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,,,,,,,,,,,,Das Deutsche Hochschulsystem

Anna ist in der 12. Klasse und absolviert demnächst ihr Abitur. Nach dem Abitur möchte sie Betriebswirtschaftslehre studieren,
weiß jedoch noch nicht, wo. Am liebsten würde sie in einer anderen Stadt studieren, um von zu Hause auszuziehen. Von
Freundinnen hat sie gehört, dass es zwischen den Universitäten beträchtliche Unterschiede gibt.
„Hochschule“ ist ein Oberbegriff für Einrichtungen der wissenschaftlichen Forschung und Lehre. Sie bereitet Personen auf eine
berufliche Tätigkeit vor, die die Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden oder die Fähigkeit zu künstlerischer
Gestaltung beziehungsweise Ausübung erfordern. Anna recherchiert im Internet und stellt fest, dass es in Deutschland insgesamt
349 Hochschulen gibt, die in 12 verschiedene Hochschultypen eingeteilt werden. Sie findet folgende Tabelle, die die Arten und
Eigenschaften der Hochschulen übersichtlich darstellt.

Hochschultypen und ihre Eigenschaften

Universitäten Wissenschaftliche Hochschulen. Sie verfügen über das breiteste Fächerangebot. Die
theoretische Ausbildung steht sehr stark im Vordergrund. Vorgeschriebene Praktika sind sehr selten.
Allerdings steht den Studierenden frei, das Studium individuell zu gestalten.
Technische Wissenschaftliche Hochschulen mit dem Schwerpunkt auf Ingenieur- und naturwissenschaftlichen
Universitäten Studiengängen. Einige Technische Universitäten haben ihr Angebot auf humanwissenschaftliche
Studiengänge erweitert.
Fachhochschulen Hochschulen mit starker Praxisorientierung zum späteren Beruf. Häufig wird bereits vor dem Studium
ein Praktikum von bis zu einem Jahr erwartet. Der Studienverlauf ist straff organisiert und meist mit
Anwesenheitspflicht für die einzelnen Seminare versehen. Das Studium ist in der Regel kürzer als an
Universitäten.
Universität – Verbinden die verschieden Merkmale von Universität und Fachhochschulen. Die fächerübergreifende
Gesamthochschulen Forschung und Lehre wurde vereinfacht, indem die theoretischen und praktischen Inhalte der
Hochschule zusammengeführt wurden. Universität-Gesamthochschulen existieren nur noch in
Nordrhein-Westfalen und Hessen.
Pädagogische Hochschultyp in Baden-Württemberg, welcher den Universitäten gleichgestellt ist. Hier werden
Hochschulen Lehrkräfte für die Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschulen ausgebildet
Kunst- und Für die Zulassung müssen Studierende nachweisen, dass sie sich für den Beruf des Musikers, bzw.
Musikchochschulen Künstlers eignen. Dazu müssen sie z.B. als Nachweis eine Mappe mit Arbeitsproben einreichen oder
auf einem Instrument vorspielen. Der Studienablauf ist stark strukturiert und lässt wenig Platz für eine
individuelle Gestaltung.
Kirchliche und Gleichstellung zu den Universitäten mit staatlich anerkannten Abschlüssen. Die Kirchen unterhalten
theologische eigene Hochschulen. Unterrichtet werden neben Theologie die Fächer Kirchenmusik und christliches
Hochschulen Sozialwesen.
Fachspezifische Einige Hochschulen haben sich auf Fachgebiete spezialisiert. Unter anderem zählen die medizinische und
Hochschulen tierärztliche Hochschule in Hannover und auch die Medizinische Universität in Lübeck dazu. Ebenso bilden
Filmhochschulen und Filmakademien Fachkräfte für Medien, Film und Fernsehen aus. In Speyer wird ein
Aufbaustudium in Verwaltungswissenschaft angeboten.
Private Hochschulen Das Fächerangebot ist im Vergleich zu Universitäten geringer. Die räumliche Ausstattung sowie die
Betreuung durch Professoren ist in der Regel besser. Allerdings sind die Studiengebühren erheblich höher.
Hochschulen des Es gibt für die Mitarbeiter eigene Universitäten und Fachhochschulen des Bundes für Verwaltung, für
Bundes Finanzen, für Polizei und Bundeswehr. Die Studierenden erhalten Ausbildungsbeihilfen, müssen aber
Anstellungsverträge für bestimmte Zeiträume unterschreiben.
Berufsakademien Eine Kombination aus Studium und Ausbildung. Die Studierenden stehen in einem Ausbildungsverhältnis
mit einem Betrieb und studieren zugleich an einer Berufsakademie (BA). Während ihrer gesamten
Ausbildungslaufbahn erhalten die Studierenden eine Ausbildungsvergütung.

Das Auswahlverfahren
Anna erfährt, dass man bei einigen Studiengängen ein Auswahlverfahren durchlaufen muss. Für viele Studiengänge gibt es einen
sogenannten NC (Numerus clausus). Damit werden die Zulassungszahlen zum Hochschulstudium begrenzt. Einige Hochschulen
fordern von den Bewerbern auch ein motivations-schreiben, in welchem sie ihre individuellen Beweggründe zur Wahl des
Studienganges erläutern sollen. An manchen Hochschulen, besonders an Sporthochschulen, finden Eingangstests statt. Für
ausländische Studierende gelten an fast allen Hochschulen besondere Aufnahmebedingungen, die man frühzeitig anfordern oder
im Internet anschauen sollte. Wird man wegen des NC nicht sofort aufgenommen, dann kann man durch „Wartesemester“ die
Chance auf eine Zulassung erhöhen. Jedes Semester (Halbjahr), das man wartet, bringt eine Verbesserung. Als Wartezeit zählt
dann jedes Semester, das seit dem Schulabschluss verstrichen ist. Voraussetzung dafür ist aber der Abschluss einer
Berufsausbildung, ein Auslandsaufenthalt oder ein Sozial-, Wehr- oder Zivildienst. Man kann also die Wartezeit nutzen, um
einen Beruf zu erlernen, der für das spätere Studium nützlich ist.

EUROPÄISCHE BILDUNGSREFORM
Bachelor und Master ersetzen Magister und Diplom
Magda kommt aus Russland. Sie hat vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) ein Stipendium bekommen und
hat jetzt die Möglichkeit, ein Jahr in Berlin Germanistik zu studieren. In der ersten Woche der Vorlesungszeit besucht sie eine
Einführungsveranstaltung, um ihren Vorlesungsplan zusammenzustellen. Der Professor erklärt, dass es verschiedene
Studiengänge gibt. Es gibt alte Studiengänge, die mit einem Diplom, Magister oder Staatsexamen abschließen, und neue
Studiengänge, die den Abschluss „Bachelor“ oder „Master“ haben. Magda überlegt: Warum gibt es jetzt neue
Studienabschlüsse?

Die Studienabschlüsse Bachelor und Master sind ein Ergebnis der 1999 gestarteten Bildungsreform, dem Bologna-Prozess.
Der Ersatz der bisherigen Hochschulabschlüsse durch die Studiengänge „Bachelor“ und „Master“ ist eine der größten
Hochschulreformen seit Jahrzehnten und gilt europaweit.

Die wichtigsten Ziele der Hochschulreform aufgrund der Beschlüsse in Bologna sind:
• ein gestuftes Studiensystem einzuführen, das aus zwei Abschlüssen besteht (Bachelor und Master)
• Einführung eines einheitlichen Qualifikationskonzepts, um Hochschulabschlüsse national und europaweit vergleichbar zu
machen
• die Förderung der internationalen Mobilität im Hochschulbereich, so dass ein Studium im Ausland mit weniger bürokratischem
Aufwand möglich ist
• Verbesserung der Anerkennung von Studienabschlüssen durch die Einführung der Transparenzinstrumente „ECTS“ (European
Credit Transfer System) und „Diploma Supplement“ (Anhang am Abschlusszeugnis mit genauer Beschreibung des
Studienganges)
• Förderung der Berufsqualifizierung und Beschäftigungsfähigkeit3 von Studierenden Insgesamt haben sich 46 europäische
Staaten dazu verpflichtet, bis 2010 die angestrebten Ziele zu verwirklichen.

Historische Entstehung der Hochschulreform


Magda findet im Foyer eine Broschüre über die Hochschulreform. Dort liest sie, dass erste Anregungen zu einem einheitlichen
Hochschulsystem, bei dem die Abschlüsse international anerkannt werden, schon 1997 vom Europarat und der UNESCO im
Lissabon-Abkommen erarbeitet wurden. Schon 1998 beschlossen dann die Bildungsminister aus Großbritannien, Frankreich,
Italien und Deutschland in der Sorbonne-Erklärung die Harmonisierung der Hochschulabschlüsse innerhalb Europas. Diesem
Beschluss folgte schon nach einem Jahr die Bologna-Erklärung, der sich 30 weitere europäische Staaten anschlossen. Ziel war
die Schaffung eines gemeinsamen europäischen Hochschulsystems. In den alle zwei Jahre stattfindenden Nachfolgekonferenzen
schlossen sich dieser Hochschulreform immer mehr Staaten an. Die Konferenzen dienten der Konkretisierung der Ziele und dem
Einsatz der Instrumente und Organisationsformen, um die Vergleichbarkeit der Hochschulstudien zu erreichen.

Allen Ländern, welche die


Europäische Kulturkon-
vention des Europarates
unterschrieben haben,
steht die Mitgliedschaft
am Bologna-Konzept
offen. Welche Abschluss-
möglichkeiten sind im
Rahmen des neuen
Bildungskonzeptes
möglich? Magda erfährt,
dass man seit Einführung
der Hochschulreform nicht
mehr nur einen Studien-
gang studiert, sondern dass
das Studium in zwei
mögliche Etappen
gesplittet wird, den
Bachelor-Studiengang und
den darauf aufbauen-den
Master-Studiengang.

Hochschulzulassung
Vom Abitur zum Studium
(Erfahrungsbericht von Roman Krafft, Student der „Water Science“)Als Schüler denkt man sich noch: „Endlich geht’s los!
Keine Schule mehr! Ab zur Uni! Wo kann ich mich einschreiben?!“ Da fängt schon das erste Problem an … Was will ich
eigentlich studieren? Natürlich hat man sich vorher Gedanken gemacht und ständig zwischen „Interessant“ und „Nützlich“
geschwankt. Gehört hat man von Familie und Freunden sowieso nur von althergebrachten Fächern wie BWL, Jura oder Medizin.
„Nein, Lehramt oder Soziologie kommt auf keinen Fall in Frage – da wäre der soziale Abstieg vorprogrammiert – Taxifahrer
gibt es schon genug“. Also schauen wir mal im Internet in die Homepages der Unis. Es ist doch mehr Arbeit als gedacht. Bei der
ersten Uni (am Wohnort): Wo findet man denn auf dieser Seite Informationen zu Studiengängen? Studieren *klick* – ich werde
überrollt mit Informationen zu Vorlesungen und Veranstaltungen, die stattfinden oder ausfallen, irgendwelche „LSF“-, „QIS“-,
„QUS“-, „BLIS“-, „BANG“-Systeme – wo kann ich mich denn einschreiben? Hier bin ich wohl falsch; also zurück zur
Startseite. Ach, da ist es ja: ein kleiner Button „Studieninteressierte“ *klick* – das scheint richtig zu sein. Ich lese alle
Informationen zu Fristen und der Bewerbung. Jetzt bin ich noch verwirrter: Dort gibt es über 115 „auslaufende Studiengänge:
Bachelor, Master, Magister, Diplom, Staatsexamen, Lehramtsausbildung“ und gleichzeitig 125 „aktuelle Studiengänge:
Bachelor, Master, Staatsexamen, andere“.
Welches Fach werde ich denn nun nehmen? Alle Gespräche mit Eltern oder Bekannten mit akademischem Abschluss zeigen,
dass Erfahrungen der Vergangenheit wertlos sind. Es gibt keinen simplen Diplom-Kaufmann und keine einheitlichen
Zulassungsbedingungen. Jede Universität hat ihre eigenen Fachbezeichnungen und Anforderungen. Ich werde überrollt von
Studiengängen mit exotischen Namen wie „Information Systems“ oder „Public Administration“. Was ist der Unterschied
zwischen Arzneimittelwissenschaften und Pharmazie? An Medizin hatte ich schon oft gedacht und in meiner Fächerwahl mit
Leistungskurs Chemie und den Interessen für Biologie eigentlich gut geplant. Aber – *klick*:

„Das Fach ist zulassungsbeschränkt im Allgemeinen Auswahlverfahren der ZVS“.

Das bedeutet, dass ich mir nicht eine bestimmte Universität aussuchen kann! Ich fordere also erst einmal alle Unterlagen an und
sehe, dass ich mich für 3 Universitäten bewerben darf. Nach vielen beglaubigten Kopien meiner Unterlagen und einigen Wochen
des Wartens bekomme ich Post. An keiner der Unis wurde ich angenommen; ich bin aufgrund meiner „schlechten“ Abiturnote
(2,4 = gut) auf dem Warteplatz 2364 und habe 6 bis 8 Semester Wartezeit. Mein Freund, der wegen zu schlechter Noten vom
Gymnasium zu einem Berufskolleg gewechselt war, durfte mit einer Abschlussnote von 1,2 und Leistungskursen in Deutsch und
Geschichte in Heidelberg Medizin studieren. P.S.: Es war aber gut, dass er nach 3 Semestern dann doch zum Lehramt wechselte.
Was mache ich nun? Mein Vater möchte mich bei den Wirtschaftsmanagern sehen. Er selbst ist Wirtschaftler und meint, mir
würde es leichtfallen. Zwar sehe ich mich nicht unbedingt bei den rosa Polohemdenträgern mit hochgestelltem Kragen, doch
lasse ich mich zur Bewerbung in vier adäquaten Studiengängen überreden: „Economics and Law“ und ähnliche. Alle
„Zulassungs-beschränkt im hochschulinternen Auswahlverfahren”.
ДПРОЛNNNNNNKL-
Das Ergebnis ist wiederum: „Sie sind nicht zugelassen“. Ich werde nun auch bei anderen Unis nach-schauen, bei den vielen
Studiengängen ist vielleicht etwas mit Wirtschaft dabei. Mir fällt auf, dass es zwar eine Unmenge von Informationen gibt, die
jedoch meist in total chaotischen Internetauftritten untergehen. Da sollte doch mal ein User ran, um es kundenfreundlicher zu
gestalten.
Bei einer Uni im R uhrgebiet finde ich auf der Suche nach Studiengängen im Alphabet direkt vor „Wirtschaftswissenschaft“ den
Studiengang „Water Science“. Wasser ist für mich – als Sporttaucher – ohnehin ein Lebenselixier, und mein Interesse lag
eigentlich bei den Naturwissenschaften, lieber Vater. Beim Durchlesen der Studiengangsbeschreibung gefällt mir dieser
Studiengang immer besser. Bei einem Besuch der Uni kann ich sogar einen der zuständigen Professoren sprechen und erfahre,
dass der Studiengang mit maximal 80 Studenten pro Semester anfängt. Ist sicher eine gute Lernatmosphäre, besser als unter 800
BWLern! Und dazu steht im Internet: Zulassungsfrei!

Ich bekomme meinen Einschreibungstermin per Post zugestellt. Die Einschreibung ist kein Problem, und alles funktioniert
reibungslos. Es ist sogar noch Zeit, vorher die Fachschaft des Studienganges zu besuchen. Dies ist das Beste, was man als
Einsteiger machen kann. Dort bekommt man wirklich fachlichen Rat und auch Hilfestellungen zu Fragen, die man sich selber
noch gar nicht gestellt hatte. Zwei Tage nach meiner Einschreibung für „Water Science“ mache ich weitere Erfahrungen mit dem
deutschen Bildungssystem: Für alle vier Studiengänge an der Uni meiner Heimatstadt erhalte ich nun die Zulassung im
„Nachrückverfahren“ und könnte mich einschreiben lassen. Die Organisation zur Erlangung eines Studienplatzes ist in
Deutschland (noch?) so geregelt, dass man sich je nach Lust und Laune an 2 bis 30 verschiedenen Hochschulen bewirbt. Wer
eine entsprechend gute Abiturnote hat, bekommt dann die Zulassung für mindestens eine, vielleicht auch für 20 Hochschulen.
Da man sich aber nur bei einer einschreibt, stellt sich kurz vor Studienbeginn heraus, dass an den anderen 19 Hochschulen der
zugewiesene Platz frei bleibt. Diese müssen nun schnell „Nachrücker“ suchen, um die freien Plätze noch zu besetzen. Die
möglichen Nachrücker sind aber u.U. schon bei einer anderen Hochschule nachgerückt. Es ist ein programmiertes Chaos. Ich
habe es zum Glück überstanden, nachdem ich aus Verzweiflung fast noch einen mir angebotenen Studienplatz in den
benachbarten Niederlanden eingenommen hätte, der den Intentionen meines Vaters näherstand.

Die ersten Wochen bei der „Water Science“ waren zunächst aufregend und anstrengend. Das erste „Aha“-Erlebnis kam dann mit
den Klausuren. Meine erste Klausur habe ich, wie 80% der Mitbeteiligten auch, nicht bestanden, weil ich wie für das Abi gelernt
hatte. Zwar muss man für ein Fach an der Uni so viel lernen wie für alle Fächer im Abi zusammen – aber nachdem man sich in
Lerngruppen organisiert und lernt zu wissen, was die Professoren hören wollen, verliert man schnell die Angst vor den
Klausuren. Ich bin jetzt ein Jahr vor meinem Abschluss und muss sagen, dass sich der ganze Aufwand gelohnt hat. Ich kann
jedem Studi-Aspiranten aber dringend empfehlen, sich noch während des letzten Schuljahres jemanden zu suchen, der schon
einige Semester an der Uni ist, und alles mit ihm besprechen. Dies setzt natürlich voraus, dass man eine Vorstellung davon hat,
was man studieren möchte. Dabei sollte man auch bei Absagen nicht gleich verzagen und umsteigen, sondern das
„Nachrückverfahren“ in Rechnung stellen, das – leider immer viel zu spät – oft noch Chancen eröffnet.

Studien- und Semesterbeiträge


Heidi hat sich entschlossen, nach dem Abitur Maschinenbau zu studieren. Für das Studium hat sie sich bereits an der
Technischen Universität Dortmund eingeschrieben. Zwei Wochen bevor es losgeht, erhält sie einen Brief mit einer Rechnung.
Sie soll 500,00 Euro Studienbeitrag und 200,00 Euro Semesterbeitrag bezahlen. Insgesamt kostet sie ein Semester 700,00 Euro.
Die Beiträge sind ein von jeder Hochschule festgelegter Betrag, den Studierende vor Beginn eines jeweiligen Semesters
für ihr Studium und einen Teil der sonstigen Aufwendungen der Hochschule zu begleichen haben.

Kosten für ein Studium:


Das Studieren an Hochschulen ist stets mit Ausgaben verbunden. Sie teilen sich, wie Heidi in ihrem Brief mitgeteilt bekommen
hat, in Semesterbeiträge und Studienbeiträge.

Semesterbeiträge
Semesterbeiträge umfassen anfallende Gebühren für soziale
Aufgaben der Hochschule, für die Arbeit der
Studierendenvertretung (= AStA, d.h. Allgemeiner
Studierenden Ausschuss) und zumeist auch für ein
Semesterticket.

Studienbeiträge
Studienbeiträge gibt es in
Deutschland schon seit 1970
in Form von Hörergeldern an
Hamburger Hochschulen
oder an privaten
Hochschulen. Seit 2005 gibt
es jedoch ein Gesetz zur
Einführung von
Studienbeiträgen an
staatlichen Hochschulen.
Durch dieses Gesetz sind die
einzelnen Bundesländer
berechtigt, Studienbeiträge
zu erheben. Die Studien-
beiträge sind in den meisten Bundesländern zweckgebunden, das heißt, dass sie nur zur Verbesserung der Studienbedingungen
und der Lehre eingesetzt werden dürfen. Da jedes Bundesland für sich entscheiden kann, ob es Studienbeiträge erhebt und, wenn
ja, in welcher Höhe, hätte Heidi ihren Studienort auch nach diesem Kriterium auswählen können.

Befreiung von Studienbeiträgen


Heidi hat in einer Beratung erfahren, dass Studienbeiträge in einigen Fällen entfallen. Dies entscheiden die Bundesländer für
sich. So können in einigen Fällen Studenten z.B. befreit werden für Urlaubssemester, für Promotionsstudiengänge, wenn sie
überdurchschnittlich gute Leistungen nachweisen können oder wenn sie aus Ländern kommen, für die ein hohes Interesse an
einer Bildungszusammenarbeit gegeben ist. Daneben gibt es das sogenannte Sozialpunktesystem. Das Sozialpunktesystem
ermöglicht es Studierenden, durch ehrenamtliche Tätigkeiten teilweise einen Erlass der Studiengebühren zu bekommen. Würde
Heidi an der Technischen Universität Dortmund in Hochschulgremien wie AStA oder der Fachschaft arbeiten, könnte sie einen
Erlass der Studiengebühren von maximal 50 % für maximal vier Semester bekommen.

Studienkosten in Deutschland

Ausgaben und Finanzierung


Die drei wichtigsten Fragen, die sich ein Abiturient stellt, sind:
- Soll ich studieren?
- Was soll ich studieren?
- Wie finanziere ich das Studium?
Gehen wir davon aus, dass die beiden ersten Fragen geklärt sind, dann sollte man sich dem ebenfalls schwierigen Thema
widmen: Was wird das Ganze kosten, und woher kommt das Geld dafür?
Auch zu dieser Frage gibt es für einen angehenden Studenten kaum überschaubare Informationsquellen von verschiedensten
Organisationen, Behörden, Universitäten und ihren Studentenwerken usw. 150.000 Seiten finden sich allein bei Google zum
Thema „Studienfinanzierung“. Wir wollen uns hier drei Problemen widmen:

Kann und will ich vom Elternhaus aus das Studium aufnehmen?
Die Antwort ist zunächst einmal davon abhängig, ob überhaupt eine Hochschule in der Nähe ist, die verkehrstechnisch bei
zumutbarem Zeitverlust und entsprechenden Kosten erreichbar ist. Bei 357 Hochschulen scheint dies in den sehr vielen Fällen
gegeben. Hierzu trägt auch das mehr und mehr flächendeckend eingeführte „Semesterticket“ bei, das Fahrten im öffentlichen
Personennahverkehr über weite Strecken ohne zusätzliche Ausgaben ermöglicht, weil es ohnehin mit den Semesterbeiträgen
bezahlt werden muss. Fraglich ist jedoch immer: Hat die erreichbare Hochschule auch den von mir gewählten Studiengang, und
ist die Verkehrsverbindung mit den Veranstaltungszeiten harmonisiert? Eventuell – nur mit Vorbehalt zu empfehlen – besteht
dann immer noch die Möglichkeit, die Wahl des Studiengangs zu überdenken.
Selbst wenn alle diese Faktoren positiv zusammenfallen, sollte man prüfen: Wiegt die Bequemlichkeit und Kostenersparnis des
Elternhauses die Chance auf, mich nun in das Wagnis der Autonomie – in allen ihren Facetten – zu stürzen? Diese Entschei-
dungssituation hat erhebliche Konsequenzen, nicht nur für Studierende, sondern auch für die Eltern, und kann nur individuell
geklärt werden.

Wie hoch sind ungefähr die monatlichen Ausgaben für ein Studium?
Die Frage, wie viel Geld werde ich benötigen, um meine monatlichen Lebenshaltungskosten, die Studiengebühren und andere
Ausgaben für das Studium abzudecken, ist sicher für jeden Studierenden wichtig, insbesondere, wenn er nicht mehr im
Elternhaus wohnt und völlig neue Situationen zu bewältigen sind. Natürlich kann man hierzu keine generelle Antwort geben, da
es zu unterschiedliche Typen von Studierenden gibt, die auch vor der Studienzeit im Ausgabeverhalten nicht auf einen Nenner
zu bringen waren. Hinzu kommen sehr große Differenzen in den Kosten je nach Hochschulstandorten und auch nach
Studiengängen. Man kann sich aber an gewissen Mindestnormen („durchschnittliche Studierende“) orientieren, die im Einzelfall
dann durch Informationen (z.B. Zusatzausgaben für Studiengänge mit speziellem Materialverbrauch, Exkursionen usw.) an der
Hochschule zu ergänzen sind.

Man sollte in jedem Fall folgende Kategorien berücksichtigen:


1. Miete und Nebenkosten
2. Kommunikation (Telefon, Internet, Gebühren für Radio und TV, Post)
3. Nahrungs- und Genussmittel
4. Kleidung
5. Fahrtkosten für öffentlichen Personenverkehr sowie eigenes Fahrzeug
6. Lernmittel
7. Versicherungen und Zuzahlungen für Arzt und Medikamente
8. Kultur, Sport, sonstige Freizeitausgaben
9. Studiengebühren (auf 1 Monat umgelegt)
Die Lebenshaltungskosten während des Studiums können im Durchschnitt mit ca. 700 € je Monat angesetzt werden. Darin sind
die Positionen 1 – 7 einbezogen. Die Ausgaben für die Position 8 sind von den dort genannten Aktivitäten und persönlichen
Ansprüchen abhängig. Die Studiengebühren sind in den Bundesländern – und dort z.T. auch in den Hochschulen – unter-
schiedlich hoch und kommen hinzu. Allerdings sollte man berücksichtigen, dass es für Studierende sehr viele Vergünstigungen
bei Vorlage des Studentenausweises gibt. Auf die Semestertickets haben wir schon hingewiesen. Die Kosten für die gesetzliche
Krankenversicherung sind bis zur Vollendung des 25. Lebensjahrs in dem Beitrag der Eltern enthalten; es sei denn, dass die
Einnahmen des Studierenden den Betrag von 7.680 € im Jahr überschreiten. In diesem Fall ist die Sozialversicherung selbst
abzuschließen und das Kindergeld entfällt ebenfalls.

Welche Geldquellen sind zu überprüfen?


Die Studentenwerke sind die richtigen Ansprechpartner für die Probleme der Studienfinanzierung.
Man kann bei den Geldquellen, die für das Studium zur Verfügung stehen, drei Formen unterscheiden:
A) Quelle ohne Gegenleistung,
B) Quelle mit Gegenleistung und
C) Quelle mit Rücklauf.
Zu A gehören 1 und 2, wobei man bei 2 daran denken muss, dass hier doch
Gegenleistungen in Form von guten Studienergebnissen erforderlich sind, so dass es
keine Quelle für den Studienanfang ist. 3 ist eine Mischung von A und C, da
teilweise Rückzahlungen erfolgen müssen4 (Info unter http://www.das-neue-
bafoeg.de/de/372.php). 4 gehört zu B, weil hier Gegenleistung in Form von Arbeit
erforderlich ist. Man sollte möglichst darauf achten, dass diese Gegenleistung auch
einen inhaltlichen Nutzen für das Studium mit sich bringt. 5 und 6 gehören zu C,
wobei man mit Studiendarlehen das gesamte Studium (bis 10 Semester) finanzieren kann,
während die Bildungs- bzw. Abschlusskredite nur bis 24 Monate finanzieren und ab 5.
Semester möglich sind.

Das Studentenwerk
An den meisten deutschen Hochschulen haben die Studierenden die Möglichkeit, die
Dienstleistungen von „Studentenwerken“ in Anspruch zu nehmen. Diese sorgen für eine
Verbesserung der wirtschaftlichen, sozialen, gesundheitlichen und kulturellen
Rahmenbedingungen für die Studierenden am Hochschulort und haben Aufgaben
übernommen, die für jeden Studierenden von Bedeutung sind. Besonders Studienanfänger
sollten sich möglichst früh über das für ihre Hochschule zuständige Studentenwerk
informieren. Die im Deutschen Studentenwerk zusammengeschlossenen 58 Studenten-
werke, die in den Städten der größeren Hochschulen ansässig sind, betreuen ca. 200
Hochschulen, so dass für Studierende fast überall die Chance besteht, den
Kontakt aufzunehmen.
„Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zur Verwirklichung von Chancengleichheit.
Im Zusammenwirken mit Hochschulen und Hochschulstädten tragen sie zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für das
Hochschulstudium bei und beteiligen sich insoweit an der Gestaltung des Lebensraums Hochschule.“

Es gibt z.B. an verschiedenen Hochschulstandorten durch das Studentenwerk einen „Newcomer-Service“ mit unterschiedlichen
Service-Paketen, der eine Hilfe für das Einleben in die neue Umgebung bietet. Dieser Service kann schon bei der Ankunft mit
dem Empfang am Flughafen beginnen und viele Hilfen geben, wie Beratung und Tutorien, Sprachkurse, Mithilfe bei Besuch von
Ämtern usw. Für den Studienanfang ist dies eine wichtige erste Orientierung. Die Leistungen solcher Starthilfen werden von
jedem Studentenwerk selbstständig festgelegt.

Servicepakete: Beispiel für internationale Studienanfänger


• Zimmer in einem Studentenwohnheim
• Verpflegung
• Semesterbeitrag evtl. mit Semesterticket für den öffentlichen Nahverkehr
• Beratungen für Studium und Leben in Deutschland, z.B. Info für Kranken- und Haftpflichtversicherungen, Sprachkurse,
Behördengänge, Tutoren.
Einige Studentenwerke sorgen sogar für ein Fahrrad, einen Computer, Internetanschluss, Geschirr und Bettwäsche oder bieten
Sport- und Sprachkurse an. Solche Servicepakete kosten – abhängig von den Leistungen – ca. 160 bis 360 €/Monat
und können für 1 – 4 Semester erworben werden.

Die Studentenwerke haben sehr unterschiedliche Leistungsangebote. Die wichtigsten sind:


Unterbringung. Den Studentenwerken stehen insgesamt ca. 180.000 Wohnplätze zur Verfügung. Die Wohnsituation ist jedoch
an den jeweiligen Hochschulstandorten sehr unterschiedlich. Einige weisen keinerlei Probleme bei der Wohnungssuche auf, bei
anderen ist es außerordentlich schwierig.
Die Studentenwerke bemühen sich, gerade den ausländischen Studierenden besonders zu helfen, um den Nachteil der
Lebensorganisation in fremder Umgebung zu mindern.

Essen und Trinken, Kommunizieren. Studentinnen und Studenten finden in allen Orten von den jeweiligen Studentenwerken
bewirtschaftete Mensen, Cafeterias, Restaurants, Bistros und Cafés und andere Formen von Dienstleistungsbetrieben für
Studierende, Hochschulbedienstete und Gäste. Ca. 700 solche Einrichtungen der Studentenwerke mit über 200.000 Plätzen sind
Kommunikationszentren aller Hochschulangehörigen mit fast 2 Mio. Studierenden und ca. 400.000 Hochschulbediensteten. Hier
können alle Studierenden besonders preisgünstige Mahlzeiten erhalten, für die Hochschulmitarbeiter ist es immer auch noch
preisgünstig Beratungsangebote. Studium und Auslandsaufenthalt sind für Studierende mit vielen neuen Erfahrungen verbunden.
Die meisten sind sicher anregend und positiv, doch muss man auch damit rechnen, dass die Belastung manchmal zu groß wird.
In solchen Krisensituationen sind Beratungsangebote sehr hilfreich, um ein erfolgreiches Studium oder sogar einen Abschluss zu
vollziehen. Die Studentenwerke geben hierbei Hilfen in unterschiedlichen Lebenssituationen, soweit ihre Zuständigkeit für die
sozialen und gesundheitlichen Belange der Studierenden reicht. Sie vermitteln aber auch zur speziellen psychologischen und
sozialen Beratung an die entsprechenden fachlichen Einrichtungen der Hochschulen.

Tutorenprogramme für ausländische Studierende. In der Mehrzahl aller Studentenwerke laufen Tutorenprogramme für
ausländische Studierende. Dies wird meist in Verbindung mit dem gemieteten Wohnraum in den Studierenden-
Appartementgebäuden angeboten. Die Tutoren sind sowohl als neutrale Vermittler zwischen deutschen und ausländischen
Kommilitonen als auch zwischen Studierenden und öffentlichen Institutionen eingesetzt.

Hilfe für Behinderte. Zumeist existiert eine Beratungsstelle für behinderte Studierende. Sie soll für die Chancengleichheit
dieser Studierenden in Studium und Beruf Sorge tragen.

Kindertageseinrichtungen. Auch auf Studierende mit kleinen Kindern warten durch das Engagement der Studentenwerke
Erleichterungen. In vielen Studentenwerken stehen „Kitas“ zur Verfügung, deren Angebot besonders auf die Situation
studierender Eltern hinsichtlich Erreichbarkeit und Öffnungszeiten abgestellt ist.

Finanzielle Hilfen. In finanziellen Notlagen können Studierende Unterstützung bei den Studentenwerken beantragen. Diese
Unterstützung wird in Form von Darlehen oder Beihilfen geleistet.

Kultur und Sport. Studierende spielen Theater, musizieren, organisieren Festivals, stellen aus, schreiben, malen, fotografieren.
Sie betreiben unterschiedlichste Sportarten im Studium und in der Freizeit. Dabei managen Studierende auch gern den gesamten
Ablauf, wobei sie ihre Leistungs- und Konfliktfähigkeit prüfen und Kontakte knüpfen. In beiden Fällen entwickeln Studierende
soziale Kompetenzen und beruflich relevante Fähigkeiten wie Flexibilität, Kreativität oder Teamgeist. Die Studentenwerke
stellen Räume oder Technik zur Verfügung, unterstützen Projekte mit finanziellen Mittel, bieten Kurse oder Workshops an
(Informationen unter www.studentenwerke.de/stw/default.asp).

Private Hochschulen In Deutschland

„Wer die Wahl hat, hat die Qual“, so könnte man die Situation der Schüler beschreiben, die ihre Schulzeit mit der Zugangs-
berechtigung zu einem Hochschulstudium abgeschlossen haben. Etwas mehr als 2500 akkreditierte 1 Studiengänge stehen ihnen
nun von den „Afrikastudien“ bis zu „Zukunftsenergien“ in den Standorten „Aachen“ bis „Zwickau“ für das Bachelor-Studium
zur Verfügung. 2000 weitere Studiengänge warten auf ihre Akkreditierung. Haben die Kandidaten ihren Bachelor-Titel
erworben, so steht ihnen der Weg in die Praxis oder in weitere ca. 2000 Master-Studiengänge offen. Ist schon die Auswahl des
Studienganges eine kaum rational zu lösende Aufgabe, so kommt noch hinzu, dass sich diese Studiengänge auf 357 Hochschulen
mit fast 2 Mio. Studierenden in Deutschland verteilen
.
Wenn man sich z.B. für den Studiengang „Architektur“ entscheidet, stehen 57 Hochschulen zur Wahl; bei „Assyriologie“ ist es
einfacher, da gibt es nur eine. Zwei weitere Entscheidungen für das Studium liegen in der Wahl einer „staatlichen Hochschule“
oder einer „staatlich anerkannten privaten Hochschule“ sowie in der Wahl einer Universität oder einer Fachhochschule
(FH).

Die Aufnahme eines Hochschulstudiums bedeutet, zuvor eine Unmenge von Informationen zu sammeln, um eine optimale
Entscheidung nicht nur über den Studiengang, sondern auch über Studienort und Hochschultyp treffen zu können.

Die Auswahl bei Studiengang und Studienort wird häufig zu einem unlösbaren Konflikt, wenn Studiengänge „zulassungs-
beschränkt“ sind. Man muss sich dann u.U. für einen anderen Studiengang oder einen anderen Studienort oder für eine Wartezeit
entscheiden.

Ein Ausweg findet sich in zunehmendem Maße in der Wahl einer privaten, jedoch staatlich anerkannten Hochschule, deren Zahl
in den letzten Jahren sprunghaft auf über 80 mit über 80.000 Studierenden gestiegen ist. 9 dieser Hochschulen sind Universitäten
gleichgestellt und haben Promotionsrecht.

Ein wesentlicher Hemmschuh bei der Wahl einer privaten Hochschule sind sicher
die höheren Studienbeiträge, die an den privaten Fachhochschulen von 3 000 bis 10
000 € und bei den privaten Universitäten sogar bis 20 000 € im Jahr gehen können.
Die Einführung von Studienbeiträgen für die staatlichen Hochschulen, bei denen
gegenwärtig auch schon bis zu 1 400 € im Jahr anfallen, trägt sicher zum Wechsel
auf die privaten FHs bei. Auch die Beschränkung auf wenige, allerdings im Trend
liegende Studiengänge, wird in vielen Fällen davon abhalten, eine Einschreibung bei
einer privaten FH vorzunehmen. Die Breite des Angebotes, das sich eine staatliche
Hochschule leisten kann, ist für eine private Hochschule finanziell nicht tragbar,
zumal wenn man neben der staatlichen Finanzierung die Kostendegression durch
Massenveranstaltungen bei vielen Vorlesungen in den staatlichen Institutionen in
Rechnung stellt, die bei den Gruppengrößen in privaten Hochschulen nie erreicht
werden kann.

Die privaten Hochschulen weisen jedoch eine Reihe von Vorteilen auf, die nicht übersehen werden sollten:
- Die angebotenen Studiengangs-Varianten sind in der Regel „up-to-date“, d.h., die private Hochschule hat ihr Ohr wegen
der aus wirtschaftlichen Gründen notwendigen Kundenorientierung sehr viel enger an den Bedürfnissen der Praxis, was sich
letztlich auch in Beschäftigungschancen der Absolventen, sowohl hinsichtlich der schnelleren Vermittlung als auch der besseren
Bezahlung, niederschlägt. Hierzu trägt auch die starke Vernetzung zwischen Studium und Arbeitswelt bei, durch verbindliche
Praxissemester der Studierenden, Einsatz zahlreicher Dozenten unmittelbar aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik, effizientem
Career Service mit Karriere- und Unternehmertagen und einer Vielzahl studentischer Praxis-Aktivitäten.

- Die Qualität der Ressourcen ist in der Regel sehr viel besser als in den staatlichen Institutionen. Die Gruppengrößen liegen
häufig bei 15 - 25 Teilnehmern. Gut ausgestattete Arbeitsplätze, Seminarräume und eine Vielzahl von Serviceeinrichtungen
und Freizeitangeboten sind die Regel. Hinzu kommt eine kundenfreundliche = studentenorientierte Organisation.

- Besondere Bemühungen liegen bei den privaten Hochschulen in der Qualität der Lehre, denn hier liegt das wichtigste
Beurteilungskriterium für die Bewährung im Wettbewerb um Studienplatzbewerber. Dies bedeutet zum einen qualifizierte
Hochschullehrer und zum anderen eine gezielte Auswahl begabter und leistungsbereiter Studierender. Auf längere Sicht wird nur
durch diese beiden Faktoren der Ruf einer Hochschule gesichert. Die Voraussetzung für die Selektion bei beiden Faktoren ist,
dass durch ein hervorragendes Marketing eine ausreichende Zahl von Bewerbern bei Lehrpersonal und von Lerninteressierten
sichergestellt wird.

- Letztlich ist in einer Hochschule die Verbindung von ehemaligen Studierenden in heutigen Führungspositionen und
zukünftigen Absolventen in einem Netzwerk von wesentlicher Bedeutung für die Öffnung von optimalen Berufsaussichten. Da
es sich hierbei um eine win–win-Situation für die entsprechenden Personalabteilungen und die Kandidaten handelt, werden
solche Netzwerke sowohl in den Instituten der staatlichen wie der privaten Hochschulen gepflegt. Die privaten haben jedoch
aufgrund der stärkeren Praxisverankerung bessere Chancen.

Ausbildung im Betrieb
Fast 60% aller Schulabgänger beginnen jedes Jahr eine betriebliche Berufsausbildung. Aber nicht nur die Absolventen der
Hauptschule (nach der 9. Klasse) und der Realschule (nach der 10. Klasse) machen eine Ausbildung; auch viele Abiturienten
wollen lieber einen praktischen Beruf erlernen, anstatt an der Universität zu studieren. Eine Ausbildung dauert zwei bis
dreieinhalb Jahre, je nachdem, welchen der rund 380 Ausbildungsberufe der Jugendliche gewählt hat. In
Ausbildungsverordnungen zu den einzelnen Berufen wird vor-geschrieben, welche Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten den
Jugendlichen während der Ausbildung vermittelt werden müssen, wie lange die Ausbildung dauert und welche Anforderungen in
der Abschlussprüfung gestellt werden. Die Ausbildungsverordnungen garantieren, dass jeder Auszubildende eine gleich-wertige
Berufsausbildung erhält: gleich er ob in einem kleinen Betrieb oder einer großen Firma seine Ausbildung absolviert. Die
Ausbildung in Deutschland basiert auf dem Prinzip des „Dualen Systems“. Das bedeutet, dass der Jugendliche im Betrieb und an
ein bis zwei Tagen der Woche in einer staatlichen Berufsschule ausgebildet wird. Während im Betrieb die praktischen
Kenntnisse vermittelt werden, erhält er in der Berufsschule die fachtheoretischen Kenntnisse für den gewählten Beruf. Daneben
werden auch noch allgemeinbildende Fächer wie Deutsch, Mathematik etc. unterrichtet. Insgesamt stehen der Berufsschule
maximal 12 Stunden pro Woche zur Verfügung. Der Ausbildungsbetrieb ist verpflichtet, den Auszubildenden für den Besuch der
Berufsschule freizustellen. Wenn der Stundenplan der Berufsschule weniger als 5 Unterrichtsstunden pro Tag aufweist, muss der
Jugendliche am Nachmittag wieder in den Betrieb gehen. Jugendliche können nicht von allen Betrieben ausgebildet werden. Nur
Unternehmen, die geeignet sind, d. h., die bestimmte Anforderungen erfüllen, dürfen ausbilden. Gefordert werden in erster Linie
qualifizierte betriebliche Ausbilder und eine technische Ausstattung, die die Vermittlung aller beruflichen Kenntnisse und
Fertigkeiten gewährleistet. Die Unternehmen sind nicht verpflichtet, eine Berufsausbildung anzubieten. Die Kosten der
Ausbildung im Betrieb werden von jedem Betrieb selbst getragen. Sie belaufen sich durchschnittlich auf 17.000,- DM pro Jahr
und Ausbildungsplatz. Die Unternehmen sind daher an einer qualifizierten Ausbildung ihrer künftigen Mitarbeiter interessiert
und wollen diese ausgebildeten Fachkräfte nach Ende der Ausbildung auch weiterbeschäftigen. So hat Deutschland dank des
dualen Ausbildungssystems die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in Europa.

ÜBUNG 1:
Welche der Aussagen sind richtig, welche falsch?

Richtig Falsch
1. Fast 60% aller Abiturienten machen nach dem Ende der Schulzeit eine Lehre. ❏ ❏
2. Es gibt in Deutschland mehr als 350 Ausbildungsberufe. ❏ ❏
3. Was ein Jugendlicher in seiner Ausbildung lernt, entscheidet der einzelne Betrieb. ❏ ❏
4. Jeder Betrieb darf Lehrlinge ausbilden. ❏ ❏
5. Alle Unternehmen müssen Lehrlinge ausbilden. ❏ ❏
6. Alle Lehrlinge lernen in der Berufsschule die gleichen Fächer. ❏ ❏
7. Eine Ausbildung kostet den Betrieb fast 30.000 DM pro Jahr. ❏ ❏

ÜBUNG 2:
Welches Verb passt nicht?

1. Der Jugendliche kann eine Ausbildung


a) beginnen. c) absolvieren.
b) abbrechen. d) anbieten.
2. Der Auszubildende
/ muss die Berufsschule / an der Berufsschule / zur Berufsschule / die Berufsschule
a) besuchen. c) gehen.
b) teilnehmen. d) absolvieren.
3. Am Ende der Lehrzeit muss der Auszubildende die Prüfung
a) bestehen. c) machen.
b) ablegen. d) passen.

4. Der Arbeitgeber muss dem Jugendlichen die Ausbildung


a) vergüten. c) in Rechnung stellen.
b) bezahlen. d) garantieren.
5. Die Ausbildung wurde per Gesetz
a) geregelt. c) garantiert.
b) bestimmt. d) vereinheitlicht.

1. ❏a ❏b ❏c ❏d
2. ❏a ❏b ❏c ❏d
3. ❏a ❏b ❏c ❏d
4. ❏a ❏b ❏c ❏d
5. ❏a ❏b ❏c ❏d

Was verdient man während der Ausbildung?


Im Gegensatz zum Studenten verdient ein Auszubildender bereits während seiner Lehrzeit. Die Höhe der Vergütung ist
tariflich geregelt. Allgemein lässt sich sagen, dass die Höhe des Verdienstes sowohl von der Branche als auch von der
Betriebsgröße abhängig ist. Hinzu kommt, dass man im ersten Lehrjahr weniger verdient als im zweiten und – wie aus dem
folgenden Schaubild ebenfalls deutlich wird – im Osten
weniger als im Westen.

ÜBUNG 3:
Vervollständigen Sie mit Hilfe der unten
angegebenen
Wörter den folgenden Lückentext.
einnimmt Rangfolge Schlusslichter stehen auf
auffallend ist
Bezahlung liegen an der Spitze Position folgen auf

Unterschiede beträgt

Lehrlingsverdienste

Wie aus der Statistik zu ersehen ist, gibt es noch immer erhebliche ______________ bei der _________der Auszubildenden
in Ost- und Westdeutschland. __________ ______ allerdings, dass auch die ___________ nicht vollständig identisch ist. Sowohl
in Ost- als auch in Westdeutschland __________ die Lehrlinge im Gerüstbau mit ihrem Verdienst ____ _____ ________; _____
Platz 2 __________ die Maurer. Aber bereits auf der dritten _____________ differiert die Reihenfolge: Während in
Westdeutschland die bankkaufmännische Lehre diesen Rang _____________, teilen sich im Osten diesen Platz der
Industriemechaniker und der Energieelektroniker. Ein noch größerer Unterschied ist bei den Gärtnern, Bäckern und Malern
festzustellen. Nehmen nach der Westrangfolge diese Berufe die Plätze 11, 18 und 16 ein, so _________ sie nach ostdeutschen
Skala ________ den Positionen 7, 12 und 13. Die _______________ sind wieder identisch: Floristen und Friseure verdienen in
der Ausbildung am wenigsten. Der Unterschied
zwischen dem ersten und dem letzten Platz
___________ im Westen 1.205 DM, im Osten 1. 228
DM.

Stellenanzeigen

Sie sehen hier zwei Stellenanzeigen. Beide Firmen


bieten eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich
an.

ÜBUNG 4:Vervollständigen Sie die


Tabelle anhand der beiden
Stellenanzeigen. Wo stellen Sie
Gemeinsamkeiten fest, wo gibt es
Unterschiede?

Anzeige 1
AnzeigeName des Unternehmens
Größe des Unternehmens
Informationen zum Unternehmen
Inhalte der Ausbildung
Dauer der Ausbildung
Vergütung
Weiterbildungsmöglichkeiten
Schulausbildung des Bewerbers
Weitere Qualifikationen
persönliches Profil
Bewerbung (Anschreiben)

Die Bewerbung
„Eine missglückte Bewerbung kann zum Stolperstein für die Karriere werden.“
Die Bewerbung für einen Ausbildungsplatz ist weit mehr als nur ein kurzer Brief und die Kopie des Abschlusszeugnisses. Die
Personalchefs wollen viel über ihren zukünftigen Auszubildenden erfahren; schließlich bedeutet die Unterzeichnung des
Ausbildungsvertrages eine feste Bindung für mehrere Jahre, und die Unternehmen möchten daher sichergehen, dass der
Bewerber ihre Anforderungen erfüllt. Wichtig ist es, sich ausführlich über seinen Lehrberuf zu informieren. Auskünfte erteilen
die Arbeitsämter, aber auch die zuständigen Kammern und Verbände. Hier erfährt man auch, wo man schon vor der Ausbildung
ein Praktikum machen kann. Die Unternehmen achten sehr darauf, ob der Jugendliche bereits praktische Erfahrungen gesam-
melt hat. Daher sind Schulpraktika oder Ferienjobs von Vorteil. Weitere Pluspunkte sind außerschulische Weiterbildungskurse,
wie z.B. ein Computerkurs oder ein Sprachkurs. Alle Bescheinigungen sollten in einer entsprechenden Mappe in Kopie
beigefügt werden. Genauso wichtig ist ein lückenloser tabellarischer Lebens-lauf. Hierbei ist von Interesse, wann der
Jugendliche welche Schulen besucht hat. Fehlzeiten müssen begründet werden. An den Lebenslauf wird immer ein aktuelles
Paßfoto geheftet, das von einem Fotografen erstellt werden sollte. Fotos aus dem Automaten sind aufgrund der schlechten
Qualität nicht geeignet. Diese Unter-lagen gehören zu jeder Bewerbung und können kopiert werden. Anders ist es mit dem
Anschreiben. Hier sollte keine standardisierte Form gewählt werden. Im Gegenteil: Der Jugendliche sollte begründen, warum er
sich für diesen Beruf entschieden hat, warum er der geeignete Bewerber ist und warum er die Ausbildung gerade bei diesem
Unternehmen machen möchte. Das setzt voraus, dass er sich über den Betrieb genau informiert hat. All dies muss schlüssig, in
einwandfreiem, fehlerlosen Deutsch auf maximal
einer DIN A 4 Seite erfolgen. Gut ist es, wenn man
den Namen des Personalchefs kennt und so die
allgemeine Anredeform vermeiden kann. Bei einer
positiven Bewertung der Bewerbung wird man zu
einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Hier soll
festgestellt werden, ob der gute Eindruck der
Unterlagen sich im persönlichen Gespräch bestätigt.
Unsicherheit im mündlichen Ausdruck und
Hemmungen sollte der Jugendliche in speziellen
Bewerbungskursen vorher abbauen. Wer all diese
Hinweise beachtet, braucht nur noch etwas
Durchhaltevermögen, um an sein Ziel zu kommen.

ÜBUNG 5:
Was gehört zu einer erfolgreichen Bewerbung?
__________________________________________________________________
________________________________________________________________________________

Die Schulbildung in der Ukraine


Der Aufbau der unabhängigen Ukraine stellt hohe Anforderungen an das Schul-und Hochschulwesen. Das Programm
«Ukraine im XXI. Jahrhundert: die Bildungsstrategie» hat das Ziel, die Volksbildung zu vervollkommnen, den Lehr -und
Erziehungsprozess zu verbessern, die Schuler auf die künftige Arbeit vorzubereiten.
Eine der wichtigsten Aufgaben dieses Programms ist die erhöhte Qualität der Bildung für Kinder und Jugendliche. Es geht
um die Vervollkommnung von Inhalt und Methoden der Bildung der Schuler. Um diese Forderung zu erfüllen, muss man eine
moderne materiell-technische Basis schaffen und sie stets weiterentwickeln. Geplant ist die weitere Ausrüstung der Schule mit
allen nötigen Lehr- und Anschauungsmaterialien, mit modernen technischen Lehrmitteln: Computern, Fernsehen,
Magnettbildaufzeichnungsgeräten u.a. In den Schulen werden Datenverarbeitungskabinette errichtet werden.
Das Programm und die Lehrbücher sollen entlastet werden. Vorgesehen sind die Ausarbeitung neuer Lehrprogramme, die
allmähliche Verringerung der Klassenstarke, bei einzelnen Unterrichtsfächern eine Aufteilung in Gruppen. Vor allen Pädagogen
steht die richtige Aufgabe, im Unterricht eine schöpferische Atmosphäre zu schaffen und die Denkfähigkeit der Schuler zu
aktivieren. Zur neuen methodischen Gestaltung des Unterrichts tragen heute Programmierung und Diskussionen, Vorträge der
Lehrer und Schuler, verschiedene Exkursionen usw. bei. Das methodische Niveau des Unterrichts kann nur dann verbessert
werden, wenn die Schulen mit modernen technischen Lehrmitteln ausgestattet sind.
Der Lehrer war und bleibt die Hauptfigur im Unterricht und Erziehungsprozess, und er muss hohes Ansehen besitzen. Die
Schule von heute braucht hochqualifizierte Lehrer, die fähig sind, die komplizierten Probleme des Schullebens zu losen. Sehr
wichtig ist, die Anforderungen an Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schuler zu erhöhen und kein liberales Herangehen
an die Zensierung zu dulden. Die Lehrer müssen vielfaltige Möglichkeiten ausnutzen, um ihre Qualifikation zu erhöhen.
Regelmäßig müssen sie sich auf die «Schulbank» setzen, um ihr Können zu vervollkommnen. Dazu gibt es im Lande eine große
Zahl von Instituten und Fakultäten zur Weiterbildung der Lehrer sowie verschiedene methodische Kabinette.
Die allgemeinbildende Schule in der Ukraine umfasst 11 Jahre. Die Kinder werden mit dem 6. Lebensjahr in die Schule
aufgenommen und besuchen Vorbereitungsklassen. Die Unterstufe wird die Klassen 1 bis 4 umfassen. Nach der Beendigung der
9. Klasse haben die Jugendlichen drei Möglichkeiten, um die abgeschlossene Oberschulbildung zu erhalten: 10-11 Klassen der
allgemeinbildenden Oberschule, Berufsschule oder einer Fachschule. Neben der allgemeinbildenden Schule entstanden in der
letzten Zeit neue Formen der Bildung: Gymnasien, Kollegs, Lyzeen und viele andere. Es wäre jedoch ein Fehler zu denken, dass
die ukrainische Schulreform nur eine Maßnahme «von oben» sei. Ihre Realisierung erfordert die aktive, gemeinsame, gestaltende
Tätigkeit aller Volksbildungsorgane, aller Lehrkräfte, eines jeden Arbeitskollektivs, einer jeden Familie. Ihre Erfolge hangen
heute starker als je zuvor vom Bildnis zwischen Schule, Elternhaus und Öffentlichkeit ab.

2. Merken Sie sich die Bedeutung folgender Wörter und Wendungen:


die Anforderung -, -en - вимога; запрошення; виклик
vervollkommnen - удосконалювати
entlasten - розвантажувати, полегшувати
die allmähliche Verringerung - поступове зменшення /скорочення/
die Denkfähigkeit - уміння думати, мислительна здібність
die Fähigkeit -, -en - уміння, здібність
die Fertigkeit -, -en - навичка; вправність, умілість
die Weiterbildung - удосконалення /вчителів/
die Vorbereitungsklasse - підготовчий клас
die allgemeinbildende Oberschule - загальноосвітня середня школа

3.Übersetzen Sie die folgenden Wörter und Wendungen ohne Wörterbuch:


hohe Anforderungen an das Schul - und Hochschulwesen stellen, die Volksbildung vervollkommnen, den Lehr- und
Erziehungsprozess verbessern, die Vervollkommnung von Inhalt und Methoden, die weitere Ausrüstung der Schule mit allen
nötigen Lehr- und Anschauungsmaterialien, Datenverarbeitungs-Kabinette, die Ausarbeitung neuer Lehrprogramme, die
allmähliche Verringerung der Klassenstarke, seine schöpferische Atmosphäre schaffen, die Denkfähigkeit der Schuler
aktivieren, Wissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten erhöhen.

4 Stellen Sie Fragen zum Text. Richten Sie sie an Ihre Studienfreunde.
5. Sprechen Sie über die Struktur der ukrainischen Schule.
6. Erzählen Sie über den Schulweg, eines Jungen und über seinen Zugang zur Hochschule
7. Erzählen Sie über die gegenwärtige Schulbildung in der Ukraine nach folgender Gliederung:
1. Das Ziel des Programms «Ukraine im XXI. Jahrhundert: die Bildungsstrategie».
2. Die wichtigsten Aufgaben des Programms.
3. Die nötige Lehr- und Anschauungsmaterialien und moderne technische Lehrmittel für die heutige Schule.
4. Die neue methodische Gestaltung des Unterrichts.
5. Der Lehrer ist die Hauptfigur im Unterricht
6. Die Mittelschultypen in der Ukraine.

8.Ubersetzen Sie ins Deutsche:


Програма «Україна XXI століття: стратегія освіти» ставить завдання удосконалювати народну освіту, поліпшувати
навчально-виховний процес, краще готувати школярів до майбутньої трудової діяльності. Щоб виконати ці завдання,
необхідно створити матеріально-технічну базу і постійно її розвивати. Передбачене подальше оснащення школи всіма
необхідними навчальними і наочними матеріалами, сучасними технічними засобами навчання: комп'ютерами,
телебаченням, відеомагнітофонами та ін. Припускається розробка нових навчальних програм, поступове скорочення
числа учнів в класах, поділ учнів по деяким дисциплінам на невеликі групи. Перед всіма педагогами стоїть завдання
створити на уроці творчу атмосферу, активізувати розумові здібності учнів. Важливу роль в цьому відіграють
програмування, дискусії, доповіді вчителів і школярів, екскурсії і т.д.
Однак головною фігурою в навчально-виховній роботі є вчитель, здатний вирішувати важкі проблеми шкільного життя.
Шкільні вчителі повинні також використовувати різноманітні можливості для удосконалення своїх знань. З цією метою
в Україні є велика кількість інститутів та факультетів підвищення кваліфікації вчителів, різні методичні кабінети.

DIE HOCHSCHULBILDUNG

1. Lesen Sie den Text:

Die Hochschulbildung in Deutschland und in der Ukraine


Die allgemeinbildende Schule und neu entstandene Formen: Kollegs, Lyzeen u.a. bilden die Grundlage für die
Spezialisierung und Berufsausbildung in den Fachschulen, an den Hochschulen und Universitäten. Wer auf die Hochschule
gehen will, muss ein Reifezeugnis haben und die Aufnahmeprüfungen bzw. Tests bestehen. Das Studium an einer Hochschule
dauert von 4 bis 6 Jahren. Als Direktstudenten, die ihr Studienprogramm erfolgreich erfüllen, erhalten ein monatliches
Stipendium. Die meisten Studenten wohnen in Studentenheimen.
Diese Ausbildung der Fachkräfte an den Hochschulen und Universitäten erfolgt auf breiter wissenschaftlicher Grundlage. Große
Aufmerksamkeit schenkt man den gesellschaftlich-wissenschaftlichen Fächern: Philosophie, Politologie, Ökonomie u.a.
Die Fachlehrer für Fremdsprachen studieren nach dem Abitur an einer Universität oder einer Pädagogischen Hochschule 5 Jahre
und erwerben die Lehrbefähigung in 2 Fächern für den Unterricht in den Klassen 5-11. Das Studium umfasst die
Fachwissenschaften, die den beiden Fächern zugrunde liegen (z.B. Deutsch und Englisch, eine gesellschafts-philosophische
Grundausbildung und die pädagogisch-psychologischen Disziplinen).
Der Unterricht ist eng mit der Praxis verbunden. So sind im Ausbildungsgang mehrere Praktika vorgesehen, in denen die
Studenten schrittweise auf die praktische Arbeit als Fremdsprachenlehrer und Klassenleiter vorbereitet werden. Wahrend des
Schulpraktikums im IX. Semester geben die Praktikanten ihre Stunden in beiden Fächern, führen ihre schulische und
außerschulische Arbeit durch. Dann legen sie ihr Staatsexamen in den beiden Sprachen ab und erhalten ein Diplom.
In der Ukraine gibt es viele Universitäten und Hochschulen. Die bekannteste unter ihnen ist die Kiewer Schewtschenko -
Universität. Außerdem gibt es noch Universitäten in Charkow, Donezk, Lwiw, Simferopol, Dnepropetrowsk, Iwano-Frankowsk,
Odessa usw. Die Lehrer werden an den pädagogischen Hoch-und Fachschulen sowie an den pädagogischen Fakultäten der
Universitäten ausgebildet.

2. Merken Sie sich die Bedeutung folgender Wörter und Wendungen:


die Berufsausbildung - професійна освіта, професійне навчання
das Reifezeugnis, -ses, -se - атестат зрілості
die Aufnahmeprüfung - вступний екзамен
die Lehrkraft, -kräfte - вчитель, педагог, викладач
die Fachkräfte, PI. - фахівці, кадри фахівців
der Ausbildungsgang, -(e)s, -gänge - цикл навчання
schrittweise - крок за кроком, поступово

3.Übersetzen Sie ohne Wörterbuch:


die Grundlage für die Spezialisierung und Berufsausbildung, das Reifezeugnis haben, die Ausbildung der Fachkräfte, die
Lehrbefähigung erwerben, die Fachwissenschaften, zugrunde liegen, in Ausbildung, schrittweise auf die praktische Arbeit
vorbereiten, schulische und außerschulische Arbeit, ihr Staatsexamen ablegen.

4. Stellen Sie Fragen zum Text und lassen Sie Ihre Freunde beantworten.
5. Sprechen Sie zum Thema «Hochschulwesen in der Ukraine».

6. Erzählen Sie über die Struktur Ihrer Hochschule (Ihrer Fakultät).


7. Übersetzen Sie ins Deutsche:
Після закінчення загальноосвітньої школи, коледжу, ліцею, технікуму учні можуть вступати до вищих навчальних
закладів. Для цього слід закінчити середню школу або інший навчальний заклад, що до неї прирівнюється, одержати
атестат зрілості і скласти вступні екзамени або тести. Всі студенти стаціонарного відділення вузу, які відмінно і добре
складають екзамени і заліки, одержують стипендію.
Підготовка фахівців у вищій школі здійснюється на широкій науковій основі. Вчителі іноземних мов навчаються в
університетах, або педагогічних інститутах, одержують, як правило, спеціальність із двох фахів і працюють в 5-11
класах. Вони вивчають дві іноземні мови, або одночасно з іноземною мовою вивчають українську чи російську мову і
літературу як фах.
Поряд з фаховими дисциплінами майбутні вчителі вивчають суспільні та психолого-педагогічні науки. Навчання тісно
пов'язане з практикою. На 4 і 5 курсах передбачена тривала активна педагогічна практика в школі. Тут студенти
вивчають учнів, працюючи класним керівником, планують і дають свої уроки з іноземної мови, української або
російської мови, виготовляють унаочнення, дидактичні матеріали, перевіряють контрольні роботи, проводять значну
позакласну роботу.

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