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DEUTSCHE NORM Oktober 2010

DIN VDE 0100-430


(VDE 0100-430)

Diese Norm ist zugleich eine VDE-Bestimmung im Sinne von VDE 0022. Sie ist nach
Durchführung des vom VDE-Präsidium beschlossenen Genehmigungsverfahrens unter
der oben angeführten Nummer in das VDE-Vorschriftenwerk aufgenommen und in der
„etz Elektrotechnik + Automation“ bekannt gegeben worden.

ICS 29.120.50 Ersatz für


DIN VDE 0100-430
(VDE 0100-430):1991-11
Siehe jedoch Anwendungsbeginn

Errichten von Niederspannungsanlagen –


Teil 4-43: Schutzmaßnahmen –
Schutz bei Überstrom
(IEC 60364-4-43:2008, modifiziert + Corrigendum Okt. 2008);
Deutsche Übernahme HD 60364-4-43:2010
Low-voltage electrical installations –
Part 4-43: Protection for safety –
Protection against overcurrent
(IEC 60364-4-43:2008, modified + corrigendum Oct. 2008);
German implementation HD 60364-4-43:2010

Installations électriques à basse tension –


Partie 4-43: Protection pour assurer la sécurité –
Protection contre les surintensités
(IEC 60364-4-43:2008, modifiée + corrigendum oct. 2008);
Mise en application allemande de HD 60364-4-43:2010

Gesamtumfang 34 Seiten

DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE


DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-10

Anwendungsbeginn
Anwendungsbeginn dieser Norm ist 2010-10-01.

Daneben darf DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):1991-11 noch bis 2013-03-01 angewendet werden.

Nationales Vorwort
Vorausgegangener Norm-Entwurf: E DIN IEC 60364-4-43 (VDE 0100-430):2005-03.

Für diese Norm ist das nationale Arbeitsgremium K 221 „Elektrische Anlagen und Schutz gegen elektrischen
Schlag“ der DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE
(www.dke.de) zuständig.

Die enthaltene IEC-Publikation wurde vom TC 64 „Electrical installations and protection against electric
shock“ erarbeitet.
Das IEC-Komitee hat entschieden, dass der Inhalt dieser Publikation bis zu dem auf der IEC-Website unter
„http://webstore.iec.ch“ mit den Daten zu dieser Publikation angegebenen Datum (maintenance result date)
unverändert bleiben soll. Zu diesem Zeitpunkt wird entsprechend der Entscheidung des Komitees die
Publikation
– bestätigt,
– zurückgezogen,
– durch eine Folgeausgabe ersetzt oder
– geändert.

Diese Norm enthält die deutsche Übernahme des Europäischen Harmonisierungsdokuments

HD 60364-4-43:2010 „Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 4-43: Schutzmaßnahmen – Schutz


bei Überstrom“, das die Internationale Norm

IEC 60364-4-43:2008 + Corrigendum 2008-10 „Low-voltage electrical installations – Part 4-43:


Protection for safety – Protection against overcurrent“ mit gemeinsamen Abänderungen von
CENELEC enthält.

Nationale Zusätze sind grau schattiert.

Der Originaltext des HD ist in dieser Norm übernommen und wie üblich (d. h. mit weißem Hintergrund)
wiedergegeben. Nationale Zusätze, die nicht in der Originalfassung des HD enthalten sind, sind grau schat-
tiert. Zweck dieser Unterscheidung ist es, dem Normenanwender die nationalen Zusätze deutlich aufzuzeigen
und eine klare Unterscheidung zwischen HD und nationalen Anmerkungen und Zusätzen zu ermöglichen.
Nationale Zusätze zum normativen Teil des HD sind normativ, ausgenommen Anmerkungen. Nationale
Zusätze im informativen Teil des HD sind informativ.

In dieser Norm sind die gemeinsamen CENELEC-Abänderungen zu der internationalen Norm durch eine
senkrechte Linie am linken Seitenrand gekennzeichnet.

Die im Original zitierten internationalen und europäischen Publikationen sind in dieser Norm zur besseren
Handhabung durch die entsprechenden deutschen Normen ersetzt worden, ohne die entsprechenden Zitate
grau zu schattieren. Um die dazugehörigen Originalverweisungen aufzuzeigen, enthält Anhang NB eine
Konkordanzliste (Gegenüberstellung der deutschen Normen mit den dazugehörigen Originalverweisungen
und europäischen Entsprechungen). Die Originalfassung des HD in Deutsch, Englisch oder Französisch kann
bezogen werden von: DKE-Schriftstückservice, Stresemannallee 15, 60596 Frankfurt am Main, Tel.-Nr.:
(069) 63 08-3 82, Fax-Nr.: (069) 63 08-98 46, E-Mail-Adresse: dke.schriftstueckservice@vde.com.

Anhang NC zeigt die Eingliederung dieser Norm in die Struktur der Reihe DIN VDE 0100 (VDE 0100).

Zum Ersatzvermerk

Das in dieser Norm übernommene HD 60364-4-43:2010-03 ersetzt HD 384.4.43 S2:2001 + Cor. 2005-12.
Das ersetzte HD 384.4.43 S2:2001 + Cor. 2005-12 wurde in Deutschland nur durch Anerkennungsnotiz

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DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-10

übernommen und DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):1991-11 galt weiter, da in dieser Norm entgegen-
stehende Festlegungen nicht enthalten waren.

Die vorliegende Norm ersetzt somit die frühere Ausgabe DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):1991-11.

Änderungen

Gegenüber DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):1991-11 wurden folgende wesentliche Änderungen
vorgenommen:
a) Einfügen von neuen informativen Anhängen A und B;
b) Aufnahme von Informationen bezüglich flexibler Kabel/Leitungen zum Anwendungsbereich;
c) Aufnahme von Anforderungen für die Überlast-Erkennung im Neutralleiter bei Oberschwingungsströmen;
d) Aufnahme von Anforderungen, dass Einrichtungen zum Schutz bei Kurzschlussströmen in der Lage sein
müssen, Kurzschlussströme auszuschalten und im Falle von Leistungsschaltern/Leitungsschutzschaltern
auch einzuschalten;
e) Erweiterung der Anforderungen zum Schutz bei Überstrom von parallel geschalteten Leitern;
f) Erweiterung der Anforderungen, wo Einrichtungen zum Schutz bei Überlastströmen nicht vorgesehen
werden müssen;
g) Einfügung von weiteren Beispielen, wo Einrichtungen zum Schutz bei Überlast entfallen dürfen;
h) Erweiterung der Anforderungen, wann Einrichtungen zum Schutz bei Kurzschluss nicht vorgesehen
werden müssen;
i) Aufnahme von Anforderungen für Kurzschlussbemessungsströme von Schienenverteiler-Systemen;
j) Angleichung des formalen Aufbaus/der Abschnittnummerierung an die aktuell gültigen Normen der
Gruppen 100 bis 600 der Reihe DIN VDE 0100 (VDE 0100);
k) Aktualisierung der Verweisungen.

Frühere Ausgaben

VDE 0100: 1973-05 (vorheriger Entwicklungsstand siehe DIN VDE 0100 Beiblatt 1 (VDE 0100 Beiblatt 1))
VDE 0100m: 1976-07
DIN VDE 0100 (VDE 0100): 1977-06
DIN 57100-430 (VDE 0100-430): 1981-06
DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430): 1991-11

Inhalt
Seite
Vorwort............................................................................................................................................................... 6
430 Schutz bei Überstrom ............................................................................................................................ 7
430.1 Anwendungsbereich .............................................................................................................................. 7
430.2 Normative Verweisungen ...................................................................................................................... 7
430.3 Allgemeine Anforderungen .................................................................................................................... 7
431 Anforderungen entsprechend der Art der Stromkreise ......................................................................... 7
431.1 Schutz der Außenleiter .......................................................................................................................... 7
431.2 Schutz des Neutralleiters....................................................................................................................... 8
431.3 Abschalten und Wiedereinschalten des Neutralleiters in Drehstromsystemen..................................... 9
432 Art der Schutzeinrichtungen .................................................................................................................. 9

3
DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-10

Seite
432.1 Einrichtungen, die den Schutz sowohl bei Überlast als auch bei Kurzschluss sicherstellen ................ 9
432.2 Einrichtungen, die nur den Schutz bei Überlast sicherstellen ............................................................... 9
432.3 Einrichtungen, die nur den Schutz bei Kurzschluss sicherstellen ......................................................... 9
432.4 Kenngrößen von Schutzeinrichtungen................................................................................................. 10
433 Schutz bei Überlastströmen................................................................................................................. 10
433.1 Koordination von Leitern und Einrichtungen zum Schutz bei Überlast ............................................... 10
433.2 Anordnung von Einrichtungen zum Schutz bei Überlast ..................................................................... 10
433.3 Verzicht auf Einrichtungen zum Schutz bei Überlast........................................................................... 11
433.4 Schutz bei Überlast von parallel geschalteten Leitern......................................................................... 12
434 Schutz bei Kurzschlussströmen........................................................................................................... 12
434.1 Bestimmung von unbeeinflussten Kurzschlussströmen ...................................................................... 13
434.2 Anordnung der Einrichtungen zum Schutz bei Kurzschluss................................................................ 13
434.3 Verzicht auf Einrichtungen zum Schutz bei Kurzschluss..................................................................... 13
434.4 Schutz bei Kurzschluss von parallel geschalteten Leitern................................................................... 14
434.5 Kenngrößen von Schutzeinrichtungen zum Schutz bei Kurzschluss .................................................. 14
435 Koordination des Schutzes bei Überlast und Kurzschluss .................................................................. 16
435.1 Schutz durch eine gemeinsame Einrichtung ....................................................................................... 16
435.2 Schutz durch getrennte Einrichtungen................................................................................................. 16
436 Überstrombegrenzung durch die Art der Stromquelle ......................................................................... 16
Anhang A (informativ) Schutz von parallel geschalteten Leitern bei Überstrom ............................................ 17
A.1 Einleitung ............................................................................................................................................. 17
A.2 Schutz von parallel geschalteten Leitern bei Überlast......................................................................... 17
A.3 Schutz bei Kurzschluss von parallel geschalteten Leitern................................................................... 20
Anhang B (informativ) Bedingungen 1 und 2 von Abschnitt 433.1 ................................................................. 22
Anhang C (informativ) Anordnung von oder Verzicht auf Einrichtungen zum Schutz bei Überlast................ 23
Anhang D (informativ) Anordnung von oder Verzicht auf Einrichtungen zum Schutz bei Kurzschluss.......... 23
Anhang ZA (normativ) Normative Verweisungen auf internationale Publikationen mit ihren
entsprechenden europäischen Publikationen...................................................................................... 24
Anhang ZB (normativ) Besondere nationale Bedingungen ............................................................................ 26
Literaturhinweise .............................................................................................................................................. 28
Nationaler Anhang NA (informativ) .................................................................................................................. 30
Nationaler Anhang NB (informativ) Zusammenhang mit Europäischen und Internationalen Normen ........... 32
Nationaler Anhang NC (informativ) Eingliederung dieser Norm in die Struktur der Reihe
DIN VDE 0100 (VDE 0100) ................................................................................................................. 34

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Deutsche Übernahme

HARMONISIERUNGSDOKUMENT HD 60364-4-43
HARMONIZATION DOCUMENT
DOCUMENT D’HARMONISATION März 2010

ICS 91.140.50; 29.120.50 Ersatz für HD 384.4.43 S2:2001 + Corr. Dez.2005

Deutsche Fassung

Errichten von Niederspannungsanlagen –


Teil 4-43: Schutzmaßnahmen –
Schutz bei Überstrom
(IEC 60364-4-43:2008, modifiziert + Corrigendum Okt. 2008)

Low-voltage electrical installations – Installations électriques à basse tension –


Part 4-43: Protection for safety – Partie 4-43: Protection pour assurer la sécurité –
Protection against overcurrent Protection contre les surintensités
(IEC 60364-4-43:2008, modified + corrigendum (IEC 60364-4-43:2008, modifiée + corrigendum
Oct. 2008) oct. 2008)

Dieses Harmonisierungsdokument wurde von CENELEC am 2010-03-01 angenommen. Die CENELEC-


Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in der die Bedingungen für
die Übernahme dieses Harmonisierungsdokumentes auf nationaler Ebene festgelegt sind.

Auf dem letzten Stand befindliche Listen dieser nationalen Übernahmen mit ihren bibliographischen
Angaben sind beim Zentralsekretariat oder bei jedem CENELEC-Mitglied auf Anfrage erhältlich.

Dieses Harmonisierungsdokument besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Franzö-


sisch).

CENELEC-Mitglieder sind die nationalen elektrotechnischen Komitees von Belgien, Bulgarien,


Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Kroatien,
Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal,
Rumänien, Schweden, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien, Spanien, der Tschechischen Republik,
Ungarn, dem Vereinigten Königreich und Zypern.

CENELEC
Europäisches Komitee für Elektrotechnische Normung
European Committee for Electrotechnical Standardization
Comité Européen de Normalisation Electrotechnique

Zentralsekretariat: Avenue Marnix 17, B-1000 Brüssel


© 2010 CENELEC – Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem Verfahren,
sind weltweit den Mitgliedern von CENELEC vorbehalten.
Ref. Nr. HD 60364-4-43:2010 D
DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-10

Vorwort
Der Text des Dokuments 64/1641/FDIS, künftige Ausgabe 1 der IEC 60364-4-43, von TC 64, „Electrical
installations and protection against electric shock“, vorbereitet, wurde zur parallelen Abstimmung IEC –
CENELEC verteilt.

Ein Entwurf zur Änderung, vorbereitet von SC 64B, „Elektrische Anlagen und Schutz gegen elektrischen
Schlag – Schutz gegen thermische Effekte“, des Technischen Komitees CENELEC TC 64, „Elektrische
Anlagen und Schutz gegen elektrischen Schlag“, wurde zur formellen Abstimmung verteilt.

Die zusammengefassten Texte wurden von CENELEC als HD 60364-4-43 am 2010-03-01 genehmigt.

Dieses Dokument ersetzt HD 384.4.43 S2: 2001 + Corrigendum Dezember 2005.

Die wichtigsten Änderungen in Bezug auf HD 384.4.43 S2: 2001 sind nachstehend aufgeführt:
– Einfügen von neuen informativen Anhängen B, C und D;
– Aufnahme von Informationen bezüglich flexibler Kabel/Leitungen zum Anwendungsbereich;
– Ersatz des Begriffs „Phase“ durch „Line“ in der gesamten Norm, was nur die englische Fassung betrifft;
– Änderung der Anforderungen, bei IT-Systemen den Neutralleiter nicht mit zu verteilen, in eine
Anmerkung;
– Aufnahme von Anforderungen für die Überlast-Erkennung im Neutralleiter bei Oberschwingungsströmen;
– Aufnahme von Anforderungen, dass Einrichtungen zum Schutz bei Kurzschlussströmen in der Lage sein
müssen, Kurzschlussströme auszuschalten und im Falle von Leistungsschaltern/Leitungsschutzschaltern
auch einzuschalten;
– Aufnahme von Information zur Erklärung des Schutzes bei Überlastströmen;
– Erweiterung der Anforderungen, wo Einrichtungen zum Schutz bei Überlastströmen nicht vorgesehen
werden müssen;
– Einfügung von weiteren Beispielen, wo Einrichtungen zum Schutz bei Überlast entfallen dürfen;
– Erweiterung der Anforderungen, wann Einrichtungen zum Schutz bei Kurzschluss nicht vorgesehen
werden müssen;
– Aufnahme von Anforderungen für Kurzschlussbemessungsströme von Schienenverteiler-Systemen.

Nachstehende Daten wurden festgelegt:

– spätestes Datum, zu dem das HD auf nationaler Ebene


durch Veröffentlichung einer harmonisierten nationalen
Norm oder durch Anerkennung übernommen werden
muss (dop): 2011-03-01

– spätestes Datum, zu dem nationale Normen, die dem


HD entgegenstehen, zurückgezogen werden müssen (dow): 2013-03-01
In diesem Harmonisierungsdokument sind Änderungen zur internationalen Norm durch eine senkrechte Linie
am linken Rand des Textes gekennzeichnet.

Anhänge ZA und ZB wurden von CENELEC hinzugefügt.

Die Anhänge NA, NB und NC wurden von der DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informa-
tionstechnik im DIN und VDE hinzugefügt und sind informativ.

6
DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-10

430 Schutz bei Überstrom

430.1 Anwendungsbereich

Dieser Teil von DIN VDE 0100 (VDE 0100) enthält Anforderungen zum Schutz von aktiven Leitern bezüglich
der Auswirkungen bei Überströmen.

Diese Norm beschreibt, wie aktive Leiter in Fällen von Überlast (Abschnitt 433) und Kurzschluss (Abschnitt 434)
durch eine oder mehrere Einrichtungen für die automatische Abschaltung der Stromversorgung zu schützen sind.
Ausgenommen sind Fälle, bei denen der Überstrom in Übereinstimmung mit Abschnitt 436 begrenzt ist oder wo
die Bedingungen, die in 433.3 (Verzicht auf Einrichtungen zum Schutz bei Überlast) oder 434.3 (Verzicht auf
Einrichtungen zum Schutz bei Kurzschluss) beschrieben sind, eingehalten werden. Die Koordination des
Schutzes bei Überlast und bei Kurzschluss wird ebenfalls behandelt (siehe Abschnitt 435).

ANMERKUNG 1 Aktive Leiter, die in Übereinstimmung mit Abschnitt 433 bei Überlast geschützt sind, werden auch bei
Fehlern, die Überströme erzeugen, deren Größe ähnlich ist wie bei Überlastströmen, als geschützt betrachtet.

ANMERKUNG 2 Die Anforderungen dieser Norm berücksichtigen nicht die äußeren Einflüsse.

ANMERKUNG 3 Der Schutz von Leitern entsprechend dieser Norm stellt nicht notwendigerweise den Schutz der
Betriebsmittel sicher, die an diese Leiter angeschlossen sind.

ANMERKUNG 4 Flexible Kabel und Leitungen, die Betriebsmittel über Stecker und Steckdosen mit der festen
elektrischen Anlage verbinden, gehören nicht zum Anwendungsbereich dieser Norm. Aus diesem Grund sind sie nicht
notwendigerweise bei Überstrom geschützt.

ANMERKUNG 5 Abschalten bedeutet in dieser Norm nicht Trennen.

430.2 Normative Verweisungen

Siehe Anhang ZA.

ANMERKUNG Eine Gegenüberstellung der im Normentext verwendeten nationalen Entsprechungen ist im Anhang NA
enthalten.

430.3 Allgemeine Anforderungen

Schutzeinrichtungen müssen vorgesehen werden, um jegliche Überströme in den Leitern des Stromkreises
zu unterbrechen, bevor solch ein Strom durch schädliche thermische oder mechanische Auswirkungen auf
die Isolierung, Verbindungen, Anschlüsse oder Umgebung der Leiter eine Gefahr hervorrufen kann.

431 Anforderungen entsprechend der Art der Stromkreise

431.1 Schutz der Außenleiter

431.1.1 Eine Erfassung des Überstroms muss für alle Außenleiter vorgesehen werden, es sei denn, 431.1.2
trifft zu. Diese Erfassung muss die Abschaltung des Leiters, in dem der Überstrom auftritt, bewirken, nicht
jedoch unbedingt die Abschaltung der anderen aktiven Leiter.

Falls die Abschaltung eines einzelnen Außenleiters eine Gefahr hervorruft, z. B. bei einem Dreiphasen-Motor,
müssen entsprechende Vorkehrungen getroffen werden.

431.1.2 In einem TT- oder einem TN-System darf auf die Überstromerfassung in einem der Außenleiter
verzichtet werden, wenn der Stromkreis ausschließlich aus Außenleitern besteht und deshalb der
Neutralleiter nicht mitgeführt wird, vorausgesetzt, die folgenden Bedingungen sind gleichzeitig erfüllt:

7
DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-10

a) im gleichen Stromkreis oder auf der Versorgungsseite ist ein Schutz zur Erkennung von ungleichmäßiger
Last vorgesehen, der die Abschaltung aller Außenleiter bewirkt;
b) von einem künstlichen Neutralpunkt der Stromkreise auf der Lastseite der in a) angeführten
Schutzeinrichtung wird ein Neutralleiter nicht verteilt.

431.2 Schutz des Neutralleiters

431.2.1 TT- oder TN-Systeme

Ist der Querschnitt des Neutralleiters mindestens gleichwertig zum Querschnitt der Außenleiter und ist zu
erwarten, dass der Strom im Neutralleiter nicht den Wert in den Außenleitern übersteigt, ist weder eine
Überstromerfassung im Neutralleiter noch eine Abschalteinrichtung für diesen Leiter gefordert.

Ist der Querschnitt des Neutralleiters geringer als der Querschnitt der Außenleiter, ist gefordert, eine dem
Neutralleiterquerschnitt entsprechende Überstromerfassung im Neutralleiter vorzusehen; diese Erfassung
muss die Abschaltung der Außenleiter, jedoch nicht unbedingt die des Neutralleiters bewirken.

In beiden Fällen muss der Neutralleiter bei Kurzschlussströmen geschützt sein.

ANMERKUNG Dieser Schutz kann erreicht werden durch die Überstrom-Schutzeinrichtungen in den Außenleitern. In
diesem Falle ist nicht gefordert, im Neutralleiter eine Überstromerfassung oder eine Abschalteinrichtung für diesen Leiter
vorzusehen.

Wenn zu erwarten ist, dass der Strom im Neutralleiter den Wert in den Außenleitern übersteigt, ist 431.2.3 zu
beachten.

Mit Ausnahme der Abschaltung gelten die Anforderungen für Neutralleiter auch für PEN-Leiter.

431.2.2 IT-Systeme

Wenn der Neutralleiter mitgeführt wird, ist gefordert, im Neutralleiter jedes Stromkreises eine
Überstromerfassung vorzusehen. Die Überstromerfassung muss die Abschaltung aller aktiven Leiter des
entsprechenden Stromkreises einschließlich des Neutralleiters bewirken. Diese Maßnahme ist nicht
gefordert, wenn
– der betrachtete Neutralleiter durch eine Schutzeinrichtung auf der Versorgungsseite, z. B. an der
Einspeisung der Anlage, wirksam bei Überstrom geschützt ist; oder wenn
– der betrachtete Stromkreis durch eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) geschützt ist, deren
Bemessungsdifferenzstrom höchstens das 0,20-fache der Strombelastbarkeit des betreffenden
Neutralleiters beträgt. Diese Einrichtung muss alle aktiven Leiter des betreffenden Stromkreises
einschließlich des Neutralleiters abschalten. Die Einrichtung muss ein ausreichendes
Ausschaltvermögen für alle Pole haben.

ANMERKUNG In IT-Systemen wird dringend empfohlen, den Neutralleiter nicht mitzuführen.

431.2.3 Oberschwingungsströme

Eine Überlasterfassung muss für den Neutralleiter in einem Drehstromkreis vorgesehen werden, wenn der
Anteil der Oberschwingungen des Außenleiterstroms so groß ist, dass zu erwarten ist, dass der Strom im
Neutralleiter die Dauerstrombelastbarkeit dieses Leiters übersteigt. Diese Überlasterfassung muss mit der Art
des Stromes durch den Neutralleiter übereinstimmen und die Abschaltung der Außenleiter, aber nicht
unbedingt des Neutralleiters bewirken. Wenn der Neutralleiter abgeschaltet wird, gelten die Anforderungen
von 431.3.

ANMERKUNG Weitere Anforderungen bezüglich des Schutzes von Neutralleitern sind in DIN VDE 0100-520
(VDE 0100-520) enthalten.

8
DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-10

431.3 Abschalten und Wiedereinschalten des Neutralleiters in Drehstromsystemen

Wenn die Abschaltung des Neutralleiters gefordert ist, darf er weder vor den Außenleitern abgeschaltet noch
nach den Außenleitern eingeschaltet werden.

432 Art der Schutzeinrichtungen


Die Schutzeinrichtungen müssen einer geeigneten Bauart nach 432.1 bis 432.3 entsprechen.

432.1 Einrichtungen, die den Schutz sowohl bei Überlast als auch bei Kurzschluss
sicherstellen

Unter Berücksichtigung der Ausnahme nach 434.5.1 muss eine Einrichtung, die sowohl zum Schutz bei
Überlast als auch bei Kurzschluss vorgesehen ist, jeden Überstrom bis einschließlich des unbeeinflussten
Kurzschlussstromes an der Einbaustelle der Schutzeinrichtung unterbrechen und bei
Leistungsschaltern/Leitungsschutzschaltern auch einschalten können. Sie müssen die Anforderungen von
433.1 und 434.5 erfüllen. Solche Einrichtungen dürfen sein:
– Leistungsschalter/Leitungsschutzschalter mit integriertem Überlast- und Kurzschlussauslöser;
– Leistungsschalter im Zusammenwirken mit Sicherungen;
– Sicherungen mit Sicherungseinsätzen der Charakteristik gG.

ANMERKUNG 1 Die Sicherung beinhaltet alle Teile einer kompletten Schutzeinrichtung.

ANMERKUNG 2 Dieser Abschnitt schließt die Verwendung anderer Schutzeinrichtungen nicht aus, wenn die Anfor-
derungen von 433.1 und 434.5 erfüllt sind.

432.2 Einrichtungen, die nur den Schutz bei Überlast sicherstellen

Diese Schutzeinrichtungen müssen die Anforderungen nach Abschnitt 433 erfüllen und dürfen ein
Ausschaltvermögen haben, das unter den Werten des zu erwartenden Kurzschlussstromes an der
Einbaustelle dieser Einrichtungen liegt.

ANMERKUNG 1 Solche Einrichtungen sind im Allgemeinen stromabhängig verzögerte Schutzeinrichtungen.

ANMERKUNG 2 Sicherungen vom Typ aM schützen nicht bei Überlast.

432.3 Einrichtungen, die nur den Schutz bei Kurzschluss sicherstellen

Eine Einrichtung, die nur den Schutz bei Kurzschlussströmen sicherstellt, muss dort errichtet werden, wo der
Schutz bei Überlast durch andere Maßnahmen erreicht wird oder wo nach Abschnitt 433 auf den Schutz bei
Überlast verzichtet werden darf. Sie muss in der Lage sein, den Kurzschlussstrom bis einschließlich des zu
erwartenden Kurzschlussstroms auszuschalten; ein Leistungsschalter/Leitungsschutzschalter muss diese
Ströme auch einschalten können. Diese Einrichtung muss die Anforderungen von Abschnitt 434 erfüllen.

Geeignete Einrichtungen können sein:


– Leistungsschalter nur mit Kurzschlussauslösung;
– Sicherungen mit gM- und aM-Sicherungseinsätzen.

ANMERKUNG Sicherungseinsätze vom Typ gM können auch bei Überlast schützen.

9
DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-10

432.4 Kenngrößen von Schutzeinrichtungen

Das Auslöseverhalten von Überstrom-Schutzeinrichtungen muss übereinstimmen mit den Anforderungen z. B.


der Normen der Reihe DIN EN 60898 (VDE 0641), E DIN VDE 0641-21 (VDE 0641-21), DIN EN 60947-2
(VDE 0660-101), DIN EN 60947-6-2 (VDE 0660-115), Normen der Reihe DIN EN 61009 (VDE 0664),
DIN VDE 0636-2 (VDE 0636-2), DIN VDE 0636-3 (VDE 0636-3), DIN EN 60269-4 (VDE 0636-4) oder
DIN EN 60947-3 (VDE 0660-107).

ANMERKUNG Die Verwendung anderer Einrichtungen ist nicht ausgeschlossen, vorausgesetzt, dass ihre Zeit/Strom-
(Auslöse-)Kennlinien einen zu diesem Abschnitt gleichwertigen Schutz bieten.

433 Schutz bei Überlastströmen

433.1 Koordination von Leitern und Einrichtungen zum Schutz bei Überlast

Das Auslöseverhalten einer Einrichtung, die ein Kabel oder eine Leitung bei Überlast schützt, muss folgende
zwei Bedingungen erfüllen:

IB ≤ In ≤ IZ (1)

I 2 ≤ 1,45 I Z (2)

Dabei ist
I B der Betriebsstrom für diesen Stromkreis;
I Z die zulässige Dauerstrombelastbarkeit des Kabels/der Leitung (siehe Abschnitt 523);

I n der Bemessungsstrom der Schutzeinrichtung;

ANMERKUNG 1 Bei einstellbaren Schutzeinrichtungen ist der Bemessungsstrom I n der eingestellte Strom.

I 2 der Strom, der eine wirksame Abschaltung in der für die Schutzeinrichtung festgelegten Zeit sicherstellt.

Der Strom I 2 , der eine wirksame Abschaltung sicherstellt, muss entweder vom Hersteller angegeben werden
oder in den Produktnormen festgelegt sein.

Der Schutz in Übereinstimmung mit diesem Abschnitt kann den Schutz in bestimmten Fällen nicht sicher-
stellen, z. B., wenn lang andauernde Überströme kleiner als I 2 auftreten. In solchen Fällen sollte die Aus-
wahl eines Kabels/einer Leitung mit größerem Querschnitt geprüft werden.
ANMERKUNG 2 IB ist der Betriebsstrom durch die Außenleiter oder im Falle der dritten Oberschwingung der Strom
durch den Neutralleiter, wenn dieser größer ist als der Außenleiterstrom.
ANMERKUNG 3 Der Strom I 2 , der in der festgelegten Zeit das wirksame Ansprechen der Schutzeinrichtung sicher-
stellt, kann entsprechend der Produktnorm auch als It oder If bezeichnet sein. It und If sind ein Vielfaches von In; die
richtige Verwendung von Werten und Indizes sollte beachtet werden.
ANMERKUNG 4 Siehe Anhang B für die Darstellung der Bedingungen (1) und (2) von 433.1.
ANMERKUNG 5 Der Betriebsstrom IB kann nach Anwendung der Korrekturfaktoren als tatsächlicher Strom Ia
betrachtet werden (siehe Abschnitt 311).

433.2 Anordnung von Einrichtungen zum Schutz bei Überlast


433.2.1 Eine Einrichtung zum Schutz bei Überlast muss an der Stelle angeordnet werden, an der die
Strombelastbarkeit reduziert wird, wie z. B. durch eine Änderung des Leiterquerschnitts, der Bauart, der
Verlegeart oder Anordnung der Kabel oder Leitungen; ausgenommen sind die in 433.2.2 und 433.3
aufgeführten Fälle.

10
DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-10

433.2.2 Die Einrichtung zum Schutz der Leiter bei Überlast darf im Zuge des Leiters angeordnet werden,
wenn der Abschnitt zwischen der Änderung (wie Leiterquerschnitt, Bauart, Verlegeart oder Anordnung) und
der Stelle, an der die Schutzeinrichtung angeordnet ist, weder Abzweige noch Steckvorrichtungen enthält und
mindestens eine der beiden folgenden Bedingungen erfüllt wird:
a) das Kabel oder die Leitung ist entsprechend den Anforderungen von Abschnitt 434 bei
Kurzschlussströmen geschützt;
b) die Länge beträgt nicht mehr als 3 m, der Leitungsabschnitt ist so ausgeführt, dass die Gefahr eines
Kurzschlusses auf ein Minimum begrenzt wird, und die Kabel/Leitungen sind derart errichtet, dass das
Risiko von Feuer oder die Gefahr für Personen auf ein Minimum begrenzt wird (siehe auch 434.2.1).
N1)
ANMERKUNG

433.3 Verzicht auf Einrichtungen zum Schutz bei Überlast


Die verschiedenen Fälle dieses Abschnitts dürfen nicht angewendet werden für Anlagen in feuer- und
explosionsgefährdeten Räumen/Bereichen oder wenn in den Anforderungen für besondere Anlagen und
Räume/Bereiche abweichende Bedingungen festgelegt sind.

433.3.1 Allgemeines

Einrichtungen zum Schutz bei Überlast müssen nicht vorgesehen werden:


a) für einen Leiter auf der Lastseite hinter einer Änderung des Leiterquerschnitts, der Bauart der Leitungen
oder des Kabels oder der Verlegeart, wenn der Leiter wirksam durch eine Schutzeinrichtung, angeordnet
an der Versorgungsseite, bei Überlast geschützt ist;
b) für einen Leiter, der üblicherweise Überlastströme nicht führt, vorausgesetzt, dieser Leiter ist
entsprechend den Anforderungen von Abschnitt 434 bei Kurzschluss geschützt und weist weder
Abzweige noch Steckvorrichtungen auf;
c) an der Einspeisung einer Anlage, wenn der Netzbetreiber eine Überlastschutzeinrichtung vorsieht und
bestätigt, dass sie den Schutz des Teiles der Anlage zwischen der Einspeisung und dem
Hauptverteilungspunkt der Anlage, wo ein weiterer Schutz bei Überlast vorgesehen ist, sicherstellt
d) für Anlagen in Fernmelde-, Steuer-, Signalanlagen und dergleichen;
e) für Verteilungsstromkreise bestehend aus Kabeln in Erde oder Freileitungen, in denen die Überlastung
der Stromkreise eine Gefahr nicht hervorruft.

ANMERKUNG N1)

433.3.2 Anordnung von oder Verzicht auf Einrichtungen zum Schutz bei Überlast in IT-Systemen

433.3.2.1 Die Vorkehrungen in 433.2.2 und 433.3.1 für eine alternative Anordnung von oder den Verzicht
auf Einrichtungen zum Schutz bei Überlast sind in IT-Systemen nicht anwendbar, es sei denn, jeder nicht bei
Überlast geschützte Stromkreis ist durch eine der folgenden Maßnahmen geschützt:
a) Anwenden von Schutzmaßnahmen wie in DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410), Abschnitt 412, beschrieben;
b) Schutz eines jeden einzelnen elektrischen Verbrauchsmittels mit einer eigenen Fehlerstrom-
Schutzeinrichtung (RCD), die bei einem 2. Fehler unverzüglich abschaltet;
c) Verwenden einer Isolationsüberwachungseinrichtung, welche entweder
– eine Abschaltung des Stromkreises hervorruft, wenn der erste Fehler auftritt, oder
– durch ein Signal anzeigt, dass der erste Fehler aufgetreten ist. Der Fehler muss entsprechend
den betrieblichen Anforderungen und dem Risiko eines zweiten Fehlers beseitigt werden.

ANMERKUNG In Deutschland ist nach DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410):2007-06, 411.6.3.1, eine Isolations-
überwachungseinrichtung vorzusehen, um das Auftreten eines ersten Fehlers zwischen einem aktiven Teil und
einem Körper oder gegen Erde zu melden.

N1)
Nationale Fußnote: Der Text der Anmerkung, der hier nicht wiedergegeben wird, bezieht sich auf Anhang C,
der in Deutschland nicht übernommen wurde.

11
DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-10

ANMERKUNG Es wird empfohlen, ein Isolationsfehlersuchsystem nach DIN EN 61557-9 (VDE 0413-9):2009-11 zu
errichten. Durch die Anwendung eines solchen Systems ist es möglich, Isolationsfehler ohne Unterbrechung der
Stromversorgung zu erkennen und zu lokalisieren.

433.3.2.2 In IT-Systemen ohne Neutralleiter darf der Schutz bei Überlast in einem der Außenleiter entfallen,
wenn eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) in jedem Stromkreis errichtet ist.

433.3.3 Fälle, in denen der Verzicht auf Einrichtungen zum Schutz bei Überlast aus
Sicherheitsgründen in Betracht gezogen werden muss

Der Verzicht auf Einrichtungen zum Schutz bei Überlast ist für Stromkreise erlaubt, die elektrische
Verbrauchsmittel versorgen, bei denen eine unvorhergesehene Unterbrechung des Stromkreises eine Gefahr
oder einen Schaden verursachen kann.

Beispiele für solche Fälle sind:


– Erregerstromkreise von drehenden Maschinen;
– Speisestromkreise von Hubmagneten;
– Sekundärstromkreise von Stromwandlern;
– Speisestromkreise von Feuerlöscheinrichtungen;
– Stromkreise zur Versorgung von Sicherheitseinrichtungen (Alarmanlagen für Diebstahlwarnung, Gas-
alarm usw.).

ANMERKUNG In diesen Fällen sollte eine Überlast-Meldeeinrichtung in Betracht gezogen werden.

433.4 Schutz bei Überlast von parallel geschalteten Leitern

Wenn eine einzelne Schutzeinrichtung mehrere parallel geschaltete Leiter schützt, dürfen Abzweige und
Einrichtungen zum Trennen und Schalten in den parallel geschalteten Leitern nicht vorhanden sein.

Dieser Abschnitt schließt die Anwendung von Endstromkreisen mit Ringleitungen nicht aus.

433.4.1 Gleichmäßige Stromaufteilung zwischen parallel geschalteten Leitern

Wenn eine einzelne Einrichtung parallel geschaltete Leiter mit gleicher Stromaufteilung schützt, ist der Wert
I Z , der nach 433.1 zur Anwendung kommt, die Summe der Strombelastbarkeit der einzelnen Leiter.

Es ist davon auszugehen, dass die Stromaufteilung gleich ist, wenn die Anforderungen der ersten fünf
Aufzählungsstriche nach DIN VDE 0298-4 (VDE 0298-4):2003-08, 4.3.3, erfüllt sind.

433.4.2 Ungleichmäßige Stromaufteilung zwischen parallel geschalteten Leitern

Wenn die Verwendung eines Leiters pro Phase nicht praktikabel ist und der Strom in den parallelen Leitern
ungleichmäßig ist, müssen der Betriebsstrom und die Anforderungen zum Schutz bei Überlast für jeden
Leiter getrennt betrachtet werden.

ANMERKUNG Der Strom in den parallelen Leitern wird als ungleich betrachtet, wenn die Differenz zwischen den
einzelnen Strömen mehr als 10 % des Betriebsstroms für jeden Leiter beträgt. Eine Anleitung ist im Abschnitt A.2
enthalten.

434 Schutz bei Kurzschlussströmen


Diese Norm behandelt nur Kurzschlüsse zwischen Leitern, die zum gleichen Stromkreis gehören.

12
DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-10

434.1 Bestimmung von unbeeinflussten Kurzschlussströmen

Der unbeeinflusste Kurzschlussstrom muss für jede relevante Stelle der elektrischen Anlage bestimmt
werden. Dies darf entweder durch Berechnung oder Messung erfolgen.

ANMERKUNG Der unbeeinflusste Kurzschlussstrom am Speisepunkt kann bei dem Netzbetreiber erfragt werden.

434.2 Anordnung der Einrichtungen zum Schutz bei Kurzschluss

Eine Einrichtung, die den Schutz bei Kurzschluss sicherstellt, muss an dem Punkt angeordnet werden, an
dem eine Reduzierung des Querschnitts der Leiter oder eine andere Änderung erfolgt, die zu einer Änderung
der Kurzschlussstrombelastbarkeit der Leiter führt, ausgenommen, wenn 434.2.1, 434.2.2 oder 434.3 zur
Anwendung kommt.

434.2.1 Die verschiedenen Fälle des folgenden Abschnitts dürfen nicht angewendet werden für Anlagen in
feuer- und explosionsgefährdeten Räumen/Bereichen oder wenn in den Anforderungen für besondere
Anlagen und Räume/Bereiche abweichende Bedingungen festgelegt sind. Die Einrichtung zum Schutz bei
Kurzschluss darf unter den folgenden Bedingungen auch an anderen Stellen als in 434.2 festgelegt
eingebaut werden.

In dem Teil des Leiters zwischen der Reduzierung des Querschnitts oder anderen Änderungen und der
Anordnung der Schutzeinrichtung dürfen Abzweige und Steckdosen nicht enthalten sein, und dieser Teil des
Leiters
a) darf nicht länger als 3 m sein; und
b) muss so errichtet werden, dass das Risiko eines Kurzschlusses auf ein Minimum reduziert wird; und

ANMERKUNG 1 Diese Bedingung wird als erfüllt angesehen z. B. durch die Verstärkung des Schutzes der Ka-
bel/Leitungsanlagen gegen äußere Einflüsse durch Sicherstellen einer erdschluss- und kurzschlusssicheren Verlegung.

N2)
ANMERKUNG 2
c) darf nicht in der Nähe von brennbarem Material errichtet werden.

434.2.2 Eine Schutzeinrichtung darf auf der Versorgungsseite des reduzierten Querschnitts oder bei
anderen Änderungen vorgesehen werden, vorausgesetzt die Auslösecharakteristik ist so, dass sie die
Kabel/Leitungen, die an der Lastseite angeordnet sind, in Übereinstimmung mit den Anforderungen von
434.5.2, bei Kurzschluss schützt.

ANMERKUNG N2)

434.3 Verzicht auf Einrichtungen zum Schutz bei Kurzschluss

Unter der Voraussetzung, dass beide folgenden Anforderungen gleichzeitig erfüllt sind:
– das Kabel/die Leitung ist so verlegt, dass das Risiko eines Kurzschlusses auf ein Minimum reduziert ist
(siehe 434.2.1, Aufzählungsstrich b)), und
– das Kabel/die Leitung ist nicht in der Nähe von brennbaren Materialien verlegt,
brauchen Einrichtungen zum Schutz bei Kurzschluss nicht vorgesehen zu werden für Anwendungen wie:
a) Leiter, die Generatoren, Transformatoren, Gleichrichter und Akkumulatorenbatterien mit ihren zuge-
hörigen Steuerschränken verbinden, wobei die Schutzeinrichtungen in diesen Schränken angeordnet
sind;
b) Stromkreise, deren Unterbrechung den Betrieb der entsprechenden Anlagen gefährden könnte, wie sie
in 433.3.3 zitiert sind;
c) bestimmte Messstromkreise;

N2)
Nationale Fußnote: Der Text der Anmerkung, der hier nicht wiedergegeben wird, bezieht sich auf Anhang D,
der in Deutschland nicht übernommen wurde.

13
DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-10

d) am Anfang einer Anlage, bei der der Netzbetreiber eine oder mehrere Einrichtungen zum Schutz bei
Kurzschluss vorsieht und einwilligt, dass diese Einrichtung den Schutz des Teils der Anlage zwischen
der Einspeisung und der Hauptverteilung der Anlage, in der ein weiterer Schutz bei Kurzschluss
vorgesehen ist, erfüllt.

In Deutschland ist der Verzicht auf Einrichtungen zum Schutz bei Kurzschluss erlaubt für
Verteilungsstromkreise mit Kabeln in Erde oder Freileitungen.

434.4 Schutz bei Kurzschluss von parallel geschalteten Leitern

Eine einzelne Schutzeinrichtung darf parallel geschaltete Leiter vor den Auswirkungen bei Kurzschluss
schützen, vorausgesetzt, dass das Auslöseverhalten dieser Einrichtung ein wirksames Ansprechen
sicherstellt, wenn ein Fehler an der kritischsten Stelle in einem der parallel geschalteten Leiter auftritt. Die
Aufteilung der Kurzschlussströme zwischen den parallel geschalteten Leitern muss betrachtet werden. Ein
Fehler kann von beiden Enden der parallel geschalteten Leiter gespeist werden.

Falls die Auslösung einer einzelnen Schutzeinrichtung nicht wirksam ist, muss eine oder müssen mehrere der
folgenden Maßnahmen angewendet werden:
a) Kabel/Leitungen müssen derart ausgewählt und verlegt werden, dass das Risiko eines Kurzschlusses in
jedem der parallel geschalteten Leiter auf ein Minimum reduziert ist, z. B. durch einen Schutz gegen
mechanische Beschädigung, und die Leiter müssen so verlegt sein, dass das Risiko eines Feuers oder
eines Schadens von Personen auf ein Minimum reduziert ist.
b) Für zwei parallel geschaltete Leiter muss an der Versorgungsseite eines jeden parallel geschalteten
Leiters eine Schutzeinrichtung zum Schutz bei Kurzschluss vorgesehen werden.
c) Für mehr als zwei parallel geschaltete Leiter muss an der Versorgungsseite und an der Lastseite eines
jeden parallel geschalteten Leiters eine Schutzeinrichtung zum Schutz bei Kurzschluss vorgesehen
werden.

Eine Anleitung ist in Abschnitt A.3 enthalten.

434.5 Kenngrößen von Schutzeinrichtungen zum Schutz bei Kurzschluss

Jede Schutzeinrichtung zum Schutz bei Kurzschluss muss die Anforderungen von 434.5.1 erfüllen.

434.5.1 Ihr Bemessungsausschaltvermögen darf nicht geringer sein als der zu erwartende maximale
Kurzschlussstrom am Einbauort in der Anlage, mit Ausnahme des folgenden Absatzes.

Ein geringeres Bemessungsausschaltvermögen ist zulässig, wenn eine andere Schutzeinrichtung, die an der
Versorgungsseite errichtet wird, das geforderte Kurzschlussausschaltvermögen aufweist. In diesem Fall
müssen die Charakteristiken der Einrichtungen so aufeinander abgestimmt sein, dass die
Gesamtdurchlassenergie beider Einrichtungen nicht die Durchlassenergie überschreitet, welche von der
Einrichtung auf der Lastseite und von den zu schützenden Leitern ohne Schaden überstanden wird.

ANMERKUNG 1 In einigen Fällen kann es notwendig sein, andere Einflussgrößen wie die dynamische Beanspruchung
und die Lichtbogenenergie für die Einrichtung auf der Lastseite in Betracht zu ziehen. Für die Abstimmung der
Kenngrößen der beiden Schutzeinrichtungen sind die Angaben der Hersteller heranzuziehen.

ANMERKUNG 2 Technische Daten für die Auswahl von Schutzeinrichtungen bezüglich der Selektivität können beim
Hersteller angefordert werden.

434.5.2 Für Kabel, Leitungen und isolierte Leiter müssen alle Ströme, hervorgerufen durch einen
Kurzschluss an einem beliebigen Punkt des Stromkreises, in einer Zeit unterbrochen werden, bei der die
Isolierung der Leiter nicht die erlaubte Grenztemperatur überschreitet.

Für Ansprechzeiten der Schutzeinrichtungen < 0,1 s, wenn die Asymmetrie des Kurzschlussstromverlaufs
von Bedeutung ist, und für strombegrenzende Schutzeinrichtungen muss k2S2 größer sein als der vom
Hersteller der Schutzeinrichtung angegebene Wert der Durchlassenergie (I2t).

14
DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-10

ANMERKUNG Wenn zum Schutz bei Überstrom Leitungsschutzschalter verwendet werden, ist diese Bedingung erfüllt,
wenn der Leitungsschutzschalter die Anforderungen der Energiebegrenzungsklasse 3 nach DIN EN 60898-1 (VDE 0641-11)
erfüllt.
Leitungsschutzschalter müssen ein Ein- und Ausschaltvermögen von mindestens 6 kA haben. Falls
zutreffend, müssen diese Leitungsschutzschalter die Energiebegrenzungsklasse 3 nach DIN EN 60898-1
(VDE 0641-11) erfüllen.

Tabelle 43A – Werte von k für Leiter


Werkstoff der Isolierung
Eigenschaft/ PVC PVC EPR Gummi mineralisoliert
Bedingung XLPE
thermoplastisch thermoplastisch 90 °C vernetzt 60 °C PVC blank
vernetzt umhüllt nicht
umhüllt
2
Leiterquerschnitt mm ≤ 300 > 300 ≤ 300 > 300
Anfangstemperatur °C 70 90 90 60 70 105
zul. Endtemperatur °C 160 140 160 140 250 200 160 250
Leitermaterial:
Kupfer 115 103 100 86 143 141 115 135/115 a)
Aluminium 76 68 66 57 94 93 – –
Zinn-Lötstellen in
115 – – – – – – –
Kupferleitern
a)
Dieser Wert ist zu verwenden für blanke Kabel/Leitungen, wenn sie berührt werden können.

ANMERKUNG 1 Andere Werte für k sind in Bearbeitung für:


– kleine Querschnitte (speziell für Querschnitte < 10 mm2);
– andere Arten von Verbindungen in den Leitern;
– blanke Leiter.

ANMERKUNG 2 Der Nennstrom der Schutzeinrichtung zum Schutz bei Kurzschluss darf größer sein als die Strombelastbarkeit der
Leiter.

ANMERKUNG 3 Die obigen Faktoren basieren auf IEC 60724.

ANMERKUNG 4 Siehe Anhang A von DIN VDE 0100-540 (VDE 0100-540):2007-06 bezüglich der Berechnung von Faktor k.

Bei Kurzschlüssen mit einer Dauer bis einschließlich 5 s darf die Zeit t, in der ein gegebener
Kurzschlussstrom die Isolierung der Leiter von der höchstzulässigen Temperatur im Normalbetrieb
(Anfangstemperatur) bis zur Grenztemperatur (Endtemperatur) erwärmt, in erster Näherung durch die
Gleichung berechnet werden:

2
 S
t = k ⋅ 
 I

Dabei ist
t die Kurzschlussdauer in s;
S der Leiterquerschnitt in mm2;
I der wirksame Kurzschlussstrom in A, angegeben als Effektivwert;
k ein Faktor unter Berücksichtigung von Widerstand, Temperaturkoeffizient und Wärmekapazität des
Leitermaterials und den entsprechenden Anfangs- und Endtemperaturen. Für gebräuchliche
Leiterisolierungen ist der Wert k für Außenleiter in Tabelle 43A angegeben.
434.5.3 Für Schienenverteiler in Übereinstimmung mit DIN EN 60439-2 (VDE 0660-502) und für
Stromschienensysteme in Übereinstimmung mit den Normen der Reihe DIN EN 61534 (VDE 0604) muss
eine der folgenden Anforderungen erfüllt werden:

15
DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-10

– Die Bemessungskurzzeitstromfestigkeit ( I cw ) und die Bemessungsstoßstromfestigkeit eines Schie-


nenverteilers oder eines Stromschienensystems darf nicht kleiner sein als der unbeeinflusste Kurz-
schlussstrom bzw. der zu erwartende Stoßkurzschlussstrom. Die maximale Zeit, die für den Schienen-
verteiler oder das Stromschienensystem bezüglich I cw festgelegt ist, darf nicht kleiner sein als die maxi-
male Ansprechzeit der Schutzeinrichtung.
– Der bedingte Bemessungskurzschlussstrom des Schienenverteilers oder des Stromschienensystems mit
der dazugehörigen festgelegten Schutzeinrichtung darf nicht kleiner sein als der unbeeinflusste Kurz-
schlussstrom.

435 Koordination des Schutzes bei Überlast und Kurzschluss

435.1 Schutz durch eine gemeinsame Einrichtung

Eine Schutzeinrichtung, die zum Schutz bei Überlast- und Kurzschlussströmen vorgesehen ist, muss die ent-
sprechenden Anforderungen der Abschnitte 433 und 434 erfüllen.

435.2 Schutz durch getrennte Einrichtungen

Die Anforderungen von Abschnitt 433 und Abschnitt 434 sind entsprechend anzuwenden für die Schutzein-
richtung zum Schutz bei Überlast und die Schutzeinrichtung zum Schutz bei Kurzschluss.

Die Eigenschaften der Einrichtungen müssen so aufeinander abgestimmt sein, dass die Durchlassenergie
der Schutzeinrichtungen zum Schutz bei Kurzschluss nicht den Wert überschreitet, welchen die Schutzein-
richtung zum Schutz bei Überlast ohne Schaden aushalten kann.
ANMERKUNG Diese Anforderungen schließen nicht die Art der Koordination aus, die in DIN EN 60947-4-1
(VDE 0660-102) festgelegt ist.

436 Überstrombegrenzung durch die Art der Stromquelle


Leiter werden als bei Überlast- und Kurzschlussströmen geschützt angesehen, wenn sie aus einer Strom-
quelle versorgt werden, die einen Strom nicht zu liefern vermag, der die Strombelastbarkeit der Leiter über-
schreitet (z. B. bestimmte Klingeltransformatoren, bestimmte Schweißtransformatoren und bestimmte Arten
thermoelektrischer Generatoren).

16
DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-10

Anhang A
(informativ)

Schutz von parallel geschalteten Leitern bei Überstrom

A.1 Einleitung
Der Schutz bei Überstrom für parallel geschaltete Leiter sollte einen angemessenen Schutz für alle parallel
geschalteten Leiter sicherstellen. Für zwei Leiter mit gleichem Querschnitt, gleichem Leitermaterial und
gleicher Länge und gleicher Verlegeart, so dass sie annähernd gleiche Ströme führen, sind die
Anforderungen zum Schutz bei Überstrom einfach. Für komplexere Leiteranordnungen müssen
weitergehende Betrachtungen angestellt werden über eine ungleiche Stromaufteilung zwischen den Leitern
und über die Strompfade bei Mehrfachfehlern. Dieser Anhang gibt einen Leitfaden für die notwendigen
Betrachtungen.

ANMERKUNG Eine detailliertere Methode für die Kalkulation der Stromaufteilung zwischen parallel geschalteten
Leitern ist in IEC 60287-1-3 enthalten.

A.2 Schutz von parallel geschalteten Leitern bei Überlast


Wenn in einem Stromkreis, der parallel geschaltete Leiter von Mehrleiterkabeln/-leitungen enthält, eine
Überlast auftritt, wird der Strom in jedem Leiter im gleichen Verhältnis ansteigen. Unter der Voraussetzung,
dass der Strom sich zwischen den parallel geschalteten Leitern gleichmäßig aufteilt, darf eine gemeinsame
Schutzeinrichtung zum Schutz aller Leiter verwendet werden. Die Strombelastbarkeit der parallel
geschalteten Leiter ( I Z ) ist die Summe der Strombelastbarkeit der einzelnen Leiter unter Beachtung des
Faktors für Häufung und anderer Faktoren.

Die Stromaufteilung zwischen den parallel geschalteten Kabeln/Leitungen ist abhängig von der Impedanz der
Kabel/Leitungen. Für lange Einleiterkabel/-leitungen ist der Blindanteil der Impedanz größer als der Wirk-
anteil, was einen maßgeblichen Einfluss auf die Stromaufteilung hat. Der Blindanteil wird von der örtlichen
Lage eines jeden Kabels/einer jede Leitung zueinander beeinflusst. Wenn zum Beispiel ein Stromkreis aus
zwei langen Kabeln/Leitungen pro Außenleiter besteht, welche gleiche Länge, gleichen Aufbau und gleichen
Querschnitt haben, aber parallel in ungünstiger örtlichen Lage (z. B. Kabel/Leitungen gleicher Außenleiter
zusammengebunden) angeordnet sind, kann sich eine Stromaufteilung 70 %/30 % anstelle von 50 %/50 %
ergeben.

Wenn die unterschiedlichen Impedanzen zwischen parallel geschalteten Leitern eine ungleiche Stromauf-
teilung hervorrufen, z. B. mit mehr als 10 % Unterschied, sollten der Betriebsstrom und die Anforderungen an
die Schutzeinrichtung zum Schutz bei Überlast für jeden Leiter getrennt betrachtet werden.

Der Betriebsstrom für jeden Leiter kann aus der Gesamtbelastung und der Impedanz jedes Leiters berechnet
werden.

Für eine Gesamtzahl von m parallel geschalteten Leitern ist der Betriebsstrom I Bk für den Leiter k gegeben
durch:
IB
I Bk = (A.1)
 Zk Zk Zk Z Z Z 
 + + ⋅⋅⋅ + + k + k + ⋅⋅⋅ + k 
Z
 1 Z 2 Z k −1 Z k Z k+1 Z m

Dabei ist
IB der Betriebsstrom;
I Bk der Betriebsstrom für den Leiter k;
Zk die Impedanz des Leiters k;
Z1 und Z m die Impedanzen des Leiters 1 beziehungsweise des Leiters m.

17
DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-10

Bei parallel geschalteten Leitern bis einschließlich 120 mm2 ist der Betriebsstrom I Bk für den Leiter k
gegeben durch:

Sk
I Bk = I B (A.2)
( S1 + S2 + ⋅ ⋅ ⋅ + Sm )
Dabei ist
Sk der Querschnitt von Leiter k;
S1 ... Sm der Querschnitt der Leiter.

Bei einadrigen Kabeln/Leitungen ist die Impedanz abhängig von der Lage der Kabel/Leitungen zueinander
und deren Aufbau, z. B. ob armiert oder nicht armiert. Methoden für die Berechnung der Impedanz sind in
IEC 60287-1-3 enthalten. Es wird empfohlen, die Stromaufteilung zwischen parallel geschalteten Leitern
durch Messung zu überprüfen.

Der Betriebsstrom I Bk wird anstelle von I B für die Bedingung (1) von 433.1 wie folgt verwendet:

I Bk ≤ I n ≤ I Zk (A.3)

Der Wert für I Z in den Bedingungen (1) und (2) von 433.1 ist entweder

– die dauernd zulässige Strombelastbarkeit eines jeden Leiters, I Zk , wenn für jeden Leiter eine Schutzein-
richtung zum Schutz bei Überlast (siehe Bild A.1) vorgesehen wird, daraus folgt:

I Bk ≤ I nk ≤ I Zk (A.4)

oder

– die Summe der dauernd zulässigen Strombelastbarkeit aller Leiter ∑I Zk , wenn eine einzelne Schutz-
einrichtung zum Schutz bei Überlast für die parallel geschalteten Leiter vorgesehen wird (siehe Bild A.2),
daraus folgt:

I B ≤ I n ≤ ∑ I Zk (A.5)

Dabei ist
I nk der Nennstrom der Schutzeinrichtung für den Leiter k;

I Zk die dauernd zulässige Strombelastbarkeit des Leiters k;


In der Bemessungsstrom der Schutzeinrichtung;

∑I Zk die Summe der dauernd zulässigen Strombelastbarkeitswerte der m Leiter, die parallel geschaltet
sind.

ANMERKUNG Für Stromschienensysteme sollten die entsprechenden Informationen den Herstellerangaben oder
DIN EN 60439-2 (VDE 0660-502) entnommen werden.

18
DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-10

I Bk ≤ I nk ≤ I Zk

Bild A.1 – Stromkreis mit einer Schutzeinrichtung zum Schutz bei Überlast in jedem der
parallel geschalteten m Leiter

19
DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-10

I B ≤ I n ≤ ∑ I Zk

∑I Zk
≤ I Z1 + I Z2 + … + I Zm

Bild A.2 – Stromkreis mit einer einzigen Schutzeinrichtung zum Schutz bei Überlast für die
parallel geschalteten m Leiter

A.3 Schutz bei Kurzschluss von parallel geschalteten Leitern


Wenn Leiter parallel geschaltet sind, sollte die Auswirkung eines Kurzschlusses innerhalb des parallel ge-
schalteten Abschnitts unter Beachtung der Anordnung der Schutzeinrichtung betrachtet werden.

Einzelne Leiter in einer Parallelschaltung sind ggf. nicht wirksam geschützt, wenn unabhängig wirkende
Schutzeinrichtungen verwendet werden, deshalb sollte erwogen werden, andere Anordnungen von
Schutzeinrichtungen zu wählen. Dies könnte ergeben, individuelle Schutzeinrichtungen für jeden Leiter
versorgungs- und lastseitig vorzusehen oder miteinander gekoppelte Schutzeinrichtungen versorgungsseitig
einzusetzen. Die Entscheidung für die jeweilige Anordnung der Schutzeinrichtungen ist abhängig von der
Wahrscheinlichkeit der Fehlerbedingungen.

Wenn Leiter parallel geschaltet sind, können Strompfade aufgrund von mehreren Fehlern auftreten, was zu
einer weiter andauernden Speisung der einen Seite des Fehlerortes führen kann. Dies kann vermieden wer-
den, wenn Schutzeinrichtungen zum Schutz bei Kurzschluss auf der Versorgungsseite (s) und auf der Last-
seite (I) eines jeden parallel geschalteten Leiters vorgesehen sind. Diese Situation ist in Bild A.3 und Bild A.4
dargestellt.

20
DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-10

Bild A.3 – Stromfluss bei Fehlerbeginn Bild A.4 – Stromfluss nach dem
Ansprechen der Schutzeinrichtung cs

Bild A.3 zeigt, dass ein Überstrom in den Leitern 1, 2 und 3 fließt, wenn ein Fehler im parallel geschalteten
Leiter 3 an der Stelle x auftritt. Das Ausmaß des Überstroms und der Anteil des Überstroms, der über die
Schutzeinrichtungen cs und cl fließen wird, hängt vom Ort der Fehlerstelle ab. In diesem Beispiel ist
angenommen worden, dass der höchste Anteil des Überstroms durch die Schutzeinrichtung cs fließt. Bild A.4
zeigt, dass nach Ansprechen von cs der Strom zur Fehlerstelle x weiter über die Leiter 1 und 2 fließen wird.
Weil die Leiter 1 und 2 parallel geschaltet sind, könnte der sich aufteilende Strom durch die
Schutzeinrichtungen as und bs nicht ausreichend sein, um die Schutzeinrichtung in der geforderten Zeit zum
Ansprechen zu bringen. Für diesen Fall ist die Schutzeinrichtung cl notwendig. Es sollte beachtet werden,
dass der Strom, der durch cl fließt, kleiner sein wird als der Strom, der cs zum Ansprechen bringt. Wenn die
Fehlerstelle nah genug bei cl liegt, wird cl zuerst ansprechen. Die gleiche Situation würde bestehen, wenn ein
Fehler in den Leitern 1 oder 2 auftritt, darum sind die Schutzeinrichtungen al und bl gefordert.

Das Verfahren mit den Schutzeinrichtungen an beiden Enden hat zwei Nachteile im Vergleich zu dem
Verfahren, bei dem die Schutzeinrichtungen nur an der Versorgungsseite vorgesehen sind. Erstens: Wenn
ein Fehler in x durch das Auslösen der Schutzeinrichtungen in cs und cl beseitigt wird, dann wird der
Stromkreis weiter betrieben, wobei die Last von den Leitern 1 und 2 getragen werden muss. Folglich könnte
der Fehler und die daraus entstehende Überlastung von Leiter 1 und 2, abhängig von der Fehlerimpedanz,
nicht erkannt werden. Zweitens: Der Fehler an der Stelle x kann zum Abbrennen des Leiters zwischen cl und
x führen, wodurch die Fehlerstelle unentdeckt und weiterhin unter Spannung bleibt.

Eine Alternative zu den sechs Schutzeinrichtungen wären sich gegenseitig auslösende Schutzeinrichtung(en)
auf der Versorgungsseite, siehe Bild A.5. Dies würde den weiteren Betrieb des Stromkreises unter
Fehlerbedingungen verhindern.

Bild A.5 – Darstellung gekoppelter Schutzeinrichtungen

21
DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-10

Anhang B
(informativ)

Bedingungen 1 und 2 von Abschnitt 433.1

IB ≤ In ≤ IZ (B.1)

I 2 ≤ 1,45 I Z (B.2)

Bild B.1 – Darstellung der Bedingungen 1 und 2 von Abschnitt 433.1

22
DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-10

Anhang C
(informativ)

Anordnung von oder Verzicht auf Einrichtungen zum Schutz bei Überlast
N3)
Dieser Anhang ist in Deutschland nicht übernommen. Für inhaltliche Informationen siehe HD 60364-4-43:2010

Anhang D
(informativ)

Anordnung von oder Verzicht auf Einrichtungen zum Schutz bei Kurzschluss

Dieser Anhang ist in Deutschland nicht übernommen. Für inhaltliche Informationen siehe HD 60364-4-43:2010 N3)

N3)
Nationale Fußnote: Bezugsquelle gegen Kostenbeteiligung: DKE-Schriftstückservice, Stresemannallee 15,
60596 Frankfurt am Main, Tel. Nr.: 069/6308-382, Fax-Nr.: 069/6308-98 46 oder unter der E-Mail-Adresse
dke.schriftstueckservice@vde.com.

23
DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-10

Anhang ZA
(normativ)

Normative Verweisungen auf internationale Publikationen


mit ihren entsprechenden europäischen Publikationen

Die folgenden zitierten Dokumente sind für die Anwendung dieses Dokuments erforderlich. Bei datierten Ver-
weisungen gilt nur die in Bezug genommene Ausgabe. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte Ausgabe
des in Bezug genommenen Dokuments (einschließlich aller Änderungen).

ANMERKUNG Wenn internationale Publikationen durch gemeinsame Abänderungen geändert wurden, durch (mod)
angegeben, gelten die entsprechenden EN/HD.

Publikation Jahr Titel EN/HD Jahr


IEC 60269-2 (mod) – Low-voltage fuses – Part 2: Supplementary HD 60269-2 –
requirements for fuses for use by authorized
persons (fuses mainly for industrial application) –
Examples of standardized systems of fuses A to I
IEC 60269-3 (mod) – Low-voltage fuses – Part 3: Supplementary HD 60269-3 –
requirements for fuses for use by unskilled
persons (fuses mainly for household or similar
applications) – Examples of standardized
systems of fuses A to F
IEC 60269-4 – Low-voltage fuses – Part 4: Supplementary HD 60269-4 –
requirements for fuse-links for the protection of
semiconductor devices
IEC 60364-4-41 – Low-voltage electrical installations – Part 4-41: HD 60364-4-41 –
(mod) Protection for safety – Protection against electric + Cor. July
shock
IEC 60364-5-52 2001 Electrical installations of buildings – Part 5-52: –
Selection and erection of electrical equipment –
Wiring systems
IEC 60439-2 – Low-voltage switchgear and controlgear EN 60439-2 –
assemblies – Part 2: Particular requirements for
busbar trunking systems (busways)
IEC 60724 2000 Short-circuit temperature limits of electric cables –
with rated voltages of 1 kV (Um = 1,2 kV) and
3 kV (Um = 3,6 kV)
IEC 60898 Reihe Electrical accessories – Circuit breakers for EN 60898 Reihe
overcurrent protection for household and similar
installations
IEC 60947-2 – Low-voltage switchgear and controlgear – Part 2: EN 60947-2 –
Circuit-breakers
IEC 60947-3 – Low-voltage switchgear and controlgear – Part 3: EN 60947-3 –
Switches, disconnectors, switch-disconnectors
and fuse-combination units
IEC 60947-6-2 – Low-voltage switchgear and controlgear – EN 60947-6-2 –
Part 6-2: Multiple function equipment – Control
and protective switching devices (or equipment)
(CPS)

24
DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-10

Publikation Jahr Titel EN/HD Jahr


IEC 61009 Reihe Residual current operated circuit-breakers with EN 61009 Reihe
integral overcurrent protection for household and
similar uses (RCBOs)
IEC 61534 Reihe Powertrack systems EN 61534 Reihe

25
DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-10

Anhang ZB
(normativ)

Besondere nationale Bedingungen

Besondere nationale Bedingung: Nationale Eigenschaft oder Praxis, die – selbst nach einem längeren
Zeitraum – nicht geändert werden kann, z. B. klimatische Bedingungen, elektrische Erdungsbedingungen.

ANMERKUNG Wenn sie die Harmonisierung beeinflusst, ist sie Bestandteil der Europäischen Norm oder des
Harmonisierungsdokuments.

Für Länder, für die die betreffenden besonderen nationalen Bedingungen gelten, sind diese normativ; für die
anderen Länder hat diese Angabe informativen Charakter.

Land Abschnitt Besondere nationale Bedingung


Österreich 433.3.1 In Österreich brauchen Schutzeinrichtungen zum Schutz bei Überlast auch im
folgenden Fall nicht vorgesehen werden:
e) Verteilungsstromkreise bestehend aus Kabeln in Erde oder Freileitungen,
in denen die Überlastung der Stromkreise eine Gefahr nicht hervorruft.
Deutschland 432.4 ANMERKUNG Anstelle der eingearbeiteten, hier nicht wiederholten schattierten
Referenz, die nur für Deutschland gilt, enthält das HD 60364-4-43 diese Referenz für
die übrigen CENELEC-Mitglieder nicht.

433.3.1 ANMERKUNG Anstelle des eingearbeiteten, hier nicht wiederholten schattierten


Textes, der nur für Deutschland gilt, enthält das HD 60364-4-43 den Aufzählungspunkt
e) für die übrigen CENELEC-Mitglieder nicht.

433.3.2.1b ANMERKUNG Anstelle des eingearbeiteten, hier nicht wiederholten schattierten


Textes, der nur für Deutschland gilt, enthält das HD 60364-4-43 für Aufzählungspunkt
b) den folgenden Text für die übrigen CENELEC-Mitglieder:
b) Schutz eines jeden Stromkreises durch eine Fehlerstrom-Schutzeinrich-
tung (RCD), die beim zweiten Fehler unverzüglich abschaltet;
433.3.2.1c ANMERKUNG Anstelle des eingearbeiteten, hier nicht wiederholten schattierten
Textes, der nur für Deutschland gilt, enthält das HD 60364-4-43 für Aufzählungspunkt
c) den folgenden Text für die übrigen CENELEC-Mitglieder:

c) nur für dauernd überwachte Anlagen: Verwenden einer Isolationsüber-


wachungseinrichtung, die entweder
– eine Abschaltung des Stromkreises bewirkt, wenn der erste Fehler
auftritt; oder
– ein Signal beim Auftreten eines Fehlers erzeugt. Der Fehler muss
entsprechend den betrieblichen Anforderungen und dem Risiko eines
zweiten Fehlers beseitigt werden.
434.2.1 ANMERKUNG Anstelle des eingearbeiteten, hier nicht wiederholten schattierten
Textes, der nur für Deutschland gilt, enthält das HD 60364-4-43 für ANMERKUNG 1
den folgenden Text für die übrigen CENELEC-Mitglieder:

ANMERKUNG 1 Diese Bedingung darf z. B. erfüllt werden durch Verstärkung des


Schutzes der Kabel- und Leitungsanlage gegen äußere Einflüsse.

434.3 ANMERKUNG Der eingearbeitete, hier nicht wiederholte schattierte Text am Ende
von 434.3 gilt nur für Deutschland und nicht für die übrigen CENELEC-Mitglieder.

26
DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-10

Land Abschnitt Besondere nationale Bedingung


434.5.2 ANMERKUNG Die eingearbeitete, hier nicht wiederholte schattierte Anmerkung gilt
nur für Deutschland und nicht für die übrigen CENELEC-Mitglieder.

434.5.2 ANMERKUNG Der eingearbeitete, hier nicht wiederholte schattierte Text gilt nur für
Deutschland und nicht für die übrigen CENELEC-Mitglieder.

Anhänge C Die übrigen CENELEC-Mitglieder wenden die Anhänge C und D an.


und D

Irland 433.1 In Irland dürfen Steckdosen durch Ring-Endstromkreise versorgt werden, die
durch eine 32A-Schutzeinrichtung nach den Normen der Reihe EN 60269,
oder der Reihe EN 60898 oder nach EN 60947-2 oder nach EN 61009-1
geschützt sind, angeschlossen mit einem Außenleiter und Neutralleiter aus
Kupfer mit einem minimalen Querschnitt von 2,5 mm2, ausgenommen zwei-
adrige mineralisolierte Kabel/Leitungen in Übereinstimmung mit den rele-
vanten Europäischen Normen mit einem minimalen Querschnitt von 1,5 mm2.
Bei solchen Ring-Endstromkreisen ist davon auszugehen, dass die Anforde-
rungen von 433.1 erfüllt sind, wenn die Strombelastbarkeit (Iz) des Kabels
nicht weniger als 20 A beträgt und es unwahrscheinlich ist, dass unter vorge-
sehener bestimmungsgemäßer Verwendung der Laststrom über längere Zeit
in einem Teil des Rings die Strombelastbarkeit (Iz) des Kabels überschreitet.

433.1 In Irland dürfen Steckdosen versorgt werden durch einen Ring-Endstromkreis,


geschützt mit einer 32 A-Schutzeinrichtung mit oder ohne ungesicherte
Abgänge.

433.3.1c In Irland gilt Aufzählung c) nicht.

433.3.d In Irland gilt Aufzählung d) nicht.

Vereinigtes 433.1 Im Vereinigten Königreich dürfen Steckdosen durch Ring-Endstromkreise ver-


Königreich sorgt werden, die durch eine 32 A-Schutzeinrichtung nach den Normen der
Reihe EN 6026932 oder der Reihe EN 60898 oder nach EN 60947-2 oder
nach EN 61009-1 geschützt sind mit einem Außenleiter und Neutralleiter aus
Kupfer, mit einem minimalen Querschnitt von 2,5 mm2, ausgenommen zwei-
adrige mineralisolierte Kabel/Leitungen in Übereinstimmung mit den relevan-
ten Europäischen Normen mit einem minimalen Querschnitt von 1,5 mm2. Bei
solchen Ring-Endstromkreisen ist davon auszugehen, dass die Anforde-
rungen von 433.1 erfüllt sind, wenn die Strombelastbarkeit (IZ) des Kabels
nicht weniger als 20 A beträgt und es unwahrscheinlich ist, dass unter vorge-
sehener bestimmungsgemäßer Verwendung der Laststrom über längere Zeit
in keinem Teil des Rings die Strombelastbarkeit (IZ) des Kabels überschreitet.

433.1 In England dürfen Steckdosen durch einen Ring-Endstromkreis versorgt wer-


den, der mit einer 32 A-Schutzeinrichtung mit oder ohne ungesicherte
Abgänge geschützt ist.

27
DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-10

Literaturhinweise

ANMERKUNG In diesem Abschnitt ist nur Literatur genannt, die nicht unter Anhang ZA „Normative Verweisungen“
aufgeführt ist.

DIN EN 60269-1 (VDE 0636-1), Niederspannungssicherungen – Teil 1: Allgemeine Anforderungen


(IEC 60269-1); Deutsche Fassung EN 60269-1

DIN EN 60269-4 (VDE 0636-4), Niederspannungssicherungen – Teil 4: Zusätzliche Anforderungen an Siche-


rungseinsätze zum Schutz von Halbleiter-Bauelementen (IEC 60269-4); Deutsche Fassung EN 60269-4

DIN EN 60439-2 (VDE 0660-502), Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen – Teil 2: Besondere Anfor-


derungen an Schienenverteiler (IEC 60439-2); Deutsche Fassung EN 60439-2

DIN EN 60898 (VDE 0641) (alle Teile), Elektrisches Installationsmaterial – Leitungsschutzschalter für
Hausinstallationen und ähnliche Zwecke

DIN EN 60898-1 (VDE 0641-11):2006-03, Elektrisches Installationsmaterial – Leitungsschutzschalter für


Hausinstallationen und ähnliche Zwecke – Teil 1: Leitungsschutzschalter für Wechselstrom (AC)
(IEC 60898-1); Deutsche Fassung EN 60898-1

DIN EN 60947-1 (VDE 0660-100), Niederspannungsschaltgeräte – Teil 1: Allgemeine Festlegungen


(IEC 60947-1); Deutsche Fassung EN 60947-1

DIN EN 60947-2 (VDE 0660-101), Niederspannungsschaltgeräte – Teil 2: Leistungsschalter (IEC 60947-2);


Deutsche Fassung EN 60947-2

DIN EN 60947-3 (VDE 0660-107), Niederspannungsschaltgeräte – Tei 3: Lastschalter, Trennschalter, Last-


trennschalter und Schalter-Sicherungs-Einheiten (IEC 60947-3); Deutsche Fassung EN 60947-3

DIN EN 60947-4-1 (VDE 0660-102), Niederspannungsschaltgeräte – Teil 4-1: Schütze und Motorstarter –
Elektromechanische Schütze und Motorstarter (IEC 60947-4-1); Deutsche Fassung EN 60947-4-1

DIN EN 60947-6-2 (VDE 0660-115), Niederspannungsschaltgeräte – Teil 6-2: Mehrfunktions-Schaltgeräte –


Steuer- und Schutz-Schaltgeräte (CPS) (IEC 60947-6-2); Deutsche Fassung EN 60947-6-2

DIN EN 61009 (VDE 0664) (alle Teile), Fehlerstrom-/Differenzstrom-Schutzschalter mit eingebautem


Überstromschutz (RCBOs) für Hausinstallationen und für ähnliche Anwendungen

DIN EN 61009-1 (VDE 0664-20), Fehlerstrom-/Differenzstrom-Schutzschalter mit eingebautem Überstrom-


schutz (RCBOs) für Hausinstallationen und für ähnliche Anwendungen – Teil 1: Allgemeine Anforderungen
(IEC 61009-1); Deutsche Fassung EN 61009-1

DIN EN 61534 (VDE 0604) (alle Teile), Kabelführungssysteme – Kabelbinder für elektrische Installationen

DIN EN 61557-9, Elektrische Sicherheit in Niederspannungsnetzen bis AC 1 000 V und DC 1 500 V – Geräte
zum Prüfen, Messen oder Überwachen von Schutzmaßnahmen – Teil 9: Einrichtungen zur Isolationsfehler-
suche in IT-Systemen (IEC 61557-9); Deutsche Fassung EN 61557-9

DIN VDE 0100-200 (VDE 0100 200), Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 200: Begriffe (IEC 60050-826)

DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410), Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 4-41: Schutzmaßnahmen –
Schutz gegen elektrischen Schlag (IEC 60364-4-41:2005, modifiziert); Deutsche Über-
nahme HD 60364-4-41:2007

DIN VDE 0100-520 (VDE 0100-520), Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 5: Auswahl und Errich-
tung elektrischer Betriebsmittel – Kapitel 52: Kabel- und Leitungsanlagen (IEC 60364-5-52);
Deutsche Fassung HD 384.5.52 S1

28
DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-10

DIN VDE 0100-540 (VDE 0100-540):2007-06, Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 5-54: Auswahl
und Errichtung elektrischer Betriebsmittel – Erdungsanlagen, Schutzleiter und Schutzpotentialausgleichsleiter
(IEC 60364-5-54:2002, mod.); Deutsche Übernahme HD 60364-5-54:2007

DIN VDE 0298-4 (VDE 0298-4):2003-08, Verwendung von Kabeln und isolierten Leitungen für Starkstrom-
anlagen – Teil 4: Empfohlene Werte für die Strombelastbarkeit von Kabeln und Leitungen für feste Verlegung
in und an Gebäuden und von flexiblen Leitungen

DIN VDE 0636-2 (VDE 0636-2), Niederspannungssicherungen – Teil 2: Zusätzliche Anforderungen an Siche-
rungen zum Gebrauch durch Elektrofachkräfte bzw. elektrotechnisch unterwiesene Personen (Sicherungen
überwiegend für den industriellen Gebrauch) – Beispiele für genormte Sicherungssysteme A bis I
(IEC 60269-2); Deutsche Fassung HD 60269-2

DIN VDE 0636-3 (VDE 0636-3), Niederspannungssicherungen – Teil 3: Zusätzliche Anforderungen an Siche-
rungen zum Gebrauch durch Laien (Sicherungen überwiegend für Hausinstallationen oder ähnliche Anwen-
dungen) – Beispiele für genormte Sicherungssysteme A bis F (IEC 60269-3); Deutsche Fassung HD 60269-3

E DIN VDE 0641-21 (VDE 0641-21), Elektrisches Installationsmaterial – Leitungsschutzschalter für Hausin-
stallationen und ähnliche Zwecke – Teil 21: Selektive Haupt-Leitungsschutzschalter

IEC 60287-1-3, Electric cables – Calculation of the current rating – Part 1-3: Current rating equations (100 %
load factor) and calculation of losses – Current sharing between parallel single-core cables and calculation of
circulating current losses

IEC 60724, Short-circuit temperature limits of electric cables with rated voltages of 1 kV (Um = 1,2 kV) and
3 kV (Um = 3,6 kV)

29
DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-10

Nationaler Anhang NA
(informativ)

Tabelle NA.1 – Vergleich der Strukturen – Normen DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):1991-11
mit vorliegender Norm DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-09

DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):1991-11 DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-09

1 Anwendungsbereich 430.1 Anwendungsbereich

2 Begriffe Siehe DIN VDE 0100-200 (VDE 0100-200)

3 Allgemeine Anforderungen 430.3 Allgemeine Anforderungen

4 Überstrom-Schutzeinrichtungen 432 Art der Schutzeinrichtungen

4.1 Einrichtungen, die sowohl bei Überlast als auch 432.1 Einrichtungen, die den Schutz sowohl bei
bei Kurzschluss schützen Überlast als auch bei Kurzschluss sicherstellen

4.2 Einrichtungen, die nur bei Überlast schützen 432.2 Einrichtungen, die nur den Schutz bei Überlast
sicherstellen

4.3 Einrichtungen, die nur bei Kurzschluss schützen 432.3 Einrichtungen, die nur den Schutz bei Kurz-
schluss sicherstellen

5 Schutz bei Überlast 433 Schutz bei Überlastströmen

5.1 Allgemeines

5.2 Zuordnung der Schutzeinrichtungen 433.1 Koordination von Leitern und Einrichtungen
zum Schutz bei Überlast

5.3 Schutz von parallel geschalteten Leitern 433.4 Schutz bei Überlast von parallel geschalteten
Leitern

5.4 Anordnung der Schutzeinrichtungen zum Schutz 433.2 Anordnung von Einrichtungen zum Schutz bei
bei Überlast Überlast
Anhang A (informativ) Schutz von parallel geschal-
teten Leitern bei Überstrom

5.4.1 Allgemeines 433.2.1

5.4.2 Versetzen der Schutzeinrichtungen zum 433.2.2


Schutz von Kabeln und Leitungen

5.5 Fälle, in denen auf die Schutzeinrichtung zum 433.3 Verzicht auf Einrichtungen zum Schutz bei
Schutz bei Überlast verzichtet werden darf Überlast

5.6 Anordnung oder Wegfall der Schutzeinrich- 433.3.2 Anordnung von oder Verzicht auf Einrich-
tungen zum Schutz bei Überlast in tungen zum Schutz bei Überlast in IT-Systemen
IT-Systemen(-Netzen)

30
DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-10

Tabelle NA.1 (fortgesetzt)

DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):1991-11 DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-09

5.7 Fälle, bei denen der Wegfall von 433.3.3 Fälle, in denen der Verzicht auf
Schutzeinrichtungen zum Schutz bei Überlast aus Einrichtungen zum Schutz bei Überlast aus
Sicherheitsgründen empfohlen wird Sicherheitsgründen in Betracht gezogen werden
muss

6 Schutz bei Kurzschluss 434 Schutz bei Kurzschlussströmen

6.1 Allgemeines

6.2 Bestimmung des Stromes bei vollkommenem 434.1 Bestimmung von unbeeinflussten
Kurzschluss Kurzschlussströmen

6.3 Kenngrößen der Schutzeinrichtungen um Schutz 434.5 Kenngrößen von Schutzeinrichtungen zum
bei Kurzschluss Schutz bei Kurzschluss

6.4 Anordnung der Schutzeinrichtungen zum Schutz 434.2 Anordnung der Einrichtungen zum Schutz bei
bei Kurzschluss Kurzschluss

6.4.1 Allgemeines

6.4.2 Versetzen der Schutzeinrichtung zum Schutz 434.2.1


bei Kurzschluss

6.4.3 Fälle, in denen auf den Schutz bei Kurzschluss 434.3 Verzicht auf Einrichtungen zum Schutz bei
verzichtet werden darf Kurzschluss

7 Koordinieren des Schutzes bei Überlast und 435 Koordination des Schutzes bei Überlast und
Kurzschluss Kurzschluss

7.1 Schutz durch eine gemeinsame Überstrom- 435.1 Schutz durch eine gemeinsame Einrichtung
Schutzeinrichtung

7.2 Schutz durch getrennte Schutzeinrichtungen 435.2 Schutz durch getrennte Schutzeinrichtungen

8 Überstrombegrenzung durch die Art der 436 Überstrombegrenzung durch die Art der
Einspeisung Stromquelle

9 Schutz nach Art der Stromkreise 431 Anforderungen entsprechend der Art der
Stromkreise

9.1 Schutz der Außenleiter 431.1 Schutz der Außenleiter

9.2 Schutz der Neutralleiter 431.2 Schutz des Neutralleiters

9.2.1 TN- oder TT-Systeme(-Netze) 431.2.1 TT- oder TN-Systeme

9.2.2 IT-Systeme(-Netze) 431.2.2 IT-Systeme

31
DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-10

Nationaler Anhang NB
(informativ)

Zusammenhang mit Europäischen und Internationalen Normen


Für den Fall einer undatierten Verweisung im normativen Text (Verweisung auf eine Norm oder andere Un-
terlage ohne Angabe des Ausgabedatums und ohne Hinweis auf eine Abschnittsnummer, eine Tabelle, ein
Bild usw.) bezieht sich die Verweisung auf die jeweils neueste gültige Ausgabe der in Bezug genommenen
Norm oder anderen Unterlage.

Für den Fall einer datierten Verweisung im normativen Text bezieht sich die Verweisung immer auf die in Be-
zug genommene Ausgabe der Norm oder anderen Unterlage.

Eine Information über den Zusammenhang der zitierten Deutschen Normen und anderen Unterlagen mit den
entsprechenden Internationalen oder Europäischen Normen und anderen Unterlagen ist in Tabelle NA.1
wiedergegeben.

Tabelle NB.1 – Zusammenhang Deutscher Normen mit entsprechenden Internationalen oder


Europäischen Normen

Klassifikation im
Deutsche Norm VDE- Europäische Norm Internationale Norm
Vorschriftenwerk
DIN EN 60269-1 VDE 0636-1 EN 60269-1:2007 IEC 60269-1:2007
(VDE 0636-1):2010-03 + A1:2009 + A1:2009
DIN EN 60269-4 VDE 0636-4 HD 60269-4:2009 IEC 60269-4:2009
(VDE 0636-4):2010-05
DIN EN 60439-2 VDE 0660-502 EN 60439-2: 2000 IEC 60439-2:2000
(VDE 0660-502):2006-07 A1:2005 + A1:2005
DIN EN 60898 (VDE 0641) VDE 0641 EN 60898 IEC 60898
(alle Teile) (alle Teile) (alle Teile)
DIN EN 60898-1 VDE 0641-11 EN 60898-1:2003 IEC 60898-1:2002, mod.
(VDE 0641-11):2006-03 + A1:2004 + A1:2002, mod.
+ Corrigendum 2004
+ A11:2005
DIN EN 60947-1 VDE 0660-100 EN 60947-1:2007 IEC 60947-1:2007
(VDE 0660-100):2008-04
DIN EN 60947-2 VDE 0660-101 EN 60947-2 :2006 IEC 60947-2 :2006
(VDE 0660-101):2010-04 + A1 :2009 + A1 :2009
DIN EN 60947-4-1 VDE 0660-102 EN 60947-4-1 :2001 IEC 60947-4-1 :2000
(VDE 0660-102) :2006-04 + A1 :2002 + Corrigendum :2001
+ A2 :2005 + A1 :2002
+ A2 :2005
DIN EN 60947-6-2 VDE 0660-115 EN 60947-6-2 :2003 IEC 60947-6-2 :2002
(VDE 0660-115) :2007-12 + A1 :2007 + A1 :2007
DIN EN 60947-3 VDE 0660-107 EN 60947-3:2009 IEC 60947-3:2008
(VDE 0660-107):2010-02
DIN EN 61009 (VDE 0664) VDE 0664 EN 61009 IEC 61009
(alle Teile) (alle Teile) (alle Teile)

32
DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-10

Tabelle NB.1 (fortgesetzt)

Klassifikation im
Deutsche Norm VDE- Europäische Norm Internationale Norm
Vorschriftenwerk
DIN EN 61009-1 VDE 0664-20 EN 61009-1:2004 IEC 61009-1:1996
(VDE 0664-20):2010-01 + Corrigendum:2006 + Corrigendum:2003
+ A11:2008 + A1:2002, mod.
+ A12:2009
+ A13:2009
DIN EN 61534 (VDE 0604) VDE 0604 EN 61534 IEC 61534
(alle Teile) (alle Teile) (alle Teile)
DIN EN 61557-9 VDE 0413-9 IEC 61557-9:2009 EN 61557-9:2009
(VDE 0413-9):2009-11
DIN VDE 0100-200 VDE 0100-200 IEC 60050-826:2004, –
(VDE 0100-200):2006-06 mod.
DIN VDE 0100-410 VDE 0100-410 HD 60364-4-41:2007 IEC 60364-4-41:2005,
(VDE 0100-410):2007-06 mod.
DIN VDE 0100-520 VDE 0100-520 HD 384.5.52 S1:1995 IEC 60364-5-52:1993,
(VDE 0100-520):2003-06 + A1:1998 mod.
DIN VDE 0100-520 VDE 0100-520 – –
Berichtigung 1 Berichtigung 1
(VDE 0100-520
Berichtigung 1):2003-08
DIN VDE 0100-540 VDE 0100-540 HD 60364-5-54:2007 IEC 60364-5-54:2002,
(VDE 0100-540):2007-06 mod.
– – – IEC 60364-5-52:2001
Abschnitt 523.7 a),
1. Aufzählungsstrich
Vorläufer:
DIN VDE 0298-4 VDE 0298-4 HD 384.5.523 S2:2001 IEC 60364-5-523:1999,
(VDE 0298-4):2003-08 523.6 a),
4.3.3, 5. Aufzählungsstrich 1. Aufzählungsstrich
DIN VDE 0636-2 VDE 0636-2 HD 60269-2:2007 IEC 60269-2:2006, mod.
(VDE 0636-2):2008-03
DIN VDE 0636-3 VDE 0636-3 HD 60269-3:2007 IEC 60269-3:2006, mod.
(VDE 0636-3):2008-03
E DIN VDE 0641-21 VDE 0641-21 – –
(VDE 0641-21):2009-08
– – – IEC 60287-1-3:2002
– – – IEC 60724:2000-10

33
DIN VDE 0100 Errichten von Niederspannungsanlagen
34

DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430):2010-10


Gruppe 100 Anwendungsbereich, Allgemeine Grundsätze Teil 100: Bestimmungen allgemeiner Merkmale

Gruppe 200 Begriffe Teil 200: Begriffe (Erläuterungen dazu im Teil 100)

Gruppe 300 Gruppe 400 Gruppe 500 Gruppe 600

Eingliederung dieser Norm in die Struktur der Reihe


Bestimmungen Schutzmaßnahmen Auswahl und Errichtung Prüfungen*)
allgemeiner Merkmale elektrischer Betriebsmittel

Die Bestimmungen Teil 410: Schutz gegen Teil 510: Allgemeine Teil 600:
allgemeiner Merkmale elektrischen Schlag Bestimmungen Erstprüfungen
mit den Abschnitten:
wurden in den Teil 100

Nationaler Anhang NC
überführt. Teil 420: Schutz gegen Teil 520: Kabel- und – Besichtigen

DIN VDE 0100 (VDE 0100)


thermische Einflüsse Leitungsanlagen – Erproben und Messen
• Durchgängigkeit der
Teil 430: Schutz von Kabeln Teil 530: Schalt- und Leiter
und Leitungen bei Überstrom Steuergeräte • Isolationswiderstand

(informativ)
• SELV, PELV
Teil 440: Schutz bei Teil 540: Erdungsanlagen, • Schutztrennung
Überspannungen Schutzleiter, Schutz- • Widerstände von
potentialausgleichsleiter Fußböden, Wänden
Teil 450: Schutz bei • Schutz durch
Unterspannungen Teil 550: Andere elektrische automatische
Betriebsmittel Abschaltung
Teil 460: Trennen und der Stromversorgung
Schalten Teil 560: Elektrische Anlagen • Zusätzlicher Schutz
für Sicherheitszwecke • Spannungspolarität
• Phasenfolge
• Funktionsprüfung
• Spannungsfall

Gruppe 700
Betriebsstätten, Teil 701: Räume
mit Badewanne .... Teil 7... ... .... Teil 7... ... .... Teil 7... ... .... Teil 7... ...
Räume und Anlagen
besonderer Art oder Dusche

*) Wiederkehrende Prüfungen siehe DIN VDE 0105-100 (VDE 0105-100)

Bild NC.1 – Eingliederung dieser Norm in die Struktur der Reihe DIN VDE 0100 (VDE 0100)