderer Ichs darstellt, können sehr
unterschiedlich sein, aber sie besitzen eine gemeinsame Komponente: in den
meisten Fällen sind es völlig normale Alltagsereignisse:

Ich stand mit einem Freund in einem Zug. Wir schauten den vorbeirasenden
Bäume und Büsche zu. Dann wurde der Zug langsamer, und ich konnte die
ersten auf Nebengleisen abgestellten Güterwaggons erkennen, die man ja so
oft sieht, wenn ein Zug einen Bahnhof erreicht. Es war der Bahnhof von
Dortmund. Ich hatte das Gefühl, endlich nach einer langen Reise wieder nach
Hause zu kommen. Als der Zug hielt und wir ausstiegen, umarmte ich
symbolisch die Stadt und meinte zu ihm, dass ich endlich wieder zu Hause
bin. Plötzlich wunderte ich mich aber, denn ich wohnte doch gar nicht in
Dortmund, aber dann fielen mir viele Erinnerungen aus meiner Jugend ein
(die ich in meinem persönlichen Leben niemals erfahren hatte) und beschloss,
diese Situation nicht weiter zu hinterfragen, sondern einfach zu genießen,
wieder hier zu sein.

Ein weiterer Traum, den ich mit Sicherheit in die gleiche Realitätsebene
einordnen konnte, schien am vorherigen regelrecht anzuknüpfen oder
zumindest eine Sequenz aus dieser darzustellen:

Ich unterhielt mich mit einigen, mir im Nachhinein unbekannten, Leuten. Da
wir mehrere Personen waren, hatte ich Gelegenheit, ab und zu meinen Blick
schweifen zu lassen. Ich sah viele graue Häuser und wenig Grün. Nicht nur
aufgrund dieser Häuser war mir klar, dass ich in Dortmund war, sondern
wieder war dieses Gefühl von »Hier-wohne-ich« vorhanden. Als ich mich von
den Leuten verabschiedete, ging ich ein paar Straßen weiter zu meiner
Wohnung. Ich wohnte zur Untermiete im Haus einer alten Witwe. Ich hatte
sogar einen separaten Hauseingang und einen eigenen Schlüssel. Ich machte
mir noch Gedanken über das ein oder andere neue Möbelstück, das ich mir
eventuell noch für diese Wohnung kaufen wollte.

Und noch ein Traum, den ich Wochen später aus eben dieser einen
alternativen Realität wieder hatte:

Ich traf einen Freund und er begrüßte mich sehr herzlich. Dabei fragte er
mich, was ich denn nun so tun würde. Ich erzählte ihm, dass ich nun nach
Dortmund zu einer alten Frau (!) gezogen sei. Die Gegend sei zwar etwas
»schmuddelig«, aber es gefiele mir dort sehr.

Viele dieser geträumten alternativen Realitäten scheinen uns in den meisten
Fällen unzusammenhängend zu sein, aber nicht so, wie in diesem
geschilderten Beispiel. Denn hier kann man ja deutlich sehen, dass die
Traumsequenzen eine Art Kontinuität besitzen! Diese Kontinuität muss aber
nicht zeitlich geordnet sein, da der letzte Traum chronologisch gesehen vor
dem anderen dann hätte auftauchen müssen, was aber nicht der Fall war.

Ich war in einem Krankenhaus. Ein Arzt kam auf mich zu und bat mich
mitzukommen. Ich war gespalten, zum einen Teil kam ich mir hier völlig fehl
am Platze vor, aber ein anderer schien zu wissen, was zu tun ist, als täte er es
jeden Tag. Offensichtlich hielt der Arzt mich selbst ebenfalls für einen Arzt, so
mein Eindruck. Er führte mich dann zu einem Zimmer, in dem ein Bett mit
einem ca. 10jährigen Jungen stand. Wir setzten uns auf die Bettkante, und er
erzählte, dass der Junge kaum noch spreche und verständlicherweise
Probleme dadurch hätte. Ich dachte, wie rede ich mich jetzt hier am besten
raus, damit er nicht bemerkt, dass ich gar kein Arzt bin. Aber plötzlich sagte
der andere Teil in mir ganz automatisch, dass der Junge ein
posttraumatisches Syndrom habe, das dafür sorgt, dass er nicht mehr spricht.
Ich war völlig überrascht von meiner eigenen Antwort. Es schien mir so, als
war ich in diesem Selbst ein Psychiater, aber hatte keinen Zugriff auf die
Erinnerungen dieses Selbstes, sondern nur auf die meinigen. Ich schaute an
mir herunter und sah mit Erstaunen, dass ich einen weißen Kittel trug wie der
Arzt mir gegenüber auch. Ich begann zu verstehen, dass ich ein Psychiater
war, also Arzt und Psychologe in einem. Der andere Arzt hatte wohl von
Psychologie nicht so viel Ahnung, denn er schaute mich nur an und nickte.

Ich hatte an einem bestimmten Zeitpunkt meines Lebens lange darüber
nachgedacht, Psychologie zu studieren, aber es dann doch verworfen. Diese
Entscheidungsfrage aktivierte eine alternative Realität, in der ein Jonathan
tatsächlich Psychologie studierte und Psychiater wurde. Hier nahm ich einen
Auszug aus diesem Leben wahr.

Ich hatte einen Schäferhund und joggte mit ihm an einem Kanal entlang. Dort
saßen ein paar Frauen, und ich war sicher, dass eine Freundin von mir dabei
ist. Als ich vorbeijoggte, meinte eine der Frauen, dass sie mich nicht
sonderlich möge. Eine andere Frau nahm mich in Schutz und überzeugte sie,
dass sie das übereilt geschlussfolgert habe. Ich spielte mit dem Hund herum,
es war witzig, auch wenn ich mich kurz wunderte, wie ich denn zu diesem
Hund gekommen sei. Dennoch hatte ich ein vertrautes Gefühl zu ihm, als
wäre er schon lange an meiner Seite.

Es gab eine Zeit in meiner Jugend, in der ich mit dem Gedanken gespielt
hatte, mir einen Schäferhund zuzulegen. Ich entschied mich später dagegen.
Auch habe ich in meiner Alltagsrealität niemals einen Hund besessen.

Oder im Weiteren ein Jugendtraum von mir, Schullehrer zu werden:

Ich bin als Lehrer in der Schule angestellt. Einige Mädchen hatten Probleme
mit ihrer Menstruation, mochten aber nicht mit ihren Eltern darüber
sprechen. Ich wollte ihnen helfen, aber der Direktor und der Rektor waren
offensichtlich dagegen und wollten mich fortan vom Biologieunterricht
fernhalten.
Ich meinte, dass es aber besser sei, ihnen zu helfen, ihnen Unterstützung zu
geben, es könnte auch gerne eine Frau übernehmen, die sich dies zutraute,
aber sie drohten mir mit dicken Büchern, die ich zu lesen und zum Lernen
bekommen könnte, und ich in Zukunft vielmehr den Chemieunterricht zu
übernehmen hätte, der allseits nicht so beliebt war, falls ich mich dermaßen
mit deren Problemen identifizieren würde.

Diese alternativen Leben gibt es vermutlich in tausend Variationen. Andere
Leben können hier auch eingeordnet werden, weil man in diesen gewiss auch
alternative Realitäten erzeugt hat. Allein die Frage, ob denn der Traum
wirklich aufhört, wenn wir erwachen, ist schon interessant und kann mithilfe
der kategorisch-geordneten Traumtagebücher einiges deutlich machen. Ginge
man davon aus, dass der Traum aufhört, wenn man erwacht, so behauptet
man, dass Träume keine eigene Realität und Kontinuität besitzen, dass sie
ganz allein abhängig von einem selbst sind. Betrachtet man andererseits
Träume aber so, dass sie auch dann weiterlaufen, wenn man erwacht ist, dass
man nur keine Verbindung mehr zu diesem einen kontinuierlichen
Traumverlauf hat, sagt man natürlich aus, dass Träume eigenständigen
Charakter, sprich eine eigene Realität besitzen. Das ist zu Anfang der Punkt,
an dem sich wirklich entscheidet, inwiefern man den Träumen einen gewissen
Realitätsanspruch gewährt oder nicht. In der Regel misst ein Mensch den
Realitätsgrad eines Traumes ausschließlich an der Qualität seiner
Wahrnehmung, d.h. je klarer der Traum, desto mehr Realitätsanspruch
gewinnt er. Da der normale Mensch meistens nichts an dessen mieser Qualität
zu ändern versucht, kann er beruhigt den Traum weiterhin als das bezeichnen,
was er in unserer Alltagswirklichkeit auch sein soll: ein Traum.

Der bekannte und geniale Astrophysiker Stephen Hawking, der genau 300
Jahre nach dem Tode Galileos zur Welt kam, äußerte in einer seiner Theorien,
dass es durchaus möglich sein könnte, dass unser Universum in mehreren
Versionen existiert und dass in diesen durchaus Doppelgänger leben könnten,
die ihre eigenen Erfahrungen machen. Seine Hinweise sind nicht nur für mich
schon bekannt gewesen, sondern ist bereits seit langer Zeit philosophisches,
quantenmechanisches, aber auch spirituelles Wissen. Bisher ist es niemanden
wirklich gelungen, tatsächliche Hinweise auf diese wahrscheinlichen
Parallelwelten zu erhalten, aber ich denke, dass die Träume einen direkten
Zugang ermöglichen. Also begleitet uns das Wissen über diese alternativen
Realitäten seit dem ersten Traum in der gesamten Menschheitsgeschichte!
Eben diese Möglichkeit, alternativen Realitäten zu erforschen, ist ein großer
Teil meines Lebens geworden und dient meiner hauptsächlichen
Bewusstseinsforschung.
6. Doppelträume

Die Doppelträume sind jene Träume, die für das Traumbewusstsein


gleichzeitig wahrgenommen werden, d.h. das Bewusstsein hat sich an zwei
Orte gleichzeitig begeben und nimmt auch zwei unterschiedliche Szenen
simultan wahr. Diese Art von Träumen hat oft Verwirrung bei Träumern und
auch Traumdeutern ausgelöst, da sich Elemente miteinander vermischen bzw.
überlagern und sich ganz anders dargestellt haben, als vermutet. In der Regel
geht der Träumer in diesem Fall davon aus, dass es sich nur um einen Traum
gehandelt hat und versucht ihn mit Mühe zu verstehen. Tatsächlich jedoch
fällt ihm nur nicht auf, dass es sich hier um zwei Träume handelt. Als
Beispiel kann man sich folgenden Traum vorstellen:

Ich befinde mich in meinem Bett und erwache. Mit Überraschung stelle ich
fest, dass mein Bett mitten auf der Straße steht und zwei Freunde neben mir
stehen und sich mit mir unterhalten. Sie scheinen völlig unberührt von der
Tatsache zu sein, dass mein Bett auf der Straße steht und ich noch darin liege.
Während sie mit mir reden, überlege ich, ob ich nun ins Bad gehe oder mit
den Freunden zusammen weggehe.

Hier kann man deutlich erkennen, dass es zwei Träume waren, die sich
überlagerten. In dem ersten Traum bin ich gerade in meinem Bett erwacht und
wollte ins Bad gehen, so wie man es morgens nun einmal macht. Gleichzeitig
träumte ich, dass ich draußen auf der Straße auf zwei Freunde treffe und
überlege, ob ich mit ihnen etwas zusammen in ein Café gehen soll.
Traumdeuter könnten nun nach der Symbolik fragen und spekulieren, warum
sich mein Bett auf der Straße befand und dies von meinen Freunden ignoriert
wurde. In diesem Fall muss nicht unbedingt eine Deutung des Traumes
stattfinden, da dies Überlagerung zweier gleichzeitig ablaufender Szenen
wieder voneinander getrennt und auch separat betrachtet werden müssten –
für den Fall, man suchte hier eine Symbolik. Diese Problematik ist den
wenigsten Träumern bekannt und gibt darum oft Anlass zu der Annahme,
Träume wären verwirrend, unzusammenhängend und unrealistisch. Wer sich
jedoch im Träumen schult, wird sehr klare, zusammenhängende und logische
Träume bemerken, manchmal sogar mit einer höchst verblüffenden
Intelligenz und Struktur. Das Unterbewusstsein ist wesentlich komplexer und
umfassender als das Alltagsbewusstsein, das nur aus einem Selbst besteht.
7. Albträume

Interessanterweise tauchen Albträume immer wieder einmal im Leben eines


Menschen auf, oftmals zum Leid des Träumers. Doch möchte ich an dieser
Stelle eine Lanze für die Albträume brechen, denn sie sind oftmals kreativ,
informativ und beinhalten große Chancen, psychische Probleme zu lösen oder
zusätzliche Energien zu mobilisieren. Man hat sich auch viele Gedanken über
den Ursprung des Wortes ‚Albträume‘ gemacht. Anfangs wurde dieses Wort
mit einem b geschrieben, aber später mit einem p. Erst durch die neue
deutsche Rechtschreibung wurde es wieder auf den Anfangszustand
zurückgesetzt. Somit wurde und wird das Wort Albtraum aus dem Wort Alb
gebildet, das wiederum den Alben bzw. den Elben zugesprochen wird. Die
Alben, die Weißen oder Weisen, stellen diesen Traum zusammen und senden
ihn an den Menschen.
Einer der bekanntesten Geschichten über Albträume ist das japanische
Kindermärchen von Baku dem Albtraumfresser. Dieser Baku wird in Japan
auf Kissen gestickt, damit er den Kindern in der Nacht hilft, keine Albträume
zu bekommen. Ebenso erinnert man sich sicherlich an die indianischen
Traumfänger, die die Albträume einfangen sollen, damit sie den Träumer
nicht erreichen. Für mich persönlich kommt mir kein Traumfänger ins Haus,
da ich Albträume eigentlich immer begrüße. Sie greifen tief in die Psyche und
holen oftmals interessante Dinge hervor. Es gibt beispielswiese die
Geschichte von einem Japaner, der schweißgebadet aus einem Albtraum
erwachte und sofort Baku herbeirief. Baku erschien und nahm Platz auf seiner
Fensterbank und bat den Mann, ihn von seinem Traum zu erzählen, damit er
ihn fressen und somit vernichten könne. Der Mann erzählte mit zittriger
Stimme, dass er geträumt habe, er sei gestorben und habe neben seinem Bett
gestanden und voller Panik auf seinen toten Körper geblickt. Er erklärte, dass
dies das Schrecklichste sei, was er jemals geträumt habe und bat Baku
inständig, diesen Traum aufzufressen. Doch Baku schaute ihn kurz an und
entgegnete, dass er diesen Traum nicht fressen werde und verschwand ohne
jeden weiteren Kommentar. Der Albtraumfresser Baku hatte nämlich erkannt,
dass dies überhaupt kein Albtraum gewesen war, sondern eine
außerkörperliche Erfahrung.
8. DNA-Träume

Dies ist eine besondere Traumebene, die nur wirklich sehr fortgeschrittene
Träumern erreichen können. Auf dieser Ebene ist es möglich, die DNA seines
Körpers zu beeinflussen bzw. zu verändern, zu heilen oder auch latente
Fähigkeiten zu aktivieren und ins Alltagsbewusstsein zu heben. Der Eingriff
in die DNA ist seit je her im Interesse vieler Menschen gewesen, sei es von
psychischer oder biologischer Seite. Aus dem Grund ist es sicherlich
verständlich zu erwähnen, dass es auch Gefahren mit sich bringt. Die
genetische Manipulation ist bereits seit der Vorzeit ein Problem gewesen, als
Einhörner, Pegasi, Gryphons, Minotauren, Zentauren, Gorgonen oder andere
Wesen dieser Art in Erscheinung traten. Hier wurden oftmals zwei Tiere
miteinander genetisch gekreuzt, oft zur Verwunderung oder auch zum
Schrecken der Menschen. Bei Gorgonen, Zentauren und Minotauren wurden
sogar Menschen benutzt, um genetische Kreuzungen herzustellen. In der Welt
der Träume und auf der dort anzutreffenden DNA-Ebene ist es vielleicht nicht
möglich, sich auch innerhalb der physischen Ebene in einen Minotaurus zu
verwandeln, man kann auch davon ausgehen, dass das Interesse hierfür sehr
begrenzt ist, aber es ist durchaus machbar, seinen Körper zu heilen und von
jedweder Krankheit zu befreien oder seinen Körper zu verschönern.
Es ist leider schwer, zu bestimmen, wann man sich nun auf der DNA-Ebene
befindet. Mir ist es bisher erst sehr wenige Male gelungen. Ich muss auch
sagen, dass mein Interesse dafür zu gering war, diese aufsuchen zu wollen,
aber ich kann mir vorstellen, dass es im Interesse Vieler liegen könnte, den
Weg dorthin zu finden. Aus dem Grund kann ich leider nur den Hinweis
geben, dass man Ausschau nach Traumcharakteren hält, die einen
entsprechend auf die DNA-Ebene begleiten können. Hierzu habe ich ein
kleines Beispiel gewählt:

Ich flog durch das Weltall und wurde von jemanden geführt, der mich zu den
fernen Heilquellen geleiten wollte. Wir rasten an vielen Planeten und
Systemen vorbei, als wir endlich auf einen Planeten zusteuerten, dessen
Oberfläche weitgehend von einer Art Vulkane überdeckt war. Diese Vulkane
sonderten einen gelblichen Rauch oder flüssigen Dunst ab, der die
Atmosphäre füllte. Mein Begleiter erklärte mir, dass dies die berühmten
Heilquellen des Universums seien und es möglich ist, einfach hineinzufliegen
und somit seinen Körper im Alltag zu heilen. Leider wachte ich auf, weil ich
zu beeindruckt war von dem Bild, das ich dort erblickt hatte.

Die DNA-Ebene ist somit eine Ebene, die eine direkte Wirkung auf den
Körper ausüben kann und ihn genetisch beeinflusst. Es ist somit möglich,
seine Gesundheit, Alter und andere Elemente zu manipulieren, mit denen man
vielleicht im Alltag Schwierigkeiten besitzt. Doch, wie bereits erwähnt, kann
ich nicht viel darüber berichten, da es nicht Teil meiner persönlichen
Forschungen war. Ich gehe jedoch davon aus, dass hier einiges möglich ist.

9. Zeitmanipulationen in Träumen

Zeitumkehreffekte in Träumen scheinen des Öfteren vorzukommen. Hierbei


werden bestimmte Szenen durchgespielt und wenn der Ausgang der Situation
in der Traumrealität ungünstig ist, wird einfach die Zeit zurückgedreht und
die Szene neu durchlebt. Dabei werden mehrere Male unterschiedliche
Verhaltensweisen durchgespielt, um zu sehen, welchen Verlauf sie haben. In
der Regel scheint es dabei um ein zufriedenstellendes Abschließen der
jeweiligen Situation zu gehen.
Traum vom 7. Oktober 2010:
Ich befinde mich auf dem Weg zu einer Freundin. Ich weiß, dass sie sich in
einem Auto befindet und dort auf mich wartet. Als ich ankomme, sehe ich, wie
ein Mann mit einem Kapuzenpulli an ihrem Auto steht, sie herauszerrt und
umbringt. Ich war einfach zu spät angekommen und konnte ihr nicht zu Hilfe
kommen. Plötzlich entschließe ich mich, die Zeit zurückzudrehen und meine
vorherigen Verhaltensweisen so zu organisieren, dass ich rechtzeitig
ankomme, um sie zu warnen. Im nächsten Durchlauf konnte ich sie also zeitig
warnen und wir konnten fliehen.
Andere Zeitverschiebungseffekte tauchen ebenso immer wieder auf.
Zeitreisen, Manipulationen der Zeit, berechenbare und unberechenbare
Zeitverschiebungen.
Traum vom 17.2.2009:
Dann kamen zwei Soldaten herbeigerannt. Sie kamen grölend auf mich zu und
hielten sich dabei freundschaftlich umarmt.
“Hallo, Soldat, komm doch mit uns! Wir gehen einen trinken!”
Es war eine befremdliche Situation, zumal ich mit dem Schlimmsten gerechnet
hatte. Wenige Augenblicke später hatten mich die beiden Soldaten schon
umarmt und gemeinsam ging es torkelnd in die Innenstadt.
Völlig unverhofft trafen wir auf drei weitere Männer. Sie stellten sich uns in
den Weg. Doch sie waren freundschaftlich gesinnt. Ich wunderte mich über
ihre seltsame Kleidung. Sie wirkte so authentisch und schmutzig.
“Das sind die drei aus der anderen Zeit”, meinte einer der Soldaten.
Da begriff ich und wurde mir der Traumsituation schon viel klarer. Die drei
Männer hatten soeben eine Zeitreise gemacht und erhofften eine kleine
Sightseeing-Tour.
“Und was machen wir nun mit ihnen?”, fragte einer der Soldaten.
“Am besten zeigen wir ihnen zuerst die Altstadt. Da werden sie vielleicht das
eine oder andere wiedererkennen”, schlug ich vor und wir gingen gleich los.
Als wir durch die Altstadt gingen, zeigten unsere zeitreisenden Besucher
immer wieder auf Dinge, die sie aus ihrer Zeit gut kannten und sich nicht
verändert hatten. Sie schienen die Neuerungen nicht zu mögen, wie
veränderte Gebäude oder Plakate an den Türen. So fingen sie an, diese Dinge
einfach zu ignorieren und konzentrierten sich nur auf das, was ihnen vertraut
vorkam.
So liefen wir stundenlang durch die Altstadt und lachten über ihre
Reaktionen. Es war ein netter Abend.
Irgendwann erwachte ich in meinem Bett. Es war noch dunkel draußen. Ich
dachte darüber nach, wieso ich diesen Traum dermaßen verpeilen konnte.
Dann verstand ich, was eigentlich passiert war. Ab einem bestimmten
Moment hatte ich die Realität und Zeit gewechselt und es war mir nicht
aufgefallen.
Ebenso Zeitbeschleunigungen sind auf bestimmten Traumebenen immer
wieder Teil der Wahrnehmung:
Traum vom 8. Januar 2010:
Ich sah plötzlich im Zeitraffer die ständigen Sonnenauf- und -untergänge. Ich
schaute ihnen zu und fragte mich, wieso sie so schnell vorüberzogen. Auf
anderen Planeten, beispielsweise auf den äußeren Bahnen dauert eine
Umdrehung um die Sonne, d.h. 1 Jahr, wesentlich länger. Dabei fragte ich
mich, wie lange Menschen auf solchen Planeten leben würden, wenn bei
ihnen ein Jahr zehn, zwanzig oder hundert Mal so lange dauert. Mir wurde
wieder einmal bewusst, wie kurz der Mensch nur auf der Erde lebt und dass
die vielleicht 80 Jahre Lebenszeit, die man besitzt, wirklich nicht viel sind.
Während ich die Erde aus dem Weltraum beobachtete, wie sie ihre
andauernden Bahnen um die Sonne zog und die Jahre nur so dahin rasten,
spürte ich plötzlich die Erde als Wesen! Es war ein unwahrscheinlich warmes
und liebevolles Gefühl, das von ihr ausging und es berührte mich. Wie
wundervoll doch der Planet ist… so empfand ich es nun deutlich. Doch nur
wenige Sekunden später fühlte ich noch mehr, es war, als würde jemand zu
mir sprechen oder mir gar nonverbal etwas mitteilen wollen…
Andere Formen der Zeitmanipulationen in vielfältiger Weise:
Traum vom 15. November 2008:
Im nächsten Augenblick veränderte ich die Zeit. Ich konnte sie biegen und
dehnen, beschleunigen und verlangsamen, ganz wie es mir gefiel. Wenige
Sekunden später hatte sich das Land um uns her verändert. Mal schien es so
als befänden wir uns in einer weit zurückliegenden Vergangenheit, doch dann
waren wir in der Zukunft und sahen die seltsamsten Flugobjekte am Himmel.
Dann endete unsere Zeitreise und niemand kann mehr sagen, welche Zeit es
war.
In der Ferne sahen wir ein Unwetter toben. Dunkle Wolken, Blitze und
heftiger Donner zerrissen die Stille. Plötzlich riss der Himmel entzwei und ein
silberfarbener, hellleuchtender Spalt mit einem Durchmesser von mehreren
Kilometern erschien aus dem Nichts und aus ihm heraus strömten Millionen
von kleinen, goldleuchtenden Objekte.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Zeit auf viele Arten manipuliert
werden kann:
9.1. Zeitreisen
Hierbei reist man in die Vergangenheit oder in die Zukunft. Manchmal
Minuten, Stunden oder Tage, aber auch Jahre und Jahrhunderte.
9.2. Zeitraffer
Die Zeit wird schneller gedreht, es ist wie eine Form des Vorspulens. In
einem Traum konnte ich diese Fähigkeit anwenden, um mich an einen Platz
zu stellen und mich im Zeitraffer in die Vergangenheit zu bewegen, um genau
nachprüfen zu können, ob ein Mensch oder ein Objekt jemals an diesem Ort
vorbeigekommen ist.
9.3. Zeitdehnung
Die Zeit wird verlangsamt und somit werden wesentlich mehr Elemente einer
einzelnen Szene wahrgenommen. Dinge, die einem für gewöhnlich entgangen
sind, werden plötzlich offensichtlich. Dies kann man auch einsetzen, um
einen Menschen in seiner Persönlichkeitsstruktur genauer zu erfassen.
9.4. Zeitsprünge
Bei Zeitsprüngen überspringt man gewisse Sequenzen, ähnlich dem
Zeitraffer, nur dass man hierbei ganze Sequenzen überspring. Man erzeugt
sozusagen Wahrnehmungsbrüche, um bestimmte Elemente nicht
wahrzunehmen.
9.5. Zeitparallelen
Im Falle der Zeitparallelen kann man eine bestimmte Wahnehmungssequenz
mehrfach wahrnehmen, d.h. die gleiche Szene wird in mehreren Variationen
gleichzeitig oder hintereinander wahrgenommen.
9.6. Zeitverzerrungen
Diese tauchen auf, wenn zwei Realitäten mit unterschiedlichen Zeitabläufen
aufeinandertreffen. Dies kann beispielsweise vorkommen, wenn ein
Verstorbener versucht, wieder Zutritt zur physischen Realität zu erhalten.
Spukphänomene fallen ebenso darunter. Geschichten über Spuk, bei denen
berichtet wird, dass nachts zu einer bestimmten Uhrzeit ein Geist erscheint, ist
ein Hinweis darauf. Wenn ein spukender Geist nachts um Mitternacht
erscheint und für einige Minuten auftaucht, vielleicht sogar jede Nacht, dann
besteht hier kein kontinuierliches Spukphänomen, da die Zeitverzerrungen
einen längeren Aufenthalt nicht möglich macht. aus diesem Grund kann kein
Spuk ununterbrochen anhalten.
9.7. Zeitschleifen
In einer Zeitschleife zu sein, bedeutet, dass man eine bestimmte Situation
bzw. Sequenz immer wieder wahrnimmt. In einem Traum fällt einem eine
Zeitschleife sehr schnell auf. Man spielt eine Situation durch und erlebt sie
immer wieder. Auch wiederkehrende Albträume können als Zeitschleife
betrachtet werden. Eine Zeitschleife setzt nicht voraus, dass man
ununterbrochen immer wieder eine Situation wahrnimmt, sondern sie
vielmehr ab und zu mal wieder erfährt. Interessant ist an dieser Stelle, wenn
man seinen Alltag auf Zeitschleifen hin beobachtet, denn auch dieser ist nicht
frei davon. Bestimmte Muster, in die man immer wieder hineinfällt oder
gewisse Szenen, die man schon oft im Leben erfahren hat, können als
Zeitschleifen betrachtet werden.
9.8. Zeitstopps
Ebenso ist es möglich, die Zeit anzuhalten bzw. einzufrieren. Ein recht
unangenehmes Gefühl, wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann. In
diesem Fall können die Umgebung und/oder Menschen eingefroren werden,
um vielleicht einen bestimmten Effekt zu erzielen oder in einem Traum die
Szene zu wechseln bzw. sich für das Aufwachen in der physischen Realität zu
entscheiden. In Notsituationen kann man ebenso die Zeit anhalten und sich
für ein Rückspulen zu entscheiden, um vielleicht die Szene im Nachhinein zu
verändern.
Ich würde sagen, dies sind die gängigsten Zeitmanipulationen, die in einem
Traum möglich sind. Manche dieser Zeitmanipulationsformen sind auch im
Alltag, d.h. in der physischen Realität anzutreffen. Hierfür benötigt man
jedoch eine sehr sensible Wahrnehmung, um Hinweise zu entdecken.
10. Luzides Träumen

Das luzide Träumen ist in jeder Hinsicht die spannendste Art zu träumen.
Definiert wird dieses Träumen als einen Zustand, in dem man erkennt, dass
man gerade träumt und dann weiterträumt, bzw. freien und kontrollierten
Einfluss auf seinen Traum ausüben kann. Sobald man sich also nachts
innerhalb eines Traumes bewusst wird, weiß, dass man eigentlich im Bett
liegt und schläft, gleichzeitig jedoch in einer unterbewussten Traumwelt
herumstreunt, spricht man von der so genannten Luzidität. Das ist ein
erstrebenswerter Zustand, da er z. B. jeden Albtraum in eine wunderschöne
Erfahrung umwandeln kann und äußerst therapeutisch wirkt. Luzidität kann
also auch eine Art therapeutisches Träumen sein. Es stärkt aber auch das
Selbstvertrauen und bietet gleichzeitig genügend Raum, um das zu trainieren,
was im normalen Alltag so schwer fällt. Eine Situation, die immer einmal
gemeistert werden wollte, ein Rendezvous mit seinem Lieblingsschauspieler
oder begehrten, aber nie erlangten Teenie-Schwarm kann durchaus befreiend
und sehr therapeutisch wirken, da viele Menschen oft mit Verbissenheit
jahrelang einer Erfahrung hinterhertrauern, weil sie sich ihrer Ansicht nach
einst falsch entschieden hatten. Auch kann man seinen Trieben hier freien
Lauf lassen, denn es kommt niemand zu Schaden. Ein luzider Traum ist mit
einem Computerspiel zu vergleichen, in dem man lassen und tun kann, was
immer man will, nur mit einer viel besseren Grafik und direktem Erleben!

Das Realitätsempfinden innerhalb eines luziden Traumes ist ebenso intensiv
und real, wie das Erleben im Alltagszustand. Gewiss empfindet man eine
leichte Instabilität, da man meint aufwachen zu müssen, wenn man sich
träumend erkennt, doch das kann trainiert werden. Viele luzide Träume habe
ich erfahren und es sind über hundert Erfahrungen dieser Art gewesen:

Als ich erkannte, dass es nur ein Traum ist, wurde die ganze Umgebung
augenblicklich klar und deutlich, als befände ich mich auf einer Straße
innerhalb meines Alltagzustandes! Alles konnte ich berühren, anfassen,
fühlen, als wäre es real. Ein Busch mit wundervollen, aber mir fremden,
Blättern und einem unglaublichen, saftigen und leuchtendem Grün kitzelte
meine Handfläche, als ich darüber fuhr. Es war ein unglaubliches Erlebnis,
das mich mit einer tiefen Zufriedenheit und Ausgeglichenheit füllte, als hätte
ich mich wieder einer längst verlorenen Welt zugewendet, die nun zu mir
zurückgekommen war.

Der normale Traum, auch Trübtraum genannt, existiert nach dem
morgendlichen Aufwachen eigentlich nur als Erinnerung im Gedächtnis. Ein
luzider Traum hingegen ist ein Akt der Vergegenwartisierung, d.h. der
Traum, der ansonsten als bloße Erinnerung am Morgen geendet hätte, wird
zur unmittelbaren Gegenwart. Nicht nur ist es dann möglich, jede erdenkliche
Handlung zu kontrollieren und zu bestimmen, sondern die innersten Wünsche
zu erfahren. Dies kann ebenso therapeutisch eingesetzt werden, um Menschen
zu helfen, ihre Frustrationen, Misserfolge, Ängste oder einfach nur unerfüllte
Sehnsüchte abzubauen. Jeder begehrte Partner könnte praktisch zum aktiven
Mitspieler des Traumes werden. Die Möglichkeiten sind hier gewaltig.

In der nächsten Erfahrung erlebte ich, wie des Öfteren, das Gefühl des
Fliegens. Es ist sehr befreiend und wunderschön anzufühlen, wenn man durch
eine Landschaft oder den Himmel fliegt. Der therapeutische Anspruch ist
ebenfalls vorhanden und versüßt den Alltag:

Ich floh vor einigen Männern, die vermutlich nicht gut auf mich zu sprechen
waren, bis ich mir plötzlich meiner Situation bewusst wurde und zur Luzidität
gelangte. Augenblicklich blieb ich stehen und stellte mich den Verfolgern zum
Kampf. Sie spürten meine Entschlossenheit und wagten es schon gar nicht
mehr, mich in irgendeiner Form weiter zu bedrohen. Sie schauten fast
unschuldig zu Boden oder in der Gegend herum und die Menge löste sich
langsam auf. Danach entschloss ich mich, ein wenig zu fliegen, nahm Anlauf
und schoss in einen schönen, blauen Himmel und genoss den Wind und den
Ausblick.

Ich stand vor einem recht großen Spiegel in einem mir unbekannten
Schlafzimmer und erkannte plötzlich, dass ich träumte. Sofort wurde die
ganze Umgebung um mich herum glasklar und ich konnte jedes Detail
erkennen. Ich bückte mich und fasste den Teppich an, und er war richtig
flauschig und fühlte sich völlig authentisch an. Kleine Fasern und Strukturen
konnte ich sogar wahrnehmen. Dann stellte ich mich wieder hin und schweifte
mit meinen Augen umher, ohne mich auf etwas zu fixieren oder zu
konzentrieren, damit ich mich so lange wie möglich halten konnte und auch
stabiler in diesem Traum wurde. Als ich mich stabil genug fühlte, ging ich in
diesem Schlafzimmer umher. Es kam mir seltsam vertraut vor, ich hatte aber
keinen Zugriff auf irgendwelche Erinnerungen.
Ich wurde wieder in einem Traum luzid und gewann sofort an unglaublicher
Klarheit in meiner Wahrnehmung, dass mich gleichzeitig eine intensive
Faszination ergriff, ein Verlangen nun zu fliegen, bzw. einfach nur Spaß zu
haben. Ich schaute mich um und sah, dass ich mich in einer großen
Hotelhalle befand. Weiter rechts sah ich eine Bekannte auf mich zukommen.
Sie grüßte und lächelte mich an. Als sie neben mir stand, sagte ich ihr, dass
wir uns in einem Traum befänden und wir nun machen und anstellen könnten,
was wir nur wollten. Sie schaute mich ungläubig an. Ich streckte meine rechte
Hand aus und erzeugte einen Ball in meiner Hand. Sie staunte. Dann lachten
wir und spielten rücksichtslos Ball in dieser riesigen Hotelhalle. Es ging
einiges zu Bruch.

Die Möglichkeiten sind hier wirklich unbegrenzt und ergeben immer wieder
wirklich fühlbare, intensive Energien, wenn man von solchen Erfahrungen
zurückkehrt und in seinem physischen Körper erwacht. Von manchen
Erfahrungen konnte ich manchmal energetisch ein oder zwei Wochen lang
zehren.
Solche psychischen Energien ermöglichen die spannendsten und
interessantesten Begebenheiten im Alltag. Die Konzentration ist stärker, die
Wahrnehmung intensiver, die Aufmerksamkeit geschärft und anhaltender. Die
Vorteile sind sehr umfangreich und nur durch den Träumer selbst zu
empfinden und zu nutzen.

Spontane Luzidität ist immer wieder bei mir aufgetaucht. Sobald man ein
gewisses Training in luziden Träumen besitzt und schon viele davon erfahren
hat, gelangt man manchmal völlig spontan und ohne ersichtlichen Grund in
diesen Zustand, bzw. durch die vorhandene Übung mit der Möglichkeit, sich
nach dem Aufwachen erneut in den Traum einzuklinken:

Ich stand in der Küche und eine Freundin, bei der ich zu Besuch war, rief mir
was aus einem Nebenraum zu. Aufgrund ihrer widersprüchlichen Aussage,
die ich nicht mehr erinnern kann, konnte ich folgern, dass ich mich in einem
Traum befand. Alles um mich herum wurde sofort klar und deutlich. Ich ging
langsam in der Küche auf und ab und schaute mir alles genau an. Ich war,
wie immer, begeistert von dieser absoluten Klarheit im Gegensatz zu einem
normalen Traum! Dann schaute ich auf meine Hände. Sie waren schwer
anzuheben, aber dann konnte ich sie sehen. Sie sahen völlig normal aus, mich
wunderte nur, dass ich mir so schwerfällig vorkam, das war eigentlich sonst
nie so. Auch fühlte ich einen Druck oberhalb meines rechten Auges und
dachte, dass dies eventuell meine physische Hand sein konnte, auf der ich -
auf der rechten Seite liegend - eingeschlafen war. Ich wollte mich nun noch
mehr in diesem Traum sammeln. Dann wurde aber alles undeutlicher und ich
wunderte mich über den gegenteiligen Effekt, der durch meinen Wunsch
entstand. Sofort schaute ich wieder in der Umgebung herum, damit ich wieder
klarer sehen konnte, aber es verschwamm weiterhin alles immer mehr.
Als ich wieder auf meine Hände schaute, wachte ich langsam auf und fühlte
wieder den Druck über meinem rechten Auge. Es war tatsächlich meine Hand
gewesen, auf der ich mit meinem Kopf lag und unangenehm drückte.

Gewisse Ablenkungen können ebenfalls entstehen, die das Erreichen der
Luzidität unterminieren können. Doch in der Regel lässt man innerhalb eines
Traumes eigentlich alles stehen und liegen, sobald man die Luzidität erreicht.
In meinem Fall ist es nur selten vorgekommen, aber ich hörte von anderen
luziden Träumern, dass der Wunsch nach Sex in einem luziden Traum sehr
stark werden kann:

Ich war mit zwei Männern und einer Frau zusammen. Es war ein langer
Traum und ich habe viel Zeit mit der Frau verbracht, die eine Japanerin oder
Chinesin war. Einmal waren wir in einem Badezimmer oder einer öffentlichen
Toilette und sprachen miteinander, bis wir plötzlich über uns herfielen und
uns küssten. Sie zog ihre Bluse aus und trug darunter einen roten BH. Sie trug
auch einen roten Slip und rote Strümpfe; sie mochte diese Farbe
offensichtlich. Kurz erkannte ich auch, dass ich in einem Traum war, aber
anstelle die Luzidität zu nutzen, habe ich mich dafür entschieden, mit dieser
attraktiven Asiatin entsprechend fortzufahren. Dann wurden wir gestört und
später befanden wir uns in einem Kreis, den wir aus irgendwelchen Gründen
nicht verlassen durften. Sie war traurig, denn außerhalb des Kreises waren
einige rote Blütenblätter, dessen Verlust sie nicht verschmerzen konnte. Ich
verließ den Kreis und glitt über den Boden, bis ich die Blütenblätter zum
inneren des Kreises bewegen konnte. Sie war überglücklich und dankbar als
ich sie ihr übergab.

Nachdem ich in diesem Traum meine Luzidität erreicht hatte, ließ ich sie
wieder los, um weiterhin der vorherigen Tätigkeit nachzugehen. Der Traum
verwandelte sich dann wieder in einen symbolischen Traum. So lässt sich
deutlich erkennen, dass das luzide Träumen sehr sensations- und
triebgesteuert funktioniert und nur durch einen stärkeren Trieb ausgetauscht
oder weniger wichtig genommen werden kann.

Das Alltagsselbst kann hier durchaus viele Vorteile und Amüsement erhalten,
wenn es diese Kunst praktizieren lernt. Der Sex in einem so klaren Traum ist
oft äußerst intensiv und geradezu berauschend bis ekstatisch. Doch für
gewöhnlich ließ ich mich durch meine Umgebung selten beirren, nachdem ich
einmal luzid wurde. Außerdem erkennt man schnell, dass die
Vernachlässigung des Vorhabens, in diesem Traum luzid zu werden, nicht
unbedingt Besseres verspricht, denn Abgabe der Luzidität impliziert auch
Abgabe der Kontrolle auf den weiteren Ablauf.

Kleine Schnitzer passieren ebenfalls, wenn man nicht aufpasst. Der wohl
auffälligste und dümmste dieser Art erfuhr ich in folgendem Traum, als ich
einfach nicht verstand, dass ich mich in einem Traum befand, trotz der allzu
direkten Hinweise meines Unterbewusstseins:

Ich saß mit einigen Leuten in einem mir unbekannten Esszimmer. Wir
sprachen über Träume und ich hielt einen kleinen Vortrag darüber. Ich
erzählte ihnen, dass das alles um mich herum vielleicht ein Traum sein könnte
und dass ich es vielleicht gar nicht nötig hätte, in einem Bett zu erwachen, wo
ein Traum nun mal immer beginnt, sondern einfach so in diesem Esszimmer
auftauchen und einen Traum träumen könnte. Die Anwesenden nickten
aufmerksam, wechselten aber ganz schnell das Thema. Dann redete ich
wieder davon, aber ich konnte auf keinen fruchtbaren Boden bei ihnen stoßen.

Als ich erwachte, habe ich natürlich nur den Kopf über meine Naivität
schütteln können, denn dieser kleine Vortrag war nämlich eine genaue
Beschreibung meiner dortigen Gegenwart gewesen, weil ich befand mich in
einem Traum und hatte mich genau auf diese Weise in diesen hineingeträumt.
Ich dachte von den anderen, wie sie nur so naiv sein konnten, nicht zu
glauben, dass die Welt ein Traum sein könnte, aber erkannte es in dem
Augenblick selbst nicht. Diese Traum-Naivität kommt immer wieder einmal
vor und sollte eher Anlass für Gelächter denn Verzweiflung sein.

Die bestechende Klarheit, sobald der Traum luzid wird, ist jedem Träumer
unvergesslich, das kann ich garantieren. Aus diesem Grund stellt diese Art
des Träumens auch eine so begehrenswerte Fähigkeit dar. Gewiss ist sie nicht
ganz einfach zu erreichen und erfordert viele Suggestionen und kleine
Bewusstseinsübungen, doch es ist möglich und es haben bereits viele
Menschen erlebt.
Luzidität und Reinkarnationserinnerungen

Luzides Träumen kann auch zur Forschung angewendet werden, um an
verschüttete Erinnerungen heranzukommen. Als Beispiel sollte das folgende
Traumerlebnis dienen, bei dem es zwar darum geht, Luzidität zu erreichen,
aber wiederum nicht in das Traumgeschehen einzugreifen, um die
Informationen nicht zu verfälschen:

Ich wurde im Traum luzide und schaute mich um. Es schien so, als war ich
hier mit einer Frau bei einer Ausgrabung in Ägypten innerhalb eines dunklen
Gewölbes. Wir hatten soeben einen Sarkophag gefunden und dieser war mit
einer sehr schweren Platte verschlossen. Diese Frau besaß ein ganz anderes
Aussehen, aber ich erkannte sie sofort, es handelte sich um eine Freundin aus
meinem jetzigen Leben. In diesem Leben jedoch war sie die Tochter eines
sehr berühmten, verstorbenen Archäologen und ich bewunderte sie, einen
solchen Vater besessen zu haben. Doch hatte ich mit dem Vater auch ab und
zu Projekte durchgeführt und einiges von ihm lernen können. Nun begann sie,
die Platte zu öffnen und ich wusste genau, dass eine falsche Bewegung die
ganze Expedition schnell scheitern lassen konnte, denn unterhalb der Platte
war vielleicht ein tiefer Hohlraum und würde die Platte aus der Fuge gleiten,
könnte sie einfach quer hineinrutschen und zerbrechen. Die Plattenteile
würden vermutlich die Hälfte des darunter liegenden Fundes zerstören oder
bedecken, was sehr schade gewesen wäre. Doch als ich sah, wie sie vorging,
da wusste ich, dass die Tochter eines solchen Vaters niemals einen derartigen
Fehler begehen würde.

Trotz der Tatsache, dass ich in diesem Traum luzid wurde, habe ich mich in
das weitere Geschehen nicht eingemischt. Ich benutzte die Luzidität, um mehr
Informationen als gewöhnlich aus einem anderen Leben zu sammeln und zu
behalten. Man ist bei solchen Träumen erstaunt, wen man aus anderen Leben
bereits kennt und wem man im gegenwärtigen erneut begegnet ist. Meines
Erachtens handelte es sich hierbei um eine Erinnerung aus einem anderen
Leben, in dem ich auf einer archäologischen Expedition gewesen war.
Vielleicht, was ich nicht ausschließen möchte, wär mein Bewusstsein auch an
eine Persönlichkeit angeschlossen, die dieses Leben einst gelebt hatte.
Reinkarnationserinnerungen kommen immer wieder in den Träumen vor,
sobald man etwas Übung besitzt und mehr erinnert als es ein Mensch
normalerweise kann.

Zum Abschluss der Erklärungen über die Kategorie der Reinkarnationsträume
möchte ich noch auf fremdartige, luzide Träume hinweisen, die durchaus
befremdlich wirken können, aber ebenso real und klar in ihrer Wahrnehmung
sind. Dieser Art Träume zeigen die Existenz einer Realität, die sich von der
menschlichen abhebt:

Als ich in diesem Traum luzid wurde, befand ich mich auf einem sehr langen
Gang, den ich gerade hinunter zu gehen schien. Links und rechts standen
manchmal einige Stühle, auf denen ältere Leute in gestreiften und anderen
hässlichen Morgenmänteln saßen. Nicht nur das, sondern ihre Gesichter
waren grün und sie sahen aus wie Außerirdische! Etwas weiter hinten sah ich
eine Frau in einem weißen Kittel, äußerst menschlich, doch ebenfalls in einem
grünen Körper. Überhaupt war alles ebenso wie in einem völlig normalen
Altenheim, nur mit dem Unterschied, dass sie ein seltsames Aussehen
besaßen. Ich vermutete sehr stark, dass ich in einem Altenheim war, denn
sämtliche Anzeichen sprachen dafür. Die Personen liefen in Morgenmänteln
schwerfällig und altersschwach umher, die Gänge und Stühle, die vielen
Zimmer usw. Während ich begeistert die Klarheit des Traumes genoss,
schaute ich auch einmal an mir herunter und musste mit Schrecken erkennen,
dass ich ebenfalls einen dieser Morgenmäntel trug. Der Schreck nahm zu, als
ich meine Hände betrachtete: sie waren grün mit schwarzen Fingernägeln!
Nun wurde ich neugierig und suchte nach einem Spiegel, um mir mein
Gesicht anzusehen. Einige Meter weiter sah ich einen an der Wand hängen
und stellte mich vor ihn. Tatsächlich besaß ich auch solch ein grünes Gesicht
mit vielen Falten und schwarzem Haaransatz. Soweit ich das beurteilen
konnte, sah ich alt aus und war somit höchstwahrscheinlich ein Bewohner
dieses Heims.

In der Tat eine seltsame Erfahrung, aber sie scheint eine Realität zu betreffen,
die ebenso wie unsere aufgebaut ist, aber die Bewohner teilweise anders
aussehen. Mich wunderte an diesem Traum, dass ich dort ein Leben zu haben
schien oder ich war nur Beobachter eines seltsamen Geschehens. Einige
Monate später tauchte dieser Traum in der Art erneut auf. Der Vorteil ist, dass
er sofortige Luzidität ermöglicht, da man sich aufgrund des grünen Aussehens
sehr stark zu wundern beginnt.

Ich saß in einem Schnellrestaurant und ein gut aussehender Hamburger lag
vor mir auf einem Teller. Als ich danach greifen wollte, sah ich, dass meine
Hand wieder giftgrün aussah mit dicken, schwarzen Fingernägeln, die ein
wenig länger waren. Erschrocken schaute ich mich um und wurde natürlich
luzid, da dieser Eindruck einfach zu auffällig gewesen war. Ich sah, dass
überall diese grünen Wesen saßen und aßen, bis ich plötzlich ein
Kamerateam entdeckte, das nicht weit von mir stand und schon rief der
Regisseur “Cut”! So wie es mir vorkam, war ich Teil einer Werbung für
dieses vergnügliche Restaurant und hatte gerade die Szene geschmissen.

Verblüffend ist es, dass die Elemente wie Burger-Restaurant und Altersheim,
Handcremes und Werbefilme ebenso in dieser Realität existierte wie in
unserer. Man könnte diese beiden Träume natürlich symbolisch interpretieren,
indem ausgesagt wird, dass ich mich als Außerirdischer in meiner eigenen
Realität fühle, aber es kann auch gemutmaßt werden, dass es
verblüffenderweise eine andere Realität gibt, die von grünen Außerirdischen
bewohnt wird, die aber aus bisher unbekannten Gründen dieselbe
Entwicklung erfahren haben wie wir.
Luzidität und Bewusstseinsforschung

Vieles in der Bewusstseinsforschung kann einfach nicht bemerkt werden, weil
die Fähigkeiten der Beobachtung und Analyse vom eigenen Ich verfremdet
oder verzerrt werden sowie Fähigkeiten des Unterbewusstseins nötig sind, die
im Alltagszustand nicht erhältlich sind. Der folgende Traum macht dies
vielleicht deutlich:

Heute Nacht ist mir in einem luziden Traum etwas sehr Seltsames aufgefallen.
Das habe ich bisher noch nicht beobachten können, bzw. ist mir bisher noch
nicht aufgefallen: Ich schaute mir ein sehr großes Wandbild an, das
wunderschön an eine Hausseitenwand gemalt worden war. Es besaß
überwiegend schwarzweiße Bildteile in Form von Gesichtern,
Verschnörkelungen, Rändern, Blumen usw. Es war ein sehr romantisches Bild
möchte ich sagen, wie eine Collage aufgebaut. Mein Blick wurde von einem
fantastisch aussehenden Frauengesicht angezogen, das so ätherisch, aber
auch alt und vergangen wirkte, dass ich nicht umhin kam, es länger zu
betrachten. Und während mein Blick manchmal von einem zum anderen
Punkt sprang, fiel mir etwas auf. Es ist schwer zu beschreiben, jedenfalls war
ungefähr eine Sekunde dazwischen, wenn ich meine Augen von einem Bild
zum anderen bewegt, bis ich dann das Bild endlich wahrnehmen konnte. Es
war, als ob die Wahrnehmung des Bildes später ankam als mein Auge es
fassen konnte oder ob die Informationen, die das Bild enthält, mit einer
Zeitverzögerung von einer Sekunde bei mir im “Gehirn” ankam. Eine
Sekunde ist recht lang in diesem Zusammenhang, wenn man das einmal mit
dem Bruchteil einer Sekunde in einer gleichen Situation vergleicht. In meinen
weiteren Grübeleien darüber, bin ich natürlich aufgewacht.

Interessant fand ich es, diese Zeitverzögerung einmal im Wachzustand zu


beobachten und dabei fiel mir auf, dass diese Verzögerung hier auch
vorkommt, sie ist nur nicht eine Sekunde lang, sondern nur einen kleinen
Bruchteil dessen. Somit ergibt sich für mich, dass die Wahrnehmung in einem
Traum oftmals verlangsamt ist, auch wenn die Bilder in einer gewohnten
Geschwindigkeit aufgenommen werden. Last but not leastwürde dies
bedeuten, dass der Übergang von einem wahrgenommenen und fixierten
Objekt zum nächsten einen minimalen, zeitlichen Wahrnehmungsbruch
enthält.
Dieser Traum und ähnliche Erfahrungen ließen mich einige interessante
Dinge entdecken, die in dieser Art noch von keiner mir bekannten Person
entdeckt wurde. Diese Entdeckungen schrieb ich dem Bereich der
persönlichen Bewusstseinsforschung zu, die u. a. mithilfe der Luzidität
möglich wurde.
Von Traumpersönlichkeiten und kreuzenden Realitäten

So manches Mal beeinflusst die Alltagsrealität nicht nur die Traumwelt,
sondern es kann auch vorkommen, dass sich die Traumrealität mit der
Alltagsrealität kreuzt. Das folgende Erlebnis schildert den Beginn einer
Begegnung mit einem seltsamen Wesen vor sehr vielen Jahren, die, nicht in
einem Traum, sondern im Wachzustand stattgefunden hat und Jahre später in
den Träumen vieler Menschen in meinem Umfeld auftauchte:

Übers Wochenende hatte ich Besuch von einer Freundin aus einer entfernten
Stadt erhalten. Es war verabredet, dass sie nicht am gleichen Tag
zurückfahren würde und bei mir übernachtete. Wir haben uns den ganzen
Abend unterhalten und beschlossen am späten Abend ganz spontan in einen
nahe gelegenen Wald zu gehen. Wir nahmen uns zwei Gläser und eine
Flasche Wein mit. Im Wald angekommen setzten wir uns auf eine Lichtung
und wollten uns gerade dem Getränk zuwenden, als wir das Knacken eines
Astes hörten, auf den vermutlich jemand getreten war. Wir standen auf und
ich schaute in die Richtung, aus der das Geräusch gekommen war.
Schemenhaft meinte ich dort einen Schatten zu erkennen, vielleicht einen
Meter groß. Neugierig ging ich einen Schritt und dann noch einen Schritt
weiter, ganz vorsichtig und möglichst ohne ein Geräusch zu machen. Ich ging
davon aus, dass es ein Reh oder ein anderes Tier war. Die Freundin ging
dicht hinter mir her, weil sie nicht allein dort sitzen bleiben wollte und
beobachtete das Folgende über meine Schulter hinweg. Nun stand ich einige
Meter in ziemlicher Dunkelheit diesem Schatten gegenüber, der sich aber als
zweibeinig herausstellte. Während wir fiebernd nachdachten, welches Tier
zwei Beine besitzt und uns in einem dunklen Wald gegenübersteht und nicht
wegläuft, erkannte ich indes, dass es Arme, Beine und einen großen Kopf
besaß. Die Größe von ca. einem Meter blieb, doch wirkte diese Gestalt sehr
menschlich und ich meinte ein Gesicht zu erkennen. Meine Begleiterin sah
das Gleiche, als ich nachfragte, und bekam Bedenken, ob es sicher wäre,
noch näher heranzugehen. Als ich den nächsten Schritt machte, um noch
mehr erkennen zu können, rannte das “Tier” mit einer unglaublichen
Geschwindigkeit fort.
Als wir nachher unsere Eindrücke verglichen, waren wir sicher, eine Art
Kobold oder Zwerg gesehen zu haben. Daran gab es für uns keinen Zweifel.

Dieses Erlebnis blieb uns beiden noch sehr lange im Gedächtnis und es gab
immer wieder Anlass, darüber bei verschiedenen Anlässen zu berichten.
Natürlich hatte uns niemand wirklich geglaubt, dass wir dies erlebt hatten,
aber wir beide waren uns absolut sicher, denn wir hatten gemeinsam das
gleiche wahrgenommen. Viele Jahre später tauchte dieser Zwerg jedoch in
meinen Träumen auf.

Ich war mit einer Freundin in einem Abenteuer-Park. Dort gingen wir durch
unterirdische Höhlen und schauten uns sehr schön angelegte Gärten an. Nach
einiger Zeit wollten wir uns ein wenig setzen und ließen uns an einer dieser
Höhlenwände nieder. Plötzlich und ohne jeden offensichtlichen Grund hatte
ich den Geistesblitz, dass ich mich in einem Traum befand. Sofort sah ich
mich um, damit ich Orientierung über mein Umfeld gewinnen konnte. Dann
schaute ich die Freundin an, die mit mir an diesem Ort war. Sie war gar nicht
die Freundin, die ich die ganze Zeit an meiner Seite wähnte, sondern eine
völlig andere Frau. Ich meinte sie wiederzuerkennen, konnte aber nicht mit
Bestimmtheit sagen, wer es war. Sie war einfach wunderschön! Ihr ganzes
Gesicht schien zu leuchten, und sie besaß hellblondes, gelocktes Haar.
Irgendwie erinnerte sie mich tatsächlich an einen Engel. Als es mir gelang,
mich von ihrem wunderschönen Antlitz abzuwenden, erblickte ich einen
Zwerg, der ganz in der Nähe stand. Er war höchstens 1,20 m groß, hatte
einen Bart und trug lächerliche Kleidung, nämlich eine Art bayerische
Lederhose mit Hosenträgern, spitze Schuhe und einen Tirolerhut. Da ich
wusste, dass ich träumte, wunderte ich mich nicht weiter. Leicht scherzend
meinte ich zu dem Zwerg, ob er denn nicht auch fände, dass diese Frau
aussähe wie ein Engel? Er lächelte und antwortete, dass sie kein Engel,
sondern wirkliche Gegenwart sei. Da stutzte ich dann doch und ich schaute
ihn mir genauer an. Als ich ihm in die Augen schaute, meinte er, dass ich ihn
ruhig anstarren könne, weil er nämlich nicht die wirkliche Gegenwart sei,
sondern nur eine Einbildung. Das überraschte mich abermals, denn eine
Einbildung, die von sich selbst behauptete, eine zu sein, war schon irritierend.
Dann fragte ich mich, ob ich denn wirkliche Gegenwart sei?

Der Zwerg versuchte mir vielleicht den Unterschied zwischen Einbildung und
wirkliche Gegenwart aufzuzeigen oder aber vermutlich einfach nur von seiner
Anwesenheit abzulenken. Meinem Empfinden nach war eher der Engel in
Gestalt dieser wunderschönen Frau Einbildung und der Zwerg real; zumal
letzterer auch meinen Intellekt herausforderte. Traumgestalten wirkten auf
mich stets völlig unbeteiligt, so wie Menschen, die man in der Stadt treffen
kann und nicht kennt, oder aber sie besitzen ein seltsames Verhalten, in dem
sie irgendwas Auffälliges tun oder jemanden mit einem amüsanten Grinsen
anschauen. Der Zwerg tauchte weitere Male in meinen Träumen auf, doch
konnte ich ihn nie wirklich zu fassen bekommen, da ich wusste, dass er sich
zwar in gewisser Hinsicht vor mir versteckte, aber ab und zu herauskam und
sich mir zeigte. Besonders dieser Zwerg ist eine der interessantesten
Traumgestalten, die mir bisher begegnet sind.

Ich träumte, ich werde nachts wach und stehe auf, um ins Bad zu gehen. Auf
dem Weg dorthin werde ich ein wenig klarer und bin mir einigermaßen
bewusst, in einem Traum zu sein. Die Wohnung war mir unbekannt und als
ich an einer Tür vorbeiging, wusste ich jedoch, dass es ein Büro war. Ich
betrat das Zimmer und stand nun in völliger Dunkelheit. Plötzlich fühlte ich
mit meinem “Körper”, dass jemand Weiteres in diesem Zimmer war: Es war
der Zwerg! Ich bekam das deutliche Gefühl, das ich in etwa so übersetzte,
dass mir mein Unterbewusstsein mitteilen wollte, den Zwerg zu ergreifen und
ihn ins Licht zu zerren. Also griff ich intuitiv in der Dunkelheit in die
Richtung, in der sich der Zwerg meinem Gefühl nach befand und konnte ihn
tatsächlich packen. Sofort nahm ich ihn in den Schwitzkasten und zog ihn
hinter mir her, während ich versuchte das Zimmer zu verlassen und in den
hellen Flur zu gelangen, den ich eben noch wahrgenommen hatte. Der Zwerg
wehrte sich vehement und es war sehr anstrengend.

Leider erwachte ich an dieser Stelle. Ein weiterer Traum gab mir mehr
Aufschluss über sein Verhalten und Aussehen:

Ich saß mit einigen Leuten an einen dieser langen Holztische, die oft in
Bierzelten usw. stehen, auf einer entsprechenden Bank. Links von mir saß
jemand, der fleißig ein Maß trank. Während ich ihn mir anschaute, besaß ich
noch keinerlei Bewusstheit über meine Situation, aber plötzlich fiel mir doch
was auf. Er besaß nicht das Aussehen eines Menschen, nein, es war ein ca.
1,20 m großer Zwerg, der viel lachte, aber ziemlich, lange große Ohren
besaß, eine dunkelbraune, glänzende Haut mit vielen Falten im Gesicht. Die
Kopfform sah aus, wie ein auf der Seite liegendes Ei und er hatte einen
kleinen, aber äußerst breiten Mund, der tatsächlich von einem Ohr zum
anderen reichte. Ich bekam einen Schreck, als mir auffiel, was mir die ganze
Zeit nicht aufgefallen war. Es war definitiv kein Mensch! Die anderen am
Tisch schienen Menschen gewesen zu sein. Leider bin ich dann abrupt
aufgewacht.

Übergriffe hat es ebenfalls gegeben, als er direkt in meinem Schlafzimmer
auftauchte:

Irgendetwas störte mich in der Nacht und als ich die Augen öffnete, sah ich
eine kleine Gestalt mitten in meinem Bett stehen! Die Beine steckten in der
Matratze. Als er sah, dass ich ihn wahrnahm, lief er fort. Sofort gab ich den
Befehl aufzuwachen, um zu sehen, ob er auch im Wachzustand wahrzunehmen
war. Als ich erwachte, war alles völlig normal in meinem Schlafzimmer.

Weitere Übergriffe in die Alltagsrealität fanden in der folgenden Erfahrung
im Wachzustand statt:

Als eine Freundin und ich beieinander saßen und miteinander sprachen,
fühlte ich mich plötzlich sehr empfänglich für außersinnliche
Wahrnehmungen. Ein solches Gefühl war mir bereits bekannt. An der
Peripherie meiner optischen Wahrnehmung nahm ich dauernd Bewegung
wahr und plötzlich sah ich ganz kurz hinter einer Palme einen kleinen Zwerg
stehen! Es war nur der flüchtige Moment eines Augenblicks und ebenso
schnell wieder verschwunden, aber das Gefühl, dass er dort stand, blieb! Von
da an fühlte ich mich natürlich dauernd von dem Zwerg beobachtet. Ich bat
ihn hervorzukommen, aber er blieb hinter der Palme. Der Spaß daran war
natürlich, dass die Palme an sich bei weitem kein Versteck darstellen konnte,
es war nur eine kleine Phoenix-Palme und hinter der kann man sich kaum
verstecken, wenn sie kaum größer als der Zwerg ist. Jedenfalls kam er nicht
hervor und auf seltsame Weise war es ihm gelungen, sich hinter dieser Palme
zu verstecken.

In diesem Fall konnte die Freundin den Zwerg nicht wahrnehmen, aber er
tauchte ebenfalls in den Träumen von Personen auf, die ich kannte, so auch
im Falle einer Freundin:

»Ich habe mich so gegen Mitternacht zum Schlafen hingelegt. Irgendwann
wachte ich wieder auf. Plötzlich sah ich, dass links am Bett eine dunkle
Gestalt stand. Ich befürchtete, diese Gestalt würde mich vielleicht gleich
anfassen, doch dann sah ich, dass sie nach hinten wegging. Sie hatte
vermutlich meine Angst gespürt und wollte mich somit vermutlich beruhigen.
Langsam setzte mich dann auf und sah hinten wieder jemanden stehen. Dann
sah ich, dass sich die dunkle Gestalt nur in der dunklen Ecke versteckt hatte
und jetzt wieder auf mich zu kam. Sie packte mich an den Händen und zog
mich einfach aus dem Bett. Es war ein erstaunlich fester Griff. Ich musste in
diesem Moment wirklich um Mut kämpfen. Nun sah ich ihn direkt vor mir
stehen: ein kleinwüchsiges, seltsames Wesen, das wie ein Mensch aussah. Es
hatte eine braune, lederige Haut, ziemlich faltige, große, abstehende Ohren
und erinnerte mich an ein Märchenwesen aus dem Wald. Im Ganzen war es
irgendwie einem Kobold sehr ähnlich. Der war mir einfach zu gruselig,
außerdem spürte ich noch immer seinen eisernen Griff an meinen Händen.
Für einen Moment dachte ich, dass sich ein Freund zum Spaß verkleidet hätte
und dass ich daher keine Angst haben brauchte, aber intuitiv wusste ich, dass
er es nicht ist.
Das Wesen hatte eine mir völlig fremde Ausstrahlung und änderte auch nicht
sein Aussehen, wie es vielleicht in Träumen vorkommt. Er antwortete in dem
Moment auch sehr klar und bestimmt:
“Ich bin nicht dein Freund.”
Seltsamerweise beruhigte ich mich ein wenig, ich denke, wegen seiner
Ehrlichkeit und ich dachte, dass ich jetzt unbedingt herauskriegen muss, wer
das ist.
Jetzt erst wurde mir bewusst, wieso er mich so fest an den Händen hielt. Wir
drehten uns ununterbrochen im Kreis. Während wir uns so drehten, ließ ich
ihn keinen Augenblick aus den Augen. Mit der Zeit wurde ich immer ruhiger.
Er ließ mich nicht los und ich wurde mutiger und fragte, wer er denn ist, aber
er wollte nicht antworten. Dann fragte ich ihn, wie er mich hier gefunden hat,
darauf antwortete er, dass ihm jemand einen Hinweis gegeben hätte und dass
sie sich untereinander immer Tipps geben würden, wo man hin kann.
Jetzt beschlich mich wieder eine Angst: “Wie, wo man hin kann?«, dachte
ich, “und um was zu tun?”
Er sagte dazu nichts, grinste aber zwischendurch fies und ließ mich immer
noch nicht los. Mittlerweile war mir das Ganze doch sehr unangenehm
geworden und ich dachte: “Bin ich etwa ein Insidertipp, wo man hingehen
kann, denn die merkt ja sowieso nichts?”
“Ich bin jetzt aber bewusst!«, sagte ich ihm ins Gesicht, »und weiß genau,
was hier los ist.” Doch er antwortete nicht. Wir drehten uns nur die ganze
Zeit weiter, bis ich beschloss einfach aufzuwachen.”

Eine sehr direkte Begegnung, wie ich fand. Daher habe ich diese Erfahrung
ebenfalls mit in meine Aufzeichnungen genommen. In einer weiteren
Begegnung mit dem Zwerg geschah bei ihr Folgendes:

“Habe gerade etwas geschlafen und dann fing es in den Ohren an zu brausen.
Fühlte mich dieses Mal viel mutiger. Nach einiger Zeit öffnete ich ein
bisschen die Augen. Ich sah mein Zimmer wie durch einen Schleier, so, als
wären meine Augen sehr feucht. Vor meinem Bett vibrierte etwas für einen
Augenblick, es wirkte irgendwie plasmaähnlich. Ich wollte die Augen schon
wieder schließen, doch dann entdeckte ich ein kleines Mädchen, das durch
mein Zimmer lief. Es war vielleicht fünf oder sechs Jahre alt. Sie trug ein
Kinderkleid aus alter Zeit, so hinten mit breiten Trägern und weitem,
bräunlich-beigen Rock und weißem Unterrock.
Ich rief: “Hallo”, hinter ihr her, “wer bist du denn?” Sie reagierte gar nicht
darauf und lief in die andere Ecke meines Zimmers zu einem Puppenhaus.
Irgendwie wurde ich darüber informiert, dass dieses Puppenhaus von einer
Frau gebastelt worden war und selbst nie damit gespielt habe. Wir hatten es
nur gebaut, um jemand Bestimmtes anzulocken. Das war meine spontane
Eingebung oder wurde so in Kenntnis gesetzt.
Das Puppenhaus aus Holz und besaß zwei offenen Etagen und war ziemlich
groß. Das kleine Mädchen fing an damit zu spielen und ich freute mich sehr
darüber. Ich ging dann zu ihr. Sie schaute mich an, lächelte und ging ein paar
Schritte zurück. Sie war sehr süß, hatte hellbraunes Haar, kleine Zöpfchen,
die etwas abstanden und vermutlich europäischer Herkunft, aber leicht
asiatische Augen. Ich fragte sie noch einmal, wer sie denn eigentlich ist und
versuchte nicht zu forsch zu werden, um sie nicht zu erschrecken. Sie
antwortete nicht, lehnte sich gegen die Wand und sah mich nur an. Dann
bekam ich plötzlich das Gefühl, dass hier etwas nicht stimmt und wurde völlig
misstrauisch. Jetzt wurde mir auch etwas unbehaglich. Das ist gar kein
kleines Mädchen, wer ist das nur? Sie verformte sich dann und ich sah nur
noch einen kleinen, grünlich schimmernden Kokon oder etwas in der Art. Wer
ist das nur? Plötzlich meinte ich es zu wissen: Es ist der Zwerg! Eigentlich
hatte ich nun ein wenig Angst, aber noch nicht so viel, um aufzuwachen. Im
Gegenteil, wenn ich Angst bekomme, flüchte ich oft nach vorn und kann dabei
etwas roh werden. Jedenfalls zog ich diese Hülle oder Kokon resolut zu mir.
Ich weiß auch nicht, wie ich den überhaupt habe ergreifen können. Im
gleichen Augenblick erhielt ich sogar eine Erinnerung daran, wie der Zwerg
das auch schon einmal mit mir gemacht hatte. Ich sah nun in dem Kokon so
etwas wie grünliche Augen. Sie waren wahrscheinlich im Inneren dieser
Hülle. “Zeig dich! Wer bist du? Wie siehst du wirklich aus?«, rief ich immer
wieder. Es kam keine Antwort. Keine Antwort…dann bin ich aus dem Traum
erwacht.”

Das Erstaunliche daran war, dass er bei mehreren Bekannten aufgetaucht ist,
die irgendwie mit mir in Verbindung standen, sei es flüchtig oder näher. In
der nächsten Erfahrung handelt es sich um eine Erinnerung einer weiteren,
mir persönlich bekannten Person, die ihre Begegnungen mit dem Zwerg
erfuhr:

“Ich räumte gerade mein Zimmer auf. Eine gute Weile später steht ein Mann
in der Tür und erkenne meinen Vermieter, (der eigentlich ganz anders
aussieht!). Er erklärt, dass er aus einem wichtigen, geschäftlichen Grund bei
mir übernachten muss. Die Angelegenheit besaß auch keinerlei sexuelle
Färbung, aber er legte sich dann gleich direkt in mein Bett. Während er
einschlief, machte ich Kaffee. Einmal schaute ich mir den Vermieter etwas
genauer an und finde sein Gesicht unmenschlich und gruselig: An den
Wangen war er ganz Schwarz und um die Augen herum Braun und
knautschig. Er erinnerte mich an ein kleines Tierchen oder an irgendein
fremdes Wesen und schaue lieber wieder weg.
Als ich später aufwachte, schauderte es mich sehr, als ich mir diese braune,
lederige Haut noch einmal vorstellte und mir klar wurde, dass es der Zwerg
gewesen war!”

Später erhielt sie einen deutlicheren Traum und verriet uns somit mehr über
den Zwerg und seine Fähigkeiten:

“Ich war mit Jonathan in einem Hinterhof angekommen und waren gerade
auf der Jagd nach dem Zwerg. Wir hatten ihn entdeckt und in die Enge
getrieben. Nun konnten wir ihn fangen und zur Rede stellen. Der Zwerg stand
nun an einer Hausmauer hinter einer Glasscheibe, die jemand daran
angelehnt hatte. Dieses Mal trug er keinen Hut, aber ich erkannte sein
lederiges Gesicht wieder und sein rötliches Haar. Ich fand ihn irgendwie
gruselig und meinte mich daran zu erinnern, dass ich ihn auch schon zu
Kindeszeiten gesehen hatte. Wir umzingelten ihn und gingen langsam auf ihn
zu, doch er konnte uns entwischen, weil er sich so schnell bewegen konnte. Er
war verdammt schnell und kann unwahrscheinlich beschleunigen. Außerdem
konnte er für einen Augenblick verschwinden und tauchte an einer anderen
Stelle wieder auf. Er konnte sich immer einige Meter weit beamen
(teleportieren), wie es ihm gefiel.”

Sie erzählte mir, dass sie fast sicher wäre, dass er sie schon ein oder mehrere
Male besucht hatte, als sie noch ein Kind war. Außerdem erzählte sie mir
noch einen weiteren, ähnlichen Traum, in dem der Zwerg sich erneut
teleportiert hätte.

Interessant finde ich des Zwerges Fähigkeit der augenscheinlichen
Teleportation, da seine Wahrnehmungsgeschwindigkeit bedeutend langsamer
ist. Da die Freundin den Zwerg wahrnahm, wie er sich blitzschnell bewegte,
kann es durchaus sein, dass unsere Wahrnehmungsgeschwindigkeit viel
langsamer als seine ist und es uns nur so erscheint, als teleportiere er sich,
dabei ist es durchaus möglich, dass es unserem Auge ab einer bestimmten
Geschwindigkeitsgrenze nur so erscheint.

Eine Freundin stellte einige Recherchen an und fand einiges heraus, das ich
für sehr interessant hielt, um dem Zwerg auf die Schliche zu kommen. Wir
erfuhren, dass Zwerge dafür bekannt sind, Tarnkappen zu tragen. Man
erinnere sich an die Nibelungensage, in der Jung Siegfriedaus der
Nibelungensage auf einen Zwerg traf, der den Nibelungenschatz bewachte.
Siegfried besiegte ihn, indem er Mehl auf dem Boden streute und er somit
seine Fußstapfen sehen konnte, weil die Tarnkappe den Zwerg unsichtbar und
nahezu unbesiegbar machte. Als er den Zwerg besiegt hatte, nahm er sich den
Schatz und die Tarnkappe. Noch heute suchen Taucher nach diesem Schatz,
da er der Sage nach im Rhein versenkt wurde. Dies zeigt mitunter, dass die
Nibelungensage eine der größten Legenden unseres Landes ist.
In Irland hingegen gibt es Hinweise auf einen so genannten Leprechaun, ein
Kobold mit lederiger Haut, schwarzen, spitzen Schuhen und Hut, breitem
Gürtel und langer Nase. Jene Iren, die etwas außerhalb der Zivilisation Irlands
wohnen, schwören darauf, dass er existiert. Weitere Recherchen ergaben eine
Geschichte von einem Vater mit seinem Sohn, die jeden Tag auf dem Feld
arbeiteten und von einem Kobold geplagt wurden, der Erbsen zu seiner
bevorzugten Nahrung zählte. Die Recherchen ihrerseits ergaben, dass
Kobolde und Zwerge oftmals deshalb unsichtbar sind, weil sie eine
Tarnkappe tragen. So spannte der Bauer mit seinem Sohn ein Seil um das
ganze Feld und wollten ihn dann aus dem Feld treiben, damit das Seil ihm die
Kappe vom Kopf reiße. Dies gelang ihnen tatsächlich und der Zwerg bot
ihnen einen großen Schatz an, wenn sie ihm seine Tarnung wiedergäben.
In der Mythologie über Zwergen und Elfen werden sie in Licht- und
Dunkelelfen aufgeteilt, wobei Zwerge zu der letzteren Gattung gehören.
Elfen, bzw. Elben oder Alben, werden als Lichtelfen bezeichnet, da sie stets
von Licht umgeben sind und sehr anmutig und ätherisch wirken, während
Zwerge Wesen sind, die sehr irdisch, dunkel und bodenständig erscheinen. In
der Nibelungensage hieß der Zwerg z. B. Alberich und der Begriff Alb führen
vermutlich auf das Wort indogermanische Wort albh- zurück, dass übersetzt
so viel wie licht oder glänzend bedeutet. Im Lateinischen stoßen wir auf einen
ähnlichen Begriff: albus, das so viel wie weiß bedeutet und der Begriff
Albinos stammte aus dieser Sprache. Spinnen wir diese Begrifflichkeiten
weiter, gelangen wir zum allseits gefürchteten Albtraum, der in der neuen,
deutschen Rechtschreibung wieder so geschrieben wird, dass er seiner
begrifflichen Herkunft näher kommt: Albtraum. Wir haben es hier also mit
einem lichten Traum zu tun und nicht mit einem dunklen, bedrohlichen und
bösen Traum. Ein lichter Traum ist von einem luziden Traum nicht weit
entfernt. Albträume können mitunter so bedrohlich wirken, dass sie den
Träumer förmlich dazu zwingen können, zu erkennen, dass er sich in einem
Traum befindet. Dies ist mir auch schon einige Male passiert, insbesondere in
meiner Kindheit, nur leider hatte ich diese kurzzeitig erlange Klarheit viel
lieber dazu genutzt, wie viele andere gewiss auch, um mich aus dem Traum
zu befreien und dem bösen Spuk schnellstmöglich ein Ende zu bereiten.
Heute weiß ich, dass Albträume sehr wohl Geschenke des “Unbewussten”
sind, um Informationen zu erhalten, die die eigene, geistige Entwicklung
vorantreiben können.

Zwerge, Elfen, Kobolde und Engel sind auch Traumpersönlichkeiten, die
durchaus eine Hilfe darstellen können, um bewusster und klarer in seinen
Träumen zu werden bzw. sich auf dem Gebiet der Traumforschung
weiterzuentwickeln. Man kann sie zu Verabredungen überreden oder einen
Treffpunkt mit ihnen ausmachen. Erlaubt sind alle Möglichkeiten, nur mit der
Absicht, mit ihrer Hilfe immer wieder zur Luzidität zu gelangen.
Wer sich der Welt der Träume öffnet, kann sich als Traumforscher
bezeichnen und hat einen wichtigen Schritt in Richtung Selbsterkenntnis
getan. Dies verlangt geradezu, sich mit seinem Unterbewusstsein
auseinanderzusetzen. Doch keine Sorge, denn das Unterbewusstsein ist sich
seiner Prozesse keineswegs unterbewusst oder gar unbewusst, sondern völlig
bewusst. Es ist eine eigenständige, allumfassende Intelligenz, die im Umgang
mit vielen Realitäten und Ichs ein Meister ist.
Anlage eines Traumtagebuches bzw. mehrerer Traumtagebücher

Der erste Schritt, um sich der Welt der Träume und somit der
Traumforschung zu widmen, ist es, ein Traumtagebuch zu führen. Dazu ist es
ratsam, die Träume in eine thematische Ordnung zu bringen. Daher wäre eine
Anlage mehrerer Dateien auf dem Computer (wegen der praktischen
Suchfunktion) oder die Anschaffung mehrerer Traumtagebücher notwendig.
Anfangs empfehle ich die folgenden Traumtagebücher mit dieser
Klassifizierung:

1. Alternative Realitäten – Gegenwart

Dies bedeutet, dass hier Träume notiert werden, die die gegenwärtigen
Probleme, Lebenssituationen und Personen des gewohnten Alltags
betreffen. Sie sind äußerst realitätsnah und könnten durchaus im Alltag
auf diese Weise auftreten. Somit gehören wahrscheinliche bzw.
mögliche Ereignisse in einem Alltag, die in der gegenwärtigen Zeitspur
stattfinden bzw. stattfinden könnten.

2. Alternative Realitäten – Vergangenheit

Hier werden jene Träume notiert, die Elemente aus der Vergangenheit
beinhalten, wie z.B. vergangene Wohnorte, Personen, schulische
Umgebungen, Kindheit etc.

3. Alternativen Realitäte – Zukunft

In dieses Traumtagebuch kommen die Träume hinein, die Szenen mit
fortschrittlicher Technologie beinhalten, vielleicht sogar futuristisch
wirkende Objekte. Neuartigere Technik oder aber auch einfach nur
mögliche Zukünfte, wie ein Job, den man plant zu bekommen, aber
noch nicht hat. Vielleicht träumt man, dass man bereits in dem Job
arbeitet etc. Präkognitive Träume können hier ebenfalls
hineingeschrieben werden, d.h. eben solche Träume, die in der Zukunft
durchaus realistisch sein könnten.

4. Andere Leben

Jede Traumerfahrung, die nicht in der gegenwärtigen Zeit spielt oder
man ein anderes Aussehen oder Geschlecht besitzt, bzw. all die
Menschen, die Teil des Traumes sind, völlig anders gekleidet sind
usw., sollten hier notiert werden. So sammelt man einiges an Material
aus anderen vergangenen Leben, sprich Reinkarnationen.

5. Luzide Träume

Die luziden und kontrollierten Träume können in dieses Buch
geschrieben werden, da sie die persönliche Entwicklung zu immer
mehr Luzidität protokollieren sollen. Kreuzen sich die Träume, sodass
man z. B. in einem Traum luzid wird, der vielleicht in das
Traumtagebuch 2 gepasst hätte, so kann man den Traum in beide
Bücher schreiben oder einen Verweis machen.

6. Therapeutische Träume

Jeder Traum, der Krankheiten oder Probleme mit Körper und Seele
betreffen, sollten hier eingetragen werden, sofern sie in den anderen
Traumtagebüchern keinen Platz finden sollten.

7. Symbolische Träume

Träume mit starker Symbolik sollten in dieses Buch eingetragen
werden, dazu gehören auch jene, in denen sich Menschen oder
Gegenständeplötzlich verwandeln, völlig unlogische Begebenheit
passieren oder Elemente auftauchen, die einfach nur verwirrend und
unlogisch zu sein scheinen, sofern sie nicht in die anderen
Traumtagebücher passen.

8. Außerkörperliche Erfahrungen
Sämtliche Erfahrungen, die in irgendeiner Form mit einer
außerkörperlichen Erfahrung zusammenhängen, werden hier
eingetragen. Dazu gehören auch Träume, die im eigenen Schlafzimmer
spielen, seltsame elektronische Töne, die auftauchen können sowie
Vibrationen, Fall- und Schwebeträume, Ablösungen vom Körper u.ä.

Träume sollten möglichst nach jedem Aufwachen notiert werden. Hilfreich
sind Zettel und Stift neben dem Bett zu legen, um sich kurz Notizen zu
machen, aber es kann auch ein Diktiergerät sein, um die Träume kurz
aufzusprechen. Anfangs ist es vielleicht mühsam, erst einmal Material zu
sammeln, aber ein Jahr kann schnell vergehen und wenn es einmal vergangen
ist, denkt man immer wieder, wieso man sich die Träume nicht notiert hat.
Aus diesem Grund ist es äußerst empfehlenswert, die Träume einzuordnen
und aufzuschreiben. Später wird offenbar, welche Vorteile es bietet, doch dies
soll in einem anderen Zusammenhang zu anderer Zeit erklärt werden.

Luzide Traumgeschichten

In einem Traum, in dem man luzide wird, ist es möglich, direkte Kontrolle
auszuüben, beispielsweise die Kulissen zu verändern, sich seinen
Traumpartner herbeiwünschen oder sich einmal richtig auszutoben. Diese
vollkontrollierten Klarträume jedoch haben oftmals den Nachteil, dass sie
nicht lang genug andauern. In meinem Fall bin ich meistens daran interessiert,
den luziden Traum möglichst in die Länge zu ziehen. Dazu benutze ich
innerhalb des Traumes die Technik, dass ich keine Kontrolle auf das
Traumgeschehen ausübe, jedoch weiterhin luzide bleibe. So könnte man
sagen, dass ich hierbei ein passiver, luzider Träumer bin. Auf diese Weise
erfahre ich oftmals unglaublich lange luzide Träume, von deren Verlauf ich
mich einfach überraschen lasse. Dies kann wie folgt vor sich gehen:
Ich hatte ungefähr vier Stunden geschlafen und bin dann eine Stunde wach
geblieben. In dieser Stunde habe ich ein paar Videos über Träume im Internet
geschaut, um mein Bewusstsein thematisch zu programmieren. Dann ging ich
wieder ins Bett. Während der Meditation schlief ich irgendwann ein. Ich war
vermutlich doch schon zu müde gewesen, um lang genug durchzuhalten. Ich
denke, ich habe ungefähr zwei Stunden geschlafen, als ich endlich zu mir
kam…
Als ich erkannte, dass ich mich in einem Traum befand, wurde alles um mich
herum glasklar und so real, wie es der Alltag ist! Dann schaute ich mich um,
damit ich mir ein Bild davon machen konnte, wo ich mich überhaupt befand.
Ich lag in einem Bett! Es war jedoch nicht mein Bett in meinem vertrauten
Schlafzimmer, sondern es war vielmehr eine alternative Wohnung in einer
alternativen Realität. Es lief Musik, die irgendwo unter dem Bett herkam und
das Zimmer war recht groß. Das Fenster befand sich rechts von mir,
worunter auch das Bett stand. Die Tür war links. Es war noch dunkel und zu
meiner Überraschung stellte ich fest, dass ich nicht alleine war… Neben mir
im Bett lag eine Frau!
Ich richtete mich auf und schaute sie an.
“Oh man”, meinte sie. “so langsam nervt die Musik aber…”
Als sie mich anschaute, erkannte ich sie. Es war Ana. Eine Bekannte, mit der
ich öfter mal zu tun hatte. Es wunderte mich nicht im Besonderen, dass ich
hier mit ihr in diesem Bett lag, immerhin fand ich sie recht attraktiv. Doch
wusste ich, dass sie nicht meiner Altersklasse entsprach, und ich nicht ihrer,
darum waren wir einfach nur Bekannte.
Gegenwärtig trug ich noch ein Hemd und eine Hose. Sie hingegen trug eine
hübsche, schwarze Bluse mit Spitze, eine schwarze Hose mit Nietengürtel und
einer auffälligen, silbernen Schnalle. Ich griff unter das Bett und suchte die
Musik. Irgendwann fühlte ich einen CD-Player, den ich dann ausschaltete.
“Besser so?”, fragte ich.
“Ja…”, meinte sie. “Und warm ist mir auch!”
Ich grinste breit: “Na, dann zieh dich doch aus.”
Sie zog ihre Hose und ihre Bluse aus. Dann drehte sie sich zu mir.
“Das war ja ein Abend! Ich hätte es nicht mehr nach Hause geschafft, das
sag ich dir. Gut, dass du mich zu dir mitgenommen hast. Morgen früh werden
mich dann meine Freunde abholen. Ich dachte, ich könnte pennen, aber ich
bin jetzt wieder voll fit.”
Während sie weitersprach, fragte ich mich, was das wohl für eine Realität
sein mochte. Das Mondlicht, das durch das Fenster fiel, lieferte genügend
Licht, mir das Zimmer anzusehen. Es war ziemlich unaufgeräumt. Nicht nur
lagen ihr Mantel und ihre Tasche hier herum, sondern auch eine Menge
meiner Sachen. Der Raum war mindestens 25 m³ groß und während wir hier
in dem Bett unter dem Fenster lagen, gab es rechts neben der Tür noch eine
Art Matratzenlager. Vermutlich diente es als Ersatz für eine Couch oder
dergleichen. Ein Schreibtisch und ein Fernseher standen links von der Tür.
Bisher war kein Update hereingekommen – was vermutlich an der Luzidität
lag, denn ein Update ist auch in der Lage, die Luzidität zu untergraben bzw.
einen zu verwirren. Es ist sogar schon vorgekommen, dass ich durch das
Update die Persönlichkeit und dessen Erinnerungen übernahm und die
Luzidität ganz verlor. Doch ich ging davon aus, dass ich in einer WG wohnte.
Es erweckte für mich zumindest den Anschein, da dieser Raum
multifunktional genutzt wurde, sprich Wohnzimmer und Schlafzimmer in
einem.
Ana redete noch immer und erzählte von dem Abend, der ihr offensichtlich
gut gefallen hatte. Mittlerweile hatte sie sich auf den Rücken gelegt und näher
an mich geschmiegt. Ich streichelte daraufhin ihren Bauch, während sie
weitersprach.
Ich dachte darüber nach, was ich aus diesem Traum machen könnte. Auf der
einen Seite könnte ich nun aufstehen und mir irgendetwas erschaffen, wonach
mir gerade war. Vielleicht könnte ich durch die Decke fliegen oder einfach
die Realität wechseln und mich aus diesem Raum hinausbeamen… oder auf
der andere Seite einfach den Traum weiterlaufen lassen und bewusst und
hautnah miterleben, worauf dies alles hier hinauslief. Ich entschied mich mal
wieder für letzteres, da es zwar spannend sein kann, seine Umgebung einfach
beliebig zu erschaffen, aber dann wusste man auch, was als Nächstes
passieren würde. Von daher entscheide ich mich allzu gern für die Variante,
dass ich den Traum bestimmen lasse, was als nächstes geschieht. So war ich
offen für Überraschungen und neue Entwicklungen. Außerdem bewirkt diese
Variante eine erhebliche Verlängerung des Traumes: Einfach nur beobachten
und bewusst bleiben! Den anderen eine Rolle vorspielen, damit sie nicht
misstrauisch werden, und die Show genießen… Es ist halt wie Kino, nur, dass
man live dabei ist.
Es wurde langsam hell draußen und wir hatten noch kein Auge zugetan. Mir
lag es auch wirklich fern, das zu tun, denn ich hätte meine Klarheit verlieren
können. Ana schien auch nicht traurig darüber gewesen zu sein, die Nacht
verquatscht zu haben und die Kuscheleinlagen in den Gesprächspausen
hatten wir ebenso genossen. So verging die Zeit…
Plötzlich klingelte es. Ich stand auf und ging zur Haustür. Es gab eine Diele,
wie ich bemerken durfte, nachdem ich die Zimmertür geöffnet hatte. Ebenso
ein Bad auf der rechten Seite und auf der linken Seite ein weiteres Zimmer –
vermutlich das eines Mitbewohners. Die Haustür war am Ende der Diele
rechts neben dem Bad.
Als ich die Tür öffnen wollte, waren Anas Freunde plötzlich schon in der
Wohnung verteilt. Solche kleinen Matrixfehler fallen so gut wie niemandem
auf, wenn man nahezu oder völlig bewusstlos träumt. Dann stürmte Anas
beste Freundin an mir vorbei und fiel ihr um den Hals.
“Hey Süße, da bist du ja! Man, siehst du verpennt aus!”, meinte sie zur
Begrüßung.
Dann schaute sie mich an und deutete mit einem Kopfnicken auf mich: “Sag
mal… hast du überhaupt gepennt? Ging was mit dem?”
“Ach nein”, entgegnete sie, ohne rot zu werden. “Er ist mir dann doch ein
bissel zu alt…”
Ich lachte. Und sie war mir eben ein bissel zu jung…, dachte ich. Doch dann
fiel mir etwas ein:
“Ich kann mich auch jünger machen, wenn du darauf bestehst…”
“Jünger machen? Du spinnst ja!”, spottete Ana.
“Doch, pass mal auf…”
Dann stellte ich mir vor, wie ich zehn Jahre jünger wäre und dies schien
offensichtlich rasch mein Erscheinungsbild zu verändern…
“Das gibt es doch nicht!”, rief Anas Freundin. “Der sieht jetzt echt viel
jünger aus…”
“Oder ist Madame nach weiteren zehn Jahren weniger zumute…?”, flachste
ich herum und ehe ich mich versah, war ich vermutlich rein optisch so um die
20 Jahre alt.
“Wow!”, äußerte Ana überrascht. “Du siehst ja jetzt richtig heiß aus!”
Wir lachten noch eine Weile über meine doch verwunderliche Verwandlung.
Nach weiteren 15 Minuten flüsterte mir Ana ihr Geständnis ins Ohr, dass sie
sich nun in mich verliebt hatte.
Das war mal wieder typisch! Es wird nur auf das Äußere geschaut und wenn
man sich ein wenig an den Idealvorstellungen einer Person anpasst, sind sie
gleich verliebt. Jugend ist vergänglich… Die meisten Menschen hangeln sich
von Partner zu Partner, weil sie nur auf das Aussehen achten und wenn sie
irgendwann selbst einmal älter sind, dann sitzen sie mit einem einst
gutaussehenden Langeweiler vor dem Fernseher und finden keine
Gemeinsamkeiten.
Ich lernte dann auch noch einen guten Freund von ihr kennen, der einen sehr
lockeren und amüsanten Eindruck auf mich machte. Er hatte viel Humor und
machte so seine kleinen Sitcom-Witze. Er hatte auch bemerkt, dass sich Ana
an meine Fersen geheftet hatte und mir nun fast wie ein Hund hinterherlief.
Auch darüber wusste er den einen oder anderen Witz zu reißen… er hatte ja
auch nicht Unrecht. Sie war eben nun verliebt! Bewusstlosigkeit bringt so
etwas mit sich…
Ich konnte mir das Elend nicht länger mit ansehen. Nach einiger Zeit
entschied ich mich dafür, Ana darüber aufzuklären, dass sie sich in einem
Traum befand!
Wir saßen gerade mit allen Anwesenden am Frühstückstisch. Es wurde
geschlemmt, getrunken, geredet und geraucht. Ana saß rechts von mir. Sie
unterhielt sich gerade angeregt und voller Begeisterung mit ihrer Freundin.
“Ana…”, meinte ich dann zu ihr.
“Ja sofort, warte… ich rede doch grad mit meiner Freundin…”
“Du, das ist völlig unerheblich, was du gerade machst, denn du befindest dich
in einem Traum! Da besteht keine Notwendigkeit, sich mit jemanden zu
unterhalten, der deine Bewusstlosigkeit nur fördert…”
Sie schaute mich an… Sie hatte ja bereits ihr Pulver verschossen, als sie
meinte, dass ich spinnen würde und ihr das Gegenteil bewiesen hatte. Sie zog
ihre Stirn kraus und trotzdem dachte sie, dass ich sie nicht mehr alle
beisammen habe. Ich konnte ihre Gedanken klar vernehmen.
“Doch, Ana, du träumst! Jetzt, in diesem Moment! Wie anders kannst du dir
sonst erklären, dass ich nun aussehe, als wäre ich keine 20 Jahre alt? Wie
sollte es sonst möglich gewesen sein, dass ich mich verjüngen konnte? Denk
nach, Ana! Los! Versuche es dir zu erklären! Es gibt darum nur eine
Möglichkeit, für alles eine Erklärung zu finden: Du träumst!”
Nach dieser Aussage fing sie an zu flackern… d.h. ihr ganzes
Erscheinungsbild flackerte. Sie verschwand für eine Sekunde und dann war
sie wieder da. Das führte so weit, dass ihr ganzer Oberkörper verschwand
und nur noch ihre Beine zu sehen waren. Sie drohte aufzuwachen!
Ich musste mir etwas einfallen lassen, damit sie nicht gänzlich verschwand.
“Ana, ich sehe dich immer noch! Du bist zwar durchscheinend, aber ich kann
dich noch wahrnehmen. Es bringt nichts, sich einfach zu verdrücken, weil du
meine Erklärung nicht akzeptieren willst…”
Dann manifestierte sie sich wieder und ihr Erscheinungsbild war wieder
normal.
“Man, das macht mich fertig! Ich will davon nichts wissen. Lass mich doch
einfach mein Leben leben… Es ist doch grad so schön…”
“Dein Leben ist aber ein Traum! Willst du nicht wissen, was es damit auf sich
hat und wer du wirklich bist?”
Kaum hatte ich die Worte ausgesprochen, verschwand sie… Sie war
aufgewacht und ihr in diesen Traum projiziertes Bild hatte sich aufgelöst.
Es bringt einfach nichts, dachte ich, andere Leute davon überzeugen zu
wollen, dass sie träumen. Sie möchten eben nicht gestört werden, in dem, was
sie tagein und tagaus – und halt auch nachts – tun…
Nachdem sie verschwunden war, was den anderen am Tisch in keinster Weise
aufgefallen war, wollte ich mir noch die Wohnung näher anschauen. Ich ging
aus der Küche hinaus in die Diele. Dort öffnete ich auf der linken Seite den
Raum, den ich noch nicht gesehen hatte. Es war ebenso ein großes Zimmer,
wie das meinige. Links stand ein großes Doppelbett, in dem ein Mann und
eine Frau lagen. Sie schliefen tief und fest. Danach ging ich ins Bad und
schaute mich dort um. Dabei fiel mir auf, dass Wasser von der Decke tropfte.
Ein Traumzeichen! Vermutlich verringerte sich bereits meine Luzidität und
unterbewusst wollte ich mich daran erinnern, dass ich nicht vergesse, dass
ich träumte…
Ich blickte hinauf und sah, dass sich bereits einiges an Wasser gebildet hatte.
Dann erinnerte ich mich plötzlich! Über uns wohnte bis vor einigen Wochen
ein Paar, das ausgezogen war, weil ihnen die Wohnung nicht gefallen hatte.
Sie beklagten sich immer wieder über undichte Rohre und defekte Heizung.
Jetzt war es wohl so weit, dass die Rohre dermaßen undicht waren, dass
Wasser austrat… Aber… was interessiert mich dieser Unsinn überhaupt?
dachte ich plötzlich. Ach ja, das Update ist grad hereingekommen!
Kurze Zeit später erwachte ich in meinem vertrauten Schlafzimmer. Es war
ein sehr langer und amüsanter Traum gewesen.
Als ich dann in meinem Bett lag, dachte ich darüber nach. Ich spürte noch
deutlich die Atmosphäre des Träumens in meinem Bewusstsein. Ich fühlte
mich energiegeladen und federleicht. Es ist dennoch interessant zu
beobachten, dass es auch einen Nachteil gibt, wenn man immer wieder in
seinen Träumen bewusst wird. Man ist nicht nur ständig von bewusstlosen
Menschen umgeben, sondern man verschleppt die Atmosphäre des Träumens
irgendwann mit in den Alltag. Dies hat zur Folge, dass der Träumer seine
Traumerfahrungen irgendwann mit dem Alltag vergleicht. Diese Atmosphäre
hat einen leichten, melancholischen Beigeschmack und ich erinnerte mich
dabei beispielsweise an Paul Tholey. Er war ein sehr bekannter und begabter
Träumer aus Deutschland, der nahezu jede Nacht luzide werden konnte.
Dabei verschleppte er immer mehr Traumatmosphäre in den Alltag und
wurde später depressiv. Lange Rede, kurzer Sinn: Er entschied sich für den
Freitod, weil er den Alltag nicht mehr ertragen konnte. Das ist ein großer
Fallstrick für den Träumer. Sobald der Träumer an diesen Punkt gelangt, ist
es wichtig, dass er die Traumrealität mit dem Alltag vergleicht, aber nicht, um
letzteres zu bewerten, sondern dass er beginnt, sich darüber im Klaren zu
werden, dass sein Alltag ebenfalls nur ein Traum ist.
Die Menschen, die einem im Traum begegnen, nennt man Traumcharaktere
oder Traumpersonen. Ich bevorzuge jedoch die Bezeichnung Hologramme
oder Statisten. Dabei denke ich immer an das Holodeck aus der Serie Star
Trek. Dieses Holodeck ist ein Raum, den man betreten kann und in welchem
ein Computerprogramm gestartet wird, das eine bestimmte Umgebung
erzeugt. Es kann beispielsweise eine Szene aus dem 19. Jahrhundert in einem
französischen Café sein. Diese Szene wird dann betreten und man kann dort
einen Kaffee trinken oder sich mit Freunden treffen. Natürlich ist jede andere
Person auf diesem Holodeck ein Hologramm, d.h. eine von einem Computer
generierte Person. Das Verblüffende dieses Holodecks ist es, dass es eine
hervorragende Analogie zu der Tatsache darstellt, sich in einem luziden
Traum zu befinden.
Die Hologramme sind in der Regel ausschließlich auf das Umfeld abgestimmt
und reagieren augenblicklich auf die Gedanken, Gefühle, Erwartungen und
Überzeugungen des Träumers. Man kann also davon ausgehen, dass jeder
Traumcharakter Teil des Traumes ist, dem man begegnet. Die meisten von
ihnen sind nicht sonderlich intelligent und recht einfach gestrickt, aber es gibt
auch sehr komplexe Hologramme. Sie scheinen eine sehr ausgebildete
Persönlichkeit zu besitzen und kommen oft mit überraschenden und
verschachtelten Antworten, wenn man sie nach etwas fragt.
In den meisten Traumnächten wird der Alltag nach Einbruch der Dunkelheit
zur magischen Zeit. Dann kann alles geschehen. Die unglaublichsten Dinge
oder die spannendsten, ja, vielleicht sogar die verrücktesten. Manchmal
träumt man die ganze Nacht hindurch und reist an fremde Orte zu fremden
Menschen und Wesen oder man fliegt in seinem luziden Traum über Land
und Wiese auf der gelungenen Flucht vor den Bösewichten oder kämpft wie
Neo aus Matrix im besten Kung-Fu-Stil gegen ein Heer von dunklen
Gestalten. Vielleicht ist man auch eher ein Zauberer, der mit seinen
magischen Fähigkeiten die Angreifer mit einem Gedankenstoß hunderte von
Metern hinfortschleudert, sie in Luft auflösen lässt oder sie in süße Kaninchen
verwandelt. Manchmal jedoch erinnert man nur einzelne Sequenzen, Fetzen,
Bilder aus anderen Welten, dunkel, hell, flüchtig, leicht vergesslich oder
derart einprägend, dass man sie niemals wieder vergisst. Für jeden ist Raum
im Traum.
Ist der Traum nur ein Gehirnspuk in unseren Köpfen oder sind es andere
Realitäten, die wir nahezu vergessen haben und nur noch als Schattenbilder
der Nacht in unserem Gedächtnis hängenbleiben, weil wir nicht mehr wissen,
wie man die Träume richtig nutzt und wie definieren wir das Wort ‘real’? Das
durfte ich in einer Nacht in der Begegnung mit einem komplexen
Traumcharakter noch einmal umfangreich überdenken:
Ich hatte mich gerade ins Bett gelegt und mich darauf konzentriert, in der
heutigen Nacht luzide zu träumen oder andere interessante Erfahrungen zu
machen. Zuerst hatte ich Schwierigkeiten, meinen Körper und meine Augen
zu beruhigen. Eigentlich war ich noch gar nicht müde, da ich für gewöhnlich
nicht vor zwei Uhr morgens zu Bett gehe. Heute Nacht legte ich mich bereits
um Mitternacht hin. Zuvor hatte aber schon von 18 bis 20 Uhr geschlafen.
Somit hatte ich eigentlich eine Schlafunterbrechung vollzogen, nur eben zu
einer anderen Uhrzeit. Irgendwann tauchten dann vor meinen Augen lauter
alte Menschen auf. Ich betrat die hypnagoge Phase. Sie kamen aus einem
Haus und gingen auf die Wiese, die sich dort befand. Vielleicht war es ein
Altenheim. Plötzlich verwandelten sie sich in junge Menschen und tanzten vor
Glück einen Walzer. Der Walzer führte sie über die Wiese hinaus bis auf die
Straße. Sie wirbelten sich herum und lachten, glucksten und erfreuten sich an
ihrem neuen Leben. Mittlerweile hatten sie nun allesamt die Wiese auf
tanzende Weise verlassen und die Straße war nun ein großer Platz, der
nahezu einem Ballsaal glich. Sie waren so beschwingt und fidel, dass manche
von ihnen immer größere Kreise zogen mit ihren Tanzbewegungen und kamen
wieder zurück auf die Wiese. Kaum hatten sie die Wiese betreten,
verwandelten sie sich wieder in alte Menschen. Es fiel niemandem auf und so
verwandelte sich ein Tanzpaar nach dem anderen wieder zurück. Kurze Zeit
später waren sie alle wieder so alt wie zuvor, nur eine Frau war jung
geblieben. Sie hatte bemerkt, was der Rand der Wiese mit ihren Freunden
angestellt hatte. Sie stand mucksmäuschenstill und allein auf der Straße und
traute sich keinen Schritt zu machen. Sie hoffte, die Jugend behalten zu
können. Die anderen riefen ihr zu, sie solle doch zu ihnen kommen und dass
es bei ihr vielleicht anders sein könnte, doch sie bewegte sich keinen
Zentimeter und stand still. Sie deutete einen Schritt an in Richtung der Wiese
und zu ihren Freunden, denn dort standen ihre Freunde, ihr gewohntes Leben
und ihr Partner, den sie seit so vielen Jahren kannte. Was sollte sie tun? Sie
winkte dann ihren Freunden und ihrem Mann zu und ging fort. Die anderen
riefen noch eine Weile und manche winkten zum Abschied, bis sie am Ende
der Straße verschwand.
Der hypnagoge Zustand zeigt meist Bilder oder Szenen, kurze Geschichten,
die vor den Augen als Film ablaufen. Eigentlich ist man dann so gut wie nie
daran beteiligt, sondern nur Beobachter.
Nachdem mein Körper eingeschlafen war und ich den Faden verlor, kam ich
einige Zeit später wieder zu mir. Ich war bei Isabelle zu Besuch, einer
Bekannten. Sie hatte mich darum gebeten, die Daten ihres alten Notebooks
auf ihren neuen zu übertragen. Sie kannte sich damit nicht so gut aus und
brauchte dafür Hilfe. Ich habe dann ihren alten Notebook zum Laufen
gebracht und mir überlegt, diese erst einmal auf einen USB-Stick zu
übertragen. Sie beschloss, in dieser Zeit ein wenig ihr Zimmer aufzuräumen.
Sie lebte in dieser Realität in einer Wohngemeinschaft.
Als ich dem langweiligen Kopieren der Daten zusah und noch nicht über die
notwendige Klarheit im Traum verfügte, blickte ich einmal hoch und schaute
zu ihr herüber. Ich war völlig überrascht, denn für einen Moment stand sie
dort im strahlenden Licht und sah wunderschön aus. Doch im nächsten
Augenblick war dieser Eindruck wieder verschwunden und sie sah wieder
normal aus.
“Kannst du das noch mal machen?”, bat ich sie.
“Was denn?”
Sie schien sich dessen nicht bewusst gewesen zu sein.
“Du warst grad in einem wunderschönen Licht zu sehen und das sah einfach
genial aus. Mach das noch mal!”
Sie zuckte mit den Schultern, aber dann schaute ich zum Fenster, das sich
links von mir befand und auf das Licht, das in den Raum fiel.
“Komm doch noch einmal einen Schritt nach vorn…”, bat ich sie.
Als sie dann einen Schritt nach vorn machte, stellte sie sich automatisch in
den Lichtschein, der durchs Fenster fiel. Sofort verwandelte sie sich in eine
mit Licht überstrahlte Frau mit glänzenden, rotgoldenen Haaren und einer
grellleuchtenden goldgelben Haut. Einfach ein wunderschöner Anblick, wie
ich fand. Sie verweilte eine Zeit lang in dieser Position und es fiel mir schwer,
mich daran satt zu sehen. Bis sie dann meinte, sie müsste eben für kleine
Mädchen.
Ich fragte mich, was das nur für ein Licht sein könnte, das diese Wirkung
besaß. Dieses Hinterfragen brachte mich zu der einzigen logischen
Schlussfolgerung, dass ich mich in einem Traum befinden musste. Alles um
mich herum wurde klarer und ich konnte die Gegenstände im Raum besser
fokussieren. Obwohl ich nun wusste, dass ich mich in einem Traum befand,
war ich nicht richtig luzide. Ich war mir bewusst, dass ich realerweise in
meinem Bett lag und diese Realität hier gerade träumte, aber es fehlte mir
noch etwas an logischer Kombinationsgabe. Es war ein Zustand, in dem ich
mir die seltsamsten Fragen stellte. So fragte ich mich beispielsweise, ob die
Daten, die ich gerade auf den USB-Stick kopierte, sich dann auch
automatisch auf meinem Stick in der Alltagsrealität befinden würden, wenn
ich nachher aufwachte und nachsehen würde.
Diese Frage war für mich in dem Moment sehr interessant, auch wenn ich
jetzt darüber grinsen muss, wenn ich es hier schreibe. Eine Antwort darauf
besaß ich nicht, aber diese Frage ließ einen Traumcharakter, einen Mann,
erscheinen, der mir bereits in einigen Träumen mit Rat zur Seite gestanden
hatte.
“Diese Daten werden nicht auf deinem Stick sein”, sagte er.
“Aber ich befinde mich doch hier in einer Realität…”
“Das ist richtig.”
“Somit müssten sie doch vorhanden sein, wenn ich dann aufstehe und
nachschaue.”
“Nein, das werden sie nicht sein.”
“Dann ist es hier doch nicht real?”, fragte ich nach.
“Nein, du vermengst die Realitäten noch miteinander. Dieser Stick hier sieht
zwar genau so aus wie deiner in der Alltagsrealität, aber sie sind trotzdem
nicht dieselben. Sie sind doppelt vorhanden.”
“Aber sind die Teilchen, die die Daten ausmachen, nicht an beiden Orten
gleichzeitig?”
“Du musst für dich erst einmal verstehen, dass du den Begriff ‘real’ ganz
anders definierst. Ihr Menschen aus der Alltagsrealität macht das alle so.”
“Wie meinst du das? Kannst du mir sagen, wie ich es definiere?”
“Für euch hat der Begriff ‘real’ nichts mit dem Wortstamm Realität zu tun,
sondern mit dem Wort Alltagsrealität. Alles, was ihr für real erachtet, bezieht
ihr nur auf die Alltagswelt. Und irreal bedeutet für euch, dass etwas verrückt
und nicht nachzuvollziehen ist, was weder mit der Traum- oder mit der
Alltagswelt zu tun haben muss. Viele eurer Definitionen, auch wenn sie so
und so in einem Wörterbuch stehen mögen, sind völlig verdreht. Ihr misst den
Worten Gefühlen zu und diese besitzen nun einmal Priorität und nicht das,
was in einem Lexikon steht.”
“Also definiere ich das Wort ‘real’ als alltagswirklich und nicht als einer
Realität zugehörig?”
“Richtig. Ein emotionaler Definitionsfehler, wenn man so möchte. Und diese
Art von Fehler programmieren eure Realität. Sie lassen eure Realität im
Lichte eurer Definitionen erscheinen. Ihr erschafft also eure Realität mit
euren Gefühlen und wenn ihr fühlt, dass diese Traumrealität nicht real ist,
dann werdet ihr davon ausgehen, dass sie nicht eurer Alltagswelt angehört
und sie ignorieren. Eure Träume werden schwächer und ihr erinnert euch
immer schlechter. Und wie verdreht eure Definitionen sind, erkennt man
allein schon daran, dass ihr in einer Traumrealität erkennen müsst, dass ihr
euch nicht in eurer Alltagsrealität befindet, sondern dass ihr euch in einem
Traum befindet, damit der Traum deutlich, klar und zur Realität wird, so klar
wie eure Alltagsrealität.”
Ich musste lachen. Er hatte Recht, mit dem was er mir mitteilte. Wir
definieren ‘real’ als alltagswirklich bzw. dem gewohnten Alltag zugehörig.
Wenige Augenblicke erwachte ich in meinem Bett.
Erstaunlich war die Komplexität dieser Traumperson. Sie hatte mit mir ein
philosophisches Gespräch geführt, das darf man an dieser Stelle nicht
leugnen. Mehr noch, denn er schien etwas besser verstanden zu haben als ich
es in diesem Moment tat. Somit ist offensichtlich, dass manche
Traumpersonen bzw. Hologramme dermaßen intelligent sind, dass sie den
Träumer regelrecht verblüffen können. Doch, so sollte man sich an dieser
Stelle fragen, wie kann es überhaupt dazu kommen, dass eine
Traumpersönlichkeit dermaßen intelligent sein kann? Woher bezieht sie ihre
Informationen? Man muss sich an dieser Stelle deutlich vor Augen halten,
dass diese Persönlichkeit aus dem Unbewussten in die Traumrealität des
Träumers projiziert wurde. Für mich stellt dieses also einen direkten Beweis
dar, dass das Unbewusste eine umfassende Intelligenz besitzt, die die des
Träumers bei weitem übertrifft. Wenn man das Unbewusste also als
unbewusst bezeichnet, wäre dieses somit eine völlig falsche Definition, denn
das Unbewusste ist sich seiner selbst sehr wohl bewusst und ist verantwortlich
für die Erzeugung der Traumrealität, in der geträumt wird. Dies ist also mit
dem Holodeck zu vergleichen, auf dem der Computer das französische Café
oder eine beliebig andere Realität generiert.

Psycholektrische Energie


Es wird immer wieder von luziden Träumern berichtet, dass man sich
wesentlich erholter und viel energetischer am anderen Morgen fühle, wenn
man einen luziden Traum in der Nacht erlebte. Hierbei hat sich herausgestellt,
dass die Länge des luziden Traumes auch entsprechend mehr Energie
abzuwerfen scheint. Man könnte hier von psycholektrischer Energie sprechen,
d.h. von psychischer Energie, von Vitalität, die durch das luzide Träumen
erhöht werden kann. Psycholektrisch ist ein von mir entwickeltes Wort, um
die Energie zu beschreiben, die man durch das Träumen ansammeln kann.
Aus meinen eigenen Erfahrungen heraus kann ich sagen, dass je länger oder
je fremder der Traum ist, desto mehr Energie wirft er ab.
Menschen, die sich mit dem luziden Träumen auseinandersetzen, werden
Oneironauten genannt. Das kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel
wie Traumreisender. Ich weiß von anderen luziden Träumern, dass, wenn sie
es schaffen, innerhalb eines Traumes luzide zu werden, sie direkt mit Karacho
durch das nächstbeste Fenster sausen oder sie gestalten den Traum nach ihren
Bedürfnissen. In meinem Fall sieht es etwas anders aus. Für mich ist das
luzide Träumen nur sekundär ein Spaßfaktor, in dem man nach einem netten
Abendessen mit seiner Traumfrau im Bett verschwindet, sondern primär eine
Frage der taktischen Energieansammlung. Je länger man es schafft, den
luziden Traum in die Länge zu ziehen und je klarer und deutlicher er wird,
desto mehr psychische Energie sammelt man an. Und je mehr psychische
Energie man mit in den Alltag nimmt, desto mehr Magie transportiert man
auch dorthin.
Mit dieser psycholektrischen Energie sind dann viel mehr Dinge im Alltag
möglich, die andernfalls nicht möglich gewesen wären. Man kann die Energie
für alles einsetzen, was einem wichtig ist. Ein Sportler könnte damit seine
Höchstleistung übertreffen, selbst wenn er es schon seit Jahren erfolglos
versucht hat. Ein Künstler kann damit eine unglaubliche Kreativität erlangen
und sie umsetzen. Ein Karrieremensch würde mit dieser Energie im Beruf viel
erfolgreicher werden. Ein Aktionär dürfte die richtigen Einfälle zur richtigen
Zeit haben, ein schwacher Mensch ohne Selbstbewusstsein wird plötzlich
selbstbewusst und stark und ein ewiger Single wird plötzlich seine Traumfrau
finden. Die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt. Wie das alles möglich ist
und warum es überhaupt funktionieren kann, ist sehr kompliziert zu erklären.
Es hat mit den Wechselwirkungen zwischen dem Bewusstsein, dem
Unterbewusstsein und dem Unbewussten zu tun. Persönlich sammele ich die
Traumenergie, die nach dem Aufwachen in psychische Kraft transformiert
wird, primär eigentlich nur dafür, um entferntere Realitäten zu erreichen. Je
mehr Energie ich also ansammele, desto stärker wird sozusagen meine
Reichweite. Das Traumland ist unendlich groß, aufgebaut wie eine Zwiebel.
Jede Schicht ist eine eigene Realität und je weiter man reist, desto tiefer
dringt man in die anderen Schichten ein. Dies hat zur Folge, dass man immer
mehr Energie ansammelt. Wer nun die Traumentwicklung der luziden
Träume der heutigen Nacht hier mitverfolgt, wird bemerken, was ich damit
meine. Während die ersten drei luziden Träume sehr gewohnten
Alltagsituationen glichen, entdeckte ich im vierten Traum einen Hinweis auf
eine andere, entferntere Realität namens Ozhei. Und je entfernter eine Realität
ist, desto größer ist die energetische Ernte.
Heute Nacht war es also mal wieder so weit. Exklusive Traumnacht mit
Schlafunterbrechung, Suggestionen und allem Pipapo. Das Ergebnis waren
vier luzide Träume. Einer davon sogar im High-Level-Bereich, d.h. die
Klarheit war dabei so stark, dass man nicht mehr sagen kann, welche Realität
nun realer ist, die Alltags- oder die Traumrealität. In der ersten Hälfte der
Traumnacht landete ich zuerst mal wieder in der “anderen Realität” und
hatte dort ein Erlebnis mit Daria und Esther. Als ich danach um 4.30 Uhr
morgens aufstand, blieb ich erst einmal eine halbe Stunde wach und habe im
Internet einiges über luzides Träumen gelesen, um mich atmosphärisch
einzustimmen. Danach noch in Kurzform ein paar Träume notiert und dann
war es auch schon Zeit, mich wieder hinzulegen. Es dürfte so ca. 5.10 Uhr
gewesen sein.
Als ich im Bett lag, spürte ich, dass ich mal wieder viel zu wach war. Ich hätte
eigentlich gleich aufbleiben können. Weder gelang es mir, direkt in einen
Traum zu springen, noch einfach einzuschlafen, um mich dann irgendwann in
einem Traum luzide wiederzufinden. So lag ich ziemlich unruhig im Bett
herum und das dauerte sicherlich bis 6.30 Uhr. Plötzlich sprang ich aus
meinem Körper hinaus und befand mich in einer mir fremden Diele einer
Wohnung. Dabei dachte ich noch: “Oh, jetzt hat es ja doch endlich geklappt,
dass mein Körper eingeschlafen ist.” Ich erkannte sofort Peter wieder, mein
Mitbewohner in dieser Realität, in der ich mich schon früher einmal befunden
hatte. Er lief hektisch hin und her und packte gerade eine große Reisetasche.
Ich riss derweil meine Hände vors Gesicht und überprüfte meine Klarheit in
diesem Traum. Zwar war ich luzide, aber die Klarheit ließ noch zu wünschen
übrig. Trotz einiger Tricks klappte es nicht, die Klarheit zu verstärken. Also
wollte ich den Traum nicht aktiv beeinflussen und im Fluss des
Traumgeschehens bleiben, in der Hoffnung, er würde noch klarer werden. So
schaute ich Peter zu, wie er die Tasche packte.
“Mensch, jetzt muss ich mich aber beeilen.”
Ich überlegte, ob ich ihn fragen sollte, wo es denn wohl hinginge, aber ich
dachte mir, das wäre sehr auffällig, denn sicherlich hatte er es dem Jonathan,
der in dieser Realität lebte, bereits mitgeteilt.
“Soll ich dir helfen?”, fragte ich.
“Nein, nein. Ist schon okay.”
Irgendwie langweilte es mich aber trotz alledem, ihm einfach nur
zuzuschauen und auf mehr Klarheit zu warten. Also fing ich wieder an, mich
in Psychokinese zu üben. Eigentlich ist Psychokinese, d.h. das Bewegen von
Gegenständen mittels psychischer Kraft, eine der Fähigkeiten, die man im
Alltag nicht unbedingt braucht. Was bringt es, ein Glas zu bewegen, wenn
man doch mit der Hand danach greifen und es aufnehmen kann? Trotzdem
finde ich es eine interessante Fähigkeit, weil sie noch andere Möglichkeiten
bietet, wenn man ausführlicher darüber nachdenkt. Sicherlich erinnert sich
jeder an Darth Vader aus Star Wars. Wie er mit seiner Gedankenkraft andere
in seinem Umfeld die Luft zuschnüren konnte, in dem er es nur wollte. Das ist
jetzt ein schlechtes Beispiel, aber ich nehme es, weil diese Filmreihe den
meisten Menschen bekannt ist. Psychokinese kann man also nicht nur zum
Angriff, sondern auch zur Verteidigung nutzen. Außerdem ist es gut, es in
Diskussionen mit Menschen zu verwenden, die an solche Dinge nicht glauben.
Wie viele nutzlose Diskussionen mit Zweiflern hat es schon gegeben, die einen
nur bemitleidend angegrinst haben, weil sie an solche parapsychologischen
Dinge nicht glauben? Eine Demonstration psychokinetischer Kraft wäre doch
ein schlagender Beweis in einer solchen Diskussion. Natürlich gibt es schon
einige Menschen, die Psychokinese können, aber wer kennt schon jemanden
persönlich und dann noch jemanden, bei dem man ganz sicher sein kann, dass
er nicht nur einen Zaubertrick im Zaubererladen gekauft hat? Also dachte ich
mir in diesem Traum, ich übe mich erneut in Psychokinese.
Auf dem Boden lag eine Sockenkugel. Ich nahm meine rechte Hand und
konzentrierte mich auf sie. Anfangs wollte es nicht funktionieren, aber nach
einer halben Minute klappte es. Sie bewegte sich. Mit purer Konzentration
bewegte ich die Sockenkugel quer durchs Zimmer. Plötzlich schrie Peter:
“Hey, lass den Unsinn! Ich brauch die Socken! Die will ich mitnehmen.”
Wir lachten, weil er hinter der Kugel herlief und ich sie immer wieder quer
durchs Zimmer rollen ließ. Irgendwann hatte er die Socken erwischt und sie
schnell in seine Tasche gepackt. Doch standen auch noch einige Gegenstände
auf einem Schränkchen herum. Eine Kerze, eine Schale und anderes Zeug,
was ebenso auf derartigen Schränkchen herumsteht. Ein Gegenstand nach
dem anderen holte ich psychokinetisch dort herunter und ließ sie Raum
umherfliegen. Das funktionierte schon einmal sehr gut.
Dann erwachte ich aus dem Traum. Kurz darauf konzentrierte ich mich
wieder und landete exakt in der gleichen Realität. Peter war immer noch mit
dem Packen beschäftigt und mittlerweile war eine Frau gekommen. Ich
glaube, es war seine Mutter. Während die Frau ihm half, übte ich mich
wieder in Psychokinese. Dazu holte ich wieder einige Gegenstände vom
Schrank herunter und schaute zu, wie die anderen darauf reagierten.
Ein Blick zu Peter und seiner Mutter verriet mir, dass sie das nicht
wahrnehmen konnten, aber das mit der Sockenkugel hatte Peter zuvor schon
wahrgenommen. Die Socken waren auch in seinem Fokus, da er sie benötigte.
Aus dem Grund hat er es wahrscheinlich registriert, dass ich sie mental
bewegt hatte. Natürlich stellt sich an dieser Stelle die Frage: Wie hat er das
wahrgenommen? Hat er einfach nur gesehen, wie die Kugel durch den Raum
rollte, weil er vielleicht meinte, ich hätte sie mit dem Fuß angekickt oder war
ihm durchaus klar, dass ich hier eine geistige Fähigkeit dafür angewendet
hatte? Diese Fragestellung war bereits Teil meines Unterrichts für mich
selbst. Die Kraft der Psychokinese ist nicht Teil unseres normalen Alltags.
Der Verstand eines Menschen ist so aufgebaut, dass er für alles eine rationale
Erklärung sucht. Das ist sein Job. Und der Verstand wird auch dann eine
rationale Erklärung suchen, wenn es in seltenen Fällen einfach mal keine
gibt. Daher konnte ich mir ebenso gut vorstellen, dass Peter gemeint hatte,
ich hätte die Sockenkugel mit dem Fuß angestoßen oder einfach einen Faden
daran gebunden und sie umherbewegt. In einem Traum geschieht nichts
anderes. Man läuft im Traum umher und sieht plötzlich ein Auto, das sich in
ein Boot verwandelt. Normalerweise müsste man sofort erkennen, dass man
träumt. Doch was geschieht anstelle dessen? Der Verstand mischt sich ein
und sagt: “Ach, das ist ja diese neue Erfindung, wo sich das Auto in ein Boot
verwandeln kann. Dieses Amphibienfahrzeug.” Der Verstand mischt sich also
ein, übernimmt die Regie und verhindert die Erkenntnis, dass man sich in
einem Traum befindet. Der Verstand zweifelt gerne, aber er zweifelt niemals
an sich selbst! Das ist seine Aufgabe und genau das ist der Faktor, weshalb
u.a. Psychokinese, das luzide Träumen, Astralreisen und sonstige Fähigkeiten
dieser Art nicht Teil unseres Alltages sind.
Ich teste es noch eine Weile aus, Gegenstände umher zu bewegen.
Irgendwann stand Peter dann leicht irritiert neben mir.
“Irgendwie glaube ich, dass es hier spukt,” meinte er ganz trocken.
“Das denke ich auch”, entgegnete ich breit grinsend.
“Wie kann das?”
“Das ist alles nur ein Traum. Das ist alles.”
Er schaute mich kurz verwirrt an, aber die Botschaft kam nicht wirklich bei
ihm an. Sein Verstand hatte schon längst wieder die Führung übernommen
und irgendeine Erklärung gefunden, für das, was hier vorgefallen war…
Irgendwann erwachte ich erneut. Ich blieb einige Minuten wach und
konzentrierte mich wieder. Nur wenige Augenblicke später sprang ich in den
klarsten Traum hinein, den ich in diesem Jahr erlebt hatte. Es war ein High-
Level-Klartraum. Die Klarheit ist hierbei extrem stark und mindestens genau
so intensiv und deutlich wie die Wahrnehmung im Alltag. Ich befand mich in
einer mir fremden Küche. Jeder Gegenstand besaß eine unglaubliche Klarheit
und Präsenz. Die Hängeschränke, die Anrichte, die Wand, die
Küchenutensilien waren so deutlich und plastisch, dass ich trotz meiner vielen
Erfahrungen dieser Art wieder einmal völlig überrascht davon war. Es ist mit
einem guten Essen zu vergleichen. In der Erinnerung ist man dann nicht mehr
sicher, ob es wirklich so beeindruckend war, aber wenn man es dann wieder
probiert, ist man erneut begeistert. Dann fiel ein großer, weißer Kühlschrank
in meinen Blick. An seiner Tür hingen lauter kleine Zettelchen, Fotos und
andere Dinge. Ich dachte mir, dass ich den erst einmal genauer betrachte.
Vielleicht fand ich auf den Zetteln eine Datumsangabe, einen Hinweis darauf,
in welcher Realität ich mich hier befand. Orientierung ist nun einmal wichtig,
um zu sehen, wo man gelandet ist.
Auf einem der Zettel stand eine Notiz vom 28. August 2008. Auf einem
anderen sah ich etwas über eine Weihnachtsplanung. Somit konnte ich schon
in etwa einschätzen, dass ich nicht nur in einer Parallelrealität gelandet,
sondern auch zeitlich um einige Jahre verschoben worden war. Ich ließ den
Blick schweifen. Es war noch nicht einmal notwendig, auf meine Hände zu
schauen, weil diese Realität so unglaublich deutlich war. Deutlicher konnte
ich sie einfach nicht hinbekommen. Dann entdeckte ich eine Freundin, die mit
dem Rücken zu mir vor einer Spüle stand und sich um das Geschirr
kümmerte. Sie drehte sich um und schaute mich kaum dabei an:
“Schön, dass du hier bist. Möchtest du was trinken? Kaffee?”
“Nein, danke”, antwortete ich. Immerhin benötigte ich hier keinen Kaffee.
“Willst du mir denn jetzt am Wochenende ein wenig helfen?”, fragte sie und
räumte nebenher ein wenig in der Küche auf.
Es war eine sehr reale Szene, so wie sie im Alltag tagtäglich tausend Male
vorkommt. Ich hatte es also geschafft, mein Bewusstsein in eine andere
Realität zu transportieren. Jetzt lag es an mir, diesen Traum so lang wie
möglich in die Länge zu ziehen und diese Klarheit beizubehalten. Einfach
zusehen, was geschieht. Daran teilhaben, aber niemals die Klarheit verlieren
und Energie sammeln und sammeln.
“Und?”, fragte Tanja wieder.
“Was denn?”
“Ja, hilfst du jetzt oder nicht?”
“Äh, klar. Kein Problem. Wann geht es denn los?”
“Wir fangen am Samstagmorgen an. Ein paar andere kommen auch. Wir
werden dann das ganze Haus auf den Kopf stellen, das sag ich dir. Ich mach
auch ein paar Brötchen für uns. Das wird bestimmt lustig.”
“Oh, da freue ich mich schon drauf…”, sagte ich, auch wenn ich wusste, dass
ich diesen Samstagmorgen vermutlich niemals miterleben würde.
Die Möglichkeit, diese Realität wieder aufzusuchen, war ziemlich gering. Das
gelang mir nicht oft. Immerhin ist die Anzahl der existenten Parallelrealitäten
dermaßen groß, dass man schon einmal durch einen zufälligen Sprung kaum
zwei Mal die gleiche hintereinander besuchen wird. Es sei denn, man besitzt
eine Affinität der jeweiligen Realität gegenüber. Dann können einen Gefühle
schon wieder in die gleiche Realität transportieren. Eine weitere Möglichkeit
wäre, die gewünschte Realität im Alltag mit Suggestionen
vorzuprogrammieren, damit man hoffen konnte, in ihr zu landen. Doch in
diesem Fall wunderte ich mich schon die ganze Zeit, wieso ich gerade hier
gelandet war! Wieso war ich denn hier in der Küche einer Bekannten
gelandet, wenn der Traum doch eine so extreme Klarheit aufwies? Der
Zusammenhang ging mir nicht in den Kopf. Tanja interessierte sich noch
nicht einmal für solche Dinge… zumindest in meinem Alltag verhielt es sich
so. Vielleicht war es hier anders? Eventuell war sie hier eine Traumkünstlerin
bzw. eine Oneironautin?
Also startete ich meinen ersten Versuchsballon: “Und? Heute Nacht etwas
Spannendes geträumt?”
“Ach, Du schon wieder…”, meinte sie lachend. “Immer mit den Träumen
beschäftigt…”
“Hast du oder nicht?”, hakte ich nach.
“Heute Nacht? Nein, nichts, glaube ich. Kann mich nicht erinnern.”
Das war schon mal nichts. Wieso war ich also hier gelandet? Warum diese
Klarheit? Fragen, auf die ich keine Antwort finden konnte. So lief ich in der
Küche herum, unterhielt mich über Belangloses mit ihr und schaute mir alles
genau an. Mittlerweile kannte ich all die Gegenstände, die sich in dieser
Küche befanden. Fasziniert war ich von dem Radiowecker, der dort stand.
Wenn ich ihn drückte, zeigte er mir die Zeit und das Datum an. Es war 14.26
Uhr und der 22.12.2008. Kann es nicht in jeder Realität so ein Gerät geben?
Irgendwann erwachte ich wieder in meinem Bett. Wohl behalten
zurückgekehrt und wieder ein wenig Energie mitgebracht. Ich spürte, wie sich
die Energie schon zu transformieren begann. Die wollte ich doch gleich
nutzen, um noch weiter in die tieferen Schichten der Traumrealitäten zu
reisen. Weiter hinausgreifen in die fernen Welten.
Das Aufsuchen von fremden Realitäten in den tieferen Traumschichten ist
keine einfache Angelegenheit. Erst einmal muss man genügend Energien aus
den Träumen angesammelt haben und zweitens muss man irgendetwas
vorfinden, das einem dabei hilft, einen größeren Sprung zu unternehmen, der
zu einer solchen tieferen Realität führt. Man benötigt also einen kleinen
Schubs. Hierzu ist es möglich, innerhalb eines luziden Traumes eine Art
Passage oder Portal zu finden, dass einen in eine tiefere Traumrealität
befördert oder einen Späher. Letzteres ist ein Gegenstand oder ein Tier, das
ständig versucht, die Aufmerksamkeit eines Träumers zu erregen, indem es
fremdartig aussieht, sich häufig verwandelt oder wild in der Gegend
herumhüpft. Dabei muss man sich auf das Tier konzentrieren und sich
innerlich bereiterklären, ihm überall hin zu folgen. Dann wird man in eine
viel tiefere Traumrealität geführt.
Zu der ersten Variante erlebte ich einmal Folgendes:
“Das musst du dir unbedingt anschauen!”, hörte ich eine Stimme zu mir
sagen.
Ich schaute mich um. Ich war luzid. Mir war klar, dass ich eigentlich im Bett
lag und gerade direkt in diese Realität hineingesprungen war und mein
Bewusstsein erfolgreich mitgenommen hatte. Die Klarheit schwankte ein
wenig und ich schaute wieder auf meine Hände und konnte sie so
einigermaßen stabilisieren.
“Schau hier! Das ist die Karte…”
Offensichtlich befand ich mich in einer mir fremden Wohnung. Es war ein
Arbeitszimmer. Wir saßen an einem Schreibtisch auf Stühlen und er hatte
etwas aus seiner Aktentasche herausgeholt und auf dem Tisch ausgebreitet.
Ich wartete auf das Update, um zu wissen, wo ich hier überhaupt war, aber
viel kam nicht herein. Ich musste mich weiter “draußen” befinden. Dieser
Mann neben mir hieß Sascha. Ein sehr schlanker, großer Mann, mit dunklen
Haaren. Er trug eine Jeans und ein hellblaues Hemd. Kein Bart und keine
Brille. Da er so beschäftigt war, nahm er überhaupt nicht wahr, dass ich
gerade so mit mir beschäftigt war, um Orientierung zu finden. Ich entschloss
mich dazu, ihm zuzuhören.
“Hier sieh, das ist die Karte, von der ich dir erzählt hatte…”
Ich sah eine Karte, die er ausgebreitet hatte. Am rechten Rand stand in
großen, goldenen Buchstaben OZHEI. Im Weiteren erkannte ich eine Art
Insel, auf der mehrere Punkte eingezeichnet bzw. markiert waren.
“Das hier ist der magische Wald. Wenn wir den durchqueren können, dann
sind wir schon einen Schritt weiter. Das wird ein schöner Ausflug, kann ich
mir vorstellen. Hier kommen wir an einem gewaltigen Wasserfall vorbei. Er
ist so schön, dass dir Hören und Sehen vergeht! Und wenn wir diesen langen
Weg hier finden, dann sind wir genau richtig und bald da.”
“Was ist das hier links, wo du einen Blitz hingezeichnet hast?”
“Das ist eine kleine Gruppe von Menschen, die dort leben. Die sollten wir
besser ignorieren. Ich weiß nicht, ob sie uns wohl gesonnen sind.”
“Okay”, sagte ich und hörte weiter zu.
“Du willst bestimmt wissen, wo die Reise hingeht, oder?”
Ich nickte wild.
“Unser Ziel ist hier!”, dabei zeigte er auf den nördlichsten Bereich der Insel.
“Wenn wir hier ankommen, dann haben wir es geschafft.”
“Und… was gibt es dort?”
“Nimm mich nicht wieder auf den Arm! Das weißt du doch genau.”
Ich hätte es in diesem Moment trotzdem gern gewusst, aber ich vertraute
darauf, dass ich es im Laufe des Gesprächs sicherlich noch erfahren würde.
Dann kramte er aus seiner Tasche eine weitere Karte aus. Er breitete sie so
aus, dass sie Platz unter der anderen Karte fand.
“Und hier hast du die gefälschte Karte von P….”
Leider hatte ich den Namen nicht richtig verstehen können. Er klang ein
wenig fremdartig.
“Dieser Mann hat eine Fälschung angefertigt, damit niemand dieses Land
finden kann. Es gibt auch viele Fallen, in die man laufen kann und andere
gefährliche Punkte, die es zu meiden gilt.”
“Wieso macht dieser Typ das?”, fragte ich nach.
“Er will verwirren, Suchende in die Irre führen, die vielleicht von Ozhei
gehört haben und danach suchen.”
Ich verglich die beiden Karten und sah sehr deutlich die falschen
Markierungen. Auch war der Druck der Karte viel dicker und nicht so fein
ausgeprägt. Teilweise waren auch Dinge eingezeichnet, die an völlig anderen
Plätzen lagen. Wer nach dieser Karte gehen würde, würde einfach rein gar
nichts finden können.
Das Land Ozhei war für mich der Hinweis, dass ich es geschafft hatte, in die
Nähe einer entfernteren Realität zu kommen. Ich war zwar noch nicht dort,
aber zumindest schon einmal in der Nähe. Doch es gab einen
Wermutstropfen…
“Wann geht es denn los nach Ozhei?”, fragte ich.
“Ich weiß es nicht. Bald.”
“Ich würde gern so schnell wie möglich mit dir los. Zeig mir den Weg.”
“Ich kann dir höchstens das kommende Wochenende anbieten”, schlug er
vor.
“Welchen Tag haben wir denn heute?”
Das war wieder einer der Momente, in denen er mich seltsam anschaute. Ich
weiß nicht, was er in diesem Moment wohl dachte.
“Heute ist Montag.”
Das war eindeutig zu früh. Dies würde bedeuten, ich müsste noch einmal
zurückkehren oder die Zeit vorspulen. Ich spürte jedoch, dass ich die Zeit
nicht vorspulen konnte. Irgendwie hatte ich schon einen Teil meiner Luzidität
und Klarheit verloren. Der Traum verwandelte sich immer mehr in einen
normalen Trübtraum. Ich wollte schnell handeln… Dann fiel mir ein, dass es
sehr hilfreich ist, wenn man sich mit den Traumpersönlichkeiten, die man
trifft, verabredet. Dabei war ich mir nicht sicher, wie selbständig und
intelligent diese Traumpersönlichkeit namens Sascha ist und welche
Möglichkeiten sie besitzt, aber ich wollte es auf einen Versuch ankommen
lassen:
“Holst du mich ab?”
“Wie meinst du das?”
“Wenn es so weit ist, musst du mich unbedingt abholen, ja?”
“Klar, kann ich machen. Ich werde dich abholen und dann werden wir nach
Ozhei reisen…”
Dann hörte ich einen Schrei. Er sprang auf und rannte ins Bad. Ich ging ihm
hinterher. Dort spritzten sich zwei Kinder gegenseitig nass.
“Tut mir leid, ich dusche nebenbei noch die Kinder. Ich muss das hier eben
erledigen…”
Ich sah meine Felle davon schwimmen. Er hatte Kinder in dieser Realität.
Somit war er hier integriert und vermutlich verfügte er nicht über das
Bewusstsein einer weiter entwickelten Traumpersönlichkeit. Schade. Aus der
Verabredung würde vermutlich nichts werden. Er war nur eine Art Vorbote
der Realität Ozhei. Ich hoffte inständig, dass wenigstens diese eine
unabhängige Realität sein würde, eine, in der ich viel Energie vorfinden
würde. Falls ich jemals dorthin gelangen würde.
Dann lief ich in seinem Arbeitszimmer herum und suchte nach einem Späher.
Doch so sehr ich mich bemühte, ich konnte keinen finden. Langsam verlor ich
meine Luzidität völlig.
Sascha kam zurück und beugte sich wieder über die Karte. Plötzlich sah ich
eine kleine Spinne, die aus der Karte herauskrabbelte. Sie sprang mich an
und klebte an meinem Hemd.
“Die ist aber aufdringlich”, meinte ich.
Ich wischte sie weg. Sie fiel zu Boden und lief ein Stück weit weg. Plötzlich
verwandelte sie sich in eine Heuschrecke und hüpfte wild umher. Im nächsten
Moment war ich in meiner alten Wohnung. Ich wunderte mich über dieses
seltsame Tier, das sich so einfach verwandeln konnte, aber ich dachte in
meiner Unbewusstheit nicht daran, dass es ein Späher sein könnte.
Dann erwachte ich. Nun war ich viel zu wach, um mich noch auf weitere
Traumerfahrungen einzulassen. Ich schaute auf die Uhr. Es war 9.00 Uhr.
Zeit zum Aufstehen.
Es war interessant zu sehen, wie sich die Späher in das Traumgeschehen
einmischten, wenn man nicht mehr luzide ist. Sie scheinen dann häufiger
aufzutauchen, in der Hoffnung, meine Aufmerksamkeit einzufangen. Der
Übergang war für mich dieses Mal gut mitzuverfolgen. Der Späher war
einfach aus der Karte herausgekrabbelt, so, als hätte er sich in die Realität
gebeamt, in der ich mich gerade befand. Für ihn ist es ein Leichtes, die
Realitäten zu wechseln. Er ist wie ein Vorläufer, ein Wegweiser, der einen
mit in ferne Realitäten nehmen kann. Man muss nur seine volle
Aufmerksamkeit auf ihn richten und dann nimmt er einen mit…
Das Labyrinth von Penumbra

Die zweite Variante, in tiefere Schichten des Träumens einzudringen, gelang
mir, als ich das Labyrinth von Penumbra entdeckte. Es war definitiv eine der
intensivsten und hervorragendsten Erfahrungen, einmal in dieses Labyrinth zu
gelangen. Es war ein unfassbares und faszinierendes Gefühl, in diese Welt
einzutauchen. Hierbei handelte es sich um eine fremde und objektiv-existente
Realität, welche sozusagen die nächste ist, die man über das Träumen
erreichen kann. Sie war aufgebaut wie ein gewaltiger Bienenstock und so, wie
Bienen eben Honig sammeln, so sammelten die dortigen Bewohner pure
Energie. Das kann man auch überaus und in größtem Maße fühlen, wenn man
das Labyrinth betritt. Als ich das erste Mal mit diesem Labyrinth in Kontakt
kam, geschah Folgendes:
Als ich mit dem luziden Träumen begann, habe ich immer wieder versucht,
noch luzider und noch gewandter in dieser außerordentlichen Fähigkeit zu
werden. Einer der intensivsten und genialsten Erfahrungen erlebte ich, als ich
das Labyrinth von Penumbra entdeckte. Es ist ein unfassbares und
faszinierendes Gefühl, in diese Welt einzutauchen. Hierbei handelt es sich um
eine fremde und objektive Realität, welche sozusagen die nächste ist, die man
über das Träumen erreichen kann. Sie ist aufgebaut wie ein gewaltiger
Bienenstock und so, wie Bienen eben Honig sammeln, so sammeln die
dortigen Bewohner pure Energie. Das kann man auch überaus und in größtem
Maße fühlen, wenn man das Labyrinth betritt. Als ich das erste Mal mit
diesem Labyrinth in Kontakt kam, das war…
Samstag 23. Juni 1990
Ich hatte mich am Samstagnachmittag hingelegt. In den Tagen zuvor war es
mir erstaunlicherweise gleich drei Mal gelungen, in den Nächten zuvor luzide
zu werden. Dies hatte mir eine Menge höchst spannender Erfahrungen und
viel Traumenergie eingebracht. Ich fühlte mich selten so energiegeladen und
hatte mir überlegt, wofür ich diese Energie im Alltag einsetzen könnte. Doch
ich war gesund, Geld war mir nicht wichtig und in der Liebe konnte ich mich
auch nicht beschweren. Es gab also nichts, was ich mir zu dieser Zeit akut
wünschte. Mir fiel also einfach nichts ein, daraufhin beschloss ich, die
gesammelte Energie so lange wie möglich in mir zu behalten, um sie für
weitere luzide Traumerfahrungen zu nutzen.
Am heutigen Nachmittag fühlte ich mich hervorragend und entschlossener
denn je, eine weitere luzide Traumerfahrung zu erleben. Ich schloss die
Jalousien, legte mich ins Bett, stopfte mir ein Paar Ohropax in die Ohren und
konzentrierte mich auf die vielen Pünktchen, die vor meinen geschlossenen
Augenlidern umhertanzten und lauschte gleichzeitig meinem
Bewusstseinsstrom. Sofort spürte ich aufgrund der bereits gesammelten
Energie die Leichtigkeit und Flexibilität meines Bewusstseins. Ich driftete
nicht in Gedanken ab oder wurde von irgendwelchen Gedankengängen
abgelenkt, sondern meine Konzentration und Absicht waren messerscharf. Als
ich irgendwann in der Meditation doch spürte, dass ich begann mit den
Gedanken ein wenig abzuschweifen, riss ich mich jedes Mal kompromisslos
zusammen. Mein Wille, meinen Körper zu verlassen, war durch die bisher
gesammelte Energie so stark, dass er seine volle Kraft entfalten konnte, ohne,
dass ich großartig eine Technik anwenden musste. Plötzlich und wie aus
heiterem Himmel öffnete sich vor meinen Augen eine Art Tunnel. Er wirkte
wie ein Schlauch und leuchtete in goldener Farbe. Im nächsten Moment
schoss ich mit einer unfassbaren Geschwindigkeit aus meinem Körper hinaus!
Bevor ich überhaupt richtig realisieren konnte, was hier geschah, raste ich
durch einen großen, goldenen Tunnel. Er besaß vielleicht einen Durchmesser
von ca. 10-20 Metern. Nach jeweils 20 Metern Strecke erblickte ich in diesem
Tunnel immer wieder Abteilungen bzw. Vertiefungen. Die ganze Atmosphäre
war statisch aufgeladen, als flöge ich durch ein Stromkabel. Alles knisterte
um mich her und brutzelte. Ich spürte eine überdeutliche Energie, die all
meine Akkus auflud. Es war berauschend und absolut faszinierend zugleich!
Es war eine völlig fremde Welt, unbegreiflich und ein komplettes Mysterium
für mich. Ich kam mir vor wie Kolumbus, der neues Land entdeckt hatte. Dies
war jedoch definitiv keine Welt, die von Menschen geschaffen worden war,
geschweige denn, könnte man hier welche erwarten!
Eigentlich wollte ich dann meinen Astralkörper ansprechen, da ich davon
ausging, ich befände mich in ihm, aber musste dabei feststellen, dass er nicht
auf meine Anfrage reagierte. Ich konnte meinen Astralkörper nicht
ansprechen. Es war mir unmöglich! Ich versuchte es wieder und wieder,
während ich bereits in den nächsten Tunnel jagte. Was immer ich tat, der
Astralkörper reagierte nicht.
Plötzlich vernahm ich eine kühle Frauenstimme in meinem Kopf, die mich
direkt an eine Ansage im Kaufhaus erinnerte: “Achtung! Die Instanz 004 ist
leider nicht erreichbar!”
Das war äußerst seltsam, denn ich konnte mir zuerst nicht vorstellen, was die
Instanz 004 hätte sein können. Dann fiel mir ein, dass ich mehrere
Traumtagebücher führe und das vierte dieser Bücher ist das, worin ich all
meine außerkörperlichen Erfahrungen hineinschrieb. Ich hatte diese sogar
nummeriert. Hatte diese Frauenstimme etwa das gemeint, dass ich hier in
diesem Labyrinth an goldenen Tunneln nicht auf den Astralkörper umschalten
konnte? Jedenfalls konnte ich mir keinen anderen Reim auf ihre Mitteilung
machen. Diese Stimme gehörte jedenfalls zu einer Person, die sich links
hinter mir befand und mich begleitete.
Und während wir immer weiter flogen, spürte ich eine unglaubliche Zunahme
meiner psychischen Energie. Nicht zehn Astralreisen in einer Nacht hätten so
viel Energie erzeugen können wie diese Hetzjagd durch dieses
Labyrinthsystem. Ich spürte diese Energie regelrecht durch mein komplettes
Wesen fließen und plötzlich schien mir alles möglich zu sein! Es war ein
richtig erhebendes und wundervolles Gefühl. Die weibliche Begleitung war
noch immer an meiner Seite und ich begann mir Sorgen zu machen. Meine
Versuche, aufzuwachen, gelangen mir nicht. Sobald ich beabsichtigte, meinen
physischen Körper im Geiste zu kontaktieren, war er unerreichbar. Somit gab
es für mich nur eine einzige Möglichkeit, nämlich den Ausgang aus diesem
Irrgarten zu finden!
So schoss ich weiter durch die vielen Tunnel, von denen einer wie der andere
aussah. Es gab immer wieder Kurven, in die ich hineinflog, dann ging es
wieder nach oben und dann mal nach unten. Manchmal entdeckte ich sogar
goldene Schriftzeichen an den Wänden. Sie waren in einer mir unbekannten
Schrift verfasst, die mir wie Glyphen erschienen. Mich überkam immer mehr
eine unglaublich intensive Faszination, da alles so interessant und spannend
erschien. Ich ertappte mich dabei, wie ich überlegte, diese Tunnel näher zu
erforschen und herauszufinden, was es mit dieser seltsamen Welt auf sich
hatte. Ja richtig, es war eine Welt, das konnte ich deutlich spüren. Sie musste
riesig sein. Für einen Moment gewann ich den Eindruck, als gäbe es hier
Wesen, die ununterbrochen Energie sammelten, wie eine riesige Tankstelle.
Es kamen Assoziationen zu einem Bienenstock in mir auf. Als würden die
Bewohner dieser Welt Energie sammeln, als wäre es purester Honig. Nur war
vom Imker weit und breit nichts zu sehen. An meiner Seite spürte ich zwar die
Frau, aber sie schien momentan zu schweigen.
Irgendwann, es waren gefühlte Stunden, auf der Suche nach dem Ausgang,
entdeckte ich ihn endlich! Plötzlich war einer der Tunnel zu Ende und ich
schoss regelrecht aus ihm heraus.
Zuerst nahm ich eine große Wiese wahr, einen Zaun und daraufhin ein
Mehrfamilien-Haus. Es war dunkel und ich konnte alles nur schemenhaft
erkennen. Nun versuchte ich wieder, meinen physischen Körper anzusprechen
und er reagierte sofort! Wenige Sekunden später lag ich wieder in meinem
Bett. Ich hatte es nach gefühlten Stunden geschafft, dieses Labyrinth zu
verlassen!
Als ich mich in meinem Bett erhob und aufstand, die Jalousien öffnete und
aus dem Fenster schaute, besaß ich eine unfassbare, klare Wahrnehmung wie
noch nie in meinem Leben zuvor! Alles war so übertrieben deutlich und
scharf. Die Realität wirkte flüssig, leicht instabil, aber dennoch sicher und
nicht irritierend. Mein Selbstbewusstsein war dermaßen stark, dass ich mich
kaum wiedererkannte. Auch spürte ich in mir eine Energie, die so intensiv
war, dass ich in meinem Apartment nicht anders konnte, als dauernd im
Zimmer auf und ab zu laufen. Meine Hände fühlten sich an, als steckte in
ihnen eine unglaubliche Macht und Energie, mit der ich alles bewirken
konnte, was ich wollte. Ich war nahezu sicher, dass ich augenblicklich hätte
Bäume ausreißen können, wenn ich es nur versucht hätte. Das war ein
unvergesslicher Moment und ebenso ein unvergessliches Erlebnis.
Ich versuchte noch häufiger, wieder in diesen Zustand zu gelangen, aber es
gelang mir einfach nicht mehr. Ich hielt das Ganze für einen luziden Traum
der besonderen Art. Doch konnte ich mir einfach nicht erklären, was es mit
diesem Tunnel-Labyrinth auf sich haben könnte. Ich konnte durch Kontakte
in meinen Träumen in Erfahrung bringen, dass es das Labyrinth von
Penumbra genannt wird. Eine objektiv-existente Traumwelt, die erste, die
jenseits aller menschlichen Träume existiert.
Erst vier Jahre später sollte ich mehr darüber erfahren, denn ich las in einem
Buch von Carlos Castaneda, mit dem Titel “Die Kunst des Träumens”, fast
die identische Erfahrung. Castaneda beschrieb ebenso dieses Labyrinth mit
seinen goldenen Tunnel, die Schriftzeichen und die knisternde und so deutlich
spürbare Energie. Seinen Aussagen zufolge lebten in dieser Welt so genannte
anorganische Wesen. Sie hatten ihre Welt abgeriegelt, damit niemand
hineinkam, den sie nicht auch eingeladen hatten. Eine solche Einladung
erhielt man seinem Wissen nach nur durch Späher. Dabei handelt es sich um
energetisch geladene Gegenstände oder Tiere, die die Aufmerksamkeit eines
Träumers einzufangen versuchen. Wenn er sie entdeckt, kann er ihnen folgen
und sie leiten ihn in das Labyrinth hinein. Dort angekommen, wird er
umhergeführt und ihm das Angebot unterbreitet, in dieser Welt für sie zu
arbeiten. Im Gegenzug erhält er Unmengen an Energie und kann dort für viele
Millionen Jahre leben. Castaneda beschrieb, wie fasziniert er von dieser Welt
war und ich konnte es ihm absolut nachfühlen.
Verwirrt hatte mich allein die Aussage, dass es nur denen gelänge, in diese
Welt zu kommen, die dazu von einem Späher eingeladen wurden. Ich wurde
jedoch von keinem Späher eingeladen. Mir war es einfach so gelungen, in
diese Tunnelwelt einzudringen. Auch konnte ich wieder aus dieser Welt
austreten, nachdem ich einen Ausgang entdeckt hatte. Dies widersprach der
Erfahrung, die Castaneda in seinem Buch beschrieb. Dies verleitete mich zu
glauben, dass mein Erlebnis vielleicht eine Erinnerung gewesen war, d.h. dass
ich vielleicht vor langer Zeit mal in diesem Labyrinth gewesen bin, aber mich
jetzt erst daran erinnerte. Ich hatte darum vielleicht die Sequenzen
übersprungen, in denen ich auf den Späher traf und wie exakt ich von dort aus
wieder hinausgelangte. Ich konnte diesen Widerspruch bis dato leider nicht
wirklich auflösen.
Im Weiteren berichtete Castaneda, dass er nach seiner Erfahrung in dem
Labyrinth ständig einen Traumbotschafter in seinem Kopf hören konnte, der
ihn über diese Erfahrung hinaus sogar im Alltag darüber beriet, wie er am
besten Energie sparen könnte. Mit dieser aufgesparten Energie konnte er dann
viel leichter in das Labyrinth zurückkehren oder seine persönlichen Ziele
einfacher erreichen. In meinem Fall nahm ich diesen Traumbotschafter als
eine kühle Frau wahr, aber nur innerhalb des Labyrinths. In meinem Alltag
konnte ich ihre Stimme überhaupt nicht vernehmen. Ich muss zugeben, dass
ich es sogar einige Male versucht hatte, die Traumbotschafterin in meinem
Kopf anzusprechen, aber es gab keine Reaktion. Folglich gab es durchaus
einige Widersprüche oder Unstimmigkeiten im Vergleich zu Castanedas
Erfahrung, aber trotz alledem war es für mich damals absolut verblüffend,
dass ich in seinem Buch meine Erfahrung wiederfinden konnte und von
jemand anderem ebenso erlebt wurde, von der ich jedoch geglaubt hatte, es
sei nur “mein” persönlicher, luzider Traum gewesen. Es war mir also
tatsächlich gelungen, eine ferne Traumwelt zu besuchen, die objektiv
existierte und von anderen Träumern ebenso betreten werden konnte und
kann. Und genau hier liegt der große Knackpunkt an dieser Erfahrung: Es ist
eine unabhängig existierende Realität, die jeder Träumer besuchen, sich mit
unglaublichen Mengen an Energien füllen und dann wieder in den Alltag
zurückkehren kann! Mit einer solchen Energie ist eigentlich alles möglich,
was man sich nahezu vorstellen kann. Man kann damit einfacher und
spielerischer seine eigene Realität erschaffen, wie man sie gern haben
möchte. Es ist möglich, diese Energie in seine Arbeit oder Kunst
einzubringen, um noch perfekter und besser zu werden. Auch dürfte es
möglich sein, mit dieser enormen Energie, Krankheiten zu heilen oder
parapsychologische Fähigkeiten in sich zu erwecken.
Doch das Labyrinth von Penumbra ist nicht einfach zu erreichen. Sogar
Gefahren gibt es, zumindest laut Castaneda, da er in seinem Buch behauptete,
dass diese anorganischen Wesen daran interessiert seien, den Träumer
dortzubehalten. Glücklicherweise existiert in dieser Realität das Wort, d.h.
wenn der Träumer verspricht, dort bleiben zu wollen, dann muss er auch dort
bleiben. Wie Castaneda erklärt, ist diesen Bewohnern des Labyrinths das
Wort extrem wichtig. Sie kennen keine Lügen oder das Vorspielen falscher
Tatsachen. Sie sind aufrichtige und interessierte Händler. Von daher sollte
man also vorsichtig sein, was man sich bei seiner Anwesenheit in diesem
Labyrinth wünscht. Lügen haben keine Kraft im Geist und existieren dort
nicht, darum wird man stets beim Wort genommen. Wenn jemand selbst nur
aus Spaß ausriefe, er wolle gern dort bleiben, dann würde er auch dort
bleiben. Man wird also definitiv beim Wort genommen. Es ist wie die
Besiegelung eines Paktes.
Reinkarnationsträume

Im Falle der Reinkarnationsträume erfährt man in der Nacht Erlebnisse, die
sich in anderen Zeitepochen abspielen. Vielleicht befindet man sich im
Mittelalter oder der französischen Revolution, manchmal in einem der beiden
Weltkriege oder in einem anderen Land zu irgendeiner anderen Zeit nur nicht
innerhalb des gewohnten Alltags. Solche Träume fallen sehr schnell auf und
äußern sich auf unterschiedliche Weisen.
Ich öffnete meine Augen. Es war schon hell draußen und neben mir erblickte
ich einen Mann. Ich schaute ihn mir genau an. Er war sehr breit gebaut und
besaß einen riesigen Kopf. Mit Sicherheit war er zwei Meter groß. Eine Hand
lugte unter einer hässlichen, dunkelbraunen Decke hervor. Sie wirkte
gewaltig groß. Dieser Koloss von Mann war mein Bruder. Ich spürte, wie ich
immer einfacher und einfacher dachte. Es war so, als verlöre ich mein
komplexes Denken, je mehr ich mich mit dem Traum identifizierte. Wenige
Sekunden später fühlte ich mich wie Forrest Gump. Einfach, direkt,
unkompliziert, naiv und völlig unwissend.
Ich richtete mich auf und schaute mich um. Da schoss mir die Erkenntnis
über den Ort, wo ich mich befand, wie ein Blitz ins Bewusstsein: Ich war in
einer Psychiatrie! Eingesperrt. Keine Hoffnung darauf, in den nächsten
Jahren hier herauszukommen.
Mein Bruder legte die Decke zur Seite.
“Wo willst du hin?”, fragte ich ihn.
“Weg!”
“Wie, weg? Wo willst du hin?”
“Ärger machen”, sagte er mit knappen Worten.
Nun stand er vor der alten Pritsche. Er trug die gleiche Kleidung wie ich. Sie
war grau und ähnelte einem unsauberen, steif gewaschenen Pyjama aus
grobem Stoff. Auf der rechten Brustseite befand sich eine Tasche.
Ich war bei weitem nicht so breit und stark gebaut wie mein Bruder. Ich war
eher ein schmächtiger Typ. Eigentlich war ich mir nicht einmal sicher, ob wir
beide vom selben Vater gezeugt wurden, aber das waren Fragen, die ich mir
niemals gestellt hatte.
“Bleib hier!, bat ich ihn.
“Nein, ich muss! Ich muss nach vorne an die Pforte gehen und Ärger
machen.”
“Was soll der Mist? Du weißt, dass du dann auch wieder Ärger kriegst!
Vielleicht sperrt man dich in Einzelhaft oder du kriegst Elektroschocks. Willst
du das?”
“Lass mich! Ich mach das jetzt. Du weißt, dass ich das machen muss…”
“Aber ich versteh nicht, wieso! Du musst das doch gar nicht machen. Warum
willst du Probleme kriegen? Lass es doch einfach. Tu es nicht.”
Er schaute mich mit seinen großen Augen an: “Ich geh jetzt. Es muss sein.
Das weißt du.”
Ich wusste es aber nicht und hatte nicht die leiseste Ahnung, wieso er so
besessen davon war, sich mit den Pflegern und Ärzten anzulegen.
Kurz darauf verließ er den Schlafraum. Auch einige andere Insassen schauten
ihm gespannt hinterher. Wenige Sekunden später hörten wir etwas im Gang
poltern und laute Rufe. Es schien so, als hätte mein Bruder irgendwas
zerbrochen oder jemanden gepackt und ihn gegen das Mobiliar geschleudert.
Dann erwachte ich in meinem Bett. In diesem Traum war ich in einer
Psychiatrie eingesperrt. Den Grund dafür kannte ich leider nicht. Doch
verhielt es sich so, dass es aus meiner gegenwärtigen Perspektive eine sehr
alte Psychiatrie gewesen sein muss. Vermutlich wurde dort auch noch mit
Elektroschocks gearbeitet.
Ein Mensch, der sein Gedächtnis verlieren würde, wäre mit Sicherheit
zumindest teilweise ein anderer Mensch. Selbst der größte Bösewicht könnte
eventuell sogar ein guter Held werden, wenn er plötzlich keinen Zugriff mehr
auf seine Erinnerungen besäße. Von Grund auf ist jeder Mensch gut. Die
Lebenserfahrungen und die ständigen Erinnerungen daran machen ihn zu
dem, was er ist und wird.
Weitere Traumerfahrungen dieser Art können weit in die Vergangenheit
reichen. In solchen Träumen befand ich mich manchmal im frühen Mittelalter
oder alten Ägypten:
Die wüstenähnliche Umgebung und die sengende Hitze schienen die einzigen
Zeugen unseres Vorhabens zu sein. Die aus Sandstein errichteten Mauern
waren für unsere Spione nur schwer zu erklimmen gewesen.
Wir standen mit 50 Mann vor den Toren der Stadt. Jeden Moment sollten
unsere Spione die Tore öffnen und wir würden hineinstürmen. Ich hielt meine
Lanze fest in der Hand und wir warteten auf den rechten Moment, die Stadt zu
stürmen. Dann geschah es! Die Tore öffneten sich und schreiend liefen wir
ins Innere…
Dort erwartete uns jedoch eine Überzahl an Gegnern. Es handelte sich um
mehrere hundert Männer, bewaffnet mit Schwertern, Lanzen und Bögen. Sie
hatten sich überwiegend auf dem Platz aufgebaut und eine starke Front gegen
uns gebildet. Viele der Männer, die mit mir gingen, waren nun verunsichert.
Doch ich war voller Vorfreude auf den Kampf.
Als Erster rannte ich auf den Feind zu und schleuderte meine Lanze über
meinem Kopf und erwischte gleich mehrere feindliche Männer. Sie fielen zu
Boden. So schlug ich eine Presche in die feindliche Reihe. Schützend hielten
sie ihre Schilder hoch und versuchten meine Stöße und Schläge abzuwehren.
Meine Männer erfreuten sich an meinem Mut und schlossen sich mir an.
Immer mehr lichteten sich die feindlichen Reihen und einige von ihnen flohen
bereits aus der Stadt. Ich wusste, die Stadt würde in nur wenigen Minuten
eingenommen sein.
Einige Augenblicke später fand ich mich in meinem Bett wieder. Wie es
schien, handelte es sich hier um ein Leben in der Wüste in Südostasien.
Vielleicht bei den Nomaden oder Assassinen. Ich war mir nicht sicher, da
meine Kenntnisse in Geschichte doch zu wünschen übrig lassen. Jedenfalls
schien es mir so, als war es geplant, die Stadt einzunehmen und sie in unsere
Gewalt zu bringen. Mein Umgang mit der Lanze, nicht im Werfen derselben,
sondern vielmehr als Schlag- und Stichwaffe, schien sehr gut ausgeprägt
gewesen zu sein. Ich erinnerte mich sofort daran, dass ich schon einige Male
von einer wüstenähnlichen Umgebung geträumt hatte, in der ich anscheinend
zu einer Gruppe von Männern gehört hatte, die in politische und strategische
Vorgehensweisen verstrickt war.
Die nächste Traumerfahrung spielte in einem Gefangenenlager eines Regimes:

Ich befand mich in einem Gefangenenlager. Zuerst dachte ich, dass es das
gleiche Lager war, so wie in einem Traum vor einigen Monaten, aber das war
nicht der Fall. Dieses Mal war es ein anderes Lager mit einem anderen
Kommandanten…
Ich weiß noch, dass das Regime kurz vor dem Zusammenbruch war. Wir
hatten es geschafft, die Anhänger des Regimes an vielen Stellen zu besiegen.
In meiner Zuversicht war ich jedoch dermaßen begeistert, dass ich mit an der
Front gegen die verbliebenen Gruppen kämpfte und dabei dummerweise
gefangen genommen wurde. Man warf mich in eine Zelle, in der sich bereits
einige andere Gefangene befanden. Sie waren schon länger in diesem
Gefängnis. Politische Gefangene. Sie erzählten mir, dass politische
Gefangene hier nicht besonders gut behandelt würden. Doch mein
Auftauchen in diesem Gefängnis mit den frohen Botschaften, dass das Regime
in Kürze gestürzt werde, erfüllte die Gefangenen mit Hoffnung und neuem
Optimismus. Sobald das Regime gestürzt worden sei, würden sie wieder
befreit werden. Schnell entwickelte ich mich in dem Gefängnis zur Leitfigur
ihrer Hoffnungen, Wünsche und Aussicht auf Freiheit. Genau das gefiel dem
Kommandanten des Gefängnisses überhaupt nicht. Er wollte mich brechen
und den anderen Gefangenen zeigen, dass ich keine Leitfigur und
Hoffnungsträger bin, sondern gelogen hatte und mich nur wichtig tun wollte.
Er ließ mich immer wieder zu sich rufen und hatte die rücksichtslosesten
Dinge mit mir angestellt. In einer Szene zog er mir mit einer Zange ein paar
gesunde Backenzähne heraus. Ein anderes Mal hielten mich wieder seine
Untergebenen fest und haben Karatetritte an mir geübt und mit Begeisterung
meinen Kopf als Ziel benutzt.
In der Nacht wurde ich immer wieder wach und dachte über diese grausamen
Folterszenen nach, die man mit mir angestellt hatte. Dann bin ich wieder
eingeschlafen und erneut in diesem Gefängnis gelandet und es ging weiter mit
den Foltern. Ich war sicherlich an die oder vier Mal erwacht und erneut in
dieses Gefängnis eingestiegen. Die Foltereien besaßen einen Vorteil, auch
wenn sie grausam und unangenehm waren: Sie halfen mir meiner Situation,
bewusst zu werden. Irgendwann wurde ich in dem Traum luzide und wusste,
dass ich träumte. In diesem Moment konnte ich die Folterungen sofort
beenden. Ich war sogar in der Lage, das Traumgeschehen vor- oder
zurückzuspulen. Dabei war es mein Plan, zu einer Szene vorzuspulen, in
denen ich irgendwo ein wichtiges Schreiben oder eine Notiz finden könnte,
um nachher, wenn ich wieder erwachen würde, einen Hinweis hatte, in
welcher Zeit und in welchem Land ich mich dort befand. Der Plan war
einfach, wenn auch multidimensional gedacht. Wenn ich einen Hinweis auf
Ort und Zeit bekommen könnte, dann würde ich später recherchieren können,
wo ich hier überhaupt gefangen war.
Irgendwann fand ich auf dem Flur eine Art schwarzes Brett. Daran hingen
verschiedene Zettelchen. Dort suchte ich nach einem Hinweis auf eine
Regimentbezeichnung oder vielleicht ein Datum, doch alles, was ich fand,
war ein Zettel mit einer Parole. Ich dachte mir, dass ich mir einfach diese
Parole merke und später im Internet nachgucken könnte, wozu sie passte. Ich
prägte mir die Parole, die mir irgendwie serbisch erschien, gut ein und
verließ den Traum.
In meinem Bett, wohl behütet erwacht, dachte ich noch über die ganzen
Erinnerungen aus diesem anderen Leben nach. Der Kampf gegen das
Regime, meine Gefangennahme, die Folterungen, die Bewusstwerdung und
die Suche. Ich bin der Ansicht, dass dieser Aufenthalt in dem Gefängnis
vielleicht ein Jahr gedauert hat, bis das Regime zusammenfiel. Jedenfalls
habe ich dort – als Träumer – vielleicht nur einige Tage verbracht, die
vielleicht auch die emotionalsten gewesen waren. Über diese Gedanken bin
ich wieder eingeschlafen. Am anderen Morgen hatte ich noch die Erinnerung
an viele Szenen, aber dummerweise hatte ich die Parole vergessen. Auch als
erfahrener Träumer ist man vor solchen Fehlern nicht gefeit.
Doch unabhängig von Psychiatrien und Gefängnislagern habe ich auch als
Freiheitskämpfer so manche Befreiungsaktion unternommen. Diesbezüglich
gab es mitunter eine Traumerfahrung in Spanien. Leider konnte ich aufgrund
meiner dürftigen Geschichtskenntnisse keinen Hinweis entdecken, in welchem
Jahr dies gespielt haben mochte. Jedenfalls ist es nur wahrscheinlich, dass
man sich im Hinblick an Erlebnissen aus anderen Leben erst einmal nur an
die bewegendsten oder auch unangenehmsten Momente erinnert, da diese mit
Emotionen aufgeladen sind:
“Sie halten die Frauen und Kinder im Keller der Festung gefangen. Wir
fahren mit deinem Boot bis an die hintere Seite der Festung. Dort kenne ich
einen geheimen Zugang. Wir befreien die Gefangenen und hauen dann wieder
ab!”, sagte ich.
“Jaja, ich warte dann draußen auf euch.”
“Kann ich mich auch wirklich auf dich verlassen? Der Feind wird nicht
zögern, auf uns zu schießen.”
“Ich mach das schon!”, entgegnete mein Helfer hektisch und machte sein
Boot klar.
“Seit sich unser Volk untereinander bekämpft, hat niemand mehr eine ruhige
Minute. Was ist nur aus Spanien geworden? Es ist traurig.”
Mein Begleiter schaute in der Dunkelheit über das Wasser und das Boot
schaukelte uns leicht. Nun näherten wir uns der Festung von hinten. Ich
verließ das Boot und ging ins Wasser.
“Bis gleich. Wenn wir rauskommen, dann komm schnell mit deinem Boot,
damit wir alle einladen und verschwinden können.”
“Ja, gut”, sagte er und schaute sich immer wieder nervös um.
Leise schwamm ich zu dem verborgenen Hinterausgang. Dort verschaffte ich
mir Zugang und konnte die Gefangenen befreien. Es waren acht Frauen und
Kinder, die mich mit dankbaren Augen anschauten als ich sie aus ihrer Zelle
führte und nach oben brachte.
“Habt Dank”, flüsterte mir eine der Frauen zu und hielt ihr sechsjähriges
Kind fest an der Hand.
“Draußen wartet ein Boot. Schnell!”
Plötzlich hörten wir Rufe. Die Wachen hatten uns bemerkt. Wir rannten nach
draußen. Mein Begleiter saß in dem Boot, aber noch in einer Entfernung von
ungefähr 200 Metern. Die Kleinkinder würden diese Strecke nicht schaffen,
das Wasser war sehr tief. Wieso kam er denn nicht näher, so wie es
ausgemacht war?
“Wartet hier, ich hole das Boot.”
Ich sprang ins Wasser und schwamm zum Boot. Doch dann musste ich
erkennen, dass er das Boot wendete und floh. Er ließ uns einfach zurück.
Leider weiß ich nicht, was aus den Frauen und Kindern wurde, aber ich
wurde von den Wachen gefangen genommen. Sie führten mich zum Brigada,
einer der beiden Verfechter des Bürgerkrieges.
“Sieh mal einer an, unser Anarchist! Wir haben dich schon lange verfolgt und
nun haben wir auch dich gekriegt!”
Er holte ein langes Messer hervor und trat an mich heran. Ich erinnerte mich
noch sehr gut daran, dass wir uns schon einmal begegnet waren und es zu
einem Kampf gekommen war. Dabei hatte ich den Kampf gewonnen, weil ich
an ein Messer herankam und es ihm in den Oberschenkel gerammt hatte.
“Ich erinnere mich noch gut an unsere erste Begegnung”, meinte er. “Ich
denke, dass es an der Zeit ist, unsere Rechnung zu begleichen…”
Er setzte das Messer an meinen Oberschenkel und ich fühlte deutlich die
scharfe Klinge.
“Es ist wirklich traurig, wie sich unser Volk dermaßen teilen konnte und sich
untereinander bekämpft. Wir sind doch Brüder! Wir sollten in Liebe
miteinander umgehen und nicht mit Hass und Gewalt. Es waren doch nur
Frauen und Kinder, die ich retten wollte und keine Soldaten, die ich für
unseren Krieg gewinnen wollte. Sieh doch den Unterschied”, sagte ich zu
meiner Verteidigung.
Er zögerte. Dann nahm er die Klinge wortlos von meinem Bein fort: “Der
Major (?) wird bestimmt nicht so nachsichtig sein.”
Dann wurde ich zum Major geführt. Er war einer der bekanntesten und
rücksichtslosesten Verfechter des Krieges. Man hatte ihn vor dem Krieg
häufig mit seiner Frau gesehen, wie er durch die Kneipen zog. Oft war er
betrunken und sehr aggressiv gewesen. Er hatte immer wieder mal gern auf
andere eingeschlagen, nur um den Frauen zu imponieren. Und ich wusste,
dass er sich bis heute nicht geändert hatte. Kurz darauf stand ich dem Major
und seiner Frau gegenüber.
“Festbinden!”, befahl er kurz.
Ich wurde an einen Pfahl gebunden. Die Seile waren fest geschnürt und von
allein hätte ich mich niemals befreien können.
Langsam kam der Major auf mich zu und schaute mich verachtend an.
“Wen haben wir denn da? Es wurde Zeit, dass wir dich zu fassen kriegen.”
Er griff mir fest in mein langes, schwarzes, lockiges Haar und schaukelte
meinen Kopf hin und her.
“Was machen wir denn jetzt mit dir? Du bist mein Gefangener und ich kann
mit dir tun, was immer mir gefällt! Für dich werde ich mir etwas ganz
Besonderes ausdenken. Du wirst meine Leute nicht mehr gefährden. Damit ist
nun vorbei!”
Sein Griff schmerzte mich und er zerrte immer wieder an meinen Haaren und
drohte an, meinen Kopf mit aller Kraft gegen den Pfahl zu schlagen.
“Na? Soll ich deinen Kopf mal so richtig gegen den Pfahl schlagen?
Vielleicht macht dich das dann etwas klarer und du weißt, in welcher
Situation du dich befindest…”
Manchmal schlug er meinen Kopf schon leicht gegen den Pfahl, dass mein
Schädel etwas dröhnte. Sein harter Griff war mindestens genauso
schmerzvoll.
Seine Frau stand nur einige Meter entfernt und lachte. Er wusste, wie man
seine Zuschauer unterhielt. Ich wusste aber nicht, ob sie aus Angst vor ihm
lachte und den Spaß daran heuchelte oder ob es ihr wirklich gefiel. Um das
zu differenzieren, war ich einfach zu abgelenkt.
“Ich werde später wiederkommen und mich richtig um dich kümmern! Du
wirst schon sehen!”
Er ging mit ihr fort. Beide lachten noch über mich und das nächste Mal, so
konnte ich mir nun lebhaft vorstellen, würde er nicht so zimperlich sein und
mir richtig weh tun.
Dort hing ich nun an diesem Pfahl, festgebunden wie ein Hund. Ich zitterte
am ganzen Körper und war völlig entkräftet. Alles schmerzte und ich sehnte
mich nach Ruhe und Sicherheit. Was war nur aus den Gefangenen geworden?
Hatte man sie getötet oder wieder in die Zelle gesperrt? Wurden sie dafür
bestraft, dass sie einen Ausbruch versucht hatten? All diese Fragen quälten
mich.
Plötzlich kam die Mutter des Majors zu mir. Sie brachte mir etwas zum Essen
und half mir neue Kleidung anzuziehen. Offensichtlich hatte sie Mitleid mit
mir.
“Du wirst es schwer haben. Er hasst euch. Aber ich glaube, das hat alles
keinen Sinn. Spanien ist verloren. Sie bekämpfen sich untereinander und das
nur durch Manipulation und Machtgier von ein paar Männern. Das geht
nicht so weiter. Sag ihm nichts! Er wird mich sonst umbringen. Sein Herz ist
kalt.”
Eine Aussicht auf Flucht besaß ich nicht. Der Major wollte mich leiden sehen,
das war deutlich geworden, und sicherlich nicht nur einmal. Mein Schicksal
war bestimmt. Als Gefangener des Majors würde ich zwischen der Qual und
Fürsorge seiner Mutter hin- und hergerissen werden…
Dann erwachte ich in meinem Bett! Ich war überrascht von den vielen Details
dieser spanischen Erinnerung. Es schien, als besäße ich auch ein Selbst in
dieser Zeit, das in einem Bürgerkrieg verwickelt war. Ich recherchierte und
konnte herausfinden, dass in der Zeit von 1936 bis 1939 tatsächlich ein
spanischer Bürgerkrieg stattgefunden hatte. Dieser ging zugunsten der
Diktatur aus und die Demokraten wurden durch einen Putsch besiegt. Es hatte
noch jahrelange Kämpfe gegeben, in denen sich die Spanier gegenseitig
töteten. Die Diktatur hielt sich bis 1975. Doch konnte dies auch durchaus zu
Zeiten der Piraten gespielt haben, als sie sich mit den Spaniern
herumgeschlagen hatten.
Es war einfach nicht genau zu bestimmen, ob dies wirklich in dieser Zeit
gespielt hatte. Vielleicht war es auch ein früherer Krieg gewesen. Sicher kann
man sich in den Träumen nicht sein, da es schwer ist, innerhalb einer Szene
den Ort und die Zeit zu bestimmen, in der man sich gerade befindet. Doch
meine ich mich zu erinnern, dass mein Begleiter, der in der entscheidenden
Minute mit dem Boot geflohen war, einen Außenbordmotor bedient hatte.
Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass es hier um diesen Bürgerkrieg ging.
Interessanterweise ging ich die ganze Zeit über in dem Traum davon aus, dass
ich ein Mann war. Doch in der Szene als der Major in meine Haare gegriffen
hatte, fühlte ich mich wie eine Frau und seine Augen blickten nicht so, als
wäre ich ein Mann gewesen. Auch bin ich mir nicht sicher, ob er mich
Anarchist oder Demokrat genannt hatte. Es kann auch eine andere
Bezeichnung gewesen sein. Die Erinnerung an diese turbulente Sequenz gibt
mir leider keinen Aufschluss über den Ausgang der ganzen Situation, in der
“ich” mich dort befand.
Betrachte ich diesen Traum aus der bewusstseinserweiternden Perspektive, so
kann ich die Aussage des Majors “Vielleicht macht dich das dann etwas
klarer und du weißt, in welcher Situation du dich befindest.” als sehr wertvoll
betrachten, denn dies war einer der Momente, in denen ich hätte erkennen
können, dass ich träume. Albträume, Gefahren, Qualen, Verwunderung,
Abstraktes… das alles sind Momente, in denen man in einem Traum
erkennen kann, dass man träumt. Solche Begebenheiten werden in einem
Traum als “Traumzeichen” bezeichnet. Dies ist dann ein Zeichen, dass aus
dem Unbewussten (bzw. vom höheren Selbst) mit der Botschaft “Hallo! Du
träumst!” an mich gegeben wird. Manchmal sind die Traumzeichen sehr
offensichtlich, wenn sich ein Hund in eine Katze verwandelt oder wenn man
plötzlich erkennt, dass man kein Mann mehr ist, sondern eine Frau (oder
umgekehrt). Doch manchmal sind Traumzeichen auch subtiler und schwerer
zu bestimmen. Wie auch immer, das höhere Selbst (synonym.: die innere
Kraft, das innere Selbst, das Unbewusste) ist stets bemüht, ein wenig zu
helfen und sendet daher Traumzeichen zur Bewusstwerdung.
Doch ebenso können Reinkarnationsträume in der Zukunft spielen, auch
wenn dies anfangs ein wenig widersprüchlich klingt. Für das intelligente
Unbewusste bzw. das höhere Selbst sind sämtliche Leben gleichzeitig aktiv,
denn es ist von der Zeit unabhängig. So kann es beispielweise den Träumer in
einem Traum in der alltäglichen Gegenwart oder gar in der Zukunft
beobachten.
“Meine liebe Crew”, hörte ich aus einem Lautsprecher.
Ich drehte mich um und erkannte, dass ich mich in einem großen Raum
befand, sicherlich an die 50 qm groß. An der Wand vor mir befand sich ein
riesiger Bildschirm, sicherlich mehr als 100 Zoll groß. Darauf erblickte ich
einen Mann in einer Uniform. Er schien mir ein Vorgesetzter zu sein. Leider
kam im Moment kein Update herein und ich konnte nicht herausfinden, wo ich
mich hier gerade befand. Mit mir im Raum befanden sich noch drei weitere
Personen. Zwei Frauen und ein Mann. Wir trugen allesamt die gleiche
Uniform, ein khakifarbenes Oberteil und eine dunkle Hose.
“Wir befinden uns noch auf unserem Planeten, also haben Sie noch genügend
Zeit, sich an Bord umzusehen und sich von Ihrer Familie und Ihren Freunden
zu verabschieden. Seien Sie beim Abflug wieder rechtzeitig an Bord. Ich
wünsche Ihnen einen schönen Aufenthalt.”
Der Bildschirm schaltete sich ab. Ich schaute mich weiter um.
“Na endlich! Wir warten hier die ganze Zeit auf die große Ansprache und
dann ist es nur eine kurze Begrüßung. Ich geh noch ein wenig raus. Bis
nachher!”, sagte der Mann und ging.
“Warte, wir kommen mit”, sagten die beiden Frauen und sie verließen den
Raum.
Ich war allein. Nun, dann konnte ich mich ja jetzt ein wenig umsehen und mir
alles genau anschauen. Zuerst einmal muss ich herausfinden, wo ich mich
hier befinde. Ist es noch Planet Erde? Wenn ja, welche Stadt? Eins war
sicher, es war in der Zukunft! Und ich befand mich an Bord eines
Raumschiffs! Dieses Raumschiff konnte ich mir zwar gerade nicht von außen
ansehen, aber ich kam mir hier verdammt nochmal vor wie bei Star Trek!
Der Raum, oder sollte ich sagen Mannschaftsquartier, war für vier Personen
eingerichtet. Ich erkannte vier Betten in einem Nebenraum, den ich
problemlos einsehen konnte. Der Hauptraum mit dem riesigen Bildschirm
besaß vielmehr eine Wohnzimmer-Atmosphäre. Sehr gemütlich. Sogar eine
Couch stand hier. Ich warf mich auf die Couch und fand es sehr gemütlich.
Doch jetzt musste ich erst einmal herausfinden, wo ich hier war. Wenn ich
nachher wieder in meinem Bett erwachen würde, dann möchte ich einen
Anhaltspunkt haben. Zuerst einmal werde ich mich aber hier so lange wie
möglich halten.
Rechts von mir erblickte ich einen weiteren Bildschirm. Er besaß vielleicht 30
Zoll und war daher recht klein im Vergleich zu dem anderen. Links daneben
war ein Schreibtisch. An diesem Schreibtisch saß jemand! Ich hatte diese
Person völlig übersehen! Gut, dass ich mich unauffällig verhalten hatte und
hier nicht wild umher gesprungen war in dem Versuch, zu fliegen oder zurück
in meinen zweiten Körper zu springen.
Von hinten erkannte ich, dass es eine junge Frau mit schwarzen Haaren,
einer Pagenfrisur, war.
Ich räusperte mich.
“Was ist?”, hörte ich sie sagen, aber sie drehte sich nicht um.
“Ach, nichts”, antwortete ich und entdeckte kurz darauf eine Fernbedienung
neben mir.
Hm…, dachte ich, gar nicht so übel. Ich schalte einfach den Fernseher hier
ein und schaue mir die Kanäle an, vielleicht finde ich einen Hinweis auf den
Ort, an dem ich mich befand.
Also schnappte ich mir die Fernbedienung und schaltete den Fernseher ein.
Zuerst kam ein Symbol mit einem Schriftzug, irgendwas mit einem S am
Anfang und dann kamen die ersten Bilder. Am Fernsehprogramm hatte sich
in der Zukunft nichts geändert (ich hoffe, dass ich in diesem Bericht keine
Probleme mit der Grammatik bekomme). Shows, Musiksendungen, Filme usw.
Hier hatte sich nicht viel geändert. Nachrichten konnte ich keine finden,
vermutlich war gerade nicht die Uhrzeit dafür.
Dann drehte sich die Frau auf dem Schreibtischstuhl um.
“Hey, mach das Teil aus”!, meinte sie frech.
Nun gut, dachte ich mir, dann unterhalte ich mich ein wenig mit ihr.
“Du hast gerade gar nicht bei uns gestanden, um dir die Rede anzuhören”,
sagte ich.
“Wozu? Was will der mir schon sagen, was ich nicht schon weiß?”,
entgegnete sie.
Ihr Haarschnitt wirkte sehr französisch. Pagenschnitt, doch ohne einen scharf
umrissenen Pony wie die hübsche Französin aus “Die Welt der Amélie”. Ihr
Gesicht gefiel mir. Es wirkte ein wenig frech, aber schön und harmonisch. Sie
war mir eigentlich sofort sympathisch. Wie ich gerade auf sie wirken mochte,
konnte ich nicht abschätzen. Den Fernseher schaltete ich dann wieder aus.
Wir unterhielten uns noch weiter, aber über belanglose Dinge. Ich wollte in
der Zeit der Unterhaltung meinen Fokus so klar und scharf wie möglich
stellen und prüfen, wie deutlich ich die Wahrnehmung noch hinbekommen
konnte. Eigentlich war ich sehr zufrieden mit meiner Wahrnehmung.
Ebenfalls versuchte ich mir ihr Gesicht einzuprägen. Vielleicht treffe ich ja
irgendwann einmal im Alltag auf eine Frau, die so aussieht wie sie, dann
weiß ich gleich, woher ich sie kenne. Verblüffend fand ich die Parallelen zu
der Fernsehserie Star Trek. Diese Zukunftsvision war tatsächlich nicht so
weit hergeholt gewesen, was den strukturellen und organisatorischen Aufbau
von Schiff und Crew betrifft. Nur die Quartiere waren bei weitem nicht so
spartanisch eingerichtet wie in der Serie. Alles wirkte wohnlicher und
gemütlicher.
Ich stand dann auf und ging in den anderen Raum. Dort war auch ein Tisch
auf dem sich eine Zeitung befand. Genau das hatte ich doch gesucht. Ich
nahm die Zeitung in die Hand und versuchte zu lesen, was sich oben am Kopf
befand. Ich las mehrere Worte, aber wie das nun einmal im Träumen ist, lässt
es sich nicht immer leicht lesen. Mir fiel auch auf, dass es wirklich
nachteilhaft ist, dass man sich keine Notizen machen kann, die man dann
später im Alltag wieder nachlesen könnte. Also merkte ich mir ein Wort und
schrieb es mehrmals mit dem Finger auf die Tischoberfläche, um es mir
besser merken zu können: SUMIA.
Dann verließ ich den Raum durch die Haupttür, durch welche die anderen
drei vorhin auch gegangen waren. Draußen war ein langer Korridor. Ich
ging ihn entlang und staunte über die großen silbernen Rohre unter der
Decke. Ich konnte meine Hand ausstrecken und sie berühren. Sie waren
metallisch kühl. Die Wände waren überwiegend in Geld und Dunkelgrün
gehalten. Auf dem Boden entdeckte ich einen dunkelgrauen Teppich. Es war
ein spannender Moment, so durch ein für mich fremdes Raumschiff zu gehen.
Kurze Zeit später entdeckte ich einen Ausgang und beschloss, nach draußen
zu gehen.
Unweit vom Raumschiff entdeckte ich einen Markt. Ich erinnerte mich
plötzlich durch das fragmentierte hereinkommende Update, dass ich hier
schon des Öfteren gewesen war. Gerne lief ich immer über den Markt. Dabei
besuchte ich immer eine Art Informant, von dem ich stets einige Neuigkeiten
erhielt. Auch besaß er ein wenig hellseherische Fähigkeiten und hatte immer
einen guten Tipp auf Lager. Ich beschloss ihn zu besuchen.
Während ich weiter über den Markt lief, wurde mir langsam klar, wieso ich
die Serie Star Trek so gut fand. Dies war durch dieses Leben hier beeinflusst
worden. Ich fragte mich, ob sich die meisten Star-Trek-Fans in ihrem
Filmgeschmack durch ein solches Leben beeinflussen lassen. Es war mir in
diesem Moment gar nicht so abwegig, dass die paar Millionen Fans einen
angemessenen und passenden Prozentteil der Gesamtbevölkerung darstellen
könnten, die ein solches Leben in der Zukunft besitzen. Dann entdeckte ich
den Wohnwagen des Mannes, an den ich mich erinnern konnte.
“Hallo”, begrüßte ich ihn.
“Ach, du bist es! Was gibt es?”
Er war sicherlich schon über 60 Jahre alt, trug graues, kurzes Haar mit
grauer Hose und dunkelgrauem Hemd.
“Hast du was für mich?”, fragte ich einfach in den blauen Dunst hinein in
der Hoffnung, was Interessantes zu hören.
Er gab mir einige Hinweise und Tipps, an die ich mich leider nicht mehr so
gut erinnern kann. Ich verabschiedete mich von ihm und beschloss, den Markt
zu verlassen und ein wenig fliegen zu gehen.
Als ich eine ruhige Ecke gefunden hatte, mir lag es ja fern, dieses Selbst in
diesem Leben in unangenehme Situationen zu bringen, sprang ich mehrere
Male in die Luft, bis ich mich von seinem Körper löste.
Dann hob ich meinen rechten Zeigefinger und sagte: Nach oben.
Ich schwebte dann immer höher und höher. Das letzte Mal, als ich fliegen
wollte, hatte ich einige Schwierigkeiten, doch dieses Mal fiel es mir
unglaublich leicht. Dann bewegte ich noch einmal meinen Zeigefinger und
sagte: Und jetzt los! In der nächsten Sekunde raste ich mit einer
unglaublichen Geschwindigkeit hinauf in den Himmel. Ich war so schnell,
dass ich nur für einen kurzen Moment den Markt und einige Wiesen und das
Raumschiff von oben sah und dann befand ich mich schon fliegend über den
Wolken.
Ich flog immer höher und höher. Irgendwann verließ ich die Atmosphäre und
trat kurz darauf wieder in das schwarze Nichts ein. Ich war zurück aus der
Zukunft.
Andere Erlebnisse, die mit anderen Leben zu tun haben, können auch Freunde
miteinschließen, welche man aus seinem gegenwärtigen Alltagsleben kennt.
In dieser vermeintlichen Nacht hatte ich mich die ganze Zeit über in einer
Nebenwelt aufgehalten, eine andere alternative Realität. Ich war dort zu
Hause, könnte man sagen, und hatte dort ein richtiges Leben geführt.
Jedenfalls befand ich mich dort über Wochen hinweg und hatte die
verschiedensten Abenteuer erlebt. Interessant zu erwähnen ist auch, dass ich
in dieser Erfahrung einen unmittelbaren Hinweis erhielt, an welchem Ort sich
Komapatienten für gewöhnlich aufhalten. Diese Frage haben sich viele
Menschen immer wieder gestellt und niemals eine zufriedenstellende Antwort
gefunden.
Alles in diesem langen Traum begann mit der Norwegerin. Es war niemand
anderes als Vivian, eine Freundin von mir, die die Norwegerin genannt
wurde, weil sie dort einmal in einem anderen Leben gelebt hatte.
Sie war in der dortigen Realität mit einem sehr eifersüchtigen Mann
zusammen, der es überhaupt nicht gerne sah, wenn ich zu Besuch war. Am
liebsten würde er mich gleich wieder rauswerfen. Vor allem, wenn er mal zu
viel Alkohol getrunken hatte, war er manches Mal fast handgreiflich
geworden. Ich besuchte sie auch sehr ungern und dieses Mal hatte es sich nur
ergeben, weil ich sie eben abholen wollte, um gemeinsam in ein Café zu
gehen.
Während ich auf dem Sessel saß und auf sie wartete, hörte ich wieder, wie er
mit ihr diskutierte. Dies ging einige Minuten, bis er wütend das Haus verließ.
Vermutlich wollte er neues Bier holen. Ich hatte ihr schon oft geraten, diesen
Mann zu verlassen, aber wie das so mit den Frauen ist, nehmen sie ihr
persönliches Engagement ungern zurück. Somit ließen wir es mit dem Café
und ich beschloss, allein ins Café zu fahren.
Auf dem Weg dorthin musste ich ein Stück über die Schnellstraße fahren.
Dabei platzte plötzlich ein Reifen und die Bremsen versagten. Ich erinnere
mich noch, wie sich mein Auto überschlug. Bruchstückhaft bekam ich mit, wie
ein Blaulicht nahte und Menschen um mich herumstanden. Sie versuchten
mich anzusprechen, aber ich blendete diese Szene automatisch immer wieder
aus.
Unterdessen hielt ich mich nämlich die meiste Zeit in einem Bahnhof auf. Es
war ein sehr großer, mehrstöckiger Bahnhof. Es gab insgesamt fünf
Stockwerke. Vier davon waren frei betretbar. Das fünfte hingegen war für den
normalen Durchgangsverkehr, zu dem ich vermutlich gehörte, im Zutritt
verboten. Ich stand in der Mitte des Bahnhofs und der ganze Komplex war
irgendwie rund und zylindrisch aufgebaut. Es gab eine Art Aufgang, um in
das nächste Stockwerk zu kommen, aber manche waren in der Lage, in der
Mitte dieses “Zylinders” nach oben zu fliegen und auf diese Weise die
anderen Stockwerke zu betreten. Nicht viele konnten fliegen, aber mir fiel es
nicht schwer, vom Boden abzuheben. Als ich meine ersten Flugversuche
machte, hob ich ungefähr 20 Meter vom Boden ab. Ich wunderte mich, warum
ich nicht in der Lage war, noch höher zu fliegen.
Während ich mir darüber Gedanken machte, versuchte ich immer in meine
Außenwelt zu fühlen, ob sich beispielsweise mein physischer Körper bereits
auf dem OP-Tisch befand, damit man ihn wieder zusammenzuflicken konnte
oder ob er nun gerade in eine Schublade in der Leichenhalle verfrachtet
wurde. Vielleicht stand ich ja sogar schon unter Narkose, da ich einfach
keinen Zugriff auf die physische Realität besaß. Doch auf der anderen Hand
war es vielleicht sogar gut so, denn wer möchte schon mitten auf einem OP-
Tisch wach werden… Ich beschloss, dem nicht mehr nachzuspüren und
abzuwarten.
So lief ich im ganzen Bahnhof herum und suchte einen Ausgang, aber es gab
keinen! Es war wohl nicht unbedingt vorgesehen, diesen Ort zu verlassen, so
schien es mir. Doch gab es eine Möglichkeit, wie ich das aufgrund der
Architektur des Bahnhofs entnehmen konnte. Da dieser Bahnhof zylindrisch
aufgebaut war, konnte man diesen nur von der Mitte aus nach oben verlassen.
Will sagen, nur wer sehr hoch fliegen kann, der kann diesen Ort auch
verlassen. Alle anderen Bereiche waren überdacht. Nur in der Mitte war es
möglich, eine Öffnung zum Himmel zu erblicken.
Dummerweise gelang es mir nicht, höher als vielleicht das dritte oder wenn
überhaupt vierte Stockwerk zu fliegen. Ich bekam einfach nicht genügend
Kraft, um endlich diesen Bahnhof zu verlassen. Immer wieder versuchte ich
es, doch es blieb ohne Erfolg. So blieb mir erst einmal nichts anderes übrig,
als nicht nur die Umgebung näher zu inspizieren, sondern auch Kontakt zu
den Menschen aufzubauen, die sich hier aufhielten.
“Hallo,” sprach ich einige Personen an, die in einer Runde standen und sich
unterhielten. “Ich wollte mal fragen…”
“Ah, du bist neu hier, stimmt’s?”, fragte mich eine Frau gerade heraus.
“Äh, ja… ich bin noch nicht lange hier…”, entgegnete ich.
“Komm mit! Ich zeige Dir alles.”
Sie ging dann einfach los und ich trabte hinterher.
“Das hier ist eine Begegnungsstätte. Ich weiß, dies alles wirkt wie ein sehr
großer Bahnhof. Na ja, ist es auch irgendwie schon… Hier sammeln sich die
Leute, mit denen noch unklar ist, was im Weiteren mit ihnen geschehen soll.
Dort vorn kannst Du über einen Aufgang zu den anderen Stockwerken. Und,
wie du vielleicht schon mitbekommen hast, wer fliegen kann, der ist halt
schneller.”
“Da du es gerade erwähnst… Ich kann zwar fliegen, aber nicht sonderlich
hoch! Weißt du, woran das liegt?”
“Das musst du schon selbst herausfinden. Nur wenige kommen über die
Grenze des Bahnhofs hinaus. Du musst aber nicht denken, dass wir uns hier
langweilen würden! Hier gibt es sehr viele Diskotheken, Cafès, eine
Bibliothek und viele andere öffentlich zugängliche Bereiche. Die solltest du
unbedingt nutzen, ansonsten wird dir hier auf Dauer sehr langweilig
werden.”
“Wie lange sind denn die Leute schon so hier im Schnitt?”, fragte ich nach.
“Lass mich überlegen… manche sind bestimmt schon viele Jahre hier!
Andere lösen sich einfach auf und nur ganz wenige unter ihnen fliegen oben
aus dem Bahnhof heraus. Wenn du es also nicht schaffst, dort oben hinaus zu
fliegen, dann kann ich dir nur empfehlen, dich hier zu amüsieren und zu
warten…”
“Zu warten? Worauf?”
Sie schob ihr langes, hellbraunes Haar nach hinten und grinste: “Na ja, bis
was passiert.”
So langsam konnte ich mir von dem Ort hier ein Bild machen. Vielleicht lag
ich im Koma und wurde von meinem höheren Selbst hierher verfrachtet.
Sollte mein Körper überleben, dann würde ich mich vermutlich hier auflösen
und in der physischen Welt wieder erwachen. Ich überlegte eine Zeit lang, ob
es vielleicht noch eine andere Möglichkeit geben konnte. Strandeten alle an
diesen Ort, die über einen längeren Zeitraum zwischen Leben und Tod
pendeln?
Ich ging dann mit der Frau aus dem Komplex heraus. Dort war eine sehr
lange Straße zu sehen bzw. ein Weg. Er war vielleicht mehrere hundert Meter
lang.
“Es gibt hier vier solcher Wege. Sie führen aus allen vier Himmelsrichtungen
zum Bahnhof”, erklärte sie mir.
“Und woher kommen die Wege?”, fragte ich.
“Komm mit, ich werde es dir zeigen…”
Wir liefen dann diesen Weg entlang und nach einigen hundert Metern endete
er abrupt. Wenn ich über den Rand hinwegschaute, sah ich nur Schwärze.
Dort war ganz einfach nichts. Am Ende des Weges erblickte ich nichts
anderes.
“Und was ist, wenn man dort hinunterspringen würde?”, fragte ich die Frau.
“Das weiß niemand. Bisher ist es nur einmal passiert, dass wer dort
hinuntergesprungen ist. Es war ein Teenager. Er sprang einfach dort hinunter
und er fiel in die Schwärze… Was aus ihm geworden ist, kann ich nicht sagen.
Er war dann fort.”
Ich stand am Rand des Wegendes und blickte in die Tiefe. Wo immer es dort
hinging, man konnte nur darüber spekulieren oder selbst springen.
Langsam gingen wir zurück und sie schwärmte mir von den
Unterhaltungsangeboten vor, die es hier rund um den Bahnhof gab.
Ich lernte noch viele Leute in dem Bahnhof kennen. Es waren nur
oberflächliche Kontakte, nichts intensiveres. Im ersten Stock gab es des
Öfteren Musik und Tanz. Manchmal stand ich dort und hörte der Musik zu. So
langsam hatte ich mich darauf eingestellt, eine längere Zeit hier zu bleiben.
Geschlafen wurde hier nicht. Man war dauernd auf Achse, besuchte die Pubs,
die Discos, die Buchläden, Bekleidungsgeschäfte oder flanierte auf den vier
langen “Wegen” die zum Bahnhof führten.
Es erinnerte mich an meinen ersten Urlaub in England, in dem ich als
13jähriger vier Wochen allein in Brighton war. Dort war ich stets auch allein
gewesen und habe mir alles angeschaut. Irgendwie hatte dies eine gewisse
Traumstimmung enthalten, allein und als völlig Fremder in dieser Stadt
umherzuschweifen. Nicht anders kann man es auch in den Träumen erfahren,
wenn man in einer fremden Realität herumläuft, zu der man nicht zu gehören
scheint. Ich vollführte täglich meine Flugübungen, um irgendwann einmal so
stark zu sein, dass ich oben hinausfliegen konnte. Auch wenn es mir nie
gelang, höher als bis zum vierten Stock zu kommen, probierte ich es doch
immer und immer wieder. Oft zog es mich auch ans Ende der Wege. Ich stand
dort herum und blickte in die Tiefe. Manchmal spielte ich mit dem Gedanken,
einfach zu springen…
Nach Wochen war es dann so weit. Ich befand mich gerade am Ende eines
dieser vier Wege und mir wurde plötzlich schwindelig. Kurz darauf wurde
alles Schwarz um mich herum und im nächsten Moment erwachte ich im
Krankenhaus. Eine Freundin und Vivian standen an meinem Bett.
Die Erinnerungen an das Krankenhaus sind jedoch sehr schwach und sie
waren auch äußerst kurz. Bald darauf war ich in meiner Wohnung… Immer
wieder dachte ich an den Bahnhof zurück. Vermutlich war er tatsächlich eine
Art Aufenthaltsstation gewesen für Persönlichkeiten, über dessen Verbleib
noch irgendwie verhandelt werden musste.
Nachdem ich in meinem Bett erwacht war, musste ich feststellen, dass ich
vieles von diesen Wochen, die ich dort verbrachte, vergessen hatte. Alles, was
ich behalten konnte, habe ich hier wiedergegeben. Ich dachte auch über den
Autounfall auf dem Weg zum Café nach und fragte mich zum ersten Mal, ob
das Auto vielleicht manipuliert worden war. Vielleicht war es ja Vivians
Freund gewesen, der mich loswerden wollte? Ich wusste es nicht mit
Sicherheit zu sagen. Es war jedenfalls eine Überlegung wert.
Außerdem vermute ich ein wenig, dass ich deshalb nicht oben aus dem
Bahnhof herausfliegen konnte, weil ich nicht luzide genug gewesen war. Ich
war zwar luzid innerhalb dieses Traumes, jedoch nicht vollkommen.
Vielleicht ist dies der Grund gewesen, warum es mir Schwierigkeiten
gemacht hatte, den Bahnhof zu verlassen. Andererseits könnte man auch
darüber nachdenken, ob es einfach von je her so geplant ist, falls jemand im
Koma liegt, die Persönlichkeit dort zwischenzuparken.
Träume können derart komplex oder auch so lang sein, dass sie ein gefühltes
Leben dauern. In der folgenden Erfahrung begann ich als ein Student und
lebte ein Leben bis ins hohe Alter:

Nachdem wir in Nepal angekommen waren, bezog unser Archäologen-Team


den Zeltplatz. Wir waren ungefähr 60 Studenten, die für ihre Ausbildung eine
Ausgrabungsstätte, mit allem was dazu gehört, besuchte und dort
mitarbeitete. Der Zeltplatz selbst befand sich für uns erst einmal am Fuße
eines Tafelberges. Oben auf dem Berg gab es ein Plateau mit einer größeren
Felsstruktur, die einen Zugang zu einer Höhle aufwies und von Einheimischen
als eine Art Tempel o.ä. verehrt wurde.
Als ich das erste Mal vor der Höhle stand, war ich von der Felsstruktur und
vor allem von der ca. vier Meter hohen Ganesha-Statue aus dichtem Gestein
beeindruckt, die einem Wächter gleich links neben dem Eingang stand.
Ganesha ist eine hinduistische Gottesfigur, die symbolisch für das Auflösen
festgefahrener Strukturen und Blockaden steht. Ich konnte meinen Anblick
von dieser Statue einfach nicht losreißen. Ich getraute mich kaum, allzu nah
heranzugehen und verblieb respektvoll in einiger Entfernung. Für einen
Moment glaubte ich, dass sich diese Statue plötzlich bewegen und um sich
schlagen würde, weil die vielen Menschen auf dem Platz herumliefen und sich
um diesen heiligen Ort keinerlei Gedanken machten. Wir waren als Team
gekommen, aber entweihten in gewisser Weise diesen Ort. Es scherte uns kein
bisschen, was hier geschah oder was sein würde, wenn wir diesen Ort wieder
verließen. Aus diesem Grunde wünschte sich vermutlich unterbewusst ein Teil
von mir, dass Ganesha zum Leben erwachte und einmal kräftig aufräumte…
Wir verbrachten dort mehrere Wochen. Es war Mai. Die Routine war
ziemlich einfach gehalten, aber besaß in jedem Fall seinen besonderen Reiz.
Wir gruben an verschiedenen Stellen im Sand, sondierten mit Gerätschaften
nach vergrabenen Gegenständen, erforschten die Höhle, nahmen
Gesteinsproben u.v.m. Der Tag begann meist morgens um 7 Uhr und wir
arbeiteten oft bis spät in den Abend. In der Dunkelheit schalteten wir
vorzugsweise Scheinwerfer ein, um weiterarbeiten zu können. Es war derart
anstrengend, dass wir nachts wie tot ins Bett fielen. Mein Körper war bereits
nach wenigen Tagen braungebrannt und in der Glut der Sonne schwitzten wir
ausgiebig um die Wette. Am Nachmittag wurde jede Bewegung doch zur Qual
und wir sehnten uns nach der kühlenden Dunkelheit der Nacht. Manchmal
mussten wir die Arbeiten am Nachmittag einstellen und sie am Abend
weiterführen, weil das Arbeiten in der Hitze unerträglich wurde.
Ich gewann dort einige Freunde, insbesondere einen Studenten in meinem
Alter, der ziemlich locker und entspannt war. Er hatte oftmals Unsinn im
Kopf und übertrat gelegentlich gern die Regeln. Er steckte mich gelegentlich
mit seiner guten Laune an und wir fabrizierten häufig peinliche Momente. Ich
erinnere mich beispielsweise noch gut an eine unangenehme Begebenheit, als
wir am Abend dringend zur Toilette mussten, aber die Latrinen besetzt waren.
Nun standen wir unter starkem Druck am Fuße des Berges und pinkelten
einfach neben eins der dortigen Zelte an die Felswand. Plötzlich kam der
Professor heraus, der das Team leitete und erwischte uns in flagrante. Wir
kicherten wie blöd und mussten uns auf das Äußerste zusammenreißen, als er
uns eine Standpauke darüber hielt, wie fahrlässig unsere unbedachte
Handlung gewesen war und diese eine doch wohl unangenehme Duftnote für
seine heutige Nachtruhe bedeuten würde. Wir entschuldigten uns mehrmals
bei ihm und sahen zu, dass wir Land gewannen. Es war peinlich und
sicherlich wurde es noch peinlicher, wenn er beim nächsten Theorieunterricht
seine Anspielungen darauf machen würde. Diese blieben auch am Folgetag
nicht aus und unsere spontane Aktion sprach sich im Zeltlager schnell herum.
Ich erlebte dort jedoch eine sehr schöne Zeit und ich kam an diesem Ort auch
zu meiner Entscheidung, später als Archäologe für die Universität arbeiten zu
wollen. Mich hatte diese Zeit sehr bewegt und mir deutlich gemacht, dass ich
meine Karriere hier auch weiterführen wollte.
Die Jahre flogen an mir vorbei und ich wurde ein Professor, der einen
Lehrstuhl an der Universität erhielt und Archäologie unterrichtete. Als ich
dann 70 Jahre alt wurde, dachte ich darüber nach, dass es bald so weit ist:
Der Tod würde an die Tür klopfen und dieses interessante Leben beenden. Ich
weiß es noch genau, ich saß auf einer Bank und schaute dem gewohnten
Treiben des Campus zu. Bald würde ich dies alles nicht mehr erleben können,
alles hinter mich lassen und in eine neue Welt gehen. Ich glaubte in diesem
Leben sehr wohl daran, dass es ein Weiterleben nach dem Tode geben würde,
aber ich hatte keinen blassen Schimmer, was mich erwartete. Während ich so
darüber nachdachte, klopfte mir jemand auf die Schulter. Mein damaliger
Studentenfreund stand plötzlich hinter mir. Wir begrüßten uns und er erklärte
mir, dass er mich einmal besuchen kommen wollte. Er war, ebenso wie ich,
auffällig gealtert. Wir gingen dann ein wenig spazieren und erinnerten uns an
alte Zeiten. Irgendwann blickte er mich mit seinen schelmischen Augen an
und meinte:
“Wo ist denn hier dein Büro?”
“Dort vorne”, antwortete ich.
“Ah gut, dann komm mal mit…”
Wir gingen gemächlich zu dem Pavillon, in dem sich mein Büro befand. Er
schaute sich um und grinste mich daraufhin an:
“Man, muss ich pissen!”, meinte er und ehe ich mich versah, pinkelte er auch
schon direkt gegen die Hauswand. “Der guten alten Zeiten zuliebe”, meinte
er, “immerhin bist du ja jetzt der Professor…”
Wir lachten und ich stellte mich neben ihn. Der Weg zum Klo war weit…
Ich könnte noch viel mehr aus den Episoden berichten, in der ich bei den
Ausgrabungen mitgemacht und die Höhlen erforscht hatte, in der ich eine
attraktive Studentin kennenlernte und mit ihr später zusammenlebte, welchen
Unsinn ich mit meinem Freund fabriziert hatte und wie ich zu einem
Professor wurde, der viel Jahre auf dem Campus verbrachte, aber dies alles
zu berichten, würde vermutlich ein ganzer Roman werden. Ich habe natürlich
auch nicht alles in meiner Erinnerung behalten können und vieles vergessen.
Beispielsweise erinnere ich mich seltsamerweise so gut wie gar nicht an das
Innere der Höhle, obwohl diese Erkundung sicherlich so interessant gewesen
sein dürfte. Auch viele andere Begebenheiten habe ich völlig vergessen, aber
die witzige Erinnerung mit der Konfrontation mit dem Professor blieb mir
unverständlicherweise gut im Gedächtnis.

Als ich morgens erwachte, kam ich mir vor, als hätte ich tagelang geträumt.
Es war ein befremdliches Gefühl, so lange fort gewesen zu sein und doch
wieder nach wenigen Stunden in meinem Bett zu erwachen. Ich erinnerte
mich dabei gleich an eine Folge der Serie “Star Trek – Next Generation” in
der Captain Picard vom Strahl einer Sonde getroffen wurde und im
Anschluss ein komplettes Leben auf einem Planeten verbrachte, in welchem
sein Leben als Captain eines Raumschiffes ihm nur wie ein Traum erschien.
Es hatte sich hierbei um eine Zivilisation gehandelt, dessen Planet einer
Katastrophe zum Opfer fiel und in letzter Sekunde diese Sonde gebaut hatte,
damit ihr kulturelles Wissen an andere Wesen weitergegeben werden konnte.
Dies geschah dann in Form eines Lichtstrahls, der den Personen, die sich der
Sonde näherten, direkt ins Gehirn projiziert wurde und daraufhin die
überlieferten Informationen als unmittelbares Nacherleben erfahren werden
konnte (siehe Folge “Das zweite Leben”, 5. Staffel). In der Folge verhielt es
sich so, dass Picard ein komplettes Leben auf dem sterbenden Planeten
erfahren hatte und tatsächlich nur 25 Minuten bewusstlos gewesen war.

Meine Recherchen zu diesem Traum ergaben Folgendes: Zuerst dachte ich,
die Ausgrabungen hätten in Afghanistan stattgefunden, aber später fiel
häufiger der Begriff Nepal im Traum und ich erkannte, dass wir
höchstwahrscheinlich tatsächlich in Nepal waren. Nun war mir nicht deutlich,
inwiefern der hinduistische Gott Ganesha mit Nepal in Verbindung hätte
stehen können, doch laut einiger Quellen im Internet kommt Ganesha als
Gottesfigur in Nepal sogar häufiger vor als in Tibet. Mehr noch, in Nepal
existieren sogar vier Ganesha-Tempel in der Nähe der Hauptstadt
Kathmandu. Außerdem gibt es noch unzählige Schreine, die dieser Gottheit
huldigen. Dem seien noch viele Touristenfahrten hinzuzufügen, die rundum
den Himalaja stattfinden und sogar Ganesh-Tours heißen u.ä.

Sehr erstaunt war ich, als ich sogar einen Tempel mit einem gewaltigen
Höhlensystem in Nepal namens Lenyadri ausfindig machen konnte, der sich
in einer Felswand befindet, gleichzeitig in eine Höhle führt und vom äußeren
Erscheinungsbild der Umgebung und Vegetation ungefähr mit meinem
Aufenthaltsort in meinem Traum übereinstimmen könnte. Dem sei an dieser
Stelle hinzuzufügen, dass ich bisher leider niemals in Nepal gewesen bin und
mich auch niemals mit den dortigen Tempeln beschäftigt hatte. Interessant zu
erwähnen ist vielleicht, dass Lenyadri, Cave 7, ausschließlich der Gottheit
Ganesha gewidmet ist. Für mich wieder mal ein kleiner Beweis für die
Möglichkeit des unverzerrten Träumens und den erstaunlichen
Wahrheitsgehalt, den Träume eben liefern können.

Reinkarnationsträume sind sehr komplex und bieten unglaubliche
Möglichkeiten. Sehr viele Reinkarnationsträume habe ich bisher nicht erlebt,
es mögen vielleicht um die zwanzig sein, aber ich muss zugeben, darauf hatte
ich mich nie ausgiebig konzentriert. Jemand, der großes Interesse an den
Erinnerungen zu seinen vorherigen Leben besitzt, wird hier sicherlich
wesentlich erfolgreicher sein können.


Zeichen des Unbewussten


Das Unbewusste ist eine eigenständige Intelligenz, die die des Träumers bei
weitem übertrifft. Es kann die Aktionen des Träumers genauestens
mitverfolgen. In den Träumen sendet es somit Traumzeichen, die helfen
sollen, sich seiner Situation bewusst zu werden. In den meisten Fällen handelt
es sich dabei um wohl platzierte Hinweise, die in unterschiedliche Kategorien
unterteilt werden können. Traumzeichen werden also so definiert, dass etwas
in einem Traum auftaucht, was sich den Gesetzen des vertrauten Alltags
entzieht. Hierbei gibt es acht verschiedene Arten von Traumzeichen:

1. Ego-Aktionen
Die Handlungen des Ichs sind im Traum unvertraut. Man kann plötzlich
fliegen, unglaublich hoch springen, kommt aber viel zu sanft wieder auf den
Boden zurück, neigt zu plötzlichen Gefühlsausbrüchen (falls man es im Alltag
nicht so von sich kennt) usw. Dazu gehört auch die klassische
Albtraumsituation, in der man versucht vor etwas zu fliehen und kommt nicht
von der Stelle.

2. Ego-Rollen
Man ist im Traum jemand anders, ein Mann, obwohl man im Alltag eine Frau
ist (oder vice versa), man befindet sich in einem anderen Leben oder in einer
völlig fremden Rolle. Dazu gehören auch grüne Hände, zwei Köpfe oder
wenn man plötzlich selbst ein Tier ist.

3. Traumpersönlichkeitsaktionen
Andere Personen innerhalb des Traumes verhalten sich merkwürdig. Sie
können fliegen, Autos hochheben, Bäume entwurzeln, über ein Haus
springen, schweben usw. Dies können aber auch weniger theatralische Sachen
sein, so wie z.B. dass der Vater eine neue Freundin mit nach Hause bringt, der
Megahetero-Bruder plötzlich homosexuell ist oder die Lehrerin in Mathe
(falls Du darin nicht so gut warst) eine 1 gibt u.ä. Dazu gehören auch
Freunde, die man im Alltag nicht hat oder ein anderer Lebenspartner.

4. Audielle Aktionen
Stimmen aus dem Off, Unterhaltungen mit Personen, die nicht vorhanden
sind, nonverbale und telepathische Kommunikationen u.ä. gehören in diese
Sparte.

5. Zeitumgebung
Die Umgebung liegt offensichtlich in der Zukunft oder aber in der
Vergangenheit. Das kann im 23. Jahrhundert sein an Bord des Raumschiffs
Enterprise oder aber auch im Altersheim bzw. im Mittelalter oder wieder
zurück in der Schule. Insbesondere Schulträume sind oft Teil der Trübträumer
– vorausgesetzt man hat die Schulzeit schon seit Jahren hinter sich gebracht.

6. Szenenveränderungen
In der unmittelbaren Umgebung verwandeln sich Räume. Der Teppich wird
zum gefliesten Boden, die Tapete verwandelt sich bzw. die ganze Umgebung
ändert sich mit einem Mal.

7. Objektveränderungen
Der Traumcharakter trägt kein grünes T-Shirt mehr, sondern eine braune
Kutte, usw. Dies können drastische Veränderungen sein oder aber auch
detaillierte. Objekte fangen an zu leuchten, zu brutzeln oder zu schweben.
Dazu gehören auch die klassische Uhr, die seltsame Uhrzeiten zeigt oder die
Zeitung, die dauernd ihre Buchstaben verändert, wenn man kurz weg- und
dann wieder hinschaut.

8. Objektplatzierung
Ein Ufo oder ein Hubschrauber vor dem Fenster, ein Märchenschloss am
Ende der Straße oder 27 neue Pflanzen im Zimmer, die es eigentlich nicht
gibt, gehören ebenso dazu.

Dies sind die klassischen Traumzeichen, die innerhalb eines Traumes als Tipp
des Unbewussten auftauchen können. Der Vorgang ist der, dass man zuerst
bei der Aufzeichnung seiner Träume in seinem Traumtagebuch die jeweiligen
Traumzeichen stets in Klammern dahinter schreibt und daraufhin lernt, in
seinen Träumen auf diese Traumzeichen zu achten. Der erste Schritt ist
natürlich sehr einfach, aber der zweite verlangt ein klein wenig mehr Klarheit.
Diese Vorgehensweise ist z.B. eine Variante, um über die Traumzeichen ein
kritisches Bewusstsein in seinen Träumen zu entwickeln. Durch das dauernde
Notieren in Traumtagebüchern kann man das Ego langsam dazu erziehen. Da
das “Unbewusste” hier diese Zeichen überhaupt in größter Regelmäßigkeit
sendet, scheint es dies durchaus als Möglichkeit zur Luzidwerdung zu
betrachten. Der folgende Traum dient als Beispiel, wie man Traumzeichen
innerhalb eines Traumes erkennen kann:

Meine Gedanken verwandelten sich in acht durchsichtige Plastikflaschen mit
roten Drehverschlüssen und fanden Platz in einem Eimer (Traumzeichen 1:
Objektveränderung). Sechs standen auf dem Boden des Eimers, zwei steckten
oben locker drin. Der Busfahrer schaute mich an und meinte, dass er diese
acht Flaschen gern an sich nehmen würde und sie sicherlich gebrauchen
könnte. Immerhin habe er stets viele Mitfahrer und würde sie bestimmt
schnell los. Dann schaute ich ihn an und sah, dass er mit dem Rücken zum
Lenkrad saß (Traumzeichen 2: Traumpersönlichkeitsaktion)und mit mir
sprach, während der Bus ganz automatisch den richtigen Weg fand
(Traumzeichen 3: Objektveränderung). Er meinte, da ich mich ja irrtümlich in
diesen Bus gesetzt hätte, der nach Wiesbaden führe, würde er die Flaschen als
Gegenleistung nehmen und ich müsse mir somit kein Ticket kaufen. Ich
schaute nach hinten und erblickte viele Mitfahrer. Ein Haufen von Rentnern.
Doch es tröpfelte so laut im Bus (Traumzeichen 4: Audielle Veränderung),
dass es schwer war, ihre Gespräche zu verfolgen. Das Tropfen wurde zu
fließendem Wasser, das aus zwei Löchern der Buswände kam und auf den
Boden plätscherte(Traumzeichen 5: Objektveränderung). Dann verwandelten
sich die Buswände in eine öffentliche Toilette (Traumzeichen 6:
Objektveränderung)und kurz darauf befand ich mich in einer
Schule(Traumzeichen 7: Szenenwechsel). Ich schien ein Schüler zu
sein(Traumzeichen 8: Zeitsprung). Es gab drei Kabinen und ich musste auch
mal zur Toilette und schaute, wo ich denn hingehen könnte…

In diesem Traum sind also mehrere Traumzeichen verborgen, die ich gleich
markiert habe, damit sie offensichtlich sind. Anhand dieses Traumes kann
man die Zuordnung der Traumzeichen verstehen und nachvollziehen.

Das Notieren und Bemerken von Traumzeichen beim Aufschreiben seines
nächtlichen Erlebnisses ist z.B. eine Variante, um ein kritisches Bewusstsein
in seinen Träumen zu entwickeln. Durch das regelmäßige Notieren seiner
Träume im eigenen Traumtagebuch kann man das Ego langsam dazu
erziehen. Da das “Unbewusste” hier diese Zeichen überhaupt in größter
Regelmäßigkeit sendet, scheint es dies offensichtlich als Möglichkeit zur
Luzidwerdung zu betrachten. Das kritische Bewusstsein im Träumen zu
entwickeln, ist eine hervorragende Eingangspforte zu einer Reihe von luziden
Träumen.



Wenn Träumer sich treffen



Das luzide Träumen ist seit vielen Jahrzehnten aus der Mode geraten. Es ist
noch etwas spekulativ, aus welchen Gründen, doch existieren einige luzide
Träumer, mit denen ich immer wieder Kontakt aufnehmen konnte – sei es in
der Welt des Alltags oder in der der Träume gewesen. Selbst in den Träumen
gibt es so genannte Kreuzungspunkte, an denen sich luzide Träumer treffen
können, um sich auszutauschen. Folglich muss man sich nicht unbedingt im
Alltag zufälligerweise über den Weg laufen.
Der Wecker klingelte. Aufstehen. Schlafunterbrechung. Ich schaltete ihn aus.
Es war 4.30 Uhr. Die Vögel trillerten draußen schon putzmunter in die Welt
hinaus. Ich beschloss, noch ein Minütchen liegen zu bleiben, um mich zu
sammeln. Als ich die Augen schloss, spürte ich, dass ich nur zur Hälfte in
meinem Alltag angekommen war. Es war mir so, als wäre ein anderer Teil
von mir woanders. Also suchte ich ihn… Kurz darauf befand ich mich
plötzlich in einer anderen Realität. Ich trug ein Schwert und ein Hemd mit
brauner Hose. Neben mir erblickte ich eine Frau, die wie eine Kriegerin der
vormittelalterlichen Zeit gekleidet war. Sie lächelte mich an.
“Nicht anhalten. Wir müssen weiter!”, meinte sie zu mir und überholte mich,
weil ich für sie aus einem unerfindlichen Grund stehen geblieben war.
Ich erkannte diese Realität sofort! Es war eine Welt, genau so, wie J.R.
Tolkien sie in seinen Büchern beschrieben hatte. Sein Werk “Herr der Ringe”
war keine Erfindung gewesen, wie er es selbst auch immer wieder erwähnt
hatte, sondern der Einblick in eine andere Realität, die tatsächlich existierte.
Mir war es gelungen, in diese Realität einzutauchen.
Die Kriegerin und ich waren jedoch nicht dabei, die Welt vor bösen Halunken
zu retten, sondern es war eine Wanderung. Vielleicht wollten wir irgendwo
Pferde kaufen oder jemanden besuchen. Ich wusste es nicht. Die Umgebung
war sehr schön. Viel Wald, Felder, Wiesen… und keinerlei Technik. Wenn
man aus einer Realität kommt mit Autos, Technik, Strom und diesem ganzen
Fortschritt und landet daraufhin in einer solchen Welt, dann fällt einem das
ziemlich schnell auf.
Während ich mich dort umsah, hörte ich gleichzeitig noch die Vögel, wie sie
in meiner Heimatrealität noch immer von den Bäumen trällerten. Ich war an
zwei Orten gleichzeitig! Das war eine sehr interessante Erfahrung. Kurz
darauf erwachte ich in meinem Bett. Noch immer fühlte ich mich so, als wäre
ich nicht richtig hier, also schloss ich wieder meine Augen und wenige
Sekunden später befand ich mich wieder an zwei Orten gleichzeitig. Wir
waren noch immer auf dem Weg zu einem Dorf. Es war eine schöne Realität,
nicht ungefährlich, weil jeder stets bewaffnet durch die Gegend lief, aber sie
war sehr schön. In der Luft lag die Magie uralter Zeiten.
Dieses Hin- und Herwechseln erfuhr ich dann noch einige Male, bis ich dann
aufstand. Nach einer Stunde legte ich mich wieder ins Bett… Nach einer
halben Stunde schlief mein Körper wieder ein.
“Oh, was ist denn hier los?”, fragte ich zwei Frauen, die gerade vor mir
standen.
Ich befand mich auf einer großen Hauptstraße mit vielen Ständen, einem Zug
und hunderten von Menschen. Gerade eben war ich luzide geworden und
beschloss mal wieder, ein passiver, luzider Träumer zu bleiben, um die
Realität, in der ich gelandet war, näher zu untersuchen.
Menschen liefen an uns vorbei und es war ein sehr ausgelassenes Straßenfest.
Pferde, Kinder, Künstler mit den waghalsigsten Tricks und allen möglichen
Leute.
“Das ist das Fest der luziden Träumer”, meinte eine der Frauen. Sie war sehr
klein, vielleicht 1,60 m groß, dunkel gekleidet und hatte hellrotes Haar.
Für einen Moment überlegte ich, ob es meine Traumlehrerin war, aber ich
war mir nicht sicher. Sie liebte es, sich mit unterschiedlichem Aussehen zu
präsentieren.
“Und was bedeutet das genau?”, fragte ich nach.
“Hier treffen sich viele luzide Träumer, um sich kennenzulernen. Dieses Fest
läuft eigentlich jeden Tag und immer wieder sind auch welche da. Sie haben
erkannt, dass das Träumen eine Möglichkeit ist, sich zu treffen, auch wenn
man weit auseinander wohnt oder vielleicht niemanden kennt, der auch luzide
träumen kann. Also trifft man sich hier und kann sich austauschen.”
“Ah, das ist ja interessant. Kommen denn viele Träumer hier her?”
“Das sind schon eine ganze Menge. Manchmal sind weniger hier und
manchmal sehr viele. Wir können ja oben auf diese Plattform da hinten
gehen. Von dort aus haben wir einen guten Überblick.”
Im nächsten Moment befanden wir uns auch schon in einem Aufgang zur
Plattform. Ich musste den Weg durch die Menge irgendwie übersprungen
haben, fiel mir auf. Da der Aufgang etwas steil war, beschloss ich, mich nicht
mehr auf die normale Weise per Fuß fortzubewegen, sondern mich zu
beamen. Ich beamte mich also 10 Meter nach vorn, um zu sehen, welchen
Einfluss das auf meine Stabilität in dem Traum auf die Luzidität besaß. Die
Luzidität blieb stabil, aber ich spürte, dass die Umgebung kurz ausgeblendet
worden war und ich drohte aufzuwachen. Für diese 10 Meter Beamen
benötigte ich eine knappe Sekunde. Somit wartete ich ein paar Sekunden und
als ich wieder stabil war, beamte ich mich wieder voran.
“Hey, wie machst du das?”, fragte die andere Frau. “Wenn ich mich beame,
wache ich immer sofort auf!”
“Ja, das spüre ich auch, dass die Gefahr besteht, dann aufzuwachen. Wie es
aussieht, darf ich nicht zu lange Beamen, denn sobald ich das tue, wird alles
Schwarz um mich herum. Bin ich zu lange in dieser Schwärze, verliere ich
den Kontakt zu dieser Traumwelt, in der ich mich gerade befinde.”
“Richtig! So erlebe ich das dann auch. Alles wird Schwarz und dann Plopp,
bin ich wach.”
Kurz darauf waren wir oben auf einer Plattform und konnten von dort auf das
Fest hinunterschauen. Es waren viele Hunderte, die gekommen waren. Es war
ein schöner Anblick. So wenige luzide Träumer sind wir doch nicht, dachte
ich und freute mich.
Für mich war und ist es stets ein schöner Gedanke, dass es einen Treffpunkt
für luzide Träumer gibt. Ich weiß jetzt nicht, wie viele daran teilnehmen
mögen oder wie bekannt es ist, aber als ich dort war, sah ich Hunderte von
ihnen! Es war ein schönes und angenehmes Gefühl, zu wissen, dass man nicht
allein ist mit seiner Fähigkeit. Das luzide Träumen und außerkörperlicher
Erfahrungen werden auch immer bekannter und scheinen langsam wieder
mehr in Mode zu kommen. Es spricht sich herum, welche fantastischen
Möglichkeiten es bietet.
Die Frage, ob man sich in einem Traum auch treffen kann, ist einer der vielen
interessanten Fragen, die immer wieder gestellt werden. Man denkt darüber
nach, wie es ist, sich in einem Traum zu verabreden und dort gemeinsame
Aktionen zu unternehmen. Vielleicht funktioniert es einmal und man kann
sich eventuell gegenseitig die Erfahrungen mitteilen. Ich habe dies bereits bei
außerkörperlichen Erfahrungen so erlebt, aber nur indirekt in den Träumen.
Die Möglichkeiten, in alternative Realitäten innerhalb eines Traumes
abzudriften, ist einfach zu hoch. Somit ist es eigentlich nicht schwierig,
gemeinsam zu träumen, das ist einfach, sondern es ist vielmehr schwer, sich
in der gleichen Realität zu treffen. Das ist der Punkt, der hierbei
ausschlaggebend ist.
Die folgende Erfahrung beschreibt eine Begegnung mit einem Träumer, dem
es tatsächlich gelungen sein musste, innerhalb seines Traumes bewusst zu
werden:
Ich stand in einem Flur und beobachtete im gegenüberliegenden Raum, der
sehr große Glasfenster besaß und ich deshalb hineinschauen konnte, einen
sehr hageren Studenten mit einer silbernen Nickelbrille. Er schien auf etwas
zu warten oder er schaute sich dort nur um. Irgendwie sah er schon aus wie
ein Student, aber irgendwas stimmte nicht mit ihm. Ich konnte nicht sagen,
was es war, aber sein Verhalten wirkte auf mich irgendwie auffällig. Dann
kamen plötzlich sechs Männer aus einer Tür in dem langen Flur gerannt und
stürmten in den verglasten Raum. Die Männer trugen Schwerter mit sich und
schienen sich mit Polstern ausgestattet zu haben, damit sie nicht so leicht zu
verletzen waren.
Daraufhin folgten eine wüste Schlägerei und ein lauter Kampf in dem Raum.
Ich sah, wie einer von ihnen durch die Gegend flog und dann an die Scheibe
knallte, bis er bewusstlos zu Boden rutschte. Ein anderer fiel polternd gegen
die Tür. Es war nicht eine Minute vergangen, als die sechs Männer am Boden
lagen, der schmächtige Student nicht einmal seine Nickelbrille zurechtrücken
musste und immer noch unberührt im Raum stand.
Das wollte ich mir näher ansehen! Wie konnte es dieser Hänfling schaffen,
diese sechs Männer in dieser kurzen Zeit zu besiegen? Also ging ich in den
Raum hinein. Nun standen er und ich sich gegenüber und musterten uns
misstrauisch.
“Wer bist du?”, fragte ich.
“Niemand. Ich wurde von den Männern angegriffen und ich weiß nicht
warum.”
Ich glaubte ihm nicht! Ich wusste, dass er log! Es gab für dieses Spektakel nur
eine einzige Erklärung: Er war ein Träumer! Genauso wie ich! Niemand
sonst hätte es geschafft, diese bewaffneten und geschützten Männer als
einzelne Person zu besiegen.
“Du bist ein Träumer, stimmt’s?”, fragte ich gerade heraus.
Er antwortete nicht und schaute zur Seite. Er wirkte kurz so, als wollte er
mich angreifen, aber er war unsicher.
In dem Moment, in welchem ich ihn das gefragt hatte, verstand ich, warum er
nicht antwortete. Wie oft hatte ich es selbst erlebt, dass ich in einem Traum
war und als die Bewohner der dortigen Realität plötzlich merkten, dass ich
ein Träumer war, sodann vor mir flohen oder mich sogar angriffen. Aus dem
Grund hatte ich mich auch immer mit meinen Bemerkungen oftmals
zurückgehalten und so getan, als wäre ich so dumm wie all die anderen
Personen, die sich in meinem Umfeld befanden.
Kaum hatte ich dies zu Ende gedacht, setzte er zum Angriff an! Offensichtlich
hatte er nicht erkannt, dass ich auch ein Träumer war. Ich hielt meine Hand
ausgestreckt und er lief gegen eine unsichtbare Wand, sodass er mich nicht
einmal berühren konnte. Er prallte zurück und schaute mich mit großen
überraschten Augen an.
“Ich bin auch ein Träumer”, sagte ich und lächelte ihn an, um ihm gleich zu
zeigen, dass ich nicht geplant hatte, diesen Kampf unnötig fortzuführen.
Er wirkte sehr verunsichert, schaute sich suchend um und Plopp, war er
verschwunden. Schade, dachte ich. Wie gern hätte ich mich mit ihm
unterhalten. Sicherlich erwachte er gerade in seinem Bett und dachte über die
letzte Szene nach. Ich konnte mir aus seiner Perspektive richtig die
Überraschung vorstellen, denn offensichtlich war dies sein erstes Mal, dass
er innerhalb eines Traumes auf einen anderen Träumer getroffen war. Solche
Begegnungen im Träumen sind höchst selten! Vielleicht würde er es jetzt
sogar bereuen, nicht mit mir geredet zu haben. Wer weiß?
Langsam erholten sich auch die sechs Männer, die ihn zuvor attackiert
hatten. Ich setzte mich, erschöpft wirkend, auf einen der Stühle, die dort
standen, und war gespannt, was sie zu sagen hatten. Ich wollte so tun, als
hätte ich den fremden Träumer auch angegriffen, um getarnt zu bleiben.
Nachdem sie sich wieder erholt und gesetzt hatten, fragten sie nach dem
fremden Träumer.
“Ich glaube, er ist verschwunden. Ihr habt ihn in die Flucht geschlagen”,
flunkerte ich.
“Das ist gut”, meinte einer von ihnen, der rechts gegenüber Platz gefunden
hatte.
“Warum habt ihr ihn denn angegriffen?”, fragte ich vorsichtig.
Einer von ihnen wunderte sich und meinte daraufhin: “Weil er ein Träumer
war. Wir möchten nicht, dass sie sich in unserer Welt aufhalten.”
Träume besitzen manchmal eine unglaubliche Tiefe. Ebenso manche
Traumpersönlichkeiten, auf die man gelegentlich trifft. Der Träumer, dem ich
hier begegnet war, mochte vielleicht nicht völlig luzide gewesen sein, sondern
eher präluzide, aber er war sich seiner Umgebung insofern bewusst, dass er
innerhalb einer Gefahr gleich mehrere Personen gleichzeitig überwältigen
konnte, ohne, dass sich seine Frisur dabei irgendwie verändert hätte. Daher
kann man sich vielleicht vorstellen, was passieren würde, wenn man es
innerhalb des Alltagslebens schaffen würde, seine volle Luzidität zu erlangen
bzw. vollbewusst zu erkennen, dass man träumt. Krankheiten würden
verschwinden, wenn man es nur will und überhaupt wären Dinge möglich, die
vorher niemals hätten möglich sein können. Das muss jetzt nicht so sein, dass
man in einem ungleichen Kampf trotzdem alle besiegt, sondern es würde
damit beginnen, dass man seinen Alltag verschönert. Davon unabhängig
wurde in dem Traum darauf hingewiesen, dass dort keine Träumer erwünscht
waren. Kein Wunder, was würde denn passieren, falls man in unserem Alltag
die Luzidität erreichen würde? Man wäre unabhängig von Nahrung, Ärzten,
Geld, Haus und allem, was den Bedürfnissen eines Menschen mit einem
physischen Körper entspricht. Wirtschaftlich gesehen sicherlich kein gern
gesehener Gast.
In unserer Realität ist es nicht viel anders. Sobald ein Mensch seine inneren
Fähigkeiten entdeckt und damit an die Öffentlichkeit geht, geschehen
meistens drei Dinge: Entweder man soll in streng überwachten Laboren
untersucht werden. Sollten die Tests positiv sein, so kann damit gerechnet
werden, dass man keine ruhige Minute mehr hat und von einem Test zum
anderen gejagt wird, ob man das nun wirklich will oder nicht. Die zweite
Variante wäre, dass, wenn die Tests unklar sind, man vermutlich diffamiert
bzw. behauptet würde, man sei ein Betrüger oder Scharlatan. Andere
Varianten wären noch, so, wie es häufiger bei einigen “Gurus” der Fall
gewesen ist, dass Gerüchte in die Welt gesetzt wurden, die behaupteten, sie
hätten Kindesmissbrauch betrieben oder Waffen verkauft.
Dass ein Träumer in einer bestimmten Realität nicht erwünscht ist, kann
vielerlei Facetten besitzen. In unserer Realität würde man erst einmal davon
ausgehen, dass man es mit einem Illusionisten oder Zauberkünstler zu tun
hätte. Nicht, dass es solche nicht gäbe, aber ein erwachter Träumer innerhalb
unserer Realität besäße unfassbare Möglichkeiten.

Techniken zur Erreichung der Luzidität



Zuerst folgt der erste Schritt, nämlich seine Traumerinnerungsfähigkeit zu
steigern, um die Möglichkeit zu bieten, das eigene Träumen zu verbessern,
eigene Erfahrungen zu machen und Abenteuer zu erleben. Die folgenden
Techniken so aufgebaut, dass einige Traumübungen inklusive Erklärungen
angebracht werden, um es Anfängern zu ermöglichen, sich dem Träumen und
dem luziden Träumen gegenüber überhaupt erst einmal mehr zu öffnen.
Das Träumen, das muss man sich vor Augen halten, ist eine unumgängliche
Notwendigkeit. In der Regel muss jeder träumen, er kann gar nicht anders.
Selbst Menschen, die behaupten, sie würden nicht träumen, schätzen die Lage
nicht richtig ein, denn eigentlich erinnern sie sich nur nicht an ihre Träume.
Träumen werden sie in jedem Fall. Es verhält sich auch nicht so, dass ein
Mensch pro Nacht nur einen Traum und jemand anderes sieben Träume
erlebt. Jeder Mensch erfährt in den, sagen wir bei acht Stunden Schlaf, eine
unglaubliche Menge an Träume. So, wie davon ausgegangen wird, dass der
Mensch pro Tag ungefähr 60.000 Gedanken denkt, so kann man vermuten,
dass mehrere hundert Träume in der Nacht geträumt werden. Die
Befürchtung, dass durch das luzide Träumen jene Träume ausgebremst
werden, die für die Verarbeitung des Alltags benötigt werden, ist völlig
hinlänglich, da noch genügend Raum für diese Seite der Medaille besteht.
Versuchspersonen, denen beispielsweise der Schlaf entzogen wurde, so stellte
sich in entsprechenden Tests heraus, begannen nach einigen Tagen zu
halluzinieren. Erst mit der Zeit konnten die Schlafforscher herausfinden, dass
das Aufkommen der Halluzinationen nicht aufgrund des Schlafmangels
stattfand, sondern, weil den Versuchspersonen das Träumen fehlte. Die
Halluzinationen tauchten irgendwann automatisch auf und schienen eine Art
Ersatz für das ausbleibende Träumen darzustellen. Sobald die
Versuchspersonen wieder ihren Schlaf und somit ihre Träume erhielten,
waren die Halluzinationen sofort verschwunden. Der Schlaf ist nur eine
Nebenerscheinung und dient zur Erholung des Körpers. Der Geist hingegen
ist definitiv darauf angewiesen, zu träumen. Es ist also ein Prozess, der von
Natur aus dem Menschen mitgegeben wurde. Hierfür existieren biologische
Mechanismen, die den Schlaf und das Träumen überhaupt ermöglichen und
dennoch ist es selbst im modernen 21. Jahrhundert noch immer nicht
ausgiebig untersucht worden. Vermutlich deshalb, weil die Erforschung des
Schlafes und des Träumens kaum wirtschaftlichen Profit einbringen würde.
In Verbindung mit Personen, die versuchen, das Träumen zu verstärken oder
eine gewisse Kontrolle darüber zu erreichen, werden als Traumforscher oder
als Oneironauten bezeichnet. Astronauten begeben sich ins Weltall, um die
Sterne zu erforschen und ein Oneironaut begibt sich ins Träumen, um die
Traumwelt zu erkunden. In unserer modernen Zeit ist das Träumen
weitgehend aus der Mode gekommen. Es existieren bisher nur wenige
Oneironauten, die sich die Mühe machen, ihre Traumerinnerung zu steigern
bzw. darüber hinaus noch Zustände im Träumen zu erreichen, die die Klarheit
und Deutlichkeit des seltsamen Erlebnisses verstärken. In der Regel geht der
Traumforscher oder Oneironaut wie folgt vor, um sich der Welt der Träume
zu öffnen.
Die luziden Träumer, die unentwegt auf ihre Träume einwirken und sie
beeinflussen, die das Träumen als Abenteuerreisen im Cyberspace betrachten,
lernen durch Bewusstseinsübungen, das Träumen zu kontrollieren. Wenn sie
erfolgreich waren, erwachen sie innerhalb eines Traumes, erkennen sich
selbst als träumend und anstatt aufzuwachen, träumen sie weiter und gestalten
den Traum nach ihren Wünschen. Das luzide Träumen zu erreichen ist nicht
sehr schwer, verlangt aber einiges an Übung, Geduld und Motivation. Manche
erreichen das luzide Träumen schon nach wenigen Wochen, andere können
viele Monate benötigen. Im Folgenden ein typischer luzider Traum, in der ich
mithilfe einer Unstimmigkeit den Traum als solchen entlarvte:
Ich war bei einer Bekannten zu Besuch und wir unterhielten uns. Plötzlich
stand sie auf und verließ den Raum. Kurz danach kam ein alter Bekannter
durch die Tür. Ich wunderte mich, als er mich begrüßte, denn es war
unmöglich, dass er sich hier aufhalten konnte, da die Bekannte und er sich
nicht kannten. Ich folgerte aus diesem Widerspruch, dass ich mich
logischerweise in einem Traum befinden musste. Ich stand auf und schaute
mich genauer um: Alles um mich herum wurde glasklar, als würde mir ein
Schleier von den Augen gezogen. Ich konnte jeden einzelnen Gegenstand
innerhalb des Zimmers genau betrachten und anfassen. Alles war, als wäre
ich wach in meinem Alltagszustand. Mehr noch, denn die Intensität, mit der
ich nun wahrnehmen konnte, war mir in meinem gewohnten Wachzustand
nicht so auffällig. Ich beachtete meinen alten Bekannten nicht weiter, sondern
ging ein wenig durch die Wohnung, um zu sehen, inwiefern sie sich von der
Wohnung im normalen Wachzustand unterschied.

Das ist ein Beispiel, wie man innerhalb eines Traumes luzid werden kann,
indem man unlogische und seltsame Vorkommnisse, wie die Anwesenheit des
alten Bekannten, der sich unmöglich an diesem Ort aufhalten konnte,
hinterfragt. Ein kritisches Bewusstsein ist im Träumen also mehr als
angebracht.

Der Versuch, andere Menschen, die im Traum auftauchen können, am luziden
Traumerlebnis teilhaben zu lassen, ist in den meisten Fällen unnütz, und ich
empfehle daher, sich lieber um sich selbst und um eine dauerhafte
Aufrechterhaltung der Luzidität zu kümmern.

Ich erwachte in einem mir fremden Bett. Ich schaute mich um, denn ich
kannte diesen Raum nicht. Ich wunderte mich über die Einrichtung und
Raumaufteilung. Sofort wurde mir bewusst, dass ich mich in einem Traum
befand. Alles wurde wieder glasklar und die Wahrnehmung gestochen scharf.
Ein Blick zur Seite verriet mir, dass eine Frau neben mir lag. Sie wandte mir
den Rücken zu, hatte aber wohl bemerkt, dass ich wach war. Dann erhob sie
sich und meinte, dass sie mal eben zur Toilette ginge. Ich entgegnete, dass
das überhaupt nicht nötig sei, dass sie es für heute einmal ausfallen lassen
könnte. Sie schaute mich an, schüttelte mit dem Kopf und fragte, warum ich
das meinte? Ich antwortete, dass sie sich in einem Traum befände und es eben
darum nicht bräuchte. Lächelnd tippte sie sich gegen die Stirn und
verschwand durch die Tür.

In einer anderen Begebenheit geschah Folgendes:

Ich traf im Traum einen Freund. Als ich in unserem Gespräch erkannte, dass
ich träumte, sprach ich die ganze Zeit auf ihn ein und versuchte ihn ebenfalls
zur Klarheit zu bewegen. Es dauerte eine ganze Zeit, bis er überhaupt in
Betracht zog, sich eventuell in einem Traum zu befinden. Mittlerweile hatte
ich jedoch meine Luzidität verloren und war mir meiner selbst kaum noch
bewusst. Am anderen Tag rief ich den Freund an und fragte, woran er sich
denn in der letzten Nacht erinnern könnte. Er erinnerte sich an allerlei
Träume, aber nicht an unsere Begegnung.

Dies zeigt, dass es viel wichtiger ist, seinen eigenen Zustand zu stabilisieren
und zu entwickeln, als andere davon überzeugen zu wollen, dass sie sich in
einem Traum befinden. Doch bedeutet dies nicht, dass man keinen Kontakt zu
Traumpersönlichkeiten aufnehmen soll. Solche Kontakte sind sehr
aufschlussreich und fördern das Verständnis dieser Welten.
Ich habe bisher sehr viele luzide Träume gehabt und fand immer wieder
bestätigt, dass wir alle in mehreren Teilrealitäten, sprich Alternative
Realitäten, gleichzeitig leben. In den Träumen kann man diese
Wahrscheinlichkeiten aufsuchen und zusehen, wie der eine oder andere
Persönlichkeitsaspekt in seiner Teilrealität lebt.

In Amerika arbeitet der bekannte Traumforscher Stephen LaBerge u.a. mit
seinem von ihm gegründeten Lucidity-Institute an eben dieser Möglichkeit für
die Erstellung und Durchführung von Techniken, die das luzide Träumen
entwickeln. Meines Erachtens bietet die Kunst des luziden Träumens eine
sehr lukrative, psychologische Therapieform und gleichzeitig den Zutritt zu
einem gewaltigen Fundus an Realitäten, die jedes Cyberspace und jede
Computergrafik dagegen verblassen lässt. Damit die Fähigkeit der
verbesserten Traumerinnerung und das Erreichen des luziden Träumens
trainiert und erlernt werden kann, habe ich einige Übungen
zusammengetragen, die das luzide Träumen begünstigen:

Viele Begebenheiten des Alltags tauchen in den Träumen immer wieder auf.
Aus diesem Grund kam die Theorie auf, dass Träume nur den Alltag
verarbeiten. Das ist natürlich Unsinn und wird später auch klarer, wenn man
einigermaßen gelernt hat, die parallelen Existenzen miteinzuberechnen, aber
dieses Prinzip kann zur Luziditätsgewinnung genutzt werden. Man hat sich
vielleicht die ganze Nacht mit einem Freund unterhalten und als man dann
schlafen ging, träumte man diese Unterhaltung tatsächlich weiter. Dieses
Prinzip kann man nun so nutzen, dass man sich im normalen Wachzustand
mehrmals am Tage vorstellt, man befände sich in einem Traum. Man schaut
sich um, versucht so zu denken und zu fühlen, als ob man erkannt hätte, dass
man sich in einem Traum befindet.

Anfangs ist also das Erinnern der Träume und das Führen eines
Traumtagebuches wichtig. Sehr hilfreich zeigten sich folgende Tipps:

Man lege sich Zettel und Stift neben das Bett oder gar ein
Diktiergerät oder Smartphone mit einer Audio-Aufnahme-App
(SleepTalk oder DreamTalk). Diese Apps nehmen automatisch
Sprache auf, wenn man zu reden beginnt.
Man bleibe bewegungslos (wichtig!) liegen, wenn man morgens
erwacht, und erinnere sich erst einmal an seine Träume. Wenn man
sie recht gut zurückgerufen hat, stehe man langsam auf und notiere
sie.
Man stelle sich den Wecker, z.B. am Wochenende, auf einen
hypothetischen Zeitpunkt, der genau drei Stunden nach dem
vermuteten Einschlafmoment liegt. Vermutet man den ungefähren
Einschlafmoment so ungefähr um 1 Uhr morgens, dann stelle man
den Wecker auf 4 Uhr. In den ersten Nächten wird man den Wecker
vielleicht im Halbschlaf ausstellen, aber danach wird man sich an eine
Menge Träume erinnern können - und natürlich sofort notieren. Selbst
wenn man einen Traum hatte, der so klar war, dass man meint, ihn
bestimmt nicht zu vergessen, sollte man ihn trotzdem unbedingt
notieren! (Ein Wecker mit einer Snooze-Option ist empfehlenswert,
um sich des Öfteren wecken zu lassen, damit mehr
Schlafunterbrechungen stattfinden und so Traumerinnerungen
deutlicher werden.)

Im Wachzustand ist man durchaus in der Lage kritisch zu denken, aber im
Traum fehlt einem diese Fähigkeit leider. So kann man wieder herum davon
profitieren, dass das Verhalten in Träumen wieder auftaucht, indem man im
Wachzustand ständig Realitätstests durchführt, d.h. man überprüfe bis zu
zehnmal am Tag die eigene Realität, indem man z.B. einen Stift nimmt, seine
Farbe begutachtet und dann wieder wegschaut. Danach schaue man wieder
hin, um genau festzustellen, ob sich die Farbe nun verändert hat oder nicht.
Hat sie sich nicht verändert, kann man davon ausgehen, dass man wach ist.
Im Traum dagegen verändern sich Gegenstände oft, wenn man sie genauer
oder zum zweiten Mal betrachtet. Das kann man auch mit Werbeplakaten
machen, wenn man spazieren geht, sowie mit Nummern- und
Straßenschildern. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Auch
Hochspringen hat im Wachzustand einen anderen Effekt als z.B. im Traum.
Im Traum kommt man viel langsamer wieder zurück auf den Boden als im
Wachzustand. Die Gesetzte der Gravitation sind dort instabiler.

Natürlich sind Suggestionen äußerst hilfreich. Allein durch das bloße
Suggerieren meines Vorhabens habe ich sehr viele Erfahrungen induzieren
können. Auch einige Zettel sind sehr hilfreich und sollten an
unterschiedlichen Stellen an Wänden, Spiegeln oder auf Tischen platziert
werden, um das Erwünschte immer wieder vor Augen zu halten. Im Zeitalter
der Technologie ist es auch empfehlenswert, den Bildschirmschoner des
Computers dementsprechend einzurichten, dass er die eine oder andere
Suggestion enthält. Auf jeder Betriebssystem-CD befindet sich ein
Bildschirmschoner, der dies ermöglicht (unter Windows ist es der so genannte
“3D-Text“). Die Suggestionen sollten stets affirmativ sein und klar aufzeigen,
was man erreichen möchte. Suggestionen, die sich als förderlich
herausgestellt haben, waren z.B.:

“Ich erinnere mich immer an all meine Träume”
“Ich habe nun jede Nacht einen luziden Traum”
“Immer wenn ich träume, erkenne ich sofort, dass ich mich in einem Traum
befinde” usw.

Das einzige Problem, das noch auftauchen kann, stellt die Angst vor solchen
Erfahrungen dar, die die Raffiniertesten und subtilsten Barrieren aufbauen
kann, welche man erst einmal erkennen und auflösen muss. Dazu gehört z.B.
das so genannte »Falsche Erwachen«. Man wird in einem Traum luzid und im
nächsten Moment träumt man, dass man in seinem Bett erwacht. Man ist in
diesem Moment irritiert, orientiert sich neu und assoziiert mit dem Erwachen,
dass man sich nun in seiner gewohnten Alltagswelt befindet. Das ist ein
gängiger Verschleierungsversuch der Angst, der auftauchen kann, und
beinhaltet oft den Verlust der Luzidität, wenn man nicht Acht gibt:

Ich war gerade in der Fußgängerzone in einer Stadt. Dort wurde ich luzid,
weil mir jemand ein Flugblatt in die Hand gab, dessen Text mir einfach nicht
einleuchten konnte. Gleich schaute ich mich um und versuchte mich zu
orientieren. Wo war ich? Kannte ich diese Stadt? War ich hier schon einmal?
Plötzlich werde ich abgelenkt, weil mich jemand von hinten her ansprach,
und im gleichen Moment wechselte ich in eine andere Szene, in der ich
gerade in meinem Bett erwachte. Ich erinnerte mich an meinen luziden Traum
und fragte mich noch, wer mich dort wohl angesprochen haben konnte. Ich
stand auf und ging meinen Alltagsbeschäftigungen nach, als ich dann kurz
darauf tatsächlich in meinem Bett erwachte.

Ich war völlig davon überzeugt, in meinem Bett zu erwachen, aber es stimmte
gar nicht, denn als ich wirklich erwachte, wusste ich, dass es gar nicht mein
Bett gewesen war. Anhand solcher Beispiele kann man für einen Augenblick
meinen, es gäbe Mechanismen im Unterbewusstsein, die das Erreichen der
Luzidität verschleiern möchten, doch kann man dies auch als Irritationstests
betrachten, um zu prüfen, wie stabil die erreichte Luzidität ist.
Zusammenfassend kann ich also die folgenden Techniken empfehlen:
1. Suggestionen
2. Kritikbewusstsein im Träumen entwickeln
3. Traumzustand im Alltag simulieren
4. Realitätsprüfungen im Alltag (Reality-Checks)
Im Folgenden erkläre ich diese Techniken etwas näher, damit man sich
konkret vorstellen kann, wie man das Erreichen der Luzidität in einem Traum
bewerkstelligen kann:
1. Suggestionen
Suggestionen sind eine Form natürlicher Selbsthypnose. Hierbei sagt man
sich immer wieder etwas laut vor, um das Unterbewusstsein zu
programmieren. Dabei ist es sicherlich sehr von Vorteil, wenn man sich für
ein Programm entscheidet, das man dem Unterbewusstsein eingibt – so, wie
ich es beispielsweise am Anfang dieses Kapitels erwähnte: “Ich erinnere mich
an all meine Träume!” Diese Suggestion bewirkt mit der Zeit, dass das
Unterbewusstsein sein Interesse an die Erinnerung der Träume verstärkt und
je mehr Träume man erinnert, desto mehr Chancen erhält man, um in ihnen
auch luzide zu werden.
2. Kritikbewusstsein im Traumzustand entwickeln
Die Entwicklung eines kritischen Bewusstseins im Träumen ist gar nicht so
einfach. Man ist sogar sehr unkritisch und sobald etwas Sonderbares in einem
Traum auftaucht, beginnt der Verstand sofort, dies irgendwie zu rechtfertigen,
solange, bis es als Realität akzeptiert werden kann. Beispielsweise kann man
einem Drachen begegnen und wundert sich natürlich, doch dann fällt einem
ein, dass man doch letztens in der Zeitung gelesen hatte, dass Gen-
Wissenschaftler versucht haben, die DANN eines Drachen zu rekonstruieren.
So rechtfertigt dann der Verstand, dass es diesen Wissenschaftlern vermutlich
gelungen ist, einen lebendigen Drachen zu erschaffen.
Im Alltag haben wir einen etwas kritischeren Verstand. Sollte sich ein Auto in
einen Hund verwandeln, würde uns das sicherlich auffallen und sich gehörig
wundern. Aus dem Grund ist es wichtig, mit entsprechenden Suggestionen die
kritischen Aspekte des Verstandes innerhalb des Träumens zu trainieren.
Hierbei kann man
3. Traumzustand im Alltag simulieren
Hierzu braucht man nur mehrmals am Tage ein oder zwei Minuten lang durch
das Zimmer oder durch die Natur gehen und sich dabei so intensiv und klar
wie möglich vorzustellen, man befände sich in einem Traum. Dabei kann man
so tun, als ob man über den Boden schwebe oder man schaut sich Blumen und
Bäume an und denkt immer wieder daran, wie wundervoll es ist, sich in
einem Traum zu befinden. Ziel dieser Übung ist es, dass dieses Verhalten im
Traum reflektiert und als Handlungsstrang auftauchen wird. Je häufiger man
es praktiziert, desto höher steigt dazu die Wahrscheinlichkeit.
4. Realitätsprüfungen im Alltag simulieren
Eine sehr bekannte Technik ist es, im Alltag stets mehrmals eine Gegenwarts-
bzw. Realitäts-Prüfung durchzuführen, indem man die Alltagsrealität kritisch
beäugt, ob sie ein Traum ist oder man sich tatsächlich gerade tatsächlich im
Umfeld des gewohnten Alltags befindet. Natürlich weiß man, dass man sich
im Alltag befindet, während man diese Prüfung ausführt, aber der Sinn ist es,
dass sich auch dieses Verhalten im Traum zeigen soll, da das Träumen gern
Elemente aus dem Alltag aufgreift und verwendet. Dabei ist es ratsam, sich
mindestens zehn Mal am Tage umzuschauen und eine Realitätsüberprüfung
durchzuführen. Sie braucht nur eine Minute zu dauern, das ist ganz spontan
zu entscheiden. So kann man versuchen, durch eine Tür zu greifen oder einen
beliebigen Text zu lesen oder in die Luft springen, um zu beobachten, wie
lange es dauert, bis man wieder auf dem Boden landet oder aber einen Stift
fallen zu lassen oder sich beim Durchschreiten einer jeden Tür fragt, ob diese
Tür tatsächlich zum gewohnten Alltag gehört usw. Jedenfalls ist es hierbei
sehr wichtig, wenn man, auch wenn es nicht den Tatsachen entspricht, dass
man bei dieser Überprüfung zu einem klaren Ergebnis kommt, das stets
positiv sein sollte, d.h. man tut so, als befände man sich tatsächlich in einem
Traum. Es geht dabei nicht um eine authentische oder wissenschaftlich-
fundierte Prüfung, sondern nur um eine Simulation, die den Effekt mit sich
bringen soll, im Traum erneut als simple Handlungsroutine aufzutauchen. Aus
dem Grund muss das Ergebnis stets so ausfallen, als befände man sich
tatsächlich in einem Traum. Doch wer sich für diese Variante entscheidet,
sollte sich vergegenwärtigen, dass eine Wirkung nur dann eintritt, wenn man
10 bis 20 dieser Tests am Tage durchführt. Wer dies nicht hinbekommt,
braucht diese Technik auch nicht anwenden.
Mithilfe dieser Techniken kann man sein Bewusstsein regelrecht darauf
drillen, in seinen Träumen bewusster zu werden. Meiner Ansicht nach sind sie
sehr empfehlenswert und können manchmal schon nach Tagen gewisse
Erfolge erbringen.
Da meine Techniken so gut ankommen und so viel Nachfrage besteht, möchte
ich neben dem Astralreisen das luzide Träumen nicht vernachlässigen. Es gibt
viele Menschen, die sich auch für das luzide Träumen interessieren und sich
im psychischen Cyberspace herumtreiben und dort ihre individuellen
Abenteuer erleben möchten. Ist es doch gerade für Anfänger auch zu Beginn
angenehmer, sich erst um das Träumen zu kümmern, da dies weniger gruselig
ist, und es ist leichter zu erreichen als das Astralreisen. Außerdem kann der
Träumer lernen, sich mit den Gesetzmäßigkeiten des Bewusstseins und des
Träumens anzufreunden. Darum im Folgenden möchte ich meine persönliche
Technik für das luzide Träumen vorstellen. Einige werden diese Techniken
teilweise schon kennen, aber viele auch nicht.
Die Technik, die ich für das Erreichen des luziden Träumens
zusammengestellt habe, nenne ich die “7er-Kombinationstechnik”, d.h. sie
setzt sich aus sieben verschiedenen Techniken zusammen, die man über den
Tag und die Nacht verteilt einsetzt. Wer diese Kombinationstechnik
anwendet, wird innerhalb einiger Tage oder Wochen einen luziden Traum
erfahren!
7-Phasen-Technik:
Phase I: Portalübung
Von nun an wirst Du bei jeder Tür, die Du benutzt, sei sie offen oder
geschlossen, einen Realitätstest machen. Du bleibst kurz auf der Schwelle
stehen und checkst Deine Umgebung ab, ob Du Dich in einem Traum
befindest. Frage Dich, ob dies ein Traum ist! Nach der Selbsthinterfragung
wirst Du feststellen: “Stimmt, es ist ein Traum!” Es ist unwichtig, ob Du
gerade träumst oder nicht bzw. ob das Ergebnis wissenschaftlich fundiert ist
oder nicht. Wichtig ist hierbei, dass zum Schluss der Überprüfung immer
festgestellt wird, dass es sich um einen Traum handelt. Somit wird genau dies
auch innerhalb eines Traumes geschehen und Dir darin den grandiosen Tipp
vermitteln, nämlich, dass Du träumst!
Phase II: Traumsimulation
Du stellst Dir mehrmals am Tage vor, dass Du Dich in einem Traum
befindest. Mache dabei Deine Augen weit auf und versuche, die komplette
Umgebung auf einmal wahrzunehmen. Versuche dabei die periphere Sicht
möglichst miteinzubeziehen. Schaue Dich mit größter Klarheit um. Es reichen
30 Sekunden. Mache es aber öfter am Tage.
Phase III: Sprachverhalten
Streiche folgende Begriffe für immer aus Deinem Sprachinventar: Schlafen,
Schlaf, verschlafen etc. und ersetze sie durch: Träumen, Traum,
Traumnotwendigkeit, verträumt usw. Wenn Dir beispielsweise der
Morgenschlaf fehlt, kannst Du dafür sagen, Du hättest noch Traumbedarf. Für
den Nachtschlaf kannst Du sagen, dass Du nun träumen gehst, oder
Nachttraumbedarf hast, etc. Der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt.
Phase IV: Suggestionen
Jede Nacht, nachdem Du vielleicht das Buch weggelegt und das Licht
ausgemacht hast, lege Dich in Deine gewünschte Traumposition und gebe Dir
selbst Suggestionen, solange, bis Du darüber einschläfst. Diese sollten positiv
formuliert werden, wie z.B. ”Ich habe heute Nacht einen Klartraum,” oder
”Sobald ich träume, erkenne ich, dass ich mich in einem Traum befinde.”
usw. Suggestionen wie ”Ich träume jetzt nicht mehr unbewusst” oder andere
Verneinungen wirken nicht so gut.
Phase V: Schlafunterbrechung
1. Lege Dich um 21 Uhr ins Bett. Suggeriere Dir bis zum Einschlafen, dass
Du heute Nacht einen luziden Traum haben wirst. Benutze dazu die
Gegenwartsform, wie z.B.: “Heute Nacht träume ich luzide” oder “Ich habe
heute Nacht einen Klartraum” etc.
2. Stehe dann um 2 Uhr wieder auf. Lies etwas im Internet oder in einem
Buch über luzides Träumen. Gehe danach um 3 Uhr wieder ins Bett. Wende
Deine Suggestionen an, bis Dein Körper einschläft. Bewährt hat es sich auch,
wenn man so tut, als ob man schliefe. So, wie man es vielleicht als Kind
gemacht hat, um die Eltern auszutricksen.
Phase VI: Mantra
Es gibt ein Mantra, das sehr viele und deutliche Träume auslösen kann.
Dieses Mantra wiederholt man in einem fort, mindestens ein paar hundert Mal
oder solange, bis man darüber einschläft. Sage Dir immer wieder flüsternd
oder laut vor: “Gaum, Raum, Om. Bauer, buh, mama, papa.” Das ist das
einzige Mantra, das es zum luziden Träumen gibt und es kann eine gute
Wirkung erzielen!
Phase VII: Aufwachverhalten
Bitte direkt nach dem Aufwachen noch nicht den Körper bewegen oder die
Augen öffnen! Zuerst die Träume zurückrufen, danach ganz wenig bewegen,
gerade soviel, dass man sie notieren kann. Dann erst kann man sich wieder
bewegen, umdrehen, aufstehen, Tee machen oder irgendwelche anderen
Routinen ausführen.
Ich hoffe, dass meine 7er-Kombinationstechnik hilft und meinen Lesern die
Möglichkeit gibt, in den Genuss eines luziden Traumes zu kommen.
Innerhalb eines luziden Traumes ist alles möglich. Man kann den Raum
beliebig verändern, beliebige Personen erschaffen, Kontakt zu seinem
höheren Selbst suchen, sich mit Traumpersönlichkeiten unterhalten, fliegen,
verrückte Sachen machen oder die ganze Nacht Sex haben. Der Fantasie sind
keine Grenzen gesetzt und alles ist erlaubt!

Einsatzmöglichkeiten des luziden Träumens



Das luzide Träumen beschreibt die Fähigkeit im Moment des Traumes
erkannt zu haben, dass man träumt. Wenn eine Person in einem Traum
plötzlich unvermittelt erkennt, dass sie träumt, bezeichnet man dies als
spontane Luzidität, eine Form der kurzlebigen Selbsterkenntnis, sich in einem
veränderten Bewusstseinszustand seiner selbst bewusst zu werden. In den
meisten Fällen verhält es sich so, dass die Person einfach aufwacht bzw.
aufwachen will, da sie den Traum als solchen erkannt hat, ihn als unsinnig zu
erkennen glaubt und sofort wieder in den Alltag zurückgelangen möchte.
Allein der Wunsch, wieder aufwachen zu wollen, setzt sich i.d.R. sofort um.
Nun gibt es jedoch Träumer bzw. Oneironauten, wie man sie ebenfalls nennt,
die das luzide Träumen derart trainiert haben, dass sie nicht nur innerhalb
eines Traumes erkennen, dass sie träumen, sondern diesen Zustand über einen
längeren Zeitraum hinweg aufrechterhalten. Der imposante Effekt hierbei ist
die äußerst auffällige Tatsache, dass der Traum plötzlich glasklar und
überdeutlich wird, sobald man die Luzidität erreicht. Dieser Umstand macht
das luzide Träumen sehr attraktiv, denn ein solcher Traum unterscheidet sich
kaum von der Wahrnehmungsqualität innerhalb des alltäglichen
Wachzustandes.
Und an diesem Punkt beginnt der Umgang mit dem luziden Träumen
interessant zu werden, denn nicht nur die erstaunliche Wahrnehmungsqualität,
sondern auch die Macht, die man in einem luziden Traum erhält, ist sehr
verlockend. Nicht nur nutzen die luziden Träumer sodann ihre Träume dazu,
einmal ein schönes Candle-Light-Dinner mit ihrem Lieblingsschauspieler zu
verbringen oder ihren alten Schwarm aus der Schule erfolgreich zu verführen,
sondern auch, um vielleicht psychische Probleme zu lösen. Während man im
Alltagsleben nicht die Gelegenheit findet, eine Führerscheinprüfung oder
studientechnische, mündliche Prüfungen mehrmals zu erleben, wohl um die
beste Realitätsversion ermitteln zu können, so kann man sich unmittelbar und
geradezu live optimal darauf vorbereiten, die anstehende Prüfung zu meistern.
Ebenso können Albträume ganz anders gehändelt werden, wenn der Träumer
sich des Traumes bewusst wird und dann seine Traumkraft dazu nutzen kann,
sich dem Verfolger entgegenzustellen. Hierbei wurden viele Male sich
wiederholende Albträume erfolgreich gelöst. Es war keine Flucht in den
alltäglichen Wachzustand mehr nötig, denn das Unterbewusstsein stellte sich
mit der Lösung des Problems zufrieden und verlangte keine weitere
Konfrontation mit der Bedrohung mehr. Der Albtraum löste sich endgültig
auf und kehrte nicht wieder zurück.
Ebenso Selbstvertrauen, Optimismus und andere positive Eigenschaften des
Menschen können in einem luziden Traum gestärkt werden, fand der
Psychologe Stephen LaBerge vom Lucidity Institute heraus, der das luzide
Träumen wissenschaftlich bewies. Während man sich im Alltag vielleicht
nicht als liebenswert oder ängstlich in seinem sozialen Umfeld betrachtet,
können in einem luziden Traum solche Eigenschaften aufgelöst werden, um
sich liebenswert und mutig zu fühlen. Hierbei kann man entsprechende
Traumsituationen erschaffen und daraus optimale Verhaltensweisen
herausfinden, denn die Traumpersonen, die das Unterbewusstsein erschafft,
sind ebenso real wie ein beliebiger Mensch im alltäglichen Wachzustand.
Das luzide Träumen bietet sehr viele Vorteile, die man in dieser kurzen
Erklärung hier nicht allesamt erörtern kann, aber es ist in jedem Fall
faszinierend und besser als jeder Kinofilm oder Live-Rollenspiel, denn man
ist mit seiner vertrauten Alltagspersönlichkeit mitten im Geschehen und erlebt
alles hautnah am eigenem Leibe – unabhängig von Zeit und Raum.

Kritikfähigkeit und Agenten (Traumpolizei) in
luziden Träumen

Die vermutlich spannendste Möglichkeit stellt die Ausbildung der
Kritikfähigkeit im Träumen dar. Bei der Beobachtung des Gehirns während
des Traumzustandes, fanden Schlafforscher heraus, dass die für die
Kritikfähigkeit bezogene Gehirnregion geradezu inaktiv ist. Das ist der
Grund, wieso sich im Traum Menschen verwandeln und Gebäude in Luft
auflösen können, ohne, dass man sich so sehr darüber wundert, dass der
Traum als solcher enttarnt wird. Das Problem ist offensichtlich die fehlende
Stimulation des Gehirnbereiches, der für die Selbsterkenntnis über den
Traumzustand in der unmittelbaren Gegenwart aufklärt. Die Frage ist, wie
kann man diesen Bereich für das kritische Denken in einem Traum
aktivieren?
Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass einige luzide Träumer darüber
berichten, dass sie in bestimmten Momenten einer Art Agent begegnen, ganz
ähnlich wie in dem Film “Die Matrix“, die sich dafür einsetzen, den luziden
Träumer aus dem Traum zu werfen bzw. ihn aus bestimmten Traumebenen zu
verbannen. Man sieht in solchen Fällen keinen Agenten im schwarzen Anzug
vor sich stehen, sondern eine vertraute Person, die sich ganz plötzlich anders
verhält. Diese Person wird misstrauisch, hat von einem Moment zum anderen
eine unangenehme und bedrohliche Ausstrahlung. Sie versucht, den Träumer
als luziden Träumer zu enttarnen, um ihn dann hinauszuwerfen oder so sehr
zu verstricken, dass er die Klarheit wieder verliert. Dabei kann es sich sowohl
um den eigenen Partner als auch um ein Familienmitglied oder einen guten
Freund handeln.
Der “Agent” lädt” sich in die vertraute Person herunter, sobald der luzide
Träumer eine bestimmte Traumebene betritt. Somit ist dieser eine Art
Traumprojektion, die, mitunter auch symbolisch, für die fortführende
Deaktivierung des kritischen Denkzentrums steht. Die Aktivierung des
logischen Denkzentrums zur gewohnten Kritikfähigkeit sollte daher für das
Erlernen des luziden Träumens Priorität haben.
Natürlich existiert noch ein weiterer Grund, warum solche Agenten, die
vertraute Personen im Traum übernehmen und gegen den Träumer arbeiten,
bis er die jeweilige Ebene verlässt oder seine Luzidität wieder verliert. Doch
erst einmal sollte der angehende Träumer so weit kommen, dass er überhaupt
luzide wird.
Dieses Zentrum befindet sich im vorderen Bereich unseres Gehirns, im so
genannten präfrontalen Cortex. Eine Studie von Dr. Mike Lockwood vom
nationalen Laboratorium in Rutherford Appleton, Kalifornien, hat
dahingehend Experimente mit der Stimulation dieses Gehirnbereichs
unternommen und löste bei seinen Probanden nahezu ununterbrochen luzide
Träume aus, d.h. die Versuchspersonen erlebten die ganze Schlafenszeit über
Klarträume. Die Stimulation regte das kritische Denken an und diese reichte
völlig aus, um die gewohnten Trübträume in Klarträume zu verwandeln…
Aus welchem Grund “zufälligerweise” genau der Gehirnbereich im Schlaf
deaktiviert ist, der dem Träumer genügend Kritikfähigkeit schenken würde,
um den Traum als solchen zu erkennen, ist bislang nicht von
wissenschaftlicher Seite untersucht worden, aber sicherlich ebenso
interessant. Immerhin ist dies tatsächlich ein seltsamer Zufall und die
Wahrscheinlichkeit, dass sich genau dieser Gehirnbereich deaktiviert,
während andere Bereiche im Schlaf hochaktiv sind, mehr sogar als im
Wachzustand, ist sehr gering.
Es existieren von meiner Seite daher mehrere theoretische Annahmen,
weshalb dieser Umstand überhaupt gegeben ist. Da der Glaube an Zufall
meiner Ansicht nach nur einen Glauben darstellt, den ich nicht teilen kann.
Daher gibt es sicherlich einen bestimmten Grund für diese Deaktivierung der
Kritikfähigkeit ausgerechnet in dem Zustand, in dem man ihn benötigt.
Als ersten Punkt möchte ich meine eigenen und auch Berichte anderer
Träumer anbringen, dass sie im luziden Zustand und in einigen Traumebenen
auf eine Art Traumagenten bzw. Traumpolizei stoßen. Dabei verwandelt sich
der Partner, Freund oder eine andere beliebige Person plötzlich zwar nicht auf
optischer, doch in charakterlicher Hinsicht. (Nebenbei erwähnt, würde ich
mich sehr über den einen oder anderen Bericht meiner Leser freuen, die auf
einen solchen “Agenten” gestoßen sind).
Beispielsweise kann der Partner, der einen ansonsten liebevoll in den Arm
nimmt oder mit süßen Worten verzaubert, mit einem Mal zu einem
hinterhältigen und sehr misstrauischen Charakter werden. Es ist, als würde er
spüren, dass man gerade luzide geworden ist und man fühlt deutlich, dass er
einen entlarven möchte. Dies steigert sich dann oftmals durch eine starke
Bedrohung, zwar nur auf emotionaler Basis, aber man gewinnt fortan den
Eindruck, seine Luzidität besser für sich zu behalten.
Überhaupt ist es wesentlich vorteilhafter, seine gewonnene Klarheit für sich
zu behalten, denn dies verlängert nicht nur die Dauer des Traumes, sondern
lässt dem Unterbewusstsein auch genügend Raum für viele spannende und
abenteuerliche Überraschungen.
Die meisten luziden Träumer beeinflussen den Traum frei nach eigenen
Wünschen. Sie erschaffen sich alle möglichen sexuellen Begegnungen und
fliegen genussvoll über Berg und Tal. Dies sind natürlich sehr verlockende
Möglichkeiten, doch solche Träume dauern in vielen Fällen nur Minuten. Die
Anwendung einer passiven Luzidität, d.h. man erreicht die volle Klarheit im
Traum, aber mischt sich nicht in die Handlung ein, verspricht eine deutliche
Verlängerung des Traumes. Hier können sodann vonseiten des
Unterbewusstseins Traumcharaktere und Situationen eingespielt werden, die
ganz neue Möglichkeiten bieten. Nicht nur ist es möglich, unbekannte
Realitäten aufzusuchen, die sich außerhalb der normal-gewohnten
Traumebenen befinden, sondern auch tief in seine Psyche eindringen, um
Bereiche und Fähigkeiten aufzudecken, die ansonsten verborgen sind. Es
können darüber hinaus sogar Traumebenen aufgesucht werden, denen eine
objektive Existenz zukommt, d.h. sie ist eine real existente Welt mit
eigenständigen Personen, Ländern, Städten und Evolution. Habitate, die, wie
unsere auch, als physische oder geistige Welten betrachtet werden können.
Mehr noch, es steht dem ehrgeizigen und unerschrockenen Träumer sogar
offen, seine bekannte Alltagswelt für immer zu verlassen und sich in einer
anderen Welt für immer niederzulassen. Doch letzteres stellt eine höchst
schwierige Angelegenheit dar und lässt sich nur von den wenigsten erreichen.
Doch, um dies einmal auf den Punkt zu bringen, existieren unterschiedliche
Traumreichweiten sowohl für einen trüben als auch luziden Träumer. Der
Trübträumer erfährt ausschließlich zu 99% nur die symbolische und die
therapeutische Traumebene, d.h. entweder bekommt er symbolische Hinweise
des Unterbewusstseins vermittelt oder wird Situationen ausgesetzt, in denen
er lernen bzw. sich selbst therapieren kann.
Der luzide Träumer betritt eine Art “Spielplatz für Träumer”, d.h. sobald er
mit seiner gewonnen Klarheit direkt ins Traumgeschehen eingreift, wird ihm
ein Bereich zugeteilt, der frei zur Verfügung steht. Dort kann er sich völlig
frei und tabulos an alles und jeden austoben. Das direkte Eingreifen bezeichne
ich hierbei als aktive Luzidität, die passive hingegen beschreibt die von mir
erwähnte Vorgehensweise, seine Luzidität für sich zu behalten und sich
absichtlich nicht mit seinen außerordentlichen Fähigkeiten in den
Traumablauf einzumischen. Mithilfe der passiven Luzidität können weitere
Traumebenen entdeckt werden, die selbst erfahrenen luziden Träumern
entgehen.
Doch aus welchem Grund, um noch einmal auf diesen Umstand
zurückzukommen, tauchen Agenten auf, die sich in den eigenen Partner,
Freund oder Familienmitglied herunterladen und dann zu fiesen,
hinterhältigen Manipulatoren werden, um die gewonnene Luzidität zu
beenden?



Alltags- und Traumrealität

Zum Abschluss der Kapitel über das Träumen kann ich sagen, dass ich
eigentlich kein großer Anhänger von Techniken bin, da ich der Ansicht bin,
wenn man all die ausschlaggebenen Zusammenhänge einmal richtig
verstanden hat, ist es auch möglich, automatisch in einem Traum luzide zu
werden. Leider erfordert das Verstehen viel Denk- und Fragearbeit und ein
kontinuierliches Hinterfragen seiner selbst, um die Tarnung aufzuknacken,
die unserer Alltagsrealität obliegt und für Milliarden Menschen äußerst
erfolgreich die Tatsache verschleiert, dass man sich auch in diesem
Augenblick ebenfalls in einem Traum befindet. Aus dem Grund ist es nicht so
einfach, nur zu verstehen, denn die Tarnung, dass der Alltag ebenfalls ein
Traum ist, wird dermaßen vehement verborgen, dass es nahezu unmöglich
scheint, diesen als solchen zu erkennen. Viele Menschen in unserer Zeit,
unterstützen mit ihren Ansichten die Unmöglichkeit eines solchen
Tatbestandes mit ihrem Verhalten. Sie würden niemals zugeben, dass selbst
der vertraute Alltag nur ein Traum ist. Doch nicht nur andere Menschen
können dies verschleiern, sondern man trägt den größten Teil selbst dazu bei.
Immer wenn ich versucht habe, einen Menschen davon zu überzeugen, dass
wir uns auch im Alltag in einem Traum befinden und wir schlichtweg nur
geträumt haben, am Morgen zu erwachen, fiel es nicht sonderlich auf
fruchtbaren Boden, sondern auf starke Gegenwehr. Wir haben dieses Leben
hier seit vielen Jahren tagtäglich gelebt, wer möchte also zugeben, dass all die
persönlichen Errungenschaften nur ein Traum sind? Als ich wieder einmal
erkennen musste, dass mein Alltag auch nur einen Traum darstellt, habe ich
mir vor Angst buchstäblich in die Hosen gemacht. Die Angst, die ich in dem
Moment erfuhr, war die schlimmste und größte Angst, die ich jemals in
meinem Leben erfahren hatte. Die Bedrohung, oder besser gesagt, die
Todesgefahr, die ich in dem Moment empfand, gründete sich nicht auf ein
Objekt außerhalb meiner selbst, sondern sie bezog sich auf eine Erkenntnis,
die ich im Inneren erhielt. Ich spürte nicht nur, dass ich in Wirklichkeit
jemand ganz anderes war mit einem eigenem Leben und einer eigenen
Realität, sondern ich verstand, dass mein Alltag nur ein sehr plastischer
Traum ist. All die Freunde, die ich kennengelernt hatte, meine berufliche
Ausbildung, meine damalige Partnerin, mein erlangtes Wissen… all dies war
nur geträumt. Ich erkannte, dass ich nur eine Projektion eines Selbstes war,
das jemand automatisch ausgesandt hatte, nachdem es in seinem Bett
eingeschlafen war. So blickte ich zurück auf mein Leben und musste vor mir
selbst erneut zugeben, dass ich damals in meiner Kindheit doch keinen
Ausweg aus der Misere des falschen Aufwachens gefunden hatte, denn ich
war immer noch nicht erwacht und schlief immer noch! Dass ich am Morgen
aus meinem alltäglichen Bett gehüpft war, dies war nur geträumt! Ich träume
also nun seit meiner Kindheit jeden einzelnen Morgen, dass ich in meinem
Bett erwache und gehe felsenfest davon aus, dass die Alltagswelt meine
Wachrealität darstellt.
Ich wurde gefragt, warum Techniken nur sekundär wichtig sind und man
tausend verschiedene Techniken ersinnen und praktizieren kann, ohne die
großen Erfolge zu erzielen, die man sich vielleicht wünscht. Warum dies so
ist, möchte ich anhand des folgenden Beispiels gern erklären:
Es ist es doch sehr interessant, noch einmal zu überlegen, warum bei den
beiden Techniken, in der man simuliert, sich in einem Traum zu befinden, es
so wichtig ist, zu hinterfragen, inwiefern der Alltag denn tatsächlich eine
Wachrealität darstellt und vor allem, so erwähnte ich, dass das Ergebnis bei
einer Realitätsprüfung (Reality-Check) stets eine positive sein soll, d.h. dass
man unbedingt zu dem Schluss kommen muss, man befände sich in einem
Traum – selbst wenn man doch im Moment der Übung im Alltag und wach
ist. Diese Technik funktioniert also nur dann vernünftig, wenn man den
Alltag, trotz der gegenteiligen Ansichten aller Menschen innerhalb seines
persönlichen Umfeldes, als Traum deklariert. Dies hat einen ganz klaren
Grund, denn diese Technik kann einfach nur dann funktionieren, wenn man
dem Unterbewusstsein endlich vollends zustimmt und ehrlich vor sich selbst
zugibt, dass man erkannt hat, man befindet sich in einem Traum. Man gibt in
diesem Moment zu, dass der Alltag nur ein Traum ist und man bereit sei, dies
nun schrittweise zur Erkenntnis zu bringen. Unser Ego wehrt sich mit Händen
und Füßen gegen die Erkenntnis, dass der Alltag nur ein Traum ist und aus
dem Grund hat der werdende Träumer auch Probleme, auf deutliche und
vernünftige Art und Weise in seinen Träumen luzide zu werden. Techniken
dienen also nur dazu, seine Angst vor dieser Erkenntnis weiterhin zu
verschleiern. Somit funktionieren Techniken natürlich trotzdem, aber sie
lassen letzten Endes stets nur in die Vorgänge von sicherer Warte aus
hineinschnuppern. Darum sind luzide Träumer, die beispielsweise jede Nacht
automatisch luzide träumen, auch so selten anzutreffen. Natürlich kann man
mit den Techniken in den Genuss luzider Träume kommen, aber die meisten,
die damit begonnen haben, haben auch irgendwann wieder damit aufgehört
und gaben sich mit den ein, zwei, drei oder vielleicht sogar zehn luziden
Träumen zufrieden. Das Ego hat somit das Zepter zurückerlangt und konnte
den scheinbar wissenschaftlichen Beweis, dass der Alltag kein Traum sein
kann, erfolgreich durchsetzen.



Das Doppel oder Außerkörperliche Erfahrungen



Unsere Traumwelt ist weitaus umfangreicher und intelligenter als man
vielleicht annehmen mag und ebenso ist es auch unser physischer Körper. Er
weiß genau, was gut für ihn ist und was nicht. Eigentlich kann er sich jeder
Umweltsituation anpassen, auch wenn diese mal als lebensbedrohlich
eingestuft werden sollte. Der Körper ist in der Lage, jedes Problem, das ihm
begegnet, optimal zu lösen, falls die ihm innewohnende Persönlichkeit ihm
diese Macht zusichert und einräumt. Im Weiteren kann der Körper jeden
Virus besiegen, sei er noch so hartnäckig. In der Medizin wird behauptet, dass
Viren in der Lage sind, den Körper auszutricksen und ihn auf kurze oder
lange Zeit auf Krankheit zu programmieren. Z.B. Viren, die für Schnupfen
zuständig sind, sollen so raffiniert sein, dass sie den Körper täuschen, um
Zugang zum System zu bekommen. Das ist aber leider mehr eine
wirtschaftlich-orientierte These als eine, die der Wahrheit entspricht. Der
Körper als Ganzes, und nicht das Gehirn allein, ist eigentlich das
Intelligenteste, was auf organischer Basis existiert. Der Körper weiß ganz
genau, was z. B. ein Schnupfenvirus tut. Er »erlaubt« diesem einzutreten und
eine Veränderung seiner eigenen Programmierung zu vollziehen. Wenn der
Körper den Befehl erhält, den Schnupfen abzustellen, dann stellt er sein
System so um, dass der Virus wieder neutralisiert wird. Das macht der Körper
mit jedem Virus und mit jeder Krankheit, es ist nur eine Frage dessen, wie
sehr man seinem Körper vertraut und welche Befehle man ihm mithilfe von
Gedanken und Gefühlen eingibt. In Wirklichkeit hat der Körper selbst viel
mehr Kenntnis darüber, was gut oder nicht gut für ihn ist, als die ihm
innewohnende Persönlichkeit. Letztere neigt nämlich dazu, den Körper
zuweilen regelrecht mit negativen Empfehlungen zu unterwandern, nicht
zuletzt durch die Programmierung der Gesellschaft, die die Persönlichkeit für
viel authentischer hält als die natürlichen Heilkräfte des Körpers. Niemand
besitzt einen besseren Überblick über die internen Körpervorgänge als der
Körper selbst. Kein Arzt und keine außenstehende Person wiederum können
den Zustand und die Intelligenz des eigenen Körpers besser einschätzen als
jener, der ihm innewohnt. Der Körper beherrscht aber noch eine weitere,
erstaunliche Fähigkeit, die sich den meisten Wissenschaften ebenso entzieht,
nämlich die Erschaffung eines Doppels seiner selbst.

Der Körper ist in der Lage, sich selbst - auf einem rein energetischen bzw.
feinstofflicherem Niveau - zu reproduzieren. Er kann sozusagen ein fast
identisches Doppel seiner selbst erschaffen. Dieses energetische Doppel hat
im Laufe der Geschichte Namen erhalten wie Traumkörper, zweiter Körper,
elektrischer Körper, Doppelgänger, Astralkörper, Ätherkörper, Ätherleib,
Sternenkörper, Doppel, der Andere, Energiekörper, psychischer Körper, Bio-
Plasmakörper u.v.a. In meinem Fall nenne ich diesen Körper meistens
Astralkörper, zweiter Körper oder psycholektrischer bzw. elektrischer Körper.
Diese Verdoppelung dient dem Zweck, das physische Leben zu überleben. Er
verdoppelt sich auf einer feinstofflicheren Ebene, die nicht so anfällig und
somit wesentlich resistenter ist.

Neben meinen vielen hundert außerkörperlichen Erfahrungen, habe ich mit
einer Menge an Leuten über den Astralkörper und deren Erlebnissen mit
diesem gesprochen. Ich war erstaunt darüber, wie viele von ihnen bereits
Erfahrungen mit diesem erlebt hatten. Anzeichen dafür sind stets ähnlicher
Natur und meiner Meinung nach haben viele Menschen einmal eine der
folgenden Erfahrungen in ihrem Leben gemacht:

man erwacht, und glaubt ein Erdbeben hätte stattgefunden
man erwacht und erinnert sich, im Traum geflogen zu sein
man erwacht, weil man meint, man sei irgendwo heruntergefallen,
bzw. jemand habe einen hochgehoben und wieder ins Bett fallen
lassen
während man erwacht, fühlt man, dass unerklärliche
Schwingungen oder Vibrationen durch den Körper fahren
während man erwacht, stellt man mit Schrecken fest, dass man
sich nicht mehr bewegen kann und glaubt, man sei gelähmt oder
etwas Schlimmes sei passiert
während man erwacht, glaubt man unter Strom zu stehen
während man erwacht, stellt man fest, dass man unter der
Zimmerdecke schwebt
während man erwacht, glaubt man, jemand habe an einem
herumgezerrt oder aus dem Bett schubsen wollen
während man erwacht/einschläft vernimmt man plötzlich seltsame,
elektrisch-künstliche Töne

Gewiss gibt es noch mehr Anzeichen, aber die hier aufgeführten sind jene, die
am häufigsten auftreten.

Mancher Träumer sagt, dass die nächsthöhere Stufe des luziden Träumens das
Erreichen des zweiten Körpers sei. Außerdem sei es möglich, innerhalb eines
luziden Traumes auf seinen zweiten Körper umzuschalten. Ich selbst habe so
einige Male diese Technik probiert und halte sie für sehr empfehlenswert.
Darüber hinaus wird auch behauptet, dass der zweite Körper Zugang zu
vielen verschiedenen Realitäten besäße. Um dies für sich selbst beweisen zu
können, ist es wichtig, dass man erst einmal lernt, diesen zweiten Körper
einigermaßen zu kontrollieren. Damit man sich ein besseres Bild von diesem
zweiten Körper machen kann, möchte ich ein paar Erfahrungen anbringen, die
diesen Vorgang näher veranschaulichen sollen:

Ich hatte mich ziemlich spät ins Bett gelegt, um mich auf eine
außerkörperliche Erfahrung zu konzentrieren. Irgendwann jedoch muss ich
eingeschlafen sein, wachte aber kurz darauf leicht erschrocken wieder auf.
Ich fühlte, dass regelrecht Wellen durch meinen ganzen Körper liefen, es
fühlte sich fast so an, als läge ich in der Koje eines Schiffes. Ich registrierte
sofort, dass ich des Körpers Doppel dabei ertappt hatte, wie er gerade
meinen Körper verlassen wollte. Ich heftete mich sozusagen an ihn und löste
mich nun langsam von meinem physischen Körper, blieb aber plötzlich in der
Körpermitte hängen. Irgendwas schien diesen Trennungsprozess zu
behindern. Sofort versuchte ich mich zur Seite zu drehen, nach links und
rechts, aber ich blieb stecken und kam einfach nicht heraus. Plötzlich hörte
ich Schritte. Es hörte sich so an, als würde jemand auf einem alten Holzboden
hin- und hergehen. Meine Wohnung verfügte jedoch über keinerlei Holzböden
und bestimmt nicht über solche, die so knarrten. Ich konnte diese Person
leider nicht sehen, aber etwas in mir konnte sie irgendwie fühlen. Es war ein
Mann, der auf mich wartete, und der Holzboden, das dazu gehörige Haus und
dessen Realität, begannen genau dort, wo mein Bett endete. Das ganz
deutliche Gefühl, dass ich mich aus meinen Körper schälen und zu ihm
hingehen sollte, machte sich in mir breit, aber seltsamerweise kam ich nicht
mehr dazu. Nach einigen weiteren Versuchen erwachte mein physischer
Körper langsam und beide Körper vereinigten sich wieder.

In fast allen anfänglichen Erfahrungen ging es mir stets um die Kontrolle des
zweiten Körpers. Es ist ein ganz bestimmter Dreh, wie man plötzlich die
tatsächliche Kontrolle erlangen kann, dies hat nicht selten mit dem Besiegen
der Angst zu tun:

Ich hatte noch eine Weile gelesen und dann das Licht gelöscht. Wie jeden
Abend konzentrierte ich mich auf meinen zweiten Körper und suggerierte mir,
dass ich in dieser Nacht wieder eine Erfahrung haben würde. Als mein
Körper eingeschlafen war, und ich die Konzentration verlor, besaß ich keine
Bewusstheit mehr. Plötzlich erwachte ich wieder und spürte eindeutig, dass
dort jemand an meinem Bett stand. Alles war dunkel und ich konnte nichts
sehen, aber ich fühlte dessen Anwesenheit ganz deutlich. Ich freute mich,
denn anscheinend war jemand gekommen, der mich sprechen oder mir gar
helfen wollte, meinen Körper zu verlassen.
Letzteres war tatsächlich der Fall, denn ich bemerkte nun, wie jemand unter
meinen zweiten Körper griff und mich hochhieven wollte. Doch irgendwas
schien zu stören, denn ich verließ meinen physischen Körper nicht richtig,
blieb immer wieder stecken und verhinderte eine völlige Loslösung. In diesem
Moment erinnerte ich mich an all die Male, bei denen es stets solche
Probleme gegeben hatte und rief, dass ich jetzt wissen möchte, warum ich
immer hängen blieb! Plötzlich veränderte sich meine ganze Stimmung und
erkannte, dass noch ein anderer Persönlichkeitsanteil in mir zu existieren
schien, dessen Aufruhr und Schrecken in Bezug auf außerkörperliche
Erfahrungen ich nun wahrnehmen konnte. Er hatte immense Angst und
wehrte sich dagegen, dass eine Loslösung vom Körper eintrat. Er schlug um
sich und wollte den Besucher verjagen, der an ihm herumzog und eigentlich
nur helfen wollte. Nun war ich jedoch dieser ‚Angsthase’, aber mit dem
Unterschied, dass ich mich auch an die Momente erinnern konnte, in dem ich
keine Angst besaß und ursprünglich völlig einverstanden war mit der
Loslösung. Trotz der Angst sagte ich laut, dass ich bereit bin, mich auf diese
Erfahrung einzulassen, auch wenn sie meinen Tod bedeutete. Sofort konnte
ich mit meinem zweiten Körper problemlos aufstehen und befand mich
abreisebereit in meinem Schlafzimmer. All die Probleme, mich loszulösen,
waren verschwunden.
Geträumte außerkörperliche Erfahrungen

Sowohl in einer ausgedehnten außerkörperlichen Erfahrung als auch bei
luziden Träumen wird eine Menge psychischer Energie erzeugt, bzw.
aufgenommen. Dabei kommt es auch darauf an, um welche Energieform es
sich handelt. Es kann eine unruhige Energie sein, die einem das Gefühl gibt,
nun tagelang wach bleiben, förmlich Bäume ausreißen und es mit der ganzen
Welt aufnehmen zu können oder aber es kann eine ruhige, nicht direkt
spürbare Energie sein, die gespeichert wird, um sie später zu einem optimalen
Zeitpunkt für größere Vorhaben einzusetzen; z.B. für den Einsatz eines
wichtigen Ereignisses, das in der unmittelbaren Zukunft liegt.

Der zweite Körper ist beispielsweise in der Lage, zu fliegen, im Dunkeln zu
sehen und sich zu teleportieren. Wozu er aber nicht in der Lage ist, sind
Dinge wie Essen, Trinken, Türen öffnen etc. Bei der folgenden Erfahrung, die
sehr lang war, so dass ich nur einen Ausschnitt daraus aufführen werde, ist
eine Art von eigenständiger Intelligenz innerhalb des Traumes selbst, eine Art
intelligente, deutlich sichtbare Lernerfahrung.

Ich wachte mitten in der Nacht auf und hatte Probleme, mich auf die Seite zu
drehen. Sofort war mir klar, dass ich mich noch in meinem zweiten Körper
befand, der sich gerade eben mit meinem physischen Körper wiedervereinte,
wobei ich ihn ertappt hatte. Ich entspannte und konzentrierte mich darauf,
mich nun langsam wieder zu lösen, bis ich aufrecht im Zimmer stehen würde.
Nachdem mir das gelungen war, schaute ich mir meine Hände an. Sie waren
noch immer hautfarben, aber durchsichtig. Ich konnte durch sie hindurch
schauen und meinen Teppich sehen. Kurz dachte ich, dass meine Hände
dieses Muster hatten, aber sie waren einfach durchsichtig. Dann ging ich ein
paar Schritte Richtung Balkon und überlegte mir, ob ich nicht einfach durch
die Tür hindurchgehen sollte. Als ich das tat, veränderte sich die ganze
Szenerie. Ich hatte mich in eine andere Szene teleportiert. Plötzlich befand ich
mich nämlich in so etwas wie einem Keller. Links von mir saß ein älterer
Mann, dem ich schon einige Male in Träumen oder außerkörperlichen
Erfahrungen begegnet war, und redete auf mich ein. Er meinte, dass ich in
den folgenden Minuten alles ganz genau beobachten sollte, dass mir einfach
nichts entgehen durfte. Also schaute ich mir alles genau an. Rechts hinter ihm
stand ein langer Tisch. Davor standen zwei jüngere Männer, die Darts in den
Händen hielten. Auf dem Tisch selbst stand eine Kerze, die den Raum
erleuchtete, eine andere Lichtquelle gab es nicht, zumal ich keine Fenster
sehen konnte. Außerdem gab es noch eine Uhr in dem Raum. Einer der
Jungen trat nun an die Tischkante und sollte mit mindestens einem der Darts
die auf dem Tisch stehende Uhr treffen. Er schien genau zu zielen und warf.
Nachdem er dreimal geworfen hatte, nickte der alte Mann und schien
zufrieden zu sein. Dann schaute er mich an. Ich stand also auf, begab mich
auch zu der Tischkante, nahm die drei Darts entgegen und wandte mich dem
Ziel zu. Die Kerze stand rechts neben der Uhr. Ich zielte also ganz genau und
als ich gerade werfen wollte, da sprang der alte Mann auf und blies die Kerze
aus. Das machte mich sehr wütend. Ich war überzeugt davon, dass er mich
nur schikanieren wollte, denn anhand der Bewegungen der Kerzenflamme
hätte ich ganz genau feststellen können, aus welcher Richtung der Wind kam
und so gewiss besser getroffen als mein Vorgänger. So musste ich also ohne
diese Hilfe auskommen und zielte weiter auf die rechteckige, weiße Uhr mit
schwarzen Zahlen und Zeigern. Der Sekundenzeiger war rot und das Ziel
befand sich jetzt vielleicht noch zwei Meter entfernt. Leicht eingeschnappt
zielte ich dann und warf. Plötzlich sprang der Mann auf und kam auf mich
zugelaufen. Sofort wusste ich, dass er mit mir völlig unzufrieden war.
Erschrocken wachte ich auf.

Als ich wieder in meinem physischen Körper erwachte, notierte ich mir diese
Erfahrung sofort, wunderte mich aber zunächst gar nicht über das seltsame
Ende. Erst an den anderen Tag kam mir die Erkenntnis: Nun wusste ich,
warum der Mann enttäuscht von mir gewesen war. Er hatte die Kerze
ausgeblasen und mir so die einzige Lichtquelle genommen, dennoch konnte
ich die Uhr noch ganz genau erkennen, obwohl es nun stockdunkel war. Mir
war dieser Sachverhalt einfach nicht aufgefallen, im Gegenteil, es hatte sich
sogar eine Art Verschleierung aktiviert, die versucht hatte, die eigentliche
Funktion der Kerze für mich umzuinterpretieren. Jetzt war es deutlich: In dem
Moment, als der Mann die Kerze ausgeblasen hatte, hatte ich sofort mit den
Augen des zweiten Körpers wahrgenommen, welcher natürlich in der Lage
ist, in Dunkelheit optimal sehen zu können, aber ich war zu dumm, um es zu
bemerken.
Die intelligente Komponente bestand also darin, dass das Traumerlebnis mir
etwas beibringen sollte und dabei leider meine eigene Intelligenz überstieg -
wie man in diesem Beispiel deutlich erkennen kann. Für mich persönlich
ergaben sich zu dieser Zeit zwei mögliche Perspektiven: Entweder erzeugte
eine höhere Intelligenz diesen Traum, um mir eine Lehre zu erteilen, wie man
seinen zweiten Körper auch noch nutzen kann, oder es war ein Wechsel von
einer außerkörperlichen Erfahrung in einen luziden Traum – in welchem es
natürlich auch möglich ist, in der Dunkelheit sehen zu können. Letzten Endes
entschied ich mich dafür, dass es nicht unbedingt wichtig ist, ob es nun eine
Astralreise oder ein luzider Traum gewesen ist, denn Tatsache bleibt, dass ich
nicht verstanden hatte, dass ich in meinem dortigen Zustand automatisch in
der Dunkelheit sehen konnte. Offenkundig ist darum, dass eine höhere
Intelligenz unsere Träume und ähnliche Erfahrungen steuert.

Ähnliche Begebenheiten zeigen sich auch in anderen Situationen.
Beispielsweise der Wechsel von einer außerkörperlichen Erfahrung (AKE) zu
einem eher traumähnlichen Zustand definiere ich als eine geträumte,
außerkörperliche Erfahrung (TAKE). Dies bedeutet, man kann auch träumen,
eine außerkörperliche Erfahrung zu erleben:

Ich hatte mich endlich vom Körper gelöst und stand nun in meinem Zimmer.
Sofort schaute ich mich um und überprüfte, ob alles wie gewohnt aussah.
Mein Körper lag im Bett und es gab keine seltsamen Gegenstände, die nicht
hierher gehörten. Also ging ich zu meinem Balkonfenster und schritt einfach
hindurch. Als ich hindurchgeschritten war, fiel mir eine flüchtige
Wahrnehmung auf: irgendwas hatte sich verändert. Es war nicht nur meine
Grundstimmung, sondern auch die Wahrnehmung. Es war wie ein winziger
Blackout, ein fast unauffälliger Übergang. Alles schien nicht mehr so zu
wirken, wie eine direkte außerkörperliche Erfahrung. Ich schaute mich um
und hinter mir war ein ganz anderes Balkonfenster als mein gewohntes zu
sehen, auch sah ich links und rechts von mir weitere Balkone. Kurzum ging
ich zu einem der anderen Balkone und schaute dort durch das Fenster. Ich
sah jemanden im Bett liegen, der schlief, konnte aber seinen zweiten Körper
nicht entdecken. Als ich einen Balkon weiterging, sah ich jemanden an einem
Tisch sitzen. Er wirkte sehr deprimiert und ich beschloss, ihn anzusprechen.
Ich schaute mir sein Zimmer an und wunderte mich, dass, wenn es das
Zimmer eines Nachbarn ist, es unmöglich so geschnitten sein konnte.

Als ich erwachte, wusste ich sofort, dass der Übergang in einen Traum in dem
Moment stattgefunden hatte, nachdem ich durch die Balkontür gegangen war.
Es hatte einen Wahrnehmungsbruch gegeben, eine Diskontinuität des
Bewusstseins. Zwar war ich danach noch außerkörperlich, aber vermutlich
war die Erfahrung unmerklich in einen Traum übergegangen oder ich war
einfach nur zu einem anderen Ort teleportiert worden, was ebenfalls oft
vorkommen kann, wenn man sich in solchen Zuständen befindet.

In diesem Sinne führe ich auch noch ein paar Erfahrungen von einer Freundin
an, die ebenfalls außerkörperliche Erlebnisse erfuhr und hierbei auch
entschieden mit Ängsten kämpfte:

Ich kam zu mir, als ich mich in meinem Badezimmer befand. Es war klar, dass
ich außerkörperlich war, und ich bekam ein wenig Angst. Also lief ich los und
wollte zurück zu meinem Körper gehen, der in meinem Zimmer lag und
schlief. Als ich den ersten Schritt Richtung Tür machte, wachte ich auch
schon in meinem Körper auf.

Mitten in der Nacht erwachte ich und merkte sofort, dass ich außerkörperlich
war. Ich hatte jedoch nicht den Mut, mich aufzurichten und umherzulaufen,
also blieb ich einfach im Bett liegen und hob ab und zu meinen linken oder
rechten Arm, um ihn mir einfach anzuschauen. Dabei fiel mir auf, dass er
zeitweise durchsichtig war und dann wieder normal aussah. Dies machte ich
eine ganze Weile, bis ich irgendwann erwachte.

Ich lag im Bett und konnte mich nicht bewegen, ich war in meinem zweiten
Körper. Dann fühlte ich starke Schwingungen, bzw. leicht unangenehme
Vibrationen, die durch meinen ganzen Körper gingen. Im gleichen Moment
hörte ich einen lauten und dumpfen Ton und stieg dabei aufwärts. Die
Loslösung von meinem Körper ging sehr einfach und locker. Als ich so ca.
einen halben Meter über meinem physischen Körper schwebte, beschloss ich
dann doch, erst einmal wieder zurückzukehren. Da ich aber nicht wusste, wie
ich beide Körper wieder vereinen konnte, konzentrierte ich mich darauf,
meinen großen, rechten Zeh zu bewegen und wachte sofort auf.

Als ich mitten in der Nacht erwachte und mir auffiel, dass ich gerade dabei
war, meinen Körper zu verlassen, bekam ich starke Gefühle von Einsamkeit
und Todesängsten. Die Versuche des Loslösens fielen mir zuerst schwer, bis
es mir endlich gelang, und die Angst mit einem Mal verschwand.

Diese immer wiederkehrenden Ängste sind meiner Ansicht nach mit der
Angst vor dem Tod assoziiert. Viele Menschen mit Nahtod-Erlebnissen
berichten von Loslösungen vom physischen Körper. Dies kann also eine
instinktive Angst sein, die die Persönlichkeit beeinflusst und eine
außerkörperliche Erfahrung aus reinem Selbstschutz zu verhindern versucht.
Wichtig hierbei ist, seinen Willen und seinen Mut zu schulen. Nur derjenige,
der sich über seine Ängste hinwegsetzt und trotzdem eine außerkörperliche
Erfahrung herbeisehnt, kann sie erfahren. Als Beispiel dient vielleicht das
folgende Erlebnis in dieser Richtung:

Ich wollte endlich einmal eine außerkörperliche Erfahrung erleben und war
bisher immer an dem Punkt gescheitert, dass mein Körper sich völlig
entspannte und sobald das der Kopf es auch wollte, wurde er plötzlich
riesengroß und ich bekam Angst, dass er platzen könnte. Kurze Zeit später
wurde der Druck so intensiv, dass ich abbrach. Doch vielleicht bei meinem
zehnten Versuch sagte ich mir innerlich, dass ich bereit bin alles dafür in
Kauf zu nehmen, dass ich die alleinige Verantwortung dafür übernehmen, ob
ich mich nun von meinem Körper löse oder mein Kopf explodiert. Danach
wurde der Druck so unerträglich stark, dass ich für einen Moment glaubte,
dass er tatsächlich platzt, aber mit einem Mal ließ der Druck nach! Ich fühlte
danach eine unglaubliche Körperentspannung und wusste, dass ich einen
großen Schritt weiter gemacht hatte.

In der folgenden Erfahrung werde ich auf ein Energiefeld aufmerksam, dass
meine Loslösung behindert:

Ich lag in meinem Bett und spürte die Schwingungen, auch wieder »in«
meinen Ohren. Dann schien es mir so, als würden diese Schwingungen vom
Körper abstrahlen und ein Feld erzeugen, das senkrecht und trichterförmig
nach oben verlief, was mir offensichtlich eine Kontrolle über meinen zweiten
Körper erschwerte. Ich brauchte mich also nur zur Seite wegzurollen, um
diesem Feld zu entkommen. Also rollte ich mich zur Seite und tatsächlich, nun
konnte ich einfach aufstehen.

Dieses seltsame “Feld” schien aus Energie zu bestehen, denn ein anderer
Begriff fällt mir nicht dazu ein, der dies besser beschreiben könnte. Das Feld
funktioniert, so schien es mir, wie ein Fahrstuhl, der den zweiten Körper
entweder einfängt und ihn dann wieder mit dem physischen Körper verbindet
oder vice versa ihn gemach nach oben transportiert und ihn im Orbit hält -
was mir in den bereits erwähnten Erfahrungen als empfundene
Hochgeschwindigkeit vorgekommen war.

Spontane, außerkörperliche Erfahrungen mit einem Grundgefühl der
Sicherheit, sorgen immer wieder für sehr spannende, amüsante, aber auch
erkenntnisreiche Begebenheiten:

Ich löste mich ziemlich schnell von meinem Körper und als ich in meinem
Schlafzimmer stand, streckte ich meinen Arm nach oben aus und aktivierte in
mir das Gefühl des Fliegens. Sofort hob ich vom Boden ab und schoss durch
die Zimmerdecke in den Himmel hinauf. Dort orientierte ich mich kurz und
überlegte mir, einmal Richtung Asien zu fliegen. Nach einem wunderschönen
Flug über Berge, durch Wolken hindurch und über Wälder und Täler hinweg,
gelangte ich zu einem großen Feld. Dort arbeiteten einige Frauen mit großen,
runden Strohhüten. Ich nahm mir vor, diese ein wenig zu ärgern und flog
hinunter und glitt dabei erst einmal knapp über das Feld. Als ich in ihre Nähe
kam, umflog ich sie wild und schnell. Sie fühlten mich sogar und schrieen
unvermittelt, was mich erstaunte, denn sonst wurde ich nicht so leicht
wahrgenommen. Eine der Frauen schaute immer in meine Richtung. Es war,
als ob sie mich zum Teil sehen konnte. Ihre Augen folgten mir, doch dann lief
sie fort. Kurze Zeit später kam sie mit einem bräunlichen Sack wieder und als
ich auf sie zuflog, um sie erneut zu erschrecken, griff sie in ihren Sack und
holte einen abgetrennten Schweinekopf heraus. Er war blutverschmiert und
ich erschreckte mich, sodass ich augenblicklich in meinem Körper
zurückschoss und wach wurde.
Als ich meine Augen öffnete, musste ich grinsen, denn sie hatten in mir
tatsächlich einen Dämon vermutet, der ihre Felder bedrohte, und diesen auch
so vertrieben, wie sie es mit jedem anderen Quälgeist getan hätten. Es hatte
Wirkung gezeigt, denn auf einmal einen abgetrennten, blutigen Schweinekopf
vor meinen Augen zu sehen, hat mich sofort zurückgeschleudert.

Solche Späße habe ich immer wieder gemacht, wenn mir nichts Besseres
einfiel, und ich hatte dabei stets viel Freude. Manchmal stieg ich in fremde
Wohnungen ein, oder ärgerte irgendwelche Menschen, die mir auf meinen
Reisen begegneten. Oft fand ich leerstehende Wohnungen vor, weil der
Bewohner vielleicht selbst gerade auf Reisen war, vermutlich, ohne sich nur
mit einer Silbe am anderen Morgen daran zu erinnern. Es gibt dort einfach
keine Polizei, die das eine oder andere untersagen könnte und das allein
befreit ungemein, wenn man ansonsten in einer Welt lebt, die so viele Gesetze
entwickelt hat, dass jeder Mensch, so anständig er auch sein mag, im
bestimmten Grade, irgendwie immer kriminell ist.

In vielen Lehren wird häufig gesagt, dass man ein sehr liebevoller Mensch zu
sein habe, frei von Schuld und ganz allein im Dienste des Guten oder des
Lichtes und der Liebe stehend, um überhaupt einmal eine außerkörperliche
Erfahrung erleben zu dürfen, aber das halte ich für ein Vorurteil. Natürlich
kann ich mir vorstellen, dass z.B. ein Mörder Schwierigkeiten hat, sich auf
eine außerkörperliche Ebene zu begeben, da er unterbewusste Blockaden
besitzen und befürchten müsste, seinen Opfern wiederzubegegnen oder sich
mit seinem Unterbewusstsein und Gefühlen auseinanderzusetzen, doch in der
Regel sollte jeder Mensch fähig sein, diese Ebene aufzusuchen, unabhängig
von Herkunft, Intelligenz und Moral. Scheitern könnte es höchstens an
Kenntnis, Skepsis und übertriebener Rationalität sowie einem Mangel an
Motivation, solche Zustände überhaupt erreichen zu wollen. Menschen, die
sagen, dass man solche Zustände ausschließlich als Erleuchteter aufsuchen
kann, entsprechen laut meinen Informationen absolut nicht den Tatsachen.
Jeder Mensch reist jede Nacht astral, unabhängig davon, ob er sich daran
erinnert oder nicht. Dies gilt für Kinder ebenso wie für größere Tiere. Man
muss darum kein Adept, Eingeweihter oder Guru sein, um diese Kunst
beherrschen zu lernen. Eigentlich muss man hierfür nur viel Geduld,
Motivation und Praxis besitzen.

Auch andere Begebenheiten können während einer außerkörperlichen
Erfahrung auftauchen, wie optische oder akustische Phänomene. Nicht nur bei
der Loslösung, bei der man oft elektronische Töne vernehmen kann, sondern
auch während der Erfahrung:

Ich erwachte in meinem zweiten Körper in meinem Schlafzimmer, aber in
einem anderen Bett. Ich entdeckte, dass mein Zimmer voller Gegenstände
war, die ich schon längst weggeworfen hatte, wie auch jene, die ich noch
besaß. Sogar die defekten oder zerbrochenen Gegenstände schienen sich auf
ihrem ehemaligen Platz verewigt zu haben. Sie standen noch immer dort und
funktionierten sogar und waren völlig intakt! Es gab aber auch Gegenstände,
die ich nicht kannte. Ich war erstaunt, denn der Raum war recht gefüllt. Als
ich einen Gegenstand berührte, blitzte es unmerklich an meinen Fingerspitzen
golden auf! Neugierig geworden berührte ich daraufhin die Wand. Es war,
als zöge man einen Feuerstein über eine Wand, es sprühte Funken. Es kam
definitiv von meinem zweiten Körper, dessen war ich mir nun sicher. Ich hatte
also einen goldenen, zweiten Körper. Ich lachte, denn ich erinnerte mich
gleich an die Bemerkung einer Freundin, die mich “Gülden Jona” nannte,
weil ich ihr einmal von einer ähnlichen Erfahrung erzählte, in der ich durch
ein Treppenhaus ging und mich über ein seltsames, goldenes Licht wunderte,
dass mich dauernd zu begleiten schien, bis ich entdeckte, dass es von meinem
eigenen Astralkörper ausging.
Ich fragte mich, ob jeder eine bestimmte Farbe besitzt. Schwarz wäre mir
eigentlich lieber gewesen, dann kann mich wenigstens keiner sehen, aber
Gold sieht auch gut aus, dachte ich. Ich sah einen handgroßen Gegenstand,
einen weißen, indischen Elefanten. Ich drückte mit meinem Finger auf dessen
“Auge” und plötzlich sah ich, dass es Gold aufblitzte und das Auge lebendig
wurde! Es wurde plastisch und hatte nun sogar plötzlich eine Pupille und Iris.
Es schaute umher und als ich den Finger wieder herunternahm, war alles
wieder normal. Mein zweiter Körper konnte Gegenstände beleben! Ich war
fasziniert. Ich berührte noch andere Dinge und dauernd wurden sie von mir
belebt. Ich fühlte mich wie ein kleiner Gott. Manchmal ratschte ich einfach an
der Wand lang, nur um die goldenen Funken sprühen zu sehen. Es war sehr
eindrucksvoll.

Es gibt aber unzählige, weniger bewusste und aufregende außerkörperliche
Erfahrungen, die nicht die ganze Aufmerksamkeit eines Menschen besitzen
können:

Ich wurde nachts wach und fühlte, dass ich auf etwas lag. Ich griff danach
und bemerkte, dass eine Matratzenfeder herausgesprungen war. Ich drückte
sie runter, aber es ging irgendwie nicht. Ich positionierte meinen Körper
anders und wollte mich am anderen Tag darum kümmern. Als ich am anderen
Tag nachschaute, befand sich dort keine herausgesprungene Feder.

Ich befand mich hier zwar außerhalb meines Körpers, aber hatte vermutlich
durch das Bett hindurch gegriffen und sonderbarerweise eine Matratzenfeder
fühlen können. Aus diesem Grund dachte ich, die Matratze wäre beschädigt
gewesen und plante kurzsichtig, sie zu reparieren oder auszutauschen.
Ähnliche Erfahrungen werden einem immer wieder begegnen, in denen man
sich seines Zustandes nicht richtig bewusst ist.

Die ganze Zeit hatte mich eine Mücke geärgert und irgendwann stand ich auf,
um schnell das Licht einzuschalten und die Mücke zu erwischen. Ich tastete in
der Dunkelheit umher und suchte nach dem Lichtschalter. Ich tippte dagegen
und erwartete, dass das Licht angehen würde, aber es geschah nichts. Ich
tippte nochmal dagegen und als wiederum nichts geschah, dachte ich mir,
dass es gewiss nur kurz dauert und dann das Licht angehen würde. Ich ging
dann schon mal zum Fenster, um es zu schließen, damit nicht noch mehr
Mücken reinkommen würden.

Dies ist eine sehr klassische außerkörperliche Erfahrung, in der man sich
seines Zustandes nicht richtig bewusst ist und begegnet dem Praktiker ganz
bestimmt auch einmal.

Einige meiner Erfahrungen beherbergten ein für mich ganz neues Element,
über das ich erst Jahre später Näheres erfuhr. Ich erwachte immer wieder in
einem schwarzen Raum, den ich einfach nicht näher bestimmen konnte:

Gestern Nacht habe ich mich ins Bett gelegt und willentlich versucht, mich
durch eine weitere Technik von meinem Körper zu lösen, bei der ich so tat,
als ob ich schlafen würde. Ich ging davon aus, dass man in veränderten
Bewusstseinszuständen oder mein Unterbewusstsein vielleicht nur schwer
unterscheiden kann, ob ich nun wirklich schlafe oder nicht. Also habe ich so
getan, als ob ich nun schliefe. Das hatte einen deutlich spürbaren Effekt, denn
ein Teil in mir schien dies sofort zu glauben. Es blitzte um mich herum und da
wusste ich, dass ich nun sehr aufmerksam sein musste, aber gleichzeitig
weiterhin so zu tun, als sei ich grad eingeschlafen. Plötzlich gab es die erste
Veränderung und ich fühlte meinen Körper von einer Sekunde zur anderen
nicht mehr. Ich war in meinem eigenen Körper gravitationslos. Sehr
entspannend, kann ich nur versichern. Diesen Zustand kannte ich bereits,
denn da ist man sehr nah an einer Loslösung vom physischen Körper. Im
nächsten Moment war ich wieder von totaler Schwärze umgeben und spürte
nur den Wind in den Haaren, die sich bewegten, weil es mir schien, als flöge
ich mit einer schnellen Geschwindigkeit durch eine pechschwarze Nacht.
Dann verlor ich leicht die Kontrolle über die Steuerung des Körpers, denn ich
schwebte sanft nach hinten auf den Rücken und flog noch eine Weile weiter,
bis ich mich wieder mit meinem physischen Körper verband.

Diese Schwärze und der tatsächlich fühlbare Wind, der durch die Haare weht,
sind mir des Öfteren begegnet und haben mir immer wieder Rätsel
aufgegeben. Ich fragte mich, was das für eine Welt sein könnte und wo ich
dort war.

Hatte die ganze Nacht, die recht kurz war (ca. 3.00-6.00 Uhr), fast nur
außerkörperliche Erfahrungen erlebt. Ich befand mich in mehreren
Wohnungen gleichzeitig, bzw. ich wohnte dort und wechselte sozusagen
ständig in dessen Betten hin und her. Ich erlebte unterschiedliche Sequenzen,
in denen ich zwar im Bett lag, aber die Umgebung und das Bett an sich waren
immer wieder unterschiedlich. Einmal war ich sogar mit einer Freundin in
einem Kindergarten und wir schienen dort zu übernachten. Es war dunkel
und ich meinte zu ihr, dass es wieder bei mir anfangen würde und meinte
damit die spontane Loslösung von meinem physischen Körper. Ich schwebte
wieder durch den Raum, bis ich plötzlich wieder woanders war. Dann lag ich
auf einer Art Hochbett und dort klappte es am besten mit der Loslösung. Ich
konnte mich relativ einfach vom Körper lösen und schwebte im Raum umher,
konnte jedoch nichts sehen. Zwischendurch flog ich sogar recht schnell. Ich
war so erstaunt, denn sobald ich auf Geschwindigkeit kam, tauchte auch
gleichzeitig ein leichter Wind auf, der mit meiner jeweiligen
Fluggeschwindigkeit zu- oder abnahm. Ich flog und spürte den Wind, wie er
durch meine Haare fuhr, ähnlich, als wenn man bei einer Autofahrt sein Kopf
aus dem Fenster steckt. Die gesamte Erfahrung muss sich wohl über fast zwei
Stunden hingezogen haben.

Man muss jetzt nicht denken, dass mir somit drei Stunden Schlaf gefehlt
hätten, im Gegenteil, solche Erfahrungen sind weitaus erfrischender als der
normale Schlaf. Der Körper schläft während luzider Träume oder
außerkörperlicher Erfahrungen völlig normal und wie gewohnt. Der
Unterschied besteht höchstens in der erlangten Bewusstheit oder
Erinnerungsfähigkeit innerhalb einer solchen Erfahrung.

Wieder erwachte ich in meinem zweiten Körper und flog durch diese
Schwärze und spürte den vertrauten und angenehmen »Fahrtwind«. Nach
vielen Minuten des Fliegens fragte ich mich wieder, wo ich mich hier
überhaupt befand. Ich genoss das Gefühl, bis ich mich wieder mit meinem
Körper vereinte.
Als ich eine Weile wach in meinem Bett lag und über das Phänomen
nachdachte, konnte ich etwas später wieder in meinen zweiten Körper
wechseln. Abermals flog ich durch diese Schwärze nach der Loslösung, bis
ich plötzlich Weltraum um mich herum wahrnahm. War ich etwa die ganze
Zeit in einem Teil des Universums gewesen, in dem man nur keine Sterne
wahrnehmen konnte? Jedenfalls war ich froh, wieder etwas sehen zu können
und gelangte nach einer Weile Flugzeit zu einem Tempel, der mitten im All,
auf einer Art Plateau befestigt, zu treiben schien. Ich landete auf dem
Vorplatz des Tempels. Das Gestein, aus dem der Tempel bestand, war
bräunlich, überhaupt war alles in diesem Material hergestellt worden. Vor
mir lag eine große Treppe, die ich hinauflief. Innen gab es einige Räume,
doch sie waren einheitlich leer und kahl. Später stand ich wieder auf dem
Vorplatz, ging zur Kante und sprang ins All. In diesem Moment wurde wieder
alles Schwarz um mich und ich flog wieder mit dem vertrauten Wind in
meinem Haar, bis ich irgendwann erwachte.

Diesen Zustand in dieser schwarzen Leere nannte ich später “Void” und
beschrieb für mich ein Befinden außerhalb des Systems, in dem es keine
Wahrnehmung mehr gab - außer der über sich selbst. Dort droht weder
irgendeine Gefahr noch ist man eingefangen worden – auch wenn es
manchmal auf den ersten Blick so erscheinen mag. Die “Void” ist in jedem
Fall eine sehr entspannende Angelegenheit, wenn man sie zu genießen weiß.

Gewiss gibt es in Bezug auf dieses Phänomen des zweiten Körpers und der
Möglichkeit, diesen zu nutzen, noch vieles zu erforschen. Leicht fällt es
jedoch nicht, sobald man sich gelöst hat und Abenteuer erleben möchte.
Forschungen werden meistens nur unabsichtlich betrieben, wenn es
Schwierigkeiten gibt. Läuft hingegen alles gut und man löst sich problemlos,
erwacht das Kind in einem und man neigt dazu, spontane Dinge zu erleben
und fliegt einfach darauf los. Das Gefühl, außerhalb des Körpers zu sein,
gleicht eher der Euphorie, Freiheit und Abenteuerlust. Diese Gefühle
beeinflussen auch irgendwie den Verstand auf die Weise, dass man in diesem
Zustand kein Interesse daran besitzt, irgendwelche langweiligen Tests
durchzuführen. Ich hatte mir schon des Öfteren vorgenommen, den Alltag aus
der Sicht des elektrischen Körpers zu überprüfen und Vergleiche anzustellen,
aber sobald ich außerhalb des Körpers war, so war auch gänzlich das Interesse
daran verflogen. Viel lieber wollte ich fliegen und Abenteuer erleben. Nur
ganz selten gelang es mir, auch mal einige Tests vorzunehmen, wie mir ein
Smartphone aus der Perspektive des elektrischen Körpers anzusehen oder
andere Dinge dieser Art.
Ich hatte gestern überraschenderweise bis 20.30 Uhr geschlafen, als ich mich
zuvor um ca. 17 Uhr hingelegt hatte. Das wollte ich nutzen, um spätestens um
1 Uhr wiederum zu Bett zu gehen, um eine optimale Bedingung zu schaffen,
damit mir eine Loslösung vom physischen Körper gelingen würde.
Nach vielleicht einer halben Stunde konnte ich mit einem neuen Trick, den ich
entdeckt habe, in meinen zweiten Körper wechseln. Trotz alledem musste ich
mich wieder abrollen, um aus dem Bett zu gelangen. Dann stand ich neben
meinem Bett und ging daraufhin auf die Schlafzimmertür zu. Als ich durch die
Tür schritt, befand ich mich plötzlich in einem mir fremden Haus. Ich hatte
mal wieder den Ort gewechselt, ohne es großartig beabsichtigt zu haben.
Doch, so dachte ich mir, war ich neugierig, an welchen Ort mein höheres
Selbst mich mal wieder verfrachtet hatte.
Ich betrat dann ein mir fremdes Wohnzimmer. Dort saß ein alter Freund von
mir auf einer Couch und schaute sich etwas im Fernsehen an, während er an
sich herumspielte. Also räusperte ich einmal und er drehte sich zu mir um. Er
erschrak ziemlich.
“Was… wie bist du denn hier reingekommen? Du lebst doch jetzt in Freiburg
und tauchst mitten in der Nacht plötzlich in meinem Wohnzimmer auf?”
“Ich dachte, ich komme dich mal besuchen…”, entgegnete ich lachend.
Kein Wunder, dass er irritiert war, denn wir wohnten sicherlich an die 500
Kilometer voneinander entfernt. Überraschenderweise konnte er mich jedoch
wahrnehmen. Ich war im nächsten Moment verunsichert, ob ich mich hier
sichtbar machen konnte, wenn ich es wollte, oder ob er ebenfalls in seinem
zweiten Körper war, ohne dass es ihm bewusst ist. Wir flachsten dann ein
wenig miteinander herum und er war offensichtlich noch immer geschockt,
dass ich so spielend einfach in seinem Wohnzimmer aufgetaucht war.
“Am besten machen wir den Astraltest!”, schlug ich vor.
“Wie soll der denn aussehen?”
Ich ging mit ihm zu einer der Zimmertüren. Wir bauten uns vor ihr auf und
ich meinte: “Wir können an dieser Tür feststellen, in welchem Körper wir uns
gerade befinden…”
Dann griff ich durch die Tür und meine Hand drang butterweich in sie ein,
aber als ich sie wieder herauszog, zog sich die Hand ein wenig.
“Siehst du, ich kann mich definitiv nicht in meinem physischen Körper
befinden, sondern ich bin im Astralkörper. Jetzt bist du dran!”
Er griff mit seiner Hand ebenfalls durch die Tür und sie ließ sich ebenso nur
schwer wieder herausziehen. Somit kam er zum gleichen Ergebnis.
“Ach, du bist ein Golem”, meinte ich grinsend.
“Ein Golem? Was bedeutet das?”, fragte er im Gegenzug.
“So nenne ich Menschen, die in ihrem zweiten Körper das tun, was sie auch
in ihrem physischen Körper gerne machen, ohne, dass sie sich dessen bewusst
sind. Sie sind also unbewusste Reisende… Na ja, Reisende ist vielleicht
übertrieben…”
“Ach so, ich verstehe! Ich habe auf der Couch gesessen und ferngesehen,
aber ich habe diese Tätigkeit in meinem zweiten Körper ausgeführt und
dachte, ich wäre im physischen.”
“Richtig, so ist es!”
“Dann liege ich gerade im Bett und schlafe?”
Ich nickte.
“Werde ich mich denn morgen daran erinnern, wenn ich aufwache?”, fragte
er.
“Nein, aller Wahrscheinlichkeit nicht…”
“Schade…”, entgegnete er. “Das ist eine so spannende Erfahrung und ich
werde sie wieder vergessen…”
“Das ist bei allen Golems so. Sie gehen in der Nacht zu Orten, an denen sie
auch tagsüber gern sind und machen das, was sie eben so den ganzen Tag
tun”, erklärte ich ihm.
Plötzlich hörten wir Stimmen im Flur. Jemand war durch die Haustür
gekommen. Gemeinsam gingen wir nachsehen. Wir entdeckten dort eine Frau
und einen Mann. Die Frau trug einen Hosenanzug und der Mann einen
blauen Overall.
“Wir sind gekommen, um die Heizung zu reparieren und um uns ein paar
Dinge zu kümmern, die Sie letzte Woche am Telefon beanstandet hatten”,
erklärte die Frau.
“Wieso können die uns wahrnehmen?”, fragte mein Bekannter.
Dann schauten wir uns an und mussten laut loslachen…

Außerkörperliche Erfahrungen besitzen eine weitaus realere Atmosphäre als
ein luzider Traum. Für viele stellt ein luzider Traum den Kernpunkt da und
außerkörperliche Erfahrungen werden dem untergeordnet, andere wiederum
treffen hier eine Unterscheidung. Persönlich treffe ich ebenfalls eine
Unterscheidung, denn aus welchen Gründen sollte man träumen, dass man
seinen physischen Körper durch ein feinstofflicheres Doppel ersetzt?
Außerdem sind die Phänomene und die Gesetzmäßigkeiten ziemlich
unterschiedlich. Eine außerkörperliche Erfahrung kann nicht so weitläufig
nach Belieben manipuliert werden wie ein luzider Traum. Letzteres
ermöglicht eine fast uneingeschränkte Einflussnahme, man kann alles beliebig
manipulieren, doch innerhalb einer außerkörperliche Erfahrung ist man
vielmehr Zuschauer und Beobachter, reist an unterschiedliche Orte, die man
im Alltag ebenso aufsuchen kann und kann sich sogar mit Menschen treffen,
die ebenfalls zur gleichen zeit außerkörperlich sind. Daher ist der
Realitätsanspruch weitaus größer und umfassender. In einem luziden Traum
besucht man alternative Realitäten und spielt auf seinem Spielplatz jene
Spiele, die man im normalen Alltag nicht spielen kann oder darf.
Teufel und Dämonenbrut



Ich werde immer mal wieder gefragt, ob es denn Dämonen wirklich gäbe, die
in der Hölle hausen und nur darauf warten, dass jemand in seinem
Astralkörper vorbeikommt und dieser dann besetzt werden kann. Dieser
Glaube entspringt vorwiegend dem Okkultismus und der Magie und bestand
vermutlich bereits seit Entstehung des Voodoos, doch sind viele
Beschreibungen hier sehr verzerrt wiedergegeben. Es gibt sehr viele Wesen,
die in den unteren Astralschichten leben und herrenlos umherirren oder sich
einem stärkeren Wesen angeschlossen haben, um Schutz zu erhalten. Nicht
viel anders, wie es auch der Mensch plant, wenn er sich in Konfliktgebiete
begibt und sich dort zu orientieren und zu schützen hat – sei es durch Polizei,
Armee oder der ansässigen Mafia. Auch Berichte von Besessenheit werden
sehr gern so dargestellt, als könnte der Mensch nichts dagegen ausrichten und
drehe plötzlich durch, ohne, dass er etwas dafür könne. In allen Fällen jedoch
verhält es sich so, dass der Dämon, ähnlich einem Vampir, um Einlass bitten
muss, damit er in das Energiefeld eines Menschen eintreten kann. Derartige
Zustimmungen werden meistens in höheren Bewusstseinszuständen bzw. in
Träumen abgegeben oder aber auch in Notsituationen, bei denen man bereit
ist, alles zuzulassen, nur, damit man sich mit einem bestimmten Thema nicht
auseinandersetzen muss.

Bisher hatte ich nur eine Begegnung mit einem Wesen, das man nach
Definition des Okkultismus vielleicht als einen Dämon bezeichnen könnte.
Der Verlauf und die Annäherung an dieses Wesen liefen über mehrere Jahre,
solange, bis es sich an mein Energiefeld anhaftete. Die Geschichte zu dieser
Begegnung verlief wie folgt:
Nachdem ich in meinen elektrischen Körper gewechselt hatte, hörte ich
plötzlich ein seltsames Geräusch. Es klang wie ein Schmatzen oder ein
Schnalzen mit der Zunge. Ich befand mich gerade in der Schlafstarre, d.h. ich
war vermutlich gerade dabei, mich vom Körper zu lösen oder war gerade erst
zurückgekommen. Ich konnte jedoch meine Aufmerksamkeit ganz normal
ausrichten. Dann hörte ich wieder dieses Geräusch. Ich lag am Bettrand in
Richtung meines Balkonfensters auf der linken Seite und das Geräusch kam
aus einer unbekannten Quelle hinter mir, direkt aus meinem Bett. So lenkte
ich meinen Fokus hinter mich und spürte sofort etwas, das an meinem Rücken
hing. Es fühlte sich unangenehm an und wirkte wie ein riesiger Blutegel, der
fast meinen ganzen Rücken bedeckte. Dann aktivierte ich meinen inneren
Sehsinnn und sah fast sofort einen sehr großen Schatten, der an meinem
Rücken klebte und vor sich hinschmatzte. Es sah aus wie eine schwarze
Nacktschnecke und in mir schoss sofort ein Persönlichkeitsanteil ins
Bewusstsein, der ohne Umschweife direkt an einen Dämon oder ein anderes
Wesen dieser Art dachte, das sich vermutlich nachts hinter einen legt und sich
ggf. von der Energie eines Menschen ernährt. Dieser Persönlichkeitsanteil
reagierte ebenso mit Angst und wollte die Erfahrung beenden, aber ich
konnte mich zusammenreißen und ihm deutlich machen, dass die Flucht das
Problem nicht behob, denn diesem “Dämon” schien es völlig egal zu sein, ob
man ihn wahrnahm oder nicht. Er machte weiter mit dem, was er tat.
Nachdem der Persönlichkeitsaspekt ein wenig ruhiger wurde, richtete ich
meinen inneren Sehsinn weiter auf den Schatten. Er fühlte sich sehr massiv an
und gab weitere seltsame Geräusche von sich. Ich wollte dann seine Natur
verstehen, erkennen, was sich hinter diesem Wesen verbarg und wo es
herkam, aber ich erhielt keine weiteren Informationen. Wieder kam der
ängstliche Persönlichkeitsaspekt in mir hoch und wollte, dass ich dieses Ding
abschüttele oder sonst etwas unternehmen sollte, damit wir es los wurden,
aber ich konnte mich noch immer nicht bewegen. Außerdem befürchtete ich,
wenn ich nun durch Bewegungen die Schlafstarre unterbrach, dass ich dann
erwachen und die Wahrnehmung von diesem Dämon verlieren und das
Problem erst wieder bei nächster Gelegenheit und Kontaktaufnahme beheben
können würde. Damit wäre niemandem geholfen. Der Zwiespalt zwischen mir
und meinem Persönlichkeitsaspekt wurde stärker und stärker und schnell
wurde dann darüber diskutiert, wie es denn möglich sein konnte, dass ein
solches Wesen aus der unteren Astralebene meinen Schutzschirm
durchbrechen und konnte und mich vielleicht teilweise in Besitz genommen
hatte? Wie konnte er ihn durchdringen und wie groß war sein Einfluss auf
mein Denken und Fühlen? Wie viel Raum nahm er in mir ein und wie viel
Energie stahl er mir tagtäglich? Nun brannte mittlerweile schon mein ganzer
Rücken und das unangenehme Gefühl wurde immer stärker und stärker.
Leider erwachte ich kurz darauf in meinem physischen Körper und der
Kontakt war abgerissen.
Das Problem hierbei ist es, in einer solchen Situation auch zu wissen, was
getan werden muss. Leider wusste ich es nicht, denn es war meine erste
Begegnung mit einem solchen Wesen. Für mich war dies kein Dämon,
sondern ein Einwohner aus einem bestimmten Bereich in den Astralebenen.
Aus irgendeinem Grund war er zu mir gekommen. In der folgenden
außerkörperlichen Erfahrung ging es weiter mit diesem fremden Wesen:

Auch heute war es wieder so, dass ich nachmittags fast drei Stunden
geschlafen hatte. So ging ich nachts gegen 1 Uhr ins Bett und konzentrierte
mich auf eine außerkörperliche Erfahrung. Es dauerte eine ganze Weile, bis
ich mich entspannen konnte und nach ungefähr einer 3/4 Stunde traten die
ersten Effekte auf. Immer wieder ging eine Welle durch meinen Körper, bis
seltsame Geräusche auftraten und es kurz in meinen Ohren fiepte. Endlich
wechselte ich vom physischen in den zweiten Körper.

Ich versuchte mich zur Seite abzurollen, doch überraschenderweise
funktionierte es zum ersten Mal nicht auf diese Weise, mich von meinem
physischen Körper zu entfernen, da ich nur zu rotieren schien und auf dem
Fleck liegen blieb. Das mit dem schnelleren Ablösen muss ich jedenfalls noch
mehr üben. Es dauert mir noch zu lang, wenn ich manchmal bis zu fünf
Minuten dafür benötige.

Als ich einsatzbereit in meinem Schlafzimmer stand, sagte ich laut, dass ich
nun sehen könne. Dieser Befehl hatte sich in der letzten Zeit als sehr nützlich
erwiesen, wenn Schwierigkeiten auftauchten, die Umgebung deutlich zu
sehen. Wie in einem Film wurde daraufhin langsam die Umgebung
eingeblendet. Zuerst sah ich nur einen kleinen Ausschnitt und dann konnte ich
die Umgebung klar erkennen. Nun konnte ich auch erkenne, wo ich war: Ich
befand mich in einer Art Kellerraum. Dabei hatte ich keine Ahnung, wie ich
hier hergelangt war. An der Wand standen Umzugkartons herum und einiges
an Gerümpel, was sicherlich nicht mehr benötigt wurde. Rechts von mir
erblickte ich ein Fenster mit einem feinen Maschendraht darin. Ich beschloss,
durch dieses Fenster zu gehen, um nach draußen ins Freie zu gelangen.

Als ich durch das Fenster hindurchgehen wollte, gab es einen starken
Widerstand. Es gelang mir nicht richtig, das Fenster zu durchdringen. So zog
es sich wie Kaugummi und ich hatte das Gefühl, ich kam nicht hindurch. Ich
hatte schon einige Male Probleme erfahren, eine Tür oder ein Fenster zu
durchdringen und nahm mir dieses Mal vor, dieses Problem endgültig zu
lösen. Es kam nicht oft vor, aber wenn, dann hielt es mich unnötig auf. Es war
also an der Zeit, sich speziell auf dieses Problem zu konzentrieren.

Für mich gab es in diesem Moment zwei Möglichkeiten, dass dieses Problem
auftauchte: Entweder war ich nicht bewusst genug oder ich war einfach von
meiner psycholektrischen Struktur her gerade etwas zu “dicht”. Doch
empfand ich mich als äußerst bewusst und klar und, folglich musste ich zu
“dicht” sein. Davon unabhängig ist es dennoch möglich, in seinem zweiten
Körper, anständig Gegenstände zu durchdringen. Daher konzentrierte ich
mich darauf, dass sich meine Körperdichte reduzieren möge. Wenige
Augenblicke später konnte ich einigermaßen gelungen das Fenster
durchdringen, aber zufrieden stellte mich das noch nicht.

Draußen angekommen flog ich erst einmal los! Ich jagte in den Himmel
hinauf und schaute mir die Stadt aus der Luftperspektive an. Während ich den
Flug genoss, musste ich an meine letzte Erfahrung denken, als ich in die
Unterwelt abgetaucht und dort goldfarbene Wesen getroffen hatte. Auf dieser
Reise war mir aufgefallen, dass sich irgendwas auf meinen Rücken gesetzt
und an mir festgehalten hatte. Für mich war es nun interessant
herauszufinden, wer oder was das gewesen war. Kaum hatte ich diesen
Gedanken zu Ende gedacht, spürte ich auch schon, wie sich etwas auf meinen
Rücken festsetzte. Ich verharrte in der Luft und sprach dieses Wesen an:

“Was willst du?”, fragte ich.

“Ich finde es sehr interessant, bei dir zu sein”, hörte ich das Wesen flüstern.
Es wirkte sehr menschlich und die Ausstrahlung erschien mir anfangs
männlich. Doch allein durch sein Flüstern war es nicht sicher zu bestimmen.

“Was ist daran so interessant?”, fragte ich weiter.

“Ich komme gern mal vorbei und nehme teil an deinen Erfahrungen.”

“Hast du einen Namen? Wie heißt du?”, wollte ich nun wissen.

“Mein Name ist Herr Wesselmann.”

“Wesselmann?”, fragte ich nach. Es klang doch im Vergleich zu seiner
Erscheinungsweise sehr menschlich. Hatte ich es hier etwa mit einem
Verstorbenen zu tun, der sich gern mal an meine Fersen heftet?

“Tja, Herr Wesselmann, dann bitte ich Sie doch inständig, sich zukünftig von
mir fernzuhalten!”, befahl ich und er zog sich zurück. Ich hoffte, dass das
ausgereicht hatte, damit er nicht wiederkehrte.

Ich dachte noch lange darüber nach, wer dieser Herr Wesselmann überhaupt
sein konnte, was für ein fremdartiges Wesen es war. Als ich dieses Wesen
angesprochen hatte, wer es denn sei, äußerte es, Herr Wesselmann zu heißen.
Das war eine amüsante Aussage und ich forschte am Tage darauf nach diesem
Namen, aber konnte nichts Besonderes finden. Auch hatte das Wesen
gemeint, es würde gern an meinem Leben teilhaben. Wenn ich dann astral
unterwegs war, fühlte ich es manchmal, wie es einem Koalabärchen gleich
auf meinem Rücken saß und mitflog. Einmal konnte ich sogar seine Hände
erblicken, als ich meinen Kopf drehte. Ich erkannte drei Finger, die sich an
meinen beiden Schultern festhielten. Das war schon etwas gruselig, aber auch
faszinierend zugleich. In meinen Recherchen konnte ich später tatsächlich ein
Kapitel in Robert Bruce’s Buch “Astral Dynamics” entdecken, in dem
haargenau von meinen Erfahrungen mit diesem Wesen gesprochen wurde -
und ich hatte dieses Buch noch nie zuvor gelesen. Hier ein Auszug:

“Ein selten auftretendes Problem der Außerkörperlichkeit, das vermutlich nur
einem von 200 Astralreisenden in seinem Leben zustoßen dürfte […], ist ein
Astraltramper. Das kann Anfängern genau so gut passieren wie
Fortgeschrittenen. Nach dem Austritt aus dem Körper kann das Gefühl
auftauchen, dass sich jemand von hinten an einem festhält […]. Dieses Wesen
kann sich ruhig verhalten oder es kann sprechen oder macht bedrohliche
Geräusche. Es antwortet sogar, wenn man es anspricht. Es fühlt sich
manchmal so an, als würde man von dem Wesen getragen oder man trägt es
herum. Wenn es antwortet, dann gibt es kurze, kryptische Antworten, negative
oder unsinnige. Es kann sogar äußern, dass es da ist, um zu helfen, aber das
sollte man nicht glauben. Man ist in der Lage, sich umzudrehen und den
Tramper zu sehen. Man sieht dann oft ein sehr rau aussehendes, männliches
Gesicht mit grellen Augen. Wenn man es anschaut, mag es einen laut
beschimpfen oder einen in irgendeiner Form ängstigen. Es kann auch so
erscheinen, als würde es schlafen und überhaupt nichts sagen, wenn man es
anschaut. […] Die meisten Astralreisenden sind sich einig, dass solche
Tramper mit der Angst verknüpft sind. Sie erscheinen meistens dann, wenn
der Astralreisende starke Ängste während einer außerkörperlichen Erfahrung
erlebt hat. In manchen Fällen muss man den Tramper nur kurz ansprechen
und dann verschwindet er. Die weiseste Vorsichtsmaßnahme ist es, die Furcht
zu kontrollieren und überhaupt nicht an ihn zu denken, nicht mal für einen
Augenblick. Man fokussiere sich nur auf die Astralreise und verbannt alle
Gedanken an ihn. Vorausgesetzt man ist mutig genug, ist es eine gute
Methode, mit dieser Situation umzugehen, wenn man ihn beherzt attackiert
oder konfrontiert. Man soll nicht darauf hören, was er zu sagen hat. Man
fordere ihn auf, zu gehen und drohe mit schwerwiegenden Konsequenzen,
falls er nicht gehorche. Wenn das nicht funktioniert, erschaffe man einen
Baseballschläger, um ihn damit so lange zu schlagen, bis er verschwindet
[…]. Diese Prozedur sollte man bei jeder künftigen außerkörperlichen
Erfahrung machen, falls es wieder auftaucht […]. Falls obiges nicht
funktioniert oder wenn man zu furchtsam ist oder sich die Manifestation
wiederholt, kann die Verleugnung seiner Existenz ausreichen, obwohl es dann
länger dauert […]. Man stelle sich das Wesen vor, wie seine Arme
verschwinden und wie sich dann der Rest von ihm hinter einem auflöst. Eine
Alternative ist es, wenn man sich vorstellt, wie er in Flammen aufgeht […].
Formwandeln kann auch angewendet werden […] kleine Formen sind besser
als große, aber beides kann ausprobiert werden. Falls man die Form einer
Wespe oder Biene aufrechterhalten kann, verliert man den Tramper oft in
diesem Prozess […]. Das langsame Durchdringen von Wänden oder soliden
Objekten kann ebenfalls helfen […]. Eine weitere Idee ist eine
Astralprojektion in die nächste Kirche oder Kultstätte […] die Projektion auf
höhere Astralebenen wird den Tramper bei der dimensionalen Verschiebung
abwerfen. Sollten all diese Methoden fehlschlagen, rate ich, dass man die
Dienste eines guten, praktizierenden Schamanen in Anspruch nimmt […]. Ich
habe Astralreisende mit dieser Art Problem des Öfteren zu einem Schamanen
geschickt und die Ergebnisse waren immer positiv.”

Die seltsamen Geräusche, die der Autor erwähnt, hatte ich allesamt erleben
können. Der Astraltramper schmatzte hinter mir, gab unsinnige Antworten
und verschwand trotz meiner Aufforderung nicht. Erstaunlich finde ich an
diesem Auszug, dass es eine Bestätigung für die objektive Existenz der
astralen Welt darstellt. Scheinbar hatte ich es in einer Erfahrung in mein Feld
hineingelassen, nachdem ich mit ihm mal gekämpft und ihn dann großzügig
eingeladen hatte. Mir fiel dann dazu tatsächlich eine Erfahrung ein, die ich
einmal erlebt hatte. In dieser kämpfte ich des Nachts gegen einen Schatten. Er
wollte in mein Energiefeld. Mitten im Kampf dachte ich darüber nach, warum
wir hier eigentlich kämpften und ob dies überhaupt einen Sinn besaß. Aus
einer Laune heraus hörte ich auf zu kämpfen und sagte zu dem Schatten,
wenn er in mich eindringen wolle, solle er dies doch ruhig tun. Tatsächlich
drang er dann in mein Energiefeld ein. Kurz darauf spürte ich jedoch
überhaupt keine Veränderung in meinem Denken und Fühlen, selbst im Alltag
nicht, also ging ich davon aus, dass es ein Teil meiner eigenen Persönlichkeit
gewesen sein musste, den ich wieder reintegriert hatte oder dergleichen. Erst
später fiel mir der Astraltramper auf und so schlussfolgerte ich im späteren
Verlauf der Ereignisse, dass dies der Astraltramper gewesen sein musste.

Auch wenn ich es vielleicht nicht hätte tun sollen, aber so habe ich trotzdem
weiter über dieses Wesen nachgedacht und fragte mich, was es mit seiner
Handlung als Mitreisender zu gewinnen dachte. Das Wesen erinnerte mich an
einen Floh, der von Hund zu Hund sprang, um Abenteuer zu erleben. Für
mich war das ein sehr interessantes Thema und mein Forschergeist flammte
vermutlich eher auf als dieses Wesen. Wie denkt es? Was hat es für Motive?
Wo befindet sich seine Heimat? Warum ist es ständig auf Reisen? Wie
nützlich ist das Wesen als ein Verbündeter auf meiner Suche? Einmal gelang
es mir dann, mich umzudrehen und in sein Gesicht zu schauen. Es erinnerte
mich ungemein an Gollum, dem Wesen aus der berühmten Verfilmung “Der
Herr der Ringe”. Es war nahezu haarlos, besaß eine erdbraune Farbe, einen
breiten Kopf und einen großen Mund. So hing es bei jeder künftigen
Astralreise auf meinem Rücken und ich fragte mich ebenso, wenn es die
ganze Zeit hinter mir schmatzte, war dies vielleicht ein Hinweis darauf, dass
es sich energetisch von mir ernährte. So beschloss ich, es abzuschütteln. Dazu
stellte ich mir einen Flammenwerfer vor, den ich ihm entgegenhielt oder
manchmal einen Baseballschläger, mit dem ich ihn verhaute, aber all das
erbrachte keinen Erfolg. Eigentlich, das musste ich vor mir selbst zugeben,
empfand ich es zwar als gruselig, dass das Wesen auf meinem Rücken saß,
aber auch ebenso spannend, denn es kam mir vor wie ein Kind oder ein
Haustier, dem man eine neue Welt zeigte. Es war offensichtlich neugierig und
erblickte vielleicht zum ersten Mal die Welt der Menschen. So war es
eventuell aus den Tiefen der astralen Wildnis in meine Welt gelangt und
staunte jetzt mit großen Augen, all diese für ihn fremden Dinge zu erblicken.
Nicht viel anders fühlte ich mich des Öfteren, wenn ich auf meinen Reisen in
unbekannte Realitäten vordrang. Es war immer äußerst faszinierend und
berauschend. Aus welchem Grunde sollte es bei dem Astraltramper anders
sein?
So stellte ich mir beispielsweise in diversen Unterhaltungen mit anderen
Menschen vor, ob diese den Astraltramper auf meinem Rücken wohl sehen
konnten, oder der Astraltramper den Gesprächspartner? Auch fragte ich mich,
welche Überzeugungen es besaß, ob es Gefühle wie wir fühlte, ob es Eltern
besaß oder einem König diente? Gab es in seiner Welt vergleichbare
Elemente, bauten sie auch Städte oder Dörfer? All diese Fragen empfand ich
als hochinteressant und hätte gern Antworten darauf gefunden. So entschloss
ich mich erst einmal dagegen, ihn wieder loswerden zu wollen. Wir wurden
somit Freunde und auf jeder meiner Astralreisen konnte er kostenlos
mitfliegen und zusehen, was ich alles erlebte. Auf seine Gegenwart wurde ich
nie angesprochen. Es schien, als war er für andere völlig unsichtbar.

Viele Monate später beschlichen mich Zweifel. Vielleicht, so mutmaßte ich,
sendete es mir diese Gedanken, dass wir Freude seien, damit es bei mir
bleiben und sich weiter von mir ernähren könne, aber meine Probleme,
Mauern oder Fenster zu durchdringen, hatten zugenommen. Es schien mir auf
der anderen Seite, dass der Astraltramper vielleicht doch meine energetische
Frequenz herunterzog und deshalb diese Probleme aufgetaucht waren. Nun
gut, einerseits half er mir, meinen Fokus mehr denn je auf das Astralreisen zu
lenken, aber andererseits schien es energetische Nachteile zu besitzen. So
überlegte ich hin und her und entschied mich letzten Endes, mich von diesem
Wesen zu verabschieden:

In der Meditation war ich eingeschlafen. Doch kurze Zeit später kam ich
durch ein seltsames Gefühl wieder zu mir. Ich war direkt in meinem zweiten
Körper gelandet! Ich lag noch in meinem Bett im vertrauten Schlafzimmer.
Jemand berührte mich kurz darauf vorn an meiner Schulter, grabbelte dort
herum und kitzelte mich. Es war eine kleine Hand, fast wie die eines Kindes,
jedoch mit längeren Fingern… Das konnte nur einer sein: Der Astraltramper!

Diese Erkenntnis beförderte mich jedenfalls erst einmal wieder zurück in den
physischen Körper. Ich schlug die Augen auf und das Gefühl seiner Hand an
meiner Schulter war verschwunden. Man kann ihn eben nur auf der
Astralebene fühlen. Die Stille der Nacht umhüllte mich, während ich in
meinem Bett lag und überlegte, was ich denn nun tun könne, um ihn zu
entfernen.

Ich entspannte mich und wendete die Dissoziation an. Meines Erachtens die
beste Technik, um sämtliche Zustände erreichen zu können, die man sich
wünscht. Mein Wunsch war es dieses Mal, mich von meinem Körper zu lösen
und den Astral-Tramper loszuwerden. Diesen Wunsch hielt ich in meinem
Geiste fest und dissoziierte… Nach vielleicht zehn Minuten stand ich
außerkörperlich in meinem Schlafzimmer. Zuerst jagte ich durch die
Zimmerdeck und das Dach hinaus in den Himmel. Ich hoffte, dass ihn das
vielleicht schon abgeworfen haben könnte. Doch um ganz sicher zu gehen,
musste ich mir noch etwas anderes überlegen. Ich brauchte dazu eine
passende Mauer oder Wand!

Kurze Zeit danach gelangte ich in ein mir fremdes Wohnviertel. Dort traf ich
auf Zoe, eine Bekannte, die einige meiner Workshops über Träume und
Astralreisen besucht hatte.

“Schön, dass du hier bist”, begrüßte sie mich. “Was machen wir nun?”

“Wie wäre es, wenn wir uns nun um den Astraltramper kümmern?”

“Ach, der Vesselmann, der Astralsurfer!”, entgegnete sie lachend. “Gut, lass
es uns versuchen. Das hört sich nach Spaß an!”

Sie war mit dem Problem durch meine Erzählungen vertraut und nannte ihn
immer Vesselmann mit einem V und gleichzeitig auch Astralsurfer, weil sie
der Ansicht war, dass er vielleicht so etwas wie ein Fährmann sei, der als
Vessel diente und über die Realitäten surfte. Eine andere Freundin betitelte
ihn einmal als Klettermännchen, das war eine schöne und amüsante
Bezeichnung, die der Sache den notwendigen Humor verlieh. Eigentlich war
es eine gruselige Vorstellung, dass man auf seinen Astralreisen stets einen
Mitflieger auf dem Rücksitz hatte.

Ich erklärte Zoe, was ich plante und wir suchten daraufhin gemeinsam eine
dicke und sehr massive Wand.

Wir gingen also gemeinsam in den Keller eines der Gebäude in diesem
Wohnviertel. Während sie neben mir stand und zuschaute, plante ich, ganz
langsam durch eine sehr massive Betonwand zu gehen, um den Astraltramper
endgültig los zu werden. Diesen Tipp hatte ich ja von Robert Bruce in seinem
Buch “Astral Dynamics” erhalten.

So legte ich meine Handflächen, meinen Kopf und meinen Oberkörper gegen
die Wand. Ganz langsam versuchte ich, in die Wand einzudringen. Zuerst
ging es nicht, aber wenige Sekunden später gab die Wand nach und mein
Körper drückte sich langsam ins Innere der Wand. So ging ich Zentimeter für
Zentimeter hindurch. Sie fühlte sich an wie dickes, schwabbeliges Gel.
Irgendwann war ich nur noch von Mauersteinen umgeben, alles war Schwarz
und ich konnte nichts mehr wahrnehmen. Plötzlich fragte ich mich, ob ich
denn hier überhaupt atmen konnte, musste aber im gleichen Moment lachen!
Als wenn man im zweiten Körper atmen müsste! Also nahm ich rein
provokativ einen tiefen Atemzug und lachte darüber, dass ich Steine atmen
konnte. In solchen Situationen kann man immer wieder erkennen, dass die
Überzeugungen aus dem Alltag durchaus in solche Zustände verschleppt
werden können, obwohl sie überhaupt keine Gültigkeit mehr besaßen. Dann
ging ich langsam weiter… Deutlich spürte ich, wie etwas auf meinem Rücken
versuchte, sich gegen den zähflüssigen Druck der Wand aufzubäumen…

Das ganze Procedere dauerte vielleicht einige Minuten, bis ich schlussendlich
auf der anderen Seite der Wand wieder herauskam. Ich hoffte, dass dies
ausgereicht hatte, um den Astraltramper losgeworden zu sein. Nachdem ich
auf der anderen Seite der Mauer angekommen, hoffte ich, dass diese
Handlung den Astraltramper endgültig abgeschüttelt hatte. Dies würde ich
vermutlich erst wieder bei meinem nächsten Einsatz überprüfen können, im
Moment spürte ich ihn jedenfalls nicht mehr, obwohl ich deutlich hinfühlte.
Zufrieden kehrte ich in meinen physischen Körper zurück.

Der Astraltramper war tatsächlich verschwunden. Ich schaute immer wieder
nach, aber konnte ihn nicht mehr spüren. Eine sonderliche Veränderung
empfand ich jedoch nicht in mir, nur, dass ich nun wieder besser Fenster und
Wände durchdringen konnte. Ansonsten fiel mir kein großer Unterschied auf.
Manchmal dachte ich dann noch darüber nach, ob meine konsequente Art
denn wirklich so vorteilhaft gewesen war, denn immerhin hatten wir
irgendwo auch eine Beziehung zueinander entwickelt.

Der Umgang mit solchen Wesen ist einfach gruselig, da man es nicht gewohnt
ist, mit ihnen zu tun zu haben. Aus dem Grund ist es sehr wichtig, dass man
das Horrorgefühl und die Ernsthaftigkeit aus der Angelegenheit herausnimmt.
Auf keinen Fall sollte man in Panik geraten, wenn man plötzlich mit solch
einem Wesen zusammentreffen sollte. Es ist meist nur neugierig und nur weil
es nicht hübsch anzusehen ist, muss es nicht gleich böse und destruktiv sein.

Heute denke ich, dass das Wesen sicherlich wieder in seine Welt
zurückgekehrt ist oder sich einen andern Rücken gesucht hat, auf dem es
mitreisen darf.

Wenn ich außerkörperlich war, oder auch in meinen Träumen, wurde ich hin
und wieder darum gebeten, anderen Menschen zu helfen. Entweder waren es
Menschen, die sich verirrt hatten oder welche, die verstorben und sich ihres
gegenwärtigen Zustandes nicht bewusst geworden waren oder ganz andere
Fälle. Einer dieser Fälle handelte von einer weiteren “dämonischen”
Begegnung mit einem Wesen der unteren Astralebene namens “Alente”. Eine
Art Albtraumwesen, das sich von der Energie der Schläfer ernährte, einer
Mücke gleich, könnte man sagen. Es saugt einen Menschen nicht vollends
aus, aber zweigt so viel für sich ab, wie es ihm gerade reicht:

Ich befand mich mit einigen Leuten draußen in den Wäldern in einer Art
Zeltlager. Wir hatten ein großes Lagerfeuer entfacht und viele saßen nun dort
im Kreis um das Feuer herum und unterhielten sich. Unter den Teilnehmern
erkannte ich einige Freunde und andere bekannte Gesichter. Die Nacht war
eingebrochen und es war wirklich schön, dort zu sitzen. Die Zelte standen
vielleicht 20 Meter vom Feuer entfernt. Die Lichtung war ziemlich groß und
der Himmel sternenklar.

“Entschuldigung, wenn ich störe, aber ich habe ein dringendes Anliegen”,
fragte mich ein Mann, als ich außerkörperlich war.

“Worum geht es?”, fragte ich.

“Ein Freund von mir hat unentwegt Albträume, jede Nacht und aufs
Schlimmste. Er traut sich kaum, noch zu schlafen und hat furchtbare Ängste.
Kannst du helfen?”

“Dann wollen wir ihn mal keine weitere Nacht warten lassen…”, entgegnete
ich und wir machten uns sofort auf den Weg.

Kurze Zeit später befanden wir uns in der Wohnung seines Freundes. Ich bin
mir nicht sicher, aber ich glaube, er hieß Peter. Jedenfalls hatte er im
Gegensatz zu mir bereits Platz in seinem Bett gefunden und schlief. Er wusste
nicht, dass wir anwesend waren.

“Er ist noch inkarniert, oder?”, fragte ich den Freund.

Damit meinte ich, dass er noch auf Erden über einen physischen Körper
verfügte. Aus dem Grund hatte er von unserer Anwesenheit auch keinen
blassen Schimmer.

“Ja richtig. Was sollen wir jetzt tun?”, fragte mich der Freund.

“Nichts. Wir warten. Ich habe so das Gefühl, dass hier etwas ganz anderes
läuft, als man vielleicht vermuten könnte.”

Mich beschlich eine dunkle Ahnung, denn jede Nacht unentwegt Albträume zu
haben, fand ich äußerst auffällig. Das konnte nicht mehr an einem Trauma
oder einer anderen schlechten Erfahrung liegen, die sich in der
Vergangenheit verbuddelt hatte. Somit beschloss ich, einfach zu warten und
ihn vom Nebenzimmer aus auf telepathischer Ebene zu beobachten.

“Warum denn nicht in seinem Schlafzimmer, warum hier im Wohnzimmer?”,
fragte mich sein Freund.

“Ich weiß es nicht, ich gehe im Moment nur rein intuitiv vor. Darum besitze
ich gerade nicht wirklich einen Plan.”

So warteten wir in der Dunkelheit auf den Moment, bis sich Peter wieder vor
Albträumen winden würde… Es dauerte vielleicht eine Stunde, bis es so weit
war. Wir hörten einige Geräusche aus dem Schlafzimmer, als würde sich
jemand bedroht fühlen.

Augenblicklich sprang ich auf und raste ins Schlafzimmer. In Sekunden war
ich dort und erkannte die Situation. An Peters Bett stand ein schwarzer
Schatten. Bedrohlich stand er neben dem Träumer und schien ihn energetisch
zu bedrängen! Ich glaubte, eine Energiespur zu erkennen, die sich zwischen
dem Träumer und diesem Wesen gebildet hatte. Das Wesen drehte sich
ruckartig um und erblickte mich. Schneller als ich irgendwie handeln konnte,
war es schon verschwunden. Während seiner Flucht konnte ich ihn jedoch
telepathisch scannen.

Kurz darauf kam Peters Freund herein: “Was ist passiert? Hast du etwas
gesehen?”

“Ja, es war ein Albtraumwesen. Ich weiß nicht, was es zu bedeuten hat, aber
es wird Alente genannt. Es löst augenblicklich Albträume aus, wenn es im
Raum anwesend ist. Darüber hinaus kann es sogar in deinen Traum
eindringen und diesen beeinflussen. Jedenfalls verwandelt sich jeder
beliebige Traum sofort in einem unangenehmen Albtraum.”

Ich erinnerte mich dabei mal wieder an Baku, den Albtraumfresser. Er wird
in Japan auf die Kopfkissen von Kindern gestickt, das dann verhindern soll,
ähnlich einem indianischen Traumfänger, dass Albträume auftauchen. Alente
war somit wie der Gegenspieler zu Baku. In der Regel bin ich ein Freund von
Albträumen, weil es Träume sind, die von den Alben gesendet werden. Die
Alben sind auch bekannt als Elben bzw. Elfen – wie man sich sicherlich
zumindest aus J.R. Tolkiens “Herr der Ringe” erinnern kann. Warum sollten
sie jemanden schicken, der jede Nacht Albträume beschert? Das ist doch zu
viel des Guten.

“Hast du ihn denn erwischt?”, fragte mich der Freund.

“Leider nicht. Wir müssen morgen zurückkommen und nachprüfen, ob Alente
noch einmal wiederkommt. Ich weiß nicht, ob es reicht, dass ich ihn jetzt
einmal erwischt habe oder ob ein Kampf mit ihm nötig ist.”

“Können wir nicht was mit Liebe machen? Also, dem Wesen Liebe senden
und hoffen, dass es sich dann auflöst oder nie wieder zurückkehrt?”, fragte
mich Peters Freund.

“Nein, mit der Liebe können wir hier nichts bewirken. Das hält dieses
Albtraumwesen sicherlich nicht auf!”

In der nächsten Nacht saßen wir erneut in Peters Wohnzimmer und warteten.
Wieder einmal spürte ich irgendwann, dass Peter sich von etwas bedrängt
fühlte und Laute von sich gab. Dieses Mal wartete ich noch eine Weile ab, um
Alente in Sicherheit zu wiegen. Nach einer Minute sprang ich auf und schoss
mit einer extremen Geschwindigkeit ins Schlafzimmer! Dort sah ich das
Albtraumwesen wieder stehen! Es befand sich ziemlich nah bei dem Träumer
und ich erkannte diesen Energiefaden erneut. Doch dieses Mal zögerte ich
nicht und sprang das Wesen direkt an. Unsere Energiekörper knallten
zusammen. Ich krallte mich an ihm fest und wir kämpften.

Der Kampf dauerte nicht lang und das Albtraumwesen löste sich auf. Nun
wusste ich, dass es nie wieder zu ihm zurückkommen würde!

Jetzt betrat Peters Freund das Schlafzimmer: “Hey, hast du es erwischt?”

“Ja, ich habe es erwischt und mit ihm gekämpft. Es wird nie wieder
zurückkehren…”

“Weißt du”, sagte er zu mir, “er ist mein Freund und seitdem ich tot bin,
gebe ich immer wieder auf ihn acht und besuche ihn hin und wieder.
Jedenfalls vielen Dank für deine Hilfe.”

“Keine Ursache. Hoffen wir mal, dass das Wesen nun aufgelöst oder
verschwunden ist.”

Danach verabschiedeten wir uns.

Plötzlich spürte ich, dass sich mein physischer Körper meldete, der
seelenruhig in meinem eigenen Schlafzimmer lag und schlief. Ich
konzentrierte mich auf ihn und kehrte zurück. Doch bei der Rückkehr
gelangte ich nicht direkt in meinen physischen Körper, sondern in meinen
Astralkörper.

In meinem Astralkörper angekommen, fühlte ich, dass jemand in meinem
Zimmer war und die ganze Stimmung war ziemlich albtraumhaft! Verdammt,
dachte ich, das Albtraumwesen ließ nun zwar Peter in Ruhe, aber es hatte
sich jemand neues ausgesucht…

Doch als ich in meinem Astralkörper war, konnte ich Allente schnell
vertreiben. Ich bin sehr gespannt, ob er morgen Nacht zurückkehrt.

Im Nachhinein kann ich nicht mit Gewissheit sagen, wie dieses
Albtraumwesen exakt hieß. Es kann eben A’lente gewesen sein, aber ebenso
Allente, Alente oder Alentis. Ich bin mir nicht mehr sicher. Namen und
Bezeichnungen im genauen Wortlaut in den Alltag zu retten, sind immer ein
wenig schwierig.

Ich hatte daraufhin etwas recherchiert. Der einzige Begriff, der Sinn machte,
war tatsächlich Alente. Diesen gibt es im Lateinischen und Französischen in
verschiedenen Formen und bedeutet übersetzt so viel wie: Ernähren, füttern,
unterstützen. Dies würde zu der Energiespur passen, die ich wahrgenommen
hatte als das Albtraumwesen neben dem Träumer stand und zu der Energie,
die es von ihm angezapft hatte.

Wie erwähnt, die beste Verteidigung in der Begegnung mit solchen Wesen ist
es, weiterhin seinen Humor zu behalten und sich umfassend zu informieren.
Die meisten okkulten Praktiker bauschen das Problem sehr auf und stellen
den Menschen, der mit einem solchen energiesaugenden Wesen zu tun hat,
allzu gern als absolutes Opfer dar. Manchen Menschen, der am Thema
Astralreisen interessiert ist, lassen sich auch schnell abschrecken, wenn sie
von solchen Wesen lesen, aber ich kann zur Beruhigung sagen, dass solche
Begegnungen nur dann stattfinden, wenn man erst sein Einverständnis dazu
gibt und zweitens, wenn man sich aus Neugier in den unteren Astralebenen
aufhält. Wie Goethe einmal sagte: “Sage mir, mit wem du gehst, so sage ich
dir, wer du bist.” Und nicht anders verhält sich dieses auch auf der
Astralebene.

Es ist somit wesentlich klüger, sich außerkörperlich in Echtzeit auf der
gegenwärtigen Alltagsebene aufzuhalten, in anderen Welten der mittleren und
somit wesentlich positiveren Astralebene oder aber einfach in
zeitverschobenen Ebenen, die oft viel interessanter und aufschlussreicher
sind. Zu der Struktur der unterschiedlichen Ebenen komme ich noch später.

Ein Astralreisender, der sich seiner Reisen bewusst ist, kann eine solche
Gefahr schneller abwehren, wie z.B. Alente oder einen Astraltramper, da er
die Ursache seines Problems kennt. Er muss daraufhin nicht zu Ärzten rennen
oder zu Heilern, denn er weiß, was das Problem darstellt und kann es auch
selbst lösen. Ich kann mir darum gut vorstellen, dass es so einige Menschen in
unserer Welt gibt, die an chronischer Energielosigkeit leiden. Vielleicht ist
hierbei der Grund, einen energiesaugenden Alente in seinem Schlafzimmer zu
halten, ohne, dass man davon weiß. Dieser Mensch würde sein Leben lang
unter diesem Energiemangel leiden. Hätte er sich mit dem Astralreisen
auseinandergesetzt, so hätte er die Zusammenhänge begriffen und beseitigen
können.

Ich möchte darum noch einmal Folgendes klarstellen: Dieses Kapitel dient
nicht dazu, den Neuling auf dem Gebiet des Astralreisens zu ängstigen,
sondern nur, um die Zusammenhänge aufzuführen sowie Lösungsbeispiele
und Möglichkeiten, selbständig tätig zu werden. Ein Wesen, wie Alente,
würde sofort das Weite suchen, wenn es wüsste, dass das “Opfer” seinen
Astralkörper einsetze und ihn auf frischer Tat ertappen kann. Die Macht eines
Menschen auf der Astralebene ist um ein vielfaches stärker und
einflussreicher als im Alltag. Fast alle Wesen auf der Astralebene fürchten die
enorme Energie der Menschen. Doch solange sie unbewusst vor sich
hindümpeln und dich dieser nicht bewusst werden, solange können sie auch
als Tankstelle benutzt werden.

Wer Angst hat, in der unteren Astralebene zu landen, muss dafür nicht viel
tun. Sobald man sich von seinem physischen Körper löst, nimmt man allzu
leicht unterschiedliche Realitätskreuzungen wahr, d.h. man sieht vielleicht
plötzlich eine Kokosnusspalme im Flur stehen, die sonst dort nicht steht. Hier
kann man in jene Realität wechseln, in der diese Palme steht und schon ist
man an der Südsee! Nicht viel anders ist es mit einer Einladung in die untere
Astralebene. Hier nimmt man dann grundsätzlich eine Klappe in der Wand
wahr oder eine Luke bzw. Falltür im Boden. Wenn man diese einfach
ignoriert, wird man auch nicht in den unteren Astralebenen landen.





Begegnungen mit anderen bewussten
Astralreisenden



Auf meinen außerkörperlichen Reisen begegne ich immer wieder anderen
Astralreisenden. Ein großes Problem ist es sicherlich, dass die meisten sich
am anderen Morgen nicht an diese Begegnung erinnern. Dieses Problem ist
hauptsächlich verantwortlich für die Skepsis der meisten Menschen solchen
Erfahrungen gegenüber. Immer wieder werde ich im Internet darum gebeten,
doch einmal in meinem Astralkörper vorbeizukommen und jemandem dabei
zu helfen, sich ebenfalls in einen außerkörperlichen Zustand wiederfinden zu
können. Aufgrund der vielen Anfragen hatte ich mich dann dazu
entschlossen, dies nur noch auf meinen Workshops anzubieten. Mittlerweile
gibt es sehr viele Zeugen, die bestätigen können, dass ich außerkörperlich an
ihrem Bett gestanden und sie dabei unterstützt habe, ihren Körper zu
verlassen. Sie berichteten davon, wie an ihrem Arm oder Bein gezogen wurde
oder wie ich mit jemand anderen zusammen versuchte, den
Workshopteilnehmer aus dem Körper zu ziehen.
Mir ist es jedoch sehr wichtig, dass ich die Personen, die ich aus dem Körper
zu ziehen versuche, vorher persönlich kennenlerne. Erst einmal muss ich
beurteilen können, ob diese Person bereits weit genug entwickelt ist, um einen
solchen Eingriff in die Psyche auch verarbeiten zu können, und außerdem
kann ich mich dann selbst davon überzeugen, dass die Person auch wirklich
für dieses Thema interessiert ist und sich nicht nur wichtigmachen möchte
oder aus einer Schnapsidee heraus sich eine solche Erfahrung wünschte. Die
Nachteile einer solchen Herauszieh-Aktion können sich auch als unangenehm
und sehr beängstigend herausstellen. Die Alltagspersönlichkeit kann hierbei
mit Todesangst und Panik reagieren. Es bedarf also erst einer entsprechenden
mentalen Vorbereitung, um eine solche Aktion auch verkraften zu können.
Natürlich benötige ich auch die Zustimmung einer Person. Dies betrifft aber
nicht nur die Zustimmung des Egos, das sicherlich leichtfertig heftig nicken
wird, sondern auch die des höheren Selbstes. Erst dann ist es möglich, zu
versuchen, die betreffende Person aus dem Körper zu ziehen und davon
auszugehen, dass sie es auch verarbeiten wird. Die Reaktionen sind hier ganz
unterschiedlich. Entweder schlagen die Beteiligten um sich, schreien sich
wieder zurück in den Wachzustand, flüchten in ihren zweiten Körper zurück,
in dem Glauben, sie seien physisch oder sie glauben, ich sei ein böses Wesen
aus den Untiefen der Hölle und erinnern sich daran, doch lieber wieder zu
einem braven Christen zu werden. Es gibt viele unterschiedliche Arten der
Reaktion und aus diesem Grund, möchte ich zuvor wissen, wen ich dort aus
seinem Körper ziehe.

Eine außerkörperliche Erfahrung mit anschließender Herauszieh-Aktion fand
bei einer Freundin statt, die auch immer wieder darum gebeten hatte, dass ich
sie mal in meinem zweiten Körper besuchen komme und sie aus ihrem
Körper hole:

Nachdem ich mich von meinem Körper gelöst hatte, teleportierte ich mich zu
einer Freundin. Nun stand ich vor ihrem Bett und schaute ihr zu, wie sie
schlief. Schwach erkannte ich ihr Leuchten, demnach war sie noch in ihrem
Körper. Eine optimale Situation, sie aus ihrem Körper zu ziehen! Also ergriff
ich sanft ihren Arm und zog daran. Keine Reaktion! Ich zog noch fester,
solange, bis ich erkennen konnte, dass sich ihr zweiter Körper rührte und
darauf reagierte.

Plötzlich riss sie ihren Arm wieder zurück, sodass er mir entglitt. Sie wehrte
sich gegen meine Versuche, aus dem Körper gezogen zu werden. Eine
typische Reaktion, denn meistens reagieren die Menschen mit Angst, wenn
nachts jemand an ihnen herumzieht. Nachdem sie sich ein wenig beruhigt
hatte, ergriff ich erneut ihren Arm und zog daran. Für einen Moment konnte
ich erkennen, dass sie halb aus ihrem Körper war, doch wehrte sie sich
erneut. Ich ließ nicht locker und zog weiter an ihrem zweiten Körper…
Irgendwann gelang es mir unter Anstrengung sie herauszuziehen. Letzten
Endes lag sie in ihrem zweiten Körper mit dem Rücken auf dem Boden… alle
Viere von sich gestreckt!

“Oh man!”, meinte sie dann zu mir.

“Was ist denn?”, fragte ich nach.

“Das ist ja richtig schrecklich! Ich glaub, ich bin 1000 Tode gestorben!”

Ich musste lachen und nickte: “Ja, dieses Herausziehen ist schon eine Sache
für sich…”

“Aber dass es so intensiv ist und die Ängste, die man dabei durchlebt, hatte
ich nicht erwartet. Ich dachte wirklich, ich sterbe! Was bin ich froh, dass ich
endlich draußen bin…”

Am anderen Morgen fragte ich bei ihr nach, ob sie sich an etwas erinnern
könne, aber sie verneinte. Schade… dabei hatte ich sie doch erfolgreich aus
ihrem Körper gezogen. Leider verdrückt sich das Ego ab einem bestimmten
Zeitpunkt, wenn man nicht aufpasst. Sie musste sich also an einem Punkt ganz
einfach ausgeklinkt haben. Somit konnte sie sich am anderen Tag nicht an
diese ganze Aktion erinnern. Angst ist die erste große Hürde auf dem Weg in
die Außerkörperlichkeit.

Es gab aber auch Begegnungen mit Astralreisenden, die sich, wie ich,
vollbewusst von ihrem physischen Körper trennen und Abenteuer erleben und
sich am anderen Tage klar daran erinnern können. Einen Astralreisenden traf
ich zu der Zeit, als ich mich noch um das Problem kümmern wollte, dass ich
Schwierigkeiten besaß, Wände und Fenster durchdringen zu können und nicht
wusste, dass dies vermutlich an dem Astraltramper lag, mit dem ich noch
energetisch verbunden war:

Ich befand mich nun auf einem Hof. Mehrere Personen konnte ich sehen, die
dort herumliefen. Sie trugen bäuerliche Kleidung. Einer von ihnen, im
karierten Hemd und hellbraunen Shorts mit Hosenträgern, schien mit seinem
Traktor beschäftigt zu sein. Ich lief auf diesem Hof herum und schaute mir
alles in Ruhe an. Mein Plan war es, mich erst einmal umzuschauen. Dabei
wurde mir bewusst, dass ich schon wieder zu diesem Haus gelangt war, das
ich vorhin aus der Luft gesehen hatte.

Ich erinnerte mich daran, dass ich mich doch näher um die Kontrolle über die
psycholektrische Dichte kümmern wollte, damit ich zukünftig keine Probleme
mehr besaß, Wände und Fenster zu durchdringen. Also ging ich einfach zu
diesem kleinen Schuppen – oder was auch immer das war – und wollte durch
die geschlossene Tür gehen. Abermals schien ich zu “dicht” zu sein und
konnte die Tür nur schwerfällig durchdringen. Mehrmals ging ich durch die
Tür nach innen und wieder nach draußen, aber ich war mit meinem Ergebnis
noch nicht zufrieden.

Im Inneren des Schuppens sah ich ein altes Fahrrad stehen, einiges an
Werkzeug, Holzlatten, Gerümpel usw. Ich steckte einfach meinen Finger in
eine Holzlatte, um zu sehen, wie leicht ich sie durchdringen konnte. Es war
sehr schwerfällig und zäh und spürte tatsächlich Widerstand. Dann rief ich
laut, dass sich meine Dichte nun verringern würde, aber es änderte sich
nichts an meiner psycholektrische Dichte.

“Da musst du dich schon mehr konzentrieren…”, hörte ich plötzlich eine
männliche Stimme.

In der Tür stand ganz lässig ein Mann, der sich ebenfalls in seinem zweiten
Körper befand!

“Hey, du bist ja auch astral unterwegs…”, meinte ich zu ihm.

Er grinste breit und nickte lässig: “Allerdings. Mir fiel dein Leuchten hier in
dem alten Schuppen auf und da wurde ich neugierig.”

“Ja, ich versuche gerade meine psycholektrische Dichte mental zu
beeinflussen, damit ich flüssiger werde”, entgegnete ich.

“Das habe ich gerade genüsslich beobachtet. Du solltest auf jeden Fall mit
der Konzentration besser arbeiten. Du musst es innerlich schon richtig wollen
und dich sehr stark konzentrieren. Später wird es dir viel leichter fallen.”

“Normalerweise geht da auch meistens ganz automatisch und ich habe mich
nie wirklich darum kümmern müssen, aber es scheint manchmal Erfahrungen
zu geben, bei denen ich Probleme mit der Dichte habe.”

“Probiere es einfach mal, ich klinke mich telepathisch bei dir ein und helfe
dir”, schlug er vor.

Nun konzentrierte ich mich und drückte wieder meinen Finger gegen die
Holzlatte. Das Holz gab leicht nach, aber mein Finger durchdrang es nicht
richtig. Immer wieder sagte ich mir, dass sich meine Dichte verringern
würde.

“Du musst viel mehr erwarten, dass es dir gelingt, du erwartest noch zu sehr,
dass du zu dicht bist…”, meinte er unterstützend.

Dann drang mein Finger endlich in das Holz ein und verschwand bis zur
Hälfte in dem Holz. Das war schon einmal ein guter Erfolg. Nach einiger Zeit
schaffte ich es, das Holz wesentlich einfacher zu durchdringen, bis ich keinen
Widerstand mehr spürte. Das empfand ich als ein gutes Ergebnis.

“Sehr gut. Nun hast du es geschafft. Jetzt geh noch einmal durch die Tür”,
riet er mir.

Ich ging dann an ihm vorbei durch die Schuppentür und es klappte
problemlos.

“Ja, nun hat es geklappt”, meinte er.

Draußen unterhielten wir uns noch eine Weile, bis ich plötzlich in meinem
Schlafzimmer war. Das war eine nette Begegnung mit einem anderen
freundlichen Astralreisenden.

Ich finde das Herumspielen mit der psycholektrischen Dichte sehr interessant,
weil ich schon öfter darüber nachgedacht habe, wie es wohl wäre, wenn man
seinen physischen Körper dazu bringen könnte, seine molekulare Dichte zu
verflüssigen. Theoretisch müsste es auch möglich sein, mit seinem physischen
Körper im Alltag eine Wand oder Gegenstände durchdringen zu können.
Gewiss würde dies wesentlich mehr Aufwand und Übung erfordern als dies in
seinem zweiten Körper zu unternehmen. Die Möglichkeiten einer solchen
Fähigkeit wären jedoch sehr interessant.

Auch musste ich noch einmal an die Familie denken, die mich anfangs nicht
bemerkt hatten. Ich möchte nicht wissen, wie oft Menschen von
Astralreisenden oder auch Verstorbenen auf diese Weise auf den Arm
genommen werden. Wir interpretieren es dann vielleicht als Spukphänomene.
Dabei fiel mir eine Erlebnis ein, das ich einmal hatte, als ich eine Freundin
besuchte. Während wir auf Stühlen saßen und uns unterhielten, bemerkte ich
ganz plötzlich halb bewusst, wie ein Mann durch die Wand in den Raum
hereinkam, ihn durchschritt und durch die gegenüberliegende Wand wieder
verschwinden wollte. Dann hielt er inne, da er bemerkt hatte, dass ich ihn
registrierte. Er kam dann auf mich zu und fuchtelte wild vor meinen Augen
mit seiner Hand herum, um nachzuprüfen, ob ich ihn tatsächlich wahrnehmen
konnte. Telepathisch bekam ich dabei mit, dass er ein Zeitreisender war, der
sich gerade auf Durchreise befand. Dabei war er zufällig durch unseren Raum
gekommen. Nachdem er mich daraufhin getestet hatte, ob ich ihn
wahrnehmen konnte, verschwand er kurze Zeit darauf wieder.

Alles in allem war es wieder einmal eine spannende Traumnacht, besonders
die Begegnung mit einem anderen Astralreisenden, der ebenso des Nachts
gern auf Reisen war.

Des Öfteren treffe ich auch mit Freunden zusammen, wenn ich
außerkörperlich unterwegs bin. Meistens erinnern sie sich nicht an diese
Begegnungen, aber es ist trotzdem einige Male vorgekommen, dass sich von
beiden Seiten erinnert wurde.
Nach einer Schlafzeit von 4 Stunden stand ich um 3 Uhr auf und machte eine
Schlafunterbrechung von 1,5 Stunden. Zuerst konnte ich meinen Körper nicht
dazu bewegen, einzuschlafen. Er war unruhig und wollte nur allzu gern
mehrere Male in sämtliche Richtungen gedreht werden… Irgendwann traten
die Schwingungen ein und ich löste mich von meinem Körper. Kaum hatte ich
diesen verlassen, spürte ich eine Anwesenheit in meinem Schlafzimmer. Vor
mir erkannte ich eine Person mit einer bekannten emotionalen Signatur.
Wenige Augenblicke später teleportierte ich mich automatisch aus meiner
Wohnung hinaus…
Als ich meine Augen öffnete, erkannte ich Fliesen. Sie sahen fast aus wie ein
farbiger PVC-Belag oder ein Teppich aus den 70er Jahren. Ich richtete mich
auf und sah mich um. Die ganze Wohnung war ein wenig schlauchförmig und
es gab bräunliche Türen, die vom Hauptraum ausgingen. Dort erkannte ich
eine seltsam aussehende Puppe, ähnlich einer Schaufenster- oder
Schneiderpuppe, welche an der Wand stand. Ebenso einige Kunstwerke an
die Wand gelehnt. Ich vermutete, in der Wohnung einer Freundin gelandet zu
sein. War sie der Besucher gewesen, der mich in meinem Schlafzimmern
aufgesucht hatte?
Plötzlich tauchte Esther neben mir auf. Sie hatte sich ebenfalls hergebeamt
und begrüßte mich, als sei es das Normalste der Welt, sich mal so locker
hinzuzugesellen. Ich ersparte mir auch die Frage “Was machst Du denn
hier?”, da es in solchen Zuständen durchaus üblich ist.
“Ich glaube, wir sind hier in der Wohnung von A. Was meinst du?”, meinte
ich.
“Das kann gut sein!”, antwortete Esther und schaute sich prüfend um.
“Doch wenn ich mir die Wohnung anschaue, sind wir nicht tatsächlich in
ihrer Wohnung gelandet, sondern vielmehr in einer Parallelrealität und bei
einer alternativen Ausgabe von ihr…”
“Am besten schauen wir uns ein wenig um, damit wir sicher gehen
können…”.
Ich nickte.
Während sie in den einen Raum stiefelte, ging ich in einen anderen. Ich
landete offensichtlich im Schlafzimmer. Ein großes Doppelbett stand dort.
Der Boden schien einen dunklen Teppich zu haben. Das Bett war gemacht
und eine Tagesdecke lag darauf.
Plötzlich hörte ich ein ungewohntes Geräusch. Es klang wie das eines
Tieres… Leise, hell, langgezogen. Auf der Tagesdecke entdeckte ich dann ein
wirklich verrücktes Tier! Es war doppelt so groß wie eine Hand und eher
wurmartig würde ich sagen, ein richtig dicker Wurm mit einem Umfang von
ca. 6-8 cm und einer violettgrauen Farbe. Auch besaß er sechs kleine Füße,
große Kulleraugen, eine Nase, einen Mund und einige Härchen auf dem Kopf.
Welch ein mysteriöses Tier! Es war definitiv mit keinem aus unserer
bekannten Welt zu vergleichen.
Ich ging zum Bett und schaute nun von oben auf das Tier hinunter. Dann
stellte es sich auf seine Hinterbeine und streckte sich mir entgegen wie ein
Baby, das auf den Arm genommen werden wollte. In dem Moment schoss es
einfach aus mir heraus: “Ach, du bist es, der Leprechaun!”
Ich glaubte in dem Moment, dass er sich einfach nur verwandelt hatte, da er
das sehr gerne mal machte. Es gab, wie erwähnt, eine Zeit mit einigen
Begegnungen mit diesem Leprechaun.
Während mir all diese Gedanken und Erinnerungen der vorigen Treffen
durch den Kopf gingen, wachte ich darüber in meinem Bett auf.
Als ich wieder wach in meinem Bett lag, war ich jedoch überzeugt, einem
Späher begegnet zu sein. Die Attribute passten perfekt! Zur Erinnerung: Ein
Späher ist ein seltsames, unbekanntes Tier, das seltsame Geräusche macht,
zischt, britzelt oder sonstiges und es ermöglichen kann, Zugang zum
Labyrinth von Penumbra zu erhalten. Da habe ich mich ein wenig geärgert,
dass ich meinte, es wäre ein Leprechaun gewesen. Diese Verwechslung war
halt verantwortlich dafür, dass ich ihn nicht genutzt hatte, um ins Labyrinth
zu gelangen. Doch unabhängig davon ist es interessant zu sehen, dass es
offensichtlich mehrere Begegnungen mit dem Leprechaun gegeben haben
muss, sonst wäre er mir nicht gleich aufgefallen und ich hätte nicht wissen
können, dass er sich gern mal verwandelt. Innerhalb dieser Erfahrung war es
aber ganz normal zu wissen, dass er gern mal eine andere Gestalt annimmt.
Manche Reisen ließen mich auch immer wieder auf sehr intelligente Wesen
treffen, die meist in der mittleren Astralebene lebten oder in der oberen. Diese
sind oft sehr weise, wie auch meine Traumlehrerin Sonya beispielsweise, und
es ist ihnen immer wichtig, zu unterrichten oder Dinge darzustellen.
Kennengelernt habe ich bereits mehrere dieser hochkomplexen
Traumcharaktere bzw. Bewohner der mittleren Astralebene, die ich Mentoren
nenne:
Heute Nacht bin ich etwas sehr spät ins Bett gegangen, weil ich noch die
ganze Zeit am PC gearbeitet hatte. Eigentlich besaß ich keine große
Hoffnung, dass heute Nacht noch etwas Besonderes vorfallen würde. Ich war
auch viel zu müde, um zu meditieren. So lag ich in meinem Bett, schloss die
Augen, schickte einige Male eine Suggestion in die Tiefen des
Unterbewusstseins und fiel gemeinsam mit meinem Körper in einen dunklen
Schlaf… Doch plötzlich gab es wieder einmal einen Flash (d.h. eine
blitzartige Erinnerung des anderen Selbst)! Eine Parallelerinnerung schoss
durch mein Bewusstsein. Gerade eben befand ich mich noch mit einem Mann
auf einer Reise durch den Weltraum! Wir waren eine Weile geflogen und er
zeigte mir unterschiedliche Planeten, auf denen Zivilisationen lebten.
Überraschend viele der Planeten waren so weit entwickelt, dass sie bereits
den Weltraum erkundeten. Sie flogen mit Raumschiffen weit ins All hinaus
und ihr Forscherdrang war riesig. Im Vergleich mit allen Zivilisationen, die
ich erblicken durfte, befand sich unsere Erde auf einer Skala von 1 bis 10
maximal auf Stufe 3. Das war ziemlich ernüchternd, dies mitanzusehen, aber
ich hatte eigentlich auch nichts anderes erwartet. Dann zeigte mir der Mann
einen Planeten, der mit unserer Entwicklung sehr verwandt schien. Ich
erblickte Häuser, Autos, Straßen, Wälder, Flüsse… alles ungefähr so, wie auf
unserer Erde. Der einzige Unterschied bestand in den Bewohnern. Sie waren
zwar humanoid, d.h. sie besaßen einen Kopf, Arme, Beine und Finger, aber
sie sahen dennoch anders aus. Ihre Haut war milchfarben, sie besaßen
keinerlei Haare und schmale Augen. Auf der Stirn erblickte ich fünf kleine
Zacken, die in gleichmäßigen Abständen Richtung Hinterkopf verliefen. Sie
wirkten ein wenig wie Drachen, was ihren Kopf betraf, der Körper hingegen
glich sehr dem der Menschen.
Es war interessant, ihnen aus der Luft zuzuschauen. Vieles hatte sich
tatsächlich wie auf unserem Planeten entwickelt. Der Mann neben mir, den
ich nicht sehen, dafür aber fühlen konnte, erklärte mir, dass es viele Planeten
gäbe, die eine ähnliche Entwicklung durchlaufen sind. In dem Moment erhielt
ich kurz den Eindruck, als gäbe es eine bestimmte dunkle Kraft, die für diese
ähnliche Entwicklung sorgte. Es war keine böse Kraft, doch schien sie mir
rücksichtslos genug, um ihren Einfluss auf mehrere Zivilisationen im Kosmos
auszuüben. Kurz darauf flogen wir wieder zurück zur Erde und dann kam der
nächste Flash! Ich erblickte unsere Erde und um sie herum sah ich eine Art
Gürtel, der künstlich angelegt worden war. Der Gürtel setzte sich aus einer
Art getarnter Kampf-Satelliten zusammen, der auf alles schoss, was sich
unerlaubt in seine Nähe begab. Gleichzeitig erblickte ich in sicherer
Entfernung zig hunderte an untertassenförmigen Objekten. Sie waren
gekommen, um den Menschen dabei zu unterstützen, auf die nächste
Evolutionsstufe zu wechseln, aber der künstlich errichtete Schutzschirm der
Erde verhinderte die Kontaktaufnahme. Es war so einleuchtend, was dort
geschah, aber trotzdem ist es nicht einfach zu erklären. “Wie im Kleinen, so
im Großen”, musste ich wieder denken, denn genau so, wie wir durch unser
Ego einen Schutzschirm aufgebaut haben, damit das andere Selbst nicht
direkt mit all seinem Wissen und Erfahrungen zu uns durchdringen kann, sei
es aus Angst oder aus Berechnung, so wurde auch unsere Erde durch einen
Schutzschirm geschützt, der alles von außen kommende abhielt – leider auch
die Raumschiffe, die gekommen waren, um uns zu helfen.
Ich konnte mir in dem Augenblick gut vorstellen, dass es die gleiche dunkle
Macht war, die andere Planeten in ihrer Evolution ausbremsten, wie jene, die
für das seltsame Treiben auf unserer Erde verantwortlich ist. Gleichzeitig
konnte ich aber erkennen, dass die Verantwortung dafür nicht nur bei dieser
dunklen Macht lag, sondern bei jedem einzelnen Menschen selbst. Beide
Seiten bedingen einander und aufgrund der menschlichen Wünsche reagierte
die Macht mit den Elementen entsprechend auf die Menschen, die sie sich
herbeiwünschten. Kurzum: Wir hatten die dunkle Macht gerufen und sie war
gekommen. Nun liegt es an uns, dieses Bündnis mit ihnen wieder zu
brechen…



Das Retrieving


Die meisten Menschen erinnern sich nicht an meine Besuche in ihren


Träumen oder außerkörperlichen Momenten. Auf meinen Workshops scheint
dies anders zu sein, weil ich hier eine Helferin habe, die mich dabei tatkräftig
unterstützt. Ihr Name ist Sonya und sie ist meine Mentorin für das Träumen
und außerkörperlichen Erfahrungen. Ihr gelingt es manchmal, sich bei mir
einzuklinken und mir dabei zu helfen, noch bewusster und gezielter
vorzugehen. Eine ihrer beliebten Ausflugsziele mit mir ist das “Retrieving”
(dt: aufspüren, auffinden, retten). Hierbei sucht man andere Astralreisende
oder meistens sogar Verstorbene auf, um sie über ihren Zustand aufzuklären.
Dies ist eine ziemlich komplexe Angelegenheit, denn viele der Verstorbenen
befinden sich noch in einem Schockzustand oder irren desorientiert umher.
Vielleicht sind sie in einer anderen Zeitspur gelandet oder durchleben ihr
Trauma immer wieder auf das Neue. Viele sind auch zu skeptisch und zu
materialistisch. Sie glauben überhaupt nicht, dass ihr Körper verstorben ist,
denn sie fühlen sich noch quicklebendig. Ich bin einst sogar auf Verstorbene
in Armeekleidung des ersten Weltkrieges getroffen, was im Ansatz vielleicht
eine Vorstellung darüber vermittelt, wie lange man sich in einem solchen
konfusen Zustand befinden kann.

Wenn ein Mensch stirbt, wechselt er erst einmal in seinen elektrischen Körper
und sieht sich plötzlich einer weitaus größeren Realität mit viel mehr
Möglichkeiten gegenüber. Doch diese Möglichkeiten sind dem Verstorbenen
erst einmal nicht bewusst, da er seine begrenzten Überzeugungen und
Wahrnehmung mit in die neue Realität genommen hat. Er ist jetzt kein Baby,
das die neue Welt mit neuen Augen sieht, sondern bringt sein gesammeltes
Wissen mit ins Jenseits und glaubt fest daran, dass die bisherigen
Bedingungen noch immer bestehen. Aus dem Grund kommt es sehr häufig
vor, dass ein Verstorbener überhaupt nicht weiß, dass er verstorben ist und
versucht sein Wissen aus der physischen Realität auf die neue anzuwenden.
Die Anzahl der unwissenden Verstorbenen, denen es an der Erkenntnis fehlt,
dass sie nicht mehr physisch existieren, ist immens hoch. Es sind Millionen,
die nicht wissen, dass sie die Realität gewechselt haben und irren auf der
unteren Astralebene oder in unserem Alltag als Unsichtbare bzw.
phasenverschobene Persönlichkeiten umher.

Das Retrieving ist also die Kunst, solche unwissenden Persönlichkeiten
aufzusuchen und diese über ihren Zustand aufzuklären. Leider fruchtet das
nicht immer, insbesondere nicht, wenn man es mit waschechten Rationalisten
und Skeptikern zu tun hat. Sie glauben, dass man sie manipulieren,
austricksen oder gar töten möchte. Es gibt jedoch auch schöne Begegnungen,
in denen es zu bewegenden Momenten kommt und sich die verstorbene
Persönlichkeit ihres Zustandes bewusst wird. Natürlich gibt es auch
Retrievings, die nicht komplett abgeschlossen werden können, da der
Astralreisende plötzlich wieder erwacht oder sonstwie gestört wird. Dieses ist
mir einige Male passiert und hatte mich manches Mal ein wenig über mich
geärgert. Doch für solche Fälle habe ich zwei Helfer in der astralen Welt,
Sonya und Oxana. Sie kommen unabhängig voneinander manches Mal zu mir
und nehmen mich mit auf eine Rettungsmission. Oxana ist hierbei immer
mehr auf das Heilen spezialisiert, während Sonya mich häufiger abholt, um
Verstorbene zu retten.

Solche Verstorbene sind nach dem Tod erst einmal irritiert, schon allein
deswegen, weil sie keinerlei Übung im Umgang mit dem zweiten Körper
besitzen. Sie irren in Gebäuden herum, schwimmen noch immer am Grunde
eines Sees herum, sind in der Zeit verschoben worden und verstehen nicht,
wo sie sich befinden u.v.m. Es gibt unendliche Möglichkeiten, wie ein
Verstorbener irritiert werden kann, da Zeit und Raum relativer sind als in der
bekannten physischen Welt. Insbesondere Personen, die wochen- oder
monatelang im Bett auf ihren Tod warteten, sind nicht in der Lage, den
Übergang zu bemerken. Plötzlich wechseln sie für immer in ihren neuen
Körper, den elektrischen Körper, und glauben, sie befänden sich immer noch
in ihrem physischen. Solche Personen liegen dann durchaus monatelang
weiter in ihrem Bett. Vielleicht schaffen sie es irgendwann, aus ihrem Bett zu
steigen, aber laufen ständig durch das Haus und versuchen verzweifelt,
irgendetwas anzufassen oder Kontakt zu der Familie oder den Nachbarn zu
bekommen. Dieser Umstand hat bereits häufig so genannte Spukphänomene
ausgelöst – zumindest, was die Hinterbliebenden in der Alltagswelt betrifft.

Einmal traf ich auf einer Reise außerhalb meines Körpers mehrere Soldaten
aus dem ersten Weltkrieg. Sie trugen noch immer ihre Uniform und
wandelten als unsichtbare Beobachter in der physischen Realität umher.
Dabei trieben sie sich auf öffentliche Veranstaltungen und Schulhöfen herum.
Vermutlich war es ihnen wichtig, sich bei Menschen aufzuhalten, denen es
gut ging oder Spaß hatten.
In der Erfahrung mit diesen beiden Soldaten befand ich mich nach der
Loslösung vom Körper plötzlich mitten auf einer mir fremden Straße und
wartete auf jemanden. Das Wohnviertel war sehr ruhig. Am Ende der Straße
sah ich, wie sich gerade der bewölkte Himmel öffnete und Sonnenstrahlen die
Wolkendecke durchbrachen. Es war ein schönes Bild, das sich mir bot.
“Schon fertig”, hörte ich jemanden sagen.
Es war eine Frau, die sich zu mir gesellte und mich einfach ansprach. Ich
schaute sie fragend an.
“Hallo”, sagte sie und stellte sich mir gegenüber. “Ich bin eine Freundin von
Susanne. Sie meint, ich solle solange mit Dir reden, bis sie fertig ist.”
“Ach so. Braucht sie denn noch lange?”
“Nein, nicht lange. Aber ich wollte dich um einen Gefallen bitten”, stürmte
sie gleich los.
“Äh, und worum gehts?”
“Ich möchte, dass du Susanne ein wenig ausbildest. Sie hat viel Spaß daran,
aber es fehlt ihr noch der letzte Schliff, verstehst du.”
Jetzt begann es in meinem Kopf zu rattern. Wer war diese Person? War es
etwa wieder meine Mentorin, meine Lehrerin Sonya, in anderer Gestalt, die
mir in den Träumen öfter etwas zeigte? Das letzte Mal unterrichtete sie mich
darin, per Gedankenkraft meinen Körper zum Schweben zu bringen. Ich
wusste, dass es des Öfteren vorkommt, dass eine Mentorin das Aussehen von
alten Freunden annimmt oder einfach einen anspricht, um einen Kontakt
herzustellen. In dieser Erfahrung schien mir das der Fall zu sein, denn diese
Frau schien wesentlich mehr “durchzublicken” und sich dessen bewusst zu
sein, was in unserer Welt tatsächlich vor sich geht. Kaum hatte ich diesen
Gedanken zu Ende gedacht, legte sie auch schon los:
“Gaia besitzt mehrere Schichten oder Ebenen, in denen Persönlichkeiten wie
du und ich leben”, begann sie zu erzählen. Mit Gaia meinte sie unsere Mutter
Erde, den Planeten, auf dem wir alle leben. “Eine dieser Schichten ist eine
Art Zwischenschicht, die möglichst gesäubert sein muss, damit Gaia bald in
die nächsthöhere, evolutionäre Stufe eintreten kann. Wenn jemand stirbt,
dann kann es sein, dass die Persönlichkeit aufgrund ihres Nichtwissens und
Festhalten an der irdischen Realität, an Süchten oder an einem fanatischen
Glauben in dieser Zwischenschicht hängenbleibt. Wenn man sich vorstellt,
wie viele Menschen tagtäglich auf Gaias Oberfläche sterben, so wie es Zellen
in unseren Körpern ja auch tun, dann kannst du dir wohl vorstellen, wie viele
Verstorbene in dieser Zwischenschicht festhängen. Ich will gar nicht darüber
nachdenken wie viele das sind, denn diese Zwischenschicht kann Verstorbene
Hunderte von Jahren festhalten.”
“Ja, ich verstehe”, gab ich zurück. “Du meinst, es kann durchaus einmal
sein, dass ich auf eine Persönlichkeit aus der französischen Revolution treffe,
die es immer noch nicht geblickt hat und in der Zwischenebene festhängt.”
“Richtig”, meinte sie. “Und aus dem Grund erinnere ich dich daran, damit
du Susanne ein wenig vorbereitest oder ihr ein wenig hilfst, damit sie sich
dieser Aufgabe auch widmen kann. Viele von uns tun eigentlich nichts
anderes als hier helfend einzugreifen. Du kannst dir nicht vorstellen, was dort
‘oben’ los ist…”. Sie verdrehte ihre Augen nach oben und meinte damit wohl
die astralen Ebenen. “Also, kannst du Susanne ein wenig unterrichten? Du
hast dich ja schon des Öfteren im Umgang mit Verstorbenen bewährt und
geholfen. Außerdem vertraut sie dir.”
Sie zwinkerte mit dem Auge und ich hatte den Eindruck, dass sie sich auf
wesentlich mehr Fälle berief als ich mich gerade selbst erinnern konnte.
Susanne? Wer ist Susanne? ging es mir durch den Kopf, aber vermutlich
würde ich gleich sehen, wer es ist.
Als ich aus meinen Gedanken heraustrat, war die unbekannte Fremde
verschwunden und ich sah, wie diese Susanne aus einer Haustür herauskam.
“Fertig”, meinte sie und grinste.
Es war tatsächlich Susanne. Eine Frau, die ich vor vielen Jahren eine Zeit
lang getroffen hatte. Wir hatten uns immer hervorragend gut verstanden und
viel zu lachen, wenn wir uns verabredet hatten. Von Beginn an besaßen
unsere Begegnungen stets eine gewisse Vertrautheit. Ich war mir sicher, dass
wir uns aus einem anderen Leben kannten, doch war mir dieses zu der Zeit
nicht so deutlich wie heute. Als ich sie beispielsweise das erste Mal
hypnotisierte hatte, landete sie direkt in einem lang zurück liegendem Leben
in Atlantis. Sie hatte – ihren Angaben zufolge – dort in einer Bücherei als
Bibliothekar gearbeitet. Bewusstseinserweiternden Konzepten gegenüber war
sie stets sehr offen gewesen, aber wie das nun einmal so ist, trennten sich in
der Alltagsrealität irgendwann unsere Wege als sie den Mann fürs Leben fand
und daraufhin ziemlich schnell Mutter wurde. Man traf sich immer weniger,
bis man sich aus den Augen verlor. In den Träumen kann es dann durchaus
vorkommen, dass man sich trotz alledem mal wiederbegegnet.
“Hallo”, sagte ich und dachte mich sofort in die Rolle hinein, die hier von
mir gefordert wurde. “Ich dachte schon, ich müsste mir ein Zelt besorgen, um
die Zeit um zu kriegen, bis du fertig bist.”
Sie lachte: “Übertreib’ mal nicht. Es ging doch schnell.”
Ich erinnerte mich noch gang gut daran, dass sie immer lange gebraucht
hatte, um sich fertig zu schminken.
Wir gingen dann die Straße entlang und kamen dabei an einem Schulhof
vorbei, in der gerade Pause war. Die Schüler liefen dort herum und gingen
ihren Beschäftigungen nach. Doch in der Menge fielen mir vier Personen auf,
die von allen anderen nicht bemerkt wurden. Manche der Schüler liefen sogar
durch diese Personen hindurch. Ich schaute noch einmal hin und konnte es
kaum glauben. Sie waren völlig farblos! Ich nahm sie nahezu in Schwarzweiß
wahr. Ihre Kleidung, ihre Gesichter, alles ohne irgendeine Spur von Farbe,
während alles um sie herum ganz normal wahrzunehmen war.
“Lass uns über den Schulhof gehen”, sagte ich.
“Häh, wieso das? Weißt du, was da jetzt los ist?”
“Klar, aber komm schon.”
Dann gingen wir über den Schulhof und ich lief ziemlich direkt auf die vier
schwarzweißen Gestalten zu.
“Du wartest hier. Und wenn ich dich rufe, dann kommst du zu mir, okay?”
Nun nahm sie die vier Gestalten auch wahr. Sie nickte und blieb stehen.
Ich stellte mich zu den vier Personen hin. Sie trugen englische oder
amerikanische Uniformen aus dem ersten Weltkrieg. Selbst ihre Schiffchen
oder was immer sie da trugen, befanden sich noch auf ihren Köpfen.
Vermutlich hingen sie seit Jahrzehnten in dieser Zwischenschicht und hatten
keinen blassen Schimmer, was geschieht.
“Guten Tag”, sagte ich.
“Guten Tag. Wer sind Sie, mein Herr?”
Er musterte mich von oben bis unten. “Sind sie von der Armee? Ihre Jacke
sieht ein wenig militärisch aus, aber ich bin mir nicht sicher. Ich habe so
etwas noch nicht gesehen an der Front. Oder ist das Zivilkleidung?”
Nun schauten die anderen ebenfalls kritisch und wunderten sich über mein
Erscheinen. Offensichtlich konnten sie weder den Schulhof noch die Schüler
wahrnehmen. Ich wusste somit nicht, was sie gerade wahrnahmen, aber ich
wusste, dass sie mich sehen konnten. Doch was sie von mir sahen war die
Kleidung aus dem 21. Jahrhundert. Meine Jacke, die ich gerade trug, besaß
mehrere Taschen, wie sie auch in der Armee gern benutzt wurden. Das schien
sie zu irritieren. Zum Glück trug ich keine Waffe.
“Ich bin aus keiner Armee.”
“Ein bisschen siehst du aber so aus. Aus welcher Einheit bist du? Bist du
Freund oder Feind?”
“Wenn ich ein Feind wäre, dann wäre ich bestimmt nicht so verrückt und
hätte mich freiwillig zu euch gestellt”, versuchte ich zu erklären.
“Wer bist du dann? Du trägst ganz andere Kleidung wie alle anderen hier.
Das sieht komisch aus.”
“Nein, ich bin auch nicht von hier.”
“Von wo kommst du dann? Frankreich? Ungarn?”, fragte ein anderer.
Mittlerweile hatten sie sich zu einem Halbkreis aufgestellt und schauten mich
noch immer fragend an.
“Nein, ich bin aus einem anderen Grund hier. Ich bin wegen euch hier.”
“Möchtest du uns verhaften oder was hast du vor?”
“Nein, das ist doch gar nicht so schwer…”, meinte ich und in dem Moment
öffnete ich meinen Geist, damit er auf nonverbaler Ebene spüren und
erfahren konnte, warum ich zu ihnen gegangen war.
Die Person, die rechts von mir stand war die erste, die die Informationen
hereinkam. Er riss seine Augen auf und sein fragender Blick wich dem Blick
des Entsetzens.
“Das… das ist nicht möglich! Ich lebe!”, rief er laut und ging einige Schritte
zurück.
“Du bist tot und du lebst trotzdem. Sei doch froh! Es ist doch besser, als wenn
du irgendwo tot herumliegst und man trampelt auf deinem Körper herum.
Schau um dich! Sieh nach da vorn. Dort wartet schon jemand sehnsüchtig auf
dich…”
Er schaute interessiert zur Seite und schien dann tatsächlich jemanden zu
sehen. Das Entsetzen auf seinem Gesicht verschwand und seine Augen füllten
sich mit Tränen. Sein ganzes Gesicht hellte sich auf und er gewann langsam
wieder an Farbe… Dann löste er sich langsam auf und verschwand.
“Was hast du mit unserem Freund gemacht? Er… er ist weg!”
Die Blicke der restlichen drei Männer wirkten nun noch irritierter als zuvor.
“Wo… wo ist er hin?”
“Das wird euch gleich erklärt. Seht ihr diese Frau da vorn. Die weiß mehr
darüber”, behauptete ich.
Dann rief ich Susanne zu uns. Sie kam sofort und stellte sich zu uns.
Erneut schauten die Männer kritisch, aber der Blick verschwand wieder
schnell, da sie weder militärisch aussah noch als Frau eine Gefahr für sie
darzustellen schien. Susanne war auch eine der Frauen, die häufig
Männerblicke auf sich gezogen hatte. Ihre superlangen Beine und ihr schön
gezeichnetes und ebenes Gesicht waren stets auffällig gewesen.
“Nun kümmere dich doch mal um die drei Herren”, sagte ich grinsend und
trat einen Schritt zurück.
Susanne räusperte sich und begann von einer Kraft zu erzählen, die uns
Menschen und alle Lebewesen durchdringt. Sie improvisierte und schaffte es
nach einiger Zeit tatsächlich, einen der Männer zu befreien. Er fing an zu
lächeln und verschwand dann auf die gleiche Weise wie sein Vorgänger. Die
anderen beiden übrig gebliebenen Männer jedoch schienen nur noch
misstrauischer zu werden.
“Das ist ein Trick! Die belügt uns. Sie will, dass wir ihr glauben und dann
verschwinden wir. Das ist eine Geheimwaffe!”, rief einer laut von ihnen und
sie gingen einige Schritte zurück.
“Nein, das ist nicht so…! Ihr müsst das doch verstehen! Wollt ihr hier ewig
rumhängen?”, erwiderte Susanne, aber sie glaubten ihr nicht.
So ist das nun mal. Wenn sich jemand zu einer festen Meinung entschlossen
hat, ist er nur schwer wieder zu überzeugen.
Dann gingen die Männer weg und wollten nichts mehr mit uns zu tun haben.
“Was ist denn jetzt mit den beiden?”, fragte Susanne.
“Die sind jetzt aus unserem Blickfeld verschwunden. Die sind beleidigt oder
sonst was”, antwortete ich.
“Oh man! Was hab ich denn jetzt falsch gemacht?”
Dann zauberte ich ein Blatt Papier und einen Stift hervor. Darauf malte ich
ihr die Positionen der vier Männer auf.
“Diese beiden hier haben wir aus der Zwischenebene befreit. Einer davon
geht auf dein Konto. Du hast also den richtigen Anfang gemacht, aber du
warst etwas zu stürmisch und hast die anderen beiden verschreckt.”
“Und was ist jetzt mit denen?”
“Tja, sie irren nun weiter in der Zwischenebene herum und glauben noch
immer, dass sie sich im Krieg befinden.”
“Wie frustrierend! Und alles nur, weil ich nicht richtig vorgegangen bin.”
“So lernt man beim nächsten Mal anders vorzugehen”, sagte ich und
erinnerte mich an so einige Ausrutscher, die ich mir erlaubt hatte. Ein
Retrieving läuft nicht immer perfekt.
Diese beiden Soldaten waren sich nicht wirklich darüber im Klaren, dass sie
bereits seit vielen Jahren verstorben waren. Selbst eine Unterhaltung mit
ihnen konnte sie nicht überzeugen. Dies einmal als Beispiel, dass das
Unwissen über den persönlichen Befindungszustand nach dem Tode sehr
lange anhalten kann.

Eine interessante Begegnung erlebte ich in diesem Fall mit Sonya. Wir flogen
mit hoher Geschwindigkeit am Himmel entlang. Plötzlich teilte mir Sonya
telepathisch mit, ich solle mit ihr landen. Unter uns konnte ich Gleise und
einen Zug erkennen. Nachdem wir gelandet waren, gingen wir auf den Zug
zu, der mitten in Wald und Wiese angehalten hatte. Weit und breit schien es
keinen Bahnhof zu geben. Warum hatte der Lokführer hier gestoppt? Hatte
vielleicht jemand die Notbremse gezogen?
Die Fahrgäste blickten aus den Zugfenstern heraus und wunderten sich
ebenfalls, warum sie hier gehalten hatten. Der Zug war recht lang und es
waren bestimmt 80 Zuggäste, wie ich grob schätzen konnte. Sonya öffnete
eine der Zugtüren und lief direkt in den Gang hinein. Ich musste lachen, dass
sie einfach so frech gewesen war, die Tür zu öffnen. Auf der anderen Seite, so
dachte ich, was wollte der Zugführer uns schon anhaben können? Wir
konnten jederzeit davonfliegen, wenn wir wollten!
Einige der Fahrgäste schauten mich an und ich fragte mich, ob sie mich denn
in meinem Astralkörper sehen konnten. Während ich grübelte, kam Sonya
wieder aus dem Zug gestiefelt. Im Schlepptau hatte sie mehrere Personen, die
brav hinter ihr herliefen.
“Ja, hier entlang, meine Damen und Herren…”, rief sie den Leuten zu.
Es waren ungefähr sieben Personen, die nun an mir vorbeigingen. Manche
von ihnen grüßten mich zu meiner Überraschung. Dann dämmerte es mir
langsam!
“Sind die Leute, die du aus dem Zug geführt hast, tot?”
“Natürlich! Was dachtest du denn, wieso sie dich grüßen? Meinst du, es liegt
am Wetter?”
Wir lachten. Sie hatte recht! Diese Menschen waren tot und aus keinem
anderen Grund konnten sie mich wahrnehmen.
“Na gut, dass du die Leute so schnell aus den Zug bekommen hast!”,
erwähnte ich knapp.
“Nein nein”, entgegnete sie, “wir müssen alle aus diesen Zug
herausbekommen!”
Jetzt verstand ich es endlich! Der ganze Zug war bereits verunglückt und die
Fahrgäste halluzinierten ihn immer noch. Aus dem Grund sah er auch noch
so intakt aus. Sämtliche Fahrgäste waren bei dem Unglück ums Leben
gekommen!
Langsam fragte ich mich, welcher Zug das denn sein könne?! Immerhin hatte
ich in der letzten Zeit von keinem Zugunglück gehört, in dem so viele
Personen umgekommen waren. Befand ich mich hier in einer alternativen
Realität oder war ich vielleicht in der Zeit verschoben? Wie schade, so dachte
ich, dass es nie Schilder gab, die einen stets darüber aufklärten, wo und wann
man sich gerade befand.
Nun gingen wir gemeinsam in den Zug und kümmerten uns um die Fahrgäste.
Hier fehlen mir einige Erinnerungen, aber ich erinnere mich noch daran,
dass wir uns einiges haben einfallen lassen, um den ganzen Zug zu räumen
und sie daraufhin geschlossen auf eine andere Astralebene befördert hatten.
Ein spannender und aufschlussreicher Traum. Sonya hat immer ein gutes
Feingefühl, nie genügend zu verraten, damit man die Möglichkeit behielt,
selbst auf des Rätsels Lösung zu kommen.
In einer anderen Begebenheit dieser Art lag ich in meinem Bett und las in
einem Buch. Sicherlich kennt man es, wenn man irgendwann langsam müde
wird und die Augen zufallen oder man zusammenzuckt, weil man sich dabei
ertappt hat, kurz eingenickt zu sein. Dies geschieht bei mir ganz gern, wenn
ich so gemütlich in meinem Bett liege… Und während ich las, nickte ich also
für ungefähr drei Sekunden ein – länger dürfte es nicht gewesen sein. Doch
was in diesem Zeitraum geschah, entsprach einer ganzen Reihe von
Erlebnissen und Erfahrungen! Es ist schwierig zu beschreiben, aber wer sich
an Alice im Wunderland erinnert, der hat vielleicht eine Vorstellung davon,
wenn ich sage, dass ich in den drei Sekunden meiner Abwesenheit, innerhalb
der physischen Realität, in der anderen Realität viele Minuten an Erfahrungen
machen konnte…
Ich stand in einem mir fremden Schlafzimmer im Halbdunkel. Neben mir
befand sich meine Traumlehrerin Sonya. Sie schaute mich grinsend an. Es
war, als wären wir sehr oft unterwegs. Dabei erschien sie mir wie ein Führer,
der mich mir all den Dingen vertraut machte, was man auf der anderen Seite
unserer Welt zu lernen hatte.
Unsere Aufmerksamkeit war auf ein Bett gerichtet, in der eine sehr alte Frau
lag. Sie war gerade gestorben, aber hatte es nicht mitbekommen.
Noch immer lag die Frau in dem Bett und litt unter ihrer Sterbeerfahrung.
Eine Krankheit oder einfach nur Altersschwäche hatte sie dahinsiechen
lassen und irgendwann ist sie dabei gestorben. Doch lag sie noch immer dort,
in dem Glauben, dass sie noch lebendig in ihrem Körper sei. Sie hatte jedoch
schon längst für immer in den zweiten Körper gewechselt. Nun lag es an uns,
sie auf ihre neue Realität aufmerksam zu machen.
Langsam gingen wir auf das Bett zu. Dabei hatten wir uns überlegt, uns als
Ärzte auszugeben, die sie nun in ein Krankenhaus überweisen wollten.
“Guten Morgen”, sagte ich und war im selben Moment mit einem weißen
Kittel bekleidet.
“Guten Morgen, Herr Doktor… Es geht mir schon ein wenig besser als
gestern. Haben Sie mir ein neues Medikament gegeben?”, entgegnete die alte
Frau und schaute mich fragend an.
“Es handelt sich um ein neues Medikament aus Russland. Explizit für Fälle
mit Ihren Symptomen. Nun sind wir auch in der Lage, sie in ein anderes, viel
besseres Krankenhaus zu überweisen.”
Hierbei hatten Sonya und ich die Idee, sie nicht direkt mit dem Wissen zu
konfrontieren, dass sie bereits verstorben war, sondern sie in ein
Krankenhaus auf der Astralebene zu überführen. Dort könnte sie sich
langsam an ihren neuen Zustand gewöhnen.
Sie schöpfte keinen Verdacht. Immerhin besaß sie noch die Hoffnung, sie
würde von ihrem Zustand befreit werden; der sicherlich nicht sehr angenehm
war. Das Interessante war, dass sie bereits befreit war, aber es nur nicht
erkannte. Der Übergang vom Leben zum Tod ist oftmals sehr ungenau,
fließend und sanft oder eben allzu plötzlich.
Im nächsten Augenblick fand ich mich mit dem Buch in der Hand wieder. Ich
hatte kurz den Überblick verloren und wusste nicht mehr, in welcher Zeile ich
zuletzt gewesen war. Schnell fand ich die Zeile wieder… und zur gleichen
Zeit hatte ich noch die ganzen Eindrücke der kleinen Rettung der alten Frau
vor Augen. Es ist immer wieder höchst erstaunlich! Während wir im Alltag
unseren gewohnten Beschäftigungen nachgehen, gibt es im Laufe des Tages
immer wieder kleine Aussetzer, in denen wir uns in eine andere Realität
projizieren und dort etwas unternommen haben. Eine Astralreise im
Wachzustand dauert aus der Perspektive der physischen Realität oftmals nur
Sekunden. Die Wahrnehmungsgeschwindigkeit ist innerhalb des physischen
Körpers ganz anders eingestellt. Aus dem Grund existiert die Möglichkeit der
bewussten Astralreise, indem man sich auf klassische Art und Weise ins Bett
legt, sich in der Meditation darauf konzentriert, in die Schlafstarre zu
gelangen, die Vibrationen zu erzeugen, damit man in den elektrischen Körper
umschalten und danach seinen physischen Körper verlassen kann. Doch, wie
eingangs erwähnt, finden diese Reisen außerhalb des Körpers auch im
normalen alltäglichen Wachzustand statt, nur eben in einer parallelen
Dimension – wenn man so will.
Als ich mit dem Retrieving begann, konnte ich mir nicht vorstellen, wirklich
mal jemanden zu ‚retten‘. Ich dachte, dass es bestimmt genügend anderer
Helfer gibt, die bereit sind, die irritierten Persönlichkeiten anzusprechen und
bei dieser wichtigen Erkenntnis zu unterstützen, doch hatte ich mich hier
geirrt. Solche Helfer, wie beispielsweise Sonya, kommen von der mittleren
bzw. höheren Astralebene herunter in unsere Gefilde, die in ihrer Frequenz
wesentlich niedriger gelagert sind. Verstorbene können aus diesem Grund
Helfer nicht sofort wahrnehmen. Oftmals versuchen die Helfer vergeblich, auf
sich aufmerksam zu machen. Somit gefällt es diesen Helfern sehr, wenn ein
Astralreisender vorbeikommt und seine Hilfe anbietet, da ein Verstorbener
einen Astralreisenden, der noch physisch lebt, sofort wahrnehmen kann. Dies
ist also einer der Motive eines Helfers, mit einem Astralreisenden zusammen
zu arbeiten. In meinem Retrieving, als ich mich als Arzt ausgegeben hatte, um
einer alten Frau zu helfen, verhielt es sich nicht anders. Die alte Frau konnte
Sonya nicht richtig, wenn überhaupt, wahrnehmen. Darum hatte ich mich als
Arzt verkleidet und sind zu Zweit zu ihr gegangen. Erst als ich in der Rolle
des Arztes auf Sonya hinwies, konnte sie sie wahrnehmen.
Diese Rettungsmissionen können lustig, spannend, verrückt, bewegend,
traurig, erfreulich, gruselig und befreiend sein. Nicht nur lernt man von
seinem Mentor, wie man seine eigenen Fähigkeiten am besten einsetzt,
sondern man lernt zusätzlich kreativ und umfassend zu helfen.
In einer anderen Mission wurde ich zu einem Mann geführt, der sich Sorgen
um seine Tochter machte. Er wünschte sich, dass ich Kontakt zu ihr aufbaute.
“Wenn Sie in der Lage sind, meiner Tochter zu helfen, dann wäre ich Ihnen
mit Dank verbunden.”
“Seit wann ist sie denn in diesem Zustand?”, fragte ich.
“Seit einigen Wochen. Die Ärzte können sich das nicht erklären. Immer
wieder wurde sie untersucht und niemand von ihnen konnte etwas bewirken.
Es ist einfach nur schrecklich! Niemand kann es sich erklären…”, entgegnete
Julianes Mutter und starrte nun abwesend auf den dunkelgrünen
Teppichboden ihres Wohnzimmers. Nach einiger Zeit blickte sie mich wieder
an und sprach weiter: “Wir haben dann von Ihnen gehört. Ich meine, dass sie
andere Möglichkeiten nutzen, also welche, die niemand so kennt. Mein Mann
und ich können uns nicht vorstellen, was sie für Möglichkeiten haben, aber
wir wissen nicht weiter und Sie können sich denken, dass man dann nach
jedem Strohhalm greift…”
Ich nickte: “Ich werde mein Bestes versuchen. Darf ich dann jetzt Ihre
Tochter sehen?”
“Natürlich!”, meinte sie und sprang auf. Sie führte mich dann in einen
anderen Teil des Einfamilienhauses und dort traf ich dann auf Juliane. Sie lag
in ihrem Bett und ihr Blick war starr aus dem Fenster gerichtet. Ihre langen,
schwarzen Haare lagen auf dem Kopfkissen verteilt. Sie blickte niemanden
von uns an, als wir ihr Schlafzimmer betraten. Sicherlich war sie nicht älter
als 18 Jahre.
“Sehen Sie, sie reagiert überhaupt nicht auf uns…” flüsterte die Mutter und
ihre Augen füllten sich mit Tränen.
“Ja, ich sehe… Lassen Sie mich nun allein mit Ihrer Tochter. Und stören Sie
mich unter keinen Umständen! Ich werde Sie rufen, wenn ich fertig bin”,
sagte ich.
Kurz darauf verließ die Mutter das Zimmer und schloss hinter sich die Tür.
Ich schloss die Tür ab, um ganz sicher zu sein, dass uns niemand stören
würde. Dann setzte ich mich zu Juliane auf das Bett. Sie starrte weiterhin aus
dem Fenster. Ich berührte ihre Wange. Ihre Körpertemperatur schien ein
wenig höher zu sein als gewöhnlich. Dann drehte ich ihren Kopf so, dass sie
mich anschauen konnte. Ihre Augen bewegten sich und sie fixierte daraufhin
mein Gesicht. Offensichtlich konnte sie mich wahrnehmen, aber reagierte
eben nicht großartig auf meine Anwesenheit; auch ihre Gesichtsmimik blieb
unverändert. Ich hatte den Eindruck, als würde sie wissen, dass ich bei ihr
war.
Daraufhin verdunkelte ich den Raum, zog meine Schuhe und mein Hemd aus
und legte mich zu ihr ins Bett. Ich ergriff unter der Bettdecke ihre Hand. Sie
fühlte sich warm und leicht verschwitzt an. Dann konzentrierte ich mich auf
sie…
“Haha! Schau mal auf deine Füße! Wie sie aussehen! Haha!”, hörte ich
jemanden rufen.
Mein Blick ging sofort herunter auf meine Füße. Die Zehen waren total
angeschwollen und unglaublich dick. Es war mir ein bisschen peinlich. Die
Zehen sahen wirklich monströs aus!
Ich befand mich in einem Wohnzimmer und saß auf einer Couch. Rechts von
mir war ein Mann, der sich köstlich über meine Füße amüsierte. Links von
mir, in einem ausgiebigen Sessel, saß ein weiterer Mann. In diesem Zimmer
standen auch noch weitere Leute herum, die ich alle nicht kannte.
Was war denn eben geschehen? Wo war ich denn gerade noch gewesen? Wie
kam ich hierher? Und welcher Mensch hat solche Zehen?
Plötzlich erkannte ich die Situation! Ich befand mich in einem Traum. Mehr
noch, nun erinnerte ich mich an Juliane und an mein Vorhaben, in ihre
Träume einzudringen. Es war mir tatsächlich gelungen! Ich war in Julianes
Traum und somit in ihr Unterbewusstsein eingedrungen! Hier wollte ich
Kontakt zu ihrer Persönlichkeit aufnehmen, weil in ihrer Alltagswelt kein
Kontakt mehr möglich war. Menschen, die in der Lage sind, in die Träume
anderer Menschen einzudringen, werden Traumwandler genannt (ich
berichtete darüber in meinem Buch “Träume, Traumanalysen und alternative
Realitäten”). Im Fall von Juliane hatte ich keinen Ausweg mehr gesehen und
beschlossen, in ihre Träume einzudringen, um sie zu heilen. Nur so konnte ich
einen vernünftigen Kontakt zu ihr aufbauen und mich über die Situation
informieren, in der sie sich befand.
Dann blickte ich wieder auf meine Füße. Ich konzentrierte mich kurz und
dann sahen sie wieder normal aus. Ganz zur Überraschung des Mannes
neben mir, der sich den Bauch vor Lachen gehalten hatte. Er sprang
erschrocken auf und schaute irritiert auf meine Füße: “Aber… aber wie hast
du das denn gemacht?”
Mittlerweile schauten auch die anderen her und musterten mich kritisch. Ich
dachte darüber nach, ob es vielleicht ein Fehler gewesen war, die
Traumpersönlichkeiten in dieser Umgebung dermaßen zu irritieren. Ich
musste an den Film “Inception” denken, in dem ausgebildete Träumer in die
Träume anderer Menschen eingedrungen sind, um an wichtige Informationen
zu kommen, die sie für gewöhnlich niemals von den Zielpersonen freiwillig
erhalten hätten. In dem Film wurde von Sicherheitsmaßnahmen des
Unterbewusstseins gesprochen, in dem sich die Traumpersonen gegen den
Eindringling von außen wehrten. Ich überlegte, inwiefern dies wohl in
meinem Fall nun zutreffen könnte. Befand ich mich nun überhaupt in Julianes
Unterbewusstsein oder war es mein Traum? Ich war luzide geworden und
konnte den Traum beeinflussen, aber wessen Traum träumte ich und in
welchem befand ich mich gerad?
Es entstand eine gewisse Unruhe. Nun standen die ganzen Leute um mich
herum und sie schauten mich misstrauisch an. Sie hielten mich nun für einen
Exoten, der einen Trick angewendet hatte oder für jemanden, der sie täuschen
wollte. Eine Welle des Misstrauens erreichte mich und sie kamen immer
näher. Ich beschloss die Szene zu wechseln und teleportierte mich einfach aus
dieser Szene heraus.
Wenige Sekunden später stand ich mitten in einem Kaufhaus. Das war
eigentlich nicht der Ort, zu dem ich gewollt hätte. Irgendwie hatte ich das
Gefühl, ich müsste Julianes Zimmer aufsuchen, denn dort dürfte ich sie in
einem normalen, ansprechbaren Zustand vorfinden. Leider wurde mein
Vorhaben von einer erneuten Misstrauenswelle unterbrochen. Die Besucher
des Kaufhauses um mich her schienen mich nun ebenso kritisch zu beäugen,
wie die Männer von dieser kleinen Party von vorhin. Sie kamen mittlerweile
schon auf mich zugelaufen und wollten mich anfassen. Ich hatte gerade nicht
mehr die Kraft, mich ein weiteres Mal zu teleportieren, also entschloss ich
mich, zu kämpfen. Ich streckte meine rechte Hand aus und sandte dem Ersten
eine Welle Energie zu, die ihn sofort einfrieren ließ. Er verharrte auf der
Stelle und konnte sich nicht mehr bewegen.
“Los, schnappt ihn!”, rief jemand und mittlerweile hatten sich mehr als
zwanzig Personen angesammelt, die mich überwältigen wollten.
Immer wieder verschickte ich energetische Schübe und ließ einen nach dem
anderen einfrieren. Sie blieben daraufhin unbeweglich auf der Stelle stehen.
Ich kam mir vor, wie eine Gorgone, nur dass es nicht mein Blick war, der sie
versteinerte, sondern meine Energiestrahlen.
Auf diese Weise konnte ich der aufgebrachten Menge Einhalt gebieten, aber
ich hatte mich zu früh gefreut. Langsam schienen sich die eingefrorenen
Personen wieder aus ihrer Starre befreien zu können. Zuerst bewegte sich
ihre Mimik, dann bewegte sie Finger und Arme… Es war also langsam Zeit,
von hier zu verschwinden. Ich rannte los und sprang durch ein nahegelegenes
Fenster. Ich fiel in die Tiefe, aber bevor ich auf den Boden schlug, versuchte
ich, mich in Julianes Zimmer zu teleportierten.
Meine plötzliche Wahrnehmungsverlagerung reichte jedoch nicht aus, um in
ihr Zimmer zu gelangen, aber ich stand plötzlich im Wohnzimmer der
Familie. Julianes Eltern waren nicht in der Nähe, wie es mir schien, aber
weitere Personen, die dort herumliefen und das Haus zu schützen versuchten.
Als sie mich erblickten, wollten sie mich wieder berühren und aus dem Traum
verbannen. Sie kamen mit ausgetreckten Armen auf mich zu. Wieder fror ich
sie ein und sie konnten sich keinen Millimeter mehr bewegen. Dann stieß ich
mit meiner flachen Hand gegen sie, um sie aufzulösen. Völlig lautlos lösten
sie sich durch meinen Handschlag auf und verschwanden.
Dann lief ich in Richtung Julianes Zimmer. Auch dort begegnete ich noch
einigen Personen, die mich versuchten anzugreifen. Manche von ihnen
wirkten wie dunkle Schatten, überhaupt nicht mehr menschlich. Beinahe so,
als seien sie noch nicht in der Entwicklung ihres Erscheinungsbildes als
Traumpersönlichkeit abgeschlossen oder als seien sie Dämonen, die etwas zu
schützen versuchten, was ihnen nicht gehörte. Doch auch diese konnte ich
einfrieren und auflösen. Das Haus war nun gesäubert und ich betrat Julianes
Zimmer.
Sonnenlicht drang durch das Fenster und erhellte das Zimmer. Es war ein
schöner Anblick, wie sie dort friedlich auf ihrem Bett saß und in einer
Zeitschrift blätterte. Als ich in ihrem Zimmer erschien, schaute sie auf.
“Ach, du bist es!”, meinte sie und sprang auf und begrüßte mich. Wir
umarmten uns.
“Du weißt, warum ich hier bin?”, fragte ich.
“Aber ja, ich habe so gehofft, dass du einen Weg findest, um mir zu helfen
und nun hast du es tatsächlich geschafft. Du hast mich befreit.”
“Richtig, ich bin hier. Und nun erkläre mir, was geschehen ist… Warum bist
du so lethargisch in deiner Realität gewesen? Was ist passiert?”
Kurz darauf erwachte ich aus meinem Traum. Dies war wirklich ein sehr
spannendes Erlebnis gewesen und ich hoffe, dass es Juliane nun gut ging.
Es gibt unzählige Fälle, in denen Hilfe benötigt wird, um Verstorbene aus
ihrem Umfeld herauszulotsen oder Menschen zu helfen, die in einer
alternativen Realität in Bedrängnis geraten sind und oftmals nicht angenehm
für sie ist. Sie halluzinieren ihre vertrauten Umstände oder auch ihre letzte
Situation, in der sie sich unmittelbar vor ihrem Tode befunden hatten. Dabei
versuchen sie verzweifelt, sämtliche störende Einflüsse zu ignorieren, die
nicht zu ihrem vertrauten Alltag gehörten. Ein Helfer aus der mittleren
Astralebene hat hier keine guten Karten, denn er wird schlichtweg
ausgeblendet. Es kann Wochen oder Monate dauern, bis er es schafft,
irgendwie Aufmerksamkeit zu erregen. In den meisten Fällen kann der
Astralreisende, der noch über einen physischen Körper verfügt, hervorragend
Unterstützung bieten, aber es gibt auch Situationen, in denen man vor einem
Problem gestellt ist. Dies ist oft bei Verstorbenen der Fall, die sich in
Gruppen zusammenrotten und einen Anführer besitzen, dem seit längerer Zeit
gefolgt wird. Bisher hatte ich nur wenige Begegnungen, in denen ich es mit
solchen Gruppen zu tun hatte. Sie waren einfach nicht gewillt, einen
Außenstehenden in ihren Kreis zu lassen. Dabei erinnere ich mich an eine
Begegnung, in der ich mich von meinem Körper gelöst hatte und plötzlich auf
einer grünen Wiese stand. Irgendwer hatte mich direkt dorthin verfrachtet. Es
ging so schnell, dass ich mich kaum einmischen konnte. Daher war ich
überzeugt, dass Sonya dafür verantwortlich gewesen war. Sie erlaubte sich
manchmal gern einen solchen Spaß.
Es war Dämmerung. In der Nähe erblickte ich einen Weg und einige
Orangenbäume. Ich hatte das Gefühl, als wäre ich in den Südstaaten
Amerikas. Ich lief einige Schritte auf den Weg zu, der durch diese
Orangenbäume führte, doch ehe ich den Trampfelpfad betreten konnte, sah
ich plötzlich etwas Weißes zwischen den Baumspitzen. Ich schaute genauer
hin und erkannte eine Frau, die einfach in der Luft zu schweben schien,
vielleicht drei bis vier Meter hoch. Sie trug ein weißes Brautkleid, das unten
weit auseinanderlief. Sie blickte aufmerksam in meine Richtung. Als wir
Augenkontakt aufnahmen, winkte sie mir zu, ein ganz sanftes Lächeln auf
ihren Lippen. Ich glaubte in diesem Moment, dass sie dafür verantwortlich
gewesen war, mich hierher geführt zu haben und nicht Sonya.
Plötzlich wurde ich auf eine Bewegung aufmerksam, nahezu am Ende des
Weges. Dort konnte ich ein Pärchen ausmachen. Es war eine Frau mit einem
rosafarbenem Kleid und ein Mann in Anzug und Zylinder. Sie hatte sich bei
ihm eingehakt und irgendwie bestand eine gewisse Ähnlichkeit zu der Frau
und jener, die zwischen den Bäumen schwebte. Die schwebende Frau im
Brautkleid schien mir irgendwas mitteilen zu wollen, dass mit ihnen zu tun
hatte. Ich ging einige Schritte auf das Paar zu und im nächsten Moment
tauchten noch mehr Menschen auf. Zuerst waren es nur drei oder vier, aber
dann wurden es immer mehr. Nach kurzer Zeit waren es sicherlich mehr als
hundert Personen, die nun schon teilweise an mir vorbeiliefen. Viele trugen
auch Armeekleidung, herrschaftliche Anzüge, Frauen mit schönen
Rüschenkleidern und vieles andere. Sie waren allesamt leicht durchscheinend
und das gab mir mehr als eine Bestätigung, dass ich es hier mit einer Gruppe
an Verstorbenen zu tun hatte. Ich konnte durch sie hindurchblicken. Einige
von ihnen schauten mich mit ernster Miene an. Es schien mir, als wollten sie
irgendwo hin.
Es war ein kurioses Bild, das sich mir hier bot. Diese vielen toten Menschen
liefen diesen Weg entlang und über ihnen schwebte diese Frau im weißen
Brautkleid. Was hatte sie mit dieser Gruppe von Menschen zu tun? Waren sie
und die Frau mit dem zylindertragenden Mann identisch? Mich beschlich das
dunkle Gefühl, dass die weiße Frau mich gerufen hatte, um diesen Menschen
irgendwie zu helfen. Vielleicht war sie aus der Zukunft gekommen und hatte
mich darum gebeten, mich um dieses Selbst von ihr zu kümmern, dass sich in
dieser Gruppe nahezu unerreichbar aufhielt. Sollte ich sie darauf aufmerksam
machen, dass sie bereits seit über hundert Jahren verstorben waren? Sollte
ich ihnen einen Weg zeigen, wie sie diese nutzlose Reise zu einem Ziel, das
wahrscheinlich nicht mehr existierte, endlich beenden konnten, um sich neuen
Herausforderungen zu stellen?
Dort stand ich nun und überlegte, was ich tun könne. Dabei schaute ich der
gruseligen Szenen weiter zu. Irgendwann erwachte ich wieder in meinem Bett
und dachte über diese Erfahrung nach. Ich fand es schade, dass ich der Frau
im Brautkleid nicht helfen konnte, obwohl sie mich extra dorthin geführt
hatte. Ich hoffte, dass ich ihr in einer späteren Erfahrung helfen könnte.
Manche Erfahrungen mit Verstorbenen kann auch sehr bewegen sein, oftmals,
wenn es um Kinder geht oder um Personen, die sich nach langer Zeit endlich
wieder in die Arme schließen können, weil sie der Tod voneinander getrennt
hatte.
Ich befand mich auf einem großen Platz in der Nähe einer Höhle. Neben mir
standen ein Mann und eine Freundin. Wir schauten auf den Höhleneingang
und wollten gleich hineingehen.
“Ist sie da drin?”, fragte ich.
Der Mann nickte: “Wir haben alles versucht, aber es ist keine
Kommunikation möglich! Sie reagiert nicht. Wir haben wirklich alles
versucht.”
Ich überlegte kurz und beschloss, in die Höhle zu gehen.
Im Inneren der Höhle war ich erstaunt, wie groß sie war. Die Decke war
bestimmt zehn Meter hoch und im Ganzen besaß sie sicherlich mehr als ein
paar hundert Quadratmeter.
Dann ließ ich meinen Blick schweifen und entdeckte sie. Es war ein kleines
Mädchen, vielleicht acht Jahre alt, in einem rosafarbenen Feenkleid. In ihrer
Hand hielt sie einen Zauberstab.
Langsam bewegte ich mich zu ihr hin und blieb dennoch auf großen Abstand.
“Hallo”, meinte ich trocken zu ihr, aber sie reagierte nicht auf mich. Sie
blickte noch nicht einmal zu mir auf.
Ich setzte mich auf die kalten Steine und sprach sie noch einmal an. Keine
Reaktion. Selbst nach mehrmaligen Versuchen, nahm sie einfach keine Notiz
von mir. Sie schien sich in einer Art Schock zu befinden oder vielleicht war
sie autistisch. Ich konnte es nicht mit Sicherheit festmachen.
Dann versuchte ich auf telepathischem Wege etwas über sie herauszufinden,
leider konnte ich auch auf diese Weise nur sehr wenige Gedanken empfangen.
Eines war mir jedenfalls deutlich geworden: Sie war tot!
Es mochte vielleicht ein schlimmer Tod oder Unfall gewesen sein. Leider
konnte ich das nicht genau bestimmen. Irgendwie musste sie in diese Höhle
geflüchtet sein. Ich konnte kurz ein paar Bilder von einer Frau wahrnehmen,
die einmal ihre Mutter gewesen sein könnte und ebenfalls schon verstorben
war.
Nun tauchte der Mann und die Freundin auf. Sie stellten sich neben mich und
wirkten ebenso ratlos wie ich.
“Was können wir jetzt noch machen?”, fragte der Mann.
“Wir können keinen Kontakt zu ihr aufbauen. Es scheint so, als würde sie
völlig in sich verschlossen sein. Es gibt nur noch eine Möglichkeit.”
“Und woran denkst du dabei?”
“Ich konnte in ihren Gedanken das Bild einer Frau ausfindig machen. Ich
weiß nicht, um wen es sich dabei handelt. Es könnte ihre Mutter sein oder ihr
zukünftiges Selbst. Ich habe keinen blassen Schimmer…”
Dann schaute ich wieder das Mädchen an, wie sie dort in dem rosa Kleid
stand und ununterbrochen auf den Boden blickte. Sie war in irgendeiner Welt
gefangen. Vielleicht in den letzten Szenen ihres Todes. Ich konnte es nicht mit
Sicherheit sagen. Doch in den meisten Fällen traf genau das zu.
“Wir werden also diese Frau rufen, völlig gleich, ob Mutter oder zukünftiges
Selbst”, fuhr ich fort.
“Wie kann ein Mädchen, das gerade gestorben ist, ein zukünftiges Selbst
haben?”, fragte die Freundin.
“Jeder Mensch, der geboren wird, hat ein zukünftiges, erwachsenes Selbst.
Die Blaupause. Eine optimale Version der eigenen Zukunft. In Richtung zu
diesem zukünftigen Selbst entwickelt sich der Mensch. Ein Einfluss findet von
daher selten aus der Vergangenheit statt, sondern vorwiegend aus der
Zukunft. Das zukünftige Selbst sitzt in seiner Realität und sendet ständig die
Botschaft: ‘Komm zu mir. Hier ist es sicher und schön.’”
Dann konzentrierte ich mich auf das Bild der Frau, die ich in den Gedanken
des Kindes hatte finden können. Wir brauchten nicht lange warten. Ein helles
Licht erschien an der Decke der Höhle und im nächsten Moment tauchte dort
eine Frau auf! Sie trug das gleiche Kleid wie das Mädchen! Es war ein
beeindruckendes Bild, wie sie in dieser Höhle in Erscheinung getreten war.
Die Frau blickte mich nur kurz an und dies schien ihr völlig zu genügen, um
mich telepathisch dermaßen anzuzapfen, dass sie genau wusste, worum es
hier gerade ging. Sie flog hinüber zu dem Mädchen und als sie sich nur
wenige Meter vor ihr befand, schaute das Mädchen auf und streckte ihre
Arme aus. Die Frau streckte ihre Arme ebenfalls auf und dann umarmten sie
sich liebevoll. Doch dem nicht genug, denn in dieser Umarmung
verschmolzen die beiden plötzlich zu einem Selbst. Es war ein sehr
bewegender Moment!
Kurz darauf drehte sich die Frau zu uns um. In ihrem Gesicht sah ich das
Mädchen und die Frau abwechselnd hin- und herwechseln. Sie bedankten
sich bei uns und dann flogen sie beide zur Decke hinauf und verschwanden.
Das war wirklich sehr bewegend gewesen, als die beiden sich endlich wieder vereinen konnten. Wie
raffiniert die Frau gewesen war, dass sie sich dasselbe Kleid angezogen hatte und damit aufgetreten
war. So war der Wiedererkennungswert viel größer gewesen.

Als letzte Erfahrung zum Thema Retrieving möchte ich noch von einer
Türkin berichten, in dessen Schlafzimmer ich mich befand und unter großen
Schmerzen litt:
Es war tief in der Nacht und ich stand im Schlafzimmer einer türkischen
Familie. Die Ehefrau lag auf dem Bett und schien sehr benommen. Neben ihr
saß ihr Ehemann und es war noch ein Arzt war anwesend. Er untersuchte
gerade ihren Unterbauch. Dort erkannte ich, dass er irgendeine seltsame
Apparatur in ihrem Schambereich installiert hatte, die der Arzt gerade auf
seine Funktion hin überprüfte. Wofür diese gedacht war, weiß ich nicht.
Jedenfalls versuchte er dort etwas zu korrigieren. Es kann sein, dass ich dies
nicht richtig wahrnahm oder es symbolisch übersetzte bzw. es sich in
Wirklichkeit um eine Geburt oder gar um eine illegale Abtreibung handelte.
Eine andere Lösung fiel mir in dem Moment nicht dazu ein. Wie auch immer,
ich setzte mich neben die Türkin und sie schaute mich verzweifelt an. Ich hielt
ihre Hand und beruhigte sie.
Der Arzt murmelte etwas von einer Klappe. Ich erklärte dann der Türkin,
dass sie sich keine Sorgen machen müsse, denn es scheint nur ein kleines
Problem mit der Klappe zu geben. Sie nickte und signalisierte mir, dass sie
mich verstanden hätte. Nun begann sie, etwas zu flüstern, aber ich konnte sie
überhaupt nicht verstehen. Ich beugte mich zu ihr herunter und legte mein
Ohr an ihre Lippen.
“Ich wollte immer so gern einmal nach Indien. Das war immer mein großer
Traum gewesen… nur einmal…”, sagte sie leise.
“Das wirst du ganz bestimmt!”, entgegnete ich.
“Ich hoffe, dass Allah mir das verzeihen wird, dass das immer mein Wunsch
war.”
“Das wird er dir ganz bestimmt verzeihen. Niemand kann dich daran hindern,
nach Indien zu reisen”, erklärte ich.
Sie schloss die Augen und ich stand auf, um ihr Ruhe zu gönnen. Ich
beschloss, mir die Wohnung einmal anzusehen. Ich ging durch die Räume und
plötzlich traf ich in einem von ihnen die Türkin an. Sie saß dort auf einen
Stuhl und grinste mich an.
“Oh, dir scheint es ja wieder besser zu gehen. Dann wirst du ja bald doch
mal nach Indien reisen können”, meinte ich zu ihr.
Sie lächelte und nickte mir zu. Wir unterhielten uns noch ein wenig und ich
beschloss, wieder ins Schlafzimmer zurückzugehen, um zu sehen, was der Arzt
zu der ganzen Angelegenheit zu sagen hatte.
Im Schlafzimmer angekommen, war ich erstaunt, die Türkin dort auf dem Bett
liegend vorzufinden. Nun verstand ich, dass ich in dem anderen Raum ihren
Astralkörper getroffen hatte, da sie just in diesem Moment verstorben war
und ich sie direkt wahrgenommen hatte.
“Sie ist verstorben”, meinte der Arzt. “Möge Allah sie zu sich nehmen.”
Plötzlich tauchte eine Frau in dem Raum auf und schaute mich an. Ich
erkannte, es war Sonya, meine Traumlehrerin.
“Hast du das nicht bemerkt, dass du vorhin den Geist der Türkin getroffen
hattest?”
“Nein, leider nicht. Erst als ich wieder ins Schlafzimmer ging, da war mir
alles klar! Und ich habe mich anfangs schon ein wenig erschrocken…”,
meinte ich.
“Du hast diese ganze Szene im Schlafzimmer als eine aus deiner gewohnten
Alltagswelt interpretiert und nicht verstanden, dass du aber außerkörperlich
hier bist. Schau einmal dort zur Decke, da sind zwei weitere Geister.”
Ich blickte links von mir hoch zur Decke und tatsächlich erblickte ich dort
einen Mann, der in der Luft schwebte. Weiter rechts erkannte ich eine Frau,
die auch wie ein durchsichtiger Geist in der Luft hing. Nun tauchte die Türkin
wieder im Schlafzimmer auf, sie war direkt durch die Wand gekommen. Ich
half ihr dann sofort dabei, dass sie die beiden Geister unter der Decke auch
wahrnehmen konnte.
Als die Türkin die beiden entdeckte, war sie überglücklich und freute sich, die
beiden Besucher zu sehen. Offensichtlich waren sie gekommen, um sie
abzuholen. Kurz darauf schwebten sie gemeinsam durch die Decke und
verschwanden.
Es war ein sehr bewegender Moment gewesen. Eigentlich ist es das immer,
wenn jemand stirbt und von Freunden abgeholt wird.
Nun stand ich dort in meinem Astralkörper und hatte endlich meinen
Bewusstseinszustand korrekt bestimmen und mir meiner Situation bewusst
werden können. Es war ganz offensichtlich gewesen, dass Sonya und ich in
unserem Astralkörper hierher gekommen waren, um der Türkin dabei zu
helfen, den Übergang ins Jenseits zu meistern und sie dabei zu unterstützen,
auch ganz sicher ihre Freunde wahrzunehmen, die geplant hatten, sie
abzuholen.
Sonya nickte mir zur Bestätigung breit grinsend zu und verschwand spurlos…
Demnach hatte ich scheinbar meine Klarheit kurzfristig verloren, als wir hier
angekommen waren. Glücklicherweise hatte ich sie aufgrund der
Geschehnisse hier wiedererlangt. Also streckte ich meinen Astralkörper aus
und flog mit Geschwindigkeit durch die Zimmerdecke in den Himmel hinauf.
Die Türkin und die beiden Freunde waren nicht mehr zu sehen. Vermutlich
hatten die beiden sie bereits mit auf die mittlere Astralebene genommen.
Also flog ich eine Weile umher und überlegte, wen ich denn nun besuchen
könnte. Ich entschloss mich dazu, eine Freundin aufzusuchen und
nachzuschauen, ob ich ihr helfen könnte, eine außerkörperliche Erfahrung zu
erleben. Ich hatte gerade erst vorgestern mit ihr gesprochen und sie hatte mir
stolz davon berichtet, dass sie nach langer Zeit mal wieder innerhalb eines
Traumes luzide geworden war.
Kurz darauf stand ich in ihrem Schlafzimmer. Es war ziemlich dunkel und ich
sah ihren physischen Körper schlafend im Bett liegen. Ich rief dann ihren
Namen, aber sie reagierte nicht. Dann ließ ich, zur Feier der Nacht und somit
einem spukenden Geist gleich, mehrere seltsame Töne von mir:
“Huuuuuhhhh…. huuuuhhhhhh….”, und kicherte dabei.
Noch immer keine Reaktion. Abermals rief ich sie und machte wieder dieses
Geräusch dazu. Plötzlich erhob sie sich kerzengerade aus ihrem Bett und
schwebte nun über ihrem Körper. Blitzschnell schwebte sie zu mir hin, bis sie
nur noch wenige Zentimeter vor meinem Gesicht war und meinte:
“Huuuuuhhhhhhhhh!”
Ich musste laut lachen, aber sie lachte nicht mit. Mir fiel auf, dass ihre Augen
noch verschlossen waren und sie nicht richtig klar bei sich war. Sie schien
noch teilweise zu schlafen und ihr Gesichtsausdruck wirkte, als sei sie
betrunken. Ein Auge war geschlossen, das andere nur halb geöffnet. Ich
wusste, dass mir damit gezeigt wurde, in welchem Bewusstseinszustand sie
sich gerade befand.
Ich versuchte sie noch anzusprechen, aber sie reagierte nicht. So trieb sie
eine Weile im Zimmer umher und ich verließ dann wieder ihr Schlafgemach
und machte mich auf, zu anderen Abenteuern…
Das Retrieving ist ganz einfach eine wundervolle Tätigkeit. Im Jenseits, wenn
man es so bezeichnen möchte, existiert sogar eine Art Büro, in dem man sich
melden und leichte oder härtere Fälle dieser Art übernehmen kann. Viele
bewegende Momente habe ich durch das Retrieving erfahren.

Die alte Dame (Weiteres Retrieving)

Die alte Dame war eine 87jährige Frau, die ich des Öfteren aus beruflichen
Gründen besuchte. Dies waren regelmäßige Besuche, in denen wir uns ein
wenig näher kennenlernten und auch persönliche Dinge austauschten. Sie war
ein wenig extravagant und verwöhnt, aber dennoch sehr freundlich und
entgegenkommend. Nach ungefähr zwei Jahren verstarb sie. Ich interessierte
mich, was aus ihr geworden war und nicht nur kam sie unmittelbar nach
ihrem Tode in meine Wohnung und sprach meine Mitbewohnerin an, um ihr
von einer drohenden Inflation in unserer Gegenwart zu berichten, sondern ich
erlebte immer wieder einige Sequenzen, in denen ich sie zu begleiten schien,
damit sie den Übergang in die neue Welt bzw. Jenseits erfolgreich bestand.
Ich stand in einem mir fremden Schlafzimmer im Halbdunkel. Neben mir
befand sich meine Traumlehrerin Sonya. Sie schaute mich grinsend an. Wir
waren sehr oft unterwegs. Dabei erschien sie mir stets wie ein Mentor, der
mich mir all den Dingen vertraut machte, was man auf der anderen Seite
unserer Welt zu lernen hatte.
Unsere Aufmerksamkeit war auf ein Bett gerichtet, in der eine sehr alte Frau
lag. Sie war gerade gestorben, aber hatte es nicht mitbekommen.
Noch immer lag die Frau in dem Bett und litt unter ihrer Sterbeerfahrung.
Eine Krankheit oder einfach nur Altersschwäche hatte sie dahinsiechen
lassen und irgendwann war sie dabei gestorben. Doch lag sie noch immer
dort, in dem Glauben, dass sie noch lebendig in ihrem Körper sei. Sie hatte
jedoch schon längst für immer in den zweiten Körper gewechselt. Nun lag es
an uns, sie auf ihre neue Realität aufmerksam zu machen.
Langsam gingen wir auf das Bett zu. Dabei hatten wir uns überlegt, uns als
Ärzte auszugeben, die sie nun in ein Krankenhaus überweisen wollten. Sie
schöpfte keinen Verdacht. Immerhin besaß sie noch die Hoffnung, sie würde
von ihrem Zustand befreit werden; der sicherlich nicht mehr angenehm war.
Das Interessante war, dass sie bereits befreit worden war, aber es nicht
erkannte. Der Übergang vom Leben zum Tod ist eben oftmals fließend und
sanft.
Im nächsten Augenblick fand ich mich mit dem Buch in der Hand wieder. Ich
hatte kurz den Überblick verloren und wusste nicht mehr, in welcher Zeile ich
zuletzt gewesen war. Schnell fand ich die Zeile wieder… und zur gleichen Zeit
hatte ich noch die ganzen Eindrücke von der kleinen Rettung der alten Frau
vor Augen. Es ist immer wieder höchst erstaunlich! Während wir im Alltag
unseren gewohnten Beschäftigungen nachgehen, gibt es im Laufe des Tages
immer wieder kleine Aussetzer, in denen wir uns in eine andere Realität
projizieren und dort etwas unternommen haben.
Es folgten noch weitere Erlebnisse außerhalb des Körpers, die mit ihrem
Verbleib nach dem Tode zu tun hatten:
Ich stand vor einem riesigen Gebäude. Es sah ein wenig aus, als handelte es
sich hier um ein Krankenhaus. Langsam ging ich hinein. Verglaste Fenster.
Die Türen öffneten sich von allein. Große Vorhalle. Niemand war zu sehen.
Keine Person am Tresen. Niemand auf den Gängen. Ich ging die Treppen
hinauf und einen lang Gang entlang. Da sah ich eine offene Tür. Wohin mich
meine Intuition wohl führen wird? Ich schaute in das Zimmer hinein und sah
eine ältere Dame. Sie saß mit dem Rücken zu mir und tippte etwas auf der
Tastatur eines Notebooks.
Ich war überrascht, denn ich erkannte sie als die alte Dame wieder, die ich
im Alltag des Öfteren getroffen habe und kürzlich verstorben war.
“Ach, Herr Dilas. Kommen Sie doch rein”, sagte sie, als sie sich umdrehte
und mich erblickte.
Sie war es tatsächlich. Spontan setzte ich mich auf einen Stuhl, der im
Krankenzimmer stand.
“Wie geht es Ihnen?”, fragte ich.
“Mir geht es schon viel besser!”, meinte sie und grinste zufrieden.
Sie sah wirklich besser aus. Auch ihre Bewegungen wirkten nicht mehr so wie
in Zeitlupe, sondern flüssiger und schneller. Ihre tausend Falten waren
ebenfalls teilweise verschwunden und sie sah gleich 20 Jahre jünger aus.
“Ich muss mich hier erst langsam einfinden”, meinte sie. “Die päppeln mich
aber immer mehr auf.”
Offensichtlich schien es so, als gäbe es nach dem Tod eine Art Krankenhaus,
in dem man wieder hergerichtet wurde.
“Bald bin ich wieder ganz die alte, meinten die zu mir”, erklärte sie mir
weiter. “Und dann kann ich mich wieder mit den Dingen beschäftigen, die
mich auch interessieren.”
“Also, Notebooks haben sie ja auch hier und die scheinen Sie ja auch noch
gern zu benutzen.”
“Natürlich. Das hilft mir auch dabei, wieder alle meine Tassen im Schrank
unterzubringen. Wenn Sie wissen, was ich meine? Die wurden ja ganz schön
durcheinandergewirbelt.”
Wir lachten.
Wenige Augenblicke später erwachte ich wieder in meinem Bett. Jetzt hatte
ich ganz vergessen, sie zu fragen, wie erstaunt ihr Gesicht denn war, als sie
erkannte, dass sie nicht wirklich gestorben war, sondern nur für immer ihren
physischen Körper verlassen hatte. Schade! Vielleicht beim nächsten Mal…
Jedenfalls war es schön zu sehen, dass es ihr gut ging und dass sie sich immer
mehr in der neuen Welt zurechtfand.
In einer anderen Begegnung fand ich mich plötzlich erneut in diesem riesigen
Krankenhaus wieder. Und erneutlaufe ich durch die Gänge des großen
Krankenhauses. Kurze Zeit später befinde ich mich dann schon im Zimmer
der alten Dame.
“Ach, schön, dass Sie mich wieder mal besuchen”, begrüßte sie mich.
“Ich wollte mal sehen, wie es Ihnen geht und was Sie so machen…”,
entgegnete ich.
“Mir geht es schon viel besser. Ich habe gehört, dass ich nächste Woche
vielleicht entlassen werde.”
“Oh, so schnell? Das ist doch gut.”
Mir ist in dem Moment völlig bewusst, dass sie schon seit einiger Zeit tot ist
und in dieses Krankenhaus gebracht wurde, damit sie sich erholt und lernt,
sich schrittweise von ihren Überzeugungen zu lösen, dass sie noch einen
physischen Körper besaß. Mittlerweile sah sie schon 20 Jahre jünger aus und
stellte schon einen Unterschied dar, ob man 90 oder 70 Jahre alt ist.
“Dann wünsche ich Ihnen das Allerbeste und dass Sie bald wieder hinaus in
die große Welt gehen dürfen.”
“Ich habe mich selten so gut gefühlt! Irgendwie habe ich jetzt wieder Lust,
was zu machen. Ein neuer Lebenssinn”, sagt sie und beschäftigt sich dann
auch schon wieder mit etwas anderem.
“Dann wünsche ich Ihnen das Beste. Bis bald”, sagte ich und verließ das
Krankenzimmer.
Draußen auf dem Flur kommt mir der “Arzt” entgegen. Wir können durch
eine Scheibe in ihr Zimmer schauen. Die alte Dame kann diese Scheibe von
innen nicht sehen.
“Ja, ihr geht es schon viel besser…”, sagte der Arzt und lächelte.
Irgendwie wusste ich, dass er kein Arzt war, wie man ihn aus der
Alltagsrealität kannte. Er war vielmehr ein Koordinator oder Planer, der sich
mit den Überzeugungen der Menschen auskannte und sie zu verändern
wusste.
“Weiß sie überhaupt, dass sie tot ist.”
“Sie ist ja nicht tot!”, entgegnete er.
“Na ja, ich meine, weiß sie, dass sie ihren physischen Körper verloren hat?”
“Im Moment noch nicht. Wir planten, ihren letzten Lebenspartner einfach in
ihr Zimmer zu schicken, aber ich glaube, dafür ist sie noch nicht weit genug.”
“Soll ich ihr das vielleicht mitteilen oder es ihr schonend beibringen?”,
schlug ich vor.
“Nein, dafür haben wir unser Personal. Die erledigen das schon. Vielen
Dank.”
Vor meinem Auge erblickte ich dann eine mögliche Szene, in der ich in ihr
Zimmer stürme und ihr aufgeregt mitteile, dass sie doch schon lange tot sei
und dass sie dies doch endlich erkennen solle. Dann verwarf ich diese
Möglichkeit und verstand, dass es wirklich besser war, wenn sich jene darum
kümmerten, die auch vertraut mit dieser Arbeit waren.
“Wir werden sie aber vermutlich nächste Woche entlassen. Bis dahin haben
wir uns etwas einfallen lassen”, erklärte er mir.
“Dann wünsche ich Ihnen gutes Gelingen”, sagte ich zu dem Arzt und er
lächelte mich wissend an.
Ich beschloss, dann wieder in meinen Körper zurückzukehren.
Als ich wieder wach im Bett lag, war es schon hell draußen. Ich fand es
interessant, dass ich auf eine bestimmte Weise an dem Werdegang der alten
Dame teilnahm. Ich erinnerte mich noch daran, zu Zeiten als sie noch lebte,
dass, wenn ich in ihrer Gegenwart über ihren baldigen Tod nachdachte, den
Eindruck besaß, dass sie mir damit auch etwas zeigen würde.
Persönlich habe ich bereits einige Menschen in meinem Leben durch den Tod
verloren. Doch damals war ich nicht so auf meine Träume fixiert und habe sie
dahingehend nicht großartig beobachtet. Nun lagen mir jedoch mehr Daten
und Informationen aus eigenen Erfahrungen vor und ich habe zufällig
erfahren, dass meine Vermutung, die ich aufgrund meiner Träume überlegt
hatte, tatsächlich zugetroffen waren. Eine Verwandte der alten Dame
bestätigte, dass sie im Frühjahr 2008 verstorbenwar. Dann hatte ich ein wenig
in meinen Aufzeichnungen geblättert und entdeckt, dass oben genannten
Erfahrungen von mir ca. ein Jahr später erlebt wurden. Dann habe ich in der
Zeit davor in meinen Unterlagen nachgesehen und der erste Traum, der auf
die alte Dame hinwies, fand im Dezember 2008 statt. Somit ist eine
Bewusstwerdungsphase von neun Monaten vorhanden, d.h. bis sie sich ihres
Zustandes einigermaßen bewusst wurde und erstmalig in meinen Träumen
auftauchte. Die Zahl von neun Monaten sollte einem doch ziemlich bekannt
vorkommen.
Mir ist bewusst, dass die Zeit nach dem Tode anders verläuft als in unserer
Alltagswelt. Es gibt beispielsweise Spukerscheinungen, die über Jahrhunderte
an einem Ort auftauchen können. Meiner Ansicht nach läuft die Zeit im
Jenseits jedoch schneller als bei uns ab. Aus diesem Grund sind solche
Spukgeschichten, dass jede Nacht um 0.00 Uhr der Geist hier oder dort
erscheint, ein Hinweis darauf, dass die Person sich im Jenseits schneller durch
die Zeit bewegt, um aufgrund ihres Wunsches wieder ihren Alltag
aufzusuchen und ab und zu in unserer physischen Realität “aufblinkt”. Der
Spuk dauert nicht lang, obwohl die spukende Person selbst vielleicht
stundenlang oder tagelang versucht, erneut Zugriff auf die einst gewohnte
Alltagswelt zu erhalten.
Unter Berücksichtigung der gesammelten Daten könnte man von den
folgenden sechs Phasen ausgehen, die eine Akklimatisierung an das Leben
nach dem Tode beinhaltet:
Phase 1: Tod der alten Dame: Ende März 2008.
Phase 2: Verneblungszeit von neun Monaten, keine Luzidität vorhanden.
Phase 3: 27. Dezember 2008: Die alte Dame meldet sich außerkörperlich in
meiner Wohnung. Auch eine Freundin bekommt es mit und hat eine
Erfahrung in derselben Nacht.
Phase 4: 14.März 2009: Die alte Dame befindet sich im jenseitigen
Krankenhaus.
Phase 5: 19. März 2009: Die alte Dame steht vor der Entlassung aus dem
jenseitigen Krankenhaus.
Phase 6: Ende März 2009: Die Überlebenspersönlichkeit (ohne Ego) ist nun
in das jenseitige Leben integriert worden.
Die ganze Prozedur, in Hinsicht auf die irdische Zeit, würde im Standardfall,
und die alte Dame war in jeder Hinsicht ein Standardfall, ungefähr ein Jahr
betragen. Natürlich bedeutet dies jetzt nicht, dass es bei jedem verstorbenen
Menschen so sein muss. Es wird immer jene geben, die diese Phasen
unendlich in die Länge ziehen oder eben sogar wesentlich verkürzen.
Offensichtlich benötigte die alte Dame neun Monate, um sich ihres eigenen
Todes bewusst zu werden (Erreichen postmortaler Luzidität) und danach drei
Monate zur Anpassung im jenseitigen Krankenhaus (Postmortale
Akklimatisierung).
Interessant finde ich aus diesem Grund die Übergangszeit von neun Monaten,
die die gleiche Wartezeit enthält, wenn man als Mutter ein Baby in unsere
Welt lotst. Dieser Wert ist für mich deshalb interessant, da er aufzeigen
könnte, wie lange eine bestimmte Manifestations- oder eine Übergangszeit
dauern kann. Ebenso interessant war, dass meine beiden Besuche im
Krankenhaus ganze fünf Tage auseinanderlagen und sie dort offensichtlich
länger gelegen hatte als ein paar Tage. Wieder ein Hinweis darauf, dass die
Zeit im Jenseits schneller vergeht. Zusätzlich auch noch der Hinweis, dass
zwischen Dezember und März eine Zeitspanne von drei Monaten vorhanden
war, die den Zeitraum von ihrem Besuch in meiner Wohnung und der
Einlieferung ins jenseitige Krankenhaus betraf.
Würde eine verstorbene Person selbst nach zwei Jahren noch im persönlichen
Umfeld der Hinterbliebenen auftauchen, kann davon ausgegangen werden,
dass die Verneblungszeit viel länger anhielt bzw. der Verstorbene sich
weigert, die ihm bekannte Alltagswelt loszulassen. Weitere Jahre in dieser
Hinsicht würden einen anhaltenden Spukfall dokumentieren. Vermutlich ist
das Erlangen der Luzidität nach dem Tode äußerst wichtig, um Hilfe von
jenseitigen Helfern zu erhalten.
Somit hat die alte Dame mir noch ein nettes Geschenk hinterlassen, indem ich
in ihren letzten Jahren dabei sein durfte und sie über ihren Tod in meinen
Träumen verfolgen konnte. Sie war eigentlich immer eine großzügige Frau
gewesen und vielleicht hat sie mich deshalb an diesen Phasen teilhaben
lassen. Ich wünsche ihr eine gute Reise, wo immer sie jetzt auch sein mag.






Astralreisen als Spionagemittel

Natürlich kann der elektrische Körper auch als Spionagemittel eingesetzt
werden, denn man kann mit diesem in Echtzeit im Alltag umherreisen und
andere Menschen oder ferne Orte besuchen. Zwar ist es nicht immer einfach,
sich in der Echtzeit zu halten oder exakt die Orte und Personen aufzusuchen,
die man vorfinden möchte, aber es ist mir schon des Öfteren gelungen. Dabei
habe ich die unterschiedlichsten Abenteuer erlebt und erstaunliche Hinweise
bekommen, die mit unserem Alltag zu tun haben, aber in der Öffentlichkeit
unbekannt sind bzw. vonseiten der Regierung unter strikter Geheimhaltung
stehen. Die Regierung fürchtet Astralreisende nicht, da diese Fähigkeit im
Alltag nicht großflächig anerkannt ist. Zwar ist die Gesellschaft
bewusstseinstechnisch bereit so weit vorangeschritten, dass sie das Leben
nach dem Tode in Betracht zieht, aber solange es keine direkten und
unwiderlegbaren Beweise gibt, die unter strengen wissenschaftlichen
Methoden belegt werden konnten, wird die Anzahl der überzeugten Vertreter
dieser erstaunlichen Fähigkeit noch in der Minderheit bleiben.
Doch diejenigen, die davon überzeugt sind, dass die Fähigkeit des
Astralreisen erlernbar und einsetzbar ist, kann sich Informationen einholen,
die es in unserer Presse und im Fernsehen nicht zu sehen gibt. Von solchen
Begebenheiten und Geheimnissen möchte ich im Folgenden berichten. Hierzu
gehört zum Beispiel die Behauptung, dass die NASA auf dem Mond eine
außerirdische Basis entdeckt habe. Ein ehemaliger Mitarbeiter der NASA
hatte dies auf einem Kongress geäußert und schwor, dass es sich so verhalten
hatte. Von diesem Zeitpunkt an existierte die Verschwörungstheorie, dass
Außerirdische vor tausenden von Jahren nicht nur unsere Erde besucht hatten,
sondern sie eine Basis auf dem Mond zurückgelassen hatten.
Verschwörungstheorie hin oder her, ich wollte prüfen, was es damit wirklich
auf sich hatte. So entschloss ich mich in einer Nacht dazu, zum Mond zu
fliegen und nachzusehen.
In der betreffenden Nacht war ich sehr energetisch und erlebte wieder einmal
unwahrscheinlich viele Erfahrungen. Eine Menge luzider Träume und
außerkörperliche Erfahrungen befanden sich darunter. Ich musste mir immer
wieder ins Gedächtnis rufen, was ich alles erlebt hatte, damit ich so viel wie
möglich behalten konnte. Mein Gehirn war wieder einmal randvoll gefüllt
und trotzdem besaß ich das Gefühl, ich hätte nur ein Drittel von dem behalten,
was ich tatsächlich erlebt hatte. Die Zeitspanne, in denen ich all diese
Erfahrungen machte, war vermutlich durchgehend von 2.30 Uhr bis um 6.30
Uhr morgens gewesen. Mit enthalten waren mehrere unterschiedliche
Realitäten und sogar diverse Body-Shiftings, d.h. ich befand mich in Körpern
anderer Menschen und konnte aus ihrer Perspektive ihre Realität
wahrnehmen. Wieder in meinem Bett angekommen konzentrierte ich mich
darauf, mich noch einmal von meinem physischen Körper zu lösen. Nach
ungefähr einer knappen halben Stunde spürte ich, wie die Schwingungen
auftraten. Pünktlich und brav, mit einer Schwingung pro 2 Sekunden, traten
sie wellenförmig auf, bis ich in meinen zweiten Körper wechselte:
Ich hatte anfangs starke Probleme, mich von meinem Körper abzulösen und
auf Distanz zu kommen. Immer wieder blieb ich hängen, doch nach einigen
Minuten konnte ich meinen Arm ablösen und dieser landete prompt auf dem
Fußboden. Vermutlich hatte er sich etwas gedehnt, denn ohne Weiteres
konnte mein Arm den Fußboden gewiss nicht vom Bett aus berühren. Für
einen Moment kam ich mir vor wie Mr. Fantastic von den Fantastic Four aus
dem Kino, der seinen Körper beliebig dehnen konnte. Während ich damit
herumspielte und mit meinem gedehnten Arm den Boden abtastete, dachte ich
darüber nach. Überhaupt sind diese vier Comic-Helden die symbolische
Verkörperung von vier Fähigkeiten des Astralkörpers. Die Fantastic Four mit
den Namen, Reed, Susan, Ben und Johnny besitzen unterschiedliche
Fähigkeiten, die sie aufgrund kosmischer Strahlung erhielten. Reed, wie
erwähnt, kann seinen Körper beliebig dehnen, während Susan sich unsichtbar
machen und einen Schutzfeld um sich generieren kann. Ben kann sich zu Stein
verwandeln und ist unverletzlich, während Johnny fliegen und sich in eine
menschliche Fackel transformieren kann. Hier erkennt man schon
Fähigkeiten, die dem Astralkörper sehr nahe kommen: Unsichtbarkeit,
Fliegen, Unverletzbarkeit, Dehnbarkeit, Schutzschirm. Auch sind Susan und
Johnny Geschwister, während Reed mit Susan verheiratet ist und Ben der
beste Freund von Johnny ist. Sie sind also eng miteinander verwandt, könnte
man sagen, um somit auf eine gemeinsame Quelle zwischen diesen
Fähigkeiten zu deuten.
Als mir diese Gedanken durch den Kopf gingen, fühlte ich mit meinen Händen
einen leicht körnigen Pepper-and-Salt-Teppich. Zuerst hielt ich es für völlig
normal, aber dann fiel mir ein, dass ich in meinem Schlafzimmer nur einen
sehr glatten japanischen Teppich liegen hatte und dieser lag mitten im Raum.
Das Bett selbst stand auf einem Parkettboden. Das konnte somit sicherlich
nicht mein Teppich sein, schlussfolgerte ich. Dann löste ich mich endlich von
meinem Körper ab und stand im Zimmer. Wie schon oft zuvor, konnte ich
nichts sehen. Die ganzen bisherigen Aktionen fanden in völliger Blindheit
statt. Dann rief ich kurzerhand aus: “Ich will sehen!”und ich sah!
Sofort erkannte ich, dass ich mich in meiner alten Wohnung befand, die ich
vor vielen Jahren aufgegeben hatte. Darüber war ich ziemlich erstaunt, denn
ich hatte den Wechsel überhaupt nicht mitbekommen! Ich war anfangs völlig
überzeugt gewesen, mich in meinem Schlafzimmer in meiner gegenwärtigen
Wohnung zu befinden. Dies erklärte auch den körnigen Teppich, denn genau
diesen besaß ich in meiner alten Wohnung.
Doch schien sich einiges in meiner alten Wohnung verändert zu haben. Ich
sah dort viele Pflanzen und andere Möbel stehen… Es schien mir so zu sein,
als dass dies dem gegenwärtigen Aussehen meiner alten Wohnung entsprach,
vermutlich mit dem neuen Mieter… obwohl mir das vielmehr nach einer
neuen Mieterin aussah. Dann ging ich durch die Balkontür auf den Balkon
und schaute zum Himmel auf. Dort sah ich den Mond am Himmel und dies
war meine Gelegenheit, zum Mond zu fliegen, um mich selbst davon zu
überzeugen, ob es auf der dunklen Seite des Mondes eine außerirdische Basis
gab! Also streckte mich nach ihm aus und befahl mir selbst: “Flieg zum
Mond!” und ich raste schon los!
Ich hatte einiges über eine geheime Mondbasis gelesen und Videos gesehen,
die noch sehr umstritten sind. Sie berichten von einer Mondbasis, die sich auf
der Rückseite des Mondes befinden und schon seit Jahrtausenden existieren
soll. Hierbei wird gemutmaßt, dass diese Basis einst von außerirdischen
Besuchern unserer Erde in tiefster Vergangenheit erbaut worden war. Ebenso
hörte ich davon, dass so manch Astralreisender es schon versucht haben soll,
sich diese Basis einmal anzuschauen… Nun, das wollte ich mir nicht
entgehen lassen und aus diesem Grunde hatte ich mich dann auch gleich in
Richtung Mond aufgemacht, um mir das einmal selbst anzusehen.
Der Mond wurde immer größer und größer… Ich kam ihm definitiv näher! Es
war mir sicherer, diese Strecke fliegend hinter mich zu bringen, da ich
befürchtete, sobald ich mich einfach teleportierte, wieder ganz woanders zu
landen. Dieses Risiko wollte ich nicht eingehen. Es war ein lautloser Flug in
mäßiger Geschwindigkeit. Ich flog sicherlich nahezu ein paar Minuten lang,
bis ich endlich dort ankam. Der Mond schien hell und ich erblickte all die
Krater und das Gestein – so, wie man ihn auch von vielen Fotos her kennt.
Ich schaute mir die Oberfläche genau an, während ich um den Mond
herumzufliegen versuchte.
Aufgrund dessen, dass er die gleiche Rotationsgeschwindigkeit wie unser
Planet Erde besitzt, ist stets die gleiche Seite des Mondes der Erde
zugewandt. Kein Teleskop der Welt kann also die Rückseite des Mondes
sehen und wer sich für diese interessiert, dem bleibt nichts anderes übrig, als
persönlich vorbeizuschauen. Sehr fein ausgetüftelt von diesen ominösen
Außerirdischen, falls es sie wirklich gegeben haben sollte, denn sollte der
Mensch, aus der Perspektive der Vergangenheit, irgendwann einmal
Teleskope entwickelt haben, würde dieser spezielle technische Fortschritt
nicht ausreichen, um die Hinterlassenschaft der Außerirdischen zu entdecken.
Somit konnten diese Außerirdischen genau bestimmen, wann ihre Basis in
ferner Zukunft entdeckt werden würde, nämlich dann, wenn der Mensch dazu
in der Lage sein würde, sich in einem Raumschiff außerhalb der Erde zu
bewegen. Hierzu soll es ja bereits einige geheime Mondlandungen gegeben
haben, um diese Basis näher zu untersuchen. Wenn dem so sein sollte, wie ich
in meinem außerkörperlichen Zustand annahm, würde ich gleich mit eigenen
Augen diese Basis erblicken können.
So flog ich gemächlich um den Mond herum und glaubte auf der Oberfläche
einige seltsame Türme zu erkennen. Sie waren tatsächlich vorhanden! Ebenso
nahm ich einige wabenförmige Strukturen wahr, die teilweise auf der
Oberfläche installiert schienen. Wenn ich es nicht besser gewusst hätte, dann
hätte ich glauben können, ich befand mich nicht oberhalb der Rückseite des
Mondes fliegend, sondern über der eines ganz anderen Mondes oder gar
Planeten. Er sah völlig anders aus als ich es von den Fotos vom Mond
gewohnt war! Falls der Mond tatsächlich auf der Rückseite dementsprechend
aussah, dann hatte uns die NASA ganz gehörig einen Bären aufgebunden!
Plötzlich spürte ich wieder die Schwingungen und war im nächsten
Augenblick zurück in meinem physischen Körper. Verflixt! Jetzt, wo es gerade
so spannend wurde, landete ich nicht auf der Mondoberfläche, sondern
vielmehr wieder in meinem Bett. Die Rückreise ist eben stets wesentlich
schneller, musste ich abermals feststellen! Innerhalb von Sekunden war ich
von der langen Reise zurückgeschnellt. Mein linker Arm war eingeschlafen
und ich drehte mich nun auf die rechte Seite.
Für mich reichte dies als Beweis, dass es diese Basis tatsächlich gab. Zwar
hatte ich die Basis nicht direkt gesehen, aber die Türme und die
wabenförmigen Strukturen waren Indiz genug, dass die NASA hierbei den
Menschen dieses interessante Wissen vorenthält. Viele Recherchen in diese
Richtung haben mir diese Erfahrung bestätigt. Ich hatte tatsächlich diese
Strukturen wahrgenommen und ich bin sicher, wenn man mit einem
Raumschiff dorthin fliegen würde, man auch diese Basis vorfinden würde.
Solche Geheimnisse zu erkunden empfand ich als sehr interessant und so ließ
ich mich manchmal gern darauf ein, solche geheimen Orte aufzusuchen. Dazu
gab es zwei Möglichkeiten, wie ich herausfinden durfte: Entweder war ich ein
stiller Beobachter der Szene innerhalb seines zweiten Körpers oder ich
schloss mich mit meinem Bewusstsein an das eines Menschen an, der an dem
bestimmten Ort lebte. Die folgende Erfahrung ist hierzu ein treffendes
Beispiel:
In der heutigen Traumnacht befand ich mich fast ausschließlich auf
außerkörperlichen Reisen. Darunter war ich auch in anderen Realitäten, die
sicherlich nicht unser Planet Erde gewesen waren. Die folgenden
Erlebnisberichte fanden in der Zeit zwischen 6.00 bis 8.30 Uhr statt:
Anfangs löste ich mich immer wieder von meinem Körper, zumindest
teilweise. Die Arme und Beine wedelten in der Luft herum als seien sie
schlichte Fahnen am Fahnenmast. Manchmal kreuzten sie sich oder flatterten
regelrecht, doch sobald ich darüber nachdachte, kamen sie wieder “zurück”
und vereinten sich mit meinen physischen Gliedmaßen. Dieses Spielchen lief
sicherlich an die 15 Minuten lang. Irgendwann schaffte ich es dann, dass der
physische Körper einschlief. Nachdem er eingeschlafen war, löste ich mich
von meinem Körper und schwebte über ihm. Ich setzte meinen zweiten Körper
(Astralkörper) in Bewegung und flog eine Weile durch absolute Schwärze.
Diese Schwärze ist für mich auch der Bereich, indem erst einmal die meisten
verstorbenen Menschen landen. Doch bevor ich jemandem begegnen konnte,
verließ ich den dunklen Bereich und landete plötzlich in einem Keller. Ich lief
einen Kellergang entlang und schaute mich überall um, aber nichts hatte
irgendwie einen Wiedererkennungswert. Ich wunderte mich, wieso ich gerade
in einem leeren Keller gelandet war. Ebenso wunderte mich, wieso dort keine
Kellertüren zu finden waren oder alte Gebrauchsgegenstände. Einfach nur
Kellergänge. Etwas stimmte auch nicht, während ich dort durch die Gänge
lief, doch ich konnte es nicht mit Sicherheit bestimmen, was es war. Plötzlich
tauchte am Ende eines Ganges ein Mann auf. Er trug Armee-Kleidung und
schaute in meine Richtung. Ich weiß nicht, ob er mich wahrnehmen konnte
oder nicht. Doch das Verrückte war, er war um 90 Grad gedreht. Dann
verstand ich lachend, was noch seltsam war. Ich bewegte mich nicht auf dem
Boden der Kellergänge, sondern an den Wänden! Mit Anstrengung versuchte
ich meinen zweiten Körper so zu bewegen, dass ich auf dem Boden landete.
Irgendwann schaffte ich es. Daraufhin lief ich zu dem Mann und stellte mich
vor ihn. Ich versuchte sein Gesicht klar hereinzubekommen. Er trug ein Barett
und besaß ein schmales, bartloses Gesicht. Dann verschwand der Keller und
ich lag wieder in meinem Bett. Ich konzentrierte mich und landete kurz darauf
abermals in dem Keller.
Wieder im Keller angekommen entdeckte ich einen größeren Raum. Er besaß
vielleicht 25 qm. Der Mann von vorhin stand am Ende des Raumes mit
verschränkten Armen hinter seinem Rücken. Er wartete auf etwas… auf
mich… ich wusste es nicht. Ich ging wieder zu ihm heran und schaute ihm ins
Gesicht.
“Und was soll das hier alles? Was gibt es hier zu tun?”
Er antwortete, aber ich konnte ihn nicht richtig verstehen. Es ging irgendwie
um eine Ausbildung oder um ein Training.
“Ich soll also etwas lernen? Gut, was denn?”
Er antwortete auf die Frage nicht. Der ganze Komplex hier kam mir nun
mehr irgendwie militärisch vor. Vielleicht handelte es sich hierbei überhaupt
nicht um einen Keller irgendeines Wohnhauses. War es etwa eine militärische
Anlage?
Ich fand es noch immer seltsam, dass er nicht richtig auf mich reagierte. Im
Nachhinein frage ich mich nun, ob er mich überhaupt richtig wahrnehmen
konnte. Ich hatte es schon oft auf außerkörperlichen Reisen erlebt, dass ich
Menschen angesprochen hatte, aber nur ein für sie unbewusster Teil mich
wahrnahm und mit mir sprach. Wenn ich diese Personen später auf meinen
Besuch bei ihnen angesprochen hatte, sagten sie, sie hätten nichts
mitbekommen. Irgendwann verließ ich diesen “Keller” wieder und befand
mich wieder in meinem Bett. Doch wer glaubt, das wäre das Ende der
Erfahrung gewesen, der irrt. Es wird noch viel spannender:
Immer wieder landete ich in meinem Bett, vereinte mich aber nicht mit
meinem physischen Körper, sondern schwebte weiterhin über ihm und konnte
mich dann wieder konzentrieren, diese Schwärze aufsuchen und von da aus in
eine Realität hineinspringen…
Plötzlich lief ich nachts durch eine mir fremde Umgebung. Überall sah ich
hohe Felsen. Sie waren hinkelsteinartig geformt, hunderte nebeneinander,
miteinander verschmolzen. Sie wirkten auf mich dennoch völlig natürlich
entstanden, aber solche Felsen, da war ich mir eigentlich sicher, gibt es nicht
auf unserer Erde. Ich lief weiter und schaute mir nun völlig interessiert diese
fremde Umgebung an. Auch einige Ranken, die ich an den Felsen entdecken
konnte, waren mir unbekannt. Es war sicherlich kein Efeu und auch keine
Weinranke, sondern einfach nur fremdartig. Manche dieser Felsen besaßen
kleine Löcher in der Mitte. Scheinbar hatte die irgendwer hineingebohrt,
dachte ich mir. Während ich weiterlief, fiel mir etwas Seltsames auf. In der
Umgebung tauchten immer wieder kleine, silberne Partikel auf. Sie wirkten
wie Glühwürmchen, nur dass ihr Licht nicht grün, sondern silbern war. Sie
tauchten stets an der Peripherie meiner Wahrnehmung auf und wenn ich
hinschaute, waren sie wieder verschwunden. Irgendwie verbreiteten diese
kleinen silbernen Glühwürmchen eine magische Atmosphäre. Dann erblickte
ich eine Art Bunker auf einem Hügel. Er schien aus Beton zu sein und war
von einer Mauer umgeben. Der Bunker besaß nur eine Ebene und war ehr
flach gebaut worden. Schnell bewegte ich mich zu ihm und fand auch einen
Eingang. Ich öffnete ihn langsam und schaute ins Innere des Vorganges, der
einmal um den Bunker herumführte und gleichzeitig auch zu seinem Eingang.
Plötzlich öffnete jemand die Tür und ein Mann in Militärkleidung kam
heraus. Ich versteckte mich hinter der Tür und wartete, bis er den Vorgang
verließ. Als er die zweite Tür öffnete, hielt ich ihm meine Finger an den Kopf
und rief:
“Peng!”
“Ach verdammt! Was soll der Scheiß? Wir warten schon auf dich, komm
rein!”
Er schien mich nicht nur wahrnehmen zu können, sondern auch zu kennen.
“Du bist zu spät”, meinte er. “Los, lass uns schnell reingehen…”
Wir gingen durch die Tür, die in den Bunker führte und liefen eine ganze
Menge Treppen hinunter. Dann gelangten wir in eine Art Einsatz- oder
Kontrollraum.
“Da ist er ja”, hörte ich jemanden sagen.
Ich entdeckte spontan drei Männer und eine Frau. Sie trugen allesamt
Militäruniformen. Diese mag grau gewesen zu sein, aber es war wegen des
Lichts schwer auszumachen.
Klick. Ich war wieder in meinem Bett zurück. Verdammt! Dabei wurde es
gerade so interessant. Doch ich schaffte es zu verhindern, mich mit meinem
physischen Körper zu verbinden und verblieb in meinem Astralkörper. Ich
schwebte wieder in dieser dunklen Schwärze umher. Keinerlei Wahrnehmung.
Nur ein leichter Wind umsäuselte mein Haar und der Eindruck von
Bewegung. Dann fühlte ich eine befremdliche Kälte. Ich schlussfolgerte, dass
ich in einen Bereich geflogen war, innerhalb der Astralebene, der ziemlich
vereinsamt war. Ich weiß nicht, wieso ich das dachte, aber es wirkte in dem
Moment so auf mich. Ich spielte mit dem Gedanken, von hier aus ein höheres
Wesen zu treffen. Mit etwas Glück, dachte ich mir, hört es mich und kommt
vorbei und erzählt mir vielleicht was Spannendes. Ich konzentrierte mich und
sendete einen nonverbalen Ruf aus. Nur eine Minute später tauchte
tatsächlich etwas auf: Ich erblickte zuerst einen silbrigen Punkt, der immer
näher kam und mit einem Mal baute sich vor mir ein gigantisches,
silbergoldenes Licht auf. Es besaß riesige Flügel und breitete sie direkt vor
mir aus. Das war ein sehr beeindruckender Auftritt, dachte ich.
“Oh,” meinte ich, “das ist wirklich sehr imposant, wie du hier so auftauchst.
Bist du ein Engel oder ist das nur Show?”, fragte ich.
“”Folge mir!”, vernahm ich und ich musste ihm gar nicht folgen, sondern er
zog mich hinter sich her, als säße ich im Anhänger eines Autos.
Keinen Augenblick dachte ich darüber nach, ob es nun gut oder riskant war,
ihm zu folgen. Ich war neugierig.
Wenige Zeit später materialisierte sich um mich herum eine unterirdische
Anlage. Ich war wieder einmal unterirdisch. Das war sehr verwunderlich.
Zuerst der “Keller”, dann der Bunker und nun befand ich mich erneut unter
der Erde. Gehörten etwa alle drei Sequenzen, die ich erfahren hatte,
zusammen? War es immer wieder die gleiche unterirdische Anlage gewesen?
“Sieh dort”, sagte das höhere Wesen zu mir, auch wenn ich seine Stimme
nicht hörte, sondern sie fiel mir einfach ein und ich wusste, es kam von ihm.
Mein Blick schweifte durch den Raum. Es war vielmehr eine große Halle. Die
Decke war sicherlich an die acht Meter hoch. Überall standen seltsame
Gefäße, Regale, Kisten und vieles mehr, aber was meine Aufmerksamkeit
sofort einfing, waren zwei riesige Taucherglocken am Ende der Halle.
“Ach, die hast du gemeint”, sagte ich zu ihm.
Diese Glocken waren fast so hoch wie die Decke und schienen aus dickem
Metall zu bestehen. Vorn an der Oberfläche gab es jeweils ein großes
Bullauge mit einem Durchmesser von vielleicht einem knappen Meter. Die
erste Taucherglocke schien mit Wasser gefüllt zu sein. Langsam ging ich zu
der ersten Glocke und schaute hindurch.
Das Bild, das sich mir bot, war einfach wunderschön! Ich erblickte an die
zehn Meerjungfrauen, die in dieser Glocke herumschwammen. Sie einfach nur
anzusehen war eine unglaubliche Erfahrung. Sie bewegten sich so flüssig,
elegant und mit einer unglaublichen Grazie durch das Wasser. Sie
umschwammen sich, berührten sich an den Händen und schwebten geradezu.
Ihre Flossen besaßen einen blauen Schimmer und ihr langes, goldblondes
Haar trieben wie Schlangen im Wasser. Welch ein schöner Moment sich mir
hier bot. Es war eins der schönsten Dinge, die ich je in meinem Leben
gesehen hatte. So voller Magie und mystisch.
“Und nun schau in die nächste Glocke”, vernahm ich wieder von meinem
Begleiter.
Ich konnte mich wirklich nur schwer vom Anblick dieser wunderschönen
Nixen losreißen. Dann gab ich mir einen Ruck und ging zur nächsten Glocke.
Darin entdeckte ich sehr viel Grün. Kleine Bäume, Efeu, Felsgestein, Blumen
und sogar Gras. Doch dann erblickte ich Elfen! Ich glaubte mal wieder nicht
meinen ‘Augen’ zu trauen! Sie schwirrten in der Glocke umher und surrten in
der Lautlosigkeit dieses seltsamen Behälters. Einige von ihnen waren
mindestens so groß wie eine Hand. Ihre Flügel glichen sehr den
Doppelflügeln einer Libelle. Sie waren in der Lage, mitten in der Luft stehen
zu bleiben. Mir blieb der nicht vorhandene Atem stocken. Es war
wunderschön, ihnen zuzusehen, wie sie umherflogen und meine Augen mit
ihrer ätherischen Schönheit liebkosten. Wie war es nur möglich, dass Nixen
und Elfen in diesen Glocken lebten?
“Werden sie hier gefangen gehalten?”, fragte ich den ‘Engel’.
Im nächsten Augenblick kamen eine Menge Informationen herein, die ich
nicht alle auf einmal aufnehmen konnte. Ich versuche sie so wiederzugeben,
wie ich sie verstanden habe:
“Das, was du hier siehst, ist eine militärische Anlage. Und diese Glocken, wie
du sie nennst, sind kleine Habitate, Biosphären, in denen diese Wesen
festgehalten werden. Sie wurden eingefangen. Ein sehr mächtiger Mann hat
sie gefangen und hält sie hier fest.”
“Wieso hält er sie fest? Etwa aus den gleichen Gründen, wie jemand
Schmetterlinge sammelt? Sind sie denn überhaupt aus unserer Realität oder
aus einer anderen? Wie konnte er diese Wesen überhaupt einfangen?
Immerhin sind Elfen beispielsweise doch ätherisch. Eine Glocke dürfte sie
doch nicht aufhalten können…”
Kurze Zeit darauf lag ich wieder in meinem Bett. Es war sehr schade, diesen
wundervollen Anblick so einfach hinter mich zu lassen. Ich wollte mich
unbedingt noch darin üben, solche Erlebnissequenzen stabiler und länger
aufrechtzuerhalten. Dieser arme Engel, wenn er denn wirklich einer war, der
stand nun dort in der militärischen Anlage und fragte sich bestimmt, wo ich
denn nur geblieben sei. Doch der Engel würde sicherlich einen Weg nach
Hause finden, während es die süßen Elfen bzw. Feen und die schönen Nixen
nicht so leicht schaffen würden. Sie waren dort gefangen.
In einer weiteren Nacht gelang es mir abermals, einen Ort aufzusuchen, der
sich jedoch weit in der Vergangenheit befand. Ich weiß nicht, um wie viele
Jahrhunderte ich durch die Zeit reiste, aber es war ein langer Weg.
Nur wenige Momente später gelang es mir wieder, mit meinem Astralkörper
durch die Gegend zu fliegen. Wind. Schwärze. Endlose Schwärze. Plötzlich
ein Tunnel. Ich raste durch einen Tunnel. Symmetrisch rund mit
verschiedenen Einbuchtungen. Ich schoss um verschiedene Kurven, schneller
und schneller. Zuerst glaubte ich, dass ich mich im Labyrinth von Prenumbra
befände, aber dem war nicht so. Hier geschah etwas ganz Anderes. Das
waren andere Tunnel. Sie sahen auch anders aus. Sie waren bunter und viel
schmaler. Es schien mir so, als passte ich gerade durch sie hindurch…
Wenige Augenblicke später stand ich zwischen einigen Bäumen in einer mir
unbekannten Landschaft. Es war Nacht. Der Boden sehr steinig. Überall
verstreut lagen Felsen herum. Nur einige Bäume waren zu sehen. Sie
versperrten mir die Sicht auf den Himmel. Ich lief los. Immer weiter. Ich hörte
mit einem Mal Kriegsgeräusche. Kampf. Explosionen. Ich spürte Gewalt!
Tod! Ich rannte weiter und weiter.
“Pass auf! Lass dich nicht sehen!”, hörte ich die Stimme einer unsichtbaren
Person, die sich irgendwie in der Nähe befand.
Dann ließ ich das Blätterdach der Bäume hinter mir und gelangte auf eine
weite Ebene. Sie wirkte wüst, viele Felsen, Sand, grobkörniger Sand. Solchen
Sand hatte ich bisher noch nicht gesehen. Er wirkte anders als irdischer
Sand. Die Felsen waren teilweise mit einer Art Schicht überzogen, die mir
auch etwas fremdartig erschien. Dann schaute ich zum Nachthimmel hinauf.
Was sich mir dann für Anblick bot war jenseits aller Worte. Es war ein
unfassbares, ein nahezu irreales Kriegsszenario mit gewaltigen Raumschiffen
in den Lüften. Einige der Raumschiffe waren eiförmig, andere waren
untertassenfärmig. Sie bewegten sich aufgrund ihrer Größe gemächlich am
Himmel entlang und bekämpften sich wie in einem Science-Fiction-Film.
Doch ich spürte, dass dies aus keinem Film entnommen war, sondern es war
einst wirklich passiert. Ich wurde auf diese Weise über die wahre Geschichte
der Menschheit aufgeklärt.
Der Tunnel hatte mich durch die Zeit bewegt. Es war ein Wurmloch gewesen!
Diese Erkenntnis erfüllte mein Bewusstsein, während ich noch immer hinauf
zum Himmel schaute und nicht fassen konnte, was dort geschah. Die
eiförmigen Schiffe mussten viele Kilometer Durchmesser besitzen. Sie wirkten
so gewaltig groß am Himmel. Wenn ich ein irdisches Flugzeug daneben
halten würde, dann würde es sicherlich mehrere hundert Male in ein solches
Raumschiff passen. Wo hatte mich das Wurmloch nur hingeführt? Dann
schaute ich mich um. Diese seltsame Schicht auf den Felsen… sie wirkte
leicht rötlich. Es war der Mars! Ich war zum Mars gereist und gleichzeitig
durch die Zeit. Weit in die Vergangenheit hinein, zu einem Zeitpunkt, an dem
dieser Krieg stattgefunden hatte. Wieso bekämpften sie sich? Sie schienen so
weit entwickelt zu sein mit ihren gewaltigen Raumschiffen. Konnte man von
einer solchen fortschrittlichen Zivilisation dann nicht erwarten, dass sie die
Probleme des Krieges, der Feindschaft, der Zerstörung und Eroberung hinter
sich gelassen hatten?
Ich spürte Trauer in mir aufkommen. Wohin hatte mich meine Reise geführt?
In eine längst vergangene Welt, zerstört und wüst war nun der Planet Mars.
Der Planet Mars machte seinem Namen alle Ehre. Wer immer ihm diesen
Namen gegeben hatte, wählte ihn intuitiv.
Nachdem ich wieder in meinem Bett angekommen war, sah ich noch immer
diese gewaltigen Raumschiffe in meiner Vorstellung vor den Augen. Es war
wirklich ein sehr imposantes Bild gewesen. In seiner negativen Darstellung
war es trotz alledem ein faszinierender und gigantischer Anblick gewesen und
ich hatte mich mitten darin befunden. Unbeteiligt vom Boden aus, aber
dennoch war ich Zeuge dieses Marskrieges gewesen. Doch um was hatten
diese Wesen gekämpft? Was kann ihnen trotz ihres enormen Fortschritts nur
so wichtig gewesen sein, dass sie den Krieg gewählt hatten? An diesem
Morgen konnte ich keine Antwort darauf finden.
Der Mensch im Volk wird nicht darüber aufgeklärt, vermutlich aus
strategisch-militärischen Gründen oder um eine weltweite Panik zu
vermeiden, dass der Mensch nicht allein im Universum existiert. Es wäre
vonseiten des Schöpfers auch reiner Irrsinn gewesen, ein Universum mit
Trilliarden Sonnen und Abertrilliarden Planeten zu erschaffen, damit nur der
Mensch auf einem dieser Planeten Platz findet. In der menschlichen Arroganz
des Menschen hat es sich schon immer so verhalten, dass er glaubte, er sei
allein im Kosmos, so, wie er einst glaubte, dass die Erde der Mittelpunkt des
Universums sei und alles drehe sich nur um sie. Dies verhält sich nicht so,
denn der Schöpfer bzw. die Natur hat sich hierzu ganz andere Gedanken
gemacht und einen gigantischen Lebensraum, nahezu unendlich in seiner
Größe, für viele verschiedene Zivilisationen und Rassen.
Ist es so schwer, sich vorzustellen, dass es noch andere Planetenbewohner
gibt, die dort draußen im All leben? Vielleicht sind diese teilweise viel weiter
als der Mensch entwickelt und sie konnten Raumschiffe bauen, weit vor der
Zeit, als der Mensch überhaupt auf Mutter Erde in Erscheinung trat. Immerhin
soll das Weltall laut Astrophysikern seit über 15 Milliarden Jahren bestehen.
In dieser Zeit ist sicherlich mehr geschehen als die Geburt des Menschen.
Gibt es dann nicht vielleicht Apparaturen, die es ihren Erbauern ermöglicht,
sich von einer Welt zur anderen zu befördern? Wir glauben, dass ein
Raumschiff Lichtgeschwindigkeit erreichen können muss, um eine bestimmte
Distanz hinter sich zu bringen. Doch selbst mit dieser enormen
Geschwindigkeit von 300.000 km pro Sekunde müsste man bei den
gigantischen Entfernungen im Weltall endlose Jahre reisen, um nur irgendein
Ziel zu erreichen. Aus dem Grund wird vermutet, dass ferne Weltraumreisen
niemals wirklich möglich sein werden. Diese Annahme beruht aber auf dem
gegenwärtigen Stand unserer Technik und nicht auf der der Zukunft. Vor 20
Jahren hätte auch niemand geglaubt, dass man sein Telefon überall mit sich
herumtragen und anderen SMSen schicken kann. Man hätte geglaubt, dass
dies nicht möglich ist, sofern kein Kabel an dem Gerät hängt, das die Daten
weiterträgt. Ebenso hätte man es vor 100 Jahren für unmöglich empfunden,
dass man Briefe in einer Sekunde von Deutschland nach Amerika senden
kann, aber trotzdem gibt es heute E-Mails. Der Unglaube an solche höheren
technischen Möglichkeiten zerschellt demnach an der Unfähigkeit des
Menschen, sich in die Zukunft zu projizieren oder die großen Irrtümer mit der
der Vergangenheit zu vergleichen. Er betrachtet den gegenwärtigen Stand der
Technik als unveränderbares Wissen und genau dies ist der Irrtum.
Wenn es beispielsweise die Möglichkeit gibt, ein Wurmloch zu erzeugen,
dass einen Riss im Raumzeit-Gefüge erzeugt und Zutritt zu einem Hyperraum
gewährt, warum sollte es dann nicht möglich sein, innerhalb von einer
Sekunde von einem Ort zum anderen zu reisen? Diesen Hyperraum durfte ich
einmal persönlich kennenlernen:
Ich befand mich in einer Art Fabrikhalle oder Hangar. Sie war sehr groß und
nur mit einer gerade ausreichenden Beleuchtung ausgestattet. Gerade wurde
ich von Militärpersonal durch die Halle in ein daran angebautes Gebäude
geführt. In dem schlauchförmigen Gebäude erblickte ich eine seltsame, recht
groß angelegte Apparatur! Links befand sich eine sehr große silberne Kugel,
die auf einer gleichfarbigen Schiene stand. Weiter rechts erblickte ich eine
Art halbrundes Tor, durch das ich hindurch schauen und die Wand dahinter
erkennen konnte. Es vermittelte leicht den Eindruck einer Flipperkugel, die
auf ihrer Abschussbahn lag und darauf wartete, abgefeuert zu werden.
Neben mir entdeckte ich plötzlich Esther, eine Freundin von mir, die häufiger
in außerkörperlichen Erfahrungen auftaucht, und wie aus dem Nichts
aufgetaucht war. Sie schien mich begleiten zu wollen.
“Steigen sie bitte ein!”, forderte uns einer der Soldaten auf.
Er trug eine klassische grüne Uniform mit einem Barrett und wies mit einem
Kopfnicken auf die Kugel, dessen Tür sich gerade nach oben hin öffnete.
Wir stiegen ein. Innen wirkte es fast wie in einem 10 qm Apartment. Vorn gab
es eine Art rechteckiges Fenster, durch das man die Bahn entlang zu dem Tor
schauen konnte. Die Tür war nun rechts von mir.
“Bitte schließen Sie die Tür…”
Vor dem Fenster erblickte ich Armaturen und zwei Stühle, auf die man sich
setzen konnte. Die Stühle waren auf dem Boden festgemacht und besaßen ein
rundes Bein. Ein wenig kam ich mir nun vor wie in dem Film “Contact” mit
Jodie Foster.
So suchte ich auf den Armaturen herum, bis ich endlich einen Knopf
entdecken konnte, der für die Tür gedacht war. Die Tür schloss sich mit einem
Surren. Sie rastete deutlich hörbar ein und die Kugel war jetzt geschlossen.
Das Licht wurde automatisch heruntergedimmt und ich hörte nun ein sehr
lautes Summen, das exponentiell zunahm. Die komplette Kugel schien zu
vibrieren und sich zu drehen. Sie drehte sich immer schneller und schneller,
aber ohne, dass sich im Innenraum irgendetwas bewegt oder verändert hätte.
Selbst das Fenster gewährte mir immer noch Ausblick auf die silberne
Bahnführung.
Das Summen wurde nun so laut vernehmbar, dass einem schon richtig
mulmig in der Magengrube wurde. Plötzlich setzte sich die Kugel in
Bewegung. Sie raste auf der Bahn los, ebenso wie eine Flipperkugel, und
schoss auf dieses Tor am Ende der Bahn zu! Seltsamerweise war die Strecke
zu diesem Tor vielleicht nicht länger als 10 Meter und bei dieser gefühlten
Geschwindigkeit hätte die Reise spätestens nach 2 Sekunden vorbei sein
müssen, aber dem war nicht so. Die Geschwindigkeit nahm extrem zu und es
fühlte sich so an, als wären wir nun mit 300 km/h unterwegs! Die Kugel raste
auf dieses Tor zu, obwohl der Abstand zu diesem keineswegs abnahm. Nun
erblickte ich, dass sich dieses Tor verfärbte. Es wurde silbrig weiß und in der
Mitte entstand ein braunfarbiges Loch. Es wirkte ein wenig, als wäre dies
eine Art Tunnel, der sich im Inneren dieses Tors zu formen schien. Alles um
uns herum vibrierte und das Tor und die Bahn verschwammen leicht. Ein
gleißendes Licht umrahmte nun das Tor und die ganze Umgebung wirkte mit
einem Mal wie eine flirrende Fata Morgana. Ich hatte den eindeutigen
Verdacht, dass hier eine Art Tor geöffnet wurde und dass es so viel Energie
freisetzte, dass es die gesamte Umgebung beeinflusste.
Es war wirklich schwer einzuschätzen, wie viel Zeit vergangen war, aber es
waren vielleicht 30-60 Sekunden, bis die Kugel sich endlich dem Tor näherte
und von ihm aufgesogen wurde…
Ich muss sagen, das Summen, die Vibrationen und die gewisse Unschärfe, die
innerhalb und außerhalb der Kugel entstanden war, war langsam auch
unerträglich geworden. Es war, als würde gleich alles explodieren und mir
um die Ohren fliegen. Doch als sich die Kugel in Bewegung gesetzt hatte und
durch dieses Tor gerollt war, kehrte Stille ein! Für wenige Momente wurde es
stockdunkel um uns herum, nur um kurz darauf wieder gewohntes Tageslicht
wahrzunehmen.
“Attention! Please retract the flag”, hörte ich plötzlich aus einem
unsichtbaren Lautsprecher.
Ich soll die Fahne einfahren? Was konnte damit gemeint sein? Schnell suchte
ich auf den Armaturen herum, aber ich konnte keinen Knopf entdecken, der
auf eine Fahne hinwies. Landeklappen und Fahrwerk einfahren musste man
bei der Kugel nicht, also was könnte diese Flagge nur sein?
“Please retract the flag and open the door!”
Dies klang schon nicht mehr nach einer netten Aufforderung, die Flagge
einzufahren und die Tür zu öffnen, sondern nach einem recht ungeduldigen,
militanten Herrn mit einer Priese Humorlosigkeit… Es war mir nun
gleichgültig! Ich öffnete die Tür der Kugel. Sie klappte nach oben auf und ich
trat ins Freie.
“Sorry, I couldn’t find the flag…”, rief ich dem ersten Soldaten
achselzuckend entgegen, der mich mit fragendem Blick anschaute. “This is
my first time,” fügte ich hinzu, um deutlich zu machen, dass dies meine erste
Reise mit der Kugel sei.
Kurz darauf tauschte er ein paar Worte mit weiteren Soldaten aus, die in der
Nähe standen. Sie erwähnten irgendwas auf Englisch und meinten, ich sei ein
Neuer und es schien in Ordnung zu sein, dass ich die Flagge nicht
eingefahren hatte.
“Please, follow me”, meinte einer der Soldaten und ich ging ihm hinterher.
Ich wunderte mich, warum die hier alle in amerikanisch zu sprechen
schienen. Offensichtlich handelte es sich hier um US-Militär. Die Uniformen
passten sehr gut zu meiner Vermutung.
Jetzt begann ich mich erst einmal richtig umzuschauen. Die Kugel stand
immer noch auf der Rollbahn, nur, dass das Tor mittlerweile hinter der Kugel
stand. Meiner ersten Einschätzung zufolge, waren wir mit der Kugel durch
eine Art Wurmloch gereist, das durch die Rotation der Kugel und diesem Tor
aktiviert wurde und daraufhin genutzt werden konnte. Somit war ich gerade
eben durch ein echtes Wurmloch gereist!
Langsam wurde ich präluzid in diesem Zustand, denn ich erkannte, dass ich
nicht nur durch ein Wurmloch gereist war, sondern mich mittlerweile in einer
anderen Welt befinden musste. Handelte es sich hier um US-Militär, die eine
Art Sternentor entwickelt oder entdeckt hatten, mit dem man durch
Wurmlöcher reisen konnte? Erlebte ich vielleicht sogar gerade eine
gemeinsame Traumerfahrung mit dem geheimen Stützpunkt des US-Militärs,
das sich ihres Traumes im Moment nicht bewusst war? In dieser Hinsicht war
ich ihnen im Moment nun eindeutig im Vorteil. Kein Wunder, dass ich nicht
wusste, was es mit der Flagge auf sich hatte! Ich gehörte nicht zum Personal.
Oder ich gehörte zum Personal, aber ich hatte mich an einen fremden
Soldaten angedockt, um seine Erlebnisse mit mir zu teilen… Es schien mir
jedenfalls so, als hätte ich mich zuvor in den Hangar geschlichen und mich in
den Transport-Prozess eingemogelt und da die Soldaten träumten, bemerkten
sie den Unterschied überhaupt nicht! Sie dachten im Halbschlaf, dass ich
ebenfalls ein Soldat wäre. Welch eine fantastische Möglichkeit der Spionage!
Man wartet einfach, bis alle schlafen und träumen, dann mogelt man sich
unbemerkt unter sie und konnte an ihren Geheimnissen teilhaben!
Während mir der Soldat eilig vorauslief, schlenderte ich langsam hinterher
und schaute mich um. Ich lief über eine normale Wiese. Sie sah nicht viel
anders aus als solche, die es auf unserem Planeten gab, aber kurze Zeit
später entdeckte ich ein paar Pflanzen, die wirklich völlig anders aussahen!
Sie wuchsen wie Rhabarber, aber besaßen drei oder vier große, braun-grüne
Blätter, die mit denen einer Eiche zu vergleichen waren. Sie waren nur
zwanzig mal so groß wie ein Eichenblatt und der Stil der Pflanze war nicht
länger als 50-75 cm. Eins stand jedenfalls fest: Solch eine Pflanze hatte ich in
meinem ganzen Leben noch nicht gesehen!
Jetzt hielt ich weiter Ausschau nach anderen Unstimmigkeiten oder
Elementen, die mit Sicherheit nicht irdischer Herkunft waren. Ich entdeckte
tatsächlich weitere seltsame Pflanzen, von denen ich nicht eine irgendwie
wiedererkannt hätte. Eins war nun ganz deutlich geworden, dies war eine
fremde Welt!
Während ich über die unbekannte Flora staunte, gelangte ich nun auf einen
Gehweg. Er bestand aus grauem Schotter, ähnlich wie er in manchen Parks
vorzufinden ist. Also schlenderte ich mit großer Aufmerksamkeit diesen Weg
entlang und entdeckte im nächsten Moment Unfassbares! Rechts von mir
erblickte ich ein kleines Gehege, nicht größer als 30 m³, in denen zwei Tiere
standen. Sie waren nicht höher als 50 cm, besaßen große Schlappohren und
einen langen Rüssel. Ein wenig erinnerten sie mich an Elefanten, nur dass sie
so klein waren!
Der Anblick, so unbedeutend es sich hier nachlesen lässt, war für mich
faszinierend. Sie wiegten mit dem Kopf hin und her und schauten mich an.
Ihre Augen waren nicht sonderlich groß, aber hätte ich ihnen einen Namen
geben sollen, dann hätte ich sie mit Sicherheit Ottifanten genannt.
Als ich mich von den drolligen Wesen losreißen konnte, ging ich weiter den
Gehweg entlang und musste nun mit Erstaunen feststellen, dass ich mich hier
in einer Art Zoo befand! Dieser Zoo war in jedem Fall eine Sammlung von
außerirdischen Tieren, die es auf der Erde nicht gab. Fremde Pflanzen und
unbekannte Tiere wurden hier zur Schau gestellt.
“Hey, here!”, rief der Soldat nach mir und er verschwand in ein Gebäude.
Ich ging langsam in seine Richtung und war gespannt, was noch kommen
würde…
Wenige Sekunden später erwachte ich unvermittelt in meinem Bett. Das war
ein sehr schöner und interessanter Traum gewesen.
Ein letzter Traum für dieses Kapitel sei der folgende, der ebenfalls einen Besuch darstellte, in dem ich
mich mit meinem Bewusstsein an das eines Mannes angeschlossen hatte, welcher mit US-Militär zu tun
hatte. Aus meiner Perspektive ist dies durchaus eine Form der Spionage:

Während der Ausübung der der Sternenfeld-Technik (s.u.) beschleunigte sich


plötzlich mein Bewusstsein nur für Sekunden um eine vielfache
Geschwindigkeit und ich befand mich plötzlich auf einem Weg. Neben mir
ging ein Mann und vor mir zwei weitere in militärischer Uniform. Die beiden
vor mir schienen uns irgendwo hinzubringen. Schrittweise wurde ich mir
meiner Umgebung immer bewusster. Zuerst fiel mir dabei der hervorragende
Asphalt auf, auf dem wir liefen:
“Man, der Asphalt ist ja wirklich perfekt! Warum wird in unseren Städten
nicht ein solcher Asphalt verlegt? Der würde ganz bestimmt weniger
Probleme machen.”
Dann blickte ich zu den Männern vor mir, aber sie reagierten kaum. Sie
schauten sich nur kurz an und grinsten.
Neben mir entdeckte ich ein silbernes Geländer, das erinnerte mich sehr an
diese billigen Treppengeländer, die man in manchen öffentlichen
Grünanlagen sehen kann, wenn eine Treppe vorhanden ist. Es sah sehr neu
aus, als wäre es gerade erst installiert worden.
“Das Treppengeländer wirkt jedenfalls nicht so perfekt wie der Asphalt”,
meinte ich und lachte.
Im Weiteren schaute ich nun nach oben. Die Decke bestand aus Felsgestein
und war bestimmt über 100 Meter hoch! Anscheinend befand ich mich in
einer Art unterirdischen Anlage. Der Gang, durch den wir gerade gingen,
wirkte wie ein langer, aber sehr breiter Tunnel, den ich ebenfalls auf ca. 100
m Breite schätzte. Wir bewegten uns gerade ein wenig aufwärts. In der Mitte
dieses Tunnels gab es eine breite Straße, auf der wohl möglich Fahrzeuge
fahren konnten. Auch hier wirkte der Straßenbelag absolut perfekt. Ich fragte
mich, wie man dies mit Teer hinbekommen könnte und konnte es mir nicht
erklären.
Dann sah ich, dass die Randbebauung ebenso interessant gestaltet war. Auch
gab es eine Art Beleuchtung, die ein verblüffend beruhigendes Licht lieferte.
“Dieser Asphalt und diese Randbebauung ist absolut erstaunlich! Wie habt
ihr das hinbekommen?”, fragte ich.
Die beiden Männer blieben stehen und drehten sich zu mir um.
“Wie bitte?”
Ich wiederholte nochmal meinen Satz und schaute sie an.
Anstatt zu antworten, schauten sie sich wieder an und grinsten. In dem
Augenblick fing ich an, langsam zu verstehen.
“Ach so”, meinte ich, “das habt ihr alles gar nicht gebaut?”
“Jip!”, meinte einer der beiden Soldaten zu mir und schmunzelte.
“Nur das Geländer habt ihr nachträglich eingesetzt, stimmt’s?”
“Jip!”, kam wieder zur Antwort und die beiden lachten.
“Das ist ja unfassbar! Das bedeutet, dass dies alles hier nicht von Menschen
gemacht wurde!”
Wieder nickten die beiden und lachten, dass ich es nun endlich begriffen
hatte.
Ich denke, dass es nur zwei Möglichkeiten gab, die hier in dem Traum von
mir praktiziert worden waren. Entweder hatte ich mich geistig an das
Bewusstsein eines Soldaten des US-Militärs angedockt oder ich hatte mich in
ihre Träume eingeschlichen, um an ihren Geheimnissen teilhaben zu können.
Doch unter dem Strich kommt dabei das gleiche Ergebnis zutage, denn es war
mir gelungen, einige ihrer Geheimnisse zu entdecken. Wenn dies selbst nur
symbolisch zutrifft, dann kann durchaus davon ausgegangen werden, dass das
US-Militär, vielleicht eine bestimmte Abteilung, über irgendeine
wurmlochgenerierende Apparatur verfügen, die den Sprung in eine andere
Welt ermöglicht.
Doch warum wird das Volk nicht informiert? Auf die Frage hin, warum sich
beispielsweise die USA derart weigert, die Wahrheit über UFOs und den
Kontakt zu mehreren außerirdischen Rassen zu leugnen und strikter
Geheimhaltung zu unterlegen, antwortete der ehemalige CIA-Agent Victor
Marchetti: “Die öffentliche Bekanntmachung, dass tatsächlich Wesen aus
dem Weltraum existieren, würde die Grundpfeiler der traditionell-irdischen
Energiestruktur untergraben. Politische und legale Systeme, Religionen,
Ökonomie und soziale Institutionen würden für das öffentliche Volk allesamt
bedeutungslos werden. Zivilisation, so wie wir sie kennen, könnte in Anarchie
umschwenken. Solch extremen Schlussfolgeringen müssen nicht unbedingt
gültig sein, aber sie spiegeln wahrscheinlich sehr präzise die Ängste der
‘herrschenden Gesellschaftsschicht’ und der großen Nationen.” (“The CIA and
the Cult”, von Victor Marchetti und John D. Marks“, 1983)


Seltsame Realitäten

In den meisten Fällen lege ich mich ins Bett und versuche meine Gedanken zu
beruhigen und schrittweise zu dissoziieren. Je weniger ich denke, desto
schneller gelingt es mir, genügend Fluchtenergie aufzubauen, um meinen
Körper zu verlassen. Dies kann 20-40 Minuten dauern, doch wenn ich in einer
guten Stimmung bin, geht es auch mal schneller. Es gibt sicherlich auch Tage,
an denen man zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt ist. Das kommt in
meinem Fall nicht unbedingt selten vor. Vielleicht arbeite ich zu lange am
Computer oder an anderen Dingen oder bin viel zu müde zu Bett gegangen.
Ein wichtiger Punkt wären noch andere seltsame Realitäten, neben Penumbra,
zu erwähnen, die ich aufgesucht habe. Eine dieser Welten ist die untere
Astralebene, die man auch als Unterwelt in der Literatur beschrieb. Für mich
persönlich betrachte ich sie aber als die astrale Wildnis. Es ist ein gemischtes
System aus unendlich vielen Königreichen, in denen Könige und Fürsten
leben und eine Schar Anhänger um sich herum zusammengestellt haben. Es
gibt aber auch andere Orte, die man vielleicht “Höllen” nennen könnte, auch
wenn diese nur sinnbildlich welche darstellen. Es verhält sich nicht so, dass
man dort im Fegefeuer lodert oder Rutschen mit Rasierklingen bestückt
hinunterrutschen muss, sondern es sind Realitäten, die der physischen recht
ähnlich sind – vielleicht nur nicht immer so freundlich anzusehen. In der
astralen Welt gibt es ein Gesetz: ‚Gleiches zieht Gleiches an‘. Dieses Gesetz
wirkt dort sehr stark und wenn jemand starke Neigungen besitzt, dann kann
davon ausgegangen werden, dass man in eine Welt hineingezogen wird, die
von solchen Personen bevölkert wird, die den gleichen Handlungen frönen.
Diese Regelung, wenn ich sie so nennen darf, betrifft sämtliche Astralebenen,
d.h. die untere, mittlere und obere. In der astralen Wildnis, die in der unteren
Astralebene vorzufinden ist, können sich Triebtäter und Killer ausgiebig
austoben. Ziel dieser Regelung ist es, dass man sich von seinen verhafteten
Wünschen befreit und somit sehr schnell in eine Welt gezogen werden kann,
in der man gemeinsam daran arbeiten kann. Sollte man jemanden getötet
haben und Freude daran gefunden haben, so wird man auf andere stoßen, die
das ganz ähnlich sehen. Hier kann man fortan gemeinsam dieses Spiel
spielen, indem jeder einmal die Rolle des Täters und am nächsten Tage die
des Opfers übernehmen kann. Es ist keine Bestrafung, das darf man nun nicht
in seiner moralischen Betrachtungsweise annehmen, sondern einfach nur
dieses Gesetz greift hier und wirkt sich auf diese Weise aus. Doch neben
diesen kleinen ‚Höllen‘ gibt es auch noch fremdartige Realitäten, die von
Wesen bevölkert werden, die zwar humanoid aussehen, aber keine Menschen
sind. Einige von ihnen sind in dem einen oder anderen Mythos oder Märchen
erwähnt worden und manche in der Horrorliteratur.
Eine solche Welt kann besucht werden, wenn man im Boden oder in der
Wand einmal im außerkörperlichen Zustand eine schwarze Klappe oder
Holztür entdecken sollte, die an dieser Stelle für gewöhnlich nicht existiert.
Man sollte sich in diesem Fall wirklich zwei Mal überlegen, ob man sie öffnet
und hineingeht. Eine meiner Erfahrungen, in der ich eine solche Klappe
entdeckte, führte mich nach Betreten in eine fremde Welt:
Ich hatte Probleme, meine Umgebung scharf wahrzunehmen, nachdem ich
mich von meinem Körper gelöst hatte. Also rief ich: “Ich sehe jetzt sofort!”
und ich konnte wieder vernünftig sehen. Ich stand gerade vor meiner
Schlafzimmerwand. Dort fiel mir dann eine seltsame Klappe auf, die in der
Wand eingelassen schien. Sie war pechschwarz. Ich drückte mit der Hand
gegen diese Klappe und sie öffnete sich. Ich steckte meinen Kopf durch diese
Klappe und erblickte dahinter eine undurchdringliche Schwärze! Nun griff
ich mit meinem Arm hinein, dann mit dem nächsten… und ehe ich mich
versah, war ich durch diese Klappe geschlüpft! Als ich zurückblickte, war die
Klappe verschwunden! Ich hoffte inständig, dass ich später den Rückweg
finden würde. Doch war ich zugegebenermaßen guter Dinge und vertraute
darauf, dass mich die Schwingungen später schnell wieder zurückholten.
Nun flog ich durch diese Schwärze und erkannte in der Ferne plötzlich einige
Bewegungen und Schemen. Je näher ich kam, desto deutlicher wurden diese
Schemen. Es waren einige Wesen, die mich ein wenig an kleine Teufelchen
erinnerten. Sie waren nichtmenschlich und besaßen einen langen Schwanz.
Während ich sie aus sicherer Entfernung beobachtete, spürte ich mit einem
Mal, wie sich etwas auf meinen Rücken warf. Es hielt sich ganz sanft an
meinen Schultern fest und ich spürte Hände, die vier lange Finger und keinen
Daumen besaßen! Jede Berührung dieser Hände kitzelten mich und ich
musste lachen.
War ich hier etwa in der Unterwelt, die von vielen Autoren aus der
Vergangenheit so oft beschrieben wurde? Wenn sich dem so verhielt, dann
sahen sie zwar so aus wie kleine Dämonen, aber waren sehr sanft. Trotzdem
war es mir lästig, die ganze Zeit Huckepack mit einem mir unbekannten
Wesen durch die Gegend zu fliegen. Folglich befahl ich ihm, sich von mir zu
entfernen – was er kurz darauf sofort tat.
Als ich näher an diese Wesen herankam, landete ich in einer Art dunklen
Korridor. Ich war auf der niederen Astralebene gelandet, musste ich
unwillkürlich feststellen, und meine Ankunft wurde bemerkt! Der Korridor
führte auf einen großen Platz, auf dem bestimmt zwanzig oder mehr
außergewöhnlicher Lebewesen herumliefen. Ein Wesen, das wenige Meter
von mir entfernt stand, besaß eine schuppige, fast goldfarbene Echsenhaut,
ein katzenhaftes Gesicht mit langen Ohren und einen langen, dünnen Schwanz
mit einer dreieckigen Flosse am Ende. Es wirkte sehr weiblich auf mich und
musterte mich streng. Langsam kam es auf mich zu und eine schlangenartige
Zunge wurde sichtbar. Das Wesen zischte etwas, aber ich konnte es nicht
verstehen. Dann fühlte ich plötzlich, dass das Wesen mir irgendwie feindlich
gesinnt war. Ich war in ihr Territorium eingedrungen und das war
mittlerweile nicht nur diesem einen Wesen aufgefallen. Nun kamen mehrere
dieser Wesen mit drohender Körperhaltung auf mich zu.
Ich lief zurück in den Korridor, weil ich mir ausgerechnet hatte, am besten
den gleichen Weg wieder zurück zu gehen, um hier hinaus zu kommen. Doch
ich hatte mich verrechnet! Als ich im Korridor stand, spürte ich, dass nun
auch einige dieser Wesen von der anderen Seite her kamen und mich in dieser
schmalen Passage in die Zange nahmen! Ich spürte, wie meine Bewusstheit
langsam abnahm…
Es gab keine andere Möglichkeit, als durch einen offenen Kampf die Wesen
zur Seite zu schleudern und dann durch den Korridor zurück in den offenen
schwarzen Raum zu kommen, damit ich wieder nach Hause konnte. Also
setzte ich wieder meine psychokinetischen Kräfte frei, um das erste Wesen
wegzuschleudern. Ich hielt dem Wesen meine Handfläche entgegen, zog sie
ein wenig zurück und ließ sie, wie bei einem Stoß mit der flachen Hand, nach
vorn schnellen. Deutlich spürte ich, wie meine psychokinetische Energie auf
das Wesen traf.
In anderen Situationen, in denen ich mit Menschen oder anderen Wesen
gekämpft hatte, flogen diese bei einem psychokinetischen Angriff meinerseits
oftmals zehn oder zwanzig Meter weit weg, aber diese Wesen hier taumelten
nur einige Schritte zurück und konnten sich erstaunlich schnell wieder
fangen! Anfangs glaubte ich, es lag vielleicht an meiner schwindenden
Bewusstheit, dass meine Psychokraft nicht mehr so stark war, aber vielleicht
lag es auch an diesen Wesen, die diese Energie besser absorbieren konnten.
Bevor dies alles in einem Fiasko endete, sendete ich einen Impuls an meinen
physischen Körper, um auf die direkte Weise wieder zurückzukehren. Wenige
Sekunden später war die schwarze Welt und die seltsamen Wesen
verschwunden und ich lag wieder wohl behütet in meinem Bett.
In der Regel bewege ich einfach meinen großen Zeh, um zurückzukehren.
Klingt simpel, aber ist erstaunlicherweise sehr wirkungsvoll. Sollte man also
einmal außerkörperlich in Bedrängnis kommen, kann man sich auf diese
Weise schnell in Sicherheit flüchten.
Neben Erlebnissen in der unteren Astralebene kann man auch sehr schöne
Erlebnisse auf der mittleren Ebene erfahren oder eben auf anderen Planeten
unseres Universums:
Sehr interessant ist auch die folgende außerkörperliche Erfahrung. In dieser hatte ich mich gefragt,
woher ich komme und hinterfragt, dass meine physische Realität tatsächlich meine Heimat sein soll.
Ich konzentrierte mich in der Nacht darauf, in meinen Astralkörper zu wechseln. Nach ungefähr 20
Minuten sackte ich in meinem zweiten Körper ab und war erneut unfähig, mich
gänzlich von meinem physischen Körper zu lösen. Doch wenige Momente
später spürte ich, wie jemand mit einer unglaublichen Sanftheit meine Hand
ergriff. Es handelte sich dabei um eine dermaßen sanfte Berührung, dass ich
unsicher war, ob ich mir das als gewollte Berührung nicht nur einbildete. Ich
konzentrierte mich auf diese Hand, um herauszufinden, wer sie sich dort
geschnappt hatte, obwohl man von Schnappen nur schwerlich sprechen kann,
während sich das Druckgefühl an der Hand verstärkte. Es war tatsächlich
jemand gekommen, der auf meinen non-verbalen Hilferuf reagiert hatte. Und
nicht nur das, denn im gleichen Augenblick spürte ich, wie jemand meinen
rechten Fuß ergriff und diesen zärtlich zu massieren begann. Doch dem nicht
genug, denn nun nahm jemand ebenso meine linke Hand und schob sie
langsam über die Bettkante hinaus und zog dabei sanft an ihr. Es waren also
offensichtlich drei Wesen herbeigeeilt, die auf mein Rufen reagiert hatten.
Ich konzentrierte mich auf die Person an meinem Fußende, die so liebevoll
meinen Fuß massierte. Leider konnte ich meinen Kopf nicht bewegen und
konnte nicht sehen, wer es war, aber ich konnte meinen Fühlsinn in diese
Richtung lenken und versuchen, eine Kennungzu lokalisieren. Es handelte
sich definitiv um eine weibliche Person. Welch Klischee, dachte ich grinsend,
die Frauen müssen die Füße massieren, aber dann verstand ich, dass es nicht
darum ging, mir eine angenehme Massage zu verabreichen, sondern meinen
zweiten Körper zu animieren und zu regenerieren. Ebenso die beiden
männlichen Helfer, die meine Hände bearbeiteten, schienen dies im Sinn zu
tragen. Nun begannen sie allesamt an mir zu ziehen. Wieder sanft, behutsam,
aber schrittweise stärker werdend, während ich versuchte, meine audiellen
Fähigkeiten zu mobilisieren. Denn es drangen kurze Stimmfetzen an mein Ohr
und ich wollte mehr hören. Sie waren dermaßen abgehackt und kurz, dass ich
nur verzerrte Töne vernahm. Mir erschien dies ein gutes Teamwork zu sein
und wenige Minuten später konnte ich schon viel besser hören. Und das, was
ich hörte, verunsicherte mich ein wenig… Es war ein ständiges Gekichere,
sehr hell, und die drei Personen schienen tatsächlich mindestens zu sechst zu
sein und wuselten in einer Tour um mich herum. Sie zogen abwechselnd an
mir und waren meinem Eindruck nach nicht größer als einen Meter. Sie
wirkten vielmehr wie Trolle, die mich entdeckt hatten; und als hätte ihnen
jemand einen Lohn für ihre Taten versprochen, waren sie eifrig dabei, mich
mit wachsender Begeisterung aus meinem Körper zu ziehen. Das Gekichere
und Gequieke war teilweise richtig laut und vor allem amüsant, aber ich
spürte auch, wie sich ein Teil in mir fragte, wer denn die kleinen Helfer
dermaßen motiviert haben könnte. Oder war es nur mein misstrauisches Ego,
das dieser Situation einfach nicht trauen wollte, weil sie so ungewöhnlich
erschien? Wie mir ja bewusst war, wehrt sich das Ego mit Vorliebe gegen
jede Handlung, die es nicht richtig versteht. Vielleicht wurden die kleinen
Wesen beauftragt, mich mitzuschleppen und in dunkle Welten zu entführen
oder waren sie sanftmütig und wollten mir einfach nur helfen, damit ich
meinen zweiten Körper wieder frei einsetzen konnte? Immer wieder gab es
von GelehrtenHinweise, dass man auch niederen, astralen Wesen begegnen
kann, die nichts Gutes im Sinn haben… So diskutierte mein Ego mit sich
selbst, während ich froh war, dass es abgelenkt wurde und somit die
Ablenkung nutzte, um diesen Prozess zu beschleunigen.
Nun hatten mich die kleinen Helfer so weit bekommen, dass ich bereits zur
Hälfte aus meinem Körper war. Manchmal schmerzten bestimmte Bereiche
meines zweiten Körpers extrem stark, dass sie wieder nachließen und es
erneut versuchten, aber dann gelang es ihnen, mich aus dem Bett zu ziehen.
Während ich sodann auf dem Boden lag, immer noch bewegungsunfähig,
ergriffen sie mich an meinen Gliedern und flogen mit mir los… Es war ein
kurzer Flug. Kurz darauf befanden wir uns in einer riesigen Halle. Ich besaß
noch immer Schwierigkeiten, etwas zu sehen und zu hören. Somit war es mir
nur möglich, mich über meinen inneren Gefühlssinn auf die Umgebung zu
konzentrieren, um herauszufinden, wo ich mich hier überhaupt befand.
Zwischendurch hörte ich immer wieder Durchsagen von einer Frauenstimme.
“Achtung, Einheit 5 ist wieder eingekehrt. Bitte…” und vergleichbares oder
ich hörte wieder dieses Gekichere von den kleinen ‘Trollen’. Ich besaß
langsam den Eindruck, als sei ich hier an einer Art Bahnhofgelandet, an dem
sehr viel los war. Mir schien, als würden hier hunderte von Menschen und
Wesen herumlaufen, wie an einem Umschlagplatz oder in einer riesigen
Markthalle. Überaus deutlich spürte ich den Boden unter meinen Füßen,
jeden Schritt, den ich machte, aber gleichzeitig auch eine Hand, die mich an
meinem rechten Oberarm festhielt.
“Gleich sind wir da…”, hörte ich unter den vielen Stimmenfetzen heraus.
“So, hier hingesetzt und schauen… Sieh da!”
Interessanterweise konnte ich dann plötzlich mit einer unglaublichen Klarheit
einen blauen Himmel mit einigen Wolken wahrnehmen. Diese überaus klare
Wahrnehmung im Gegensatz zu meinen anfänglichen Sehproblemen nahm
mir den Atem – wenn ich denn einen gehabt hätte. Der Himmel war
wunderschön und im nächsten Moment begann ich den Boden unter den
Füßen zu verlieren und schwebte… Ich schwebte nach oben gen Himmel und
bewegte mich langsam zwischen die Wolken hindurch. Dann ertönte eine
männliche Stimme… sie begann zu singen und dann wurde aus dieser Stimme
ein Chor. Männerchöre waren nie unbedingt mein Fall gewesen, aber dieser
Chor übertraf jeden Chor, den ich mir je vorstellen könnte! Sie sangen nicht
viele Sätze, sogar Hallelulja kam in dem Text vor, aber dennoch klang er
wunderschön und erfüllte mein Herz mit Frieden und Glück. So schwebte ich
dort und lauschte genüsslich dem Chor…
“Warte… warte… jetzt… jetzt ist so weit…”, hörte ich neben mir jemanden
sagen. War es wieder einer der Trolle?
Plötzlich schaltete etwas in mir um und ich befand mich im Kosmos. Ich flog
mit einer rasenden Geschwindigkeit durch das All. Rechts von mir ein
gigantischer, schöner Planet. Voller Begeisterung schaute ich zu ihm hin und
genoss diesen fantastischen Anblick. Plötzlich erblickte ich unter mir ein
Raumschiff, das mich zu überholen schien. Es gewann an Geschwindigkeit
und in diesem Moment stiegen in mir starke Gefühle hoch. Ich erinnerte mich
an diesen Planeten und dieses Raumschiff! Ich kannte es! Es war mein
Zuhause! Hier habe ich gelebt und von hier bin ich losgereist, um den
Planeten Erde aufzusuchen! Ich erinnerte mich in aller Klarheit an meine
ursprüngliche Heimat! Augenblicklich fing ich zu weinen an, denn all meine
Sehnsucht und die Momente der Gefühle von Heimatlosigkeit fanden hier ihre
Ursache. Mit allen Sinnen nahm ich diese wenigen Momente an Bildern aus
meiner einstigen Heimat in mich auf, da ich wusste, dass ich bald wieder zu
meinem Körper zurückkehren musste…
Eine sehr ähnliche Erfahrung tauchte einige Tage später auf. Kaum hatte ich
mich in mein Bett gelegt, dem Wind draußen gelauscht und langsam
dissoziiert, ging es auch schon wieder los…
Plötzlich spürte ich die Anwesenheit von drei Personen in meinem
Schlafzimmer. Sie wirkten sehr klein und wuselten dauernd durch den Raum.
Einer kam herbei und zog an meinem Bein. Dann folgte der Nächste und zog
an meinem Arm, der halb aus dem Bett hing. Überhaupt ist es vorteilhaft,
einen Fuß oder einen Arm über die Bettkante heraushängen zu lassen – es ist
wie eine Einladung oder eine Aufforderung, dass man bereit ist, sich aus dem
Körper ziehen zu lassen.
Die drei kleineren Personen wirkten sehr ähnlich den vielen Kobolden, die
mal an meinem Bett standen, mich aus meinem Körper zogen und zu einer Art
Halle oder Flughafen gebracht und mich daraufhin kurzerhand in einen
Cockpit gesetzt hatten, damit ich zum ersten Mal meine wahre Heimat
wiedersehen konnte.
Sie zogen an mir herum und nach 20 Sekunden stand ich von meinem Körper
befreit im Raum. Sofort blickte ich mich um und suchte nach den
“Kobolden”, aber ich erblickte keine. Sie waren spurlos verschwunden!
Abermals fragte ich mich, was hatten sie davon, mir erneut geholfen zu
haben? Wer hatte sie ausgesandt, um mir zu helfen?
Mit diesen unbeantworteten Fragen ging ich durch die Schlafzimmertür und
wollte mich erst einmal stabilisieren. Doch als ich über die Schwelle trat,
blitzte es vor meinen Augen einmal hell auf und ich stand mitten auf einer
großen Wiese. Nicht weit von mir erkannte ich mehrere Häuser und viele
Menschen, die unterwegs waren. Auf Anhieb konnte ich sicherlich fünfzig
oder sechzig Personen sehen, die durch die Umgebung zu flanieren schienen.
Doch diese Personen waren nicht unbedingt von Interesse, sondern vielmehr
diese unglaubliche Stabilität und Klarheit, die diese Realität besaß! Die
ganze Umgebung war ebenso scharf und deutlich wie mein Alltag. Es war ein
High-Level-Klartraum.
Plötzlich kamen drei Personen auf mich zu, zwei Männer und eine Frau. Ich
blickte direkt in ihre Gesichter und sie waren so deutlich zu erkennen, dass
ich sie auf der Straße jederzeit wiedererkennen würde. Einer der Männer, mit
dunkelbraunem Haar, das gerade noch über die Ohren fiel, und einem
Seitenscheitel, reichte mir die Hand:
“Herzlich willkommen in unserer Realität!”
Verblüfft über diese Begrüßung reichte ich ihm zögerlich die Hand.
“Woher wisst ihr, dass ich ein Träumer bin…?”, begann ich mit meiner
Frage.
Normalerweise wird man als Träumer in anderen Realitäten nicht erkannt.
Für gewöhnlich wird man ignoriert – so wie wir in unserer Alltagswelt auch
nicht in der Lage sind, unter all den Menschen, die durch die Innenstadt
laufen, denjenigen herauspicken zu können, der ein Träumer und somit nur
ein temporärer Besucher unserer Welt ist.
“Wir erkennen jeden Träumer, der unsere Welt betritt. Sie besitzen ein
anderes Leuchten und darum können wir sie erkennen!”, erwiderte der Mann,
der mich begrüßt hatte. “Es ist uns eine Ehre, dass du gekommen bist.”
“Lieben Dank für die freundliche Begrüßung”, meinte ich. “Kommen denn
viele bei euch vorbei?”
“Aus eurer Realität nur wenige… aber wir sind immer wieder glücklich, von
anderen zu hören, was sie erleben und was sie unternehmen.”
Ich nickte lächelnd und schaute mir die anderen beiden Personen an. Die
Frau, die links stand, schien sich ein wenig verbergen zu wollen. Sie entglitt
dauernd meinem prüfendem Blick. Es war schwer, sie zu fixieren.
“Diese Realität hier wirkt wesentlich stabiler und fester als viele andere
Traumrealitäten, die ich bisher besucht habe”, ergänzte ich.
“Das kann gut sein. Sollen wir dich ein wenig herumführen?”, bot er mir an.
Danach zeigten sie mir diese kleine Stadt, die irgendwie wie ein Dorf wirkte.
Kein Haus war größer als zwei Stockwerke. Auch waren die Häuser nicht eng
beieinander errichtet worden, sondern es war zwischen jedem Haus stets 10-
30 Meter Platz. An Platz mangelte es hier sicherlich nicht. Es gab auch keine
Straßen und Wege, sondern nur Wiese. Interessanterweise wirkten die Wiesen
auch überhaupt nicht abgelaufen, sie wirkten so, als wären sie von all den
Füßen der Bewohner völlig unbeeindruckt. Die Wiese erfreute sich einer
blendenden Gesundheit, saftig grün, keine freien Stellen mit offen gelegtem
Erdboden oder verdorrte Flecken.
“Schau dich nur um, hier kommen viele Besucher vorbei. Es ist schon ein
kleiner Treffpunkt”, erklärte der andere Mann und lächelte mich an.
Noch immer hielt sich die Frau im Hintergrund auf. Sie versuchte wirklich
krampfhaft, nicht aufzufallen. Wenn ich zu ihr hinschaute, drehte sie sich weg
oder blickte uninteressiert zu Boden.
Daraufhin zeigten sie mir die Häuser, die hier überall herumstanden und
viele Menschen, die an uns vorbeigingen, nickten mir lächelnd zu. Es schien,
als würde mich jeder erkennen und genau wissen, dass ich hier nur zu Besuch
war.
“Bin ich denn der einzige Besucher hier, dass sie mich gleich erkennen?”,
fragte ich.
“Nein, es sind viele Besucher hier, aber du fällst mit deiner Aura schon auf –
will ich sagen…”
Sie führten mich noch eine Weile umher, und während ich noch immer über
diese Klarheit staunte, die schon sehr auffällig im Vergleich zu anderen
Klartraumerfahrungen war, dachte ich an meinen Körper… Ich versuchte,
eine Verbindung zu meinem Körper aufzubauen, um ihn vielleicht
beeinflussen zu können. Diese Energie, die ich deutlich spürte und in dieser
Realität aufnahm, wollte ich nutzen, um meinen Körper auf der DNA-Ebene
zu beeinflussen. Es war ein kleines Experiment…
Während ich also noch immer umhergeführt wurde und Konversation
gemacht wurde, ging ein Teil von mir los und jagte den Weg zurück, den ich
gekommen war, um meinen Körper zu kontaktieren. Es dauerte sicherlich
nahezu eine Minute, bis ich ihn spüren konnte und der Kontakt aufgebaut
war. Doch alles, was daraufhin geschah, war, dass ich in meinem Bett
erwachte.
Das ging nach hinten los! Man sollte seinen Körper einfach ignorieren, wenn
man in anderen Realitäten herumschwirrt. Nicht, dass mir das nicht bereits
klar gewesen wäre, aber ich lasse mich auch immer wieder zu kleinen
Experimenten hinreißen und ehe man sich versieht, liegt man wieder wach in
seinem Bett und die Erfahrung findet ihr abruptes Ende.
Neben seltsamen Realitäten kann man in solchen Erfahrungen auch
Begegnungen mit seltsamen Persönlichkeiten vermuten. Dabei ist es nicht
selten, dass manche der Charaktere, auf die man trifft, einfach nur Statisten
am Rande des Geschehens sind, während andere eine sehr komplexe Struktur
zu besitzen scheinen:
Ich ging um 23 Uhr ins Bett und bin morgens in der Früh um 3.30 Uhr wieder
aufgestanden. Daraufhin bis 5 Uhr aufgeblieben und zurück ins Bett. Diese
Technik bezeichnet man als WBTB-Technik, d.h. Wake-back-to-bed-Technik.
Nachdem ich vielleicht an die 30 Minuten nicht einschlafen konnte, spürte ich
plötzlich ganz leichte Schwingungen. Hauptsächlich empfand ich die Quelle
der Schwingungen hinter meinen Ohren. Exakt alle 2 Sekunden eine
Schwingung. Manchmal kommt es mir dabei so vor, als existierten Muskeln
hinter meinen Ohren, die ich irgendwie anspannen kann und mir das Gefühl
vermitteln, sie würden Wind in meinen Ohren eingefangen. Eine seltsame
Empfindung, da ich gar nicht wirklich beschreiben kann, wie ich das
hinbekomme bzw. was dort überhaupt angespannt wird. Es scheint irgendwie
im Innenohr zu liegen. Die Schwingungen scheinen jedenfalls genau diesen
Punkt anzusprechen und tauchen daher immer wieder entsprechend auf,
sobald mein zweiter Körper sich bemerkbar macht.
Dann drehte ich mich ein wenig nach links und befand mich sofort in meinem
zweiten Körper. Die Schwingungen ließen nach und ich konnte mich weiter
aus meinem physischen Körper herausdrehen und dann stand ich plötzlich in
meinem Schlafzimmer auf beiden Füßen. Leider konnte ich noch nichts sehen,
aber ich wollte Distanz zu meinem physischen Körper aufbauen, um seiner
Sogwirkung zu entgehen, und lief einfach los. Dabei spürte ich, wie ich durch
ein Hindernis lief. Es musste wohl die Wand gewesen sein. Nachdem ich die
Wand durchdrungen hatte, konnte ich plötzlich sehen. Ich befand mich in
einem sehr großen Bad. Das Licht war sogar eingeschaltet. Ich überlegte, ob
es nun das Bad aus dem Nebenhaus war oder ob ich mich bereits teleportiert
hatte, vielleicht in irgendein entferntes Wohnhaus.
Ein Blick aus dem Fenster zeigte mir, dass ich mich in der Nähe eines
Bahnhofs befand. Deutlich sah ich mehrere Gleise. Ich schaute mir den
Bahnhof und die Umgebung an, um Orientierung zu gewinnen und während
ich das versuchte, wurde ich in einen fahrenden Zug gebeamt. Langsam fuhr
er aus dem Bahnhof heraus und ich fand diese Lösung eigentlich optimal,
denn so konnte ich meinen gegenwärtigen Zustand stabilisieren und mir
gleichzeitig die Umgebung anschauen. Somit mischte ich mich in diesen
Prozess gar nicht weiter ein. Überhaupt ist mir aufgefallen, dass
Stabilisierungsprobleme auftauchten, sobald ich mich zu sehr einmischte. Aus
diesem Grund hielt ich mich zurück und schaute einfach zu.
Nun bewegten sich die Gebäude an mir vorbei. Doch dann fiel mir der
atemberaubende Sternenhimmel auf. Er war einfach fantastisch. Man sah
mindestens zehn Mal so viel Sterne, wie man sie bei uns sehen konnte, selbst
noch viele in Höhe des Horizonts. Noch überraschender war, dass ich nicht
ein Sternbild wiedererkennen konnte. Der Sternenhimmel ist mir sehr vertraut
und ich konnte deutlich erkennen, dass ich es hier mit einem ganz anderen
Sternenhimmel zu tun hatte. Dieser Sternenhimmel konnte nicht der gleiche
sein, den wir auf Erden haben. Umso mehr verwunderte mich, dass die
Umgebung mit den Gleisen, Häusern und anderen vertrauten Objekten, wie
man sie auf den Straßen finden kann, nicht viel anders aussahen als in
unserer Welt. Mir schienen die Menschen hier nur wesentlich
naturverbundener zu sein, denn einen solchen Sternenhimmel konnte man nur
sehen, wenn man auch fürsorglich mit der Luft und der örtlichen
Lichtverschmutzung umging. Auch hatten sie an manchen Stellen
Borderaufgestellt, also sicherlich 20 Meter große Blumenverzierungen, die in
der Nacht den Sternenhimmel auf geschickte Weise verschönerten. Sie
wirkten wie riesige, aufgestellte Pappkulissen. Anfangs war ich irritiert
gewesen, denn ich glaubte, diese Border gehörten irgendwie mit zum
Sternenhimmel, war aber physikalisch überhaupt nicht möglich. Erst als der
Zug in einen Bereich fuhr, der wesentlich heller war, konnte ich die
Pappwände erkennen. Ich empfand es als eine schöne Idee.
Plötzlich lag ich wieder in meinem Bett. Ein kleiner, netter Ausflug. Mich
beschäftigte noch immer der Gedanke, wieso es in dieser Welt einen ganz
anderen Sternenhimmel gab, aber unserer so sehr glich. Ein wirklich
seltsamer Umstand. Vermutlich gibt es eine Realität, die an unserer angrenzt
und einiges dennoch anders ist als in unserer. Ich musste dann an die
Schilderungen von Robert A. Monroe denken (dem Pionier des
außerkörperlichen Reisens), wenn er von einem gewissen Schauplatz II
sprach, einer Realität, die er des Öfteren aufgesucht hatte und mit unserer
sehr vergleichbar schien, aber dennoch anders war. Vermutlich war dies
jener Schauplatz II, von dem er gesprochen hatte. Sicher sein konnte ich
jedoch nicht.
Plötzlich fühlte ich eine sanfte Frauenhand, die meine Hand ergriff. Als wir
uns an den Händen fassten, gerieten wir in eine Art Energiestrudel, der uns
immer höher nach oben zog. Es war ein schönes Gefühl und gleichzeitig
spürte ich, wie mich dieser Strudel gleichzeitig auch wieder aus meinem
Körper beförderte. Es schien, als würde uns der Energiestrudel in höhere
Ebenen befördern, dort, wo nicht viele hingelangen können. So schwebte ich
immer höher und höher und mit einem Mal befand ich mich sehr weit oben in
den Wolken. Es war blauer Himmel und einige vereinzelte weiße Wolken
konnte ich erkennen. Es erinnerte mich gleich wieder an den “Himmel”, den
ich in meiner letzten Traumnacht wahrgenommen hatte. In dieser Traumnacht
hatte ich ja einen Weg nach “Hause” gefunden, zu dem Ort, wo ich
anscheinend ursprünglich herkomme. Doch bevor ich weiter darüber
nachdenken konnte, wurde ich plötzlich abgelenkt. Eine wunderschöne Frau
in einem hellblauen indischen Sari schwebte plötzlich zehn Meter vor mir in
der Luft herum. Ihre Beine waren zum Lotussitz verschränkt und die
Handflächen ruhten nach oben gewandt in ihrem Schoß. Auf ihren
Handflächen schien eine leuchtende Kugel zu ruhen, die ein warmes Licht
ausstrahlte. Sie blickte gerade vor sich hin, aber als ich ein wenig näher kam,
blickte sie zu mir auf, da ich mich einige Meter höher als sie befand. Sie
schaute mich mit ihren freundlichen Augen an und lächelte leicht, als würde
sie mich begrüßen. In diesem Moment musste ich an eine Begegnung mit
einem sehr alten Guru denken, der in seinem Alter noch kaum laufen konnte
und von zwei seiner Jünger gestützt werden musste. Als er mich sah, grüßte er
mich ganz enthusiastisch, als wären wir alte Freunde. Er hatte sich sogar
noch einmal umgedreht und weiter mehrmals gewunken und gelacht. Mich
hatte diese Begegnung damals sehr verwundert, da ich diesen Guru dort zum
ersten Mal getroffen hatte. Ich hatte mich daraufhin gefragt, wie er dazu
gekommen war, mich wie einen alten Freund zu begrüßen. Leider bin ich ihm
nie wieder begegnet.
Diese Frau in ihrem hellblauen Sari hatte schwarzes Haar, mit goldblonden
Strähnchen, die mit einem Lederband zu einem seitlichen Zopf
zusammengebunden waren. Sie wirkte irgendwie wie eine Gottheit. Doch ich
erinnerte mich daran, dass die meisten indischen bzw. vedischen Gottheiten
aus dem Hinduismus auch stets irgendwelche Tiermerkmale besaßen. Die
Gottheit Ganesha mit seinem Elefantenrüssel … Wenn ich sagen müsste, wem
diese Frau am meisten glich, würde ich, nachdem ich mir die hinduistischen
Gottheiten näher angeschaut habe, diese am ehesten mit Kartiyeka oder
Parvati vergleichen. Hinduisten empfinden einen luziden Traum oder eine
außerkörperliche Reise oftmals als belanglos und sagen aus, dass es dem
Schüler ausschließlich darauf ankommen sollte, zu den Göttern zu gelangen,
denn dies wäre die höchste Errungenschaft der jahrelangen Meditation.
Persönlich sehe ich das natürlich nicht so, denn das stelle für mich einen sehr
eintönigen Weg dar. Mir ist es schon wichtig, auch das eine oder andere
Abenteuer zu erleben.
Sie schaute zu mir hoch und grüßte mich also kurz. Daraufhin versuchte ich,
etwas tiefer zu gelangen, um in Augenhöhe mit ihr zu kommen, aber dann
spürte ich einen Schmerz in meinem rechten Arm. Mein physischer Körper
meldete sich und wollte, dass ich zurückkomme und mich darum kümmere.
Lange Rede, kurzer Sinn, wenn dem Körper etwas weh tut, holt er einen
zurück, ob man nun will oder nicht. Als ich wieder in meinem Bett lag,
veränderte ich meine Schlafposition nur so weit, wie es eben notwendig war,
um mich nicht aus dem Flow zu bringen, d.h. wenn ich mich nun einfach auf
die andere Seite gedreht hätte, dann wäre es durchaus möglich gewesen, dass
ich in dieser Nacht nicht wieder in meinen zweiten Körper gelangt wäre. Ich
hätte den “Fluss”, den Flow verlassen.
Nachdem mein physischer Köper Ruhe gegeben hatte, konzentrierte ich mich
wieder. Nach einigen Minuten war ich wieder außerkörperlich. Ich saß
wieder in diesem Zug und schaute mir abermals den hervorragenden
Sternenhimmel an. Ich hätte ihn Stunden beobachten können, aber ich wollte
diese Welt nun doch näher kennenlernen. Wieder beschäftigte mich der
Gedanke, wie denn ein anderer Sternenhimmel mit einer Welt
zusammenpasste, die unserer so sehr glich. Existiert vielleicht eine Art
interdimensionales Evolutionsmuster, was die technologische und
infratechnische Struktur betrifft? Wenn dies zutraf, würde dies doch bedeuten,
dass die Entwicklungen in verschiedenen Welten stets an ähnliche
Evolutionspunkte gelangen würde, wie wir sie durchlebten.
Kurzum verließ ich den Zug und schwebte nun auf die Stadt zu. Wenige
Augenblicke später landete ich in einem Hinterhof. So schön wie der
Sternenhimmel in dieser Welt war, so hässlich war der Hinterhof. Keine
Wiese, nur platt getretene Erde, ein uralter Sessel und eine dazu passende
vergammelte Couch standen um einen betagten Tisch herum. Einige
Aschenbecher standen auf dem Tisch. Links von mir befand sich ein
überdachter Bereich, in dem massig Holzbretter, einige alte Metall- und
Kühlschränke und anderes Zeug aufbewahrt wurden, die man nicht mal mehr
geschenkt haben wollte. Ich konzentrierte mich darauf, mich zu verdichten, in
der Hoffnung, dass man mich dann wahrnehmen konnte. Mich interessierte,
ob dies klappen würde.
Wenige Meter vor mir gab es einen Eingang zum Inneren des Hauses, aus
dem gerade einige Jungs in Punk-Klamotten herauskamen und Couch und
Sessel besetzten. Ich setzte mich frechweg einfach mit auf die Couch. Manch
einen mag es schütteln, sich auf eine solche Couch zu setzen, aber das machte
mir in meinem Zustand gar nichts aus. Immerhin war ich außerkörperlich
hier. Interessanterweise rückten die beiden auf der Couch sogar näher
zusammen, damit ich Platz zum Sitzen hatte. Sie schienen mich also
wahrzunehmen. Kurz darauf kam eine Frau aus der Tür heraus und setzte
sich auf die Couchlehne. Sie schaute uns an und lächelte freundlich. Sie
erzählte etwas darüber, dass sie ich freuen würde, dass wir hier seien und
wolle uns gleich etwas zu Trinken herausbringen. Ich freute mich derweil
diebisch darüber, dass es mir gelungen war, für die Anwesenden als physisch
zu gelten, obwohl ich es nicht war. Sie erzähle noch einige andere Dinge,
aber es begann, mich zu langweilen und ich stand wieder auf. Ich lief dann
unter diese Überdachung und fragte mich, wie es denn sei, wenn ich durch
diese verschiedenen Gegenstände hindurchgehen würde. Ich lief einfach
hindurch und ich konnte dabei feststellen, dass ich durch die meisten sehr
leicht und problemlos hindurchgehen konnte, aber es gab einige
Gegenstände, bei denen zog es ein wenig nach, als würde man durch eine Art
Gel waten. Es war ein interessantes Gefühl, aber nicht interessant genug, um
das freiwillig des Öfteren zu praktizieren.
Nun lief ich auf den Straßen herum und schaute mir die Umgebung an. Hier
gab es Geschäfte, Straßen, Gassen und Haustüren. Diese Realität unterschied
sich kaum von der unsrigen. Ich war noch immer sehr verblüfft von diesem
Umstand. Plötzlich traf ich auf zwei weitere sehr alternativ gekleidete Jungs,
die nicht älter als 18 Jahre waren. Sie konnten mich wahrnehmen und ich
beschloss, schlichtweg mit ihnen mitzulaufen. Mein Plan war es, sie darüber
auszufragen, was sie von Träumen und außerkörperlichen Reisen hielten.
Während wir also ein wenig herumgelaufen waren und uns die Gegend
angeschaut hatten, wagte ich meinen Versuch:
“Was haltet ihr denn so von außerkörperlichen Reisen und
Nahtoderfahrungen? Glaubt ihr an so etwas?”
Eigentlich fragte ich nicht nur die beiden, die dies sicherlich so
interpretierten, sondern ich fragte damit die ganze Welt, in der ich mich hier
befand.
“Was soll damit sein? Das kennen wir. Bist du öfter außerkörperlich
unterwegs?”, entgegnete einer der beiden Jungs.
“Ich? Ja, schon manchmal”, meinte ich.
“Möchtest du uns davon erzählen?”
Und so gab ein Wort das andere und ich erzählte ihnen einfach, dass ich
schon die ganze Zeit außerkörperlich unterwegs sei. Sie fanden das sehr
interessant, aber nahmen es ziemlich locker auf, als hätten sie derlei Dinge
schon sehr häufig gehört. Ich erklärte ihnen, dass ich nur manchmal
Probleme besäße, wirklich alles zu erinnern, nachdem ich wieder in meinem
physischen Körper aufwachte. Die beiden schlugen dann vor, dass ich ihnen
einige Stichwörter mitteilen sollte, um eine jede Erfahrungssequenz zu
markieren und so später besser erinnern zu können. Sollte ich nach dem
Aufwachen den Eindruck besitzen, dass ich etwas vergessen hätte, dann sollte
ich doch das nächste Mal unbedingt wiederkommen und sie würden mich
daran erinnern. Das empfand ich als ein sehr liebes Angebot und
verabschiedete mich kurz darauf von ihnen. Ich spürte, dass mein physischer
Körper langsam wieder erwachte…



Der schwarze Mann kommt…

Seit vielen Jahrzehnten, wenn nicht Jahrhunderten, existiert die Legende vom
schwarzen Mann, der oftmals auch von Eltern dazu verwendet wurde, um
Kindern Angst zu machen und sie davon abzuhalten, mit Fremden
mitzugehen oder damit sie vor Einbruch der Dunkelheit auch pünktlich zu
Hause sind. Im englischsprachigen Raum wird er Candyman genannt, ein
Mann, der mit Süßigkeiten lockt. Es ist natürlich nicht abzustreiten, dass es
den einen oder anderen Mann geben wird, der Kinder erst mit Süßes ver- und
dann entführt, aber eigentlich ist mit dem schwarzen Mann eine Mythosfigur
gemeint, die in der Nacht in der eigenen Wohnung auftauchen kann. Auch in
meinem Fall hatte ich mit diesem schwarzen Mann in meiner Kindheit zu tun.
Immer wieder plagten mich Albträume, in denen ein schwarzer Schatten in
mein Kinderzimmer kam und umherschlich. Manchmal saß er auf mir und
raubte mir den Atem, bis ich endlich wach wurde und ihn dann verjagen
konnte.
An meine Kindheit erinnere ich mich darum noch sehr gut. In der Nacht
spürte ich immer deutlich, wie sich jemand unangekündigt in mein
Kinderzimmer teleportiert hatte. Ich traute mich kaum, meine Augen zu
öffnen. Wenn ich sie öffnete, so dachte ich, könnte ich eine furchterregende
Fratze dicht vor meinem Gesicht sehen oder böse Dämonen hingen an der
Decke und warteten nur darauf, dass ich sie erkenne und sie daraufhin auf
mich hinunterstürzten. Wenn ich sie erst einmal sehe, dann sind gewinnen sie
auch an Realität, dachte ich stets, und wenn sie erst einmal real sind, dann bin
ich geliefert! Also hielt ich ganz fest meine Augen geschlossen, wagte kaum
zu atmen oder mich zu bewegen. Vielleicht würde diese fremde Energie
gleich wieder mein Zimmer verlassen und verschwinden.
Erinnerungen aus meiner frühen Kindheit:
“Papa, ich habe morgens immer diesen Sand in meinen Augen. Wie kommt
das?”
“Das war der Sandmann.”
“Der Sandmann? Ist das immer der aus dem Fernsehen, der sich wegzaubern
und dann wieder woanders auftauchen kann?”
“Richtig, mein Sohn! Der sieht zwar nicht so aus wie im Fernsehen, weil ihn
noch nie jemand gesehen hat, aber das ist er.”
“Und warum macht der das?”
“Das weiß niemand so recht. Er kommt nachts, wenn die Kinder schlafen,
streut ihnen Sand in die Augen und dann verschwindet er wieder. Dazu hat er
einen Sack voller Sand bei sich, sagt man. Aber wie schon gesagt, sicher kann
man nichts über ihn sagen, denn er ist noch nie bei seiner Arbeit gesehen
worden.”
Danach schaltete Vater das Licht aus und ließ mich allein in der Dunkelheit
zurück. Nur ein wenig Mondlicht fiel durch das Fenster und erhellte nur noch
geringfügig den Raum. Während ich über den Sandmann nachdachte, war
mir eines ganz klar: Ich werde der Erste sein, der ihn sehen wird! Heute
Nacht werde ich nur so tun, als ob ich schlafe und ihn ganz genau
beobachten, was er macht und wie er aussieht…
Und so wartete und wartete ich in der Nacht, aber der Sandmann kam nicht…
aber es kam der schwarze Schatten! Trotz der Dunkelheit konnte ich ihn
manchmal sehen. Es war ein dreidimensionaler, schwarzer Schatten, der
plötzlich durch die Wand kam und durch mein Zimmer schlich. Er kam immer
dann, wenn mein Körper bereits eingeschlafen war und ich mich nicht mehr
bewegen konnte. Es schien, als würde er wissen, wann ich völlig wehrlos war
oder es schien nur der Moment zu sein, in dem ich ihn wahrnehmen konnte.
Langsam und in absoluter Lautlosigkeit kam er an mein Bett geschlichen und
kletterte auf mich drauf! Er saß dann auf meiner Brust und wurde immer
schwerer und schwerer. Ich konnte daraufhin kaum atmen und besaß das
Gefühl, unter seinem Druck ersticken zu müssen. Mit aller Kraft versuchte ich
mich zu bewegen, um ihn von mir herunterzustoßen, aber es gelang mir nicht.
Ich lag starr und bewegungslos in meinem Bett und konnte nur zusehen, wie
dieser Schatten auf mir saß und mir den Atem raubte.
Ich röchelte, mir wurde schwindelig und endlich konnte ich meinen rechten
Arm bewegen… Nicht eine Sekunde gezögert, stieß ich ihn von mir herunter
und richtete mich auf! Der schwarze Mann war verschwunden. Nur die Stille
war Zeuge, dass er vorhin noch dagewesen war. Ich hatte ihn fühlen können!
Deutlich hatte ich ihn gefühlt, als ich nach ihm geschlagen hatte. Der
Sandmann war kein kleiner Wicht mit einem Sack voller Sand auf seinem
Rücken, sondern er war ein schwarzer Schatten, der Kindern den Atem stahl!
Am anderen Morgen sprach ich mit meinem Vater darüber:
“Papa, ich glaube, ich hab den Sandmann gesehen! Er sieht überhaupt nicht
so aus wie im Fernsehen, sondern er ist wie ein Schatten, ganz schwarz und
sieht aus wie ein Mensch, glaube ich.”
“Das kann ich aber nicht glauben! Noch nie hat jemand den Sandmann
gesehen. Er kommt nur, wenn man schläft. Du kannst ihn nicht gesehen
haben. Vermutlich hattest du einen Albtraum. In einem Albtraum, da setzt
sich irgendwas auf die Brust und dann meint man, keine Luft mehr zu
bekommen.”
“Papa, ich hab ihn wirklich gesehen! Es war ein… ein Mensch oder so was
Ähnliches und er ist richtig auf mein Bett gekrabbelt und hat sich auf meine
Brust gesetzt. Das war das Schrecklichste, was ich je erlebt habe! Das will
ich nicht noch mal erleben. Bitte, lass im Flur das Licht an und die Tür einen
Spalt auf, ja? Dann fühle ich mich sicherer. Das Licht von draußen ist zu
wenig.”
“Gut, mein Sohn, ich werde einen Spalt offen lassen.”
Und wieder ließ mich mein Vater in der Dunkelheit zurück und verließ mein
Zimmer. In solchen Momenten kam ich mir vor, wie dem Sandmann zum Fraß
vorgeworfen zu werden. Doch wirklich helfen konnte mir in dieser
Angelegenheit niemand. Es war eine Sache zwischen ihm und mir.
Vielleicht kommt der Sandmann nur, wenn ich auf dem Rücken liege! Also
wäre es doch am klügsten, wenn ich mich auf die Seite lege. Dann kann er
sich nicht auf meinen Brustkorb setzen und mir meinen Atem stehlen. Somit
war ich für diese Nacht optimal vorbereitet. Flugs auf die Seite gelegt, das
äußere Bein nach oben gezogen, um mehr Stabilität zu haben, sodann sollte
er ruhig kommen. In dieser Nacht würde ich nicht mehr sein Opfer sein…
Ich hatte Angst einzuschlafen. Was ist, wenn es nicht funktioniert, wenn es
ihm gleichgültig ist, wie ich in meinem Bett liege? Vielleicht ist ihm nur
wichtig, dass ich überhaupt da bin. Irgendwann schlief ich über diese
Gedanken ein und als ich mitten in der Nacht wieder erwachte, lag ich
abermals auf dem Rücken und ich konnte mich nicht bewegen! Obwohl er
sich nicht in meinem Sichtfeld befand, konnte ich den Schatten trotzdem
wahrnehmen. Er kam wieder durch die Wand und schlich sich, wie gewohnt,
völlig lautlos an mein Bett heran. Dann spürte ich richtig, wie sich die
Matratze senkte, als er sich auf ihr abstützte, um auf mich zu klettern. Mit
aller Kraft versuchte ich erneut, die Körperstarre zu unterbrechen. Innerlich
rief ich um Hilfe und versuchte, mich irgendwie zu drehen, aber ich konnte
mich nicht einen Zentimeter bewegen. Schon spürte ich, wie er sich auf
meinen Brustkorb setzte und ebenso fühlte ich in aller Deutlichkeit seine
Schenkel, wie sie sich an meine Leisten schmiegten. Es war wieder soweit!
Irgendwie hatte er es geschafft, mich auf den Rücken zu drehen oder ich hatte
mich aus Versehen im Schlaf gedreht. Ich wusste es nicht, ich konnte nur
raten. Wieder nahm er mir die Luft und im letzten Moment, bevor er mich
töten konnte, war es mir wieder möglich, mich zu bewegen und um mich zu
schlagen.
“Papa! Papa!”, rief ich krächzend in meiner Angst und kurze Zeit später
stand er auch schon an meinem Bett.
“Was ist denn, Jonathan? Ist alles gut?”
“Der Schatten war wieder da! Er ist wie ein schwarzer Mann! Ich hab mich
doch so sicher auf die Seite gedreht, aber er hat es trotzdem geschafft, mich
auf den Rücken zu drehen und sich wieder auf mich zu setzen.”
“Jetzt beruhige dich mal wieder. Diesen schwarzen Mann gibt es nicht und
der Sandmann ist nur ein Märchen…”, sagte er und gleichzeitig fiel ihm
etwas aus der Hand. “Oh, warte eben!”
Er bückte sich, um den Gegenstand wieder aufzuheben, der ihm aus der Hand
gefallen war und als er sich wieder aufrichtete, blickte ich in eine
schreckliche Teufelsfratze! Sie war so schrecklich anzusehen, dass ich
schreiend in meinem Bett erwachte. Ich war also nicht wirklich erwacht,
nachdem ich den schwarzen Mann verjagt hatte!
Nachdem meine Eltern mich in die Universität gefahren hatten, um ein EEG
durchführen zu lassen, damit meine Gehirnfunktionen überprüft werden
konnten, erhielt ich später, wie eignangs erwähnt, Tabletten, die das Träumen
oder viel besser die Erinnerung daran unterdrücken sollten. Monate
vergingen und eines Tages verschwanden die Albträume. Doch waren es
wirklich Albträume gewesen? War es nicht eine Begegnung mit dem
schwarzen Mann auf einer außerkörperlichen Ebene?
Heute bin ich sicher, dass jeder Mensch diese Begegnung mit dem schwarzen
Mann erfahren, aber nur vergessen hat. Nur wenige können sich noch an ihn
erinnern. Eine alte Bekannte von mir hatte Ähnliches berichtet, die aus diesen
Gründen sogar Asthma bekommen hatte. Mit aller Sicherheit entstand das
Asthma durch den Umstand, dass sich der schwarze Mann auf sie gesetzt
hatte. Sie bekam keine Luft mehr und das Asthma fand hier seine
Geburtsstunde. Ich bekam durch meine Bekanntheit im Internet so einige
Berichte vorgelegt, von Menschen, die sich an den schwarzen Mann bzw. den
Sandmann erinnern konnten. Unter anderem erhielt ich eine E-Mail von
einem gewissen Peter, der mir Ähnliches aus seiner Kindheit mitteilte. In
seinen Erfahrungen war ebenso jede Nacht ein schwarzer Schatten in sein
Zimmer gekommen und hatte sich in der Nacht auf ihn gesetzt.
In dem nächtlichen Erlebnis vom 18. Januar hatte sich ein Mann in mein
Schlafzimmer geschlichen und sich einfach hinter mich gelegt und daraufhin
irgendetwas in mein Ohr geflüstert, – während ich mich in der Körperstarre
befunden hatte. Ich konnte mich nicht bewegen und somit blieb mir nichts
anderes übrig, als seinen unverständlichen Worten zu lauschen. Danach
setzte er sich auf mich und schien mich auf den Rücken drehen zu wollen.
Heute Nachmittag legte ich mich für eine Stunde ins Bett und während ich
mich in der Körperstarre befand, kam der schwarze Mann erneut in mein
Zimmer und setzte sich auf die Bettkante. Ich konnte seine Anwesenheit
unmissverständlich fühlen. Selbst sein Gewicht auf der Matratze war deutlich
wahrzunehmen, als er sich zu mir setzte. Da mich die Neugier plagte, wer
sich hinter diesem schwarzen Schatten verbergen könnte, versuchte ich,
zumindest meinen Arm bewegen zu können, um ihn zu ertasten. Erst nach
einer guten Minute war es mir möglich gewesen, meinen Arm zu bewegen und
ihn an die Taille zu greifen. Frecherweise versuchte ich dabei an den
Brustkorb zu fassen, um zumindest das Geschlecht bestimmen zu können, aber
alles, was ich fühlen konnte, war ein sehr dicker Stoff, fast wie eine
Strickjacke. Dann muss er meinen Griff gespürt haben und legte sich dann
einfach auf mich. Ich bekam in diesem Augenblick nur sehr schwer Luft und
es blieb mir erst einmal nichts anderes übrig, als meinen Körper zu wecken.
Als ich die physischen Augen aufschlug, erblickte ich das Licht meines
Schlafzimmerfensters, doch das Fenster blieb nicht an seiner Stelle, sondern
es raste von oben nach unten. Sobald es unten am Rande meiner Sicht
angekommen war, tauchte es oben wieder auf. Es wirkte wie ein kaputter
Film, der das Fenster immer wieder zeigte und von oben nach unten verlief.
Vielleicht mit einem Bild zu vergleichen, das man nicht fixieren kann. Nach
einigen Sekunden blieb das Fenster stehen und ich konnte wieder normal
wahrnehmen. Ich gehe stark davon aus, dass ich mehrere alternative
Realitäten wahrnahm, in denen ich zum Schlafzimmer blickte und keine der
Realitäten vorübergehend fixieren konnte.
Ein Psychologe hätte natürlich seine helle Freude beim Interpretieren dieser
Vorgänge, denn er würde vermuten, dass mein Vater mich missbraucht hätte.
Wenn man das alles aus dieser Perspektive liest, kann man dies durchaus
vermuten, aber ich erinnere mich sehr gut an diese Zeit und ich war bei
vollem Bewusstsein. Das einzige Manko in diesen albtraumhaften Situationen
war nur meine Bewegungsunfähigkeit gewesen, ansonsten bekam ich alles
glasklar mit. Außerdem hatte sich der Schatten stets auf meinen Brustkorb
gesetzt und sich eigentlich nicht auf mich gelegt.
Für mich gibt es hierbei darum zwei mögliche Erklärungsansätze, um dieses
Rätsel um den Sandmann bzw. den schwarzen Mann zu lösen – auch im
Hinblick der Zuschriften, die ich zu diesem Thema erhielt:
Der klassische Fall ist, dass sämtliche Personen erklärten, die mir geschrieben
hatten, dass sie nachts unbeweglich in ihrem Bett lagen, eine schwarze Gestalt
ins Schlafzimmer kam, sich auf die schlafende Person setzte und dessen Atem
zu rauben schien bzw. anhielt. Dies ging mit sehr starker Angst einher und die
Ausstrahlung dieser Gestalt war bis auf das Äußerste bedrohlich. In der Angst
versuchte man, sich der Macht dieser schwarzen Gestalt zu entziehen.
Entweder wurde um sich geschlagen oder man versuchte, jemanden zu rufen,
wobei hier in der Regel stets die Stimme versagte, oder man versuchte so
schnell wie möglich zu erwachen.
Aufgrund der Zuschriften im prozentualen Verhältnis zu den Besuchern
meiner Webseite könnte man vielleicht davon ausgehen, dass sich ca. 5 % der
Menschen an diese Erfahrung aus ihrer Kindheit erinnern können, während
die anderen 95 % solche Vorgänge völlig vergessen haben. Bei letzteren ist
vielleicht noch die vage Erinnerung vorhanden, dass sie nicht in Dunkelheit
einschlafen wollten und darum noch eine Lichtquelle, aus dem Flur oder sonst
wo her, erwünschten.
Wenn ich nun sämtliche Zusendungen, E-Mails und meine eigenen
Erfahrungen so betrachte, kann ich die vorbereitende und vieles abkürzende
Frage stellen: Besitzt der schwarze Mann gute oder böse Absichten? Sobald
diese Frage geklärt wurde, kann man auch weitere Erklärungen anführen. So
möchte ich im Weiteren Möglichkeiten aufführen, um es etwas klarer zu
gestalten:
1. Der schwarze Mann besitzt schädliche Absichten und er ist auf die Energie
schlafender Menschen aus. Er kann Asthma, Atemprobleme jeglicher Art,
Bewegungsunfähigkeit bis Lähmung sowie vielerlei Ängste auslösen.
2. Der schwarze Mann besitzt positive Absichten und versucht den Schläfer
auf eine bewusstere Ebene der Existenz befördern. Er wird jedoch als böse
wahrgenommen, weil der Verstand Angst vor der Veränderung hat. Somit ist
der Schläfer der Verblendete, der den schwarzen Mann als böse registriert.
3. Der schwarze Mann ist der Doppelgänger (Astralkörper) des Schläfers –
oder eines anderen Menschen – der im Moment der Wahrnehmung aus zwei
Perspektiven wahrgenommen wird. Das Bewusstsein spaltet sich auf und der
Schläfer nimmt sich kurzzeitig in seinem Doppelgänger selbst wahr.
Zu Punkt 3 möchte ich einen kleinen Auszug aus dem Buch “Das Feuer von
innen” von Carlos Castaneda anbringen:
“Er wiederholte mir immer wieder, daß in dem Stadium, in dem ich mich
befände, keinerlei rationale Erwägungen in mein Tun eingreifen dürften.
Sowohl der Traum-Körper wie die Wahrnehmungsbarriere, sagte er, seien
Positionen des Montagepunktes (syn für: Fokus, Brennpunkt der
Aufmerksamkeit), und dieses Wissen sei für die Seher so wichtig wie Lesen
und Schreiben für den modernen Menschen. Und beide könne man erst nach
jahrelanger Übung erreichen.
»Gerade jetzt kommt es darauf an, daß du dich an die Zeit erinnerst, als dein
Montagepunkt diese Position erreichte und deinen Traum-Körper schuf«,
sagte er mit ungeheurer Eindringlichkeit. Dann lächelte er und meinte, die
Zeit werde knapp; er sagte, die Erinnerung an die große Reise meines Traum-
Körpers werde später meinen Montagepunkt in die Lage versetzen, die
Wahrnehmungsbarriere zu durchbrechen, um eine andere Welt zu montieren.
»Der Traum-Körper ist unter verschiedenen Namen bekannt«, sagte er nach
langer Pause. »Der Name, der mir am besten gefällt, ist ‘der Andere’. Das
ist, ähnlich wie ‘die Stimmung’, ein von den alten Sehern geprägtes Wort. Ich
habe nicht viel im Sinn mit ihrer Stimmung, aber ich muß gestehen, daß mir
ihre Wortwahl gefällt. Der Andere. Es klingt geheimnisvoll und verboten. Wie
die alten Seher selbst, erinnert es mich an Dunkelheit und Schatten. Die alten
Seher sagten, der Andere kommt immer eingehüllt in den Wind.«
Im Lauf der Jahre hatten Don Juan und die anderen Mitglieder seines Zuges
oft versucht, mir bewußt zu machen, daß wir an zwei Orten gleichzeitig sein
könnten, daß wir eine Art von Dualität der Wahrnehmung erleben könnten.
[…]
An diesem Abend hatte Don Juan gesagt, Genaro werde meinem
Montagepunkt helfen […] und ich solle ihn imitieren – alles nachmachen,
was er tat. Genaro reckte den Hintern heraus und stieß dann sein Becken mit
großer Wucht nach vorne. Ich fand, es war eine obszöne Gebärde. Dies
wiederholte er immer wieder und hopste umher wie im Tanz.
Don Juan stieß mich an und drängte mich, Genaro nachzuahmen, und ich tat
es. So tollten wir beide herum, immer die gleiche groteske Bewegung
ausführend. Nach einer Weile hatte ich das Gefühl, als führte mein Körper
die Bewegung ganz von selber aus, ohne Zutun dessen, was mir mein
wirkliches Ich zu sein schien. Diese Spaltung zwischen meinem Körper und
meinem wirklichen Ich wurde noch ausgeprägter, und da sah ich irgendwann
eine lächerliche Szene, bei der zwei Männer mit geilen Gebärden umeinander
hüpften.
Ich beobachtete fasziniert und erkannte, daß ich selbst einer der Männer war.
Im gleichen Moment, als es mir bewußt wurde, spürte ich, wie mich etwas
fortriß, und nun stieß ich wieder im Einklang mit Genaro mein Becken vor
und zurück. Beinah im gleichen Moment bemerkte ich, daß noch ein anderer
Mann neben Don Juan stand und uns beobachtete. Der Wind umfächelte ihn.
Ich sah, wie sein Haar flatterte. Er war nackt und schien verlegen. Der Wind
sammelte sich um ihn, wie um ihn zu bergen, oder vielleicht umgekehrt, wie
um ihn fortzuwehen.
Ich hatte noch nicht gemerkt, daß ich selbst der andere Mann war. Als ich es
dann merkte, war es der Schock meines Lebens. Eine unergründliche
physische Macht riß mich entzwei, als ob ich aus Fasern bestünde, und
wieder schaute ich einem Mann zu, der mit Genaro herumtollte und mich
anglotzte, während ich zu ihm hinschaute. Und gleichzeitig sah ich einen
nackten Mann, der ich war und mich anglotzte, während ich mit Genaro geile
Gebärden aufführte. Der Schock war so groß, daß ich aus dem Rhythmus der
Bewegung fiel und strauchelte. Dann wußte ich nur noch, daß Don Juan mir
auf die Beine half. Genaro und das andere Ich, der Nackte, waren
verschwunden… […]”
In diesem Abschnitt kann man erkennen, dass der Protagonist eine temporäre
Doppelperspektive besaß. Einmal war er in seinem physischen Körper und
einmal im “Anderen”, seinem Doppelgänger bzw. zweiten Körper. Im Falle
des nächsten Ausschnittes aus dem Buch “Das Motiv des Doppelgängers als
Spaltungsphantasie in Literatur und Film” von Gerald Bär (Kap.1.1.) steht
geschrieben:
“Auch nach homerischer Auffassung existierte der Mensch doppelt, einerseits
in seiner wahrnehmbaren Erscheinung , andererseits in seinem unsichtbaren
Abbild, welches erst nach dem Tode frei wird und in den Hardes gelangt […]
Nicht nur die Gespaltenheit innerhalb der menschlichen Seele, wie bereits in
Phaidros angedeutet, sondern auch der Dualismus von Körper und Geist
spielt in die Doppelgängerproblematik hinein.”
Im nächsten Ausschnitt aus dem Buch “Das andere Ich” von Aglaja
Hildenbrock liest man:
“Daß der Doppelgänger in der Phantasie des Menschen später zum
Schreckbild werden konnte, deutet Freud mit Hilfe von Heinrich Heines
kluger Beobachtung, daß die Götter nach dem Sturz ihrer Religion zu
Dämonen werden. Die Doppelgängerkonzeption war ursprünglich ein Stück
Jenseitshoffnung und Unsterblichkeitsglaube, eine Sicherheitsvorkehrung
gewissermaßen, mit der man die Todesangst abwehrte und sich eines
Weiterlebens nach dem Tode versicherte.”
In Gotthold Ephraim Lessings Buch “Wie die Alten den Tod gebildet” finden
wir:
“Die Alten stellten den Tod nicht als Skelett vor, denn sie stellten ihn, nach
der Homerischen Idee, als den Zwillingsbruder des Schlafes vor, und stellten
beide, den Tod und den Schlaf, mit der Ähnlichkeit unter sich vor, die wir an
Zwillingen so natürlich erwarten.”
Dies bedeutet, auf Abbildungen wurde damals zuerst gar kein Sensenmann,
der den Tod repräsentierte, sondern der Todgeweihte wurde doppelt
dargestellt.
Weitere Auszüge, die richtungweisend sind, findet man auch bei Augustinus
von Hippos Werk aus dem 4. Jahrhundert “Confessiones”, der zwei Teile des
Selbst bemerkte und sich daraufhin mit sich selbst vergleicht: “Bin ich dann
noch ich selbst, Herr, du mein Gott? Ist es ein so großer Unterschied doch
zwischen mir und mir, allein im Augenblick, wenn ich zum Schlaf mich lege
und vom Schlaf erwache!”
Jakob Böhme aus dem 16. Jahrhundert sagte in seinen Theosophischen
Schriften hierzu:
“Es gebet in der Natur stets in jedem Mensche zwei Qualitäten, die da sind
gut und böse und die in dieser Welt allen Kräften, in Sternen und Elementen,
sowohl in allen Kreaturen ineinander sind wie ein Ding. Eines davon hat
nichts in sich, das es wollen kann, es dupliere sich denn, daß es zwei sei, so
kann sich’s auch selber in der Einheit nicht empfinden, aber in der Zweiheit
empfindet’s sich.”
Rudolf Steiner erzählt von einem luziferischen Bruder, dem ahrimanischen
Doppelgänger, von der luziferischen Doppelgängergestalt im Ätherleib, den
jeder in sich trägt, der Doppelgänger als Hüter der Schwelle zur
Selbsterkenntnis. Er sagt, nur wahre Selbsterkenntnis macht den
Doppelgänger sichtbar. Für ihn ist das Alltagsbewusstsein nahezu das
Gegenteil des wahren Wesens, da ersteres nur aus unzähligen Illusionen
besteht. Sobald man in der Selbsterkenntnis voranschreitet, ist dies mit
schmerzlichen Erlebnissen verbunden, welche unser übertriebenes Selbstbild
in sich zusammenfallen lassen.
Oder im Weiteren Conrad Ferdinand Meyer in seinem Gedicht “Begegnung”:
“Mich führte durch den Tannenwald
Ein stiller Pfad, ein tief verschneiter,
Da, ohne dass ein Huf gehallt,
Erblickt ich plötzlich einen Reiter.
Nicht zugewandt, nicht abgewandt,
Kam er, den Mantel umgeschlagen,
Mir deuchte, dass ich ihn gekannt
In alten, längst verschollnen Tagen.
Der jungen Augen wilde Kraft,
Des Mundes Trotz und herbes Schweigen,
Ein Zug von Traum und Leidenschaft
Berührte mich so tief und eigen.
Sein Rösslein zog auf weisser Bahn
Vorbei mit ungehörten Hufen.
Mich fassts mit Lust und Grauen an,
Ihm Gruss und Namen nachzurufen.
Doch keinen Namen hab ich dann
Als meinen eigenen gefunden,
Da Ross und Reiter schon im Tann
Und hinterm Schneegeflock verschwunden.”
Es gibt unglaublich viele Hinweise auf einen Doppelgänger, der ein
Eigenleben zu führen scheint. Sollte also der schwarze Mann der eigene
Doppelgänger des Schläfers sein, den letzterer im Halbschlaf wahrnimmt?
Gerade Lessings Worte zeigen doch, dass die “Alten”, also unsere
heidnischen Vorgänger, den Tod nicht nur als Zwilling des Schlafes, sondern
als Zwilling überhaupt darstellten und nicht nur als ein Skelett mit einer
Sense. Wie schnell erkennt man nun den Zusammenhang, wenn man sich die
Mühe macht, mit diesen Worten in sich hineinzufühlen. Doch warum dann
diese abgrundtiefe böse Ausstrahlung des Doppelgängers und
unmissverständliche Assoziation zu Tod und Vernichtung von Körper und
Bewusstsein? Ich erinnere mich da an ein nächtliches Erlebnis vor vielen
Jahren, indem eine Freundin und ich bei dessen Schwester übernachteten:
Eine Freundin namens Vivian und meine Wenigkeit waren bei ihrer
Schwester eingeladen. Die Wohnung war gerade neu bezogen und renoviert,
daher konnten wir nur in einem Nebenzimmer auf dem Boden schlafen. Wir
lagen nah beieinander, da wir uns eine Decke teilen mussten. Es wirkte sehr
provisorisch, doch zumindest war es schön warm und angenehm. In der
Nacht träumte ich, dass Vivian eine Hexe sei, die einen Zaubertrank in einem
großen Topf vorbereitete, um mich zu bannen und willenlos zu machen. Ihre
Ausstrahlung war abgrundtief böse und ihre Hexenkünste von schlimmster
Form. Es gab eine kurze Auseinandersetzung mit ihr, als ich dabei erwachte.
Ich befand mich jedoch noch immer beladen mit der Erkenntnis, welch
schlimme Hexe sie sei und entdeckte sie, wie vorauszusehen war, hier gleich
neben mir. Sie schaute mich mit bösen, funkelnden Augen an! Ich überlegte,
wie ich sie überwältigen könnte, doch keine zwei Sekunden später kam
plötzlich ein schwarzer Schatten in den Raum hinein. Seine Ausstrahlung war
noch viel böser und fürchterlicher als Vivians! Er trug allen Schrecken dieser
Welt gemeinsam in sich und seine pechschwarze Silhouette stand mir
gegenüber und sandte eine unbegreifliche Boshaftigkeit aus, dass ein
unfassbar intensives Gefühl der Bedrohung und Lebensgefahr in mir aufstieg,
in der ich absolut davon überzeugt war, dass dieser entsetzliche Mann und
diese furchtbare Hexe es definitiv darauf abgesehen hatten, mich hier und
jetzt zu töten! Alsdann nahm ich all meinen Mut zusammen und überlegte, wie
ich mit meinem Leben davon kommen könnte und wählte das schwächste
Glied in dieser unheilvollen Kette des Bösen: Ich griff Vivian an, ging ihr
direkt an den Hals und drückte zu!
Kurz darauf wurde ich von einem Schrei geweckt! Als ich die Augen öffnete,
windete sich Vivian unter mir, der ich tatsächlich in der Alltagswelt ebenfalls
an den Hals gegangen war! Ich ließ sofort los und erkannte, dass diese
Bedrohung gegenwärtig überhaupt nicht mehr gegeben war. Sie nahm meine
Attacke sehr gelassen entgegen, da solche Zwischenfälle zwischen uns
durchaus mal vorkamen, da wir wussten, dass die Bewusstseinserweiterung
viele Gefühle sonderbarer Art aufwerfen konnten. In dieser Nacht konnten wir
jedenfalls nicht mehr schlafen, da meine Erfahrung für ausreichlich
Gesprächsstoff gesorgt hatte. Warum hatte ich sie als böse Hexe und ihren
“Freund” als Luzifer persönlich wahrgenommen? Wer war dieser
fürchterliche Mann, der ganz offenbar ihr Verbündeter gewesen war?
Wer sich die Mühe gemacht hat, bis zu diesem Punkt ordentlich mitzudenken,
wird die gleiche Erkenntnis gewinnen, die auch ich gewonnen habe. Ich gehe
also stark davon aus, dass dieser furchterregende Mensch in meiner
nächtlichen Erfahrung mit Vivian und dem schwarzen Mann niemand anderes
als ich selbst war. Ich hatte meinen Doppelgänger wahrgenommen und zwar
in seiner allumfassenden Grausamkeit und Fürchterlichkeit, ja, der tiefsten
schwarzen Magie verfallen, die man sich schlichtweg vorstellen kann. Doch
dies ist nur das projizierte und verängstigte Bild des eigenen Ichs, das diese
Illusion erzeugt.
Als Erwachsener begegnete ich dem schwarzen Schatten auf ein weiteres
Mal:
So lag ich stets dort und wartete… Irgendwann öffnete ich die Augen und
schaute im Zimmer herum… Da! Dort konnte ich ihn ganz deutlich sehen: Ein
schwarzer Schatten! Nicht nur ein zwei-dimensionaler Schatten, wie wir ihn
kennen, wenn eine Lichtquelle in der Nähe ist, sondern ein richtiger,
kompakter, drei-dimensionaler Schatten, berührbar und eine machtvolle, ja
böse Ausstrahlung. Eine Berührung durch diesen Schatten kann vielleicht
schon den Tod bedeuten! Und er hatte nun wahrgenommen, dass ich ihn
sehen konnte.
Ich wollte schreien! Jemand zu Hilfe rufen, aber ich konnte mich nicht mehr
bewegen. Alles, was ich noch bewegen konnte, waren meine Augen. Mein
Körper war wie gelähmt, unfähig, sich zu bewegen. Er kam zu meinem Bett
und blickte zu mir herunter. Dann setzte er sich auf meine Bettkante und
streckte seine Hand aus… Jetzt war es um mich geschehen!
Szenenwechsel. Ich befand mich in einer ähnlichen Situation, aber ein
anderes Setting. Dort war ich dieses Mal bereits in einem Traum und stand in
einem mir unbekannten Zimmer. In der fremden Umgebung versuchte ich
mich zu orientieren und zu überlegen, wo ich mich überhaupt befand. Doch
viel Zeit blieb mir nicht zum Nachdenken, denn ich spürte schon wieder die
Anwesenheit des schwarzen Mannes! Ich rannte los! Durch das Zimmer und
suchte ein Versteck. Gleich wird er da sein und mich packen! Sollte ich mich
unter dem Bett verstecken? Nein, das war zu naheliegend. Oder hinter dem
Vorhang? Nein, das war zu auffällig. Am besten unter dem Tisch im
Wohnzimmer. Sicherlich würde der schwarze Mann erst einmal direkt ins
Schlafzimmer gehen und mich dort suchen und somit direkt am
Wohnzimmertisch vorbeilaufen. Ich kroch unter den Tisch, rückte die
Tischdecke schön zurecht und hielt meinen Atem an. Dann spürte ich ganz
deutlich, wie er ins Wohnzimmer kam Ich hoffte, dass er einfach an mir
vorbeigehe und ich dann durch die Haustür nach draußen fliehen konnte.
Plötzlich hob er die Tischdecke an und schaute unter den Tisch! Panikerfüllt
wachte ich in meinem Bett auf. Was ein Glück! Es war nur ein Traum
gewesen. Ich richtete mich auf und ging zum Kühlschrank, um mir etwas zum
Trinken zu holen. Mittlerweile hatte ich sogar einen Spitznamen für den
schwarzen Mann gefunden: ‘Seventy-Seconds’. So nannte ich ihn, weil er es
immer wieder schaffte, mich innerhalb von siebzig Sekunden ausfindig zu
machen, egal, wo oder wie gut ich mich versteckte. Manchmal konnte ich ihn
aber auch ‘Seven-Seconds’ nennen.
Kaum hatte ich den Kühlschrank geöffnet und nach einem Saft greifen wollen,
beschlich mich ein komisches Gefühl… ein Gefühl der Bedrohung… es
schien, als wäre der schwarze Mann schon wieder da. Tatsächlich. Ich spürte,
wie er auf meine Wohnung zukam. Ich schlug die Kühlschranktür zu und
überlegte wieder fieberhaft, welches Versteck ich diesmal wählen sollte.
Unter dem Tisch? Nein, das hatten wir schon. Im Kühlschrank? Zu kalt!
Unter der Bettdecke? Nein, da hätte er dann wirklich leichtes Spiel…
Während ich noch weiter so unentschlossen überlegte, spürte ich, wie er
bereits vor meiner Wohnzimmertür stand… Dann drückte er die Türklinke
langsam herunter… Er war wieder da! Daran gab es keinen Zweifel…
Doch kam mir das alles nicht bekannt vor? War ich nicht gerade schon in
einem Traum und glaubte, er sei Wirklichkeit gewesen? War ich nicht gerade
aus einem Traum aufgewacht, in dem der schwarze Mann mich erfolgreich
gepackt hatte? Jetzt reicht es mir! Ich habe jetzt genug von der
Herumjagerei! Dieses Mal werde ich mich dem schwarzen Mann
entgegenstellen und wenn ich nun dafür sterben musste. Diese Jagd war kein
Zustand.
Die Wohnzimmertür öffnete sich… Entschlossen wandte ich mich dem
schwarzen Mann zu. Sollte er doch kommen! Die Tür stand nun weit offen
und der schwarze Schatten kam zielsicher auf mich zu… Ich blieb standhaft
und nahm mir vor, ihm direkt ins Gesicht zu schauen! Dann blieb er kurz vor
mir stehen und kam ganz nah mit seinem Kopf an meinen heran. Ich sah nun
unmittelbar vor mir eine wabernde, dunkle Masse, gefüllt mit winzig kleinen
Sternchen und ansonsten purer Schwärze. Doch dann lüftete sich plötzlich der
Schleier. Die Schwärze verschwand und ich schaute in das Gesicht einer
rothaarigen Frau mit vielen Sommersprossen. Sie grinste mich freundlich an.
Ich grinste zurück und dann erwachte ich in meinem Bett.
Dieses Mal war ich wirklich erwacht. Der schwarze Mann war also meine
Lehrerin Sonya gewesen, die mich auf der anderen Seite stets in den Träumen
ausbildete. Ich hatte sie seit meiner Kindheit immer wieder als schwarzen
Schatten getarnt… wieso auch immer. Ich dankte ihr aus tiefstem Herzen für
diese Erinnerungen und natürlich für diesen wunderbaren Albtraum.
Ich möchte an diesem Punkt bemerken, dass ich nicht glaube, dass jede
schwarze Gestalt, die nächtens den Raum betritt, der eigene Doppelgänger
sei, sondern es kann sich auch um Freunde handeln, die in ihrem
Doppelgänger vorbeikommen. Im normalen Alltagsbewusstsein nimmt man
diese jedoch gelegentlich “getarnt” wahr, d.h. als lebensbedrohliche Wesen.
Abschließend zu diesem Kapitel möchte ich noch hinzufügen, dass der eine
oder andere Leser vielleicht überlegt, ob er sich mit der Fähigkeit des
Astralreisens überhaupt auseinandersetzen soll, wenn er sich auch die andere
Seite der Medaille ansieht und über Astralsurfer, Albtraumwesen und
schwarze Schatten nachdenken muss. Doch keine Furcht, denn wenn ich mir
all meine Erlebnisse vor Augen halte, die ich in außerkörperlichen
Erfahrungen erlebte, so machen die unangenehmen Erlebnisse nur wenige
Prozent aus. Außerdem muss ich hinzufügen, dass ich mich auch absichtlich
mit diesem Aspekt des Astralreisens auseinandergesetzt hatte, einfach aus
Neugier und Forscherdrang. Meine Kontakte zu anderen Menschen, die sich
ebenfalls mit außerkörperlichen Erfahrungen auseinandersetzen, hatten so gut
wie überhaupt keine negativen Erlebnisse. Natürlich wurde Angst erfahren
oder eine unangenehme Energie empfunden, doch ohne Angst kein
Abenteuer.
Praktiker und Phasenentwicklung

Es gibt Praktiker des Astralreisens, die mit einigen Erfahrungen im Monat
sehr zufrieden sind und sich immer wieder mal auf das nächste Erlebnis
dieser Art freuen. Doch einige wünschen sich ein weitaus häufigeres
Auftauchen dieser Erlebnisse. Sie wünschen sich eine direkte und beliebige
Kontrolle darüber, in welcher Nacht astral gereist wird. Für diese Personen ist
dieser Artikel ebenso eine Möglichkeit, zu diesem Punkt zu gelangen wie
auch für jene, die sich vor solchen Erfahrungen fürchten.
Die meisten Praktiker außerkörperlicher Erfahrungen gehen davon aus, dass
die Ängste vollends besiegt seien, wenn man es einmal geschafft hat, sich
vom Körper zu lösen. Das ist nur teilweise richtig, da die Ängste zwar nur
während der Loslösung auftauchen können und sofort verschwinden, wenn
man sich endlich vom physischen Körper gelöst hat, aber diese Ängste
können in einer späteren Nacht während des Ablösevorgangs durchaus wieder
in Erscheinung treten. Überhaupt gibt es für den astralen Praktiker zwei
verschiedene Phasen in seiner persönlichen Entwicklung, um zu einem
problemlosen, außerkörperlichen Zustand zu gelangen, die für einen
hervorragenden und vor allem dauerhaften Erfolg zu durchqueren notwendig
sind. Dabei gehe ich von dem Ziel des Praktikers aus, bis zu 80% seiner
persönliche Versuche, sich vom Körper abzulösen, erfolgreich einen
außerkörperlichen Zustand zu erreichen. Ich spreche jetzt nicht von der
Zielsetzung, bei der man übt und meditiert, sodass man ein bis zwei
Erfahrungen im Monat hat. Ich spreche also im Folgenden von der einer
bewussten Kontrolle und bis zu mehreren Erfahrungen pro Woche - wenn
dies gewünscht ist. Die außerkörperlich Reisenden, oder die, die es werden
wollen, teilen sich (aufgrund meiner gesammelten Erfahrungen) in drei Arten
von Praktikern bzw. Aspekte auf, von denen ich hier nur zwei aufführen
werde:
Praktiker A/Aspekt A/Level A/Phase I:
Fähigkeiten: Klarheit, Motivation, Wissen
Nachteile: selbstüberschätzt, leugnet Ängste, keine Bewusstseinskontinuität,
desorientiert, d.h. driftet schnell ins Träumen ab
Die Persönlichkeit, die sich diesen Aspekt A bewusst gemacht hat und in
seinem Selbstbild trägt, hat von außerkörperlichen Erfahrungen gelesen und
möchte sie unbedingt erlernen. Seine Begeisterung für die Möglichkeit, mit
einem unsichtbaren Körper durch die Luft zu fliegen und in fremde
Schlafzimmer einzudringen oder Abenteuer in fremden Ländern zu erleben,
spornt ihn dermaßen an, dass er in vielen Nächten meditiert, sich
Suggestionen erteilt und alles darüber liest, was er finden kann. Nach einer
gewissen Übungszeit erreicht er tatsächlich den Zustand der
Außerkörperlichkeit und sieht sich dem Ziel nahe. Doch so lange er auch übt,
er kann es nur auf wenige Erfahrungen im Monat bringen - die auch leider
nicht häufig eine wirklich annehmbare Wahrnehmungsqualität und Stabilität
enthalten, wie sie beispielsweise im Alltag mit den physischen Sinnen zu
erleben ist. Seine Erfahrungen sind spannend und interessant, aber trotzdem
bleibt ein kleiner, bitterer Nachgeschmack, denn er fühlt, dass ihm etwas
fehlt. In seinen Erfahrungen kann er fliegen und Abenteuer erleben, doch
erfährt er in diesen Erlebnissen winzige Momente an Wahrnehmungsbrüchen,
als würde er etwas überspringen. Er fühlt die Schwingungen aufkommen,
aber plötzlich ist er aus dem Körper heraus oder bleibt auf unerklärliche
Weise im Körper stecken und kann es sich nicht erklären. Er möchte das
Zimmer verlassen und mit einem Mal fliegt er schon in der Luft. Es tauchen
also unerklärliche Blockaden oder minimale Blackouts auf, so, als verliere er
manchmal den Faden. Er hat Schwierigkeiten, Personen oder Orte seiner
Wahl aufzusuchen und es ist für ihn nicht so einfach, längere Zeit außerhalb
seines Körpers zu bleiben und die Erfahrungen sind fast immer nur auf
wenige Minuten beschränkt. Irgendwann hat er die Möglichkeiten
ausgeschöpft und findet das Astralreisen nicht mehr so spannend wie beim
ersten Mal. Er glaubt dann, er habe das Kapitel wohl abgeschlossen und
wendet sich anderen Dingen zu. Die Erfahrungen nehmen ab und er hat dann,
wenn überhaupt, vielleicht nur noch einmal im Monat eine Erfahrung.
Praktiker B/Aspekt B/Level B/Phase II
Fähigkeiten: Stabilität, Bewusstseinskontinuität, orientierungsstark
Nachteile: ängstlich, ablehnend, ausweichend, unaufgeklärt, unmotiviert,
sorgenvoll, hypochondrisch
Dieser Praktiker erlebt in mancher Nacht ganz automatisch Symptome der
außerkörperlichen Erfahrung, aber fürchtet sich davor. Manchmal findet er
sich mit absoluter Klarheit seiner Sinne unter der Decke schwebend wieder,
hat panische Ängste und möchte damit nichts zu tun haben. Er befürchtet,
dass er bereits dem Tode nahe ist oder dass hier etwas Unangenehmes mit
seiner Psyche oder seinem Körper passiert. Wenn er sich nachts in diesem
Zustand ertappt, bricht er ihn möglichst schnell ab. In den meisten Fällen
kann er diese Erfahrungen nicht zuordnen, möchte aber, dass das endlich
aufhört und endlich wieder in Ruhe schlafen kann. Notfalls geht er sogar zu
einem Arzt oder Psychologen, um Mittel zu erhalten, das diese Symptome
stoppen. Selbst wenn dieser Praktiker ein Buch über außerkörperliche
Erfahrungen einmal lesen sollte, wird er teilweise erkennen, dass seine
Erlebnisse hier kategorisiert und aufgeführt werden, mit denen er sich fast
jede Nacht herumplagt, aber er wird weiterhin nichts mehr damit zu tun haben
wollen, unabhängig davon, welche interessanten Möglichkeiten die Kontrolle
dieser Fähigkeit bieten mag. Seine Probleme sind die Ängste, mögliche
psychische Schäden und die damit einhergehenden unangenehmen
Nebeneffekte.
Welcher dieser beiden Aspekte sich im Selbstbild einer Person befinden, kann
man bereits bei einer Diskussion mit jemanden schnell herausfühlen. Ich
benenne hier beide Aspekte als Praktiker, da sie die Fähigkeit des
Astralreisens in jedem Fall praktizieren - völlig unabhängig davon, ob das
Alltags-Ich dies freiwillig oder unfreiwillig unternimmt.
Es ist auch nichts Verwerfliches daran, sich als Aspekt A zu identifizieren
und zu sagen, dass ihm das völlig ausreicht und er sich Aspekt B nicht
unbedingt bewusst machen muss. Es geht hierbei nur um die Zielsetzung
jener, die sich häufige Erfahrungen, eine größere Stabilität und Dauer sowie
die volle Kontrolle der Fähigkeit des Astralreisens wünschen.
Praktiker A und B sind also gleichzeitig Einstiegsmöglichkeiten, mit denen
man sich dem Thema des außerkörperlichen Reisens schnell nähern kann.
Manche entdecken zuerst Aspekt B in sich und erleben eine erstaunliche
Klarheit und Stabilität, aber möchten damit nichts zu tun haben. Dies liegt
ganz einfach daran, dass dieser Aspekt sich nicht der Existenz von Aspekt A
bewusst ist. Beide sind ein Teil des Unterbewusstseins und man kann sich in
den ersten Jahren oftmals nur einen der beiden bewusst machen. Auf diesen
bewusstgemachten Aspekt muss dann aufgebaut werden, unabhängig davon,
wie enorm diese Ängste sind. Aspekt B ist die Hauptblockade für das
Erreichen außerkörperlicher Erfahrungen, aber gleichzeitig der Träger der
wichtigsten Fähigkeiten für den zweiten Körper! Aus dem Grund ist es
unklug, wenn man seine Ängste verdrängt oder hinfortdenkt, weil man sich
damit zu einem einsamen Leben als Aspekt A vorverurteilen würde und dann
sogar jahrelang praktizieren kann, ohne dass man überhaupt eine Astralreise
erlebt. Wenn man jedoch plant, diese Fähigkeit nur ein wenig auszuprobieren,
ohne diese ernsthaft weiterzuverfolgen, reicht es völlig aus, wenn man sich
auf Aspekt A beschränkt. Auch allein mit Aspekt A kann man ein paar schöne
Erfahrungen gelegentlich erleben.
Die meisten meiner Leser werden sich gewiss mit Aspekt A identifizieren
können und wohlmöglich innerlich aufschreien und rufen, dass es Unsinn ist,
was ich hier erzähle. Denn sobald man eine außerkörperliche Erfahrung will,
dann erreicht man auch eine und Ängste sind etwas für Menschen, die nicht
wissen, was da mit ihnen geschieht. Die Aufklärung reiche völlig aus, um die
Ängste zu beseitigen. Leider ist es aber auch das, was hier geschieht: Aspekt
A verdrängt Aspekt B, damit er sich somit nicht mit den Ängsten
auseinandersetzen muss. Natürlich funktioniert das, wie man an den meisten
Praktikern deutlich beobachten kann, aber auf Dauer hat das keinen Bestand.
Die Erfahrungen von Aspekt A sind anfangs ganz gut und er wird vielleicht
ein Jahr lang spannende Dinge erleben oder länger, aber irgendwann wird er
bemerken, dass seine Erfahrungen zurückgehen. Sie tauchen seltener auf. Es
wird Zeiten geben, in denen er mehrere Erfahrungen in der Woche erleben
wird, aber es können auch Zeiten kommen, in denen er schon glücklich ist,
wenn alle paar Monate einmal etwas passiert. Diese Entwicklung ist
keinesfalls ein Rückschritt! Die meisten könnten das denken und werden
irgendwann aufhören, außerkörperliche Zustände erreichen zu wollen, da
Aspekt A ohne Aspekt B – auf Dauer - einfach nicht in der Lage sein wird,
seine Erfahrungen weiter auszubauen und Perfektion zu erreichen. Sie werden
eine Art Muster erhalten, das ihn irgendwann langweilen wird. Ihm fehlen nur
die ergänzenden Fähigkeiten von Aspekt B.
In Phase II zu sein bedeutet für Aspekt A eigentlich nur, dass man den
zweiten Aspekt in Arbeit hat. Aspekt B ist auch jener, in den man in der
Nacht “zufällig” hineinwechseln kann und eine der Ängste erlebt, mit denen
er sich des Öfteren herumschlägt, aber dies Aspekt A jede Nacht völlig
entgeht. Klassische Ängste sind hierbei die Angst, dass der Körper nun krank
wird oder die Wahrnehmung einer negativen Kraft im Schlafzimmer, die
Anwesenheit von bösen Dämonen, angegriffen wird oder die Befürchtung,
dass man sterben werde oder jemand in den Körper einsteigt, sobald man
diesen verlassen hat. Dicht gefolgt von Wahrnehmung von unbekannten
Kräften, Gelächter, Stimmen, Drohungen oder Warnungen. Die Anzahl
solcher Ängste und deren Erscheinungsformen sind ziemlich umfangreich.
Aspekt B ist also gleichzeitig eine Blockade für das Erreichen der Fähigkeit
des Astralreisens - solange er unbewusst ist - aber birgt in sich nicht nur die
Ängste, sondern auch die notwendige Erfahrungsdauer, die während einer
Astralreise wichtig sind, damit die Erfahrung einen High-Level-Charakter
und die notwendige Stabilität erhält. Überhaupt sind Ängste, die in der
spirituellen Entwicklung auftreten können, ein zweischneidiges Schwert.
Solange diese Ängste nicht empfunden und gefühlt werden, d.h. nicht dem
Bewusstsein zugänglich sind, wirken sie als Blockade. Macht man sich diese
Ängste bewusst, will man mit dem Thema Astralreisen u.ä. nichts mehr zu tun
haben, aber die Gegenwehr, die in der Bewusstwerdung der Ängste auftaucht
und einen schnell zurückrudern lassen will, ist gleichzeitig, und das entgeht
den meisten Menschen, die sich mit Ängsten beschäftigen, eine
Realitätsbekundung derselben. D.h. wenn Aspekt B ins Bewusstsein tritt und
sich plötzlich umentscheidet und mit Astralreisen lieber doch nichts mehr zu
tun haben möchte und diese Fähigkeit fürchtet, unterstreicht er damit
gleichzeitig die unbezweifelbare Existenz der Fähigkeit des Astralreisens.
Der ansonsten kritische Verstand, der sich immer ein Hintertürchen
offenlässt, um sich in der Not in den sicheren Hafen der Zweifel zu retten,
um die Existenz des Astralreisens vielleicht fortan lieber als Fantasieprodukt
zu erkennen, muss in der bewusstgemachten Angst die Möglichkeit des
Astralreisens absolut eingestehen und wird somit zu einer stabilen Realität -
und was als stabile Realität akzeptiert wurde, wird gleichzeitig ins Selbstbild
aufgenommen. Jedes Element, das ins Selbstbild aufgenommen wird, ist Teil
der gewohnten Alltagsrealität.
Vielleicht erkennt man jetzt oder beginnt zu fühlen, was ich zu erklären
versuche: Sobald ein Element als Tatsache in das Selbstbild aufgenommen
wird, entpuppt sich dieses dann als eine integrierte Fähigkeit, welche einen
das ganze Leben über begleiten wird. Im Falle des Astralreisens würde diese
Fähigkeit folglich ein fester Bestandteil der persönlichen Realität und wäre
darum jederzeit beliebig abrufbar.
Es ist darum eine Phasenentwicklung, weil Aspekt A sich Aspekt B
bewusstmachen muss und B wiederum A. Im Falle von Robert A. Monroe
verhielt es sich so, dass er ein Praktiker B war. Er hatte Ängste und suchte
Ärzte auf, um diese Fähigkeit wieder loszuwerden. Erst später konnte er diese
Ängste transformieren und wurde sich dann Aspekt A bewusst. Und jeder, der
Monroe gelesen hat, weiß, dass dieser jene Fähigkeit beliebig anwählen und
kontrolliert nutzen konnte. Vermutlich besser als jeder andere Praktiker auf
unserem Planeten.
Phase III (also Praktiker C) wäre also die Verschmelzung und Integration von
Aspekt A und B im Alltagsbewusstsein. Praktiker C ist sich Praktiker A und
B bewusst und weiß mit beiden umzugehen und hat sie in sich selbst
integriert.
(Diese Erklärung dieser Persönlichkeitsaspekte (Praktiker) kann auch auf
andere parapsychologischen Zielsetzungen interpretiert werden, wie z.B. die
Aktivierung der Zirbeldrüse, Levitation, Psychokinese, erweiterte
Bewusstseinszustände usw.)

Die Grundgesetze der Welten


Die Gesetzmäßigkeiten auf der Astralebene sind zum Teil anders als auf der
physischen Ebene, aber andere wiederum sind völlig identisch. Wieder andere
sind völlig offensichtlich, die aber auf der physischen Ebene verborgener
sind. Die Realitäten, gleich ob physisch, astral oder mental, sind mit einer
unterschiedlichen Tarnungsdichte besetzt, d.h. je weiter es in die physische
Realität geht, desto getarnter sind die Gesetzmäßigkeiten. Bewegt man sich
auf die Astralebene, sind die Gesetzmäßigkeiten bereits etwas lockerer und
offensichtlicher. Doch auf allen Ebenen gelten die folgenden Grundgesetze:
1. Gleiches zieht Gleiches an.
2. Jedes Lebewesen erschafft seine sämtlichen Wahrnehmungen selbst.
3. Jedes Lebewesen befindet sich in einer Matrixhülle, das die
wahrgenommene Realität in einer einzigartigen Version an der Innenwand
widerspiegelt.
4. Jedes Lebewesen besitzt einen freien Willen.
5. Jedes Lebewesen verfügt über eine umfangreiche Anzahl an Optionen, die
aus Modellen alternativer Realitäten bestehen.
6. Jedes Lebewesen ist Teil einer größeren Ganzheit, die ihre verschiedenen
Selbste in die Zeiten und Parallelrealitäten ausgesandt hat, um möglichst viele
Erfahrungen zu sammeln.
7. Die Astral- und Mentalebenen können nur dann endgültig verlassen
werden, wenn man die Ganzheit seines eigenen Selbstes wiedererlangt.
Diese Gesetze besitzen noch Unterpunkte, die jedoch umfangreich zu erklären
wären.
Diese Grundgesetze sind höchstwahrscheinlich vom All-Einen Schöpfer
erschaffen worden. Das Einhalten bzw. Zustimmung der Grundgesetze
geschieht durch die Ganzheit des Selbst. Diese Ganzheit ist die Summe aller
alternativen Realitäten plus die der vergangenen und zukünftigen Leben.
Ziel aller Anstrengungen in allen existenten Realitäten, sei es in der unteren,
mittleren oder oberen Astralebene, auf dem Planeten Erde oder in unserem
Kosmos, ist das Erreichen der Ganzheit des Selbst. Man kann sich diese als
einen Kirschbaum vorstellen und dass jede Kirsche ein Selbst ist, dass dieses
umfassende Selbst in die Welten entsandt hat, um Erfahrungen zu sammeln.
Sobald diese ausgesandten Selbste der Ganzheit genügend Erfahrungen
eingesammelt haben, können sie zurückkehren und in die Heimat
zurückkehren. Die Heimat befindet sich jenseits aller Astralebenen. Eine
Karte soll hierzu mehr Aufschluss geben.


Die Karte des Jenseits

Die hier veröffentlichte Karte des Jenseits habe ich nach bestem Gewissen
zusammengestellt und aufgezeichnet. Hierbei handelt es sich nicht um ein
Computer- oder Gesellschaftsspiel, sondern es geht hier tatsächlich um
existente Realitäten in den unterschiedlichen Dimensionen des menschlichen
Seins! Wer nicht glauben kann, dass diese vielen Welten existieren, der kann
das Astralreisen erlernen und selbst nachschauen gehen. Außerdem ist diese
Karte Bestandteil des Lehrmaterials meiner Workshops, die ich persönlich
gebe. Viele der hier angegeben Orte habe ich bereits besucht, andere Orte
habe ich mittels einiger Kontakte und dem Wissen anderer Astralreisenden
zusammentragen können. Ich habe mir dabei die Freiheit genommen, einige
Glaubensrichtungen miteinander zu vereinen, in dem ich z.B. eine einfache
Unterteilung von “Himmel” und “Hölle” verwendet habe. Natürlich ist es
nicht so, dass es solch riesigen Gebiete gibt, die man dermaßen bezeichnen
könnte, tatsächlich sind dies alles Realitätsebenen, unabhängig von solch
einfachen Bewertungen, aber der Unterteilung und dem besseren Verständnis
zuliebe, habe ich sie erst einmal so aufgeteilt. Eine noch präzisere Karte
könnte also noch folgen, aber ich glaube, diese hier ist schon erstaunlich und
faszinierend genug.
Die klassische Darstellung aus dem okkulten Bereich spricht von sieben
existierenden Astralebenen, die in Übereinstimmung mit unseren Chakren
entsprechende Zugangsfrequenzen besitzen. Beispielsweise soll die Person,
die sämtliche Chakren entwickelt hat, Zugang zu allen Ebenen besitzen, doch
diese Betrachtungsweise konnte ich bisher nicht bestätigen, schließe sie aber
auch nicht aus. Aus dem Grund liefere ich hier meinen gegenwärtigen
Wissensstand und hoffe, vieles deutlicher machen zu können – nicht zuletzt,
um ein wenig der Faszination vermitteln zu können, die mit der Erkundung
der Astralebene im Allgemeinen einhergeht.
In der Mitte der Karte befindet sich die Erde, nicht, dass sie der Mittelpunkt
allen Lebens wäre, aber es ist nun einmal unser gegenwärtiger Fokus. Die
Erde steht ebenso repräsentativ für jeden einzelnen Menschen, der sich diese
Karte anschaut. Von hier aus ist es möglich, seinen Astralkörper ins
Universum zu bewegen, z.B. zu anderen Planeten. Vega und Sirius stellen
hierbei einfach nur beliebige Planeten mit eigenen Zivilisationen dar, sie
können auch jeden anderen Namen tragen. Sämtliche Ebenen sind mit
Astralkanälen verbunden, die genutzt werden dürfen, um schneller von Ort zu
Ort reisen zu können. Beim Betreten dieser Kanäle können verzerrte Töne
oder Geräusche auftauchen, die es möglichst zu ignorieren gilt.
Die “Voids” sind wie Löcher zu betrachten, in die man versehentlich
hineinrutschen kann und sich außerhalb des kompletten Systems befinden. Sie
stellen sich als absolute Schwärze und Leere dar. Man kann in ihnen
stundenlang umherfliegen, aber man nimmt nichts wahr – außer dem Gefühl
des Fliegens und das eigene Denken. Nichts anderes existiert in einem Void.
“Unten”, im roten Bereich, stellt überwiegend die Zwischenebene dar sowie
die astrale Wildnis. Nach dem Tode gelangt i.d.R. jeder erst einmal in den
Zwischenbereich. Dabei sind mehrere Möglichkeiten gegeben, z.B. dass man
sich mit Projektionen umgibt, um die Illusion physischer Existenz aufrecht zu
erhalten oder aber man beginnt Situationen zu erschaffen, die man nach dem
Tode erwartet hatte (s. Fantasie und Projektionen). Eine Person, die nach
dem Tode erwartet, in die Hölle zu gelangen und dort von Luzifer persönlich
empfangen und zur Strafe für seine Sünden eine Rutsche mit Rasierklingen
benutzen zu müssen, könnte dann durchaus am eigenem Leib erfahren
werden. Das menschliche Bewusstsein ist so strukturiert, dass es jede
Erwartung in die Realität umzusetzen versucht. Dies gilt in verlangsamter
Form innerhalb der physischen Realität ebenso wie in beschleunigter auf der
Zwischenebene. Sollte man 72 Jungfrauen erwarten, die einen gebührend
empfangen, wird auch dieses möglich sein.
Vorwiegend wird die astrale Wildnis von vielen unterschiedlich starken
Königreichen regiert, die die seltsamsten Wesen beherbergen können. Sowohl
in der astralen Wildnis als auch bei den elementaren Königreichen ist stets
mit einer feudalen bzw. monarchischen Regierungsform zu rechnen, während
in der mittleren und oberen Astralebene durchweg eine Anarchie herrscht.
Letztere beinhalten eine sehr angenehme und positive Anarchie (keine
Anomie), da niemand geführt oder betreut werden muss, somit ergibt es sich
von ganz allein, dass keine Regierung vorherrscht. Mentoren sind jedoch
gestattet, um Neuankömmlinge, d.h. frisch Verstorbene, einzuweisen und ggf.
auszubilden oder zu beraten. Unsere physische Realität liegt ein wenig näher
zur astralen Wildnis und soll demokratisch ausgerichtet sein. Diese
Regierungsform ist leider eine Illusion, d.h. auch die Erde besitzt ebenfalls
eine feudale Regierungsform (absolute Monarchie). Dies mag dem so
genannten Durchschnittsmenschen nicht auffallen, aber wer intensiv und
lange in dieser Richtung recherchiert, wird dieses kleine Geheimnis
aufdecken können. Die elementaren Königreiche entsprechen der ständischen
Monarchie und in ihnen sind die Elfen, Feen, Zwerge, Kobolde und andere
Wesen dieser Art, sprich Natur- oder Elementarwesen, vorzufinden. Sie
befinden sich zwischen der irdischen Realität und der mittleren Astralebene
und sind uns ziemlich nah gelegen – auch wenn sie hier auf meiner Karte
etwas weiter rechts positioniert sind.
Weiter rechts in der astralen Wildnis erkennt man die tatsächlichen Himmel
und Höllen. Dort existieren Gruppierungen und Dörfer, die von den
unterschiedlichsten manchmal auch fanatischen Glaubensgemeinschaften
geführt werden. Ein harmloses Beispiel für einen der vielen Himmel sind die
Zeugen Jehovas, die sich hier niedergelassen haben und auch nur
ihresgleichen hineinlassen. Ebenso findet man dort Sekten und andere
Gemeinschaften solcher Art. In den Höllen findet man beispielsweise
Triebtäter und Mörder, die die Freiheit besitzen, dort ihre Spiele ausgiebig
fortzusetzen. Die einzige Bedingung hierbei ist, abwechselnd Täter und Opfer
zu spielen. Dies kann zur Vertiefung perverser Neigungen genutzt werden,
doch letzten Endes dient es zur Läuterung, um später zur mittleren Ebene
aufzusteigen. Ansonsten beherbergt die astrale Wildnis noch viele andere
niedere Lebensformen, die zumeist überhaupt nichts von der mittleren Ebene
wissen oder gelegentlich kein Interesse daran besitzen, dorthin aufzusteigen.
Sie sind an ihre Lebensumstände gewohnt oder besitzen eine derart niedrige
Frequenz, dass es ihnen nicht möglich ist, aufzusteigen.
Wenn man es als Verstorbener schafft, sich aus der Zwischenebene zu
befreien, gelangt man zumeist im Astral-Krankenhaus. Ein gigantischer
Komplex, in dem Tausende von Überlebenspersönlichkeiten betreut werden.
Ich bin bereits einige Male dort gewesen, um Verstorbene zu besuchen. In
diesem Krankenhaus wird man rehabilitiert und energetisch ausreichend
aufgebaut, um für seinen weiteren Weg gerüstet zu sein. Danach geht es meist
in den Park, wunderschön, groß und bezaubernd. Hier kann man Familie und
Freunde treffen, die bereits zuvor gestorben waren. Der Park dient zur
weiteren Orientierung und ist ein allgemeiner Treffpunkt für alle
Neuankömmlinge. Ein gleicher Park befindet sich noch einmal als Treffpunkt
in der oberen Astralebene, für jene, die von der mittleren zur oberen Ebene
aufsteigen konnten.
Die meisten Menschen begeben sich zum Amüsement in die Dörfer. Dort
leben ungezwungen viele Gruppen, beispielsweise gibt es homosexuelle
Dörfer, Dichter-Dörfer, Rocker-Dörfer und tausende anderer. Es ist mit den
Vereinen zu vergleichen, die es auf der physischen Ebene gibt, nur, dass sich
hier ganze Dörfer bzw. Städte zusammengestellt haben und dort ihren
Aufenthalt in der mittleren Astralebene ausgiebig genießen. Hier ist Spaß und
Freude angesagt. Die Zustände sind definitiv himmlisch! Jeder kann sich
herbeiwünschen, wonach ihm gerade ist. Dazu gehören Nahrungsmittel,
Getränke, Liebespartner, Spiel und Spaß jeder Art auf direkten Wunsch.
Sämtliche Vorstellungen und Erwartungen setzen sich augenblicklich in die
Realität um und haben solange Bestand, wie man seine Aufmerksamkeit
darauf richtet. Tod, Trennung, Leid und Schmerz sowie negative Gedanken
sind hier nahezu nicht mehr anzutreffen. Man lebt in friedlichen
Einvernehmen miteinander. Die mittlere Astralebene wird auch als
Urlaubsebene bezeichnet, denn sie liefert leider keinen unbeschränkten
Aufenthalt, denn man muss sich für die nächste Inkarnation vorbereiten. Um
diese näher zu bestimmen, ist es möglich, erst einmal ins Karma-Kino zu
gehen. Dort kann man sich in Ruhe all seine bereits gelebten Leben
anschauen, um einen Querschnitt seiner Gesamtpersönlichkeit zu erhalten und
ermitteln, was ihre genauen Ziele sind. Anhand dieser Informationen kann
man sein nächstes Leben planen. Ein Gang zum Karma-Büro, ich habe es mal
scherzeshalber so benannt, ist für viele mit dem Gang zum Arbeitsamt zu
vergleichen. Sehr gern macht man es nicht, denn hier wird seine künftige
Inkarnation angemeldet und ist gleichbedeutend mit der baldigen Beendigung
seines Urlaubs. In diesem Büro werden die Eltern gewählt, der Geburtsort,
das soziale Umfeld und vieles mehr, um den bestmöglichen Start ins
physische Leben zu erhalten und seine persönliche Entwicklung
voranzutreiben.
Der Karma-Rat hingegen ist ein Zusammenschluss aus sehr weit entwickelten
Persönlichkeiten der oberen Astralebene (auch Menatalebene genannt) und
dient als Beratungsoption für jede Persönlichkeit, die sich dafür bereit hält,
weiter aufzusteigen. Der Karma-Rat entscheidet nur in absoluten Notfällen
über wichtige Ereignisse, die für sämtliche astrale und physische Ebenen
gelten. Er besitzt also primär nur eine beratende Funktion und hat über
einzelne Persönlichkeiten keinerlei Entscheidungsgewalt. Der Rat besitzt
einen direkten Zugriff auf die Akasha-Chronik bzw. morphogenetischen
Felder und weiß somit um den Werdegang einer jeden Persönlichkeit bzw.
Seele. Nebst zur Akasha-Chronik befindet sich die große Bibliothek. In dieser
findet man sämtliche geschriebenen Bücher vor, aber auch jene, die noch
geschrieben werden oder auch auf der physischen Ebene einst vernichtet
wurden. Es gibt einfach kein einziges Buch der gesamten Erdenzeit, das sich
nicht hier befindet und einzusehen ist.
Ich bin mir dessen bewusst, dass der Begriff “Karma” ein wenig unglücklich
gewählt ist, da diese Bezeichnung kausale Zusammenhänge suggeriert. Die
Zeit auf der Astralebene ist sehr relativ und flexibel. Es ist beispielsweise
möglich, jeden beliebigen Zeitpunkt aufzusuchen und dort die Erfahrungen zu
erleben, die man sich wünscht oder erhofft. Doch beim Betreten einer Ebene,
unabhängig davon, in welcher Zeit sie spielt, wird erst einmal ein gewisser
zeitlicher Ablauf erfahren. Es verhält sich so, dass alle Ebenen gleichzeitig
existieren und genau das bedeutet es, wenn ausgesagt wird, dass alle Zeit eine
Illusion sei. Es bedeutet jedoch nicht, dass es keine Zeit benötigt, sich
innerhalb einer Ebene zu bewegen und dort Erfahrungen zu machen.
Natürlich müssen Ereignisse aufeinander aufbauen, um sie überhaupt
erfahrbar zu machen. Um jemanden anzusprechen, muss man eine Frage
formulieren und dann die Antwort erhalten, um einen Ablauf zu haben, damit
die Information eingeholt und bewusst gemacht werden kann. Darum ist der
Begriff Karma etwas irreführend, denn er gibt vor, dass man in seinem
nächsten Leben Schuld abtragen muss, die man im vorigen Leben angehäuft
hat. Das Prinzip des Karmas ist jedoch vielmehr eine persönliche Schuld, die
man als Persönlichkeit unbedingt hinsichtlich der physischen Ebene
begleichen möchte. Es ist keine Pflicht, seine Schulden zurückzuzahlen. Die
meisten machen es völlig freiwillig, weil sie denken, dass sie es schuldig sind.
Karma besitzt nur auf der physischen Ebene einen Sinn. Doch habe ich in
meiner Karte alles unter diesem Begriff zusammengefasst, damit man ein Bild
erhält. Ich hätte es auch Interdimensionales Büro oder Lebensschau-Kino
nennen können, wollte aber nicht zu weit von vertrauten Begriffen abrücken.
Neben den Dörfern gibt es auch jene der Antiker, d.h. hier finden sich die
alten Mayas, Azteken, Tolteken, Ägypter, Indianer und dergleichen wieder.
Sie leben unter sich, aber sind offen für jeden, der sich ihnen anschließen
möchte, sei es vorübergehend oder auf Dauer. Dies trifft für gewöhnlich auf
jegliche Dörfer zu, die auf der mittleren Ebene aufzufinden sind.
Das Planungszentrum ist für Planung und Organisation zuständig. Dazu
können so genannte “Zufälle”, Timing und seltsame Begebenheiten gehören.
Eine rote Ampel innerhalb der physischen Realität, die dafür sorgt, dass man
Zeit verliert, nur um wenige Minuten später einen alten Freund in der Stadt zu
treffen oder gar die Liebe seines Lebens, gehört u.a. zu deren Aufgaben wie
auch einen Wiedereintrittspunkt zu planen, um zurück in die physische Ebene
zu gelangen. Das Planungszentrum hat große und sehr viele kleine Aufgaben
zu bewältigen und es gibt immer wieder Freiwillige, die hier mitarbeiten.
Nicht jeder Mitarbeiter ist menschlich. Ebenso freiwillig ist die Mitarbeit im
Retrieving-Zentrum. Sie fungiert wie eine Detektei, die dabei hilft,
Verstorbene ausfindig zu machen, die noch nicht begriffen haben, dass sie
verstorben sind und in unterschiedlichen Zeitebenen, alternativen Realitäten
oder einfach in vergessenen Gebäuden oder Gewässern abhanden gekommen
sind. Um hier effektiv mithelfen zu können, benötigt es jedoch an
unterschiedlichen parapsychologischen Fähigkeiten, die man in recht
schneller Zeit von Mentoren erlernen kann. Für die Kunst des Retrievings
benötigt man Geduld, Schauspielkunst, Mitgefühl, Strategie, Geschick und
Superheldenkräfte.
In der oberen Astralebene (Mentalebene) findet man auch außerirdische
Zivilisationen vor. Die müssen jetzt nicht weiter entwickelt sein, denn aus
deren Perspektive beginnen sie ebenfalls von ihrem Heimatplaneten aus, der
dann halt nicht Erde heißt. Von dort aus treten sie eben ihre eigenen
Entwicklungsstufen an. Dort trifft man auf Außerirdische, die einst ein
eigenes physisches Leben besaßen und ebenso gestorben sind, wie es
Menschen tun, aber auch findet man dort interdimensionale Wesen vor, die
physisch werden wollen oder Interesse an höheren Ebenen besitzen, um sie zu
erreichen.
In der oberen Astralebene wird exklusiver daran gearbeitet, die Routinen und
Süchte der physischen Realität abzulegen. Dazu gehört u.a. der physische
Kontakt. Wer weit genug entwickelt ist, wird auf der höheren Ebene nicht
mehr in der Lage sein, eine andere Persönlichkeit oder Objekte zu berühren.
Wie auf der mittleren Ebene, gibt es hier immer noch sportliche Aktivitäten,
aber sie sind in der Auswahl sehr beschränkt. Verschiedene Arten der Musik
überleben auch nicht den Sprung in die höheren Ebenen, wenn diese zu tiefe
Frequenzen enthält bzw. eine weniger angenehme Frequenz vermitteln.
Weit in der oberen Astralschicht trifft man auf die so genannten Lichtwelten.
Ich bin bisher nur einmal dort gewesen, zumindest was meine persönlichen
Erinnerungsfähigkeiten betrifft, und kann darüber aussagen, dass deren
Schönheit mit Worten einfach nicht zu beschreiben ist. Ihre Ausstrahlung und
Frequenz ist dermaßen hoch, dass es am Körper schmerzhaft zu empfinden
ist. Auch ist ihr Licht dermaßen hell, dass man nichts erkennen kann, solange
keine Anpassung stattgefunden hat. In meiner Begegnung mit einer Stadt aus
der höheren Astralebene war ich schier geblendet und meine Mentorin musste
einen meterdicken, braunen Sichtschirm für mich erschaffen, damit ich sehen
konnte, was sie in diesem Moment erblickte. Es war eine unbeschreiblich
schöne, goldene Stadt mit wundervollen Türmen und futuristischen Kuppeln.
Sie war dermaßen anmutig und bezaubernd, dass es mir den Atem raubte. Ich
wusste, dass ich noch nicht bereit war, diesen Ort aufzusuchen.
All diese Welten sind in 7×7 Schichten aufgeteilt. Dies kann ich nur von
Erzählungen und Berichten ableiten, aber es scheinen insgesamt 49 Welten zu
existieren, die in sich geschlossen sind. Ausschließlich die Persönlichkeit, die
die Ganzheit des Selbst vollbewusst erreicht hat, ist in der Lage, den Sprung
in die 50. Welt zu vollziehen. Dieser Sprung wird auch der Sprung in die
Freiheit bzw. Heimat genannt. Das ist das Ziel eines jeden Menschen bzw.
einer jeden möglich existenten Wesenheit im ganzen Universum und auf allen
unterschiedlichen Astralebenen. Es gibt kein Wesen, dass diesen Weg nicht
zu gehen hätte. Selbst die undurchsichtigen Lebensformen in der astralen
Wildnis, müssen irgendwann zu ihrer Ganzheit zurückkehren. Natürlich kann
man sich weigern, dies zu tun, aber das führt eine Energiezerstreuung herbei,
bei der die Persönlichkeit sich schlichtweg auflösen würde. Das Streben nach
Freiheit und letzten Endes die komplette Astralebene zu verlassen, besitzt für
die Ganzheit des Selbst absolute Priorität. Nichts ist wichtiger als diese
unbeschreiblich große Tat. Solange man die Ganzheit des Selbst nicht erreicht
hat, ist man in dem ganzen physischen und astralen Komplex gefangen. Eine
gigantische Ansammlung von Welten, Königreichen und Ebenen, aber
dennoch ein Gefängnis.
Ich hoffe, ich konnte nahebringen, welche Komplexität die astrale bzw.
mentale Welt enthält. Es ist möglich, diese Welten nur zu erdenken oder sie
direkt zu erleben. Jeder entscheidet dies für sich selbst.

Techniken zur Erreichung außerkörperlicher
Erfahrungen



Ich werde immer wieder nach kreativen Techniken gefragt, um den Zustand
der Außerkörperlichkeit zu erreichen. Dabei erwarten viele am liebsten einen
Zauberspruch, der diese Fähigkeit sofort aktiviert und leicht erreichbar macht,
doch leider muss ich die Hoffenden enttäuschen, denn der Zustand der
Außerkörperlichkeit erfordert Training, Motivation und Geduld. Es ist fast
mit einer Ausbildung zu vergleichen, zum Bäcker oder Schneider vielleicht,
um diese erstaunliche und spannende Fähigkeit zu erlernen. Auch ist mir
bewusst, dass es mittlerweile viele Techniken gibt, um einmal in den Genuss
der Außerkörperlichkeit zu kommen, doch bin ich kein großer Technik-Freak,
sondern bin der Ansicht, dass ein starker Wille und die richtige Motivation
sowie das Verständnis der ganzen Sache fast völlig ausreicht, um eine
Astralreise am eigenem Astralleib zu erfahren. Techniken sind dabei nur
sekundär von Bedeutung, auch wenn man von anderen Astralreisenden immer
etwas anderes zu hören bekommt.
Ich habe mittlerweile unzählige außerkörperliche Erfahrungen und auch
luzide Träume erlebt, aber an Techniken habe ich dabei nicht wirklich viele
angewendet. Als ich mit dem Astralreisen begann, kannte ich nicht einmal
irgendeine Technik, weil es zu der Zeit kaum Bücher darüber gab bzw. ich
mir diese nicht leisten konnte. Das Internet war zu der Zeit auch noch nicht
verfügbar und ich besaß auch keine Freunde, die mir von Techniken hätten
berichten können. Aus dem Grund war ich völlig auf mich allein gestellt und
alles, was ich besaß, war mein eiserner Wille und meine übersprudelnde
Motivation. Mit diesen erreichte ich es, innerhalb von drei Wochen zu meiner
ersten außerkörperlichen Erfahrung zu gelangen.
Was habe ich dafür getan? Ich habe mich einfach ins Bett gelegt und
versucht, so still wie möglich zu liegen, in der Hoffnung, dass ich mit meinem
Bewusstsein irgendwann in den Astralkörper wechselte. Dabei habe ich in der
tieferen Entspannung versucht, meine Arme oder Beine zu bewegen, ohne
einen Muskel dafür anzusprechen. Ich simulierte also den Moment, in dem
man sich vom Körper trennt.

Mit diesem starken Willen und meiner Beharrlichkeit, wenn mich denn mal
etwas begeistert, schaffte ich es ziemlich schnell, meine erste
außerkörperliche Erfahrung zu erreichen. Mit der Zeit entwickelte ich auch
ein paar Techniken, um den Übergang in die Außerkörperlichkeit zu
beschleunigen, aber wie erwähnt, ohne Wille, Motivation, Verständnis und
Geduld bringen auch diese nicht viel.

Von daher habe ich nur wenige Techniken angewendet, die ich immer wieder
erfolgreich genutzt habe und die meiner Ansicht nach die besten Techniken
sind. Sie teilen sich in zwei Arten auf, d.h. in Grund- und
Vorbereitungstechniken. Die Grundtechniken sind:

1. Die Sternenfeld-Technik
2. Fall- und Dreh-Technik
3. Die Dissoziations-Technik

Für mich sind diese Grundtechniken die besten, die man anwenden kann, um
eine außerkörperliche Erfahrung zu erleben. Aus dem Grund gehe ich nun
näher auf diese ein:
1. Die Sternenfeld-Technik
Die günstigste Zeit zu üben ist es, wenn man nicht allzu müde, sondern noch
recht wach ist. So ist man wesentlich aufmerksamer. Auch ist klarzustellen,
mit welcher Intention man zu Bett geht. Wer in der Nacht müde ist und
deshalb ins Bett geht, sich dann aber überlegt, sich doch auf eine Astralreise
zu konzentrieren, so wird das selten gelingen. Darum ist die Intention sehr
ausschlaggebend, aus welchem Grund man wirklich zu Bett geht.
1. Man lege sich für die Sternenfeld-Technikentspannt ins Bett. Bitte prüfen,
dass nichts drückt oder zu eng anliegt. Die Beine und Oberschenkel berühren
sich nicht und die Arme liegen auch nicht am Körper an. Am besten sind die
Arme sogar leicht im Ellenbogen angewinkelt.
2. Wenn man Schwierigkeiten hat, seinen Körper zu entspannen, dann gehe
man wie folgt vor: Zuerst werden die Zehen nach vorn gebogen, soweit es
eben geht, und bis 10 gezählt. Sobald man danach die Zehen wieder in die
Ausgangsstellung zurückstellt, spürt man gleich eine viel bessere
Entspannung. Das Gleiche wird dann mit den Beinen ausgeführt, d.h. man
spannt sie so stark wie möglich an und zählt bis 10. Danach entspannt man sie
wieder und wird spüren, dass sie sich besser als zuvor entspannen werden.
Dann hebt man das Becken hoch und hält es 20-30 Sekunden knapp über der
Matratze in der Luft. Im Anschluss stützt man sich auf seinen Fersen ab, um
das Kreuz von der Matratze zu heben. Mit Kopf und Nacken sollte man
genauso vorgehen. Auch eine kurze, ergänzende Bauchmassage kann sehr
entspannend wirken. Mit dieser zusätzlichen Entspannungstechnik bringt man
seinen Körper schneller und besser in eine Entspannung.
3. Nun schließe man seine Augen und beginne bei den Füßen zu zählen: 100,
99, 98, 97… – runter bis 90 und denke dabei ununterbrochen daran, dass sich
die Füße entspannen. Im Weiteren werden die nächsten 10 Zahlen den Beinen
gewidmet. Die wieder nächsten 10 dem Becken, dem Rücken, der
Bauchregion, den Armen, den Schultern, Brustbereich und zum Schluss den
Hals und den Kopf. Beim Kopf endet man abschließend mit der Zahl 0.
4. Nachdem die Entspannungsphase abgeschlossen ist, lenkt man die
Aufmerksamkeit völlig vom Körper ab. Der Körper wird nun von allein in
den Schlaf finden, jedoch sollte man dabei möglichst wach und klar bleiben.
Jetzt konzentriert man sich einfach mit geschlossenen Augen auf die
Dunkelheit. Ich könnte nun sagen, man konzentriere sich auf die
geschlossenen Augenlider. Im Folgenden sollte man tausende an kleinen
Pünktchen vor den Augen wahrnehmen – auf diese wird nun die komplette
Aufmerksamkeit gelenkt.
5. Diese vielen Lichtpunkte vor den Augen stelle man sich nun als Sterne am
Himmel vor und dass man selbst in einem Raumschiff sitzt und durch diese
hindurchfliegt. Die Pünktchen (Lichtfunken) treiben einem entgegen und man
fliegt immer weiter voran, als würde man mehrere Schichten durchdringen
müssen, um zum Licht zu gelangen. Man kann gern dabei versuchen, das
Gefühl nachzuempfinden, dass man sich durch die erwähnten Schichten
hindurchbewegt. Je besser man es sich vorstellen kann, desto vorteilhafter ist
es. Das Licht, das hier auftauchen kann, ist das des Astralkörpers. Er umgibt
den physischen Körper und dieser kann als Lichtsilhouette wahrgenommen
werden.
6. Während man also durch das Weltall fliegt, ist es wichtig, dabei so wenig
wie möglich zu denken. Die volle Konzentration wird auf das Durchdringen
der Schichten bzw. den Weltallflug gelegt. Sollte es vor den Augen blitzen, so
ist dies bereits das Licht des Astralkörpers, das im Bruchteil einer Sekunde
wahrgenommen wird.
Es ist völlig gleichgültig, welche Phase oder welche Stufe man gerade
erreicht hat, d.h. die Körperstarre oder die Vibrationen, sondern es kommt bei
der Technik nur darauf an, den Körper und das physische Umfeld temporär zu
vergessen. Durch diese Technik wird man irgendwann in einen bestimmten
Zustand auf eine bestimmte Stufe katapultiert. Alles Weitere ergibt sich dann
automatisch. Auf jeden Fall tritt eine Phasenverschiebung ein, d.h. der
Wechsel vom physischen zum astralen Körper wird plötzlich und abrupt
folgen. Viele werden daraufhin sofort in einen luziden Traum springen oder
eine kurze Weile im Astralkörper sein.
Es ist eine sehr einfache, aber höchst effektive Technik. Für mich eine der
besten und kann sogar noch mit anderen Techniken oder Vortechniken
hervorragend kombiniert werden. Die Sternenfeld-Technik ist nicht nur
geeignet, eine außerkörperliche Erfahrung zu erreichen, sondern kann auch
benutzt werden, um direkt ins luzide Träumen zu gelangen. Sie ist also das
beste Sprungbrett für beide dieser erstaunlichen und
bewusstseinserweiternden Fähigkeiten.
Wenn man sich dies einmal durchliest, kann man sich kaum vorstellen, dass
dies alles sein soll, um eine Astralreise auszulösen – oder zumindest eine
partielle Ablösung vom physischen Körper zu bewirken, aber ich habe mit der
Technik die besten Erfolge erzielt. Sie bewirkt auch gleichzeitig eine
schrittweise Abkehr von der physischen Umgebung und darauf kommt es in
erster Linie an, dass einem dies gelingt. Wer es schafft, die physische
Umgebung auszublenden bzw. zu vergessen, hat bereits die Hälfte des Ziels
erreicht. Wenn man möchte, können auch Ohropax benutzt werden, um das
zu erleichtern.
Diese Technik kann sowohl in der Nacht als auch am Nachmittag geübt
werden. Ein abgedunkelter Raum ist schon sehr wichtig, damit man bei
geschlossenen Augen noch den Eindruck von Dunkelheit besitzt.
Ergänzend kann man auch am PC-Bildschirm eine Vortechnik dazu
praktizieren: Es gibt hierzu den Bildschirmschoner “Starfield” unter
Windows. Dieser erinnert m.E. sehr an die hier beschriebene Technik und
erleichtert somit das persönliche Imaginationsvermögen.
2. Fall- und Dreh-Technik

Die Fall- und Dreh-Technik erfordert eigentlich nur ein gutes Imaginationsvermögen. Nachdem man
seinen Körper, wie in der Sternenfeld-Technik beschrieben, ausgeführt hat, konzentriere man sich
darauf, ein Fallgefühl im Geist auszulösen. Dazu muss man sich nur so deutlich wie möglich wie in
einer Zeitschleife immer wieder, so gut wie es geht, vorstellen, dass man durch das Bett in die
bodenlose Tiefe fällt. Diese sich wiederholende Vorstellung spricht den Astralkörper direkt an.
Irgendwann tritt dann ein Moment auf, in dem das Fallgefühl wirklich empfunden wird. Mehr noch,
denn dieses kurze Gefühl des Fallens bewirkt auch, dass sich der Körper im Bruchteil einer Sekunde
entspannt und in den Schlaf fällt! Genau das macht diese Technik so entscheidend, um seinen Körper
zum Einschlafen zu bewegen, während man selbst dabei wach bleibt.

Die Dreh-Technik erfordert ebenso ein gutes Imaginationsvermögen, das eigentlich den gleichen Sinn
verfolgt wie die Fall-Technik. Hierbei stelle man sich vor, der Körper, mit dem man im Bett liegt, sei
ein Uhrzeiger, der auf 12 Uhr steht. Dann konzentriere man sich darauf, wie sich der Zeiger – und somit
der Körper – sich plötzlich von 12 auf 3 Uhr verschiebt. Es soll in der Vorstellung ganz plötzlich und
mit einem Mal geschehen. Wenn man sich auch dieses wie in einer Zeitschleife immer wiederholt
vorstellt, bewirkt es irgendwann eine plötzliche Phasenverschiebung, d.h. eine Umschaltung in den
Astralkörper.
3. Die Dissoziation
Das Gegenstück zur Dissoziation ist die Assoziation. Letztere benutzen wir
tagtäglich und in einem fort – und das eigentlich, ohne jemals wirklich in
irgendeiner Form damit aufzuhören. Wenn wir einen Menschen sehen, der auf
sein Auto zugeht und den Schlüssel in das Schloss der Wagentür steckt, dann
beginnt in jedem von uns ganz automatisch der Assoziationsprozess. Denn im
Geiste sehen wir die Person bereits in ihrem Auto sitzen und wie sie die
Straße hinunterfährt, vielleicht sogar stellen wir uns vor, wohin die Person
fährt, vielleicht zur Arbeit oder einkaufen. Tatsächlich jedoch nimmt man nur
eine Person wahr, die vor einem Auto steht.
Auf diesem Prinzip beruhen auch Überraschungen. Solche sind nur möglich,
wenn wir den weiteren Verlauf einer beobachteten Szene bereits assoziiert
haben, aber plötzlich einen völlig unerwarteten Hergang wahrnehmen. Sollte
sich also die Person beispielsweise als ein Autodieb herausstellen, dann wären
wir sehr überrascht, immerhin sahen wir ihn aufgrund unserer Assoziationen
als Besitzer des Autos, der zur Arbeit fährt. Assoziationen und
voreingenommene Wahrnehmung gehen also Hand in Hand und bedingen
einander im höchsten Maße.
Edmund Husserl, ein Mathematiker und Philosoph zum Anfang des 20.
Jahrhunderts, begründete die Phänomenologie, eine wissenschaftliche These,
die von seinen Kollegen höchst abgelehnt und von ihnen als Wissenschaft
daraufhin zu einer Philosophie degradiert wurde. Husserl erklärte, dass es
unmöglich sei, eine vernünftige, wissenschaftliche These zu beweisen, wenn
man daran mit all seinen Assoziationen, Vorurteilen, Erwartungen und
Hoffnungen heranginge. Es wäre unabdingbar, dass man die Dissoziation
einsetzt, um sich frei von allen Assoziationen, Erinnerungen und Erwartungen
zu machen. Dazu ging er davon aus, dass nur dann ein wirklich offener Geist
temporär möglich wäre, um eine Problemstellung oder eine Analyse
vernünftig lösen bzw. erstellen zu können. Diesen Zustand bezeichnete er als
reduktive Wahrnehmung, d.h. es sollte absolut nur versucht werden, die
Gegenwart zu betrachten ohne etwas hinzuzudichten oder in die
Vergangenheit oder Zukunft abzudriften.
Mit der Dissoziation ist vieles möglich, was man ansonsten für unmöglich
halten würde. Der Grund liegt hier bei den Erinnerungen. Nur aufgrund
unserer Erinnerung sind wir die Person, die wir nun einmal sind. Auch unser
Gehirn ist aufgrund der Erinnerungen auf eine spezielle Weise geschaltet,
dass unser Alltag äußerst routiniert abläuft. Das Gehirn und die Persönlichkeit
eines Menschen sind also in seinen festen Bahnen integriert und leben diese
schon allein aus Gewohnheit jeden Tag und auch jede Nacht auf ähnliche
Weisen. Aus dem Grund ist die Dissoziation so wichtig, sie verdrahtet die
Schaltungen in unserem Gehirn auf eine ganz neue Weise, kann andere
Elemente unserer DNA aktivieren, ist in der Lage, andere Persönlichkeiten in
unserem Geist anzusprechen und an die Oberfläche zu befördern, psychische
und auch parapsychologische Möglichkeiten im Alltag erreichbar machen
u.v.m. Eigentlich ist fast alles möglich mit der Dissoziation, was man sich
vorstellen kann. Unsere DNA besitzt den Code für jede erdenkliche Situation
und Fähigkeit, die in uns in irgendeiner Form potentiell vorhanden ist. Man
kann mit der Dissoziation sogar die Realität wechseln oder die Alltagsrealität
derartig kreativ verändern, dass sie uns viel mehr zusagt als zuvor. Wer sich
für parapsychologische Fähigkeiten interessiert, der kann mithilfe der
Dissoziation nicht nur luzides Träumen und außerkörperliche Erfahrungen
schneller erlernen, sondern erlangt darüber hinaus psychische Energien, die es
einem ermöglichen, seinen eigenen Alltag neu zu erschaffen, Talente zu
fördern, verborgene Fähigkeiten ins Bewusstsein zu heben, sich selbst zu
heilen oder zu Ruhm, Ansehen und Reichtum zu gelangen. Die Möglichkeiten
sind unerschöpflich und Dissoziation ist keine Meditation, sondern eine Sache
des persönlichen Willens.
Bei der Assoziation kommt man gern von Hölzchen auf Stöckchen. Eine
solche Person bezeichnet man gern als jemanden, der in einem fort reden und
immer wieder mit einem neuen Thema daherkommen kann, unabhängig
davon, wie uninteressant es ist. Dabei wird auch ein starker Drang
empfunden, sich mitzuteilen bzw. sogar dem anderen stets ins Wort zu fallen.
Die so genannte Quasselstrippe ist darum ein gutes Beispiel, um einen
Menschen als Beispiel darzustellen, der das Assoziieren mit Vorliebe
praktiziert.
Dies soll jedoch nicht bedeuten, dass es schlecht wäre, viel zu reden oder es
nun darum ginge, das Gegenteil zu praktizieren, denn die Dissoziation ist stets
nur ein Vorgang, der temporär erreicht werden soll. Es geht dabei nur um
Minuten, in denen man absolut keinen Gedanken mehr im Geiste hegt.
Das Denken erfordert sozusagen die meiste Energie von uns, selbst wenn es
uns nicht unbedingt so bewusst ist. Doch die Gedanken erschaffen unsere
Interpretationen von der Welt, sie formen unsere Realität, und eine solche
Kraft benötigt eben viel Energie. Die Dissoziation bewirkt also ganz
automatisch eine persönliche Zunahme geistiger Energien. Jeder Gedanke,
den wir denken, besteht in seiner Grundform aus Psycholektrizität, einer
Mixtur aus Energie und Elektrizität. Je mehr wir davon besitzen, desto mehr
Einfluss besitzen wir, um unsere DNA bzw. Schaltungen im Gehirn zu
beeinflussen, damit es Wirkung auf unseren Alltag bzw. Körper und Umfeld
erhält. Jeder Gedanke, den wir denken, bildet um uns herum ein zeit- und
ortsunabhängiges psycholektrisches Feld, das jeder ohne Rücksicht auf Ort
und Zeit unterbewusst spüren und erfassen kann. Wenn eine Person
beispielsweise glaubt, dass sie arm und mittellos ist, wird dies in ihrem
psycholektrischen Feld abgespeichert und über das Unterbewusstsein
telepathisch an alle anderen Personen ausgestrahlt, die mit dieser Person
irgendwie im Kontakt ist oder kommt. Natürlich betrifft dies auch sämtliche
positive Gedanken und Überzeugungen, die man hegt.
Um die Dissoziation zu erreichen, gibt es mehrere Ansätze. Die Praxis der
Selbstbeobachtung ist einer der ersten Schritte, um einmal in den Genuss zu
kommen, sie zu erfahren. Dazu kann man sich während einer Unterhaltung
mit einem Menschen ganz einfach mal selbst beobachten, zusehen, wie man
sich verhält, versucht, sich von außen zu betrachten, auf seine eigene Stimme
zu hören usw. Dieser Vorgang bringt den Assoziationsfluss ins Stocken.
Manchmal kommt es vor, dass man für einen kurzen Augenblick den Faden
verliert. Gerade hat man noch über etwas Wichtiges nachgedacht und im
nächsten Augenblick ist es plötzlich verschwunden. Es entstand ein kurzer
Moment einer Erinnerungslücke. Man fühlt sich fremd sich selbst gegenüber
oder man besitzt für einige Sekunden keine Orientierung mehr. Die Welt
wirkt fremd und man fühlt sich vielleicht sogar so, als wäre man gerade
woanders gewesen und soeben auf die Erde zurückgekehrt. Das kann auch
unmittelbar nach dem Aufwachen in Erscheinung treten, sodass man nicht
weiß, welcher Tag es ist oder wie viel Uhr. All dies sind Momente, in denen
eine leichte Dissoziation ganz natürlich auftritt. Hier sollte man versuchen,
einen solchen Moment zu nutzen und versuchen, das Gefühl in die Länge zu
ziehen. Hierbei kann nichts passieren und es ist auch ganz sicher kein
Anzeichen einer aufkommenden Demenz. Auch ist es oft lohnenswert, wenn
man dann die Augen schließt und sich zu erinnern versucht, was gerade eben
noch gewesen ist und nicht mit dem Alltag zusammenhängt. Vielleicht
erinnert man sich an etwas, das nicht in die unmittelbare Gegenwart gehört.
Der Verstand mag solche Momente i.d.R. nicht, da er sich Sorgen macht und
in Panik geraten kann. Dazu besteht wirklich kein Anlass. Solche Momente
können genutzt werden, um sich der Dissoziation und ihren schier
unfassbaren Möglichkeiten zu öffnen. Sie sind sozusagen die Eingangspforte.
Es kann in manchen Fällen vorkommen, dass man in Panik gerät oder ein
Gefühl der Bedrohung wahrnimmt, ohne, dass ein Grund vorliegt. Auch dies
ist eine normale Reaktion, ein Automatismus, von dem man sich nicht
ablenken lassen sollte. Alles, was in Zusammenhang mit der Dissoziation
geschieht, ist in Wirklichkeit ein Öffnen der eigenen Psyche, die es erlaubt,
alternative Erinnerungsstränge oder neue Sichtweisen ins Leben treten zu
lassen. Selbst das Aufkommen einer anderen Persönlichkeit, die ins
Bewusstsein tritt, ist nur vorübergehend vorhanden und liefert neue
Informationen und neue Sichtweisen. In der Panik kann man schnell glauben,
dass man nun für immer so bliebe. Das ist jedoch nicht richtig. Dissoziation
ist immer nur ein vorübergehender Zustand.
Ziel einer konstruktiven Dissoziation ist es, den so genannten “Beobachter” in
sich zu erreichen. Er ist derjenige, der die Welt so sieht, wie sie tatsächlich ist
und nicht so, wie man sie uns von Kindheit an mithilfe von unzähligen
Assoziationen eingetrichtert hat. Der Beobachter ist jenseits aller Vorurteile
und Erwartungshaltungen. Vom Beobachter aus kann man seine persönlichen
Fragen beantworten und auch die Menschen, die anwesend sind, lesen, als
seien sie ein gläsernes Buch. Man kann bis auf den Grund ihres Geistes
blicken und erkennt jedes Problem und jedwede Absicht.
Man kann unbegründet anfangen zu lachen, weil man plötzlich erkennt, dass
jeder Mensch in unserem Umfeld eine Rolle spielt, d.h. so tut als ob. Eine
Mutter glaubt, Mutter zu sein oder ein Schaffner ein Schaffner. Man erkennt
in dem Moment die Rollen, die jeder Mensch tagtäglich spielt, weil man
hinter der Rolle einen Schauspieler erkennt. Wer so weit gekommen ist, ist
meist bereit für den nächsten Schritt.
Es können auch Probleme bei Anfängern auftauchen, die mit der Dissoziation
experimentieren. Gelangt man zu tief in die Dissoziation, können Ängste
auftauchen, man könnte glauben, nun wahnsinnig zu werden oder glaubt, die
Realität würde jeden Moment in sich zusammenbrechen. Aus dem Grund ist
es sehr wichtig, dass man sich vergegenwärtigt, dass die Dissoziation nur für
Menschen mit einer stabilen Persönlichkeit geeignet ist. Menschen, die eine
instabile Persönlichkeit besitzen, könnten sich als Opfer eines solchen
Vorganges fühlen und meinen, die Kontrolle zu verlieren. Diese sollten
vielleicht auf die Dissoziation verzichten und sich sanfteren Methoden
zuwenden. Sollte es jedoch so weit gekommen sein, so ist es wichtig, dass
man seinem höheren Selbst vertraut und nur auf die Gegenwart achtet. Denkt
man in die Zukunft, glaubt man vielleicht, dass man bald in eine Psychiatrie
überwiesen werde oder in Kürze sterbe. All das sind jedoch Tarnungen des
Verstandes, der verzweifelt um seine Vorherrschaft kämpft. Diese
Empfindungen sind temporär, auch wenn sie den Eindruck vermitteln, es
würde nun für immer so bleiben. Das ist ein wichtiger Punkt, den man
bedenken muss. Vertrauen und Aufmerksamkeit sind hier der Schlüssel, der
diese Erfahrung von Angst und Panik zu einem künstlerischen Akt der
Bewusstseinserweiterung verwandeln kann. Die Dissoziation ist die
effektivste Methode, die ich kenne, aber sie hat auch eine dunkle Seite.
Der Verstand bzw. das Ego kann versuchen, die Dissoziation mit allen
Mitteln zu boykottieren oder zu tarnen. Allein bei dem Versuch, sie erreichen
zu wollen, treten seltsame Effekte auf. Störeffekte, wie dauerndes
Telefonklingeln, jemand klopft an die Tür oder draußen mäht jemand im
Regen den Rasen. Vielleicht vergisst man plötzlich, dass man doch
dissoziieren wollte und denkt wieder fleißig seine alltäglichen Gedanken oder
man schläft kurzerhand ein. Eventuell bekommt man plötzlich spontane
Gelüste, Hunger, Lust auf Sex oder man bekommt geniale Ideen und möchte
weiter darüber nachdenken. Der Möglichkeiten gibt es hier viele. All diese
Nebeneffekte sollte man ignorieren. Nur wer beharrlich weitermacht, kommt
hier zum Ziel.
Manche erfahren sogar ein Zittern am Körper, als wäre ihnen plötzlich kalt,
Die Zähne klappern und die Beine vibrieren. Das Ego interpretiert meistens
hier etwas sehr Unangenehmes und glaubt, der Körper würde nun krank, aber
nichts ist weiter von der Wahrheit entfernt! Der Körper freut sich über diese
Aktionen und sammelt in diesem Moment Energie. Es werden
Energiereserven mobilisiert, die schon seit langem darauf gewartet haben, ins
Bewusstsein gehoben zu werden.
Die Dissoziation besitzt viele Einstiegspunkte, um aktiviert und entsprechend
ausgebaut zu werden. Sich “irreal” zu fühlen ist sicherlich einer der
bekanntesten. Leider hat der Begriff Dissoziation auch seine Schattenseiten.
Bezeichnungen wie Depersonalisierung, Persönlichkeitsstörung,
Dissoziationsstörung und ähnliche sind allesamt der Psychologie entsprungen,
die sich weitgehend nur um jene Personen in diesem Bereich kümmert, die
angeben, unter den Folgen einer Dissoziation zu leiden. Doch wer sich der
Dissoziation freiwillig und eigenverantwortlich nähert, macht i.d.R. nur
positive Erfahrungen. Es ist wie mit dem Fasten. Wenn man freiwillig auf
Nahrung verzichtet, kann man sehr gut damit leben und fühlt sich sogar sehr
gut dabei, doch wer auf Nahrung verzichten muss und sich dabei als Opfer
betrachtet, leidet darunter und kann bereits nach einer Woche sterben,
während der, der freiwillig fastet, es sogar bis zu mehrere Wochen ohne
Nahrung problemlos weiterleben kann. Die Dissoziation ist der direkte Weg
zur Selbsterkenntnis und darum sicherlich mit etwas Vorsicht zu genießen,
aber wer ein gutes Selbstvertrauen besitzt und sich stets daran erinnern kann,
dass die Dissoziation ausschließlich nur ein temporärer Vorgang ist, der wird
erstaunliche und die besten Erfolge in kürzester Zeit erzielen.
Um also einen außerkörperlichen Zustand mithilfe der Dissoziation zu
erreichen, ist es nur wichtig, sich ins Bett zu legen und die Augen zu
schließen. Dann konzentriert man sich eine Minute lang darauf, mit der
folgenden Dissoziation in den Astralkörper zu wechseln. Danach höre man
mit dem Denken auf. Jeder Satz und jedes Wort, das nach diesem Entschluss
trotzdem im Bewusstsein auftaucht, wird willentlich unterbrochen.
Unabhängig davon, wie wichtig der Satz auch sein mag. Sobald man auch nur
ein Wort denkt, geht die Stoppuhr wieder von vorn los. Ziel dabei ist es, drei
Minuten lang nicht ein Wort zu denken! Wer dies schafft, wird sich von ganz
allein in der Außerkörperlichkeit wiederfinden.
Ich weiß, es klingt viel zu einfach, als dass es zutreffen würde, aber es trifft
zu und ich habe es bereits viele Male so erfahren. Natürlich darf man dabei
nicht vergessen, dass es wirklich nicht einfach ist, das Denken für einige
Minuten völlig still zu legen. Das erfordert ein langes Training. Viele
Buddhisten und Yogis benutzen ebenfalls diese Technik, um ihr Nirwana oder
Gottheiten zu erreichen. Die Dissoziation ist eine Kunst. Wäre sie so einfach
zu erreichen, wäre unsere Realität wesentlich spiritueller.
Wer sein Bewusstsein gründlich erweitern will, kommt um das Erlernen der
Dissoziation nicht hinweg. Natürlich müssen Wille und die
Selbstverantwortung zur Ausübung der temporären und konstruktiven
Dissoziation vorhanden sein. Nur auf diese Weise gelangt man mit großen
Schritten zur Selbsterkenntnis, aber auch zu seinen verborgenen Talenten und
Fähigkeiten. Wer ein Künstler ist, wird ein noch besserer Künstler, wer Talent
zum Mitgefühl besitzt, wird ein Empath oder gar Telepath usw. Jeder Wunsch
kann durch die Dissoziation um ein Vielfaches verstärkt und somit in die
Realität katapultiert und somit ins Selbstbild integriert werden. Fähigkeiten
wie luzides Träumen, Astralreisen, Hellsehen, Rückführungen, Präkognition,
Telepathie und Selbstheilung sind ebenso möglich wie mehr Liebe, Reichtum,
Ruhm und Ehre. Der Dissoziation sind keine Grenzen gesetzt. Wer es also
schafft, drei Minuten lang nicht eine Silbe zu denken, katapultiert sich aus
seinem Körper heraus und hat augenblicklich eine außerkörperliche
Erfahrung. Nicht zu erwähnen, dass jemand, der Angst vor solchen Dingen
hat, es vielleicht besser sanfter angehen sollte, doch dieser kurze Zeitraum
von nur 3 Minuten demonstriert sehr gut, welche Möglichkeiten bestehen.
Auch Spontanheilungen oder der psychische Transfer in alternative Realitäten
sind hiermit durchaus möglich.
Vorbereitungstechniken:
1. Die Fall-Technik

Bei dieser Technik stellt man sich einfach im möglichst gut entspannten
Zustand vor, wie man fällt. Man kann sich als optimale Vorbereitung darauf
ein Matratzenlager aufbauen und am Tage vorher üben, wie es ist, wenn man
sich mit dem Rücken langsam auf das Bett fallen lässt oder man sucht sich
einen Partner, der einen auffängt, wenn man sich steif nach hinten fallen lässt.
Zweck der Übung ist es, sich das Fallgefühl möglichst plastisch und konkret
vorstellen zu können. Dabei geht es darum, das Fallgefühl in der Meditation
wieder aufzurufen.
2. Schlafunterbrechung

Die Schlafunterbrechung ist einer der besten und erfolgreichsten
Vorbereitungstechniken, die erst recht die Erfolge unterstützen kann. Dabei
lege man sich beispielsweise um 22 Uhr ins Bett, schläft drei bis vier Stunden
und steht dann wieder auf. Nun bleibt man eine Stunde wach und legt sich
dann wieder ins Bett. Das Ziel bei dieser Technik ist es, in der ersten
Schlafenszeit die ersten 2-3 Schlafphasen abzuschließen, um dann
aufmerksam und bereit genug zu sein, damit man in der dritten oder vierten
Schlafphase genügend Raum besitzt, eine außerkörperliche Erfahrung zu
erleben. Laut Traumforschung erlebt man nach drei Mal 90 Minuten, sprich
drei Schlafphasen, die meisten Träume. Dies bedeutet, dass nach drei
Schlafphasen die vierte und somit auch die traumreichste folgt.

All diese Techniken sind meines Erachtens einfach ganz hervorragend, um
möglichst schnelle Ergebnisse zu erhalten. Die Dissoziation ist sicherlich eher
für die Mutigeren gedacht, während ich für Anfänger die anderen Techniken
wärmstens empfehlen kann.



Warum außerkörperliche Erfahrungen und luzide
Träume?


Wer ist man wirklich? Wie ist all dies zustande gekommen? Warum befindet
man sich in der Situation, in der ein jeder in seinem Leben gerade steckt?
Warum erinnert sich niemand an seine Vorleben und wieso hat man alles
vergessen? Woher ist man gekommen und wo war man vorher? Was ist die
Mission, der man einst zugestimmt hatte? Wieso erinnert man sich nicht mehr
an die Mission? Wer war ich in meinem letzten Leben… und in meinem
vorletzten und vorvorletzten?
All diese Fragen sind die wichtigsten spirituellen Fragen, die sich ein
Suchender stellen kann. Oft bin ich gefragt worden, was die Antworten dazu
sind, aber die wirklichen Antworten darauf, findet man mit der Zeit auf seinen
Reisen in die Tiefen der Psyche am besten selbst. Was ich ergänzend dazu
sagen kann, ist, dass jeder Mensch mit einer allgemeinen und mit einer
persönlichen Mission auf die Erde kam. Um die Beantwortung der Fragen
weiter zu unterstützen, möchte ich versuchen, dies mit bloßen Worten zu
umschreiben, um ein ungefähres Bild zu vermitteln. Das Folgende betrifft
jeden Menschen und jedes Wesen, das auf der Erde inkarniert ist:
Als jeder von uns noch spielerisch und gelassen in seiner Ganzheit des Selbst
lebte und somit sein wahres Selbst repräsentierte, entdeckte es den Planeten
Erde mit all den Menschen und den vielen Spielen, die sie tagein und tagaus
spielen. Dieses Selbst war aus diesem Grund sehr fasziniert und beobachtete
an der Pforte zur Erde das Treiben der Menschen.
An dieser Pforte kam ein Wesen zu uns, das uns einlud, auf der Erde zu
inkarnieren. Dies tat es mit den folgenden Worten:
“Was du hier siehst, ist der Planet Erde. Eine perfekte Raum-Zeit-Illusion,
die aufgrund ihrer vielen möglichen Spiele vielen Wesen aus den
unterschiedlichsten Welten und Realitäten sehr viel Freude und Spaß bereitet.
Gleichzeitig befindet sich diese Raum-Zeit-Illusion in den Händen bestimmter
Wesen, die die Einwohner versklavt haben. Du kannst also in diese Raum-
Zeit-Illusion eintauchen und die dort lebenden Bewohner bei ihrer Befreiung
unterstützen. Doch um an diesen Spielen teilhaben zu können, musst du
folgenden Bedingungen zustimmen: Erstens werden dir deine Erinnerungen
an deine Ganzheit genommen. Du wirst sie natürlich zurückerhalten, sobald
du das Spiel wieder erfolgreich verlassen wirst, aber innerhalb des großen
Spiels kannst du sie nicht bekommen. Zweitens, wenn du in dem Spiel das
Spielende einer Runde erreicht hast (d.h. stirbst), dann wirst du einen neuen
Körper und ein neues Umfeld erhalten, um einen weiteren Versuch zu starten.
Du wirst dich jedoch nicht an deine vorangegangenen Umfelder und Freunde
erinnern. Auf unterbewusstem Niveau wirst du jedoch die bewusst erlangten
Fähigkeiten beibehalten und mit in die nächste Spielrunde mitnehmen
können. Überhaupt ist die Raum-Zeit-Illusion eine Tarnungsrealität, d.h. alle
dir hier vertrauten Elemente, ansonsten gewohnten Zugriffe auf dein wahres
Selbst und deine vorherigen Erfahrungen werden getarnt sein. Du wirst dein
Selbst in vielen Realitäten aussetzen müssen, um möglichst viele Erfahrungen
sammeln und das Spiel zu seinem besten Abschluss bringen zu können. Und
drittens, wenn du es nicht schaffst, innerhalb einer Reihe von Spielrunden
sämtliches Wissen anwenden zu können, um deine Ganzheit
wiederzuerlangen, musst du weiteren Spielrunden zustimmen. Vorher darfst
du das Spiel nicht verlassen! Wenn du das Spiel verlässt, wirst du
Unglaubliches erlernt haben, was dir auf deinem weiteren Weg in andere
Welten jenseits der Erde sehr helfen wird. Aus keinem anderen Grund ist es
so beliebt, hier an dieser Illusion teilzunehmen. Aber denke daran: Es fühlt
sich alles wirklich verdammt echt an!”
Das höhere Selbst bzw. die Ganzheit des Selbst hat zugestimmt und in vielen
Realitäten eine sehr große Menge an Selbsten ausgesetzt, von denen man
selbst auch eines ist, damit diese dort umfassende, detaillierte und möglichst
viele Erfahrungen sammeln können. Diese Erfahrungen stellen die
Bewusstseinserweiterung im Allgemeinen dar und z.B. das Astralreisen oder
luzides Träumen sind einige der Fähigkeiten und Möglichkeiten, die einen in
diese andere Realitäten mit den anderen Selbsten befördert. Mit ihrer Hilfe
kann man das eigene persönliche Bewusstsein entsprechend erweitern. Je
mehr man es erweitert, desto mehr nähert man sich dem Bewusstseinsgrad der
Ganzheit. Sobald dies erreicht ist, erreicht man gleichzeitig seine Freiheit
zurück.
Die Freiheit wird dabei so definiert, dass sie sämtliches Wissen einschließt,
dass man sich vorstellen kann und umfasst die Erinnerungen an all die Leben,
die man bereits gelebt hat sowie alle Möglichkeiten, die man sich nur
ersinnen kann. Fliegen, durch Wände gehen, an jeden Ort im Universum
reisen, in die Unendlichkeit und noch viel weiter, beliebige Körper mit
beliebigen Aussehen erschaffen – unabhängig davon, ob dieser Körper
psychischer oder physischer Natur wäre, sind hierbei nur der Anfang. Man
kann seine eigene Welt mit eigenen Menschen erschaffen, die sogar denken
würden, mit eigener Natur und Tieren, mit eigenen Gesetzen und sich dann in
ihr ebenso real bewegen, wie wir das gegenwärtig mit dem uns vertrauten
Alltag handhaben. Jeder Einzelne von uns hat diesen Weg gewählt und hat
auch diesen Weg zu gehen. Wer damit nichts zu tun haben möchte, kann nur
Jahrhunderte an Zeit schinden, das ist alles. Ansonsten gibt es keinen
Unterschied zwischen uns allen.
Natürlich kann man sich auch einfach nur aus Spaß und guter Laune mit
luziden Träumen oder Astralreisen beschäftigen, um in das Thema
hineinzuschnuppern und mal damit herumzuexperimentieren, aber wer
ernstere Absichten in dieser Richtung hegt, wird sein Bewusstsein
automatisch erweitern und irgendwann zu seinem wahren Selbst und somit zu
seiner Freiheit zurückfinden.
Für diejenigen, die das nur zum Spaß machen, möchte ich sagen, dass der
Zusatz der Spielregel “Vorher darfst du das Spiel nicht verlassen!” der große
Trick derer ist, die dieses Spiel angeboten haben bzw. anbieten, denn sobald
man dem Spiel zugestimmt hat, werden sie alles daran setzen, selbst mit Hilfe
übelster und hinterhältigster Tricks, um dich in dem Spiel zu behalten. Dass
es ihnen gelungen ist, erkennt man daran, dass man sich so gut wie an keine
Leben mehr erinnert, kaum Träume hat und nicht mehr weiß, warum man
überhaupt auf diesem Planeten ist. Das Spiel ist zu einem Gefängnis
geworden… Und in diesem Gefängnis wird jedem eine neue Identität
aufgedrückt, das Gedächtnis nach jedem physischen Tod neu gelöscht und
man spielt dieses Spiel wie in einer immer wiederkehrenden Zeitschleife Tag
für Tag und Leben für Leben neu und dies vermutlich schon seit tausenden
von Jahren, ohne die geringste Ahnung zu haben, wie alles begonnen hat. Der
Spieler wurde zum Gefangenen eines interdimensionalen Spiels, entworfen
von interdimensionalen Unterdrückern und Sklavenhaltern mit Hilfe einer
hochtechnologischen Raumzeit-Illusion, die niemals endet…
Wenn man sagt, dass man die Fähigkeiten des außerkörperlichen Reisens, das
luzide Träumen, sich an seine vorigen Leben zu erinnern, sein 3. Auge zu
entwickeln, zu meditieren…. d.h. sich der persönlichen
Bewusstseinserweiterung und spirituellen Entwicklung nur zum Spaß macht,
dann hat man etwas ganz Grundlegendes nicht verstanden.
Ich habe bis zu diesem Kapitel erklärt, wie man das luzide Träumen und das
außerkörperliche Reisen bzw. Astralreisen erlernen kann. Der nächste Schritt
ist das Wissen um die Deaktivierung der Zirbeldrüse vonseiten der Matrix-
Programmierer. Die Zirbeldrüse muss jedoch wieder in Gang gesetzt werden,
damit man sein Bewusstsein erweitern kann…

Die Zirbeldrüse




Wenn ein Autor wusste, wie man Gruselgeschichten schrieb, dann war es,
neben Edgar Allen Poe, bestimmt Howard Philipp Lovecraft (1890-1937).
Bereits mit sechzehn Jahren schrieb er für eine astronomische Kolumne in der
Zeitung “Providence Tribune“. Im Anschluss verfasste er seine Geschichten
über fünfzehn Jahre lang für Magazine, die seltsame Geschichten zum Thema
besaßen. Seine Leidenschaft war offensichtlich: Intelligente
Horrorgeschichten, recherchiert und raffiniert inszeniert, dass es einen
wirklich gruselte. Seine wohl bekannteste Geschichte trägt den Namen
“Mächte des Wahnsinns“, die von einer Expedition zum Südpol handelt, in
der befremdliche Kreaturen entdeckt wurden. Ebenso die schwarzmagische
Bibel “Necronomicon” aus dem achten Jahrhundert wird sehr gern in seinen
Geschichten benutzt, die von einem verrückten Araber berichtet, der auf der
Flucht vor unheimlichen Dämonen ist, zu denen er Tore geöffnet hatte.
Mit einigen anderen Gruselautoren entwickelte er die Reihe des “Cthulhu
Mythos” mit der Annahme, dass Geschöpfe von einem anderen Planeten zu
uns gekommen seien, um Chaos auf der Erde zu verbreiten. Er erschuf damit
beinahe eine eigenständige Religion und machte sich damit in Kreisen
leidenschaftlicher Horrorfans sehr beliebt. Doch dem noch lange nicht genug,
betätigte er sich zuweilen auch als Ghostwriter für den größten Magier aller
Zeiten, Harry Houdini. Autoren wie John Carpenter (“Mächte des
Wahnsinns”), Robert Bloch (“Psycho“), Clive Barker (“Hellraiser”) und Anne
Rice (“Interview mit einem Vampir”) fühlten sich immer wieder von
Lovecraft inspiriert.
Der Autor selbst wuchs in einem dunklen, schlecht beleuchteten Haus auf.
Sein Vater litt vehement an Syphilis und Howard lieferte stets ein krankes
Erscheinungsbild aufgrund seiner ausschließlich dunklen Gedanken, die er zu
hegen liebte. Bereits als Jugendlicher widerfuhren ihm zwei
Nervenzusammenbrüche, die man vermutlich eher als belastende,
außersinnliche Wahrnehmungen bezeichnen könnte und diese mochten gerade
seine Geschichten inspiriert haben.
Einer seiner Lieblingskommentare war “Die älteste und stärkste Emotion der
Menschheit ist Angst, und die älteste und stärkste Art der Angst ist die Angst
vor dem Unbekannten.”
In einem Vorwort erwähnte er: “Es ist einfach, den Verstand vom
Herumreiten auf dem Verlust der Illusion von der Unsterblichkeit
fortzubewegen. Der disziplinierte Intellekt fürchtet nichts und sehnt sich nicht
nach verlockenden Süßspeisen am Ende des Tages, aber inhaltlich das Leben
zu akzeptieren und der Gesellschaft nach bestem Gewissen zu dienen.
Persönlich würde ich mich letzten Endes nicht um Unsterblichkeit scheren. Es
gibt nichts Besseres als die Vergesslichkeit, denn in der Vergesslichkeit bleibt
kein Wunsch unerfüllt. Wir erhielten sie vor unserer Geburt und keiner hat
sich bisher beschwert. Sollen wir nun weinen, weil wir wissen, sie könne
zurückkehren? Das Elysium* reicht mir in jedem Punkt.”

[*Das Elysion ist in der griechischen Mythologie die “Insel der Seligen” auf die jene Helden entrückt
werden, die von den Göttern geliebt wurden oder denen sie die Unsterblichkeit schenkten. (Quelle:
Wikipedia)]


Bei dem Begriff Zirbeldrüse dachte ich für gewöhnlich immer erst an die
Geschichte von H.P. Lovecraft mit dem Titel “Jenseits der Mauer des
Schlafes” (verfilmt als “From Beyond”, 1986), die von einem
Wissenschaftler handelte, der eine Maschine entwickelt hatte, welche die
Zirbeldrüse (eine Hormondrüse innerhalb des Gehirns, die sich auf Höhe der
Stirn befindet und in esoterischen Kreisen auch symbolisch dem dritten Auge
zugewiesen wird) dermaßen stimulierte, dass man plötzlich das Jenseits sehen
konnte. Dabei, wie man es sicher von Lovecraft weiß, kam es dabei zu
schaurigen Zwischenfällen. Der Wissenschaftler kommt bei seinem
Experiment um und ein Team von Forschern versucht, seinen Apparat zu
verstehen, mit dem Ergebnis, dass sie allesamt durchdrehen, weil sie die
seltsamsten Dinge sehen. Sie versuchen den entstandenen Schaden
auszugleichen, erkennen aber nicht, dass sie durch das ständige Einschalten
der Maschine die Zirbeldrüse dermaßen häufig stimulierten, dass sie plötzlich
durch die Stirn brach und aus ihr herausragte, ein kleines Auge oben auf. Das
ist doch Grund genug, um sich einmal ausgiebiger mit der Zirbeldrüse
auseinanderzusetzen…

Natürlich war das nur Mr. Lovecrafts übertriebene Horrorvorstellung und eine
sehr physische Darstellung, wie man sein drittes Auge aktivieren kann. Die
Zirbeldrüse jedoch ist der Schlüssel, das interdimensionale Portal, das den
Geist mit dem Kollektivbewusstsein des Universums verbindet.
In indischen Kreisen hingegen wird die Zirbeldrüse als drittes Auge bzw. das
“Ajna-Chakra” bezeichnet und als heilig angesehen. Es ist für die Inder ein
Energiezentrum zwischen den Augenbrauen, das bei einer stärkeren
Aktivierung ermöglicht, z.B. durch Energiearbeit, Traumtechniken oder
bewusstseinserweiternde Substanzen, außersinnliche Wahrnehmungen zu
erhalten. Beispiele einer solchen Wahrnehmung wären u.a. das Sehen von
Verstorbenen, Hellsichtigkeit oder andere seherischen Kräfte, insbesondere in
Form von Träumen oder Visionen. Auch der Kontakt zu Außerirdischen wird
immer wieder erwähnt und verlieh der Zirbeldrüse auch die Bezeichnung
‚Multidimensionales Portal‘.
Die Beeinflussung der Hypophyse und natürlich der Epiphyse (Zirbeldrüse)
geschieht durch den Einfluss von Energien, die diese Drüsen stimulieren und
Wirkungen auf das erwähnte Chakra, bzw. dritte Auge ausüben. Die
Stimulanz bewirkt dann ein größeres, bzw. weiteres Wahrnehmungsspektrum,
bei dem “Dinge” wahrgenommen werden können, die für das normale,
menschliche Auge ansonsten stets unsichtbar bleiben.
Bereits Albert Einstein sagte, dass alle Materie nur ruhende Energie sei,
sozusagen eine bestimmte Frequenz der Energie aufweist, die uns dichter
erscheint und somit sichtbar ist. Nun können Personen oder Gegenstände, die
eine höhere Frequenz besitzen, nicht von einem Gerät (hier: Auge)
wahrgenommen werden, wenn es nicht den entsprechenden Frequenzbereich
einhält. Jedes Element, das sich also außerhalb unserer Standardfrequenzen
befindet, verdichtet sich nicht zu gegenständlicher Materie und kann auch
kein Licht reflektieren, damit man es wahrnehmen kann. Die Nutzung des
dritten Auges würde phasen- oder frequenzverschobene Elemente jedoch
sichtbar machen - natürlich nur für jene Person, dessen drittes Auge aktiviert
wurde, sei es durch mentales Training, einem plötzlichen Auftreten oder von
Geburt an. Es überrascht also nicht, dass wenn Milliarden Menschen mit
einem deaktivierten dritten Auge den Planeten bevölkern und dazu neigen,
Menschen mit einem aktivierten dritten Auge als schizophren und im
günstigsten Fall als Hellseher zu betiteln. Letztere sehen einfach mehr, weil
sie aus irgendwelchen Gründen die Fähigkeit besitzen, das dritte Auge zu
benutzen – sei es sporadisch oder ganz kontrolliert. Die Frage, ob es sich nun
so verhält, dass die antrainierte Fähigkeit die Aktivitäten der Zirbeldrüse
erhöht oder ob sie es ist, die die Fähigkeit entstehen lässt, sei erst einmal
dahingestellt. Nichtsdestotrotz ist das Phänomen vorhanden und lässt
interessante Schlussfolgerungen zu, die im weiteren Verlauf sogar praktisch
anwendbar werden.

Sollte es etwa ein verkümmertes Organ in unserem Gehirn geben, das die
menschliche Fähigkeit außersinnliche Wahrnehmungen zu besitzen,
mindestens repräsentiert?
Die Zirbeldrüse soll ursprünglich über 3 cm lang gewesen sein, degenerierte
auf die heutige Größe von 3 bis 5 Millimeter und ist - laut Wissenschaftlern –
u.a. für den Wach- und Schlafrhythmus zuständig. Sie erzeugt das Hormon
“Melatonin”, welches wiederum DMT (Dimethyltryptamin) erzeugt, und
wird in der Regel nur dann von der Zirbeldrüse hergestellt, wenn sie
registriert, dass keinerlei Licht von außen auf den Körper fällt. Wenn es also
stockdunkel ist, beginnt die Zirbeldrüse mit ihrer Produktion.

Dies lässt also nicht wundern, wieso Lovecraft so fasziniert von ihr war, denn
er lebte viel in dunklen Räumen und dies wird seine Wahrnehmung
entsprechend beeinflusst haben. Er wäre gewiss von der Tatsache, dass es im
Gehirn ein Organ gibt, das nur arbeitet, wenn es dunkel ist, magisch
angezogen gewesen. Bisher ist noch nicht geklärt, wieso die Zirbeldrüse in
ihrer Evolution eher kleiner als größer wurde. Es wird vermutet, dass der
Mensch mittlerweile nicht mehr in dunklen Höhlen lebt und damals der
Dunkelheit viel länger ausgesetzt war als heutzutage. Unsere großen Fenster,
die unsere Häuser schmücken, werden recht selten komplett mit Rollläden
verschlossen und bewirken nur eine Zeit weniger Stunden, in denen die
Zirbeldrüse Melatonin herstellen kann. Der kleinste Lichtstrahl genügt bereits
und die Melatonin-Produktion wird eingestellt. Doch existieren noch andere
Gründe, die dafür verantwortlich sein könnten. Dazu komme ich später.

Laut wissenschaftlichen Untersuchungen ist die Melatonin-Produktion bei
Kindern wesentlich höher als bei Erwachsenen und wie man sicherlich weiß,
erleben Kinder auch intensivere Träume oder sind von Natur aus für
außersinnliche Wahrnehmungen empfänglicher. Sie werden aber in der Regel
auch früh abends ins Bett geschickt und oftmals bereits bei Einbruch der
Dunkelheit schlafen gelegt. Die Zirbeldrüse kann also dann viel länger aktiv
sein als bei einem Erwachsenen, der erst um 23 Uhr oder noch später in der
Nacht zu Bett geht.

Die Entdeckung der Zirbeldrüse revolutionierte jedenfalls die Wissensch