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Informationen der Stadt Freiburg

(Quelle: http://www.freiburg.de/pb/,Lde/343793.html)

1. Ergebnisse der Standortuntersuchung für mögli-


ches neues SC-Stadion liegen vor (30.09.2011)
Im Stadtkreis Freiburg stehen nach einer intensiven und weit reichenden Untersuchung fünf
grundsätzlich mögliche Standorte für den Bau eines neuen Fußballstadions zur Verfügung,
wenn das heutige Badenova-Stadion vom Sportclub Freiburg auf Dauer als Spielstätte auf-
gegeben werden sollte. Die jetzt ermittelten Standorte erfüllen - in unterschiedlicher Ausprä-
gung - die meisten der gemeinsam zwischen Stadt und Sportclub definierten Anforderungen
hinsichtlich Größe und Zuschauerplätze, notwendiger Infrastruktur und verkehrlicher Er-
schließung.
Ohne Einschränkungen und konfliktfrei ist jedoch nach einer Bewertung der gemeinsamen
Arbeitsgruppe von Stadt und SC Freiburg sowie des renommierten Frankfurter Planungs-und
Architekturbüros Albert Speer + Partner (AS+P) keiner der potentiellen Standorte.
Als weitere Option anstelle eines Neubaus bleibt schließlich auch eine grundlegende Sanie-
rung und Umbau des vorhandenen Badenova-Stadions an der Schwarzwaldstraße in der
Diskussion und soll im weiteren Verfahren geprüft und beurteilt werden.
Dies ist das Ergebnis einer zwischen Stadt und Sportclub eingerichteten Arbeitsgruppe zur
Standortsuche für ein neues Stadion, die im März dieses Jahres gebildet worden ist. Jetzt
hat die Arbeitsgruppe unter Vorsitz von Baubürgermeister Prof. Martin Haag das Ergebnis
vorgestellt. Der Arbeitsgruppe gehören seitens des SC 1. Vorsitzender Fritz Keller und Ver-
waltungsdirektor Detlef Romeiko an. Auf Seiten der Stadt waren neben Baubürgermeister
Prof. Martin Haag und Erstem Bürgermeister Otto Neideck das Stadtplanungsamt, das Tief-
bauamt, das Amt für Liegenschaften und Wohnungswesen, das Sportreferat, das Rechtsamt,
das Umweltschutzamt und die FWTM vertreten. Als fachliche Gutachter haben Stadt und
Sportclub gemeinsam das Frankfurter Büro Albert Speer + Partner eingeschaltet, das über
Erfahrungen bei Standort-und Konzeptuntersuchungen großer Stadionneubauten (unter an-
derem Allianz-Arena München) verfügt.
Die Arbeitsgruppe hat in einem ersten Schritt alle Standorte zusammen getragen, die auf
den ersten Blick, durch Hinweise aus der Bürgerschaft, aufgrund der öffentlichen Diskussion
oder durch stadtinterne Überlegungen als möglicherweise geeignet für einen Stadionneubau
ins Gespräch gebracht worden sind. Diese zunächst 24 Standorte plus die Option eines
grundlegenden Umbaus des Badenova-Stadions sind anhand eines fachlichen Kriterienkata-
loges näher untersucht worden: Eigentumsverhältnisse und Verfügbarkeit von Grundstücken,
ausreichende Größe, mögliche Konflikte mit naher Wohnbebauung, Natur-und Umwelt-
schutz, verkehrliche Erschließung für Individual-und öffentlichen Nahverkehr sowie mit Fahr-
rad oder zu Fuß, oder auch städtebauliche Belange. Ebenfalls mit einbezogen wurde jeweils
die Frage einer möglichen sogenannten „Mantelnutzung“ durch die Integration von Einzel-
handel oder Gewerbeflächen, wie dies beispielsweise beim neuen Basler Stadion realisiert
wurde.
Für den Flächenbedarf wurden jeweils der Bau eines Stadions mit 30.000 – 35.000 Zu-
schauerplätzen zugrunde gelegt, ausreichend Parkraum für Pkw und Abstellflächen für Fahr-
räder in erreichbarer Nähe, Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr, möglichst auch Flä-
chen für Trainingsplätze und Funktionsräume sowie die notwendigen Flächen für die TV-
Berichterstattung.
Die Überprüfung dieser 24 Vorschläge hat ergeben, dass die meisten aus fachlichen, rechtli-
chen oder tatsächlichen Erwägungen nicht weiter verfolgt werden können, weil beispielswei-
se die Flächen nicht zur Verfügung stehen oder baurechtliche Hindernisse entgegen stehen,
die Nachbarschaft unzulässig tangiert oder die Verkehrserschließung nicht gegeben oder nur
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mit unverhältnismäßigem Aufwand zu realisieren wäre (bei den meisten ausgeschiedenen
Vorschlägen bestehen gleich mehrere Ausschlussgründe).
Mit heutigem Stand sind einvernehmlich zwischen Stadt und SC Freiburg zunächst fünf
Standortvorschläge neben der Option Ausbau am vorhandenen Standort verblieben und
durch die Arbeitsgruppe und den externen Gutachter AS+P weiter untersucht worden. Auch
für diese Vorschläge gilt, dass keiner als völlig konfliktfrei anzusehen ist; die Abwägung hat
jedoch ergeben, dass die jetzt ermittelten Optionen nach Bewertung des Gutachters voraus-
sichtlich mit Abstrichen aufgrund der jeweiligen Rahmenbedingungen für den Bau eines Sta-
dion geeignet wären.
Es handelt sich um folgende Standortoptionen:
„Am Schlattweg“ umfasst eine Fläche zwischen dem südlichen Rand des heutigen Gewer-
begebiets Haid und dem Mooswald, nördlich der Matsuyamaallee (B 3/B 31) und nahe der
Einmündung der Tiengener Straße. Die Fläche ist Teil der aktuell geplanten Erweiterung des
Gewerbegebiets Haid-Süd.
In der Bewertung des Gutachters eignet sich der Standort sowohl hinsichtlich der Ver-
kehrserschließung (Straße, gerade noch ausreichende Nähe zur Stadtbahn) und hinsichtlich
der Flächengröße. Restriktionen bestehen zum einen durch ein westlich angrenzendes
Landschaftsschutzgebiet, zum anderen vor allem durch den Bedarf an Gewerbeflächen. Weil
in größerem Umfang im Stadtgebiet keine weiteren Gewerbeflächen mehr zur Verfügung
stehen, benötigt die Wirtschaftsförderung den Standort dringend für Erweiterungsplanungen
Freiburger Unternehmen bzw. für Neuansiedlungen. Dieser Bedarf war auch der ursprüngli-
che Anlass für die Erweiterung des Gewerbegebiets „Haid-Süd“. Die Arbeitsgruppe empfiehlt
deshalb, den Vorschlag im weiteren Verfahren nicht weiter zu verfolgen.
„Brühl / Kleingärten Hettlinger“ ist eine Fläche im rückwärtigen Bereich der Messe Frei-
burg an der Hermann-Mitsch-Straße, östlich vom Betriebshof St. Gabriel gelegen und durch
die „Rollende Landstraße“ sowie die Liebigstraße begrenzt. Das Areal ist überwiegend als
Kleingartenanlage genutzt. Die Fläche würde nach Bewertung der Gutachter lediglich Platz
für ein reines Stadion plus ca. 1000 Parkplätze bieten, aber über eine gute Erschließung und
einen nahezu optimalen ÖPNV-Anschluss verfügen. Als weiterer Parkraum könnten die Flä-
chen der Messe genutzt werden. Dies bedeutet: Trainingsplätze und sonstige Flächen für
den Spielbetrieb des SC müssten an anderer Stelle geschaffen oder am derzeitigen Standort
erhalten bleiben. Aus Platzgründen wäre eine Mantelnutzung mit Handel und Gewerbe für
den Standort „Hettlinger“ nicht vorstellbar. Die betroffenen Flächen sind überwiegend im Ei-
gentum der Stiftung und der Stadt, zum Teil in privater Hand..
„Real Süd“ ist das heutige Einkaufszentrum an der Kreuzung Matsuyamaallee und Besan-
conallee, begrenzt durch die St. Georgener Straße, und in unmittelbarer Nachbarschaft der
Stadtbahn-Endhaltestelle Munzinger Straße mit Anschluss an Stadtbahn-und Buslinien. Für
eine „Mantelnutzung“ (Stadion plus Einzelhandel) wäre die Fläche rechnerisch gerade aus-
reichend. Alle weiteren Kriterien mit Ausnahme der Nahverkehrsanbindung bewerten die
Gutachter jedoch als negativ, insbesondere die Nähe zur Wohnbebauung mit erwarteten
Belastungen für die Anlieger, sowie die Grundstücks-und Eigentumsverhältnisse. Überdies
müsste das vorhandene Einkaufszentrum komplett abgerissen werden und wäre längere Zeit
geschlossen. Die Arbeitsgruppe empfiehlt deshalb, den Vorschlag im weiteren Verfahren
nicht weiter zu verfolgen.
„Flugplatz“ ist ein Teil des heutigen Flugplatzgeländes, nördlich der Madisonallee und west-
lich der Hermann-Mitsch-Straße, in direkter Nachbarschaft zum künftigen Möbelmarkt „XXXL
Lutz“. Mit dem Bau der Stadtbahn Messe und dem vorhandenen Straßennetz wäre eine na-
hezu optimale verkehrliche Erschließung gesichert; der Zuschnitt des Areals erlaubt neben
dem eigentlichen Stadion auch Trainingsplätze und (einschließlich der Messe-Parkplätze)
ausreichend Parkraum. Auch eine Mantelnutzung mit Gewerbe wäre denkbar.
Der wichtigste Einwand gegen den Standort ist der Flugplatz selbst: Da der Standort Teile
der heutigen Flugplatzanlage in Anspruch nähme und unmittelbar an die Start-und Lande-
bahn grenzt, würde der Bau eines Stadion an dieser Stelle zwingend die Schließung des

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Flugbetriebes erfordern. Dem stehen u.a. vertragliche Zusicherungen gegenüber den Nut-
zern des Flugplatzes im Rahmen des Bürgerentscheids von 1995 entgegen.
Das Bürgermeisteramt dokumentiert den Vorschlag und die fachliche Bewertung im Sinne
eines transparenten Verfahrens; aufgrund der Faktenlage wird dieser Standort jedoch nicht
weiter verfolgt.
„Hirschmatten“ ist ein Standort zwischen Lehen und Rieselfeld, außerhalb des Natur-
schutzgebietes parallel zum Autobahnzubringer Mitte und südlich der Ausfahrt
Lehen/Mundenhof – vielen Freiburgerinnen und Freiburgern vertraut durch den „Lehener
Sender“. Die zur Hälfte in Privatbesitz stehenden landwirtschaftlichen Flächen sind in ihrem
Zuschnitt ausreichend für Stadion, Trainingsplätze und Parkplätze; für den Individualverkehr
sind sie durch die Ausfahrt Lehen (Richtung Mundenhof) im Norden, sowie den Knotenpunkt
Autobahnzubringer/Besanconallee bzw. Paduaallee erschlossen. Für den öffentlichen Nah-
verkehr empfehlen die Gutachter eine Verlängerung der Stadtbahn Rieselfeld bis in die Nähe
des Areals. Fraglich sind mögliche Beschränkungen des Standorts, wenn der unmittelbar
nördlich benachbarte Sendemast an diesem Standort verbleiben sollte.
Option Um-und qualifizierter Ausbau des Badenova-Stadion:
Noch keine detaillierten Daten und Bewertungen liegen für die Option Umbau des Badenova-
Stadion vor. Sie soll durch einen weiteren Gutachter erarbeitet und in das Verfahren einge-
bracht werden. Ausdrücklich soll diese Option neben möglichen Neubau-Standorten weiter
untersucht und geprüft werden, wobei auch die hinlänglich bekannten Restriktionen wie Lage
im Wohngebiet, mangelhafte verkehrliche Anbindung, fehlender Parkraum und Begrenzung
der Zuschauerkapazität aufgearbeitet werden. Für das badenova-Stadion gilt ein gerichtli-
cher Vergleich mit mehreren Anliegern, der eine Erweiterung des Bestands über 25.000
Plätze hinaus ausschließt (heutige Platzzahl: 24.000).
Das Bürgermeisteramt und der SC bewerten das jetzt vorliegende Ergebnis der Arbeitsgrup-
pe als eine aussagekräftige und belastbare Grundlage, um nun die Vorschläge weiter auf
ihre Eignung zu untersuchen. Dabei ist es gemeinsames Ziel der Stadt und des Vereins, in
einem nächsten Schritt zwei mögliche Neubau-Standorte herauszufiltern. Stadt und Verein
sind sich einig, dass – vorbehaltlich der politischen Entscheidung des Gemeinderats – die
Standortvorschläge „Am Schlattweg“, „Real Süd“ und „Flugplatz“ wegen der bestehenden
Restriktionen und Konfliktpunkte nicht weiter verfolgt werden sollten. Damit soll das Verfah-
ren für einen Neubau auf die beiden Optionen „Brühl/Kleingärten Hettlinger“ sowie „Hirsch-
matten“ konzentriert werden.
Damit verfügen Stadt und Sportclub über eine solide und fachlich fundierte Planungsgrund-
lage für alle weiteren Überlegungen insbesondere zur Finanzierung, Betriebsform usw.. Auf-
gabe des Vereins ist es nun, auf der Basis der voraussichtlich zwei Optionen den In-
vestitionsbedarf zu ermitteln, ein Finanzierungsmodell zu entwickeln und mögliche Zuschüs-
se zu eruieren. Sie sind neben planerischen, verkehrlichen und städtebaulichen Aspekten
wichtige Entscheidungskriterien für einen Grundsatzentschluss für einen Standort.
Das Bürgermeisteramt und der Sportclub legen das Ergebnis den jeweiligen Gremien vor:
Am 27. September ist der Ältestenrat des Gemeinderats unterrichtet worden. Die Vorlage
wird am 5. Oktober im Bau-und Umlegungsausschuss sowie am 10. Oktober im Haupt-
ausschuss vorberaten; ebenso werden der Sportausschuss und der Stadtentwicklungsaus-
schuss eingebunden. Die Entscheidung im Gemeinderat ist im Januar 2012 vorgesehen. In
den Gremien des SC Freiburg steht die Vorlage ebenfalls zeitnah auf der Tagesordnung. Die
Arbeitsgemeinschaft der Freiburger Bürger-und Lokalvereine (AFB) vom Baubürgermeister
Prof.Haag umfassend unterrichtet. Im weiteren Verfahren sind dann auch Bürgerinformatio-
nen und – beteiligungen vorgesehen.
Der Auftrag der im März eingerichteten gemeinsamen Arbeitsgruppe ist damit vorerst erfüllt.
Stadt und SC schlagen jedoch vor, dass die Arbeitsgruppe auch für die nächsten Verfah-
rensschritte in ihrer jetzigen Zusammensetzung bestehen bleibt um eine enge Verzahnung
und Abstimmung zu gewährleisten.

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2. Erst Gutachten, dann Stadionentschei-
dung (08.03.2012)
Frühestens zum Ende diesen Jahres, eventuell erst 2013 liegen alle Fakten auf den Tischen
des Rathauses und des Sportclubs, um über den Bau eines neuen Stadions oder den To-
talumbau des heutigen Stadions an der Schwarzwaldstraße entscheiden zu können. Das war
das Fazit einer Pressekonferenz in der vergangenen Woche, als Stadt und Verein die nächs-
ten Schritte bei der Standortsuche präsentierten.
Sie wollen gemeinsam eine Untersuchung über Kosten, Wirtschaftlichkeit, Vermarktungs-
chancen und Betriebsmodelle erstellen lassen. Drei Optionen stehen dabei zur Diskussion:
Das Areal „Hirschmatten“ am westlichen Rand des Rieselfelds, das Kleingartengelände „Het-
tlinger“ in Brühl-Beurbarung und ein Totalumbau der bestehenden Fußballarena.

Für die Variante Umbau sind inzwischen erste Zahlen zu Kosten und Dauer bekannt. Nach
einer Studie des Kenzinger Bauunternehmens Freyler kostet sie rund 53 Millionen Euro,
womit faktisch ein komplett neues Stadion mit einem geschlossenen zweirangigen Tribünen-
rund, einem verlängerten Spielfeld, neuen Funktions- und Geschäftsräumen und einem
Parkdeck entstehen würde.

Im heutigen Stadion ist das Spielfeld einige Meter zu kurz, sodass der SC bereits seit Jahren
nur mit einer Ausnahmegenehmigung spielen kann. Aus diesem Grund sind der Neubau der
Nordtribüne und der Abriss des vor rund zehn Jahren errichteten Pressezentrum samt Ge-
schäftsstelle erforderlich. Sie sollen in der neuen Hauptribüne untergebracht werden.
Zwei etwas günstigere Varianten gehen vom teilweisen Erhalt und der Integration der Süd-
und der Osttribüne aus; auch sie schlagen noch mit 37 und 40 Millionen Euro Baukosten zu
Buche. Alle Vorschläge sehen auch Sponsorenlogen vor, die dem SC zusätzliche Einnah-
men und damit eine bessere Wirtschaftlichkeit in der Stadionvermarktung bescheren sollen.

Für Ernüchterung sorgten die voraussichtlichen Bauzeiten: 140 Monate – 12 Jahre – würde
die Maximalvariante dauern, weil bei laufendem Spielbetrieb in Abschnitten abgebrochen
und neu gebaut werden müsste, damit immer mindestens 18 000 Zuschauerplätze verblei-
ben können. Sportclub-Vorsitzender Fritz Keller: „Wir haben kein Ersatzstadion, und Liga-
spiele im Elsass oder in Basel sind nicht zulässig.“ Eine kürzere Bauzeit sei nur auf Kosten
der Kapazität möglich.

Noch im Rennen sind die bereits ausgewählten Neubaustandorte „Hirschmatten“ am Rand


des Rieselfelds und „Hettlinger“. Für sie gibt jedoch noch keine annähernden Schätzungen,
was ein Neubau plus Verkehrserschließung wie eine Stadtbahnverlängerung im Rieselfeld
kosten würde. Auskunft darüber soll eine Untersuchung geben, die der SC und das Rathaus
bei einem externen Gutachter in Auftragen geben wollen. Er soll nicht nur die Investitions-
kosten berechnen, sondern auch die Wirtschaftlichkeit und Vermarktungschancen verschie-
dener Varianten sowie Finanzierungs- und Betriebsmodelle untersuchen. Dazu gehört auch
eine Bewertung des bisherigen Stadionareals: Welche Nutzungen mit welchen Einnahmen
sind auf dem 26 000 Quadratmeter großen Grundstück vorstellbar, wenn an anderer Stelle
neu gebaut wird? Ehe die Daten nicht auf dem Tisch liegen, ist – so die gemeinsame Bewer-
tung von OB Salomon und SC-Chef Keller – eine Entscheidung über Neu- oder Umbau noch
gar nicht möglich.

In der überfüllten Pressekonferenz machte Oberbürgermeister Dieter Salomon deutlich, dass


bei einem Neu- oder Umbau der Fußballarena auch die Stadt helfen müsse. Sie ist Eigentü-
merin des früheren Dreisamstadions und hat sich auch an den bisherigen Investitionen in
neue Tribünen beteiligt. Zu Art und Höhe einer städtischen Finanzspritze seien jetzt noch
keine Aussagen möglich.

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3. Zehn Fragen und Antworten zum SC-Stadion
(16.05.2013)
Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung vom 14. Mai 2013 den Beschluss zur Aufstellung ei-
nes Bebauungsplans „Neues Fußballstadion am Flugplatz“ gefasst. Welche Bedeutung hat
dieser Beschluss? Welche rechtlichen Konsequenzen sind mit ihm verbunden? Wie wollen
die Stadt und der Sport-Club die Verkehrserschließung regeln und den Schutz der Wohnge-
biete gewährleisten? Wie geht das Verfahren für einen Bebauungsplan und für die Festle-
gung eines Standorts sowie die weitere Planung weiter? Und welche Möglichkeiten der In-
formation und der Mitsprache haben dabei die Bürgerinnen und Bürger? Das Bürgermeister-
amt fasst die wichtigsten Fragen zu einem neuen SC-Stadion in zehn Punkten zusammen:
1. Der SC spielt seit über 50 Jahren im Stadion an der Schwarzwaldstraße und seit
1993 in der 1. Bundesliga. Warum soll überhaupt ein neues Stadion gebaut werden?
Das heutige Mage-Solar-Stadion grenzt unmittelbar an ein Wohngebiet. Deshalb ist die
Platzkapazität durch einen gerichtlichen Vergleich auf höchstens 25.000 Zuschauer be-
grenzt. Die heutige Stadionkapazität von 24.000 Zuschauern wird bei den meisten Heimspie-
len auch ausgeschöpft. Die Verkehrsanbindung ist unzureichend, und es stehen nahezu kei-
ne Parkplätze in Stadionnähe zur Verfügung. Zudem hat eine Untersuchung ergeben, dass
ein Umbau des Stadions auf den heute üblichen Standard an der Schwarzwaldstraße mehr
als 50 Millionen Euro kosten würde und unwirtschaftlich wäre, weil diese Investitionskosten
bei lediglich 1000 Plätzen mehr als bisher nicht zu erwirtschaften sind.
Ein weiterer Grund: Das Spielfeld ist um mehrere Meter zu kurz und genügt heute nicht mehr
den Vorschriften der DFL, weshalb der Sport-Club jährlich jeweils eine Ausnahmegenehmi-
gung für seine Punktspiele benötigt. Deshalb sind sich der Gemeinderat, die Stadtverwaltung
und der SC einig, dass nur ein neues Stadion an einem anderen Standort eine zukunftsfähi-
ge und wirtschaftlich sinnvolle Lösung sein kann, wenn der SC gegenüber anderen Ligakon-
kurrenten wettbewerbsfähig bleiben will.
Dies hat der Gemeinderat am 11. Dezember 2012 mit großer Mehrheit beschlossen.

2. Weshalb wird der Flugplatz als möglicher Standort eines neuen Stadions unter-
sucht?
Der Gemeinderat hat im Dezember 2012 festgelegt, dass über die beiden Standortvorschlä-
ge „Hirschmatten“ und „Hettlinger“ (siehe dazu auch 4.) hinaus auch die Option Flugplatz
geprüft werden soll, und zwar der Bau eines Stadions mit und ohne Trainingsplätze und pa-
rallel mit einem neuen Eisstadion. Dabei sollten auch Standorte untersucht werden, die zu
einer Schließung des Flugbetriebs führen würden, sowie solche, bei denen der Flugbetrieb
aufrecht erhalten werden kann.
Diese Prüfung ist noch nicht abgeschlossen. Aber die Stadt und der Sport-Club Freiburg
kommen gemeinsam mit dem Gutachter Ernst & Young zu dem Ergebnis, dass der „Wolfs-
winkel“ südlich des Wolfsbucks und zwischen der Landebahn und den Erweiterungsflächen
der Universität unter allen untersuchten Standorten der nach jetzigem Stand günstigste ist.
Dort könnte ein neues Stadion mit bis zu 35.000 Zuscherplätzen plus Nebenflächen für Trai-
ning gebaut werden, ohne dass der Motorflug -Flugbetrieb eingestellt werden müsste.
Ob diese vorläufige Einschätzung auch auf Dauer Bestand hat, das müssen die noch offe-
nen Untersuchungen ergeben: Verkehrserschließung, Lärmbelastung, Klima und Natur-
schutz, Grundstücksfragen, Sicherheit des Flugbetriebs usw.. Deshalb kann es heute noch
keine endgültige Festlegung auf den „Wolfswinkel“ als künftigen Standort eines neuen SC-
Stadions geben.

3. Warum hat der Gemeinderat jetzt ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet?


Der Aufstellungsbeschluss umfasst alle möglichen Standorte auf dem Flugplatz und in unmit-
telbarer Nachbarschaft, auch das Kleingartengelände „Hettlinger“ und einen Standort südlich
der Messehallen. Mit dem Aufstellungsbeschluss wird das Ziel definiert, ein Stadion bauen
zu wollen, was bisher nicht der Fall war.
Auf der Basis dieser Zielsetzung müssen jetzt – um Klarheit über die noch offenen Fragestel-
lungen zu bekommen - erste fachlichen Untersuchungen durch externe Gutachter erfolgen,

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ohne die eine endgültige Entscheidung über den Standort nicht möglich ist. Weiter beginnt
mit dem Aufstellungsbeschluss die so genannte „Beteiligung“, in der sich andere Behörden,
betroffene Firmen und Vereine am Flugplatz usw. zu den Planungen äußern können; die
Ergebnisse müssen beim späteren Satzungsbeschluss berücksichtigt werden. Auch die Öf-
fentlichkeitsbeteiligung ist Teil des Bebauungsplanverfahrens (siehe auch 10.)
Eine weitere Folge des Aufstellungsbeschlusses: Damit können zwei Baugesuche von Fir-
men bzw. Vereinen am Flugplatz vorerst zurückgestellt werden, die andernfalls ab Juni hät-
ten entschieden werden müssen. Dieses Vorgehen gewährleistet, dass durch genehmigte
Bauvorhaben einzelne mögliche Standort-Optionen nicht bereits zunichte gemacht werden,
ehe die Untersuchung abgeschlossen ist.

4. Hat die Stadt die Vorschläge „Hirschmatten“ im nördlichen Rieselfeld und „Hettlin-
ger“ endgültig aufgegeben, oder besteht noch die Chance eines Stadions an dieser
Stelle?
„Hirschmatten“ war einer von zunächst fünf Vorschlägen, die aus einem Suchverfahren des
Büros „Albert Speer + Partner“ 2011 übrig geblieben waren. „Hirschmatten“ liegt in unmittel-
barer Nähe des Areals „Dietenbach“, für das „Vorbereitende Untersuchungen“ für eine städ-
tebauliche Entwicklungsmaßnahme zum Bau eines neuen Stadtteils eingeleitet sind. Die
Fläche ist durch den Beschluss zu den „Vorbereitenden Untersuchungen“ damit so weitge-
hend gesichert, so dass dort keine nicht gewollten Entwicklungen eintreten können
Das Areal befindet sich überwiegend in privatem Eigentum und wäre nur auf dem Wege
freiwilliger Verkäufe zu erwerben und deshalb mittelfristig kaum zu realisieren. Wegen der
voraussichtlichen Konflikte zu einem möglichen neuen Stadtteil im nördlichen Rieselfeld wird
diese Option zunächst nicht weiter verfolgt.
Das Kleingartengelände „Hettlinger“ an der Hermann-Mitsch-Straße neben dem Betriebshof
St.Gabriel ist von dem Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans erfasst. „Hettlinger“ eig-
net sich grundsätzlich als Stadionstandort, allerdings mit der Einschränkung, dass die
Grundstücksgröße nur für ein Stadion nicht aber für Trainingsplätze ausreicht.

5. Die Erfahrung im Freiburger Osten zeigt, dass es bei Bundesligaspielen regelmäßig


zu großen Verkehrsproblemen mit langen Staus kommt. Wie will man die verkehrliche
Erschließung bei einem Standort „Wolfswinkel“ in den Griff bekommen?
In einer Bundesligasaison gibt es 17 Heimspiele, einschließlich möglicher Freundschafts-,
Pokal- oder Europaleague-Spiele insgesamt maximal 20 bis 25 Spieltermine.
Das Verkehrsgutachten ist ein Teil der Untersuchungen, die nun auf der Basis des Aufstel-
lungsbeschlusses als Start in das Planungsverfahren an ein externes Fachbüro vergeben
werden sollen. Die Stadt definiert jedoch bereits jetzt verschiedene Ziele, die damit erreicht
werden sollen:
ꞏ Optimaler Anschluss per Stadtbahn (über einen Haltepunkt der künftigen Stadtbahn Messe
an der Madisonallee) und per S-Bahn (Haltepunkt Messe der Breisacher Bahn). Das heißt:
Der größte Teil der Stadionbesucher kann öffentliche Verkehrsmittel nutzen; der Weg von
den Haltestellen zum Stadion führt nicht (wie bisher an der Schwarzwaldstraße) durch
Wohnstraßen.
ꞏ Gute Erreichbarkeit per Fahrrad und auch zu Fuß für die Bewohner der angrenzenden
Stadtteile
ꞏ Anfahrt per Auto entweder über die Madisonallee und von dort entlang der 11. Fakultät in
Richtung Stadion und zu den Parkplätzen der Messe, oder über eine eigene Zufahrt von der
Granadaallee (Mooswaldallee). Alle Zufahrtstraßen sind – im Unterschied zur Schwarzwald-
straße – vierspurig ausgebaut.
Es ist planerisches Ziel, die gesamte Verkehrsführung (einschließlich Fußgänger) so anzule-
gen, dass eine Belastung des westlich angrenzenden Stadtteils Mooswald und der übrigen
Stadtteile wie Brühl-Beurbarung weitgehend ausgeschlossen wird.
Auch der Flugplatz selbst bleibt tabu: Aus Sicherheitsgründen müssen die Landebahn und
die beidseitigen Sicherheitsstreifen für Stadionbesucher gesperrt bleiben; ebenso wird ein
Überqueren der Landebahn nicht möglich (und auch nicht notwendig) sein.

6. Der Stadtteil Mooswald grenzt an das Flugplatzareal. Wie groß sind die Entfernun-

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gen zu einem möglichen Stadionstandort „Wolfswinkel“, und mit welchen Dimensio-
nen ist für ein neues Stadion zu rechnen?
Die Stadt und der SC gehen für ein Stadion mit 30.000 bis zu 35.000 Zuschauerplätzen in
zwei Rängen von folgenden Gebäudemaßen aus: Längsseite ca. 185 Meter, Schmalseite ca.
150 Meter, Höhe ca. 25 bis zu 30 Meter.
Wenn sich der „Wolfswinkel“ als Standort bestätigt, wird je nach genauer Lage des Stadions
die Entfernung von der Mitte des Spielfelds bis zu den ersten Häusern im Mooswald zwi-
schen 400 und 500 Metern betragen.
Zum Vergleich: Beim Mage-Solar-Stadion in der Schwarzwaldstraße beträgt der Abstand von
der Südtribüne bis zu den nächstgelegenen Wohnhäusern 35 Meter, bzw. von der Mitte des
Spielfelds gut 100 Meter.
Die Lärmbelastung wird sich gegenüber der heutigen Situation deutlich verbessern.. Die
Fußgänger werden von den Stadtbahn-Haltestellen nicht durch Wohnquartiere geführt, und
im Umfeld des Stadions liegen ausreichend Parkflächen, von denen der Zugang zum Stadi-
on nicht durch bewohnte Gebiete führt. Ein neues Stadion wird – im Gegensatz zur heutigen
Situation mit vier freistehenden Tribünen - in einer rundum geschlossenen Bauweise als
„Schüssel“ mit zwei übereinander liegenden Zuschauerrängen gebaut, von denen aus der
Lärm nach oben und nicht zu den Seiten entweicht.

7. Kollidiert ein möglicher Stadionstandort „Wolfswinkel“ mit den Bauplänen der Uni-
versität und der Fraunhofer-Institute?
Die Baufläche liegt auf einem Areal im überwiegend städtischen Eigentum. Unmittelbar west-
lich daran grenzen das 3. und 4. von vier Baufeldern für die Erweiterung der 11. Fakultät und
der Fraunhofer-Institute im Eigentum des Landes. Für das 3. Baufeld gibt es konkrete Bau-
absichten des Fraunhofer-Institus für Physikalische Messtechnik (IPM).
Auch wenn für das 4. Baufeld noch keine konkreten Pläne vorliegen (es soll demnächst für
Freiland-Versuche der Biologischen Fakultät genutzt werden), will die Stadt die Erweite-
rungsflächen in ihrer Größe erhalten. Deshalb ist die Stadt im Gespräch mit dem Rektorat
und dem Land sowie dem Fraunhofer-Institut mit dem Ziel, das 4. Baufeld eventuell leicht
nach Westen in Richtung Breisacher Bahn zu verlagern, um genügend Raum zu gewinnen.

8. Welche Auswirkungen ergeben sich für den Flugbetrieb und für die Betriebe und
Vereine am Flugplatz?
Der Vorschlag „Wolfswinkel“ wird untersucht, weil er nach jetzigem Stand ein Nebeneinander
von Fußball und Flugbetrieb möglich macht. Der Abstand von einem möglichen Stadion bis
zur Mitte der Landebahn beträgt rund 180 Meter und ist damit nach derzeitiger Einschätzung
weit genug für die vorgeschriebenen Sicherheitsstreifen entlang der Landebahn. Dazu muss
noch die Luftverkehrsbehörde im Regierungspräsidium eingeschaltet und voraussichtlich ein
Gutachten eingeholt werden.
Konsequenzen werden sich jedoch voraussichtlich für die Start- und Landebahn der Segel-
flieger neben der betonierten Landebahn ergeben. Nach jetzigem Stand wäre ein Segelflug-
betrieb auf der jetzigen Bahn nicht mehr möglich, wenn das Stadion am Standort „Wolfswin-
kel“ gebaut wird. Deshalb wird mit den nun anstehenden Untersuchungen auch geprüft, ob
eine Verlegung der Segelflugbahn näher zur Landebahn möglich ist, oder der Segelflugbe-
trieb verlagert werden muss. Das Ergebnis steht noch aus.

9. Wie gehen die Verfahren für den Bebauungsplan und die weiteren Planungen wei-
ter?
Der Aufstellungsbeschluss definiert zunächst nur den Planungsraum möglicher Stadionstan-
dorte auf dem und am Flugplatz und der Messe, also sowohl den Standort Hettlinger wie den
Standort „Wolfswinkel“. Der Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplans bedeutet des-
halb noch keine verbindliche Festschreibung eines Standorts. Als nächste Schritte folgen
nun die Fachuntersuchungen und Gutachten (Verkehr, Umwelt, Grundstücksfragen, Flugsi-
cherheit, Lärmschutz usw.). Deren Ergebnisse fließen in die endgültige Beurteilung und da-
mit in den Entwurf eines Bebauungsplans ein, in dem ein Stadionstandort endgültig festge-
legt wird.
Parallel dazu werden alle Fachbehörden und beteiligten Stellen (zum Beispiel Regionalver-

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band Südlicher Oberrhein, Regierungspräsidium, Universität, VAG, RVF, Naturschutz, Ver-
kehrsbehörde, die Betriebe und Vereine am Flugplatz, usw.) angehört und können Stellung
zu den Planungsabsichten nehmen. Ihre Stellungnahmen werden dem Gemeinderat später
mit dem Vorschlag eines Stadionstandorts zum sogenannten „Offenlagebeschluss“ vorge-
legt, auf den eine einmonatige Öffentlichkeitsbeteiligung folgt. In dieser Zeit können Bürge-
rinnen und Bürger Anregungen und Einwände vorbringen.
Der letzte Schritt eines Bebauungsplanverfahren ist der Satzungsbeschluss, mit dem der
Plan rechtskräftig wird, und mit dem ein Baurecht geschaffen ist – wegen der aufwändigen
Verfahren wahrscheinlich erst 2015.

10. Welche Möglichkeiten der Information und Mitwirkung haben die Bürgerinnen und
Bürger im Mooswald und den übrigen Stadtteilen in der Nähe des Flugplatzes?
Das Bebauungsplanverfahren sieht zu einem frühen Zeitpunkt eine Information der Bürger-
schaft und für interessierte SC-Fans über die Planungsabsichten vor. Dazu findet ein Infor-
mations- und Diskussionsabend am Freitag, 7.Juni, (19 Uhr, Messe Konferenzraum 1 – 4)
mit OB Dieter Salomon, Baubürgermeister Prof. Martin Haag und dem Vorstand des Sport-
Clubs statt. Die Stadt und der Verein werden dort über den jetzigen Stand der Standortsu-
che, den Vorschlag „Wolfswinkel“ und die übrigen Standort-Vorschläge berichten und Fragen
und Anregungen aus der Bürgerschaft aufnehmen.
Sobald die Ergebnisse die ersten Gutachten und Untersuchungen vorliegen, wird die Stadt
auch darüber in weiteren Veranstaltungen informieren. Gelegenheit zu formellen Einwen-
dungen besteht (siehe 9.) auch in der „Offenlage“ des Bebauungsplans.
Das Bürgermeisteramt beabsichtigt ein Dialogforum im weiteren Verfahren einzurichten. Da-
bei sollen Vertretungen der angrenzenden Stadtteile, die Universität, die Institute, die Messe,
die IG Nord, der Flugplatz sowie die angrenzenden Betriebe informiert und mit einbezogen
werden.

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4. Großes Interesse an Bürgergespräch zum Stadi-
onneubau (10.06.2013)
Rund 1000 Menschen, zu einem Großteil Bürgerinnen und Bürger aus dem Stadtteil
Mooswald sowie SC-Fans, nahmen am 7. Juni an der gemeinsamen Veranstaltung der Stadt
Freiburg und des Sport-Club in der Messehalle 1 teil. Zum ersten Mal präsentierten die Stadt
und die Gutachter von Ernst & Young sowie dem Stuttgarter Architektenbüro asp dabei öf-
fentlich detaillierte Pläne und Skizzen, wie ein neues SC-Stadion am Standort Wolfswinkel
im nördlichen Bereich des Flugplatzes aussehen könnte.

Oberbürgermeister Dieter Salomon und Baubürgermeister Prof. Martin Haag wiesen dabei
mehrfach darauf hin, dass man mit dem Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan erst
am Anfang eines aufwändigen Verfahrens stehe. In einem nächsten Schritt sollen nun Fach-
gutachten in Auftrag gegeben werden: zur Flugsicherung bei einem Nebeneinander von Sta-
dion und Motorflugbetrieb, zu ökologischen Fragen, zur Verkehrserschließung und zu mögli-
chen Lärmemissionen. Von den Ergebnissen hängt es ab, ob der Standort überhaupt – und
wenn ja, wie – möglich ist. Nach bisheriger Einschätzung erscheint der „Wolfswinkel“ zwi-
schen der Landebahn und den Erweiterungsflächen der Universität als der am besten geeig-
nete, der den Bau eines neuen Stadions erlaubt, ohne dass der Motorflugbetrieb deswegen
beeinträchtigt wird. Dies sei, so OB Salomon und Bürgermeister Haag, das ausdrückliche
Ziel des Bürgermeisteramts. Nach heutigem Stand wird jedoch bei einem Stadionstandort
„Wolfswinkel“ ein Verbleib der Segelflieger mit eigenen Landeflächen neben der betonierten
Start- und Landebahn nicht möglich sein.

Gegen den Standort positionierten sich eindeutig der Vorsitzende des Bürgervereins
Mooswald, Horst Bergamelli, und die Sprecherin der Bürgerinitiative „Pro Wolfswinkel“,
Christine Jautz. Die Vorsitzende des Bürgervereins Brühl-Beurbarung, Bettina Touré, hielt
den Vorschlag für „unter bestimmten Bedingungen vertretbar“. In der fast vierstündigen Dis-
kussion führten zahlreiche Sprecherinnen und Sprecher Argumente wie Lärmemissionen,
Verkehrsbelastungen für den Stadtteil Mooswald durch parkende Fahrzeuge und klimatische
Auswirkungen ins Feld. Unterstützung fand der Vorschlag „Wolfswinkel“ vor allem bei SC-
Fans. Für das Projekt warben auch SC-Vorsitzender Fritz Keller und Schatzmeister Heinrich
Breit: Der SC sei, um wettbewerbsfähig in der Bundesliga zu sein, auf ein neues Stadion
angewiesen und wolle auf jeden Fall als Freiburger Verein im Stadtgebiet bleiben.

Nach der Sommerpause lädt die Bauverwaltung zu einem „Dialogverfahren“ ein, in dem alle
Betroffenen angehört werden: Vereine und Betriebe am Flugplatz, die Bürgervereine und
Bürgerinitiative, Behörden, die Möbelhäuser an der Hermann-Misch-Straße, die Universität
usw..

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5. Fahrplan zu möglichem Stadionstandort Wolfs-
winkel im nächsten Gemeinderat: Bürgermeisteramt
lässt in erster Stufe anhand von „K.O.-Kriterien“ die
Eignung des Standortes Wolfswinkel und Verträg-
lichkeit mit dem Motorflugbetrieb vertieft untersu-
chen (11.07.2013)

Wie geht es weiter mit den Untersuchungen eines möglichen Standorts Wolfswinkel auf dem
Flugplatz für den Bau eines neuen SC-Fußballstadion? Noch in der zweiten Jahreshälfte
2013 will die Stadtverwaltung mit der ersten Stufe der Fachgutachten Klarheit gewinnen, ob
ein Neubau für den Sport-Club auf dem jetzt vorgesehenen Standort „Wolfswinkel“ rechtlich
und tatsächlich möglich und zulässig sein kann. Wenn dies bestätigt wird, soll das Bauleit-
planverfahren weiter geführt werden, mit dem dann zahlreiche Einzelfragen detailliert unter
die Lupe genommen und bewertet werden.
Noch vor der Sommerpause wird auch das von der Stadtverwaltung zugesagte Dialogverfah-
ren starten, zu dem alle von der Stadionplanung betroffenen Institutionen – von den Bürger-
initiativen bis zum Sport-Club – eingeladen werden.
Das sind zusammen gefasst die wesentlichen Stationen eines Fahrplans zur Stadionplanung
am Flugplatz, der in der letzten Sitzung des Gemeinderats vor der Sommerpause am 23. Juli
auf der Tagesordnung steht. Die Stadtverwaltung informiert darin über die thematischen und
inhaltlichen Schwerpunkte der Gutachten, die zeitnah als erste Stufe in Auftrag gegeben
werden und bis Jahresende belastbare Aussagen bringen sollen. Bewusst hat sich das Bür-
germeisteramt dabei für ein zweistufiges Vorgehen entschieden:
In der ersten Stufe liegt der Fokus auf der Risikoabschätzung sogenannter „K.O.-Kriterien“,
wie dies bereits in einem interfraktionellen Antrag der CDU, SPD und FDP im Juni angeregt
worden ist. Darunter ist die grundsätzliche rechtliche und tatsächliche Machbarkeit und Zu-
lässigkeit eines neuen Stadions unter Beibehaltung des Motorflugbetriebs zu verstehen. Von
den Aussagen und Bewertungen dieser ersten Gutachten-Stufe wird abhängen, ob mit ei-
nem zweiten Schritt die Detailuntersuchungen erfolgen.
Bei der Frage nach einem grundsätzlichen Ja oder Nein stehen an erster Stelle die
Aussagen zu Flugbetrieb und Sicherheit:
Sind der Motorflugbetrieb des Verkehrslandeplatzes und ein neues Stadion am vorgesehe-
nen Standort unter Wahrung der Sicherheit für die Flieger und Stadionbesucher möglich und
grundsätzlich genehmigungsfähig?
Kann der Motorflugbetrieb auch während des Stadionbetriebs aufrecht erhalten werden?
Welche möglichen Auswirkungen hätte das Stadion für die Flieger z.B. durch Luftverwirbe-
lungen? Was bedeutet der Abstand von rund 180 Metern bis zur Landebahn für die Höhe
des Stadions? Und: Ist eine Verlagerung der heutigen separaten Grasbahnen für die Segel-
flieger auf die Start- und Landebahn für Motorflug möglich?
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Zum Themenkomplex Verkehrserschließung und Bodenverhältnisse lässt die Stadt
vor allem folgende Fragen durch externe Fachleute prüfen:
Verkehrserschließung mit Öffentlichem Nahverkehr, Individualverkehr, Fahrrad und zu Fuß.
Damit sollen auch eine eventuell andere Trassenführung für die Stadtbahn Messe als bisher
vorgesehen, oder Veränderungen an der bestehenden Breisgau-S-Bahn (Breisacher Bahn)
begutachtet werden, um die Erreichbarkeit per Stadtbahn und S-Bahn zu verbessern. Wie
lassen sich Verkehrsströme so steu-ern, dass die angrenzenden Wohngebiete nicht unzu-
mutbar belastet werden? Wie wirken sich eventuelle Parallelveranstaltungen im Stadion und
auf der Messe verkehrlich aus?
Wie sind der Baugrund für ein Stadion und die Zufahrten angesichts der Historie einer nahe-
gelegenen ehemaligen Mülldeponie beschaffen?
Die Gutachten zum Thema Umwelt betreffen verschiedene Fragestellungen. Die wich-
tigsten in Stichworten:
Welche Auswirkungen hätte ein Stadion auf die klimaökologischen Verhältnisse und die Be-
deutung des Flugplatzes als Kaltluftschneise? Welche Lärmemissionen sind durch den Sta-
dionbetrieb und den Verkehr zu erwarten, und sind die zulässigen Grenzwerte gegenüber
Wohngebieten einzuhalten? Hat das Stadion Auswirkungen auf Restriktionen durch natur-
schutzrechtliche Schutzgebiete und geschützte Tier- und Pflanzenvorkommen oder den Vo-
gelschutz?
Die exakten Fragestellungen für die Gutachter werden vom Amt für Projektentwicklung und
Stadterneuerung (APS) mit dem Regierungspräsidium, dem Regionalverband und anderen
Stellen abgestimmt. Ebenfalls eingeleitet ist inzwischen das Verfahren zur Umweltprüfung,
um die Fragestellungen und den Umfang der Umweltgutachten definieren zu können.

Diese in der ersten Stufe anstehenden Themenkomplexe sind „K.O.-Kritieren“. Das bedeutet:
Nach der bisherigen Beurteilung und den Gesprächen mit allen Fachämtern geht die Stadt
davon aus, dass der Wolfswinkel ein fachlich geeigneter Standort ohne K.O.-Faktoren ist. Ob
diese bisherige Einschätzung auch im Urteil unabhängiger und externer Gutachter Bestand
haben wird, sollen die Untersuchungen nun erweisen.

Wenn die von der Stadt beauftragten Gutachter und das Urteil der Fachämter die vorläufige
Einschätzung belegen, dass der Bau eines neuen Stadions am Standort Wolfswinkel grund-
sätzlich möglich ist und dem Projekt keine unüberwindlichen Hindernisse im Weg stehen,
schlägt die Verwaltung dem Gemeinderat vor, in der zweiten Verfahrensstufe die üblicher-
weise bei einem Vorhaben dieser Dimension im Bauleitplanverfahren notwendig Untersu-
chungen durchzuführen.
Derzeit ist die Stadtverwaltung im Gespräch mit Fachbüros; die Aufträge an erfahrene und
kompetente Büros sollen nach der Gemeinderatsentscheidung erteilt werden. Bis Jahresen-
de, so sieht es der ambitionierte Fahrplan vor, erwartet die Stadt belastbare Aussagen zu
den Themenkomplexen Flugverkehr und Sicherheit, Verkehrserschließung und Bodenver-
hältnisse sowie Umweltschutz. Soweit die Gutachter keine unüberwindlichen K.O.-Krtiterien
feststellen, hat der Gemeinderat das Wort, um den Weg freizumachen für das weitere Bau-
leitverfahren. Damit werden weitere vertiefende Untersuchungen nicht mehr zum „Ob“, son-
dern zum „Wie“ eingeleitet.

„Sollten die Fachgutachter und die Fachämter im Gegensatz zu ihren bisherigen Einschät-
zungen zum Ergebnis kommen, dass ein Stadion Wolfswinkel nicht zulässig wäre oder den
Motorflugbetrieb unmöglich machen würde, dann werden wir diesen Standort nicht weiter
verfolgen und vorschlagen, das Bauleitplanverfahren einzustellen!“ stellt Baubürgermeister
Martin Haag fest.

Das Bürgermeisteramt hat sich zum Ziel und als Prämisse an die Gutachter gesetzt, dass mit
einem Stadionneubau der Motorflugbetrieb weiterhin bestehen kann. Allerdings können nach
jetzigem Stand die beiden parallel zur Landebahn verlaufenden Segelflugbahnen aufgrund
der kurzen Distanz zum geplanten Stadion nicht verbleiben. Bürgermeister Martin Haag: „Wir
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lassen untersuchen, ob die Segelflieger auf der betonierten Bahn starten und landen können.
Sollte das nicht möglich sein, werden wir bei der Suche nach einem alternativen Platz in der
Nähe helfen!“ Zunächst seien jedoch die Aussagen der Gutachter abzuwarten.

Das Bürgermeisteramt ist inzwischen auch in Gesprächen mit der Universität, dem Uni-
Bauamt und der Liegenschaftsverwaltung des Landes (Vermögen und Bau Baden-
Württemberg). Der Grund: Der Stadion-Standort Wolfswinkel berührt nach der jetzigen Pla-
nung das dritte und vierte Baufeld der Uni-Erweiterungsflächen für die 11.Fakultät. Auf dem
dritten Baufeld ist u.a. ein Neubau des Fraunhofer-Instituts für Physikalische Messtechnik
geplant. Die Planer schlagen deshalb vor, die Baufelder leicht zu verschwenken und in Rich-
tung Breisacher Bahn zu verschieben, ohne die Fläche in ihrer Größe zu beschneiden. Damit
würde ein ausreichend großer Abstand zwischen Stadion und den Universitätsflächen ver-
bleiben. Baubürgermeister Martin Haag: „Wir halten uns daran, dass die Erweiterungsmög-
lichkeiten nicht beeinträchtigt werden.
Dialogverfahren startet noch im Juli
Bereits mit den ersten Überlegungen eines Stadionstandorts Wolfswinkel hatte die Verwal-
tung eine frühzeitige und breit angelegte Beteiligung aller Betroffener zugesagt. Dies soll nun
mit einem erstmals installierten Dialogverfahren unter der Leitung eines externen Moderators
geschehen. In dem Dialogverfahren sollen regelmäßig alle offenen Fragen zu Gutachten und
Verfahren zur Sprache kommen, Anregungen sowie Bedenken und Wünsche diskutiert und
mögliche Kompromisse zu widerstreitenden Interessen erarbeitet werden. Zu der konstituie-
renden Sitzung noch im Juli sind u.a. Vertreterinnen und Vertreter folgender Institutionen
eingeladen:
Bürgervereine Mooswald, Brühl-Beurbarung und Land-wasser sowie die Arbeitsgemein-
schaft Freiburger Bürger- und Lokalvereine (AFB)
Bürgerinitiative Pro Wolfswinkel
Bürgerinitiative Pro Flugplatz e.V.
Sport-Club Freiburg
Universität und Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik (IPM)
Vermögen und Bau Baden-Württemberg (Liegenschaftsverwaltung des Landes)
Universitätsbauamt
Interessengemeinschaft Industriegebiet Nord sowie die Möbelhäuser und weitere angren-
zende Betriebe
Umweltverbände, Naturschutzverbände und Schutzgemeinschaft Deutscher Wald
Die Stadtverwaltung ist mit ihren Fachämtern Stadtplanung, Garten- und Tiefbauamt, Um-
weltschutz, Forstamt, Amt für Liegenschaften und Wohnungswesen und Sportreferat vertre-
ten, sowie VAG, Zweckverband Regio-Nahverkehr Freiburg (ZRF) bzw. Regio-Verbund
GmbH, FWTM als Betreiberin der Messe und der Flugplatz Freiburg GmbH.
Daneben besteht weiter die 2011 eingerichtete „Arbeitsgruppe SC-Stadion“ mit Vertretern
aller Gemeinderatsfraktionen und dem Vorstand des Sport-Club, die bisher achtmal getagt
hat. Sie wird auch weiter das Projekt begleiten.
Kosten für Gutachten und Dialogverfahren:
Nach einer überschlägigen Rechnung werden für die erste Stufe der Gutachten und Risiko-
abschätzungen zu den K.O.-Kriterien rund 210.000 Euro erforderlich. Wie bereits bei allen
bisherigen Studien und Untersuchungen zum Stadion, übernimmt der Sport-Club die Hälfte
der Kosten. Hinzu kommen die Aufwendungen für das Dialogverfahren, die auf rund 40.000
Euro für externe Moderation und Dokumentation veranschlagt werden und von der Stadt
allein getragen werden.

Da im städtischen Haushalt noch keine Ansätze zur Verfügung stehen, beinhaltet der Antrag
an den Gemeinderat auch die außerplanmäßige Bereitstellung der Mittel für den städtischen
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Anteil von rund 145.000 Euro (50 Prozent von 210.000 Euro Gutachtenkosten plus 40.000
Euro für das Dialogverfahren). Insgesamt rechnet das Bürgermeisteramt mit etwa 750.000
Euro Gesamtaufwand für das Bauleitverfahren einschließlich beider Stufen der Gutachten,
die zum überwiegenden Teil erst 2014 und später anfallen werden. Dazu Bürgermeister
Haag: „Eine Entscheidung für ein neues Stadion und den Standort erfordert sachlich und
fachlich fundierte Grundlagen und das Urteil unabhängiger Fachleute. Deshalb sind diese
Kosten unvermeidlich und notwendig.“

Mit Blick auf die zahlreichen, zum Teil parallel laufenden und miteinander verzahnten Einzel-
verfahren und Teilprojekte in mehreren Ämtern hat das Bürgermeisteramt für dieses Vorha-
ben eine eigene Projektstruktur im Baudezernat geschaffen. Bürgermeistermeister Haag hat
die Steuerung und Koordination des Vorhabens dem Amts für Projektentwicklung und Stadt-
erneuerung (APS) übertragen; dessen neuer Leiter Robert Staible leitet das Projekt in enger
Abstimmung mit dem Baubürgermeister.
Präsentation zum weiteren Vorgehen
Präsentation zum weiteren Vorgehen aus der Pressekonferenz vom 11. Juli 2013

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6. Dialogverfahren für möglichen Stadionstandort
Wolfswinkel hat begonnen: Anregungen von Bürger-
initiativen, Vereinen und Flugplatznutzern werden in
Gutachten eingebracht (26.07.2013)
Zum ersten Mal hat die Stadt Freiburg bei einem großen und kontrovers diskutierten Bauvor-
haben ein Dialogverfahren als Baustein bürgerschaftlicher Partizipation ins Leben gerufen:
Am Mittwoch (24.Juli) startete der Dialogprozess zu einem möglichen Standort Wolfswinkel
für ein neues SC-Stadion. Erst am Vortag hatte der Gemeinderat Gelder für das extern mo-
derierte Verfahren und die jetzt anstehenden Gutachten beschlossen.

Der Wolfswinkel war mit dem Auswahlverfahrens, in dem die Zahl möglicher Stadionstandor-
te von ursprünglich 23 auf drei Standorte konzentriert worden war, und der nachfolgenden
Überprüfung des Flugplatzes durch die Gutachter Ernst & Young und asp (Stuttgarter Archi-
tekturbüro) noch einmal näher untersucht worden. Nach heutiger Beurteilung der Fachleute
erscheint der Wolfswinkel am besten für ein neues Fußballstadion mit 30.000 bis 35.000
Plätzen geeignet, ohne dass wegen des Stadionbaus der Motorflugbetrieb beeinträchtigt
wäre oder gar vollständig aufgegeben werden müsste.

Im Mai hat die Stadt die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens beschlossen. Gegenwär-
tig sind verschiedene Gutachter zu Einschätzungen eventueller „K.O.-Kriterien“ angefragt,
die den Standort unmöglich machen würden. K.O.-Kriterien könnten beispielsweise die Auf-
lagen der Flugsicherheit, natur- und umweltrechtliche Restriktionen oder Anforderungen an
die verkehrliche Erschließung sein. Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, so Baubür-
germeister Prof. Martin Haag, kann über den weiteren Planungsprozess für den Stadions-
tandort Wolfswinkel entschieden werden.

Um die Gutachten zu unterstützen, sollen das Wissen vor Ort und die Erfahrungen der An-
wohner in einem Dialogverfahren systematisch mit einbezogen werden. Bei der Auftaktver-
anstaltung diskutierten unter der Leitung von Antje Grobe, DIALOG BASIS, die Bürgerverei-
ne Mooswald, Brühl-Beurbarung und Landwasser, die Bürgerinitiativen „Pro Wolfswinkel“
und „Pro Flugplatz“, die am Flugplatz beheimateten Vereine und Firmen, die Universität, die
Liegenschaftsverwaltung des Landes und die Fraunhofer-Gesellschaft, die Möbelhäuser ent-
lang der Hermann-Mitsch-Straße, die „Interessengemeinschaft Industriegebiet Nord“, der
Sport-Club Freiburg sowie Umwelt- und Naturschutzorganisationen.

Zu Beginn des ersten Treffens in der Messe skizzierten Baubürgermeister Prof. Martin Haag,
Moderatorin Antje Grobe und der Leiter des Amts für Projektsteuerung und Stadterneuerung,
Robert Staible, die wichtigen Eckpunkte des Dialogs: Es soll im Plenum einen kontinuierli-
chen Informationsaustausch sicher stellen, jeden Verfahrensschritt transparent darstellen
und Anregungen, Ideen und Bedenken einspeisen und geltend machen. Inhaltlich begleitet
der Dialogprozess zunächst die Phase, in der mögliche K.O.-Kriterien untersucht und bewer-
tet werden. Eine Weiterführung in einer möglichen zweiten Phase wurde von Bürgermeister
Haag fest zugesagt. Nach dem bisherigen Zeitplan soll bis Ende des Jahres Klarheit darüber
bestehen, ob ein Stadion im Wolfswinkel grundsätzlich überhaupt möglich und machbar ist,
und ob das Bebauungsplanverfahren mit dann vertiefenden und detaillierten Gutachten in
einer zweiten Phase weiter geführt wird. Die Bürgerinnen und Bürger werden diesen Prozess
aktiv und kritisch begleiten und haben Gelegenheit, mit den Expertinnen und Experten ver-
tieft zu diskutieren und ihre Fragen und Interessen in die Gutachten einzubringen.

Derzeit bereitet die Bauverwaltung die Vergabe der Untersuchungen an externe Büros sowie
die Einbindung u. a. der „Deutsche Flugsicherung GmbH“ und des Deutschen Wetterdiens-
tes vor. Im Mittelpunkt der ersten Sitzung des Dialogverfahrens standen deshalb mögliche
Ergänzungen und Präzisierungen der bisher vorbereiteten Leitfragen. Sie umfassen vor al-
lem die drei Themenkomplexe Flugbetrieb und -sicherheit, Verkehrserschließung und Bo-
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denverhältnisse sowie Umwelt mit allen Auswirkungen auf Flora, Fauna, Klima und Gesund-
heit.

Aus dem Kreis der Betroffenen sind während der vierstündigen Arbeitssitzung zum Teil in
Arbeitsgruppen zahlreiche weitere Punkte und Fragen eingebracht worden, die nun aufberei-
tet und in die Agenda für die Gutachter eingespeist werden. Die wichtigsten betreffen folgen-
de Themenkomplexe:

 Mögliche spätere Erweiterungen des Stadions und deren Auswirkungen auf den
Flugplatz und Flugbetrieb sowie Mooswald.
 Wirtschaftliche Bedeutung der Möbelhäuser und mögliche Beeinträchtigungen des
Geschäftsbetriebs und der Erreichbarkeit bei Spielen oder Veranstaltungen.
 Vertiefte Untersuchung des Flugplatzes als Kaltluftschneise für Teile der Stadt und
Auswirkungen auf das Stadtklima.
 Mögliche Auswirkungen von Luftverwirbelungen u.ä. vor allem für kleinere Flugzeuge
und Ultraleichtflieger durch den Baukomplex eines Stadions; die Flieger befürchten
Einbußen für den Flugplatz Freiburg an Attraktivität und Frequenz.
 Zukunft des Segelflugs, falls eine oder beide Grasbahnen entfallen sollten.
 Altlasten in der früheren Deponie Wolfswinkel, falls eine Verbindungsstraße zwischen
der Isfahan-Allee und Madison-Allee angelegt wird und dafür die Deponie „ange-
schnitten“ wird.
 Anforderungen der Universität und der Fraunhofer-Gesellschaft zur Planungssicher-
heit für die geplanten Instituts- und Laborgebäude auf den Baufeldern, falls diese ge-
genüber der bisherigen Planung in Richtung Breisacher Bahn verschoben werden
sollten.

Grundsätzlich erwarten die Teilnehmer an dem Dialogverfahren bereits in der ersten Stufe
nicht nur „belastbare Aussagen“, sondern fachliche Gutachten von anerkannten Experten.
Bürgermeister Prof. Haag sagte zu, dass alle Anregungen und Fragen aufgenommen und an
die Gutachter übermittelt werden, um dann zeitnah oder spätestens im Rahmen des Bebau-
ungsplanverfahrens beantwortet zu werden.

Voraussichtlich Ende September und Mitte Oktober sind weitere Sitzungen des Dialogverfah-
rens geplant.

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7. Zweite Runde zu möglichem Stadionstandort
Wolfswinkel: Sachverständige zu KO-Kriterien stel-
len Inhalte und Methodik ihrer Expertisen vor
(27.09.2013)
Welche Fragen zu einem möglichen Standort Wolfswinkel für ein neues Fußballstadion prü-
fen und untersuchen die von der Stadt beauftragten Experten? In der zweiten Runde des
Dialog-Forums standen am Freitag (27.September) die Fachleute den Bürgerinitiativen und
Bürgervereinen sowie den Nutzern und Anliegern des Flugplatzes Rede und Antwort. Bau-
bürgermeister Prof. Martin Haag: "Engagement und Sachkunde der am Dialog Teilnehmen-
den beeindrucken und ermöglichen eine intensive und gute Diskussion."

Im Mittelpunkt der jetzt laufenden Expertisen steht die Prüfung so genannter KO-Kriterien:
Gibt es zwingende Ausschlussgründe, die den Bau eines Fußballstadions in jedem Fall un-
möglich machen? Die Beurteilung von renommierten Büros aus mehreren Fachgebieten ent-
scheidet darüber, ob die Planung für den Bau eines Stadions weiter verfolgt und dazu das
Bebauungsplanverfahren weitergeführt wird.

Baubürgermeister Prof. Martin Haag nannte dieses Vorgehen und die frühzeitige Beteiligung
der Bürgerschaft ein „Partizipationsverfahren, das es in dieser Form in Freiburg noch bei
keinem Projekt gegeben hat“. Zwar gibt es bisher noch keine Ergebnisse, sondern im Mittel-
punkt der vom Büro „Dialog Basis“ aus Tübingen moderierten vierstündigen Befragung stan-
den zunächst die Definition von Fragen und die thematische Abgrenzung der Expertisen. In
der erste Runde des Dialogforums vor den Sommerferien waren aus dem Kreis der Bürger-
schaft zahlreiche Punkte und Fragestellungen formuliert worden, zu denen die Experten
Aussagen treffen sollen.

Die Fachleute für Verkehr, Lärmschutz, Boden und Altlasten, Klima sowie Natur- und Arten-
schutz aus den von der Stadt beauftragten Gutachterbüros stellten in der Runde dazu nicht
nur die jeweiligen Fragen vor, die derzeit untersucht und bewertet werden, sondern berichte-
ten ausführlich auch über Methodik, technische Verfahren und die Anwendung von Modell-
berechnungen. Zusätzliche Anregungen aus dem Kreis der Bürgervertreter wurden vor allem
zum Thema Verkehrsregelung eingebracht. So sollen gezielt auch die Auswirkungen eines
Stadions an Spieltagen auf die Möbelhäuser (Ikea, Möbel-Braun und XXXL-Lutz) an der
Hermann-Mitsch-Straße und mögliche Einschränkungen für die Betriebe im Industriegebiet
Nord in die Bewertung einbezogen werden.

Eine weitere Sitzung des Dialogforums, dann zu dem Themenkomplex Flugsicherheit und
Vereinbarkeit von Stadion und Motorflug, findet im Oktober statt, in der die Fachleute der
Deutschen Flugsicherung und des Deutschen Wetterdienstes angehört werden sollen. In
einer weiteren Sitzung vor Weihnachten sollen die Ergebnisse des Dialogs abschließend
aufbereitet werden.

Angesichts der Komplexität und Vielfalt der zu untersuchenden Themen kündigte Bürger-
meister Prof. Haag an, dass der Zeitplan sich verschieben werde. Der bisherige Fahrplan,
wonach die Expertisen zu den KO-Kriterien noch vor Weihnachten in der Dialog-Gruppe vor-
gestellt und diskutiert werden, ist damit hinfällig.

„Gründlichkeit und genügend Zeit zur Diskussion mit den Bürgerinnen und Bürgern sind
wichtiger als Schnelligkeit“ sagte der Baudezernent. Deshalb soll die Entscheidung des Ge-
meinderats, ob der Standort am Wolfswinkel weiterverfolgt werden soll, auf Ende Januar
verschoben werden, um den Experten ausreichend Zeit zu geben. Martin Haag sicherte zu,
dass die Teilnehmenden des Dialogforums im Januar ausreichend Zeit und Gelegenheit ha-
ben werden, um die Expertisen zu studieren und mit den jeweiligen Büros zu diskutieren.

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Auch der Gemeinderat erhält die Möglichkeit, direkt mit den Experten zu diskutieren und die
Ergebnisse im Bau- und Umlegungsausschuss am 22.01.14 zu beraten. Noch vor der Ge-
meinderatsentscheidung am 28.01.14 wird auch eine weitere öffentliche Informationsveran-
staltung stattfinden, in der die Gutachter ihre Expertisen zu den KO-Kriterien auch einer brei-
teren Öffentlichkeit vorstellen werden.

Auch die gemeinsame Arbeitsgruppe der Stadt und des Sportclub, die diesen Prozess eng
begleitet, hat am 30.September diesem Vorgehen zugestimmt.

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8. Ergebnis der Standortuntersuchung liegt vor:
Keine unüberwindbaren Hindernisse für ein Stadion
auf dem Flugplatz (10.01.2014)
Die Untersuchungen zu einer grundsätzlichen Eignung des Standorts Wolfswinkel für den
Bau eines neuen Stadions haben keine unüberwindbaren rechtlichen, planerischen oder
sonstigen Hindernisse festgestellt. Das bedeutet: Der Bau eines neuen Stadions für den
Sportclub Freiburg ist dort grundsätzlich möglich. Das Bürgermeisteramt schlägt dem Ge-
meinderat deshalb vor, die Planungen für ein neues Stadion weiterzuführen.

Landeanflug auf den Flugplatz (Foto: A.J. Schmidt)


Das ist die Kernaussage einer umfangreichen Drucksache, die dem Gemeinderat am 10.
Januar vorgelegt wurde und über die am 25. Februar entschieden werden soll. Die Drucksa-
che dokumentiert die Ergebnisse der Standortuntersuchungen, die im Sommer 2013 einge-
leitet wurden und in der Öffentlichkeit als so genannte K.O.-Kriterien bekannt sind. Die Aus-
sagen von Fachleuten zu Themenbereichen wie Flugbetrieb und –sicherheit, Verkehrser-
schließung, Altlasten und Bodenverhältnissen, Klima, Natur- und Artenschutz dienen dem
Ziel, im Sinne einer Risikoabschätzung eine grundsätzliche Machbarkeit und Zulässigkeit
eines Stadions an diesem Standort zu prüfen.
Die verschiedenen Fachbüros kommen nun für jeden einzelnen Bereich zu dem Ergebnis,
dass in keinem der untersuchten Themenfelder unüberwindliche rechtliche, planerische oder
tatsächliche Hindernisse bestehen, welche das Projekt grundsätzlich ausschließen oder un-
möglich machen. Die festgestellten Konflikte und Fragestellungen lassen sich vielmehr im
Rahmen der detaillierten Planungsverfahren lösen und stellen damit keine K.O.-Faktoren
dar, welche das Projekt eines Stadions an diesem Standort grundsätzlich verhindern würden.

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Ebenfalls am 10. Januar wurden die Ergebnisse der Standortuntersuchungen den Mitglie-
dern der gemeinderätlichen Arbeitsgruppe „Stadion“ vorgestellt. Unmittelbar anschließend
unterrichtete das Bürgermeisteramt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Dialogverfah-
rens, das seit Juli das Verfahren in mehreren Sitzungen begleitet hat. An dem Dialogverfah-
ren nehmen Vertreterinnen und Vertreter der Firmen und Vereine am Flugplatz, der Bürger-
initiativen und der Bürgervereine Mooswald sowie Brühl-Beurbarung, der Universität und
Institute, der Möbelhäuser an der Hermann-Mitsch-Straße, Umweltverbände sowie der
Sportclub Freiburg teil. In fünf jeweils mehrstündigen Sitzungen hat das Dialogforum Frage-
stellungen für die Untersuchungen formuliert und ist ausführlich über Methodik und Zwi-
schenergebnisse der Untersuchungen zu den K.O.-Kriterien informiert worden. Wenn der
Gemeinderat am 25. Februar einer Weiterführung der Stadionplanung für den Standort
Wolfswinkel zustimmt, soll das Dialogverfahren auch die weiteren Schritte begleiten.

Bewertungen der Sachverständigen zu möglichen K.O.-Kriterien


Die Untersuchung der K.O.-Kriterien hat folgende, kurz zusammengefasste Ergebnisse er-
geben:
Flugplatz, Flugbetrieb, Flugsicherheit und Flugmeteorologie: Das Stadion kann an dem
vorgesehenen Standort gebaut und betrieben werden, wobei der Motorflugbetrieb nahezu
uneingeschränkt fortgeführt werden kann. Unter bestimmten meteorologischen Bedingungen
an durchschnittlich etwa 90 Stunden pro Jahr (Tag und Nacht) können gegenüber heute
nachteilige Windstärken- und Windrichtungskonstellationen auftreten, deren Risiken durch
flugbetriebliche Vorkehrungen als minimierbar angesehen werden. Bereits heute gibt es an
ca. 9 Tagen im Jahr vergleichbar kritische flugmeteorologische Verhältnisse, die den Flugbe-
trieb und die Flugsicherheit beeinträchtigen.
Verkehrerschließung: Das Verkehrs- und Erschließungskonzept gewährleistet für alle Ver-
kehrsarten eine hinreichende Erschließungsqualität ohne gravierende Verschlechterungen
im Verkehrsablauf oder unzumutbare Belästigungen. Für den Mooswald empfehlen die
Sachverständigen ein eigenes Konzept zum Schutz der Anlieger, um wildes Parken oder
zusätzlichen Verkehr durch Stadionsbesucher auszuschließen. Ebenso soll ein Konzept für
die Erreichbarkeit und die Parkplätze der Möbelhäuser an Spieltagen erarbeitet werden.
Bodenverunreinigungen, Grundwasser und Kampfmittel: Der Stadionstandort liegt au-
ßerhalb der früheren Mülldeponie Wolfsbuck, die bis Anfang der 1970er Jahre in Betrieb war.
Im direkten Stadionbereich sind keine Verunreinigungen festgestellt worden. Der Bau einer
Verbindungsstraße zwischen Granada- und Madisonallee berührt die frühere Deponie; dort
sind die in einer früheren Mülldeponie üblichen Altlasten (Bauschutt, Bodenaushub, Haus-
und Gewerbemüll) gefunden worden, die entsprechende Sicherungen durch befestigte Bö-
schungen u.ä. erforderlich machen. Der Grundwasserstand wird nicht tangiert, auch wenn
das Stadion um bis zu 4,60 Meter abgesenkt wird (Spielfeld-Niveau bis zu 2,60 Meter unter
Geländeniveau).
Klimaökologie: Die Auswirkungen des Stadions auf die klimatischen Verhältnisse be-
schränken sich auf die unmittelbare Umgebung. Die vorgesehene Verschwenkung der Uni-
versitätsflächen nach Westen, sowie deren Bebauung kann unter bestimmten Bedingungen
die Durchlüftung ausschließlich im Bereich des Elefantenwegs verändern. Eine Verschlech-
terung der thermischen Belastung der Wohnbebauung ist jedoch nach Meinung der Sach-
verständigen nicht anzunehmen. Auch die Funktion des Flugplatzes als Frischluftschneise
für die Stadt bleibt erhalten.
Schallschutz: Die erwarteten Schallimmissionen bei Fußballspielen bewegen sich innerhalb
des gesetzlichen Rahmens. Das gilt auch für Abendspiele mit Anstoß nach 20.30 Uhr. Das
Stadion soll als ein rundum geschlossener und nur nach oben offener Baukörper gestaltet
werden, dessen Schallimmissionen deutlich niedriger sind als (wie heute in der Schwarz-
waldstraße) bei einem seitlich oder zwischen den Tribünen offenen Bauwerk und bei nur 35
Metern Entfernung zum nächsten Wohngebäude (statt über 400 Metern im Fall der
Mooswaldsiedlung).

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Natur- und Artenschutz: Die Sachverständigen halten alle bisher bekannten Fragestellun-
gen des Natur- und Artenschutzes für fachlich und rechtlich lösbar, wenn auch unter beacht-
lichem finanziellen und personellen Aufwand. Dies sind im wesentlichen der Wegfall von ca.
9 Hektar geschützten Magerrasen sowie von festgesetzten Ausgleichsflächen. Weiter sind
Krähen- und Dohlenvorkommen festgestellt worden. Ob artenschutzrechtliche Verbote dem
Bau eines Stadions entgegenstehen, wird noch geprüft. Sollte dies der Fall sein, wären die
Voraussetzungen für eine im Gesetz vorgesehene Ausnahme gegeben.
Städtebau: Die Errichtung eines Fußballstadions samt zugehöriger Infrastruktur und Neben-
nutzungen kann konfliktfrei mit der Weiterentwicklung der 11. Fakultät mit ihren vier Baufel-
dern erfolgen, von denen zwei bereits bebaut bzw. vollständig überplant sind. Allerdings
setzt das Konzept eines neuen Stadion voraus, dass die zwei nördlichen Baufelder gegen-
über der bisherigen Lage nach Westen, in Richtung Breisacher Bahn, verschwenkt werden.
Dies kann unter Beibehaltung der Größe der Baufelder erfolgen.
Die Aussagen und Bewertungen zu möglichen K.O.-Kritieren sind in den Originalfassungen
der Sachverständigen ab 10. Januar, 22 Uhr, unter www.freiburg.de/scstadion als Down-
lowds verfügbar.

Weiteres Vorgehen
Parallel zu der Untersuchung möglicher K.O.-Kriterien hat die Verwaltung auch das Ergebnis
der ursprünglichen Standortsuche mit ursprünglich 24 Standorten von 2011/12 noch einmal
daraufhin überprüft, ob im Vergleich zur Option Wolfswinkel einer dieser 24 Standorte in der
Abwägung gleichwertig oder besser geeignet wäre. Dies ist nicht der Fall. Eine abschließen-
de und nachvollziehbare Dokumentation dieses aufwändigen und schwierigen Standortver-
gleichs wird noch in diesem Jahr erstellt.
Deshalb schlägt die Verwaltung dem Gemeinderat vor, für einen Stadionstandort Wolfswin-
kel die Planung weiter voran zu treiben. Konkret bedeutet dies mehrere parallel laufende
Verfahren, unter anderem für die Anpassung der Flugplatz-Infrastrukturen, die Weiterführung
der Standortplanungen und einen so genannten Erschließungsentwurf, die Vertiefung und
Koordinierung der Umweltstudien, sowie eine Ablauf- Zeit- und Finanzierungsplanung. Der
wichtigste Schritt sind Bebauungsplanverfahren, mit denen bestehende Bebauungspläne
angepasst werden, an erster Stelle der Bebauungsplan für die 11. Fakultät, in dem Investiti-
onsentscheidungen der Universität und der Fraunhofer-Gesellschaft für neue Institutsgebäu-
de in naher Zukunft bevorstehen. Der Bebauungsplan-Aufstellungsbeschluss hierfür soll dem
Bau- und Umlegungsausschuss bereits im Februar 2014 vorgelegt werden.
Das Bürgermeisteramt stellt klar, dass die jetzt anstehende Entscheidung über die Weiter-
führung der Planung kein Grundsatzbeschluss für ein künftiges Stadion Wolfswinkel ist. Ein
Grundsatzbeschluss auf der Basis belastbarer Aussagen zu Kosten und Wirtschaftlichkeit
und Planungssicherheit ist nicht vor 2015 möglich und vorgesehen. Ein Satzungsbeschluss
für den Stadion-Bebauungsplan wäre danach frühestens 2016 möglich.
Bürgergespräch am 21. Januar 2014
Die Drucksache an den Gemeinderat wird aufgrund eines interfraktionellen Antrags jetzt erst
am 25. Februar im Gemeinderat öffentlich behandelt. Nach der nichtöffentlichen Vorberatung
ist die Drucksache im Laufe des 18. Februar im Ratsinformationssystem auf der städtischen
Homepage verfügbar.
Für die interessierte Öffentlichkeit besteht Gelegenheit zur Information und Diskussion in
einer Bürgerinformation am Dienstag, 21. Januar, 18 Uhr, in der Rothaus-Arena (Messe
Freiburg). Nach dem großen Interesse des ersten Infoabends mit fast 1000 Teilnehmern im
Juni findet die Veranstaltung in der größten Halle der Messe statt.
Den Fragen der Bürgerschaft stellen sich Oberbürgermeister Dieter Salomon, Erster Bür-
germeister Otto Neideck, Bürgermeisterin Gerda Stuchlik und Baubürgermeister Prof. Martin
Haag. Außerdem stehen die Sachverständigen zu den K.O.-Kriterien Rede und Antwort so-
wie Vertreter des Sport-Club Freiburg. Moderiert wird der Abend von Antje Grobe („Dialog
Basis“ Tübingen), die bereits das Dialogverfahren moderiert hat.

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9: Neues Stadion - Die Alternativen sind keine
(13.02.2014)
Die Diskussion um einen möglichen Stadionstandort Wolfswinkel auf dem Flugplatz ist auf
dem besten Weg zum stadtpolitischen Schwerpunktthema: Nachdem in den letzten Wochen
immer wieder weitere Standorte öffentlich diskutiert worden waren, hat die Verwaltung die
vier meistgenannten erneut unter die Lupe genommen.

Zusätzlich zu der umfangreichen Vorlage vom Januar über die Standorteignungsprüfung des
Wolfswinkels fließen die Ergebnisse der erneuten Prüfung in eine Ergänzungsdrucksache für
die Gemeinderatssitzung am 25. Februar. Sie greift die Fragen und Kritikpunkte aus dem
Gemeinderat und der Bürgerschaft auf, die in den letzten Wochen die Stadiondebatte be-
stimmt haben.

Unterm Strich ändert sich nichts an der Linie des Rathauses: Die Aussagen der Sachverstän-
digen zu möglichen K.o.-Kriterien haben keine unüberwindlichen rechtlichen oder tatsächli-
chen Hindernissen aufgezeigt. Auch den Standort auf dem Flugplatzareal erachtet das Bür-
germeisteramt im Vergleich zu möglichen Alternativen als beste Wahl. Deshalb hält das Rat-
haus an dem Antrag fest, dass der Gemeinderat grünes Licht gibt für die Weiterführung der
Planungen und Untersuchungen am Standort Wolfswinkel.

Vier Alternativen nochmals untersucht

Nachdem in den letzten Wochen immer wieder Standorte diskutiert worden waren, die angeb-
lich besser geeignet seien als der Wolfswinkel, hat die Verwaltung vier davon geprüft – be-
reits zum zweiten Mal, weil alle schon 2011 durch das Frankfurter Büro Albert Speer & Part-
21
ner untersucht und als nicht geeignet verworfen worden waren. An diesem Urteil hat sich
faktisch nichts geändert.

Entweder Stadion oder neuer Stadtteil

Lehener Winkel: Das Areal zwischen Mundenhofer Straße und der Straße Zum Tiergehege
nahe dem Mundenhof ist überwiegend im Eigentum des Landes. Das wichtigste Argument
gegen ein Stadion „Lehener Winkel“ ist der neue Stadtteil Dietenbach. Durch die für ein Sta-
dion notwendigen Schutzabstände und Verkehrswege wird die potenzielle Siedlungsfläche
um mindestens ein Drittel und dazu noch in bester Lage beschnitten, sodass kein Platz mehr
wäre für den neuen Stadtteil. Dies gilt auch für „Hirschmatten“ am Lehener Sender. Auch
wenn die Grundsatzentscheidung zwischen Dietenbach und St. Georgen für einen neuen
Stadtteil noch nicht gefallen ist, warnt OB Dieter Salomon nachdrücklich davor, die Option
eines neuen Stadtteils durch einen Stadionstandort zu verbauen: „Es wäre fatal, wenn ein
solch wichtiges Siedlungsvorhaben an einer unüberlegten Entscheidung scheitern würde.“

Kein Anschluss an die Autobahn

Neumatte: Das Gebiet westlich der Autobahn auf der Höhe von Landwasser und südlich der
Elsässer Straße ist heute eine landwirtschaftliche Fläche. Das Baudezernat nennt vor allem die
Verkehrsanbindung als Ausschlusskriterium: Die Haupzufahrt soll von der B31 auf Umkir-
cher Gemarkung abzweigen und parallel zur Autobahn zum Teil durch Umkircher Wald bis
zum Stadion führen – ein Konzept, das die Gemeinde Umkirch bereits abgelehnt hat. Für die
zweite Straßenanbindung mit der Verlängerung der Elsässer Straße wäre ein langer Tunnel
unter der Autobahn und den künftigen Gleisen der Rheintalbahn notwendig. Die Stadt rech-
net weiter damit, dass Schutzstreifen und Sicherheitsabstände zur Autobahn das Stadionge-
lände so sehr einengen würden, dass Waldflächen der Gemeinde March tangiert wären. Da-
gegen hat sich der Marcher Bürgermeister Hügle bereits ausgesprochen. Hinzu kommen Kon-
flikte durch Hochwasserschutz, das Vogelschutzgebiet Mooswälder und die Eigentumsver-
hältnisse – zum überwiegenden Teil ist das Areal in privater Hand.

Keine Planungshoheit in Gundelfingen

Gundelfingen: Die Fläche liegt auf Gundelfinger Gemarkung zwischen der Isfahanallee /B3
und dem Mooswald und Hochdorfer Wald, und damit außerhalb des Stadtgebiets. Auf frem-
der Gemarkung kann die Stadt jedoch kein Stadion planen. Überdies sind die Abstände
zur Wohnbebauung in Gundelfingen so gering, dass das Projekt voraussichtlich garnicht zu-
lässig wäre.

"Rhodia" steht nicht zur Verfügung

Solvay-Gelände: Der Bau eines Stadions auf dem Betriebsareal der früheren Rhodia (heute
Firma Solvay) im Industriegebiet Nord wird seit Jahren immer wieder ins Gespräch gebracht
und ist 2011 ebenfalls untersucht worden. Die Firma Solvay ist jedoch nicht bereit, Teilflä-
chen abzugeben oder zu verkaufen, weil sie das Areal für eigene betriebliche Planungen frei-
halten möchte.

Mooswald ist kein "reines Wohngebiet"

Ausführlich geht die Vorlage auf die Vorwürfe ein, wegen der Sportstättenlärmschutzverord-
nung sei ein Stadion im Wolfswinkel gar nicht zulässig – so lautete einer der Vorwürfe in der
Informationsveranstaltung am 21. Januar. Obwohl die Mooswald- Siedlung baurechtlich zum
22
Teil ein „reines Wohngebiet“ ist, setzt der Lärm-Sachverständige die Richtwerte für ein „all-
gemeines Wohngebiet“ an. Der Grund: Die Mooswald-Siedlung stellt eine „Gemengelage“
dar, mit „reinem“ und „allgemeinem Wohngebiet“ und „Vorbelastungen“ wie S-Bahn, Flug-
betrieb und Universitätserweiterung. Damit gelten die Richtwerte eines „allgemeinen Wohn-
gebiets“ mit einem Unterschied von 5 Dezibel. Bürgermeister Martin Haag: „Von unzumut-
baren Beeinträchtigungen der Wohnruhe sind die Richtwerte weit entfernt.“

Kein Baubeschluss am 25. Februar

Nachdrücklich verweist die Verwaltung darauf, dass am 25. Februar im Gemeinderat kein
Grundsatz- oder Baubeschluss auf der Tagesordnung steht, sondern die Entscheidung über
die Weiterführung zu einem Bebauungsplanverfahren. Gibt der Gemeinderat dafür grünes
Licht, soll in den nächsten Schritten eine belastbare Planung entwickelt werden, wozu auch
eine Berechnung der Investitionskosten für Stadion und Infrastruktur gehört. Bis 2015, so
der Fahrplan, könnte dann der Gemeinderat über einen Grundsatzbeschluss und den Bebau-
ungsplan entscheiden. OB Salomon und Bürgermeister Haag: „Die Verfahren brauchen viel
Zeit. Bei allen Schritten haben Gründlichkeit und Sorgfalt Vorrang vor Schnelligkeit.“

23
10. "Fahrplan" für die Grundsatzentscheidung zum
Stadion-Standort mit den Fraktionen des Gemeinde-
rats abgestimmt (16.09.2014)
Vorlage wird am 7.Oktober eingebracht und ist damit öffentlich für alle Interessierten
Das Bürgermeisteramt bereitet aktuell die Gemeinderats-Drucksache für den Grundsatzbe-
schluss für ein neues Fußballstadion am Standort Wolfswinkel vor. Die Drucksache mit um-
fangreichen Anlagen soll – abweichend vom sonst üblichen Beratungslauf – in der nächsten
Gemeinderatssitzung am 7.Oktober öffentlich eingebracht werden und wird ab diesem Da-
tum öffentlich und für alle Interessierten im Internet zugänglich sein.
Der weitere "Fahrplan", der am 15. September mit dem Ältestenrat des Gemeinderats abge-
stimmt worden ist, sieht folgende Termine vor:

 9. Oktober: Beratung im Dialogforum (Teilnehmer sind alle von dem Stadionstandort


Wolfswinkel betroffenen Institutionen, Betriebe, Flugsportvereine, Bürgervereine,
Verbände, Universität und Fraunhofer-Institute, der Sport-Club, FWTM/Messe usw.)
 5. November: Vorberatung im Bauausschuss (nichtöffentlich)
 10. November: Vorberatung im Hauptausschuss (nichtöffentlich)
 18. November: Grundsatzbeschluss zum Stadionstandort Wolfswinkel und Be-
schluss zur Durchführung eines Bürgerentscheids
 1. Februar 2015: Voraussichtlich Bürgerentscheid

Mit diesem Verfahren, bei dem die interessierten Bürgerinnen und Bürger von Beginn an
Einsicht in die Drucksache und alle Anlagen sowie Gutachten haben, schafft das Bürger-
meisteramt eine größtmögliche Transparenz, die der Bedeutung des Themas entspricht.
Damit knüpft das Bürgermeisteramt an die Entscheidungen an, die der Gemeinderat im Feb-
ruar 2014 zum Thema Stadion gefasst hat: Auch damals war die Vorlage mit allen gutachter-
lichen Aussagen zu den so genannten K.O.-Kriterien von Beginn an öffentlich und ist in einer
großen Informationsveranstaltung in der Rothaus-Arena vorgestellt worden.

Der Gemeinderat entscheidet am 18.November auch über die Durchführung, den Termin
und die Fragestellung eines Bürgerentscheids. Das Bürgermeisteramt wird dem Gemeinde-
rat vorschlagen, den Bürgerentscheid auf Sonntag, 1. Februar 2015, festzusetzen. Bereits im
Februar hatte der Rat beschlossen, dass die grundsätzliche Entscheidung über den Bau
eines Stadions am Wolfswinkel einem Bürgerentscheid unterstellt werden soll.

Die organisatorischen Vorbereitungen brauchen einen zeitaufwändigen Vorlauf. Deshalb


beginnt das Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung (ABI), das für die Durchfüh-
rung von Wahlen verantwortlich ist, bereits jetzt mit den Vorarbeiten. Ein Bürgerentscheid
ähnelt vom Aufwand einer normalen Wahl: Wahlberechtigt sind alle rund 170.000 Freiburge-
rinnen und Freiburger, die das 16. Lebensjahr vollendet haben, seit mindestens drei Mona-
ten im Stadtkreis zu Hause und deutsche oder EU-Bürger sind.

Für die Besetzung der Wahllokale und die anschließende Auszählung des Ergebnisses wer-
den rund 1200 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer benötigt, die zu einem großen Teil aus städ-
tischen Ämtern und Gesellschaften rekrutiert werden. Darüber hinaus wird das ABI bereits in
den nächsten Tagen damit beginnen, solche Bürgerinnen und Bürger um die Mitwirkung in
Wahlvorständen am Tag des Bürgerentscheids (1. Februar 2015) zu bitten, die dieses Eh-
renamt bereits in der Vergangenheit bei Wahlen und Abstimmungen wahrgenommen haben.
Außerdem werden auch Bundes- und Landesbehörden gebeten, Mitglieder für die Wahlvor-
stände zu benennen – immer unter dem Vorbehalt des Gemeinderatsbeschlusses über die
Durchführung des Bürgerentscheids. Das Wahlamt kann jedoch nicht bis zum Beschluss am
18. November warten, weil die Zeit bis zur Abstimmung am 1. Februar für die Besetzung der
Wahlvorstände nicht mehr ausreichen würde.

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11. Bürgermeisteramt legt Drucksache zum Grund-
satzbeschluss für ein neues Fußballstadion vor -
Entscheidung im Gemeinderat am 18. November
vorgesehen (7.10.2014)
 Weiterführende Untersuchungen bestätigen: Nach wie vor keine rechtlichen oder tatsächlichen
Hindernisse für Standort Wolfswinkel
 Konzept zu Organisation, Investition und Finanzierung sieht Objektträgergesellschaft für Bau und
Betrieb des Stadions vor
 Finanzierung des Stadions wird durch Kapitaleinlage und Pachtzahlungen des SC in voller Höhe
gesichert - Investitionen für öffentliche Infrastruktur sollen von der Stadt im Haushalt finanziert
werden
 Bürgerentscheid für 1. Februar 2015 vorgeschlagen

Der Wolfswinkel im nördlichen Bereich des Freiburger Flugplatzes ist nach einer intensiven und tief-
greifenden Untersuchung der einzige geeignete Standort für den Bau eines neuen Fußballstadions, der
alle Anforderungen erfüllt. Alle weitergehenden Untersuchungen haben bestätigt, dass zum jetzigen
Zeitpunkt weder rechtliche noch tatsächliche Hindernisse gegen das Projekt erkennbar sind.

Zur Realisierung des Stadions soll eine städtische Objektträgergesellschaft gegründet werden, in die
das Grundstück von der Stadt und eine Kapitaleinlage von bis zu 20 Millionen Euro durch den SC
eingebracht werden. Der Investitionsaufwand für das Stadion wird durch die Pachtzahlungen des
Sport-Club finanziert; die öffentliche Infrastruktur (Straßenbau und Verkehrsanlagen) schafft die Stadt
und finanziert den Investitionsaufwand im Haushalt.

Am 1. Februar 2015 soll die Bürgerschaft in einem vom Gemeinderat festgesetzten Bürgerentscheid
über das Stadionprojekt abstimmen und die Weiterführung der Planung bis zu einem Baubeschluss
und zur Realisierung eines neuen Stadions Wolfswinkel entscheiden.

Dies sind die wichtigsten Aussagen einer Drucksache, die das Bürgermeisteramt dem Gemeinderat am
7. Oktober 2014 zu einem Grundsatzbeschluss über die weitere Planung sowie zu Finanzierung, Inves-
tition und mögliche Organisation eines neuen Fußballstadions am Wolfswinkel vorlegt. Gleichzeitig
stellt das Bürgermeisteramt den Beschlussantrag zur Durchführung und möglichen Fragestellung eines
Bürgerentscheids über das Stadionprojekt zur Abstimmung. Wenn die Stadträtinnen und Stadträte dem
Vorschlag folgen, soll die Bürgerschaft am Sonntag, 1. Februar 2015, über das Stadion abstimmen.

Mit der so genannten „Einbringung“, die der Vorberatung in den Ausschüssen vorgeschaltet wird,
unterstreicht das Bürgermeisteramt die herausragende Bedeutung des Projekts und schafft die Mög-
lichkeit der frühzeitigen Information und Diskussion in der Öffentlichkeit. Die Drucksache ist ab der
Gemeinderatssitzung am 7.Oktober öffentlich und kann einschließlich aller Anlagen sowie ergänzen-
der fachlicher Expertisen im Internet unter www.freiburg.de eingesehen werden. Der Gemeinderat
entscheidet erst am 18.November über den Grundsatzbeschluss sowie die Durchführung und Frage-
stellung des Bürgerentscheids.

Die Verwaltung will damit – wie bei allen bisherigen Schritten der Stadionplanung – ein Höchstmaß
an Transparenz schaffen und Gelegenheit geben, sich mit Blick auf den vorgesehenen Bürgerentscheid
umfassend über alle Gutachten, fachliche Bewertungen, Verfahrensschritte und Aussagen zu Kosten,
Finanzierung und Betrieb informieren zu können.

Vorgeschichte
Das Projekt eines neuen Stadions für den Profi-Spielbetrieb des SC war mehrfach Gegenstand von
Gemeinderatsbeschlüssen. Die wichtigsten Punkte in Stichworten:

Das heutige Stadion (künftig „Schwarzwaldstadion“) im Freiburger Osten genügt nicht mehr den

25
technischen und funktionalen Anforderungen der Bundesliga. Eine Erweiterung über die heutige Ka-
pazität von 25.000 Zuschauerplätzen ist durch die Festsetzungen eines gerichtlichen Vergleichs ausge-
schlossen.

Das in einem Wohngebiet gelegene Stadion ist verkehrlich unzureichend erschlossen und weist nicht
annähernd ausreichend Parkplätze auf. Zudem ist eine wirtschaftliche Nutzung durch Hospitality-
Bereiche am vorhandenen Standort stark eingeschränkt, so dass der Sport-Club im Wettbewerb mit
nahezu allen anderen Erstliga-Standorten hinsichtlich Funktionalität und Wirtschaftlichkeit des Stadi-
ons benachteiligt ist.

Seit 2011 wurden daher im gesamten Stadtgebiet Freiburgs mögliche Standorte für einen Neubau un-
tersucht. In einer ersten umfangreichen Standortuntersuchung durch AS&P – Albert Speer & Partner,
Frankfurt, wurden insgesamt 24 potentielle Bauflächen überprüft, wobei sich jedoch keiner der Stand-
orte als konfliktfrei erwiesen hat. Ende 2012 hat der Gemeinderat die Verwaltung beauftragt, bei der
Suche nach einer möglichen Stadion-Baufläche auch den Flugplatz Freiburg nochmals vertiefend zu
untersuchen. Hierbei wurde 2013 durch Ernst & Young und das Stuttgarter Planungsbüro asp das
Konzept eines Stadionneubaus am konkreten Standort Wolfswinkel entwickelt.

Aktuell hat die Verwaltung eine Untersuchung („Alternativenbetrachtung 2014“) aller Flächenoptio-
nen auf der Basis einer digitalen flächendeckenden Raumanalyse des Freiburger Stadtgebietes durch-
geführt, die mit der Drucksache vorgelegt wird. Sie hat abschließend bestätigt, dass der Standort
Wolfswinkel als einziger die notwendigen Standortanforderungen erfüllt und kein anderer Standort im
Stadtgebiet für den Bau eines Fußballstadions und der erforderlichen Infrastruktur geeignet ist.

Der für ein neues Stadion vorgesehene Standort Wolfswinkel umfasst eine Fläche im nördlichen Teil
des Flugplatzareals, südlich der früheren Mülldeponie Wolfsbuck und zwischen den beiden nördlichen
Baufeldern für die Erweiterung der 11.Fakultät sowie der Landebahn gelegen. Das Areal ist in über-
wiegend städtischem Besitz.

Untersuchungen zur Standort-Eignung 2013/2014


Eine erste Einschätzung ergab, dass bei einer Realisierung des Stadions der Motorflugbetrieb für den
Flugplatz aufrechterhalten werden kann, nicht hingegen der Segelflugbetrieb und Fallschirmsport. Die
Erweiterungsfläche der Universität östlich der Breisacher Bahn ist von einem Stadion substantiell
nicht berührt. Zwar sollen die beiden nördlichen Baufelder leicht verschoben werden, bleiben jedoch
in ihrer Größe unverändert bestehen. Der Abstand zum benachbarten Stadtteil Mooswald beträgt ab
der äußeren Stadionkante bis zum nächstgelegenen Wohnhaus rund 400 Meter, womit die einschlägi-
gen Grenzwerte für Lärmemissionen gegenüber Wohngebieten einzuhalten sind. Für die verkehrliche
Erschließung sieht die Planung die in Bau befindliche Stadtbahn Messe mit einer Haltestelle an der
Madisonallee und die Breisacher Bahn vor, sowie den Bau einer neuen Erschließungsstraße zwischen
Granadaallee (Westrandstraße) und Madisonallee.

Im Sommer 2013 hat die Stadt zum ersten Mal ein Dialogverfahren mit allen Beteiligten eingeleitet. In
den extern moderierten Dialogrunden ist die Anregung erarbeitet worden, vor einer detaillierten Pla-
nung zum Bebauungsplan und Baubeschluss die Eignung des Standorts anhand von K.o.-Kriterien zu
überprüfen, ob Bau und Betrieb eines neuen Fußballstadions an diesem Standort überhaupt möglich
sind. Dabei sind im Herbst/Winter 2013 Auswirkungen auf den angrenzenden Stadtteil Mooswald und
das Universitätsquartier, Fragen des Flugbetriebs und der Flugsicherheit, Lärmemissionen, Altlasten,
Natur- und Artenschutz, Veränderungen des Klimas und die verkehrliche Erschließung in einem vor-
geschalteten Verfahren untersucht worden. Das damalige Ergebnis, das der Gemeinderat am
25.Februar zustimmend zur Kenntnis genommen hat: Die Untersuchungen zur grundsätzlichen Eig-
nung des Standorts Wolfswinkel haben keine unüberwindlichen rechtlichen oder tatsächlichen Pla-
nungs- oder Genehmigungshindernisse erbracht.

Aktueller Stand
Die seit dem Beschluss vom Februar weiter geführte Prüfung und Bewertung von planerischen und
sonstigen technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen des vorgesehenen Standorts Wolfswinkel
ist nun in der Drucksache G 14/183 dokumentiert. Sie basiert im wesentlichen auf den Untersuchun-

26
gen von Herbst/Winter 2013/2014 zu den K.o.-Kriterien und bestätigen deren Ergebnis. Für keinen
Untersuchungsbereich sind signifikante Abweichungen von den bisherigen und bekannten Ergebnis-
sen erkennbar, welche ein ernsthaftes Hindernis für die Zulässigkeit und Realisierbarkeit des Stadions
sein könnten. Weiter gehend als noch im Frühjahr auf der Basis der damals bekannten Daten und Fak-
ten möglich, stellt das Bürgermeisteramt nun fest, dass der Wolfswinkel in der Abwägung aller unter-
suchten Standorte nach Planungszielen und Standortkriterien die beste Eignung aufweist: Einen
gleichwertig gut geeigneten Platz für ein neues Fußballstadion gibt es nicht im Freiburger Stadtgebiet.

Deshalb hält das Bürgermeisteramt daran fest, nach dem Bürgerentscheid die Stadionplanung für den
Standort Wolfswinkel weiterzuführen bis zu einem Baubeschluss und Schaffung eines Baurechts.

Finanz-, Investitions- und Organisationskonzept


Mit der Vorlage eines Finanz-, Investitions- und Organisationskonzepts kommen die Stadt und der
Sport-Club Freiburg den Erwartungen aus der Bürgerschaft nach, Klarheit zu den Investitionskosten
für ein neues Stadion und zur jeweiligen Finanzverantwortung des Vereins und der Stadt zu schaffen.
Das Konzept zu Finanzen und Betrieb ist das Ergebnis von Verhandlungen zwischen dem Vorstand
des Sport-Club, dem Bürgermeisteramt und dem Land. Die jetzt dem Gemeinderat und der Öffentlich-
keit vorgelegten Zahlen zu Planungs-und Baukosten für Stadion und Infrastruktur basieren auf den
Bewertungen von Stellungnahmen von Fachbüros, seriösen Schätzungen und Erfahrungswerten und
sind nach bestem Wissen gerechnet.

Baukosten Stadion und Infrastruktur


• Die Investitionskosten für ein Stadion mit bis zu 35.000 Plätzen (30.000 in internationalen Wettbe-
werben), Trainingsplätzen, den baurechtlich vorgeschriebenen Stellplätzen (900) sowie der stadionbe-
zogenen Ver- und Entsorgungsinfrastruktur werden nach einer Prognose des Instituts für Sportstätten-
beratung (Euskirchen) auf insgesamt rund 70 Millionen Euro geschätzt.

• Der Aufwand für die verkehrliche und sonstige technische Infrastruktur ist auf ca. 38 Millionen Euro
geschätzt. Darin enthalten sind Straßen und Wege, Busparkplätze für Heim- und Gästefans, Begrü-
nung, Ver- und Entsorgung, Aufwand für Erdaushub der früheren Mülldeponie Wolfwinkel, Aus-
gleichsmaßnahmen, u.ä..

Über die dem Stadion zuzurechnenden baurechtlich erforderlichen 900 Stellplätze sind 1200 weitere
Stellplätze vorgesehen, die von der FWTM errichtet und durch Bewirtschaftung refinanziert werden.

Einrichtung einer Objektträgergesellschaft


Für die Planung, Realisierung und den späteren Betrieb schlägt das Bürgermeisteramt die Gründung
einer sog. Objektträgergesellschaft (OTG) vor, die dann Bauherrin und Eigentümerin des Stadions
wird. Dieses Modell hat sich in ähnlicher Form bereits beim Bau der Messe am Flugplatz bewährt.

• In die Objektträgergesellschaft bringt die Stadt das Baugrundstück des Stadions als Einlage ein, und
der SC leistet als „atypischer stiller Gesellschafter“ eine Kapitaleinlage von mindestens 15 Millionen
Euro sowie insgesamt weitere 5 Millionen Euro bei Verbleib in der 1.Liga (pro Spielzeit 1.Liga je-
weils 1 Million = insgesamt 5 Millionen Euro). In der Summe beträgt die Kapitaleinlage des Sport-
Club damit mindestens 15 Millionen Euro, im besten Fall nach fünf Erstliga-Jahren insgesamt 20 Mil-
lionen Euro.

• Als weitere Einlage erwarten Stadt und Verein einen Zuschuss des Landes von mindestens 11 Milli-
onen Euro. Dieser Zuschuss ist noch nicht verbindlich zugesagt, sondern das Bürgermeisteramt ist in
konstruktiven Gesprächen mit dem Land. Der in Rede stehende Zuschuss orientiert sich an der Zusage
des Landes in gleicher Höhe für das Stadion-Projekt Karlsruhe (2.Bundesliga), die von der Landesre-
gierung ausdrücklich bestätigt worden ist.

• Abzüglich Kapitaleinlage des Sport-Club und erwarteten Landeszuschuss verbleibt ein Betrag von
rund 39 Millionen Euro, der durch Darlehen finanziert ist. Das Konzept sieht vor, der Objektträgerge-
sellschaft über den größten Teil der Darlehensfinanzierung eine städtische Bürgschaft zu gewähren,
um zinsgünstige Kommunalkredite in Anspruch nehmen zu können.

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• Der bei der Objektträgergesellschaft verbleibende Aufwand für Kapitaldienst (Zins und Tilgung),
Nebenkosten und Verwaltungskosten wird vollständig über die Pachtzahlungen des Sport-Club für die
Stadionnutzung gedeckt.

• Das Stadion verbleibt nach der Fertigstellung im Eigentum der Objektträgergesellschaft; der SC ist
Pächter der Anlage. Der gesamte Unterhaltungsaufwand liegt beim Sport-Club.

• Die Pacht ist in der 1.Liga auf anfänglich 3,8 Millionen Euro jährlich berechnet, womit der Kapital-
dienst einschließlich Tilgung gedeckt wird. In der 2. Liga sinkt die Pacht auf jährlich 2,5 Millionen
Euro, womit beim Kapitaldienst lediglich eine reduzierte Tilgung geleistet werden kann. Lediglich bei
einem Abstieg in die 3. Liga wäre ein neuer Pachtzins zu vereinbaren, der die dann geringere finanzi-
elle Leistungsfähigkeit des Vereins berücksichtigt.

Das Bürgermeisteramt verweist darauf, dass der Sport-Club seit nunmehr 36 Jahren ununterbrochen in
der 1. oder 2. Liga spielt, seit 1993 im aktuell 16. Jahr als Erstligist. Unter den Erstliga-Clubs ist der
SC Freiburg einer der Vereine mit der solidesten Finanzwirtschaft: Der Verein ist seit Jahren komplett
schuldenfrei und verfügt über entsprechende Rücklagen. Das vorgeschlagene Modell gewährleistet,
dass bei einem Verbleib des SC in der 1. oder 2. Bundesliga die Stadt durch den eigentlichen Stadion-
bau nicht in Anspruch genommen wird. Im Vergleich zu anderen Bundesliga-Vereinen bringt der SC
eine hohe eigene Kapitaleinlage auf.

Die Aufwendungen für Infrastruktur, kalkuliert auf etwa 38 Millionen Euro, werden im städtischen
Haushalt finanziert. Investitionen in die Infrastruktur fließen in städtisches Vermögen. Auslöser für
diese Investitionskosten ist zwar das Stadionprojekt; tatsächlich erbringen die vorgesehenen Anlagen
und Einrichtungen jedoch über den Stadionbetrieb hinaus einen Nutzen. Die Infrastruktur schafft op-
timale Voraussetzungen für den Spielbetrieb und die Zu- und Abfahrt der Stadionbesucher und ver-
bessert darüber hinaus außerhalb von Spieltagen die verkehrliche Situation für die Universität, die
Messe sowie für die Stadtteile Mooswald und das IG Nord. Der wesentliche Kostenfaktor ist der Bau
einer Verbindungsstraße zwischen der Granadaallee (Mooswaldallee) und der Madisonallee, über die
das Stadion, aber auch das Universitätsquartier verkehrlich angebunden werden und die gleichzeitig
eine Entlastung schaffen wird für die Nord-Süd-Verbindungen Hermann-Misch-Straße und Elsässer
Straße. Die geplanten zusätzlichen Parkflächen (insgesamt 2.100 Plätze) sollen durch die FWTM be-
wirtschaftet werden und stehen bei Bedarf auch der Universität, den Instituten und bei großen Veran-
staltungen als Ausweichplätze für die Messe zur Verfügung.

Die im Haushalt zu finanzierenden Kosten für die Infrastruktur verteilen sich über mehrere Haushalts-
jahre. Im nächsten Doppelhaushalt 2015/2016, dessen Entwurf im Dezember in den Gemeinderat ein-
gebracht wird, werden 1 Million Euro 2015, und 2 Millionen Euro 2016 eingestellt.

Bürgerentscheid
Mit seinem Beschluss vom 25.Februar hat der Gemeinderat auch entschieden, dass über das Stadion-
projekt ein Bürgerentscheid stattfinden soll, der vom Gemeinderat nun formell mit Zwei-Drittel-
Mehrheit zu beschließen ist. Das Bürgermeisteramt schlägt als Tag der Abstimmung Sonntag, den
1.Februar 2015, vor.

Für die ebenfalls vom Gemeinderat zu formulierende Frage, die im Bürgerentscheid mit Ja oder Nein
zu beantworten ist, gilt die Bestimmung der Gemeindeordnung, dass wegen des bereits eingeleiteten
Bebauungsplanverfahrens für den Flugplatz die Frage des Standorts nicht Gegenstand des Bürgerent-
scheids sein kann. In Abstimmung mit der Kommunalaufsicht des Regierungspräsidiums schlägt das
Bürgermeisteramt deshalb folgende Frage vor:

„Sind Sie dafür, dass die Stadt Freiburg den SC Freiburg bei der Realisierung eines Fußballstadions im
Wolfswinkel auf Grundlage des vom Gemeinderat befürworteten Organisations-, Investitions - und
Finanzierungskonzepts (Anlage 3 zur Gemeinderatsdrucksache G-14/183) unterstützt?“

Das Organisations-, Investitions- und Finanzierungskonzept enthält alle wesentlichen Informationen,

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die im aktuellen Planungsstadium für die Entscheidung über die Weiterführung des Stadionprojekts
erforderlich sind.

Zusammenfassung
Mit der Drucksache G 14/183 ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Realisierung eines neuen Stadions
erreicht. Das Bürgermeisteramt stellt sich seiner Verantwortung gegenüber dem Sport-Club Freiburg
und einer guten sportlichen und wirtschaftlichen Entwicklung des Vereins und unterstreicht das Be-
kenntnis für ein neues Stadion und für den Standort Wolfswinkel.

Das zur Abstimmung stehende Konzept zur Organisation, Investition und Finanzierung eines neuen
Stadions ist Ausdruck eines fairen Ausgleichs zwischen Stadt und Sport-Club. Der SC steht über die
zugesagten Pachtzahlungen für die Finanzierung eines neuen Stadions ein und übernimmt eigene un-
ternehmerische Verantwortung.

Das vorgeschlagene Modell einer Objektträgergesellschaft für Bau und späteren Betrieb gewährleistet,
dass alle Investitionen einen Stadionneubau und in die Infrastruktur – insbesondere verkehrliche Infra-
struktur mit positiven Effekten über den Stadionbetrieb hinaus - zu einer Mehrung städtischen Vermö-
gens führen.

Aktuelle Drucksache

Gemeinderatssitzung vom 18.11.2014:


Neues Fußballstadion am Flugplatz/ Wolfswinkel
Vorlage G-14/183
Vorlage G-14/183.1

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12. Bürgerentscheid vom 1. Februar: Stadt legt Ver-
öffentlichung zum Ergebnis und seinen Hintergrün-
den vor (6.02.2015)
"Sind Sie dafür, dass die Stadt Freiburg den SC Freiburg bei der Realisierung eines Fußballstadions im
Wolfswinkel auf Grundlage des vom Gemeinderat befürworteten Organisations-, Investitions- und
Finanzierungskonzepts (Anlage 3 zur Drucksache G-14/183) unterstützt?"

Am Sonntag waren Freiburgs Wählerinnen und Wähler aufgerufen, über diese Frage zu entscheiden.
45.629 Wählende haben mit Ja gestimmt, 32.790 mit Nein. Die notwendige Mindeststimmenzahl
(Quorum) liegt bei 42.284 Stimmen. Damit ist das Ergebnis des Bürgerentscheids bindend.

Nun legt das Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung (ABI) bereits seine Veröffentli-
chung zum Bürgerentscheid vor. Die Autoren Thomas Willmann und Andreas Kern beleuchten auf 33
Seiten die Vorgeschichte, das Ergebnis und die Wahlbeteiligung. Der umfangreichste Teil ist dem
Ergebnis in den Stadtbezirken gewidmet. Ein Tabellenteil und die in der Fragestellung erwähnte Anla-
ge 3 zur Drucksache G-14/183 runden die Veröffentlichung ab.

Vier Mal in der Geschichte der Stadt hatten Bürgerbegehren einen Bürgerentscheid initiiert: zum
Stadtbauverkauf 2006, zur Stadtbahn 1999, zum Flugplatz 1995 und zum Konzerthaus 1988. Der ak-
tuelle Bürgerentscheid ist der erste, den der Gemeinderat selbst lancierte, und nach dem Stadtbau-
Verkauf 2006 erst der zweite Entscheid, der neben einer eindeutigen Mehrheit auch das erforderliche
Quorum erreichte. Die drei ersten Entscheide waren noch unter dieser wahlrechtlichen Hürde geblie-
ben. Allerdings hatte damals noch ein höheres Quorum von 30 Prozent der Wahlberechtigten gegolten.

Nur beim ersten Bürgerentscheid in Freiburg, dem zum Konzerthaus (1988), hatte es mit 50 Prozent
eine noch höhere Wahlbeteiligung als bei der aktuellen Entscheidung zum SC-Stadion (46,5 Prozent)
gegeben. Ein Blick auf die Wahlbeteiligung in den Wahlbezirken zeigt das gewohnte Bild. Im Westen
der Stadt gehen durchschnittlich weniger, im Osten und den eingemeindeten Ortschaften mehr Bürger
zu den Urnen. Von dieser Regel wichen diesmal die Stadtbezirke Mooswald-West, Mooswald-Ost,
Betzenhausen-Bischofslinde und Alt-Betzenhausen ab. Sie liegen deutlich über ihren üblichen Werten
bei der Wahlbeteiligung. Der Stadtbezirk Mooswald-West führt mit 67,4 Prozent gar die Rangliste bei
der Wahlbeteiligung an (vor Lehen/61,2%, Ebnet/60,5% und Vauban/57,5%) und mit 72,6 Prozent
auch die Rangliste der Nein-Stimmanteile (vor Mooswald-Ost 56,4/%, Vauban/50,1% und Landwas-
ser/49,3%).

Nur in neun Wahlbezirken gab es eine Mehrheit der „Nein-Stimmen“. Dazu zählen die vier Wahlbe-
zirke im Mooswald, zwei in Landwasser, einer in Betzenhausen-Bischofslinde und zwei der drei
Wahlbezirke im Vauban. In den übrigen 103 Wahlbezirken hatten die Stadion-Befürworter die Stim-
menmehrheit.

Die Zustimmung zu den Stadionplänen am Wolfswinkel war insbesondere in Wahlbezirken über-


durchschnittlich hoch, die in der Nähe des derzeitigen Stadions liegen (Waldsee 66%, Kappel 65,5%,
Ebnet 64%). Übertroffen wird sie nur von den Wahlbezirken am Tuniberg. Munzingen führt die Ja-
Rangliste mit 67,8 Prozent an, vor Waltershofen (67,7%), Opfingen (66,6%) und Tiengen (65,5%).

Daneben ist der Veröffentlichung zum Bürgerentscheid, die ab heute unter den aktuellen Veröffentli-
chungen des Amtes für Bürgerservice und Informationsverarbeitung auf www.freiburg.de/statistik zu
finden ist, eine Vielzahl weiterer Daten zu entnehmen. Sie steht dort zum kostenlosen Herunterladen
bereit. Zusätzlich kann sie per Fax (0761/201-5598) oder Mail (statistik@stadt.freiburg.de) als Druck-
ausgabe für 5 Euro zzgl. Versandkosten bestellt werden.

30
13. Informationen zur Gemeinderatssitzung vom 19.
Mai 2015 (11.05.2015)
Stadtverwaltung legt Bericht zum Planungsstand nach dem Bürgerentscheid und um-
fassenden "Fahrplan" für das Stadionprojekt vor
Vorlage am 19. Mai auf der Tagesordnung des Gemeinderats
Im Vordergrund stehen Themenfelder Bauplanungsrecht und Städtebau, Umwelt-
schutz und Verkehrserschließung
Stadt und SC bereiten Verträge vor: Objektträgergesellschaft soll spätestens zum Jah-
resbeginn 2016 gegründet werden
Gemeinsames Anliegen der Stadt und des Sport-Club: "Gute Nachbarschaft" in allen
Planungs- und Bauphasen mit den Anliegern knüpft an bisheriges "Dialogverfahren"
an

Vor fast dreieinhalb Monaten, am 1.Februar, haben die Freiburgerinnen und Freiburger beim
Bürgerentscheid mit knapp 60 Prozent der abgegebenen Stimmen Ja gesagt zu dem Projekt
eines neuen SC-Stadions am Standort Wolfswinkel auf dem Areal des Flugplatzes.

Da im Bürgerentscheid die gestellte Frage mit einem Quorum von 25 Prozent der Abstim-
mungsberechtigten eindeutig beantwortet war, ist die Entscheidung wirksam und bindet den
Gemeinderat drei Jahre lang. Inhaltlich bestätigt der Bürgerentscheid die bisherigen Mehr-
heitsbeschlüsse des Gemeinderats: Am 19. November 2014 hatte der Gemeinderat mit der
abschließende Prüfung der Standort-Alternativen festgestellt, dass der Wolfswinkel der fach-
lich am besten geeignete Standort des Stadions ist, der als einziger alle vorgegebenen Krite-
rien erfüllt; gleichzeitig hatte die Stadtvertretung dem Entwurf eines Organisierungs-, Investi-
tions- und Finanzierungskonzepts zugestimmt.

Nun legt die Verwaltung dem Gemeinderat zur nächsten Sitzung einen Bericht zum aktuellen
Sach- und Planungsstand des Projekts und einem „Fahrplan“ für mehr als ein Dutzend Auf-
gabenfelder vor, die jetzt mit Blick auf eine Realisierung des Stadions vorangetrieben wer-
den. Denn bis zum Bürgerentscheid waren die (zum Teil mit hohen Planungs- und Gutach-
terkosten verbundenen) Detailplanungen zunächst gestoppt worden. Unmittelbar nach dem
Bürgerentscheid sind die Verfahren wieder angelaufen und weiter entwickelt worden, um den
Zeitverzug durch den Bürgerentscheid wieder einzuholen.

Stadtintern liegt die Leitung des Gesamtprojekts beim Amt für Projektentwicklung und Stadt-
erneuerung (APS) im Baudezernat, das die Arbeit aller beteiligten Ämter koordiniert – unter
anderem Stadtplanung und Baurechtsamt, Umweltschutzamt, Stadtkämmerei, Garten- und
Tiefbauamt, Rechtsamt oder die städtischen Gesellschaften wie FWTM und VAG sind daran
beteiligt. Beim APS laufen auch die Abstimmungen mit dem Sport-Club zusammen, der sei-
nerseits eine eigene Projektstruktur in seiner Verwaltung eingerichtet hat. Die Begleitung
durch den Gemeinderat ist durch eine bereits seit 2013 bestehende Arbeitsgruppe gewähr-
leistet, der Stadträtinnen und Stadträte aller Fraktionen, der Sport-Club und die
städtischen Ämter angehören.

Gemeinsames Ziel der Stadt und des Sport-Club Freiburg ist eine eingehende Information
und Beteiligung der Bürgerschaft und Anlieger. Unter dem Stichwort „Gute Nachbarschaft“
steht im Gemeinderat auch der Vorschlag eines Beteiligungskonzepts zur Abstimmung, das
neben Workshops und Arbeitstreffen zu einzelnen Themenbereichen auch ein vielfältig be-
setztes Begleitforum vorsieht. Parallel dazu soll auch die breite Öffentlichkeit über alle wich-
tigen Verfahrensschritte und Entscheidungen bis zum Bau unterrichtet werden und sich über
Newsletter, Websites und soziale Medien informieren können.

Bauplanungsrechtlichen Grundlagen
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Die Stadtverwaltung und der SC konzentrieren sich aktuell darauf, die bauplanungsrechtli-
chen Grundlagen für den Stadionbau zu schaffen. Dies sind im wesentlichen die Bauleitpla-
nung (Bebauungsplan) und Schaffung eines Baurechts für das Stadion, Umweltplanung und
Umweltprüfung sowie verkehrliche Erschließung. Bei diesen (und nahezu allen anderen)
Aufgabenfeldern greift die Verwaltung auch auf die Expertisen zurück, die im Zusammen-
hang mit der Prüfung der so genannten K.O.-Kritierien im letzten und vorletzten Jahr von
externen Fachleuten erarbeitet worden sind. Sie hatten zum Ergebnis, dass „keine unüber-
windlichen rechtlichen oder tatsächlichen Planungs- und Genehmigungshindernisse für ein
neues Fußballstadion am Standort Wolfswinkel festgestellt werden konnten“ (so wörtlich der
Beschluss des Gemeinderats vom 19.November 2014). Die Aussagen der Gutachter sind,
ebenso wie die Untersuchung möglicher Standort-Alternativen, „eine wichtige Basis für die
jetzt folgenden vertiefenden Untersuchungen im Bauleitverfahren“, sagt Baubürgermeister
Prof. Martin Haag.

Im Themenkomplex Städtebau/Bauleitplanung hat das Bebauungsplanverfahren durch den


Aufstellungsbeschluss bereits begonnen. Die im Baugesetzbuch vorgeschriebene frühzeitige
Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden ist für das 3. Quartal 2015 vorgesehen. Pa-
rallel dazu ist europaweit der Auftrag an ein Planungsbüro für die Bebauungsplanung aus-
geschrieben. Die Bebauungsplanung umfasst neben dem eigentlichen Stadionareal auch
die zu ändernden Bereiche der angrenzenden Flächen der 11. Fakultät und Institute west-
lich des Stadions.

Umweltbereich

Im Umweltbereich stehen Untersuchungen zu einzelnen Schutzgütern an, die in einem Um-


weltbericht darzustellen und zu bewerten sind und als Grundlage der Umweltprüfung dienen.
Dabei gehen die zu erarbeitenden Gutachten weiter als die bisherigen Untersuchungen zu
den K.O.-Kriterien, die unter anderem die Schutzkonzepte für seltene Tier- und Pflanzenar-
ten sowie einen Ausgleich für den Magerrasen betrafen. Der Vorentwurf eines Umweltbe-
richts mit belastbaren Aussagen der Gutachter soll in etwa einem Jahr vorliegen.

Erschließung

Das Aufgabenfeld Erschließung umfasst mehrere Bereiche: Die Gesamtkonzeption zur Ver-
kehrserschließung, die jetzt weiter durch das Aachener Fachbüro IVV optimiert wird, sowie
die Entwurfsplanung und daran anschließend die Ausführungsplanung aller Erschließungs-
anlagen, die parallel mit dem Bebauungsplanverfahren erstellt werden. Dazu gehören Stra-
ßen, Rad- und Fußwege, Parkplätze und sonstigen Einrichtungen für den Individualverkehr.

Stadtbahn Messe

Ein zentraler Baustein der verkehrlichen Erschließung ist die Stadtbahn Messe, der eine
wichtige Erschließungsfunktion mit einer eigenen Haltestelle an der Madisonallee zukommen
wird. Der erste Abschnitt der Stadtbahn Messe von der Fehrenbachallee bis zur Technischen
Fakultät ist in Bau und wird voraussichtlich noch bis Jahresende 2015 in Betrieb genommen.
Daran schließt sich der zweite Streckenabschnitt bis zur Wendeschleife in Höhe der Messe
an, der auf der dem Flugplatz zugewandten Seite der Madisonallee verlaufen wird, mit einer
eigenen Haltestelle „Stadion“ an der Einmündung der neuen Erschließungsstraße in die Ma-
disonallee. Die Stadtbahn hat damit einen mehrfachen Erschließungseffekt: Kliniken, Stadt-
teil Mooswald mit der Bebauung an der Berliner Allee (u.a. „Westarkaden“), 11.Fakultät und
Institute, Stadion sowie die Messe selbst, nach der die Linie benannt ist.

Dieser Abschnitt soll spätestens Ende 2018 (also noch vor Fertigstellung des Stadions) in
Betrieb gehen, weil dann die heutige Förderung nach dem Gemeindeverkehrs-
finanzierungsgesetz (GVFG) auslaufen wird und die nach GVFG geförderten Stadtbahnpro-
jekte bis dahin abgeschlossen sein müssen.

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Flugplatz

Der Bau des Stadions hat Auswirkungen auf den benachbarten Flugplatz, dessen heutiges
Areal etwas beschnitten werden muss. Unabhängig davon sollen aus Sicherheitsgründen die
heutigen Grasbahnen für Segelflieger von der Westseite der Landebahn in den Geländestrei-
fen östlich der Landebahn und verlagert werden. Damit kann nicht nur – wie vom Bürger-
meisteramt stets zugesagt – der Motorflugbetrieb in vollem Umfang weitergeführt werden,
sondern entgegen ersten Annahmen sollen auch die Segelflieger weiterhin starten und lan-
den können. Die Stadt und die Geschäftsführung der Flugplatz Freiburg GmbH prüfen auch
Möglichkeiten, den Fallschirmsprung zumindest in einem reduzierten Umfang aufrechterhal-
ten zu können.

Gewissheit darüber wird ein neues Plangenehmigungsverfahren beim Regierungspräsidium


bringen, das die Stadionplanung und die Stadtbahn berücksichtigt. Bis Mitte 2016 soll dieses
Verfahren abgeschlossen und von der Genehmigungsbehörde entschieden sein. Auch dafür
ist ein externes Büro eingeschaltet, das bereits in der Vergangenheit die Planungen für den
Flugplatz erstellt hat.

Vertragswerke

Mit dem Stadionprojekt verbunden sind verschiedene Vertragswerke, an erster Stelle zwi-
schen der Stadt und dem SC über die Gründung einer Objektträgergesellschaft (OTG), die
künftig als Bauherrin des Stadions fungieren wird. Die OTG soll spätestens zum Jahresbe-
ginn 2016 gegründet sein; in der zweiten Jahreshälfte 2015 legt die Verwaltung dem Ge-
meinderat einen entsprechenden Vorschlag für die Gesellschaftsgründung vor. Dazu wird
aktuell auch eine tragfähige und angemessene Gremienstruktur erarbeitet.

Weitere Vereinbarungen werden unter anderem mit der Staatlichen Rothaus-Brauerei über
die Beteiligung an dem Stadionprojekt geschlossen, indem die heutige Kapitaleinlage von
rund 12,8 Millionen Euro von der Objektträgergesellschaft der Messe in einem vergleichba-
ren Vertragswerk an die OTG Stadion übergeht, sowie der künftige Pachtvertrag zwischen
dem Sport-Club als Pächter und der OTG als Verpächterin. Alle Vertragswerke werden der-
zeit zwischen den Fachämtern und dem Sport-Club im Entwurf abgestimmt.

Weitere – im wahrsten Sinne des Wortes – „Baustellen“ sind die Entwurfsplanung samt Ar-
chitektur und der eigentliche Bau des Stadions, der auf rund zwei Jahre Bauzeit veranschlagt
ist, eine energetische Konzeption, die Vorbereitung des Bauantrags und der Ausschrei-
bungsunterlagen, sowie Grundstücksfragen.

Gute Nachbarschaft

Großen Wert legen die Stadt und der Sport-Club auf eine umfassende Information und weit-
gehende Beteiligung der Nachbarschaft. Gemeinsames Ziel ist es, die Auswirkungen des
Stadionprojekts so weit wie möglich einzudämmen und die Anlieger an der Entwicklung von
Schutzkonzepten oder für Sicherheit und Sauberkeit zu beteiligen. Dazu hat die Stabstelle
„Kompetenzzentrum Bürgerbeteiligung“ im APS einen Vorschlag erarbeitet, wie das Beteili-
gungsverfahren im Hinblick auf die komplexen Anforderungen praxisnah organisiert werden
kann. Die Stadt und der SC knüpfen damit an das Dialogverfahren der Jahre 2013 und 2014
an.

Ein zentrales Element bilden thematische Runden wie Workshops oder Arbeitsgruppen, in
denen die Anlieger und betroffene Zielgruppen ihre Anregungen einbringen können. Dane-
ben wird ein Begleitforum eingerichtet, in welchem unter anderem Vertreterinnen und Vertre-
ter der Bürgervereine und Bürgerinitiativen, des SC und der SC-Anhängerschaft und ihrer
Gruppierungen, der Betriebe und Flugsportvereine am Flugplatz, der Universität und der
Forschungsinstitute, der Umweltverbände sowie von Land und Stadt angehören. Je nach
Bedarf sollen auch weitere Stellen mit einbezogen werden, beispielsweise die Möbelhäuser

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in Flugplatznähe, die Polizei, städtische Gesellschaften oder Gutachter. Hinzu kommen kon-
tinuierliche Informationen für Medien und die breite Öffentlichkeit, unter anderem durch einen
Newsletter.

Ein wichtiges Thema der Bürgerbeteiligung wird voraussichtlich der Verkehr sein. „Die Bür-
gerinnen und Bürger sind gute Sachverständige, weil sie ihren Stadtteil am besten kennen.
Diese Kompetenz und Erfahrung wollen wir nutzen!“ sagt Baubürgermeister Prof. Martin
Haag. Auch am bisherigen Stadionstandort Schwarzwaldstraße besteht ein Anwohnerbeirat,
der umfassend an die Entwicklung des Verkehrslenkungs- und Schutzkonzepts für die Anlie-
ger rings um das Stadion beteiligt war.

Die Vorlage ist am 6.Mai im Bauauschuss von Baubürgermeister Prof. Haag erstmals vorge-
stellt und vorberaten worden. der Hauptausschuss berät in seiner heutigen Sitzung (11.Mai)
nichtöffentlich den Bericht und Vorschlag zum Beteiligungsverfahren; im Gemeinderat steht
das Papier am 19. Mai auf der Tagesordnung.

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Update: Erstes Treffen des Begleitforums zum
Neubau des SC-Stadions (15.12.2015)
Stadt informiert Anlieger, Bürgervereine, Bürgerinitiativen, Betriebe und Interessensvertre-
tungen über aktuellen Stand der Stadionplanung
Wie geht es weiter mit der Planung des künftigen SC-Stadions am Wolfswinkel, wann wer-
den welche nächsten Schritte entschieden? Die Information zum aktuellen Sachstand des
Stadionprojekts stand im Mittelpunkt der ersten Sitzung eines Begleitforums zum Neubau
des SC-Stadions am 10. Dezember im Technischen Rathaus. Der Gemeinderat hatte auf
Vorschlag der Verwaltung das Gremium als Teil des Dialog- und Kommunikationskonzepts
für die weiteren Planungsschritte beschlossen. In dem Begleitforum unter Vorsitz von Bau-
bürgermeister Prof. Martin Haag werden Bürgervereine und Bürgerinitiativen pro und contra
Stadion, Vertretungen der Jugend, Senioren, Menschen mit Behinderung, der Flugplatznut-
zer, Wirtschaft, Umweltverbände, Universität und Forschungsinstitute sowie des Sport-Club
und seiner Fangruppierungen regelmäßig über den Stand der Stadionplanung informiert.
Das Begleitforum wird extern moderiert.
Parallel dazu finden für einzelne Zielgruppen wie Flugsportvereine und –betriebe, die Möbel-
häuser entlang der Hermann-Mitsch-Straße oder Mooswald-Bewohner eigene Gespräche zu
den jeweils direkt berührenden Fragestellungen statt. Erklärtes Ziel der Stadtpolitik und des
Sport-Club ist es, so Bürgermeister Martin Haag, in jeder Phase unabhängig von den gesetz-
lich vorgeschriebenen Partizipationsverfahren größtmögliche Transparenz zum Projekt zu
schaffen und in einem konstruktiven Dialog mit allen zu bleiben, die direkt oder mittelbar als
Anlieger, Gewerbetreibende oder Nutzer des Flugplatzes vom künftigen Stadion betroffen
sind.

Im städtischen Amt für Projektsteuerung und Stadtentwicklung (APS) ist für das Stadionpro-
jekt eine Projektgruppe mit Fachleuten verschiedener Ämter eingerichtet. Derzeit entwickelt
das Stadtplanungsamt den Entwurf des künftigen Bebauungsplans mit Unterstützung des
renommierten Planungsbüros. Voraussichtlich Anfang 2017 soll der Plan in die so genannte
„Offenlage“ gebracht werden; der Satzungsbeschluss als Grundlage des Baurechts steht im
Jahr 2017 auf der Agenda.

Parallel dazu wird das Verkehrskonzept zu einer Entwurfsplanung weiter entwickelt; der Bau
der Erschließungsstraße zwischen Granada- und Madisonallee sowie die Anbindung des
Stadionareals und eine zweite Erschließungsstraße für das Stadion und die 11. Fakultät sind
zeitgleich mit dem Bau des Stadions vorgesehen. Bis 2018 soll auch die gerade eröffnete
Stadtbahn Messe entlang der Madisonallee bis zur Endhaltestelle und mit einer eigenen Hal-
testelle Stadion fertiggestellt sein.

Im Februar 2016 wird der Gemeinderat die Gründung einer „Stadion Freiburg Objektträger-
gesellschaft“ als gemeinsame Tochtergesellschaft der Stadt und des SC beschließen, die ab
April als Besitzgesellschaft und Bauherrin fungiert, während der SC das Stadion als Pächter
betreiben und unterhalten wird. 2016 beginnt das Ausschreibungsverfahren, mit dem die
Stadion-Gesellschaft Angebote für den architektonischen Entwurf, Planungs- und Bauleis-
tungen aus einer Hand einholen wird. Ziel ist es, durch die Beauftragung eines „Totalüber-
nehmers“ für Entwurf und Bauleistungen und zu einem Festpreis das Risiko von Kostenstei-
gerungen über den im Bürgerentscheid beschlossenen Kostenrahmen hinaus auszuschlie-
ßen.

Einen breiten Raum nahm die Diskussion über den Umfang möglicher Nebennutzungen au-
ßerhalb des eigentlichen Spielbetriebs ein. Stadt und SC stellten eindeutig klar, dass das
künftige Stadion am Standort Wolfswinkel kein Eventstadion für große Open-Air-Konzerte
oder ähnliche Großveranstaltungen sein werde. Jedoch soll der SC die Möglichkeit haben,
die mit dem Stadionbau ohnehin herzustellenden Räumlichkeiten in der Haupttribüne mit
einer Gesamtkapazität von rund 2000 Menschen wirtschaftlich nutzen zu können.

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Auch wenn bei Bürgervereinen und Bürgerinitiativen noch einige Skepsis gegenüber dem
Stadion-Standort besteht, bewerteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Informations-
und Gesprächsrunde überwiegend positiv. „Informativ“, „gründlich“, „klärend“, konstruk-
tiv“ „transparent“ und „gute Atmosphäre“ – so lauteten die Kommentare zum Abschluss.

Voraussichtlich kurz vor oder direkt nach der Sommerpause 2016 soll das Begleitforum zu
einem weiteren Treffen eingeladen werden, kündigte Bürgermeister Haag an.

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