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DEUTSCHE NORM August 2000

Bahnanwendungen
Betriebsmittel auf Bahnfahrzeugen
Kondensatoren für Leistungselektronik
ß
(IEC 61881:1999) Deutsche Fassung EN 61881:1999
EN 61881
Diese Norm ist zugleich eine VDE-Bestimmung im Sinne von VDE 0022. Sie ist nach Klassifikation

® Durchführung des vom VDE-Vorstand beschlossenen Genehmigungsverfahrens unter


nebenstehenden Nummern in das VDE-Vorschriftenwerk aufgenommen und in der etz
Elektrotechnische Zeitschrift bekannt gegeben worden.
VDE 0115
Teil 430

Diese Norm enthält die deutsche Übersetzung der Internationalen Norm IEC 61881

ICS 31.060.70; 45.060.01

Railway applications –
Rolling stock equipment –
Capacitors for power electronics
(IEC 61881:1999);
German version EN 61881:1999

Applications ferroviaires –
Matériel roulant –
Condensateurs pour électronique de puissance
(CEI 61881:1999);
Version allemande EN 61881:1999

Die Europäische Norm EN 61881:1999 hat den Status einer Deutschen Norm.

Beginn der Gültigkeit


Die EN 61881 wurde am 1. Oktober 1999 angenommen.

Fortsetzung Seite 2 und


33 Seiten EN

Deutsche Elektrotechnische Kommission im DIN und VDE (DKE)


Seite 2
DIN EN 61881 (VDE 0115 Teil 430):2000-08

Nationales Vorwort
Für die vorliegende Norm ist das nationale Arbeitsgremium UK 351.1 „Fahrzeuge“ der Deutschen Elektrotechni-
schen Kommission im DIN und VDE (DKE) zuständig.
Norm-Inhalt war veröffentlicht als E DIN IEC 9/423/CDV (VDE 0115 Teil 430):1997-07.

Nationaler Anhang NA
(informativ)

Zusammenhang mit europäischen und internationalen Normen


Für den Fall einer undatierten Verweisung im normativen Text (Verweisung auf eine Norm ohne Angabe des
Ausgabedatums und ohne Hinweis auf eine Abschnittsnummer, eine Tabelle, ein Bild usw.) bezieht sich die
Verweisung auf die jeweils neueste gültige Ausgabe der in Bezug genommenen Norm.
Für den Fall einer datierten Verweisung im normativen Text bezieht sich die Verweisung immer auf die in Bezug
genommene Ausgabe der Norm.
Der Zusammenhang der zitierten Normen mit den entsprechenden Deutschen Normen ist nachstehend wiederge-
geben. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Norm waren die angegebenen Ausgaben gültig.
IEC hat 1997 die Benummerung der IEC-Publikationen geändert. Zu den bisher verwendeten Normnummern wird
jeweils 60000 addiert. So ist zum Beispiel aus IEC 68 nun IEC 60068 geworden.

Tabelle NA.1

Klassifikation im
Europäische Norm Internationale Norm Deutsche Norm
VDE-Vorschriftenwerk
HD 323.2.3 S2:1987 IEC 60068-2-3:1969 DIN IEC 60068-2-3:1986-12 –
EN 60068-2-14:1999 IEC 60068-2-14:1984 DIN IEC 60068-2-14:1987-06 –
HD 323.2.20 S3:1988 IEC 60068-2-20:1979 DIN IEC 60068-2-20:1991-04 –
EN 60068-2-21:1999 IEC 60068-2-21:1999 DIN EN 60068-2-21:1999-10 –
– IEC 60077-1:1999 – –
EN 60269-1:1998 IEC 60269-1:1998 DIN EN 60269-1 VDE 0636 Teil 10
(VDE 0636 Teil 10):1999-11
EN 60721-3-5:1997 IEC 60721-3-5:1997 DIN EN 60721-3-5:1998-06 –
EN 61373:1999 IEC 61373:1999 DIN EN 61373 VDE 0115 Teil 106
(VDE 0115 Teil 106):1999-11

Nationaler Anhang NB
(informativ)

Literaturhinweise
DIN EN 60269-1 (VDE 0636 Teil 10), Niederspannungssicherungen –
Teil 1: Allgemeine Anforderungen (IEC 60269-1:1998); Deutsche Fassung EN 60269-1:1998.
DIN EN 60721-3-5, Klassifizierung von Umweltbedingungen –
Teil 3: Klassen von Umwelteinflussgrößen und deren Grenzwerte; Hauptabschnitt 5: Einsatz an und in
Landfahrzeugen (IEC 60721-3-5:1997); Deutsche Fassung EN 60721-3-5:1997.
DIN EN 61373 (VDE 0115 Teil 106), Bahnanwendungen – Betriebsmittel von Bahnfahrzeugen – Prüfungen für
Schwingen und Schocken (IEC 61373:1999); Deutsche Fassung EN 61373:1999.
DIN IEC 60068-2-3, Elektrotechnik – Grundlegende Umweltprüfverfahren – Prüfungen; Prüfung Ca: Feuchte
Wärme, konstant; Identisch mit IEC 60068-2-3, Ausgabe 1969 (Stand: 1984).
DIN IEC 60068-2-14, Elektrotechnik – Grundlegende Umweltprüfverfahren – Prüfungen; Prüfgruppe N: Tempera-
turwechsel; Identisch mit IEC 60068-2-14, Ausgabe 1984 (Stand: 1986).
DIN IEC 60068-2-20, Elektrotechnik – Grundlegende Umweltprüfverfahren – Prüfgruppe T: Löten;
Identisch mit IEC 60068-2-20:1979 (Stand: 1987).
DIN EN 60068-2-21, Umweltprüfungen – Teil 2-21: Prüfungen; Prüfung U: Widerstandsfähigkeit der Anschlüsse
und integrierter Befestigungsmittel (IEC 60068-2-21:1999); Deutsche Fassung EN 60068-2-21:1999.
EUROPÄISCHE NORM EN 61881
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROPÉENNE November 1999

ICS 45.060

Deutsche Fassung

Bahnanwendungen
Betriebsmittel auf Bahnfahrzeugen
Kondensatoren für Leistungselektronik
(IEC 61881:1999)

Railway applications Applications ferroviaires


Rolling stock equipment Matériel roulant
Capacitors for power electronics Condensateurs pour électronique de puissance
(IEC 61881:1999) (CEI 61881:1999)

Diese Europäische Norm wurde von CENELEC am 1. Oktober 1999 angenommen.


Die CENELEC-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu
erfüllen, in der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen dieser Europäischen Norm
ohne jede Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist.
Auf dem letzten Stand befindliche Listen dieser nationalen Normen mit ihren biblio-
graphischen Angaben sind beim Zentralsekretariat oder bei jedem CENELEC-Mitglied auf
Anfrage erhältlich.
Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch,
Französisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache, die von einem CENELEC-Mitglied
in eigener Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem
Zentralsekretariat mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen
Fassungen.
CENELEC-Mitglieder sind die nationalen elektrotechnischen Komitees von Belgien,
Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien,
Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien,
der Tschechischen Republik und dem Vereinigten Königreich.

CENELEC
Europäisches Komitee für Elektrotechnische Normung
European Committee for Electrotechnical Standardization
Comité Européen de Normalisation Electrotechnique

Zentralsekretariat: rue de Stassart 35, B-1050 Brüssel

© 1999 CENELEC – Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem
Verfahren, sind weltweit den Mitgliedern von CENELEC vorbehalten Ref. Nr. EN 61881:1999 D
Seite 2
EN 61881:1999

Vorwort
Der Text des Schriftstücks 9/522/FDIS, spätere Ausgabe 1 der IEC 61881, ausgearbeitet von dem IEC/TC 9 „Elec-
tric railway equipment“ wurde der IEC-CENELEC-Umfrage im Parallelverfahren unterworfen und von CENELEC
am 1. Oktober 1999 als EN 61881 angenommen.
Nachstehende Daten wurden festgelegt:
– spätestes Datum, zu dem die EN auf nationaler Ebene
durch Veröffentlichung einer identischen nationalen Norm
oder durch Anerkennung übernommen werden muss (dop): 2000-07-01
– spätestes Datum, zu dem nationale Normen,
die der EN entgegenstehen, zurückgezogen werden müssen (dow): 2002-10-01
Anhänge, die als „normativ“ gekennzeichnet sind, gehören zum Norminhalt.
Anhänge, die als „informativ“ gekennzeichnet sind, dienen lediglich der Information.
In dieser Norm sind die Anhänge B, C und ZA normativ und die Anhänge A und D informativ.
Der Anhang ZA wurde von CENELEC hinzugefügt.

Anerkennungsnotiz
Der Text der Internationalen Norm IEC 61881:1999 wurde von CENELEC ohne irgendeine Abänderung als Euro-
päische Norm angenommen.

Inhalt
Seite

1 Allgemeines. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
1.1 Anwendungsbereich und Zweck. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
1.2 Normative Verweisungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
1.3 Begriffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
1.4 Betriebsbedingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8

2 Qualitätsanforderungen und Prüfungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9


2.1 Prüfanforderungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
2.2 Einteilung der Prüfungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
2.3 Messung der Kapazität und des Verlustfaktors tan δ (Stückprüfung) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
2.4 Messung des Verlustfaktors (tan δ) des Kondensators (Typprüfung) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
2.5 Spannungsprüfung zwischen den Anschlüssen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
2.6 Wechselspannungsprüfung zwischen Anschlüssen und Gehäuse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
2.7 Prüfung der eingebauten Entladevorrichtung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
2.8 Dichtheitsprüfung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
2.9 Stoßentladungsprüfung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
2.10 Prüfung der thermischen Stabilität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
2.11 Prüfung der Selbstheilungseigenschaften . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
2.12 Messung der Resonanzfrequenz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
2.13 Umweltprüfungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
2.14 Mechanische Prüfung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
2.15 Dauerprüfung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
2.16 Zerstörungsprüfung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
2.17 Ausschaltprüfung von Sicherungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
2.18 Teilentladungsmessungen (wahlweise Typprüfung) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

3 Überlastungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
3.1 Maximal zulässige Spannung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
Seite 3
EN 61881:1999

Seite

4 Sicherheitsanforderungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
4.1 Entladevorrichtung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
4.2 Gehäuseanschlüsse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
4.3 Schutz der Umwelt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
4.4 Weitere Sicherheitsanforderungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
5 Aufschriften. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
5.1 Aufschriften der Kondensatoreinheit. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
6 Anleitung für Einbau und Betrieb . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
6.1 Allgemeines . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
6.2 Auswahl der Bemessungsspannung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
6.3 Betriebstemperatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
6.4 Besondere Betriebsbedingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
6.5 Überspannungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
6.6 Überlastströme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
6.7 Schalt- und Schutzeinrichtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
6.8 Auswahl der Kriech- und Luftstrecken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
6.9 Anschlüsse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
6.10 Parallelschaltungen von Kondensatoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
6.11 Reihenschaltungen von Kondensatoren. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
6.12 Magnetische Verluste und Wirbelströme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
6.13 Richtlinie für den Schutz durch Sicherungen und Trennvorrichtungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
Anhang A (informativ) Kurvenformen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
Anhang B (normativ) Betriebsgrenzwerte von Kondensatoren bei sinusförmiger Spannung
und maximaler Temperatur (θmax) als Funktion der Frequenz . . . . . . . . . . . . . . . 28
Anhang C (normativ) Messverfahren für die Resonanzfrequenz – Beispiele . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
Anhang D (informativ) Literaturhinweise. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
Anhang ZA (normativ) Normative Verweisungen auf internationale Publikationen mit ihren
entsprechenden europäischen Publikationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
Seite 4
EN 61881:1999

1 Allgemeines

1.1 Anwendungsbereich und Zweck


Diese Internationale Norm gilt für Leistungskondensatoren, die für den Einsatz in Bahnfahrzeugen vorgesehen
sind.
Die Bemessungsspannung der in diesem Teil behandelten Kondensatoren ist auf 10 000 V begrenzt.
Die Betriebsfrequenz der Anlagen, in denen diese Kondensatoren eingesetzt werden, ist üblicherweise kleiner als
2500 Hz, während Impulsfrequenzen einige 1000 Hz erreichen können und in einigen Fällen über 10 000 Hz liegen.
Es wird zwischen Wechselspannungskondensatoren und Gleichspannungskondensatoren unterschieden.
Sie werden als Bauelemente angesehen, die in einem Gehäuse untergebracht sind.
ANMERKUNG Die vorliegende Norm behandelt einen äußerst großen Bereich von Kondensatortechnologien für vielfältige
Anwendungen: Überspannungsschutz, Gleichspannungs- und Wechselspannungsfilterung, Schaltstromkreise, Gleichspan-
nungs-Energiespeicherung, Hilfsbetriebe-Umrichter usw.
Folgende Kondensatoren werden in der vorliegenden Norm ausgeschlossen:
– Kondensatoren für Induktionserwärmungsanlagen für Frequenzen zwischen 40 Hz und 24 000 Hz (siehe
IEC 60110);
– Kondensatoren für Motoren und ähnliche Anwendungen (siehe IEC 60252);
– Kondensatoren, die in Energieversorgungsanlagen für das Abblocken einer Oberwelle oder mehrerer
Oberwellen eingesetzt werden;
– kleine Wechselspannungskondensatoren für Leuchtstoff- und Entladungslampen (siehe IEC 61048 und
IEC 61049);
– Funkentstörkondensatoren (siehe IEC 60384-14);
– Parallelkondensatoren für Wechselspannungs-Starkstromanlagen mit einer Bemessungsspannung über
1000 V (siehe IEC 60871-1 und IEC 60871-2);
– selbstheilende Parallelkondensatoren für Wechselstromanlagen mit einer Bemessungsspannung bis ein-
schließlich 1000 V (siehe IEC 60831-1 und IEC 60831-2);
– nicht selbstheilende Parallelkondensatoren für Wechselstromanlagen mit einer Bemessungsspannung bis
einschließlich 1000 V (siehe IEC 60931-1 und IEC 60931-2);
– Kondensatoren, die nicht in Stromkreisen der Leistungselektronik eingesetzt werden (siehe IEC 60080 und
IEC 60166);
– Reihenkondensatoren für Starkstromanlagen (siehe IEC 60143);
– Koppelkondensatoren und Spannungsteilerkondensatoren (siehe IEC 60358);
– Kondensatoren für Anwendungen, die eine große Energiespeicherung/einen hohen Entladestrom erfor-
dern, wie in Fotokopierern und Lasergeräten;
– Kondensatoren für Mikrowellenkochgeräte.
Beispiele werden in Abschnitt 6 angegeben.

1.2 Normative Verweisungen


Die folgenden normativen Dokumente enthalten Festlegungen, die durch Verweis in diesem Text Bestandteil der
vorliegenden Internationalen Norm sind. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung waren die angegebenen Ausgaben
gültig. Alle normativen Schriftstücke unterliegen der Überarbeitung, und Vertragspartner, deren Vereinbarungen
auf der vorliegenden Norm basieren, werden gebeten, die Möglichkeit zu prüfen, ob die jeweils neuesten Ausga-
ben der im Folgenden genannten normativen Schriftstücke angewendet werden können. Die Mitglieder von IEC
und ISO führen Verzeichnisse der gegenwärtig gültigen normativen Schriftstücke.
IEC 60068-2-3, Grundlegende Umweltprüfverfahren – Teil 2: Prüfungen; Prüfung Ca: Feuchte Wärme
(Konstantprüfung).
IEC 60068-2-14, Grundlegende Umweltprüfverfahren – Teil 2: Prüfungen; Prüfung N: Temperaturwechsel.
IEC 60068-2-20, Grundlegende Umweltprüfverfahren – Teil 2: Prüfungen; Prüfung T: Lötung.
IEC 60068-2-21, Umweltprüfungen – Teil 2-21: Prüfungen – Prüfung U: Widerstandsfähigkeit der Anschlüsse und
integrierter Befestigungsmittel.
IEC 60077-1, Bahnanwendungen – Elektrische Betriebsmittel für Bahnfahrzeuge – Teil 1: Allgemeine Betriebs-
bedingungen und allgemeine Regeln 1).
IEC 60269-1, Niederspannungssicherungen – Allgemeine Anforderungen.
IEC 60721-3-5, Klassifizierung von Umweltbedingungen – Teil 3: Klassen von Umwelteinflussgrößen und deren
Grenzwerte – Hauptabschnitt 5: Einsatz an und in Landfahrzeugen.
IEC 61373, Bahnanwendungen – Betriebsmittel für Fahrzeuge – Prüfungen für Schwingen und Schocken.

1) Im Druck.
Seite 5
EN 61881:1999

1.3 Begriffe
Für die Anwendung der vorliegenden Norm gelten folgenden Begriffe:
1.3.1
Kondensatorelement (oder Element)
untrennbare Einheit eines Kondensators, die aus zwei Elektroden besteht, die durch ein Dielektrikum getrennt sind
1.3.2
Kondensatoreinheit (oder Einheit)
Anordnung von einem oder mehreren Kondensatorelement(en) im selben Gehäuse mit herausgeführten
Anschlüssen
1.3.3
Kondensatorbatterie
Anordnung von zwei oder mehreren Kondensatoreinheiten, die elektrisch miteinander verbunden sind
1.3.4
Kondensator
allgemeiner Begriff, der dann angewendet wird, wenn es nicht notwendig ist, einen Bezug auf „Element“, „Einheit“
oder „Batterie“ festzulegen
1.3.5
Kondensatoranlage
aus Kondensatoreinheiten bestehende Anlage mit ihrem Zubehör, die für den Einsatz in einem Netz vorgesehen
ist
1.3.6
Leistungskondensator
Kondensator, der für den Einsatz in der Leistungselektronik vorgesehen ist und im Dauerbetrieb bei sinusförmigen
und bei nicht sinusförmigen Strömen und Spannungen betrieben werden kann
1.3.7
Metallfolienkondensator (nicht selbstheilend)
Kondensator, dessen Elektroden üblicherweise aus Metallfolien bestehen, die durch ein Dielektrikum getrennt
sind, und der sich im Falle eines Durchschlags des Dielektrikums nicht selbst wiederherstellen kann
1.3.8
selbstheilender Kondensator mit metallisiertem Dielektrikum
Kondensator, bei dem die Elektroden metallisiert sind (üblicherweise durch Aufdampfung); im Falle eines Durch-
schlags des Dielektrikums kann sich der Kondensator selbst wiederherstellen
1.3.9
Wechselspannungskondensator
Kondensator, der hauptsächlich für das Betreiben an Wechselspannungen ausgelegt ist
ANMERKUNG Wechselspannungskondensatoren dürfen nur dann an Gleichspannungen bis zur Bemessungsspannung
betrieben werden, wenn der Hersteller dies zulässt.

1.3.10
Gleichspannungskondensator
Kondensator, der hauptsächlich für das Betreiben an Gleichspannungen ausgelegt ist
ANMERKUNG Gleichspannungskondensatoren dürfen nur dann an einer festgelegten Wechselspannung betrieben werden,
wenn der Hersteller dies zulässt.

1.3.11
Kondensatormodell
kleinere Einheit, die bei einer elektrischen Prüfung eine vollständige Einheit oder ein vollständiges Element nach-
bildet, ohne dabei den Schärfegrad der elektrischen, thermischen oder mechanischen Bedingungen zu verringern
ANMERKUNG Die Summe der Beanspruchungen sollte stets beachtet werden, beispielsweise die Summe Temperatur,
mechanischen Bedingungen und elektrischen Beanspruchungen.

1.3.12
eingebaute Sicherung
Einrichtung im Inneren des Kondensators, die im Falle eines Durchschlags ein Element oder eine Gruppe von Ele-
menten trennt
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1.3.13 Überdruck-Einrichtungen
1.3.13.1
Überdruck-Trennvorrichtung
Trennvorrichtung, die dafür ausgelegt ist, den Strompfad im Falle einer ungewöhnlichen Zunahme des Innen-
drucks zu unterbrechen
1.3.13.2
Überdruck-Melder
Einrichtung, die dafür vorgesehen ist, einen anomalen internen Druckanstieg durch einen elektrischen
Kontakt/Signalgeber zu melden und dadurch den Strompfad zu unterbrechen
1.3.14
eingebaute Entladevorrichtung
Einrichtung, die im Kondensator zwischen den Anschlüssen der Einheit angeschlossen und in der Lage ist, die
Restspannung wirksam auf Null zu verringern, nachdem der Kondensator von der Stromversorgung getrennt wor-
den ist
1.3.15
Bemessungs-Wechselspannung (UN)
maximaler wiederkehrender Scheitelwert der Betriebsspannung in jeder Polarität einer wechselförmigen
Spannung, für die der Kondensator ausgelegt ist
ANMERKUNG 1 Die Wellenform kann vielgestaltig sein. Beispiele werden in Anhang A angegeben.
ANMERKUNG 2 Der Mittelwert der Wellenform kann positiv oder negativ sein.
ANMERKUNG 3 Es ist zu beachten, dass die Bemessungs-Wechselspannung kein Effektivwert ist.
ANMERKUNG 4 Die Begriffe, die in der vorliegenden Norm verwendet werden, können von den Begriffen in IEC 60077-1
abweichend sein.

1.3.16 Bemessungs-Gleichspannung (UNDC)


maximaler Scheitelwert der Betriebsspannung in jeder Polarität einer nicht wechselförmigen Spannung, für die der
Kondensator bei Dauerbetrieb ausgelegt ist
Dämpfungskondensatoren für GTO-Thyristoren können als Gleichspannungskondensatoren angesehen werden,
bei denen die Welligkeitsspannung gleich der Bemessungs-Gleichspannung UNDC = Ur ist.
Die Verwendung bei Rückspannung muss zwischen Käufer und Hersteller vereinbart werden.
ANMERKUNG Wenn der prozentuale Anteil der Rückspannung klein ist (weniger als 10 %), kann die Kurvenform der Span-
nung als nicht umkehrende Spannung betrachtet werden. Bei der Prüfung sollten UNDC und Ur bis auf U (U = Rückspannung)
erhöht werden.

1.3.17
Welligkeitsspannung (Ur)
Scheitel-Scheitel-Wert der Wechselkomponente einer unipolaren Spannung
1.3.18
nicht wiederkehrende Stoßspannung (Us)
Scheitelspannung, die durch einen Schaltvorgang oder eine sonstige Störung des Systems hervorgerufen wird,
die für eine begrenzte Anzahl und kürzere Dauer als die Grundperiode zulässig ist
1.3.19
Isolationsspannung (Ui)
Effektivwert der sinusförmigen Spannung, welche die Isolation zwischen den Klemmen des Kondensators und
gegenüber dem Gehäuse oder der Erde kennzeichnet. Wenn nicht anders festgelegt, ist der Effektivwert der
Isolationsspannung gleich der durch " dividierten Bemessungsspannung
1.3.20
maximaler Scheitelstrom (Î)
maximale Amplitude des Stroms, die während des Dauerbetriebs auftreten kann
1.3.21
maximaler Strom (Imax)
maximaler Effektivwert des Stroms bei Dauerbetrieb
1.3.22
maximaler Stoßstrom (Is)
zulässiger Scheitelstrom, der durch einen Schaltvorgang oder eine Störung der Anlage verursacht wird und für
eine begrenzte Häufigkeit zulässig ist
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1.3.23
Impulsfrequenz (fp)
Folgefrequenz der periodischen Stromimpulse
1.3.24
Stromimpulsbreite (τ)
Dauer des Stromflusses während des Aufladens oder Entladens des Kondensators von einem Spannungswert zu
einem anderen
ANMERKUNG Beispiele für Wellenformen von Stromimpulsen werden in Anhang A gezeigt.

1.3.25
Resonanzfrequenz (fr)
niedrigste Frequenz, bei der die Impedanz des Kondensators am kleinsten wird
1.3.26 Arbeitszyklus
1.3.26.1
Dauerbetrieb
Betriebsdauer des Kondensators ist so, dass er sich überwiegend im thermischen Gleichgewicht befindet
1.3.26.2
Aussetzbetrieb
diskontinuierlicher Betrieb mit veränderlichen Belastungen, die als EIN/AUS- oder 1/0-Perioden mit ihrer zuge-
hörigen Dauer beschrieben werden sollten
1.3.27
Betriebstemperatur
Temperatur an der heißesten Stelle des Gehäuses des Kondensators, wenn er sich im thermischen Gleichgewicht
befindet
1.3.28
niedrigste Betriebstemperatur (Θmin)
niedrigste Temperatur, bei der ein Kondensator mit Energie gespeist werden darf
1.3.29
Gehäuseerwärmung (∆Θcase)
Temperaturdifferenz zwischen der heißesten Stelle des Gehäuses und der Temperatur der Kühlluft
1.3.30
Temperatur der Kühlluft (Θamb)
Temperatur der Kühlluft, die an der heißesten Stelle des Kondensators bei thermischer Stabilität in der Mitte zwi-
schen zwei Einheiten gemessen wird
Bei nur einer Einheit ist es die Temperatur, die an einem Punkt in einem Abstand von etwa 0,1 m vom Kondensa-
torgehäuse bei zwei Dritteln der Höhe von der Standfläche aus gemessen wird.
1.3.31
maximale Betriebstemperatur (Θmax)
höchste Gehäusetemperatur, bei der ein Kondensator betrieben werden kann
1.3.32
thermische Stabilität
thermisch stabiler Endzustand, der am Kondensator bei konstanter Leistung und konstanter Kühllufttemperatur
erreicht wird
1.3.33
Kondensatorverluste
Wirkleistung, die im Kondensator umgesetzt wird
ANMERKUNG Wenn nicht anders festgelegt, werden zu den Kondensatorverlusten die Verluste aus eingebauten Sicherungen
und Entladewiderständen hinzugerechnet.
Bei hohen Frequenzen sind die Kondensatorverluste infolge Verlusten an Anschlüssen, Kontakten und Elektroden vorherr-
schend.

1.3.34
Tangens des Verlustwinkels (tan δ) eines Kondensators
Verhältnis von äquivalentem Reihenwiderstand zu kapazitivem Blindwiderstand eines Kondensators bei festgeleg-
ter sinusförmiger Wechselspannung und Frequenz
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1.3.35
äquivalenter Reihenwiderstand eines Kondensators
Wirkwiderstand, der bei Reihenschaltung mit einem idealen Kondensator mit einer Kapazität gleich dem des zu
untersuchenden Kondensators sein würde und die gleiche Verlustleistung wie die in diesem Kondensator
umgesetzte Wirkleistung unter festgelegten Betriebsbedingungen haben würde

1.3.36
maximale Verlustleistung (Pmax)
maximale Verlustleistung, mit der der Kondensator bei maximaler Gehäusetemperatur beansprucht werden kann

1.3.37
maximale Frequenz bei maximaler Verlustleistung und maximalem Strom (f2)
Frequenz, bei welcher der maximale Strom (Imax) die maximale Verlustleistung (Pmax) im Kondensator verursacht

1.4 Betriebsbedingungen
ANMERKUNG Siehe IEC 60077-1.

1.4.1 Normale Betriebsbedingungen


Diese Norm enthält Festlegungen für Kondensatoren für die Verwendung unter folgenden Bedingungen:
1.4.1.1 Höhe
Nicht über 1200 m.
ANMERKUNG Wenn die Höhe 1200 m überschreitet, sollten die Auswirkungen der Höhe auf die Konvektionskühlung und die
äußere Isolierung berücksichtigt werden.

1.4.1.2 Temperatur
Die klimatischen Umgebungstemperaturen werden aus IEC 60721-3-5 Klasse 5K2 abgeleitet, die einen Bereich
von –25 °C bis +40 °C umfasst.
Liegt die Umgebungstemperatur außerhalb dieses Bereichs, muss dies zwischen Anwender und Hersteller ver-
einbart werden.
Der obere Grenzwert der Gehäusetemperatur Θmax, bei der der Kondensator betrieben werden kann, muss aus
den Werten 55 °C, 70 °C und 85 °C ausgewählt werden.

1.4.1.3 Betriebstemperatur bei Zwangsbelüftung


Wenn Kondensatoren für eine Zwangskühlung mit einem strömenden Medium ausgelegt sind, müssen die in
1.4.1.2 festgelegten Bedingungen für die Betriebstemperatur beachtet werden.
Die folgende Tabelle 1 mit Vorzugstemperaturen des Kühlmittels muss angewendet werden.

Tabelle 1 – Maximaltemperatur (°C) des Kühlmediums für unbegrenzte Dauer

Eintrittstemperatur Austrittstemperatur
°C °C
35 40
45 50
55 60

Die niedrigste Eintrittstemperatur des Kühlmittels kann –25 °C betragen.


Für die Festlegung der oberen Temperaturgrenze des Kühlmediums gibt es zwei Verfahren, bei der entweder die
Eintrittstemperatur oder die Austrittstemperatur verwendet wird.
Wenn nicht anders vereinbart, bleibt die Auswahl des Verfahrens dem Kondensatorenhersteller überlassen.
Für das Verfahren mit der Eintrittstemperatur muss die Strömung des Kühlmediums festgelegt werden.

1.4.2 Ungewöhnliche Betriebsbedingungen


Diese Norm gilt nicht für Kondensatoren, deren Betriebsbedingungen so sind, dass sie im Allgemeinen nicht in
Übereinstimmung mit den Anforderungen der vorliegenden Norm sind, wenn nicht zwischen Hersteller und Käufer
etwas anderes vereinbart worden ist.
Ungewöhnliche Betriebsbedingungen machen zusätzliche Messungen erforderlich, um sicherzustellen, dass die
Bedingungen dieser Norm selbst unter diesen ungewöhnlichen Bedingungen eingehalten werden.
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2 Qualitätsanforderungen und Prüfungen

2.1 Prüfanforderungen
2.1.1 Allgemeines
Dieser Abschnitt beschreibt Prüfanforderungen für Kondensatoreinheiten.
2.1.2 Prüfbedingungen
Wenn es für eine besondere Prüfung oder Messung nicht anders festgelegt wird, muss die Temperatur des
Kondensatordielektrikums im Bereich von +5 °C bis +35 °C liegen.
Bei erforderlichen Korrekturen muss die Bezugstemperatur +20 °C betragen, wenn zwischen Hersteller und Käu-
fer nichts anderes vereinbart worden ist.
ANMERKUNG Unter der Voraussetzung, dass sich der Kondensator für eine ausreichende Dauer im spannungslosen Zustand
bei konstanter Umgebungstemperatur zum Erreichen der thermischen Stabilität befindet, darf angenommen werden, dass die
Temperatur des Dielektrikums gleich der Umgebungstemperatur ist.
Prüfungen und Messungen mit Wechselspannungen müssen mit einer sinusförmigen Spannung bei einer
Frequenz von 50 Hz oder 60 Hz durchgeführt werden, wenn nichts anderes festgelegt ist.

2.2 Einteilung der Prüfungen


Die Prüfungen werden eingeteilt in:
2.2.1 Stückprüfungen
Es werden folgende Stückprüfungen durchgeführt:
a) äußere Sichtprüfung (2.14.2);
b) Spannungsprüfung zwischen den Anschlüssen (2.5.2);
c) Spannungsprüfung zwischen Anschlüssen und Gehäuse (2.6.1);
d) Messungen der Kapazität und des Verlustfaktors (tan δ) (2.3);
e) Prüfung der inneren Entladevorrichtung (2.7);
f) Dichtheitsprüfung (2.8).
Stückprüfungen müssen vom Hersteller an jedem Kondensator vor der Auslieferung durchgeführt werden.
Auf Anforderung muss dem Käufer ein Prüfzeugnis mit den einzelnen Prüfergebnissen ausgestellt werden.
Die Prüfungen sind in der angegebenen Reihenfolge durchzuführen.
2.2.2 Typprüfungen
Wenn nicht anders festgelegt, muss jeder Kondensatorprüfling, der für die Typprüfung vorgesehen ist, zunächst
sämtliche durchgeführten Stückprüfungen bestanden haben.
Es werden folgende Typprüfungen durchgeführt:
a) mechanische Prüfungen (2.14);
b) Spannungsprüfung zwischen den Anschlüssen (2.5.3);
c) Spannungsprüfung zwischen Anschlüssen und Gehäuse (2.6.2);
d) Stoßentladungsprüfung (2.9);
e) Prüfung der Selbstheilungseigenschaften (2.11);
f) Umweltprüfung (2.13) – mechanische Prüfung (2.14);
g) Messung des Tangens des Verlustfaktors (tan δ) (2.4);
h) Prüfung der thermischen Stabilität (2.10);
i) Prüfung der inneren Entladevorrichtung (2.7);
j) Messung der Resonanzfrequenz (2.12);
k) Dauerprüfung zwischen den Anschlüssen (2.15);
l) Ausschaltprüfung an Sicherungen (2.17);
m) Zerstörungsprüfung (2.16).
Typprüfungen sind vorgesehen, um den fehlerfreien Zustand der Konstruktion des Kondensators und seine
Eignung unter den Betriebsbedingungen zu überprüfen, die in dieser Norm aufgeführt sind.
Typprüfungen müssen vom Hersteller durchgeführt werden; dem Käufer muss auf Anforderung ein Prüfzeugnis
mit den einzelnen Prüfergebnissen ausgestellt werden.
Diese Prüfungen müssen an einem Kondensator durchgeführt werden, dessen Bauart mit dem vertraglich verein-
barten Kondensator übereinstimmt, oder an einem Kondensator mit einer Bauart, der bei der Prüfung den gleichen
oder noch schärferen Prüfbedingungen entspricht.
Es ist nicht erforderlich, dass sämtliche Typprüfungen mit demselben Kondensatorprüfling durchgeführt werden
müssen.
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2.2.3 Abnahmeprüfungen
Die Stück- und/oder Typprüfung, oder einige von ihnen, können vom Hersteller nach Vereinbarung mit dem Käufer
durchgeführt werden.
Die Anzahl der Prüflinge, die solchen Wiederholungsprüfungen unterzogen werden, die Abnahmekriterien wie
auch die Lieferfreigabe für jede dieser Einheiten unterliegen der Vereinbarung zwischen Hersteller und Käufer und
müssen in einem Vertrag angegeben werden.

2.3 Messung der Kapazität und des Verlustfaktors tan δ (Stückprüfung)


2.3.1 Messverfahren
Die Kapazität und der Verlustfaktor tan δ müssen bei einer Spannung und Frequenz gemessen werden, die der
Hersteller auswählt.
Das angewandte Verfahren muss Fehler durch Oberschwingungen und äußeres Zubehör des zu messenden Kon-
densators ausschließen, wie Drosseln und Sperrschaltungen im Messstromkreis.
Die Messgenauigkeit des Verfahrens muss angegeben werden und muss für die Kapazität besser als 0,2 % sein
und für den Verlustfaktor tan δ besser als 10 %, jedoch nicht unbedingt besser als 1 × 10–4 sein, wenn die Messung
bei Frequenzen zwischen 50 Hz und 60 Hz durchgeführt wird.
Die Kapazitätsmessung muss nach der Spannungsprüfung zwischen den Anschlüssen (siehe 2.5) durchgeführt
werden.
Bei Kondensatoren mit eingebauten Sicherungen müssen Kapazitätsmessungen auch vor den Spannungsprüfun-
gen durchgeführt werden.
2.3.2 Kapazitätstoleranzen
Wenn nicht anders festgelegt, darf die gemessene Kapazität von der Bemessungskapazität um nicht mehr als
–10 % bis +10 % abweichen.
2.3.3 Anforderungen an den Verlustfaktor (tan δ)
Die Anforderungen hinsichtlich der Kondensatorverluste dürfen zwischen Hersteller und Käufer vereinbart werden.
ANMERKUNG Der Hersteller sollte nach Vereinbarung Kurven oder Tabellen anfertigen, die die Kondensatorverluste bei ther-
mischer Stabilität und bei Bemessungsleistung als Funktion der Umgebungstemperatur innerhalb der Temperaturklasse zeigen.

2.4 Messung des Verlustfaktors (tan δ) des Kondensators (Typprüfung)


2.4.1 Messungen
Folgende Messungen müssen durchgeführt werden:
2.4.1.1 Wechselspannungskondensatoren
Die Kondensatorverluste (tan δ) müssen am Ende der Prüfung der thermischen Stabilität (siehe 2.10) gemessen
werden. Die Messspannung muss bei einer Frequenz im Bereich von 50 Hz bis 120 Hz die gleiche sein wie bei
der Messung der thermischen Stabilität.
2.4.1.2 Gleichspannungskondensatoren
Die Messungen müssen bei einer Frequenz im Bereich von 50 Hz bis 120 Hz bei der durch 2" dividierten
Welligkeitsspannung (Ur) durchgeführt werden.
ANMERKUNG Verluste an den Elektroden, Anschlüssen, Leitungen und Anschlussklemmen sind frequenzabhängig und
können berechnet werden.

2.4.2 Verlustanforderungen
Der Wert des nach 2.4.1 gemessenen Verlustfaktors tan δ darf den vom Hersteller angegebenen Wert oder den
zwischen Hersteller und Käufer vereinbarten Wert nicht überschreiten.

2.5 Spannungsprüfung zwischen den Anschlüssen


2.5.1 Allgemeines
Die Prüfungen müssen entsprechend der folgenden Tabelle 2 durchgeführt werden:

Tabelle 2 – Prüfspannung zwischen den Anschlüssen

Wechselspannungskondensatoren Gleichspannungskondensatoren
nicht selbstheilend selbstheilend nicht selbstheilend selbstheilend
Prüfwechselspannung 1,5 UN 1,25 UN – –
Effektivwert
Prüfgleichspannung 2,15 UN 1,75 UN 2 UN 1,5 UN
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Die in Tabelle 2 angegebene Prüfspannung kann verringert werden, wenn die Kondensatoren für Aussetzbetrieb
(siehe 1.3.26) oder Kurzzeitbetrieb ausgelegt sind; diese neuen Werte müssen zwischen Hersteller und Käufer
vereinbart werden. Bei Kondensatoren, welche direkt mit der Fahrleitungsspannung verbunden sind, darf die
Prüfspannung entsprechend einer Vereinbarung zwischen Hersteller und Käufer erhöht werden.
ANMERKUNG 1 Die Dauer kann auf 2 s verkürzt werden, vorausgesetzt die Spannung wird um 10 % erhöht.
ANMERKUNG 2 Die Prüfwechselspannung kann eine Frequenz von 50 Hz oder 60 Hz haben.

2.5.2 Stückprüfung
Jeder Kondensator muss jeder Prüfung nach 2.5.1 für eine Dauer von 10 s bei Umgebungstemperatur unterzogen
werden. Die Auswahl wird dem Hersteller überlassen. Während der Prüfung darf weder ein Durchschlag noch ein
Überschlag auftreten.
Bei selbstheilenden Kondensatoren sind Durchschläge zulässig.
Bei Einheiten, in denen sämtliche Elemente parallelgeschaltet sind, ist ein Auslösen des (der) eingebauten Siche-
rungselemente(s) unter der Voraussetzung zulässig, dass die Kapazitätstoleranzen noch eingehalten werden.
ANMERKUNG Diese Prüfung darf, wenn notwendig, nur einmal wiederholt werden.

2.5.3 Typprüfung
Der Kondensator muss jeder Prüfung nach 2.5.1 für die Dauer von 1 min bei maximaler Gehäusetemperatur unter-
zogen werden.
Die Auswahl wird dem Hersteller überlassen.
Nach der Spannungsprüfung zwischen den Anschlüssen muss die Kapazität und der tan δ gemessen werden.

2.6 Wechselspannungsprüfung zwischen Anschlüssen und Gehäuse


2.6.1 Stückprüfung
Einheiten, deren Anschlüsse alle vom Gehäuse isoliert sind, müssen mit einer Spannung geprüft werden, die für
die Dauer von 10 s zwischen den (miteinander verbundenen) Anschlüssen und Gehäuse angelegt wird.
Die Werte für die Prüfspannungen sind wie folgt:
Ut, Gehäuse = 2 × Ui + 1000 V oder 2000 V, je nachdem, welcher Wert der höhere ist; dabei ist Ui die Isolations-
spannung.
Die Isolationsspannung des Kondensators muss vom Anwender festgelegt werden. Wenn nicht anders festgelegt,
ist die Isolationsspannung gleich der durch " dividierten Bemessungsspannung des Kondensators.
Während der Prüfung darf weder ein Durchschlag noch ein Überschlag auftreten. Die Prüfung muss selbst dann
durchgeführt werden, wenn einer der Anschlüsse während des Betriebs für die Verbindung mit dem Gehäuse
vorgesehen ist.
Einheiten, bei denen ein Anschluss ständig mit dem Gehäuse verbunden ist, dürfen dieser Prüfung nicht unter-
zogen werden.
ANMERKUNG 1 Wenn der Kondensator (mit Metallgehäuse) mit einem äußeren Überdruck-Melder ausgerüstet ist, sollten die
Anschlüsse des Melders miteinander verbunden und an das Gehäuse angeschlossen werden.
ANMERKUNG 2 Die Spannungsprüfung zwischen dem Überdruck-Melder und dem Gehäuse sollte zwischen Käufer und Her-
steller vereinbart werden.
ANMERKUNG 3 Diese Prüfung darf, wenn notwendig, nur einmal wiederholt werden.

2.6.2 Typprüfung
Einheiten, deren Anschlüsse alle vom Gehäuse isoliert sind, müssen der Prüfung nach 2.6.1 mit dem gleichen
Wert der Spannung unterzogen werden, jedoch mit einer Dauer von 10 min. Bei Kondensatoren, die direkt mit der
Fahrleitungsspannung verbunden sind, darf die Prüfspannung entsprechend einer Vereinbarung zwischen
Hersteller und Käufer erhöht werden.
Kondensatoren mit isolierenden Gehäusen müssen bei dieser Prüfung vollständig mit einer eng anliegenden
Metallfolie umwickelt werden.

2.7 Prüfung der eingebauten Entladevorrichtung


Der Widerstand der (gegebenenfalls vorhandenen) eingebauten Entladevorrichtung muss entweder mit einer
Widerstandsmessung oder durch Messung der Selbstentladegeschwindigkeit überprüft werden.
Diese Prüfung muss nach den Spannungsprüfungen nach 2.5 durchgeführt werden.

2.8 Dichtheitsprüfung
Ohne an Spannung zu liegen, müssen die Kondensatoreinheiten auf eine gleichmäßige Temperatur erwärmt wer-
den, die mindestens ihrer maximalen Betriebstemperatur +5 °C entspricht, und bei dieser Temperatur für
mindestens dem Dreifachen der Temperaturkonstanten, jedoch nicht weniger als 2 h, belassen werden.
Es darf keine Undichtheit auftreten. Es wird empfohlen, einen geeigneten Leckanzeiger zu verwenden.
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Der Kondensator muss in eine Lage gebracht werden, in der ein Hinweis auf eine Undichtheit erhalten wird.
Die Prüflage der Kondensatoreinheit muss unter Berücksichtigung der Anwendungslage der Einrichtung nach
Vereinbarung zwischen Hersteller und Käufer festgelegt werden.
ANMERKUNG Bei Kondensatoren, die keine flüssigen Materialien enthalten, bleibt die Auswahl des Prüfverfahrens dem
Hersteller überlassen und muss mit einer Stichprobennahme durchgeführt werden.

2.9 Stoßentladungsprüfung
Die Einheiten werden mit einer Gleichspannungsquelle aufgeladen und anschließend über eine Funkenstrecke
entladen, die sich so nahe wie möglich am Kondensator befindet. Innerhalb einer Dauer von 10 min müssen fünf
solcher Entladungen durchgeführt werden.
Die Prüfspannung ist gleich 1,1 × UN.
Innerhalb von 5 min nach dieser Prüfung muss die Einheit einer Spannungsprüfung zwischen den Anschlüssen
(siehe 2.5) unterzogen werden.
Die Kapazität muss vor der Entladungsprüfung und nach der Spannungsprüfung gemessen werden.
Der Unterschied beider Messungen muss kleiner sein als der Betrag, der entweder einem Durchschlag eines
Elements oder dem Ansprechen einer eingebauten Sicherung entspricht.
Bei selbstheilenden Kondensatoren muss die Kapazitätsänderung kleiner als ±1 % sein.
Folgende Gleichung muss überprüft werden: tan δ ≤ 1,2 × tan δ0 + 1 × 10–4.
tan δ ist der Wert nach der Prüfung, tan δ0 ist der Wert vor der Prüfung.
Ist jedoch ein maximaler Stoßstrom festgelegt worden, kann der Entladestrom durch Veränderung von Lade-
spannung und Impedanz des Entladestromkreises eingestellt werden auf einen Wert:
Îtest = 1,4 Îs

2.10 Prüfung der thermischen Stabilität


2.10.1 Allgemeines
Diese Prüfung wird sowohl an Wechselspannungs- und Gleichspannungskondensatoren durchgeführt und liefert
folgende Angaben über die so geprüften Kondensatoren:
a) Bestimmung der thermischen Stabilität des Kondensators unter Überlastbedingungen;
b) Konditionierung des Kondensators, um reproduzierbare Verlust-Messungen zu ermöglichen.
2.10.2 Messverfahren
Eine Kondensatoreinheit muss in einer Kammer untergebracht werden, in der die Kühltemperaturen betragen
müssen:
a) bei natürlicher Kühlung, die vom Hersteller angegebene Umgebungstemperatur (θamb) +5 °C;
b) bei Zwangskühlung, die festgelegte Austrittstemperatur der Kühlung +5 °C.
Nachdem sämtliche Teile des Kondensators die Temperatur des Kühlmediums angenommen haben, muss an den
Kondensator eine im Wesentlichen sinusförmige Wechselspannung für eine Dauer von mindestens 48 h angelegt
werden.
Während der Prüfung müssen Spannung und Frequenz konstant gehalten werden.
Der Strom muss 1,1 Imax betragen.
Die Versorgungsbedingungen sind so, wie sie in Anhang B bei einer Leistung = 1,21 Pmax angegeben werden.
Während der letzten 6 h muss die Gehäusetemperatur nahe dem oberen Ende mindestens viermal gemessen
werden. Während dieser Periode von 6 h darf keine Erwärmung um mehr als 1 °C auftreten.
Sollte eine größere Änderung beobachtet werden, darf die Prüfung fortgesetzt werden, bis die obige Anforderung
bei vier aufeinander folgenden Messungen während der 6-h-Periode eingehalten wird.
Vor und nach der Prüfung muss die Kapazität innerhalb des Temperaturbereichs nach 2.1.2 für Prüfungen gemes-
sen werden; beide Messergebnisse müssen auf gleiche Temperatur des Dielektrikums korrigiert werden.
Der Unterschied beider Messungen muss kleiner sein als der Betrag, der entweder einem Durchschlag eines
Elements oder dem Ansprechen einer eingebauten Sicherung entspricht. Nach dem Abschluss dieser Prüfung
wird eine Messung des Verlustfaktors tan δ durchgeführt (siehe 2.4.1).
ANMERKUNG 1 Bei der Überprüfung, ob die Kondensatorverluste oder die Temperaturbedingungen eingehalten werden, soll-
ten Schwankungen von Spannung, Frequenz und Temperatur des Kühlmediums während der Prüfung berücksichtigt werden.
Aus diesem Grunde ist es ratsam, diese Parameter und die Gehäusetemperatur in Abhängigkeit von der Zeit mitzuschreiben.
ANMERKUNG 2 Diese Prüfung kann nach Vereinbarung zwischen Hersteller und Käufer mit einer nicht sinusförmigen Span-
nung unter der Voraussetzung durchgeführt werden, dass folgende Werte von Strom und Verlustleistung aufrechterhalten
bleiben: 1,1 Imax und 1,2 Pmax.
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2.11 Prüfung der Selbstheilungseigenschaften


Die Prüfung kann an einer vollständigen Einheit oder an einem einzelnen Element oder einer Elementegruppe, die
Bestandteile der Einheit sind, durchgeführt werden, vorausgesetzt, dass die zu prüfenden Elemente mit denen
identisch sind, die in der Einheit verwendet werden und ihre Zustände mit denen in der Einheit vergleichbar sind.
Die Auswahl bleibt dem Hersteller überlassen.
Der Kondensator oder das Element muss für die Dauer von 10 s an eine Gleichspannung angeschlossen werden,
die dem 1,1fachen der nicht wiederkehrenden Stoßspannung (US) oder der Stückprüfungsspannung entspricht
(1,75 UN für Wechselspannungskondensatoren, 1,5 UN bei Gleichspannungskondensatoren), je nachdem, wel-
che Spannung die höhere ist.
Wenn in dieser Zeit weniger als fünf Durchschläge auftreten, muss die Spannung langsam erhöht werden, bis fünf
Durchschläge seit dem Beginn der Prüfung aufgetreten sind oder bis die Spannung das 3,5fache der Bemes-
sungsspannung erreicht hat.
Sind weniger als fünf Durchschläge aufgetreten, seitdem die Spannung gleich 3,5 UN ist, kann bis zur Beobach-
tung von fünf Durchschlägen durch Erhöhen der Spannung und/oder der Temperatur und/oder der Anzahl von
Prüflingen die Prüfung fortgesetzt werden, oder die Prüfung kann nach Auswahl des Herstellers unterbrochen und
an einer weiteren identischen Einheit wiederholt werden.
Die Kapazität und der Verlustfaktor tan δ müssen vor und nach der Prüfung gemessen werden. Es ist keine Kapa-
zitätsänderung um ≥ 0,5 % zulässig.
Folgende Gleichung muss überprüft werden: tan δ ≤ 1,1 × tan δ0 + 1 × 10–4.
tan δ ist der Wert nach der Prüfung, tan δ0 ist der Wert vor der Prüfung.

2.12 Messung der Resonanzfrequenz


Die Resonanzfrequenz muss innerhalb des Temperaturbereichs nach 2.1.2 nach einem Verfahren gemessen wer-
den, bei dem die Fehleranteile durch Anschlüsse und Zubehörteile so weit wie möglich verringert werden.
Das zutreffende Messverfahren kann aus den beiden Beispielen nach Anhang C ausgewählt werden.
Diese Messung ist nicht für alle Anwendungsfälle erforderlich.
ANMERKUNG Die Eigeninduktivität wird aus der Resonanzfrequenz berechnet, wobei der Wert der Eigeninduktivität nicht den
Wert überschreiten sollte, der zwischen Hersteller und Käufer vereinbart worden ist.

2.13 Umweltprüfungen

2.13.1 Temperaturwechsel
Die Prüfung mit Temperaturwechsel muss entsprechend Prüfung Na oder Nb nach IEC 60068-2-14 nach Verein-
barung zwischen Käufer und Hersteller am oberen und unteren Temperaturgrenzwert des Kondensators durch-
geführt werden.
Die Prüfung Nb muss mit einer Übergangszeit von etwa einer Stunde (1 °C/min) durchgeführt werden.

2.13.2 Feuchte Wärme, konstant


Die Prüfung mit konstanter feuchter Wärme (siehe Tabelle 3) muss nach IEC 60068-2-3 mit einer Prüfschärfe
durchgeführt werden, die der Aufstellungsklasse des Kondensators entspricht.
Vor dem Beginn der Langzeitmessung muss die Kapazität bei Raumtemperatur gemessen werden. Nach dem
Abschluss der Beharrungs-Prüfung mit feuchter Wärme muss der Kondensator der Spannungsprüfung zwischen
den Anschlüssen nach 2.5.1 und der Spannungsfestigkeitsprüfung zwischen Anschlüssen und Gehäuse nach
2.6.1 unterzogen werden.
Abschließend muss die Kapazität bei Raumtemperatur und Temperaturgleichgewicht nach 2.3.1 gemessen wer-
den.
An keinem Prüfling darf ein Durchschlag oder Überschlag auftreten. Durchschläge an selbstheilenden Konden-
satoren sind zulässig. Die Kapazitätsänderung darf 2 % nicht überschreiten.

Tabelle 3 – Prüfung mit feuchter Wärme

Anwendungsklasse Dauer
Prüfung Prüfumgebung
des Kondensators (Tage)
Ca 40/93 56
Ca 40/93 21
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2.14 Mechanische Prüfung


2.14.1 Mechanische Prüfungen der Anschlüsse
Die Robustheit der Anschlüsse muss entsprechend den Tabellen 4 und 5 geprüft werden.

Tabelle 4 – Prüfung der Robustheit der Anschlüsse

1 2 3 4
Nr. Prüfungen oder Messungen Durchführung Prüfkriterien

1 Zugfestigkeit der Anschlusskabel IEC 60068-2-21 Ua1 Einzeln mit der Masse des
und gelöteten Anschlüsse Kondensators, mindestens 10 N
2 Biegefestigkeit der Anschlüsse Ub1 Anzahl der Biegezyklen: 2
3 Biegefestigkeit von Lötfahnen und Ub2 Anzahl der Biegezyklen, auch für
Flachsteckerzungen Lötfahnen mit angeschlossenem
Draht: 2
4 Torsionswiderstand von axialen Uc Prüfschärfegrad: 2
Anschlüssen
5 Torsionswiderstand von Ud Prüfschärfegrad: 2
geschraubten Verbindungen
6 Lötbarkeit und Wärme- IEC 60068-2-20 Lötkolben der Größe A mit 350 °C
beständigkeit von Lötanschlüssen

Tabelle 5 – Beispiele für das Stromführvermögen von Schraubanschlüssen

Maximaler Effektivwert Drehmoment


des Dauerstroms Gewindegröße Schraubenwerkstoff Nm
(a) max. min.
10 M 3,5 Messing 0,8 0,4
16 M4 1,2 0,6
25 M5 2,0 1,0
63 M6 3,0 1,5
100 M8 6,0 3,0
160 M 10 10,0 5,0
250 M 12 15,5 7,5
315 M 16 30,0 15,0
400 M 20 52,0 26,0

2.14.2 Sichtprüfung
Kondensatoren werden mit einer Sichtprüfung kontrolliert und ihre Oberflächenbearbeitung und Kennzeichnung
überprüft.
2.14.3 Schwingungen und Stöße
Siehe IEC 61373.

2.15 Dauerprüfung
Ziel der Dauerprüfung ist es, die Leistungsfähigkeit des Kondensators unter tatsächlich auftretenden Betriebs-
bedingungen nachzuweisen.
Die Dauerprüfung muss an mindestens zwei vollständigen Einheiten oder Kondensatormodellen durchgeführt
werden.
2.15.1 Vorbereitung der Einheiten auf die Prüfung
Die Einheiten müssen für eine Dauer von 16 h bis 24 h in ruhender Luft bei einer Temperatur von mindestens
+10 °C der 1,1fachen UN ausgesetzt werden.
ANMERKUNG Das Verfahren wird vom Hersteller ausgewählt.
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2.15.2 Messungen der Anfangskapazität und des Verlustfaktors


Die Einheiten müssen im unter Spannung stehenden Zustand für eine Dauer von mindestens 12 h in einer belüf-
teten Kammer untergebracht werden, die eine Temperatur von (30 ±2) °C hat.
Diese Messungen müssen nach 2.3 durchgeführt werden, und zwar bei der gleichen Umgebungstemperatur und
5 min nachdem die Spannung angelegt worden ist.

2.15.3 Dauerprüfung
Die Prüfkammer muss auf eine Temperatur erwärmt werden, die etwa der Prüftemperatur entspricht.
Die zu prüfenden Einheiten werden in die warme Kammer gebracht und entsprechend den Bedingungen nach
Tabelle 6 gespeist. Nach der Entscheidung des Herstellers müssen Wechselspannungs- und Gleichspannungs-
kondensatoren der entsprechenden Prüfung unterzogen werden. Wenn die Einheit die Prüftemperatur erreicht
hat, werden die Abkühlungs-/Erwärmungsbedingungen so eingestellt, dass bei dieser Prüftemperatur eine Stabi-
lisierung erlangt wird. Nach dieser Anfangsstabilisierung sind keine Änderungen der Abkühlungs-/Erwärmungsbe-
dingungen mehr zulässig.
Die Prüftemperatur ist die maximale Gehäusetemperatur (θmax, siehe 1.3.31) während der Maximalbedingungen
des Dauerbetriebs, d. h. Kurzzeitbedingungen und ungewöhnliche Bedingungen werden ausgeschlossen.
Die Prüfspannung Ut (reine Gleichspannung oder sinusförmige Wechselspannung mit einem Scheitelwert, der
gleich ist UN multipliziert mit dem Beschleunigungsfaktor) muss anliegen. Ein abweichender Beschleunigungs-
faktor/eine abweichende Prüfdauer kann aus Tabelle 6 ausgewählt werden.
Die Auswahl wird dem Hersteller überlassen. Nach der Hälfte der Dauerprüfung wird der zu prüfende Kondensator
von der Spannungsversorgung abgeklemmt und in ruhender Luft auf Umgebungstemperatur abgekühlt und
anschließend mit 1000 Entladungen nach 2.9, aber mit einem Spitzenstrom von 2 Î beansprucht; dabei ist Î der
maximale Spitzenstrom (siehe 1.3.20).
Die Folgehäufigkeit der Entladungen muss vom Hersteller festgelegt werden.
Zur Fortsetzung der Prüfung sollten die Kondensatoren so bald wie möglich wieder an die Spannungsversorgung
angeschlossen werden.

Tabelle 6 – Dauerprüfung

Dauer oder Anzahl


Kondensatortyp Ut Prüfstufen Temperatur
der Entladungen

Gleichspannung 1,4 UNDC 1,4 UNDC Prüftemperatur 250 h

2Î Raumtemperatur 1000-mal

1,4 UNDC Prüftemperatur 250 h

1,3 UNDC 1,3 UNDC Prüftemperatur 500 h

2Î Raumtemperatur 1000-mal

1,3 UNDC Prüftemperatur 500 h

Wechselspannung 1,35 UN 1,35 UN Prüftemperatur 250 h


(siehe Anmerkung 1)
2Î Raumtemperatur 1000-mal

1,35 UN Prüftemperatur 250 h

1,25 UN 1,25 UN Prüftemperatur 500 h


(siehe Anmerkung 1)
2Î Raumtemperatur 1000-mal

1,25 UN Prüftemperatur 500 h

ANMERKUNG 1 Die Bedingungen bei dieser Prüfung können von den Betriebsbedingungen abweichen, z. B. 50 Hz oder
60 Hz für sämtliche Wechselspannungskondensatoren.
ANMERKUNG 2 Zwangsluftkühlung oder Flüssigkeitsbadkühlung können dann angewendet werden, wenn die Gehäuse-
temperatur den Wert θmax überschreitet.
ANMERKUNG 3 Dämpfungskondensatoren für GTO-Thyristoren können nach Vereinbarung zwischen Anwender und Her-
steller mit einer (unidirektionalen) Welligkeitsspannung Ut = Ur = (1,25 4 1,35) UN wie für Wechselspannungskondensatoren
geprüft werden.
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2.15.4 Endmessungen von Kapazität und Verlustfaktor


Die Messung muss innerhalb von zwei Tagen nach dem Abschluss der Dauerprüfung so durchgeführt werden, wie
es im Abschnitt 2 angegeben wird.

2.15.5 Abnahmekriterien
Die Ergebnisse der Kapazitätsmessungen nach den Abschnitten 2 und 4 dürfen sich um nicht mehr als 3 % vom
Anfangswert unterscheiden. Für Kondensatoren, die als Filterkondensatoren für den Einsatz direkt an der Fahrlei-
tungsspannung vorgesehen sind, dürfen engere Toleranzen zwischen Betreiber und Hersteller vereinbart werden.
Die Verluste müssen aufgezeichnet werden.
Wenn ein Kondensator ausfällt, wird diese Prüfung wiederholt; weitere Ausfälle sind nicht zulässig.

2.16 Zerstörungsprüfung

2.16.1 Allgemeines
Diese Prüfung wird durchgeführt, um das Verhalten des Kondensators am Ende der Lebensdauer beurteilen zu
können.
Diese Prüfung muss an sämtlichen selbstheilenden Kondensatoren und auch an nicht selbstheilenden Konden-
satoren ohne eingebaute Sicherungen durchgeführt werden. Es sollten jedoch folgende Anmerkungen berücksich-
tigt werden.
ANMERKUNG 1 Nicht selbstheilende Kondensatoren, die durch eingebaute Sicherungen geschützt werden, sollten 2.17 ent-
sprechen. Bei dieser Kondensatorenart kann die eingebaute Sicherung als gleichwertig angesehen werden.
ANMERKUNG 2 Kondensatoren ohne Trennvorrichtungen, die für den Betrieb mit einem Überdruck-Melder vorgesehen sind,
sollten dieser Prüfung unterzogen werden und sollten mit einer Aufschrift „Sicherer Betrieb nur mit Überdruck-Melder“ gekenn-
zeichnet werden.
ANMERKUNG 3 Selbstheilende Kondensatoren mit eingebauten Sicherungen sollten dieser Prüfung, jedoch nicht der Prüfung
nach 2.17 unterzogen werden.
ANMERKUNG 4 Da sich die tatsächlichen Bedingungen deutlich von den Betriebsbedingungen unterscheiden können, darf
das Verhalten am Ende der Lebensdauer auch unterschiedlich sein. Bei der Anwendung sollten gespeicherte Energie, erwartete
Kurzschlussströme, Dauer von Fehlerströmen usw. beachtet werden.

2.16.2 Prüfreihenfolge für Wechselspannungskondensatoren


Diese Prüfung muss an einer Kondensatoreinheit durchgeführt werden.
Wenn es vom Hersteller so festgelegt wird, darf ein Kondensator verwendet werden, der vorher der Dauerprüfung
unterzogen wurde.
Das Prinzip der Prüfung besteht darin, Fehler in einem oder mehreren Element(en) dadurch zu erzeugen, indem
das (die) Element(e) an eine Gleichspannungsversorgung mit einem hohen Innenwiderstand angeschlossen wird
(werden) und anschließend das Verhalten beim Anlegen einer Wechselspannung an den Kondensator geprüft
wird. Ausfälle an nicht selbstheilenden Kondensatoren ohne eingebaute Sicherungen dürfen mit den Verfahren
nach 2.17.5 hervorgerufen werden. Die Auswahl bleibt dem Hersteller überlassen. Dabei muss sich der Konden-
sator in einer Wärmekammer mit zirkulierender Luft befinden, deren Temperatur gleich der maximalen Umge-
bungslufttemperatur entsprechend der Temperaturklasse des Kondensators ist.
Wenn sämtliche Teile des Kondensators die Temperatur der Wärmekammer angenommen haben, muss folgende
Prüfreihenfolge mit der auf Bild 1 dargestellten Schaltung durchgeführt werden. Anstelle der Sicherung auf Bild 1
kann bei einem Kondensator, der durch einen Überdruck-Melder geschützt wird, ein Leistungsschalter eingesetzt
werden, der durch den Überdruck-Melder geschaltet wird.
a) Die Wahlschalter H und K befinden sich in Stellungen „1“ und „a“, die Wechselspannungsquelle N wird auf
1,3 UN eingestellt und der Kondensatorstrom aufgezeichnet.
b) Die Gleichspannungsquelle T wird auf Werte der Spannung und des Kurzschlussstroms eingestellt, die der
Hersteller festlegt; anschließend wird der Schalter H in die Stellung „2“ geschaltet.
c) Schalter H wird in die Stellung „3“ geschaltet, und der Schalter K wird in die Stellung „b“ geschaltet, mit der
die Prüfgleichspannung an den Kondensator angelegt wird, und für eine Dauer aufrechterhalten wird, die der
Hersteller angibt.
d) Schalter K wird dann wieder in die Stellung „a“ geschaltet, um die Prüfwechselspannung an den Konden-
sator für eine Dauer von 5 min anzulegen; der Strom ist erneut aufzuzeichnen.
Folgende Zustände können beobachtet werden:
1) Wenn sowohl das Strommessgerät I als auch das Spannungsmessgerät U Null anzeigen: in diesem Fall
muss die Sicherung oder der Zustand des Überdruck-Melders kontrolliert werden. Wenn die Sicherung an-
gesprochen hat, muss sie ersetzt werden. Anschließend wird die Spannung N angelegt; wenn dann die Si-
cherung noch einmal anspricht oder der Überdruck-Melder auslöst, ist das Verfahren zu unterbrechen.
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Wenn die Sicherung nicht anspricht oder der Überdruck-Melder nicht ausgelöst hat, wird das Verfahren mit
dem Anlegen der Spannungen „T“ und „N“, wie in den Punkten c) und d) beschrieben, nur durch Betätigung
des Schalters K fortgesetzt.
2) Der am Strommessgerät I angezeigte Strom ist Null und das Spannungsmessgerät zeigt 1,3 UN an.
In diesem Fall ist das Verfahren zu unterbrechen.
3) Der am Strommessgerät I angezeigte Strom ist größer als Null: In diesem Fall ist das Verfahren ent-
sprechend der Punkte b), c) und d) fortzusetzen.
Wenn nach mehrfacher Wiederholung dieses Verfahrens die Restkapazität größer als 0 % ist, darf ein weiterer
Prüfling verwendet werden und/oder Prüfspannung und Prüfdauer können erhöht werden, oder die Einheit ist
einem von außen wirkenden Überdruck auszusetzen, bis die Trennvorrichtung oder der Überdruck-Melder ange-
sprochen hat. Der Wert dieses Drucks ist vom Hersteller anzugeben.
Wenn das Verfahren unterbrochen wird, ist der Kondensator auf Umgebungstemperatur abzukühlen und die
Spannungsprüfung zwischen den Anschlüssen sowie zwischen Anschlüssen und Gehäuse nach 2.5 und 2.6
durchzuführen. Wenn der Überdruck-Melder angesprochen hat, ist keine Spannungsprüfung zwischen den
Anschlüssen erforderlich. Der Zustand des Überdruck-Melders nach dem Abkühlen auf Umgebungstemperatur ist
aufzuzeichnen.
Der Kurzschlussstrom der Spannungsquelle N an den Kondensatoranschlüssen sollte höher als 5 Imax sein.

Bild 1 – Anordnung für die Zerstörungsprüfung

Der Bemessungsstrom I der Sicherung darf nicht kleiner sein als 2 Imax.
Es müssen Sicherungen nach IEC 60269-1 verwendet werden.
ANMERKUNG 1 Wenn die Kondensatoreinheit in Parallelschaltung mit anderen Einheiten verwendet wird, sollte die Prüfung
mit entsprechenden zur Spannungsquelle N parallel geschalteten Kapazitäten durchgeführt werden.
ANMERKUNG 2 Wenn der Kondensator für die Erfüllung der Prüfparameter zu groß oder zu klein ist, sollte die Prüfung nach
Abstimmung zwischen Hersteller und Käufer durchgeführt werden.
ANMERKUNG 3 Bei ungeschützten Kondensatoren ist das Explosionsrisiko von der Dauer des Kurzschlussstroms abhängig.
Der Anwender kann theoretische Angaben liefern, auf der anderen Seite kann der Hersteller den I2t-Wert angeben; für den
Entwickler ist diese Angabe eine Hilfe bei der Abschätzung des Explosionsrisikos.

2.16.3 Prüfreihenfolge für Gleichspannungskondensatoren


Diese Prüfung muss an einer Kondensatoreinheit durchgeführt werden. Wenn es vom Hersteller so festgelegt
wird, kann ein Kondensator verwendet werden, der vorher der Dauerprüfung unterzogen worden ist. Das Prinzip
der Prüfung besteht darin, Fehler in einem oder mehreren Element(en) dadurch zu erzeugen, indem das (die)
Element(e) an eine Gleichspannungsversorgung mit einem hohen Innenwiderstand angeschlossen wird (werden)
und anschließend das Verhalten des Kondensators beim Anlegen einer hohen Gleichspannung mit überlagerter
Wechselspannung oder einer niedrigen Gleichspannung mit kleinem Innenwiderstand geprüft wird.
Fehler an nicht selbstheilenden Kondensatoren ohne eingebaute Sicherungen können mit den Verfahren nach
2.17.5 hervorgerufen werden. Die Auswahl bleibt dem Hersteller überlassen.
Der Kondensator muss sich in einer Wärmekammer mit zirkulierender Luft befinden, deren Temperatur gleich der
maximalen Umgebungslufttemperatur entsprechend der Temperaturklasse des Kondensators ist.
Wenn sämtliche Teile des Kondensators die Temperatur der Wärmekammer angenommen haben, muss folgende
Prüfreihenfolge mit der auf Bild 1 dargestellten Schaltung durchgeführt werden: die Spannungsquelle N ist ein
Gleichstromgenerator mit einer überlagerten Welligkeitsspannung (Wechselspannungsanteil).
Ein Beispiel für einen Generator N wird auf Bild 2 angegeben.
Der Bemessungsstrom der Sicherung darf nicht kleiner sein als 2 Imax. Es müssen Sicherungen nach IEC 60269-1
verwendet werden. Wenn der Kondensator durch einen Überdruck-Melder geschützt ist, kann anstelle der Sicherung
auf Bild 2 ein Leistungsschalter eingesetzt werden, der durch den Überdruck-Melder geschaltet wird.
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a) Die Wahlschalter H und K befinden sich in Stellungen „1“ und „a“, die Spannungsquelle N wird auf 1,3 UN
und 1,1 IN eingestellt.
b) Die Gleichspannungsquelle T wird auf einen vom Hersteller angegebenen Wert eingestellt; anschließend
wird der Schalter H in die Stellung „2“ geschaltet.
c) Schalter H wird in die Stellung „3“ und Schalter K wird in die Stellung „b“ geschaltet, mit der die Prüfgleich-
spannung T an den Kondensator angelegt und für eine Dauer aufrechterhalten wird, die der Hersteller angibt.
d) Schalter K wird dann wieder in die Stellung „a“ geschaltet, um die überlagerte Prüfspannung N an den Kon-
densator für eine Dauer von 5 min anzulegen; dabei wird der Strom aufgezeichnet.
Folgende Zustände können beobachtet werden:
1) Strommessgerät I und Spannungsmessgerät U: beide Geräte zeigen Null an.
In diesem Fall muss die Sicherung oder der Zustand des Überdruck-Melders überprüft werden. Wenn die
Sicherung angesprochen hat, muss sie ersetzt werden. Anschließend wird die Spannung N an den Kon-
densator angelegt; wenn dann die Sicherung noch einmal anspricht oder der Überdruck-Melder auslöst, ist
das Verfahren zu unterbrechen. Wenn die Sicherung nicht anspricht oder der Überdruck-Melder nicht aus-
gelöst hat, wird das Verfahren mit dem Anlegen der Spannungen T und N, wie in den Punkten c) und d)
beschrieben, nur durch Betätigung des Schalters K fortgesetzt.
2) Der am Strommessgerät I angezeigte Strom ist Null und das Spannungsmessgerät zeigt 1,3 UN an.
In diesem Fall ist das Verfahren zu unterbrechen und die Kapazität zu kontrollieren.
Wenn die Kapazität größer als Null ist, wird das Verfahren entsprechend den Punkten b), c) und d) fort-
gesetzt.
3) Der am Strommessgerät I angezeigte Strom ist größer Null.
In diesem Fall ist das Verfahren entsprechend den Punkten b), c) und d) fortzusetzen.
Wenn nach mehrfacher Wiederholung dieses Verfahrens die Restkapazität größer als 0 % ist, darf ein weiterer
Prüfling verwendet werden und/oder Prüfspannung und Prüfdauer können erhöht werden, oder die Einheit ist
einem von außen wirkenden Überdruck auszusetzen, bis die Trennvorrichtung oder der Überdruck-Melder ange-
sprochen hat. Der Wert dieses Drucks ist vom Hersteller anzugeben.
Wenn das Verfahren unterbrochen wird, ist der Kondensator auf Umgebungstemperatur abzukühlen und die
Spannungsprüfung zwischen den Anschlüssen sowie zwischen Anschlüssen und Gehäuse nach 2.5 und 2.6
durchzuführen.
Wenn der Überdruck-Melder angesprochen hat, wird keine Spannungsprüfung zwischen den Anschlüssen durch-
geführt.
Wenn eine Vorrichtung nach Bild 2 nicht verfügbar ist, darf eine Quelle „N“ nach Bild 3 angewendet werden. In
diesem Fall wird mit einer Diodenbrücke ein hoher Gleichstrom erzeugt. Die Gleich- und Wechselspannungsquel-
len müssen einstellbar sein.
2.16.3 a) muss wie folgt modifiziert werden: „Wenn sich die Schalter H und K in den Stellungen 1 bzw. a befinden,
muss die Spannungsquelle N auf 1,3 UN eingestellt werden“.
Der Kurzschlussstrom der Spannungsquelle N an den Kondensatoranschlüssen sollte höher als 5 Imax sein.

1 Hochspannungs-Hochstrom-Gleichspannungsgenerator
2 Prüfling
3 Schalter für Polaritätsumkehr

Bild 2 – Gleich- und Wechselspannungsquelle N


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1 Hochspannungs-Niederstrom (300 mA)-Gleichspannungsgenerator


2 Niederspannungs-Hochstrom-Wechselspannungsgenerator
3 Niederspannungs-Gleichrichterbrücke
4 Gleichrichter zum Abblocken der Hochspannung
5 Einstellung des Kurzschlussstroms
6 Prüfling
ANMERKUNG 1 Wenn die Kondensatoreinheit in Parallelschaltung mit anderen Einheiten verwendet wird, sollte die Prüfung
mit entsprechenden zur Spannungsquelle N parallel geschalteten Kapazitäten durchgeführt werden.
ANMERKUNG 2 Die Wechselspannung nach Bild 2 sollte so ausgewählt werden, dass der Fluss des Kurzschlussstroms
ermöglicht wird.

Bild 3 – Gleichspannungsquelle N

2.17 Ausschaltprüfung von Sicherungen


2.17.1 Allgemeines
Diese Prüfung gilt für nicht selbstheilende Kondensatoren, die mit eingebauten Stromsicherungen ausgerüstet
sind.
Die Sicherung ist mit dem (den) Element(en) in Reihe geschaltet, die es (sie) abtrennen soll, wenn das (die) Ele-
ment(e) fehlerhaft wird (werden). Der Strom- und Spannungsbereich der Sicherung ist deshalb von der Ausführung
des Kondensators abhängig und in einigen Fällen auch von der Kondensatorbank, in der sie angeschlossen wird.
Die Arbeitsweise einer eingebauten Sicherung wird im Allgemeinen durch einen der beiden folgenden Faktoren
oder durch beide bestimmt:
– Entladungsenergie von Elementen oder Einheiten, die mit dem fehlerhaften Element oder der fehlerhaften
Einheit parallel geschaltet sind;
– möglicher Fehlerstrom.
ANMERKUNG Wenn die Einheit durch eine externe Sicherung geschützt wird, ist die Prüfung mit der vom Kondensatoren-
hersteller vorgesehenen externen Sicherung durchzuführen.

2.17.2 Anforderungen an das Ausschaltvermögen


Die Sicherung muss das fehlerhafte Element ausschalten können, wenn ein Durchschlag bei Elementen in einem
Spannungsbereich auftritt, bei dem u1 der kleinste und u2 der größte Wert der Spannung zwischen den Anschlüs-
sen der Einheit im Moment des Fehlers sind.
Empfohlene Werte für u1 und u2 sind:
u1 = 0,8 UN
u2 = siehe Tabelle 2
ANMERKUNG Die obigen Werte für u1 und u2 beruhen auf der Spannung, die üblicherweise zum Zeitpunkt des Durchschlags
des Elements über den Anschlüssen der Kondensatoreinheit ansteht. Der Käufer sollte die Werte für u1 und u2 festlegen, wenn
sie sich von den genormten Werten unterscheiden.

2.17.3 Anforderungen an die Stehspannungs- und Stehstromwerte


Nach dem Ansprechen muss die Sicherungsanordnung der vollen Elementespannung standhalten plus jeder auf
das Ansprechen der Sicherung zurückzuführenden unsymmetrischen Spannung sowie jeder kurzzeitigen tran-
sienten Überspannung, die erfahrungsgemäß während der Lebensdauer des Kondensators zu erwarten ist.
Die eingebauten Sicherungen müssen während der Lebensdauer des Kondensators in der Lage sein:
– dauernd einen maximalen Strom der Kondensatoreinheit von 1,1 Imax zu führen;
– den Stoßstrom der Kondensatoreinheit (Îs) auszuhalten;
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– den infolge eines Durchschlags eines Elements bzw. mehrerer Elemente auftretenden Entladestrom zu
führen;
– bei der Entladungsprüfung nicht anzusprechen.
ANMERKUNG In Anhang A ist eine Anleitung für den Schutz durch Sicherungen und Schaltvorrichtungen enthalten.

2.17.4 Prüfverfahren
Die Ausschaltprüfung wird wie folgt durchgeführt. Die obere Prüfgleichspannung u2 (siehe 2.17.2) wird angelegt,
bis mindestens eine Sicherung angesprochen hat. Unmittelbar danach wird die Spannung auf 0,8 UN verringert,
bis eine weitere Sicherung anspricht.
Die Spannung über der Einheit muss überwacht werden. Während der Prüfung muss die Spannung über der Ein-
heit gemessen werden. Wenn die Spannung unmittelbar vor dem Ansprechen der Sicherung und die Spannung
unmittelbar nach dem Ansprechen um mehr als 10 % voneinander abweichen, muss die Prüfung mit einer zusätz-
lichen Kapazität, die parallel zu der zu prüfenden Einheit geschaltet wird, wiederholt werden. Diese Prüfung darf
auf Wunsch des Herstellers mit einer neuen Einheit wiederholt werden.
Die Prüfungen von Sicherungen werden entweder mit einer vollständigen Kondensatoreinheit oder mit zwei Ein-
heiten durchgeführt, wenn sich im Inneren nur eine Sicherung befindet.
Es muss eines der Verfahren a), b), c) oder d) oder ein alternatives Verfahren angewendet werden. Die Auswahl
wird dem Hersteller überlassen.
Vorzugsweise ist ein solches Verfahren anzuwenden, bei dem die Prüfungen mit einer handelsüblichen Einheit
durchgeführt werden können.
a) Mechanischer Einstich in das Element
Der mechanische Einstich in das Element wird mit einem Nagel durchgeführt, der durch ein vorgebohrtes Loch
im Becher in das Element getrieben wird.
ANMERKUNG 1 Es kann nicht zuverlässig angenommen werden, dass von dem Einstich nur ein Element betroffen ist.
ANMERKUNG 2 Um die Möglichkeit eines Überschlags zur Becherwand entlang dem Nagel oder durch das vom Nagel verur-
sachte Loch zu begrenzen, darf ein „Nagel“ verwendet werden, der aus Isolierstoff besteht und/oder die Einstiche dürfen in
Elemente gemacht werden, die dauernd oder während der Prüfung mit dem Becher verbunden sind.
b) Elektrischer Durchschlag des Elements (erstes Verfahren)
Einige Elemente der zu prüfenden Einheit werden z. B. mit einer Zunge versehen, die zwischen die dielekt-
rischen Schichten eingeführt wird. Jede Zunge wird mit einem getrennten Anschluss verbunden.
Eine Impulsspannung ausreichender Amplitude wird zwischen Zunge und eine der Folien des modifizierten
Elements angelegt, um einen Durchschlag des so ausgerüsteten Elements zu hervorzurufen.
Der Strom und/oder die Spannung des Kondensators sind während der Prüfung aufzuzeichnen.
c) Elektrischer Durchbruch des Elements (zweites Verfahren)
Bestimmte Elemente der zu prüfenden Einheit werden mit einem kurzen Schmelzdraht versehen, der an zwei
getrennte Zungen angeschlossen und zwischen die dielektrischen Schichten eingeführt wird; jede Zunge wird
mit einem getrennten isolierten Anschluss verbunden.
Um den Durchschlag eines Elements, das mit diesem Schmelzdraht ausgerüstet ist, zu verursachen, wird ein
anderer Kondensator, der mit ausreichender Energie geladen ist, am Schmelzdraht entladen, um dessen
Explosion zu bewirken.
Der Strom und/oder die Spannung des Kondensators müssen während der Prüfung aufgezeichnet werden.
d) Elektrischer Durchschlag des Elements (drittes Verfahren)
Während der Herstellung wird ein kleiner Teil des Elements (oder mehrerer Elemente) in einer Einheit entfernt
und durch ein schwächeres Dielektrikum ersetzt. Beispielsweise werden 10 cm2 bis 20 cm2 eines Folie-Papier-
Folie-Dielektrikums ausgeschnitten und durch zwei dünne Papierlagen ersetzt.
Am oberen Grenzwert der Spannung wird eine zusätzliche Sicherung (oder ein Zehntel der direkt parallel
geschalteten abgesicherten Elemente) mit einem unbeschädigten Element bzw. mit unbeschädigten Elemen-
ten verbunden, dessen bzw. deren Beschädigung zulässig ist.
Die Prüfspannung muss für einige Sekunden (mindestens 10 s) nach dem Durchbruch noch anstehen, um
sicherzustellen, dass die Sicherung bestimmungsgemäß abgeschaltet hat, ohne dass die Stromversorgung
ausgeschaltet wurde.
In besonderen Fällen kann es notwendig sein, den Umfang der Prüfungen zu erhöhen, bis zwei oder mehr
Durchbrüche der Kondensatorelemente aufgetreten sind. In diesen Fällen sollte die Anzahl der Durchbrüche
bei jedem Grenzwert der Spannung zwischen Hersteller und Käufer vereinbart werden. Wenn die Anzahl der
Durchbrüche überschritten wird, dürfen die in 2.17.7 angegebenen Spannungen erhöht werden.
ANMERKUNG 1 Bei der Durchführung dieser Prüfung müssen Vorsichtsmaßnahmen gegen die mögliche Explosion einer
Kondensatoreinheit getroffen werden.
ANMERKUNG 2 Es wird empfohlen, sämtliche in Reihe geschalteten Elementegruppen nach jeder Prüfung zu entladen, wenn
der Kondensator innere Reihenschaltungsverbindungen der Elemente besitzt.
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2.17.5 Messung der Kapazität


Für den Nachweis, dass die Sicherung(en) angesprochen hat (haben), muss nach der Prüfung die Kapazität
gemessen werden.
Es muss ein Messverfahren angewendet werden, das eine ausreichende Empfindlichkeit besitzt, um eine Kapa-
zitätsänderung, die durch eine angesprochene Sicherung hervorgerufen wird, festzustellen.
2.17.6 Sichtprüfung
Nach der Ausschaltprüfung darf keine wesentliche Verformung des Gehäuses erkennbar sein.
2.17.7 Spannungsprüfung
Die Einheit muss für eine Dauer von 10 s ohne weiteres Ansprechen von Sicherungen eine Prüfstehspannung aus-
halten. Diese Prüfstehspannung sollte üblicherweise gleich der in Tabelle 2 festgelegten Prüfspannung sein, wenn
unter Beachtung der Vorkehrungen nach 2.17.4 d) zwischen Hersteller und Käufer nicht etwas anderes vereinbart
worden ist.

2.18 Teilentladungsmessungen (wahlweise Typprüfung)


Auf Vereinbarung zwischen Käufer und Hersteller kann eine Prüfung durchgeführt werden um festzustellen, dass
das Niveau der Teilentladungen die Lebensdauer des Kondensators nicht beeinträchtigt.

3 Überlastungen

3.1 Maximal zulässige Spannung


Kondensatoreinheiten müssen für den Betrieb an Spannungen und für Zeitbereiche nach Tabelle 7 geeignet sein,
ohne dass eine deutliche Verminderung der Lebensdauer eintritt.

Tabelle 7 – Maximal zulässige Spannung

Höchstdauer
Überspannung Bemerkung
innerhalb eines Tages
1,1 UN 30 % der Lastdauer Anlagenvorschrift
1,15 UN 30 min Anlagenvorschrift
1,2 UN 5 min Anlagenvorschrift
1,3 UN 1 min Anlagenvorschrift
ANMERKUNG Eine Überspannung von 1,5 UN mit einer Dauer von 30 ms darf während der Lebensdauer des Konden-
sators 1000-mal auftreten.
Die Amplituden der Überspannungen, die ohne deutliche Verringerung der Lebensdauer ausgehalten werden können,
hängen von der Dauer, der Anzahl der Anwendungen und der Temperatur des Kondensators ab.
Bei diesen Werten wird auch angenommen, dass die Überspannungen auftreten können, wenn die Innentemperatur des
Kondensators tiefer als 0 °C, jedoch innerhalb der Temperaturklasse des Kondensators liegt.

4 Sicherheitsanforderungen

4.1 Entladevorrichtung
Bei bestimmten Leistungskondensatoren in Stromrichtern ist die Anwendung von Entladewiderständen nicht
geeignet. Wenn es vom Käufer gefordert wird, muss jede Kondensatoreinheit oder -batterie mit Hilfsmitteln für das
Entladen ausgerüstet werden, mit der jede Einheit innerhalb von 3 min von der Anfangsgleichspannung UN oder
UNDC auf eine Spannung von 60 V oder weniger entladen werden kann.
Bei Kondensatoren mit UN oder UNDC ≥ 1000 V darf die Entladezeit nicht mehr als 10 min betragen.
ANMERKUNG Kondensatoren, die keine Entladewiderstände besitzen, mit einer Energie über 100 Joule sollten bei der Aus-
lieferung kurzgeschlossene Anschlüsse und eine Brücke zwischen Anschlüssen und Gehäuse haben.
Es darf kein Schalter, Sicherungsausschalter oder irgendeine andere Trennvorrichtung zwischen der Konden-
satoreinheit und seiner Entladevorrichtung vorhanden sein.
Die Entladevorrichtung ersetzt nicht das Kurzschließen der Kondensatoranschlüsse untereinander und gegen
Erde vor der Handhabung.
Kondensatoren, die direkt mit anderen elektrischen Betriebsmitteln verbunden sind, die eine Entladungsstrecke
darstellen, müssen als ausreichend entladen betrachtet werden, wenn die Eigenschaften des Entladekreises so
sind, dass die Entladung des Kondensators innerhalb der oben festgelegten Zeit sichergestellt wird.
Entladestromkreise müssen ein ausreichendes Stromführvermögen besitzen, um den Kondensator vom Scheitel-
wert der maximalen Überspannung zu entladen.
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4.2 Gehäuseanschlüsse
Um das Potenzial des metallischen Kondensatorgehäuses festzulegen und um den Fehlerstrom im Falle eines
Durchschlags zum Gehäuse führen zu können, muss das Gehäuse mit einem geeigneten Anschluss versehen
sein, der den Fehlerstrom führen kann, oder einer blanken und nicht korrodierbaren Metallfläche, die für das
Anbringen einer Anschlussschelle geeignet ist.

4.3 Schutz der Umwelt


Wenn der Kondensator mit Stoffen imprägniert ist, die nicht in die Umwelt gelangen dürfen, müssen Vorsichts-
maßnahmen getroffen werden. In einigen Ländern gibt es diesbezügliche gesetzliche Vorschriften.
Der Käufer muss jede besondere Anforderung an die Aufschriften festlegen, die für das jeweilige Einsatzland Gül-
tigkeit hat (siehe 5.1.2).

4.4 Weitere Sicherheitsanforderungen


Der Käufer muss zum Zeitpunkt der Anfrage alle besonderen Anforderungen hinsichtlich der Sicherheitsvorschrif-
ten angeben, die für das Land zutreffen, in dem der Kondensator installiert werden soll.

5 Aufschriften

5.1 Aufschriften der Kondensatoreinheit


5.1.1 Typschild
Die folgenden Angaben müssen auf dem Typschild jeder Kondensatoreinheit angegeben werden:
– Hersteller
– Identifikationsnummer und Baujahr
– Das Baujahr darf Teil der Identifikationsnummer oder verschlüsselt sein
– C = µF
– Tol = %
– UNDC oder UN = V
– Ui = V AC (wenn festgelegt, siehe 1.3.19)
– Pmax = W (wahlweise)
– f2 = Hz (wahlweise)
– Imax = A (wahlweise)
– Îs = A (gegebenenfalls)
– θmin = °C
– θmax = °C
– maximales Anzugsdrehmoment = Nm (siehe Anmerkung 2)
– Art des Kühlmediums und die Temperatur (nur bei Zwangskühlung, siehe 1.4)
– IEC 61881
Bauartabhängig müssen folgende Zeichen hinzugefügt werden:
– bei einer eingebauten Entladevorrichtung
– bei einer eingebauten Sicherung oder Trennvorrichtung
– bei selbstheilenden Kondensatoren „SH“ oder
ANMERKUNG 1 Der Ort für die Anbringung der Aufschriften sollte nach Vereinbarung zwischen Hersteller und Käufer fest-
gelegt werden.
ANMERKUNG 2 Bei kleinen Einheiten, bei denen die Angabe sämtlicher oben angeführten Punkte auf dem Typschild nicht
möglich ist, können bestimmte Punkte im Datenblatt angegeben werden.
ANMERKUNG 3 Nach Vereinbarung zwischen Hersteller und Käufer dürfen auf dem Typschild zusätzliche Angaben hinzuge-
fügt werden.

5.1.2 Warnschild
Wenn die Kondensatoreinheit Stoffe enthält, die nicht in die Umwelt gelangen dürfen oder die in anderer Weise
gefährlich werden können, muss die Einheit mit einer Aufschrift entsprechend den zutreffenden Gesetzen im Land
des Anwenders versehen werden, wobei der Anwender den Hersteller über die Existenz solcher Gesetze in Kennt-
nis setzen muss.
5.1.3 Datenblatt
Auf dem Datenblatt müssen der Verlustfaktor tan δ als Funktion der Frequenz, f1, f2 und Pmax für die Bewertung
der Verluste in den Kondensatoren angegeben werden.
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6 Anleitung für Einbau und Betrieb

6.1 Allgemeines
Überbeanspruchungen und Überhitzung verkürzen die Lebensdauer eines Kondensators, daher sollten die
Betriebsbedingungen (d. h. Temperatur, Spannung, Strom und Kühlung) streng kontrolliert werden.
Wegen der unterschiedlichen Kondensatorenarten und der zahlreichen Einflussfaktoren ist es nicht in sämtlichen
Fällen möglich, Errichtung und Betrieb durch einfache Regeln zu erfassen.
Die folgenden Angaben werden in Hinsicht auf die wichtigsten zu beachtenden Punkte gegeben. Zusätzlich müs-
sen die Anweisungen des Herstellers und der örtlichen Energieversorgungsunternehmen beachtet werden.
Es gibt sieben Hauptanwendungen:
a) innerer Überspannungsschutz: Dämpfungskondensatoren, die mit Teilen sinusförmiger Spannungen bean-
sprucht werden; beide Spannungen können mit einem bestimmten Betrag der überlagerten Gleichspannung
wechseln;
b) Gleichspannungskondensatoren für Oberwellenfilter werden im Allgemeinen mit einer Gleichspannung
beansprucht, die von einer nichtsinusförmigen Wechselspannung überlagert ist;
c) Schaltstromkreise: Sperrkondensatoren, die im Allgemeinen mit trapezförmigen Spannungen beansprucht
werden;
d) äußerer Wechselspannungs-Überspannungsschutz;
e) äußerer Gleichspannungs-Überspannungsschutz;
f) innere Wechselspannungs-Oberwellenfilter;
g) Gleichspannungs-Energiespeicherung: Hilfskondensatoren. Diese Kondensatoren werden mit Gleich-
spannung gespeist und periodisch mit hohen Spitzenströmen geladen und entladen.

6.2 Auswahl der Bemessungsspannung


Die Bemessungsspannung des Kondensators muss gleich der wiederkehrenden Scheitelspannung sein, nicht
unbedingt wegen der Eigenbelastung, sondern wegen der hohen Werte von dU/dt, die in der Leistungselektronik
Teilentladungen sowie Verluste hervorrufen und die Lebensdauer des Kondensators beeinträchtigen.
Die meisten Anwendungen in der Leistungselektronik zeigen veränderliche Belastungen. Deshalb ist es not-
wendig, die Bemessungsspannung und die tatsächliche Spannungsbeanspruchung zwischen Hersteller und
Anwender eingehend zu diskutieren.
Kondensatoren sollten nur in einem Notfall gleichzeitig bei der maximal zulässigen Spannung und der maximalen
Betriebstemperatur betrieben werden, und selbst dann nur für kurze Zeitabschnitte (siehe Tabelle 7).
ANMERKUNG Der Hersteller kann ein Diagramm der anwendbaren Spannung als Funktion der Frequenz und der Umge-
bungstemperatur (θmax) bereitstellen.

6.3 Betriebstemperatur
Der Betriebstemperatur des Kondensators sollte große Aufmerksamkeit geschenkt werden, weil sie einen großen
Einfluss auf seine Lebensdauer hat.
Eine Temperatur, die θmax überschreitet, beschleunigt die elektromechanische Verschlechterung des Dielekt-
rikums.
Temperaturen unterhalb von θmin oder sehr schnelle Heiß-Kalt-Temperaturwechsel können teilweise dazu führen,
dass sich das Entladungsverhalten des Dielektrikums verschlechtert.
6.3.1 Einbau
Kondensatoren müssen so aufgestellt werden, dass die durch Kondensatorverluste erzeugte Wärme durch Kon-
vektion oder Strahlung angemessen abgeführt wird.
Die Belüftung des Betriebsraums und die Anordnung der Kondensatoreinheiten müssen eine gute Luftzirkulation
um jede Einheit ermöglichen. Dies ist wichtig für Einheiten in Etagenbauweise.
Kondensatoren, die der Sonnenstrahlung oder der Strahlung von anderen heißen Oberflächen ausgesetzt sind,
erwärmen sich zusätzlich.
Nach dem Einbau ist es notwendig zu überprüfen, ob die Gehäusetemperatur bei den maximal zulässigen
Betriebsbedingungen (Spannung, Strom und Kühltemperatur) kleiner als θmax ist.
Abhängig von der Temperatur der Kühlluft, der Wirksamkeit der Kühlung sowie der Strahlungsintensität und -dauer
kann es notwendig sein, folgende Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen:
– Schutz des Kondensators gegen Strahlung;
– Auswahl eines Kondensators, der für eine höhere Umgebungstemperatur geeignet ist oder dessen Bemes-
sungsspannung größer als die in 1.4 angegebene ist;
– Kondensatoren, die in großen Höhen (über 1200 m) installiert werden, unterliegen einer verringerten Wär-
meabfuhr, die bei der Bestimmung der Leistungen der Einheiten berücksichtigt werden sollte.
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6.3.2 Ungewöhnliche Kühlbedingungen


In Ausnahmefällen darf die Eintrittstemperatur der Luft (siehe Tabelle 1) höher als das Maximum von 55 °C sein
und es müssen Kondensatoren einer speziellen Bauart oder mit einer höheren Bemessungsspannung verwendet
werden.

6.4 Besondere Betriebsbedingungen


Neben den hohen Umgebungstemperaturen treten in tropischen Ländern weitere nachteilige Betriebsbedingun-
gen auf. Wenn der Käufer von diesen Bedingungen Kenntnis hat, sollte er den Hersteller bei der Bestellung der
Kondensatoren darüber informieren.
Diese Informationen sollten auch dem Lieferer der Zubehörausrüstungen für die Kondensatoreinrichtung gegeben
werden.

6.5 Überspannungen
Überspannungsfaktoren werden in 3.1 festgelegt.
Mit der Zustimmung des Herstellers dürfen einige Überspannungsfaktoren erhöht werden, wenn die geschätzte
Anzahl der Überspannungen geringer ist oder wenn die Temperaturbedingungen weniger kritisch sind.
Kondensatoren, die hohen Blitzüberspannungen ausgesetzt sind, sollten entsprechend geschützt werden. Wenn
Blitzüberspannungsableiter verwendet werden, dann sollten sie möglichst nahe bei den Kondensatoren angeord-
net werden.
Transiente Überspannungen während der ungewöhnlichen Betriebsbedingungen können die Auswahl höher
bemessener Kondensatoren erforderlich machen.
Wenn die Überspannungen höher sind als die nach Tabelle 7 erlaubten Überspannungen (d. h. Kondensatoren
sind direkt mit der Fahrleitung verbunden), kann nach Vereinbarung zwischen Hersteller und Anwender eine Span-
nungsprüfung mit höheren Spannungen erforderlich werden.

6.6 Überlastströme
Kondensatoren sollten niemals mit Strömen betrieben werden, die die in 1.3.20, 1.3.21 und 1.3.22 festgelegten
Maximalwerte übersteigen.
Transiente Überströme mit hoher Amplitude und Frequenz dürfen auftreten, wenn Kondensatoren in Stromkreisen
geschaltet werden oder wenn das Betriebsmittel geschaltet wird. Es kann notwendig sein, diese transienten Über-
ströme in Hinsicht auf den Kondensator und das Betriebsmittel auf annehmbare Werte zu verringern.
Kondensatoren, die mit (eingebauten oder äußeren) Sicherungen ausgerüstet sind, müssen die Spitzenwerte der
durch Schaltvorgänge hervorgerufenen Überströme auf den Wert von Îs begrenzt werden.

6.7 Schalt- und Schutzeinrichtungen


Schalt- und Schutzeinrichtungen sowie die Anschlussleitungen müssen in der Lage sein, die elektrodynamischen
und thermischen Beanspruchungen mit transienten Überströmen mit hoher Amplitude und Frequenz auszuhalten,
die durch Schaltvorgänge oder Ähnliches hervorgerufen werden.
Wenn die Berücksichtigung von elektrodynamischen und thermischen Belastungen zu starker Überdimensionie-
rung führen würde, sollten zum Schutz gegen Überströme besondere Vorkehrungen getroffen werden.
ANMERKUNG Es sollten Sicherungen mit einer trägen Kennlinie ausgewählt werden.

6.8 Auswahl der Kriech- und Luftstrecken


In Beratung.

6.9 Anschlüsse
Die stromführenden Leitungen, die in den Kondensator hineingehen, sind geeignet, die Wärme des Kondensators
abzuleiten. Andererseits können sie dem Kondensator Wärme zuführen, die an äußeren Anschlüssen entsteht.
Deshalb ist es notwendig, die zum Kondensator führenden Anschlüsse stets kühler als den Kondensator selbst zu
halten.
Jeder schlechte Kontakt in Kondensatorstromkreisen kann zu Lichtbogenbildung führen, die hochfrequente
Schwingungen hervorrufen, die die Kondensatoren überhitzen und überbeanspruchen können.
Deshalb wird eine regelmäßige Kontrolle sämtlicher Kontakte von Kondensatorausrüstungen und Kondensatoran-
schlüssen empfohlen.

6.10 Parallelschaltungen von Kondensatoren


Bei der Auslegung von Stromkreisen mit parallel geschalteten Kondensatoren ist besondere Aufmerksamkeit
erforderlich, weil es hier zwei mögliche Gefahren gibt:
a) Die Aufteilung des Stroms ist von geringfügigen Unterschieden der Widerstände und Induktivitäten in den
Strompfaden abhängig, sodass einer der Kondensatoren leicht überbeansprucht werden kann.
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b) Wegen der häufig in der Leistungselektronik auftretenden hohen Frequenzen sollten Verbindungen übli-
cherweise mit geringem Widerstand und kleiner Induktivität ausgelegt werden.
Als Folge davon wird beim Ausfall eines Kondensators durch einen Kurzschluss die gesamte Energie des parallel
geschalteten Kondensators schnell zur Stelle des Durchbruchs umgeladen.
Üblicherweise ist es nicht möglich, die Einheiten durch eine strombegrenzende Sicherung voneinander zu tren-
nen.
Für diesen Fall sind besondere Vorkehrungen zu treffen.

6.11 Reihenschaltungen von Kondensatoren


Infolge der Abweichungen der Isolationswiderstände der Kondensatoreinheiten sollte die richtige Spannungs-
aufteilung mit einem Widerstandsspannungsteiler sichergestellt werden.
Wechselspannungen und in Abständen auftretende Gleichspannungsanwendungen mit langen AUS-Perioden
benötigen keine speziellen Teiler, weil die eingebauten Entladevorrichtungen jede Restladung löschen.
Die Isolationsspannung der Kondensatoreinheiten muss für die Anordnung in Reihenschaltung geeignet sein.

6.12 Magnetische Verluste und Wirbelströme


In der Leistungselektronik können starke Magnetfelder der Leitungen eine Wechselmagnetisierung von metalli-
schen Gehäusen und Wirbelströme in jedem metallischen Teil hervorrufen und dadurch Wärme erzeugen.
Dadurch ist es erstens notwendig, die Kondensatoren in einem sicheren Abstand von Starkstrom führenden Lei-
tern anzuordnen und zweitens, den Einsatz magnetischer Werkstoffe so weit wie möglich zu vermeiden.

6.13 Richtlinie für den Schutz durch Sicherungen und Trennvorrichtungen


Die Sicherung wird in Reihe mit dem Element geschaltet, das im Fehlerfall des Elements abgetrennt werden soll.
Nach einem Durchschlag eines Elements wird die mit dem Element verbundene Sicherung ansprechen und es
vom verbleibenden Teil des Kondensators trennen, wodurch die Einheit weiterhin funktionsfähig bleibt. In einer
Reihenschaltung führt das Ansprechen einer oder mehrerer Sicherung(en) zu Spannungsänderungen in der Kon-
densatorbatterie.
Die Spannung über der (den) unbeschädigten Einheit(en) darf nicht den in 2.17 angegebenen Wert überschreiten.
Abhängig von der inneren Verbindung der Einheiten kann das Ansprechen einer oder mehrerer Sicherungen auch
zu einer Spannungsänderung im Element führen.
Bei den verbleibenden Elementen in einer Reihengruppe erhöht sich die Arbeitsspannung, und der Hersteller
muss auf Anfrage Einzelheiten über den Spannungsanstieg bereitstellen, der sich durch das Ansprechen von
Sicherungen ergibt.
Infolge der selbstheilenden Eigenschaften der Kondensatoren sind Durchschläge nicht gefährlich und führen nur
zu einer unbedeutenden Zunahme des Stroms. Im Falle eines Druckanstiegs (z. B. hervorgerufen durch ther-
mische Instabilität, die am Ende der Lebensdauer des Kondensators auftreten kann, oder in einigen Fällen durch
eine übermäßige Anzahl von selbstheilenden Durchschlägen, die durch extreme Überbeanspruchungen verur-
sacht worden sind) muss jedoch ein selbstheilender Kondensator durch eine Überdruck-Trennvorrichtung oder
einen Überdruck-Melder geschützt werden.
Die Eigenschaften einer Überdruck-Trennvorrichtung oder eines Überdruck-Melders sind von der Anzahl der
parallel geschalteten Kondensatoren abhängig. Der Hersteller muss auf Anfrage Einzelheiten über die maximale
Anzahl der Kondensatoreinheiten, die parallel geschaltet werden können, bereitstellen.
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Anhang A
(informativ)

Kurvenformen
Die Definitionen für die Kurvenformen bei Leistungskondensatoren werden am Beispiel einer trapezförmigen
Spannung erläutert.

Bild A.1a – Kurvenform einer Kommutierungsspannung

1
fp = τ = π L⋅C
tp

τ Pulsbreite des Kondensatorstroms


tp Pulsdauer
fp Pulsfrequenz
UN Scheitelwert der wiederkehrenden Spannung
Î Scheitelwert des Stroms
L Ersatzinduktivität des Kondensators
C Kapazität des Kondensators

Bild A.1b – Beispiel für einen Kommutierungsstromkreis


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Bild A.1c – Kurvenform am Dämpfungskondensator für GTO-Thyristoren

Bild A.1d – Beispiel für einen Stromkreis mit Dämpfung

Bild A.1 – Beispiele für Pulsbreiten


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Anhang B
(normativ)

Betriebsgrenzwerte von Kondensatoren bei sinusförmiger Spannung und


maximaler Temperatur (θmax) als Funktion der Frequenz

Bild B.1 – Stromversorgungsverhältnisse

Die Maximalspannung ist im Allgemeinen eine Funktion der Dicke des Dielektrikums (a), der Eigenfeldstärke (ED)
und der Temperatur (θ).

Umax = f (ED, a, θ)

Für den Frequenzbereich f ≤ f1 ist folgende Gleichung gültig:

Umax = UN

f1 ist die Frequenz, bei der der Leistungsverlust des Kondensators am größten ist.
U N2
Pmax = ω × C tanδ 1 ω = 2 π f1
2
f2 ist die Frequenz, bei der der maximale Strom (Imax) die größte Verlustleistung (Pmax) im Kondensator verursacht.
Im Frequenzbereich f1 bis f2 ist

Pmax = konstant

und f2 ist die Frequenz, bei der der effektive Strom sein Maximum erreicht:

I = Imax.
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Oberhalb der Maximalfrequenz wird der maximale Strom wegen des Skin-Effekts usw. verringert.
Die Kennwerte des Kondensators sind:
Umax maximale Spannung
Pmax maximale Verlustleistung
tan δ1 Verlustfaktor des Kondensators bei der Frequenz f1
tan δ 2 Verlustfaktor des Kondensators bei der Frequenz f2
f2 Maximalfrequenz bei voller Verlustleistung und maximalem Strom
Imax Effektivwert des maximalen Stroms
ANMERKUNG Die vorgeschlagenen Prüfbedingungen bei thermischer Stabilität sind:
2
U2 Imax
, Pmax =
121 × ω 2 × C × tanδ 2 = 1,21 × × tanδ 2 ω 2 = 2 π f2
2 ω2 × C
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Anhang C
(normativ)

Messverfahren für die Resonanzfrequenz – Beispiele

C.1 Verfahren 1

Legende:

FG Einstellbarer Frequenzgenerator
R Induktionsloser Lastwiderstand, der direkt an die Anschlüsse des Kondensators angeschlossen
wird
Rs Ersatzwiderstand des Kondensators
L Ersatzinduktivität des Kondensators
C Kapazität des Kondensators
U1, U2 Spannungsmessgeräte

Bild C.1 – Messschaltung

Wird die Spannung an U1 konstant gehalten und die Frequenz geändert, ist es möglich, eine Kurve aufzuzeichnen,
die den Zusammenhang zwischen der Spannung über dem Kondensator und der Versorgungsfrequenz darstellt.
Der kleinste Wert der Spannung an U2 entspricht der Resonanzfrequenz (fr).
Die Verbindungen müssen so kurz wie möglich ausgeführt werden.

Bild C.2 – Verhältnis zwischen der Spannung über dem Kondensator


und der Versorgungsfrequenz
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C.2 Verfahren 2
Die Kondensatoreinheit muss mit einer Gleichspannung aufgeladen werden und anschließend über eine Entlade-
strecke unmittelbar an den Anschlüssen des Kondensators entladen werden.
Die Kurvenform des Entladestroms wird mit einem Oszillographen aufgezeichnet.
Aus der Anzahl der Schnittpunkte mit der Zeitachse wird die Resonanzfrequenz fr berechnet.
Die Wellenform bei der Entladung ist eine Funktion des Ersatzwiderstands und der Streuinduktivität.

ANMERKUNG Beim zweiten Verfahren wird die Entladefrequenz gemessen. Sie ist gleich der Eigenresonanzfrequenz, wenn
der Dämpfungsfaktor klein ist und wenn die Induktivität der äußeren Verbindungen gegenüber der internen Induktivität vernach-
lässigbar ist.
Bei der Berechnung der Eigeninduktivität muss der Dämpfungsfaktor in jedem Fall berücksichtigt werden.

Bild C.3 – Kurvenform des Entladestroms


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Anhang D
(informativ)

Literaturhinweise
IEC 60077:1968, Rules for electric traction equipment.
IEC 60146-1-1:1991, Semiconductor convertors – General requirements and line commutated convertors –
Part 1-1: Specification of basic requirements1).
IEC 61071 series, Power electronic capacitors2).
IEC 61287-1:1995, Power convertors installed on board rolling stock –
Part 1: Characteristics and test methods.

1) Harmonisiert als EN 60146-1-1:1993 (nicht modifiziert).


2) Harmonisiert in der Europäischen Normenreihe EN 61071 (modifiziert).
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Anhang ZA
(normativ)

Normative Verweisungen auf internationale Publikationen


mit ihren entsprechenden europäischen Publikationen

Diese Europäische Norm enthält durch datierte oder undatierte Verweisungen Festlegungen aus anderen Publi-
kationen. Diese normativen Verweisungen sind an den jeweiligen Stellen im Text zitiert, und die Publikationen sind
nachstehend aufgeführt. Bei datierten Verweisungen gehören spätere Änderungen oder Überarbeitungen dieser
Publikationen zu dieser Europäischen Norm nur, falls sie durch Änderung oder Überarbeitung eingearbeitet sind.
Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte Ausgabe der in Bezug genommenen Publikation (einschließlich Ände-
rungen).
ANMERKUNG Wenn internationale Publikationen durch gemeinsame Abänderungen geändert wurden, durch (mod) ange-
geben, gelten die entsprechenden EN/HD.

Publikation Jahr Titel EN/HD Jahr

IEC 60068-2-3 1969 Environmental testing HD 323.2.3 S2 1) 1987


Part 2: Tests – Test Ca: Damp heat, steady state
IEC 60068-2-14 1984 Part 2: Tests – Test N: Change of temperature EN 60068-2-14 2) 1999
3
IEC 60068-2-20 1979 Part 2: Tests – Test T: Soldering HD 323.2.20 S3 ) 1988
IEC 60068-2-21 1999 Part 2-21: Tests – Test U: Robustness of terminations EN 60068-2-21 19991
and integral mounting devices
IEC 60077-1 1999 Railway applications – Electric equipment for rolling – –
stock
Part 1: General service conditions and general rules
IEC 60269-1 1998 Low-voltage fuses Part 1: General requirements EN 60269-1 1998
IEC 60721-3-5 1997 Classification of environmental conditions EN 60721-3-5 1997
Part 3: Classification of groups of environmental
parameters and their serverities
Section 5: Ground vehicle installations
IEC 61373 1999 Railway applications – Rolling stock equipment – EN 61373 1999
Shock and vibration tests

1) HD 323.2.3 S2 enthält A1:1984 zu IEC 60068-2-3.


2) EN 60068-2-14 enthält A1:1986 zu IEC 60068-2-14.
3) HD 323.2.20 S3:1988 enthält A2:1987 zu IEC 60068-2-20.