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Das Schulsystem in Deutschland

Kindergarten : Der Kindergarten ist die bekannteste pädagogische Einrichtung, die der
Erziehung im Vorschulalter in der Familie Beistand leistet und sie vervollständigt. Zu den
einzelnen Aufgaben der Institution gehören nach Hobmair. Förderung der Motorik, der Sprache
und Kommunikation, der Kreativität, der Wahrnehmung und Orientierung, der Konzentration
sowie der Denk- und Gedächtnisleistungen, der Lernmotivation, des Sozialverhaltens, Förderung
der Gesundheit, Elternarbeit sowie religiöse Erziehung in Kindergärten, in denen die Kirche
Träger ist. Der zentrale Bereich der Kommunikationsfähigkeit als Bildungsziel im Kindergarten
ist das sprachliche Handeln, zu dem neben den sprachlichen Mitteln auch soziale, emotionale und
kognitive Kompetenz gehören.

Die zu erreichenden Ziele der Sprachbildung in der Institution Kindergarten lassen sich
nach Reich folgendermaßen formulieren: das Kind kann mit vertrauten Personen
kommunizieren, d. h. sie verstehen und sich verständlich machen, das Kind versteht, welche
Interessen andere Kinder äußern und kann seine eigenen Interessen verbalisieren, das Kind kann
Erzählungen folgen und entwickelt Freude am eigenen Erzählen, das Kind kann die Erklärungen
nachvollziehen und die Begebenheiten der äußeren Welt sprachlich erfassen, das Kind versteht
die sprachlich formulierten Regeln des Zusammenlebens und kann Begebenheiten der seelischen
und sozialen Welt erfassen.

In Hinblick auf die institutionalisierte frühkindliche sprachliche Bildung sind in der


Literatur unterschiedliche Begriffe zu finden. Der in Österreich meist verbreitete Terminus ist
frühe Sprachförderung, wobei dieser häufig auf die Förderung auf Deutsch eingeschränkt ist. Die
vorliegende Arbeit thematisiert hingegen Unterstützung sprachlicher Entwicklung in allen
Sprachen eines Kindes, d. h. der Erst-, Zweit- und Fremdsprache/n sowie der lebensweltlichen
Mehrsprachigkeit der Institution.

Alle Kinder, die in Deutschland leben, müssen zur Schule gehen. Die Schulpflicht beginnt
in der Regel im Herbst des Jahres, in dem ein Kind sechs Jahre alt wird. Die Schulpflicht dauert
meist bis zum Ende des Schuljahres, in dem die Jugendlichen 18 Jahre alt werden. Die Regeln
zur Schulpflicht unterscheiden sich in den einzelnen Bundesländern.
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Der Autor hebt weiterhin hervor, dass es auch Strategien zum Umgang mit problematischen
Situationen geben sollte, in denen der Anteil der muttersprachlich deutschen Kinder so gering
ist, dass natürliche Deutschkontakte knapp werden und Maßnahmen zur Stärkung der deutschen
Sprache ergriffen werden müssen. Er betont, dass die Kindertagesbetreuungseinrichtungen in
solch schwierigen Situationen von der Gesellschaft besonders unterstützt werden sollten, weil sie
Basisarbeit für den gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten.

Die interkulturelle Sprachbildung, die sich mit der Gleichwertigkeit aller Sprachen
auseinandersetzt, verlangt von den KindergartenpädagogInnen die Bereitschaft, ihre eigenen
Werte, Normen, Stereotypen und Vorurteile zu reflektieren und zu überdenken und setzt einen
kompetenten Umgang mit den Sprachen voraus.

Grundschule: In Deutschland besuchen zunächst alle Kinder die Grundschule. Danach


wechseln sie auf eine weiterführende Schule. Es gibt unterschiedliche weiterführende Schularten,
die zu verschiedenen Abschlüssen führen. Die Grundschulen umfassen die ersten vier Schuljahre,
in Berlin und Brandenburg existiert die sechsjährige Grundschule. Grundschulen werden von
allen Kindern besucht und bereiten durch die Vermittlung von Grundkenntnissen auf den Besuch
weiterführender Schulen vor. Der Unterricht umfasst in der Regel die Fächer Deutsch,
Mathematik, Sachunterricht, Kunst, Musik und Sport. Angebote zum Fremdsprachenunterricht
werden in allen Bundesländern erweitert. Ob Hauptschule, Realschule oder Gymnasium, diese
Frage stellt sich hier für alle Schüler in allen Bundesländern nach der Grundschule. Danach
entscheiden meist die Lehrer und zum Teil die Eltern aufgrund der Noten, auf welche
weiterführende Schule die Kinder gehen.

Fächer und Lehrinhalte in der Grundschule : Die Grundschule soll Grundkenntnisse in


Deutsch, Mathematik und den Natur- und Geisteswissenschaften vermitteln und die Grundlage
für den Unterricht auf den weiterführenden Schulen bilden. Dabei werden primär die drei
Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen unterrichtet. Auch der Umgang mit dem
Computer soll in Zukunft gelehrt werden. Außerdem lernen die Kinder in diesen ersten 4 Jahren
die Uhr zu lesen, erhalten eine erste politische Bildung und geschichtliche sowie geografische
Grundlagen über die Region in ihrer unmittelbaren Umgebung. In vielen Bundesländern gehört
darüber hinaus Verkehrserziehung zum Lehrplan, in deren Rahmen die Kinder zum Beispiel den
Fahrradführerschein erwerben können.
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Hauptschule: Die Hauptschule ist für Schüler gedacht, die nach dem Schulabschluss eine
Lehre machen wollen. In der Hauptschule sollen die Schüler auf das Berufsleben vorbereitet
werden, und so werden außer theoretischem Wissen praktische Kenntnisse und Fertigkeiten
besonders gefördert. Die Hauptschule dauert fünf Jahre. Am Ende erhalten die Schüler einen
Hauptschulabschluss. Nach Bestehen einer Zusatzprüfung wird der qualifizierende
Hauptschulabschluss erreicht. Die Hauptschule vermittelt eine allgemeine Bildung als Grundlage
für eine praktische Berufsausbildung.

Realschule: In der Realschule können die Schüler beispielsweise eine zweite Fremdsprache
lernen. Es wird mehr selbstständiges Lernen erwartet als in der Hauptschule. Im Vergleich zum
Gymnasium werden die Schüler einer Realschule berufsbezogener ausgebildet. Das
Abschlusszeugnis der Realschulen bietet im Allgemeinen die Grundlage für gehobene Berufe
aller Art und berechtigt zum Besuch der Fachoberschule, des Fachgymnasiums oder zum
Übergag auf ein Gymnasium in Aufbauform. Die Realschule vermittelt eine erweiterte
allgemeine Bildung.

Gymnasium: Schüler, die auf das Gymnasium gehen, besuchen diese Schule acht Jahre,
bevor sie die Abschlussprüfung, das Abitur (allgemeine Hochschulreife), ablegen. Das
Gymnasium ist für Schüler gedacht, die nach der Schule an einer Universität, (Fach-) Hochschule
oder Berufsakademie studieren möchten oder ein duales Studium (Theorie an Universität /
Hochschule, Praxis in einem Unternehmen). Im Vergleich zur Haupt - und Realschule wird von
den Schülern des Gymnasiums mehr Eigenmotivation erwartet.

Nach einem Hauptschul - oder einem Realschulabschluss gibt es in Deutschland viele


Möglichkeiten, weiter auf die Schule zu gehen und die allgemeine Hochschulreife (Abitur) zu
bekommen. Nach der Schule gibt es in Deutschland drei Möglichkeiten, sich auf einen Beruf
vorzubereiten, mit-einer Berufsausbildung (z.B. Elektroniker oder Industriekaufmann) in einem
Unternehmen oder im öffentlichen Dienst, einem Studium an einer Berufsakademie, (Fach-)
Hochschule oder Universität oder, einem dualen Studiengang; dual deshalb, weil hier
Unternehmen mit Berufsakademie oder (Fach-) Hochschule oder Universität kooperieren. Dies
bedeutet eine enge Verzahnung von Theorie mit Praxis.

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Die Berufsausbildung in Deutschland : Eine gute Ausbildung ist die wichtigste
Voraussetzung für den Start ins Berufsleben. Um in Deutschland Arbeit zu finden ist es wichtig,
eine Berufsausbildung oder ein Studium abgeschlossen zu haben. Unterstützen Sie daher Ihr Kind
bei der Ausbildungsplatzsuche und der Ausbildung, um seine Chancen im Beruf zu verbessern.
Eine Berufsausbildung dauert in der Regel zwei bis dreieinhalb Jahre und verläuft meistens im so
genannten dualen System. Das heißt: Sie besteht aus praktischer Ausbildung im Betrieb und
theoretischen Lernphasen in der Berufsschule. Rund 60 Prozent der Jugendlichen in Deutschland
machen eine Berufsausbildung im dualen System.

In Deutschland gibt es rund 350 Ausbildungsberufe. Die Berufsinformationszentren (BIZ)


der Agentur für Arbeit unterstützen Jugendliche bei der Berufswahl. Sie bieten viele
Informationen über die verschiedenen Berufe, die Tätigkeiten und die dafür notwendigen
Qualifikationen. Direkte Beratung und Unterstützung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz
erhalten Sie bzw. Ihre Kinder bei den Mitarbeitern/-innen der Arbeitsagenturen.

Agenturen für Arbeit gibt es in ganz Deutschland. Erkundigen Sie sich, welche für Sie
zuständig ist. Außerdem bietet die Bundesagentur für Arbeit auch im Internet Informationen zu
den Ausbildungsberufen in Deutschland an. Es gibt noch andere Möglichkeiten, sich über Berufe
zu informieren. In vielen Städten finden Ausbildungsmessen statt, bei denen Ausbildungsberufe
vorgestellt werden. Häufig organisieren auch die Schulen Berufsorientierungstage oder
Schnupperpraktika, bei denen man für ein paar Tage in einen Betrieb reinschnuppern kann um zu
sehen, ob die Berufe, die dort angeboten werden, etwas für einen selbst sind. Oder besuchen Sie
direkt die Internet-Seiten der Unternehmen, die Ausbildungsgänge anbieten. Diese sind in der
Regel bei Jobs & Karriere zu finden (Schulabgänger bzw. Schulabsolventen).

Studienmöglichkeiten in Deutschland : Es gibt in Deutschland unterschiedliche Arten


von Hochschulen, die zu verschiedenen Abschlüssen und Berufswegen führen. Zu unterscheiden
sind hierbei besonders die Universitäten, die (Fach-) Hochschulen und die Berufsakademien:
Neben der Lehre ist die Forschung ein wichtiger Bereich der Universitäten.

Die Studenten/ -innen bekommen wissenschaftsbezogene Berufsqualifikationen vermittelt.


Berufsnäher ist ein Studium an einer Fachhochschule bzw. an Hochschulen für Angewandte
Wissenschaften bzw. einer Berufsakademie. Es ist verbindet Theorie mit Praxis und orientiert

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sich an konkreten Berufsbildern. Die dualen Studiengänge verbinden Theorie und Praxis in
idealer Weise. Die Theorie, die an der Berufsakademie / (Fach-) Hochschule / Universität gelehrt
wird, wird im Unternehmen durch verschiedene Praxisphasen vertieft. Hier kooperieren also
Unternehmen mit Berufsakademien / (Fach-) Hochschulen / Universitäten.

Rösch, Heidi (2009). Mehrsprachigkeit in der Kinderliteratur. In: Nauwerck, Patricia (Hg.)
(2009). Kultur der Mehrsprachigkeit in Schule und Kindergarten. Festschrift für Ingelore Oomen-
Welke. Freiburg im Breisgau: Fillibach: 231 - 300.
Die Arbeit in der Grundschule (Version vom 31. März 2010 im Internet Archive), Erlass
des Niedersächsischen Kultusministeriums vom, in Kraft getreten am 2004.